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Freitag, 23. November 2012 – 75

Job im Ausland

Deutschland reizt die Österreicher mit vermeintlich höheren Gagen Seite 77

© Kienbaum Consultants

© M. Staudinger/pixelio

careernetwork Employer Branding

Die „Marke“ Mitarbeiter rückt immer mehr in den Mittelpunkt Seite 78

Aufsteiger Gerhard Elze, ÖWM © ÖWM

Vielseitig Alexander Neuhuber geht den schmalen Grat zwischen Politik und Wirtschaft – und hat Spaß daran.  Veraltet Die traditio­ nellen Klischees über Frauen und Männer in Füh­rungs­posi­ tio­nen haben ­ausgedient. 

Seite 76

© Wifi/Christian Fischer

„Mit rückgratlosen Menschen will und kann ich nicht arbeiten“

Branchen-Talk

Beim diesjährigen WifiBildungsgespräch standen das Thema Personal­ führung und der demo­ grafische Wandel im Fokus. Seite 79

© Magan

Seite 77

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von


Career portrait

76 – careernetwork

Freitag, 23. November 2012

„Kanzler geht sich nicht mehr aus“ ­Immobilienspezialist Alexander ­Neuhuber ist nicht nur Unternehmer, sondern auch Politiker. Oft kein einfaches ­Unterfangen, aber für ihn anders nicht mehr vorstellbar.

völlig getrennt, ausgenommen die Tatsache, dass ich meine Erfahrung als Unternehmer natürlich auch in meiner Funktion als Wirtschaftssprecher einbringen kann“, so Neuhuber, der seine politische Tätigkeit „als Oppositioneller im ‚Roten Wien‘ beruflich eher hinderlich als förderlich“ sieht. Unglaublicherweise machen ihm seine Berufe Spaß: „Und Spaß an der Arbeit ist wichtig, Frustrationserlebnisse gibt es sowieso immer genügend.“

Erika Hofbauer

Wien. Man könnte fast meinen, der Mann ist unterbeschäftigt: Geschäftsführer, Unternehmer und Politiker – und Freizeitgolfer. Ist Alexander Neuhuber ein Workaholic? „Nein, keinesfalls. Ich schaffe es mittlerweile sehr gut, abzuschalten und auch ein privates Leben zu führen. Mit zunehmendem Alter sieht man auch, dass es andere wichtige Aspekte im Leben gibt und nicht nur das Geschäft.“ Das Geschäft, das ist die Unternehmensgruppe Magan (steht für „Mag. Alexander Neuhuber“), die – ursprünglich als Neuhuber & Partner Immobilien gegründete Firma – in Österreich und Deutschland in Sachen Immobilienberatung tätig ist.

Doch kein Bundeskanzler So wundert man sich nicht, dass der studierte Historiker mit seinen Entscheidungen nie wirklich haderte: „Wenn man den Virus der Selbstständigkeit in sich trägt, dann wird man immer wieder als Unternehmer beginnen.“ Denn mit seinem Kinderheits-Berufswunsch wird´s wohl nichts mehr, lacht Neuhuber: „Bundeskanzler“. Aber vielleicht klappt´s noch mit der – vorläufig letzten – Zusatzbeschäftigung: „In 20 Jahren hoffe ich, auf einer warmen Insel auch im Winter schönes Golf zu spielen.“

Politische Entdeckung

10 Fragen An Alexander Neu huber

Als Kind wollte ich immer … Politiker werden. Mein Lebensmotto ist … kein Motto zu haben; ich passe nicht auf einen Kalen­ derspruch.

© Magan (2)

Bis es aber so weit war, musste der gebürtige Linzer einige Hürden nehmen: „Mein Alter war damals ein Problem: Ich bin 23 gewesen, als ich mich selbstständig gemacht habe – damals in Österreich noch ein ziemliches NoGo.“ Aber er hielt sich scheinbar an sein eigenes Erfolgsrezept für Unternehmer: „Fachwissen, gepaart mit emotionaler Intelligenz, Durchsetzungsvermögen und Hartnäckigkeit“. Freilich wäre „ohne ein bisschen Fleiß und zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein“ nichts gegangen, erinnert sich Neuhuber an seine Anfänge in Wien – und an Erfahrungen, die er lieber nicht gemacht hätte: „Nach 25 Jahren als Unternehmer kommt automatisch so einiges zusammen. Stolz bin ich, dass ich mich als geborener Linzer, anfänglich ohne jegliches Netzwerk und als echter Newcomer, dennoch in Wien etablieren konnte. Und die Erfahrungen, die ich lieber nicht gemacht hätte, liegen hauptsächlich in branchenfremden Investments, die ich besser ausgelassen hätte …“ Mitte der 90er-Jahre fiel dem damaligen Wiener Vizebürgermeister Bernhard Görg der ehrgeizige Selfmade-Unternehmer auf. Mittlerweile sitzt Neuhuber seit 1996 als Landtagsabgeordneter und Gemeinderat von Wien auf einem ÖVP-Ticket im politischen Sattel.

Langweilig wird ihm da und dort nicht, denn es gibt schon Themen, die ihn nach wie vor gewaltig beschäftigen: „Die zunehmende Arbeitslosigkeit und Perspektivenlosigkeit speziell der Jugend in Europa ist ein großes gesellschaftliches Problem, um nicht zu sagen Pulverfass.“ In der heimischen,

1964–1992

politischen Landschaft fehlen ihm die Persönlichkeiten: „Durchschnittlichkeit, Unauffälligkeit und Angepasstheit sind heute gefragt – nicht der ideale Politikertypus für eine Krise.“ Und ‚unauffällig und durchschnittlich‘ sind keine Eigenschaften, die Neuhuber (Erken-

1993–2000

nungsmerkmal: das Stecktuch) zugeschrieben werden. Eher schon ‚zuverlässig und loyal‘ – einer, der „mit rückgratlosen Menschen nicht zusammenarbeiten kann und mag“. Ist er da in der Politik und auch in seinem Metier, das an Verquickun­ gen mit Politik nicht arm ist, richtig? „Beruf und Politik ist bei mir

2001–Heute

Mein letztes Geld würde ich ausgeben für … eine Immobilie, um wieder Geld zu verdienen. Darüber kann ich lachen … Karl Farkas und Harald Schmidt. Das letzte Buch, das ich gelesen habe, war … „Nie mehr Schule“ von Andreas Salcher. In 20 Jahren werde ich … hoffentlich besser Golf spielen. Davor habe ich Angst … vor solchen Fragen in einem Wordrap. Das ist meine größte Stärke … schwach sein zu können.

Geboren am 8. März in Linz, wechselt Alexander Neuhuber nach der Matura und erfolgtem Studienbeginn in der Hei­ matstadt 1987 nach Wien. 1992 schließt er sein Studium der Geschichte mit der Diplomarbeit „Die Entstehung und Entwicklung des Mieterschutzes in Österreich“ ab.

Schon während des Studiums gründet er Neuhuber & Partner Immobilien. 1993 übernimmt er die Exklusiv­ repräsentanz von Europas größtem Immobilienberater DTZ.

2001 gründet er die Magan Holding GmbH mit Schwerpunkt auf Immobilienberatung bei Investitionen und Development neu und wird zum zweiten Mal als Wiener Landtagsabgeordneter wiedergewählt.

Das ist meine größte Schwäche … stark sein zu wollen. Mit dieser Person würde ich gerne für 24 Stunden die Rollen tauschen … Lieber gar nicht, wer garantiert schon den Rücktausch?


p e r s o n a l m a n a g e m en t

Freitag, 23. November 2012

careernetwork – 77

Karriere im Ausland Die Österreicher bevorzugen Deutschland und die Schweiz als möglichen Arbeitsort

Karriere-Inside mit: Christoph Weissenböck

Wenn das Ausland lockt In Deutschland werden besserer Verdienst, aber schlechtere Sozialleistungen als in Österreich vermutet.

Schweiz vor Deutschland

E mpfohlene L änder f ür den Beruf*

Schweiz Deutschland Schweden Großbritannien Luxemburg Finnland Frankreich Dänemark Holland Belgien Spanien Irland Italien

© Michael Staudinger/pixelio.de

Wien. In Österreich wird der Fachkräftemangel momentan in erster Linie von Industrie und Wirtschaft diskutiert. In Deutschland ist man bereits einen Schritt weiter und veranstaltet Gipfeltreffen zwischen Regierung und Sozialpartnern. Immer mehr setzt sich in unserem Nachbarland die Auffassung durch, dass der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften für die Firmen risikoreicher sein könnte, als die Finanzkrise der EU. Als Folge davon plant die Wirtschaftsmacht Deutschland, mit einer gezielten Werbekampagne gut ausgebildete Leute ins Land zu locken.

Kollege Freund Kollege ist nicht gleich Kollege. Manche können auch durchaus zu privaten Freunden werden. Doch wie sieht es im Social Web aus? Nutzen Österreichs Arbeitnehmer Soziale Netzwerke wie Facebook, um sich mit ihren Teamkollegen zu vernetzen? karriere.at befragte seine User per Online-Voting. Mit interessantem Ausgang: Gut jeder Vierte (27 Prozent) der 519 Umfrageteilnehmer gab an, grundsätzlich zwischen Beruflichem und Privatem zu trennen und Kollegen nicht zu den Facebook-Freunden hinzuzufügen. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) gab an, ausgewählte Arbeitsbekanntschaften als Social NetworkFreunde aufzunehmen. 18 Prozent haben kein Problem damit, auch Kollegen an ihrem Online-Sozialleben teilhaben zu lassen, weil sie ohnehin gewissenhaft mit eigenen Postings umgehen würden. Und nur zwei Prozent der Befragten sagt, dass es völlig egal sei, wer was lese. Aus den Umfrageergebnissen lassen sich zwei Schlüsse ziehen. Erstens, dass Soziale Netzwerke in Österreich zu einem bestimmenden Teil der Alltagskultur geworden sind. Logisch, bei allein mehr als 2,8 Millionen registrierten Facebook-Usern. Außerdem zeigt das Stimmungsbild, dass die Mehrheit sich Gedanken über ihre OnlineReputation macht – also im Großen und Ganzen kompetent und verantwortungsvoll im Social Web interagiert. Grundsätzlich spricht ja auch nichts dagegen, sich mit Kollegen oder gar Vorgesetzten via Facebook zu befreunden; man sollte sich dann aber darüber im Klaren sein, dass man sein online generiertes Image auch in die eigene Arbeitswelt hineinträgt.

* eine Auswahl. Quelle: IMAS

beim Thema ‚Gehalt‘ ein. So glauben 35% der Befragten, dass in Deutschland besser entlohnt wird; im Vergleich dazu vermuten 27% an mehr Gehalt in Österreich. Pluspunkte kann Österreich dagegen beim Thema ‚Sozialleistungen‘ und ‚Arbeitnehmerrechte‘ sammeln. So meinen 58%, dass die österreichischen Arbeitnehmer höhere Sozialleistungen und mehr Rechte genießen würden als ihre deutschen Kollegen. Nur 8% der Befragten sahen in diesem Vergleich die Deutschen im Vorteil.  (red)

35% glauben, dass in Deutschland mehr Gehalt bezahlt wird als in Österreich.

Und wie eine aktuelle IMAS-Studie zeigt, könnte man zumindest in Österreich mit Aktionen dieser Art auf offene Ohren stoßen. Denn: 34% der Österreicher würden einem jungen Menschen mit guter Fachausbildung Deutschland für ihre berufliche Karriere empfehlen. Damit rangiert man nur knapp hinter Spitzenreiter Schweiz (39% Empfehlungen). Die weiteren Ränge nehmen schon mit deutlichem Abstand Schweden (20%), Groß-

39% 34% 20% 13% 11% 10% 9% 9% 8% 6% 3% 3% 3%

britannien (13%), Luxemburg (11%) und Finnland (10%) ein. Frankreich und Dänemark sind für jeweils 9% verlockend, die Niederlande und Belgien für 8 beziehungsweise 6%. Kaum in Betracht gezogen werden mit jeweils 3% Nennungen Arbeitsplätze in Spanien, Irland und Italien. Gänzlich undenkbar ist für die Österreicher, sich einen Job in Griechenland oder Bulgarien zu suchen: Beide erhielten 0% der Nennungen.

In diesem Ergebnis liege vor allem „im Hinblick auf die Bundesrepublik eine gewisse politische Brisanz, wenn man bedenkt, dass Österreich selbst einen ungedeckten Bedarf an Fachkräften hat und dass ein Exodus von Spezialisten zum reichen EU-Verwandten nicht im rot-weiß-roten Interesse liegen kann“, folgert man seitens IMAS. Einen Pluspunkt heimse Deutsch­ land laut der Erhebung vor allem

Fachkräftemangel Richtig dramatisch werde es 2016

Führungstil Kaum Unterschiede zwischen Mann und Frau

Wien. „Wer in die IT geht, hat eine lebenslange Jobgarantie“, wirbt Alfred Harl, Obmann des Fachverbands Unternehmensberatung und IT der Wirtschaftskammer, für mehr Fachkräfte. Derzeit fehlen in der Informationstechnologie- und Telekommunkationsbranche (IKT) dringend 4.000 Fachkräfte. Nach wie vor unterrepräsentiert sind Frauen. Richtig dramatisch werde die Situation ab 2016, wenn es erstmals mehr Menschen gibt, die aus dem Arbeitsleben ausscheiden als

Düsseldorf. Die traditionellen Klischees über Frauen und Männer in Führungspositionen haben offenbar ausgedient. Wie eine Umfrage des Beratungsunternehmens Metaberatung ergab, halten 62% der Arbeitnehmer weibliche Vorgesetzte nicht für einfühlsamer als Männer und nur ein Drittel attestiert dem „starken Geschlecht“ auf dem Chefsessel mehr Führungsqualitäten als Frauen in gleicher Position.

IKT-Branche sucht 4.000 Mitarbeiter „Die Geschlechter ticken ähnlich“

börse

Die Auf- und Umsteiger der Woche im Kurzporträt.

Martin Rath

Martin Rath (41) verstärkt ab sofort als Key Account Manager das Team des Immobiliendienstleisters Immounited – Roland Schmid. In dieser Position unterstützt er die Vertriebsabteilung bei der Betreuung der Kunden in ganz Österreich.

Claudia Westermayr Western Union

© Western Union

Gerhard Elze (45) übernahm zum 12. November in der Österreich Wein Marketing GmbH die neu geschaffene Position „ÖWM Sommelier“. Bislang hat er den Bereich Deutschland, sowie Fachhandel und Gastronomie Österreich inne.

R. Neubauer, Metaberatung: „Die Führungsstile gleichen sich immer mehr an.“

Immounited © Immounited

ÖWM

© ÖWM

job

Gerhard Elze

Promotion

© panthermedia.net/Hongqi Zhang

Zwar sagen 55% der Befragten, weiblichere Chefs setzen ihre Interessen subtiler durch als männliche und 52% bescheinigen Frauen in Führungspositionen ein intuitiveres Handeln – insgesamt jedoch gilt das klassische Rollenbild nicht mehr: „Die Führungsstile von Frauen und Männern gleichen sich immer mehr an“, so Rainer Neubauer, Geschäftsführer von ‚Metaberatung‘. „Die Geschlechter ticken ähnlich, wenn sie auf der Karriereleiter erfolgreich nach oben gestiegen sind; das zeigen auch weltweite wissenschaftliche Untersuchungen.“ Trotz zunehmender

© Metaberatung

Intuitiveres Handeln

Vor allem Frauen sind in der IT laut WKO noch dramatisch unterrepräsentiert.

Ähnlichkeiten zwischen weiblichen und männlichen Chefs sind rund zwei Drittel der Befragten überzeugt, mehr Frauen in Führungspositionen würden den Unternehmen guttun. Allerdings wünschen sich nur 37% ausdrücklich lieber eine Frau zum Vorgesetzten. Einig sind sich die Arbeitnehmer bei der Beurteilung, wer härter auf dem Chefsessel arbeiten muss: Rund zwei Drittel haben die Erfahrung gemacht, dass weibliche Vorgesetzte mehr leisten müssen.  (red)

Claudia Westermayr, seit Jänner 2012 Regional Direktorin für die Region D-A-CH-L-S bei Western Union Payment Services, zeichnet seit Kurzem auch für Polen, Tschechien, Ungarn, Slowakei, Litauen, Lettland und Estland verantwortlich.

© leisuregroup/Oreste Schaller

einsteigen. Laut einer Umfrage der Wirtschaftskammer Wien haben es 17% der Betriebe „sehr schwer“, Fachkräfte zu finden, 34% bezeichneten ihre Suche als „schwer“. Angedacht sei, in den Krisenländern wie Griechenland nach Spezialisten zu suchen, eine großangelegte Aktion ist aber nicht geplant. Laut dem deutschen Branchenverband Bitkom sind rund 43.000 Stellen für ITFachkräfte derzeit in Deutschland unbesetzt, ein Zuwachs von 13% im Vergleich zum Vorjahr.  (APA)

Markus Hussler Hilton Vienna

Markus Hussler (38), bisher Hotel Manager des Hilton Bonn, ist seit Kurzem neuer Generaldirektor des Hilton Vienna Danube. Er folgt in dieser Funktion Stephan Reiter nach, der in das Hilton Sofia nach Bulgarien wechselt.


J o bwatc h

78 – careernetwork

Freitag, 23. November 2012

Kienbaum-Studie „Employer Branding“ und gezieltes Personalmarketing führen dazu, dass sich Unternehmen von Mitbewerbern unterscheiden

„Marke Mitarbeiter“ bringt Erfolg

© Kiebaum Consultants International

Arbeitgeber müssen immer mehr auf zufriedene und engagierte Mitarbeiter verweisen können.

Erik Bethkenhagen weiß, worauf es im Employer Branding ankommt.

Gummersbach. Was HR-Experten bereits ahnen, belegt die Studie „HR Strategie & Organisation 2012/2013“ der Managementberatung Kienbaum mit Zahlen: Gezielte Maßnahmen im Employer Management wirken sich positiv auf Arbeitnehmer-Image und Rekrutierung aus. Soll heißen: Unternehmen, die ihre Mitarbeiter und ihr Personalmanagement wie eine „Marke“ behandeln und vermarkten, werden sich auch in Zukunft große Wettbewerbsvorteile sichern können. Konkret schätzen sich 58% der deutschen, österreichischen und schweizerischen Unternehmen, bei denen der Personalbereich über

eine eigene Einheit für Employer Branding und Personalmarketing verfügt, als attraktive Arbeitgeber ein. 81% der Befragten sind der Meinung, dass eine überdurchschnittliche Arbeitgeber-Attraktivität in Zukunft ausschlaggebend für den Erfolg eines Unternehmens insgesamt sein wird.

Ziele klar definieren „Um extern als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden, sollte das Unternehmen intern auf zufriedene und engagierte Mitarbeiter verweisen können. Deshalb muss Employer Branding

sowohl nach innen als auch nach außen ausgerichtet werden. Außerdem müssen sich Unternehmen zukünftig noch stärker mit den sich verändernden Werten und Ansprüchen aller Generationen von Mitarbeitern befassen“, weiß Thomas Faltin, Director und Partner bei Kienbaum. „Entscheidend ist, dass ein Unternehmen diejenigen Attribute herausarbeitet, die es als Arbeitgeber auszeichnen, und diese dann zielgruppenadäquat, authentisch und kontinuierlich kommuniziert“, gibt Erik Bethkenhagen, Geschäftsführer von Kienbaum Communications, Tipps für Employer Branding.

Die deutschsprachigen Unternehmen tun sich offensichtlich schwer, den Erfolg ihres Personalmanagements in Zahlen zu fassen: Nur bei einem Viertel der befragten Unternehmen sind die Ziele der Personalarbeit konkret definiert und Kennzahlen zugeordnet, damit ein Erfolg oder Misserfolg gemessen werden kann. „Dabei würden Kennzahlen und Transparenz die Akzeptanz bei den Führungskräften steigern“, rät Faltin zu einer genauen Zieldefinition und deren Prüfung. Die Kienbaum-Studie zeigt auch andere Schwächen der Personalbereiche auf: Bei Strategiekompetenz, Diversity und Internationalität sowie Kreativität und Innovationskraft sehen die Experten Aufholbedarf. In den traditionellen HR-Kompetenzen sei man gut, aber das Rüsten für die Zukunft habe noch nicht überall Einzug gehalten.  (lw)

JOBTICKER

Arbeitgeber Weltweit

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Nummer 1

Wien. Der Softwarehersteller SAS ist der weltbeste Arbeitgeber. Das globale Unternehmen belegt in der jüngsten Studie „World‘s Best Multinational Workplaces“ des Great Place to Work Institute den Spitzenplatz. Besonders gelobt wird SAS für seine offene Kommunikationskultur und die ausgeglichene Work-Life-Balance. Jim Goodnight, CEO von SAS, kennt das Erfolgsrezept: „Um die Nummer eins zu werden, zählt das Feedback der Mitarbeiter. Es ist großartig, dass unsere Mitarbeiter das Engagement von SAS und die Wertschätzung, die das Unternehmen ihnen entgegenbringt, in diesem Maße anerkennen; dass sie gern bei uns arbeiten, ist die wesentliche Erfolgsgrundlage“, so Goodnight.

Mitarbeiter im Bereich Social Media (m/w) Universität Wien Dienstsitz: Wien 1lKHUH-RELQIRVÀQGHQ6LHXQWHUIROJHQGHU5HIHUHQ]QXPPHU

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Creative Media Planner (m/w) MediaCom GesmbH Dienstsitz: Wien 1lKHUH-RELQIRVÀQGHQ6LHXQWHUIROJHQGHU5HIHUHQ]QXPPHU

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Chef Identifikation

Starker Einfluss

Sales & Trade Marketing Assistant (m/w) 20th Century Fox Austria Dienstsitz: Wien 1lKHUH-RELQIRVÀQGHQ6LHXQWHUIROJHQGHU5HIHUHQ]QXPPHU

San Francisco/Wien. Arbeitslose, die mit ihrem früheren Chef ein besonders gutes Verhältnis hatten und sich mit ihm stark identifizierten, haben ein größeres Selbstwertgefühlt. Das erleichtert die erneute Arbeitssuche, da die Menschen zielstrebiger vorgehen. Das trifft allerdings nur auf jene zu, die das Ausscheiden aus dem früheren Job als ihr eigenes Verschulden sehen. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie der San Francisco State University.

116361975

Detailinfos zu den Jobs: Einfach Referenznummer in das Suchfeld von

© panthermedia.net/Dmitriy Shironosov

www.monster.at eingeben und auf SUCHEN klicken.

Passt die Beziehung zum Ex-Chef, ist die Arbeitssuche leichter.


Freitag, 23. November 2012

P e r s o n a l m a n a g e m en t

careernetwork – 79

Diskussion Beim diesjährigen Wifi-Bildungsgespräch standen das Thema Personalführung und der demografische Wandel im Fokus

„Das alles kann man lernen!“ Wien. „Ein Unternehmen, eine Abteilung erfolgreich zu führen, ist heute ungleich komplexer als noch vor einigen Jahren oder Jahrzehnten.“ Zu diesem Schluss kam Wifi Österreich-Institutsleiter Michael Landertshammer im Rahmen des diesjährigen Wifi-Bildungsgesprächs bei der ‚Personal Austria‘: „Das Führen selbst, also die Leadership, ist eine Kompetenz für sich, die einem nicht automatisch zufällt, nur weil man plötzlich in einer entsprechenden Position ist; Führen ist eine Kunst, die man sich erarbeiten kann und muss.“ Das Gute sei aber, so Landertshammer: „Das alles kann man lernen!“

sion: „Betriebe müssen attraktiv sein und schon jetzt schauen, Lücken der Zukunft zu schließen.“ Das Schlagwort per se sei laut Landertshammer ‚Diversity Management‘. Primär ginge es aber gar nicht darum, ob ein Unternehmen Diversity Management brauche oder es einführen wolle, meint Dumpelnik. „Die Gesellschaft hat sich schon gewandelt und die Belegschaft eines Unternehmens ist ein Spiegelbild der Gesellschaft“. Für Dumpelnik zählen in erster die Linie die Fragen, wie schnell und wie effizient Diversity Management angewandt und umgesetzt wird. Besonders die drei Gruppen

Ältere, Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund müssten hier ins Boot geholt werden. Laut einer aktuellen ‚market‘-Studie können zwei Drittel der Unternehmen mit über 20 Beschäftigten offene Stellen nicht mehr vollständig besetzen. Trotzdem werde das Potenzial Älterer bei Weitem nicht ausgeschöpft – nur 17% der Unternehmen bieten Weiterbildungsschwerpunkte für Ältere. Diese aber altersgerecht zu integrieren, sieht Landertshammer als bestimmendes Thema: „Wir müssen jetzt umdenken und altersgerechte Arbeitswelten inklusive Weiterbildungsmöglichkeiten bieten.“ (red)

© Wifi/Christian Fischer

M. Landertshammer: „Führen ist eine Kunst, die man sich erarbeiten muss.“

Rotija Dumpelnik, Wifi-Trainerin, Wifi Österreich-Institutsleiter Michael Landertshammer und Annabelle Pineda, Vice President HR Development T-Mobile Austria GmbH.

Mehr Sozialkompetenz Für Wifi-Trainerin und Coach Rotija Dumpelnik steht fest, dass in Zukunft Führungskräfte nicht mehr die klassische Rolle der fachlichen Letztinstanz einnehmen werden. Die Aufgabe der Führungskräfte liege Dumpelnik zufolge vielmehr darin, den Teammitgliedern einen effizienten Wissensaustausch zu ermöglichen. „Dafür braucht es Führungskräfte mit hoher Sozialkompetenz, klarem und ausgeprägtem Kommunikationsvermögen und Konfliktlösungs-Know-how“, so die klare Vorgabe. Es brauche Führungskräfte, die eine starke Kultur des wertschätzenden Miteinanders und eine Kultur der Partizipation der Mitarbeiter schaffen. Auch Annabelle Pineda, Vice President HR Development bei T-Mobile Austria, sieht Führungskräfte in einer Schlüsselrolle: Selbst in schwierigen Situationen müssen sie die „richtigen Rahmenbedingungen“ schaffen: „One size fits all – das ist von gestern“, so Pineda. Neben den neuen Herausforderungen an Führungskräfte sehe sich die Personalerlandschaft vor allem mit dem demografischen Wandel konfrontiert, betonte Landertshammer im Zuge der Diskus-

Web 2.0 Personalsuche

Xing ist beliebt

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Berlin. Rund ein Drittel aller Personalentscheider in Deutschland setzt bei der Suche nach qualifiziertem Personal auf Social Media. Als beliebteste Plattform hat sich laut der Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen forsa die Plattform Xing etabliert. 42% der Befragten gaben an, dass Xing die beste Plattform ist, um geeignete Kandidaten zu finden. Facebook wird von acht Prozent präferiert, Twitter sowie LinkedIn lediglich von drei Prozent.

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