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Freitag, 31. August 2012 – 71

© bfi Wien

Werbe-Offensive

Das bfi Wien bringt den „Bildungs-Burger“ zweimal in der Stunde auf Channel M Seite 73

© H. Souza/pixelio.de

careernetwork Zufriedenheits-studie

90% der Österreicher haben Freude an der Arbeit, 40% sind dennoch überlastet  Seite 74

Aufsteigerin Stefanie Freyer, A.T. Kearney © A.T. Kearney

„Es ist effizienter, nicht lange um den heißen Brei herumzureden“ Pointiert Publicis-CEO Martina Frieser beschreibt sich selbst als dezidierte Praktikerin und Frau der klaren Worte.  Reintegrativ Das von Reintegra ­lancierte „Kompetenzpaket für Unter­nehmen“ zeigt erste ­Ergebnisse. 

© medianet/Szene1/Katharina Schiffl

© milestone

Seite 72

Gastkommentar

Andrea Cerny, milestone AG, über die Notwendigkeit eines ausführlichen Projektauftrags und den daraus zu ziehenden Nutzen.  Seite 73

Seite 75

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von


Career portrait

72 – careernetwork

Freitag, 31. August 2012

© medianet/Szene1/Katharina Schiffl (2)

Warum sie nicht lange um den heißen Brei redet, Russland der Wahnsinn für sie war und warum privat und beruflich nicht notgedrungen getrennt werden ­müssen, erzählt Publicis-CEO Martina Frieser im Gespräch.

„Ich bin eine Frau der klaren Worte“ Wien. „Ich bin eine Frau der klaren Worte – auch auf die Gefahr hin, manchmal vielleicht zu direkt zu sein“, hält Neo-Publicis-Chefin Martina Frieser im Gespräch mit medianet fest: „Mit dieser Strategie habe ich gute Erfahrungen gemacht – und ich halte es für schlichtweg effizienter, nicht lang um den heißen Brei herumzureden.“ Effizienz ist dabei ein wichtiges Stichwort, das in Friesers Vita immer wieder auftaucht – bereits in Studienjahren: „Ich habe schon auf der Uni versucht, ohne Umschweife meinen Weg zu gehen und bin daher auch nur äußerst selten in der Mensa oder anderen Studententreffs anzufinden gewesen“, absolvierte sie das Studium der Handelswissenschaft an der WU Wien in weniger als fünf Jahren. „Theoretikerin bin ich nicht und war ich auch nie. Vielmehr bin ich eine Praktikerin – eher die Frau fürs Grobe“, erzählt sie. Das zeige sich auch in ihrem Führungsstil, wie die Publicis Austria-Chefin betont: „Ich bin sehr zielorientiert“, so Frieser. Wichtig sei ihr vor allem das Team: „Ich kämpfe für meine Mitarbeiter und schaue darauf, dass es ihnen gut geht.“ Ob ihr dabei weibliche oder männliche Kollegen lieber sind? „Mir geht es sicher nicht ums Geschlecht, sondern um die Einstellung. Ich bin sehr erfolgsorientiert,

und das verlange ich von meinen Mitarbeitern auch“, stellt sie unmissverständlich klar.

Beruf meets Leidenschaft Für Frieser sind dabei die Begriffe Beruf und Leidenschaft untrennbar verwoben: „Der Job reizt mich wirklich sehr – mehr noch: Markenführung, Kommunikation, Werbung und strategische Planung machen mir verdammt viel Spaß.“. Wenig überraschend, wachsen in Friesers Leben auch Hobby und Beruf zusammen. „Ich bin privat wie im Beruf. Ich muss mich nicht verstellen und habe auch kein Problem damit, wenn ein Meeting einmal bis in die Nacht dauert.“ Die für solche Sessions nötige Energie holt sich die Wienerin beim Sport: „Ausgefallene Hobbies habe ich zwar keine; aber ich stehe früh auf und bin oft um halb Sieben die erste im Fitnessstudio.“ Schon früh stand in Friesers Leben fest, dass sie eine Karriere in der Wirtschaft – konkreter im Marketing – einschlagen werde („Das habe ich mir schon in der HAK fest eingebildet“). Ihre erste diesbezügliche Station ist dann gleich nach dem Studium Austria 3/TBWA Werbeagentur gewesen: „Es ist ein Sprung ins kalte Wasser gewesen. Wir hatten eine tolle Mannschaft und ich durfte meiner

Kreativität freien Lauf lassen“, erinnert sie sich gern an die Zeit. „Horst Wilfinger war damals nicht nur ein Supermentor für eine Berufseinsteigerin, sondern ehrlich der beste Chef der Welt“, streut sie dem Austria 3-Gründer Rosen. Auch ihren nächsten Arbeitgebern ist sie sehr verbunden und dankbar: „Als Marketingleiterin bei Leiner/kika habe ich das Handelsmarketing – meiner Meinung nach die Königsdisziplin – von der Pike auf gelernt und auch das Pouvoir bekommen, das erfolgreich umzusetzen“, so Frieser. „Es ist eine riesige Chance für mich gewesen und ich konnte aus dem Vollen schöpfen und wirklich gute und große Kampagnen umsetzen“, erzählt sie stolz, auf einem „sehr hart umkämpften“ Markt wachsende Marktanteile erzielt zu haben.

Sprung nach Russland Nach zehn Jahren beim familiengeführten Einrichtungshändler wagte Frieser dann den Sprung ins Ausland – konkret zum russischen Elektronikretailer M.Video. „Das war der Wahnsinn – eine echte Herausforderung; Sprache, Mentalität, Arbeitsweisen, alles ist anders gewesen.“ Aber auch das habe sie geschafft: Zwei Monate vor Arbeitsantritt eignete sie sich erste Sprachkenntnisse an und be-

reits im ersten Jahr konnte sie ein zweistelliges Wachstum erzielen: „Nach zwei Monaten habe ich die Mediastrategie komplett umgekrempelt, mit dem Effekt, dass am dritten Tag der Aktion alle Läden leergekauft waren.“ Auch die Tatsache, dass in Russland Frauen einen hohen Stellenwert haben, habe ihr imponiert: „Nach Russland zu gehen, ist sicherlich die beste Entscheidung meines Lebens gewesen“, würde sie ein ähnliches Angebot vermutlich auch heute nicht ausschlagen können: „Mein dortiger Chef ist einer der nettesten und intelligentesten Menschen, mit denen ich jemals zu tun hatte.“ Nach sehr erfolgreichen Jahren in Moskau kehrte Frieser nach Wien zurück und stieg ursprünglich als Karenzvertretung bei der Tageszeitung Heute ein und leitete dann drei Jahre Marketing und Vertrieb: „Dort habe ich mehr Einblick in die Medienwelt erhalten“, will sie auch dieses Engagement nicht missen. Im Mai 2012 übernahm sie dann die Position des CEO bei Publicis Austria. Damit habe sich der Kreis „Agentur-Kunde-Medium“ wieder geschlossen. „Und das ist gut so. Bei der Publicis kann ich für die Kunden meine Erfahrung auf Kundenseite optimal einbringen – ich weiß, was Kunden brauchen“, meint Frieser abschließend.  (jawe)

9 Fragen An Martina Frieser

Als Kind wollte ich immer … glücklich sein. Mein Lebensmotto ist … „Jetzt oder sofort.“ Mein letztes Geld würde ich ausgeben für … ein schönes Abendessen mit meinen liebsten Freunden. Darüber kann ich lachen … wenn ich wieder einmal ins Fettnäpfchen trete! Das letzte Buch, das ich gelesen habe, war … „Komm’ ich erzähl dir eine Geschichte“ und „Zähl auf mich“, beide von Jorge Bucay. In 20 Jahren werde ich … werde ich noch immer Gas geben. Das ist meine größte Stärke … Stärke. Das ist meine größte Schwäche … Stärke. Mit dieser Person würde ich gerne für 24 Stunden die Rollen tauschen … Charly Chaplin.

1968–1992

1993–2009

2009–Heute

Am 31. März 1968 geboren, besucht Martina Frieser nach der Volksschule und dem Gymnasium in Wien 17 die Handelsakademie Wien 8 und studiert nach der Matura Handelswissenschaften mit Schwerpunkt Marketing und Werbung.

Nach der Sponsion sammelt sie ihre ersten Sporen in der Werbung bei Austria 3/TBWA. 1997 übernimmt sie die Marketingleitung Österreich und CEE bei Leiner/kika. Nach zehn erfolgreichen Jahren wagt sie den Schritt ins Ausland und leitet vier Jahre lang beim russischen Elektronik-Retailer M.Video das Marketing.

2009 holt sie Eva Dichand als Karenzvertretung zur Tageszeitung Heute. Aus der Übergangslösung wird mehr – und Frieser leitet drei Jahre lang den Bereich Marketing und Vertrieb. Seit Mai 2012 ist sie nun CEO der Österreich-Niederlassung von Publicis.


p e r s o n a l m a n a g e m en t

Freitag, 31. August 2012

careernetwork – 73

Werbeoffensive Das bfi Wien wirbt als exklusiver regionaler Werbepartner für Erwachsenenbildung bei McDonald’s

Karriere-Inside mit: Christoph Weissenböck

Mit dem Burger zur Matura Zwei Mal pro Stunde wird in allen 40 Wiener McDonald’s-Restaurants der bfi Wien-Spot ausgestrahlt. Wien. Einen neuen Weg der Kundenadressierung hat das bfi Wien eingeschlagen: Seit Anfang des Jahres wird zwei Mal pro Stunde in allen 40 Wiener McDonald‘sRestaurants ein Spot des Erwachsenenbildungsinstituts im TV-Kanal „Channel M“ausgestrahlt: Der im Spot als Keyvisual fungierende „Bildungs-Burger“ soll dabei einerseits die „gesamte Breite des Ausund Weiterbildungsangebots“ des bfi Wien auf den Punkt bringen und andererseits die „vielschichtige Klientel von McDonald‘s“ ansprechen, wie die Werbeleiterin des bfi Wien, Maria Peischl, betont. Vor allem eine „besonders junge und moderne Zielgruppe“, die über solche „innovativen Werbeformen mit großer Bandbreite“ gut erreichbar ist, könne mit dieser Kooperation gezielt angesprochen werden, konkretisiert Peischl.

nings“, so Peischl. „Er soll Appetit auf Bildung machen. Die beliebten McDonald‘s-Produkte bringen einen zwar gestärkt durch einen ausgefüllten Arbeitstag. Die Karriereleiter erklimmt man hingegen, indem man sich den persönlichen und beruflichen Anforderungen entsprechend fortbildet“, betont die bfi Wien-Marketerin. Die eingeschlagene Richtung – mit der cartoonesken Umsetzung des „Bildungs-Burger“ – werde künftig im Kern gleich bleiben. Für spezielle Anlässe – u.a. für Messen und Informationstage – werde man den Burger aber „aktualisieren und anpassen“, kündigt Peischl an.

Kannst du ­Bewerbung?

© McDonald’s

Maria Peischl, bfi Wien, und Ursula Riegler, McDonald’s, kooperieren werbetechnisch.

Alle Bildungsebenen Der animierte Burger im Spot soll dabei alle Ebenen des Berufsförderungsinstituts in Wien darstellen: „Von den Schul- und Lehrabschlüssen über die Werkmeister-Ausbildungen, die Berufsreifeprüfung, die vielseitigen Lehrgänge, Seminare und Kurse bis hin zu den Fachhochschul-Studiengängen und den Führungskräfte-Trai-

© bfi Wien (2)

„Individuelle Gestaltung“ „Bildung ist eines der wichtigsten Dinge, die wir unserer Jugend mitgeben können. Bei McDonald‘s Österreich legen wir daher großen Wert auf die individuelle Gestaltung von Aus- und Weiterbildung“, hält Ursula Riegler, Unternehmenssprecherin von McDonald‘s Österreich, fest. „Das bfi Wien hilft mit seinen Angeboten, Bildung einer möglichst breiten Bevölkerungsgruppe nahezubringen und zur Verfügung zu stellen“, beschreibt sie den Nutzen ihrer Klientel an der eingegangenen Kooperation.  (red)

Ein perfektes Bewerbungsschreiben – nur eine Fingerübung oder doch eine nahezu unlösbare Aufgabe? Eine Online-Umfrage von karriere. at zeigt nun auf, dass die Erwartungshaltung der Empfänger mit den Ansprüchen der Absender mitunter divergiert. „Was ist für Sie das absolute No-Go in Bewerbungen?“ lautete die Frage an 264 Führungskräfte, Unternehmer und HR-Verantwortliche. Ergebnis: Für zwei von drei Befragten (66 Prozent) sind Tippfehler, Schlampigkeit und Unübersichtlichkeit Ausschlusskriterien. Standardtexte, die auf jede Firma anwendbar wären, lehnt jeder fünfte Arbeitgeber ab (19 Prozent), zwölf Prozent nennen unkommentierte Lücken im Lebenslauf als No-Go. Nur drei Prozent legen Bewerbun­ gen ohne Foto sofort weg. Wie aber gehen die Arbeitnehmer (636 Befragte) an ihre Bewerbungen heran? Jeder Zweite (46 Prozent) gab an, jeweils seine fertigen Unterlagen neu zu adaptieren, ein weiteres Drittel (34 Prozent) fühlt sich sattelfest und hält Bewerbungswissen für Allgemeinwissen. 14 Prozent lassen sich von Freunden und Kollegen helfen. Und sechs Prozent geben zu, nicht wirklich zu wissen, worauf es beim Bewerben ankommt, wenn es so weit sei, aber im Netz suchen zu wollen. Viele Bewerbungen würden überhastet abgeschickt, ist karriere.at-Geschäftsführer Jürgen Smid überzeugt: „Bevor man überhaupt mit dem Schreiben beginnt, sollten drei Fragen geklärt sein: Was will ich über meine Person hinsichtlich der Position aussagen? Was weiß ich über das Unternehmen? Und: Sind meine Unterlagen aktuell und aussagekräftig?“

Der „Bildungs-Burger“ soll alle Ebenen des Berufsförderungsinstituts Wien darstellen.

Gastkommentar Andrea Cerny über die Notwendigkeit eines Projektauftrags und was er unbedingt beinhalten muss

börse

Die Auf- und Umsteiger der Woche im Kurzporträt.

definierten Projektziele erreicht? Wie sieht es mit den Kosten aus? Wurde die definierte Qualität erreicht?, etc.

Andrea Cerny, milestone AG, ist zertifizierte Projekt- und Qualitätsmanagerin.

Erst wenn diese vorab definierten Kriterien erfüllt worden sind, kann beurteilt werden, ob ein Projekt erfolgreich abgeschlossen wurde. Daher ist es auch so wichtig, all diese Punkte im Projektauftrag zu fixieren. Und: Er stellt auch eine Art Versicherung für beide Seiten dar. Der Auftraggeber stellt klar, was er erwartet und der Projektmanager weiß von Beginn an, wofür er verantwortlich ist. So können Missverständnisse und falsche Erwartungen während und nach Beendigung des Projekts größtenteils vermieden werden. Außerdem hilft ein strukturierter Projektauftrag dabei, Ziele zu definieren, die spezifisch, messbar, realistisch und terminisiert und gleichzeitig von allen

Projektteammitgliedern verstanden und akzeptiert sind. Auch der Nutzen des Projekts wird so besser nachvollziehbar: Inhalte, Dauer und Kosten können optimal geplant werden und der Projektmanager weiß, welche Experten er benötigt. Ein übersichtlicher Projektauftrag ermöglicht es zudem, Abhängigkeiten zu den Unternehmenszielen bzw. der Unternehmensstrategie besser zu veranschaulichen und Interdependenzen zu anderen Projekten im Vorfeld aufzuzeigen. In jedem Fall muss ein sauberer Projektauftrag daher folgende Aspekte beinhalten: Projektstart und -ende, smart definierte Projektziele und vor allem auch Nicht-Ziele, Projektinhalte, -kosten, -auftraggeber und -manager, und alle am Projekt beteiligten Teammitglieder. Auf diese Weise entsteht ein rundes und stimmiges Bild, das sogenannte Big Project Picture, mit dem sich die gesamte Projektorganisation identifizieren kann.

Nikolaus Lorenz

Nikolaus Lorenz (39) leitet bei Canon CEE die Sales & Marketing-Agenden für den B2B-Geschäftsbereich. In dieser Funktion steuert er den gesamten Vertrieb und alle Marketingaktivitäten des Canon B2B-Produktportfolios im CEE-Raum.

Zürcher Kantonalbank

Thomas Walkner (44) ist neuer Senior Private Banker in der Zürcher Kantonalbank Österreich AG. Er verstärkt künftig das Team von Herbert Lindner, welches für alle Marktbearbeitungsaktivitäten in Deutschland verantwortlich zeichnet.

Stefanie Freyer A.T. Kearney

© A.T. Kearney

Canon

Thomas Walkner

Stefanie Freyer (32) steigt bei der Unternehmensberatung A.T. Kearney zum Marketing Coordinator auf. Freyer studierte Internationale Betriebswirtschaft und Wirtschaftspädagogik an der WU Wien und in Boston.

Gerald Steindlegger WWF Österreich

© WWF/Krizei

© milestone

Nachvollziehbare Kriterien

© Bryan Reinhart

job

erfolgreich abwickeln kann. Zum anderen spiegelt der Projektauftrag aber auch den Erfolg eines Projekts wider. Die Tatsache, dass ein Projekt innerhalb eines definierten Zeitraums abgeschlossen wurde, bedeutet nicht, dass es auch erfolgreich war: Wurden alle

© Canon

Wien. … ich sage dir, wie es enden wird“. Dieser Satz bringt die Situation aus meiner Sicht genau auf den Punkt. Ohne eine zielorientierte, detaillierte und systematische Planung haben Projekte heutzutage kaum mehr eine realistische Chance, erfolgreich abgewickelt zu werden. Diese Erkenntnis ist nichts Neues, dennoch werden Projektmanager nach wie vor zwischen Tür und Angel beauftragt, ohne zu wissen, worum es im Detail geht und wie die konkreten Zielsetzungen aussehen. Aus diesem Grund ist eine penible Auftragsabklärung vor Beginn jedes Projekts eine der zentralsten Maßnahmen, um späteren Schwierigkeiten vorzubeugen. Warum ist das so? Zum einen legt der Projektauftrag die Rahmenbedingungen fest, unter denen ein Projekt ablaufen soll. Der Auftraggeber präzisiert darin seine Anforderungen, die er hat und der Projektmanager legt jene Rahmenbedingungen dar, unter denen er das Projekt

Promotion

Sage mir, wie dein Projekt beginnt, und …

Gerald Steindlegger (47) ist seit Anfang August neuer Geschäftsführer des WWF Österreich. Er löst damit Hildegard Aichberger ab, die nach sieben Jahren an der Spitze der Umweltorganisation Familienzuwachs erwartet.


J o bwatc h

74 – careernetwork

Freitag, 31. August 2012

Zufriedenheits-Studie Neun von zehn Österreicherin haben Freude an ihrer Arbeit, trotzdem fühlen sich viele emotional und körperlich belastet

Eltern finden Entfaltung im Job

© Helene Souza/pixelio.de

Auch Freiberufler, Selbstständige und Paare sind glücklicher im Beruf; Geld spielt kaum eine Rolle.

Eltern haben mehr Freude an ihrem Beruf, sind aber auch belasteter.

Wien. 90% der Österreicher haben alles in allem Freude an ihrem Job. Trotzdem sind vier von zehn Befragten überlastet – hauptsächlich emotional. Das hat GfK Austria in einer Befragung herausgefunden. Im Detail schätzen die Österreicher an ihrem Job die Unternehmenskultur, die Menschen, die sie umgeben, und die Möglichkeit, sich selbst entfalten zu können. Nur 9% können sich mit dem, was sie machen, „eher nicht“ und nur 2% „überhaupt nicht“ identifizieren. Aber: Die Befragten gaben zu gut 40% an, dass sie ihr Beruf schwer belastet – emotional noch mehr als körperlich.

„Die emotionale Komponente im Erleben des beruflichen Alltags wird in ihren Auswirkungen oft unterschätzt“, so Sozialpsychologin und Leiterin der GfK Austria Sozial- und Organisationsforschung, Angelika Kofler: „Das funktioniert wie mit dem sprichwörtlichen Eisberg: Die Spitze des Eisbergs sind die rationalen, sachlichen Einflüsse, denen Unternehmen im Allgemeinen auch mehr Beachtung schenken, als den weniger leicht zu fassenden, affektiven Faktoren, die in geballter Ladung unter der Oberfläche liegen. Nicht erkannt, können diese aber eine Menge anrichten. Oder umgekehrt kosten-

frei mehr Engagement und somit höhere Motivation und Produktivität bewirken“, so Kofler.

Letztere ist vor allem die zeitliche Belastung kaum störend. Besonders viel Freude an ihrem Beruf haben jene Österreicher mit einem persönlichen Nettoeinkommen zwischen 2.100 und 2.999 €. Kofler: „Geld macht bis zu einem gewissen Grad schon glücklicher, aber Geld allein stößt irgendwann auch an Grenzen.“

Geld und Glück Die Freude am Beruf ist aber nicht für jeden gleich. Besonders zufrieden sind nicht nur Arbeitnehmer in besseren Positionen, sondern auch Eltern mit Kindern. Gerade Eltern finden den Beruf aber gleichzeitig sehr belastend. Paare, Berufstätige in Kleinstbetrieben, Dienstleister und Beschäftigte im öffentlichen Dienst sind ebenfalls besonders zufrieden mit ihrem Job. Apropos: Für

Emotionen sehen Die GfK-Expertin appelliert an Unternehmer, die Warnzeichen ernst zu nehmen. „Auch wenn emotionale Belastung diffuser ist als etwa ein abgestürzter Computer, darf sie nicht unterschätzt werden. Der Anstieg von psychischen Problemen ist kein Zufall. Im Idealfall sollten Unternehmen agieren, bevor sich solche Faktoren im Engagement der Mitarbeiter und in weiterer Folge in der Produktivität manifestieren“, weiß Kofler.  (lw)

JOBTICKER

Frauen Überstunden

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Umsonstarbeit Wien. Jede fünfte Überstunde wurde im Jahr 2011 nicht ausbezahlt. Die Österreicher haben damit 66,9 Mio. Überstunden umsonst geleistet. Frauen werden laut Statistik Austria sogar 28,5% ihrer Mehrarbeit nicht ausbezahlt, von den Männern sind hingegen nur 19,5% betroffen. „Wir wissen aufgrund von Berichten vieler Betroffener in Teilzeitarbeit, dass vor allem im Handel, im Callcenter-Bereich, im Werbungs- und Marketingbereich und im Medienbereich die Auszahlung des gesetzlich vorgesehenen 25 Prozent-Teilzeitzuschlags oft nicht korrekt durchgeführt wird“, so Wolfgang Katzian, GPA-Vorsitzender. Auch die Einstufung der Beschäftigten erfolge nicht immer richtig.

Projektmanager Online-Projekte (m/w) diamond: dogs webconsulting gmbh Dienstsitz: Wien 1lKHUH-RELQIRVÀQGHQ6LHXQWHUIROJHQGHU5HIHUHQ]QXPPHU

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Brand Manager - Swirl Österreich (m/w) IMS - Management Service GesmbH Dienstsitz: Salzburg 1lKHUH-RELQIRVÀQGHQ6LHXQWHUIROJHQGHU5HIHUHQ]QXPPHU

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Werbung Weniger Jobs

Agenturenflaute

Assistenz - Marketing 20h (m/w) Jungheinrich Austria Vertriebs GmbH Dienstsitz: Wien 1lKHUH-RELQIRVÀQGHQ6LHXQWHUIROJHQGHU5HIHUHQ]QXPPHU

Berlin. Wer zurzeit in Deutschland in der Werbebranche auf Jobsuche geht, hat sich kein gutes Pflaster ausgesucht. Denn die deutschen Werbeagenturen haben immer weniger Jobs zu vergeben: Gegenüber dem Vorjahr werden heuer um fünf Prozent weniger Stellen ausgeschrieben. Das hat der Zentralverband der Werbewirtschaft, ZAW, in seiner Arbeitsanalyse untersucht. Grund für den Rückgang sei das Umsatztief, so ZAW-Sprecher Volker Nickel.

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Detailinfos zu den Jobs: Einfach Referenznummer in das Suchfeld von

© Paul-Georg Meister/pixelio.de

www.monster.at eingeben und auf SUCHEN klicken.

In Deutschland gibt es immer weniger offene Stellen in der Werbebranche.


J o bwatc h

Freitag, 31. August 2012

careernetwork – 75

Reintegration Das Anfang 2012 lancierte „Kompetenzpaket fĂźr Unternehmen“ von Reintegra zeigt erste Ergebnisse

short

Am Weg zurĂźck ins Leben

Leiharbeitsfirmen sollen Sozialfonds unterstĂźtzen Wien. Arbeitslose Leiharbeiter, die keinen Anschlussjob finden, sollen ab 2013 finanzielle UnterstĂźtzung erhalten. So sollen die Ăœberlasser im ersten Jahr 0,25% der Lohnsumme in einen „Sozial- und Fortbildungsfonds“ einzahlen, bis 2017 soll der Satz auf 0,8% steigen. Im Endausbau sollen 10 Mio. â‚Ź zusammenkommen. Leiharbeitsfirmen, die das Arbeitsverhältnis nicht mit Ende des Einsatzes auflĂśsten, sondern die Arbeitnehmer weiter bezahlen, werde ein Teil der Lohnkosten ersetzt.  (Ag.)

Erste Praktikumsplätze fĂźr psychisch erkrankte Menschen konnten bei Wien-SĂźd geschaffen werden. Wien. „Ein gutes GefĂźhl, wieder gebraucht zu werden“ – so lässt sich en gros zusammenfassen, wie sehr viele Menschen mit psychischen Erkrankungen, denen es gelungen ist, wieder im Berufsleben FuĂ&#x; zu fassen, denken: „Psychisch erkrankte Menschen hegen genauso wie alle Menschen den Wunsch, einen sinnvollen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten und eigenständig leben zu kĂśnnen“, betont Manfred Rudolf Skoff vom Wiener Verein „Reintegra“. Die gemeinnĂźtzige Gesellschaft unterstĂźtzt seit 30 Jahren Betroffene bei ihrem Weg zurĂźck in den Arbeitsmarkt.

Sozialstadträtin Wehsely: „‚Reintegra‘ bietet fĂźr Klienten das sichere GefĂźhl, dass die eignenen Hände Produkte und Dienstleistungen schaffen, die benĂśtigt werden.“

sei man damit beschäftigt, die Anfragen zu bearbeiten und unter den insgesamt 250 betreuten Frauen und Männern jene mit den fĂźr die Praktikumsplätze gefragten Qualifikationen und Interessenslagen auszuwählen. „In einem Fall gibt es bereits eine ganz konkrete Kooperation“, so Brinskele: In der gemeinnĂźtzigen Bau- u. Wohnungsgenossenschaft ‚Wien-SĂźd‘ werden ab September drei von ‚Reintegra‘ betreute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fĂźr jeweils vier bis sechs Wochen Prakti-

ka im Bereich des Erhaltungshandwerks (Maler-, Reparaturarbeiten, etc.) absolvieren: „Die Verantwortung eines gemeinnĂźtzigen Unternehmens wie der ‚Wien-SĂźd‘, das im sozialen Wohnbau tätig ist, geht Ăźber den eigentlichen Wirkungskreis weit hinaus, gerade im Umgang mit den sozial Schwächeren unserer Gesellschaft“, betont Maximilian Weikhart, Obmann der Wien-SĂźd eGenmbH. „Daher haben wir die Reintegra-Initiative gern aufgegriffen und freuen uns, dass es uns mĂśglich ist, die betroffenen

Neben Wien-SĂźd gäbe es eine Reihe weiterer Unternehmen – wie die SĂźĂ&#x;waren-Manufaktur Niemetz –, denen es ein Anliegen ist, psychisch erkrankten Menschen eine Chance zu geben, betont Brinskele: „Praktikumsplätze sind ein wichtiger erster Schritt fĂźr psychisch erkrankte Menschen, um im Berufsleben sukzessive wieder FuĂ&#x; zu fassen.“ Neben Praktika biete der Verein auch andere Formen der Kooperation an. So stelle man u.a. Mitarbeiter fĂźr zeitlich begrenzte Stellen – wie Karenzvertretungen –, längerfristige Anstellungsverhältnisse und biete die MĂśglichkeit des Outsourcings einzelner Projekte. „Erfolgreiche Beispiele sind dafĂźr etwa die ‚iSi Gruppe‘ und ‚Electroplast‘, fĂźr die wir bereits seit Jahren erfolgreich Fertigungsarbeiten durchfĂźhren“, wie Briskele betont. „‚Reintegra‘ bietet fĂźr Klienten ganz Wesentliches: Das Wissen und das sichere GefĂźhl, dass die eigenen Hände Produkte und Dienstleistungen schaffen, die in der Wirtschaft und in der Gesellschaft benĂśtigt werden. Damit wird eine wesentliche BrĂźcke zwischen wirtschaftlichem Bedarf und sozialer Verantwortung hergestellt“, so die Wiener Sozialstadträtin Sonja Wehsely.

TĂśchterle fĂźr Ausweitung der Rot-WeiĂ&#x;-Rot-Card

Š APA/Herbert Neubauer

Anfang des Jahres hat man gemeinsam mit der Stadt Wien und der Wirtschaftskammer Wien ein „Kompetenzpaket fĂźr Unternehmen“ geschnĂźrt, um die Bereitschaft der Arbeitgeber, psychisch erkrankten Menschen eine Chance zu geben, zu erhĂśhen: „Wir haben in einem ersten Schritt rund 70 Wiener Betriebe kontaktiert. Derzeit liegen uns 24 Anfragen fĂźr Praktikumsplätze und fĂźnf Aufträge fĂźr die hauseigenen Werkstätten vor. Bei zwei Unternehmen wurde eine Beratung Ăźber den Umgang mit psychisch erkrankten Mitarbeitern durchgefĂźhrt“, fasst Reintegra-GeschäftsfĂźhrer Stefan Brinskele erste Ergebnisse der Initiative zusammen. Derzeit

Weitere Unternehmen

Š Peter Rigaud

Kompetenzpaket

Menschen fĂźr einen bestimmten Zeitraum in die Arbeit der WienSĂźd zu integrieren.“

Karlheinz TĂśchterle: „MĂźssen entsprechenden Einstieg ermĂśglichen.“

Alpbach. Wissenschaftsminister Karlheinz TĂścherle tritt fĂźr eine Ausweitung der Rot-WeiĂ&#x;-RotCard auf Bachelor-Absolventen ein. „Wenn wir Studierenden aus Drittstaaten ihre Ausbildung in Ă–sterreich finanzieren, mĂźssen wir ihnen auch einen entprechenden Einstieg in den Arbeitsmarkt ermĂśglichen.“

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