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inside your business. today.

Freitag, 14. Dezember 2012 – 67

© Manpower

Kaum BEwegung

Laut Manpower bleibt der Personalstand in Österreich relativ stabil  Seite 69

© J. Kirchner/pixelio.de

careernetwork Kaum Freizeit

Smartphones und Tablets verleiten zu Überstunden von Zuhause  Seite 71

Aufsteiger Kurt ­Leidinger, Schenker & Co © Roland Unger

„Als Kind wusste ich, was ich nicht sein wollte: Steuerberater“ Powerfrau Birgit Noggler half maßgeblich bei der Konsolidierung der Immofinanz mit und wurde mit einem Vorstandsmandat belohnt.  Byte-Power Das bfi Wien-­Programm 2013 setzt ­verstärkt auf das ­Thema Programmierung.  © Immofinanz Group

© Secretary Search

Seite 68

Gastkommentar

Elisabeth Weghuber, Secretary Search, über Quoten und die Notwendigkeit einer modernen Frauenförderung. Seite 69

Seite 70

Globaler Lohn-Report ILO sieht stagnierende Löhne in den Industrieländern in 2012

© Michael Staudinger/pixelio.de

Hohe globale Lohnzurückhaltung

Nach leichten Wachstumsraten 2011 stiegen die Gehälter 2012 nicht an.

Genf. Die Löhne in den Industrieländern sind nach Zahlen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) heuer nicht gestiegen. Auch im vergangenen Jahr sei der Lohnanstieg weltweit deutlich hinter den Wachstumsraten aus der Zeit vor der aktuellen Finanzkrise zurückgeblieben, heißt es in dem Globalen Lohn-Report der UNBehörde. Nach ILO-Angaben stiegen die Bruttolöhne 2011 inflationsbereinigt um durchschnittlich 1,2%, 2010 lag der Anstieg nach den Angaben noch bei 2,1%. In den Entwicklungsländern und im Nahen

Osten seien die Löhne 2011 im Schnitt sogar gefallen. „Der Bericht zeigt, dass die Krise in vielen Ländern massive Folgen für die Löhne hatte und damit auch für die Beschäftigten“, erklärte ILO-Generaldirektor Guy Ryder bei der Vorstellung der Studie. In einigen Ländern – ganz besonders in Deutschland – werde die schwache Binnennachfrage in Folge der Lohnzurückhaltung durch umso höhere Exporte ausgeglichen, heißt es im Bericht. Dies könne jedoch keine Strategie für alle Länder sein.  (APA)

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Career portrait

Sie hört es nicht gern: Aber Birgit Noggler ist noch immer eine Rarität. Die Finanzvorständin der Immofinanz zählt mit 38 Jahren sicher zu den jüngsten CFOs des Landes.

Freitag, 14. Dezember 2012

© Immofinanz Group (2)

68 – careernetwork

„Der Finanzbereich macht Spaß!“ 10 Fragen An Birgit Noggl e r

Als Kind wollte ich immer … keinesfalls Steuerberaterin werden Mein Lebensmotto ist … Man kann alles schaffen und man muss Spaß haben dabei. Mein letztes Geld würde ich ausgeben für … gutes Essen (das war leider auch zu Studentenzeiten so…) Darüber kann ich lachen … über gute Satire an der Grenze zum Zynismus (wie z.B. „Struwwelpeter“ am Burgtheater) Das letzte Buch, das ich gelesen habe, war … „Jenseits des Berges“ von Steve House (der Autor ist der Mann meiner Cousine – ich wollte ihn so ein bisschen besser kennenlernen) In 20 Jahren werde ich … viel reicher an Erfahrung sein. Davor habe ich Angst … dass meiner Familie etwas zustößt. Das ist meine größte Stärke … Nichts bringt mich so leicht aus der Ruhe. Das ist meine größte Schwäche … Ungeduld.

Erika Hofbauer

Wien. 2007 war alles noch in Ordnung: Als Birgit Noggler die Immofinanz-Welt in dem Jahr betrat, „gab es durchwegs positive Reaktionen“. Die Finanzexpertin war durchaus stolz, in so einem „Super-Unternehmen“ zu arbeiten. 2008, als die Unternehmensgruppe eine ihrer schwersten Krisen zu überstehen hatte, konnte die zierliche Betriebswirtin ihre – nach Eigendefinition – hervorstechendsten Eigenschaften erstmals einsetzen: Zielstrebigkeit und Konfliktstärke.

Zahlen-Leidenschaft Ihre echte Leidenschaft sind aber Zahlen und Fakten. Während ihres Betriebswirtschaftsstudiums spezialisierte sich die gebürtige Klagenfurterin auf die Bereiche Unternehmensrechnung und Finanzrecht. Nach einem Kurzzeitjob bei einem Internet-Start-up heuerte Noggler bei PricewaterhouseCoopers (PwC) an – eine ihrer besten Entscheidungen, wie die nunmehrige Finanzexpertin heute sagt.

Denn sie hatte das Riesenglück, gleich in einen internationalen Bereich zu gelangen: Konzernprüfung. Sie bildete sich in der Folge auch zur Steuerberaterin weiter, obwohl sie dieser Beruf nie wirklich gereizt hatte: „Als Kind wusste ich, was ich nicht sein wollte: Steuerberaterin.“ Aber wahrscheinlich haben da die Gene mitgespielt: Nogglers Eltern sind ebenfalls Steuerberater …

Mandat als „Belohnung“ Nach PwC kam eine kurze Phase in der Konsolidierungsabteilung bei Raiffeisen Leasing. Lange hat es die besonnene junge Frau dort nicht gehalten: „Nach dem Job in einem US-Unternehmen hat es mir in einer Firma, wo das Jägerische und die Männerdominanz so präsent waren, nicht gefallen.“ Gut, dass ein ehemaliger PwC-Kollege bereits in der Immofinanz tätig war und eine verlässliche FinanzExpertin gesucht hatte. 2008 übernahm sie unter dem neuen Finanzvorstand Eduard Zehetner die Leitung des Konzernrechnungswesens und war damit maßgeblich an der

Einführung der neuen Planungsund Konsolidierungslösung beteiligt. Die „Belohnung“: Mit Oktober 2011 erhielt Noggler das Vorstandsmandat als CFO. „An meinen Aufgaben hat sich eigentlich wenig geändert. Meine Verantwortung ist jetzt wesentlich größer – und auch das Interesse an meiner Person“, so die Finanzchefin. Und nicht zu vergessen: „Ich habe ein neues Zimmer in der Vorstandsetage bekommen und eine eigene Assistentin“, schmunzelt Noggler.

Ahnung und vor allem kein Interesse hat, dann wird das nie etwas werden.“ Bei ihrem beruflichen Agieren setzt die Finanzchefin auf Authentizität; Vorbilder habe sie keine: „Ich möchte nicht kopieren“, findet sie dennoch die eine oder andere Charaktereigenschaft nachahmenswert, vor allem, bei ihrem jetzigen „Chef“, dem Vorstandsvorsitzenden Eduard Zehetner: „Die Ruhe, die er in der Restrukturierungsphase des Unternehmens ausgestrahlt hat, war beeindruckend.“

Authentizität

Lernfähig und ehrgeizig

Im Finanzbereich zu arbeiten, macht der Top-Managerin „einfach Spaß“, man sei das „Rückgrat“ des Unternehmens. Und beim Gedanken an die jüngst begebene Wandelanleihe erscheint fast so etwas wie ein Leuchten in den Augen der Managerin. Was sie keinesfalls leiden kann, ist eine gewisse Respektlosigkeit „ihrem“ Ressort gegenüber: „Wenn jemand eine Tätigkeit im Rechnungswesen sucht, weil er sich einen sicheren Job erhofft, aber vom Grundthema keine

Ihre eigenen Führungsfähigkeiten schätzt Noggler gut ein: „Seit 2009 hält sich die Fluktuation in meinem Bereich auf niedrigem Niveau“, nimmt sie diesen Zufriedenheitsindikator auf ihre Kappe. Prinzipiell sei sie auf Harmonie ausgelegt, zeige sich aber in Besprechungen durchaus diskursfähig: „Wenn ein Mitarbeiter bessere Vorschläge macht, sage ich sicher nicht: Ich weiß alles besser; ich bin durchaus lernfähig.“ Und ehrgeizig ohnehin.

1974–2001

2002–2010

2011–Heute

1974 in Klagenfurt geboren, startet Birgit Noggler nach der Matura erste Studienversuche in der Elektrotechnik an der TU Graz, bevor sie umsattelt und Handelswissenschaften an der WU Wien erfolgreich studiert.

Nach dem Studium entdeckt Noggler den ­Finanzbereich für sich und absolviert einige Stationen bei PricewaterhouseCoopers, Raiff­eisen Leasing und Immofinanz. Dazwischen lässt sie sich zur Steuerberaterin ausbilden.

Im Oktober 2011 erhält sie das Vorstandsmandat bei der Immofinanz Group. Als CFO verantwortet Noggler seither vom Rechnungswesen über Objektfinanzierung und Risiko­management alle Finanzbereiche des Konzerns.

Mit dieser Person würde ich gerne für 24 Stunden die Rollen tauschen … Mit Angela Merkel, damit ich sehe, wie die Wirtschaftspolitik in Europa gemacht wird.


p e r s o n a l m a n a g e m en t

Freitag, 14. Dezember 2012

careernetwork – 69

Beschäftigungsausblick Laut einer Umfrage von Manpower bleibt der Personalstand im ersten Quartal relativ stabil

Karriere-Inside mit: Christoph Weissenböck

Wenig Bewegung in Sicht

Vor allem im Bereich Energieversorgung und im öffentlichen Sektor wird aber Personal aufgestockt.

© Manpower

Wien. Kein Horrorszenario, aber auch kein Aufatmen. So werde sich der Arbeitsmarkt laut Manpower im kommenden Quartal präsentieren: Wie aus dem aktuellen Beschäftigungsausblick hervorgeht, wollen acht Prozent der heimischen Personalchefs mehr Personen einstellen, neun Prozent wollen den Personalstand reduzieren und der Rest erwartet stagnierende Beschäftigtenzahlen für das kommende Quartal. „Die Unsicherheit der globalen Märkte hat sich trotz der leichten Kehrtwende noch nicht in allen Wirtschaftssektoren in Österreich durchgesetzt. Wenn man sich die Zahlen ansieht, dann möchten immer noch acht Prozent der heimischen Arbeitgeber den Mitarbeiterstamm erhöhen“, interpretiert Erich Pichorner, Geschäftsführer ManpowerGroup Österreich, die aktuellen Zahlen.

Erich Pichorner, Manpower: „Im höher qualifizierten Bereich wächst der Druck.“

des Ausblicks, dass Unternehmen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sehr ernst nehmen und „doch eher verhalten bei der Personalplanung agieren“.

Salzburg legt zu

Beschä f tigungsau s b l i c k

Fachkräfte gesucht

Netto- Saisonal Zunahme Abnahme Beschäftigungsausblick adaptierte Werte 1. Quartal 2013 8% 9% –1% 4% 4. Quartal 2012 8% 4% 4% 4% 3. Quartal 2012 12% 3% 9% 6% 2. Quartal 2012 12% 4% 8% 6% 1. Quartal 2012 5% 7% –2% 3% 4. Quartal 2011 13% 7% 6% 6% 3. Quartal 2011 15% 5% 10% 7% 2. Quartal 2011 8% 6% 2% 0% 1. Quartal 2011 6% 13% –7% –2%

In Österreich stünden die Arbeitgeber nach wie vor vor der Herausforderung, offene Stellen mit den richtig geschulten Talenten zu besetzen: „Gerade im höher qualifizierten Bereich wächst der Druck der Unternehmen, die passenden Mitarbeiter mit den richtigen Fähigkeiten zur richtigen Zeit zu finden“, so Pichorner. Gleichzeitig zeige das leicht negative Ergebnis

Quelle: Manpower

Weiterbildung muss ein Thema sein

Nach Sektoren betrachtet, stehen die Jobchancen derzeit am besten im Bereich Energieversorgung (Netto-Beschäftigungsausblick von +13%), dem Sektor Öffentliche Hand & Soziales mit +8% und dem Finanz & Dienstleistungssektor mit +6%. Sorgenkinder sind – „saisonal bedingt“, wie Pichorner betont – das Bauwesen (-18%), Land & Forstwirtschaft und Bergbau & Rohstoffgewinnung (je -15%). Und auch der Sektor Sachgütererzeugung bewegt sich mit -2% auf einem sehr niedrigen Einstellungsniveau. Im Bundesländerranking führt Salzburg (+7%), gefolgt von Kärnten (+3%) und der Bundeshauptstadt Wien (+2%). Im Mittelfeld sind Oberösterreich, Steiermark und Vorarlberg (je -1%). Die hinteren Plätze belegen Tirol mit -2%, sowie Burgenland und Niederösterreich (je -8%). „In Europa ist die Eurokrise spürbar und allgegenwärtig“, so Pichorner. So werde in 14 der 24 Länder im ersten Quartal des neuen Jahres 2013 weniger Personal eingestellt.  (red)

Advent. Die stillste Zeit im Jahr? Privat vielleicht. Im Unternehmenskontext nicht unbedingt. Denn neben den im Wochenrhythmus stattfindenden Punsch-Events und Weihnachtsfeiern herrscht bei vielen Arbeitnehmern auch noch dezente Anspannung vor einem Fixtermin: Dem jährlichen Mitarbeiter- bzw. Feedbackgespräch. Eigentlich ja kein Grund zur Sorge – wenn dieses so abläuft, wie es sollte: Nämlich nach einem klaren Schema, mit ausreichend Zeit zur Vorbereitung und der Möglichkeit, in beide Richtungen Feedback geben zu können. Nur wissen wohl die meisten Arbeitnehmer als auch Führungskräfte, dass diese Termine meist anders ablaufen. Und dass wesentliche Punkte oft gar nicht aufs Tapet kommen. Beispielsweise die Weiterbildung, die in keinem Jahresgespräch fehlen sollte – schon allein deshalb, weil sie einer der bestimmenden Faktoren ist, warum sich Bewerber, aber auch bestehende Mitarbeiter für oder gegen ein Unternehmen entscheiden. Schließlich ist die Möglichkeit zur Fortbildung auch die Grundlage zur persönlichen Weiterentwicklung. Und sie verdeutlicht dem Mitarbeiter: Wir planen langfristig mit dir und deinen Kompetenzen. Positiv sticht in dieser Hinsicht eine aktuelle Auswertung der Statistik Austria ins Auge: Knapp neun von zehn Unternehmen sind demnach „weiterbildungsaktiv“. Und im Schnitt verbringt jeder dritte Arbeitnehmer 30 Stunden in betrieblichen Weiterbildungskursen. Das heißt aber im Umkehrschluss, dass für zwei Drittel der Arbeitnehmer kein jährliches Bildungsangebot vorgesehen ist.

Gastkommentar Elisabeth Weghuber über Quoten und die Notwendigkeit einer modernen Frauenförderung

Frauenförderung – ist das noch zeitgemäß?!

börse

Die Auf- und Umsteiger der Woche im Kurzporträt.

oder auch Diversity Management. Derartig umfassend konzipierte Maßnahmen können nicht im Schnelldurchlauf abgewickelt werden, sondern erfordern Investition von Zeit und Finanzmitteln. Doch diese Investition zahlt sich aus, denn Frauenförderung ermöglicht die Nutzung des vollen Potenzials von Mitarbeiterinnen und trägt so unmittelbar zur Steigerung des betrieblichen Erfolgs bei. Wenn Maßnahmen der Frauenförderung vom Management mitgetragen werden, zeigt sich: Frauenförderung hat Unternehmen weit mehr zu bieten als nur von außen auferlegte Quoten. In einer an betriebswirtschaftlichen Zielen orientierten Form ist Frauenförderung 2012 ein absolut zeitgemäßes Konzept.

Ch. Halbertschlager

Christian Halbertschlager (32) verstärkt ab sofort das Team von Goodyear Dunlop Tires Austria. Als Marketing Manager verantwortet er künftig sämtliche Consumer-Marketingagenden auf dem österreichischen Markt.

Bianca Weber Tauern Spa Zell am See – Kaprun

© Tauern Spa

Goodyear Dunlop Tires Austria

Elisabeth Weghuber: „Frauenförderung hat mehr zu bieten als nur Quoten.“

Elisabeth Weghuber ist Geschäftsführerin der Secretary Search ­Personalberatung GmbH.  www.secretarysearch.at

Bianca Weber (27) hat unlängst die Leitung der Abteilung Marketing & Sales im Tauern Spa Zell am See – Kaprun übernommen. Sie folgt Regine Sparber nach, die das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen hat.

Kurt Leidinger Schenker & Co AG

© Roland Unger

© Secretary Search

Frauen sind also in Österreich in Führungspositionen besonders stark unterrepräsentiert. Moderne Frauenförderungsprogramme, die betriebswirtschaftlich ausgerichtet sind und sich auf die bessere Bewältigung aktueller Anforderungen des Unternehmensalltags konzentrieren, können hier einen wesentlichen Beitrag leisten. Soll Frauen die gewinngenerierende Be-

Promotion

teiligung an Management ermöglicht werden, sind entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen zu ergreifen. Die Kernkonzepte von Führung müssen ebenso vermittelt werden wie der Umgang mit aktuellen Themen wie Social Media

Stark unterrepräsentiert

© Goodyear Dunlop Austria

job

& Young dieses Resultat bestätigen. Hier zeigte ein Vergleich der in den Jahren 2005 und 2010 bei den größten börsennotierten Unternehmen Europas erhobenen Daten ein eindeutiges Ergebnis: Umsatz und Gewinn korrelieren positiv mit dem Frauenanteil in Vorständen. Leider rangiert Österreich jedoch im europäischen Vergleich des Frauenanteils auf Vorstandsebene auf dem vorletzten Platz.

Kurt Leidinger (49) übernimmt mit 1.1.2013 den Vorstandsvorsitz der Schenker & Co AG. Er folgt damit Generaldirektor Elmar Wieland, der nach rund 40 Jahren Tätigkeit bei Schenker per 31.12.2012 in den Ruhestand geht.

Gerhard Raffling Fujitsu Technology Solutions

© Fujitsu

Wien. Frauenförderung wurde in den letzten zehn Jahren mehr und mehr zum Programm von gestern erklärt. Trotzdem zeigt sich für Unternehmen immer mehr der Leidensdruck, der durch ungleiche Beteiligung von Frauen (Stichworte: Frauen in Technik und Führung) ausgeht. So stellt sich die Frage: Sind Unternehmen tatsächlich bereits reif für ein Hinweggehen über die Frauenförderung? Sie habe keinen betriebswirtschaftlichen Anspruch, sondern sei eine Maßnahme der Sozialromantik, so ein Hauptargument gegen Frauenförderung. Dass dieses Argument an der Realität vorbeigeht, zeigte bereits 2007 die Studie „Women Matter“ des Beratungsunternehmens McKinsey. Denn Unternehmen, die Frauen in Führungspositionen einsetzen, sind nachweislich erfolgreicher als jene, die darauf tendenziell verzichten. 2012 konnte eine Studie von Ernst

Gerhard Raffling, verantwortlich für den Vertrieb in Österreich und Prokurist bei Fujitsu Technology Solutions, hat nun auch die österreichischen Marketing- und Kommunikationsagenden des Unternehmens übernommen.


Weiterbildung

70 – careernetwork

Freitag, 14. Dezember 2012

BFI Wien Das letzte Woche präsentierte Bildungsprogramm 2013 setzt einen Schwerpunkt im Bereich Programmierung

SHORT

Ausbildung in Bits & Bytes

Die Studiengebühren kehren wieder zurück

© BFI Wien

Das neue Bildungsprogramm des BFI Wien ist ab sofort kostenlos verfügbar.

Wien. Open Source, Web 2.0 und die wachsende Popularität des „Handy-Betriebssystems“ Android spiegeln sich jetzt auch im vergangene Woche lancierten Bildungsprogramm 2013 des BFI Wien wider: Neben Altbewährtem machen Neuerungen im Bereich Internet/ Webdesign/App-Programmierung einen Schwerpunkt des Programms aus. Damit reagiere man auf neue Bedürfnisse und Trends, bzw. versuche diese vorauszusehen, betont die kaufmännische Geschäftsführerin des BFI Wien, Valerie Höllinger: „Mit dem Weiterbildungsangebot ‚App-Entwicklung für Android mit Java‘ reagiert unser Produkt-

management etwa auf den anhaltend großen Markterfolg mit Android betriebener Smartphones.“ Ausschlaggebend für die Entwicklung dieses Kurses sei u.a. das große Interesse auf Kundenseite gewesen – „insbesondere der zahlreichen Absolventen unserer Ausbildung zum Java-Programmierer“, so Höllinger weiter. Und nicht zuletzt ziele der von 22.1. bis 5.2. erstmals angebotene Kurs auf Unternehmen ab, die ihre IT-Mitarbeiter „in diesem Bereich höherqualifizieren wollen“. Neu im Programm des BFI Wien ist auch der Kompaktlehrgang „Web Analytics“. „Web Analytics ermögli-

cht, die User besser kennenzulernen und Marketing-Maßnahmen punktgenau auf eine Zielgruppe zuzuschneiden“, beschreibt man seitens des BFI die Vorzüge des Tools. Am Lehrplan des ab 11. April laufenden Kurses stehen u.a. die Funktionsweise der Datensammlung, eine Einführung in die Welt der Metriken sowie die Definition von WebsiteZielen. Das Web-Portfolio des BFI Wien soll der „Lehrgang zum Webprogrammierer“ abrunden: Anhand praktischer Beispiele will man die zentralen Grundkenntnisse in JavaScrip, jQuery, Ajax, PHP und MySQL vermittel werden. Weitere Infos: www.bfi-wien.at/kursprogramm/

© APA/Robert Jäger

Valerie Höllinger: „Damit beweisen wir, dass wir mit unserem Angebot am Puls der Zeit sind.“

K. Töchterle: „Wunsch der Unis nach Rechtssicherheit Rechnung getragen“.

Wien. Der Nationalrat hat letzte Woche das Comeback der Studien­ gebühren fixiert. Zustimmung kam von der Koalition und den Freiheitlichen. Vorgesehen ist, dass (nicht berufstätige) Langzeitstudenten wieder 363,36 € pro Semester zu bezahlen haben, Nicht-EU-Bürger, die extra zwecks Studium nach Österreich kommen, sogar 726,72 €. Letztlich handelt es sich bei dem Beschluss um eine nachträgliche Reparatur eines vom VfGH Mitte 2011 aufgehobenen Gesetzes, das inhaltlich im Wesentlichen mit der heute vereinbarten Regelung übereinstimmte. Dieses war wegen unklarer Formulierungen gekippt worden. Die SPÖ plädierte von Beginn an dafür, den alten Modus mit kleineren, verfassungskonformen Änderungen wieder einzusetzen, was am Widerstand der ÖVP scheiterte, wodurch zunächst überhaupt keine Gebühren mehr anfielen. Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle kämpfte für allgemeine Studienbeiträge und unterstützte zuletzt jene Unis, die schon in diesem Wintersemester für Langzeitstudenten und NichtEU-Studenten wieder Gebühren verlangten.  (APA)

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Ein Blick hinter die Kulissen der Medienwelt

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GroupM-CEO Peter Lammerhuber und Lehrgangsleiterin Herta Zink.

Wien. Im Diplomlehrgang „Mediaberatung“ der Werbe Akademie gibt es heuer erstmals sogenannte insight-Abende: „Hier plaudern Business Insider aus dem Nähkästchen und ermöglichen direkte Einblicke in nationale und internationale Medienunternehmen; diese Abende sind vollgepackt mit Profiwissen aus der Praxis und runden die Theorieteile perfekt ab“, so Lehrgangsleiterin Herta Zink. Den Start der zweistündigen Talks über persönlichen Werdegang und Unternehmenshistorien machte Harald Fidler, Ressortleiter Medien bei Der Standard. In ‚insight Radio‘ erzählte Monika Eigensperger, Chefin von FM4, aus dem Senderalltag und Peter Lammerhuber, CEO GroupM, gab den Teilnehmern in ‚insight Mediabusiness‘ einen Einblick in das Tagesgeschäft einer weltweit agierenden Media InvestmentFirma. „Mit den ‚insight‘-Abenden bekommen die Teilnehmer originäre Einblicke in die spannende Medienwelt und können abseits von Zahlen, Daten und Fakten, ihren Blickwinkel erweitern“, so Zink. Den nächsten insight zum Thema Internet gibt Markus Kienberger, Geschäftsführer von ­Google ­Austria.


J o bwatc h

Freitag, 14. Dezember 2012

careernetwork – 71

Virtueller Arbeitsplatz Smartphones und Tablets machen das „Abschalten“ vom Job immer schwerer, Druck und Stress sind die Folge

Überstunden von Zuhause aus Wien. Moderne Technologien machen es möglich: Wir sind rund um die Uhr erreichbar, können von überall aus unsere E-Mails lesen und beantworten. Die Zeiten, zu denen mit dem Verlassen des Büros unsere Arbeitszeit endete, sind lange vorbei. Welche Auswirkungen das auf Arbeitszufriedenheit und Wohlbefinden hat, geht aus dem neuen „Kelly Global Workforce Index“ hervor. Die Befragung zeigt, dass mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablet-PCs nicht nur zu erhöhtem Druck führen, sondern auch die „echte“ Freizeit stark einschränken: Jeder Zweite verbringt bis zu fünf Stunden in der Woche damit, von Zuhause aus über mobile Endgeräte zu arbeiten; 12% gaben sogar an, bis zu zehn Stunden in der Woche in der Freizeit zu arbeiten. 41% der Befragten fühlen sich von der ständigen Erreichbarkeit gestresst: Die mobilen Technolo-

Neue Jobmaßnahmen

In Begutachtung Wien. Zwei Arbeitsmarktmaßnahmen der Bundesregierung, die im Juli 2013 in Kraft treten sollen, sind am Mittwoch in Begutachtung geschickt worden: das Fachkräftestipendium und die Bildungsteilzeit, die bereits bei der Regierungsklausur im November angekündigt worden war. Laut Sozialminister Rudolf Hundstorfer bringt das eine „Bildungsoffensive für Arbeitnehmer“; Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner sprach von sich so verbessernden Jobchancen und der Sicherung des Fachkräftebedarfs. Die Bildungsteilzeit bringt Arbeitnehmern 456 € bei einer Reduktion der Arbeitszeit um 20 Stunden. Das geplante Fachkräftestipendium wird in Höhe der Ausgleichszulage (2013: 795 €) für die Dauer der Ausbildung gewährt.  (APA)

50 plus Selbstvertrauen

Kein altes Eisen

© Rainer Sturm/pixelio.de

Mainz/Leipzig. Den Arbeitnehmern „50 plus“ fehlt es oft an Selbstvertrauen, zeigt das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Viele „Best Agers“ würden zu oft abgelehnt oder trauen sich selbst nichts mehr zu. „Arbeitnehmer jenseits der 50 sollten sich ihrer Potenziale wieder bewusst werden; es gibt immer mehr Unternehmen, die auf altersgemischte Teams setzen“, erklärt Erfolgs-Coach und Autor Heinz Meloth.

Mehr Selbstvertrauen könnten sich Beschäftige über 50 Jahren leisten.

gien führen bei ihnen nach eigenen Angaben zu Ermüdung und Burnout. Besonders betroffen fühlen sich davon Juristen und Marketing-Spezialisten.

Bessere Work-Life-Balance? Überraschend: Trotz des hohen Druck-Faktors sieht fast die Hälfte der Arbeitnehmer auch positive Effekte von Smartphones und Co.: 48% finden, dass sich ihre Effektivität und Produktivität gesteigert hat. Und immerhin fast ein Drittel hat mit mobilen Technologien sogar eine bessere Work-LifeBalance. Dinette Koolhaas von

Kelly Services warnt trotzdem vor Euphorie: „Die zunehmende Nutzung von mobilen Endgeräten verändert die Arbeitswelt von immer mehr Menschen. Die positiven Effekte wie höhere Produktivität und Effizienz nützen Unternehmen und Beschäftigten. Doch sollte die Nutzung nicht in zusätzlichen Druck und Überstunden münden, welche die Kräfte der Mitarbeiter aufzehren“, weiß die Expertin.

Druck kommt von innen Nicht immer sind es die Chefs, die auf ständige Erreichbarkeit und Aktivität per Smartphone und

Tablet pochen. Den meisten Druck machen sich die Arbeitnehmer selber (40%) – der Vorgesetzte ist nur an zweiter Stelle (30%), gefolgt von Branchenkultur (12%), Kunden (8%) und Kollegen (7%). Im globalen Vergleich fühlen sich Beschäftige aus APAC-Ländern, also aus dem asiatisch-pazifischen Raum, mit 35% am meisten durch die ständige Erreichbarkeit unter Druck gesetzt; in Amerika empfinden das nur 21% so. Innerhalb Europas haben die Ungarn den größten Druck, für ihr Unternehmen erreichbar zu sein. So auch in Belgien, den Niederlanden und in Luxemburg.  (lw)

© Joachim Kirchner/pixelio.de

Bis zu zehn Freizeitstunden pro Woche gehen für die Erreichbarkeit rund um die Uhr drauf.

Stressfaktor: E-Mails am Wochenende und Telefonate nach Feierabend.

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