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Freitag, 12. Juli 2013 – 31

Š Stadt Linz

Linz bekommt Medizinuni

Jetzt ist es fix: OberÜsterreich bekommt eine Medizinuniversität  Seite 35

Š Florian Wieser

healtheconomy „Leiwande“ Chefs

Die Wirtschaftskammer Wien zeichnete tolle Manager aus 

Seite 36

Forscher IMP bekommt neue Spitze Š APA/IMP-IMBA Graphics Department

Richter Pharma wächst und setzt auf Kontinuität

Š medianet

short

Š VAMED/St. Martins Therme & Lodge

Bilanz Die Ă–sterreich-Tochter des japanischen Pharmakonzerns Astellas hat im Gegensatz zur Branchenentwicklung ein durchaus erfolgreiches Jahr 2012 hinter sich. „Wir hatten ein leichtes Plus und haben erstmals die 30 Millionen-Umsatzgrenze Ăźbertroffen“, sagt Berthold Cvach, Ă–sterreich-Manager des japanischen Pharmakonzerns (Bild). Dabei hatte auch Astellas mit dem Patentablauf bei einem wichtigen Umsatzbringer zu kämpfen. Geholfen haben allerdings zwei wichtige neue Produkte, schilder Cvach im Interview. Seite 34

Š Presse & Foto Franz Gleiss

Investition Der Gesundheitsdienstleister und Thermenbetrieber Vamed AG will die Martins Therme & Lodge in Frauenkirchen im Burgenland bis Ende 2014 fĂźr 14 Mio. â‚Ź ausbauen. Bund und Land fĂśrdern den Ausbau mit rund 3,4 Mio. â‚Ź. Vamed-Generaldirektor Ernst Wastler (Bild) erklärt, dass der Trend im Thermenund Resortbereich zu mehr Qualität gehe: „Es ist ein Erfolgsmodell, in dieses Segment zu investieren.“ Das Gesamtinvestitionsvolumen steigt durch die Erweiterung auf 100 Mio. â‚Ź. Parallel setzt die Vamed in der Therme Wien auf GesundheitsfĂśrderung. Seite 35

Handel und Industrie Die Welser Richter Pharma AG hat im Vorjahr den Umsatz von 317 auf 351 Mio. ₏ gesteigert, sagt Vorstand Roland Huemer. Er lÜst Haupt­ eigentßmer Florian Fritsch als CEO ab, der in den Aufsichtsrat wechselt. Seite 33

Pharmareport und Lifescience > Celesio feuert den Vorstandschef  > Industrie: Die Pipelines trocknen langsam aus  > Neue Ăœbernahmen im Pharmabereich 

Versicherungen mit Renaissance 32 32 33 35 35

34 34 34

Š medianet

Healthcare > Kommentar: Die WHO setzt auf Werbeverbote  > Sozialversicherung: WKO sieht Fortschritte  > Ausblick: Alpbacher Gesundheitsgespräche  > Studie: Gestresse Männer sind dicker  > NiederÜsterreich setzt auf gesunde Betriebe 

Uniqa-Vorstand Peter Eichler: Unisextarife bremsten Versicherungen nicht.

Wien. Die Private Krankenversicherung erlebt eine Renaissance. Nach Vorliegen der Vorjahresergebnisse aller Versicherungsanbeiter zeigt sich, dass Zusatzkrankenversicherungen Ăźberall – zum Teil kräftig – gewachsen sind. „Trotz Umstellung auf Unisexprämien zeigt sich damit Kontinuität auf allen Linien“, sagt der zuständige UniqaVorstand und Branchensprecher fĂźr die privaten Krankenversicherungen, Peter Eichler. In der Krankenversicherung gab es bei den Prämieneinnahmen im Vorjahr ein Plus von 3,4% auf 1,75 Mrd. â‚Ź, die Leistungen legten um 3,2 Prozent auf 1,14 Mrd. â‚Ź zu.  Seite 32



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Krankenversicherung Im Vorjahr gab es ein Plus von 3,4%

inhalt


H e a lt h : c a r e

32 – healtheconomy

Freitag, 12. Juli 2013

Hintergrund Versicherungsverband meldet Plus von 3,4% bei Prämieneinnahmen in der privaten Krankenversicherung

Kommentar

Renaissance bei privaten Krankenversicherungen

Von Rauchern und Übergewichtigen

„Trotz Umstellung auf Unisex-Tarife zeigt sich Kontinuität auf allen Linien“, sagt Uniqa-Vorstand Eichler.

Wien. Die Private Krankenversicherung erlebt offenbar eine Renaissance. Nach Vorliegen der Vorjahresergebnisse aller Versicherungsanbeiter zeigt sich, dass Zusatzkrankenversicherungen überall – zum Teil kräftig – gewachsen sind. „Trotz Umstellung auf Unisexprämien zeigt sich damit Kontinuität auf allen Linien“, sagt der zuständige Uniqa-Vorstand und Branchensprecher für die privaten Krankenversicherungen, Peter Eichler. In der Krankenversicherung gab es bei den Prämieneinnahmen im Vorjahr insgesamt ein Plus von 3,4 Prozent auf 1,75 Mrd. €, die Leistungen legten um 3,2 Prozent auf 1,14 Mrd. € zu. Eine erste Prognose des Versicherungsverbands (VVO) weist für die Krankenversicherung auf für 2013 ein Wachstum von rund 3,2 Prozent aus.

U

m Millionen von Menschenleben zu retten, fordert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein weltweites Verbot für Tabakwerbung. Ebenso wichtig seien Warnungen auf Zigarettenschachteln und die Verteuerung von Tabakprodukten durch hohe Steuern, erklärte die UNO-Sonderorganisation am Mittwoch in Genf. Solche oder ähnliche Maßnahmen seien bereits in 124 Ländern durchgesetzt worden. Fast 70 Staaten – vor allem in Afrika und Südamerika – würden jedoch bisher nur wenig oder nichts gegen den Tabakkonsum unternehmen, beklagt die WHO in ihrem Jahresbericht 2013 zum Kampf gegen das Rauchen. Auch Österreich hinkt noch nach – Stichwort Gastronomie. Wenig fällt der WHO allerdings bei einer zweiten Problematik ein, die unsere Gesundheit belastet und zu einer steigenden Zahl vermeidbarer, nicht übertragbarer Krankheiten führt: beim Themenfeld falsche Ernährung und Übergewicht. Auch hier fordern Experten längst Werbeverbote für ungesunde Nahrung bzw. fettund zuckerhaltige Lebensmittel, nicht zuletzt bei Kindern. Vielleicht hilft ja auch die politische Nachdenkpause im Sommer. Wir werden in jedem Fall das Thema weiter beleuchten – nach unserer Pause ab Mitte August. Bis dahin wünsche ich einen schönen Sommer!

Auch Männer fragen nach

Uniqa-Vorstand Peter Eichler sieht anhaltendes Interesse an privaten Krankenversicherungen. Auch heuer wird ein Plus erwartet.

Eichler: „Zur Uniqa kann ich sagen, dass die Nachfrage nach Krankenversicherungen auch in den ersten Monaten des laufenden Jahres stabil und damit positiv ist und sich auch im Bestand keinerlei Auffälligkeiten zeigen. Zum Ende des Vorjahres gab es aufgrund der Unisexumstellung sogar eine etwas verstärkte Nachfrage bei Männern.“ Bei der Uniqa wuchsen in der Schaden- und Unfallversicherung die verrechneten Prämien im ersten Quartal 2013 insgesamt um 2,9 Prozent auf 797,9 Mio. €, dabei im Segment Uniqa Österreich um 1,2 Prozent auf 447,4 Mio., im Segment RV um 8,9 Prozent auf 38,1 Mio. und in der Uniqa Inter-

national um 5,9 Prozent auf 293,1 Mio. € (in CEE +8,1 Prozent auf 256,8 Mio., in Westeuropa jedoch -7,4 Prozent auf 39,2 Mio. €). In der privaten Krankenversicherung stiegen die Einnahmen um 3,5 Prozent auf 242,5 Mio. €, darunter bei der Uniqa Österreich um 3,5 Prozent auf 223,7 Mio. €, bei der Uniqa International um 3,7 Prozent auf 18,8 Mio. € (CEE +8,6 Prozent auf 7 Mio. €, Westeuropa +1 Prozent auf 12 Mio. €). Wiener-Städtische-Generaldirektor Robert Lasshofer rechnet ungeachtet der eher stagnierenden Lebensversicherung mit einem steigenden Vorsorgebewusstsein der Menschen, sagte er bei der Präsentation der Ergebnisse im Frühjahr.

Übergewicht

Adipositas

Übergewicht & Adipositas

Frauen 5 4 13

Männer Kinder

16 6

73 68

18

50

37

2

72

10 Erwachsene Senioren

17

48 22

37 51

9 15

27

Bestandteile der Ernährung – Anteile in Prozent 2003

2012 46 47

43 44 37 36

15 15

37 36

15 15 11 10

Eiweiß

Kohlehydrate

Saccharose

10

Fett

Quelle: APA/Gesundheitsministerium; Grafik: Raimund Appl

Eiweiß

Die Krankenversicherung – in der die Städtische mit 343 Mio. € Einnahmen (+2,3 Prozent) nach der Uniqa die Nummer zwei ist – erlebt laut Lasshofer „eine Renaissance“ sowohl bei den Ambulanztarifen als auch der Sonderklasse. Bei den Taggeldern gebe es eine recht stabile Entwicklung, angenommen

„Erleichterung für Unternehmer“

AN T E I L D E R P E R S O N E N N A C H KÖ R P E R G E W I C H T I N P R O Z E N T Normalgewicht

Interesse an Alternativen

würden auch homöopathische Abdeckungen oder die Option, verschiedene Ärztemeinungen einzuholen. Auch die Nummer drei – die Merkur Versicherung AG – hat im abgelaufenen Geschäftsjahr die wesentlichen Kennzahlen weiter verbessert. Vor allem die Zuwächse in der Gesundheitsvorsorge über dem Branchenschnitt waren dafür verantwortlich, berichtete Generaldirektor Alois Sundl. Bei den Prämien kletterte die Krankenversicherung um 6% von 254,7 auf 270 Mio. €. „In unserer Kernkompetenz Gesundheitsvorsorge ist dies zum siebenten Mal in Folge ein Wachstum über dem Branchenschnitt, der 2012 bei 3,4 Prozent lag“, so Sundl.

Sozialversicherung WKO-Präsident Leitl zieht positive Bilanz für erstes Halbjahr

GRAFIK DER WOCHE

Untergewicht

Dabei gehe es um eine Absicherung der biometrischen Risiken, also des Langlebigkeitsrisikos, aber auch von Pflegebedarf und Berufsunfähigkeit. Sach- und Krankensparte würden auch 2013 die Wachstumssektoren bleiben und über der Inflation zulegen können.

Kohlehydrate

9

Saccharose

Fett

Wien. Die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) konnte im ersten Halbjahr 2013 und in der aktuellen Parlamentssession nach eigenen Angaben zahlreiche Forderungen für Unternehmerinnen und Kleinstunternehmen durchsetzen und zieht eine positive Bilanz. „Mit einem umfassenden Maßnahmenpaket setzen wir den Ausbau der sozialen Absicherung für Unternehmen konsequent fort. Unternehmerinnen, die Mutter werden, sind künftig in der Zeit rund um die Geburt und in der Kleinkindphase finanziell besser abgesichert. Die Voraussetzungen für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Selbstständige werden damit massiv gestärkt“, freut sich WKO-Präsident und SVA-Obmann Christoph Leitl über die Meilensteine in der sozialen Absicherung von Unternehmen. Durch diverse Maßnahmen speziell für Kleinstunternehmen und Ein-Personen-Unternehmen sei es gelungen, das soziale Netz der Absicherung für Unternehmerinnen und Unternehmer noch dichter zu knüpfen und zu einem der besten

in Europa zu machen, sagt Leitl. Mit 1. Jänner 2013 sind folgende Verbesserungen für Selbstständige im Bereich der Sozialversicherung in Kraft getreten: – Schaffung eines Anspruchs auf „Krankengeld“ für Unternehmer bei lang andauernder Krankheit, – Verdoppelung des Wochengelds sowie – Deckelung des Selbstbehalts mit fünf Prozent des Einkommens.

© SVA/Andi Bruckner

Martin Rümmele

© panthermedia.net/epstock; medianet / Montage: B. Schmid

Andreas Feiertag Martin RÜmmele

SVA-Vize-Obmann ­Peter McDonald kann Fortschritte bei Angeboten melden.

Seit 1. Juli profitieren Unternehmen von zusätzlichen Entlastungen in der Sozialversicherung: – Entfall der Beitragsleistung in der Krankenversicherung während des Bezugs von Wochengeld bei Ruhendmeldung bzw. Unterbrechung der Erwerbstätigkeit, wobei der Krankenversicherungsschutz aufrecht bleibt, – Möglichkeit einer geringfügigen Selbstständigkeit während des Bezugs von Kinderbetreuungsgeld, ohne unter eine GSVG-Pflichtversicherung zu fallen, – Deutliche Zahlungserleichterungen von Sozialversicherungsbeiträgen für Jungunternehmen. Zuletzt wurde vom Nationalrat die Möglichkeit der Befreiung von Sozialversicherungsbeiträgen für Eltern ausgeweitet. Eine Befreiung für Eltern kann ab 1. Juli bis zu maximal vier Jahre nach der Geburt eines Kindes ausgedehnt werden, wenn die jährlichen Einkünfte unter 4.641,60 € liegen und der Jahresumsatz nicht mehr als 30.000 € ausmacht. „Damit wird es für Kleinstunternehmen wieder ein Stück leichter.“ (iks)


H E A LT H : C A R E

Freitag, 12. Juli 2013

healtheconomy – 33

Handel und Industrie Oberösterreichische Gruppe wächst in der Logistik, mit Veterinärprodukten und mit neuen Angeboten wie Verblisterung

Richter Pharma mit starkem Plus Martin Rümmele

Wels. Der Haupteigentümer und bisherige Vorstandsvorsitzende Florian Fritsch der Richter Pharma AG wechselte mit 1. Juli 2013 auf den Posten des Aufsichtsratschefs. Der Vorstand wurde von drei auf zwei Köpfe verkleinert und besteht nun aus Roland Huemer als neuem Vorsitzenden und Friedrich Pöcherstorfer als Finanzverantwortlichem. Fritsch will weiter beratend zur Seite stehen. Die Richter Pharma AG erwirtschaftete zuletzt im Geschäftsjahr 2012 mit 340 Beschäftigten einen Umsatz von 351,5 Mio. €, davon stammen 194,5 Mio. € Umsatz aus dem Tochterunternehmen Pharma Logistik Austria GmbH, das vor allem durch Huemer aufgebaut wurde. Mit der Entwicklung des Umsatzes ist Vorstand Huemer zufrieden, er sei zum zehnten Mal hintereinander gesteigert worden.

Vorschau Gesundheit

Fokus Alpbach

© APA/Robert Parigger

Alpbach. Die Alpbacher Gesundheitsgespräche (16. bis 19. August 2013) sind fixer Bestandteil des Europäischen Forums Alpbach (EFA), das seit knapp 70 Jahren in Tirol stattfindet. Dabei geht es um die Auseinandersetzung mit aktuellen Themen und Entwicklungen in den Bereichen Gesundheit, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Das Motto heuer lautet „Erfahrungen und Werte“. Auch d e r P h a r m a v e r b a n d Pharmig und das Forum der forschenden pharmazeutischen Industrie in Österreich (FOPI) engagieren sich beim EFA. Die diesjährigen Gesundheitsgespräche stellen die Frage „Wer entscheidet Gesundheit?“ in den Mittelpunkt. Wie stark bestimmen soziale Determinanten unsere Gesundheit? Wie können und müssen Prioritäten gesetzt werden? Inwieweit hilft die evidenzbasierte Medizin Entscheidungen zu treffen? Zudem stehen die Gesundheitsreform sowie die Herausforderungen an zukünftige Systeme im Zentrum. „Das Schaffen und die nachhaltige Absicherung eines uneingeschränkten und einheitlichen Zugangs zu innovativen, wirksamen und sicheren Arzneimitteln für alle Patienten in Österreich muss das gemeinsame Ziel aller Akteure im Gesundheitswesen sein“, fordert FOPI-Präsident Ingo Raimon und wünscht sich zur Erreichung dieses Ziels ein partnerschaftliches Vorgehen, ein Miteinander auf Augenhöhe aller Akteure, einschließlich der Industrie.  (iks)

In Alpbach wird auch wieder über ­zentrale Gesundheitsfragen diskutiert.

Das von 5,7 auf 4,1 Mio € gesunkene EGT erklärt er mit Investitionen in Technik und Prozesse, wie beispielsweise ein neues IT-System und innovative Projekte wie die Neuverblisterung im Human- oder „oncoprotect“ im Veterinärbereich. Die sogenannte individuelle Neuverblisterung, die das Unternehmen als Hersteller für Pflegeheime in Wels durchführt, „ist sicherlich ein Vorzeigeprojekt“ ist Huemer überzeugt. Als vollversorgender Großhändler beliefert das Unternehmen in Oberösterreich öffentliche Apotheken, sowie bundesweit in Kooperation mit der Adler Apotheke hausapothekenführende Ärzte. Zu

den Kunden zählen auch die österreichischen Justizanstalten und die Heereseinrichtungen. Insgesamt sei der Pharmahandel künftig auch erheblich durch die vielen Patentabläufe in der Branche belastet. „Das drückt bei den Herstellern nicht nur auf die Preise, sondern natürlich auch bei uns auf die Spannen.“ Als marktführender Veterinärgroßhandel Österreichs betreut Richter Pharma außerdem die über 1.600 Tierärzte. Das Warensortiment reicht von Arzneimitteln über Vertriebsprodukte, Futtermittel, Pflegeprodukte bis hin zu Ordinationsgeräten und Instrumenten für die Tierarztpraxis. Weiter wach-

sen will Huemer mit der Tochter Pharma Logistik Austria. Sie sei mittlerweile für 45 Unternehmen, darunter einige ganz große Player und gleichzeitig auch heimische, kleiner Firmen, tätig. „Wir werden heuer die 200 Millionen-Umsatzgrenze deutlich überschreiten“, ist Huemer sicher Den Schwerpunkt bei den Eigenprodukten setzt Richter im Veterinärbereich, hier vor allem beim Schmerzmanagement. Heuer werde man noch fünf EU-Zulassungsverfahren starten, kündigte der neue Vorstandschef an, „die Pipeline ist gut gefüllt“. Der Fokus für die Zukunft liege auf Europa und dem Mittleren Osten.

© Presse & Foto Franz Gleiss

Wechsel an Spitze signalisiert Kontinuität: Vorstand Fritsch geht in Aufsichtsrat, Huemer rückt nach.

Haupteigentümer Florian Fritsch wechselt in Aufsichtsrat von Richter Pharma.


P h a r m a : r ep o r t

34 – healtheconomy

Onyx wehrt sich gegen Übernahme von Amgen New York/Frankfurt. Der Biotech-Riese Amgen will den kleineren Rivalen Onyx Pharmaceuticals für rund zehn Mrd. USD übernehmen. Bisher wehrte Onyx ab. Aufgrund von auslaufenden Patenten versuchen größere ArzneimittelHersteller, mit Zukäufen ihren Nachschub an neuen Medikamenten auszubauen. Im ersten Halbjahr 2013 gingen für Übernahmen 93,6 Mrd. USD über den Tisch, 30,2% mehr als vor einem Jahr.

© EPA

Roche baut sein Bluttest-Geschäft aus

CMI entwickelt ein schnelleres System für Blutuntersuchungen.

Basel. 220 Mio. USD lässt sich Roche die Übernahme der USFirma Constitution Medical (CMI) kosten. Der Schweizer Pharma- und Diagnostikkonzern will damit das Geschäft mit Bluttests ausbauen, welches Schätzungen zufolge weltweit ein Marktvolumen von über zwei Mrd. USD hat.

LTS Lohmann steht zum Verkauf bereit Frankfurt am Main. Der deutsche Medizinpflaster-Hersteller LTS Lohmann soll verkauft werden; spekuliert wird über eine Verkaufssumme von mehr als einer Mrd. €. LTS gilt als der Erfinder des Nikotinpflasters und stellt etwa auch Pflaster mit Wirkstoffen gegen Alzheimer, Parkinson oder das Restless-Legs-Syndrom her.

Forschung Österreich-Tochter von japanischem Konzern wächst stärker als der Markt und bringt neue Produkte

Astellas punktet mit ­neuen Medikamenten

EU gab grünes Licht für neues Medikament bei fortgeschrittenem Prostata-Karzinom. Martin RÜmmele

Wien. Die Österreich-Tochter des japanischen Pharmakonzerns Astellas hat im Gegensatz zur Branchenentwicklung ein durchaus erfolgreiches Jahr 2012 hinter sich. „Wir hatten ein leichtes Plus und haben erstmals die 30 Millionen-Umsatzgrenze übertroffen“, sagt Berthold Cvach, Österreich-Manager des japanischen Pharmakonzerns. Dabei hatte auch Astellas mit dem Patentablauf bei einem wichtigen Umsatzbringer zu kämpfen. Geholfen haben allerdings zwei wichtige neue Produkte: Zum einen konnte mit dem Produkt „Dificlir“ auf die Problematik der im Krankenhaus erworbenen Clostridium-Difficile-Infektionen (CDI) hingewiesen werden. Der Keim führt zu sich rasch ausbreitenden Durchfallerkrankungen, die besonders vorbelastete und ältere Personen gefähren. Um die 1.300 Todesfälle dürfte es in Österreich pro Jahr geben, schätzen Experten. Cvach: „Unser Produkt ist ein spezielles Antibiotikum, das nur bei diesem Keim wirkt und auch nur im Magen-Darm-Bereich; wir besetzen damit eine Marktnische, die es vorher nicht gab und haben ein Produkt, das bereits ein Jahr nach der Einführung eigentlich in allen Spitälern eingesetzt wird.“

© medianet

short

Freitag, 12. Juli 2013

Berthold Cvach, Österreich-Chef von Astellas Pharma, sieht sich mit neuen Produkten in einer guten Marktposition.

Neuropathie und ist ein Pflaster, das direkt auf die Haut und die betroffene Stelle geklebt wird. „Die Wirkung hält 90 Tage an und es gibt keine Nebenwirkungen bei anderen Organen, wie das bei anderen systematischen Schmerzmitteln der Fall ist.“ Doch nicht nur das Produkt ist neu, sondern auch die Art der Erstattung, bei der Astellas und der Hauptverband der Sozialversicherungsträger einen neuen Weg gehen. „Wir haben ein besonderes Risk-Sharing-Modell vereinbart. Die Kosten für Non Responder übernehmen wir. Wenn die Patienten ansprechen, übernehmen die Krankenkassen die Kosten für Initial und Folgetherapie“, schildert Cvach die kreative Lösung.

Neues Schmerzmittel Parallel ist es dem Pharmaunternehmen mit Anfang Juni gelungen, das Schmerzmittel „Qutenza“ in die gelbe Erstattungsbox zu bringen. „Das ist das erste innovative Schmerzmittel, das seit acht Jahren überhaupt in die Erstattung aufgenommen wird“, freut sich Cvach. Das Produkt wirkt bei peripheren

Pharmahandel Debatte über künftige Ausrichtung

Ende Juni folgte nun der nächste Meilenstein, diesmal im Schwerpunktgebiet Urologie und Onkologie: Die Europa-Zentrale von Astellas und Medivation gaben bekannt, dass nach Überprüfung durch die Europäische Gesundheitsbehörde (EMA) die Europäische Kommission die Zulassung für das Medikament „Xtandi“ für „die Behandlung von erwachsenen Männern mit metastasierendem kastrationsresistentem Prostata-Karzinom, deren Erkrankung während oder nach einer Chemotherapie mit Docetaxel fortschreitet, genehmigt hat“. Anders formuliert: Bei vielen Patienten beginnen im Abstand von vier bis fünf Jahren zur operativen Prostataentfernung Krebszellen selbst wieder Testosteron zu produzie-

ren und damit wieder zu wachsen. Wenn also nichts mehr hilft, und die Krankheit zurückkommt, soll das neue Mittel zum Einsatz kommen. „Damit erhalten wir ein Medikament, das durch seine gute Wirksamkeit und Verträglichkeit einen wesentlichen Fortschritt im Bezug auf Lebenszeit und Lebensqualität für Patienten bringt“, sagt Professor Karl Pummer, Vorstand der Grazer Universitätsklinik für Urologie.

Chance auf Erfolge „Für uns ist das ein großer Einstieg in den Bereich Onkologie“, gibt sich Cvach überzeugt. „Insgesamt haben wir derzeit gleich mehrere Produkte, die Epoche machen können.“

Industrie Lange Zulassungsverfahren und Patentabläufe machen Firmen zu schaffen

Celesio tauscht Chef Pipelines trocknen langsam aus

Der Pharmagroßhändler Celesio kommt weiter nicht zur Ruhe.

soll Finanzchefin Marion Helmes (47) kommissarisch übernehmen. Pinger habe sich mit der Führung des Mutterkonzerns Haniel überworfen, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Pinger lotete den Kreisen zufolge zuletzt eine umfassende Partnerschaft mit den US-Konkurrenten McKesson und Cardinal Health aus, die auch eine Beteiligung an Celesio einschließen könnte. Celesio wollte sich dazu nicht äußern. Haniel stehe hinter der Entscheidung des Celesio-Aufsichtsrats, erklärte das Familienunternehmen lediglich. Der ehemalige Beiersdorf-Manager Pinger hatte erst im August 2011 das Ruder bei Celesio übernommen. Unter seiner Führung sollte sich das Traditionsunternehmen wieder auf das angestammte Kerngeschäft Pharmahandel und Apotheken konzentrieren. Firmen wie die Internet-Apotheke DocMorris, mit denen sein Vorgänger in neue Geschäftsfelder vorstoßen wollte, verkaufte Pinger wie berichtet wieder – zum Teil mit hohen Verlusten. (iks)

Berlin. Die Pharmaindustrie hat immer weniger neue Medikamente in der Pipeline. Derzeit werde 324 Arzneimitteln die Chance eingeräumt, innerhalb der kommenden vier Jahre auf den Markt zu kommen, teilte der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland (vfa) mit. Noch vor zwei Jahren waren es 359, im Jahr 2009 sogar 442. Grund sei, dass es länger dauere, bis ein Medikament

zugelassen werden könne, sagte vfa-Experte Siegfried Throm. „Die Mittel stecken in den Studien fest.“ Die Unternehmen rechneten damit, dass es weniger Phase-II-Projekte binnen gut vier Jahren bis zur Zulassung schafften, als dies noch vor ein paar Jahren der Fall gewesen sei. Arzneien müssen vor einer Zulassung erst drei Phasen der klinischen Erprobung am Menschen bestehen.

© EPA

© panthermedia.net/Anna Ivanova

Frankfurt. Celesio-Chef Markus Pinger muss nach nicht einmal zwei Jahren gehen. Der Aufsichtsrat habe Pinger (50) mit sofortiger Wirkung abberufen, teilte der deutsche Pharmahändler, zu dem auch die heimische Herba Chemosan gehört, überraschend mit. „Die Trennung erfolgte aufgrund unterschiedlicher Auffassungen zur Führung des Unternehmens“, erklärte das Unternehmen. Seine Aufgaben

Der deutsche Branchenverband vfa ortet Zukunftsprobleme in der Pharmaindustrie.

Viele Pharmafirmen sind auf neue Medikamente angewiesen, weil die Patente für wichtige Umsatzbringer ablaufen und sie deswegen neue Erlösquellen benötigen. „Patentabläufe stehen naturgemäß auch für die nächsten Jahre an, wenn auch nicht im selben Ausmaß wie 2012“, sagte vfa-Vorsitzender Hagen Pfundner. Die zunehmende Konkurrenz durch Nachahmerprodukte machte nach dem Ablaufen wichtiger Patente zuletzt zahlreichen Unternehmen weltweit schwer zu schaffen, viele Firmen mussten Gewinneinbrüche hinnehmen. Ihre Hoffnung setzen die forschenden Pharmafirmen auf neue Behandlungsmöglichkeiten für Krebs. Jedes dritte Medikament, das sich derzeit in der Spätphase der klinischen Erprobung befinde, entfalle auf diesen Bereich, gefolgt von Entzündungskrankheiten wie Rheuma und Infektionserkrankungen, sagte Pfundner. Immer mehr in den Blickwinkel der Firmen gerieten neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer. (iks/apa)


H e a lt h : c a r e

Freitag, 12. Juli 2013

healtheconomy – 35

Wellness Fitness, Spaß und Gesundheit für Schüler mit dem Programm „Therme Wien macht Schule“

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Gesundheitsförderung

Transparenz und ethische Werte Wien. Die Pharmig, der Verband der pharmazeutischen Industrie, hat kürzlich ihren Verhaltenscodex (VHC) gemäß ihren internationalen Standards erneuert. Unter anderem werden die jüngsten Veränderungen im Korruptionsstrafrechtsänderungsgesetz (KorrStrÄG) integriert. Die Unternehmen verpflichten sich, ihre Spenden und Förderungen an Organisationen oder Institutionen offenzulegen. Jan Oliver Huber, Generalsekretär der Pharmig, sagt: „Transparenz schafft Glaubwürdigkeit. Die pharmazeutische Industrie ist eine Vorreiterin in Sachen freiwilliger Selbstkontrolle.“

Die Martins Therme & Lodge wird für 14 Mio. Euro um 144 Betten und einen See-Spa erweitert.

Erfolgsmodell Thermen Die Vamed will außerdem die Martins Therme & Lodge in Frauenkirchen bis Ende 2014 für 14 Mio. € ausbauen. Bund und Land fördern den Ausbau mit rund 3,4 Mio. €. Vamed-Generaldirektor Ernst Wastler erklärt, dass der Trend im Thermen- und Resortbereich zu mehr Qualität gehe: „Es ist ein Erfolgsmodell, in dieses Segment zu investieren.“ Das Gesamtinvestitionsvolumen steigt durch die Erweiterung auf 100 Mio. €.

Arzneimittelsicherheit soll erhöht werden

Die Therme Wien will sich aktiv für mehr Bewegung für Österreichs Kinder einsetzen.

Wissenschaft Eigene Ärzteausbildung in Oberösterreich soll Ärztenachwuchs im Land halten und Versorgung sichern

© Stadt Linzm

Linzer Medizin-Uni ist in der Zielgeraden

Oberösterreich soll künftig doch eine Medizinfakultät erhalten.

Linz. Nach der grundsätzlichen Einigung über die Finanzierung einer neuen Medizin-Fakultät an der Linzer Universität herrscht bei den das Projekt Betreibenden in Oberösterreich große Freude: Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) sieht 90% der Hürden geschafft, der Bund ist mit an Bord. Nun hat für die Fakultät auch die Hochschulkonferenz votiert. Sie ist ein beratendes Gremium für den Wissenschaftsminister, an das sich dieser gebunden fühle, wenn es einen einstimmigen Beschluss gibt, teilte er im Vorfeld mit. Das oberösterreichische Verhandlungsteam hat dabei das Projekt präsentiert und stand auch für Fragen zur Verfügung. Eine 15a-Vereinbarung soll am

22. Juli oder am 13. August in den Ministerrat. Sie erhält aber erst Rechtskraft, wenn sie vom Nationalrat und vom Landtag beschlossen wird. Durch die Auflösung des Nationalrats und die Wahl im Herbst könne dies zwischen Ende 2013 und dem 1. Halbjahr 2014 erfolgen, rechnet sich Pühringer aus.

Umsetzung startet sofort Um jedoch keine Zeit zu verlieren, sollen dennoch die Umsetzungsarbeiten sofort beginnen, damit ein Studienbeginn im kommenden Jahr möglich ist. Die entsprechenden Leitungs- und Lenkungsgremien sollen schnell bestellt werden.

Der Landeshauptmann als Gesundheits- und Finanzreferent der Landesregierung erläuterte noch einmal die Kosten des Projekts und die Aufteilung zwischen dem Bund und Oberösterreich bis 2017/2018. Über die Aufteilung des Oberösterreich-Anteils von insgesamt rund 225 Mio. € zwischen dem Land und den Gemeinden werde im Herbst verhandelt. Der Landeshauptmann denkt an ein Verhältnis von 60 zu 40 Prozent. Pühringer stellte dem das Kostendämpfungspotenzial der oö. Spitalsreform für Land und Gemeinden allein bis 2020 von rund 2,3 Mrd. € gegenüber und zeigt sich vom Erfolg überzeugt: „Aus einer schweren Geburt werden die schönsten Kinder.“ (iks)

© ARGE Gesundheit/APA-Fotoservice/Rossboth

Wien/Frauenkirchen. Bewegungsmangel und falsche Ernährung sind der Grund dafür, dass fast jedes vierte österreichische Kind übergewichtig ist. Die Therme Wien, einer der Leitbetriebe der Vamed Vitality World, will mit einem umfassenden Schulprogramm einen positiven Beitrag leisten. Das Programm richtet sich an alle Schulen aus Wien und Umgebung und Bundesländer-Schulen auf WienWoche. Mit altersangepassten Trainingseinheiten und ermäßigten Eintrittspreisen sollen Fitness, Spaß und vor allem Gesundheit für alle Schüler generiert werden. Auf Wunsch können sich Lehrer in speziellen Schulungs- und Trainingseinheiten für Schüler weiterbilden lassen. Im Rahmen eines Schulwettbewerbs können gratis Thermentage gewonnen werden.

„Kindern macht Bewegung – noch dazu im warmen Wasser – enormen Spaß, wenn für Motivation gesorgt wird und die Rahmenbedingungen stimmen“, sagt Edmund Friedl, Geschäftsführer der Therme Wien. Die Vamed Österreich ist mit über 2,4 Mio. Gästen jährlich führender Betreiber von Thermen- und Gesundheitsresorts.

© Vamed/St. Martins Therme & Lodge/Rudi Dellinger

ulli moschen

Wellan: Illegale Medikamente aus dem Internet bergen Risiko.

Wien. Der Ministerrat hat kürzlich eine Arzneimittelgesetzesnovelle für mehr Sicherheit von Medikamenten verabschiedet. In deren Rahmen sollen die Kooperation zwischen den Arzneimittelbehörden verbessert und zusätzlich Meldepflichten bei Sicherheitsbedenken eingeführt werden. Die Vermeidung von Neben- und Wechselwirkungen steht im Mittelpunkt des Projekts „Medikationsmanagement“. Weitere Themen sind Produktqualität und Fälschungssicherheit. Insgesamt beraten 5.800 Apotheker in 1.330 Apotheken die Bevölkerung in Gesundheitsfragen, betont deren Kammerpräsident Max Wellan.

Forschung Gesundheitsminister warnen vor Adipositas-Welle, Forscher liefern Erklärungen

Gesunde Betriebe

Der Stress macht Männer dick

St. Pölten. Das Land Niederösterreich bzw. die Aktion „tut gut“ werden sich in Zukunft verstärkt dem Themenfeld Betriebliche Gesundheitsförderung annehmen. „Wir starten jetzt eine Sensibilisierungskampagne und ab Herbst wird es in sieben mittelgroßen niederösterreichischen Gemeinden ein Pilotprojekt zur betrieblichen Gesundheitsförderung geben. Diese Gemeinden werden über einen

Wien. In der Europäischen Region der WHO sind über 50% der Bevölkerung übergewichtig oder adipös und nicht übertragbare Krankheiten verursachen 77% der Krankheitslast. Während der Europäischen Ministerkonferenz der WHO zum Thema Ernährung und nichtübertragbare Krankheiten im Kontext von Gesundheit 2020, die am Wochenende in Wien zu Ende ging, erneuerten die Gesundheitsminis-

Landeshauptmann-Vize Wolfgang Sobotka will mit Prävention Kosten senken.

längeren Zeitraum begleitet, es braucht ein durchgängiges Programm und Nachhaltigkeit“, erklärte Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka. Zum Hintergrund dieses Engagements präsentierte Sobotka einige Fakten. So seien beispielsweise im Jahr 2012 Männer und Frauen im Durchschnitt mit 52,5 Jahren in eine krankheitsbedingte Frühpension gegangen, 1970 habe das diesbezügliche Alter noch bei 56,6 Jahren gelegen. „Wenn man diese vier Jahrzehnte betrachtet, sieht man, dass die Menschen alle zehn Jahre um ein Jahr früher in Frühpension gehen“, erläuterte Sobotka. 970 waren noch Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparats die Hauptursachen für den Gang in die krankheitsbedingte Frühpension, heuer stehen hier die psychischen Erkrankungen an erster Stelle, danach kommen die Herz- und Kreislauferkrankungen. „Hier müssen wir dringend etwas unternehmen, psychische Erkrankungen verursachen auch immense volkswirtschaftliche Kosten“, so Sobotka. (iks)

ter ihr Bekenntnis zur Umkehr der alarmierenden Entwicklungen und verabschiedeten eine Erklärung, in der sie sich für evidenzbasierte Lösungen in der Region aussprachen. Dazu die WHO-Regionaldirektorin für Europa, Zsuzsanna Jakab: Diese Erklärung in die Praxis umzusetzen, heißt, dass Europa eine neue innovative Phase von Maßnahmen gegen Adipositas und zur Förderung der Gesundheit einleiten wird.“

© APA-Roland Schlager

© NÖ Landespressedienst/NLK Burchhart

Initiative Niederösterreich startet Projekt in Gemeinden

Fettleibigkeit vor allem bei Männern resultiert nicht selten aus Stress.

Unterdessen haben Wissenschafter des Klinischen Instituts für Labormedizin der Med-Uni Wien nun neue Erkenntnisse zum Thema Übergewicht veröffentlicht. Unter erhöhter Belastung werden vom menschlichen Organismus vermehrt Glukokortikoide (körpereigenes Cortison) als Stresshormone ausgeschüttet. Sie sind an der Bildung von Übergewicht beteiligt. Bisher war unklar, warum das Fettgewebe vornehmlich im Bauch als viszerales Fett gebildet wird. Die Wissenschafter entdeckten nun eine Kette von molekularen Mechanismen, die durch die Bildung von Glukokortikoiden angekurbelt werden. Generell wird zwischen zwei Fettdepot-Typen unterschieden: Zwischen viszeralem (innerem) Bauchfett und subkutanem Gewebe, das unter der Haut sitzt. Das Fettverteilungsmuster ist ein wichtiger Faktor für das Gesundheitsrisiko bei Übergewicht. Bei zu viel Bauchfett – dem für Männer typischen Typ – erhöht sich das Risiko für ernsthafte Probleme wie Typ 2-Diabetes, Schlaganfälle, HerzKreislauf-Erkrankungen. (iks)


M E N S C H E N & KA R R I E R E N

36 – healtheconomy

short

Embatex: 500.000 € für die Roten Nasen

Freitag, 12. Juli 2013

Auszeichnung Wiener Wirtschaftskammer ehrte die 13 beliebtesten Vorgesetzten aus verschiedenen Betrieben

„Leiwande“ Chefpartie kammer Wien. Die Initiative zeige, dass Führungskräfte neben fachlicher auch viel soziale Kompetenz benötigen, um erfolgreich zu sein. Beim Abschlussevent in der Säulenhalle im Wiener Volksgarten überreichte Jank den 13 ausgezeichneten Chefinnen und Chefs ihre Preise. Darunter auch Bettina Kirchstorfer, Leitung Marketing und Sales Services bei der Pharmafirma MSD in Österreich. „Ich habe mich sehr über die Nominierung von meinem Team gefreut. Unsere besonders gute Zusammenarbeit entsteht durch tolle Persönlichkeiten, Professionalität, Spaß an der Arbeit und ein gemeinsames Ziel: Das beste Service für die Gesundheit in Österreich zu bieten“, sagte Kirchstorfer und bekam umgehend Lob von ihrer Chefin: „Für MSD in Österreich ist es ein zentrales Anliegen, dass sich unsere Beschäftigen wohl fühlen“, betonte Geschäftsführerin Gabriele Grom.

andreas feiertag

Klagenfurt. In den vergangenen zehn Jahren der Aktion „Recycling4Smile“ spendete die auf umweltfreundliches Recycling von Tonerkartuschen und Druckerpatronen spezialisierte Kärntner Embatex AG mithilfe zahlreicher Kunden 500.000 € an die „Rote Nasen Clowndoctors“. Damit konnten mehr als 1.000 Clownbesuche in Spitälern realisiert werden. Die Aktion wird bereits in fünf Ländern durchgeführt, so Christian Wernhart, CEO der Embatex.

GS1 Austria ist in Wien übersiedelt

Humanitäre Aktion 3,4 Tonnen Wäsche für Kroatien

Veranstaltung FIT soll Gesundheitsbewusstsein heben

Linz. Die Unternehmensgruppe Wozabal unterstützt gemeinsam mit der oberösterreichischen Gesundheits- und Spitals-AG (Gespag) das Krankenhaus Cakovec in Kroatien mit einer großen Menge an grundlegenden Materialien und Textilien, welche für den täglichen Ablauf im Krankenhaus dringend benötigt werden. Das Krankenhaus von Cakovec befindet sich in schweren finanziellen Nöten und es fehlt an grundlegenden Dingen. Dienstbekleidung für Schwestern und Pfleger, Bettwäsche, Bezüge und Küchenutensilien sind Mangelware. Deshalb hat Wozabal 17 Paletten mit je 200 kg Krankenhaustextilien zur Verfügung gestellt und spendete insgesamt 3,4 t Wäsche – das entspricht circa 680 privaten

Innsbruck. „Wie halte ich mich im Alltag körperlich und geistig fit?“ Antworten zu dieser Frage gaben auf der FIT – den ersten Tiroler Gesundheitstagen – Persönlichkeiten wie Profibergsteiger Peter Habeler und namhafte Ärzte wie Hermann Kathrein. Am 20. und 21. September bietet das Zentrum in Schwaz eine hochkarätige Informationsplattform zu den Gesundheitsthemen unserer Zeit. „Bewusstseinsbildung für ein gesundes Leben ist von enormer Bedeutung in unserer niemals stillstehenden Gesellschaft, darum ist es mir auch ein persönliches Anliegen, die Tiroler Gesundheitstage in Schwaz zu unterstützen“, bekräftigt Peter Habeler. Neben Informationsrunden können Besucher Vorsorgeuntersuchungen, Checks

Wien. GS1 Austria, eines der führenden Unternehmen für Supply Chain Management, ist umgezogen. Durch die Konzentration auf einer Büroetage will man noch effizienter sein und die Kunden dadurch noch besser betreuen. Erreicht werden kann GS1 Austria ab sofort am Brahmsplatz 3 in 1040 Wien. Alle anderen Kontaktdaten (Mail, Telefon, Fax) bleiben wie gewohnt.  www.gs1.at

Die ersten Tiroler Gesundheitstage

Waschmaschinenladungen. Die Gespag unterstützte das kroatische Krankenhaus mit fünf Paletten mit Verbrauchsmaterialien. (fei)

© Wozabal

© GS1 Austria

Wozabal und Gespag helfen

Operiert ab sofort von einer neuen Wiener Adresse aus: GS1 Austria.

Brigitte Jank (re.), Präsidentin der Wiener Wirtschaftskammer, ehrte die Chefetagen.

Christian Wozabal: Sein Unternehmen spendete 3,4 Tonnen Wäsche.

Quality Award und Mirror Bayer und Austroplant vorn

zu Blutdruck, Gewicht, Größe, Brustkrebs, Blutzucker, Cholesterin oder Zahngesundheit kostenlos in Anspruch nehmen. (fei)

© SZentrum

Christian Wernhart, CEO von ­Embatex und Initiator der Aktion.

Wien. „Weil sie beruflich ein Vorbild ist. Weil sie mit Kompetenz, Leidenschaft und Umsichtigkeit für ihre Arbeit brennt. Weil er immer ein offenes Ohr für seine Mitarbeiter hat. Weil er immer zuerst an uns denkt.“ – Das sind nur einige der vielen Begründungen, warum der eigene Chef oder die eigene Chefin „leiwand“ ist und vor den Vorhang geholt werden sollte. In den vergangenen Wochen hat die Wirtschaftskammer Wien Beschäftigte aufgerufen, ihre Chefs zu nominieren – als starkes Zeichen des Miteinanders von Mitarbeitern und Unternehmern. „Dass es in Wien sehr viele Unternehmen gibt, wo das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer besonders partnerschaftlich verstanden wird, zeigen die Einreichungen“, erklärt Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschafts-

© Florian Wieser

© Rote Nasen/Jürgen Hammerschmid

400 Menschen kamen zur Chefitätenfeier, Abstimmung erfolgte über Social Networks und Homepage.

Profi-Alpinist Peter Habeler (li.) unterstützt die Tiroler Gesundheitstage.

Menschen, über die man spricht

Auszeichnung für OTC-Hersteller

Top 20-Firmen im Fokus Im Fokus der Erhebung standen die 20 führenden OTC-Unternehmen Allergosan, Apomedica, Austroplant/Dr. Peithner, Bayer, Boehringer Ingelheim, CSC, GlaxoSmithKline, Johnson & Johnson, Kwizda, Madaus, Merck, Novartis/ Gebro, Nutricia, Nycomed, Ökopharm, Pfizer, Procter & Gamble, Ratiopharm, Reckitt Benckiser sowie Sanova. (fei)

© APA/IMP-IMBA Graphics Department

Wien. Der Deutsche Jan-Michael Peters (50) ist neuer wissenschaftlicher Direktor des Wiener Forschungsinstituts für Molekulare Pathologie (IMP), einer der bedeutendsten Life-Science-Forschungseinrichtungen Österreichs und weltweit. Das IMP wurde vom deutschen Pharmakonzern Boehringer Ingelheim und dem US-Biotechkonzern Genentech für die Grundlagenforschung etabliert, schließlich übernahm Boehringer Ingelheim die Einrichtung ganz. „Besonders stolz macht es mich, die Erfolgsgeschichte des IMP und die damit eng verbundene Entwicklung des Campus Vienna Biocenter fortsetzen zu dürfen, die in der Geschichte der europäischen Grundlagenforschung wohl einmalig sind“, erklärte Peters, der den Australier Barry Dickson ablöst. (fei)

O l iv er sacks, hirnf orscher und bu ch­autor in en g lan d

Der britische Hirnforscher Oliver Sacks, bekannt wegen seiner Geschichten über Menschen, die durch eine Krankheit aus dem Raster der Normalität gefallen sind, hat ein neues Buch geschrieben: „Hallucinations“. Er selbst ist blind auf einem Auge und braucht einen Stock zum Gehen. Doch der 80-jährige Wissenschafter und Arzt, der Bestseller wie „Zeit des Erwachens“ geschrieben hat, empfängt noch immer jede Woche Patienten.

Erich Sulz­ b acher , g ene­ rald irekt or der Wg kk

Der Vorstand und die Kontrollversammlung der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) haben Erich Sulzbacher (53) einstimmig als Generaldirektor für weitere fünf Jahre wiederbestellt. Die neue Funktionsperiode startet mit 1. Jänner 2014. Sulzbacher spricht sich vehement für das Prinzip der Selbstverwaltung der sozialen Krankenversicherung aus: „Dieses Modell hat sich bis heute bewährt, genauso wie die Dezentralisierung mit ihren neun Gebietskrankenkassen.“

© gespag

Den Quality Award für Verbraucherinformation erhielt Austroplant, jenen für Schulungsangebote Ratiopharm und den für die Innovation des Jahres, das Produkt Gaviscon, erhielt Reckitt Benckiser. Beim OTC Mirror auf dem ersten Platz landete dieses Jahr Bayer, gefolgt von Kwizda und Apomedica auf Platz drei. Für das Ranking wurden nach Kontaktaufnahme mit allen Apotheken die 525 Rückantworten ausgewertet. Der OTC-Mirror ist eine österreichweit durchgeführte Apo-

Jan-Michael Peters ist neuer Direktor des IMP in Wien

© WGKK

Antworten von Apotheken

thekenbefragung. Er spiegelt die Meinung der Apotheker zu folgenden Themenbereichen wider: Allgemeine Zufriedenheit (OTC Mirror Index); Außendienstmitarbeiter; Marketing, Werbung und Schulung; Produkte und Marken; Geschäftsbeziehungen sowie Empfehlungsbereitschaft. Ziel ist dabei, den Unternehmen zu helfen, Stärken und Schwächen in den einzelnen Kategorien zu erkennen, sich mit der Konkurrenz am OTC-Markt vergleichen zu können, Chancen und Verbesserungspotenziale aufzudecken sowie die Loyalität und Empfehlungsbereitschaft der Apotheken zu erhöhen.

© Luigi Novi / Wikimedia

Wien. In Kooperation mit dem Österreichischen Apothekerverband verlieh IMS Health kürzlich den „Quality Award 2013“. Dieser Preis wird jährlich an jene OTC (Over the Counter, also rezeptfrei) Unternehmen vergeben, die in den Bereichen Verbraucherinformation, Schulungsangebote sowie Innovation am besten performt haben. Der ebenfalls erstellte neue „IMS OTC Mirror“ spiegelt die Meinung der befragten Apotheken über die Pharmaunternehmen wider.

Gab rie le ­Baumann , neu e che fin des L KH st eyr

Gabriele Baumann (51) ist neue Ärztliche Direktorin am LKH Steyr. Seit April 2013 leitete sie das Spital der Gespag interimistisch. „Ich freue mich sehr über die nunmehr erfolgte definitive Bestellung zur Ärztlichen Direktorin des Schwerpunktspitals Steyr und bedanke mich für das in mich gesetzte Vertrauen. Es ist eine große Herausforderung, aber ich bin zuversichtlich, dass ich auch weiterhin mit der Unterstützung meiner Kolleginnen und Kollegen rechnen darf.“

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