Page 1

medianet

inside your business. today.

Freitag, 5. Juli 2013 – 21

Gesundheitsausgaben

Forschungsdiskurs

OECD warnt: Die Ausgaben fßr Gesundheit gehen zurßck – auch in Österreich  Seite 22

Public-Health-Forscher diskutierten in NiederĂśsterreich Ăźber Reformen  Seite 26

Š NÖGKK

Š Hauptverband

healtheconomy Forschung Preis fßr ­ rebsexperten K Š MUW

WHO warnt vor Kosten fĂźr Zivilisationsleiden

Š panthermedia.net/Birgit Reitz-Hofmann

short

Handy-Gefahren Die Ă„rztekammer hat ihre „10 Medizinischen Handy-Regeln“ aktualisiert. Laut Piero Lercher, dem Referenten fĂźr Umweltmedizin der Ă„rztekammer fĂźr Wien, ist vor allem der Vorsorgegedanke wichtig, weil die globalisierte Massennutzung der Mobilfunktechnologie zu diversen Phänomenen und Reaktionen fĂźhrt, die erst in 15 bis 20 Jahren durch Langzeitstudien definitiv belegt oder entkräftet werden kĂśnnen. Dabei geht es nicht nur um Aspekte der Handy- und Sendemaststrahlung, sondern etwa auch um die Gefährdung der Verkehrssicherheit.  Seite 25

Tagung in Wien Ăœbergewicht, falsche Ernährung und Umweltschäden kosten die Weltwirtschaft bereits mehr als 4,7 Billionen â‚Ź. 250 Experten und Gesundheitsminis- ter suchen derzeit in Wien nach Rezepten gegen Zivilisationskrankheiten.  Seite 22 

inhalt

WWWALLERGOSANAT

23

Mehr Kompetenz fĂźr Diabetespatienten in Ă–sterreich

3CHyNE2EISE &~R3IEUND)HREN$ARM

23

Pharmareport und Lifescience > Boehringer Ingelheim forciert Schlaganfallmittel  24 > Patentablauf: Alle wollen Viagra nachmachen  24 Medizintechnik und eHealth > Patientendaten sollen bei Reformplanung helfen  25 > Neustart fĂźr Webportal netdoktor.at  25 > Luft-Filterhersteller startete Kampagne in Wien  25

Der Gerti Reiss Schulungsfonds von SANOFI HUgeht heuer an die $NWLYHQ !LSEINZIGESySTERREICHISCHES0ROBIOTIKUM VON"EGINNANWISSENSCHAFTLICHGEPR~FT NICHTNURAUF%4%#%RREGER SONDERNAUCH AUF3ALMONELLENUND3HIGELLEN

0ROBIOTIKAHyCHSTER1UALITiT

)NSTITUT!LLERGOSAN0HARMAZEUTISCHE0RODUKTE &ORSCHUNGS UND6ERTRIEBS'MB(

%RHiLTLICHIN)HRER!POTHEKE

Healthcare > Steirische Kages legt erfolgreiche Bilanz vor  > Hilfe fßr Ordensspitäler in OberÜsterreich 

Š panthermedia.net/Gennadiy Poznyakov

Š APA/Hans Klaus Techt

Sicherheit Eine international durchgefĂźhrte Zollaktion zeigt, wie sehr der Handel mit gefälschten Arzneimitteln floriert: Im Kontrollzeitraum wurden 36 Sendungen mit 4.140 illegalen Medikamenten aufgegriffen. Jan Oliver Huber, Generalsekretär der Pharmig, begrĂźĂ&#x;t EU-Regelungen gegen Fälschungen und zur Hebung der Arzneimittelsicherheit, die von der gesamten Lieferkette, vom Hersteller Ăźber den GroĂ&#x;handel bis zu den Apotheken, mitgetragen wĂźrden. Kontrollen mĂźsse es vor allem bei Internetversandhandel geben, fordert die Industrie. Seite 24

'LDEHWLNHU$XVWULDIÂ ULKU(QJDJHPHQWLQ GHU6FKXOXQJYRQ'LDEHWHV3DWLHQW,QQHQ

1lKHUH,QIRUPDWLRQHQÂżQGHQ6LHXQWHU

ZZZVDQRÂżDW 030402


c ov e r

22 – healtheconomy

Kommentar

Was Reformen bringen können

Freitag, 5. Juli 2013

WHO-Konferenz in Wien Experten und Gesundheitsminister suchen Rezepte gegen Fettleibigkeit, Herzinfarkt und Co

Zivilisationskrankheiten belasten die Wirtschaft Kosten für nicht übertragbare Krankheiten steigen bis 2030 weltweit auf 9,7 Billionen Euro.

I

n den vergangenen fünf Jahren wurden im Gesundheitsbereich beinahe 60 Gesetze beschlossen und über 250 Verordnungen erlassen. Vor allem aber wurden die Kassen weitgehend saniert und eine Reform des Spitalsbereichs mit Ziel der besten Versorgung des Patienten beschlossen. Das ist mehr, als in vielen Jahren davor und so gesehen eine positive Bilanz. Ein Ergebnis, das aber auch Gefahren birgt. Zum einen muss gesagt werden, dass noch viel Geld in undurchsichtigen Strukturen im Gesundheitswesen versickert und Leistungen und Produkte nach wie vor überteuert sind. Zum anderen zeigt sich aber auch, dass europaweit bei den Gesundheitsausgaben gespart wird. Das ist leicht argumentierbar: Kaum irgendwo wird mehr Geld ausgegeben. Spart man hier und da ein bisschen, ist das in absoluten Zahl gleich sehr viel Geld. Allerdings sollte dabei auch nicht auf die Versorgung und die Qualität des Systems vergessen werden. Wenn etwa, wie die OECD nun aufzeigt, auch bei Prävention gespart wird, statt diese auszubauen, dann wird hier eine Hypothek für Generationen aufgebaut. Werden etwa bei Zivilsiationskrankheiten nicht Mittel zur Eindämmung gefunden, wird das die Gesundheitsausgaben in den kommenden Jahren explodieren lassen.

Wien. Herz-Kreislauferkrankungen, chronische Lungenkrankheiten, Diabetes und Krebs bedrohen die Entwicklung der Menschheit. Die weltweiten Kosten dürften sich von 4,71 Billionen € im Jahr 2010 auf 9,72 Billionen € im Jahr 2030 erhöhen. Maßnahmen wie die Reduktion von Salz in der Ernährung, Vermeidung von Übergewicht, Zurückdrängen des Tabak- und Alkoholkonsums und Bereitstellung wirksamer und kostengünstiger Behandlungsmöglichkeiten könnten Abhilfe bringen. Das stellten Experten im Februar dieses Jahres in der britischen MedizinFachzeitschrift The Lancet fest. Am Donnertag begann nun in Wien eine WHO-Ministerkonferenz zum Thema „Ernährung und nicht übertragbare Erkrankungen“ und suchte nach Lösungen. Den größten Teil ihrer Geschichte war die Menschheit durch Infektionskrankheiten bedroht. Jetzt sind weltweit die nicht übertragbaren Krankheiten auf dem Vormarsch – am stärksten in Entwicklungsund Schwellenländern, die das massenhafte Auftreten von chronischen Krankheiten wirtschaftlich am wenigsten verkraften: durch den Ausfall der Betroffenen für Wirtschaft und Gesellschaft und durch die Gesundheitskosten. Auch in Österreich gibt es in Sachen Ernährung deutliche Defizite, wie zuletzt der Ernährungsbericht 2012 zeigte. Die Österreicher essen zu fett, zu salzig und zu wenig Obst und Gemüse. „Multinationale Nahrungs-, Getränke- und Alkoholkonzerne nutzen ähnliche Strategien wie die Tabakindustrie, um die öffentliche Gesundheit zu unterminieren und sollten Regeln unterworfen werden“, lautete der Titel einer der

BIL D U N G U N D B A U C H – AN T E I L E X T R E M Ü B E R G E W I C H T I G E R E RWACHSENE R OECD-Schnitt

Vereinigte Staaten

Frauen

Männer

24%

14% Ohne Matura, Lehrabschluss oder Ähnliches

28%

22%

37%

30%

11%

13% Matura, Lehrabschluss oder Ähnliches

19%

20%

35%

36%

7% 12% 23%

Quelle: APA/OECD; Grafik: Raimund Appl

12% Akademiker

Zusammenfassungen in der britischen Medizinfachzeitschrift. Durch den Verkauf und aggressive Marketingmaßnahmen von Tabak, Alkohol und Fertigmahlzeiten und -Getränken würden diese Wirtschaftszweige zu treibenden Faktoren der Entwicklung werden.

wirksamen positiven Effekte in der Prävention könnten demnach mittels steuerlicher Eingriffe und Gesetzgebung erreicht werden. Gesetzliche Interventionen erzielten die höchste Reichweite und verursachen die geringsten Kosten. Die Empfehlungen des Experten: „Junk Food“ mit einem Steuerzuschlag von mindestens 20% belegen, dafür gesunde Lebensmittel von der Mehrwertsteuer befreien, oder sogar subventionieren. Zusätzlich sprach er sich für gesetzliche Restriktionen beim Lebensmittelmarketing aus. Dabei gehe es unter anderem um das Verbieten von Marketingaktivitäten und Werbung für Junk Food bei Kindern. Marketing und Lobbying der Nahrungsmittelindustrie würden

Werbeverbot und Steuern Ähnlich äußerte sich vor Kurzem beim Europäischen Forum für evidenzbasierte Prävention in Krems in Niederösterreich auch Boyd Swinburn, Spezialist für Volksernährung und Weltgesundheit an der Deakin Universität in Melbourne (Australien), bei einem Symposium in Sachen Adipositas-Prävention. Die besten und am schnellsten

aber etwa ein Ampelsystem zur Kennzeichnung von Lebensmittel (Grün für gesund, etc.) mit Milliardenaufwand bekämpfen, sagte er.

Herausforderung für alle Am Ende der Tagung soll eine „Wiener Erklärung“ stehen, mit der politisches Handeln zur Verhinderung von Adipositas, zur Verbesserung der Qualität der Ernährung, für wirtschaftspolitische Konzepte und zur Bekämpfung von sozialer Ungleichheit gefördert werden soll. „Falsche Ernährung ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit; jeder Staat muss Maßnahmen setzen, um die Situation langfristig zu verbessern“, sagte Gesundheitsminister Alois Stöger zum Auftakt.

Ausgaben OECD ortet Rückgang der Gesundheitsausgaben durch Sparbemühungen

GRAFIK DER WOCHE

Österreich

Übergewicht und falsche Ernährung sind Ursachen für Zivilisationskrankheiten; Gesundheitsminister Stöger sucht Lösungen.

15% 26%

Gesundheitswirtschaft stockt Wien/Paris. Die Finanz- und Wirtschaftskrise der westlichen Welt trifft das Gesundheitswesen der OECD-Staaten voll. „Die Ausgaben für Gesundheit stagnieren“, teilte die Organisation mit Sitz in Paris mit. In Griechenland wurde von 2009 auf 2011 jährlich gar ein Schrumpfen um 11,1% registriert. Österreich liegt in etwa im Gesamttrend der OECD-Staaten. Von 2009 auf 2011 wuchsen die Gesundheitsausgaben jährlich nur noch um 0,5%. Der Anteil am Bruttoinlandsprodukt reduzierte sich vom Höchststand im Jahr 2009 mit 11,2% auf elf Prozent im Jahr 2010 und schließlich auf 10,8% im Jahr 2011. „Während die Gesundheitsausgaben der OECD-Staaten pro Jahr im Zeitraum von 2000 bis 2009 im Durchschnitt um an die fünf Prozent wuchsen, gab es in den Jahren 2010 und 2011 nur ein geringes Wachstum um rund 0,5 Prozent. Vorläufige Zahlen aus einzelnen Staaten deuten auf eine ähnliche Entwicklung im Jahr 2012 hin“, stellte die OECD nun fest. In dem Vergleich von 34 Staaten liegt

Österreich mit einem BIP-Anteil der Gesundheitsausgaben an achter Stelle (OECD-Schnitt: 9,3%) Spitzenreiter sind die USA mit 17,7%, dann die Niederlande mit 11,9%, Frankreich mit 11,6%, Deutschland mit 11,3%, Kanada mit 11,2%, Dänemark mit 11,1% und schließlich die Schweiz mit elf Prozent. Bei der Gesundheit sparen die einzelnen Staaten offenbar „quer durch Bank“, wie die OECD fest-

© Hauptverband

Martin Rümmele

© elisabeth grebe fotografie; dpa/Matthias Schrader; Montage: B. Schmid

Martin Rümmele

Die Ärzte kritisieren Reformpläne der Kassen und Hans-Jörg Schelling.

stellt: „Die Ausgaben für Arzneimittel waren das primäre Ziel mit einem leichten Rückgang im Jahr 2010, gefolgt von größeren Einschnitten im Jahr 2011. Viele Staaten haben Selbstbehalte erhöht, reduzierten die Preise und die Erstattung. Außerdem wurde die Verwendung von Generika propagiert.

Sparen bei Prävention Doch auch für die Zukunft strategisch wichtige Bereiche werden von Sparbemühungen getroffen. In vielen Staaten – rund drei Viertel – hätten die Regierungen sich auch dazu entschlossen, die Ausgaben für Prävention und öffentliche Gesundheit reduzieren, obwohl sie typischerweise nur einen kleinen Anteil an den Gesundheitsbudgets ausmache. Und schließlich versucht man die Spitalskosten zu senken: durch Gehaltskürzungen, Entlassungen von Personal und Bettenabbau. Angesichts dieser Zahlen kritiserte die Ärztekammer erneut Reformbestrebungen und warnte vor einem Aushöhlen des Gesundheitswesens. (iks)


H E A LT H : C A R E

Freitag, 5. Juli 2013

Krankenhäuser I Kostenanstiege in steirischer Spitalsgruppe wurden eingebremst

Reformen wirken Orthopädisches LKH Stolzalpe wird saniert. Graz/Stolzalpe. Vor Kurzem präsentierte die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft (Kages) in Graz ihre Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr. Gerechnet hatte man mit einem Minus von 413 Mio. €, tatsächlich seien es dann rund minus 390 Mio. € geworden. Bei einer jährlichen Steigerung der Spitalsausgaben von 4% in Österreich liege die Kages bei 1,8%, erklärt Kages-Vorstand Ernst Fartek. Zufrieden ist man auch mit den Maßnahmen zum Ausbau der ambulanten Behandlung: Bei 270.067 stationär behandelten Patienten liege man unter den Planungen, bei 926.179 ambulant behandelten darüber, und die Zahl der Belegstage und -dauer habe sich verringert. Eine kluge Investition spare Folgekosten, erklärt Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder. Investiert wurden im Vorjahr 36,2 Mio. €,

Diskussion Rettungspläne

Hausarztsterben

Wien. Der Österreichische Hausärzteverband (ÖHV) hat unter dem Motto „Erste Hilfe für den Hausarzt“ ein Programm zur Rettung des Hausarztberufs in Österreich erstellt. „Wir sind auf dem Abstellgleis der Gesundheitspolitik gelandet“, sagt Hausärzte-Sprecher Wolfgang Geppert. Die 9,3% Kassenvertragsärzte für Allgemeinmedizin österreichweit würden einen traurigen Weltrekord darstellen. Überwuchernde Kassenbürokratie inklusive Chefarztpflicht und das Finanzloch bei den Lehrpraxen seien wesentliche Gründe für die mangelnde Niederlassungsbereitschaft junger Allgemeinmediziner.

Aufwertung der Hausärzte

© ÖHV/Mikes

Sämtliche zur Podiumsdiskussion geladenen Mitglieder der Oppositionsparteien stimmten dem Erste Hilfe-Plan des ÖHV zu. Einig war man sich, dass die Einmischung der Politik ins Gesundheitswesen kontraproduktiv sei. Die Spitalslastigkeit führe zu hohen Kosten bei wenig Output; statt dem Wohl der Patienten würden Klientels, Lobbys und Interessengruppen unterstützt. Das Maßnahmenpaket des „Zehn A-Plans“ zur Aufwertung der Hausärzte umfasst etwa den Abbau der Kassenbürokratie, einen eingeschränkten Ambulanzzugang, die Ausbildung in Lehrpraxen, vermehrte Anreize zur Praxisgründung, die Anstellung von Ärzten bei Ärzten und die Apotheke für jeden Landarzt. (um)

Hausärzte diskutierten mit Politikern über Versorgung der Zukunft.

damit wurden die Chirurgie in Graz und das LKH Leoben ausgebaut. Im Streit um die Spitalslandschaft in Graz wurde ein Kompromiss erzielt: Die Barmherzigen Brüder schließen einen von zwei Standorten, das Land hilft bei der Sanierung des Verbleibenden.

Sanierung und Erweiterung Auch das Landeskrankenhaus Stolzalpe im Bezirk Murau soll ab September bei laufendem Betrieb wegen veralteter Baustrukturen und hygienischer Notwendigkeiten um 9,08 Mio. € saniert und erweitert werden.

© Kages

ulli moschen

Das LKH Stolzalpe ist eines der drei auf Orthopädie spezialisierten Zentren.

healtheconomy – 23

Krankenhäuser II 1% Eigenbetrag für OÖ-Ordensspitäler

Öffentliche Hilfe für Ordenskliniken Linz. 2008 war zwischen den Beteiligten die Vereinbarung getroffen worden, dass die oberösterreichischen Ordensspitäler mit einem Gesamtbudget von rund 900 Mio. € nicht mehr 4%, sondern nur 1% ihres Abgangs tragen müssen. Dieser Vertrag wurde nun bis 2016 verlängert. Die Stadt Linz und das Linzer AKH hatten wegen einseitiger Bevorzugung bei der EU-Kommission dagegen Einspruch erhoben. Sollte der Vertrag aufgehoben werden, sei darin festgehalten, dass die Krankenhäuser in Folge wieder die ursprüngliche Summe zahlen, erklärte Gesundheits- und Finanzreferent Josef Pühringer (ÖVP) im Rahmen der Vertragsunterzeichnung. Die Ordensspitäler verfügen über 45% der Betten in Oö. Das eine Prozent, das die Krankenhäuser selbst

tragen müssen, macht laut Angaben von Pühringer jährlich etwa drei bis 3,5 Mio. € aus. Der Eigenbetrag wurde vor dem Vertragsabschluss zu einem großen Anteil durch die unentgeltliche Arbeitsleistung der Ordensschwestern bestritten, aber durch die sinkenden Mitgliedszahlen in den Orden wurde diese Art der Finanzierung schwierig.

Hohe Auslastung In Österreich gibt es 30 Ordensspitäler, 25 davon werden von Frauenorden geführt. In den sieben Ordensspitälern in Oö sind rund 8.000 Mitarbeiter beschäftigt. Den rund 230.000 stationären Patienten stehen über 3.800 Betten zur Verfügung. Mehr als 700.000 Patienten werden ambulant behandelt. (um)


P h a r m a r epo r t: L i f e s c i e n c e

24 – healtheconomy

Arzneimittelhandel Die EU will mit Richtlinie und Kontrollen die Verbreitung gefälschter Medikamente verhindern

short

Schutz vor Fälschungen

AIT punktet bei Forschung gegen Krebs Wien. Lungen- und Darmkrebs gehören zu den am häufigsten vorkommenden Krebsarten. Früherkennung steigert den therapeutischen Erfolg und die Überlebenschance. Das Austrian Institute of Technology konnte nun passende Biomarker identifizieren und geht den ersten Schritt in Richtung Kommerzialisierung durch eine Partnerschaft mit Abcodia.

Sie bildet die Basis, aufgrund derer die Serialisierung und Codierung von Arzneimitteln bis 2017 EUweit einheitlich umgesetzt werden sollen. Auch der Internethandel soll für Kunden sicherer gemacht werden. „Wir begrüßen Maßnahmen, um die Sicherheit von Arzneimitteln zu gewährleisten“, sagt Huber. Pharmazeutische Unternehmen entwickeln demnach umfangreiche, kostenintensive Maßnahmen, um Fälschern das Kopieren ihrer Produkte weitestgehend zu verunmöglichen. „Industrie, Großhandel und Apotheken arbeiten an praktikablen Lösungen, um einheitliche Maßnahmen in allen EU-Ländern zu implementieren“, erläutert Huber. Für Webseiten sind Kennzeichnungen geplant, die für deren Legalität bürgen sollen. Die WHO schätzt, dass die Hälfte aller Medikamente, die über Webseiten ohne offengelegte physische Adresse gehandelt werden, gefälscht ist.

Ina Karin Schriebl

Wien. Die jüngst international durchgeführte Aktion Pangea VI zeigt, wie sehr der Handel mit gefälschten Arzneimitteln floriert: Im Kontrollzeitraum wurden 36 Sendungen mit 4.140 illegalen Medikamenten aufgegriffen. „Alle sichergestellten Medikamente wurden über den Postweg nach Österreich importiert. Bislang sind wir in der glücklichen Lage, dass noch kein einziges gefälschtes Arzneimittel über die heimische Lieferkette, bestehend aus Hersteller, Großhändler und Apotheken, an die Patienten gelangt wäre“, betont Jan Oliver Huber, Generalsekretär der Pharmig, den Wert und die Bedeutung dieser Zusammenarbeit. Die EU habe mit der Richtlinie gegen das Eindringen gefälschter Arzneimittel in die legale Lieferkette einen wichtigen Schritt für den Schutz von Arzneimitteln gesetzt.

© Boehringer Ingelheim

Deutscher Pharmariese schließt Standort in der Schweiz.

Genf. Der deutsche Pharmakonzern Merck Serono hat endgültig seine Pforten in Genf geschlossen. Die letzten Angestellten haben den Standort verlassen. Der Pharmariese hatte die Schließung und die Entlassung der 1.250 Angestellten in Genf im April angekündigt. Für Merck Serono produziert in Österreich ein Werk in Spittal in Kärnten als Lohnhersteller.

© panthermedia.net/Birgit Reitz-Hofmann

Huber: Pharmafirmen entwickeln ausgeklügelte Systeme, um Arzneimittelfälschungen zu verhindern.

Merck Serono zieht endgültig aus Genf ab

Hauptvertriebskanal für Arzneifälschungen sind Internet und Postversand.

Reformauswirkungen „PharmaFutures“ hat mit Entscheidungsträgern und Stakeholdern Entwicklungen analysiert

Studie: Industrie muss Vertrauen aufbauen Wien/London. PharmaFutures hat im Dialog zwischen Pharmaunternehmen, Verantwortlichen im Gesundheitssystem und Investoren die Auswirkungen von Gesundheitsreformen untersucht. Der im nun veröffentlichte Bericht „Pathways to Value“ zeigt Möglichkeiten auf und gibt Empfehlungen, wie die Pharmaindustrie zu einer höheren Produktivität und besseren Ergebnissen im Gesundheitswesen beitragen kann. Untersucht wurden die Konsequenzen von Gesundheitsreformen in den Kernmärkten Europa, USA und Schwellenländer (Emerging Markets) und wie pharmazeutische Produkte zu einer höheren Produktivität und mehr Erfolg von Gesundheitssystemen beitragen könnten.

© GlaxoSmithKline

Fresenius verkauft Biotech-Sparte Frankfurt. Fresenius hat seine defizitäre Biotechsparte Fresenius Biotech an die israelische Unternehmerfamilie Fuhrer verkauft. Der deutsche Konzern will sich künftig auf seine vier großen Konzernsparten FMC, Kabi, Helios und Vamed konzentrieren, weil er hier weltweit die größten Wachstumschancen sieht.

Freitag, 5. Juli 2013

GSK-CEO Andrew Witty fordert, Geschäftsmodelle zu überdenken.

„Unsere Recherche zeigt ein starkes Verlangen nach neuen Wegen zur Vermarktung von Medikamenten und deren Finanzierung – aber dazu braucht es eine systematische Zusammenarbeit der Interessensgruppen, um die Daten zu verwalten, zu kollaborieren und wieder Vertrauen aufzubauen“, sagt PharmaFutures Director Sophia Tickell; Andrew Witty, CEO von GSK, ergänzt: „Dadurch, dass wir unsere Energie darauf fokussieren, innovative Medikamente zu schaffen, die einen realen Nutzen für Patienten liefern und leistbar sind, haben wir eine Chance, Wert für Patienten, Gesundheitssysteme und Aktionäre zu schaffen. Um dieses Potenzial auszuschöpfen, muss die Industrie Geschäftsmodelle verändern, offen

für neue Partnerschaften und Arbeitsweisen sein.“ Die Ergebnisse im Detail: Es bedarf der Zusammenarbeit im Prozess der Beweisfindung für Arzneimittel, um Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit aus zufallsgesteuerten, kontrollierten Studien mit Wirksamkeitsdaten aus dem echten Leben zu kombinieren. Es braucht neue Lizenzierungen, die Sicherheit und Wirksamkeit bei der Zulassung garantieren und im Laufe der Zeit weitere Belege zur Wirksamkeit zulassen. Preisfestsetzungsmodelle mit Fixpreisen sollten ersetzt werden durch ein Modell, das die veränderte Wahrnehmung von absolutem und relativem Wert von Medizin anhand von Nachweisen widerspiegelt.  (iks)

Arzneimittel Boehringer sucht neue Indikationen

Generika Gerot Lannach und andere Generika-Hersteller bringen Viagra-Nachahmer

Hoffnung auf Neues

Bartenstein setzt auf Potenzmittel

Frankfurt/Wien. Der auch in Österreich produzierende deutsche Pharmakonzern Boehringer Ingelheim will das Einsatzgebiet seines lukrativen Schlaganfall-Medikaments „Pradaxa“ in Europa vergrößern. Boehringer beantragte bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA auch die Zulassung der Arznei zur Bekämpfung von tiefen Venenthrombosen und Lungenembolien, wie Deutschlands zweit-

Wien. Der steirische Medikamentenhersteller Gerot Lannach von Ex-ÖVP-Wirtschaftsminister Martin Bartenstein hat mit Ablaufen des Patents von Pfizer auf die Potenzpille „Viagra“ ein Generikum namens „Direktan“ auf den Markt gebracht. Wie das Unternehmen mitteilte, befindet sich das Produkt noch in der internen Qualitätssicherung. Man rechne aber in Kürze mit einer Auslieferung an den

größter Arzneimittelhersteller am mitteilte. Pradaxa gehört zu den Umsatzstützen des Konzerns. Im vergangenen Jahr waren die Pradaxa-Verkaufserlöse um 76,2% gestiegen und hatten damit erstmals die Schwelle von einer Mrd. € überschritten. Zu den größten Wettbewerbern im PradaxaGeschäft gehören Bayer und Johnson & Johnson mit ihrem Präparat „Xarelto“ sowie Pfizer und BristolMyers Squibb mit ihrer Arznei „Eliquis“.

Großhandel. Das Nachbau-Präparat enthält ebenfalls den Wirkstoff Sildenafil, ist weiß, dreieckig und schmeckt nach Minze. Die Tablette wird gekaut und nicht wie das Original mit Wasser eingenommen. Da die Entwicklungskosten niedriger sind, könne man das Generikum erheblich günstiger anbieten, und zwar im zweistelligen Prozentbereich unter dem Originalprodukt. Direktan ist ebenfalls verschrei-

Schlaganfallmedikament „Pradaxa“ soll Boehringer neue Umsätze bringen.

Pradaxa ist seit Ende 2010 in den USA und seit dem zweiten Halbjahr 2011 auch in Europa auf dem Markt. Wichtigstes Einsatzgebiet ist die Verhinderung von Schlaganfällen bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen. Pradaxa gehört wie Xarelto und Eliquis zu einer Gruppe neuer Arzneien, die das Jahrzehnte bewährte und inzwischen patentfreie „Warfarin“ als Standardmedikament bei der Schlaganfall-Prophylaxe ablösen wollen. (iks)

© Boehringer Ingelheim

© dpa/A3386 Uli Deck

Neue Arznei-Generation

Der Patentablauf von Viagra bringt Bewegung in die Generika-Branche.

bungs- und rezeptpflichtig und wird nur für den österreichischen Markt hergestellt. Nach dem Patentablauf drängt auch der deutsche Pharma-Konzern Stada gleich mit drei Präparaten auf den Markt für Potenzmittel. Die Generika würden preiswerter angeboten als das Original-Medikament, teilte das Unternehmen mit. Der US-Konzern Pfizer hatte mit dem rezeptpflichtigen Mittel gegen Erektionsstörungen in den vergangenen Jahren glänzende Geschäfte gemacht. Der Patentschutz ist wie bereits berichtet am 22. Juni ausgelaufen. Auch zahlreiche anderen Anbieter schielen auf den lukrativen Markt. 4,35 Mio. € pro Tag hat Pfizer im Vorjahr mit der Pille gegen erektile Dysfunktion umgesetzt. Das Medikament brachte dem Konzern im Vorjahr 1,59 Mrd. € Umsatz und ist in Österreich seit 1998 auf dem Markt. Pfizer hat sich mit der Pille, die nicht zuletzt von Internetversandhändlern aus den USA millionenfach mittels Spam-Mails beworben wurde, eine goldene Nase verdient. (rüm/iks)


M e d i z i n t e c h n i k : E- H e a lt h

Freitag, 5. Juli 2013

healtheconomy – 25

Mobilfunk Ärztekammer legt medizinische Regeln für den Handygebrauch neu auf und warnt von Ablenkungen im Verkehr

e-Health Ausgliederung

Ärzte: neue Handy-Regeln

Humanomed: Neue IT-Firma

Klagenfurt. Seit mehr als 20 Jahren entwickelt die Humanomed als Betreiber von privaten Gesundheitseinrichtungen Software für Privatkliniken und Rehabilitationseinrichtungen. Nun hat die Humanomed Consult ihre EDV-Abteilung in eine eigene Firma ausgegliedert. Somit kann die bislang krankenanstaltenspezifische Software von Humanomed künftig auch anderen Gesundheitsbetrieben auf dem Markt angeboten werden – im Fokus stehen private Gesundheitsdienste-Anbieter. Durch ihre Skalierbarkeit eignet sich die SoftwareLösung gleichermaßen auch für kleinere Spitäler, Rehabilitationseinrichtungen und Ordinationszentren. Mit der Gründung der Humanomed IT Solutions GmbH wurde gleichzeitig auch das Team der EDV in den Bereichen Vertrieb, Softwareprogrammierung und Systemadministration maßgeblich ausgebaut. Hinter der Software steckt die jahrelange Erfahrung der Humanomed EDV-Mitarbeiter, wodurch die IT exakt auf die Bedürfnisse der Anwender ausgerichtet werden kann. „Durch die Erfahrung aus dem Alltag konnten unsere IT-Mitarbeiter wertvolle Anregungen zum Programmieren der Software gewinnen“, sagt Humanomed-Geschäftsführer Werner Hörner. (red)

Keine exakten Informationen zu Strahlenfolgen, Ärzte raten aber präventiv zur Vorsicht im Umgang. quate Nutzung, die zunehmende Internet- und Handysucht sowie die psychosozialen Folgen einer massiven Veränderung der Kommunikationskultur“, sagt Lercher.

Wien. Mit den im Jahr 2005 veröffentlichten „10 Medizinischen Handy-Regeln“ hat die Wiener Ärztekammer für einige Debatten gesorgt. Unter Berücksichtigung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und technischer Entwicklungen wurden diese Regeln nun modifiziert und ergänzt. Laut Piero Lercher, dem Referenten für Umweltmedizin der Ärztekammer für Wien, ist vor allem der Vorsorgegedanke deshalb wichtig, weil die globalisierte Massennutzung der Mobilfunktechnologie zu diversen Phänomenen und Reaktionen führt, die erst in 15 bis 20 Jahren durch Langzeitstudien definitiv belegt oder entkräftet werden können. „Dabei geht es nicht nur um Aspekte der emittierten Handyund Sendemaststrahlung, sondern etwa auch um die Gefährdung der Verkehrssicherheit durch inadä-

Um eine potenzielle Gesundheitsgefährdung auszuschließen, forciert die Ärztekammer weiter das Vorsorgeprinzip, das auch den aktuellen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gerecht wird. „Die Regeln wurden als praxisorientiertes Tool zum sicheren Umgang mit der Mobilfunktechnologie entwickelt und haben eine breite Akzeptanz sowohl in der Expertenwelt als auch in der breiten Bevölkerung gefunden“, sagt Lercher.

Weniger ist mehr Beim Kauf von Handys sollte man laut Ärztekammer auf einen möglichst geringen SAR-Wert sowie einen externen Antennenanschluss achten. Prinzipiell gilt: So wenig und so kurz wie möglich telefonieren. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sollten Handys nur für den Notfall mitführen. Die Ärzte reten zudem: „Tragen Sie das Handy oder Smartphone nicht permanent in Körpernähe. Besondere Vorsicht gilt für Schwangere. Bei Männern sind Handys in der Hosentasche ein Risiko für die Fruchtbarkeit.“ Nicht in Fahrzeugen telefonieren – ohne Außenantenne sei die Strahlung höher.

WBF und eine Reihe weiterer externer Experten insgesamt 105 neu publizierte Arbeiten.

Mobilfunker gelassen Kurz nach der Aussendung der Ärztekammer teilte der Wissenschaftliche Beirat Funk (WBF) mit, dass die aktuelle Datenlage bestätige, dass Mobilfunk keine Gefährdung der Gesundheit darstelle. Im Rahmen des WBF-Expertenforums 2013 prüften und bewerteten die Wissenschaftlichen Mitglieder des

© APA/Hans Klaus Techt

Ina Karin SChriebl

Langzeitstudien über Handyfolgen dürften erst in 15 bis 20 Jahren vorliegen.

Gesundheitsreform Daten aller medizinischen Leistungen werden anonymisiert erfasst und ausgewertet

Pilotprojekte seit 2010 Um bei diesem Katalog Ambulanter Leistungen (KAL) die Identifizierung der Patienten auszuschließen, werden die Daten pseudoanonymisiert weitergemeldet,

© panthermedia.net/nyul

Wien. Ab nächstem Jahr sammelt der Bund die Daten aller medizinischen Leistungen, die an Österreichs Patienten in Spitalsambulanzen und Arztpraxen erbracht werden. Beschlossen wurde dies nun in der Bundesgesundheitskommission, und zwar einstimmig. Die Datensammlung soll der besseren Planung der Gesundheitsversorgung dienen, hieß es in einer Aussendung des Gesundheitsministerium.

Versorgungslücken und Angebote sollen anhand von Daten verbessert werden.

e-Health Webportal startet nach Dichand-Kauf durch

also der Name wurde durch einen Code ersetzt. Bisher lagen diese Leistungsinformationen nicht gesammelt vor, seit 2010 gab es Pilotprojekte. „Um die Versorgung für die Menschen gut planen zu können und Versorgungslücken zu erkennen, muss man genau wissen, welche medizinischen Leistungen wo erbracht werden“, begründete Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) die Maßnahme. Wenige Tage nach Vorlage des ersten Bundeszielsteuerungsvertrags sei dies der nächste Schritt zur Umsetzung der Gesundheitsreform. Der Vertrag wurde auch offiziell durch die Bundeszielsteuerungskommission im Ministerium abgesegnet. (iks)

© Humanomed

Daten sollen bei Reformplanung helfen

Humanomed entwickelt nun auch Software für Krankenanstalten.

Luftverschmutzung Camfil warnt in Kampagne vor gesundheitlichen Folgen

Restart für netdoktor Filterhersteller misst Luft in Wien Wien. Seit 1999 bereiten Ärzte und Experten auf netdoktor.at medizinisches Fachwissen für Patienten und Laien auf. Mit mehr als 1,6 Mio. Besuchen im Monat ist es das mit Abstand größte Gesundheitsportal in Österreich. Ab sofort ist es optisch und technisch komplett neu gestaltet. Kaum ein anderes Internet-Portal in Österreich kann für sich behaupten, eine unique Stellung im Markt

Wien. „Gesunde Luft ist ein Menschenrecht“: Unter diesem Motto machte der 13 m lange „Camfil-Truck“ am Michaeler-Platz in Wien Station. Es wurden dabei aktuelle Luftqualitätsdaten erfasst, um über die schädlichen Auswirkungen von verschmutzter Luft aufzuklären. Pro Jahr verursacht Luftverschmutzung, vor allem durch Feinstaub und bodennahes Ozon, bei rund 420.000 Europäern

zu haben. Der neue Markenkern zitiert einen progressiven, dabei aber hochwertigen und vertrauenswürdigen Auftritt. Komplett in Responsive-Design entwickelt, werden die Inhalte und Services von allen Endgeräten optimal dargestellt. Damit orientiert sich netdoktor.at an der rasant steigenden mobilen Nutzung. Die Redaktion wird sich ab sofort auch tagesaktuellen Gesundheitsthemen widmen, stark visuell arbeiten und das Thema Bewegtbild forcieren, teilte das Unternehmen mit.

Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen, die zum vorzeitigen Tod führen. Die EU droht Österreich mit Klagen wegen vielfach überschrittener Grenzwerte in Graz. Das erklärte Ziel der Europa-Tournee des fahrbaren LuftLabors: das Bewusstsein für die Bedeutung von Luftqualität zu schärfen. Der weltweit einzigartige Camfil-Truck bietet dazu un-

netdoktor.at ist Österreichs größte Webplattform für Gesundheitsinformation.

Eigentümerin Eva Dichand nach der Akquisition: „E-Health ist das digitale Zukunftsthema, wir werden die hohe Qualität von netdoktor.at und die Position als Marktführer weiter ausbauen.“ Stolz zeigt sich auch netdoktor.at-Geschäftsführer Christof Hinterplattner: „netdoktor. at ist jetzt in jedem Bereich fit für die Zukunft, aus der inhaltlichen Stärke heraus erschließen wir sukzessive weitere Produktwelten und Medienkanäle.“  (iks)

© Camfil/APA-Fotoservice/Hautzinger

© NetDoktor.at

Kauf durch Eva Dichand

Der „Camfil-Truck“ führte in Wien Messungen durch und sensibilisierte für Luft.

terschiedliche Testausrüstungen, vier Laboranlagen sowie einen Ausstellungs- und Vortragsraum und ist somit ein weltweit einzigartiges, fahrbares Labor für Luftqualitätsmessungen und gleichzeitig ein multimediales Zentrum der Wissensvermittlung. Am Michaeler-Platz wurden insgesamt vier unterschiedliche Messungen und Experimente durchgeführt: Die Messung von Feinstaub und Ozon, die Messung des Energieverbrauchs bei qualitativ unterschiedlichen Filtern sowie die Visualisierung ihrer Funktionskraft mithilfe eines Nebelgenerators. Dabei wurden die aktuellen Tages-Luft-Werte von vier verschiedenen Städten im Vergleich präsentiert: Wien, Paris, Drosa (Schweden) und Riverdale in der Nähe von New York. Diese Werte können sich täglich stark verändern, da sie beispielsweise bei Regenfall vorübergehend sinken. Gemessen wurden Partikel in der Größe von 0,4 Mikrometer. Camfil ist ein schwedisches Unternehmen und verfügt über 50 Jahre Erfahrung auf dem Markt für Luftfiltersysteme. (iks)


M E N S C H E N & KA R R I E R E N

26 – healtheconomy

Freitag, 5. Juli 2013

Konferenz Gesundheitsexperten diskutierten bei Public Health-Tagung in Niederösterreich über die Versorgung

short

Austausch der Forscher

Wiener Linien spenden 10.000 Euro an VKKJ

Gesundheitsminister Alois Stöger fordert praktische Umsetzung der Forschungsergebnisse.

Wiener Linien-Geschäftsführer Eduard Winter (li.) übergab Scheck.

Wien. Jahr für Jahr veranstalten die Wiener Linien ihren Raritäten-Flohmarkt und spenden die Einnahmen. Mit 10.000 € unterstützen sie heuer das Wiener Ambulatorium für Sozialpädiatrie und Entwicklungsneurologie der VKKJ (Verantwortung und Kompetenz für besondere Kinder und Jugendliche). Den Scheck an VKKJ-Geschäftsführer Andreas Steuer und Ambulatorium-Leiter Klaus Vavrik übergab WienerLinien-Chef Eduard Winter.

Ausstellung im Haus der Barmherzigkeit

Breites Spektrum Das Themenspektrum, mit dem sich die Experten zwei Tage lang beschäftigen, bietet einen umfassenden Überblick über die Bandbreite der Forschungsarbeit: HerzKreislauferkrankungen, Diabetes und Epilepsie stehen genauso auf dem Plan wie Frühgeburten, Essstörungen oder die Gesundheit hochbetagter Menschen.

Rückblick Gesundheitsminister zieht Bilanz seiner Arbeit

Vino Zenith Top-Winzer, Kulinarik und zahlreiche Gäste

Wien. Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) ruft dazu auf, in der Gesundheitspolitik „die Gartenzäune niederzureißen“. In einem von

Enns. Die traditionelle Veranstaltungsreihe Vino Zenith der Unternehmensgruppe Wozabal lockte auch heuer zahlreiche Gäste nach Enns. Diesmal begrüßten Gastgeber Christian Wozabal und Gattin Doris auch Gesundheitsminister Alois Stöger und die Landesräte Franz Hiesl und Michael Strugl. Zur 11. Auflage des Gipfeltreffens namhafter Winzer und ebensolcher Weinliebhaber waren in diesem Jahr die Starwinzer Gianni Boglietti (Piemont) und Markus Huber (Traisental) eingeladen. Abgerundet wurde der Abend mit einer Schokoladen-Verkostung, präsentiert vom Österreichischen Handwerkspreisträger 2012 Martin Mayer von der Schokoladenmanufaktur Mayer. Interessiert zeigten sich die Gäste auch an der Betriebsbesichti-

© Foto Ludwig Schedl

Stöger präsentierte Reformbuch

© BMG

Viel Prominenz bei Ausstellungseröffnung im Haus der Barmherzigkeit.

Wien. Im Haus der Barmherzigkeit (HB) an den Standorten Seeböckgasse und Tokiostraße ist die Ausstellung „Zeit, Orte, Erinnerung“ zu sehen: Mittels historischer Fotografien die Bewohner und Besucher in ­Kultur, Gesellschaft und Leben der Wiener Bezirke von einst entführt. Highlights seien Bilder des Wiener Fotografen Franz Hubmann, erklärt HBVerwaltungsdirektor Harald Sidak.

Gesundheitsexperten aus ganz Österreich diskutierten aktuelle Entwicklungen.

Stöger will mit Arbeit und Buch Gartenzäune im System niederreißen.

ihm herausgegebenen Buch „Weg mit den Gartenzäunen! Vom Überwinden gesundheitspolitischer Grenzen in Österreich“ plädiert Stöger für mehr Weitblick und ein gemeinsames Vorgehen mit einem partnerschaftlichen Modell, wie es auch die derzeit in Umsetzung befindliche Gesundheitsreform vorsieht. In dem Buch gibt der Minister gemeinsam mit renommierten Experten nicht nur einen Rückblick auf seine bisher fünfjährige Amtszeit, sondern auch Einblick in seine Arbeitsweisen und Zukunftspläne. „Mein eindringlicher Wunsch ist es, auch politische und gesellschaftliche Gartenzäune niederzureißen. Gartenzäune zwischen Bund und Land etwa: Wir benötigen in der Gesundheitsversorgung keine doppelte Gesetzgebung.“ (fei)

Diskussion Wege zum effizienten Gesundheitssystem

Ein Feuerwerk der Aromen

gung. Im Medizinproduktezentrum Wozabal wurde zuletzt eine Mio. € investiert, um noch mehr Innovation bieten zu können. (fei)

© Paul Hamm

© VKKJ

St. Pölten. In Niederösterreich fand kürzlich die „16. Wissenschaftliche Tagung der Österreichischen Gesellschaft für Public Health“ im Beisein von Gesundheitsminister Alois Stöger und Gesundheitslandesrat Maurice Androsch in Kooperation mit der NÖGKK statt. Ziel der Konferenz: Ergebnisse aus der Public-Health-Forschung den Gesundheitsanwendern in Österreich zu präsentieren. Stöger wies darauf hin, dass die Auseinandersetzung mit Gesundheit und Public Health immer wichtiger werde: „Und das ist gut so. Nur wenn wir es schaffen, die wissenschaftlichen Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen und damit die Versorgung der Menschen zu verbessern, werden wir Erfolg haben; die gesundheitspolitischen Weichenstellungen der vergangenen Jahre, wie etwa

die Gesundheitsreform, werden dazu beitragen“, meinte der Minister. Androsch betonte vor den 150 Teilnehmern aus Forschung, Medizin und Sozialversicherung, dass Public Health gegenwärtig eine zentrale gesundheitspolitische Herausforderung darstelle. „Zur Umsetzung dieser Strategie, die sich an einem umfassenden Gesundheitsbegriff orientiert, steht vor allem der öffentliche Gesundheitsdienst zur Verfügung.“

© NÖGKK

Andreas Feiertag

M. Huber, A. Stöger, D. und C. Wozabal, R. Wozabal und G. Boglietti (v.l.).

Menschen, über die man spricht

Polittalk in der Ärztekammer

Lukas Kenner erhielt Europäischen Krebsforschungspreis

© Ärztekammer für Wien

Politiker diskutieren in einer Talkrunde in der Ärztekammer die Gesundheitsreform.

Wien. Der vergleichende Pathologe Lukas Kenner vom Ludwig Boltzmann Institut für Krebsforschung (LBI-CR) in Wien erhielt den mit 6.000 € dotierten Forschungspreis 2013 der „Central European Society for Anticancer Drug Research“ (CESAR). Unter Kenners Leitung ist es dem Forscherteam gelungen, die molekularen Prozesse, die ein Lymphom (bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems) verursachen, besser zu verstehen und dieses Verständnis direkt zum Nutzen eines Patienten einzusetzen. So wurde unter Kenners Leitung die zentrale Rolle des Schaltermoleküls PDGFR in Lymphomen entdeckt und klinisch erprobt. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit wurden 2012 in der renommierten Zeitschrift Nature Medicine veröffentlicht.  (fei)

Anfang Juli eröffnete im St. Josef-Krankenhaus Wien eine Abteilung für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie unter der Leitung von Boris Todoroff. Die Abteilung war vom Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern übersiedelt, um Kompetenzen zu bündeln und Schwerpunkte auszubauen. „Meistens geht es in der Plastischen Chirurgie nicht um einen rein ästhetischen Eingriff, sondern um eine notwendige Operation nach einer Erkrankung“, erklärte Todoroff.

christian fiala, gründer Gyn­ med-ambulato­ rium in wien

Das Wiener GynmedAmbulatorium, das den Schwangerschaftsabbruch enttabuisiert hat, feiert sein zehnjähriges Bestehen. Gründer Christian Fiala: „An erster Stelle steht für uns die Würde der Frau. Unser Ziel ist, Frauen in dieser schwierigen Lebenssituation zu stärken. Wir sind sowohl eine medizinische Dienstleistungseinrichtung, als auch eine Lobby für die Selbstbestimmungsrechte von Frauen und Paaren.“ Neben Wien gibt es auch in Salzburg eine Gynmed.

gabrie le Jaksch , P räsi ­ dentin von MT D-Au stria © WPPA

Boris Todo ­ roff, abtei­ lungsleiter st. josef-KH wien

© Gynmed Ambulatorium

© MUW

genssteuer in die Diskussion, um so das Solidarsystem zu sichern. Aufgestellt wurden diese Forderungen im Rahmen der von der Wiener Ärztekammer ins Leben gerufenen Veranstaltungsserie „Gesundheits- und Sozialpolitik nach der Wahl“, die kürzlich mit Vertretern der genannten Parteien in der Ärztekammer stattgefunden hat. In einer Folgerunde im Herbst ist die Einladung von Vertretern der ÖVP, der Freiheitlichen sowie der Liste Stronach geplant.

© Gynmed Ambulatorium

Wien. Bezugnehmend auf die aktuelle Debatte rund um die von SPÖ und ÖVP beschlossene Gesundheitsreform, fordern die Grünen eine Entlastung der Spitäler sowie die Stärkung des niedergelassenen Bereichs. Die Wahlplattform NEOS Neues Österreich und Liberales Forum setzen auf eine einheitliche, effiziente und transparente Finanzierung sowie den Ausbau der Prävention. Die KPÖ wiederum bringt unter anderem eine Wertschöpfungsabgabe sowie eine Vermö-

MTD-Austria, Interessensvertretung von 20.000 Berufsangehörigen, hat beschlossen, weiterhin dafür zu kämpfen, mit der Registrierung der Berufsangehörigen gesetzlich beauftragt zu werden. „Dass jetzt laut Regierungsvorlage dieses Register die Arbeiterkammer verwalten soll, stößt auf massive Kritik“, so Gabriele Jaksch, Präsidentin von MTD: Im Register sollen Berufsqualifikation, Aus- und Weiterbildung beurteilt werden, wofür fachliche Kompetenz unumgänglich sei.

Health0507  

medianet healtheconomy

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you