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inside your business. today.

Freitag, 12. April 2013 – 69

Die Sparte Gewerbe und Handwerk zeigt sich als Jobmotor in Österreich  Seite 71

Neue Perspektiven

Reintegra feiert ihr 30-jähriges Bestandsjubiläum  Seite 73

© Watchado

Alte Bekannte

© Reintegra/APA-Fotos.

Aufsteiger Oliver Eger, ­Watchado

„Es gibt fast keinen Termin, der Routine ist“ Mit Leib und ­Seele ­Helmut Mojescick ist 25 Jahre im Geschäft mit Versicherungen – Betriebsmüdigkeit macht sich aber noch keine breit.  Ohne Furcht ­Männer sehen die Beförde­ rung gleichquali­ fizierter Kollegen eher entspannt. 

Seite 70

© careermoves.at

© dpaA3464/R. Jensen

careernetwork

Diversität

Career Moves verzeichnet bereits 7.000 Jobangebote, für die sich Menschen mit ohne Einschränkungen chancengleich bewerben können. Seite 73

Seite 72

© medianet/Szene1/Katharina Schiffl

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von


Career portrait

Warum ihn ein Scha­ densfall in jungen Jahren ins Versiche­ rungsbusiness ver­ schlug und er diese Branche auch nach 25 Jahren noch nicht satt hat, das verrät der Fachgruppen­ obmann der Wiener Versicherungsmakler, Helmut Mojescick, im Gespräch.

Freitag, 12. April 2013

© privat

70 – careernetwork

© K&L/Simone Attisani Photography

„Mein Job hat fast schon etwas Sozialpolitisches“ 9 Fragen An Helmut Moje sc i ck

Als Kind wollte ich … nie in die Schule gehen. Mein Lebensmotto ist … „Nimm dich selbst nicht so wichtig.“ Mein letztes Geld würde ich ausgeben für … meine Frau. Darüber kann ich lachen … mich selbst. Das letzte Buch, das ich gelesen habe, war … „Was Versicherungen verschweigen: Tücken, Fallen und Stolpersteine im Kleingedruckten“ von Reinhard Jesenitschnig und „6 Österreicher unter den ersten 5“ von Dirk Stermann. In 20 Jahren werde ich … weniger arbeiten und hoffentlich in guter Gesundheit mehr Zeit mit meiner Frau verbringen.

Wien. „Meine Aufgabe ist es, im Auftrag des Kunden auf einem beinahe undurchschaubaren Markt das jeweils beste Produkt einzukaufen – und kein Erfüllungsgehilfe großer Konzerne zu sein.“ So definiert Helmut Mojescick sein tägliches Business. Mojescick leitet seit 1995 die K&L Vermögensberatung und Riskmanagement GmbH und ist seit letztem September Fachgruppenobmann der Wiener Versicherungsmakler. Insgesamt kann der 49-Jährige auf mittlerweile 25 Jahre Erfahrung im Versicherungssektor zurückblicken – ohne Betriebsmüdigkeit, wie er betont: „Das Versicherungsbusiness ist einfach unglaublich spannend“, erklärt er im Gespräch mit medianet. „Es gibt fast keinen Termin, der Routine ist – zu unterschiedlich sind die handelnden Personen und zu unterschiedlich sind die Schadensfälle, um die es sich in der Regel dreht. Mit meinem Job ist fast schon ein sozialpolitischer Auftrag verbunden.“ Vom Leid anderer zu profitieren, ist dabei kein Thema. Vielmehr sei es einfach schön, dass man als

Versicherungsmakler einen Schaden – der „immer mit emotionalem Stress verbunden ist“ –, zumindest „auf der wirtschaftlichen Seite reparieren kann“.

Dramatische Schicksale Hinter den einzelnen Fällen stünden natürlich immer wieder dramatische Schicksale – „die muss man aber sicher nicht mit Gewalt medial ausrollen“, zeigt sich Mojescick verschwiegen. Einer dieser „dramatischen Fälle“ sei aber der Grund dafür gewesen, dass er mit Mitte 20 überhaupt ins Versicherungsgeschäft eingestiegen ist: „Ich hatte einen Schaden in Höhe eines sechsstelligen Schillingbetrags. Und für mich war das einfach nicht nachvollziehbar; darum habe ich begonnen, mich mit der Branche intensiver zu beschäftigen.“ Während des Nachholens seiner HAK-Matura an der Abendschule und neben seinem Brotberuf im Reisebüro („weil ich mit 16 im Gymnasium durchgefallen wäre und mir das nicht ‚gestattet‘ war, habe ich die Tourismuskauf-

mann-Lehre absolviert“) begann Mojescick daher nebenberuflich als Versicherungsmakler zu jobben. Ab dem Zeitpunkt war er „gefangen“, wie er amüsiert betont: Aus nebenberuflich wurde hauptberuflich und 1995 übernahm er dann die Geschäftsführung von K&L Vermögensberatung und Riskmanagement. „Ganz ehrlich, ich würde meine Karriere vermutlich genauso nochmals durchlaufen, wenn ich das Rad der Zeit zurückdrehen könnte“, so der heutige Fachgruppenobmann. „Ich will meine Zeit im Reisebüro nicht missen, würde wieder ins Versicherungsgeschäft gehen und würde wieder selbstständig makeln“, ist Mojescick überzeugt. „Denn würde ich etwas anderes lieber tun und Talent dazu haben, dann täte ich es sicher ab morgen.“ Das einzige, das er ändern würde, wäre, ein Jusstudium zu absolvieren – „um meinen jetztigen Job noch besser machen zu können“. Generell ist das Thema Weiterbildung eines seiner Steckenpferde – vermutlich auch, „weil ich als

Kind nie in die Schule gehen wollte“ – und eines der Gebiete, wo er in seiner Rolle als Fachgruppenobmann Akzente setzen will: „Völlig egal in welchem Beruf, ist Weiterbildung ein spannendes Thema. Wenn man sich damit beschäftigt und involviert ist, kann man unglaublich davon profitieren.“ Aus diesem Grund habe er auch mit 40 die Ausbildung zum Skilehrer absolviert – „Just for fun“ wie er betont: „Als Jugendlicher wollte ich im Sommer Reiseleiter im Süden sein und im Winter als Skilehrer mein Geld verdienen; daraus ist zwar rein karrieretechnisch nichts geworden, zumindest habe ich aber in drei Winterurlauben als Nebenerwerbsskilehrer ein kleines Körberlgeld verdienen können“, erzählt er amüsiert. Generell hat das Skifahren einen hohen Stellenwert in Mojescicks Leben: „Zwei Wochen im Jahr müssen es schon sein.“ Ob er gegen etwaige Unfälle versichert sei? „Eine wirklich gute Unfallversicherung hat man in der Hoffnung, dass man sie nie braucht“, so Mojescick abschließend.  (jawe)

1963–1985

1985–1995

1995–Heute

Am 11. September 1963 geboren, absolviert Helmut Mojescick nach fünf Jahren Gymnasium die Lehre zum Tourismuskaufmann.

Im Alter von 22 tritt er zur Konzessionsprüfung an und steigt ins Reisebürogeschäft ein. Parallel absolviert er die HAK-Matura an der Abendschule und beginnt nebenberuflich als Versicherungsmakler zu arbeiten.

1995 gründet er die K&L Vermögensberatung und Riskmanagement GmbH und leitet seither gemeinsam mit Josef Adler die Geschicke des Unternehmens. 2003 eröffnet er parallel dazu ein TUI Travel Star-Büro. Seit acht Jahren leitet Mojescick den Weiterbildungsausschuss der Wiener Wirtschaftskammer und seit September 2012 ist er Fachgruppenobmann der Wiener Versicherungsmakler.

Davor habe ich Angst … Ich habe Flugangst. Das ist meine größte Stärke … ­Konsequenz. Das ist meine größte Schwäche … Mehlspeisen und Ungeduld.


p e r s o n a l m a n a g e m en t

Freitag, 12. April 2013

careernetwork – 71

Monster Recruiting Trends 2013 Fachkräftemangel und der War for Talents sind die bestimmenden Herausforderungen

Karriere-Inside mit: Christoph Weissenböck

Die Suche nach Mr. Right

So erwarten die Unternehmen, dass 39% der offenen Stellen nicht oder nur schwer besetzt werden können. Wien. Der Fachkräftemangel und die damit einhergehende Schwierigkeit bei der Besetzung offener Stellen ist offenbar gekommen, um zu bleiben. So erwarten die 500 größten heimischen Unternehmen, dass 39% (2012: 31%) ihrer offenen Stellen im Jahr 2013 nur schwer oder gar nicht mit neuen Mitarbeitern besetzt werden können, wie aus den am Mittwoch präsentierten „Monster Österreich Recruiting Trends 2013“ hervorgeht. „Die Unternehmen haben nach wie vor Probleme bei der Besetzung offener Stellen – vor allem in technischen Berufen und Bereichen, wo noch wenig verbreitete Spezialkenntnisse vonnöten sind“, erklärt Studienautor Sven Laumer von der Universität Bamberg. Die immer höheren Anforderungen auf Arbeitgeberseite seien natürlich in dieser Problematik ein Thema, wie Barbara Riedl-Wiesinger, Country Manager & Sales Director Monster Worldwide Austria, erklärt: „HinzuMas sna hmen gege n d e n Fac hkrä f temange l

eigene Ausbildungsmaßnahmen flexible Arbeitszeitmodelle Umschulungsmaßnahmen Telearbeit/Home Office Rekrutierung von Frauen Kandidaten einstellen, die nicht ganz dem Jobprofil entsprechen Rekrutierung aus dem Ausland Rekrutierung älterer Personen ein höheres Gehalt anbieten Verlagerung der Tätigkeit ins Ausland

91,4% 84,1% 75,0% 72,5% 68,7% 58,2% 56,5% 45,7% 37,3% 7,7%

kommt noch eine leicht zurückgehende Wechselbereitschaft der Arbeitnehmer und vor allem die Tatsache, dass das FachkräfteRecruiting in angrenzenden Ländern noch nicht im Fokus der Unternehmen ist.“

Die heimischen HR-Abteilungen scheinen sich der Brisanz der Thematik jedenfalls immer mehr bewusst zu werden, meint Laumer: „Die Top-500-Unternehmen sehen, dass die Gestaltung und Implementierung von Strategien gegen den Fachkräftemangel immer wichtiger wird. Hier werten die Unternehmen vor allem eigene Ausbildungsmaßnahmen und flexible Arbeitszeitmodelle als geeignet, sagen jedoch zugleich auch, dass sie zunächst ihre Hausaufgaben machen müssen, um dem Fachkräftemangel mit diesen Strategien erfolgreich entgegentreten zu können.“

Der Karrierebegriff hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Was früher noch an Größen wie Gehalt oder Beförderungen festgemacht wurde, gilt heute in vielen Bereichen nicht mehr. Die aktuelle Talente- und Karrierebefragung des Beratungsunternehmens von Rundstedt macht das deutlich: 44 Prozent der Studienteilnehmer sind demnach überzeugt, dass sich eine erfolgreiche Karriere am Aufstieg in Hierarchieebenen manifestiert. Genauso viele (45 Prozent) würden aber auf eine Beförderung verzichten, wenn diese zu Abstrichen im Privatleben führt. Und 60 Prozent geben an, sich für ihre berufliche Entwicklung Zeit geben zu wollen. Kurz: Viele Arbeitnehmer sind sich dessen bewusst, dass der Weg nach oben oft nur mit Abstrichen im Privatleben möglich ist. Der Grund dafür ist aber in vielen Fällen sicherlich nicht der mangelnde Einsatz oder Ehrgeiz, sondern vielmehr ein strukturelles Problem in Unternehmen: Viele Firmen funktionieren noch nach dem „alten“ Karrierekonzept, was sich beispielsweise in wenig entwickeltem Karenz- und Auszeitenmanagement oder in starren Zeiteinteilungs-systemen manifestiert. Ebenfalls noch weitverbreitet: Personalentwicklungsmodelle, die engagierte Mitarbeiter zwangsläufig in Karrieren als Führungskräfte drängen. Was dabei vergessen wird: Nicht jeder fühlt sich gleichermaßen zur Führungskraft mit Budget- und Personalverantwortung berufen. Man kann die Ergebnisse also auch in die Richtung interpretieren, dass der Wunsch nach Fach- oder Expertenkarrieren immer stärker wird.

Sven Laumer und Barbara Riedl-Wiesinger präsentierten die aktuelle Studie.

Das lassen sich die Unternehmen auch etwas kosten. So verfügt mit 42,3% der weitaus größte Teil laut Monster-Studie über ein Rekrutierungsbudget von 100.001 bis 500.000 € – das entspricht einem Zuwachs von 23,3 Prozentpunkten in den letzten zwölf Monaten, wie Laumer ausführt. Gleichzeitig ging der Anteil der Firmen mit einem Rekrutierungsbudget von 10.001 bis 50.000 € um 16,5 Prozentpunkte auf 19,2% zurück.

Z u f r i e de n h e i t m i t d e n Ka n di dat e n v o n . . .

Unternehmenswebsite eigenes, pers. Netzwerk Mitarbeiterempfehlung Online-Karriereportale Printmedien Headhunter/Personalberat. Karrierenetzwerk (Xing, etc.) Recruiting Agencies/Zeitarbeitsfirmen/Personalvermittlungen soziale Netzwerkplattformen (z.B. Facebook, Twitter) Arbeitsmarktservice

Karriere neu gedacht

© Reichl und Partner/APA-Fotoservice/Schedl

Spendierfreudig

92,2% 90,7% 87,1% 85,7% 72,9% 66,7% 46,5%

auf Online-Karriereportalen. Rückläufig ist in diesem Bereich mit 21% (2012: 26,5%) die Verwendung von Printmedien, während das AMS mit 35,6% häufiger genannt wurde als noch im Vorjahr (20,1%). In puncto Effektivität der Rekrutierungskanäle zeigt sich laut Laumer ein ähnliches Bild: „Das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis aller Rekrutierungskanäle haben aus Sicht der Unternehmen die eigene Unternehmenswebseite, Mitarbeiterempfehlungen, das persönliche Netzwerk der Recruiter und Online-Karriereportale.“ Ein schlechtes Zeugnis stellt die Studie den Unternehmen in Sachen Active Sourcing – also die Direktansprache interessanter Kandidaten – aus: Lediglich 5,6% der Unternehmen beschäftigen sich explizit mit Active Sourcing, so Laumer.  (red)

Internet das Nonplusultra Der wichtigste Rekrutierungskanal ist und bleibt laut der Erhebung das Internet: 92,8% aller Vakanzen werden demnach von den Unternehmen auf der eigenen Firmenwebsite veröffentlicht, 63,8% aller Stellenanzeigen erschienen

38,5% 30,3% 23,5%

Arbeitsmarkt Im Jahr 2012 waren 648.443 unselbstständig Beschäftigte in der Sparte Gewerbe und Handwerk tätig

börse

Die Auf- und Umsteiger der Woche im Kurzporträt.

Tanja Steiner

Oliver Eger Watchado

© Watchado

BFI Wien

Tanja Steiner (29) ist ab sofort neue Assistentin der Geschäftsführung am BFI Wien. Sie übernimmt in dieser zentralen Funktion auch Marketingagenden und leitet u.a. Projekte wie den ExpertenClub des BFI Wien.

Promotion

Der Winter war hart – bis 2012 war die Bauwirtschaft aber wie die übrige Sparte Gewerbe und Handwerk einer der Jobmotoren in der Alpenrepublik.

Oliver Eger ist neuer Head of Business Development beim österreichischen Start-up-Unternehmen Watchado. Vor seinem Wechsel war Eger die letzten knapp vier Jahre als Marketing Manager bei monster.at tätig.

Alois Wach OMV

Alois Wach (46) ist seit Kurzem der neue Leiter des OMV und AvantiTankstellengeschäfts in Österreich und Deutschland. Der Tiroler ist seit 23 Jahren bei der OMV tätig, zuletzt als Leiter des Asset Managements in beiden Ländern.

Verena Proksch KPMG

© KPMG/Lukas Dostal

© BFI Wien

job

len die meisten neuen Jobs in der Sparte Gewerbe und Handwerk geschaffen wurden, gab es mit 35,5% das höchste relative Beschäftigungsplus im Tourismus. Der Zuwachs in Gewerbe und Handwerk beträgt demnach 19,5%. Die Sparten Industrie und Transport/Verkehr waren die großen Verlierer bei den Arbeitsplätzen in den Jahren 2009/10: In der Industrie gingen mehr als 26.000 und beim Transport knapp 16.500 Jobs verloren. Die Zahl der Beschäftigten stieg aber in den letzten beiden Jahren wieder, was damit im Zeitraum 2002 bis 2012 zu einem Minus von 4.316 Beschäftigten in der Industrie und 11.281 Beschäftigte weniger in Transport/Verkehr führte.  (APA)

© OMV/Lukas Beck

Wien. Die Sparte Gewerbe und Handwerk war mit 648.443 unselbstständig Beschäftigten im Jahr 2012 der größte Arbeitgeber in Österreich; in den letzten zehn Jahren wurden davon 105.999 Jobs neu geschaffen. Das waren mehr als 45% aller in der gewerblichen Wirtschaft geschaffenen Arbeitsplätze in diesem Zeitraum. Den höchsten relativen Beschäftigungszuwachs gab es mit 35,5% im Tourismus, teilte die KMU Forschung Austria mit. Nach der Sparte Gewerbe und Handwerk folgen der Handel mit 479.144 Arbeitsplätzen, die Industrie mit 428.355 Beschäftigten und der Tourismus mit 273.112 Jobs. Während zahlenmäßig von 2002 bis 2012 mit 105.999 Arbeitsstel-

© dpaA3464/Rainer Jensen

Gewerbe und Handwerk größter Arbeitgeber

Verena ­Proksch (43) ist ab sofort in leitender Position im Beratungsbereich Climate Change & Sustainability beim Beratungsunternehmen KPMG tätig. Zuletzt war sie in der Casinos Austria Gruppe Leiterin der ­Abteilung CSR.


Personalmanagement

72 – careernetwork

Freitag, 12. April 2013

GfK-Studie Männer sehen die Beförderung gleichqualifizierter Kollegen eher entspannt, während Frauen sich oft zurückgesetzt fühlen

Männer sehen Konkurrenz cool © panthermedia.net/Dmitriy Shironosov

Erklimmt ein Kollege die Karriereleiter, weckt das bei Männern und bei Frauen den Ehrgeiz.

Männer hätten kein Problem mit einer weiblichen Vorgesetzten.

Wien. Ein gleich qualifizierter Mitarbeiter wird zum neuen Chef befördert. Dieses fiktive Szenario war Ausgangspunkt einer repräsentativen Befragung des GfK-Instituts. Die meisten Österreicher reagieren darauf cool und würden ihrem Kollegen zum Karrieresprung gratulieren. Die große Mehrheit der Befragten, nämlich 81%, sieht aber nur dann kein Problem, wenn die Qualifikation des Beförderten stimmt.

Dünne Luft an der Spitze Während Männer auch kein Problem damit hätten, wenn der neue

Vorgesetzte weiblich ist, sehen Frauen das nicht so gelassen: Eine Beförderung von anderen bewerten sie kritischer und würden sich nicht so uneingeschränkt für ihre Kollegen freuen – ganz besonders nicht, wenn die Konkurrenz auch weiblich ist. „Das liegt sicher nicht daran, dass Frauen weniger nette Kolleginnen sind“, analysiert Angelika Kofler, Leiterin der GfK Austria Sozial- und Organisationsforschung. „Die Luft ist für Frauen in Führungspositionen einfach nach wie vor dünner als für Männer. Je höher die Positionen werden, umso geringer wird tendenziell der

Frauenanteil, obwohl Frauen immer gebildeter und qualifizierter werden. Auch die Gehaltsunterschiede von Frauen und Männern schlagen sich immer noch zu Ungunsten der Frauen zu Buche. Es ist also kein Wunder, dass Männer Beförderungen anderer entspannter sehen: Sie können ja tatsächlich mit höherer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass sich für sie noch öfter Gelegenheiten bieten werden, weiterzukommen“, so Kofler.

derung eines gleichqualifizierten Kollegen ziehen? Die Studie hat gezeigt, dass weder Frauen noch Männer in Österreich in solchen Situationen den Kopf in den Sand stecken. 60% der Befragten reagieren mit Produktivität und wollen sich durch mehr Bemühen selbst hinaufarbeiten. Ein Viertel der Österreicher würde das Gespräch mit Entscheidungsträgern suchen. Erst an dritter Stelle ziehen die Befragten Verhinderungsstrategien in Betracht, also aktiver Einsatz, um die Beförderung anderer zu verhindern. Hier haben vor allem Männer keine „Beißhemmung“, wenn es um andere Männer geht: Ein Viertel der Männer würde versuchen, eine Beförderungsentscheidung zu verhindern, wenn es sich um einen anderen Mann handelt. Flucht – sich also einen neuen Arbeitsplatz zu suchen – ist kaum eine Option; diese Strategie rangiert an letzter Stelle.  (lw)

Flucht oder Kampf? Was sind aber die Konsequenzen, die die Österreicher aus der Beför-

JOBTICKER

Arbeitsmarkt Abgaben

Steuer-Streit

Wien. Ein Auftritt von Arbeiterkammerpräsident Rudolf Kaske in der „ORF-Pressestunde“ hat wieder eine Diskussion über die Besteuerung von Vermögen und Arbeit in Österreich entfacht. Für die Industriellenvereinigung sei es „ein völlig falscher Weg, den Faktor Arbeit zusätzlich zu belasten“. Zusätzliche Steuern für Unternehmen würden für Österreich Wettbewerbsnachteile bringen, fürchten die Wirtschaftsvertreter. Die von Kaske angeregte Vermögenssteuer wird von der IV als „ungerecht“ bezeichnet. In der Pressestunde hatte Kaske zudem einmal mehr eine sechste Urlaubswoche für Arbeitnehmer gefordert. Für die IV wäre das kontraproduktiv; sie befürchtet, dass viele Unternehmen ins Ausland abwandern würden.

Key Account Manager FMCG (m/w) MARS Austria Dienstsitz: Breitenbrunn/Bruck a.d. Leitha

PR/Communications Manager (m/w) zooom productions gmbh Dienstsitz: Salzburg, Fuschl am See

Frauen Einkommen

Wien im Vorteil Wien. Die Arbeiterkammer hat die Lohnsteuerstatistik im Hinblick auf Frauen und Familie ausgewertet. Das ergab, dass vor allem Mütter mit kleinen Kindern deutliche Einkommensnachteile haben. Besonders schlecht ist die Situation für Frauen in Vorarlberg; hier bekommen 35- bis 40-jährige Frauen nur 38% des Männereinkommens. Besser sieht es hingegen in der Bundeshauptstadt aus, wo Frauen immerhin 71% des Männerverdiensts erhalten.

Marketing Manager Online (m/w)

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© panthermedia.net/Werner Heiber

Toolani GmbH Dienstsitz: Wien

Kind und Karriere ist in Wien weniger problematisch als in Vorarlberg.


Diversity Management

Freitag, 12. April 2013

careernetwork – 73

(Re)Integration Die gemeinnützige Gesellschaft Reintegra feierte ihr 30-jähriges Bestandsjubiläum

short

Chance als Perspektive

Career Moves meldet 7.000 Jobangebote

Wien. Die Zahl der Menschen mit Einschränkungen für den Arbeitsmarkt ist im Steigen begriffen, so die ernüchternde Prognose von Petra Draxl, Geschäftsführerin des AMS Wien. Schon jetzt gehen jährlich mehr als 4.000 Menschen in Österreich aufgrund einer psychischen Erkrankung in die Invaliditätspension und fallen dauerhaft aus dem Arbeitsprozess heraus.

an, dass Arbeit für sie einen hohen Stellenwert hat. Sieben von zehn zeigen sich mit ihrer Arbeitsleistung zufrieden. Seitens der Betreuerinnen und Betreuer liegt diese Einschätzung noch höher: Von ih-

Derzeit inserieren bereits 57 Unternehmen auf der Onlineplattform.

„80 Prozent der von ‚Reintegra‘ be-

Neue Perspektiven

treuten Frauen und © Reintegra/APA-Fotoservice/Rastegar

Eine Entwicklung mit besonderer Brisanz – nicht nur aus arbeitsmarkttechnischer Sicht –, wie die Wiener Gesundheits- und Sozialstadträtin Sonja Wehsely anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der gemeinnützigen Gesellschaft „Reintegra“ anmerkte. Schließlich biete die Chance auf den Wiedereinstieg ins Berufsleben Menschen mit psychischen Erkrankungen neue Perspektiven: „80 Prozent der von ‚Reintegra‘ betreuten Frauen und Männer mit psychischer Erkrankung wollen wieder ins Berufsleben zurückkehren“, zitiert Wehsely eine aktuelle Studie. „Arbeit hat für die Betroffenen einen hohen Stellenwert; das unterstreicht die Bedeutung einer solchen Einrichtung zur beruflichen Rehabilitation psychisch erkrankter Menschen, wie sie die Stadt Wien bietet.“ Seit 1982 hat Reintegra in ihren Werkstätten über 4.000 – in erster Linie unter Schizophrenie oder

© careermoves.at

Bisher konnten bereits über 4.000 psychisch Kranke an die Wiederbeschäftigung herangeführt werden.

­Männer wollen wieder ins Berufsleben ­zurückkehren.“ Stadträtin Sonja Wehsely

Manfred Skoff, Sonja Wehsely, Alexandra Schosser-Haupt, Petra Draxl und Stefan Brinskele präsentierten die Studie anlässlich des 30-jährigen Jubiläums.

Depressionen leidende – Frauen und Männer betreut und sie an eine Wiederbeschäftigung herangeführt, wie Stefan Brinskele und Manfred Skoff, die beiden Geschäftsführer der gemeinnützigen Gesellschaft, stolz erklären.

Betreuung zeigt Wirkung Und die Betreuung zeigt ihre Wirkung, wie die mittlerweile seit 2008 von IFES durchgeführte Befragung nach der Zufriedenheit der Reintegra-Klienten zeigt. So beurteilen

etwa jene, die schon über einen längeren Zeitraum bei Reintegra beschäftigt sind, ihre Lebensqualität in der Regel besser als jene, die erst vor Kurzem in das Rehabilitationsprogramm aufgenommen wurden. Während nur knapp vier von zehn angeben, dass sie mit ihrem derzeitigen Gesundheitszustand zufrieden sind, bewerten 60% der Befragten ihre Arbeitsfähigkeit als gut; 2010 waren es im Vergleich dazu nur 51%, die diese positive Sichtweise hatten. Acht von zehn Klientinnen und Klienten gaben

nen zeigten sich 80% mit der Arbeitsleistung zufrieden. „Wir haben sehr positive Erfahrungen mit der Wiedereingliederung unserer Klientinnen und Klienten ins Berufsleben gemacht. Das zeigen Beispiele wie die Firmen ‚iSi‘ oder ‚AfB‘, wo psychisch erkrankte Mitarbeiter Arbeitsplätze gefunden haben. Jetzt gilt es, dass noch mehr Unternehmen mit Reintegra kooperieren und psychisch erkrankten Menschen eine Chance geben“, resümieren Brinskele und Skoff.  (red)

Wien. Drei Jahre nach Start verzeichnet die Jobinitiative „Career Moves“ bereits 7.000 Jobangebote, für die sich Menschen mit und ohne Einschränkung chancengleich bewerben können. Wolfgang Kowatsch, Chef der Online-Jobbörse „Careesma.at“: „Dass wir nicht wie angenommen erst im Jahr 2020, sondern bereits jetzt den 7.000sten Job anbieten können, übertrifft alle unsere Erwartungen und bestätigt unsere Strategie, auf die Potenziale der Menschen zu fokussieren und nicht auf ihre Defizite.“ Und Career Moves Go-Gründer Gregor Demblin ergänzt: „Mit diesem europaweit noch einzigartigen Angebot wird der Zugang zum Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung wesentlich erleichtert.“ Derzeit reiche das Jobangebot der Onlineplattform von Reinigungskräften in Facilityunternehmen über Office-Tätigkeiten wie Buchhalterpositionen bis hin zu Fachjuristen im mittleren Management.

Fachhochschule Wiener Neustadt Johannes Gutenberg-Str. 3 . 2700 Wiener Neustadt . +43 (0)2622/89084-0

Jobmesse 2013 mission:SUCCESS 25. April, 10 00 – 17 30 Uhr Für Studierende und AbsolventInnen Rund 75 Aussteller 1800 Uhr: Open Lecture „Vielfalt statt Einfalt“

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