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medianet

inside your business. today.

Freitag, 27. April 2012 – 71

Steter Wandel

Starke Frauen

Vor allem junge Arbeitnehmer wollen sich beruflich ständig weiterentwickeln  Seite 74

Bei Re/Max haben die Frauen die Hosen an und verdienen um 6,5% mehr  Seite 75

© Re/Max

© Seher & Partner

careernetwork Aufsteigerin Irina Kubadinow, NHM © Naturhistorisches Museum/Kurt Kracher

„Es macht wieder Spaß“ Neustart Christian ­Chytil hat das Thema ‚Euro 2008‘ abgehakt und will mit ­impacts Catering neu durchstarten.  Nachfrage Fach­ kräfte­mangel, E-Recruiting und ­Social Media sind die bestimmen­den HR-Trends, wenn es nach Mon­ster geht. 

© Leading Search Partners

Seite 72

Gastkommentar

Die Personalberaterin Irmgard Barosch über die Frage, wie berufene und kompetente Frauen fernab der Quote für den Aufsichtsrat zu finden sind.  Seite 75

Seite 73

© Impacts Catering

Arbeitskosten Österreich neunter innerhalb der EU

Im oberen Mittelfeld Wien. Bei den Arbeits- und Lohnnebenkosten liegt Österreich je­ weils auf Rang neun unter den 27 Ländern der Europäischen Union. Das geht aus einer Presseaussen­ dung des deutschen Statistischen Bundesamts hervor. Demnach zahlten die heimischen Arbeitge­ ber in der Privatwirtschaft 2011 für eine geleistete Arbeitsstunde durchschnittlich 29,20 € je Stunde. Somit gaben sie um 28% mehr als der EU-Schnitt (22,80 €) und 5,4% mehr als der Eurozonen-Schnitt (27,70 €) aus. Spitzenreiter dieses Rankings sind Belgien (39,30 €), Schweden

(39,10 €) und Dänemarkt (38,90 €). Auch deutsche Arbeitgeber muss­ ten mit 30,10 € etwas tiefer in die Tasche greifen; Arbeitgeber im krisengeschüttelten Griechenland zahlten im Vergleich dazu für eine Arbeitsstunde 16,40 €. Die gesamte Bandbreite der Ar­ beitskosten innerhalb der EU ist enorm: Im Land mit den geringsten Arbeitskosten, in Bulgarien, lagen sie bei 3,50 € je Stunde, das sind um 90% weniger als beim Spitzen­ reiter Belgien. Auch in Rumänien, Litauen, Lettland, Polen, Ungarn, Estland oder der Slowakei lagen sie unter 10 €.  (red/APA)

A r b eit skos t e n 2 0 1 1 *

Belgien Schweden Dänemark Frankreich Deutschland Österreich Eurozone Italien EU-Schnitt Spanien Griechenland Slowenien Tschechien Slowakei Ungarn Litauen Rumänien Bulgarien *Auswahl. Arbeitskosten: Privatwirtschaft in Euro pro Stunde. Quelle: APA/Statistisches Bundesamt Deutschland

39,30 39,10 38,90 34,20 30,10 29,20 27,70 26,70 22,80 20,60 16,40 14,40 10,50 8,40 7,60 5,50 4,50 3,50

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Career portrait

72 – careernetwork

Freitag, 27. April 2012

„Ich gehe in meinem Job auf“

© Impacts Catering (2)

Warum er mittler­weile über die Euro 2008 lachen kann, er nicht Abwasser­techniker wurde und wie Naomi Campbell trotz Pannen doch aus dem Schoko­ brunnen löffeln konnte, erzählt impacts CateringChef Christian Chytil im Gespräch.

Wien. „Action“ – davon konnte Christian Chytil schon in jungen Jahren nicht genug bekommen: „Ich wollte wie so viele Kinder auch Feuerwehrmann werden“, so der Chef von impacts Cateringsolutions im Gespräch mit medianet. „Und so gesehen bin ich es auch geworden: Bei Events brennt öfter der Hut und meine Aufgabe ist es dann, den Löschzug zu steuern.“ Geplant war dieser Schritt ins Cateringgeschäft an sich nicht: „Ich hätte Abwassertechniker werden sollen, ein guter und solider Beruf“, erzählt Chytil. „Aber ehrlich gesagt: Ich hatte mit 14 Angst vor dem Internat“, verrät er, warum aus dieser Ausbildung dann doch nichts wurde und er vielmehr nach der gymnasialen Unterstufe die Tourismusschule in Wien absolvierte. Es sollte sich als die richtige Entscheidung herausstellen: „Ich bin schon dort recht umtriebig gewesen und habe unter anderem den Wiener Tourismusball ausgerichtet“, beschreibt Chytil, wie ihn das Event- und Gastrofieber packte: „Mein großes Vorbild ist damals Hannes Jagerhofer gewesen, der in den Sophiensälen eine fantastische Inszenierung hingelegt hat. Wenn

‚Die Macht der Nacht‘ erklungen ist, das war schon legendär“, erinnert er sich an die 1990er-Jahre. Aus dem Bewirten vieler Menschen – „das wollte ich immer schon machen“ – ist dann rasch mehr geworden: „Es gibt bei jeder Veranstaltung VIPs, die mehr als die handelsübliche Gastronomie wollen. Dann gilt es, ein Catering anzubieten, das funktioniert und auf die Kundenwünsche abgestimmt ist“, beschreibt er den Beweggrund, aus der 1999 gegründeten Event- & Webdesign GmbH schon nach kurzer Zeit die Event & Gastro GmbH zu machen.

Blubbernde Brunnen Die Kunden honorierten diesen Zugang: 2000 klopfte etwa Life BallOrganisator Gery Keszler bei Chytil an und holte ihn für die gesamtgastronomische Koordination des Events an Bord: „Beim ‚Life Ball‘ galt es, innovativ zu sein. Und so haben wir einmal 45 Schokobrunnen aus den USA einfliegen lassen, die wir in die einzelnen Tische im VIP-Bereich einbauen wollten. Die Generalprobe hat auch wunderbar funktioniert“, braucht Chytil

das große Aber erst gar nicht auszusprechen. „Eineinhalb Stunden, bevor die VIPs eintrudeln sollten, plötzlich der Super-GAU: Ein Brunnen nach dem anderen hat sich abgeschaltet, weil die Ventilatoren den Geist aufgegeben haben“, schildert er die Horrorvision eines jeden Gastronomen. „Wir hatten 90 Minuten Zeit, um die Tische aufzubohren, die Brunnen neu einzubauen und die Tische neuerlich zu decken. Wir schwankten zwischen ‚Das geht sich nie aus‘ bis ‚Wir müssen das aber schaffen‘“. Und Chytils Team sollte es auch schaffen: „Um 22:30 Uhr haben die Brunnen wieder geblubbert; Stargast Naomi Campbell war glücklich und hat gleich mit dem Löffel genascht.“ Bei einer anderen Großveranstaltung blieb das Happy End aber aus: Im Frühjahr 2008 noch als der Eurogastronom gefeiert – mit seiner Event & Gastro GmbH sicherte sich Chytil die Generallizenz über die Gastronomiebetriebe in der Wiener Fanzone während der Fußballeuropameisterschaft – musste er im November desselben Jahres Insolvenz anmelden: 2,9 Mio. € Passiva standen 1,4 Mio. € Aktiva gegenüber. „Leider hat uns der eine oder

andere große und maßgebliche Partner bei der Euro nachträglich im Stich gelassen“, so Chytil knapp. „Im März 2008 stellten sich die Generaldirektoren noch an, um mir zum Geburtstag zu gratulieren. Ein Jahr später galt ich plötzlich als Persona non grata.“ Aufgeben wollte Chytil nach dem Konkurs aber nicht – „natürlich zweifelte ich plötzlich an allem, was ich davor gemacht habe. Aber meine Familie, meine Freundin und meine Mitarbeiter haben alle gesagt: ‚Wir kämpfen mit‘“ – und so baute er das Geschäft wieder bei Null („eigentlich minus Null“) auf. „Wenn dann die Kunden wieder kommen und das Feedback gut ist, macht es auch wieder Spaß. Denn eigentlich gehe ich in meinem Job auf“, kann er der Causa „Euro 2008“ mittlerweile auch Positives abgewinnen: „Der Konkurs hat mich sicherheitsbewusster gemacht. Ich sage viel öfter ‚Nein‘ als früher und gehe nicht mehr jedes Risiko ein.“ Ob er das Rad der Zeit zurückdrehen würde, wenn er könnte? „Warum? Dann hätte ich nicht die Erfahrung, die mich zu dem macht, der ich jetzt bin“, so Chytil abschließend.  (jawe)

1976–1999

1999–2007

2007–Heute

Am 28. März 1976 in Klosterneuburg geboren, besucht Christian Chytil das örtliche Gymnasium und absolivert die Tourismusschule der Wirtschaftskammer Modul in Wien. Nach der Matura gründete er 1996 sein erstes Unternehmen – „Event Support“ – und organisiert u.a. den ersten Wiener Tourismusball.

Aus der Event Support macht Chytil 1999 die Event- & Webdesign GmbH und 2001 die Event & Gastro GmbH. Zwischen 2001 und 2007 ist er für die gesamtgastronomische Koordination des Life Ball zuständig und fungiert u.a. als Generalgastronom der Bank Austria Halle. 2006 steigt er mit der Firma Cup Concept ins Mehrwegbechergeschäft ein.

2007 gewinnt Chytil die Ausschreibung für die gastronomische Ausrichtung der Fanzone der Euro 2008 in Österreich. Im November 2008 wird das Ausgleichsverfahren über die Firma eröffnet. Chytil muss wieder bei null beginnen, integriert das Webrestaurant, übernimmt das Konferenzzentrum Vista 3 und sichert sich Aufträge beim FIS Skiflug Weltcup Kulm, dem Vienna City Marathon und bei zahlreichen Großkunden. 2012 erfolgt die Umstrukturierung der impacts Cateringsolutions GmbH.

9 Fragen An C h ristian C hytil

Als Kind wollte ich immer … Spaß haben. Mein Lebensmotto ist … „Es kann nur besser werden.“ Mein letztes Geld würde ich ausgeben für … die Firma. Darüber kann ich lachen … die „Euro 2008“. In 20 Jahren werde ich … hoffentlich ein ruhiges Leben haben. Davor habe ich Angst … unheilbare Krankheit. Das ist meine größte Stärke … meine Geduld. Das ist meine größte Schwäche … Ich bin manchmal zu leise. Mit dieser Person würde ich gerne für 24 Stunden die Rollen tauschen … mit einem Bergbauern, um dessen schwere, aber ruhige Aufgabe einmal live mitzuerleben.


p e r s o n a l m a n a g e m en t

Freitag, 27. April 2012

careernetwork – 73

Personaltrends Die Studie „Recruiting Trends 2012“ attestiert heimischen Top-Betrieben verhaltene Erwartungen

Karriere-Inside mit: Christoph Weissenböck

Die Personaltrends 2012

Fachkräftemangel, E-Recruiting und Social Media werden als herausfordernde Trends gesehen. ternehmen müssen, um entsprechende Bewerbungen generieren zu können“, prognostiziert Laumer. 31% der österreichischen Top 500Unternehmen erhöhten dieses Jahr daher ihre Rekrutierungsbudgets.

Auf die Plätze – fertig – Team!

Recruiting via Internet Die meisten Neueinstellungen gehen mit 70,6% auf Stellenanzeigen im Internet zurück. Vor allem die Unternehmenswebsite (82,5%) wird zur Veröffentlichung vakanter Stellen genutzt. 68,2% bedienen sich der Online-Karriereportale. Die Zufriedenheit der neuen Arbeitgeber ist bei jenen Bewerbern am größten, die mittels der firmeneigenen Webseite, eigener Netzwerke, Online-Karriereportale und durch Mitarbeiterempfehlungen angesprochen wurden. Acht von zehn Bewerbungen erreichen die Betriebe bereits heute auf elektronischem Weg, lediglich 15,3% erfolgen mittels papierbasierter Bewerbungsmappen. Social Media erweist sich im Bewerbungskontext als „spannendes Thema, das seinen genauen Platz im Tagesgeschäft noch sucht“, so Laumer. Eine strategische Einbettung sei hier vonnöten, lediglich 15,8% der Befragten verfügten über eine explizite Social Media-Strategie in Sachen Personalbeschaffung. Rund die Hälfte der Unternehmen erwartet einen Einfluss der zunehmenden Nutzung mobiler Endgeräten auf die Personalrekrutierung. 7,7% nutzen bereits MobileRe­cruiting.  (cho)

© Monster

Wien. Österreichs Top 500-Unternehmen hegen überwiegend verhaltene Erwartungen bezüglich der Personalbeschaffungstrends im aktuellen Jahr. Das zeigt eine Studie der Universitäten Bamberg und Frankfurt am Main, die im Auftrag des Online-Karriereportals Monster.at zum sechsten Mal in Folge erstellt wurde. „Die Recruiting-Trends der letzten Jahre setzen sich fort“, resümiert Barbara Riedl-Wiesinger, Country Manager & Sales Director von Monster Worldwide Austria. Unter den externen Trends zählen demnach für heimische Leitbetriebe der demografische Wandel und der Fachkräftemangel zu den wesentlichsten Themen. Erstmals unter den Top 5 dieser Skala befinden sich 2012 die Wirtschafts- und Eurokrise sowie Social Media.

Unterkühlte Stimmung

Studienautor Sven Laumer, Universität Bamberg: „Man geht davon aus, dass 31 Pro­ zent der offenen Stellen nur schwer oder gar nicht zu besetzen sein werden.“

„Die generelle Wirtschaftslage wird noch negativer beurteilt als im letzten Jahr“, so Studienautor Sven Laumer von der Universität Bamberg. Im Vergleich zum Vorjahr sinke die Anzahl der Unternehmen, welche die aktuelle Geschäftsentwicklung als gut einstufen, um 31,2%. 47,6% der Unternehmen erwarten laut Erhebung dieses Jahr eine gute Geschäftsentwicklung – knapp die Hälfte geht von einer ausgeglichenen Entwicklung aus. Als Herausforderungen werden in der Personalbeschaffung wie bereits im Vorjahr in erster Linie die Mitarbeiterbindung sowie das

interne Arbeitgeberimage gesehen. Weiters von besonderem internen Interesse sind laut der Studie die Kategorien „Employer Branding“, „Know your Talent“ und „Sichtbarkeit“. Seitens der Unternehmen erwartet man 2012 eine Vielzahl offener Stellen, „Fachkräfte bleiben jedoch weiterhin umkämpft“, betont Laumer. 97,1% der TopBetriebe wollen dieses Jahr vakante Arbeitsstellen besetzen. Vorwiegend wird es dabei jedoch nicht darum gehen, die Mitarbeiterzahlen zu erhöhen, vielmehr sollen frei gewordene Positi-

onen nachbesetzt werden. „Man geht davon aus, dass 31 Prozent der offenen Stellen nur schwer oder gar nicht zu besetzen sein werden“, ergänzt der Studienautor – ein Faktor, der sich über die letzten vier Jahre konstant zeigt. Internationale Rekrutierung sowie entsprechendes AltersManagement gewinnen in der Diskussion um den Fachkräftemangel zunehmend an Bedeutung. „Unternehmen werden aus diesem Grund und auch wegen des demografischen Wandels immer intensivere Anstrengungen un-

„Nicht schon wieder Hochseilgarten!“ Viele Arbeitnehmer reagieren leicht genervt, wenn sie das Wort „Teambuilding“ hören. In der Tat wirkt es oft etwas bemüht, wenn mit einem Nachmittag pro Jahr das herzustellen versucht wird, woran eigentlich täglich gearbeitet werden sollte. Der bittere Beigeschmack vieler solcher Veranstaltungen ist, dass sie von oben verordnet werden und sich der Spaß dabei in Grenzen hält, weil die Botschaft „Ihr müsst besser funktionieren“ zu offensichtlich ist. Dass Teambuilding aber auch anders aussehen kann, haben die großen FrühjahrsMarathons dieser Saison wieder einmal gezeigt: Tausende Läufer trugen die Logos ihrer Arbeitgeber spazieren, feuerten ihre Kollegen an und hatten in den meisten Fällen sogar noch Freude am ­s onntäglichen Schwitzen! Warum nur? Allein die Beobachtung der „hauseigenen“ MarathonTruppe gibt Antwort. Weil’s Spaß macht! Vom Moment der Anmeldung sorgt so ein Bewerb für Gesprächsstoff beim Mittagessen und in Pausen: Wer läuft welche Strecke? Wann wird wo trainiert? Und warum kann wer nicht zum Mittwochs-Lauftreff kommen? Später dann: Wie wird das Wetter? Was anziehen? Wo Treffpunkt? Und schließlich: tage- und wochenlange Analysen des Geschafften. Gegenseitiges Schulterklopfen – sogar von den Nicht-Läufern in der Kollegenschaft. Pläne fürs nächste Jahr. Und alles ohne (Erfolgs)Druck von oben. Abgesehen vom PR- und Employer-Branding-Nutzen solcher Events: Kostengünstiger (Anmeldegebühr + Leibchen) kann effektives Teambuilding nicht passieren.

Studiengebühren Laut Wissenschaftsminister können die Unis autonom Gebühren fixieren – die SPÖ widerspricht

börse

Die Auf- und Umsteiger der Woche im Kurzporträt.

A. Poschenreithner

Alexander Poschenreithner (Bild, 26) verstärkt seit März 2012 kununu.com und kümmert sich künftig gemeinsam mit dem ebenfalls neu ins Team eingestiegenen Holger Sadek (34) um den weiteren Ausbau des Portals.

C. Schönberger Forstinger

© Forstinger

kununu

Christine Schönberger (45) übernimmt die Leitung der Bereiche Recht und Personal bei der Autozubehör- und Zweiradkette Forstinger. Zuvor war Schönberger rund 15 Jahre im Bereich Telekommunikation und Hightech tätig.

Promotion

Töchterle sieht eine Studiengebühren­ obergrenze von 500 € pro Semester vor.

Nathalie Parent hybris

Nathalie Parent übernimmt als Vice President die Spitze des Human Resources-Bereichs bei hybris. Parent ist seit 16 Jahren im HR-Bereich von Software-Unternehmen tätig und war zuletzt bei der Corel Corporation.

Irina Kubadinow NHM

© NHM/Kurt Kracher

Das Modell hätte weiters soziale Begleitmaßnahmen vorgesehen: Studienbeihilfebezieher zahlen demnach keine Beiträge, ein Teil des Geldes kommt in einen Sozialfonds und auf Antrag können die Beiträge gestundet und erst im Berufsleben zurückgezahlt werden. Kritik erntet Töchterle mit diesem Vorstoß beim Regierungspartner: SPÖ-Wissenschaftssprecherin

Andrea Kuntzl nannte den Aufruf, dass die Universitäten autonom Studiengebühren einheben sollen, „unverantwortlich“. Diese würden dadurch in eine „sehr rechtsunsichere Situation gebracht“. Auch bei den Studentenvertretern stößt der Minister auf wenig Gegenliebe: „Töchterle zeigt immer mehr sein wahres Gesicht. Noch immer fühlt er sich in seiner Rolle als unfehlbarer Rektor. Wer Kritik als völlig unangebracht empfindet, sollte über das eigene politische Verständnis nachdenken“, so Angelika Gruber vom Vorsitzteam der ÖH. Mit seiner Rücksichtslosigkeit in Sachen Studiengebühren dränge Töchterle die Universitäten in einen rechtsleeren Raum und gebe allen anderen die Schuld dafür.

Kritik auf breiter Front

© kununu/Scherzer Stefan

job

von der SPÖ aber abgelehnten Studiengebührenmodell – eine Obergrenze von 500 € pro Semester geben. Von Studenten aus nicht-EUStaaten sollen die Unis – wie schon jetzt die FH – Gebühren bis zur Kostendeckung einheben können.

© hybris/Suzanne Bird

Wien. Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle drängt die Unis weiterhin dazu, ab Herbst selbstständig Studiengebühren einzuheben. Nach der Aufhebung von Teilen der Studiengebührenregelung durch den Verfassungsgerichtshof gibt es keine generelle Regelung mehr – der Minister beruft sich jedoch auf Rechtsgutachten, wonach die Unis autonom in ihrer Satzung Beiträge fixieren können. Aus Sicht der SPÖ können indes nunmehr keinerlei Gebühren eingehoben werden. Töchterle betont, dass es den Unis freistehe, zu kassieren: „Niemand muss, aber jeder kann“, betonte er am Samstag im Ö1-„Mittagsjournal“. Dabei soll es jedoch – entsprechend dem von Töchterle bereits vorgestellten alternativen,

© APA/Helmut Fohringer

Töchterle: „Niemand muss, aber jeder kann“

Irina Kubadinow übernahm mit April 2012 die Kommunikationsleitung des Naturhistorischen Museums. Zuletzt war sie Marketing- und Kommunikationsleiterin sowie Pressesprecherin der Kunstmeile Krems.


J o bwatc h

74 – careernetwork

Freitag, 27. April 2012

Jobwechsler-Studie Vor allem junge Arbeitnehmer wollen sich ständig weiterentwickeln und suchen aktiv nach beruflichen Herausforderungen

Auf der steten Suche nach Neuem Sicherer Arbeitsplatz und guter Verdienst sind nicht Hauptfaktoren für den Wechsel des Jobs, besagt die IMAS-Studie. Linz. Die meisten Jobwechsler werden von selbst aktiv und handeln aus eigenem Antrieb: Sie suchen nach neuen Herausforderungen und neuen spannenden Aufgabengebieten. Das zeigt eine aktuelle IMAS-Studie, die im Auftrag des Personalberatungsinstituts Seher und Partner durchgeführt wurde.

© Seher & Partner

Stillstand als Fremdwort

Susanne Seher und Helga Töpfl: „Firmen müssen sich Aktive holen!“

Mehr als die Hälfte der Berufsumsteiger entscheidet sich von sich aus für einen Jobwechsel, nur jeder Siebte wurde gekündigt oder wegen Konkurses entlassen, das zeigt die Befragung.

„Für viele junge, aufstrebende Persönlichkeiten ist Stillstand ein Fremdwort. Sie wollen sich ständig weiterentwickeln, dazulernen und in verschiedenen Unternehmen Erfahrungen sammeln. Dieser Trend zum lebenslangen Lernen nimmt weiter zu“, beobachten die Personalexpertinnen Susanne Seher und Helga Töpfl. Die Häufigkeit des Jobwechsels ist aber auch eine Frage des Alters und der Bildung: Ältere und einfacher Gebildete tendieren generell eher dazu, länger in einem Unternehmen zu verweilen. Mit diesen Informationen im Hinterkopf können Unternehmen

ihr Personalmanagement zu ihren Gunsten ausrichten, raten die Expertinnen. „Für Unternehmen besteht die Herausforderung darin, Talente zu halten oder zu erkennen, dass aktive, leistungsbereite Personen ihrem Unternehmen oftmals mehr Wert bringen, als langjährige Mitarbeiter“, so Seher und Töpfl.

Online-Jobbörsen nach passenden Angeboten. Die Jobsuche 2.0 auf Xing und Co. nutzen wenig überraschend eher unter 30-Jährige und Höhergebildete. Obwohl die befragten Jobwechsler sicheren Arbeitsplatz, gutes Betriebsklima und guten Verdienst als wichtige Faktoren für den Job nannten, waren diese Kriterien nicht ausschlaggebend für den beruflichen Wechsel. „Den Anstoß gibt in den meisten Fällen nicht ein einzelner, sondern ein Zusammenspiel vieler Faktoren“, erklärt Paul Eiselsberg vom IMAS-Institut. Materialistisch veranlagt scheinen Jobwechsler jedenfalls nicht zu sein: Die größten Motivatoren sind die Suche nach spannenden Aufgaben, der Wunsch, etwas Neues zu erleben sowie die Anerkennung des Vorgesetzten. „Goodies“ wie Parkplatz, Diensthandy oder Laptop spielen dahingegen nur eine untergeordnete Rolle.  (lw)

Jobsuche 2.0 wenig beliebt Bei der Jobsuche liegt das Gespräch mit Bekannten als Informationsquelle weit oben, dicht gefolgt vom klassischen Printinserat. 34% der Jobwechsler suchen auf

Sicherheit EU-Kampagne

Gesund arbeiten Brüssel/Wien. „Gesunde Arbeitsplätze“ heißt die neue, zweijährige Kampagne der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA). Jährlich gäbe es in der Europäischen Union 6,9 Mio. Arbeitsunfälle und noch weit mehr arbeitsbedingte Erkrankungen, so die Initiatoren. Die wirtschaftlichen Kosten für schlechte Gesundheitsbedingungen am Arbeitsplatz belaufen sich auf 490 Mrd. € pro Jahr. Die Kampagne will vor allem an das leitende Management in Firmen appellieren und umfasst eine Reihe von Aktivitäten auf nationaler und europäischer Ebene, darunter auch den 11. Europäischen Wettbewerb für gute praktische Lösungen („Good Practice Award“).

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Gehaltsangaben Inserate

Uni wehrt sich

H . D. E03 b e rg s 1 0 9 0 t ra ß e 1 5 Wie n

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Wien. Einmal mehr wies die Arbeiterkammer im Rahmen einer Analyse darauf hin, dass weit nicht alle Stellenausschreibungen die gesetzlichen Gehaltsangaben enthalten, und nannte Unis als Bad-PracticeBeispiele. Die Universitätenkonferenz wehrt sich: Die AK-Analyse sei in einer Übergangsphase durchgeführt worden, die Ergebnisse seien nicht aussagekräftig. Man habe aber „großes Interesse daran, transparente Information zur Verfügung zu stellen“.

Universitätslehrgang Werbung & Verkauf Unsere Absolventinnen sind Aufsteigerinnen Janet Kath von Interio ist erfolgreiche Absolventin unseres Universitätslehrganges. Noch während ihres Studiums startete sie ihre erfolgreiche Karriere beim BML Konzern und katapultierte BIPA zur Nummer 1 im österreichischen Drogeriefachhandel. Heute ist Janet Kath Inhaberin und Geschäftsführerin der Interio Möbelhäuser mit 14 Standorten in Österreich.

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D I v e r si t y M a n a g e m e n t

Freitag, 27. April 2012

careernetwork – 75

Immobiliengeschäft Sowohl im Makler- als auch im Bßroleiter-Ranking haben Frauen bei Re/Max die Nase vorn

short

Das stärkere Geschlecht

Diversity Management fĂźr FĂźhrungskräfte Krems. „Diversity Management betrachtet kulturelle Vielfalt unter den Mitarbeitenden einer Organisation als besondere Ressource, die nutzbar ist. Mit den richtigen Methoden und Werkzeugen kann Diversity Management Potenziale freisetzen, die die Innovationskraft steigern und die Zusammenarbeit verbessern“, ist Christiane Hartnack von der Donau-Universität Krems Ăźberzeugt. In einem viertägigen Seminar will sie im Mai die Grundlagen des Diversity Managements vermitteln und mittels Good-Practice-Beispielen Handlungsanleitungen zur Umsetzung liefern.  www.  donau-uni.ac.at/ikdiversity

2011 erwirtschafteten die Re/Max-Frauen einen um 6,5% hĂśheren Umsatz als ihre männlichen Kollegen. anteil bei unseren Maklern in Ă–sterreich noch bei 31 Prozent“, so Reikersdorfer. „International haben wir bereits eine Quote von 52 Prozent. Dort wollen wir mittelfristig auch in Ă–sterreich hin“. Geplant sei, die Zahl der Maklerinnen und Makler von derzeit 450 bis 2021 auf 1.200 aufzustocken.

Das groĂ&#x;e Aufstocken

Vorteil Sensibilität „Der Grund fĂźr den Erfolg von Frauen im Maklerberuf liegt unter anderem darin, dass Frauen sensibler sind und sich so leichter auf Kunden einstellen kĂśnnen“, betont Johanna Prosenik, Betreiberin des umsatzstärksten Re/Max-BĂźros in Ă–sterreich. Margarita Alexandrova-Fetscher, 2010 und 2011 um-

Starkes Trio: J. Prosenik, Leiterin des umsatzstärksten Bßros, D. Scarpatetti-Matheis, The Re/Max-Collection, und die umsatzstärkste Maklerin, M. Alexandrova-Fetscher.

satzstärkstes Re/Max-Mitglied in Ă–sterreich und 2008 Spitzenreiterin in ganz Europa, schlägt in dieselbe Kerbe: Frauen gingen besser auf die BedĂźrfnisse der Kunden ein und hätten ihrer Meinung nach oft mehr Geduld als Männer: „Frauen sind in der Regel hartnäckiger und lassen sich von Schwierigkeiten nicht so leicht abschrecken. Damit lĂśsen sie dann oft unlĂśsbar scheinende Probleme fĂźr ihre Kunden“, so das einzige heimische Mitglied im Re/Max-Diamondclub, der fĂźr

Makler vorbehalten ist, die im Jahr mindestens 800.000 â‚Ź Umsatz – im Schnitt liegt der Umsatz bei 65.000 â‚Ź pro Re/Max-Makler – erwirtschaften. „In der Regel fĂźhlen sich Frauen von Frauen besser verstanden. Das ist angesichts der Tatsache, das beim Immobilienkauf zu 70 Prozent die Frauen entscheiden, ein enormer Vorteil“, ergänzt Prosenik im Gespräch mit medianet. Diese Stärken will man bei Re/ Max-Ă–sterreich kĂźnftig noch mehr nutzen: „Derzeit liegt der Frauen-

Iventa formiert neues Management Board

Š Iventa

KĂśdern will man das offenbar stärkere Geschlecht bei Re/Max mit dem transparenten Bezahlmodell: „Ein drittel weniger Gehalt gibt es bei uns nicht. Man bestimmt den Erfolg selbst und bekommt den gleichen ProvisionsschlĂźssel, egal ob man weiblich oder männlich ist“, konkretisiert Doris Scarpatetti-Matheis, Leiterin der auf LuxusImmobilien spezialisierten „The Re/Max-Collection“. Ihrer Meinung nach sei der Maklerberuf geradezu optimal fĂźr Frauen: „Aufgrund der relativ freien Zeiteinteilung lassen sich Familie und Selbstständigkeit gut vereinbaren.“ All jenen, die nun ganz spontan ihr Heil im Immobilienbusiness finden wollen, gibt sie dennoch eine Warnung mit: „Man braucht schon einen langen Atem, denn in den ersten sechs Monaten wird man vermutlich noch keine Umsätze machen.“ Und Alexandrova-Fetscher ergänzt: „Man braucht drei Jahre, bis man gut ist. Und manche lernen es auch in 20 Jahren nicht.“  (red)

Š Re/Max

Wien. Die Einkommensschere zwischen den Gehältern von Frauen und Männern bleibt unĂźbersehbar: Ăœber alle Branchen verteilt verdienten die Männer im Vorjahr 31,1% mehr als ihre Kolleginnen, wie aus der Lohnsteuerstatistik der Statistik Austria hervorgeht. Dass es offenbar auch umgekehrt geht – zu diesem doch Ăźberraschenden Ergebnis kam nun eine hausinterne Erhebung des Immobilienvermittlers Re/Max: „Bei der Analyse unserer Statistiken haben wir festgestellt, dass die erfolgreichsten Mitglieder im Ăśsterreichischen Netzwerk allesamt starke, dynamische Frauen sind“, erklärt Bernhard Reikersdorfer, GeschäftsfĂźhrer Re/Max Austria. „Mehr noch: Im Schnitt erwirtschaften Frauen bei uns einen um 6,5 Prozent hĂśheren Umsatz als Männer. Unter den Top Ten-Maklern sind sechs Frauen“, betont Reikersdorfer, dass in seinem Unternehmen die Einkommensschere in die andere Richtung aufgeht.

Gastkommentar Irmgard Barosch beschreibt, wie berufene und kompetente Frauen fßr den Aufsichtsrat zu finden wären

Wien. Qualifizierte Frauen sind da. Man muss auf sie zugehen, es ehrlich meinen und nicht nur Alibi-Handlungen setzen. Essenziell ist ein gutes Entscheidungsklima zum Wohle des Unternehmens im Aufsichtsrat. Dieses hängt nicht vom Geschlecht ab, sondern von PersĂśnlichkeiten, die Ăźber unternehmerische Erfahrung, betriebswirtschaftliche Kompetenz und ethische Integrität verfĂźgen. Solche PersĂśnlichkeiten werden bisher oft nicht professionell, sondern in den eigenen Zirkeln und Netzwerken gesucht. In diesen „Kreisen“ sind eben Frauen oft in der Minderheit. Wir wissen aus unserer langjäh-

rigen Erfahrung, dass die besten FĂźhrungspersĂśnlichkeiten durch neutrale Dritte eher gefunden werden, als in eigenen Netzwerken. Die Unternehmen sollten sich diese professionelle Suche, wenn es um die Besetzung des Aufsichtsrats geht, in der Zukunft „Üfter gĂśnnen“. Ich bin Ăźberzeugt, dass sich durch diesen Blick Ăźber den „Aufsichtsrats-Tellerrand“ die Diskussion um die Quote ganz anders darstellen und sie langfristig kein Thema mehr sein wird. Berufung ist der wesentlichste Motor fĂźr Leistung und positive Weiterentwicklung. Das sollte auch stärker beim Thema Auf-

sichtsratsbesetzung berĂźcksichtigt werden. Der oder die Aufsichtsrätin hat eine kontrollierende und beratende Funktion. DafĂźr braucht es erfahrene PersĂśnlichkeiten, die aber nicht „alt“ sein mĂźssen. PersĂśnlichkeiten, die sich gut in der Branche auskennen und erkennen, in welcher Phase sich das Unternehmen befindet. Ist der nächste strategische Schritt Wachstum, Internationalisierung oder Abbau? Fragestellungen, bei denen die Aufsichtsräte sich ihrer unternehmerischen Erfahrung, betriebswirtschaftlichen Kompetenz und ethischen Integrität zu bedienen haben.

Š Leading Search Partners

Professionelle Suche schlägt Quote

Irmgard Barosch hat mit fĂźnf Kollegen „Leading Search Partners“ gegrĂźndet.

S. Oblak, R. Koenes, E. Leeb, M. Mayer, I. Brazda, M. FallenbĂśck.

Wien. Iventa formiert anlässlich des 20-jährigen Jubiläums und der damit einhergehenden Neuorganisation ein neues Management Board. Kßnftig leiten Martin Mayer, Irma Brazda, Markus FallenbÜck, Robert Koenes, Eva Leeb und Sabina Oblak die Geschicke des Human Management ConsultingUnternehmens.

Training fĂźr B2B- und B2C-Markenmanager NĂźrnberg. Die Managementberatung Brand:Trust bietet ihren Markenlehrgang „Bildung und FĂźhrung von wirksamen Marken“ bereits zum vierten Mal an. In einem dreitägigen Intensivseminar soll zum einen vorhandenes Wissen aufgefrischt und aktualisiert, und zum anderen konkret vermittelt werden, wie eine Markenstrategie im tagtäglichen Handeln eingesetzt wird. Das Seminar findet von 9. bis 11. Mai in NĂźrnberg statt. Infos:  http://marken-  lehrgang.brand-trust.de/

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