Page 1

Infoblatt

Volume 29, Issue 4 October-December 2019

German-Canadian Congress (MB) Inc./ DeutschKanadischer Kongress (MB) e.V. 58-81 Garry Street, Wpg, MB R3C 4J9 Ph: 204-989-8300 fax: 204-989-8304 Email: info@gccmb.ca website: www.gccmb.ca

Grußwort vom Präsidenten

Am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, zeigte der DeutschKanadische Kongress den Film „Bornholmer Straße“ (2014) an der Universität von Winnipeg. Mit dieser Veranstaltung wollten wir darauf aufmerksam machen, dass der Monat Oktober als German Heritage Month in Kanada begangen wird, und wir wollten des 30. Jahrestages seit dem Fall der Berliner Mauer gedenken. Diese Veranstaltung hat der Kongress anbieten können mit Hilfe der deutschen SprachFakultäten an der Universität von Winnipeg und der Universität von Manitoba, sowie des Goethe Instituts in Toronto. Bornholmer Straße war ein Grenzübergang zwischen Ost und West

Berlin. Sie war der Ort des ersten Grenzübergangs, der am 9. November 1989 aufmachte, nachdem Günter Schabowski, ein führender ostdeutscher Politiker, in einer Fernsehansage verkündet hatte, dass ostdeutsche Bürger ohne Visums-Begrenzung reisen dürften – und zwar „sofort und unverzüglich“. Der Film erzählt die geschichtlichen Ereignisse dieser Nacht (sie trugen zum Fall der Berliner Mauer und dem Ende der DDR bei) aus der Perspektive der ostdeutschen Grenzbeamten, insbesondere von Oberstleutnant Harald Schäfer (im wirklichen Leben hieß er Harald Jäger). Die Beamten sahen es als ihre Pflicht an, die Mauer zu beschützen, die ihr Lebensmittelpunkt seit der Errichtung im Jahre 1961 war. Als sie nun mit ansehen mussten, wie zehntausende ostdeutsche Bürger nach West Berlin strömten, da wurde ihr zentraler Lebensinhalt direkt vor ihren Augen abgetragen. Etwas mehr als 100 Leute kamen, um sich den Film „Bornholmer Straße“ anzuschauen. Ein wirklich sehenswerter Film, den man sich anschauen sollte, wenn man es noch nicht getan hat. Nach

der

Filmvorführung

gab es eine Gesprächsrunde mit vier Teilnehmern, die ihre Sichtweise der Ereignisse vom 9. November 1989 vortrugen:

Hartmut Holländer (Vize Präsident des DKK) teilte die Eindrücke eines Westdeutschen mit. Ulrike Schreckenbach erzählte ihre Geschichte aus der Sicht einer Person, die in der DDR aufwuchs. Jerry Roehr wurde in Berlin geboren, wuchs in Ost Berlin auf, hörte aber von der Maueröffnung in Kanada, wo er seit 1959 lebt. Benjamin Baader, der damals ein Student in West Berlin war, gab seine Sichtweise wieder als Historiker und als ein Glied der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland. Nach ihren Kurzvorträgen beantworteten die Forumsteilnehmer Fragen aus dem Publikum. Abgerundet wurde der angenehme und abwechslungsreiche Abend bei einem gemütlichen Beisammensein mit Essen. Über mehrere Monate hatte der Kongress keine Bürokraft. Ich bin erfreut mitzuteilen, dass wir nach einigen Vorstellungsgesprächen nun wieder eine neue Büroassistenz haben. Sie heißt Angelika Horn und hat schon Ende September mit ihrer Arbeit angefangen (s. auch ihre

kurze Vorstellung im Innenteil dieser Ausgabe vom Infoblatt). Angelika wird dienstags und donnerstags, jeweils zwischen 10 und 14 Uhr, im Büro ansprechbar sein. Die nächste größere Veranstaltung wird unser – seit 1985 – jährlich stattfindender Weihnachtsmarkt sein. Auch dieses Jahr wird er wieder in der Einkaufspassage beim Fort Garry Place vom 29. November bis zum 1. Dezember stattfinden. Kommen Sie. Besuchen und finden Sie uns dort. Einheimische und regionale Händler und Kunst-Handwerker werden wieder ihre Waren feilbieten. Sie können sich auch an traditionellen deutschen WeihnachtATTENTION! 2019/20 NEUE WICHTIGE TERMINE Vorstandssitzung/ Board Meeting Nov. 12; Dec. 11; Jan. 8/20 Frühstück/German Trad. Breakfast Oct. 19; Nov. 16; Dec. 14; Jan 18/20

Bürostunden/Office hours

Tuesday/Thursday 10:00 to 2pm

CHRISTKINDLMARKT Nov. 29, 30, Dec 1

Please Note: The opinions stated in the Infoblatt are those of the authors and do not necessarily reflect the position of the GCC or of the editors. The editors reserve the right to edit, condense or reject any material submitted!

The German-Canadian Congress (MB) gratefully acknowledges the support of the Manitoba Labour and Immigration Ethnocultural Community Support Program


GCC - Intern spezialitäten erfreuen: Essen, Schokolade, Stollen und Glühwein. Ihre Unterstützung ermöglicht es, dass wir Ihnen auch in Zukunft kulturelle und informative Veranstaltungen anbieten können. President's Message On October 3 – the day of German Unity – the German Canadian Congress hosted a movie viewing, “Bornholmer Straße“ (2014), at the University of Winnipeg. With this event we observed the month of October as German Heritage Month in Canada and reflected on the 30th anniversary of the fall of the Berlin Wall. In putting this event together, the Congress was supported by the German language departments of the University of Winnipeg and the University of Manitoba, as well as the Goethe Institute in Toronto.

Bornholmer Street was a border crossing point between East and West Berlin. It was the location of the first border crossing that was opened on November 9, 1989, after Günter Schabowski, an East German politician, made an announcement that East German citizens could travel without visa regulations – “effective immediately … without delay.” The movie recounts the historic events of that night (which would lead to the fall of the Berlin Wall and to end of the German Democratic Republic) through the eyes of the East German border crossing guards, in particular chief lieutenant Harald Schäfer (in real life his name was Harald Jäger). The guards saw it as their duty to protect the Wall, which they had helped build in 1961. With the opening of the border crossing tens of thousands of East GerVO LUM E 2 9 , I S SUE 4

Page 2

mans were flocking into West Berlin, thus dismantling right in front of their eyes what had been their life's purpose. Some 100 people came to watch the movie “Bornholmer Straße.“ If you haven't seen it, it is worth watching. After the movie, there were four panel members who shared their views of the events of November 9, 1989, how they remembered this day and why it is important to them. Hartmut Holländer (GCC Vice President) gave a West German impression. Ulrike Schreckenbach told her story as a person who grew up in East Germany. Jerry Roehr, born in Berlin and raised in East Berlin, learned about the fall of the Wall in Canada, where he has lived since 1959. Benjamin Baader, who was a student at the time in West Berlin, provided us with an account as a historian and a member of the Jewish community in Germany. After their presentations, they all answered several questions from the audience. A social time, where people had a chance to visit with each other over food, completed an engaging evening, rich in meaning. For several months the Congress went without an office employee. I am pleased to report that we have interviewed and hired a new administrative assistant. Her name is Angelika Horn and she started working at the end of September (see also her biographical sketch in this edition of the Infoblatt). Angelika will be in the office on Tuesdays and Thursdays between 10AM and 2PM.

The next major event will be our annual Christkindlmarkt (since 1985). This year, it will be held again at the Mall of Fort Garry Place from November 29 through December 1. Come, visit and meet us. Local and regional vendors and crafters will offer their merchandise for sale. You can also indulge yourselves with traditional German Christmas specialties: food, chocolates, stollen, and mulled wine (Glühwein). Your support enables us to continue to provide you with cultural and educational events. Board Members / Vorstandsmitglieder Executives: Björn Meinhardt - President/ Präsident Hartmut Holländer - Vice President/Vize Präsident Ralf Klenke - Treasurer/Schatzmeister Lydia Schöppner - Secretary/ Schriftführerin Carola Lange - Past President/ Alterspräsidentin Boardmembers: Axel Bürkle Leonie Fölsing Hermann Grauer Rainer Hempel Klaus Lahr Vera Neufeld Lars Richter

Wenn uns bewusst wird, dass die Zeit, die wir uns für einen anderen Menschen nehmen, das Kostbarste ist, was wir schenken können, haben wir den Sinn der Weihnacht verstanden. – Roswitha Bloch


Made in Germany Wer die Worte Made in Germany hört, denkt an Tüftlergeist und Innovation, an Verlässlichkeit und Qualität, an Markenwaren und Präzisionsarbeit. Made in Germany steht bei Verbrauchern hoch im Kurs. Eine internationale Studie aus dem Jahr 2017 gibt diesen Eindruck wieder, nach der die Herkunftsbezeichnung Made in Germany den ersten Platz aus 52 Ländern belegte. Aber wo kommt die Bezeichnung eigentlich her? Die Beantwortung der Frage führt uns ins England des 19. Jahrhunderts. Im industriellen Zeitalter war England die führende Industrienation; im Vergleich dazu war Deutschland ein Entwicklungsland. Deutsche Industrielle schleusten damals Spione in englischen Betrieben ein, um ihre eigenen Produkte verbessern zu können. Deutschland hatte den Ruf, billige und qualitativ minderwertige Waren auf den Markt zu bringen. Anstatt aus Gussstahl waren sie aus Gusseisen; obwohl sie als handgearbeitet angeboten wurden, waren sie maschinengefertigt. Bei der Weltausstellung, die 1876 in Philadelphia stattfand, beurteilte der deutsche Maschinenbauprofessor und Preisrichter Franz Reuleaux die deutschen Beiträge als „billig und schlecht“. Das klingt nach einem vernichtenden Urteil.

aussagt) auf den Markt kamen, hatten einige Hersteller in England genug. Das englische Parlament berief 1886 eine Kommission ein, um zu untersuchen, wo die Billigprodukte herkamen. Es bestätigte sich, dass die Vielzahl der Produkte aus Deutschland stammte. Im April 1887 reagierte das britische Parlament mit der Merchandise Marks Act, die festlegte, dass Waren, die nicht aus England kamen, mit der Bezeichnung 'made in …' zu kennzeichnen waren. Die Merchandise Marks Act war damit beides: ein Schutzsiegel und ein Schandsiegel. Die Herkunftsbezeichnung Made in Germany sollte die Verbraucher vor minderwertigen Kopien aus Deutschland warnen und somit den Verkauf einheimischer Waren fördern.

Die Einführung der Länderbezeichnung war jedoch der Anfang „einer beispiellosen Erfolgsgeschichte“ für Waren aus Deutschland (Süddeutsche Zeitung vom 23.8.2012). Sie bewirkte nämlich das Gegenteil von dem, was sie in England bewirken sollte. Auch wenn man in Deutschland über die Kennzeichnung erst empört war, sah man sie als Herausforderung an. Die Qualtität verbesserte sich. Das stellte 1897 auch der damalige Kolonialminister Joseph Chamberlain fest, als er erkannte, dass viele deutsche Produkte besser waren als englische. Kunden in England waren nicht von Made in Germany abgestoßen, sondern griffen In England war Sheffield das bewusst zu deutschen Produkten Zentrum für Güter aus Stahl. Als dann Messer, Scheren und wegen der Kennzeichnung. Zangen als „Sheffieldmade“ (was sich als „nach Die Ende des 19. Jahrhunderts in eingeführte KennSheffielder Art hergestellt“ England zeichnung Made in Germany war übersetzen lässt und nichts über als abwertend gedacht. Und doch die eigentliche Herkunft

trug sie dazu bei, dass sich Deutschland zu einer der größten Exportnationen entwickeln sollte. Im Bild (auf Seite 4): Briefmarke der Deutschen Bundespost. 100 Jahre Made in Germany, 1988. Gemeinfrei, de.wikipedia.org. DBP 1988 1378 Made in Germany.jpg Eingereicht von Björn Meinhardt

When one hears the phrase Made in Germany, one thinks of creativity and innovation, reliability and quality, branded goods and precision work. Made in Germany has a high reputation among consumers. An international study that was conducted in 2017 reflects this impression: the label of origin Made in Germany was ranked first out of 52 countries. But where does the designation come from? In order to answer this question we need to look into 19th century England. In the age of industrialization England was the leading country; by contrast, Germany was a developing country. It was common in those days that German industrialists planted spies in English companies so that they could learn how to improve their own products. Germany had the reputation of flooding the market with cheap, low-quality goods. Instead of cast steel they were made out of cast iron; even though they were declared to be hand-made, they were actually machine-made. At the World Fair that took place in Philadelphia in 1876, the German mechanical engineer and juror Franz Reuleaux passed the verdict “cheap and bad” upon the contributions from Germany. This sounds much like a damning judgment. Sheffield, in England, was the centre for goods made out of VO LUM E 2 9 , I S SUE 4 Page 3


Made in Germany steel. When knives, scissors, and pliers from Germany with the label “Sheffield-made” entered the market (the labelling can be heard as 'made according to Sheffield standards,' not necessarily as an indicator for the place of production), several manufacturers had had enough. The English Parliament ordered a commission in 1886 to look into the matter and to find out where those cheap copies had come from. It was confirmed that most of the products came indeed from Germany. In April 1887, the Parliament passed the Merchandise Marks Act, which stipulated that goods that were not from England had to be marked with the label 'made in …' The Merchandise Marks Act was intended as a seal to protect English goods and to indicate the inferior quality of foreign (in particular German) goods. By letting consumers know that products were Made in Germany it was hoped that they would avoid the lowquality copies from Germany and support the British economy by buying domestically made goods. However, the introduction of these labels in England was the beginning of “an unprecedented success story” for goods from Germany (Süddeutsche Zeitung, August 23, 2012). The labelling had the opposite effect of its intended goal. While Germany was initially outraged by the labelling it was eventually regarded as a challenge. Soon after, the quality of goods from Germany improved. To a point that British statesman Joseph VO LUM E 2 9 , I S SUE 4

Page 4

Chamberlain asserted in 1897 that many goods from Germany had surpassed British-made counterparts. Customers in England did not avoid Made in Germany products but rather bought them because of the label.

Stamp, issued by Deutsche Bundespost. 100 years of Made in Germany. Public domain, en.wikipedia.org

At the end of the 19th century England introduced the label Made in Germany as a derogatory term. And yet it contributed to the development of Germany as one of the largest exporting countries in the world. Submitted by Björn Meinhardt


Fürstentum Anhalt In dieser Ausgabe berichtet Heinrich Lueken wieder über deutsche Schlösser und Burgen, die heute noch von den adeligen Familien bewohnt bzw. genutzt werden, und deren Geschichte. Das Fürstentum Anhalt entwickelte sich 1212 durch Erbteilungen der Askanier. Die Askanier sind ein deutsches Uradelsgeschlecht, das dem germanischen Volksstamm der Sueben zugerechnet wird. Die Sueben wurden schon um Christi Geburt im Gebiet zwischen Ostsee und den deutschen Mittelgebirgen sesshaft. Graf Adalbert von Ballenstedt (*um 970) ist der erste nachweisbare Vorfahre der Askanier. Die weit verzweigte Familie hatte in Mitteldeutschland vom Harz bis Sachsen mehrere kleine Grafschaften, die jetzt zum Fürstentum vereinigt wurden. Fürst Heinrich I. von Anhalt (*um 1170; † 1252) ein Enkel Albrechts des Bären (11001170), hatte diese Bezeichnung für seine Linie zur Unterscheidung von anderen askanischen Linien gewählt. Der Name Anhalt geht auf die askanische Stammburg, Burg Anhalt bei Harzgerode, zurück; der Name Askanier bezieht sich auf ihre Residenz in Aschersleben (lateinisch: Ascaria). Dieser Zweig der Familie blieb über Jahrhunderte der dominierende. Als Markgrafen von Brandenburg

Dessau, Anhalt-Köthen, AnhaltZerbst, Anhalt-Plötzkau. Die Familien residierten und wohnten auf ihren Schlössern gleichen Namens. Mehrmals veränderten sich die Besitzverhältnisse durch Aussterben von Familien.

1822 entstand aus Resten der Burg dieser Brunnen

haben die Askanier denn auch ihre stärkste historische Wirkung ausgeübt. Durch friedliche Vereinbarungen und Heirat, mittels kriegerischer Handlungen und diplomatischer Künste, auch durch Kauf hatten sie die von Albrecht begonnene territoriale Konsolidierung zwischen Elbe und Oder erfolgreich fortgesetzt. Durch die Anlage vieler Dörfer und Gründung von Städten (u. a. Berlin um 1230, Frankfurt/Oder 1253), die kulturell zum Deutschtum gewonnen wurden, sorgten die Askanier für ein solides Fundament gegen den slawischen Osten, besonders gegen Polen.

Alexius von Anhalt

1806 erhielt Fürst Alexius von Anhalt-Bernburg vom letzten Kaiser des Heiligen Römischen Reichs, Franz II., das Recht, sich „Herzog“ zu nennen, 1807 wurden die beiden verbleibenden Staaten Anhalt-Dessau und Anhalt-Köthen von Napoleon I. zu Herzogtümern erhoben. Nach dem Erlöschen der Linien in Köthen (1847) und Bernburg (1863) kam es zum Zusammenschluss der drei Herzogtümer zu einem vereinigten Herzogtum Anhalt mit Dessau als Hauptstadt.

Die zersplitterte Lage des Landes 1747-1793

Das verhinderte aber nicht die mehrfache, damals übliche Erbteilung, die das Land wieder zersplitterte. Die dadurch entstehenden einzelnen Die Familie wohnte auf Schloss Kleinstaaten fügten zu dem Ballenstedt Namen Anhalt die jeweilige Residenz hinzu. So entstanden Nach Ende des 1. Weltkrieges, als 1603 Anhalt-Bernburg, Anhalt- in ganz Deutschland der Adel VO LUM E 2 9 , I S SUE 4 Page 5


Fürstentum Anhalt seine Herrschaft aufgeben musste, verkündete Prinzregent Aribert, stellvertretend für den minderjährigen Herzog Joachim Ernst am 12. November 1918 die Abdankung und den Thronverzicht auch für die Familie der Askanier. Anhalt wurde zu einem Freistaat in der Weimarer Republik.

haltischen errichtet.

Gebiete,

wieder

Adelshäuser. Er ist ein Vetter von Prinz Charles.

Oberhaupt des Hauses Anhalt ist Eduard Prinz von Anhalt, geb. am 3. Dezember 1941 auf Schloss Ballenstedt. Er ist der jüngste Sohn Joachim Ernsts von Anhalt, des letzten Herzogs von Anhalt.

Nach der Wiedervereinigung versuchte er langwierig, nach dem Zweiten Weltkrieg in Sachsen-Anhalt beschlagnahmtes Familienvermögen wiederzuerlangen. Das nahe Schloss Ballenstedt gelegene, von ihm zurückgekaufte Jagdschloss Röhrkopf veräußerte er 2013 wieder.

Nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 gehörte es zur Sowjetischen Besatzungszone und später zur DDR. Waren die Schlösser im Laufe der Jahrhunderte mehrmals ganz, oder teilweise zerstört und nicht alle wieder aufgebaut, so wurden die verbliebenen jetzt durch Kriegseinwirkungen, aber auch durch Brandschatzung der Sowjetischen Truppen teilweise und auch ganz zerstört. Die Familien flohen in den Westen und gingen fortan bürgerlichen Berufen nach. Der Besitz wurde enteignet und Eigentum der DDR.

Joachim Ernst von Anhalt *1901, wurde von den Sowjets 1945 ins Lager Buchenwald gebracht und starb dort 1947 an Entkräftung

Mit der Wiedervereinigung 1990 wurde das Land Sachsen-Anhalt in leicht veränderten Grenzen, unter Einschluss aller anVO LUM E 2 9 , I S SUE 4 Page 6

Eduard Prinz von Anhalt ist geschieden und hat drei erwachsene Töchter. Im Jahr 2010 änderte er als Chef des

Eduard Prinz von Anhalt

Eduard wurde 1963 nach dem Unfalltod seines älteren Bruders Friedrich Chef der Askanier. Nach der Flucht aus der sowjetischen Besatzungszone lebte die Familie bis 1951 im evangelischen Damenstift Ebstorf in der Lüneburger Heide und zog danach nach GarmischPartenkirchen. Eduard besuchte nach der Schulzeit eine Handelsund Sprachenschule in Málaga und blieb mehrere Jahre in Spanien. 1964 ging er in die USA und betätigte sich im Bereich Public Relations und Werbung. Er kehrte 1967 nach Deutschland zurück und arbeitete bei deutschen Banken. Bekannt wurde Eduard Prinz von Anhalt als Gesellschaftsjournalist und Kolumnist für zahlreiche deutsche Magazine und Fernsehsender. Fachkundig moderiert er über die europäischen

Katharina die Große

Hauses das Hausgesetz und führte die weibliche Erbfolge ein, was seine älteste Tochter zu seiner Nachfolgerin macht. Die bekannteste Tochter des Hauses Anhalt ist Katharina II., die Große, Zarin Russlands. Geboren am 02. Mai 1729 im Schloss Schwerin als Sophie Friederike Auguste von AnhaltZerbst-Dornburg. Sie heiratete 1745 mit 16 Jahren Zar Peter III. von Russland in St. Petersburg. Als Peter 1762 starb, regierte sie das große Reich allein; bis zu ihrem Tod am 17. November 1796 in der Eremitage von St. Petersburg.


Office News/Sonstiges is the same in other families that HISTORY OF THE UMLAUT only few stories were ever told. My interest lies in hearing your stories and keeping a record of when people immigrated, why and if you accomplished what you set out to accomplish.

My name is Angelika Horn and I was born and raised in Freiburg in Breisgau, Germany. I moved to Canada 15 years ago and am now living in Steinbach with my husband and our four children. Outside of work, I enjoy spending time outdoors kayaking and camping with my lovely family. I’m excited to be joining the German Canadian Congress as a new Administrative Assistant. Ich heiße Angelika Horn und bin in Freiburg im Breisgau (BadenWürttemberg) geboren und aufgewachsen. Ich bin vor 15 Jahren nach Kanada gezogen und lebe jetzt mit meinem Mann und unseren gemeinsamen vier Kindern in Steinbach. Meine Freizeit verbringe ich gerne im Freien mit meiner Familie beim Zelten und Kayaken. Ich freue mich sehr, als neue Bürokraft beim Deutsch-Kanadischen Kongress arbeiten zu können. I‘m interested in speaking with you. I remember the few things my parents used to say about their life before coming to Canada. Speaking to others the situation

If you immigrated to Manitoba and would like to share your story contact me. I would like to hear The Germanic umlaut dates back from you. to sometime between 450 and 500 AD. In medieval times, the umlaut Everyone has a unique tale and I was indicated by a tiny letter “e” would like to hold those above the modified letter. The ummemories for future interest. All laut was named by poet Friedrich information will kept secure and Gottlieb Klopstock in 1774. It was highly confidential. popularised in 1819 by Jacob Grimm, one of the famous storytelling Brothers Grimm, who happened to also be a distinguished linguist. The word “umlaut” means “around sound”.

I could be contacting you as well. Carola Lange

calabear02@yahoo.ca

St. Peter’s Evangelical Lutheran Church 65 Walnut Street,Winnipeg, Manitoba R3G 1N9 Website: stpeterslutheran.ca Tel: 204.775.6477

St. Peter’s Evangelical Lutheran Church lädt ein: Gottesdienste in der Weihnachtszeit Heilig Abend (24.12.)

16:00 Uhr-zweisprachig, 19 Uhr-Englisch

Weihnachtstag (25.12.)

9:15 Uhr-Deutsch, 11 Uhr-Englisch

Altjahresabend (31.12.) 19:00 Uhr-Deutsch

Jeden Sonntag werden Gottesdienste in deutscher Sprache um 9:15 Uhr angeboten. Sie sind herzlich eingeladen. VO LUM E 2 9 , I S SUE 4

Page 7


First German Cosmonaut Space race

A life for space: Sigmund Jähn, Germany's first cosmonaut, dies aged 82.

Sigmund Jähn started his career as a printer and socialist boy scout. Then he became a fighter pilot, cosmonaut and political icon. Through his life, Sigmund Jähn remained dedicated to space exploration and science. Sigmund Jähn, the first German to enter space, died on Saturday, September 21, 2019 aged 82, the German Aerospace Center (DLR) announced on Sunday evening. "German space travel has lost a globally recognized cosmonaut, scientist and engineer," DLR head Pascale Ehrenfreund said in a statement. "The first German in space always saw himself as a bridgebuilder between East and West and for a peaceful use of space," Ehrenfreund added. Despite his fame, Jähn remained modest and was respected by many.

"The news of Sigmund Jähn's death has touched me deeply. Whenever we met, it was very personal, a friendship was created that wasn't only about space travel and his untiring support for European astronauts," Jan Wörner, director general of the European Space Agency, said. "I'm deeply thankful to have been able to meet him and will not forget him," Wörner added. VO LUM E 2 9 , I S SUE 4

Page 8

The race to space between East and West was in full swing on August 26, 1978, when East German Sigmund Jähn took off on board of space ship Soyuz 31 to the Soviet space station Saljut 6. Some time had passed since Yuri Gagarin flew to space as the first man in 1961 — an achievement countered by US space agency NASA with a total of five moon landings between 1969 and 1972. Now, a new phase in the world's space competition was about to begin. The Soviet Union's socialist fraternal countries were invited to send their own cosmonauts into space — long before the US opened its own space program to its allies.

Space exploration as a symbol of socialist solidarity

Moscow wanted to prove the superiority and unity of the socialist world. Between 1978 and 1981 the soviet space agency sent cosmonauts from Czechoslovakia, Poland, Germany, Bulgaria, Hungary, Vietnam, Cuba, Mongolia and Romania into space. A particularly clever move by the authorities in Moscow was the invitation of France to send a cosmonaut to space as early as 1982. The first western Euro-

Back on Earth: Sigmund Jähn signs the Soyuz landing capsule

pean in space was therefore travelling aboard a Soyuz space ship. It wasn't until one year later that NASA started its space shuttle program and invited astronauts from other countries for the first time. The first one was Ulf Merbold, traveling for West Germany to the Space-Lab. Jähn traveled to space a lot earlier. He was the third non-Soviet cosmonaut. Vladimir Remek from Czechoslovakia and Miroslaw Hermanszewski from Poland preceded him. Many saw the comparably high ranking of the German Democratic Republic (GDR) on the list as recognition by Moscow of the young state's political status — but also of its importance in science and technology. Jähn was more than a cosmonaut — he symbolized the new prestige of the smaller and economically weaker German state. An icon of the working class The first German in space seemed to be custom made for his role as a socialist figurehead


First German Cosmonaut for space and science. He celebrated Jähn extensively. grew up in a working class Schools were named after family in a small mining him and he received some town called Morgenrötheof the highest orders and Rautenkranz in the honors the country had to Vogtland mountain region. give. He did not have a higher education but was already Later he went on record to a trained book printer say that he would have liked when he joined the predemore time to dedicate to his cessor of the East Geractual scientific work. But man army at the age of A member of the German astronaut corps: Jähn (3rd his representative and politifrom right) with all living German astronauts 18. Then his career path cal duties often took the uptook him right to becoming a mili- most eight-day long flight he per hand. tary aviator. He became wing conducted experiments with a for Earth- That changed with the fall of the commander for political affairs spectrometer and finished his high school di- observation. He turned the dis- Berlin Wall. With the disappearploma during his time serving in coveries of his experiments into ance of the GDR and its army, the military. That qualified him for the subject of his dissertation, the NVA, Jähn had to reinvent an advanced education at the which he finished at the Central himself. He started working as an Military Academy in Moscow, Institute for Geophysics in Pots- adviser for the European Space where he learned fluent Russian. dam — the predecessor of to- Agency (ESA) and DLR and was Back in Germany he was put in day's Research Center for Geo- dispatched to the Russian space charge of fighter plane pilot edu- sciences (GFZ). agency Roskosmos. He also recation and aviation security in the turned to his old haunt: The Star During his space flight, he also City near Moscow. He trained rank of Lieutenant-Colonel. conducted experiments in ma- German and European Astroterial sciences, especially with nauts there, one of them Thomgrowing crystals and breeding as Reiter who journeyed into cells of microorganisms in space as well. combination with polymers. Jähn formally retired in 2002. On After his return, Jähn became February 13, 2017, he celebrated head of the newly founded his 80th birthday. Center for Cosmic Education of the Airforce of the National Source: www.dw.com Jähn’s face was on posters, coins and People's Army (NVA) in stamps Straußberg near Berlin. Dedicated to science Still in his new function he advoHis experience in aviation and cated exchange and partnership deep knowledge of Russia and its between astronauts and cosmoair force almost predestined him nauts worldwide. He was essenfor his future cosmonaut career. tial in bringing about the foundaAlong with two other colleagues tion of the Association of Space he was sent to the Star City near Explorers — an exclusive club of Moscow, where he received his all people who spent at least Liebe Leser, one full Earth orbit in space. cosmonaut training. For Jähn, the scientific aspects of his work always remained a central part of his life. During the al-

nur

durch

die

Inserate

ist

die

Mediator between East and Finanzierung unseres Infoblattes möglich. Bitte berück-sichtigen Sie bei West Ihren Einkäufen die Werbeangebote!

After his space flight, the GDR VO LUM E 2 9 , I S SUE 4

Page 9


“A PLACE OF REMEMBRANCE AND HOPE”

From no man’s land to a new habitat: a 1,400 kilometre-long nature preserve was created on the former border between East and West Germany. | Photo (detail): © picture alliance/dpaZentralbild/ZB/Peter Gercke/

The border that once divided the two Germanys - the Federal Republic of Germany and the German Democratic Republic – has been transformed into the German Green Belt. The biotope provides a new home for flora and fauna while testifying to its conflict-laden history. By Wolfgang Mulke The small, light railway moves slowly through in Blankenberg in Thuringia, bumping along through the green landscape towards the old paper mill. The narrow-gauge railway runs directly along the former border between East and West Germany. Things were not this peaceful in a divided Germany, the locomotive driver recalls: “Back then I had to crawl around holding a long pole to search for mines,” he says. That was in the 1980s, when he completed his compulsory military service in the GDR army. The Iron Curtain once bisected the entire country, from the Baltic Sea to Bavaria in the south. Metal fences, first outfitted with mines and later with spring guns, secured the no man’s land that marked the border. Several hundred people trying to flee the GDR to the West are VO LUM E 2 9 , I S SUE 4

Page 10

estimated to have died here from AMONG CONSERVATIONISTS when Germany was divided until reunification in 1989. Hubert Weiger, Chairman of Friends of the Earth Germany Nature has reclaimed the area (BUND), played a leading role in today. The German Green Belt this process. BUND developed wends north to south, a full 1,393 the concept for the Green Belt kilometres long. Over the dec- and is still actively involved in ades, this space that could not be purchasing or exchanging parcels entered without permission devel- of land in the former border reoped into a retreat for a multitude gion that are then converted into of rare and endangered animal biotopes. and plant species. Large parts of the area are now protected and The idea of preserving the former offer a unique blend of nature, border as a nature reserve arose immediately after the fall of the history and culture. Berlin Wall in 1989. Weiger, who is from West Germany, had already established contacts with East German conservationists. Four weeks after the border opened, BUND hosted a meeting in Hof, Bavaria. 400 people came. “This was the first time the A watchtower where GDR guards words ‘Green Belt’ were spoken,” once surveyed the border is now Weiger says. in the middle of the Green Belt in Marienborn. The border crossing point was the largest and most important checkpoint on the German-German border and was mainly used for transit traffic to West Berlin. | Photo (detail): © picture alliance/ Frank May

EARLY COOPERATION

The Green Belt in ThuringiaBavaria near Mitwitz where the idea for the Green Belt was born. | Photo (detail): © Otmar Fugmann

Implementing the plan was not particularly easy: “Apparently establishing a border is simpler than removing one.” An alternative proposal to construct a motorway along the former border was shelved quite quickly. The Federal Agency for Nature Conservation (BfN) has supported the environmentalists’ efforts for many years. The BfN funded a study that confirmed the unique nature of the former border area as a linked chain of valuable biotopes. By 2019, the BfN had invested around 56 million euros in a large number of projects in the various regions, projects bolstered by donations and subsidies from the federal states. CONFLICT-LADEN IDYLL The old border strip is up to 200 metres wide in places. It is home to over 5,200 animal and plant


“A PLACE OF REMEMBRANCE AND HOPE” species, of which at least 1,200 are on the Red List of Threatened Species. The former Column Trail points the way along the route. There are reminders at the area’s dark history, like a few of the once 600 watchtowers that have been preserved and hint at the former brutal border regime. Tourists hike and cycle today where border guards once patrolled.

But this apparent idyll is not quite as peaceful as it may seem. Conflicts frequently arise regarding land use when local politicians or farmers refuse to give up valuable land. Not all the areas along the former border have been earmarked for nature conservation, with around 170 kilometres not included in the Green Belt at present, partly because the land is currently farmed. “Closing the gaps is one of the great challenges for the

future,” Uwe Rieken, in charge of build a cycling path on the border the Green Belt projects at the strip, but was blocked by conservaBfN, says. tionists, who feared it would divide the biotope with serious consequences. It took a great deal of persuasion to get them on side, though Ebertsch ultimately won them over. CONSERVATION ACROSS BORDERS

One of the Green Belt’s representative species, a whinchat, perches to sing on a post to mark the former border. | Photo (detail): Thomas Stephan

Sometimes though, even small things cause disputes in the Green Belt. Peter Ebertsch, mayor of the Thuringian municipality of Tettau, knows a thing or two about that. He wanted to

Imported Groceries from Europe - Hengstenberg Sauerkraut, Knax Pickles, Bechtle Spätzle Noodles, German Butter, Edam, Tilsit Cheeses, Milka & Ritter Sport Chocolate Bars, Oetker & Ruf Flavourings & Baking Mixes…. And so much more! Our Own Wood Smoked Sausages: Most are Gluten Free, Lactose Free,

Today, the German Green Belt also stands for cross-border cooperation in places where the Iron Curtain once caused separation. Bavaria, for example, works closely with neighbouring Czech Republic on nature conservation issues. “For us, the Green Belt is both a place of remembrance and a place of hope,” Bavaria’s Environment Minister Thorsten Glauber says. “It is a unique opportunity to safeguard biodiversity in Europe.” The two countries share a 346-kilometre border. Deputy Minister of the Environment for the Czech Republic Vladimir Mana explains that both sides will work under the leadership of the Šumava National Park on protecting the climate and moorland over the coming six years. AUTHOR - Wolfgang Mulke works in Berlin as a freelance correspondent for a range of newspapers on social, economic, ecological and consumer policy issues. Translation: Sarah Smithson-Compton Copyright: Text: Goethe-Institut, Wolfgang Mulke. This work is licensed under a Creative Commons Attribution - Share Alike 3.0 Germany license. https://creativecommons.org/licenses/ by-sa/3.0/de/deed.en

Check out our online Library. We have a large selection of titles you can borrow. Visit www.gccmb.ca or call the office at 204-989-8300 VO LUM E 2 9 , I S SUE 4

Page 11


VO LUM E 2 9 , I S SUE 4

Page 12

Profile for Ralf Klenke

Infoblatt GCC-DKK Latest Issue  

Newsletter of the German Canadian Congress Winnipeg Canada

Infoblatt GCC-DKK Latest Issue  

Newsletter of the German Canadian Congress Winnipeg Canada

Profile for wsiwpg