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Freitag, 1. Juni 2012 – 45

Forschungstag

Industrie diskutierte Kosten für die ­Entwicklung von neuen Arzneien  Seite 50

© Österr. Ärztek.

© sticklerfotografie

healtheconomy Präsidentensuche

Die Suche nach einem Nachfolger für ­Ärzteboss Walter Dorner polarisiert  Seite 46

Ärztechefin Vizepräsidentin für WIener Ärzte © Stefan Seelig

Neue Gesundheitsziele sollen System verändern

© Confraternität-Privatklinik Josefstadt GmbH

short

Wirtschaftskontakte Im Rahmen einer sechstägigen China-Reise nutzt Wiens Wirtschaftskammer-Präsidentin Brigitte Jank derzeit die Gelegenheit, in Gesprächen mit Politikern, Wissenschaftlern und Unternehmen die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich und China zu vertiefen. „Know-how aus Wien ist in China sehr gefragt. Wir sind hier, um neue Kontakte zu knüpfen und ein Netzwerk von Kooperationen aufzubauen“, sagt Jank. Themen sind dabei unter anderem die Bereiche Pharmaforschung, Medizintechnik und Biotechnologie, in die China massiv investiert. Seite 48

© panthermedia.net/Franz Metelec; panthermedia/Christian Schwier; panthermedia/gualtiero boffi; Montage: B. Schmid

© oneye

Betriebliche Gesundheitsförderung Früherkennung und eine zeitgerechte Therapie sind oft entscheidend für das Bewahren der Gesundheit – und nicht zuletzt die Voraussetzung für exzellente Leistungen im Berufsleben, sagt Wolfgang Aulitzky (Bild), Ärztlicher Direktor der Confraternität-Privatklinik Josefstadt, die unter anderem auf Vorsorge-Checks spezialisiert ist. Die Module reichen von Herz-, Kreislauf-, Gefäß-Checks über Darmuntersuchungen und UltraschallScreening des Bauchs bis zu geschlechtsspezifischen Programmen. Viele Erkrankungen seien vermeidbar. Seite 47

Paradigmenwechsel Statt Reparaturmedizin soll künftig Prävention ins Zentrum der Gesundheitspolitik rücken. Hauptaugenmerk soll dabei darauf liegen, dass Lebens- und Arbeitsverhältnisse gesunde Rahmenbedingungen bieten. Seite 46

inhalt

Healthcare > Konsumentenschützer kritisieren Apotheker 46 > Immer mehr Angebote für gesundes Management 47 Pharmareport und Lifescience > Biotechfirma Zytoprotec meldet Forschungserfolg  48 > Neues Forschungszentrum startet in Innsbruck  48 > Grazer Uni lockt internationale Pharmafirmen  48 Medizintechnik und eHealth > Siemens testet erfolgreich neue Befundsoftware  49 > Neue Entwicklungen im Hörgerätebereich  49

Mehr Kompetenz für Diabetespatienten in Österreich SANOFI schreibt auch heuer wieder

den Gerti Reiss Schulungsfonds aus. Der Betrag von Euro 5.000 wird jährlich an eine Organisation vergeben, die die Schulung von Diabetespatienten als Vereinszweck gewählt hat. Bewerben Sie sich bis 30. Juni 2012 schriftlich bei Sanofi - alle Informationen finden Sie unter

www.sanofi.at


c ov e r

46 – healtheconomy

Kommentar

Vorsorge, die polarisiert

Freitag, 1. Juni 2012

Kampagne Bei Definition von Gesundheitszielen schlägt Österreich nun erfolgreichen skandinavischen Weg ein

Politik soll Rahmen ­liefern, um gesund zu leben Stöger präsentiert Rahmen-Gesundheitsziele, Regierungspartner ÖVP fordert konkrete Schritte.

Martin Rümmele

W

as hält uns eigentlich gesund? Gesünderes und ausgewogenes Essen, mehr Bewegung, kein Stress, kein Nikotin und idealerweise auch kein Alkohol, sagen die Experten. Doch wie bringt man die Menschen dazu, sich entsprechend gesund zu verhalten? Mit Selbstbehalten bei Arztbesuchen nach dem Motto, „Wer krank wird, ist wahrscheinlich selbst schuld“? Oder durch Werbekampagnen? Die Erfahrung und Studien zeigen, dass beides nicht wirkt. Die Gretchenfrage ist also: Wie bringen Gesundheitspolitik und die Gesellschaft Menschen dazu, auf ihre Gesundheit zu achten? In Skandinavien hat man vor Jahren die Frage umgedreht und gefragt, was Menschen daran hindert, eigentlich auf ihre Gesundheit zu achten. Die Antworten: Stress am Arbeitsplatz, Umweltverschmutzung, geringe Einkommen, schlechte Basisbildung, Zugang zu gesunden Lebensmitteln – wer weiß heute schon, was wo wirklich drin ist, oder noch drin ist? Also wurde versucht, die Rahmenbedingungen zu verbessern, um gesundes Leben leichter zu machen. Die Ergebnisse waren verblüffend: Die Zahl der HerzKreislauf-Erkrankungen sank etwa dramatisch. Auch andere Zivilisationskrankheiten gingen zurück. Österreich will den Weg nun nachgehen – leider mit viel zu großer Verspätung.

Wien. Gesundheitspolitik soll offenbar mehr sein, als nur die Schaffung von günstigen und effizienten Strukturen im Medizinkomplex. Gesundheitsminister Alois Stöger hat zehn Rahmen-Gesundheitsziele für Österreich präsentiert. Ziel ist es, dass die Menschen dadurch zwei Jahre länger gesund leben können. Die Rahmen-Ziele seien bewusst allgemein formuliert. So stellen etwa gesundheitsförderliche Lebens- und Arbeitsbedingungen für alle ein Ziel dar. Es soll für gesundheitliche Chancengerechtigkeit zwischen den Geschlechtern und sozioökonomischen Gruppen, unabhängig von Herkunft und Alter, gesorgt werden. Österreich geht damit den skandinavischen Weg, der vor allem in Schweden und Finland deutliche Verbesserungen bei den meisten Zivilisationskrankheiten gebracht hat.

© BMG/Johannes Zinner

Martin Rümmele

Breite Debatte im Vorfeld

Gesundheitsminister Alois Stöger wünscht sich Rahmenbedingungen, die ein gesundes Leben ermöglichen.

Ein aus mehr als 30 Personen bestehendes Fachgremium, in dem alle relevanten Organisationen und politischen Felder vertreten waren, hat die Ziele im Laufe des vergangenen Jahres erarbeitet. Die breite gesellschaftliche Einbindung wurde gewählt, weil etwa auch soziale Sicherheit, ein guter Umweltzustand und der Bildungsstatus zur Gesundheit beitragen. Über eine Internet-Plattform hatte auch die Bevölkerung Gelegenheit, an der Entstehung der Ziele mitzuwirken; knapp 4.300 online-Einträge wurden abgegeben. Um die Ziele zu erreichen, soll die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung verbessert, die Gesundheit durch sozialen Zusammenhalt gestärkt werden. Ein gesundes Auf-

wachsen für Kinder und Jugendliche soll bestmöglich unterstützt, gesunde Ernährung mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln für alle zugänglich gemacht werden. Natürliche Lebensgrundlagen wie Luft, Wasser und Boden sowie alle Lebensräume sollen auch für künftige Generationen nachhaltig gesichert werden. Gesunde und sichere Bewegung im Alltag soll durch entsprechende Gestaltung der Lebenswelten gefördert werden, ebenso die psychosoziale Gesundheit in allen Bevölkerungsgruppen. Ebenso soll eine qualitativ hochstehende und effiziente Gesundheitsversorgung für alle nachhaltig sichergestellt werden. In weiterer Folge sollen die Rahmen-Gesundheitsziele im Juni von

der Bundesgesundheitskommission beschlossen werden. Danach sollen von dem Fachgremium, das die Ziele erarbeitet hat, konkrete Maßnahmen erarbeitet werden; erste konkrete Vorschläge sollen bis Ende des Jahres vorliegen.

Zielgruppen (z.B. Schule, Lehre, Arbeitsplatz, Langzeitbetreuung, Senioren, Migranten, sozial benachteiligte Gruppen) sowie eine Weiterentwicklung und einen Ausbau der betrieblichen Gesundheitsförderung. In Reichweite rückt parallel offenbar der Abschluss der Verhandlungen zur Gesundheitsreform. Am Dienstag tagte erneut die sechsköpfige politische Steuerungsgruppe. Mitte Juni trifft man einander wieder, dies soll dann der finale Termin sein. Angepeilt wird eine neue 15a-Vereinbarung zwischen Bund und Ländern, die Finanzierung und Steuerung vor allem im Krankenhaussektor regeln soll; diskutiert wird hier bereits seit Jahren.

Spitalsreform wird konkret Genau hier setzen auch die Kritiker an. Ihnen sind die Ziele zu unkonkret. ÖVP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger will etwa Gesundheitsziele definieren insbesondere für die Bereiche Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Demenz, Diabetes, Übergewicht, Bewegung, Ernährung und psychische Gesundheit. Es brauche eine Orientierung an den Lebenswelten und

Ärztekammer I Kritik

Ärztekammer II Wahlen für Österreich-Präsidenten

Apothekerkammer Kritik durch Konsumentenschützer

Wien. Der Ärztekammer droht Ungemach vom Gesundheitsministerium. Das Ressort hat ein Prüfverfahren eingeleitet, weil die Ärztekammer zwei Kammeramtsdirektoren installiert hat. Das Ministerium hält diese Vorgangsweise für gesetzeswidrig. Als Nachfolger für den pensionierten Kammeramtsdirektor Karlheinz Kux wurden die beiden Juristen Lukas Stärker und Johannes Zahrl installiert.

Wien. Um die Nachfolge des scheidenden Präsidenten der Österreichischen Ärztekammer, Walter Dorner, kommt es zu einem Duell zwischen den Präsidenten Niederösterreichs und Tirols, Christoph Reisner und Artur Wechselberger. Wer von den beiden bei der Vollversammlung am 22. Juni in Bregenz zum neuen Präsidenten der Bundes-Ärztekammer gewählt wird, ist noch völlig offen. Die kommenden Wochen bis zur Wahl werden sowohl Reisner als auch Wechselberger für Gespräche und Verhandlungen nutzen, um Koalitionen zu schmieden und eine Mehrheit hinter sich zu bekommen. Der neue Ärzteboss muss aus dem Kreis der neun Präsidenten der Landes-Ärztekammern kommen. Sowohl sein bisheriger Stellvertreter Wechselberger als auch Reisner haben Interesse an dem Amt bekundet. Dorner hat sich zwar eindeutig für den Tiroler ausgesprochen, der sich auch mit der absoluten Mehrheit in seinem Bundesland ein gute Ausgangsbasis geschaffen hat. Allerdings hat Wechselberger den Nachteil, aus einem relativ kleinen Land zu

Wien. Das meiste Geld erspart sich der Konsument wahrscheinlich, wenn er möglichst selten zu rezeptfreien Arzneimitteln greift. Wenn er aber für den Kauf in die Apotheke geht, sollte er wahrscheinlich – so er weiß, was er will – möglichst am Beginn sagen, dass er das günstigste Präparat haben will. Mit Testkäufen in 20 Wiener Apotheken (in Österreich gibt es rund 1.300) will der Verein für Konsumenteninformation Hinweise dafür gesammelt haben, dass den Kunden zu wenig Preisberatung bei diesen OTC-Arzneimitteln geboten wird. Häufig würden nicht die günstigsten Nachahme-OTCPräparate offeriert.

Kammeramtsdirektor Lukas Stärker ist im Visier des Ministeriums.

Wahlduell geht in die finale Phase kommen, das in der Vollversammlung über entsprechend wenige Stimmen verfügt. Reisner hingegen hat nicht nur im großen Niederösterreich einen Wahlsieg eingefahren. Auch die überraschenden Wechsel in Wien und Kärnten kommen ihm zugute. In Wien gilt der gegen den Willen Dorners zu seinem Nachfolger gewählte sozialdemokratische Landes-Präsident Thomas Szekeres als Unterstützer Reisners. (iks)

© Österreichische Ärztekammer/APA-Fotoservice/Schedl

Medikamente: Teurer statt billiger Die VKI-Tester gingen mit dem Wunsch nach „so etwas wie Zovirax“ oder „so etwas wie Aspirin“ in die Apotheken. Ergebnis: „In 33 von insgesamt 40 Fällen wurden unserer Testperson zunächst einmal Originalpräparate in die Hand gedrückt – die Apotheker überhörten also den Zusatz ‚so etwas wie‘.“ Auch bei direkter Nachfrage nach einem günstigeren Präparat sei in 17 Fällen trotzdem das originale Medikament verkauft worden. (iks)

Original statt Generikum

Am 22. Juni entscheiden die Ärzte, wer Präsident Walter Dorner nachfolgt.

Die Tester konzentrierten sich auf ASS (Acetylsalicylsäure, vor allem gegen Kopfschmerzen) und auf Acyclvir, das ehemals erste ursächlich wirksame Mittel gegen Fieberblasen (Creme). Die Wirkstoffe sind seit Jahren patentfrei, es gibt sie vom ehemaligen Originalhersteller und von zumeist mehreren Generika-Produzenten.

© Österreichische Apothekerkammer

© Österreichische Ärztekammer

Prüfung

VKI-Tester kritisieren erneut Apotheker: „Teure Produkte verkauft“.


H e a lt h : c a r e

Freitag, 1. Juni 2012

healtheconomy – 47

Serie Betriebliche Gesundheitsförderung – Teil 11 Vorsorge-Checks bewahren Gesundheit und Leistungsfähigkeit

short

Früherkennung wichtig

Verbesserungen im Arbeitnehmerschutz Wien. Die österreichischen Sozialpartner haben sich einvernehmlich auf bedeutsame Verbesserungen im Arbeitnehmerschutz geeinigt. Im Mittelpunkt der Neuerungen steht die Erweiterung der Evaluierungsverpflichtung, um geeignete Maßnahmen zur psychischen Gesundheit der Arbeitnehmer festzulegen und umzusetzen. Die Neuerungen sollen sich laut AK für alle lohnen: Für die Betriebe, weil sie weniger Kosten durch lange Krankenstände und reduzierter Leistungsfähigkeit haben, für die Beschäftigten, weil sie gesund in der Arbeit bleiben können und Gesundheit Teil ihrer Lebensqualität ist, für die Sozialversicherung, weil gesunde Menschen die Ausgaben der Sozialversicherung reduzieren.

Vorsorgeklinik Confraternität nutzt moderne medizinische Erkenntnisse für Vorsorge und Therapien. Anamnese – sowie die Erstellung eines persönlichen, alters- und geschlechtsspezifischen Risikoprofils statt; der modulare Aufbau der Programme ermöglicht dann eine Zusammenstellung von individuellen, weiterführenden Untersuchungen.

und neuropsychologischen Tests, Hautkrebs-Vorsorge mit digitaler Speicherung. „Die Vorsorgeprogramme können – je nach Auswahl – in der Vorsor-

Persönliche Programme

Wolfgang Aulitzky ist Ärztlicher Direktor der Confraternität-Privatklinik.

Gesundheitsmanagement I Kontrolle ist kontraproduktiv

geklinik Confraternität aufgrund der optimalen Koordination schon innerhalb eines Halbtags zeitsparend absolviert werden“, sagt der ärztliche Leiter der zur PremiQaMed Gruppe gehörenden Privatklinik. Die Klinik bietet ein komplettes medizinisches Versorgungskonzept unter einem Dach: Vorsorge, Ordinationszentrum, Ambulatorium, Tagesklinik sowie stationäre Behandlung stehen den Patienten zur Verfügung. Die Schwerpunkte der 96-Betten-Klinik sind Kardiologie, Neurologie (z.B. Parkinson), Urologie, Darmmedizin, Augenheilkunde, Chirurgie (Gefäße, Bauch, Plastische, Mund-/Kiefer/Gesicht), die Früherkennung von Lungenkrankheiten und Thoraxchirurgie (mit Lungenfunktions- und Schlaflabor), Innere Medizin und Diagnostik (Bildgebende Diagnostik, Endoskopie). (red)

Gesundheitsmanagement II Belastungen ausgleichen

Schulung an der Universität Graz

Wien. „Der Führungsstil hat einen nachhaltigen Einfluss auf die Energie, die Gesundheit und die Motivation der Mitarbeiter und damit verbunden auf den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens“, erklärt Gerhard Klicka, Geschäftsführer der Firma Innovatives Betriebliches Gesundheitsmanagement (IBG). Diese veranstaltete kürzlich eine Tagung zum Thema „Gesundes Führen“ in Kooperation mit dem

Graz. Die physische und psychische Gesundheit von Arbeitnehmern wird von vielen Faktoren geprägt, etwa Ernährung und Bewegung ebenso wie von sozialen und ökonomischen Faktoren oder der Berufsbelastung. Die Leistung, Motivation und die Gesundheit der Mitarbeiter sei immer auch eine Frage, wie sehr sich die Führung eines Unternehmens Gedanken über die physische

Wenn Arbeit am Erfolg gemessen wird, steigt das Gesundheitsrisiko.

Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) und der Wirtschaftskammer Österreich. „Nicht jede Führungskraft ist schuld am Burn-out eines Mitarbeiters, aber durch gesunde Führung kann die Produktivität nachhaltig gesichert und gesteigert werden“, erklärte Klicka.

Offene Kommunikation Zentrale Voraussetzung für gesundes Führen sei eine wertschätzende Grundhaltung den Mitarbeitern gegenüber, so der Konsens der Veranstaltung. Weitere Kernaufgaben gesunder Führung seien Herausforderung, Sinnstiftung, Wertschätzung und Beziehungsaufbau. „‚Gesund führen‘ bedeutet die Kunst, auch in einer Phase zunehmenden Wettbewerbs und quantitativ abnehmender personeller Ressourcen die Gesundheit der Mitarbeiter sowie die eigene Gesundheit als hohes und begrenztes Gut zu achten“, sagte Anne Katrin Matyssek, Psychologin. Erfolg stelle sich in erster Linie auf Basis einer offenen und bereichsübergreifenden Kommunikationskultur ein, weiß Andreas Krause, Dozent für Angewandte Psychologie. (um)

© IBG/Jakob Polacsek

© panthermedia.net/Diego Cervo

„Gesundes Führen“ ist gefragt

Gesundes Führen bedeutet, gesunde Rahmenbedingungen zu schaffen.

und psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiter macht, sagt Paulino Jimenez, Psychologe im Bereich Arbeits-, Organisations- und Umweltpsychologie der Universität Graz, anlässlich der Vorstellung eines neuen Programmes für Führungskräfte.

Online-Test und Schulung Am Institut für Psychologie der Universität Graz werden Konzepte zum Ausgleich von Belastungen, Beanspruchungs- und Stresserleben im beruflichen Kontext analysiert und entwickelt. Führungskräften und Unternehmen wird nun im Rahmen des EU-Projekts „Chance4Change“ die Möglichkeit geboten, an einer anonymen Befragung teilzunehmen und ein Online-Feedback zum persönlichen Führungsstil und zum Führungsstil innerhalb des Unternehmens zu erhalten. Ab Herbst können sich Führungskräfte in einer EU-geförderten, kostenlosen Workshop-Reihe zum „Gesunden Führen“ coachen lassen. Es gibt insgesamt 50 offene Plätze für Interessenten, sagt Jimenez. (um)

© dpa/Oliver Berg

Je nach Risikoprofil können Spezialmodule absolviert werden. Dazu zählen die Möglichkeit einer Multi Slice-Lungencomputertomografie zur Früherkennung von Lungenkrebs genauso wie die virtuelle Koloskopie zur Darmkrebsvorsorge oder die 3D-Darstellung des Herzens und die virtuelle Herzkranzgefäßdarstellung mittels Computertomograf, um das Herzinfarktrisiko beurteilen zu können. Weitere spezifische Programme: ein Parodontis-Screening, der Mental-Check mit EEG

© Confraternität- Privatklinik Josefstadt GmbH

Wien. Früherkennung und eine zeitgerechte Therapie sind oft entscheidend für das Bewahren der Gesundheit – und nicht zuletzt die Voraussetzung für exzellente Leistungen im Berufsleben, sagt Wolfgang Aulitzky, Ärztlicher Direktor der Confraternität-Privatklinik Josefstadt, die unter anderem auf Vorsorge-Checks spezialisiert ist. Die Module reichen von Herz-, Kreislauf-, Gefäß-Checks über Darmuntersuchungen und Ultraschall-Screening des Bauchs bis zu geschlechtsspezifischen Programmen. Viele Erkrankungen seien durch bewusste Lebensführung und gezielte Behandlung vermeidbar. Aulitzky: „Die Vorsorgeprogramme der Vorsorgeklinik Confraternität im achten Wiener Bezirk basieren auf modernen medizinischen Erkenntnissen.“ Zu Beginn des Programms finden stets ein ausführliches Erstgespräch – die

AK will Burn-out und stressbedingten Erkrankungen beikommen.

Schlüsselphase Jugend in Sachen Gesundheit Kopenhagen/Wien/Edinburgh. Eine Studie über das Gesundheitsverhalten von Kindern im schulpflichtigen Alter (HBSCStudie), für die 200.000 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 11 bis 15 Jahren in der EU und in Nordamerika befragt wurden, kam zu dem Ergebnis, dass die sozialen Umstände einen entscheidenden Einfluss auf das Gesundheitsverhalten haben; gesundheitsgefährdende Verhaltensweisen in den jugendlichen Jahren, wie Rauchen und Trinken nehmen zu. Das Risikoverhalten der österreichischen Kinder und Jugendlichen stellte sich im Vergleich als wesentlich besser heraus als ihr Ruf – kein Komasaufen mehr, Cannabis ist kaum im Umlauf.

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48 – healtheconomy

Freitag, 1. Juni 2012

Wirtschaftsmission Wirtschaftskammer, Lifescience-Netzwerk LISA Vienna und AWO besuchen mit Firmen China

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China lockt als Markt

Sanochemia knapp in der Gewinnzone

© Sanochemia

Wien/Peking. Im Rahmen einer sechs­ tägigen China-Reise nutzt Wiens Wirtschaftskammer-Präsidentin Brigitte Jank die Gelegenheit, in Gesprächen mit Politikern, Wissenschaftlern und Unternehmen die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich und China zu vertiefen. „Know-how aus Wien ist in China sehr gefragt; wir sind hier, um neue Kontakte zu knüpfen und ein Netzwerk von Kooperationen aufzubauen“, sagt Jank. Themen sind dabei unter anderem die Bereiche Pharmaforschung, Medizintechnik und Biotechnologie, in die China massiv investiert. Deshalb liegt der Schwerpunkt der Reise auf der Präsentation des Life-Science-Clusters Wien. Insgesamt 15 Wiener Unternehmen aus den Bereichen Medizin, Biotechnologie und Pharmaindustrie nehmen an der Wirtschaftsmission in Kooperation mit LISA Vienna (Life Science Austria) und der Außen-

Umsatz wurde von 16,351 Mio. auf 16,465 Mio. Euro gesteigert.

Wien. Markante Preissteigerungen bei Energie und Rohstoffen, etwa bei Jod, werden bei der Sanochemia Pharmazeutika AG für den Ergebnisrückgang auf 2,275 Mio. € nach 3,587 Mio. € im vergangenen Jahr verantwortlich gemacht. Das in Wien und Frankfurt börsenotierte Unternehmen hat sich im ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2011/12 knapp in der Gewinnzone gehalten. Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen im Radiologiegeschäft sei das EBIT mit 633.000 € positiv.

Grünes Licht für Eiseis Antiepileptikum

wirtschaft Österreich (AWO) teil. In Shanghai wird mit dem Industrieverband Saitec ein bilaterales Abkommen für Technologiekooperationen abgeschlossen. Die Teilnehmer an der Wirtschaftsmission nach China repräsentieren die gesamte Bandbreite der starken und florierenden Life-Science-Branche in Wien: Wissenschaftler vom AKH auf der Suche nach Kooperationspartnern, pharmazeutische Unternehmen mit neuen Produkten für den chinesischen Markt, Hersteller von medizinischem Equipment und Anlagenbauer für die Produktion von Pharmazeutika. Erfolge sind nach den ersten Tagen der Mission bereits zu erkennen: „Mit unserem antiviralen Nasenspray haben wir bereits den europäischen Markt erobert, China soll folgen“, sagt Johanna Uhlmann vom Wiener Biotechnologie-Unternehmen Marinomed. (iks)

Zytoprotec will Bauchfell-Dialyse verbessern

Zytoprotec-CSO Christoph Aufricht hat erste klinische Phase erfolgreich beendet.

Wien. Die Bauchfell-Dialyse (Peritonealdialyse) soll schonender werden. Das Wiener Biotech-Unternehmen Zytoprotec hat eine erste klinische Studie mit seinem in Entwicklung befindlichen Produkt „PD-protec“ laut eigenen Angaben erfolgreich abgeschlossen. Bei dem Projekt des von Christoph Aufricht von der Universitäts-Kinderklinik mitbegründeten Unternehmens geht es um die Verbesserung der Peritonealdialyse. Bei dieser an sich schonenderen Form der „Blutwäsche“ bekommen die Patienten mit Nierenversagen mehrmals täglich eine Flüssigkeit in den Bauchraum infundiert, welche über das Bauchfell die harnpflichtigen Stoffe aus dem Körper holt. Der Nachteil, so Aufricht vor

Investition Tiroler Unis kooperieren bei 75,8 Mio.-Projekt

Innovation Grazer RCPE holt texanische Pharmafirma

Innsbruck. Mit Investitionen von 75,8 Mio. € ist in Innsbruck auf rund 35.000 m� ein neues Zentrum für Chemie, Pharmazie und Biomedizin entstanden. Das Gebäude, das von der Leopold-Franzens-Universität und von der Medizinischen Universität Innsbruck gemeinsam genutzt wird, wurde nun eröffnet.

Graz. Graz als Nabel der weltweiten Pharmaforschung – eine Utopie? Vielleicht. Aber große Schritte in diese Richtung macht die steirische Landeshauptstadt mithilfe der Research Center Pharmaceutical Engineering GmbH (RCPE). Der neueste Coup des RCPE: Ein texanisches Pharmaunternehmen lässt das Kompetenzzentrum an einem Millionen-Projekt forschen.

Neuer Forschungstempel eröffnet

stöckigen Gebäudes werden von den beiden Universitäten gemeinsam benutzt. Hier befinden sich die Mensa, Hörsäle, Seminarräume und Unterrichtslabore. Ab dem zweiten bis zum vierten Obergeschoß sind die beiden Universitäten in zwei getrennten Baukörpern untergebracht. Für die Kühlung der Forschungsgeräte und Labors wurde ein eigener Grundwasserbrunnen angelegt, der bis zu 80% der nötigen Kühlleistung abdeckt.

Die Einsparmaßnahmen im Gesundheitsbereich wirken sich negativ aus.

Mannheim. Der Umsatz des größten deutschen Arzneimittelhändlers Phoenix sank im Geschäftsjahr 2011/2012 leicht auf knapp 21,7 Mrd. €. Der ­Gewinn konnte um rund 50% auf 221,4 Mio. € gesteigert werden. Für das Geschäftsjahr 2012/2013 strebt Phoenix eine stabile Umsatzentwicklung an. Das Mannheimer Unternehmen beschäftigt europaweit rund 28.000 Mitarbeiter.

„Das neue Haus ist ein sichtbares Zeichen für den Chemie- und Biomedizin-Standort Tirol“, erklärte Roland Psenner, Vizerektor der Universität Innsbruck. Rund 1.300 Studenten und 500 Wissenschafter sollen in Zukunft in diesem Gebäude lehren, lernen und forschen. „In dieser neuen, hellen und modernen Umgebung ist der Platz entstanden, den die Medizinische Universität Innsbruck benötigt, um einen zukunftsträchtigen Forschungszweig – die Biomedizin und speziell die Krebsforschung – weiter voranzutreiben“, ergänzte Herbert Lochs, Rektor der Meduni Innsbruck. Das Erdgeschoß sowie das erste Obergeschoß des insgesamt fünf-

© Universität Innsbruck

Sichtbares Zentrum

Ein neues universitäres Forschungszentrum startet in Innsbruck.

einiger Zeit bei einem Vortrag: „Mit der Zeit wird die Membran des Bauchfells geschädigt. Ein Drittel der Patienten bekommt hier innerhalb von drei Jahren Probleme.“ Das Unternehmen will mit „PD-protec“ eine durch das Hinzufügen von Alanyl-Glutamin verbesserte Dialyse-Flüssigkeit marktreif machen, welche schonender für das Gewebe ist. „Diese Studie hat gezeigt, dass ‚PD-protec‘ sicher ist und gut vertragen wird“, erklärte Aufricht zu den Ergebnissen. Es gebe Hinweise auf eine schonendere Wirkung als bei der Verwendung herkömmlicher Dialyse-Lösungen. Weltweit sind zwei Mio. Menschen wegen chronischen Nierenversagens auf Dialyse angewiesen.  (iks)

Pharma-Engineering lockt Firmen Forschungsprojekte würden immer neue Unternehmen aus der ganzen Welt auf das RCPE aufmerksam, sagt der wissenschaftliche Geschäftsführer, Johannes Khinast. Dazu gehört auch Evestra, ein Pharmaunternehmen aus Texas, das sich auf „Female Health Products“ spezialisiert hat. Evestra ist daran interessiert, innovative Herstellungsprozesse für seine Produkte entwickeln und diese auch praktisch erproben zu lassen. (iks)

Kompetenzzentrum Das RCPE ist wie berichtet ein Kompetenzzentrum im Bereich der pharmazeutischen Prozess- und Produktentwicklung mit einem ambitionierten Ziel: Österreich und vor allem die Steiermark zu der europäischen Region für pharmazeutische Prozess- und Produktentwicklung zu machen. Gemeinsam mit Partnern aus dem „Humantechnology.Styria Cluster“ ist man bereits auf einem sehr guten Weg. 9 der 10 weltweit größten Pharmaunternehmen und zahlreiche regionale und nationale Klein- bzw. Mittelunternehmen bilden das Partnerportfolio des RCPE. Dadurch und durch innovative

© RCPE

© Phoenix Arzneiwarengroßhandlung

© Foto Wilke

Alliance Boots geht auf Brautschau

Pharmahändler Phoenix steigert seine Gewinne

Brigitte Jank besucht mit 15 Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich China.

Forschung Wiener Biotechunternehmen arbeitet in Markt von weltweit zwei Millionen betroffenen Nierenkranken

Hatfield/GB. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur hat eine positive Stellungnahme zum Einsatz des vom Pharmariesen Eisei entwickelten Medikaments Perampanel als Zusatztherapie fokaler Anfälle bei Epilepsiepatienten ab 12 Jahren abgegeben. Das japanische Pharmaunternehmen hat 2010 mit 11.400 Mitarbeitern 6,12 Mrd. € erwirtschaftet.

Düsseldorf/London. Alliance Boots, Europas größter Pharmagroßhandels-und Apothekenkonzern, will auch weltweit Nummer eins werden und sucht daher nach einem globalen Partner. Chef Stefano Pessina hält vornehmlich nach einem Partner im Bereich Distribution und Apotheken Ausschau. Das Unternehmen machte zuletzt umgerechnet rund 27,6 Mrd. € Umsatz.

© oneye

Wiens WK-Präsidentin Brigitte Jank ortet Potenzial in Pharmaforschung, Biotech und Medizintechnik.

Grazer Techniker locken internationale Pharmafirmen in die Steiermark.


M e d i z i n t e c h n i k : E- H e a lt h

Freitag, 1. Juni 2012

short

Weniger Vorurteile durch Hörstudie

healtheconomy – 49

Forschung Siemens entwickelte und testete neue Befundungssoftware

short

Schnellere Bilder

Austromed-Seminare für Medizin-Produkte Wien. Die Austromed Akademie bietet Akteuren der Medizinprodukte-Branche neue Workshops rund um das Medizinprodukt. Angeboten werden etwa ein Vorbereitungsseminar zur Befähigungsprüfung für den Handel mit Medizinprodukten und StandardSeminare in den Bereichen Medizintechnik und Medizinproduktgesetz.

Krankenhäuser suchen Lösungen, die schneller und präziser arbeiten.

Wien. Der Hörgeräte-Anbieter Hansaton ließ vom Marktforschungsintitut Karmasin eine Hörstudie durchgeführen. Hinsichtlich der geschlechtlichen Aufteilung erwiesen sich Männer als an Hörthemen interessierter, außerdem seien auch zunehmend „Jüngere“ (unter 60-Jährige) von Hörminderungen betroffen, so das Unternehmen.

Implantierbares Hörgerät aus Innsbruck Amsterdam/Innsbruck. Das Innsbrucker Unternehmen Med-El, internationaler Pionier bei Innenohr-Implantaten für taub geborene Kinder, hat mit „Bonebridge“ das weltweit erste voll implantierbare System entwickelt, das die Knochenleitung zum Innenohr für die Schallübertragung nutzt. „Man gibt den Patienten wirklich das Hören zurück“, sagt der Innsbrucker HNO-Spezialist Georg Sprinzl.

Zukunftsreise „Medtec in Ireland“ © Maria Pflug-Hofmayr/pixelio.de

Hansaton will das Thema in der Gesellschaft weiter enttabuisieren.

Wien/München. Siemens Healthcare meldet einen weiteren Schritt bei der Umsetzung der selbst definierten Agenda 2013. Die im November 2011 angekündigte weltweite Initiative des SiemensSektors Healthcare hat das Ziel, die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit zusteigern. In den vier Handlungsfeldern Innovation, Wettbewerbsfähigkeit, regionale Präsenz und Personalentwicklung sind Maßnahmenpakete definiert, die in den kommenden beiden Jahren umgesetzt werden. Bei sechs Kunden aus Österreich, Deutschland und Spanien wurde nun eine Studie durchgeführt, in der die klinische Software „Syngo. via“ hinsichtlich qualitativer und quantitativer Aspekte mit anderen Befundungslösungen verglichen wurde. „Die Ergebnisse der Analyse zeigen, dass mit ‚Syngo.via‘ eine erhebliche Zeitersparnis erzielt werden kann, ohne dass Einbußen bei der Genauigkeit der Befundung hingenommen werden müssen“, teilte der Konzern mit. Mediziner können beispielsweise bei Herz-Untersuchungen mittels Computertomografie (CT) ihre Befunde um durchschnittlich 77% schneller als mit bisher eingesetzten Lösungen erstellen. Der Erfolg eines Krankenhauses basiere maßgeblich auf einer möglichst genauen Diagnosestellung sowie

© Siemens

© Hansaton

Ina Karin Schriebl

Delegation will nicht die Landschaft Irlands sehen, sondern Betriebe. Siemens will bis 2013 die eigene Healthcare-Sparte kräftig ausbauen.

schnellen und effizienten Arbeitsabläufen. „Syngo.via ist ein hervorragendes Produkt, das Radiologen im Bereich der kardialen Bildgebung ein produktiveres Arbeiten ermöglicht“, urteilte beispielsweise Professor Gudrun Feuchtner von der Universitätsklinik für Radiologie Innsbruck. Im Rahmen der Effizienzstudie wurden in den sechs teilnehmenden Einrichtungen sieben verschiedene klinische Abläufe untersucht. Jede

Einrichtung bestimmte selbst die Fallstichprobe für den jeweils untersuchten Arbeitsablauf. Pro klinischem Ablauf wurden Messdaten für zehn bis zwanzig Fälle ermittelt und analysiert. Die Ärzte bescheinigten Siemens eine Leistungssteigerung gegenüber ihrer zuvor eingesetzten Software hinsichtlich der Datenaufbereitung, der Werkzeuge für Bildbetrachtung und Messung, der Dokumentation und der Befundung.

Wien/Dublin. Die Wirtschaftskammer Österreich veranstaltet vom 11. bis zum 15. Juli in Kooperation mit dem Gesundheits-Cluster Oberös-terreich und mit Unterstützung von Life Science Austria die „Zukunftsreise“ „Medtec in Ireland“. Programmpunkte sind etwa ein Einstiegsseminar zum Thema „Life Sciences in Ireland“ und der Besuch von sieben Medtec-Firmen in Galway.

Gesundheit ist unser Wertvollstes Gut und sie braucht mehr als medikamente.

Was haben Arterienverkalkung, Erektionsprobleme und chronische Bronchitis gemeinsam? Sie können durch Rauchen verursacht werden. Tabakrauchen führt zu schweren Erkrankungen, reduziert massiv die Lebenserwartung und belastet unser Gesundheitsbudget. Trotzdem hat Österreich mit 47 Prozent eine der höchsten Raucherraten der Welt – für Pfizer Anlass, Raucherentwöhnungsprogramme in Österreich zu fördern und innovative Medikamente, die direkt am Problem der Sucht/Tabak-Abhängigkeit ansetzen, zur Verfügung zustellen. So kann Pfizer jenen Rauchern helfen, die wirklich damit aufhören wollen. www.pfizer.at

Gemeinsam für eine gesündere Welt.

© Shutterstock/Vladitto

Atemfrische


M E N S C H E N & KA R R I E R E N

50 – healtheconomy

Freitag, 1. Juni 2012

Klinische Forschung Kosten pro Medikament bei etwa 1,5 Mrd. €; Kinderforschungsnetzwerk geplant

short

Pharma, forschungsfroh

„Gesunde Schulen“ in OÖ ausgezeichnet

Andreas Feiertag

Wien. Anlässlich des „Tags der Klinischen Forschung“, dem vom 18. bis 20. Mai eine Schwerpunktveranstaltung in Wien gewidmet war, zeigte die Pharmig den Beitrag der pharmazeutischen Industrie zur modernen und qualitätsvollen Versorgung der österreichischen Bevölkerung mit Arzneimitteln. Die Pharmazeutische Industrie zähle zu den forschungsintensivsten Branchen, wobei der klinischen Forschung hohe Bedeutung zukomme. Bis zur Zulassung eines Arzneimittels vergingen durchschnittlich 12 Jahre, die Kosten für den Prozess betrügen bis zu 1,5 Mrd. €. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für klinische Studien seien in Österreich prinzipiell gut, der internationale Wettbewerb werde jedoch immer härter, so der Tenor. Besonders heikel sei das Thema klinische Forschung bei Kindern.

Landeshauptmann Josef Pühringer (2.v.r.) nahm die Auszeichnungen vor.

Linz. Erneut wurde das Gütesiegel „Gesunde Schule Oberösterreich“ vergeben – an Schulen, die sich in der Gesundheitsförderung hervortun. Überreicht wurde es von Landeshauptmann Josef Pühringer, Landesrätin Doris Hummer, OÖGKKObmann Felix Hinterwirth und Landesschulärztin Gertrude Jindrich an: BRG Schloss Traunsee und Steyr Michaelerplatz, BS Ried im Innkreis, BS Rohrbach, HS Frankenmarkt, VS 33 Linz und VS Alt-Lenzing.

Sanofi sponsert Fonds für Diabetesschulung

Damit Österreich im Wettbewerb bestehen könne, seien Planbarkeit, transparente und schlanke gesetzliche Rahmenbedingungen und kurze Entscheidungsfristen durch die Administration wichtig. Bei Letzterem liege Österreich gut: „Die Zeitspanne, in der klinische Prüfungen von Behörden und Ethikkommissionen beurteilt werden, ist in Österreich mit 35 Tagen relativ kurz. In anderen EU-Ländern dauert das im Schnitt 60 Tage“, erklärte Jan Oliver Huber, Generalsekretär der Pharmig. Nachholbedarf bestehe aber immer noch in der Finanzierung durch die öffentliche Hand und bei der Koordination von klinischen Studien. Es brauche ein gesellschaftspolitisches Grundverständnis, dass Studien an Kindern notwendig sind, so Huber. Für die effiziente Durchführung von Studien mit Kindern ist ein Kinderforschungsnetzwerk in Planung, die Pharmig ist involviert.

© sticklerfotografie

© Mayr Peter Christian/cityfoto.at

Klinische Studien verschlingen 58,9 Prozent der Gesamtkosten für die Entwicklug einer Arznei.

Jan Oliver Huber, Generalsekretär der Pharmig: Kinderforschungsnetzwerk geplant.

Vorsorge Vorarlberg beginnt mit breiter Info-Kampagne

Festakt 15 Jahre Gesundheits- und Krankenpflegegesetz

Bregenz. Der Vorarlberger Landesgesundheitsfonds hat das Projekt „Modellregion Gesundheitswesen Vorarlberg“ ins Leben gerufen, um

Wien. 15 Jahre Gesundheits- und Krankenpflegegesetz waren kürzlich Anlass, um im Rahmen eines Festakts Pionierinnen der österreichischen Pflege durch Bundesminister Alois Stöger das „Ehrenzeichen der Republik Österreich“ zu verleihen. Ausgezeichnet wurden Schwester Franziska Buttinger aus Oberösterreich, Heidelinde Kelz aus der Steiermark, Generaloberin a.D. Charlotte Staudinger aus Wien sowie die Pflegewissenschafterinnen Elisabeth Seidl und Ilsemarie Walter. Ebenfalls ausgezeichnet wurde die eigens aus Israel angereiste Miriam Hirschfeld, welche zu den renomiertesten internationalen Pflegeforschrinnen zählt. Ursprünglich aus Wien, leitete sie von 1989 bis 1998 als erste Gesundheits- und Krankenschwester die Abteilung

Landesrat Rainer Gögele: Vorarlberg setzt auf Vorsorge in der Dermatologie.

Anitra Eggler: E-Mail macht dumm, krank und arm – Digitaltherapie gegen Bürostress. Orell Füssli, 224 S., 19,95 €, ISBN-10: 3280054877

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Eva Raunig ist dritte Vizepräsidentin der Wiener Ärztekammer

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Anti-Spam – aber ganz anders E-Mail-Wahnsinn, Sinnlos-Surf-Syndrom, MeetingMalaria und Präsentationspest ruinieren Produktivität und Gesundheit. 55 Heilmittel bringen beides zurück: Klug eingesetzt, ist digitale Kommunikation ein Segen. Falsch eingesetzt, ist sie ein Fluch. 50% unserer Surf-Zeit verplempern wir im digitalen Nirwana, deformieren unser Denken und betreiben manisches Multitasking. Die Weltwirtschaft kostet dies jährlich Milliarden. Gegen den digitalen Wahnsinn hilft nur eine radikale Kur. Anitra Eggler, Digitaltherapeutin, präsentiert kreative Heilmittel. Mithilfe von Selbsttests hält sie uns den Spiegel vor und zeigt, wie sinnlos wir täglich unsere Zeit vergeuden. Blitztherapien und Genesungspläne helfen, Produktivitätskiller zu reduzieren. In knappen, grafisch durchgestalteten Texten vermittelt sie wichtige Botschaften – frech, provokant und direkt. Wer das Buch liest, fühlt sich ertappt und schaltet schon bald sein Mobiltelefon aus ... (fei)

Gesundheitsminister Stöger ­zeichnete Pflegepionierin Miriam Hirschfeld aus.

Menschen, über die man spricht

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buch-tipp

der Gesundheitsberufe der WHO in Genf. In Österreich arbeitete sie 2004 am Konzept der Akademisierung der Pflegefachberufe mit.

Wien. Eva Raunig, niedergelassene Allgemeinmedizinerin mit allen Kassen in Wien 9., wurde im Rahmen einer außerordentlichen Vollversammlung der Ärztekammer für Wien mit deutlicher Mehrheit zur dritten Vizepräsidentin (neben Johannes Steinhart und Hermann Leitner) gewählt. Mit ihr wird die Ärztekammer das Thema ‚Allgemeinmedizin‘ in den nächsten Jahren in den Vordergrund stellen. Raunig geht es dabei um die deutlich bessere Honorierung, bessere Rahmenbedingungen in der Berufsausübung, die Sicherung des gut ausgebildeten Nachwuchses – angesichts der Tatsache, dass viele Hausärzte vor der Pensionierung stehen – sowie um eine intensivere Vernetzung sowohl zu den Fachärzten als auch zu den Krankenhäusern. Zudem will sie sich für Frauenbelange einsetzen.

G er d B o d la j, B ermherz ige B r ü d er

Gerd Bodlaj ist der neue Experte für Lebererkrankungen im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Wien, einem Unternehmen der Vinzenz Gruppe. Mit dem erfahrenen Hepatologen aus Linz wird der ‚Schwerpunkt Leber‘ im Spital in der Stumpergasse im 6. Bezirk weiter ausgebaut. Der Facharzt für Innere Medizin mit Zusatzfach Gastroenterologie und Hepatologie war vor seinem Wechsel nach Wien Leiter der Leberambulanz im Linzer AKH. An Hepatitis C leiden hierzulande bis zu 80.000 Menschen.

Daniel G er l ich , B iolo ge am IMBA

Daniel Gerlich, Biologe am IMBA – Institut für Molekulare Biotechnologie, hat eine neue Methode entwickelt, bei der mikroskopische Bilder vollautomatisch und ohne jede menschliche Unterstützung analysiert und ausgewertet werden können. Die neue Technik wurde im wissenschaftlichen Journal Nature Methods vorgestellt. Gerlich, Senior Gruppenleiter am international renommierten IMBA, ist ein Pionier auf dem Gebiet der automatisierten Mikroskopie lebender Zellen.

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Wien. Das Pharmaunternehmen Sanofi schreibt auch heuer wieder den „Gerti Reiss Schulungsfonds“ für mehr Kompetenz von Diabetespatienten und -patientinnen in Österreich aus. Mit dem 5.000 € schweren Preis soll die Existenz der bereits vorhandenen, durch Gertrude Reiss geschaffenen Strukturen, als auch ihre Weiterentwicklung und Evaluation und Veröffentlichung, gesichert werden. Infos: www.sanofi.at

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Sanofi vergibt auch heuer den Gertrude Reiss-Preis für Schulungen.

Lösungswege für die Entlastung der Spitalsambulanzen zu suchen. In dieser Initiative wurden mehrere Teilprojekte entwickelt, darunter die „Gesundheitsinitiative Dermatologie“, die als Kooperation von Land, Ärztekammer, Gebietskrankenkasse und Landeskrankenhäusern jetzt umgesetzt wird. „Die ‚Gesundheitsinitiative Dermatologie‘ ist ein Entwicklungsschritt, damit die abgestufte Gesundheitsversorgung wieder verstärkt im Bewusstsein der Vorarlbergerinnen und Vorarlberger verankert wird. Unser wichtigstes Ziel ist, dass die Bevölkerung, abhängig von den jeweiligen Erkrankungen, die angemessene medizinische Einrichtung in Anspruch nimmt“, betonte Gesundheitslandesrat Rainer Gögele. (fei)

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„Initiative Dermatologie“ gestartet Ausgezeichnete Pflegepionierinnen

Chris to ph W enisch , Infek to lo gE , SM Z Süd

Bei einer Diskussionsveranstaltung zum Thema „Studie enthüllt Wissenslücken bei Lebensmittelhygiene, Erkältungs- und Grippeprävention“ präsentierte Christoph Wenisch, Abteilungsvorstand der 4. Med. Abteilung im SMZ-Süd – Kaiser Franz Josef Spital, die Ergebnisse der diesjährigen Studie des European Hygiene Council: Viele Menschen in Europa wissen nicht, wie sie sich mit Keimen infizieren können und welche einfachen Maßnahmen sie davor schützen, gesund zu bleiben.


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