Page 1

medianet

inside your business. today.

Freitag, 5. April 2013 – 71

Viele Unternehmen vernachlässigen ihre interne Kommunikation Seite 74

Komplexe Materie

Wie muss der Ethikunterricht für Führungskräfte aussehen?

Seite 75

© Asendia Austria

Verschenktes Potenzial

© mn/Szene1/M. Gruber

© panthermedia/Dietrich

careernetwork Aufsteigerin D. Eickholt, ­Asendia Austria

Vielseitig Gregor ­Herzog geht bei GS1 Austria in der ­Rolle des Enablers richtig auf.  Verkühlt Der Arbeitsmarkt kommt aufgrund des anhaltenden Winters nicht so recht in die ­Gänge. 

Seite 72

© Monster Worldwide Austria

„Mir hat es immer gefallen, etwas Neues zu machen“

Verantwortlich

Monster Worldwide Austria spendet 4.000 € an die Selbsthilfe­organisation debra Austria.  Seite 73

© jawe

Seite 73

Social Recruiting Erschließen Sie sich auf Facebook den größten Talente-Pool der Welt BeKnownTM ist die neue Facebook-Anwendung von Monster für berufliche Kontakte. Knüpfen Sie Ihr persönliches Netzwerk mit aktiven und passiven Jobsuchenden weltweit auf Facebook und mehr als 25 Mio. deutschsprachigen Facebook-Nutzern: von Studenten über gelernte Arbeiter bis hin zu qualifizierten Angestellten. Veröffentlichen Sie Ihre Jobs kostenfrei in Ihrem beruflichen Netzwerk. Außerdem können Ihnen BeKnown-Nutzer über Ihr Unternehmensprofil folgen. Mehr über BeKnown erfahren Sie bei monster.at oder Ihrem Kunden-berater. Jetzt anmelden: APPS.FACEBOOK.COM/BEKNOWN

von


Career portrait

Welche Wirkung das „Piep“ an der Kassa für ihn hat, warum aus ihm kein Architekt geworden ist und warum er die Sterne an den Hotels voller Stolz betrachtet, ­verrät GS1 AustriaChef Gregor Herzog im Gespräch.

10 Fragen An Gre g or Herz og

Als Kind wollte ich immer … erwachsen sein. Mein Lebensmotto ist … Freude zu haben. Mein letztes Geld würde ich ausgeben für … Bücher. Darüber kann ich lachen … Absurditäten. Das letzte Buch, das ich gelesen habe, war … „The Brooklyn Follies“ von Paul Auster. In 20 Jahren werde ich … lachen – etwa über all das, was mich heute bewegt. Davor habe ich Angst … Krankheit. Das ist meine größte Stärke … den Überblick zu bewahren. Das ist meine größte Schwäche … Ungeduld. Mit dieser Person würde ich gerne für 24 Stunden die Rollen tauschen … mit einem Oscar-Preisträger während der Preisverleihung.

Freitag, 5. April 2013

© jawe (2)

72 – careernetwork

„Wenn ich etwas anfange, ziehe ich es auch durch“ Wien. „Karriere mit System“ – das scheint das Motto von Gregor Herzog zu sein. So war er maßgeblich für die Neuaufstellung der heimischen Hotelklassifizierung in den späten 1990er-Jahren verantwortlich, ist teilweise „schuld“ daran, dass die Hotels noch immer die „Sternentaferl“ tragen und sorgt heute dafür, dass der elektronische Datenaustausch in vielen Wirtschaftszweigen standardisiert und effizient abläuft: „Das Thema ‚Systematisierung‘ ist mein roter Faden, wenn man so will“, erzählt der GS1 Austria-Geschäftsführer im Gespräch mit medianet. „Zu sehen, dass die Grundklassifizierung der heimischen Hotellerie – definitiv eine Form der Standardisierung – heute noch genauso besteht wie die Plaketten mit den Sternen, ist sicherlich eine Befriedigung“, blickt er stolz auf seine Zeit im Fachverband Hotellerie und Freizeitbetriebe zurück. „Das Projekt ist damals sehr interessant gewesen und die dabei entstandene Studie zur Frage, was Kunden mit den Sternekategorien assoziieren, war sehr innovativ.“

Während sich andere auf Errungenschaften wie diesen ausruhen und der Pension entgegenarbeiten würden, war das Herzog aber zu wenig: „Ich war Anfang 30 und vollkommen sicher, dass es noch etwas anderes geben müsse“, begründet er, warum er das „gemachte Nest“ 2000 verließ und in die Stabsstelle „Strategie“ in der Wirtschaftskammer Österreich wechselte. „Mir hat es immer schon gefallen, etwas Neues zu machen. Und bei mir musste immer alles schnell gehen.“

„Eine Mordsfreude“ Diese Grundhaltung habe nach einer „sehr spannenden und lehrreichen“ Zeit dann dazu geführt, dass er 2009 die WKO gänzlich verließ und als Geschäftsführer bei GS1 Austria anheuerte – ein Schritt, den er nie bereut hat: „Ich habe eine Mordsfreude mit meinem aktuellen Job“, so Herzog. „Hier habe ich den optimalen Mix aus der Generierung marktnaher Produkte, operativen Tätigkeiten und einem hohen Grad an Internationalität gefunden.“

Auch die Zusammenarbeit mit „Wissensarbeitern“ ist seiner Meinung nach ein Glücksfall: „Ich bin in der angenehmen Situation, dass ich als ‚Enabler‘ mit klar definierten Zielen den Mitarbeitern ermöglichen kann, erfolgreich zu sein.“ Ob er sich als Kind jemals träumen hätte lassen, als Erwachsener in einer Rolle des „Standardisierers“ und „Enablers“ zu schlüpfen? „Nein. Eigentlich wollte ich Architekt werden. Mir hat dann vermutlich aber etwas der Mut gefehlt“, so der GS1 Austria-Chef selbstkritisch: „Wäre ich Architekt geworden, hätte ich es vermutlich nicht ausgehalten, wenn ich nur mittelmäßig geworden wäre. Und die Chance, in diesem Business ganz vorn dabei zu sein, ist leider nur sehr klein.“ Dazu kam eine gewisse Desillusionierung durch seine ersten beruflichen Erlebnisse: „Als ich Häuser saniert habe, musste ich schnell erkennen, dass mich vom täglichen Architektengeschäft vermutlich nur zehn Prozent interessieren. Das ganze bürokratische Drumherum wäre aber nicht so das Meine

gewesen. Dafür mache ich heute gern Architekturreisen und sehe mir ganz bewusst besondere Gebäude an.“ Die Vorstellung, Arbeit als Zwang zu sehen, ist für Herzog jedenfalls furchtbar: „Ich kann nur einen Job machen, den ich nicht als Belastung empfinde. Von solchen Positionen habe ich mich immer – erfolgreich – ferngehalten: Ich hatte bisher nur absolut tolle Jobs – vermutlich auch, weil ich den Wechsel immer rechtzeitig geschafft habe.“ In welchem Metier er sich alternativ zu GS1 Austria vorstellen könnte? „Ich finde das Thema ‚Konsumgüter‘ absolut spannend. Mir gefällt es, wenn es an der Kassa ‚Piep‘ macht. Das hat Relevanz für mich. Genauso wie mich der Handel mit den rudimentärsten Gütern absolut fasziniert.“ Eine große Anziehung üben auf Herzog auch die heimischen Wälder aus: „Ich bewege mich sehr viel in der freien Natur und verordne mir selbst fünf Stunden pro Woche im Wald – meistens halte ich mich auch daran“, verrät er sein Geheimrezept zum Krafttanken.  (jawe)

1966–1990

1990–2009

2009–Heute

1966 in Wien geboren, studiert Gregor Herzog nach der ­Matura am Piaristengymnasium Handelswissenschaften an der WU Wien. Schon während des Studiums sammelt er erste berufliche Erfahrungen im Bereich Haussanierungen.

Nach dem Verfassen seiner Diplomarbeit im australischen Newcastle wechselt er in die Tourismussparte der WKO und arbeitet sich zum Fachverbandsgeschäftsführer der Hotellerie und Freizeitbetriebe hoch. 2002 wechselt er in die Stabsstelle Strategie in der Wirtschaftskammer Österreich und fungiert ab 2005 als Leiter und Chief Information Officer.

Im Juli 2009 verlässt Herzog die WKO und folgt Eva Maria Burian-Braunstorfer als Geschäftsführer von GS1 Austria. Gregor Herzog ist verheiratet und hat drei Kinder.


p e r s o n a l m a n a g e m en t

Freitag, 5. April 2013

careernetwork – 73

Statistik Der lange Winter brachte Österreich die höchsten März-Arbeitslosenzahlen seit sieben Jahren ein

Karriere-Inside mit: Christoph Weissenböck

Der Arbeitsmarkt stockt

Auch der März-Beschäftigungsrekord von 3,36 Mio. Österreichern kalmiert nur partiell die Gemüter. Beschäftigung um 22.000 gegenüber dem Vorjahresmonat auf den neuen März-Rekordwert von 3,360.000“, so der Sozialminister in einer Aussendung. Auch WKO-Präsident Christoph Leitl freut sich über den März-Rekordwert bei den Beschäftigungen und verweist darauf, dass der österreichische Arbeitsmarkt im europäischen Vergleich nach wie vor sehr gut dastehe: „Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone ist im Februar dieses Jahres auf ihrem Höchstwert von 12,0 Prozent geblieben, für Österreich verzeichnete ‚Eurostat‘ im Februar mit 4,8 Prozent weiterhin die niedrigste Arbeitslosenrate“, so Leitl. Auch Hundstorfer schielt nicht ungern über die Grenzen: „Österreich ist seit 23 Monaten das Land mit der geringsten Arbeitslosigkeit und seit elf Monaten das einzige Land mit weniger als fünf Prozent Arbeitslosenquote.“

„Hallo Chef! Sorry wegen der späten Störung, aber …“ So oder so ähnlich beginnen täglich Hunderte, wenn nicht sogar Tausende Telefonate nach Dienstschluss. Denn mit dem Ausstempeln ist der Arbeitstag für viele noch nicht vorbei. Der Personaldienstleister Robert Half ist diesem Thema auf den Grund gegangen. Ergebnis: Mehr als jede dritte Führungskraft ist auch außerhalb der eigentlichen Arbeitszeiten per Telefon und/ oder Mail erreichbar. Fast jeder Zweite arbeitet abends zuhause weiter. Und ein knappes Viertel (24 Prozent) sagt, jedes zweite Wochenende zu arbeiten. Weitere 18 Prozent haben eigenen Angaben zufolge überhaupt nur ein freies Wochenende pro Monat. Ganz klar – die Sache mit der ständigen Erreichbarkeit hat zwei Seiten: Sie erleichtert es Mitarbeitern, die flexible Arbeitszeiten aus bestimmten Gründen brauchen, von zuhause und auch abends an Projekten zu arbeiten. Sie schafft die Voraussetzungen für die Zusammenarbeit mit Freelancern. Und sie ermöglicht es, dass Kreative dann arbeiten, wann sie am kreativsten sind. Nur: Es gehören auch immer zwei dazu. Einer, der anruft, und einer, der abhebt. Und wer weiß, ob dieser das auch freiwillig macht oder sich dazu gezwungen sieht (ob nun aus Verantwortungsbewusstsein oder Druck von oben)? Klar ist aber auch, dass sich viele abendlichen Anrufe vermeiden ließen, wenn man sich öfter die Frage stellen würde: Ist wirklich jeder Anruf heute noch notwendig? Aber auch: Muss ich da überhaupt abheben?

Hatte beim Thema Arbeitslosenzahlen schon mehr zu lachen: R. Hundstorfer.

Wachstumspaket gefordert

Der ÖGB brachte angesichts der Arbeitslosenzahlen die jährlich in Österreich geleisteten 300 Mio. Überstunden aufs Tapet. „Wenn keine Überstunden mehr gemacht werden, würden 180.000 Vollzeitarbeitsplätze geschaffen“, rechnete Bernhard Achitz, Leitender ÖGB-Sekretär, vor. Er schlug die Abgabe von einem Euro pro Überstunde vor, den die Arbeitgeber zu bezahlen hätten. Das Geld solle zur Hälfte in die Gesundheitspolitik fließen, zur Hälfte in eine „aktive Arbeitsmarktpolitik“ – eine

Der Wirtschaftskammer-Präsident sah seine Freude über den März-Beschäftigungsrekord jedoch vom Anstieg der Arbeitssuchenden getrübt und forderte „Konjunkturimpulse – ein Wachstumspaket mit kurz- und mittelfristigen Maßnahmen, statt teurer Konjunkturprogramme auf Pump“. Es brauche Investitionsanreize, die sich im Bestfall von selbst finanzierten – etwa die Wiedereinführung des Handwerkerbonusses und eine „Investitionszuwachsprämie NEU“.

Arbeitslose im Mä r z 2 0 1 3

Ohne Arbeit Offene Stellen Männer Frauen 15–24-Jährige Über 50-Jährige Ausländer In Schulung

Hallo Chef!

© APA/Roland Schlager

Wien. Keine guten Neuigkeiten vom heimischen Jobmarkt: Die durch den langen Winter verminderte Bautätigkeit, gepaart mit der sich weiter festsetzenden Wirtschaftsflaute, brachte Österreich die höchsten März-Arbeitslosenzahl seit sieben Jahren ein: 366.277 Österreicher – das entspricht einem Plus von 10,3% gegenüber März 2012 – standen ohne Arbeit da, eine Quote von 4,8% nach EU-Berechnung und von 7,7% nach heimischer Methode. Von den 366.277 waren 76.232 Schulungsteilnehmer beim AMS – ein Plus von 11,4% oder 7.794 Personen. Arbeitslos ohne Schulung waren 290.045 Österreicher – um 26.271 Personen mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs. Trotz der ernüchternden Zahlen kann Sozialminister Rudolf Hundstorfer auch Positives aus der Statistik herauslesen. So setze die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt zwar witterungsbedingt verhalten ein (im März gab es um 36.000 Arbeitslose weniger als im Februar und um 40.000 Beschäftigte mehr). Aber: „Damit steigt trotz Winterwetter die Aktiv-

Absolut Veränd. in %* 366.277 +10,3% 26.520 −11,9% 176.390 +14,1% 113.655 +4,2% 42.157 +7,8% 69.076 +12,1% 66.527 +15,3% 76.232 +11,4%

* Veränderung zu März 2012; Quelle: APA

Ansage, die die Industriellenvereinigung zum umgehenden Konter herausforderte: „Anstatt Rahmenbedingungen zu schaffen, die Unternehmen im Anlassfall ermöglichen, flexibel und unbürokratisch auf Auslastungsschwankungen reagieren zu können, zielen die ÖGBForderungen primär auf weitere Lohnnebenkostensteigerungen und damit auf die Verteuerung der Arbeit ab, wirken also quasi als ‚Flexibilitätssteuer‘“, so IV-Generalsekretär Christoph Neumayer in einer Aussendung.  (red/APA)

Social Responsibility Das heimische Karriereportal sammelte 4.000 € für die Selbsthilfeorganisation debra Austria

börse

Die Auf- und Umsteiger der Woche im Kurzporträt.

Stefan Groß

Stefan Groß (45) übernimmt mit 1. Mai die Aufgabe des Geschäftsführers Finanzen (CFO) bei T-Mobile Austria. Damit folgt er Wolfgang Kniese nach, der Anfang Mai in die Konzernzentrale der Deutschen Telekom wechseln wird.

Wichtige Präsenz

Dorothe Eickholt leitet ab sofort die Asendia Austria GmbH, das neue Gemeinschaftsunternehmen der französischen La Poste und von Swiss Post. Zuvor war Eickholt seit 2008 Geschäftsführerin von Swiss Post International Germany.

Promotion

Rainer Riedl, Obmann von debra Austria und selbst betroffener Vater: „Durch die Kooperation mit Monster wird unsere Arbeit nicht nur finanziell unterstützt, sondern wir erreichen durch die Präsenz auf der Website auch sehr viel Aufmerksamkeit für diese Krankheit bei unseren Mitmenschen.“  (red)

Dorothe Eickholt Asendia Austria

© Asendia Austria

T-Mobile Austria K303 – © T-Mobile

job

nicht heilbaren Hauterkrankung Epidermolysis bullosa, bei der die Haut bei geringster mechanischer Belastung Blasen bildet oder reißt. Die Selbsthilfeorganisation debra Austria bietet hier kompetente medizinische Versorgung und fördert Forschungsprojekte zur Entwicklung einer Heilungsmethode.

Annelies Vilim AG Globale Verantwortung

Annelies Vilim (49) übernahm mit 2. April die Geschäftsführung des Dachverbands AG Globale Verantwortung. Sie vertritt damit die politischen Interessen von 42 österreichischen Nichtregierungsorganisationen.

Stephan Karl Tetra Pak Mid Europe

© Tetra Pak

Barbara Riedl-Wiesinger (links), Country Manager & Sales Director von Monster Worldwide Austria, überreicht Sandra Eder, debra Austria, den Spendenscheck.

Wien. Das heimische Karriereportal Monster Worldwide Austria unterstützt mit einen Spendenscheck in Höhe von 4.000 € die Selbsthilfeorganisation debra Austria. „‚Monster‘-User konnten ihren Lebenslauf bei uns hinterlegen und hatten so die Möglichkeit, von Arbeitgebern gefunden zu werden und interessante Jobangebote zu erhalten. Für Unternehmen gab es die Möglichkeit, sich mit Anzeigenpaketen an dieser CSR-Aktion zu beteiligen“, beschreibt Barbara Riedl-Wiesinger, Country Manager & Sales Director von Monster Worldwide Austria, wie der Betrag zur Unterstützung der „Schmetterlingskinder“ zustande kam. Schmetterlingskinder leiden an der angeborenen und bisher noch

© AG Globale Verantwortung

© Monster Worldwide Austria

Monster spendet für Schmetterlingskinder

Stephan Karl (47) übernahm zum 1. April die Geschäftsführung von Tetra Pak Mid Europe (Deutschland, Österreich und Schweiz). Damit trat er die Nachfolge von Svend Weidemann an, der aus dem Unternehmen ausschied.


Personalmanagement

74 – careernetwork

Freitag, 5. April 2013

Studienergebnisse Zwei Drittel der Mitarbeiter haben innerlich bereits gekündigt, weil die interne Kommunikation veraltet und unterfinanziert ist

„Digital Natives“ vernachlässigt

© panthermedia.net/Marc Dietrich

Mitarbeiterkommunikation in Österreichs Top 500-Unternehmen ist weder strategisch noch modern.

Studie: So altmodisch kommunizieren Österreichs Top-Unternehmen.

Wien. „Erschreckend“ nennt eine aktuelle Studie die Mitarbeiterkommunikation der österreichischen Unternehmen. Sabine Sikor hat im Rahmen ihrer Master Thesis an der Donau-Universität Krems die interne Kommunikation der 500 größten österreichischen Unternehmen unter die Lupe genommen und im Rahmen des „Cosmic Breakfast Club“ von Venus Communications präsentiert.

haben, kommt sie zum Schluss: Die wichtigsten Austro-Unternehmen kommunizieren intern weder strategisch noch mit modernen Kommunikationsmitteln. Mehr als die Hälfte der untersuchten Unternehmen hat keine Strategie und auch kein Budget für interne Kommunikationsmaßnahmen. Die Mitarbeiterkommunikation sei zudem nicht mehr modern und teilweise unattraktiv.

Unzufriedene Mitarbeiter

Keine Angebote

Ausgehend von der Frage, warum 61% der Mitarbeiter in Österreich innerlich bereits gekündigt

„Vor allem für die Generation, die mit Facebook, Twitter und Co. aufgewachsen ist, gibt es keine

zeitgemäßen Angebote. Diese sogenannten Digital Natives werden sträflich vernachlässigt“, kennt Sikor die Problematik.

„Wer die Mitarbeiter zu Markenbotschaftern

Musterschüler

macht, der ist in der

Doch es gibt nicht nur Negativbeispiele: Einigen Unternehmen sei die Mitarbeiterkommunikation ein großes Anliegen, nennt Sikor etwa Spar, Magna, Pfizer oder die RHI AG als Vorreiter in Sachen interner Kommunikation. „Wer die Mitarbeiter zu Markenbotschaftern macht, der ist in der Zukunft angekommen“, weiß Sikor. Auch für Venus Communications sind die

Zukunft angekommen.“ sabine sikor

Studienergebnisse hilfreich. Inhaberin Daniela Sattler: „Als Anbieter von Kommunikationslösungen ist es uns besonders wichtig, ständig am Puls der Zeit zu sein, um unsere Kunden nach den neuesten Erkenntnissen zu beraten und betreuen.“ Für Rosemarie Novak, Lehrgangsleiterin an der Donau-Universität Krems, gilt die Studie ebenfalls als Grundlagenstudie auf dem Gebiet interner Kommunikation.  (lw)

JOBTICKER

Twitter Application

Läster-Alarm Hannover. „Mein Chef ist doof und ich hasse meinen Job“: Wer derartige Aussagen in sozialen Netzwerken öffentlich macht, kann sich schon bald darauf einstellen, dass eine Kündigung ins Haus flattert. Für alle, denen das Gespür dafür fehlt, was gepostet werden darf und was nicht, gibt es jetzt eine neue App: „Fire Me!“ scannt Tweets und prüft sie auf kompromittierende Aussagen über die Arbeit, Vorgesetzte oder Kollegen. Findet die App unpassende Aussagen, wird der Benutzer vor einer drohenden Kündigung gewarnt. Obwohl „Fire Me!“ hauptsächlich zu Forschungszwecken konzipiert wurde, sehen die Entwickler von der Universität Hannover eine hilfreiche Anwendung, um soziale Netzwerke sicherer zu benutzen.

Product Manager Business (m/w) TELE 2 Dienstsitz: Wien

Werbeassistent (m/w) Interio Möbel und Einrichtungs GmbH Dienstsitz: Vösendorf

Online StepStone

International Wien. Unternehmen gehen zunehmend weltweit auf Mitarbeitersuche. Stepstone hat vor zehn Jahren gemeinsam mit Totaljobs „The Network“ gegründet, ein Verbund von Online-Jobbörsen weltweit. Heute ist man in 130 Ländern vertreten und erreicht monatlich rund 146 Mio. Kandidaten: „Wir sind besonders stolz, Mitbegründer und Teil des größten internationalen Netzwerks im Online Recruiting zu sein“, so StepStone-Chefin Dorette Dülsner anlässlich des Jubiläums.

E-commerce Architekt (Hybris) (m/w) ecx.io austria GmbH Dienstsitz: Wels

© panthermedia.net/Martina Berg

Diese und mehr als 4.000 Jobs der Online-Jobbörse monster.at, finden Sie auch mit den kostenlosen Apps für Android, iPhone & iPad!

Online-Jobsuche: Rekrutierung macht vor Ländergrenzen nicht Halt.


Weiterbildung

Freitag, 5. April 2013

careernetwork – 75

MBA Wie muss Ethikunterricht fßr Fßhrungskräfte aussehen? Diese Frage stellte sich auch die WU Executive Academy

short

Praxis versus Theorie

Die Bildungskarenz mit neuem Rekordwert Wien. Die Bildungskarenz boomt: Im Vorjahr wurde an 19.500 Personen „Weiterbildungsgeld“ ausgeschĂźttet, ein absoluter Rekordwert; 2011 waren es bloĂ&#x; 16.631. Die schlechte Nachricht: Demnächst wird die Bildungskarenz insofern verschärft, als nun auch bei Studien ein Leistungsnachweis erbracht werden muss. War es bisher mĂśglich, die Bildungsteilzeit mit einem Studium zu begrĂźnden, ohne Erfolge darin nachweisen zu mĂźssen, gibt es ab Juli strengere Voraussetzungen: Nachzuweisen sind vier Semesterstunden bzw. acht ECTSPunkte. Ziel dahinter ist, dem Missbrauch vorzubeugen. Was die Bildungskarenz angeht, wird diese stärker von Frauen nachgefragt. 60% der „Weiterbildungsgeld“-Bezieher waren zuletzt weiblich. 44% insgesamt haben als hĂśchsten Bildungsabschluss maximal eine mittlere Schule oder eine Lehre, 31% Matura und 24% ein abgeschlossenes Studium. Was die Branchen angeht, ist das Interesse in Gesundheitsund Sozialberufen am grĂśĂ&#x;ten.  (APA)

„Ethik muss ein integraler Bestandteil jedes MBA-Programms sein“, so Dekan Bodo Schlegelmilch.

Vor allem wßrden die wichtigsten Stakeholder – sprich die Studierenden selbst – nicht in die Diskussion eingebunden. Um dem zu entgegnen, hat die WU Executive Academy nun gemeinsam mit dem Institut fßr Internationales Marketing Management 30 Teilnehmer des Executive MBA und Professional MBA-Programms zu ihrer Meinung nach Ethik im MBA-Unterricht befragt: „Nach Ansicht der Teilnehmer sollte Ethik ein integraler Bestand-

Aktiv miterleben

Bodo B. Schlegelmilch, Dekan der WU Executive Academy: „Vieles kann man nicht erlesen, man muss es selbst erleben; das Thema Ethik gerhĂśrt auch dazu.“

teil jedes MBA-Programms sein, den man nicht losgelĂśst von anderen Fächern in einem oder zwei Tagen lehren kann“, fasst Schlegelmilch das Kernergebnis der Befragung zusammen. Wichtig sei der Mix: Spezialisierte Vorträge Ăźber Ethik, um auf die unterschiedlichen Vorkenntnisse der Teilnehmer eingehen zu kĂśnnen, aber auch fachlich eingebettete Diskussionen, um so Ethik im jeweiligen wirtschaftlichen Kontext zu betrachten und zu diskutieren, seien notwendig. DarĂźber hinaus mĂźsse man auf die besonderen BedĂźrfnisse der Teilnehmer, die bereits Ăźber um-

fangreiche Berufserfahrung verfĂźgen, eingehen, heiĂ&#x;t es seitens der MBA-Teilnehmer. „Will man den Ethikunterricht gewinnbringend gestalten, sollte man am Feinschliff arbeiten und erĂśrtern, wie sich Fallstricke umschiffen lassen. Allgemeines wie ‚Regierungsbeamte besticht man nicht‘ muss auf diesem Level niemandem mehr beigebracht werden – vielmehr geht es um das Kleingedruckte“, hält eine Professional MBA-Studierende fest. FĂźr Schlegelmilch sei es jedenfalls wichtig, dass Ethik nicht nur isoliert in einem Modul behandelt werde. „In der Praxis hat sich ge-

Noch wirkungsvoller, als Ethik im Unterricht zu thematisieren, sei aber, ethisches Handeln mitzuerleben oder sogar mitzugestalten, sind sich die Befragten einig. Vor allem der Kontakt zu NonprofitOrganisationen oder die Teilnahme an Sozialprojekten im Rahmen von Studienreisen wurde mehrmals durch die Befragten als Best Practice genannt: „Der Besuch einer indischen Schule hat meine Sichtweise im Bezug auf den Zusammenhang zwischen Wirtschaft und Ethik geschärft“, heiĂ&#x;t es etwa seitens eines MBA-Studierenden. „Vieles kann man nicht erlesen, man muss es selbst erleben; das Thema ‚Ethik‘ gehĂśrt auch dazu“, ist auch Bodo Schlegelmilch Ăźberzeugt. „Deshalb schicken wir unsere MBA-Teilnehmer im Rahmen von Studienreisen um die ganze Welt; dort besuchen sie Unternehmen und Projekte aus der jeweiligen Region und haben die MĂśglichkeit, ihre Besonderheiten und die der Märkte, in denen sie agieren, aus erster Hand kennenzulernen“, sagt der Dekan dazu abschlieĂ&#x;end.  (red)

Diskussion An der FH St.PĂślten diskutierten Experten Ăźber die Chancen einer Preisvergabe nach deutschem Vorbild

St. PĂślten. Braucht Ă–sterreich einen Radiopreis nach deutschem Vorbild? Dieser Frage stellten sich Ende März RadiogrĂśĂ&#x;en aus Ă–sterreich und Deutschland an der u.a. auf die Themengebiete Medien und Informatik spezialisierten Fachhochschule St. PĂślten: „Radio ist mittlerweile so selbstverständlich fĂźr die Konsumenten, dass es nicht mehr wertgeschätzt wird“, erklärte Michael PlĂśger, Leiter der zentralen Programmaufgaben beim Norddeutschen Rundfunk in Hamburg, warum eine Preisvergabe an die Radiomacher durchaus sinnvoll ist: Das Radio fungiere nicht nur als Informationsquelle Nr. 1,

sondern biete den HĂśrern auch den ganzen Tag lang Musik und Unterhaltungssendungen. Diese Alltagsleistungen seien definitiv auszeichnungswĂźrdig. Andreas Kunigk von der RTRGmbH sieht ein Projekt „Österreichischer Radiopreis“ als potenzielle Stärkung des dualen Radiomarkts: „Qualität kĂśnnen nicht nur Profis beurteilen. Die ZuhĂśrerinnen und ZuhĂśrer wissen genau, ob ihnen eine Sendung gefällt oder nicht und so wird das Feedback auch bis in die einzelnen Redaktionen gehen und fĂźr mehr Qualität sorgen; somit gibt es nur Gewinner“, so sein ResĂźmee.

HIER BILDEN SICH NEUE INTERESSEN

Š FH St. PÜlten

Braucht Ă–sterreich einen Radiopreis?

Fanden sich an der FH St. PĂślten zur Diskussion ein: (v.li.) Uwe Kammann, Susanne Baldauf, Anna Michalski, Michael PlĂśger und Andreas Kunigk.

BILDUNG. FREUDE INKLUSIVE.

Produktmarketing als Vorbild fĂźr die HR

Š Cornell University

Studierende am Wort

zeigt, dass es viel spannender ist, Ethik in Bereichen zu behandeln, wo Teilnehmer dieses Thema nicht unbedingt vermuten wĂźrden, etwa im Rahmen von Finance- oder Controlling-Fächern.“

Š medianet/Szene1/Michael Gruber

Wien. DatenschutzverstĂśĂ&#x;e, Schmiergeldzahlungen, Stellenabbau oder die aktuelle Finanzkrise en gros – das exponentielle Ansteigen der Meldungen zu diesen Themen lässt den Schluss zu, dass das Wissen zur Wirtschaftsethik bei vielen maximal im Verborgenen schlummert. Dabei sei Ethik aus der modernen FĂźhrungskräfteausbildung nicht mehr wegzudenken, wie Bodo B. Schlegelmilch, Dekan der WU Executive Academy, stellvertretend fĂźr die internationalen Business Schools festhält. Das Problem sei, dass wenig Einigkeit darĂźber herrsche, wie das Thema Ethik etwa in den MBA-Unterricht eingebettet werden soll – es gäbe viele theoretische Ansätze und Ideen, aber nur wenig Konkretes darĂźber, wie nachhaltiger Ethikunterricht fĂźr FĂźhrungskräfte aussehen kĂśnnte, so seine Kritik.

Michael C. Sturman referiert am 11. April an der Modul University.

Wien. Im Rahmen der „Latest Trends and Innovations in Tourism“-Seminarreihe konnte die Wiener Modul University fĂźr den 11. April Michael C. Sturman als Gastlektor gewinnen. Der Professor an der renommierten US-Uni Cornell referiert zwischen 17 und 18 Uhr darĂźber, welche Strategien modernes Personalmarketing vom Produkt- und Dienstleistungsmarketing Ăźbernehmen sollte. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung unter michael. jordan@modul.ac.at wird gebeten.

ANERKANNTE LEHRGĂ„NGE FĂœR BERATUNG & SOZIALES Diplomlehrgang Mediation VOE,POçJLUNBOBHFNFOU Informationsabend: 09.04.2013 Start: 03.05.2013 %JQMPNMFISHBOH;FSUJĂŚ[JFSUFS'BDIUSBJOFS*O Start: 12.04.2013 %JQMPNMFISHBOH4P[JBMCFHMFJUVOH Start: 17.04.2013 -FISHBOH&YQFSUJO&YQFSUFGĂ—SJOOFSCFUSJFCMJDIF#VSOPVUQSÂżWFOUJPO Start: 26.04.2013 %JQMPNMFISHBOHÂą4#[FSUJĂŚ[JFSUFSUSBOT4$3*154DISJGUEPMNFUTDIFS*O Informationsabend: 18.04.2013 ¡ Start: 04.05.2013

XXXCĂŚXJFOBU 2013-04-05 Produktinserat_PersĂśnlichkeit_medianet_271x97.indd 1

03.04.2013 18:57:38


PROZENT DER KARRIERE.AT KUNDEN SIND MIT DEM SERVICE SEHR ZUFRIEDEN.* Das ist einzigartig unter ร–sterreichs Jobbรถrsen.

* karriere.at Kundenzufriedenheitsanalyse 2011


medianet career  

medianet career - wöchentliche Karriere-nachrichten für Entscheidungsträger.

Advertisement
Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you