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Freitag, 22. Februar 2013 – 67

Neues Regelwerk

Austrian Standards will Unternehmen beim Thema Compliance helfen  Seite 69

© ibusiness.de

© Helene Waldner

careernetwork Neue Arbeitswelt

Am Arbeitsmarkt ziehen langsam die Work-Clouds auf 

Seite 71

Aufsteiger Maximilian ­ iedel, Riedel R © Josh Wong Photography

Umtriebig ­Sabine ­Ullrich, eine der ­treibenden Kräfte ­hinter dem „Viertel Zwei“, hat noch ­ viel vor.  Wohlerzogen Das BFI Wien lehrt Stil und ­Etikette und ­bildet ­an­gehende ­ Butler aus. 

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© Garcia Jacek Tapia

„Das Tolle: Am Ende kann man sein Projekt wirklich anfassen“

Gastkommentar

Christiane Nill-Theobald über BurnOut-Präventions­ konzepte und wie man das Feuer seiner Mitarbeiter neu entfacht. Seite 70

Seite 69

© IC Projektentwicklung

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von


Career portrait

68 – careernetwork

Freitag, 22. Februar 2013

„Ich lade Technik mit Marketing auf“ Die junge Immobilienexpertin Sabine Ullrich schaffte in wenigen Jahren die erfolgreiche Umsetzung eines millionenschweren Immobilien­projekts in der Hauptstadt.

fördert, mir vertrauensvoll spannende Aufgaben übertragen und mich auf meinem beruflichen Weg immer unterstützt“, streut Ullrich ihrem Chef Rosen. Denn es war nicht immer einfach, in der vor Jahren noch sehr männerdominierten Immobilienwelt: „Mittlerweile sehe ich einen Vorteil, mich als Frau in der Branche positioniert zu haben. Leicht war es, die technische Seite mit dem Thema Marketing emotional aufzuladen; das war und ist noch heute mein Steckenpferd“, lacht Ullrich, die mentalen Ausgleich schon mal beim Singen findet: „Es ist herrlich entspannend, einmal die andere Gehirnhälfte arbeiten zu lassen.“

Erika Hofbauer

Wien. Eines der größten Stadtentwicklungsvorhaben der letzten Jahre geht unter anderem auf ihre Kappe: Das 300 Millionen Euro schwere Immobilienprojekt „Viertel Zwei“ im 2. Wiener Gemeindebezirk hat Sabine Ullrich als eine von zwei Geschäftsführern der IC Projektentwicklungs GmbH verantwortet. Eine Erfahrung, auf die sie sehr stolz ist: „100.000 m� Büro-, Wohn- und Hotelfläche in Wien erfolgreich zu vermarkten, das ist schon etwas Besonderes.“

Millionen-Projekt

Rolle der Politik Eine Formel, die sehr nützlich ist, reichen doch gerade ihre beruflichen Aktivitäten immer auch stark in politische Felder hinein. Aber als anstrengend würde die begeisterte Fallschirmspringerin ihre Aufgaben nicht sehen: „Es ist vor allem interessant, weil andere

10 Fragen

© IC Projektentwicklung (2)

Der zierlichen 39-Jährigen kam im Jahr 2004 das Projekt sehr gelegen. Gerade von einer einjährigen Weltreise zurückgekehrt, war nicht nur ihr Wohnort, sondern auch ihr Arbeitgeber wieder derselbe: Bei der IC Projektentwicklung hat die studierte Handelswissenschafterin mit Sprachtalent (ihre Diplomarbeit verfasste sie in französischer Sprache) schon einmal erste Immobilienerfahrungen gemacht. Damals hatte Ullrich – nach Studienende und zweijährigem „Zwischenstopp“ in der Werbebranche – als Projektleiterin für Vermietung und Vermarktung zwei Büroprojekte in Millionenhöhe zur Realisierung gebracht. Und Development sollte es bleiben. Ein hartes Geschäft? „Das Business eines Developers hat in jedem Fall zwei Seiten: Wirtschaftlichkeit, gepaart mit der Emotion und Kreativität“, beschreibt Ullrich ihr Erfolgsrezept.

An S abine Ullri c h

Als Kind wollte ich immer … fliegen können (daher meine Leidenschaft fürs Fallschirmspringen).

Mechanismen und andere Prioritäten im politischen im Vergleich zum marktwirtschaftlichen Feld herrschen.“ Die IC Projektentwicklung habe jedoch in der Vergangenheit „sehr offen und konstruktiv mit der Stadtpolitik zusammengearbeitet“. Dadurch, ist die ICChefin überzeugt, war es möglich, „so erfolgreiche und so schöne Projekte wie das ‚Viertel Zwei‘ zu realisieren“. Und weil Projektarbeit besonders in der Startphase so interessant ist, gibt es seit 2011 für Ullrich ein neues „Baby“: Das studentische Wohnprojekt ‚Milestone‘, das heu-

1973 bis 1997

International war die am 1. Oktober 1973 geborene Sabine Ullrich immer schon orientiert: Matura am Lycée Français, Handelswissenschaften-Studium und Uni-Lehrgang „Internationales Projektmanagement“.

er nach 30 Mio. Euro Investitionen fertiggestellt werden soll. „Wenn es darum geht, die Idee für ein neues Projekt zu entwickeln, dem Projekt eine Identität, ein Thema zu geben und Leben einzuhauchen – diese richtungsweisende Phase eines Projekts finde ich besonders aufregend und herausfordernd“, ­ beschreibt Ullrich ihre Motivation.

Projekt zum Anfassen Aber auch die Realisierung und Verwertung hat durchaus ihre spannenden Seiten. Denn das Tolle

1997 bis 2004

Die Weichen werden gestellt: Die Aufgaben ent­ wickeln sich von der Assistentin des Geschäfts­ führers bis zur Immobilien-Projektleiterin.

am Job des Developers sei das breite Spektrum an unterschiedlichsten Tätigkeiten und Menschen, mit denen man im Laufe eines Projekts in Berührung kommt: „Und am Ende kann man sein Projekt anfassen, Menschen ziehen ein und beleben das, was man sich Jahre zuvor ‚ausgedacht‘ hat!“ Trends in der Immobilienwelt zu erkennen, die Bedürfnisse der Zielgruppe genau zu kennen, das treibt die Immobilienfachfrau an. Unterstützung hatte sie dabei immer von ihrem Mentor, IC-Gründer Michael Griesmayr: „Er hat mich stets ge-

seit 2004

2004 kehrt die Weltreisende in die Welt der Immobi­ lien zurück und wird Geschäftsführerin der IC Projekt­ entwicklung. Das Millionen-Projekt „Viertel Zwei“ wird geplant und 2010 schließlich fertiggestellt.

Mein Lebensmotto ist … genießen – am besten jeden Tag und in Alltäglichem das Besondere erkennen. Mein letztes Geld würde ich ausgeben für … ein richtig gutes Essen. Darüber kann ich lachen … über ­Palfrader und Seyffenstein. Das letzte Buch, das ich gelesen habe, war … „Der 100jährige Mann, der aus dem Fenster stieg und verschwand“. In 20 Jahren werde ich … 59 sein. Davor habe ich Angst … dass mei­ nen Lieben um mich etwas Tragisches geschieht, verletzt werden; davor hab ich Angst. Das ist meine größte Stärke … meine Begeisterungsfähigkeit. Das ist meine größte Schwäche … Ich bin konfliktscheu. Mit dieser Person würde ich gerne für 24 Stunden die Rollen tauschen … mit Coco Chanel in den 30ern.


p e r s o n a l m a n a g e m en t

Freitag, 22. Februar 2013

careernetwork – 69

Compliance Unternehmen versuchen sich vermehrt gegen Klagen wegen straffälliger Mitarbeiter zu schützen

Karriere-Inside mit: Christoph Weissenböck

Die Hilfe zur Selbsthilfe

Die neue ONR 192050 soll bei der richtigen Einführung von Compliance Management-Systemen helfen. ausländische Beispiele zurückgreifen, so steht mit der neuen ONR 192050 ein österreichischer – aber international einsetzbarer – Leitfaden zur Verfügung, der Hilfestellung auf aktuellstem Stand des Wissens bietet“, so Toifl.

Hilf dir selbst, dann gibt’s Gehalt

Unabhängige Zertifizierung Bei der Implementierung von CM-Systemen können Unternehmen meist auf Bestehendes aufbauen, betont man seitens Austrian Standards. So verfüge so gut wie jede Rechtsabteilung oder interne Revision bereits über Ansätze von Compliance Management: „Wenn der Eigentümer eines Unternehmens die Funktion des ‚Compliance Officers‘ übernimmt, ist das ausreichend. Entscheidend ist, dass es diese Rolle gibt und ihre Funktion wahrgenommen wird.“ Neben einem zuverlässigen Regelwerk sei für Unternehmen und Organisationen auch der Nachweis der Konformität von größter Wichtigkeit: „Diesem Bedürfnis folgend, bieten wir ab dem zweiten Quartal 2013 die Möglichkeit, Compliance Management Systeme zertifizieren zu lassen“, heißt es seitens Austrian Standards. Die Audits werden dabei durchgängig von Profis aus der Praxis (Wirtschaftsjuristen u.dgl.) durchgeführt. Weiters werde es auch eine Personenzertifizierung für die mit Compliance betrauten Funktionsträger (Compliance Officer) geben, heißt es abschließend. Weitere Infos zur neuen ONR 192050:  www.as-plus.at/shop

© Helene Waldner

Wien. Wenn der eigene Mitarbeiter sich etwas zuschulden kommen lässt, wird immer öfter der Arbeitgeber zur Rechenschaft gezogen, wie ein aktuelles Urteil des Obersten Gerichtshof zeigt. So wurde ein ganzes Medienunternehmen verurteilt, weil der eigene Redakteur die Konkurrenz-Zeitung gehackt hatte. Die Begründung des OGH: Weil die Zeitung den Computer des Angestellten gestellt hatte, ist sie auch haftbar. Gedeckt sei dieses Urteil durch österreichisches Unternehmensstrafrecht und seine internationalen Pendants – keineswegs „zahnloses, totes Recht“, wie man etwa seitens Austrian Standards betont.

Sicherheit und Transparenz

Alexander Petsche ist Partner bei der Sozietät Baker & McKenzie und Vorsitzender des für die ONR 192050 zuständigen Komitees bei Austrian Standards.

Um sich aber vor ähnlichen Urteilen und Haftungsklagen schützen zu können, versuchen die Unternehmen zunehmend, den Nachweis zu erbringen, dass sie alle zumutbaren Anstrengungen unternommen haben, um in ihrem Unternehmen gesetzeskonformes Handeln zu gewährleisten und kriminelle Handlungen zu unterbinden – Stichwort „Compliance“. Bisher mangelte es aber den zahlreichen Maßnahmen an Vergleichbar- und Nachvollziehbarkeit, wie Kritiker anmerkten. Österreich will nun in die Vorreiterrolle schlüpfen und mit einem eigenen Regelwerk dieses Problem lösen: Aus diesem Grund wurde mit 1. Februar 2013 bei Austrian Standards die ONR 192050 „Com-

pliance Management Systeme“ veröffentlicht. Alexander Petsche, Partner bei der globalen Anwaltssozietät Baker & McKenzie und Vorsitzender des zuständigen Komitees bei Austrian Standards, sieht für Unternehmen wesentliche Vorteile in der Einführung eines Compliance Management Systems (CMS). „Die ‚ONR 192050‘ sagt, wie sich ein Unternehmen organisieren sollte, um ein Risiko erkennen, verstehen und in weiterer Folge richtig behandeln zu können. Sie bietet Anleitung, wie Compliance Management Systeme innerhalb der eigenen Organisation abgebildet werden können, durch welche Maßnahmen die gewünschte Verhaltensänderung der Mitarbeiter herbeigeführt werden kann, und was

dabei erlaubt ist und was nicht.“ Die ONR 192050 sei aus einem „nachvollziehbaren Bedürfnis der Wirtschaft nach Sicherheit“ entstanden, heißt es. Armin Toifl, Generalanwalt Legal and Compliance für Österreich und den CEE-Raum bei Siemens Österreich: „Das Thema ‚Compliance‘ ist aus mehreren Gründen nicht unerheblich: Bei Verstößen gegen Vorschriften durch Mitarbeiter drohen Unternehmen massive Konsequenzen – von Reputationsverlust über Geldstrafen bis hin zu Auswirkungen auf den Aktienkurs.“ Deshalb hätten Unternehmen und Organisationen zunehmend begonnen, Compliance ManagementStrukturen aufzubauen. „Mussten sie in der Vergangenheit dabei auf

Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott – ein Sprichwort, das sich leider auch auf das Gehaltsthema in Mitarbeitergesprächen anwenden lässt. Denn wie eine Studie des Personaldienstleisters Robert Half unter Finanzvorständen ergab, lässt sich die Chefetage bei Gehaltsverhandlungen am ehesten durch Leistung und weniger durch Loyalität einzelner Mitarbeiter beeindrucken. Eines der zentralen Ergebnisse der in 19 Ländern durchgeführten Studie: Nicht einmal jeder zehnte CFO sieht eine langjährige Zugehörigkeit zum Betrieb als ausreichenden Anlass, ein Gehalt zu erhöhen. 39 Prozent der österreichischen Finanzmanager gewähren ihren Mitarbeitern hingegen am ehesten ein Einkommens-Upgrade, wenn diese die vereinbarten Ziele auch erreichen. Und jeder Fünfte sagt (21 Prozent), dass er es gern honoriert, wenn Arbeitnehmer zusätzliche Verantwortung übernehmen. Mitarbeitergespräche sind für viele Arbeitnehmer aber ein Horrorszenario: Einmal im Jahr sitzt man dem Chef gegenüber. Die eigene Leistung wird bewertet und oft gibt es nicht einmal die Möglichkeit, Feedback auch nach oben zu tragen. Trotz aller unangenehmen Gefühle, die bei solchen Terminen mitschwingen können, zeigt die Studie, dass man sie unbedingt organisiert angehen sollte – weil es eben auch darum geht, sich selbst gehaltsmäßig optimal zu verkaufen. Daher: Professionelle Vorbereitung zu den eigenen Leistungen im abgelaufenen Jahr, Gehalts-Ziele und angestrebte Untergrenzen definieren sowie mögliche Gesprächs-Szenarien im Kopf durchspielen.

Benehmen BFI Wien vermittelt richtige Umgangsformen und bildet Führungskräfte für den gehobenen Privathaushalt aus

börse

Die Auf- und Umsteiger der Woche im Kurzporträt.

Gutes Benehmen ist auch als Haushaltsmanager – einer immer öfter nachgefragten Fachkraft, wie Hill Woltron-Chef Franz Hill betont –, essenziell: „Immer mehr unserer Kunden erkennen, wie wichtig es ist, in dieser Funktion hochqualifizierte Spezialistinnen und Spezialisten einzustellen.“ Die vom BFI Wien angebotene Ausbildung zum „Personal Assis-

tant“ soll nun die Grundlage für eine Karriere als Führungskraft im gehobenen Privathaushalt – vulgo Butler – bieten: Neben der Befähigung zur eigenständigen Haushaltsführung stehen Verantwortungsbewusstsein, Diskretion und Sorgfalt im Zentrum des Lehrgangs. In sieben Modulen werden Inhalte zu Bereichen wie Haushaltsmanagement, Küchenorganisation, Reinigung und Wäschepflege, Servieren und Dekorieren oder Pflanzen und Gartenarbeit vermittelt, heißt es. Ein kostenloser Informationsabend findet am 5. März ab 17:00 Uhr am BFI Wien statt. Start des in Kooperation mit Miss Perfect angebotenen Lehrgangs ist am 8. April. Weitere Infos dazu:  www.bfi-wien.at/kurssuche

Wolfgang Scheibenpflug Flughafen Wien

Wolfgang Scheibenpflug (42) ist seit 15. Februar als Standortmanager für die Entwicklung und Vermarktung des Flughafen Wien als Immobilienstandort zuständig. Zuletzt war er bei der EHL Immobilien GmbH.

Denisa Lazarescu Brunswick

Denisa Lazarescu (27) ist im Austria & CEE Office der Brunswick Group zum Account Director aufgestiegen. Sie leitet künftig Brunswicks Aktivitäten in Rumänien und berät Kunden aus unterschiedlichsten Sektoren.

Maximilian Riedel Riedel

Maximilian Riedel (35) übernimmt mit 1. Juli die Geschäftsführung des Glasherstellers Riedel. Er folgt seinem Vater Georg J. Riedel. Damit wird der bereits 10. Generationenwechsel in der Tiroler Glashütte vollzogen.

Werner Czirbusz Smurfit Kappa

© Smurfit Kappa

Es war der Butler …

Promotion

anstaltung im Rahmen eines gemeinsamen Essens im „Restaurant Lebenbauer“ abgehalten. Die nächsten beiden Termine finden am 12. April von 17:00 bis 21:55 Uhr bzw. am 25. Mai von 11:00 bis 15:55 Uhr statt.

© Josh Wong Photography

job

© Flughafen Wien

Das richtige „Butlern“ kann künftig auch am BFI Wien erlernt werden.

Wien. Thomas Schäfer-Elmayer hat das richtige Benehmen durch seine Auftritte im ORF wieder ins mediale Rampenlicht gebracht. Aber nicht nur am Tanzparkett, sondern auch beim (persönlichen) Kundenkontakt oder beim gemeinsamen Essen im Freundeskreis spielen Etikette und gute Umgangsformen eine entscheidende Rolle. Aus diesem Grund bietet das BFI Wien neuerdings den Kurs „Stil & Etikette“ an: Neben Standards wie u.a. der korrekten Begrüßung und Anrede, Essens- und Tischkultur oder Besteck- und Geschirrkunde stehen etwa die Sitten anderer Kulturen, das „leidige“ Thema Small Talk sowie mögliche „Hoppalas“ auf dem Programm. Der Kurs wird als Abend- oder Wochenendver-

© Brunswick/Erich Fuchs

© panthermedia.net/James Steidl

Stil und Etikette können erlernt werden

Werner Czirbusz (41) übernahm mit 1. Februar die operative Verantwortung für das Wellpappenwerk Smurfit Kappa Interwell am Standort Nettingsdorf, einer Tochter der irischen Smurfit Kappa Gruppe.


Personalmanagement

70 – careernetwork

Freitag, 22. Februar 2013

Gastkommentar Christiane Nill-Theobald über BurnOut-Präventionskonzepte und wie man das Feuer seiner Mitarbeiter neu entfacht

Die neue Lust auf Leistung

© Jacek Tapia Garcia

„Wo Mitarbeiter echte Wertschätzung erfahren, fühlen sie sich wohl und das BurnOut-Risiko sinkt.“

Christiane Nill-Theobald leitet das Beratungsunternehmen TheobaldConsulting.

Berlin. BurnOut-Prävention ist in aller Munde. Unternehmen, die darauf setzen, gelten als menschlich. Meist stellt diese Prävention jedoch nur äußerliche Kosmetik dar und erreicht die tieferen Ursachen nicht. Was jedoch in die Tiefe geht, ist ein unternehmensintern gelebtes, stimmiges BurnOn Management. BurnOn statt BurnOut! Viele BurnOut-Präventionskonzepte in Unternehmen basieren auf dem falschen Gedanken der Leistungssteigerung. Der Mitarbeiter wird alleine in die Verantwortung genommen. Man empfiehlt ihm Entspannungstrainings, Stress-

resistenztrainings, Lachyoga, etc. und erwartet Spitzenleistungen. BurnOut ist aber nicht nur Privatsache; der wahre „Patient“ ist das Unternehmen, das seine Human Resources sträflich vernachlässigt.

Die Quelle allen Übels Quelle allen BurnOut-Übels ist oft die Unternehmenskultur, die Führungspraxis oder die Personalentwicklungspolitik. Der alleinige Fokus auf das ‚Individuum Mitarbeiter‘ reicht deshalb nicht aus. BurnOut ist weit mehr als Erschöpfung aufgrund eines hohen Arbeitspensums. Der wahre Grund

fürs Ausbrennen ist enorme Arbeitsbelastung in Kombination mit inexistenter Wertschätzung! Die Lösung für eine wirksame BurnOut-Prävention liegt deshalb im BurnOn Management. Ein Unternehmen soll sich nicht auf die Verhinderung des Ausbrennens konzentrieren; sondern darauf, das Feuer seiner Mitarbeiter zu entfachen und dauerhaft am Leben zu erhalten.

denheit des Einzelnen mittels organisatorischer Veränderungen. Wo Mitarbeiter echte Wertschätzung erfahren, fühlen sie sich wohl und das BurnOut-Risiko sinkt. BurnOn bedeutet im Unternehmenskontext „Mitarbeiterpflege“, also auf deren Bedürfnisse einzugehen. Das führt dann nicht nur zu loyalen und leistungsfähigen Mitarbeitern, es ist gleichzeitig die bestmögliche BurnOut-Prävention. BurnOn Management ist definitiv ein Erfolgsrezept: Krankenstände sinken, der Spaß an der Arbeit und die Produktivität steigt. BurnOn kreiert Erfolgsmenschen! BurnOn ist deshalb der Schlüssel für Unternehmenswachstum. Probieren Sie es aus!

Begeistere mich! „BurnOn“ bedeutet das Etablieren von Begeisterung für die Mitarbeiter und die Erhöhung der Zufrie-

Die promovierte Juristin Christiane Nill-Theobald ist Speaker, Management-Beraterin und Führungskräftecoach.  www.nill-theobald.de

JOBTICKER

Diskussion Karriereknick?

Teilzeit-Chefs

Wien. Steht eine Führungsposition zwingend im Widerspruch mit Teilzeitarbeit? Dieser Frage widmete sich eine Podiumsdiskussion der Rechtsanwaltskanzlei Wolf Theiss in Wien. Für IBM Österreich-Chefin sei diese Frage mit einem klaren „Nein“ zu beantworten: „Teilzeit darf kein Karriereknick sein“, stellte sie unmissverständlich klar, dass in ihrem Haus nur die Suche nach der besten Person für den Job zähle und Mitarbeiter unabhängig von der jeweiligen Arbeitszeit „nur nach erbrachter Leistung“ beurteilt werden. Auch Casinos-Direktorin Bettina Glatz-Kremsner bekräftigte, dass Teilzeitarbeit und Führungsrolle – „für beide Geschlechter“ – vereinbar gemacht werden müssten, da heute immer mehr Flexibilität und Work-Life-Balance nachgefragt würden.

Trade Marketing Manager/in DACH Innocent Alps GmbH Dienstsitz: Salzburg

Online Kampagnen Manager/in Eblinger & Partner Dienstsitz: Innsbruck

Topdown-Strategie Einig waren sich die Diskutantinnen, dass die Möglichkeit zur Vereinbarung von Beruf und Familie, vom Management vorgelebt werden müsse: „Es kann nur eine Topdown-Strategie sein, damit ich weiß: Wenn ich in Teilzeit gehe, entgeht meiner Karriere nichts und es ist auch erwünscht“, so Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek. Nur wenn es Vorbilder gäbe und die Firmenleitung alternative Arbeitszeitmodelle fördere, können diese flächendeckend funktionieren. Aber nicht nur die Schaffung von unternehmensinternen Netzwerken zur Unterstützung der Mitarbeiter in Teilzeit, sondern auch die Änderung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen seien notwendig, so die Expertinnen.

Leiter/in Marketing und Werbung ADEG Österreich Handels-AG Dienstsitz: Wiener Neudorf

© Foto Schuster

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Von links nach rechts: A. Föderl-Schmid, T. Oppitz, D. Tomanek, B. Glatz-Kremsner, E. Fischer, G. Heinisch-Hosek.


A r b e i t s p latz 2 . 0

Freitag, 22. Februar 2013

careernetwork – 71

Zukunftsszenario Das virtuelle Büro ermöglicht mehr Output, aber: Konflikte zwische jüngeren und älteren Arbeitnehmern sind vorprogrammiert

„Work-Clouds ziehen bald auf“ Zukunftsforscher Graf malt ein Bild von der Arbeitswelt von morgen.

Das Büro ist passé „Medien verändern Gesellschaften. Das Internet ist ein einzigartiges Medium, da es den physischen Ort von der Informationsquelle entkoppelt; das gilt auch für die Arbeitswelt“, weiß Graf, der seit 20 Jahren Medienkonvergenz untersucht. Er spricht von einer komitativen, einer begleitenden Sphäre, die ebenso wie die Atmosphäre die Erde umgibt. Von der Vorstellung des Büros oder der Fabrik als Arbeitsplatz als „Wissens-Container“ können wir uns bald verabschieden, so der Zukunftsforscher. Damit lösen sich auch Arbeitszeiten auf, Umgangsformen fallen weg. Ob der Kollege in Sydney in Australien oder in Kangerlussak in Grönland sitzt, spielt dann keine Rolle mehr.

Freiheit vs. Unsicherheit In der Arbeitswelt der Zukunft werde es auch langjährige Firmenzugehörigkeit nicht mehr geben: „Viel eher werden sich Fachkräfte projektbezogen zusammenschließen“, vermutet Graf. Das habe den Vorteil, dass sich Arbeit und Freizeit flexibler miteinander kombinieren lassen, und dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie leichter fällt. Abwechslung ist durch verschiedene Projekte und immer neue Arbeitskollegen garantiert. Die Gefahr: Die „ungebundene“ Arbeit der Zukunft wird prekär. Sie ist mit ständiger Unsicherheit verbunden, denn „die Konkurrenz ist in der globalisierten virtuellen Welt groß“, kennt Joachim Graf die Schattenseiten.

Mehr Arbeitsteilung

© ibusiness.de

Die Vorteile für Unternehmen liegen auf der Hand: „Cloud Computing“ ermögliche eine bessere Arbeitsteilung und damit einen höheren Output. Die Produktivität werde nicht mehr an der absolvierten Arbeitszeit, sondern an

Joachim Graf: „Manche Berufe lassen sich nicht digitalisieren.“

konkreten Projekten gemessen. Damit das realisierbar ist, benötigt es das richtige technische Rüstzeug: „Die Anzahl und Arten der verschiedenen Endgeräte wird sich deutlich vermehren; welche Geräte schließlich benutzt werden, hängt zunehmend von der Situation und dem Standort ab“, vermutet der Experte. Dieser Paradigmenwechsel wird sich nicht ganz konfliktfrei vollziehen: Graf vermutet, dass Spannungen zwischen jüngeren und älteren Arbeitnehmern vorprogrammiert sind, da erstere im digitalen Zeitalter bereits aufgewachsen sind. Chefs werden es in diesem

Zukunftsszenario nicht leicht haben, denn sie können nicht gleich erkennen, was ihre Mitarbeiter in der Arbeitszeit leisten.

Nicht für alle Branchen Für manche Berufsgruppen gibt Graf Entwarnung: „Bei einem Wasserrohrbruch wird noch immer der Installateur geholt, nicht ein virtueller Avatar. Kurzum: In jenen Branchen, in denen es um die ‚Manipulation‘ von Dingen geht, von der Produktion von Lebensmitteln bis hin zum Weltraum-Satelliten, herrschen nach wie vor die Gesetze von Ort und Zeit“, weiß Graf.  (lw)

© panthermedia.net/Gualtiero Boffi

Wien. Kaffeepause mit Kollegen via Skype, die Standpauke vom Chef als Hologramm im Wohnzimmer oder eine computeranimierte Vorzimmerdame, die Anrufe entgegennimmt? Ganz so futuristisch wird unsere Arbeitswelt in den kommenden Jahrzehnten noch nicht aussehen. Doch das klassische Büro, wie wir es kennen, wird bald ausgedient haben. Zukunftsforscher Joachim Graf hat Thesen zur Arbeitswelt von morgen aufgestellt. Er weiß: Durch die digitale Vernetzung verlagert sich der Arbeitsplatz zunehmend in die digitale Welt. „Work Clouds“ werden unser Arbeitsleben bestimmen.

Wissen im Web: In der digitalen Welt gehört das Büro der Vergangenheit an.


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