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inside your business. today.

freitag, 27. september 2013 – 65

Grosses potenzial

Thailand wird laut einer aktuellen Studie als Herstellerland immer wichtiger  Seite 67

© Panthermedia.net

© E. Kennedy Brown/EPA

automotivebusiness Kaufabsichten untersucht

GfK-Studie: Österreicher kaufen lieber Neu- als Gebrauchtwagen  Seite 69

toyota prius+ hybrid-klassiker mit mehr platz © Toyota

Studie: Volkswagen ist nachhaltigster Hersteller

© Panthermedia.net/Blazej Lyjak

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© Stefanie Pollmann/www.stefaniepollmann.at

Wien. Im August wurden in Österreich laut Daten der Statistik Austria 85.525 gebrauchte Kraftfahrzeuge (Kfz) zum Verkehr zugelassen, um 3,8 Prozent weniger als vor einem Jahr und um 16,8% weniger als im Vormonat Juli. Die Zahl der Pkw-Zulassungen ging im Jahresvergleich um 4,8 Prozent zurück. Trotz dieses Minus sind die Gebrauchtwagenzulassungen im heurigen Kalenderjahr aber noch im Plus, und zwar um 1,5 Prozent bei den Kfz und 2,1 Prozent bei Pkw.  www.statistik.at

© Volkswagen

Karlstein. Geründet 1888 als Drei-Mann-Unternehmen, feiert der heimische Zulieferer Pollmann 2013 sein 125jähriges Bestehen als global agierendes Unternehmen mit mehr als 1.300 Mitarbeitern. Aus diesem Grund fand am 21. September ein Tag der offenen Tür am Hauptstandort in Karlstein statt, in dessen Rahmen die Buch-Dokumentation „125 Jahre Pollmann“ präsentiert wurde und zu dem u.a. die NÖ Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav begrüßt werden durfte.  www.pollmann.at

© EPA/Daniel Reinhardt

RobecoSAM AG Das Unternehmen hat in seinem aktuellen NachhaltigkeitsRanking der Dow Jones Sustainability Indizies (DJSI) Volkswagen zum Branchenführer der Automobilindustrie gekürt – knapp vor BMW und Fiat.  Seite 66 Porsche Jubiläumsfeier ‚50 Jahre Porsche 911‘ in Salzburg

Renault Verkaufserfolg mit Elektrofahrzeugen in Österreich

Salzburg. Österreichs PorscheHändler luden am 21. September mit einer Sternfahrt aus ganz Österreich zu „50 Jahre Porsche 911“ an den Salzburgring. Dabei durften die Veranstalter rund 700 Kunden mit ihren etwa 350 Porsche begrüßen, der Aufsichtsratsvorsitzende der Porsche AG Wolfgang Porsche und die deutsche RallyeLegende Walter Röhrl waren als Ehrengäste mit von der Partie. Highlights waren die Ausstellung der 911 Modelle aller sieben Generationen, Original-Rennfahrzeuge (Le Mans-Sieger) aus dem Porsche Museum sowie 911 Turbo Modelle.  www.porsche.at

Wien. Renault hat vor wenigen Tagen in Österreich sein 1.000. Elektrofahrzeug verkauft. Damit hat die französische Marke mehr batteriebetriebene Modelle ausgeliefert als alle anderen Volumenhersteller zusammen und erreicht von Jänner bis August laut eigenen Angaben einen Marktanteil von 67%. Erfolgreichstes Modell ist der Renault Twizy, von dem bereits 338 Einheiten in Kundenhand wechselten; dahinter folgen der Kompakttransporter Kangoo Z.E. mit 288 verkauften Exemplaren und der Zoe mit 244 verkauften Fahrzeugen auf den Plätzen.  www.renault.at

Das Fahrerlager bei der Porsche 50 Jahre 911-Veranstaltung am Salzburgring.

1.000. Elektrofahrzeug ausgeliefert

© Renault

Frankfurt. Mit einem Besucher­ rück­gang ist vor wenigen Tagen die Automobil-­Ausstellung IAA in Frankfurt zu Ende gegangen. Der veranstaltende Verband der Automobilindus­ trie zählte rund 900.000 Besucher, wie ein Sprecher mitteilte. Bei der Vorgängerveranstaltung 2011 hatten 928.000 Menschen den Weg auf das Frankfurter Messegelände gefunden. Angesichts der schwierigen Konjunkturlage der westeuropäischen Automobilindustrie seien die Zahlen zufriedenstellend, sagte der Sprecher.  www.iaa.de

© Porsche/Wolfgang Seifert

Sternfahrt mit mehr als 350 Autos

Der Twizy ist mit 338 Verkäufen das erfolgreichste E-Auto von Renault.


C ov e r

66 – automotivebusiness

Kommentar

Kommt jetzt endlich der Durchbruch?

Freitag, 27. September 2013

RobecoSAM AG Das aktuelle Nachhaltigkeits-Ranking des Unternehmens bringt neuen Leader im Automobilbereich

Volkswagen wird immer grüner und nachhaltiger

Volkswagen setzt sich im Ranking bei gleicher Punktezahl knapp vor Titelverteidiger BMW und Fiat durch.

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etzt aber wirklich. Seit Jahren und Monaten wird vom unmittelbar bevorstehenden Durchbruch von Elektroautos gesprochen, nun könnten die Ankündigungen endlich Wirklichkeit werden. Nein, nicht nächste Woche oder in den nächsten Monaten, aber mittelfristig in den Jahren 2015, eher sogar erst 2016. Das liegt einerseits an der rasant steigenden Zahl entsprechender Modelle, die jetzt schon im Angebot der Hersteller spürbar ist und weiter Fahrt aufnehmen wird, damit verbunden aber auch am kontinuierlichen Preisverfall der Fahrzeuge. Dazu kommt: Die neuen Stromer werden in Formgebung und Gestaltung immer alltagstauglicher und kundenfreundlicher und bieten nun mehr als nur zwei Personen mit Minimalstgepäck Platz. Trotzdem ist noch nicht alles eitel Wonne für die Branche, und gilt es für Hersteller, verbesserte Technologien und für die Politik entsprechende Rahmenbedinungen zu entwickeln. So sind die Reichweiten der Fahrzeuge nach wie vor viel zu gering, die Ladezeiten immer noch zu lang und die Preise – trotz aller Erfolge in diesem Bereich – immer noch zu hoch. Zudem fehlt ein flächendeckendes Netz von Ladestationen und Werkstätten ebenso wie die Antwort von Politik und Autoindustrie auf offene Fragen. Aber alldas kann sich bis 2015 ja noch ändern, oder zumindest bis 2016.

Rolls-Royce Planungen

© EPA/Frank Rumpenhorst

Neue Strategie

Rolls-Royce will mit einem Geländewagen neue Kunden ansprechen.

Bracknell. Der Luxusautobauer Rolls-Royce erwägt den Bau eines Geländewagens. „Das durchdenken wir gerade“, sagte Vorstandschef Torsten MüllerÖtvös vor wenigen Tagen. Es gebe keine Pläne, lediglich erste Zeichnungen, wie eine SUV-Version der britischen Superluxusmarke aussehen könnte. „Da ist nichts entschieden“, ergänzte Müller-Ötvös. Das Geländewagensegment sei ein Wachstumsmarkt und werde sich auch im Luxusbereich etablieren. Auch die zum VW-Konzern gehörenden Edelmarken Bentley und Lamborghini arbeiten daher an Geländewagen-Versionen. www.rolls-roycemotorcars.com

Wolfsburg. In den vergangenen acht Jahren durfte sich BMW schon beinahe traditionell Mitte September in einer Pressemitteilung über den grünen Klee freuen. Acht Mal in Folge wurde der deutsche Autohersteller nämlich im Nachhaltigkeits-Ranking der Dow Jones Sustainability Indizies (DJSI) von der RobecoSAM AG für sein besonders umwelt- und sozialverträgliches Handeln als Branchenführer („Industry Group Leader“) der Automobilindustrie eingestuft. Zu einem neunten Sieg sollte es in diesem Jahr – trotz eines spannenden Kopf-an-Kopf-Rennens mit Fiat und Volkswagen – nicht mehr reichen, BMW musste seinem deutschen Rivalen VW bei gleicher Punkteanzahl den Vortritt lassen, reagierte darauf aber überaus sportlich: „Es freut uns sehr, dass die anderen auch entdeckt haben, dass Nachhaltigkeit wichtig ist“, so ein Sprecher des Premiumherstellers.

Erfolg für Volkswagen Deutlich emotionaler nahm naturgemäß Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender von VW, die Auszeichnung entgegen: „Diese Auszeichnung ist ein echter Meilenstein auf unserem Weg zum führenden Anbieter grüner Mobilität. Wir werden mit ganzer Kraft daran arbeiten, den Volkswagen Konzern dauerhaft als nachhaltigsten Automobilhersteller der Welt zu etablieren.“ Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der Volkswagen Aktiengesellschaft, Bernd Osterloh, sagte: „Diese Würdigung beweist, dass wir bei der konsequenten Ausrichtung des gesamten Konzerns auf maximale

Volkswagens Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn sieht in der Auszeichnung „einen Meilenstein“ in der Entwicklung von VW.

Energie- und Ressourceneffizienz zügig vorankommen. Das ist zweifellos ein Erfolg der gesamten Mannschaft. Nachhaltiges Wirtschaften wird für uns ein zentrales Handlungsfeld bleiben – und zwar entlang der gesamten Wertschöpfungskette.“ Untersucht wurde der Leistungsstand von insgesamt 31, davon sieben europäischen, Automobilunternehmen auf dem Gebiet der ökonomischen, ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit. Dazu gehörten beispielsweise die Umwelt- und Klimaschutz-Strategie, das Innovationsmanagement sowie Kriterien für eine verantwortungsvolle Unternehmensführung Der Dow Jones Sustainability Index ist für Finanzinvestoren

der bedeutendste Gradmesser für die Entwicklung der am nachhaltigsten wirtschaftenden Unternehmen der Welt. Volkswagen konnte sich durch Verbesserungen in allen Bereichen auf den ersten Platz schieben und wurde mit BMW und Fiat in die renommierten Indizes DJSI World und DJSI Europe aufgenommen.

Pirelli ebenfalls top-gelistet Zur Begründung der Top-Platzierung nannten die Experten von RobecoSAM unter anderem die „großen Anstrengungen zur Verbesserung des Flottenverbrauchs“ im Hinblick auf die Ziele zur Senkung des CO2-Ausstoßes und die verbindliche Verankerung von Nach-

haltigkeitszielen in der Strategie 2018. Die volle Punktzahl erzielte der Volkswagen Konzern unter anderem für sein Umwelt-Management-System, sein Risikomanagement und das unternehmerische Handeln für das Gemeinwohl. Neben der Top-Unternehmen der Automobilindustrie wurde von RobecoSAM auch ein Nachhaltigkeits-Titel in der Sparte Autozubehör vergeben, der in diesem Jahr – und damit zum siebten Mal in Folge – an Pirelli vergeben wurde. Das italienische Unternehmen erreichte 85 Punkte im Ranking, der Durchschnitt der analysierten Industrieunternehmen liegt bei 51 Punkten.  www.volkswagen.com  www.pirelli.com  www.sustainability-indices.com

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt Neue Studie zeigt Zukunftsperspektive von Benzin- und Dieselantrieb

Benzin & Diesel bilden weiter das Rückgrat Berlin. Der Pkw der Zukunft fährt mit Öl und Strom. Denn nur so kann er die Erwartungen der Autofahrer erfüllen. Das ist jedenfalls das Ergebnis einer Studie des Instituts für Fahrzeugkonzepte am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Auftrag des Mineralölwirtschaftsverbands (MWV). Die Studie zeigt, dass auch bei scharfen Klimaschutzzielen von 45 g CO2/km für Neufahrzeuge im Jahr 2040 Benzin und Diesel als Energieträger in hocheffizienten Verbrennungsmotoren das Rückgrat für 85% der Neufahrzeuge und 95% der Bestandsflotte bleiben werden.

Bedürfnisse der Autofahrer Während auf der IAA in Frankfurt die Technik der Elektromobilität einen Schwerpunkt bildete, beleuchtet die Studie die Mobilitäts-Ansprüche und -Bedürfnisse der Autofahrer bezüglich der Antriebstechnologie laut DLR „genauer und projiziert die politischen Rahmenbedingungen auf das Kaufverhalten der Autofahrer“.

Dieser Ansatz besitze, so die Studienautoren, nicht nur einen überaus pragmatischen und realistischen Charakter, sie verleihe der Studie auch Einzigartigkeit. Dabei wird laut DLR deutlich, dass die Debatte um CO2-Ziele und Elektromobilität aktuell „weder konsequent noch aufrichtig geführt wird“, und die Ziele der Politik zu großen Teilen an den Bedürfnissen der Autofahrer vorbeigehen. Wie die Ergebnisse der DLR-Studie belegen, würde zu einer ehrlichen Debatte vor allem die Erkenntnis gehören, dass die Verbreitung von Pkw mit rein elektrischem Antrieb auch über das Jahr 2020 hinaus begrenzt bleiben wird.

keit im Sinne dauerhafter Verfügbarkeit und gelegentlicher Langstreckenfahrten erwarten. Darüber hinaus müssten sich Autofahrer aufgrund schärferer CO2-Ziele auf signifikante Mehrkosten einstellen, da die höheren Anschaffungskosten für Pkw eben nur zu einem geringen Teil durch Einsparungen

an Kraftstoffkosten kompensiert werden könnten. Zu guter Letzt zeigt die DLRStudie, dass Öl auch zukünftig ein wichtiger Energieträger bleibt, um die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen zu erfüllen – bei gleichzeitiger Erreichung der Klimaziele.  www.mwv.de

Öl bleibt weiter wichtig Vielmehr wird der laut Ansicht der Studienautoren der Verbrennungsmotor selbst bei einer weiteren Verschärfung der CO2-Ziele nach 2020 neben der Batterie an Bord des Autos notwendig sein. Dies ergebe sich aus den Ansprüchen der Kunden, die von ihrem Auto auch zukünftig Zuverlässig-

© EPA/Frank Rumpenhorst

Jürgen Zacharias

© Volkswagen

Jürgen Zacharias

Laut der Studie sind Verbrennungsmotoren noch lange nicht an ihrem Leistungszenit.


Freitag, 27. September 2013

H e r st e l l e r & Z u l i ef e r e r

automotivebusiness – 67

Studie Das Asia Connect Center der Universität St. Gallen untersuchte den Status quo und die Perspektiven der thailändischen Automobilindustrie

Starker Newcomer in Südostasien Moritz Kolar

St. Gallen/Schweiz. Asiens Automobilindustrie ist im Aufschwung. Das ist angesichts der traditionell starken Automächte Südkorea und Japan sowie des Wachstums der vergangenen Jahre in China nichts Neues, der Boom erfasst zusehends aber auch andere Länder, wie nun beispielsweise Thailand. Das ist zumindest das Ergebnis einer Untersuchung des Asia Connect Center an der Universität St. Gallen. Demnach liege das Land mit knapp 2,5 Mio. produzierten Autos mittlerweile auf Platz neun der größten Automobilnationen weltweit und schickt sich an, seine Produktion weiter zu steigern.

Stabile Produktionskosten Da die Entwicklung des aufstrebenden Marktes in einem dynamischen Umfeld jedoch nicht leicht

Fiat Chrysler-Börsegang

Nächster Schritt Turin. Fiat-Chef Sergio Marchionne gibt beim Börsegang der US-Tochter Chrysler Gas. Ein entsprechender Antrag soll so schnell wie möglich bei den zuständigen Behörden eingereicht werden, sagte der Automanager vor wenigen Tagen. Damit will sich Marchionne die noch nicht zu Fiat gehörenden Chrysler-Anteile sichern. Zwar werde sich dadurch der nächste Schritt des Konzernumbaus verzögern, so Marchionne, aber dieser Schritt sei notwendig, um den Wert des Unternehmens zu bestimmen. Hintergrund ist, dass sich der italienische Konzern derzeit mit dem gewerkschaftsnahen Pensionsfonds Veba – dem verkaufswilligen Minderheitsaktionär – um den Wert seiner Chrysler-Anteile streitet.  www.fiat.it

Porsche Schritt nach Korea

Expansionspläne

© Kim Hee Chul/EPA/picturedesk.com

Stuttgart. Der deutsche Sportwagenbauer Porsche expandiert nach Südkorea. Die neue Tochtergesellschaft wird offiziell am 1. Jänner 2014 gegründet, wie die VW-Tochter in Stuttgart mitteilte. Die Dependance wird die vierte Tochtergesellschaft von Porsche in der Region Asien-Pazifik nach China, Japan und Singapur sein und die 17. Ländergesellschaft weltweit. Bisher ist der Markt allerdings noch klein. 2012 lieferte der bisherige Porsche-Importeur lediglich 1.516 Sportwagen aus, in der Region Asien-Pazifik waren es 50.376, weltweit 141.075.  www.porsche.com

Porsche will mit der Ländergesellschaft den Absatz in Südkorea ankurbeln.

einzuschätzen ist, haben Simon Spirig und Roger Moser vom Asia Connect Center der Universität St. Gallen ein sogenanntes Delphi-Panel mit 27 lokalen Industriefachleuten durchgeführt. Kooperationspartner der Studie ist die Thai Automotive Focus Group. Bis 2022 werden gemäß der Studie nur noch wenige geringqualifizierte Arbeitskräfte in Thailand zur Verfügung stehen. Dies, da die vom Staat beeinflussten Durchschnittslöhne in Thailand höher sind als etwa in China. Die Produktion wird deshalb zunehmend automatisiert. Die befragten Industriefachleute gehen davon aus, dass sich die Pro-

duktionskosten in Thailand in den nächsten Jahren auf dem jetzigen Niveau stabilisieren werden, die Produktionskapazitäten allerdings stetig zunehmen.

Höheres Produktionsvolumen Großes Potenzial sehen die Fachleute in Thailand vor allem für Kleinwagen, die die Vorteile eines Motorrads mit den Möglichkeiten eines Autos verbinden. Diese Entwicklung dürfte aber erst ab 2020 einen signifikanten Einfluss auf die lokale Autoindustrie haben. Bis 2022 soll die thailändische Autoindustrie auch UN-basier-

te Standards einführen, auch ein Freihandelsabkommen mit der EU wird erwartet. Dies kann dazu führen, dass das Handels- und Investitionsvolumen zwischen Thailand und Europa in der Automobilindustrie stark zunehmen wird. Dabei wird weder die Automobilindustrie in Indonesien, Malaysia, noch Myanmar für die Zukunft als ernsthafte Konkurrenz zur thailändischen Automobilindustrie eingestuft. Thailand wird auch im Jahr 2022 der größte Produktionsstandort in Südostasien sein und ein jährliches Produktionsvolumen von fünf Mio. Fahrzeugen erreicht haben.  www.acc.unisg.ch

© Everett Kennedy Brown/EPA/picturedesk.com

Demnach könnte die Produktionskapazität von derzeit 2,5 Mio. Autos/Jahr bis 2022 verdoppelt werden.

Die Produktionskapazität Thailands könnte sich bis 2022 verdoppeln.


Modell & Handel

68 – automotivebusiness

Freitag, 27. September 2013

Toyota Prius + Der Hybrid-Klassiker von Toyota punktet in der „+“-Version mit umfangreichen Platzverhältnissen

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Das Plus an Platz im ­neuen Hybrid-Klassiker

© Volvo/ACE Team

Concept-Car für die aktiven Stadtbewohner

Der Prius gehört schon seit vielen Jahren zum alltäglichen Straßenbild – jetzt mit mehr Platz. Wien. Unglaublich, aber wahr, der Toyota Prius ist nun schon seit rund 16 Jahren am Markt. Anfangs noch belächelt und nicht wirklich ernstgenommen – es sei den bei vordergründig umweltfreundlich ambitionierten Hollywood-Stars –, erkämpfte sich der Prius jedoch allmählich seinen fixen Platz in der Automobilwelt. Heute gehört der Toyota Prius bereits zum gewohnten Straßenbild und selbst die ach so kritische Taxi-Zunft schwört seit vielen Jahren auf die Vorteile des eigenständig aussehenden Toyota-Hybrid. Im Rahmen einer deutlichen Ausweitung seiner Hybrid-Modellpalette wird Toyota bis 2015 zehn weitere neue Hybridmodelle präsentieren und strebt an, bis 2020 Hybrid-Varianten in nahezu allen relevanten Baureihen auf den Markt zu bringen. Als eines der ersten neuen Modelle der eigenständigen Hybrid-Linie hat Toyota auch eine siebensitzige Variante des Prius im Programm, die, mit einem schlichten „+“ im Namen versehen, mehr Platz für die Passagiere und auch mehr Kofferraum bietet. Obgleich auch der Prius+ zugunsten einer möglichst günstigen Aerodynamik außen kompakt ausfällt, bietet er im Innenraum deutlich mehr Platz für Gepäck und Passagiere, wie bereits sein Name verrät. Er fällt 135 mm länger, 30 mm breiter und 85 mm höher aus als der Prius und bietet dank des um 80 mm verlängerten Radstands sieben Sitzplätze in drei Sitzreihen. Die Frontpartie des neuen Prius+ zeigt die neue Toyota Designsprache. Der obere Kühlergrill trägt eine verchromte Applikation und

Nizza. Die schwedische Traditionsmarke Volvo stellt sich für die Zukunft auf: Zwei neue Drive-E-Zweiliter-Vierzylindermotoren, ein CommonRail-Diesel und ein Benzindirekteinspritzer, sollen von jetzt weg bis spätestens Mitte 2015 flächendeckend zum Einsatz kommen. Die Fünf- und Sechszylinder werden daher auslaufen und von der neuen ­Motorengeneration komplett ersetzt. Volvo profitiert gleich mehrfach von dem neuen Konzept: Zum einen spart man Kosten, da beide Motoren ähnlich aufgebaut sind und viele Teile für beide Varianten passen. Weiters bringt die Reduktion auf zwei Motoren mehr Gestaltungsspielraum bei der spezifischen Modellkonfiguration, da beide Varianten mit einem Plug-in-Hybrid und dem neuen 8-Gang-Automatikgetriebe kombinierbar sind. Ebenfalls neu ist ein 6-GangHandschaltgetriebe, welches speziell auf die Drive-E-Motoren abgestimmt ist. Die Drive-E-Dieselmotoren reichen von 88 kW (120 PS) bis 169 kW (230 PS). Die Benziner von 103 kW (140 PS) bis über 221 kW (300 PS). Die Leistungsunterschiede erzielt Volvo durch verschiedene Stufen der Turboaufladung. Die Drive-E-Motoren sind das Herzstück der neuen SPAPlattform, auf der alle zukünftigen Modelle der 60er- und 90er-Baureihe basieren.  www.volvo.at

Cabrio-Update für die Top-Modell-Reihe

Die siebensitzige Variante des sparsamen Toyota-Hybriden Prius ist als Prius + ab einem Einstiegspreis von 31.840 Euro habbar.

wurde möglichst klein gehalten, um eine turbulenzarme Umströmung der oberen Karosseriehälfte zu erzielen, während der größere untere Lufteinlass eine optimale Kühlung gewährleistet.

Platz en masse Der Prius+ bietet selbst in der Sitzkonfiguration für sieben Personen dachhoch noch 232 l Gepäckraumvolumen. Bei vorgeklappter dritter Sitzreihe steigt dieser Wert sogar auf 784 l. Wird auch noch die zweite Sitzreihe vorgeklappt, stehen volle 1.750 l zur Verfügung. Dank der 1.105 mm breiten und 730 mm hohen Heckklappe, die damit 95 mm breiter und 85 mm höher ausfällt als beim

Prius, ist der geräumige Gepäckraum besonders komfortabel zu be- und entladen.

Volle Alltagstauglichkeit Der Vollhybridantrieb des Prius+ umfasst einen Benzinmotor mit 1,8 l Hubraum, einen kraftvollen Elektromotor, einen Generator, eine Hochleistungs-Lithium-Ionen-Batterie, ein Energie-Management sowie eine Leistungsverzweigung. Damit gibt sich der große Prius komplett alltagstauglich. Das große Beschleunigungserlebnis bleibt jedoch aus, obwohl der Prius – so man das Gaspedal voll durchtritt – durchaus einen potenten Antritt bereitstellt. Doch irgendwie wird man dann das Ge-

fühl nicht los, den 1,8 l Benziner unnötig zu quälen. Denn steigt man ordentlich rein, schnellt die Drehzahl in die Höhe und bleibt dort auch so lange, bis man die gewünschte Geschwindigkeit erreicht hat. So animiert der Prius auch akustisch durchaus zu einem überlegtem Gasfuß. Auf der Autobahn überzeugt der große Hybride ebenfalls, ein komfortable Reisegeschwindigkeit ist allemal drin, auch in Sphären des Führerscheinentzugs dringt der Toyota bei Bedarf vor. Im Schnitt genehmigt sich der Prius + auf rund 500 Testkilometern (davon die Hälfte in der Stadt) rund 6,5 l. Für einen ausgewachsenen Siebensitzer ist das durchaus erstaunlich.  www.toyota.at

Jaguar XF 2,2 I4 Sportbrake In der Einstiegsversion glänzt der Jag nicht nur optisch, sondern auch beim Verbrauch

Vierzylinder für die chice Kombi-Katze

© Porsche

Wien. Schon vor einigen Jahren versuchten sich die Briten im KombiSegment und brachten damals den zwar durchaus hübschen, aber eher mäßig erfolgreichen X-Type Estate auf den Markt. Doch das Blatt hat sich gewendet. Stand Jaguar damals noch hauptsächlich für vermehrte Werkstattaufenthalte, wandelte sich die britische Traditionsmarke in den letzten Jahren zu einem innovativen State-

of-the-Art-Autobauer, der auch Mut zu Neuem beweist. Spätestens mit dem neuen XJ brach Jaguar mit sämtlichen althergebrachten Designkonventionen und besticht nunmehr durch extravagante Eigenständigkeit. Die logische Folge war dann freilich auch eine Kombi-Version des XF, der als XF Sportbrake nebst den höher motorisierten Sechszylindern ebenso wie die Limousine auch als Vier-

© Stockwerk Racing Team

Die 911er Turbo-Reihe wird nun um die offenen Versionen erweitert.

Salzburg. Das fahrdynamische Spektrum der neuen 911 TurboModelle, multipliziert mit dem Fahrspaß eines offenen Sportwagens, ist die Kurzformel für die neue Doppelspitze der Elfer-Cabriolets. 50 Jahre nach dem Debüt des Elfers und zum 40-jährigen Jubiläum des 911 Turbo feiern dessen Open-Air-Vertreter ihre Weltpremiere auf der Auto Show in Los Angeles. Mit den beiden neuen Spitzen-Elfern verdoppelt Porsche sein Angebot der Top-Modelle auf vier Varianten. Die neuen Top-Modelle der 911-Cabriolets kommen im ­Dezember 2013 ab 207.270 € auf den Markt.  www.porsche.at

© Toyota

Gregor Josel

Volvo implementiert neue Motoren­ familie und reduziert damit Kosten.

Jaguar XF 2,2 I4 Sportbrake: Einstiegsmodell mit Spar-Diesel ab 51.500 Euro.

zylinder mit einem 2,2 l Diesel zu haben ist und somit die Brot und Butter-Version der Kombikatze darstellt …

Stilbruch oder Cleverness? Der Ottomotor-Ästhet bekrittelt diese Herangehensweise natürlich. Klar, ein V6 ist ein V6! Die Sound-Performance und Laufkultur eines Sechszylinders sind nicht mit den Assets eines klassischen Vierzylinders zu vergleichen. Aber brauchen? Also wirklich brauchen tut man den Sechszylinder ja nun nicht unbedingt. Und unterm Strich bestätigt sich dies auch im Alltag. Denn wenngleich der neue Jaguar Kombi in der Einstiegsversion „nur“ über vier Zylinder verfügen mag, geizt er ja trotzdem nicht mit Leistung und Drehmoment. So stellt der 2,2 l-Motor satte 200 PS und noch sattere 450 Nm Drehmoment bereit. Das größte Kaufargument mag aber natürlich der vergleichsweise moderate Verbrauch von nur 5,4 l sein, denn wohlgemerkt wir haben es ja immerhin mit einem Jaguar zu tun.

Designmäßig ist den Briten mit dem neuen XF-Sportbrake jedenfalls abermals ein wirklich großer Wurf gelungen. Die chice Katze verfügt über eine einzigartige Optik, die Eleganz und Sportlichkeit auf perfekte und vollkommen unaufdringliche Art und Weise mit dem Kombithema verbindet. In der Frontansicht ist der Jaguar XF Sportbrake identisch mit der Limousine – LED-Tagfahrleuchten mit J-förmiger Grafik machen ihn unverkennbar. Die im Vergleich zur XF-Limousine vorgenommenen Änderungen beginnen ab der B-Säule. Trotz ansteigender Gürtellinie und abfallendem Fensterbereich nach hinten bleibt im Innenraum für die Heckpassagiere mit 48 mm mehr Kopffreiheit, deutlich mehr Platz als in der Limousine. Die wuchtigen Radkästen des XF kommen in der Kombi-Version noch besser zur Geltung, verleihen dem Sportbrake nachhaltige Präsenz auf der Straße und sorgen für einen selbstbewussten Auftritt. Im Kofferraum finden bis zu 1.675 l Platz.  (gj)  www.jaguar.at


r u n d u ms au t o

Freitag, 27. September 2013

automotivebusiness – 69

Studie Der GfK-Verein hat die Anschaffungsabsicht von Neu- und Gebrauchtwagen in einer Untersuchung unter die Lupe genommen

Neue beliebter als Gebrauchte Moritz Kolar

Wien. Die Ausgaben für einen Pkw sind nach den Ausgaben für die Eigenheimschaffung in der Regel die zweithöchsten, die private Haushalte tätigen. In einer internationalen Studie hat der GfK Verein die Anschaffungsabsicht von Neuund Gebrauchtwagen innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre erhoben. Österreich liegt im internationalen Vergleich im Spitzenfeld hinter Schweden und den USA auf Platz 3 der 14 untersuchten Länder. Das Schlusslicht im Hinblick auf die Anschaffungsplanung bilden gegenwärtig die beiden EU-Länder Polen und Spanien: Nur jeder zehnte Verbraucher kann oder will sich dort demnächst einen Neu- oder Gebrauchtwagen kaufen. Im Vergleich dazu planen 23% der Österreicher, innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre ihr Auto auszutauschen. „In fast allen der 14 unter-

suchten Länder sind Neuwagen beliebter als Gebrauchte. Lediglich in Frankreich und Polen ist es umgekehrt – hier kommen auf einen geplanten Neuwagen fast zwei Gebrauchtwagenkäufe. In Österreich ist das Verhältnis sehr ausgewogen“, weiß Roland Strilka, Leiter der Automobilmarktforschung der GfK Austria.

Unterschiede im Detail Die Neuwagen Anschaffungsabsicht in Österreich überwiegt mit zwölf Prozent nur leicht der von Gebrauchtwagen mit elf Prozent. Die Anschaffungsabsicht steigt mit

wachsender Haushaltsgröße an. In Haushalten mit vier oder mehr Personen planen 14% die Anschaffung eines Neu- und weitere 18% die Anschaffung eines Gebrauchtwagens. Im Vergleich dazu planen in Einpersonenhaushalten lediglich neun Prozent die Anschaffung eines neuen und weitere sechs Prozent die Anschaffung eines gebrauchten Pkw. „Die Vermutung liegt nahe, dass mehr Kinder auch größere Autos erfordern und deshalb die Anschaffungsabsicht deutlich höher liegt“, zieht Strilka ein Fazit. Was die Antriebsarten betrifft, bleibt alles beim Alten: Dieselmotoren sind mit sechs Prozent

bei den Neuwagen knapp vor Benzinmotoren mit fünf Prozent. Der Erdgasantrieb besitzt in der privaten Kundengruppe keine Bedeutung. Eine derzeit zumindest noch untergeordnete Rolle spielen Elektro- bzw. Hybridantriebe mit einem Prozent Anschaffungsabsicht. „Alles andere wäre mehr als eine Überraschung gewesen. Es wird allerdings interessant sein, diese Zahlen über die nächsten Jahre international zu verfolgen, da sowohl die Infrastruktur als auch das Pkw-Angebot in dieser Sparte deutlich wachsen werden“, meint Roland Strilka.  www.gfk.com

© Panthermedia.net/Andres Rodriguez

Österreich liegt demnach im internationalen Spitzenfeld, knapp hinter Schweden und den USA.

Studie: 23 Prozent aller Österreicher überlegen aktuell, ihr Auto auszutauschen.

Allianz Ambitionierte Pläne

Wachstumsziele

München. Europas größter Versicherer Allianz peilt im Geschäft mit Autoversicherungen ein deutliches Einnahmeplus an. „Im Jahr 2016 wollen wir im Bereich Autoversicherungen und Kfz-Anknüpfungsprodukte über den Autohandel 3,5 Mrd. Euro an Versicherungsprämien einnehmen“, sagte der zuständige Vorstand Karsten Crede vor wenigen Tagen. Die bisherige Zielvorgabe lag bei 2,8 Mrd. Euro. Zwischen 2009 und 2012 habe die Allianz, so Crede, „ihre Einnahmen aus den Versicherungsprämien bereits von 1,3 auf 2,4 Mrd. Euro steigern können.“ Um seine Ziele zu erreichen, setzt das Unternehmen auch auf globale Kooperationen mit Autoherstellern wie Volkswagen, Opel und BMW.  www.allianz.com

Autobank Deutschland

Neue Zielsetzung Wien. Die auf die Finanzierung von Auto- und Kfz-Händlern spezialisierte Wiener Autobank will sich künftig noch stärker in Deutschland engagieren. Trotz niedriger Margen soll das Neugeschäft um 30 Prozent gesteigert werden, so Gerhard Fischer, Miteigentümer und Aufsichtsrat der Autobank. Die herstellerunabhängige Autobank buhlt vor allem um Händler, denen sie die Finanzierung des Lagerbestands anbieten kann. Im Gegenzug sollen die Händler der Autobank Endkunden vermitteln. „Je mehr Kunden der Händler bringt, umso günstiger wird sein Zinssatz für die Lagerfinanzierung“, so Fischer.  www.autobank.at

Hyundai ix35

Inspiration. Verwirklicht. Ein Hyundai ist viel mehr als die Summe seiner Teile. Was diese verbindet ist Inspiration. Der Funke, der das Gewöhnliche in das Einzigartige verwandelt. Faszinierendes Aussehen, gepaart mit einem Herz aus purer Fahrfreude.

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© Autobank

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Die Autobank will ihr Neugeschäft in Deutschland um 30 Prozent steigern. 64569_HYUN_ix35_216x288_ICv2.indd 1

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I n n ovat i o n & U m w e lt

70 – automotivebusiness

Horváth & Partners Das Beratungsunternehmen hat in einer Studie die Marktchancen von Elektromobilität erhoben

© Fraunhofer IWS

Fraunhofer entwickelt neue Leichtbauweise

Bei diesem Crashtest wird geprüft, wie stark sich das Beispielbauteil unter einer Biegebelastung deformiert.

Dresden. Forscher vom Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS in Dresden haben eine Leichtbautechnologie entwickelt, mit der sich die Fahrzeugmasse senken und gleichzeitig eine ausreichende Crashsicherheit garantieren lässt. Um die Eigenschaften von Karosseriebauteilen auf die wirkenden Belastungen abzustimmen, verfolgen Wissenschaftler Markus Wagner und seine Kollegen einen neuartigen Ansatz: die „Lokale Laserverfestigung“. Dabei setzen sie auf kostengünstige, niedrigfeste Stahlbleche mit minimierter Wanddicke. Diese werden nur in den stark beanspruchten Bereichen lokal verfestigt. Hierfür wird ein fokussierten Laserstrahl über die Oberfläche des unbehandelten Blechs geführt. Die so behandelten Zonen erwärmen sich oder schmelzen sogar auf und erstarren anschließend. Die Wärme wird schnell ins angrenzende kalte Material abgeleitet, wodurch sich die Spur rasch abkühlt. Dadurch entstehen harte Phasen und der Werkstoff wird verfestigt. „Wir erreichen Festigkeiten von bis zu 1.500 MPa (Megapascal). Das entspricht etwa dem zweifachen des unverfestigten Grundwerkstoffs“, sagt Wagner. „Vor allem vordere und hintere Stoßträger am Fahrzeug sowie B-Säule und diverse Versteifungsprofile können wir so gewichts- und belastungsoptimiert gestalten.“  www.fraunhofer.de

Elektromobilität kommt endlich aus Startlöchern

Fazit: Entgegen der derzeitigen Wahrnehmung dürfte die Zukunft der Stromer durchaus rosig werden. bilexperte Heiko Fink. Aktuell seien die deutschen Förderungsniveaus auch im internationalen Vergleich „überschaubar“, in Österreich ist die Situation ähnlich. Trotz der positiven Signale des Fakten-Checks betonen die Autoren aber auch, dass die Durchsetzungsgeschwindigkeit der Elektromobilität, egal ob mit reinen oder hybriden Stromern, stark von der emotionalen Verankerung in der Öffentlichkeit abhängen wird. Um das Ziel der Politik zu erreichen, sei ein hohes jährliches Wachstum des Bestands an Elektrofahrzeugen notwendig. Das ginge nur auf der Grundlage entsprechender Begeisterung in der Bevölkerung. „In Richtung einer positiven, emotionalen Kommunikation zur Elektromobilität passiert aber viel zu wenig“, wundert sich Studienleiter Greiner auch mit Blick auf den Erfolg von Tesla.

Moritz Kolar

Stuttgart. Elektroautos sind auch im laufenden Jahr für die wenigsten Autokäufer ein Thema. Nur knapp 0,2 Prozent der Neuzulassungen entfallen auf diese Fahrzeugkategorie. Wie der aktuell „FaktenCheck Mobilität“ des Beratungshauses Horváth & Partners jedoch zeigt, könnte die Zahl der Fahrzeuge mit einem Stromanschluss in den kommenden Jahren massiv zunehmen und damit die hehren Ziele viele Politiker übertreffen, die sich, wie die deutsche Bundesregierung, etwa zum Ziel gesetzt haben, dass 2020 eine Mio. Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren, oder, wie Umweltminister Niki Berlakovich, 250.000 Elektroautos auf heimischen Straßen sehen will.

Immer billigere E-Fahrzeuge

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Esslingen/Kortrijk. Elektrische Antriebskonzepte spielen im Nahverkehr der Zukunft eine entscheidende Rolle, die weitere Optimierung der Nebenaggregate in ihrer Energieeffizienz ist dabei ein wichtiges Thema. Auf der „Busworld“ in Kortrijk präsentierte Eberspächer Sütrak daher die wegweisende, speziell für Elektrobusse konzipierte, AC 136 AE Heat Pump – eine Aufdachklimalösung mit Wärmepumpe, die effizient kühlt und heizt. Daneben werden die neuen KlimaanlagenGenerationen AC 420 G2 für Mini- sowie die AC 515 G2 für Midibusse gezeigt.  www.eberspaecher.com

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Neue Heat Pump für Elektrobusse präsentiert

Die Studienautoren haben die Entwicklung von Schlüsselfaktoren der Elektromobilität der letzten Jahre analysiert und die aktuelle Entwicklungsgeschwindigkeit auf das Jahr 2020 hochgerechnet. Zu den untersuchten Faktoren gehören unter anderem Batteriepreise, Reichweiten, Energiekosten und die Anzahl der Ladestationen. „Vor allem die wachsende Anzahl von Elektrofahrzeugmodellen und deren Preisentwicklung stimmen zuversichtlich“, meint Studienleiter Oliver Greiner. Über 20 Elektrofahrzeugmodelle werden 2014 zur Verfügung stehen, deren Preis durchschnittlich ca. 30% über vergleichbaren Referenzfahrzeugen liegen dürfe. Vor zwei Jahren waren es gerade mal zwei Serienmodelle, deren Preis zudem noch deutlich über 60% im Vergleich zu Referenzfahrzeugen lag. „Dies wird Flottenbetreiber und

Im laufenden Jahr wurden in Österreich 346 Elektro-Kfz neu zum Verkehr zuglassen.

Privatpersonen zunehmend in die Lage versetzen, finanzierbare Elektrofahrzeuge zu finden, die auf ihre Bedürfnisse passen“, ist Greiner überzeugt. Auch aufseiten der Technik und der Infrastruktur hat es Fortschritte gegeben. Neue Batteriekonzepte werden derzeit intensiv erforscht und könnten bald die Energiedichte der Batterien und damit die Reichweite von Elektroautos nach oben treiben. Zudem hat sich die Infrastruktur an öffentlichen Ladestationen positiv entwickelt, wenngleich Ladesäulen für die beteiligten Unternehmen bislang noch ein verlustreiches Geschäftsmodell darstellen. So hat sich Siemens zuletzt aus dem Geschäft mit Ladestationen zurückgezogen. „Zwischen 2010 und 2012 hat sich die Anzahl der öffentlichen Lade-

stationen in Deutschland jährlich durchschnittlich um 80 Prozent auf nun über 3.000 erhöht“, stellt Co-Studienautor und Energieversorgungsexperte Matthias Deeg fest. Bis 2020 sollten es ca. 200.000 öffentliche Ladestationen werden. Ladestationen in privaten Haushalten und am Arbeitsplatz (sogenannte Wallboxes) sind dabei noch nicht eingerechnet.

Politische Willensfrage Einen zusätzlichen Anschub für die Elektromobilität könnte die Politik leisten. „Es ist eine politische Willensfrage, ob die Umsetzungsgeschwindigkeit der Elektromobilität durch weitere Regulierungen sowie Mittel zur F&E- und Absatzförderung weiter unterstützt werden soll“, findet Horváth-Automo-

Positive Entwicklung Hoffnung macht der Start neuer Elektrofahrzeuge wie des i3 von BMW oder des e-up! von Volkswagen. Auch dank dieser wird es voraussichtlich in diesem Jahr gelingen, die nötige Wachstumsrate zur Erreichung des Ziels der Politik zu erreichen. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres lag die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland schon bei über 2.900 Stück, so viel wie im gesamten Vorjahr. Damit wurde die Zahl von 10.000 Elektroautos im deutschen Fahrzeugbestand erstmalig überschritten. In Österreich ist die Situation ähnlich: Bislang wurden von Jänner bis August 346 Elektro-Fahrzeuge neu zum Verkehr zugelassen, gegenüber 260 im Vergleichszeitraum des Vorjahres.  www.horvath-partners.com

TU Wien Mit Taxi 31300, Wien Energie und AIT hat die Uni eine Umstellung der Wiener Taxiflotte untersucht

Elektro-Funktaxiflotte hätte viele Vorteile Wien. Elektroautos sind zwar billig im Betrieb, aber verhältnismäßig teuer in der Anschaffung. Am wirtschaftlichsten sind also Elektroautos, die intensiv genutzt werden – und zwar am besten auf vielen einzelnen kürzeren Strecken, weil man lange Fahrten unterbrechen müsste, um die Batterie aufzuladen. Das entspricht genau dem Bewegungsprofil von Taxis. Die TU Wien hat daher gemeinsam mit AIT, Wien Energie Stromnetz und Taxi 31300 untersucht, ob sich eine Funktaxiflotte in Wien auf Elektrobetrieb umstellen lassen würde. Das Ergebnis: Der Umstieg wäre mit überschaubaren Investitionskosten durchführbar und würde große Mengen CO2 einsparen.

mit einem Elektroauto möglich gewesen wären, ohne das Fahrverhalten zu ändern“, erzählt Markus Litzlbauer vom Institut für Energiesysteme und Elektrische Antriebe der TU Wien. Schon wenn man bloß von Schnellladestationen an den 25 wichtigsten Taxistandplätzen und von einer mäßigen Batterie-Kapazität von 24 kWh ausgeht, lassen sich bereits 25% der Funktaxischichten in genau derselben Form

auch mit Elektroautos durchführen. Bei doppelter Batteriekapazität und Ladeleistung sowie doppelt so vielen Ladestationen erreicht man bereits eine Erfüllbarkeitsrate von 75%. „In der Praxis würde man allerdings bei einem Umstieg auf Elektroautos auch die Vermittlung der Fahrten anpassen“, erklärt Litzlbauer. „Die Funktaxizentrale könnte gezielt voll aufgeladene Taxis für längere Fahrten einsetzen und Taxis mit leerer Batterie

Taxi-Daten als Grundlage Die Basis für die Studie waren anonymisierte GPS-Daten der Wiener VermittlungsgmbH Taxi 31300, die vom AIT aufbereitet und dann von der TU Wien analysiert wurden. „Zunächst sahen wir uns an, wie viele der tatsächlich absolvierten Taxi-Schichten genauso

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Thermomanagement für E-Busse: die AC 136 AE von Eberspächer.

Freitag, 27. September 2013

Durch die Umstellung auf E-Antrieb könnten Wiener Taxis sehr viel CO2 einsparen.

eher zur nächsten Ladestation schicken.“ Schwierigkeiten gäbe es bloß bei eher ungewöhnlichen besonders langen Taxifahrten – etwa von Wien nach Linz. Für solche Fälle könnten Taxi-Gesellschaften einzelne Benzinautos bereithalten.

Überschaubare Kosten Das Forschungsteam der TU Wien berechnete auch die Kosten, die für ein Taxiunternehmen anfallen würden. Über den typischen Lebenszyklus des Taxis hinweg erweist sich die Elektro-Variante dabei als absolut konkurrenzfähig. Ob das Elektroauto letztlich billiger kommt, hängt davon ab, mit welchem Benzin-Fahrzeugtyp man es vergleicht. Für den Aufbau einer adäquaten Ladeinfrastruktur würden in Wien laut Berechnungen der TU Investitionskosten im einstelligen Mio.-Euro-Bereich anfallen. Ein Umstieg von 50% der insgesamt 2.500 Wiener Funktaxis auf Elektrofahrzeuge ergäbe eine Einsparung von 10.000 t CO2-Äquivalent pro Jahr, rechnet die Studie vor.   www.tuwien.ac.at

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