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inside your business. today.

Freitag, 27. September 2013 – 71

Kein Abstellgleis

Das BFI Wien lanciert das erste LehrlingsCrossmentoring-Programm  Seite 73

© Simacek Facility Man.

© BFI/Marko Zlousic

careernetwork Kein Orchideenthema

B2B Diversity Day: Diversity ist eine Frage der unternehmerischen Vernunft  Seite 75

Aufsteiger Julian Schramek, CBRE © CBRE/Benedikt Loebell

„Man muss schon ein bisschen ein Adrenalinjunkie sein“ Ambitioniert Alex ­Pinter will mit dem Start-up Trayn die internationale Sportwelt revolu­ tionieren.  Ausgewählt Die Nominierten zum Staatspreis „Beste Lehrbetriebe – Fit for Future 2013“ stehen fest. 

© privat

Seite 72 Gastkommentar

Berater, Coach und Personalentwickler Siegfried Lachmair über die Frage, ob gutes Konfliktmanagement teuer sein muss.  Seite 74

© jawe

Seite 73

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von


Career portrait

Warum ihn das „Blaustern“ prägte, wie er den Fuß in die Tür der NHLClubs bekam und wie er die internationale Sportwelt revolutionieren will, verrät Trayn-CEO Alex Pinter im ­Gespräch.

Freitag, 27. September 2013

© Gary Pippan

72 – careernetwork

© jawe

„Wir wollen den Sport auf ein neues Level heben“ 10 Fragen An Alex Pinter

Als Kind wollte ich immer … Wind­ surfer werden. Mein Lebensmotto ist … „Your Style is your Signature“. Mein letztes Geld würde ich ausgeben für … einen romantischen Abend mit meiner Freundin. Darüber kann ich lachen … eigene Fehler und Dummheiten. Das letzte Buch, das ich gelesen habe, war … „Taming Tigers: Do Things You ­Never Thought You Could“ von Jim Lawless. In 20 Jahren werde ich … hoffentlich wieder vermehrt windsurfen.

Wien. „Es war schon brutal: Man startet bei null, ohne fixes Gehalt; da muss man schon ein bisschen ein Adrenalinjunkie sein“, kommentiert Alexander Pinter die Entscheidung, die er vor inzwischen drei Jahren getroffen hat. Pinter ist Adrenalinjunkie: Nicht nur, dass er am liebsten die Wellen der sieben Weltmeere mit seinem Surfbrett schneidet oder die heimischen Berge snowboardtechnisch unsicher macht, beschloss er 2010 seine noch recht junge, aber doch lukrativ erscheinende Karriere in der Beraterbranche an den Nagel zu hängen und die Pläne von Vater Hannes vom „ultimativen Trainingstool“ in die Realität umzusetzen. Gemeinsam gründeten die beiden das Start-up Trayn und widmeten sich von diesem Moment der Entwicklung einer Softwarelösung, die nicht weniger leisten sollte, als den „internationalen Sport auf ein neues Level“ zu heben, wie Pinter im Gespräch erzählt: „Unsere Software soll es Trainern künftig ermöglichen, auf Knopfdruck vollkommen individualisierte und permanent aktualisierbare Trainingspläne zu

erstellen. Würde der Coach das nicht softwareunterstützt erledigen, würde er dafür unter Umständen Wochen brauchen.“ Die Idee zu der Lösung hatte Vater Hannes: „Er hat Sport und Englisch studiert und lange Zeit Einzel- und Teamsportler verschiedenster Sportarten auf Profiniveau trainiert. Wenn man so will, ist er das Bindeglied zwischen Theorie und Praxis.“ Auch Alex Pinter ist studierter Sportwissenschafter – und Betriebswirt –, seine Rolle im Team sieht er aber in erster Linie im Businessdevelopment und in der Kontaktpflege potenzieller Kunden: „Es ist als österreichisches Start-up natürlich ein doppelt schwieriges Unterfangen, einen Fuß in die Tür der großen US-Teams in NHL, NFL und NBA zu bekommen“, beschreibt er die Herausforderung. Das „Warm Intro“, wie er es nennt, erhielt er teilweise durch Bruder Philipp – selbst Profi-Eishockeyspieler in Deutschland. „Kennt man dich in der Szene, und hat man überzeugende Argumente, bekommt man vielleicht einen Ter-

min bei den Clubs. Kennt man dich nicht, werden nicht einmal deine E-Mail-Anfragen beantwortet“, so Pinter. Ende dieses Jahres will er die ersten Deals in der NHL und an den US-Colleges unter Dach und Fach haben: „Dann beginnen wir hoffentlich die Früchte von fünf Jahren Entwicklungszeit zu ernten. Innerhalb der letzten 32 Monate haben wir uns 80 qualitative Kontakte aufbauen können. Und die Offenheit der Teams ist schier überwältigend.“

Kurz vor dem Durchbruch Dass es so lange dauern würde, bis Trayn marktreif ist, hätte er zu Beginn des Projekts nicht gedacht: „Auch wenn weder mein Vater noch ich Programmierer sind und wir uns natürlich die Frage gestellt haben ‚Trauen wir uns, oder trauen wir uns nicht?‘, haben wir mit einer schnelleren Entwicklung gerechnet.“ Die große Hürde sei gewesen, die Pläne eines Trainingswissenschafters so in die Sprache eines Programmierers zu übersetzen, dass dieser „das Ding durch-

programmiert“, erklärt Pinter. Er habe aber die richtigen Leute gefunden, und so den Traum in die Realität umgesetzt: „Als Startup gibt es keine Benchmarks, man agiert teilweise im luftleeren Raum und braucht einfach einen langen Atem“, erklärt er, dass er sich als Lektor an der WU Wien und mittels Beratungstätigkeiten über Wasser gehalten hat. Ob er den Schritt in die Selbstständigkeit jemals bereut hat? „Keinesfalls. Die Start-up-Szene ist so dermaßen spannend, dass ich vermutlich alles nochmal genauso machen würde.“ Dennoch hat er eine Vorstellung davon, was er machen würde, wenn es Trayn nicht gäbe: „Ich habe während des Studiums zwei Jahre im Café Blaustern gearbeitet. Und die Baristarolle hat mir schon auch gut gefallen – da kommt mir mein extrovertiertes Wesen zugute.“ Sein absoluter Traumjob ist seit Kindertagen aber eine Karriere als Profi-Windsurfer: „Das ganze Jahr an den schönsten Orten der Welt zu sein, das hätte schon seinen Reiz“, erklärt Pinter abschließend …  (jawe)

Davor habe ich Angst … unvorhersehbare gesundheitliche Probleme. Das ist meine größte Stärke … Durchhaltevermögen, klare Visionen und Zielsetzungen. Das ist meine größte Schwäche … manchmal bin ich zu perfektionistisch. Mit dieser Person würde ich gerne für 24 Stunden die Rollen tauschen … dem Red Bull-Gründer Dietrich Mateschitz.

1977–2005

2005–2009

2010–Heute

1977 in Villach geboren, studiert Alex Pinter im Anschluss an die Matura parallel Sportwissenschaften an der Uni Wien und Internationale BWL an der WU Wien und in den USA.

Nach der Doppelsponsion sammelt er seine ersten beruflichen Erfahrungen als freier Projektmitarbeiter bei Roland Berger Strategy Consultants, bevor er zu Accenture als Consultant wechselt.

2010 wagt er den Sprung ins Start-up-Business und widmet sich gemeinsam mit seinem Vater als CEO der Trainingsplansoftware Trayn und dem Scouting-Tool Inscouts.


p e r s o n a l m a n a g e m en t

Freitag, 27. September 2013

careernetwork – 73

BFI Wien Das Wiener Berufsförderungsinstitut lanciert das erste Lehrlings-Crossmentoring-Programm

Karriere-Inside mit: Christoph Weissenböck

Lehre ist kein Abstellgleis Valerie Höllinger: „Wir müssen die Lehre wieder als positive Karrierechance etablieren.“ Unternehmen den Stellenwert von jungen Menschen erkennt, respektiert und fördert“, erklärte Johannes Zimmerl, Konzernpersonaldirektor Rewe International AG und Geschäftsführer Rewe International DienstleistungsgmbH, anlässlich der letztwöchigen Kick-offVeranstaltung des BFI LehrlingsCrossmentoring-Programms, das Engagement des Handelsriesen.

© BFI Wien/Marko Zlousic

Wien. „Die Lehre ist sicherlich kein Abstellgleis für gescheiterte Schüler.“ BFI Wien-Geschäftsführerin Valerie Höllinger stellt unmissverständlich klar, dass das Bild, das in der Öffentlichkeit von Lehrlingen oft gezeichnet wird, ihrer Meinung nach ein falsches ist: „Wir haben eine große Verantwortung in der Gesellschaft, um den Wert der Lehre zu steigern und sie wieder als positive Karrierechance zu etablieren.“ Nicht jeder müsse laut Höllinger auf die Hochschule gehen, um ein glückliches Berufsleben zu führen. „Bei der klassischen Berufsausbildung handelt es sich nicht um ein Auslaufmodell; vielmehr ermöglicht sie nach wie vor erfolgreiche Karrieren.“ Die aktuelle Situation am Jobmarkt sei derzeit allerdings schwierig: Auf der einen Seite suchen Firmen händerringend nach Facharbeiternachwuchs. Andererseits stehen viele Jugendliche ohne Job auf der Straße, weil sie dem Vernehmen nach zu geringe Qualifzierung und den Mangel wichtiger Fähigkeiten – etwa soziale und kommunikative Kompetenzen, Selbstreflexion, Eigenverantwortung und Selbstbewusstsein – aufweisen. Hier will nun das BFI Wien mit dem sogenannten LehrlingsCrossmentoring ansetzen: Jungen Frauen und Männern, die nach Abschluss der Pflichtschule einen Lehrberuf wählen, sowie den Ausbildungsbetrieben soll in diesem Programm eine spezielle Förderung zuteil werden, um mitunter

Erfolgsfaktor Soft Skills

„Stolz auf unsere Lehrlinge“ Auch Elke Berger, Head of HR Management & Strategy, UniCredit Bank Austria, verdeutlichte den hohen Stellenwert der Lehrlinge und die Notwendigkeit fundierter Schulungen: „Bereits beim ersten Vorstellungsgespräch muss man allerdings ehrlich, hilfreich und realistisch sein und den jungen Menschen erklären, worum es geht.“ Für Maximilian Semler, angehender Goldschmiedemeister aus Wien, steht fest, dass Familie und Freunde eine „Lehrausbildung akzeptieren und unterstützen“ sollten. Der große Benefit für die Jugendlichen sei nämlich, dass sie durch „das frühe Übernehmen von wirtschaftlicher und sozialer Verantwortung“ früher erwachsen würden. „Langfristig möchten wir die Wertigkeit der Lehre im gesellschaftlichen Umfeld thematisieren und positiv besetzen. Unsere Gesellschaft soll wieder stolz sein auf ihre Lehrlinge und Fachkräfte“, steckt sich Höllinger abschließend große Ziele.  (red)

Maximilian Semler, Elke Berger, Valerie Höllinger und Johannes Zimmerl.

vorhandene Schwächen auszubügeln. „Der Schwerpunkt unseres Lehrlings-Crossmentorings ist die persönliche Entwicklung der Lehrlinge“, hält Höllinger fest. „Aber auch die berufs- und lebenserfahrenen Führungskräfte, die sich als Mentoren engagieren, profitieren persönlich von dem Projekt.“

auch ein Koch-Workshop unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit und der Work-Life-Balance. „Die Beteiligten profitieren vom generationenübergreifenden Erfahrungsaustausch und lernen von anderen Branchen; gleichzeitig wirkt sich das Engagement der Unternehmen positiv auf ihr Image als Arbeitgeber aus“, ist Höllinger überzeugt. Fünf große Ausbildungsunternehmen konnten für das 2014 startende Programm an Bord geholt werden: Rewe International, UniCredit Bank Austria, Wiener Städtische Versicherung, A1 sowie Flughafen Wien: „Ein Lehrling ist keine günstige Arbeitskraft, sondern ein wertvoller Teil des Unternehmens. Schon die Vergangenheit hat gezeigt, dass ehemalige Lehrlinge bei uns bis in die oberste Managementebene vorstoßen. Das klappt nur dann, wenn nicht nur der Lehrling, sondern auch das

Persönliche Entwicklung Der vom BFI Wien gewählte Ansatz ist neu. So werden Teams aus drei Personen unterschiedlicher Unternehmensherkunft gebildet: „Der Lehrling als Mentee, ein erfahrener Manager als Mentor und ein junger Lehrabsolvent als Peer“, skizziert Höllinger. Das BFI Wien stelle dazu ein Qualifizierungsund Rahmenprogramm aus Workshops und Exkursionen bereit. Geplant sei u.a. auch ein Integrationsund Kommunikationstraining, aber

Tag der Lehre Der Staatspreis „Beste Lehrbetriebe – Fit for Future 2013“ wird am 23.Oktober verliehen

börse

Die Auf- und Umsteiger der Woche im Kurzporträt.

Monika Kriwan Identitäter

Monika Kriwan (50) steigt bei der Agentur für Employer Branding, Identitäter, ein. Zuletzt leitete sie die Unternehmenskommunikation von Wein & Co., wo sie auch ein internes Marken- und Employer Branding-Projekt umsetzte.

© CBRE/Benedikt Loebell

© Identitäter/Astrid Knie

job

Julian Schramek CBRE

Julian Schramek (35) verstärkt ab sofort die Abteilung Building Consultancy von CBRE als neuer Senior Project Manager für Österreich und CEE. Zuletzt war er u.a. als Teilprojektleiter am Neubau des Hauptbahnhofs Wien beteiligt.

Promotion

19 Mitarbeiter wurden Nominierungen an appsystems, Elektro Peter Holzinger GmbH und Fetz Malerei GmbH ausgesprochen. In der Kategorie 20 bis 249 Mitarbeiter rittern Gantner Electronic GmbH, Haberkorn GmbH und Wopfinger Stein- u. Kalkwerke Schmid & Co. KG um den Titel. Und in der Kategorie ab 250 Mitarbeiter stehen BRP-Powertrain GmbH & Co KG, Hilti AG und Salzburg AG zur Wahl. Aus den Nominierten wird von einer Fachjury jeweils ein Staatspreisträger gekürt. Zusätzlich wird ein Sonderpreis für die Umsetzung von kompetenzorientierten Lehrlingsprojekten vergeben. Die Sieger werden im Anschluss an den 7. „Tag der Lehre“ im Wiener MAK am 23. Oktober gekürt.  (red)

Lisa Frühbauer PDM Tourism Group

Lisa Frühbauer (39) ist seit Kurzem neue Sales- und Marketingdirektorin der PDM Tourism Group. Zuletzt war die erfahrene Touristikerin E-Commerce und Marketing Director Central Europe bei STA Travel.

David Havelka cinecom & media

© wrfuerst.com

Wirtschaftsminister Mitterlehner: „Unsere duale Berufsausbildung gilt als vorbildlich.“

Wien. „Unsere duale Berufsausbildung gilt weltweit als vorbildlich. Das ist neben guten Rahmenbedingungen in erster Linie dem Einsatz und den Leistungen der Lehrbetriebe zu verdanken; ihre engagierten Ausbilder bieten den Jugendlichen eine ausgezeichnete Ausgangsbasis für das weitere Berufsleben“, betont Wirtschaftsund Jugendminister Reinhold Mitterlehner. Um diese Betriebe auch vor den Vorhang zu holen, vergibt das Wirtschaftsministerium heuer den Staatspreis „Beste Lehrbetriebe – Fit for Future 2013“. Eine Expertenjury hat nun in drei an der Betriebsgröße orientierten Kategorien insgesamt neun Nominierungen an heimische Unternehmen vergeben: In der Kategorie bis

© PDM/www.fotoschuster.at

© BMWJF/Bernhard J. Holzner

Die Staatspreis-Nominees stehen fest

Bewirbt man sich bei einem Unternehmen, gilt es, sich von seiner besten Seite zu zeigen – logisch. Worauf man in den Bewerbungsunterlagen oder in weiterer Folge dann im Vorstellungsgespräch seinen Fokus legt, bleibt jedem selbst überlassen. Doch welche Stärken sind es, auf die die Österreicher beim Jobsuchen vertrauen? stellenangebote.at ließ dazu eine GfK-Studie durchführen: Zwei von drei Österreichern sind davon überzeugt, dass ihre Berufserfahrung der größte Pluspunkt in Bewerbungsprozessen ist. Fast ebenso viele (63 Prozent) bauen auf ihre Soft Skills, also Werte wie Sozialkompetenz, Stressresistenz oder andere persönliche Eigenschaften. Knapp sechs von zehn glauben, vor allem durch ihre Ausbildung zu überzeugen. Was jedoch überrascht: Nur 44 Prozent Arbeitnehmer sind auch der Meinung, dass Unternehmen Wert auf Soft Skills bei Bewerbern legen. Ein Fehler vieler Unternehmen, meint stellenangebote.at-Geschäftsführer Jürgen Smid: „Sogenannte weiche Werte wie Teamfähigkeit werden allein durch den demografischen Wandel stark an Bedeutung gewinnen. Durch diesen, aber auch durch den sich vollziehenden Wertewandel, wird das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Mitarbeiter in Zukunft ein völlig anderes sein als noch vor einigen Jahren. Ob und wie Teams künftig erfolgreich funktionieren, hängt stark von Soft Skills der Mitarbeiter ab.“ GfK-Studienautorin Angelika Kofler geht einen Schritt weiter: „In einer Generation wird man sich wahrscheinlich wundern, dass Soft Skills als eine Art zweitrangige Kompetenz gesehen wurden.“

Mit 2. September hat David Havelka die Position als Leiter der Abteilung Finanz & Controlling bei Österreichs Kinovermarkter cinecom & media übernommen. Vor seinem Wechsel war er neun Jahre bei der ­Robert Bosch AG tätig.


Personalmanagement

74 – careernetwork

Freitag, 27. September 2013

Gastkommentar Berater, Coach und Personalentwickler Siegfried Lachmair über die Frage, ob gutes Konfliktmanagement teuer sein muss

Mediation sticht Schiedsgericht

© privat

Lachmair: „Es braucht natürlich für eine Mediation offene Konfliktparteien sowie fähige Berater.“

Siegfried Lachmair ist u.a. Berater und Mediator. www.lachmair-consulting.com

Linz. Stellen Sie sich bitte folgende Situation bildlich vor: Sie haben als Unternehmer einen Auftrag erteilt. Am Ende gibt es einige Ungereimtheiten und sie können sich mit Ihrem Auftragnehmer leider nicht einigen. Sie denken: Gott sei Dank haben wir im Vertrag eine sog. Schiedsklausel vorgesehen und Sie hoffen, damit den Streit rasch und preiswert lösen zu können. In Summe geht es um eine strittige Summe von 100.000 Euro. Am Ende bekommen Sie 70.000 Euro als Auftraggeber. Der Auftragnehmer erhält 30.000 Euro zugesprochen. Am Schiedsverfahren sind drei Schiedsrichter beteiligt, zwei

Rechtsanwälte sowie ein gerichtlich beeideter Sachverständiger und zwei Privatgutachter. Die Gesamtkosten des Schiedsverfahrens belaufen sich auf knapp 200.000 Euro. Davon zahlen Sie 67.000 Euro und die anderen 133.000 Euro zahlt ihr Auftragnehmer.

Außer Spesen ... An dieser Stelle stellt sich die Frage: Wie kann es dazu kommen? Nachdem die Streitparteien „gern“ stritten und erst nach langem Hin und Her erkannten, dass am Ende die Kosten für das Schiedsverfahren viel höher waren als die strit-

tige Summe, akzeptierten die beiden Streitparteien schlussendlich doch zähneknirschend einen Vergleich des Schiedsgerichts. Hätten die Streitparteien, vorausgesetzt diese kommen rasch zum Einsehen und lenken ein, gleich eine Mediation in Anspruch genommen, so wären die Kosten weit unter dem Streitwert von 100.000 Euro geblieben und man hätte sich eine Menge Ärger, Zeit und Energie erspart und möglicherweise sogar gemeinsam eine Win-Win-Lösung entwickeln können. Dazu braucht es jedoch für eine Mediation offene Konfliktparteien sowie beratende Berufe, die die

Streitparteien auf die Erfolgsaussichten sowie die voraussichtlichen Kosten des Schiedsverfahrens entsprechend bereits im Vorhinein aufklären und hinweisen. Was die Kosten eines Mediationsverfahrens betrifft, so liegen diese bei etwa 10 bis 30 Prozent des Streitwerts – und steigen auch nicht mit der Höhe des Streitwerts an. Am Ende war im besagten Schiedsverfahren keine der Parteien zufrieden und außer Spesen und hohen Kosten gab es auf beiden Seiten nur Verlierer, für die es keine gemeinsame Zukunft sowie (Geschäfts-)Beziehung mehr gab. Ein Mediator hätte als unabhängiger, neutraler Dritter von Anfang an versucht, die beiden Konfliktparteien zu einer gemeinsamen sowie fairen und nachhaltig umsetzbaren Win-Win-Lösung zu begleiten und so exorbitant hohe Verfahrenskosten, wie in manchem Schieds- bzw. Gerichtsverfahren, zu vermeiden.

JOBTICKER JOBTICKER

Netzwerk Jung-Manager

Karriere-Booster

Studiengangsleiter/in (m/w) Studiengangsleiter/in (m/w) FH Wiener Neustadt

Wien. Seit vergangener Woche gibt es mit „Manageers“ (www.manageers.at) ein neues Netzwerk für junge Führungskräfte und Nachwuchs-Manager: „Als ich vor einigen Jahren nach Wien gezogen bin, habe ich vergeblich nach einem Netzwerk gesucht, wo ich CEOs kennenlernen, mich mit anderen Nachwuchsmanagern austauschen und mir echtes Praxiswissen für eine Karriere im Top-Management aneignen konnte. Mit Manageers möchte ich so ein Netzwerk für künftige Führungskräfte schaffen“, erklärt Manageers-Gründer Benjamin Ruschin. Das Angebot soll künftig u.a. ein MentoringProgramm mit führenden CEOs, Investoren und Start-up-Gründern, Networking-Events sowie eine Reihe von Trainings bieten.

FH Wiener Wiener Neustadt Dienstsitz: Neustadt Dienstsitz: Wiener Neustadt

Consultant SAP-Retail (m/w) Consultant SAP-Retail (m/w) Lidl Österreich GmbH Lidl Österreich GmbH Dienstsitz: Salzburg Dienstsitz: Salzburg

Teamleiter Kundenbetreuung Teamleiter Kundenbetreuung Valida Vorsorge Management

agpro 15-jähriges Jubiläum

Noch viel zu tun (m/w)

Wien. Die austrian gay professionals (agpro) feierten ihren 15-jährigen Einsatz für die Gleichstellung homosexueller Menschen im Arbeitsund Unternehmensumfeld: „Die Geschwindigkeit der Veränderung in Österreich ist eine Schande“, hielt Georg Kraft-Kinz, Generaldirektor Stv. der Raiffeisenlandesbank NÖWien, in seiner Laudatio fest und meinte damit, dass zwar einiges in Sachen Gleichstellung erreicht wurde, aber noch lange nicht genug. Vereinigungen wie die agpro seien deshalb notwendig, weil sie die Auseinandersetzung mit Vielfalt fördern und weil „eine andere sexuelle Orientierung und Identität“ noch immer Angst mache.

(m/w)

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© Alek Kawka

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Georg Kraft-Kinz (Raiffeisen), Brigitte Jank (WKW) und Markus Knopp (agpro).


W E i te r b i l d u n g

Freitag, 27. September 2013

careernetwork – 75

Diversität Der „B2B Diversity Day“ zeigt anhand von Best Practice-Beispielen wieder, wie es richtig geht

short

Leitfaden fĂźr mehr Vielfalt

Modul University lädt zum Karrieretag Wien. Wie in den letzten Jahren auch, veranstaltet die Modul University Vienna auch heuer wieder die Karrieremesse „Modul Career Fair“. Am 17.10. soll interessierten Unternehmen die MĂśglichkeit geboten werden, sich den SchĂźlern der Tourismusschulen Modul und den Studierenden der Modul University Vienna sowie den Absolventen beider Institutionen zu präsentieren und Praktikums- sowie KarrieremĂśglichkeiten vorzustellen. „Ziel dieser Karrieremesse ist es, hochqualifizierte Nachwuchskräfte mit den besten nationalen und internationalen Unternehmen in der Tourismus- und Hotelbranche zu vernetzen“, heiĂ&#x;t es seitens der Veranstalter. Im Anschluss an die Karrieremesse lädt die Modul University zur Netzwerkveranstaltung Career SoirĂŠe. Infos und AnmeldemĂśglichkeiten:  www.modul.ac.at

Experten sind sich einig: Diversity ist eine Frage der unternehmerischen Vernunft.

Tatjana Oppitz, Generaldirektorin von IBM Austria: „Diversity ist nicht nur ‚nice to have‘, sondern muss in der Strategie eines Unternehmens verankert sein und

„FĂźhrungskräfte erkennen, dass durch das Ăœbernehmen von Verantwortung die Marktperformance gestärkt wird.“ Ursula Simacek

Kostenloses JobCoaching fĂźr SchĂźler

BM Hundstorfer, IBM-Direktorin Oppitz, Staatssekretär Kurz und Ursula Simacek.

top down gelebt werden. Innovation und Kreativität passieren nur, wenn die Vielfalt im Unternehmen zugelassen wird“, ist sich die Managerin aus eigener Erfahrung sicher. Bei der Podiumsdiskussion meldeten sich unter anderem auch Sozialminister Rudolf Hundstorfer und Staatssekretär Sebastian Kurz zu Wort und zeigten sich trotz Wahlkampf in Sachen Diversity ei-

ner Meinung darin, dass Diversity bereits im Kindergarten beginnt: „Mir ist es ein besonderes Anliegen, Menschen mit Migrationshintergrund bestmÜglich zu fÜrdern, damit sie sich besser und rascher in den Üsterreichischen Arbeitsmarkt integrieren kÜnnen. Immer mehr Unternehmen nutzen ganz gezielt die Talente von zugewanderten Menschen wie beispielsweise die sprachliche sowie kulturelle Kom-

den Schutz der Menschenrechte, die Sicherstellung von Chancengleichheit und soziale Integration zum Ziel haben. Um benachteiligte Gruppen zu fĂśrdern, bin ich auch fĂźr die Quotenregelung.“ Der B2B Diversity Day feierte 2011 Premiere und wird von der Simacek Facitity Group veranstaltet. Die Wirtschaftskammer Wien verĂśffentlicht begleitend eine BroschĂźre zum Thema Diversity. (lw)

Š privat

Kreativität durch Vielfalt

petenz; damit profitieren nicht nur die Unternehmen selbst, sondern sie leisten damit einen wichtigen gesamtgesellschaftlichen Beitrag“, so Kurz. Sozialminister Hundstorfer stellte erneut die Forderung nach Quotenregelungen in den Raum: „Gesetzliche Bestimmungen und politische MaĂ&#x;nahmen mĂźssen

Š Simacek Facility Management

Wien. Egal ob Gender, Alter, Herkunft oder Behinderung – Unternehmen, die die Vielfalt der Gesellschaft auch in ihrem Unternehmensalltag abbilden, profitieren: Das ist der allgemeine Tenor des B2B Diversity Day, bei dem Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft Best-Practice-Beispiele austauschten. Ăœber 30 Unternehmen und Interessensverbände präsentierten ihre Konzepte fĂźr erfolgreiches Diversity Management. Sechs besonders bemerkenswerte Diversity-Projekte wurden jeweils mit 15.000 â‚Ź unterstĂźtzt. Ursula Simacek, GeschäftsfĂźhrerin und MiteigentĂźmerin der simacek Facility Management Group, hat 2011 den Diversity Day ins Leben gerufen, mit dem Ziel, den Austausch zu ermĂśglichen und auch andere Unternehmen ins Boot der Vielfalt zu holen: „Immer mehr FĂźhrungskräfte erkennen, dass durch Nachhaltigkeitsstrategien und das Ăœbernehmen von gesellschaftlicher Verantwortung die Marktperformance nachhaltig gestärkt wird – die Praxisbeispiele sollen auch andere Unternehmen inspirieren“, erkärt Simacek.

BĂźro-Sitten In sechs von zehn Betrieben wird nicht gesiezt, auch Manager gehen mit Du-Wort offen um

Wien. Die Ă–sterreicher pflegen im beruflichen Umfeld einen sehr lockeren Umgang miteinander. Das Du-Wort ist auch unter Kollegen sehr verbreitet. In sechs von zehn Ăśsterreichischen Betrieben werden Kollegen und Vorgesetzte nicht gesiezt. Das hat die Online-JobbĂśrse karriere.at in einer Befragung herausgefunden. 22% der Befragten gaben an, dass in ihrem Unternehmen nur manchen Mitarbeitern das Du-Wort angeboten wĂźrde; nur 11% mĂźssen ihre Vorgesetzten siezen. Ein entscheidender Faktor ist dabei das Alter: Ă„ltere siezen sich meist, JĂźngere sind eher per Du.

Auch die Chefs selber sehen den Umgang mit der persĂśnlichen Anrede locker: Sechs von zehn Managern sagen, dass das allgemeine Du in den Betrieben etabliert ist. Ein Viertel bietet nur bestimmten Mitarbeitern das Du-Wort an. Karriere.at-GeschäftsfĂźhrer JĂźrgen Smid hat Tipps fĂźr Unternehmen: „Ein generelles ‚Du‘ muss fĂźr alle gelten. Wenn schon ‚Du‘, muss auch die Reinigungskraft den Direktor duzen dĂźrfen. Und: Neue Mitarbeiter sollten spätestens am ersten Arbeitstag Ăźber die gelebte Praxis informiert werden, um allfälligen Peinlichkeiten zuvorzukommen“, erklärt Smid. (red)

HIER BILDET SICH MEHR ALS NUR WISSEN

Š karriere.at

„Auf Du und Du“ mit Chef und Kollegen

Jßrgen Smid, Geschäftsfßhrer von Karriere.at: Österreicher duzen gern im Bßro.

BILDUNG. FREUDE INKLUSIVE.

Karriere-Coach Elfriede Gerdenits will Jugendliche jobfit machen.

Wien. Nicht nur Manager, sondern auch SchĂźler lassen sich heute coachen: FĂźr den perfekten Start ins Berufsleben bietet Karriere-Coach Elfriede Gerdenits den Workshop „So klappt der Einstieg“ an. „Der Bogen reicht von der Unternehmensrecherche, der strategischen Karriereplanung Ăźber das Erstellen marketingorientierter Bewerbungsunterlagen“, so Gerdenits. Die Zielgruppe sind Jugendliche ab der 8. Schulstufe, Lehrstellensuchende sowie Unentschlossene, die noch zwischen weiterfĂźhrender Schule und Lehre schwanken. Finanziert wird das Angebot direkt von den involvierten Unternehmen – u.a. Volksbanken und WĂźstenrot. FĂźr SchĂźler und Schulen ist das Programm kostenlos. Infos unter:    www.gerdenits.at

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