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medianet

inside your business. today.

Freitag, 15. FEbruar 2013 – 31

© feel image

Jubiläum

Wiener Akademie für Ganzheitsmedizin (GAMED) feierte 25. Geburtstag  Seite 36

© C. Sauermann

healtheconomy Vorsorge

Gesundheitsclub mediclass findet immer mehr Anhänger unter Unternehmen  Seite 35

Auszeichnung Feuerwehrorden für Kassen-Boss © Franz Resperger/NÖ Landesfeuerwehrverband

Reform: Stöger zieht positive Zwischenbilanz

© Anna Rauchenberger

short

© MEDA Pharma; mn; Montage: B. Schmid

Wettbewerbe Das Vorjahr war für die Pharmaindustrie nicht schlecht: Nach Einbußen durch Patentabläufe wurden erstmals seit Jahren, wie berichtet, wieder viele Neueinführungen gemeldet. Doch die Pipelines sollen weiter aufgefüllt werden, und so suchen viele Unternehmen nun auch außerhalb der eigenen Wände nach Ideen. GlaxoSmithKline, Boehringer Ingelheim, Sanofi, Janssen und andere schreiben Wettbewerbe und Wissenschaftspreise aus, um zu neuen Ideen zu kommen; im März wird der science2business-Award vergeben. Seite 32

© Stephanie Strobl/Bundesministerium für Gesundheit

Erfolgreiche Bilanz Es geht offenbar auch anders in der Pharmaindustrie. Während große Konzerne nach neuen Blockbustern suchen und unter dem Verlust anderer Umsatzbringer leiden, wachsen kleine Unternehmen, indem sie älteren Produkten neues Leben einhauchen und damit kräftig wachsen. Und es ist möglich, im stark umkämpften Markt der rezeptfreien, apothekenpflichtigen Produkte (OTC) zu wachsen. Die Österreich-Tochter des schwedischen Konzerns Meda zeigt, wie so ein Weg funktionieren kann: 93,9% Plus im dritten Quartal 2012 im OTC-Bereich. Seite 34

Interview Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) zieht im Exklusivinterview eine positive Bilanz der bisherigen Reformen. Doch er hat noch nicht genug   und kündigt vor allem bei der Prävention noch weitere Maßnahmen an.  Seite 33 eHealth IT-Riese mit Österreich-Standbein wuchs stark

inhalt

Sattes Plus für CompuGroup

Pharmareport und Lifescience > Forschungsserie: Wo es in der Grundlagenforschung noch hapert  32 > Nahrungsergänzung liegt voll im Trend  34 > Apomedica bringt neues Produkt auf den Markt  34 Medizintechnik und eHealth > TÜV für Wundzentren in Kärntner Spitälern 

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© CompuGroup

Healthcare > Kommentar: „Wahlkampf“ bedeutet auch kuriose Ideen – wir zeigen Beispiele 32 > Medizinuni Neu: Linz steht in den Startlöchern  33

CompuGroup-Chef Frank Gotthardt will auch künftig die Gewinne hoch halten.

Koblenz/Steyr. CompuGroup Medical, einer der weltweit führenden Anbieter von eHealth-Lösungen und mit einem starken Standbein in Österreich, hat 2012 den Umsatz um 13% auf 451 Mio. € gesteigert. Der Konzerngewinn EBITDA konnte von 73 Mio. € im Vorjahr auf 105 Mio. € erhöht werden. Dies entspricht einem Anstieg von 44%. Die operative Marge erhöhte sich von 18% auf 23%. Mit einem kräftigen Endspurt verbuchte das Segment Hospital Information Systems (HIS), in dem auch die österreichische Tochterfirma systema tätig ist, im Q4 ein kräftiges Plus, sagt Konzernchef Gotthardt. Seite 35


c ov e r

32 – healtheconomy

Freitag, 15. Februar 2013

Forschung Um zu neuen Projekten oder Kooperationen zu kommen, prämieren Unternehmen neue Konzepte

Kommentar

Wahlkampf mit gesunden Themen

Industrie sucht neue Ideen mit eigenen Wettbewerben GSK, Boehringer Ingelheim und Sanofi sponsern Life Science-Projekte weltweit.

G

esundheit, der Zugang zu Medizin, die Zukunft des Systems und Krankenversicherungen sind immer gern Themen im Wahlkampf. Und nicht nur Akteure wie die Ärztekammer haben in dieser Zeit besonders Interesse, Standpunkte zu positionieren. Wie hat schon Wolfgang Schüssel angesichts einer Gesundheitsreform einmal in Vorwahlkampfzeiten gesagt? Er wolle keinen Wahlkampf in Ordinationen, den könne man nur verlieren, weil das Thema zu emotional ist. Genau deshalb wird es auch gern aufgegriffen. Wir möchten das auch tun. Künftig gibt es auf dieser Seite, unter dem Leitartikel, eine Glosse zum Thema ‚Wahlkampf‘. Die Idee: Den dümms-ten oder auch den besten Input der vergangenen Woche in Sachen ‚Gesundheitsdebatte‘ vorzustellen. Vergangene Woche gab es gleich zwei dümmliche Kandidaten: Die erste kam vom Team Stronach; das wünscht sich, dass Diagnose und Therapie in verschiedene Hände gelegt werden, dann würde ein Zuviel an Therapien reduziert. Sehr clever in Zeiten von Ärztemangel, knappen Budgets und langen Wartezeiten ... Ebenfalls wenig gedacht haben dürfte Ärztekammerfunktionär Harald Mayer, der Amulanzgebühren forderte, um Wartezeiten zu senken. Ist sicher ein tolle Idee, wenn Kranke nicht zum Arzt gehen, weil es vielleicht Geld kostet...

GRAFIK DER WOCHE Todesursache Krebs 2010 gab es 19.757 Todesfälle durch Krebs

Lungenkrebs Brustkrebs

1.688 1.638 1.229

981

1985 1990

1995

2000

2005 2010

Quelle: APA/Statistik Austria; Grafik: Raimund Appl

der Wirtschaftskammer und dem Wirtschaftsministerium. Die Verleihung findet am 19. März in Wien statt (www.life-science.com).

Preise an den Medunis Die Sanofi Stiftung wiederum zeichnet jedes Jahr an den medizinischen Universitäten in Österreich hervorragende Forschungsleis-tungen auf dem Gebiet der Medizin aus. Den Medizinischen Universitäten von Graz, Innsbruck, Wien und Salzburg wird dabei jährlich laut Unternehmensaussendung ein „namhafter Betrag“ zur Verfügung gestellt. Jede Medizinische Universität ermittelt ihre Preisträger dann unabhängig für sich selbst.

Nach dem Aufwind folgt die Flaute

Zahlreiche Uni-Projekte

2.146

ging Business Models“. Die ausgezeichneten Projekte unterstützt Boehringer Ingelheim mit mehr als 80.000 USD (60.000 €) sowie Beratungsleistungen. Interessierte Personen, Organisationen und Vereine können bis 10. April an diesem Online-Wettbewerb teilnehmen. Nähere Informationen zum Wettbewerb gibt es unter „www.changemakers.com/healthbiz“. Beim „science2business-Award 2013“ wiederum konnten Projekte aus Österreich bis 8. Februar eingereicht werden, bei denen es um erfolgreiche Kooperationsmodelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft geht. Die Preise, für die es zusammengenommen 16.000 € gibt, werden u.a. gesponsert von der Pharmafirma Janssen sowie

Serie Pharmaforschung – Teil 9 Grundlagenforschung verliert zunehmend an Boden

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2.536 2.587

Hardo Fischer, Medical & Regulatory Direktor von GSK Österreich: „Wir freuen uns, wenn wir speziell in Österreich einen Beitrag zum wissenschaftlichen Arbeiten in der gynäkologischen Onkologie leisten können.“ Boehringer Ingelheim und Ashoka starten den zweiten weltweiten „Changemakers“-Wettbewerb, bei dem nach Geschäftsmodellen gesucht wird, die Lösungen für grundlegende Probleme im Gesundheitswesen bieten. Ashoka Changemakers ist eine weltweite Aktionsgemeinschaft von Sozialunternehmern zur gemeinsamen Ideenfindung, Inspiration und gegenseitigen Förderung. Das Motto des Wettbewerbs lautet „Transforming Health Systems: Gamechan-

GSK Pharma Österreich wiederum sponsert den diesjährigen „AGO-Austria Young Scientific Award“ zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und der Forschung in der gynäkologischen Onkologie und Senologie. Ausgezeichnet wird die beste Arbeit, die in einem peer-reviewed Journal veröffentlicht oder von diesem angenommen wurde. Der Award ist mit 10.000 € dotiert, einzureichen sind Arbeiten bis 15. März 2013 bei der AGO, der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie.

1.514

3.269

Forschungspreise boomen: Am 19. 3. werden – wie im Vorjahr – der „science2business“ und „Janssen Special Award“ vergeben.

Geld für Nachwuchs

Wien. „Vor einigen Jahren gab es einen Aufwind im Bereich der Grundlagenforschung, doch davon spüre ich leider nicht mehr sehr viel“, beklagt Josef Penninger, vielfach ausgezeichneter Genetiker und wissenschaftlicher Direktor des IMBA-Forschungsinstituts. „Dabei wäre es gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wichtig, in diese Zukunftsbereiche zu investieren, um später die Früchte ernten zu können. Andere Länder wie Deutschland, die Schweiz oder auch Skandinavien haben diese Bedeutung erkannt und investieren kräftiger in den Forschungs- und Biotechnologiebereich; sollten wir hier nicht aufschließen, werden sie uns bald weit voraus sein.“

Darmkrebs Prostatakrebs 3.652

3.153

Wien. Das Vorjahr war für die Pharmaindustrie nicht schlecht: Nach Einbußen durch Patentabläufe wurden erstmals seit Jahren wie berichtet wieder viele Neueinführungen gemeldet. Doch die Pipelines sollen weiter aufgefüllt werden, und so suchen viele Unternehmen nun auch außerhalb der eigenen Wände nach Ideen. Junge Unternehmen wie F-Star in Wien und ProtAffin aus Graz werden bereits seit Jahren von der Firma SR One finanziell unterstützt. Das Risikokapitalunternehmen des britischen Pharmakonzerns GlaxoSmithKline (GSK) hat jetzt gemeinsam mit Oxbridge Biotech Roundtable und Stevenage Bioscience Catalyst einen Wettbewerb für den besten Geschäftsplan im Bereich Biowissenschaften in Europa ausgeschrieben, dotiert mit 100.000 £ (117.000 €). Einreichen können Biowissenschaftler bis 35 Jahre, die in Europa arbeiten oder studieren, in vier Bereichen: Arzneimittelforschung, Medizintechnik, Diagnostik und Gesundheitstechnologie; Einreichfrist ist der 21. Februar.

Spieler auf dem Gebiet der Grundlagenforschung nach Arzneimitteln gibt es in Österreich viele, sagt Ernst Urban, Sprecher des Pharmaziezentrums der Universität Wien: „Universitäre Pharmaziezentren, Biozentren (z.B. Biozentrum Bohrgasse), fachver-

wandte Universitätseinrichtungen (Chemie, Technische Chemie, Biologie, etc.), Medizin-Unis, die Uni für Veterinärmedizin, Life Science Institute (z.B. BOKU Wien) und Pharmaforschungsinstitute der Pharmaindustrie, wie z.B. Baxter oder Boehringer. Ein Erfolgsrezept wäre eine verbesserte Koordination dieser Einrichtungen.“

Wie ist die Aufteilung zwischen den Playern einzuschätzen? Penninger: „Es ist klar, dass die Universitäten auch einen Bildungsauftrag zu erfüllen haben; insofern kann man nicht verlangen, dass die Forschung dort die gleiche Intensität erreicht, wie das etwa in einem Forschungsinstitut wie dem IMBA möglich ist.“

„Staatliche Mittel nötig“

© IMBA/Hans Krist

Martin Rümmele

© Anna Rauchenberger

Ina Karin Schriebl

Josef Penninger sieht Nachholbedarf in der Grundlagenforschung.

Auch in der Industrie werde viel geforscht, vor allem im anwendungsorientierten Bereich, was sehr verständlich und notwendig sei. „Anwendungsoffene Grundlagenforschung, wie wir sie betreiben, sorgt vor allem für das nötige Basiswissen, auf das später Innovationen aufgebaut werden können.“ Die Ergebnisse seien daher meist nicht unmittelbar vermarktbar. „Ich denke daher, dass diese Art der Forschung immer zu einem guten Teil vom Staat finanziert werden sollte, um unabhängig bleiben zu können; eine weitere Variante sind private Geldgeber wie in den USA, aber die Kultur der

Philantropie ist in Österreich leider noch nicht sehr etabliert.“ Private Finanzierung gibt es immerhin für das Research Institute of Molekular Pathology (IMP), das von Boehringer Ingelheim gesponsert wird. Doch auch von staatlicher Seite gibt es gute Fördermöglichkeiten. Johannes Pleiner-Duxneuner, Koordinator für klinische Forschung an der MedUni Wien: „Mit EU-Förderungen und nationalen Förderungen kann man ganz gute Projekte aufstellen, aber auf nationaler Ebene könnte es durchaus besser sein.“ Dennoch gebe es Positivbeispiele: „Wir haben den FWF (Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung), der ist ganz gut und wir haben den Wiener Wissenschafts-, Forschungs- u. Technologiefonds (WWFT). Ich glaube, ein Grundproblem ist, dass in der Bevölkerung das Ansehen für Forschung und Entwicklung sehr gering ist.“ Auch Josef Penninger stößt ins gleiche Horn: „Dabei könnte sich Österreich als reiches Land durchaus mehr Ausgaben für Forschung und Innovation leisten.“ (eb)


C ov e r

Freitag, 15. Februar 2013

healtheconomy – 33

Interview healtheconomy bittet zum Jahresanfang die Stakeholder im Gesundheitswesen zum Interview – Teil 5: Gesundheitsminister Alois Stöger

„Alle Partner sind eingebunden“ Martin RÜmmele

healtheconomy: Heuer ist Wahlkampf in einigen Bundesländern und im Bund – wie wird sich das auf gesundheitspolitische Vorhaben auswirken? Ist ein Stillstand zu erwarten? Alois Stöger: In der Gesundheitspolitik ist in den vergangenen Jahres sehr viel weitergegangen. Die Krankenkassen sind fast vollständig entschuldet, der niedergelassene Bereich wurde durch die Einführung der Gruppenpraxen aufgewertet. Im zweiten Halbjahr 2012 wurde die ELGA beschlossen und die Gesundheitsreform paktiert. Das kann sich wirklich sehen lassen. Jetzt steht die Umsetzung der Gesundheitsreform an. Da kann es natürlich unterschiedliche Geschwindigkeiten geben; da aber alle Partner der Reform zugestimmt haben, wird es auch im Wahljahr keinen Stillstand geben. healtheconomy: Die Spitalsreform scheint auf Schiene gebracht, die Ärzte kritisieren aber einige Punkte – wie sind die weiteren Pläne? Stöger: Jetzt folgen – wie immer bei einer 15a-Vereinbarung – die bundesgesetzliche Umsetzung und die notwendigen Beschlüsse in den Landtagen. Dabei sind natürlich alle Partner im Gesundheitsbereich eingebunden; dazu zählt auch die Ärztekammer. healtheconomy: In der Reform wurde auch der Einfluss der Ärztekammer bei der Bedarfsplanung von Arztstellen eingeschränkt – was wird die Folge sein? Stöger: Mir geht es nicht darum, Einflüsse einzuschränken, sondern darum, dass alle Partner im Gesundheitsbereich gemeinsam entscheiden, wie die beste Versorgung in der höchsten Qualität für die Patientinnen und Patienten geleistet werden kann. Das ist durch die neue gemeinsame Planung und Steuerung durch den Bund, die

Meduni Linz wird konkret

Neue Uni-Pläne Wien/Linz. Einen weiteren Schritt gibt es auf dem Weg zu einer medizinischen Fakultät in Linz. Eine Expertengruppe mit Vertretern von Land, Stadt und Universität sowie dem Wissenschafts- und dem Finanzministerium hat ihre Gespräche beendet. Aus dem Finanzministerium kommen positive Signale. In einem Pilotprojekt will man die Finanzierung von Lehre und Forschung auf eine neue Basis stellen, die sich vor allem bundesweit kostenneutral auswirken soll. Die wichtigsten Fortschritte seien die Abgleichung der Kalkulations- und Planungsgrundlagen und des Personalschlüssels. Man habe sich auf Grundlagen geeinigt, auf denen die Detailberechnungen angestellt werden, sagte Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP). Man habe die Organisationsstruktur abgestimmt und festgelegt, dass die Forschungsschwerpunkte im Einklang mit den bestehenden Forschungskonzepten der bestehenden Medizinuniversitäten ausgestaltet werden. „Man hat eine Arbeitsgruppe ‚Finanzierung‘ eingerichtet – ebenfalls auf Expertenebene“, sagt Pühringer. (red)

dSozialversicherung und die Ländern gewährleistet. healtheconomy: Wie geht es weiter mit ELGA und E-Medikation? Stöger: Heuer wird die technische Infrastruktur vorbereitet, ab 2014 wird ELGA schrittweise und wie geplant implementiert. Das erste Vollbetriebsjahr ist 2017. healtheconomy: Mit dem Wahlkampf geht auch eine Legislaturperiode zu Ende – wie ist Ihre (Zwischen)Bilanz? Stöger: Wie schon eingangs erwähnt, haben wir sehr viel erreicht. Reformen, die lange für unmöglich

gehalten wurden, sind auf dem Weg. Was mich mit Stolz erfüllt, ist, dass es selbst in Krisenzeiten gelungen ist, das Gesundheitssystem auszubauen und Leistungen zu erweitern; die neuen Kinderimpfungen und das breitere Leistungsangebot in den Zahnambulatorien sind dafür nur zwei Beispiele. healtheconomy: Welche Dinge möchten Sie noch vor der Wahl ändern bzw. voranbringen? Stöger: Die Gesundheitsreform gehört bundesgesetzlich umgesetzt. Und auch im Bereich der Prävention – etwa bei den Schulbuffets – gibt es noch Schwerpunkte.

© Carina Karlovits-HBF/Bundesministerium für Gesundheit

Gesundheitsminister zieht positive Bilanz und hat noch einige Pläne.

Gesundheitsminister Alois Stöger will in Sachen Prävention noch viel bewegen.


34 – healtheconomy

short

Bilanz I: Sanofi ­verdiente weniger

P h a r m a r epo r t: L i f e s c i e n c e

Freitag, 15. Februar 2013

Pharmaindustrie Neues Warzenmittel wird mit erwartetem Jahresumsatz beworben und soll Marktführer werden

Meda wächst mit neuen Produkten und Werbung

© sanofi-aventis

Österreich-Tochter von schwedischem Konzern wächst im OTC-Segment stärker als die Konkurrenz.

GlaxoSmithKline plant Einsparungen von 1,2 Mrd. € pro Jahr.

London. Nach einem schwierigen Jahr ist der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) wieder optimistisch. Für 2013 peilt der Pharmariese ein Gewinnwachstum zwischen 3 und 4% an. Wie GlaxoSmithKline mitteilte, soll auch der Umsatz mit einem Plus von etwa einem Prozent wieder leicht zulegen. Der Konzernumsatz sank 2012 um 3% auf 26,4 Mrd. £. In Europa ging er sogar um 7% zurück. Der operative Gewinn im Kerngeschäft schrumpfte um 5% auf 8,33 Mrd. £. Wegen anhaltend schwacher Geschäfte in Europa verschärft GSK seinen Sparkurs. Konzernchef Andrew Witty kündigte bei Vorlage der Jahresbilanz 2012 ein neues Maßnahmenbündel an, das auch einen Stellenabbau vorsieht; betroffen sind neben dem Europa-Geschäft die Forschungsabteilung sowie die Medikamenten-Produktion. Das Programm soll bis 2016 mindestens eine Mrd. £ (1,2 Mrd. €) im Jahr einsparen. Der Umbau diene dem Zweck, sich langfristig Zuwächse zu sichern, erklärte Witty. Konkrete Zahlen zum Stellenabbau nannte er nicht.

rade gestartet; wir nutzen dabei in Schweden zentral, aufwendig und professionell produzierte Spots“, erklärt der Geschäftsführer die Strategie und rechnet vor, dass er im ersten Jahr den gesamten zu erwartenden Jahresumsatz ins Marketing investiert. Das Ziel dabei ist klar: „Wir wollen auch hier Marktführer werden.“ Cseh will sich damit auch bei den Apothekern klar als Partner positionieren und zeigen, dass man Produkte bringe, mit denen eben auch der Pharmahandel gute Geschäfte machen kann. Das Beispiel „CB12“ hat gezeigt, wie das geht: „Wir wollten Apotheken ein bestens medizinisch getestetes Mundpflegemittel zum Exklusivvertrieb anbieten. Der USP ist die 12-Stunden-

Marktführer in einem Jahr Die Vorjahreseinführungen, wie das Mundhygieneprodukt „CB12“ und das Nagelpilzmittel „Naloc“, brachten kräftige Zuwächse, bei „CB12“ sei man bereits Marktführer, sagt Cseh. Ende Jänner hat Meda in Österreich das Warzenmittel „EndWarts“ auf den Markt gebracht und will auch damit kräftig punkten. „Die Fernsehwerbung hat ge-

Wirkung, die für das Produkt ‚CB12‘ einzigartig ist. Es ist ein Megaseller in Skandinavien. Allein in Schweden betrug der Umsatz 2011 etwa neun Mio. Euro“, sagt der ÖsterreichGeschäftsführer.

dukten nicht nur zu behaupten, sondern zu wachsen. Cseh rechnet in diesem Segment heuer mit einem Plus von 10%. Meda versucht dabei, einen Schritt weiterzugehen und Produkte in Phase 3 und 4 zu kaufen und selbst zu entwickeln. „Dymista“ kommt heuer auf den Markt und ist eine neuartige nasale Formulierung (Kombination von Azelastine und Fluticasone), die Patienten mit allergischer Rhinitis eine bessere Behandlungsoption bietet, als die gegenwärtige Standardtherapien. Es wirkt schneller und effektiver. Cseh hofft auf eine Erstattung durch die Krankenkassen, weil das Produkt klinisch sehr gute Daten liefere. Der Allergiemarkt ist ein weltweiter Markt von fünf Mrd. €.

Neues Allergie-Mittel Meda hat sich darauf spezialisiert, eingeführte Produkte zu kaufen, wenn ­diese vom Ursprungsunternehmen wegen rückläufiger Zahlen oder bei Überschneidungen im Fall von Fusionen abgegeben werden. „CB12“ kam durch die Akquisition der schwedischen OTC-Firma Antula zum Unternehmen. Parallel zum OTC-Bereich versucht man sich auch im Hauptmarkt mit rezeptpflichtigen Pro-

OTC I Zwei Drittel der Bevölkerung kaufen Zusatzmittel

OTC II Apomedica bringt „Dr. Böhm“-Cranberry-Complex

Wien. Zwei Drittel der Österreicher nehmen Nahrungsergänzungsmittel. 20% der Bevölkerung klagen über gesundheitliche Probleme. Das geht aus der Gesundheitsstudie 2013 des Linzer Meinungsforschungsinstituts „market“ hervor. market hat im Jänner 1.000 repräsentativ für die Bevölkerung ab 16 Jahren ausgewählte Personen online befragt. Dabei erklärten 16%, regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen; 21% tun das ab und zu, 29% selten, 35% nie. Die gefragtesten Bereiche für die Präparate, die der Verein für Konsumenteninformation zuletzt als kaum notwendig bezeichnet hat, sind Erkältungen und das Immunsystem (58%) sowie Haut, Haare und Nägel (39%). Auf den Plätzen folgen Gewichtsregulierung, Knorpel-, Muskelaufbau und Schlaflosigkeit (jeweils 24%), Magen und Darm (23%) sowie Blutdruck und mentale Leistungsfähigkeit (je 20%). Den persönlichen Gesundheitszustand bezeichneten drei Prozent als nicht gut und berichteten von ernsthaften Problemen. 17% sprachen von einer weniger guten Verfassung mit einigen Schwierigkeiten.

Graz. Das steirische Pharmaunternehmen Apomedica bringt unter der Marke „Dr. Böhm“ mit „Cranberry complex“-Tabletten ein neues pflanzliches Produkt zur Behandlung von Harnwegsinfekten auf den Markt. Die Cranberry („Großfruchtige Moosbeere“), wird seit Langem bei der Behandlung von Harnwegserkrankungen angewendet. Die in den Cranberries vorkommenden Proanthocyanidine sollen ein Anhaften von Bakterien an der Blasenschleimhaut verhindern. Chronische Harnwegsinfekte betreffen hauptsächlich Frauen, doch auch Männer in höherem Alter sind gefährdet. Als sanfte Alternative zu den medikamentösen Langzeitbehandlungen wurden von „Dr. Böhm“ die „Cranberry complex“-Tabletten entwickelt, die auch über mehrere Monate eingenommen werden können. Zusätzlich zu den hoch dosierten Extrakten aus Cranberries enthalten die Tabletten noch weitere pflanzliche Stoffe: Brunnenkresse und Meerrettich dienen durch natürliche Wirkstoffe der Bakterienbekämpfung, die Vitamine C und D unterstützen das Immunsystem,

Nahrungsergänzung liegt im Trend Neues gegen Harnwegsinfekte 66% befinden sich laut eigenem Bekunden in einem guten Zustand mit vereinzelten Wehwehchen, 14% sind laut Selbstdiagnose in einer ausgezeichneten Verfassung. Die meisten Befragten setzen zur Förderung des eigenen Wohlbefindens auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Besonders beliebt sind auch aktives Entspannen, der Verzicht aufs Rauchen, kein bzw. wenig Alkohol, regelmäßiger Sport sowie Vorsorgeuntersuchungen. (iks)

Nahrungsergänzungsmittel sind als Vorsorgeprodukte sehr beliebt.

Biotin und Vitamin B2 tragen zu einer gesunden Blasenschleimhaut bei. Die Tabletten enthalten einen mehrfach standardisierten Cranberry-Extrakt. Mit dem hohen Gehalt von 67 mg an Proanthocyanidinen/PAC pro Tablette erfüllen die „Cranberry complex“-Tabletten die empfohlene Dosierung der Europäischen Gesellschaft für Urologie. Das Grazer Pharmaunternehmens Apomedica ist in Österreich die Nummer 3 im OTC-Markt.(mv)

© Apomedica/GettyImages / Montage: B. Schmid

© EPA

Bilanz II: GSK ­verschärft Sparkurs

Drei neue OTC-Produkte und Mut zur Werbung verhelfen Meda-Geschäftsführer Günther Cseh zu kräftigen Umsatzzuwächsen.

© panthermedia.net/Ruediger Rebmann

Paris. Umsatzeinbußen durch billigere Konkurrenzprodukte haben dem weltweit drittgrößten Pharmakonzern Sanofi im abgelaufenen Geschäftsjahr zugesetzt. Unter dem Strich sank der Gewinn um rund 13% auf 4,97 Mrd. €, wie das französische Unternehmen mitteilte.Konzernchef Christopher Viehbacher sieht sich mit der strikten Kostenkontrolle und dem Ausbau von Wachstumsfeldern wie dem Diabetesgeschäft aber auf gutem Weg, die Umsatzausfälle für Medikamente wie den Blutverdünner „Plavix“ hinter sich zu lassen. Der Konzern werde in den kommenden Jahren eine neue Wachstumsphase einläuten, gab sich der Deutsch-Kanadier zuversichtlich. 2012 stieg nach Unternehmensangaben der Umsatz wechselkursbereinigt um 0,5% auf 34,9 Mrd. €. Allerdings kann der Konzern in Europa auf mehr Geschäft mit Diabetes-Arzneien bauen. Die EUKommission gab dem Konzern grünes Licht für den Verkaufsstart seines neuen Medikaments Lyxumia.

Wien. Es geht offenbar auch anders in der Pharmaindustrie. Während große Konzerne nach neuen Blockbustern suchen und unter dem Verlust anderer Umsatzbringer leiden, wachsen kleine Unternehmen, indem sie übernommenen Produkten neues Leben einhauchen und damit kräftig wachsen. Und es ist sogar möglich, im stark umkämpften Markt der rezeptfreien, apothekenpflichtigen Produkte (OTC) zu wachsen. Die Österreich-Tochter des schwedischen Konzerns Meda zeigt, wie so ein Weg funktionieren kann: 93,9% Plus im dritten Quartal 2012 im OTC-Bereich, 86,4% Plus im zweiten Quartal. Damit war die Nummer 16 im heimischen OTCMarkt unangefochten die Nummer 1 in Sachen Wachstum. „Wir sind derzeit der Kleine unter den Großen, oder der Große unter den Kleinen. Aber wir haben trotz der schwierigen Rahmenbedingungen den Umsatz in den vergangenen sechs Jahren auf 33 Mio. Euro verdoppelt“, sagt Günther Cseh, Geschäftsführer von Meda Pharma Österreich, nicht ohne Stolz. Rund sieben Mio. € kommen aus dem OTC-Segment, in dem man noch gar nicht so lange tätig ist und in dem Cseh vor allem künftig weiter stark wachsen will.

© Meda Pharma; medianet / Montage: B. Schmid

Martin Rümmele

Sanofi will nach dem Konzernumbau bald wieder wachsen.

Neue Tabletten zur pflanzlichen Behandlung von Harnwegsinfekten.


M e d i z i n t e c h n i k : E- H e a lt h

Freitag, 15. Februar 2013

healtheconomy – 35

Informationstechnik eHealth-Anbieter nähert sich beim Umsatz der halben Milliarde Euro-Marke und will mehr

short

Plus für CompuGroup

Screening-Programm für Brustkrebs startet Wien. Einen wesentlichen Schritt nach vorn dürfte Österreich in der Krebs-Früherkennung mit Herbst dieses Jahres machen: Dann soll, wie berichtet, endgültig das organisierte Brustkrebs-Screeningprogramm mit Einladungen an die infrage kommenden Frauen starten. „Das Projekt beginnt am 1. April“, sagte Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) bei einer Pressekonferenz in Wien. NÖ-Patientenanwalt Gerald Bachinger bestätigte, dass mit der Versendung der ersten Einladungen im Oktober dieses Jahres zu rechnen sei. Die Etablierung eines geregelten Mammografie-Programms mit Einladung wurde von Onkologen seit Jahren gefordert.

Koblenz/Steyr. CompuGroup Medical, einer der weltweit führenden Anbieter von eHealth-Lösungen und mit einem starken Standbein in Österreich, hat 2012 den Umsatz um 13% auf 451 Mio. € gesteigert. Der Konzerngewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) konnte von 73 Mio. € im Vorjahr auf 105 Mio. € erhöht werden. Dies entspricht einem Anstieg von 44%. Die operative Marge erhöhte sich von 18% auf 23%.

das starke Schlussquartal in diesem Segment in den Ländern Polen, Österreich und Schweiz. „Wir haben unsere Ziele für 2012 erreicht; wir nähern uns der halben Milliarde Euro-Marke und erreichen mit einem deutlichen Profitabilitätsanstieg gleichzeitig die höchste operative Marge der vergangenen fünf Jahre“, erklärte Vorstandsvorsitzender Frank Gotthardt. Darüber hinaus habe man im vergangenen Jahr enorme systematische Vorarbeit für die Zukunft geleistet. „Unsere Organisation und auch unser Produktportfolio sind stärker als je zuvor; unser Fokus liegt auch im neuen Geschäftsjahr weiterhin auf Ertragskraft und ausgewogenem Wachstum.“ Für das Geschäftsjahr 2013 erwartet CompuGroup Medical einen Umsatz zwischen 470 und 490 Mio. € und ein operatives Ergebnis (EBITDA) zwischen 115 und 125 Mio. €. (iks)

Stark in Österreich Mit einem kräftigen Jahresendspurt verbuchte das Segment „Hospital Information Systems (HIS)“, in dem auch die österreichische Tochterfirma „systema Human Information Systems“ tätig ist, im vierten Quartal ein rein organisches Umsatzwachstum von 12% zum Vorjahr. Besonders ausgeprägt war laut Konzernangeben

© CompuGroup Medical AG

Hospital Information Systems wuchs im vierten Quartal um 12% – vor allem in Österreich.

TILAK setzt auf Wartezonen-TV CompuGroup-Vorstand Frank Gotthardt will die Ertragskraft weiter ausbauen.

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Vorsorge Kommunikationsagentur setzt auf Vorsorge- und Betreuungskonzept in neuartigem Gesundheitsclub

ViennaCommunications geht zu mediclass

© C. Sauermann

Wien. Die Österreichische Bundesliga hat eine, die IC Facility Management GmbH hat eine und auch die Werbe- und Kommunikationsagentur ViennaCommunications hat eine – so unterschiedlich die Unternehmen, so vergleichbar ihr Ansatz in Sachen Mitarbeitergesundheit: Sie alle sind Mitglied beim Gesundheitsclub mediclass. „Die drei Unternehmen und etliche weitere setzen sich aktiv für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter ein und nutzen, was durch viele wissenschaftliche Ergebnisse belegt ist: Gesunde Mitarbeiter fühlen sich wohl und sind zufriedener mit ihrer Arbeit; sie sind weniger oft krank und stärker belastbar“, sagt mediclass-Geschäftsführer Christoph Sauermann. Mit dem ‚mediclass-

mediclass-Geschäftsführer Christoph Sauermann bietet schnellen Arztzugang.

Gesundheitsclub‘ biete man Unternehmen und ihren Mitarbeitern ein einzigartiges Konzept in Sachen Vorsorge und Betreuung. „Das große Interesse an unserem Angebot zeigt, dass betriebliches Gesundheitsmanagement bei immer mehr Firmen ein wichtiges Thema ist, das nicht nur mit unzusammenhängenden Einzelmaßnahmen abgehandelt wird“, erklärt Sauermann. Die Unternehmen würden dabei nach umfassenden, aber dennoch preiswerten Gesundheitsangeboten für ihre Mitarbeiter suchen. Über 35 private Fachärzte sowie erfahrene Komplementärmediziner und Therapeuten betreiben im mediclass-Zentrum ihre Ordinationen und Praxen. Die Unternehmen übernehmen für ihre Mitarbeiter den

TIKAk-Führung weihte eigenes Wartezoneninfofernsehen ein.

Mitgliedsbeitrag und ermöglichen ihnen damit den Zugang zu den mediclass-Privatärzten und die Inanspruchnahme der medizinischen bzw. komplementärmedizinischen und therapeutischen Leistungen zu besonders günstigen Konditionen. Das Nutzungsentgelt kann seitens des Unternehmens zudem steuerlich abgesetzt werden und ist für die Mitarbeiter steuerfrei. Andrea Drexler, Geschäftsführerin ViennaCommunications Consulting GmbH: „Die Gesundheit unserer Mitarbeiter ist uns ein großes Anliegen. ‚mediclass‘ hat uns durch seinen schnellen Zugang zu Privatärzten und die für uns mit sehr kurzen Wegzeiten verbundene Adresse des Clubs überzeugt.“ www.mediclass.com

Innsbruck. Die TILAK, Träger der Landeskrankenhäuser in Tirol, hat sich entschieden, Wartezonen-Informationsfernsehen in den eigenen Häusern zu installieren. Projektleiterin Teresa Lackner hat in sechsmonatiger Zusammenarbeit mit A1 und der ScreenMediaGmbH (SMG), als Betreiber von Vita TV, das führende Online-Informationsfernsehen für Krankenhäuser auf den Bedarf der TILAK abgestimmt. Mitte November wurde dann dieser Informations-Service mit insgesamt 44 Bildschirmen in Betrieb genommen, teilte die TILAK nun mit.

Medizinprodukte Eigene Akademie für Branche mit 9.000 Beschäftigten in Österreich

Qualitätssicherung Kärntner Ambulanzen zertifiziert

Austromed bildet Berater aus

TÜV für Wundzentrum

Wien. Die Austromed-Akademie – das Aus- und Fortbildungsprogramm der Interessensvertretung der Medizinprodukte-Unternehmen in Österreich – bietet nach eigenen Angaben auch heuer das ganze Jahr eine Vielzahl an Seminaren und Workshops für (angehende) Medizinprodukteberater zur Ergänzung von unternehmenseigenen Programmen der Hersteller. Die Ausbildungsseminare sollen die Absolventen dazu befähigen, die Anforderungen des Medizinproduktegesetzes hinsichtlich der rechtlichen Rahmenbedingungen und des medizinischen Basiswissens in vollem Umfang zu erfüllen. Neben Vorbereitungsseminaren für angehende Medizinprodukteberater bietet die Austromed-Akademie Seminare und Workshops zur Ergänzung unternehmenseigener Aus- und Fortbildungsmaßnahmen. „Dies ermöglicht eine kompetente Service- und Beratungsleistung, die in weiterer Folge den Anwendern und letztlich den Patienten – vor allem im Hinblick auf Sicherheit – zugutekommt“,

Klagenfurt. Die beiden Wundambulanzen im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit und im Elisabethinen Krankenhaus Klagenfurt sind seit Kurzem offiziell als „Wundzentren“ von TÜV Austria zertifiziert. Die beiden Häuser sind damit österreichweit die ersten Spitäler mit zertifizierten Wundzentren, gab Gesundheitsreferent Peter Kaiser (SPÖ) bei einer Pressekonferenz mit Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) anlässlich der Zertifikatsverleihung im KH St. Veit bekannt. „Die Anerkennung ist eine Bestätigung der sogar im Österreichvergleich hohen Qualität des Kärntner Gesundheitswesens“, sagte Kaiser. Gleichzeitig sei die Zertifizierung auch eine Verpflichtung zu Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität. Die Wundzentren sind den jeweiligen Abteilungen für Chirurgie zugeordnet und die einzigen in Kärnten. Mit dem steigenden Lebensalter der Bevölkerung nimmt laut Kaiser auch der Anteil von chronischen Wunden zu. „Der Leidensweg von Patienten mit chronischen Wunden führt zu einer erheblichen Ein-

Stark in Österreich

© Austromed

Austromed ist die Interessensvertretung der österreichischen Medizinprodukte-Unternehmen, die in der Entwicklung, der Pro-

duktion, der Aufbereitung und dem Handel von Medizinprodukten tätig sind. Medizinprodukte reichen vom Herzschrittmacher über das Hüftimplantat bis hin zum Pflaster. Die rund 100 Mitgliedsunternehmen der Austromed beschäftigen mehr als 9.000 Mitarbeiter und die Wertschöpfung beträgt über 1,6 Mrd. € im Jahr, rechnet Lindinger vor. www.austromed.org/akademie

Austromed-Geschäftsführer Philipp Lindinger forciert Branchenausbildung.

schränkung ihrer Lebensqualität und ist eine große Belastung für deren Angehörige.“ Die Behandlung, die Monate, oft auch Jahre dauere, erfolgt laut Kaiser durch ein interdisziplinäres Team und in enger Zusammenarbeit mit anderen Krankenhäusern und dem extramuralen Bereich. Das WZ(R)WundZentrum der Barmherzigen Brüder wird vom Kärntner Gesundheitsfonds gefördert.  (iks)

© Büro LHStv. Kaiser

sagt Austromed-Geschäftsführer Philipp Lindinger. Alle Referenten verfügen über ein breites Wissen und jahrelange Erfahrung in diesen Bereichen.

Gesundheitsreferent Kaiser ­und Minister Hundstorfer fördern Versorgung.


M E N S C H E N & KA R R I E R E N

36 – healtheconomy

Freitag, 15. Februar 2013

Wettbewerb Pharmaunternehmen CSC/Angelini befragte Apotheken zu Kundenservice und Verkaufsförderung

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Zufriedene Apotheken

Watzlawik-Ehrenring geht an Walter Thirring

© Stefan Seelig

Wien. Nach der Auswertung einer groß angelegten Kundenumfrage hat das Pharmaunternehmen CSC/ Angelini nun die besten Kundenanregungen prämiert; die drei Gewinner erhielten edle Tropfen aus den Weingütern der Familie Angelini. Seit 1994 betreibt das Familienunternehmen unter dem Namen „Tenimenti Angelini“ Qualitätsweinanbau und zählt zu den Top 50 Weinunternehmen in Italien.

Verleihung des Paul Watzlawick-Ehrenrings 2013 in der Ärztekammer.

Wien. Wie nur wenige andere habe er die Dimensionen seiner Disziplinen gesprengt und sei an die Grenzen der Physik gegangen, er sei ein Meta-Physiker und dekonstruierend im Sinne von Paul Watzlawick: Die Jury des „Paul WatzlawickEhrenrings“ der Ärztekammer für Wien hat Walter Thirring einstimmig zum Preisträger für 2013 gekürt. Thirring, geboren 1927 in Wien, zählt zu den bedeutendsten heimischenNaturwissenschaftern.

Idee: Promotionstage An der Umfrage zur Kundenzufriedenheit nahmen insgesamt 217 Apotheken teil. Der Gewinner war die Steinbock Apotheke in Wels, gefolgt von der Central Apotheke in Wiener Neudorf und der Apotheke zum Heiligen Josef in Wien. Der Gewinner des Wettbewerbs, Jürgen Grasl, schlug die Einführung von Promotionstagen vor – eine Idee, die dem holistischen

Linzer Ordensspital wurde ausgezeichnet

Ansatz von CSC/Angelini am besten entsprach. Die Apotheker wurden zur Betreuung durch CSC/Angelini, zum Kundenservice sowie zur Marketing- und Verkaufsförderung befragt. In der Außendienstbetreuung zeigten sich mehr als zwei Drittel mit dem Service von CSC/Angelini sehr zufrieden. Die fachliche Beratung wurde von 98% der Befragten als gut oder sehr gut bezeichnet. Die Absicht der Umfrage bestand darin, die Leistungen des Unternehmens bei Apothekern stärker ins Bewusstsein zu rufen sowie Kooperation und Serviceleistung von CSC/Angelini zu vertiefen. Dabei stellt sich CSC/Angelini laufend Wettbewerben wie etwa „Österreichs kundenorientiertester Dienstleister“. Peter Wimmer, Country Manager bei CSC/Angelini, über die Motive: „Wir sind immer bestrebt, die Kundenbedürfnisse zu erfassen und bestmöglich zu erfüllen.“ (mv)

© CSC/Angelini

Beste Kundenanregungen wurden ausgewählt und mit Wein aus familieneigenem Weingut belohnt.

Stefan Schmuck-Horninger (li.), OTC-Repräsentant in Westösterreich, übergab CSC/Angelini-Auszeichnung an Mag. Pharm. Jürgen Grasl (Steinbock Apotheke).

Ganzheitsmedizin Nachfrage der Bevölkerung wächst

Jubiläum Finanzielle Hilfe für medizinische Härtefälle

Wien. Bis zu 80% der Bevölkerung bevorzugen eine Kombination aus Schul- und Komplementärmedizin. Sie wünschen sich, von ganzheits-

Wien. Laut Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) sei es eine „österreichische Erfolgsgeschichte“: Seit zehn Jahren gibt es Bundesländer-Entschädigungsfonds für Härtefälle nach medizinischer Behandlung im Krankenhaus. Seither wurden rund 56 Mio. € ausgezahlt. Patienten soll damit vor allem dann geholfen werden, wenn das Haftungsrecht nicht greift. Diese Regelung ist in Europa bisher ein Vorbild geblieben. „In jedem Gesundheitswesen der Welt können Schäden entstehen“, sagte Stöger. Es gelte, niederschwellig Hilfe anzubieten. Die auf Bundesländerebene eingerichteten Fonds, die aus dem PatientenSelbstbehalt mit 0,73 € pro Spitalstag finanziert werden, greifen: Pro Jahr werden an die Patientenan-

Präsident Wolfgang Marktl feiert heuer 25 Jahre GAMED.

Das vierte Lebensalter Prominente wie Rudi Assauer, Tilman Jens und Arno Geiger haben die Öffentlichkeit wachgerüttelt – nun liefert Reimer Gronemeyer den Hintergrund zu einer längst überfälligen Debatte: Sein Buch „Das vierte Lebensalter“ beschreibt den schwierigen Alltag dementer Menschen und ihrer Angehörigen und prophezeit eine soziale Kernschmelze: In unserer alternden Gesellschaft werden immer mehr Menschen dement, ihre Familien sind immer weniger in der Lage, diese Menschen aufzufangen, und die Kosten für ihre Betreuung explodieren. Gronemeyer fordert einen Perspektivwechsel. Die These des Theologen und Soziologen aus Deutschland: Mit medizinischer Forschung werden wir das Problem nicht lösen! Was wir brauchen, ist eine Strategie gegen die sozialen Folgen von ­Demenz. Denn wir wissen nicht, wodurch Demenz ausgelöst wird – aber wir wissen, dass es jeden treffen kann. (fei) Reimer Gronemeyer: Das 4. Lebensalter – Demenz ist keine Krankheit. 304 Seiten, 19,99 €. ISBN 3629130100

© Bundesministerium für Gesundheit

Patientenanwalt Bachinger nennt Entschädigungsfonds „Erfolgsgeschichte“.

Menschen, über die man spricht

Gerhard Hutter wurde von der NÖ Feuerwehr geehrt St. Pölten. Hohe Auszeichnung für Gerhard Hutter, Obmann der NÖ Gebietskrankenkasse: Am 30. Jänner erhielt er vom NÖ Landesfeuerwehrkommandant Josef Buchta die Floriani-Plakette für seinen jahrelangen Einsatz für die niederösterreichische Feuerwehr. Die Plakette ist die höchste Auszeichnung, mit der eine Zivilperson geehrt werden kann. „Meine Unterstützung der Feuerwehren bei Gesundheitsfragen ist mir ein Herzensanliegen“, betonte Obmann Hutter bei der Ehrung, „schließlich opfern diese Männer und Frauen viele Stunden ihrer Freizeit unentgeltlich im Dienst für die Allgemeinheit.“ Hutter hat sich einerseits für im Einsatz verletzte Einzelpersonen engagiert und andererseits auch im Bereich von Vorsorge und Gesundheitsschutz Verbesserungen erwirkt.  (fei)

© Franz Resperger/NÖ Landesfeuerwehrverband

© APA/Georg Hochmuth

r © Pattloch/Droemer Knau

buch-tipp

waltschaften rund 1.000 Fälle herangetragen. 80 bis 85% bekommen Geld, im Schnitt zwischen 8.000 und 9.000 €.  (fei)

W i l hel m ­M arho l d, g eneral d irekt o r wiener kav

Für Primarärzte gibt es ab heuer im Wiener Krankenanstaltenverbund einen Managementlehrgang, der zehn Module umfasst. Führungskräfte werden optimal für steigende Anforderungen im Gesundheitswesen und für ihre Managementaufgaben ausgebildet. „Wir wollen Führungskräfte in ihren wirtschaftlichen Skills stärken und ihnen dafür möglichst viele Instrumente zur Verfügung stellen“, so Wilhelm Marhold, Generaldirektor des Wiener KAV und Initiator des Lehrgangs.

Pet ra Wolfgan g, pfl egeche fin KH loren z bö h ler

Petra Wolfgang aus Matzendorf (NÖ) ist neue Pflegedienstleiterin im AUVA-Unfallkrankenhaus Lorenz Böhler. Ihre Vorgängerin Irene Walgram geht in Pension. „Die raschen Fortschritte und Veränderungen im Gesundheitswesen machen die Pflegedienstleitung besonders spannend. Die Weiterentwicklung der Pflege sowie die Unterstützung, Förderung und Weiterbildung meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden ein wichtiger Teil meiner Arbeit sein“, sagte sie.

© LKH-Univ. Klinikum Graz

Linz. Krankenhäuser, an denen Studierende den praktisch-medizinischen Teil ihrer Ausbildung absolvieren, werden von der Medizin-Uni Innsbruck regelmäßig evaluiert. Beim jährlichen Curriculums-Tag wurde das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz (Vinzenz Gruppe) ausgezeichnet, die Urkunde an Andreas Petzer übergeben. Das Ordensspital ist auch Lehrkrankenhaus für die Meduni Graz.

© feel image - Fotografie e.U.Felicitas Matern

Erhielt Auszeichnung für das Linzer Ordensspital: Andreas Petzer (2.v.li).

medizinisch kompetenten Ärzten sowohl in Gesundheitsvorsorge als auch im Krankheitsfall beraten, begleitet und behandelt zu werden. In diesem Anliegen wird die Bevölkerung seit 25 Jahren durch die „GAMED – Wiener Internationale Akademie für Ganzheitsmedizin“ unterstützt. Das Konzept dahinter erklärt GAMED-Präsident Wolfgang Marktl so: „Jeder Mensch sollte sich bei Bedarf an einen Arzt mit ganzheitsmedizinischer Ausbildung wenden können, der neben der klassischen Schulmedizin auch ein breites Spektrum an komplementärmedizinischen Methoden beherrscht.“ In den nächsten Jahren will sich die GAMED noch stärker als Kompetenzzentrum für Ganzheitsmedizin etablieren.  (fei)

© AUVA/Rainer Gryc

© MedUni Innsbruck

GAMED begeht den 25. Geburtstag Zehn Jahre Entschädigungsfonds

Lars -PEt er Kamolz , ne uer abt eilu ng s che f l kh graz

Nach Verbrennungen, Unfällen mit abgetrennten Gliedmaßen und anderem gilt es, Form und gestörte Körperfunktionen wiederherzustellen. 3.000 solcher Eingriffe werden jährlich an der Abteilung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie am LKH-Uniklinikum Graz durchgeführt. Mit Lars-Peter Kamolz tritt ein Spezialist für chirurgische Brandverletzten-Behandlung die Nachfolge von Erwin Scharnagl, an. Kamolz war zuvor am AKH Wien.

medianet healtheconomy  

medianet healtheconomy - die wöchentliche Berichterstattung über die Gesundheitswirtschaft - jeden Freitag in der Wirtschaftsfachtageszeitun...

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