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EDITORIAL Liebe Leserinnen, liebe Leser! Sie haben sich für die Errichtung eines Eigenheimes entschieden? Dann erst einmal herzliche Gratulation! Das richtige Werkzeug halten Sie bereits in Händen. Im BauPerfekt finden Sie Antworten auf jede Frage, die Ihnen im Laufe des Bauprozesses begegnen kann, er wird Ihr ständiger Wegbegleiter in den nächsten Wochen und Monaten werden.

© Fotostudio interfoto

Seit Jahren erfreut sich der BauPerfekt größter Beliebtheit bei Planenden, Bauenden und Gestaltenden der eigenen vier Wände. Von einem trockenen, theoretischen Wegweiser weit entfernt, liefert Ihnen auch die aktuelle Ausgabe in gewohnt hoher Qualität umfangreiche Informationen von der Grundstückswahl bis hin zur Anlage Ihres Gartens oder die Einrichtung des künftigen Kinderzimmers. Profi-Tipps und praktische Anleitungen für eine solide Finanzplanung, relevante Förderstellen und die Möglichkeiten, durch nachhaltige Energien Geld zu sparen und die Umwelt zu schonen finden auf den folgenden 240 Seiten ebenfalls Platz – und das alles inklusive der wichtigsten Dienstleister und Zulieferer der Branche. Mir bleibt als neuer Geschäftsführer der wohnnet Medien GmbH, Österreichs größter Online-Plattform zu den Themen Bauen, Wohnen, Immobilien und Lifestyle, nun nur noch, Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung Ihres ganz persönlichen Traumes zu wünschen. Lesen Sie sich schlau – wir begleiten Sie gerne!

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Ihr Emanuel Führer

PS: Falls Sie noch auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück sind, auf www.wohnnet.at werden Sie bestimmt fündig.

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INHALTS verzeichnis Bauen Planen: Entwurf bis Einreichung 6 Wichtige Tipps zur Grundstückswahl 11 Bauweisen im Überblick 16 Notwendige Versicherungen 18 Baulicher Hochwasserschutz 20 Baulicher Brandschutz 24 Baulicher Blitzschutz 28 Baustelle: Einrichtung und Sicherung 30 Werkzeuge und Maschinen am Bau 32 Massive Baustoffe 34 Bauen mit Holz 38 Erdbewegungen 40 Baugrube und Gründung 44 Keller oder Bodenplatte? 46 Die Fassade 52 Warum dämmen? 56 Dämmstoffe im Überblick 60 Gedämmte oberste Geschoßdecke 64 Luft- und winddichtes Gebäude 68 Dachkonstruktion und Dachdeckung 72 Rauchfang und Kamin 78 Balkon, Loggia & Wintergarten 80 Garage oder Carport? 82 Trockenbau 86 Giftfreier Innenausbau 90 Aufbau der Fußböden 94 Bodenbeläge im Vergleich 98 Treppen: Konstruktion und Belag 104 Fensterarten und -technik 106 Beschattungssysteme 112 Außen- und Eingangstüren 116 Innentüren 122 Ausgebautes Dachgeschoß 126

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Energie

Garten

Das passende Heizsystem 132 Energieträger im Überblick 144 Wärmeabgabesysteme 150 Warmwasserbereitung 154 Kontrollierte Wohnraumlüftung 156 Sanitärinstallationen 158 Elektroinstallationen 160 Smart Home 162

Strom und Licht im Außenbereich 206 Wasser im Außenbereich 210 Wege und Plätze im Außenbereich 216 Holz im Außenbereich 220 Grundstücksbegrenzung 224 Swimmingpool und Teich 226

Wohnen Raumestaltung mit Farbe 168 Wichtige Umweltzeichen 171 Wandgestaltung mit Tapeten 172 Leuchtmittel und Lichtplanung 174 Die Küche als Hauszentrum 178 Wellnessoase Badezimmer 182 Ideen fürs Wohnzimmer 190 Erholung im Schlafzimmer 194 Kinder- und Jugendzimmer 198 Arbeiten im Home Office 200 Wichtige Nebenräume 202

Finanzieren Baufinanzierung Förderungen in Österreich

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Impressum: wohnnet Medien GmbH | Gumpendorferstraße 19 | A-1060 Wien | Tel.: +43 (0)1 89 50 100 | office@wohnnet.at Geschäftsführer: Emanuel Führer Chefredaktion: Mag. Veronika Kober Produktionsleiter: Harald Gregor Schaumburger Grafik: Mario Ewald | Disponentin: Eleonore Melbinger Anzeigenleiter: Mag. Markus Frischengruber Druck: Ferdinand Berger & Söhne GmbH, 3580 Horn | Erscheinungs/Verlagsort: 1060 Wien Für gekennzeichnete Promotion ist der Verlag nicht haftbar zu machen. Abdrucke, auch auszugsweise, sind nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlages gestattet. Bildnachweis, sofern nicht anders angegeben: Shutterstock.com Coverfoto: in4mal/shutterstock.com

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Š Mr.Thanathip Phatraiwat/shutterstock


PLANEN& BAUEN


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Bauplanung

Entwurf bis Einreichung Dem ersten Spatenstich geht eine große Menge an Planung v­ oraus. In dieser Phase geht es um die grundsätzlichen ­Entscheidungen über Grundstück, Gebäudeart und -größe sowie die Beauftragung der Ausführenden.

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© psynovec/Shutterstock

BAUEN

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hre Planungspartner sind Baumeister, Architekten und Statiker, deren Zusammenarbeit erst ein wohldurchdachtes Gebäude garantiert. Während der Baumeister in der Regel die technische Planung und Bauleitung, teils mit einem eigenen Bauunternehmen auch die Ausführung von Bauarbeiten aller Art übernimmt, befasst sich ein Architekt in erster Linie mit dem gestalterischen Aspekt der Hausplanung. Seine Kernkompetenz ist das Schaffen von zeitgemäßer Formgebung. Der Statiker schließlich stellt alle Berechnungen an, die für das Gebäude relevant sind. Schon vor dem Grundstückserwerb sollte man Flächenwidmungs- und Bebauungspläne einsehen. Im Bebauungsplan wird festgelegt, in welcher Weise die von den Flächenwidmungsplänen ausgewiesenen Grundstücke bebaut werden dürfen. Der Grundlagenplan dient der ­Ideenfindung und soll die Umrisse des Grundstücks mit den Himmelsrichtungen und alle wichtigen Informationen wie Sonneneinfall, Straßen, Nachbarhäuser etc. enthalten. In einem nächsten Schritt überlegt man sich, wie das Haus etwa aussehen soll und wo die einzelnen Räume angeordnet werden. Aus den Skizzen und Angaben der Bauherren fertigt der Baumeister oder

Architekt zur Konkretisierung des Bauvorhabens zuallererst einen Vorentwurf. Vergleichen Sie diesen unbedingt mit Ihrem ersten Grundlagenplan und überzeugen Sie sich, dass auch alle Ihre persönlichen Vorstellungen und Wünsche darin berücksichtigt sind. Was den Vorentwurf komplettiert, sind grundsätzliche Überlegungen wie: • Lage und Orientierung, die besonders die Energieeffizienz betreffen • Raumfestlegung und Nutzflächenaufstellung im Grundriss; sie gehören zu den wichtigsten Planungsdetails. Eine eventuelle Anpassung an veränderte Bedürfnisse sollte bereits zu Planungsbeginn berücksichtigt werden. Grundrisse sind flexibel zu gestalten. • Unterkellerung sowie etwaige Dachgeschoßausbaumöglichkeit • Energiekonzept • Auswahl der Baustoffe • Maßnahmen zur Realisierung der Barrierefreiheit Der Vorentwurf wird dann mit der Baubehörde abgestimmt, und wenn keine wesentlichen Kritikpunkte vorliegen, kann im nächsten Schritt der Entwurfsplan erstellt werden. Darin werden erstmals die Kosten grob und in allen Posten erfasst.

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Der detaillierte Einreichplan wird immer zusammen mit der technischen Beschreibung und der sogenannten Bauplatzerklärung, einem Dokument, das die jeweilige Grundfläche für bebaubar erklärt, an die Baubehörde übergeben. Ziel ist es, eine Baugenehmigung zu erhalten. In der Regel wird der Einreichplan in weiterer Folge noch durch behördliche Auflagen geändert.

Bauverhandlung Nach Prüfung der eingereichten Unterlagen setzt die Behörde einen Bauverhandlungstermin fest. Dieser findet meist an Ort und Stelle statt. Eingeladen werden dazu Bauherr, Bauführer, Planer, Straßenverwaltung und die Nachbareigentümer. Tipp: Statten Sie schon mit dem Entwurf/ der Einreichung den Nachbarn einen Besuch ab, um etwaige Einwände in Ruhe zu klären und evtl. daraus resultierende Planungsänderungen zu berücksichtigen. Werden bis und während der Bauverhandlung keine mündlichen oder schriftlichen Einwendungen erhoben, so endet mit diesem Termin auch das Einspruchsrecht der Nachbarn. Das Bauvorhaben wird auf Übereinstimmung mit den geltenden Bauvorschriften geprüft und allfällige Einwände der Nachbarn werden aufgenommen. Ohne gütliche Einigung werden weitere Verhandlungen nötig, notfalls auch der Gang vor Gericht. Die Ergebnisse der Bauverhandlung werden protokolliert. Wenn alles rechtens ist, erhalten Sie einige Wochen später den Baubewilligungsbescheid. Achten Sie unbedingt auf etwaige Auflagen! Und ganz wichtig ist auch, dass Sie nicht

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Bauzeitenplan Damit es am geplanten Umzugstag kein böses Erwachen gibt, sollten Sie zu Beginn Ihres Bauvorhabens einen übersichtlichen und vollständigen Bauzeitenplan erstellen, der wichtige Termine, alle beteiligten Gewerke und die voraussichtlichen Bauzeiten umfasst. Folgende Kriterien sind für die Erfassung im Bauzeitenplan ausschlaggebend: • Geschätzte Dauer der Genehmigungsphase für die eingereichten Bauunterlagen • Vorlaufzeit nach Baugenehmigung vor dem eigentlichen Baubeginn • geplanter Baubeginn • Dauer der Rohbauerstellung • Ausbaudauer unter Beachtung einzelner Abbinde- & T ­ rocknungszeiten • Materialbestellzeiten bei Eigenleistungen • Zeitbedarf für Eigenleistungen • Stichtage für Förderungen, Finanzierungstermine oder ­Kündigungsfristen • Umzugstermin und -dauer Bei der Zeitplanung sollten Sie Spielraum für etwaige Mängel ebenso einbeziehen wie eventuelle Verzögerungen aufgrund des Wetters und der Außentemperatur in Abhängigkeit zum Baubeginn. Stimmen Sie die Details mit Ihrem Planer und den zuständigen beziehungsweise verantwortlichen Handwerkern ab, vor allem wenn Gewerke voneinander abhängig sind. Es wäre nämlich sehr ärgerlich, wenn zum Beispiel die Bodenleger noch nicht mit ihrer Arbeit beginnen können, weil die Installationen für die Fußbodenheizung noch nicht fertig sind. Für die Darstellung hat sich ein sogenannter Balkenplan bewährt. Einschlägige Computerprogramme erleichtern die Erstellung der Bauzeitenpläne.

vor der durch Bescheid erteilten Baubewilligung mit der Bauausführung beginnen! Die Ausführungs- und Detailpläne schließlich sind die Voraussetzung für eine genaue Handwerksarbeit und exakte Ausschreibungen, mit denen Sie Preisofferte einholen. Kostenmäßig ist die Erstellung der Detailpläne mit etwa einem Drittel der Gesamthonorare von Architekt oder Planer veranschlagt. Eines der wichtigsten Pla-

nungsdetails betrifft die Themen Energie und Haustechnik. Die Bauausführung muss von einem gesetzlich befugten Bauausführenden (Baumeister oder Zivilingenieur für Bauwesen) durchgeführt werden. Die Benützungsbewilligung ist der letzte behördliche Schritt und wird nach Bekanntgabe der Baufertigstellung aufgrund einer Überprüfung auf Übereinstimmung mit der Baubewilligung erteilt.


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Das passende Grundstück Bei Auswahl und Kauf des Grundstücks sollte nichts dem Zufall überlassen werden. Nehmen Sie zur Erstbesichtigung eine Vertrauensperson mit und besuchen Sie das Grundstück auch zu unterschiedlichen Tageszeiten, bei jeder Wetterlage und – wenn die Zeit dafür reicht – bei jeder Jahreszeit.

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ehmen Sie zur Erstbesichtigung Ihres Wunschgrundstückes eine Vertrauensperson mit und besuchen Sie das Grundstück vor dem Kauf zu unterschiedlichen Tageszeiten, bei unterschiedlichen Wetterlagen und – noch besser – bei jeder Jahreszeit. Entsprechen Größe und Lage des Grundstücks Ihren Vorstellungen? Ist genug Platz für An- und Zubauten wie Terrasse, Garage oder Wintergarten vorhanden? Grundflächenform, Topografie, Hangneigung und Grundwasserspiegel spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Berücksichtigen Sie vorhandene natürliche/bauliche Schattenwürfe sowie Sparpotenziale hinsichtlich Heizkosten. Diese erschließen sich beispielsweise schon, wenn das künftige Haus ganzjährig von der Sonne beschienen wird und windgeschützt steht.

Bebaubarkeit In den meisten Fällen liegt ein Bebauungsplan vor, aus welchem die Bedingungen für die Bebauung hervorgehen. Beabsichtigt man den Erwerb eines Grundstücks, für welches kein Bebauungsplan existiert, sollte im notariellen Kaufvertrag ein Rücktrittsrecht vereinbart werden, sofern sich die mit der Baubehörde abgesprochene Planung nicht vollziehen lässt. Der Bebauungsplan gibt auch Aufschluss über die Art der baulichen Nutzung, wie etwa Wohnbaufläche, gemischte Baufläche, gewerbliche Baufläche etc. Eine rechtskräftige Baugenehmigung garantiert die Bebaubarkeit eines Grundstücks. Sie hat in der Regel eine vierjährige Gültigkeit und innerhalb dieser Zeitspanne muss mit dem Bau begonnen werden. Das Baugenehmigungsverfahren ist in den Landesbauordnungen geregelt. Der jeweilige schriftliche Antrag ist bei der Gemeinde

einzureichen. Für den schnellen Erhalt der Baugenehmigung muss ein vollständiger (samt allen Bauvorlagen) Bauantrag eingereicht werden, am besten noch vor der nächsten Bauausschusssitzung. Noch ein Tipp: Der Verlauf einer Grundstücksgrenze sollte immer einvernehmlich mit den angrenzenden Nachbarn festgelegt und nota­riell beglaubigt werden. Vorhandene Grenzmarkierungen können, müssen aber nicht mehr stimmen!

Grundstücksaufschließung Nur ein bereits aufgeschlossenes Grundstück kann und darf bebaut werden. Bei einem voll erschlossenen Grund sind alle Erschließungskosten, wie z. B. Anschlüsse an öffentliche Kanal-, Strom-/ Gas-, Telefon-/Daten­ kabelnetze sowie belagsfertige Straßen und Gehsteige bereits im Kaufpreis enthalten. Sollten sich dabei Unklarheiten ergeben, so sind diese notariell im Kaufvertrag zu vermerken, um zu einem späteren Zeitpunkt noch feststellen zu können, wer welche Kosten zu tragen hat. Bei noch nicht erschlossenen Grundstücken lässt sich in der Regel durch Verhandeln mit dem zuständigen Gebietsbetreuer ein optimaler Anschlusszeitpunkt finden, der die komplette Erschließung des Grundstücks mit Kanal, Regenwasserleitung, Wasser, Strom, Gas und Telefon Zug um Zug über nur eine Künette ermöglicht. Zur Koordination vereinbaren Sie am besten eine Baubegehung vor Ort mit Elektriker, Installateur, Vertretern der Versorgungsunternehmen und den Professionisten, die für die Gemeinde den Kanal- und Wasseranschluss herstellen.

Nutzbarkeit Wie gut sich das Grundstück für Ihr Traumhaus nutzen lässt, ob die Größe

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Bodenklassen In Österreich werden die Bodenklassen nach der ÖNORM B 2205 eingeteilt. Unterschieden werden sieben Kategorien, die wir uns nun genauer anschauen möchten:

Bodenklasse 1: Mutterboden, Zwischenboden und die Ausmaße reichen, ist nicht nur von der geplanten Gebäudegröße, sondern vor allem von den Proportionen Ihres künftigen Eigenheims abhängig. Da bei frei stehenden Bauten in der Regel beidseitig ein Abstand von mindestens drei Metern zur Grundstücksgrenze eingehalten werden muss, verbleibt für die schlussendliche Bebaubarkeit nur noch die restliche Breite der Parzelle. Daher sollten Bauparzellen eine Breite von 16 Metern nicht unterschreiten.

Die oberste Schicht eines Bodens ist der besonders fruchtbare Mutterboden bzw. Humus. Er ist reich an Organismen und sollte bei der Abtragung für die spätere Gartengestaltung aufbewahrt werden. Der Zwischenboden ist die Schicht unter dem Humus. Er ist dunkelgrau bis dunkelbraun oder auch gefleckt und eignet sich ebensowenig zum Bau wie der Mutterboden. Deshalb müssen diese beiden ersten Schichten auch abgetragen werden.

Ausrichtung

Bodenklasse 3: leichter Boden

Orientiert sich die Längsachse eines Grundstücks eher Nord-Süd- oder Ost-West-seitig? Das ist sowohl für die Grundrissplanung als auch für die spätere Anlage des Gartens von großer Bedeutung. Auch die Lage der Aufschließungsstraße ist ein Beurteilungskriterium. Diese sollte an der nördlichen Seite des Grundstücks verlaufen. Auch die Neigung der Fläche spielt eine Rolle. Ebene Grundstücke sind leichter aufzuschließen und zu bebauen. Schräge Grundstücke (Hanglagen) können von der landschaftlichen Situation her oft reizvoller sein, bringen aber ungemein mehr Probleme mit der Bebauungsmöglichkeit und sicherlich zusätzliche Kosten für Stiegenanlagen, Rampen, Stützmauern usw. mit sich.

Leichte oder lose Böden bestehen aus nicht bindigem Sand oder Kies. Wenn das Bodengutachten Ihren Boden auf diese Klasse festlegt, muss ein möglichst flacher Böschungswinkel eingehalten werden. Manchmal wird auch eine Spundwand zur Absicherung der Baustelle nötig, damit der Sand nicht ständig nachrutscht.

Grundwasser, Hangwasser Die Nutzbarkeit von Baugründen ist mitunter von der obersten Höhe des Grundwasserspiegels abhängig. Da diese in trockenen Jahren stark schwanken kann, sollten vor einem Kauf verbindliche Angaben von der zuständigen Bau- bzw. Wasserrechtsbehörde eingeholt werden. Bei geneigten Baugründen ist der Druck des Hang-

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Bodenklasse 2: wasserhaltender Boden, Schöpfboden Diese beiden Bodenarten werden landläufig auch als Schlamm bezeichnet und eignen sich ebenfalls nicht zum Bauen. Kommen diese Bodenklassen auf Ihrem Grundstück vor, so müssen Sie diese unbedingt austauschen lassen.

Bodenklasse 4: mittelschwerer Boden/Stichboden Böden der Klasse 4 sind sehr lehmig, sandig oder voller Löss (Schluff). Wenn das Bodengutachten bei Ihnen diesen Boden festgestellt hat, können Sie beruhigt sein – diese Böden sind sehr gut zu bebauen.

Bodenklasse 5: schwerer Boden/Hackboden Dieser Boden ist sehr fest und zäh und hält gut zusammen. Zum Hackboden zählen fetter, steifer Ton, Geröll mit Steinen, feste Schlacke oder auch Bauschutt. Böden der Klasse 5 eignen sich ebenfalls sehr gut zum Bauen.

Bodenklasse 6: leichter Fels Die sogenannten Schrämmböden bestehen aus locker gelagertem Gestein, welches bröckelig, schiefrig, verwittert oder stark zerklüftet ist. Aufgrund seiner festen Beschaffenheit ist dieser Boden perfekt für Fundamente. Er muss jedoch vorher geschrämmt werden, was die Kosten steigen lässt.

Bodenklasse 7: schwerer Fels Auf einem Sprengboden steht jedes Haus perfekt, für den Abbau dieses Bodens müssen Sie jedoch mit den doppelten Kosten im Vergleich zu den anderen Klassen rechnen. Außerdem kann bei diesen Böden ein Keller nur gebaut werden, wenn vorher gesprengt wird. Sehr aufwendig und teuer!


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wassers von großer Bedeutung. Er muss durch Drainagemaßnahmen auf der Bergseite bis unter die Kellerbodenoberkante abgewendet werden.

Topografie Die Tragfähigkeit ist von der Schichtung des Baugrundes, seiner Gleichmäßigkeit, Neigung, Bodenart, dem Feuchtigkeitsgrad und einigem mehr abhängig. Der Baugrund verformt sich unter der Last des Bauwerks entsprechend seiner Zusammendrückbarkeit. Je nach Art des Lastangriffs erfährt das Bauwerk dann Setzung, Horizontalverschiebungen oder Verkantungen. Beim Bau von Einfamilienhäusern wird die Tragfähigkeit des Bodens fast immer ausreichen. Sonderfälle wären allenfalls sumpfige Böden oder Grundstücke über Aufschüttungsgebieten. Sehr kostenintensiv können die Förderungsarbeiten und Kellerbauten bei felsigem Untergrund werden. In beiden Fällen, weicher wie

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auch sehr harter Untergrund, könnte der Hauses und gegebenenfalls erforderVerzicht auf ein Kellergeschoß zweckmä- lichen Maßnahmen zur Trockenhaltung ßig sein und Ihnen viel Geld und Arbeits- eines Kellers gewonnen. zeit sparen. Eine Baugrunduntersuchung kann Sicherheit über die Bebauungsart Infrastruktur geben. Dazu müssen die Boden- und Je weiter Baugrundstücke von BalWasserverhältnisse bekannt sein, um die lungsräumen entfernt liegen, desto richtige Gründungs- und Abdichtungsart niedriger ist meist der Preis, aber wählen zu können, um ungleichmäßige umso größer werden auch die ProSetzungen zu vermeiden. Baugrundun- bleme mit der Anfahrt zu Arbeitsplatz, tersuchungen erfolgen meist in Form von Schule, Supermarkt und den nächstProbebohrungen, Schächten, Ramm- gelegenen öffentlichen Verkehrsmitsondierungen, der teln. Vergleichen Herstellung von Sie die gegebenenErst schauen, dann Grundwasserpegeln, prüfen, dann kaufen! Um falls anfallenden Pumpversuchen, der Fahrtkosten von das perfekte Grundstück Entnahme und Undem zur Diskussion zu finden, sollten Sie tersuchung von Bostehenden Grundsich Zeit lassen. den- und Wasserprostück zu Ihrem ben. Die durch ein Arbeitsplatz. Sie Gutachten gewonnene Sicherheit über sollten auch bedenken, dass – je nach Baugrundeigenschaften und Grundwas- Lage des Grundstücks – Zuleitungen serstände ist ein Eckpfeiler der Planung, für Strom, Wasser, allenfalls Gas und werden doch durch dieses Gutachten Telefon unverhältnismäßig teuer werdie Erkenntnisse für die Fundierung des den könnten.

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Sie träumen vom eigenen Haus? Vom Familiensitz im Grünen vielleicht – oder vom Häuschen am Stadtrand – von einer Designer-Villa oder einem Passivhaus? Wir wollen Sie beim Träumen wirklich nicht stören aber das sollten Sie wissen: Damit Sie ruhig träumen können und es kein böses Erwachen gibt, sorgen wir für die Sicherheit, die Ihr Traumprojekt braucht.

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Die Frage der Bauweise In welcher Bauweise sollen Ihre künftigen vier Wände erstellt werden? Massiv, als Leichtbau oder möchten Sie ein Fertighaus? Ein Überblick über die jeweiligen Vor- und Nachteile.

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ür welche Bauweise Sie sich entscheiden, ist eine ganz persönliche Angelegenheit und hängt neben individuellen Vorlieben und Vorstellungen auch von finanziellen Aspekten ab. Es gibt keine allgemeingültige Regel dafür, welche Bauweise besser oder schlechter ist. Es gibt nur die für Sie am besten geeignete. Und die ist immer von Ihren Bedürfnissen und Möglichkeiten abhängig. Finden Sie hier einen Überblick über die Charakteristika der verschiedenen Bauweisen, je nach verwendetem Baustoff und Ausführungsart.

Die Massivbauweise Massivbau meint alle Baukonstruktionen, die aus Mauerwerk, Beton, Stahlbeton oder Spannbeton errichtet werden. Die eingesetzten Bau-

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stoffe – Ziegel, Kalksandstein, Porenbeton, Blähtonstein oder Leichtbeton – sind mineralisch und, da in unseren Breitengraden natürlich vorkommend, auch perfekt für unsere Klimabedingungen geeignet. Massive Bauwerke sind Konstruktionen, bei denen keine Trennung zwischen tragender und raumabschließender Funktion existiert. Sie sind sehr langlebig und wertbeständig. Vorteile der Massivbauweise: lange Lebensdauer, hohe Wertbeständigkeit, sehr guter Schallschutz, besserer Temperaturausgleich, hohe Flexibilität durch gemauerte Wände, kaum Wettereinflüsse.

Die Leichtbauweise Der Grundbaustoff für den Leichtbau ist Holz. Die Außenwand besteht im


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Wesentlichen aus einer tragenden Holz-Ständerkonstruktion, auch Holzrahmen- oder Holzriegelbau genannt, die mit Dämmstoff ausgefüllt und an der Innenseite mit Holz- oder Gipskartonplatten beplankt wird. Der größte Vorteil der Leichtbauweise ist, dass industriell vorgefertigt werden kann und sich dadurch die Bauzeit verkürzt. Einen kleinen Unterschied gibt es noch zum Holztafelbau, bei dem die Wandkonstruktion Holz/Dämmstoff/Holz bereits komplett vorgefertigt werden kann, während eine Beplankung mit Gipskarton- oder Gipsfaserplatten erst auf der Baustelle vorgenommen wird. Übrigens: Holz ist ein heimischer, nachwachsender Rohstoff, der mit wenig Energie- und Transportaufwand belastet ist, also eine gute CO2-Bilanz aufweist. Dies gilt allerdings nur für einheimische Anbieter. Kommt das Haus aus dem Ausland, löst sich dieser Aspekt wieder in Luft auf.

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Vorteile der Leichtbauweise: hoher Vorfertigungsgrad, geringe Wanddicken, schnelle Bauzeit, hohe Flexibilität durch gemauerte Wände.

Die Fertigbauweise Der Unterschied zwischen einem massiven Fertighaus und einem schlüsselfertigen Massivhaus ist heute deutlich geringer als vor einigen Jahren. Der umgangssprachliche Begriff „Fertighaus“ ist nicht genau definiert, in der Bauindustrie spricht man von der Fertigbauweise, die sich vor allem im Vorfertigungsgrad unterscheiden lässt. Dieser ist je nach Konstruktionsweise variabel. Zunehmend werden auch im Massivbau vorgefertigte Elemente wie Decken oder Wandelemente verwendet. Vorteile der Fertigbauweise: technisch ausgereifte, hochwertige Produkte, kurze Bauzeit, Fixpreisgarantie, Garantie auf das komplette Bauwerk.

Das Baumeisterhaus Es könnte als das klassische Gegenstück zum Fertighaus bezeichnet werden. Der Baumeister übernimmt als Generalunternehmer die Fertigstellung des kompletten Gebäudes. Wie dieses aussehen wird, wie viel Sie selber machen oder wo das Material gekauft wird, entscheiden Sie als Bauherr aber selbst. Die Kosten für ein Baumeisterhaus müssen nicht zwangsläufig höher sein. Ein professioneller Baumeister hat einen guten Pool an Handwerkern zur Verfügung, mit denen er auch entsprechende Preisvorteile aushandeln kann. Es empfiehlt sich aber trotzdem eine sehr genaue Kostenrechnung. Vorteile des Baumeisterhauses: Fixpreise für die gesamte Leistung möglich, garantierte Bauzeit kann vereinbart werden, Korrekturen während der Bauphase immer möglich, viel Eigenleistungspotenzial, Baumeister als kompetenter Ansprechpartner inklusive Gewährleistungsaufsicht.

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Versicherungsschutz Schäden durch Baufehler, Unachtsamkeiten Dritter oder unvorhersehbare Ereignisse wie Hagel oder Sturm können die Freude am neuen Wohnraum rasch trüben. Mit geeigneten Versicherungen lassen sich aber die finanziellen Risiken in den Griff bekommen.

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u Ihrer Sicherheit sollten Sie Verträge, egal um welche Versicherungsart es sich handelt, nur bei namhaften Versicherungen abschließen und immer das Kleingedruckte genau durchlesen, ehe Sie unterschreiben. Wenn man einen Kredit aufnimmt, sollte man sich immer eines zusätzlichen Risikos bewusst sein. Trotz bester finanzieller Einkommensbasis kann immer etwas geschehen. Im schlimmsten Fall, dem Tod, sollten die Angehörigen neben dem seelischen Schmerz nicht auch noch mit finanziellen Belas­ tungen fertigwerden müssen. Aber auch gegen andere Schicksalsschläge wie Berufsunfähigkeit oder Invalidität kann man sich absichern mit einer Arbeitslosigkeitsversicherung: Die Versicherung übernimmt bei unfreiwilliger Arbeitslosigkeit die Kreditratenzahlungen für ein Jahr.

Ratenausfallversicherung: Bei ununterbrochener Arbeitsunfähigkeit aufgrund von Krankheit oder Unfall übernimmt die Versicherung die Ratenzahlungen. Unfallinvaliditätsversicherung: Für den Fall einer bleibenden Invalidität und der damit verbundenen Arbeitsunfähigkeit wird ein vereinbarter Betrag ausbezahlt, der dann zur teilweisen oder gesamten Tilgung eines Darlehens eingesetzt werden kann. Kreditrestschuldversicherung: Diese Versicherung wird von nahezu allen Banken bei langfristigen Hypothekarkrediten verlangt und ist eine Art der Lebensversicherung, bezogen auf die Kreditnehmer. In den meisten Fällen sind das zwei Ehepartner. Stirbt einer der Kreditnehmer, dann wird die Versicherungssumme fällig und die Schulden werden zur Gänze zurückgezahlt. Der überlebende Partner ist nicht mehr mit Rückzahlungsraten bela-


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stet. Die Kosten einer Kreditrestschuldversicherung gegenüber einer herkömmlichen Ab- und Erlebensversicherung sind vergleichsweise sehr gering. In einer Ab- und Erlebensversicherung wird über eine vereinbarte Laufzeit auch Kapital angespart. Dieser Ansparungsbetrag fällt bei der Kreditrestschuldversicherung weg, hier wird lediglich die reine Risikoprämie bezahlt. Wenn Ihr Kapital und die Finanzierung nun richtig geschützt sind, sollte auch das neu gebaute Haus gut versichert sein. Der erste Schritt dazu sind die …

… Versicherungen rund um das Gebäude Wichtigster Vertreter in diesem Versicherungsbereich ist die Gebäudeversicherung. Sie kann gegen bestimmte Gefahren wie Feuer, Leitungswasser, Sturm und Haftpflicht in zweckmäßiger Bündelform abgeschlossen werden. In einem Bündelvertrag bleiben jedoch gewisse Schäden, die entweder leicht vermeidbar oder nicht kalkulierbar sind, unversichert. Die Feuerversicherung versichert Schäden durch Brand, Blitzschlag (sofern der Blitz direkt in das Haus einschlägt), Explosion, Absturz von Flugzeugen sowie Folgeschäden durch Löschen, Niederreißen oder Ausräumen und Abhandenkommen. Sturmschadenversicherung: Schäden durch Sturm und Folgeschäden durch umstürzende Bäume, Maste usw., Schäden durch Hagel, Schneedruck, Felssturz, Steinschlag und Erdrutsch sind dadurch abgesichert. Leitungswasserschadenversicherung: Abgedeckt werden Schäden durch Wasser, das aus wasserführenden Anlagen sowie aus angeschlossenen Maschinen oder Einrichtungen austritt, Bruchund Frostschäden an Rohrleitungen,

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Frostschäden an angeschlossenen Einrichtungen sowie Auftaukosten. Hochwasserschäden sind nicht abgedeckt.

Achtung bei Unterversicherung! Die vereinbarte Versicherungssumme sollte stets dem tatsächlichen Wert des Gebäudes entsprechen. Dies ist nämlich die Voraussetzung für den vollen Ersatz eines Schadens. Ist die Versicherungssumme zu niedrig angesetzt, liegt eine sogenannte Unterversicherung vor, und der Schaden wird nur anteilig ersetzt. Wenn nicht etwas anderes beantragt wurde, ist eine Eigenheimversicherung mit einer Wertanpassungsklausel ausgestattet. Zur Vermeidung einer Unterversicherung durch die „Geldentwertung“ werden die Versicherungssummen und Prämien jährlich den Schwankungen des Baukostenindexes angepasst. Wertvolle Neuanschaffungen sollte man also immer der Versicherung melden! Ein Rechenbeispiel: Der Gesamtwert eines Gebäudes beträgt am Tag des Schadeneintritts 100.000 Euro. Die vereinbarte Versicherungssumme nur 50.000 Euro. Bei einem Brand entsteht ein Schaden von 20.000 Euro. Da das Gebäude um 50 Prozent unterversichert war, werden auch nur 50 Prozent des angefallenen Schadens, also 10.000 Euro ausbezahlt. Sie können maximal noch auf eine Kulanzzahlung der Versicherung hoffen, auf die Sie aber keinerlei rechtlichen Anspruch haben! Mit einem Unterversicherungsverzicht willigt der Versicherungsträger ein, dass im Schadenfall keine Abzüge gemacht werden und die vereinbarte Versicherungssumme als ausreichend angesehen wird – ohne Prüfung. Der Unterversicherungsverzicht hat zwei Seiten. Einmal kann er hilfreich sein, weil Sie nicht durch jede kleine Verän-

derung in Ihrem Zuhause die Versicherungsprämien anpassen müssen, andererseits sollten Sie aber bedenken, dass im Falle eines Schadens die vereinbarte Versicherungssumme als absolute Obergrenze dient und damit keine höheren Summen gedeckt sind. Sie sollten hier also realistisch bleiben und im Falle sehr teurer Anschaffungen und Wertgegenstände in Ihrem Haus auch die entsprechende Versicherungssumme vereinbaren. Neben der Versicherung des Gebäudes und Grundstücks ist es sinnvoll, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen. Sie übernimmt Schäden, die durch den Hausherrn oder seine Familie entstehen. Versichert sind die Befriedigung berechtigter oder die Abwehr unberechtigter Schadenersatzforderungen, die an den Besitzer der versicherten Liegenschaften gestellt werden. Großzügige Erweiterungen sind hier gegen Aufpreis möglich.

Vorsorge statt Nachsicht! Schließen Sie die nötigen Versicherungen zeitgerecht ab! Nicht selten passiert es nämlich, dass die entstandenen Schäden nicht gedeckt sind, weil die entsprechende Polizze zu spät unterzeichnet wurde. Die Versicherungen sollten deshalb auch ein Teil der Planungsphase sein und möglichst vor Beginn der Bauarbeiten abgeschlossen werden. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Versicherungsunternehmen über den zeitlichen Rahmen!

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Hochwasserschutz Zerstörte Wohnhäuser, überflutete Felder und Äcker, Menschen vor dem Nichts – immer öfter flimmern die ­Bilder der Verwüstung ü­ber unsere Bildschirme. Hier erfahren Sie, wie man sich schützen kann.

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xperten des Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverbandes (ÖWAV) gingen für uns den unterschiedlichen Auswirkungen von Hochwasser auf den Grund und stellen die wichtigsten Präventivmaßnahmen vor.

Kam es in den letzten Jahren in Österreich wirklich zu einer Vermehrung bzw. Vergrößerung der hochwassergefährdeten Gebiete? Der Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV) behandelt das Thema Klimawandel und notwendige Anpassungsstrategien in der Wasserwirtschaft seit 2008 intensiv. In der aktuell veröffentlichten Klimawandelstudie des BMLFUW wird festgehalten, dass sich der Trend zu immer höheren Lufttemperaturen weiter fortsetzt, die Aussagen betreffend der zukünftigen Niederschlagssummen jedoch eher unsicher sind. Durch die steigende Verdunstung werden regional unterschiedliche Änderungen der Abflüs-

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se bei Hochwasser erwartet. Besonders kleine Gebiete nördlich des Alpenhauptkammes zeigen durch intensivere Niederschlagsereignisse zunehmende Trends zu Hochwässern. Was derzeit intensiv in der Wissenschaft geprüft wird, sind die lokalen Starkregenereignisse. Hier wird versucht, auf Basis von langen Zeitreihen der Vergangenheit Aussagen über die Zukunft zu treffen. Beim derzeitigen Wissensstand können aber auch hier noch keine gesicherten Aussagen über die Zukunft getroffen werden. Derzeit sind die Hochwasserereignisse der vergangenen Jahre und Jahrzehnte sehr gut in den aktuellen Statistiken abgebildet. Veränderungen bei den Niederschlagshäufigkeiten oder deren Intensität lassen sich nicht ableiten. Der ÖWAV beschäftigt sich in verschiedenen Gremien mit den aktuellen, wissenschaftlichen Erkenntnissen rund um den Klimawandel und bereitet diese für die interessierte Fachöffentlichkeit in regelmäßigen Seminaren auf. Die Unterlagen dazu stehen als Gratisdownload auf der Homepage des ÖWAV zur Verfügung.


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ÖWAV

Welche baulichen Maßnahmen sollten bereits in der Planungsphase gesetzt werden, um gegen drohendes Hochwasser gerüstet zu sein? Grundsätzlich ist der Bau eines Hauses auf Grundstücken, wo man weiß, dass diese in 100 Jahren einmal überflutet werden (so genannte HQ-100-Gebiete), verboten. Dabei handelt es sich aber um einen rein statistischen Wert, der keine Aussage darüber zulässt, ob ein derartiges Hochwasser öfter oder seltener als einmal in 100 Jahren vorkommt. Baut man ein Haus außerhalb dieser Zone, sollte man sich mit dem Rest­risiko beschäftigen. Das ist jenes Risiko, das entsteht, wenn es zu einem Abflussereignis kommt, das höher ist als der zuvor angesprochene statistische Wert, etwa von einem HQ 100 (z. B. ein 300-, 500oder 1000-jährliches Ereignis), also ein Ereignis, das statistisch noch seltener auftritt. Errichtet man sein Haus in so einem Restrisikobereich, kann schon bei der Planung durch einfache bauliche Maßnahmen der Hochwasserschutz verbessert werden. Achtung: Schäden durch Wasser werden nicht nur durch die klassische Überflutung verursacht! Eine Checkliste, welche Punkte hier zu beachten sind, kann von der ÖWAV-Website heruntergeladen werden. Bei einer Gefährdung durch Hangwasser – Hochwasser fern von einem Gewässer – setzt man am besten Maßnahmen, die das Eindringen von Wasser in ein Haus nachhaltig verhindern, z.B. hochgezogene Lichtschächte bei Kellerfenstern. Ebenso hilft eine bauliche Erhöhung des Eingangsbzw. Garagenbereichs oder der Schutz mit kleineren mobilen Dammsystemen. Bei hohen Grundwasserständen sollte man vorab die zuständigen Fachdienst-

Der Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaftsverband ist ein gemeinnütziger Verein, der eine neutrale und unabhängige Plattform aller fachlichen Kräfte mit hoher Sachkompetenz bildet, die den Interessenausgleich in der österreichischen Wasser-, Abwasser- und Abfallwirtschaft suchen. Unter www.oewav.at können die aktuellen Aktivitäten wie das nächste Seminar zum Thema Klimawandel am 22. Nov. 2018, bzw. unter www.oewav.at/home/Service/bauen_und_wasser viele interessante und hilfreiche Infobroschüren und Leitfäden zum Thema Klimawandel, Hochwasser und seine Gefahrenprävention heruntergeladen werden, wie zum Beispiel:

• ÖWAV-Leitfaden „Wassergefahren für Gebäude und Schutzmaßnahmen“ • ÖWAV-Arbeitsbehelf 42 „Mobiler Hochwasserschutz“ • ÖWAV-Ausschusspapier „Zusammengefasste Empfehlungen zur Prüfung von Wassergefahren auf Gebäude und Infrastruktur“

stellen für die Wasserwirtschaft seines Bundeslandes kontaktieren, um die Gefahr dadurch abschätzen zu können. Hier kann man sich bei der Bauausführung des Kellergeschoßes mit wasserdichten Wannen (weiße, braune oder schwarze Wanne) behelfen. Beim Rückstau von Abwasser aus dem Kanal in das Kellergeschoß, der bei einer Überlastung des Kanals der Gemeinde auftreten kann, hilft der fachgerechte Einbau einer Rückstauklappe. Es empfiehlt sich aber, Rückstauklappen immer wieder auf ihre Funktionstüchtigkeit hin zu prüfen. Diese Schutzsysteme muss man so einbauen, dass keine Niederschlagswässer (Dachrinnen) vor der Rückschlagklappe eingeleitet werden. Alternativ wird auch der Einbau einer Pumpe für die Abwässer aus den

tiefliegenden Bereichen empfohlen. Steht das Haus in einem gefährdeten Gebiet, so kann man sich im Nachhinein mit den genannten Maßnahmen nur gegen Hangwasser und den Rückstau aus dem Kanal schützen. Eine nachträgliche Abdichtung des Kellers von außen ist in den meisten Fällen nicht möglich. Der ÖWAV hat zu diesen Problemstellungen den Leitfaden „Wassergefahren für Gebäude und Schutzmaßnahmen“ erarbeitet (Gratisdownload auf der Website).

Nicht immer muss es gleich ein Hochwasser sein. Oft reicht ein sehr starker Niederschlag, um Schäden zu verursachen. Welche Vorsorgemaßnahmen werden empfohlen? 21


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© Immanuel Giel

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Welche Möglichkeiten bieten sich in Bezug auf Nachrüstung? Stichwort mobile Schutzsysteme.

Bei lokalen Starkregenereignissen kann das Wasser vom Boden nicht ausreichend aufgenommen bzw. versickert werden (Stichwort Hangwasser). Bei einer entsprechenden Neigung des Geländes und einer ausreichend großen überregneten Fläche kann es hier zu einem gefährlichen Abfluss an der Geländeoberfläche kommen. Diese Ereignisse treten meist sehr schnell auf, dafür ist der Wasserstand meist eher gering. Hier helfen in erster Linie einfache bauliche Maßnahmen am Gebäude. Eingänge zum Haus sollten erhöht ausgebildet sein. Die Kellerfenster müssen flüssigkeitsdicht ausgeführt werden und Garageneinfahrten sollten entweder erhöht sein oder flüssigkeitsdicht ausgeführt werden. Die Schäden, die ein derartiges Ereignis verursachen kann, sind vergleichbar mit einem klassischen Hochwasser.

Was sind die typischen ­Mankos, die in bestehenden Bauten den effizienten Hochwasserschutz unmöglich machen? Eine typische Fehlerquelle sind die fehlenden Rückstauklappen im Hauskanal. Weitere Gefahrenquellen sind Öltanks und Pelletlager. Öl hat eine geringere Dichte als Wasser und schwimmt deshalb auf dem Wasser. Dringt nun Wasser in den Lager-

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raum des Öltanks ein, wird auch der volle Öltank aufschwimmen. Wird der Auftrieb entsprechend groß und gibt es keine Auftriebssicherung des Öltanks, dann reißen die ölführenden Leitungen am Öltank ab, Öl tritt aus und kontaminiert das umliegende Mauerwerk – das kommt einem Totalschaden des Hauses gleich und ist praktisch nicht bzw. nur mit sehr hohem Aufwand sanierbar. Zusätzlich sind auch die Auswirkungen auf die Umwelt zu berücksichtigen; das Grundwasser wird durch einen derartigen Austritt von Öl verunreinigt. Auch von Holzpelletlagern geht eine erhöhte Gefahr aus. Pellets sind, vereinfacht gesagt, gepresste Holzspäne, die bei Wasserkontakt wie ein Schwamm aufquellen und zusätzlich, ähnlich wie Öl, durch den Auftrieb aufschwimmen. Durch den resultierenden massiven Druck und bei nicht ausreichender Sicherung können diese Pelletlager Decken und Wände förmlich sprengen. Hier ist man gut beraten, ein Eindringen von Wasser in diese Lagerräume zuverlässig zu verhindern. Grundsätzlich sollte man eine oberirdische Lagerung dieser Stoffe in derartig gefährdeten Gebieten vornehmen. Zudem wird empfohlen, sämtliche Durchbrüche im Kellergeschoß (Anschlüsse für Wasser-, Gas-, Fernwärme-, Strom-, Telefonleitungen, Kabelfernsehen etc.) im Hinblick auf dichte Ausführung zu prüfen, um ein Eindringen von Wasser zu verhindern.

Einen guten Überblick gibt hier der schon angesprochene ÖWAV-Leitfaden „Wassergefahren und Schutzmaßnahmen an Gebäuden“ sowie der ÖWAV-Arbeitsbehelf 42 „Mobiler Hochwasserschutz“, die beide als Gratisdownloads auf der Website des ÖWAV zur Verfügung stehen. Grundsätzlich sollte man keine wertvollen Gegenstände im Keller lagern. Mobile Systeme können eine sinnvolle Alternative sein. Dabei muss man für den Aufbau dieser Systeme die notwendigen Rüstzeiten berücksichtigen. Kommt das Hochwasser schneller, bzw. kann man nicht rechtzeitig gewarnt werden, um das System aufzubauen, dann nützt mir der beste mobile Schutz nichts mehr. An neuralgischen Punkten können sich selbständig aufstellende Systeme installiert werden.

Was, wenn ich ein Haus im ­ Gefahrengebiet erwerben möch­ te? Kann ich auf bauliche Adaptierungen durch die Vorbesitzer bestehen? Es gibt im Allgemeinen keinen Anspruch auf bauliche Adaptierungen durch die Vorbesitzer. Bei einer Veränderung des Abflussverhaltens durch bauliche Maßnahmen müssen vorab die Auswirkungen auf Dritte geprüft werden. Bauliche Maßnahmen am eigenen Objekt benötigen im Allgemeinen keine wasserrechtliche Bewilligung. Setzt man Schutzmaßnahmen und verändert dadurch das Abflussverhalten ohne entsprechende wasserrechtliche Bewilligung, kann es im Schadensfall zu Entschädigungsforderungen durch beeinflusste Dritte kommen.


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Brandsicheres Eigenheim Brandschutz ist der Sammelbegriff für alle Maßnahmen, die eine Ausbreitung von Feuer verhindern und Mensch und Bauwerk schützen sollen. Der bauliche Brandschutz unterteilt sich in technische und rechtliche Vorschriften. 24

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randschutz soll bzw. muss verhindern, dass Personen und Gegenstände in Gebäuden durch ein Feuer verletzt oder zerstört werden. Dafür muss ein Brand für eine gewisse Zeit innerhalb eines definierten Gebäudebereichs begrenzt und ein Übergreifen auf andere Bauteile verhindert werden. Baulicher Brandschutz setzt sich aus technischen Anforderungen und rechtlichen Vorgaben zusammen. Hier die Details:

Rechtliche Anforderungen Diese sind in den betreffenden Bautechnikgesetzen und -verordnungen festgelegt. Hier gibt es bundesländerspezifische Ausführungen. Zudem richtet sich der bauliche Brandschutz auch nach den Regelungen in den Bundesgesetzen und der EU-Richtlinie. Die Baugesetzgebung sieht hier je nachdem, wie lange das Gebäude oder der Gebäudeteil dem Feuer Widerstand leisten soll, zeitlich gestaffelte Anforderungen vor, die den Begriffen für den


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Feuerwiderstand EU-weit einheitlich zugeordnet sind.

Technische Anforderungen Wie Brandschutz baulich, also in Hinblick auf die einzusetzenden Baustoffe und Bauteile auszusehen hat, ist in den ÖNORMEN geregelt – seit 2002 gilt hier die Europäische Norm ÖNORM EN 13501 „Klassifizierung von Bauprodukten und Bauarten zu ihrem Brandverhalten“ – sowie in den technischen Richtlinien für den Vorbeugenden Brandschutz (TRVB) festgelegt.

Brandverhalten von Bauprodukten bzw. Baustoffen Grundsätzlich werden Baustoffe in brennbar und nicht brennbar kategorisiert. Für die Einstufung der brennbaren Baustoffe nach ihrem Brandverhalten verwenden die Baugesetze und -verordnungen folgende Begriffe (hier mit ihrem jeweiligen EU-Klassen-Pendant angeführt): Zusätzlich gibt es noch die Klassifizierung nach der Rauchentwicklung (Qualmbildung) in s1 (brandschutztechnisch „günstiger) bis s3 und der Tropfenbildung (brennendes Abtropfen) in d0 bis d2.

Rauchwarnmelder gesetzlich vorgeschrieben Rauchwarnmelder gehören in die Aufenthaltsräume (Schlafzimmer, Kinderzimmer, Wohnzimmer). Den Gang und die Treppe darf man dabei jedoch nicht vergessen, denn das sind die Fluchtwege im Ernstfall. In Deutschland sind auch die Abstellräume in den Schutzumfang mit aufgenommen. Das macht zwar Sinn, ist aber bei uns in Österreich nicht zwingend erforderlich. Besonders wichtig ist, keinen Rauchwarnmelder in der Küche vorzusehen. Ständige Täuschungsalarme aufgrund von auftretendem Dampf und Rauch wären kontraproduktiv und nie-

mand würde derart „lästige“ Rauchwarnmelder mehr ernst nehmen! Die Rauchwarnmelder sollten in der Mitte der Decke (mindestens jedoch 50 cm von der Wand) angebracht werden, sodass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet werden kann. Achten Sie beim Kauf auf eine hohe Qualität! Die sogenannte VdS-Zulassung ist Grundvoraussetzung, das CE-Zeichen alleine ist zu wenig! Rauchmelder müssen der Produktnorm ÖNORM EN 14604:2005 entsprechen (Temperaturbereich zwischen 0 und 55° Celsius, el­ek­tromagnetische Verträglichkeit, Alarmlautstärke, Vernetzungsmöglichkeiten etc.).

Wie lange muss ein Gebäudeteil dem Feuer Widerstand leisten können? Folgende Bezeichnungen sind EU-weit geregelt: brandhemmend/feuerhemmend

mind. 30 Minuten

hoch brandhemmend/­hoch ­feuerhemmend

mind. 60 Minuten

brandbeständig/feuerbeständig

mind. 90 Minuten

hoch brandbeständig/­hoch ­feuerbeständig

mind. 180 Minuten

Feuerwiderstand: REI Bauteile sind in der ÖNORM 13501 schließlich auch noch nach insgesamt drei Feuerwiderstandsklassen unterteilt: • R (Résistance) = Tragfähigkeit • E (Étanchéité) = Raumabschluss • I (Isolation) = Wärmedämmung; Hitzebarriere Je nach Brandschutzanforderungen an den Bauteil oder die Baukonstruktion sind davon nur ein, zwei oder alle drei Kriterien zu erfüllen.

Mit der ÖNORM EN 13501-1 wurde auch ein einheitliches europäisches Klassifizierungssystem zum Brandverhalten verabschiedet: nicht brennbar/nicht entflammbar

EU-Klassen A und B

schwer brennbar/schwer entflammbar

EU-Klassen B und C

normal brennbar/normal entflammbar

EU-Klassen D und E

leicht brennbar/leicht entflammbar

EU-Klassen F

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Tipp: Der ABC-Pulverlöscher ist nicht mehr Stand der Technik. Schaffen Sie sich als tragbare Feuerlöscher unbedingt einen Fettbrandlöscher oder einen Wassernebellöscher an. Diese Feuerlöscher sind für feste Brennstoffe sowie für die gefährlichen Fettbrände der Brandklasse A und F geeignet!

Baulicher Brandschutz Brandabschnitte sind Bereiche in einem Bauwerk, die baulich so voneinander getrennt sind, dass sich im Brandfall das Feuer nicht auf andere Gebäudeteile ausbreitet. Brandabschnitte sind wichtiger Teil des baulichen Brandschutzes. Der Brandschutz im Hochbau hat – neben vorbeugenden Maßnahmen – im Brandfall die Aufgabe, einerseits die Ausbreitung eines Brandes auf sogenannte Brandabschnitte einzugrenzen, und andererseits zu gewährleisten, dass tragende Bauteile und im Zusammenhang mit der Brandbekämpfung stehende Einrichtungen dem Feuer eine gewisse Zeit Widerstand

leisten. In dieser Zeit sollte es möglich sein, die Bewohner zu retten.

Ausführungsmerkmale baulichen Brandschutzes • Einteilung des Gebäudes in einzelne Brandabschnitte, die durch Brandwände und brandbeständige Decken von den angrenzenden Räumen getrennt sein müssen. • Öffnungen in Brandwänden sind durch selbst schließende und zumindest brandhemmende Brandschutztüren oder Brandschutztore abzuschließen. • Durchtrittsstellen von Kabel-, Rohr-, Lüftungsleitungen etc. müssen mit Brandschutzschottungen abgeschlossen werden. • Flucht- und Rettungswege müssen so ausgeführt sein, dass sie auch während eines Brandfalls genutzt werden können. • Sicherheitsrelevante Leitungen, z. B. Notstromversorgung, sind auch im Brandfall sicherzustellen.

• Schornsteine und Feuerstätten müssen brandsicher ausgeführt werden. • Eine Verhinderung der Verrauchung von Treppenhäusern ist z. B. durch den Einbau von automatischen Rauch-Wärme-Abzugsanlagen zu gewährleisten. • Die Ausbreitung von Feuer und Rauch bei Schächten und Installationskanälen ist durch den Einbau von Brandabschnittstrennungen (Brandschott) zu verhindern.

Vorgeschriebene Brandabschnitte Laut Brandschutzverordnung müssen alle Räume mit einer hohen Brandgefährdung als eigene Brandabschnitte ausgeführt sein. Dazu gehören in jedem Fall • Heizräume • Brennstofflager Aufzugschächte • Müllabwurfschächte • Garagen

Brandschutztüren Die in den Baugesetzen bzw. den OIBRichtlinien geforderten Feuer- oder Brandschutztüren gehören heute nahezu bei jedem Bauvorhaben zum Standard. Vor einigen Jahrzehnten noch eine mit Blech verkleidete Holztür, sind Brandschutztüren heute wahre technische Wunder.

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Durch die klaren Vorgaben auf europäischer Ebene sind heute viele Varianten im Bereich der Feuerschutztüren möglich. Diese Festlegungen sind in der ÖNORM EN 13501-2, Ausgabe 2016 enthalten. Trotzdem beanstanden Brandschutzbeauftragte immer wieder Mängel, die die Sicherheit, welche von diesen Türen ausgehen sollte, massiv einschränken: • Keile aus Holz oder aus Kunststoff • ausgehängte oder defekte Feststellanlagen • Verziehen der Türen durch Temperaturunterschiede • der „qualitätsunterdrückte“ Einbau

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(z. B. mit PU-Schaum) • fehlende ÜA-Kennzeichnung • Verklemmen der Tür durch gewölbten Bodenbelag etc. Unser Tipp: Kaufen Sie nur beim zertifizierten Hersteller und lassen Sie beim Einbau nur die Profis ran! Eine Ursache für Mängel ist die Auftragsvergabe an Subunternehmen, die nicht mehr als eine Unterweisung durch den Hersteller erhalten haben.

CE-Kennzeichnung ab 2019 Ab 1.9.2019 ist eine CE-Kennzeichnung nach der Produktnorm für Tü-

ren, Tore und Fenster (EN 16034) für Produkte mit Feuer- und/oder Rauchschutzeigenschaften gesetzliche Pflicht. Laut Auskunft der Europäischen Kommission hat das Bildzeichen „CE“ aber keine buchstäbliche Bedeutung mehr. Es ist nur noch Symbol für die Freiverkehrsfähigkeit in der EU. Und es ist kein Prüfsiegel, sondern ein rein verwaltungstechnisches Kennzeichen. Erst die Leistungserklärung dokumentiert die Anforderungen, die an eine genormte Tür gelten. Deshalb ist diese in gedruckter oder in elektronischer Form bereitzustellen!

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Blitzableiter sind Vorschrift Über Blitzschutzanlagen werden Blitze in die Erde abgeleitet – ein wichtiger Schutz für Gebäude, Interieur und vor allem Bewohner. In Österreich sind Blitzableiter in N ­ eubauten gesetzlich vorgeschrieben.

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litzeinschläge und die damit verbundenen Schäden werden immer häufiger. Eine der wichtigsten Maßnahmen, sein Eigenheim zu schützen, ist derzeit der Blitzschutz. Nicht nur das Gebäude muss vor Blitzeinschlag und dem daraus resultierenden Feuerrisiko bewahrt werden, sämtliche elektronische Geräte müssen vor der gefährlichen Überspannung geschützt werden. Sinnvoll ist hier – wie fast überall – nicht mit Einzelkomponenten zu arbeiten, sondern zu einem Komplettsystem zu greifen. Ein Blitzschutzsystem LPS (Lightning Protection System) für bauliche Anlagen besteht aus mehreren Komponenten. Hier die einzelnen Bestandteile, die

zu einer kompletten Blitzschutzanlage gehören:

Äußerer Blitzschutz Dazu gehören Auffangeinrichtungen und Ableitungen, die den Blitzstrom zur Erdungsanlage weiterleiten. Fangeinrichtungen sind wie ein grobmaschiger Faradaykäfig aus metallischen Leitungen anzuordnen. Dabei darf kein Punkt der Dachfläche weiter als fünf Meter von einem geerdeten Bauteil entfernt sein und es sind auch Regenrinnen, Schneefanggitter etc. in die Fangleitung mit einzubeziehen. Die Ableitungen verbinden die Fangeinrichtungen des Daches mit der Erdungsanlage. Die erforderliche Anzahl der Ableitungen richtet sich nach der Größe Ihres Hauses.


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Innerer Blitzschutz • der Blitzschutz-Potenzialausgleich zur leitenden Verbindung der metallenen Komponenten im Gebäude mit der Erdungsanlage sowie zum direkten oder indirekten (mittels Überspannungsschutzgeräten) Anschluss aller in das Gebäude eintretenden Versorgungsleitungen an die Erdungsanlage, • die Einhaltungen von Trennungsabständen zwischen den zu schützenden metallenen Komponenten im Gebäude und der Fang- und Ableitungseinrichtung zur Vermeidung von Funkenüberschlägen infolge magnetisch induzierter Spannungen. Durch die Maßnahmen des äußeren und des inneren Blitzschutzes wird ein geschütztes Volumen innerhalb des Gebäudes gegen mechanische Schäden, Feuer und Lebensgefahr geschaffen, in dem keine gefährlichen Spannungen über die Versorgungsleitungen von außen eindringen können. In der ÖVE/ÖNORM EN 62305-3 werden für Blitzschutzsysteme Schutzklassen von I bis IV definiert: Sie stellen einen Satz von Konstruktionsregeln dar, wo-

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bei z. B. Maschenweiten, Schutzwinkel und Blitzkugelradien für Fangeinrichtungen, Abstände von Ableitungen und Ringleitern oder Mindestlängen von Erdungsleitern entsprechend den Gefährdungspegeln festgelegt sind. Die Wirksamkeit nimmt von Schutzklasse I zu Schutzklasse IV ab.

Erdungsanlagen Sie dienen dem Übergang des Blitzstroms in das Erdreich. Dabei werden drei Varianten unterschieden: Der Oberflächenerder ist ein geschlossener Ringerder, der in geringer Tiefe verlegt wird. Der Fundament­erder liegt im Betonfundament eines Gebäudes und kann auch als „Blitzschutzerder“ genutzt werden. Er ist bei einem Neubau in jedem Fall nicht nur die sinnvollste, sondern auch die günstigste Lösung. Und schließlich: Der Tiefenerder ist ein Einzelerder, der senkrecht in größere Tiefen eingebracht wird.

Überspannungsschutz Er schließlich hat die Aufgabe, an spannungsführenden Leitungen auftretende Blitzteilströme abzuleiten. Die Erdungsanlage wird durch eine Potenzialaus-

gleichsschiene mit den metallischen Gebäudeinstallationen verbunden. Dadurch werden bei einem Blitzschlag Spannungsunterschiede mit möglichen Überschlägen verhindert. Die Anpassung der Überspannungsableiter muss dabei genau auf die jeweils auftretenden Spannungen, Ströme und Frequenzen erfolgen. Elektrische Geräte werden durch Überspannungsableiter unmittelbar hinter der Hauseinspeisung gesichert. Diese Bauteile ergänzen die Sicherungen und sind wartungsfrei. Achtung: Sie bieten Schutz vor gefährlichen Überspannungen durch einen kontrollierten Kurzschluss und sind bei äußeren Blitzschutzanlagen immer vorgeschrieben!

Tipp Blitzschutzanlagen müssen in Österreich in regelmäßigen Zeitabständen überprüft werden. Das Ergebnis ist in Form eines Prüfbefundes zu dokumentieren.

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Baustelle einrichten & sichern Planung ist alles. Das gilt auch für die Baustelle, welche nicht nur vorschriftsmäßig eingerichtet, sondern auch koordiniert und gesichert werden muss. Wer wofür die Verantwortung trägt, lesen Sie im Folgenden.

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in gelingendes Hausbauprojekt beginnt bereits bei der Baustelle. Und damit diese Baustelle funktioniert und allen rechtlichen Anforderungen gerecht wird, müssen Sie einige Dinge beachten: • Noch vor Baubeginn muss ein Wasser- und Stromanschluss gelegt werden, wenn auch nur als entsprechendes Provisorium. • Für die Arbeiter müssen Umkleide- und Sanitäreinrichtungen in behördlich vorgeschriebener Anzahl und Ausführung vorhanden sein. Sie sind für die Wartung dieser verantwortlich. Ein Anlegen von Senkgruben ist nicht zulässig. Üblicherweise muss diese Leistung im Bauwerkvertrag als Leistung des Bauunternehmers enthalten sein.

• Erste-Hilfe-Ausstattung sollte immer vorhanden und leicht zugänglich deponiert sein. • Vorrichtungen zum Feuerschutz müssen gegeben sein. • Die regelmäßige Entfernung von Abfallmaterialien, Schutt, Bauschutt, Leergebinden oder Restmaterialien muss gewährleistet sein. • Sorgen Sie schon aus eigenem Interesse dafür, dass die Baugrube nicht als „Abfalldeponie“ missbraucht wird: Zum einen ist es schlicht illegal, den Bauschutt in den Raum zwischen Keller und Aushubwand zu „entsorgen“. Zum anderen muss dieser Raum so verfüllt werden, dass er dauerhaft Wasser zu der Drainageleitung durchlässt, nicht zusammensackt und dem seitlichen


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Achtung! Als Bauherr haben Sie gemäß § 7 BauKG dafür zu sorgen, dass vor Eröffnung der Baustelle ein Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan (SiGePlan) erstellt wird. Es ist auch darauf zu achten, dass die vom Planungskoordinator ausgearbeiteten Maßnahmen vom Baustellenkoordinator umgesetzt und aktualisiert werden.

Erddruck standhält. Weiters darf das verwendete Material nicht so beschaffen sein, dass es die Wärme- und Feuchtigkeitsisolierung des Kellers beschädigt. All das ist nur mit einem entsprechenden Schotter (richtige Korngröße) gewährleistet, nicht aber mit Bauabfällen. Nicht wenige Keller waren schon unter Wasser, weil hier am falschen Ort gespart wurde.

Zutritt verboten! Sichern Sie Ihr Grundstück mit einem Zaun ab und verhindern Sie so den Zutritt für Unbefugte. Diese Absicherung muss von Baubeginn an gegeben sein. Dazu gehören auch Hinweisschilder mit der Aufschrift „Betreten auf eigene Gefahr“ oder „Eltern haften für ihre Kinder“. Die Baustelle selbst muss grundsätzlich immer abgesperrt sein und Gefah-

renquellen wie ausgehobene Gruben, unstabile Übergänge oder potenzielle Verletzungsquellen wie Gerüste, Bretterstapel oder Leitern, die kippen können, müssen unbedingt als solche gekennzeichnet oder noch besser am Ende des Arbeitstages beiseite geschafft werden. Zu einer gut gesicherten Baustelle gehören außerdem ein Anfahrschutz, Absperrschranken (als Absicherung gegenüber Fußgänger- und Radverkehrsflächen), Absturzsicherungen, ein Bauzaun, der tiefe Baugruben und Gefahrenstellen sichert, sowie Warnbänder zur Abgrenzung und Kenntlichmachung von Baumaterial oder Maschinen.

Gefahr Strom Erschreckend, aber wahr: Die Hälfte aller tödlichen Strom­unfälle in der gesamten gewerblichen Wirtschaft ereignet sich auf Baustellen. Das Problem: Eine Baustelle besteht nur vorübergehend und verändert sich beinahe täglich. Es arbeiten viele verschiedene Baugewerbe zugleich und nebeneinander und oft herrscht ein hoher Termindruck. Ganz wichtig: Es dürfen keine spannungsführenden Kabel und Drähte frei liegen. Stromführende

Bereiche auf der Baustelle müssen in jedem Fall vom Netz getrennt werden, sobald dort gearbeitet wird. Auch bei Gas ist höchste Vorsicht geboten! Wird nämlich ein Gasrohr aus Versehen angebohrt, besteht unmittelbar höchste Explosionsgefahr. Alle auf der Baustelle befindlichen Arbeiter müssen auf Brand- und Explosionsgefahren hingewiesen werden und der Baustellenleiter hat für die Einhaltung des Rauchverbots zu sorgen.

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b auper fekt 2 0 1 8 © Zivica Kerkez/Shutterstock

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Baumaschinen & Werkzeug Egal ob beim Bau, bei der Sanierung oder der Renovierung, immer benötigt man Werkzeug, oft spezielle Maschinen. Die Anschaffung vor allem L ­ etzterer ist aber unrentabel – gerade bei seltener Nutzung.

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ie Standard-Werkzeugausrüstung sieht nicht bei jedem Bauherrn gleich aus. Das hängt stark davon ab, wie viel Sie auf der Baustelle selbst anpacken. Machen Sie sich am besten eine Liste der benötigten Werkzeuge und rechnen Sie diese auch unbedingt ins Baubudget mit ein. Prämisse hier: Qualität darf, ja, muss kosten! Gute Werkzeuge überzeugen durch hochwertige Verarbeitung und Materialqualität, Elektrowerkzeuge haben eine höhere Akkulaufzeit und – das wird Ihnen auch jeder Profi bestätigen – hochwertige Werkzeuge schonen das Material. Ausgerissene Bohrlöcher, unregelmäßig abgeschliffene Holzoberflächen oder auch unschön

geschnittene Fliesen gehören dann nicht mehr zu Ihrer Baustelle. Sämtliche Werkzeuge, die Sie im Zuge des Hausbaus, Innenausbaus oder der Sanierung nicht häufiger benötigen, werden Sie natürlich auch nicht dauerhaft anschaffen. Während also der kleine Bohrhammer bei den meisten zum Fixinventar in der Werkstatt gehört, wird der teure Abrisshammer eher ausgeliehen werden.

Alles am Körper Damit Sie das Werkzeug am Bau immer griffbereit haben, ­ empfiehlt sich ein Werkzeuggürtel. Neben dem praktischen Vorteil, den solche Gurte mit sich bringen, sind sie vor allem auch in Sachen Sicherheit


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nicht zu unterschätzen. Werkzeug, das man sofort zur Hand hat, muss man nicht erst suchen oder sich mühsam danach strecken. Und auch der Hammer, der im Gurt hängt, fällt dem Kollegen weniger wahrscheinlich auf den Kopf als der Hammer, der einfach auf dem Mauervorsprung abgelegt wird.

Regeln beim Geräteverleih Gerade weil sie von Hand zu Hand gehen, werden meist nur qualitativ hochwertige und bestens gewartete Geräte und Maschinen in Baumärkten oder Baumaschinenhandlungen verliehen. Mit exakten Fragen zur Funktionsund Gebrauchsweise outen Sie sich übrigens nicht als blutiger Laie, sondern werden als verantwortungsvoller, kritischer Kunde wahrgenommen, der einfach auf Nummer sicher geht. Wie beim Kaufen gibt es auch beim Ausleihen einiges, worauf Sie besonders achten sollten: Erklären Sie stets genau, wofür Sie das jeweilige Leihgerät brauchen, damit es zu keinen Missverständnissen kommt und Sie

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auch ganz sicher die richtige Maschi- Foto mit dem Handy – noch im Beine erhalten. Lassen Sie sich das Gerät sein des Verkäufers – kann spätere im Geschäft vorführen und probieren Diskussionen vermeiden. Sie es am besten auch direkt selbst aus. So können auch direkte Pro- Die Preisfrage bleme bei der Bedienung erkannt wer- Erkundigen Sie sich, was alles im Mietden. Lassen Sie sich für alle Fälle auch preis enthalten ist und was eventuell eine schriftliche Gebrauchsanweisung gesondert verrechnet wird. Bringen Sie mitgeben. Am besten schalten Sie zur Abholung einen amtlichen Lichtdas Gerät direkt bildausweis mit und vor Ort einmal kurz erkundigen Sie sich Wenn Sie im Besitz ein. Bei einem Test- einer Kundenkarte sind, vorher über eventulauf können nämlich ell notwendige Kau­ gibt’s bei einigen Bau­eventuelle Schäden tionszahlungen, die märkten auf den Verfestgestellt und die bei Rückgabe des leihpreis Rabatt! defekte gegen eine Geräts wieder erstatfunktionstüchtige tet werden. BeschädiMaschine ausgetauscht werden. Au- gungen oder Abnützung von Verschleißßerdem merken Sie dann gleich, ob teilen werden in Rechnung gestellt. Auch Sie mit der Maschine umgehen kön- dafür sollten Sie die Preise im Vorhinein nen oder sich doch lieber für ein an- kennen. deres Modell entscheiden sollten. Manche Maschinenverleiher empLassen Sie eventuell vorhandene fehlen den Abschluss einer VersicheSchäden (Kratzer usw.) unbedingt rung beziehungsweise einer Haftim Mietvertrag schriftlich festhalten, pflichtversicherung. Die gibt es zu damit Sie bei der Rückgabe nicht zur günstigen Wo­ chen­ endtarifen und sie Kassa gebeten werden können. Glei- ersparen im Falle des Falles eine teure ches gilt für obligates Zubehör. Ein Reparatur oder Ersatzleistung.

Bagger, Radlader & Co Dass man in Baumärkten Werkzeug ausleihen kann, ist allgemein bekannt. Darüber hinaus gibt es aber auch Unternehmen, die Baumaschinen wie Bagger oder Beton­ abziehgeräte, Baugerüste, Bauaufzüge usw. zum Verleih anbieten. Firmen, die Baumaschinen auch an Private verleihen, haben sich einer umfassenden Betreuung der Baustelle verschrieben und begleiten den Kunden praktisch bis zur Fertigstellung des Rohbaus. Die Tages-, Wochen- oder Monatsmiete wird nach festen Sätzen vom Vertragsabschluss bzw. der Maschinenübernahme bis zur Rückgabe berechnet. Bei län-

gerer Mietdauer kann gelegentlich auch pauschal abgerechnet werden. Bedenken Sie auch unbedingt, dass Maschinenmietverträge immer zu vergebühren sind! Besteht keine Möglichkeit, die Leihmaschine selbst zu transportieren, kann man sie sich auch liefern lassen. Die Bereitstellung und Rücklieferung der Baugeräte wird dann nach Kilometersätzen abgerechnet. Die Rückgabe einer Maschine sollte normalerweise bei der jeweils nächsten Niederlassung erfolgen. Man kann aber das Leihgerät, falls notwendig, auch bei einer anderen Zweigstelle zurückgeben, ohne dass dadurch Mehrkosten entstehen.

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Massive Baustoffe Ziegel, Beton, Naturstein sind die wichtigsten Vertreter der massiven Baustoffe. All diese Materialien bestehen aus natürlichen mineralischen Rohstoffen wie Sand, Kies oder Ton.

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r ist bei uns immer noch das beliebteste Baumaterial – der massive Mauerstein. Doch Mauer ist nicht gleich Mauer. Unterschieden werden Stein- und Konstruktionsarten. Ein Überblick.

Ziegel Der am längsten bekannte und verwendete künstlich gefertigte Mauerstein ist der Ziegel. Aus tonhaltigem Lehm entsteht durch Brennen ein robuster, langlebiger, keramischer Werkstoff. Standard-Mauerziegel im Normalformat (NF) haben die Abmessungen 25 x 12 x 6,5 cm. Es gibt sie in voller Ausführung und als gelochte Variante mit einem Lochanteil bis 25 Prozent. Bei einem höheren Lochanteil werden sie als Hochlochziegel bezeichnet.

Hochlochziegel (Lochung senkrecht zur Auflagefläche) können tragend eingesetzt werden; Langlochziegel (Lochung waagerecht zur Auflagefläche) besitzen eine weniger gute Tragfähigkeit. Der Leichthochlochziegel – typischerweise für den Bau von Außenwänden verwendet – erhält durch porenbildende Zusätze eine noch bessere Wärmedämmung bei gleichzeitig niedrigerem Gewicht.

Porenbeton Porenbeton ist ein leichter, poröser, mineralischer Baustoff auf der Grundlage von Kalk-, Kalkzement- oder Zementmörtel, der sehr gute Wärmedämmeigenschaften, eine leichte Verarbeitbarkeit und eine hohe Festigkeit aufweist.


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Die Bezeichnung „Beton“ ist etwas irreführend, da das Material üblicherweise keine Zuschlagstoffe wie Sand oder Kies enthält. Porenbetonsteine sind perfekt für den Bau von Außen- und Innenwänden sowie für leichte Zwischenwände, Decken und auch Dächer. Plansteine aus Porenbeton werden in der Produktion millimetergenau geschnitten. Die maßgenauen Steine werden mit handelsüblichem Dünnbettmörtel versetzt. Der Mörtel wird mit einer gezahnten Plankelle vollflächig auf die Lagerfuge der Mauer aufgezogen. So entstehen Mörtelfugen von etwa 1 bis 3 mm Dicke. Plansteine mit Nut und Feder benötigen keinerlei Stoßfugenvermörtelung, da sie wie Planziegel dicht aneinandergesetzt werden. Die Steine können mit einer Baustellensäge oder einer Handsäge mit grober Spezialzahnung einfach zugeschnitten werden. Platten aus Porenbeton enthalten wie Bauteile aus Stahlbeton eine Be-

wehrung, die Zugkräfte aufnehmen kann. Fertigbauteile aus Porenbeton kommen als Wand-, Decken und Dachplatten zum Einsatz, auch hier als einfachste Lösung für hohe Wärmedämmung. Da Porenbeton zu großen Teilen aus Luft besteht, kann man die einzelnen Steine größer machen und man kommt beim Bauen schneller voran.

Beton Betonvollblöcke finden im dekorativen Mauerwerksbau Anwendung. Zum Herstellen von Gartenmauern oder auch für Treppenstufen im Gartenbau werden beispielsweise Betonvollblöcke verbaut.

Leichtbeton Blähtonsteine werden aus porigen, mineralischen Zuschlägen (z. B. Bims, Ziegelsplitt, Blähton) und Zement als Vollsteine oder -blöcke und Hohlblocksteine in Normalund Plan­ ausführung hergestellt.

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Die Konstruktionsarten der Wand Grundsätzlich lassen sich drei Varianten, nimmt man die Möglichkeit der Sichtziegel- oder Klinkerfassade hinzu, vier Alternativen unterscheiden. Wir haben diese für Sie hier näher erklärt.

1. Einschalig, monolithisch Sie warten mit guten Wärmedämm­ eigenschaften, geringem Gewicht und guter Putzhaftung auf. Große Formate ermöglichen schnelles, wirtschaftliches Mauern. Die guten Dämmeigenschaften lassen sich nochmals verbessern, indem die Kammern mit einem mineralischen Dämmstoff gefüllt werden. Die hohe Maßhaltigkeit, die ebene Oberfläche und die Verzahnung der Stoßfugen bewirken einen geringen Mörtelverbrauch, minimieren Wärmebrücken und optimieren die Dämmwerte der Gesamtkonstruktion, sodass mit einschaligem Mauerwerk ein U-Wert von unter 0,20 W/m2K möglich ist.

Kalksand Kalksandstein (auch Sandsteinziegel) wird aus den natürlichen Rohstoffen Kalk, Sand und Wasser mit geringem Energiebedarf hergestellt. Die Steine werden in speziellen Dampfdruckkesseln, den Autoklaven, bei Temperaturen von ca. 200 °C unter Druck vier bis acht Stunden gehärtet. Eingesetzt wird der Kalksand für Trennschutzwände oder Außenwände (Achtung: Hier ist eine Wärmedämmung nötig!). Die Steine haben eine hohe Schalldämmung und sorgen für gutes Raumklima.

Lehm Lehm ist schon sehr lange einer der wichtigsten Baustoffe der Menschheit – zu Recht. Lehm ist nicht nur günstig, sondern auch multifunktional. Der Baustoff besteht aus drei Bestandteilen: Ton, Schluff und Sand. Letzterer ist uns vermutlich noch von den ersten Bauversuchen aus der Kindheit in Erinnerung. Schluff hingegen ist so feiner Sand, dass die einzelnen Teilchen vom Auge nicht

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Unter einschaligen Ziegelwänden versteht man Wände, die, abgesehen von Putz und Mörtel, aus nur einem Baustoff (in diesem Fall Ziegel) bestehen. Dieser muss alle bauphysikalischen (Wärmeschutz, Brandschutz, Schallschutz) und statischen Anforderungen erfüllen. Einschalige Ziegel­ außenwände werden meist in Ziegeldicken von 38 bis 50 cm realisiert. Wesentliche Vorteile sind beispielsweise das ausgewogene Verhältnis von Wärmedämm- und Wärmespeichereigenschaften, die einfache Verarbeitung, geringe Materialvielfalt, gutes Dampfdiffusionsverhalten, die hohe (mechanische) Beanspruchbarkeit der Fassade, die leichte Um- und Rückbaubarkeit sowie die problemlose Baurestmassentrennung und damit Recyclierbarkeit. Das monolithische Außenmauerwerk erfreut sich immer größer werdender Beliebtheit.

2. Mehrschalig, Ziegel-Zweischalenmauerwerk Seit Jahrzehnten gehört das Zweischalenmauerwerk zu den wichtigsten Außenwandkonstruktionen. Das Zweischalenmauerwerk besteht aus zwei Mauerschalen aus Ziegel und einer wärmedämmenden Zwischenschicht, sprich einem tragenden Wandteil, dann einer Dämmschicht von mindestens 15 Zentimetern und außen einer zwölf Zentimeter starken Vormauerung. Jede der drei Schichten übernimmt einen ganz spezifischen Teil der Anforderungen, die an eine Außenwand gestellt werden. Im koordinierten Zusammenwirken ergibt sich die Summe der guten Eigenschaften des Ziegel-Zweischalenmauerwerks. Diese Konstruktion kann mit verputzter Vorsatzschale oder mit Klinkervorsatzschale (die vierte Möglichkeit der Außenwandkonstruktion und -gestaltung) ausgeführt werden.

3. Ziegelwand mit Wärmedämmverbundsystemen Auf eine Ziegelwand (z. B. 25 cm dick) wird außen eine zusätzliche Dämmschichte aufgebracht, meist geklebt. Der Ziegel übernimmt dabei die Funktionen der Lastabtragung, der Schalldämmung und der Wärmespeicherung; die Zusatzdämmung verbessert das Wärmedämmvermögen. Als Wärmedämmstoffe werden in der Regel expandiertes Polystyrol oder Mineralfaserdämmstoffe verwendet, aber auch z. B. mehrschichtige Holzwolle-Leichtbauplatten, Mineralschaumplatten oder Korkplatten. Als Putze kommen kunstharzmodifizierte Putze, rein mineralische Putze und reine Kunstharzputze infrage. Das Putzsystem besteht aus einem glasgewebebewehrten Unterputz und einem Oberputz.

mehr erfasst werden können, und Ton ist das Bindemittel im Lehm. Da es sich um ein Naturprodukt handelt, ist das Mischungsverhältnis unterschiedlich. Gute Materialkenntnisse oder ein Fachmann helfen bei der Auswahl

der richtigen Mischung, damit in der Anwendung das gewünschte Ergebnis erzielt wird. Eine weitere Alternative stellen auch noch die im Fachhandel erhältlichen Fertigmischungen dar. Lehm lässt sich problemlos wie-


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derverwenden, er kann selbst nach Jahrhunderten noch, mit Wasser aufgeweicht, erneut verwendet werden. Fetter Lehm enthält viel Ton und hat eine hohe Bindekraft, da er jedoch bei der Aushärtung um bis zu 12 Prozent schwinden kann, behilft man sich mit der Beigabe von Stroh, Holz oder eben Sand. Magerer Lehm enthält bereits von Natur aus viel Sand. Im Normalfall wird Lehm ungebrannt verwendet, er kann aber auch zu Ziegeln gebrannt werden. Lehmziegelwände haben ein Problem mit starkem Regen, sie müssen also vor Feuchtigkeit geschützt werden.

Klinker für Sichtmauerwerk Beim Klinker handelt es sich um Mauerziegel, die zur Herstellung

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von Mauerwerk (z. B. Vorsatzschale für Ziegel-Zweischalenmauerwerk) mit hoher Widerstandsfähigkeit gegen chemische Einflüsse und/oder Frost sowie für Mauerwerk mit hoher Druckbeanspruchung für Verkleidungen und Vormauerungen dienen und aus steinzeugähnlichen Massen, die bis zur durchgehenden Sinterung gebrannt werden, bestehen.

Holz In erster Linie mit Leichtbau in Verbindung gebracht, ist Holz natürlich ein massiver Baustoff. Die natürlichen Eigenschaften von Holz in Sachen Feuchtigkeitsregulierung und Diffusionsfähigkeit sind nahezu unübertroffen. Es ist trotzdem sehr widerstandsfähig, ermöglicht

einen schnellen Baufortschritt ohne Trocknungszeiten, und seine geringe Wärmeleitfähigkeit eignet sich perfekt für energieeffizientes Bauen, da auch keine trägen Speichermassen vorhanden sind, die für thermische Verzögerungen bei raschen Temperaturänderungen sorgen. Holz ist zudem ökologisch und nachhaltig, es ist nachwachsend und regional verfügbar. Zement ist ein hydraulisches Bindemittel für Mörtel und Beton, das aus Kalk, Ton, Mergel sowie einigen Zusätzen hergestellt wird. Von diesen Zumahlstoffen, ihrer Art und Menge und der Mahlfeinheit des Zements hängen die gewünschten physikalischen und technischen Eigenschaften des Endprodukts ab.

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Baustoff Holz Tradition & Moderne Der Holzbau hat in Europa eine lange Tradition. Die waldreichen Gebiete in Mitteleuropa, Russland und dem skandinavischen Raum waren früher geprägt von Blockbauten. Und noch heute überzeugt der Baustoff durch seine Vorteile.

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iele der robusten und massiven Holzbauten überdauern Jahrhunderte und zeugen noch heute von der Beständigkeit dieses Baustoffs. Doch im Laufe der Evolution trat Holz als Baustoff immer seltener in Erscheinung und wurde von Stahl- und Betonbauten mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt. Seit einigen Jahren aber ist eine Trendwende zu beobachten, welche den natürlichen Werkstoff Holz auch für den modernen und innovativen Wohnbau attraktiv macht.

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Holzbau ist nicht gleich Leichtbau Spricht man von Voll- oder Massivholz, ist Rund- oder Schnittholz gemeint. Rundholz steht für ent­astete, entrindete Stämme oder Stamm­ abschnitte. Schnittholz wird aus dem Stamm geschnitten, anschließend gehobelt und/oder geschliffen. So entstehen Balken, Pfosten, Bretter, Kantholz, Latten usw., die sich durch spezielle Maße für den jeweiligen Einsatz definieren. Das Brettschichtholz schließlich, auch als Leimholz oder Leimbinder bezeichnet, wird aus mindestens drei, meist aber mehr Brettlagen versetzt verleimt und ist für höchste statische Ansprüche gedacht. Man kann damit große Weiten ohne Zwischenständer überspannen und so die moderne offene Bauweise realisieren. In Österreich werden


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v. a. Nadelhölzer wie Fichte, Tanne und Kiefer am Bau eingesetzt, aber auch die Lärche findet noch immer Verwendung, etwa als Dachschindel. Laubhölzer sind hierzulande vor allem in Form von Eiche und Buche im Innenausbau anzutreffen.

Qualitätskriterien Wenn Sie mit Holz bauen wollen, sollten Sie sich bei den Planern und Ausführenden bzw. den Herstellerunternehmen über die folgenden Qualitätskriterien erkundigen, die für einen qualitativ hochwertigen Holzbau stehen: • Brandschutz (Für den Holzbau dürfen nur Produkte verwendet werden, deren Verhalten im Brandfall mittels Klassifizierungsbericht oder durch Eurocode-Berechnung dokumentiert wurde.) • Schallschutz, Trittschallschutz (doppelte Beplankung auf beiden Seiten, Entkoppelung von Holz- und Metallständern und Platten, Verwendung von Dämmstoffen mit höherem spezifischem Strömungswiderstand und perfekte Abdichtung der Bauteilanschlüsse) • Sommerlicher Hitzeschutz (mechanische Kühlung möglichst durch baulichen Überwärmungsschutz wie Beschattung ersetzen) • Wärme- und Feuchteschutz (dampfdiffusionsoffen nach außen, Dampf­bremsenabstimmung mit Wind-

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Vorteile Holzbauweise Der natürliche Baustoff bringt so einige Vorzüge mit sich. Neben der Tatsache, dass beim Holzbau viel in Eigenregie bewältigt werden kann, sind dies: • Beitrag zum Klimaschutz • Trockenbauweise & Vorfertigung • geringere Wandstärken und damit Raumgewinn

schutz- und Schalungsbahn, Verzicht auf hygroskopische Dämmstoffe, empfohlene Holzfeuchte bei Einbau: 12 Prozent) • Konstruktiver Feuchteschutz ohne Chemie (keine Feuchte von außen eindringbar – etwa durch entsprechende Dachvorsprünge – und eine rasche Austrocknung nach außen) • Mittlerer U-Wert (bei Bauteilen aus inhomogenen Schichten vorgeschrieben; bei der Angabe von U-Werten nur in der Dämmstoffebene!) • Heizwärmebedarf

Angstthema Brennbarkeit „Die Brennbarkeit der Bauweise hat keinen Einfluss auf die Sicherheit in Gebäuden. Hierzu gibt es eine Vielzahl an nationalen und internationalen Untersuchungen.“ Dr. Martin Teibinger, Bereichsleiter Bauphysik bei Holzforschung Austria, bringt die nicht höher einzuschätzende Brandgefahr von Holzgebäuden auf den Punkt. Das Branden-

tstehungsrisiko ist nicht vom Baumaterial abhängig. Vielmehr bestimmen das korrekte Verhalten der Bewohner, der Zustand der Elektroinstallationen oder auch die Beschaffenheit der Innenausstattung, wie hoch das Brandrisiko im Gebäude tatsächlich ist. Häuser aus Holz sind genauso sicher wie Mauerwerksbauten. Voraussetzung: Bei der Bauplanung und Realisierung wurden die richtigen Maßnahmen ergriffen. Die Sicherheit eines Gebäudes wird durch die Erfüllung der behördlichen Anforderungen an den Brandschutz bestimmt. Dazu zählen vorbeugende bauliche Maßnahmen, die Brände verhüten helfen, eine Ausbreitung des Feuers verhindern oder verlangsamen sowie eine aktive Brandbekämpfung erleichtern. Also der Einsatz von nicht brennbaren Materialien in Konstruktion und Innenausbau oder eben die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen bezogen auf Fluchtwege und Brandabschnitte.

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Erdbewegungen Die Verwendung oder Entsorgung von Aushubmaterial ist ein Planungsvorgang für sich. Allein der Aushub der Baugrube ist keine Beschäftigung für Do-it-Yourselfer, da müssen Profis mit ihren Maschinen ran.

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gal ob für ein Bauwerk, einen Teich oder ein Schwimmbecken – der Erdaushub ist immer eine bauliche Maßnahme, die man unbedingt Fachunternehmen überlassen sollte. Diese verfügen über spezielle Maschinen, mit denen man solche Arbeiten rasch und wirtschaftlich durchführen kann, und wissen auch, wie mit eingeschlossenen Fels­brocken, Schlammschichten oder unerwartetem Grundwasservorkommen umzugehen ist. Als Bodenaushub gelten ausschließlich natürlich gewachsene, in ihrer stofflichen Zusammensetzung

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nicht nachteilig beeinflusste, also nicht kontaminierte Lockerund Festböden, die beim Hoch-, Tief- oder Erdbau ausgehoben oder abgetragen werden. Etwaige Altmaterialien, die beim Schleifen eines Bestandsobjekts anfallen, müssen gesondert als Baurestmassen behandelt werden.

Garten & Außengelände Mit einem Teil des Aushubmaterials können Geländestrukturen angelegt werden. Dabei sollte man sich aber immer an den bestehenden Gegebenheiten orientieren und grundlegende Änderungen nur dann durchführen, wenn es wirklich nicht möglich ist, das Grundstück anders zu nutzen. Ist ein Gelände zum Beispiel sehr steil, so muss man natürlich Terrassen bauen, um den Grund entsprechend ausnutzen zu können. Grundsätzlich zu bevorzugen ist aber die Anpassung von Struktur und Stil eines Gartens an vorherrschende Abhänge, Erhöhungen und existierende Ebenen. Ist ein Grundstück flach, kann mit dem Aushubmaterial ein Gelände mit Hügeln und Senken geschaffen werden.

Übrigens lassen sich auch später noch alternative Lösungen für monotone oder schwierig kultivierbare Grundstücke finden. So kann man mit Pflanzen gewisse Charakteristiken des Geländes hervorheben. Will man hingegen einen Abhang verstecken, so pflanzt man relativ hohe Bäume an der Basis. Soll vielleicht eine Erhebung besonders betont werden, könnten großwüchsige Bäume an der höchsten Stelle gesetzt werden.

Gartenteich vorbereiten Beim Aushub für einen Gartenteich ist zu beachten, dass die Grube größer ist als die spätere Wasserfläche, da noch Platz für die Dicke des Substrats sowie der Abdichtung und für die Ufergestaltung benötigt wird. Dabei bezieht sich dieses Ufer auf denjenigen Teil, der sich innerhalb der Abdichtung befindet. Die Ufergestaltung sollte anschließend noch über den Folienrand hinausgehen. Im ersten Schritt werden im ganzen Teichbereich inklusive Uferbereich innerhalb der Abdichtung die Grasnaben rund 30 Zentimeter tief abgegraben. Machen Sie das vorsichtig, denn Sie können diese später noch brauchen. Der Rand der Teichgrube soll senkrecht verlaufen, da die Abdichtung ja auch senkrecht nach oben gezogen wird. Die Dicke des Substrats, welches über der Abdeckung zu liegen kommt, sollte am Ufer rund 30 Zentimeter betragen. Mit dem Entfernen der Grasnaben ist der Uferbereich für einen Folienteich bereits entsprechend ausgehoben. Danach wird die eigentliche Wasserfläche gegraben. Zur gewünschten Wassertiefe muss die Höhe des Substrats von zehn bis 20 Zentimeter eingerechnet werden. Die Dicke der Abdichtung ist ebenfalls einzurechnen, wenn diese

z. B. aus Lehm bestehen soll. Beim Lehmteich beträgt sie rund 50 Zentimeter und am Rand sollte rund 30 Zentimeter breiter gegraben werden. Die nährstoffarme Erde aus den tiefen Schichten wird gesondert aufgehäuft. Sie kann später teilweise zum Befüllen verwendet werden. Ist der Teich grob ausgehoben, kommt die Feinarbeit. Wenn er mit Folie abgedichtet werden soll, ist darauf zu achten, dass möglichst runde Formen ausgehoben werden und keine Kanten vorhanden sind. Kanten müssen geglättet und Löcher gerade verfüllt werden, sodass die Folie gerade aufliegen kann. Ansonsten wird die Verlegung viel mühsamer, die Folie kann sogar be-

Was gilt als Bauschutt? Zum Bauschutt zählt sämtliches Abbruchmaterial, das im Zuge einer größeren Renovierung oder einer Sanierung anfällt: Beton (u. a. Silikatbeton, Gasbeton), Ziegel, Klinker, Porzellan, Glas, Fliesen, Mörtel, Verputze, Kies, Sand, Splitt, Asphalt, Bitumen, Faserund Asbestzement, Steinmaterial, Mauerstein auf Gipsbasis, Stukkaturmaterial, Kaminsteine, Schamotte. Nicht als Bauschutt definiert man den Baustellenabfall, sprich Metall sowie Kunststoff, Holz oder andere organische Materialien (Papier, Kork usw.) und natürlich Sperrmüll. Mineralischer Bauschutt darf nur in geringem Maße enthalten sein.

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schädigt werden. Inseln oder kleine Buchten werden erst beim Befüllen des Teichs innerhalb der Abdichtung geformt. Graben Sie diese möglichst gerade weg und lassen Sie nicht beispielsweise einen Hügel für eine Insel stehen. Wurzeln und hervorstehende Steine sollten abgeschnitten bzw. entfernt werden, weil sie sonst die Abdichtung schädigen. Oft sieht man, dass Teichbauer den Aushub einfach rund um das Teichloch anhäufen. Der Wasserspiegel ist dann auch noch höher als die Umgebung und der Teich wirkt sehr künstlich. Um einen harmonischen Eindruck zu erzeugen, sollte das Gelände immer zum Wasser hin abfallen. Liegt der Teich an einem leicht geneigten Hang, kann der Aushub dazu benutzt werden, um eine Gegensteigung zu bilden und damit einen natürlicheren Eindruck zu verschaffen sowie den Teich zu stabilisieren. Ein kleiner Hügel neben dem Teich wirkt ebenfalls attraktiv. Darin können auch gleich Unterschlüpfe für die Amphibien und andere Tiere angelegt werden. Den Hügel können Sie als Trockenstandort mit Steinen und einer Magerwiese gestalten oder die Grasziegel, die Sie ausgestochen haben, als Abdeckung verwenden. Auch der Aushub für einen Pool erfolgt etwas großzügiger als der Pool selbst, da oftmals eine Abstützung des Erdreichs und eine Dämmung sinnvoll sind. Beziehen Sie von Beginn an eine professionellen Poolbauer mit ein!

Erdspeicher und Tiefenwärme Der Aushub für einen Erdspeicher stellt ebenfalls besondere Anfor-

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Achtung vor Asbest & Co Gefährliche Abfälle sind immer getrennt von ungefährlichen zu lagern, sodass keine Gefahr für Umwelt, Tier und Mensch gegeben ist. Zu den gefährlichen Baurestmassen zählen als wichtigster und größter Vertreter die Asbeste, die teilweise noch immer in alten Dach- und Wandverkleidungen als Dämm- und Schutzmaterial im Innen- und Außenbereich zu finden sind. Diese dürfen bei Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten nur von speziell dafür ausgerüsteten Abbruchfirmen entfernt und müssen als Sondermüll entsorgt werden. Lösungsmittelhaltige Farben und Lacke sind ebenso als Gefahrenstoffe zu behandeln wie die damit verunreinigten Abdeckpapiere, Folien und Bänder. Elektro- und Elektronikschrott sollte dem Recyclingprozess zugeführt werden.

derungen. Nach dem Ausheben der Baugrube muss die Grubsohle mit einer zehn Zentimeter starken Kiesschicht eingeebnet werden. Vor dem nächsten Arbeitsschritt sollten sämtliche Anschlüsse wie Zu- und Überlauf sowie Brauchwasserleitungen vorbereitet sein. Nun kann der Tank in die Grube gesetzt werden, aus Stabilitätsgründen füllt man ihn zu einem Drittel mit Wasser. Anschließend wird die Grube in Schichten zu jeweils zehn Zentimetern bis auf Höhe des Wasserstands mit dem Aushubmaterial aufgefüllt. Fahren Sie nach dieser Methode so lange fort, bis der Tank bis zur Oberkante gefüllt und das Material in der Grube auf gleiche Höhe aufgeschüttet ist. Erst dann sollten die vorbereiteten Leitungen angeschlossen werden. Jetzt noch Teleskop-Domschacht aufsetzen und die Baugrube komplett auffüllen. Fertig! Weitere Details zu diesem Thema erfahren Sie auch im Kapitel Be- und Entwässerung, Abschnitt Regenwassernutzung.

Eine weitere besondere Herausforderung stellen die Erdarbeiten zur Installation von Erdwärmesonden dar. In den meisten Fällen entstehen bei der Bohrung durch vorangegangene, sorgfältige hydrogeologische Gutachten und der Beschränkung der Bohrungen auf unkritische Gesteinsschichten keine nennenswerten Schäden. Grundsätzliche Risiken wie die Verschmutzung des Grundwassers oder eine Änderung der hydraulischen Verhältnisse im Untergrund mit einer einhergehenden Beeinflussung von benachbarten, bestehenden Grundwassernutzungen oder die Auslaugung von leicht löslichen Bestandteilen können jedoch nicht völlig ausgeschlossen werden. Bei der Sondierung ist daher mit großer Sorgfalt vorzugehen. Alle damit in Zusammenhang stehenden Erdarbeiten sind fachmännisch durchzuführen, um die günstigen bodenphysikalischen Eigenschaften der Umgebung und die weitere Nutzung, zum Beispiel als Garten, zu erhalten.


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Die Gründung Vom Aushub über das Fundament bis zur Bodenplatte oder dem Keller. Mit der Gründung beginnt der eigentliche Hausbau. Sie bildet die stabile Basis Ihres ­künftigen Heims.

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er praktische Teil des Hausbaus beginnt mit dem Aushub der Baugrube. Zuvor sollte die oberste, wertvolle Erdschicht abgetragen und gesondert gelagert werden. Dieses Abschieben des sogenannten Mutterbodens kann übrigens auch in Eigenregie mit einem kleinen Radlader (Leihgerät) erfolgen. Entfernen Sie diesen wertvollen Boden, den sie später zur Gartengestaltung verwenden können, auch in den Bereichen der Zufahrt und der Materiallagerplätze.

Bodenklasse checken Für erfolgreiche Bauarbeiten ist die Kenntnis der Bodenbeschaffenheit sehr wichtig. Wer keine unangenehmen Überraschungen erleben möchte, sollte spätestens vor dem Erdaushub ein Bodengutachten er-

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stellen lassen. Während schottrige Böden das Abrinnen von Wasser begünstigen, benötigt man bei Lehmböden mit Staunässepotenzial in den meisten Fällen gute Drainagierungen und Regenwasserrinnen sowie Versickerungssysteme zur richtigen Wasserableitung. Wichtig gerade in hochwassergefährdeten Gebieten ist es, Rückstauklappen einzuplanen. Falls die Sohle der Baugrube wenig tragfähig ist, besteht auch die Möglichkeit, vom Fachmann eine Bodenverbesserung in Form einer Kiesoder Schotterschicht einbringen zu lassen.

Die Größe der Baugrube Die Ausmaße der Baugrube müssen jene des Hauses in Länge und Breite um mindestens 70 cm über-


baup e rfe k t 2 0 1 8 © Patryk Kosmider/Shutterstock

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schreiten. Dabei ist auch Platz für die Drainagen (Wasserableitungen) einzurechnen. Nach dem Aushub wird auf der Baugrubensohle das sogenannte Schnurgerüst aus Pfosten und Schnüren errichtet. Diese Vorrichtung entspricht dem Vermessungsplan an den Baufluchtlinien, die Schnittpunkte markieren die späteren Hausecken. Je früher Sie wissen, was Sie wollen, desto besser. Denn schon im Zuge der Erdarbeiten sollte auch an zusätzlichen Raum unter Tage gedacht werden, der etwa für die Installation einer Zisterne zur Regenwassernutzung, einer Sickergrube oder einer Erdwärmepumpe bzw. Tiefenwärmenutzung benötigt wird! Vor dem Betonieren des Fundaments geht es dann an die Kanalisierung.

Kanalisierung vorbereiten Einerseits erfolgt der Anschluss des Kanalstrangs (Kanalrohre) an den öffentlichen Kanal bzw. an die Senk- oder Kläranlage. Auf der anderen Seite wird

der Kanal bis zu jenen Punkten geführt, Streifenfundamenten bestehen könwo die senkrechten Leitungen (Falllei- nen, in den Baugrund abgeleitet. Da tungen) geplant sind. An dieser Stelle nicht nur das tragende Mauerwerk, setzt der Baumeister den Aufstandsbo- sondern die gesamte Hausfläche gegen (Anschlussstück an die Fallleitung) gen die Bodenfeuchtigkeit geschützt bzw. den Regensinkkasten. Sollten Sie werden soll, ist es empfehlenswert, eine private Regenwassernutzungsan- die Fundamente in Verbindung mit lage erwägen, ist es besonders wichtig, einer Betonplatte (Plattenfundament) zwischen Abwasser- und Regenwasser- herzustellen. Diese werden aus Bekanal zu unterscheiden ton- bzw. Stahlbeton und diese entsprechend Die Bodenbeschaf- auf einer mit PE-Folie zu kennzeichnen, daRollfenheit beeinflusst abgedeckten mit es später nicht zu schotterschicht herdie Aushubvoraus- gestellt. Fundamente falschen Anschlüssen setzungen. kommt. Der Abwasserbzw. Platte müssen bzw. Schmutzwasserkamindestens bis zum nal nimmt Schmutz- und Regenwasser gewachsenen, also tragenden Boauf und führt es weiter, während der den und unter die ortsübliche FrostRegenwasserkanal ausschließlich zur grenze (80 bis 160 cm) reichen. Das Regenwassernutzungsanlage gehört. Fundament ist so tief zu führen, dass Ist eine Versickerung des Dachflä- sich die Last unter einem Druckverchenwassers am eigenen Grund nicht teilungswinkel von 60 Grad zur Waagmöglich, so muss es ins öffentliche rechten auf die ganze FundamentNetz, sprich den öffentlichen Regen- breite verteilen kann. wasserkanal (bei Trennsystemen!), abgeleitet werden. Auch hier sollten Sie darauf achten, dass die auf Ihrem Spezialgründung nötig? Grundstück verlaufenden Stränge für den Abwasser- und eben diesen ReWenn die gängigen Arten der Fungenwasserkanal genau gekennzeichnet dierung, wie etwa Streifenfundasind, damit es später zu keinen falmente, nicht ausreichen, um das schen Anschlüssen kommt. Haus stabil und sicher aufzustelIm Freien werden Kanalstränge in len, können besondere FundieKünetten verlegt. Die Tiefe der Künetrungskonstruktionen erforderlich ten ergibt sich aus der Frosttiefe (die werden. Gründe dafür können Kanalstränge sind im frostfreien Beeine schlechte Bodenqualität mit reich zu führen). Dabei ist auch auf der Gefahr des Absinkens, ein eine einheitliche und vorschriftgemäße sehr hoher Grundwasserstand Gefälleausbildung zu achten, sinnvoll (Gefahr von Wasserschäden) oder sind 2 bis 5 Prozent. eine Hanglange mit daraus resultierender Rutschgefahr sein. Eine Das Fundament Bodenauswechslung kann hier Traditionell werden die auftretenden schon Abhilfe leisten! Lasten mithilfe von Gründungs­ systemen, welche aus Einzel- und

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Keller: Ja oder Nein? Die Entscheidung, ob Sie ein Untergeschoß brauchen oder nicht, hängt von mehreren Faktoren ab. Der Preis spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Hier alles zum Thema Keller.

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rüher gehörte der Keller ohne den geringsten Zweifel zu jedem Haus dazu. Doch immer mehr Bauherren entscheiden sich heute ganz bewusst gegen das Untergeschoß. Gute Argumente gibt es auf beiden Seiten. Während viele ganz einfach überzeugt davon sind, dass ein Haus ohne Keller kein Haus ist, stellen sich andere die Frage: Was muss denn unbedingt unter der Erde sein, was ich nicht auch oben haben könnte? Ein Keller bietet zusätzlichen Stau- und Wohnraum, ohne die Grundfläche vergrößern zu müssen. Das bei der Ent-

scheidung gegen einen Keller gesparte Geld kann dann aber anderweitig im Haus verbaut werden. Im Endeffekt gilt es, die Entscheidung individuell zu fällen. Fakt ist: Der Preis für einen Keller wird meistens überschätzt. Ein Haus – ob mit oder ohne Keller – benötigt ohnehin eine Gründung in frostsicherer Tiefe, Erdbauarbeiten sind daher in jedem Fall nötig. Zudem sind ebenerdige, nicht frostsichere Kellerersatzräume auch nicht kostenlos und verbrauchen wertvolle Grundstücksfläche. Bei einem frei stehenden Einfamilienhaus


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sind die Mehrkosten für Unterkellerung im Durchschnitt mit etwa 22.000 Euro anzusetzen, bei einem Reihenmittelhaus muss mit rund 10.000 Euro gerechnet werden.

Die Kellerplanung Bei der Errichtung des Kellers ist neben der geplanten Nutzungsart (soll der Keller ein reiner Abstellraum sein, zum Wohnraum werden oder eine private Wellnessoase darstellen?) vor allem auf die Statik des Gebäudes und erforderliche Einbauten wie Kanal- und Stromanbindung Rücksicht zu nehmen. Voraussetzung für die ersten Arbeiten an Ihrem Projekt ist jedoch, dass der Baubescheid vorliegt und Rechtskraft erlangt hat. Weiters dass Sie sich Sicherheit über die Art und Beschaffenheit Ihres Bodens und

von Einbauten wie Kanal, Versorgungsleitungen etc. verschafft haben.

Nur ein dichter Keller ist ein guter Keller Gebäudeteile, die im Erdreich liegen, sind besonders durch aufsteigende und eindringende Feuchtigkeit gefährdet. Nur optimale Vorkehrungen im Perimeterbereich bieten Schutz und man sollte daher auf Kellerwände aus Dichtbeton sowie eine Außendämmung aus extrudierten Polystyrol-Hartschaumplatten oder Schaumglas bestehen. Die Fugen zwischen Kellerwand und Bodenplatte müssen dicht sein und längs geführte Leitungen in den Wänden sind zu vermeiden. Die eingesetzten Folien und Beschichtungen sollten elastisch und

auch stark genug sein, um mechanischen Beschädigungen widerstehen zu können. Gute Isoliermaterialien sind säurebeständig und unverrottbar. Bei der Verarbeitung muss darauf geachtet werden, dass dieselben Dichtungseigenschaften auch im Stoß- und Fugenbereich gewährleistet bleiben. Hier werden die Materialien überlappt und direkt verklebt oder verschweißt. Die Feuchtigkeits­ isolierungen sind durch Dämmplatten, Noppenbahnen oder Filterkörper zu schützen. Auf das Kellermauerwerk einfach Heißbitumenanstriche aufzutragen reicht nicht aus, denn das Bauwerk muss sich erst langsam setzen, und dann entstehen Risse und Fugen, durch die wiederum Wasser und

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Feuchtigkeit eindringen können. Solche Anstriche verspröden außerdem im Laufe der Jahre. Unterschieden werden waagrechte und senkrechte Abdichtungen gegen eindringende, drückende und aufsteigende Feuchte. Die Bodenabdichtung (= waagrecht) und die Wandabdichtungen (= senkrecht) müssen eine Einheit bilden, die wohl jedem bekannte „Wanne“. Bei mittelmäßig bis schlecht durchlässigen Bodenarten oder bei Bauteilen in Hanglagen ist immer damit zu rechnen, dass sich Stauwasser bilden könnte. In diesem Fall ist eine Abdichtung gegen nicht drückendes Wasser erforderlich. Die senkrechte Abdichtung besteht

Die Alternative Plattenfundament: Eine Bodenplatte lässt sich mit hohem Anteil an Eigenleistungen leichter realisieren als ein Keller in entsprechender Größe. Nach dem Aushub werden als Auflage für die tragenden Wände Fundamentstreifen errichtet, die bis unter die Frostgrenze (ab 80 Zentimeter) reichen müssen. Zwischen den Streifen wird eine mindestens 20 Zentimeter starke Rollschotterschicht aufgebracht und anschließend flächig mit abdichtenden Materialien (z. B. Bitumenpappe) ausgeglichen, bevor es mit dem Betonieren des Fundaments losgehen kann. Für Holzbauten gilt, dass die spätere Bodenebene mindestens 30 Zentimeter über dem Erdniveau liegen sollte.

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bei bindigen Böden aus Dichtungsbahnen. Wenn der Grundwasserspiegel über der Kellersohle liegt, so kann mit einer zu­mindest zweilagigen Bitumenisolie­ru­ng eine Abdichtung vorgenommen werden.

Problem Feuchtigkeit Vernachlässigen Sie keinesfalls die sogenannten begleitenden Maßnahmen wie eine Drainageleitung, Sickerkiesschüttungen, Bodenabläufe in gefährdeten Bereichen, Regenfallrohre mit Senkkästen (und Reinigungsöffnungen), periodische Kontrollen von Abläufen, Rohrleitungen etc.! Denn wenn durch ein Rohrgebrechen oder durch Wasserstau aus der Feuchtigkeit drückendes Wasser einwirkt, sind herkömmliche Abdichtungen unter Umständen nicht mehr ausreichend. Daher ist auch die Ausführung der Abdichtungen sorgfältig durchzuführen und zu kontrollieren. Insbesondere beim Hinterfüllen ist darauf zu achten, dass die richtigen Materialien verwendet werden und die aufgebrachte Abdichtung nicht beschädigt wird. Achtung! Auch bei nicht unterkellerten Gebäuden kann Feuchtigkeit durch die Bodenplatte diffundieren, es sind daher horizontale Feuchtigkeits­isolierungen vorzuziehen, weiters ist eine vertikale Ab­ dichtung unter dem Sockelputz anzubringen. Die horizontale Dichtebene soll sich außerdem über Spritzwasserhöhe befinden.

Gemauert, betoniert oder vorgefertigt? Man unterscheidet zwischen gemauerten Kellern (dabei können sämtliche Formen von Mauersteinen ver-

wendet werden), Fertigkellern aus Betonteilen sowie Modulkellern, eine Mischform z. B. mit vorgefertigten Holzwerkstoffelementen, die auf der Baustelle mit Beton ausgegossen werden. Fertigkeller gibt es in den unterschiedlichsten Ausbaustufen. Das Angebot reicht vom Mitbaukeller, bei dem der Bauherr bereits beim Aufbau helfen und so erheblich Kosten sparen kann, über den Ausbaukeller, bei dem noch die Innenarbeiten zu erledigen sind – zum Teil sind Betontreppen und Deckenplatten bereits im Standardumfang enthalten. Komplettfertigkeller schließlich werden vom Hersteller bezugsfertig ausgebaut. Vor Ort gemauerte Keller werden wahlweise aus großformatigem Ziegel, Kalksand-, Porenbeton- oder Leichtbetonstein, mit oder ohne Zusatzdämmung aufgebaut. Die Vermörtelung kann mit Normal-, Leicht- oder Dünnbettmörtel erfolgen. Da die Kelleraußenwände dem Erddruck standhalten und zusätzlich auch gegen Wärmeverluste schützen müssen, ist je nach Steinart eine Mindestdicke ab 30 cm erforderlich. Beton-Vollwandelemente bestehen aus Normal- oder Leichtbeton. Die liegende Fertigung ermöglicht auf einer Seite eine schalungsglatte Oberfläche. Leichtbetonelemente zeichnen sich durch bessere Wärmedämmung und ein geringeres Transportgewicht aus. Verbindungsschlaufen und Fugenverguss gewährleisten den vertikalen Verbund der Elemente. Bei Betonwänden muss der Anschluss zur Bodenplatte durch Aufrauen, Nuten oder Aufkantungen Querkräfte aufnehmen können.


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Schnell zum neuen Keller Fertigkeller sind kostengünstig, werden schnell errichtet und lassen sich auch individuell gestalten. Die Wand- und Deckenelemente werden im Werk in Einzelteilen vorgefertigt und wie auch beim Fertighaus zur Baustelle gebracht und dort fachmännisch aufgebaut.

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eder KAMMEL-Fertigkeller wird individuell anhand der Wünsche des Kunden geplant, vorgefertigt und ausgeführt. Dazu wird mit dem Bauherrn eine Projektbesprechung durchgeführt, bei der alle Einzelheiten durchgegangen und erfasst werden. Dann folgen die Planumsetzung und die Produktion. Und dann wird der Keller auch schon aufgebaut. Die Montagezeit für Wände und Decke eines Fertigkellers inklusive Betonierarbeiten beträgt nicht mehr als einen Arbeitstag. Fixpreis und fixer Liefertermin werden vom Unternehmen bindend bekanntgegeben, ein verlässliches Kosten- und Zeitmanagement ist möglich.

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Gegenüber dem gemauerten Keller unterscheidet sich der Fertigkeller durch eine kürzere Arbeitszeit und hohe Genauigkeit durch die Vorfertigung im Werk. Die Elektroleerverrohrungen sowie sämtliche Einbauteile (Rohrdurchführungen Kanal, Kabeldurchführungen Elektro-, Wasser- und Telefonleitungen) werden ebenfalls im Werk eingebaut. Genauso wie die Fenster (inkl. Stock und Flügel) und Türzargen. Die Wände müssen im Gegensatz zum gemauerten Keller auch nicht verputzt werden, da die KAMMEL-Fertigteilwände bereits malerfertig angeliefert werden. Noch ein Vorteil: die computergesteuerte und entsprechend genaue Vorfertigung. Etwaige Fehler werden sofort erkannt und ausgebessert, Wände und Decken in

einem Arbeitsgang betoniert. Zum Vergleich: Beim gemauerten Keller muss nach dem Mauern der Wände noch die Decke geschalt und betoniert werden. Und die Vorteile gegenüber dem geschalten Keller? Bei KAMMEL steht der Keller inklusive Wand und Decke an einem Tag. Beim geschalten Keller muss die Schalung öfters umgesetzt werden, was einen höheren Zeitverbrauch mit sich bringt. Wände und Decken können auch hier nicht auf einmal betoniert werden. Alle Einbauteile werden bei KAMMEL bereits maßgenau im Werk eingebaut. Beim geschalten Keller passiert dies ja erst vor Ort – Ungenauigkeiten sind möglich. Auch die Bewehrung muss vor Ort montiert werden – Ungenauigkeiten in der Betondeckung sowie ein Durchrosten sind möglich. Und noch ein Unterschied: Geschalte Keller weisen zumindest bei den Schalungsstößen Grate auf. Diese müssen entfernt werden, um eine ebene Oberfläche zu erreichen.

Welches Kellersystem für wen? Je nachdem, was der Bauherr wünscht, können Wohn-, Wellness- oder simple Abstellkeller realisiert werden. Doch nicht nur die Kundenwünsche, auch der anstehende Boden muss bei der Konstruktion mit berücksichtigt werden. Ist es trocken, tritt Grundwasser auf, ist der Boden versickerungsfähig? All dies muss vor Baubeginn abgeklärt werden. Danach richtet sich die Konstruktion des Kellers.

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Die Tafelgröße wird entsprechend der Tragfähigkeit der Transport- und Hebezeuge limitiert.

Kellerfenster oder Lichtschächte Liegt das Kellergeschoß zur Gänze unter der Erde, müssen, um Tageslicht ins Untergeschoß zu bekommen, sogenannte Lichtschächte für die Fenster gebaut werden. Bei Hanglagen zum Beispiel, wo das Kellergeschoß nicht komplett unter der Erde liegt, werden „normale“ Kellerfenster eingebaut. Der Keller als Wohnraum oder Hobbyraum gewinnt immer mehr an Bedeutung. Neben genügend Tageslicht wird vor allem den Dämmeigenschaften und der Dichtigkeit von Kellerfenstern große Beachtung geschenkt. Man weiß heute, dass durch undichte Fenster

Energiewunder Dichte Kelleraußenwände und eine ebenso dichte Kellerdecke, ergänzt durch druckfeste Kellerfenster am Stand der Technik, sind im wahrsten Sinne des Wortes die Basis für eine gute Energiebilanz Ihres Eigenheims. Ist im Untergeschoß alles dicht und fachgerecht verbaut, lassen sich allein hier bis zu 10 Prozent des gesamten Energieverbrauchs eines Einfamilienhauses einsparen! Besser also, sich hier die Expertise der Fachleute zu holen, als selbst tätig zu werden. Sie können dadurch eine Menge Geld sparen.

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Energie verloren geht. Darüber hinaus können gute Kellerfenster im Falle des Falles einen wertvollen Beitrag zur Sicherheit leisten. Herkömmliche Laibungskellerfenster werden aus unterschiedlichen Materialien hergestellt. Angeboten werden sie unter anderem aus Polymerbeton, Glasfaserbeton, glasfaserverstärktem Polyester (GFK) etc., samt entsprechenden Einbaustützen und Montagezubehör. Um die hohe energetische Anforderung zu erfüllen, setzen die Hersteller auf eine standardisierte Dreifachverglasung, die den Energieverlust eingegrenzt und die Kellerräume mit geringerem Heizaufwand auch in den Wintermonaten warm hält. Auch gibt es hochwasserdichte Laibungsfenster, die mit mehreren Sicherheitsvorrichtungen aufwarten. Zum einen verbinden je nach Fenstergröße bis zu 23 Schließpunkte den Fensterflügel mit dem Fensterrahmen. In Kombination mit dem versiegelten VSG-Glas verformt sich die Scheibe selbst bei hohem Druck nicht. Außerdem verhindern spezielle Dichtungen zwischen Flügel und Fensterrahmen ein Eindringen des Wassers. Die sogenannten druckwasserdichten Modelle erfüllen ihren Zweck, indem der glasfaserverstärkte Kunststoff in einer Gitterstruktur angeordnet ist. Optional gibt es die Möglichkeit, einen Rückstauverschluss an dem Schacht zu montieren. Eine Rückstauklappe sichert zusätzlich die tief liegende Kanalisation im Gebäude und die Abflüsse in den Bodenplatten. Tipp: Um das Gebäude vor rückstauendem Abwasser aus dem Kanalnetz zu schützen, sollten Sie unbedingt auf Rückstausicherungen setzen.

Lichtschächte sollten immer so konstruiert sein, dass die Unterkante des Fensters von einem Lichtkeil, der unter 45 Grad von oben kommt, belichtet wird. Die weiße, glatte Oberfläche im Schacht soll diese Reflektion verstärken. Zudem muss das Regenwasser im Lichtschacht durch eine Abflussöffnung abgeleitet werden, um das Gebäude nicht zu beschädigen. Die obere Öffnung wird mit einem Gitterrost gegen das Eindringen von Laub, Schmutz und Kleintiere abgedeckt, wobei auf eine einbruchsichere Verankerung des Gitterrostes zu achten ist. Unterschieden werden zwei Arten von Lichtschächten: die mit dem Mauerwerk verbundenen und die vom umgebenden Mauerwerk getrennt eingebauten. Erstere müssen aufgrund ihrer fixen Verbindung mit der Kellermauer besonders gegen Feuchtigkeit und Kälte isoliert werden. Angeboten werden diese Lichtschächte in gemauerter und betonierter Ausführung oder es werden Fertigteile aus glasfaserverstärktem Kunststoff verwendet, die an das Mauerwerk angeschraubt werden. Die zweite Art Lichtschächte wird als eigener Bauteil mit eigenem Fundament neben dem Gebäude errichtet und ist mit diesem statisch nicht verbunden. Die Feuchtigkeits- und Wärmedämmung des Gebäudes wird in diesem Fall nicht berührt. In beiden Fällen ist darauf zu achten, dass das Fenster mindestens 20 cm über der Unterkante des Lichtschachtes montiert wird. Es kann ja einmal vorkommen, dass die Entwässerung verstopft ist oder sich Schnee im Lichtschacht ansammelt.


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Ihr Zuhause ist uns wichtig SWA-Fertigteilkellersysteme Das heimische Unternehmen SWA Systembauteile ist auf die Errichtung von Fertigteil-Systemkellern in Trockenbauweise sowie von Wohnkellern mit Beton-Holzverbund-Fertigteilen (Lignoton® Wohnkeller) spezialisiert.

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Die Fassade Sie bestimmt nicht nur die Optik, das äußere Erscheinungsbild eines Hauses, die Fassade bildet auch den Gebäudeschutzmantel. Welche Arten von Fassaden es gibt und welche Aufgaben sie zu erfüllen haben, erfahren Sie in diesem Kapitel.

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pricht man von der Fassade, so meint man die Optik und das wesentliche Prinzip der Gebäudehülle. Unterschieden werden ganz generell Putzfassaden, vorgehängte Fassaden und mehrschalige Außenwände. Eine weitere Unterteilung erfolgt in Loch- und Lamellenfassaden. Als Lochfassade gilt eine herkömmliche Außenwand, die in Massivbauweise hergestellt und mit klar abgegrenzten Öffnungen (Fenstern und Türen) versehen ist. Lamellenfassade hingegen meint, dass bei der Gestaltung Lamellen – meist aus Holz – als wichtiger Gestaltungsfaktor dienen.

Die Putzfassade Die meisten Häuser in unseren Breiten sind verputzt. Eine Putzfassade bietet Schutz vor Nässe und Wind, reguliert Temperaturveränderungen und soll nicht zuletzt vor mechanischen Einwirkungen schützen. Heute kommen verstärkt Dünnschichtputze zum Einsatz, die eine Dicke von lediglich drei bis fünf Millimetern aufweisen. Als Untergrund dafür eignen sich jedoch nur ebene Flächen, wie sie beispielsweise bei Mauerwerk aus Porenbeton entstehen. Zudem erfordern sie das Auftragen einer Haftbrücke.


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Sie können sich zwischen verschiedenen Putzen entscheiden. Mineralische Putze enthalten neben dem Hauptbestandteil Sand ein mineralisches Bindemittel wie Ton, Kalk, Zement oder Silikate. Hier ein Überblick über die wichtigsten Vertreter: • Eine der ältesten Arten ist Kalkputz. Er ist diffusionsoffen, zeichnet sich durch seine gute Wasseraufnahmefähigkeit aus, gilt als gesundheitlich völlig unbedenklich und hat gute elastische Eigenschaften. • Zementputz wird überall dort eingesetzt, wo hohe Anforderungen an die Festigkeiten, Frostbeständigkeit, Dichtheit und Wasserbelastbarkeit gestellt werden. • Kalk-Zement-Putz vereint die Vorteile beider Bindemittel. So

können gezielte Kalkbeigaben die durch den Zement bedingten Putz­ eigenschaften ergänzen. Insbesondere wird die Verarbeitbarkeit erleichtert. • Durch den Aufbau einer Gitterstruktur haben die ökologisch völlig unbedenklichen Silikatputze ein ähnliches Ausdehnungsverhalten wie der mineralische Untergrund, wodurch Putzrissen vorgebeugt wird. Die Trocknung erfolgt einerseits durch Verdunstung des Wassers und Erstarren zu festem Wasserglas, andererseits infolge einer chemischen Reaktion mit der Luftkohlensäure und dem mineralischen Untergrund. Diese unlösbare Verbindung mit dem Untergrund wird als Verkieselung bezeichnet.

• Im Gegensatz dazu basieren sogenannte Kunstharzputze auf organischen Bindemitteln. Als besondere Vorteile von Kunstharzputzen gelten die außerordentlich große Vielfalt an Strukturvarianten, Farbtönen und Körnungen, die hohe Elastizität, gute Festigkeit und Haftung auf beinahe jedem Untergrund sowie die einfache Verarbeitung. Kunstharzputz trocknet ausschließlich durch Verdunsten des Wasseranteils. Dies bedeutet, dass sich bei niedrigen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit die Trocknungszeit verlängert. Nach der Trocknung ist er regendicht, rissbeständig und unempfindlich gegen aggressive Umwelteinflüsse.

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• Auf Wärmedämmverbundsystemen wird häufig Silikonharzputz eingesetzt, der sich als besonders resistent gegen Algen- und Schimmelbefall erwiesen hat und schmutzabweisend ist.

Die vorgehängte, hinterlüftete Fassade Im alpinen Raum kann die hinterlüftete Fassadenarchitektur auf eine jahrhundertealte Tradition zurückblicken. Man denke nur an die historische Schindelfassade. Die Zweckmäßigkeit dieser Bauart von Fassaden stand dabei im Vordergrund. Die hohe technische Qualität zeichnet sich besonders durch größtmögliche Wärmespeicherung und optimale Abführung von Bau- und Nutzungsfeuchte aus. Im Sanierungsfall kann auch eine wesentliche Verbesserung der Schalldämmung erreicht werden. Alle Anforderungen an Regen-, Schall-, Blitz- und Brandschutz werden technisch einwandfrei erfüllt. Die VHF, die zweischalig aufgebaute vorgehängte Fassade, bietet eine sehr gute Vollwärmeschutz-Alternative. Die zwischen tragender Mauer und vorgehängter Fassade liegende Dämmstoffschicht wird so an einer Unterkonstruktion aus Holz oder Metall befestigt, dass ein etwa zwei Zentimeter breiter Spalt bestehen bleibt, durch den die Luft zirkulieren und angestaute Feuchtigkeit abtransportieren kann. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit zur Kombination mit einer Wärmedämmschicht. Ob Tafeln aus Faserzement oder Holzzement, HPL- und faserverstärk­

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Sidingfassaden Fassadensidings können aus den unterschiedlichsten Materialien – Vinyl, Aluminium, Stein, Holz – hergestellt werden und sind Fassadenelemente, die in den Bereich der vorgehängten, hinterlüfteten Fassade gehören. Viele Hersteller bieten neben Fassadensidings auch Produkte für Innenwände und Decken an. Horizontal, vertikal, schräg. Die Sidings können je nach Herstellungsart von oben nach unten, von rechts nach links oder überhaupt schräg verlegt werden. Montiert werden sie überlappend bzw. verdeckt im Nut-und-FederSystem auf einem der Hauswand vorgehängten Gerüst aus Metall und Holz oder – seltener – direkt an der Mauer, hier vor allem in Form der Holzsidings. Als eine Form des Holzsidings kann auch die Schindelfassade bezeichnet werden. Die Montage erfolgt sehr rasch und unkompliziert und die Fassade erhält durch die Sidings, ihre Farbe und Anordnung nicht nur ein individuelles Aussehen, sondern auch einen lang anhaltenden und guten Witterungsschutz. Die Sidingelemente können in verschiedenen Farben, Größen und Oberflächenbeschaffenheiten gewählt werden. Prefa zum Beispiel bietet seine Alusidings in mehr als 20 Standardfarben an. Eine besonders individuelle Fassaden- und damit Gebäudegestaltung ist so garantiert.

tem Harzkomposit, Aluminium und Aluminiumverbundplatten bis hin zu Ziegel, Kupfer, Keramik, Feinsteinzeug und natürlich dem Holz, die Materialvielfalt ist enorm. Zu den Vorteilen der hinterlüfteten Fassade zählen unter anderem die gute Demontierbarkeit, die Möglichkeit des sortengetrennten Recyclings sowie geringere Unterhalts- und Folgekosten gegenüber konventionellen Fassadensystemen, so die Branchenkenner. Die Gesamtenergiebilanz kann dadurch wesentlich verbessert werden. Auch ökologische Vorteile können mit einer VHF erreicht werden: Sie erlaubt die Realisierung

von Niedrigenergie- und Passivhausstandards und reduziert damit den CO2-Ausstoß. Ebenso können Photovoltaikpaneele und Warmwasserflachkollektoren integriert werden. Begrünte vorgehängte, hinterlüftete Fassadensysteme sind ebenso ökologisch sinnvoll. Sie erfordern jedoch eine umsichtige Planung bezüglich der Auswahl, Verankerung und dem Gewicht der für die Fassade eingesetzten Kletterpflanzen.

Das mehrschalige Mauerwerk Seit Jahrzehnten gehört das Zweischalenmauerwerk zu den wohl wichtigsten Außenwandkonstruktionen.


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Schauen wir uns diese Konstruktion ganz grundsätzlich gestellt werden. also einmal genauer an: Das Zwei- Im koordinierten Zusammenwirken schalenmauerwerk besteht, wie der ergibt sich die Summe der guten EiName schon sagt, immer aus zwei genschaften des Ziegel-ZweischalenMauerschalen aus Ziegel sowie einer mauerwerks. Diese Konstruktion kann wärmedämmenden Zwischenschicht. mit verputzter Vorsatzschale oder mit Sprich ein traKlinkervorsatzschagender Wandteil, le ausgeführt werDie Fassade ist das dann eine Dämmden. Die VerarbeiGesicht des Gebäudes, schicht von mindetung der Klinker erseine „Schauseite“. stens 15 Zentimefolgt mit fabriksmätern und außen eine ßig hergestelltem zwölf Zentimeter dicke Vormauerung. Klinkerbaumörtel. Wichtig ist, dass Jede der drei Schichten übernimmt bei der Erstellung einer Klinkermauer einen ganz spezifischen Teil jener An- die Lager- und Stoßfugen vollflächig forderungen, die an eine Außenwand und kantenbündig vermörtelt werden.

Quillt bei der Verarbeitung Mörtel aus den Fugen, so ist dieser mit der Kelle sofort zu entfernen und der entsprechende Glattstrich – Profis raten zur Arbeit mit einem Schlauchstück – der Fugen durchzuführen. Nur so entsteht eine Fuge mit einer leichten Kehle, die schon nach kurzer Zeit resistent gegenüber sämtlichen Witterungseinflüssen ist. Noch eine Information am Rande: Mehrschalige Außenwände sind deutlich teurer als einschalige Außenwände und sollten aufgrund ihrer komplexen Aufbauten immer vom Fachmann angefertigt werden.

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Kein Haus ohne Dämmung

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an unterscheidet die thermische und die akustische Dämmung, wobei die Dämmstoffe oft aus dem gleichen Ausgangsmaterial, aber anders verarbeitet sind. Dämmstoffe zur Wärmedämmung sind leicht und luftig, solche zur Schalldämmung dicht und schwer. Sobald die Raumtemperatur in einem Gebäude absinkt, bezeichnet man dies als Wärmeverlust, man muss also heizen. Der Verlust lässt sich durch entsprechende Dämmung im Rahmen halten. Zur Wärmedämmung gehören alle baulichen Maßnahmen, welche Wärmeverluste durch die Gebäudehülle (Außen-

wände, Keller, Dach) verhindern bzw. reduzieren. Um ein Gebäude mit möglichst niedriger Heizlast zu erhalten, muss der U-Wert der Bauteile so klein wie möglich sein: So gelten beispielsweise U-Werte für Passivhäuser von 0,1 bis 0,15 W (m2K) als angemessen. Für die Ausführung der Gebäudehülle bedeutet dies, dass entweder sehr wärmedämmende Materialien oder entsprechend dicke Wandstärken zum Einsatz kommen müssen. Mit konventionellen Dämmstoffen wie Mineralwolle, Polystyrol oder Zellulo-

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Eine wohlige Temperierung, Behaglichkeit und vor allem Energiesparen sind wichtige Faktoren beim modernen Hausbau. Dämmstoffe sind unverzichtbar, denn Heizen wird immer teurer.


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se liegt die für ein Passivhaus nötige Dicke bei 30 bis 40 cm. Sicher ist Ihnen der Begriff Wärmebrücke schon untergekommen. So bezeichnet man Bereiche in Bauteilen eines Gebäudes, durch die die Wärme deutlich schneller nach außen gelangen kann als durch die angrenzenden Zonen. Man unterscheidet konstruktive und geometrische Wärmebrücken sowie solche, die aufgrund einer unsachgemäßen Verarbeitung verur­s acht werden. Konstruktive Wärmebrücken entstehen durch Einbauten bzw. Materialien mit höherer Wärmeleitfähigkeit oder fehlender Wärmedäm-

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mung, z. B. Träger oder Stahlbetonbauteile, die eine gedämmte Außenwand durchstoßen. Geometrische Wärmebrücken ergeben sich beispielsweise durch Vorsprünge oder

Ecken in einem an sich homogenen Bauteil. Leider oft vorkommend sind auch Wärmebrücken an nicht fachgerecht eingebauten Fenstern und Türen bzw. an deren Durchbrüchen.

Fachbegriffe Wärmedämmung U-Wert = Wärmedurchgangskoeffizient W/(m2K). Er gibt an, welche Wärmeleistung pro Quadratmeter durch einen Bauteil hindurchgeht, wenn die Temperaturdifferenz der Luft zwischen innen und außen 1 Kelvin beträgt. Je kleiner der U-Wert, desto geringer sind die Wärmeverluste, desto besser ist die Wärmedämmung.

Wärmeleitfähigkeit wird gemessen in Lambda-Werten. Je besser ein Dämmstoff, desto niedriger sein Lambda-Wert. Z. B.: Flachs – 0,040, Hanf – 0,045, Polystyrol – 0,032–0,040, Mineralwolle – 0,030–0,050.

Heizlast = jene Energie, die einem Raum permanent zugeführt werden muss, um die Temperatur auf einem konstanten Wert zu halten.

Dichte Je geringer die Dichte eines Dämmstoffs, desto höher ist der Wärmedämmwert, je höher die Dichte, desto schalldichter ist das Material.

Dampfdiffusion gibt an, in welchem Maß der Dämmstoff von Wasserdampf durchdrungen werden kann. Dies ist neben der Eigenschaft, Feuchte aufnehmen bzw. abweisen zu können, relevant für den Einsatzort des Dämmstoffs.

Wärmebrücken = Bereiche in Bauteilen eines Gebäudes, durch die die Wärme deutlich schneller nach außen gelangen kann als durch die angrenzenden Zonen.

Energiekennzahl = HWB = der Vergleichswert, um die thermische Qualität eines Gebäudes zu beschreiben. Sie sagt aus, wie viel Energie pro Quadratmeter Bruttogeschoßfläche im Jahr benötigt wird und wird in kWh/m2 pro Jahr (a) angegeben.

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Ein typischer Fall unsachgemäßer Ausführung ist der Einbau von Fenstern ausschließlich mittels Bauschaum. Dies genügt weder den statischen Anforderungen noch dem Wärmeschutz und führt in der Folge zu Wärmebrücken und Abdichtungsproblemen. Die Wirkung ebendieser Wärmebrücken wird noch immer unterschätzt, und bei einigen Rohbauten könnte man schon im Vorfeld die künftigen Schimmelstellen voraussagen. Wärmebrücken lassen sich übrigens ganz einfach mittels thermografischer Aufnahmen ausfindig machen.

Außen- oder Innendämmung Von der Dämmwirkung her ist es einerlei, ob von außen oder von innen gedämmt wird. Wesentlich für die Ener­ gieeinsparung ist nämlich die Dämmstoffdicke. Aus bauphysikalischen Gründen ist aber die Dämmung an der Außenseite zu bevorzugen. Sie gewährleistet einen Rundumwärmeschutz ohne Wärmebrücken und bietet dem tragenden Mauerwerk zusätzlichen Schutz vor Wind und Wetter, vorausgesetzt es erfolgt eine professionelle, fehlerfreie Verarbeitung. Die häufigste Art professioneller Außendämmung ist das sogenann-

Mindest-Dämmstoffdicken & U-Werte Bauteil

Dämmstoffdicke

Keller (Boden, Wand)

12 cm (Niedrigenergiehaus) 30 cm (Passivhaus)

0,30 W/m²K (NH) 0,15 W/m²K (PH)

Fußboden Erdgeschoß

12 cm (Niedrigenergiehaus) 30 cm (Passivhaus)

0,30 W/m²K (NH) 0,15 W/m²K (PH)

Mauerwerk 25er-Ziegel

22 cm (Niedrigenergiehaus) 34 cm (Passivhaus)

0,15 W/m²K (NH) 0,10 W/m²K (PH)

Mauerwerk 38er-Ziegel

14 cm (Niedrigenergiehaus) 26 cm (Passivhaus)

0,15 W/m²K (NH) 0,10 W/m²K (PH

Holzriegelwand

30 cm (Niedrigenergiehaus) 48 cm (Passivhaus)

0,15 W/m²K (NH) 0,10 W/m²K (PH)

Oberste Geschoßdecke (Polsterholz), Dachausbau

30 cm (Niedrigenergiehaus) 44 cm (Passivhaus)

0,15 W/m²K (NH) 0,10 W/m²K (PH)

Oberste Decke, belastbar gedämmt

24 cm (Niedrigenergiehaus) 38 cm (Passivhaus)

Terrasse über Wohnraum

24 cm (Niedrigenergiehaus) 38 cm (Passivhaus)

Quelle: Unser Haus (2017)

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U-Wert

0,15 W/m²K (NH) 0,10 W/m²K (PH) 0,15 W/m²K (NH) 0,10 W/m²K (PH)

te einschalige Wärmedämmverbundsystem (WDVS). Dabei werden Dämmplatten an die Außenmauer geklebt oder mittels Anker (Dübel) befestigt und anschließend verputzt. Sinnvoll ist, immer ein komplettes Herstellersystem zu verarbeiten, da die einzelnen Komponenten aufeinander abgestimmt sein müssen, um den bestmöglichen Effekt zu erzielen. Die hinterlüftete Fassade ist zweischalig aufgebaut. Die zwischen tragender Mauer und vorgehängter Fassade liegende Dämmstoffschicht wird so an einer Unterkonstruktion befestigt, dass ein etwa 2 cm breiter Spalt bestehen bleibt, durch den die Luft zirkulieren und angestaute Feuchtigkeit abtransportieren kann. Steht das Haus unter Denkmalschutz oder darf die Fassade aus einem anderen Grund nicht verändert werden, gibt es auch die Möglichkeit der Innendämmung. Diese besteht aus mehreren Komponenten und wird wie der herkömmliche Trockenbau verarbeitet. Auf einem Raster aus Holz oder Metall wird der Dämmstoff montiert, gefolgt von einer Dampfsperre und der Innenverkleidung (z. B. Gipskarton-, Gipsfaser- oder Holzplatten). Auch für diese Anwendung werden Systeme angeboten, bei denen die Dampfsperre und die Deckplatte schon integriert sind.

Schalldämmung früh planen Wir Menschen können uns aus medizinischer Sicht einfach


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nicht an Lärmbelästigungen gewöhnen. In der Physik als Schall bezeichnet und in Dezibel (dB = 1/10 eines Bels = Maßeinheit für den Druckschallpegel) angegeben, werden die unsichtbaren Wellen von Mensch und Tier als Lärm wahrgenommen. Der wirkt sich nicht nur auf unsere Lebensqualität, sondern vor allem auf unsere Gesundheit negativ aus. Auffällig häufig auftretende Konsequenz daraus: immer mehr Hörgeschädigte und unzählige Nervenbündel. Sämtliche baulichen Schallschutzmaßnahmen sind bereits in der

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Planungsphase zu berücksichtigen und haben folgende drei Wirkungs­ bereiche:

Luftschall Schallwellen, die sich über die Luft ausbreiten. Sie bestehen aus sogenannten Longitudinalwellen und sind auf den Frequenzbereich des menschlichen Gehörs beschränkt (16–20 Hz). Luftschall wird von Menschen, Tieren, Installationen oder Maschinen erzeugt und breitet sich in der Luft aus. Massive Bauteile dämmen Luftschall ein.

Körperschall Schall, der sich in einem Festkörper ausbreitet. Er umfasst Phänomene wie Erschütterungen und Erdbeben, die Übertragung von Schwingungen in Gebäuden, Fahrzeugen und so weiter.

Trittschall Bezeichnet jenen Schall, der durch die Bewegung von Menschen auf einem Fußboden entsteht und im anderen, daneben, darunter oder darüber liegenden Raum wahrgenommen wird. Die Lösung ist eine fachmännisch verlegte Trittschalldämmung.

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Dämmstoffe im Überblick Die Produktpalette der Dämmstoffe ist ständig im Wachsen, die Produkte selbst werden laufend verbessert. Wie sich die Dämmstoffe kategorisieren lassen und welche es gibt, hier eine Zusammenfassung.

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ämmstoffe lassen sich ganz grob in drei Gruppen einteilen: erdölbasiert, mineralisch und aus nachwachsenden Rohstoffen produziert. Welchen Dämmstoff Sie bei Ihrem Haus einsetzen möchten, hängt nicht nur von den persönlichen Vorlieben und Überzeugungen ab, sondern sollte auch auf die Gegebenheiten Ihres Projekts abgestimmt sein. Je nach Materialeigenschaften sind die Dämmmaterialien in Form von Platten (z. B. Polystyrol- und Polyurethanschaumplatten oder ResolHarzschaumplatten), als Rollen (z. B. Glas- oder Steinwolle), als steife oder halb steife Matten (z. B. Baumwolle, Flachs, Kork) erhältlich. Dann gibt es noch loses Dämmmaterial, welches geschüttet (z. B. Perlite, Kork) oder eingeblasen (z. B. Zellulose) wird. Finden Sie im Folgenden einen Überblick über die geläufigsten und beliebtesten Dämmstoffe in alphabetischer Reihenfolge. Baumwolle wird in Matten-, Filzoder Flockenform zur Innendämmung oder im Geschoßdecken- und Dachausbau sowie im Holztafelbau verwendet, besitzt gute Wärmedämmeigenschaften, ist elastisch und gut verarbeitbar. Jedoch ist die Staubbelastung bei der Verarbeitung relativ hoch. Baumwolle ist normal bis schwer brennbar, darf aber keiner längeren Durchfeuchtung ausgesetzt werden, da sie anfällig für Schimmel ist. Da Baumwolle erst seit einigen Jahren in unseren Breiten als Dämmstoff eingesetzt wird, fehlen Recycling­ erfahrungen. Vorteil: nachwachsender Rohstoff; Nachteile: lange Transportwege, problematische Anbaumethoden mit Pestiziden (außer Biobaumwolle).

Blähglimmer (Vermiculit) wird aus Vulkangestein hergestellt, ist nicht brennbar, ungeziefersicher, leicht, hat eine kristalline Struktur und kommt vor allem als Schüttung und für Estriche oder Geschoßdecken zur Anwendung. Vorteile: Der natürliche Rohstoff ist wiederverwendbar, deponiefähig und gesundheitlich wie baubiologisch unbedenklich; jedoch sind die Transportwege recht lang und die Verfügbarkeit ist mitunter begrenzt. Blähperlite, ebenfalls aus Vulkangestein, sind unbrennbar, ungeziefersicher, leicht, körnig und durch Silikonzusätze wasserabweisend. Eingesetzt werden sie meist als Schüttung oder in Plattenform für WDVS, Fassaden- und Kerndämmungen. Vor- und Nachteile: siehe Blähglimmer. Flachs besteht aus natürlichen, brennbaren Pflanzenfasern. Mit Borsalzzusatz als Brandhemmung versetzt und fallweise mit Polyesterstützfasern versehen, wird er als Matte oder Filz vorwiegend für Innendämmungen wie Zwischensparren- und Trittschalldämmung sowie für den Holzleichtbau verwendet. Flachs besitzt gute Wärmedämmeigenschaften, ist fäulnisresistent und wirkt feuchteregulierend. Vorteile: Flachs ist heimisch, nachwachsend, wird ohne Pestizide angebaut und ist als Rohstoff wiederverwendbar. Nachteile: Flachs ist aufgrund der eingesetzten Borsalze und evtl. Polyesterfasern nur bedingt kompostier- und recycelbar. Glaswolle zählt zur Mineralwolle und ist eine nicht brennbare Schmelze aus Altglas, Quarzsand und Soda, zu Fasern geschleudert und mit Kunstharz gebunden. Zu Filz oder Platten verarbeitet, wird sie für alle gängigen Dämmvorhaben (außer Perimeterdäm-


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mung!) eingesetzt. Sie weist eine sehr gute Wärmeleitfähigkeit auf, ist leicht zu verarbeiten, nicht brennbar und gegen Schimmel, Fäulnis und Ungeziefer resistent. Glaswolle ist teilweise recycelbar und deponiefähig. Vorteile: genügend Rohstoffe vorhanden, kurze Transportwege; Nachteile: energieintensive Herstellung, nicht kompostierbar, Faserstaub bei der Verarbeitung. Hanf wird zu Dämmfilzen und in Vliesform verarbeitet, für Trittschallsowie Zwischensparrendämmung und zum Ausstopfen von Resthohlräumen verwendet. Hanf ist gut wärme- und

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schalldämmend, sehr robust und resistent gegen Schädlinge und Feuchtigkeit. Vorteile: nachwachsend, ohne Pestizide anbaubar, kurze Transporte. Aufgrund der eingearbeiteten Borsalze und Polyesterfasern ist er schwer kompostier- und recycelbar. Holzfasern sind normal brennbar, aus Nadelholzabfällen und Schwachhölzern hergestellt, bei hohen Temperaturen und unter Druck zu Platten gepresst und in Leichtbaukonstruktionen verwendet. Unterdeckplatten werden oft zusätzlich mit Bitumen, Latex oder Naturharzen imprägniert. Vorteile: aus

nachwachsendem Rohstoff und Abfällen hergestellt, kurze Transportwege; Nachteile: hoher Energieaufwand bei der Herstellung und imprägnierte Platten nicht kompostier- oder recycelbar. Holzwolle wird mit Zement oder Magnesit gebunden, zu Leichtbauplatten verarbeitet und meist als Putzträger und Sommerwärmeschutz verwendet. Vor- und Nachteile: siehe Holzfasern. Kokosfasern sind die brennbaren, hohlen Fasern der Kokoshülle. Unter hohem Druck werden sie teilweise mit Ammoniumsulfat oder Borsalz (Brandhemmer) zu Matten oder Vlies verdich-

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tet, sind feuchteresistent und -ausgleichend. Kokosfasern werden u. a. zur Hohlraumdämmung und Ausstopfung von Restflächen sowie für Vorsatzschalen verwendet. Vorteile: Kokos ist nachwachsend und ausreichend vorhanden, darüber hinaus teilweise kompostierbar. Nachteilig sind der monokulturelle Anbau sowie die langen Transportwege. Kork wird aus Korkschrot mit Wasserdampf expandiert, mit den daraus entstehenden Harzen zu Blöcken gebunden, dann zu Platten geschnitten und für die gängigsten Dämmungen verwendet. Kork ist hoch belastbar, schalldämmend und atmungsaktiv. Außerdem verrottungs- und fäulnisresistent. Weitere Vorteile: Der nachwachsende Rohstoff enthält keine Binde- und brandhemmenden Mittel, er ist deponiefähig, die Platten sind in Form von Granulat weiterverwendbar. Aber: Kork ist relativ teuer und die Transportwege sind lang. Mineralschaumplatten sind ein nicht brennbares, feuchtigkeitspufferndes Gemisch aus Quarzmehl, Kalkhydrat und Zement mit recht geringer Wärmeleitfähigkeit. Sie sind diffusionsoffen und hydrophil, resistent gegen Bakterien-, Pilz- und Ungezieferbefall und werden vor allem für problematische Innendämmungen verwendet. Vorteile: geringer Energieaufwand bei der Herstellung, als Bauschutt deponierbar; Nachteil: nicht recycelbar. Polystyrol (EPS = expandiertes Polystyrol) wird aus Erdöl mit Pentan aufgeschäumt, mit Flammschutzmitteln versehen und zu Platten verarbeitet. Es ist unverrottbar, nicht kompostierbar, schwer brennbar, feuchte-, aber nicht UV-beständig. Es wird für die gängigsten Dämmungen, auch Perimeter- und Flachdächer, verwendet.

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Vorteile: Pentan ist biologisch neutral und teils recycelbar. Nachteile: Im Brandfall können Gifte freigesetzt werden, die Ausgangsstoffe sind begrenzt und toxisch. Polystyrol (XPS = extrudiertes Polystyrol) wird wie EPS mittels CO2 aufgeschäumt und zu Platten gepresst. PUR-Hartschaum wird aus Erdöl oder nachwachsenden Rohstoffen wie Zuckerrübe, Mais oder Kartoffeln mithilfe eines Treibmittels zu Platten verarbeitet, ist alterungsbeständig, schwer brennbar, schimmel- und fäulnisresistent. Er wird für Dachkonstruktionen und andere gängige Dämmungen eingesetzt. Vorteil: Er kann mit nachwachsenden Rohstoffen produziert werden. Nachteile: Hoher Energieaufwand bei der Herstellung, nicht kompostierbar, bei Verbrennung entstehen Toxine und u. U. FCKW. Schafwolle wird gewaschen und mit brandhemmendem Borsalz und einem Harnstoffderivat gegen Motten und Fäulnis versetzt, zu Matten oder Filz verarbeitet und für die Füllung bei Leichtbaukonstruktionen sowie zwischen den Balken bei Dächern eingesetzt. Das Material ist von Natur aus brandhemmend, fäulnisresistent, hat sehr gute Dämmeigenschaften und ist langlebig. Außerdem ist Schafwolle teilweise deponiefähig und wiederverwendbar. Nachteile: teuer, teilweise lange Transportwege, Zusatz von Mottenschutzmitteln, Massentierhaltung. Schaumglas ist ein aus aufgeschäumten Silikaten hergestelltes, geschlossenzelliges dampf- und wasserdichtes, unbrennbares Material. Es wird zu Blöcken geformt und dann in Platten geschnitten. Schaumglas ist der perfekte Ersatz für Polystyrol im Außenbereich und wird für Flachdach-

und Perimeterdämmungen eingesetzt. Zwar ist die Herstellung sehr energieaufwendig, doch sind die Rohstoffe nahezu unbegrenzt verfügbar, die Transportwege sind kurz und das Material als Bauschutt deponierbar, teilweise auch recycelbar. Seegras wird gemäht, mittels Milchsäuregärung als Silage konserviert, gewaschen und zu Zellulose verarbeitet. Das Gras wird als Einblasdämmstoff oder als Stopfdämmstoff genutzt oder zu Matten verarbeitet. Seegras ist schnell wachsend und flächenextensiv. Steinwolle zählt zur Mineralwolle, ist diffusionsoffen, unbrenn- und unverrottbar. Sie kann keine Feuchtigkeit aufnehmen. Verschiedene Steine werden geschmolzen, zu einem Gespinst geschleudert und mit wenig Kunstharz gebunden. Es ist für alle gängigen Dämmungen geeignet. Vorteile: Der Rohstoff ist in gro­ßer Menge vorhanden und deponiefähig; Nachteile: begrenzt recycel- und nicht kompostierbar, energieintensive Herstellung, Entstehung von Faserstäuben. Stroh wird zu Platten gepresst und beidseitig mit Spezialpapier beklebt. Es ist leicht brennbar und weist keine bedeutenden Wärmedämmeigenschaften auf. Es ist kompostier- und wiederverwendbar und wird häufig gemeinsam mit Lehm verarbeitet. Zellulose ist geschreddertes Altpapier, wird mit brandhemmender Borsäure und Borax versetzt und zu Platten gepresst. In Flockenform dient sie zur Hohlraumfüllung bzw. zur Aufsprühung auf senkrechte Flächen. Zellulose ist ein Recyclingrohstoff, sie ist wiederverwendbar und deponiefähig. Nachteile: nicht kompostierbar, bei der Verarbeitung können Feinstäube freigesetzt werden.


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Gedämmte oberste Decke Warme Luft steigt auf und entweicht über die oberste Geschoßdecke in den kalten Dachboden. Außerdem ist die Fläche meist sehr groß und in ungedämmtem Zustand prädestiniert für Wärmeverluste.

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ie Dämmung der obersten Geschoßdecke ist die einfachste und preiswerteste Möglichkeit zur energetischen Sanierung des oberen Abschlusses von ­ b eheizten Wohnräumen und kann normalerweise auch in Eigenleistung bewerkstelligt werden. Die Kosten dafür sind – abhängig vom jeweils verwen­d eten Dämmstoff – relativ gering, die Wirkung hingegen groß. Man sollte mindestens 20 cm Dämmstoff aufbringen, bei der Verlegung zwischen Latten

eher 25 cm. Da die Dämmung prinzipiell oberhalb der Decke angebracht wird, kann auch eine dickere Dämmschicht aufgebracht werden – sofern der Dachraum ausreichende Raumhöhe dafür aufweist bzw. nicht bewohnt wird. Dies reduziert die Wärmeverluste noch weiter. Bis zu 30 Prozent wertvoller ­H eiz­e nergie können so eingespart werden. Ist das Dachgeschoß hingegen ausgebaut oder soll es das noch werden, so muss anstelle der ober-


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die gleiche Decke und belegt sie beispielsweise 36 cm dick mit einem Wärmedämmfilz, so reduziert sich der Heizölverbrauch dieser Fläche auf rund einen Liter pro Quadratmeter und Jahr.

Welche Arbeiten sind nötig?

sten Geschoßdecke die Dachkonstruktion selbst den Wärmeschutz übernehmen. Dämmplatten oder -filze werden im Kaltdach zwischen und/oder auf den Sparren befestigt und erreichen so die geforderte Dämmwirkung. In diesem Fall wird die oberste Geschoßdecke behandelt wie eine Zwischendecke.

Klare Kostenersparnis Der Vergleich einer ungedämmten mit einer gedämmten 20 cm dicken Stahlbetondecke macht deutlich, um welche Größenordnungen es bei den Einsparungen geht. Ohne Wärmedämmung liegt der Energieverlust der Decke bei 32,3 Liter Heizöl pro Quadratmeter und Jahr. Nimmt man

Dachraum ungedämmt, muss eine oberste Geschoßdecke aus Holzbalken durch sorgfältige Ausführung der Wandanschlüsse luftdicht gemacht werden. Lassen Sie auch unbedingt die Dichtheit sämtlicher Anschlüsse überprüfen. Geschoßdecken, die als ausgebaute oder ausbaufähige, bewohnbare Dachräume geplant sind, müssen gemäß der Bauordnung und der Brandschutzbestimmung nach Bundesländern unterschiedlich ausgeführt werden. Die Details dazu entnehmen Sie bitte der Bauordnung Ihres Bundeslandes.

Falls die bestehenden Deckenkonstruktionen unbeschädigt sind, ist es nicht nötig, die Ausfachungen zu entfernen. Sind die Holzbalken jedoch beschädigt oder morsch, müssen sie ganz oder teilweise, am besten vom Profi, ausgetauscht werden. Egal ob Sie die Dämmung selbst angehen oder nicht, in jedem Fall sollten Sie die Und so funktioniert’s Qualität und den Zustand der Dachbal- Zuallererst muss der Untergrund vorken vorher von einem Holzfachmann, bereitet werden. Der Boden muss beispielsweise einem Zimmerer oder auf jeden Fall sauber und trocken Tischler, überprüfen lassen. Auch eine sein. Auch kleinste Gegenstände Holzfeuchtemessung ist angeraten, um wie Steinchen oder Splitter müssen eventuell morsche oder faule Bauteile deshalb durch saugen, fegen und früh genug zu entlarven. wischen entfernt werden, da sie Sind Sie in Bezug auf die Tragfähig- die Dampfbremsfolie beschädigen keit der Decke nicht ganz sicher, sollte könnten. prinzipiell auf schwere Bauteile, etwa Als Nächstes folgt das Anbrineinen Zementestrich, verzichtet wer- gen der Dampfbremse. Schneiden den. Trockenestrich beispielsweise ist Sie dafür zuerst die Folie mit dem genauso stabil, aber viel leichter und Cuttermesser in die nötigen Bahnen kann auch unmittelbar nach dem Ab- und lassen Sie für Wände, Sockel trocknen des Klebers belegt werden. oder Säulen immer mindestens zehn Zur Sicherheit sollte hier aber immer Zentimeter Überstand. Spannen Sie auch ein Statiker hindie Folienbahnen zugezogen werden. nun über die Fläche Eine gedämmte Unbedingt nötig ist (Achtung: Nicht zu oberste Geschoßde- viel Zug!) und kledas Einbringen einer Dampfbremse unter- cke trägt ­massiv zur ben Sie sie mit dem halb der Dämmschicht, Energieeffizienz des speziellen Dichtkleda Holzbalkendecken ber an den RandGebäudes bei. keinen Dampfdiffusibereichen fest. Die onswiderstand bieten. einzelnen Bahnen Bei massiven Betondecken, die auch sollten immer überlappen und mit luftdicht ausgeführt sind, kann die- dem Klebeband dicht verbunden ser Arbeitsschritt entfallen. Ist der werden.

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Nun wird der Dämmstoff verlegt. Nehmen Sie die Platten oder Matten und verlegen Sie Reihe für Reihe. Starten Sie am besten in einer hinteren Ecke und arbeiten Sie sich Meter für Meter an die andere Raum­

seite vor. Mit dem Fuchsschwanz lassen sich zu große Stücke für Ränder oder Ecken leicht zuschneiden und einpassen. Zuletzt werden dann die Spanoder OSB-Platten aufgelegt. Soll der

Dachboden künftig begangen werden, braucht es noch eine druckfeste Auflage auf den Dämmstoff. Diese Platten werden dann schwimmend verlegt und in der Nut mit­ einander verklebt.

Womit wird gedämmt? Noch ein paar Details zu den geeigneten Dämmmaterialien: Polystyrolplatten sind relativ preiswert und ebenso leicht zu verarbeiten wie Mineralwolle oder Holzweichfaser. Mit Span- oder Gipsfaserplatten abgedeckt, bilden diese Erzeugnisse einen trittfesten Untergrund für begehbare Dachböden. Bei Sparrenkonstruktionen bietet sich eine Dämmschüttung an. Geeignete Stoffe dafür sind Perlite (Granulate) oder Zelluloseflocken. Werden diese über einen Schlauch in die Hohlräume eingeblasen, spricht man von „Einblasdämmung“. Wird Dämmmaterial in Plattenform verlegt, sollte dies in mehreren Lagen und versetzt erfolgen. Hochwertige Dämmstoffe mit niedriger Wärmeleitfähigkeit können – bei gleichem U-Wert – in kleineren Dämmdicken verlegt werden. Um tatsächliche Luftdichtheit zu erreichen, ist ein sorgfältig gearbeiteter Anschluss der Dampfbremse wichtig.

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Je nachdem, ob der Dachboden in Zukunft nur begangen wird oder zum Wohnraum umgestaltet werden soll, unterscheiden sich die einzusetzenden Dämmmaterialien und -arten: Wird der Raum unterm Dach in Zukunft leer stehen und auch nicht mehr begangen, dann reichen einfache, offen verlegte Dämmmatten oder -platten aus Steinwolle, Glaswolle, Holzfaser oder Styropor zur Dämmung aus. Ausrollen, fertig. Soll Ihr Dachboden hingegen als unbeheizter Stauraum dienen, muss das eingesetzte Dämmmaterial begehbar, also auch druckfest sein. Hier wird am besten Styrodur oder PE eingesetzt, das mit Spanplatten oder OSB-Platten abgedeckt wird, welche dann als Unterbau für den Gehbelag dienen. Der Handel bietet hier übrigens auch schon gehfertige Dachbodenelemente an.

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Luftdichtes Gebäude Gebäude müssen dicht sein! „Atmende Wände“ sind bauphysikalisch nur zu befürworten, wenn es sich um dampfdiffusionsoffene Bauteile handelt, nicht um undichte. Den Unterschied erklären wir Ihnen hier. 68

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urch den thermischen Auftrieb des Gebäudes sowie Undichtheiten in der Gebäudehülle, z. B. bei Durchbrüchen wie Fenstern und Türen, durch Küchen- oder WCAbluftventilatoren, kann die Luftwechselrate bedingt durch Windeinflüsse von außen so stark ansteigen, dass der gesamte Rauminhalt an Luft mehrmals in der Stunde „unkontrolliert“ ausgewechselt wird. Das bedeutet: Es zieht wie in einem Vogelhäuschen, Raum-

wärme geht permanent verloren und der Energiebedarf steigt. Bei 50 Pascal, das entspricht einer Windgeschwindigkeit von rund ­ 35 km/h, würde selbst ein gut abgedichtetes Gebäude (n50 = 1,0) das gesamte Luftvolumen einmal in der Stunde tauschen. Gebäude ohne Dichtheitskonzept würden drei bis acht Mal höhere Luftwechselraten haben. Nicht selten liegen die Werte darüber. Das heißt, selbst beim Passivhaus mit


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einem Wert von n50 = 0,6 werden unter den genannten Bedingungen noch 60 Prozent des Luftinhalts pro Stunde unkontrolliert getauscht.

Winddicht ja, luftdicht auch! Winddicht­ heit heißt, dass vorbei­ streichende Außenluft (Wind) die Dämmung nicht durchspülen kann. Dies wird beispielsweise in Dachkonstruktionen durch den Einbau einer diffusionsoffenen Unterspannbahn an der Konstruktionsaußen­ seite gewährleistet. Die Winddichtheitsebene liegt an der Außenseite des Gebäudes. Beim Massivbau und bei Wärmedämmverbundsystemen ist das der

Fassadenputz. Bei hinterlüfteten Fassaden übernimmt eine diffusionsoffene Platte oder Folie diese Funktion. Luftdichtheit bedeutet die Vermeidung von Fugen an der Innenseite der Gebäudehülle, durch die feuchte Innenraumluft in die Wandkonstruktion gelangen kann. Derartige Fugen entstehen bei nicht fachgerechter Arbeit besonders häufig dort, wo einzelne Bauteile (z. B. Wand und Dach oder Bodenplatte und Wand) zusammenstoßen oder wo die Gebäudehülle durch Leitungen, Rohre sowie Fenster und Türen durchbrochen wird. Bei jedem Baugeschehen ist eine funktionierende Luftdichtheitsebene eine Vo-

Es ist technisch kaum möglich, ein vollständig dichtes Haus zu bauen. Die Luftwechselrate bei Einfamilienhäusern sollte laut ÖNORM B 8110 aber im Rahmen bleiben. Die sogenannte Luftwechselzahl sagt aus, wie oft der gesamte Luftinhalt pro Stunde, bei einer Druckdifferenz von 50 Pa, ausgetauscht wird. So ist etwa für ein Passivhaus eine Rate von < 0,6 akzeptabel und für ein Niedrigenergiehaus sollte sie 1,5 nicht überschreiten. Im Vergleich dazu: Bei der herkömmlichen Bauweise beträgt die Luftwechselrate > 3,0. Achtung: Die Wohnbauförderungsstellen der Länder in Österreich verlangen einen Nachweis für die jeweils gültigen Grenzwerte.

raussetzung, um Langzeitbauschäden vorzubeugen!

Atmende Wände? Jeder Experte wird Ihnen bestätigen: Wände sollen nicht atmen, so damit gemeint ist, dass Luft durch die Wände ziehen kann. Wände sollen aber sehr wohl „atmen“, wenn damit die Fähigkeit der Wand gemeint ist, Feuchtigkeit zu regulieren. Eine gewisse Speicherfähigkeit für Feuchtig-

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Vorgeschriebene Grenzwerte


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Folgen undichter Gebäude 1. Unangenehmer Zug: In einem undichten Haus zieht es und es kommt zur Bildung sogenannter Kaltluftseen, besonders wenn das Wetter windig ist. Heißt: Die kalte Abluftströmung an den Fenstern und Türen lagert sich am Boden ab. Damit kann es passieren, dass die Temperatur am Fußboden weniger als 17 Grad beträgt, während es unter der Decke um die 26 Grad hat. Typische unangenehme Folge: kalte Füße. Und: Es kommt zu unkontrollierter Durchströmung des Hauses. Insbesondere bei Wind ist der Luftwechsel viel höher als notwendig. Wenn eine Lüftungsanlage vorhanden ist, würde dann zusätzlich zum geregelten ein unkontrollierter Luftaustausch stattfinden, der Energieverbrauch so unnötig steigen. 2. Geringerer Schallschutz: Jeder Schlitz in der Wand, jede Ritze verschlechtert den Schallschutz. Auch undichte Steckdosen und Lichtschalter übertragen Schall und damit Lärm. Luftdichtheit ist also notwendigerweise (wenn auch nicht hinreichend) auch für einen guten Schallschutz ausschlaggebend. 3. Zu hoher Energieverbrauch: Es kommt zu unkontrollierter Durchströmung des Hauses, insbesondere bei Wind ist der Luftwechsel viel höher als notwendig. Speziell bei Vorhandensein einer Lüftungsanlage ist eine dichte Gebäudehülle sehr wichtig, da sonst zu viel Luft durch die Fugen (an der Lüftungsanlage „vorbei“) strömt und die enthaltene Wärme nicht über den Wärmetauscher auf die Frischluft übertragen werden kann. 4. Bauschäden durch Feuchte: Wenn warme Raumluft durch Ritzen in die kalten Bauteile eindringt, kühlt sie beim Durchgang nach außen ab. Da kalte Luft weniger Feuchtigkeit tragen kann, kommt es zu Tauwasserausfall („schwitzen“). Durch diese Feuchtigkeit wird das Baumaterial in der Konstruktion gefährdet (z. B. Durchfeuchtung und Zusammenfallen des Dämmstoffs – Dämmwirkung geht verloren –, Zerstörung von Holzkonstruktionen, Frostschäden bei Massivbauteilen). Darüber hinaus begünstigt diese Feuchtigkeit die Schimmelbildung in der Konstruktion und an der inneren Oberfläche.

keit ist nämlich bauphysikalisch durchaus positiv. Die Wand wirkt damit als Puffer für die Luftfeuchtigkeit und kann diese, wenn auch nur begrenzt, ausgleichen. Dadurch wer-

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den kurze Feuchtigkeitsspitzen abgefangen. Diese Feuchtigkeitspufferung funktioniert aber in den äußeren Schichten der Wand, der Putz ist der wesentliche Faktor. Es ist dazu nicht

nötig, dass ein Luftaustausch durch die Wand stattfindet. Diffusion ist ein sehr langsamer Vorgang und hat mit Undichtheit und Luftdichtheit nichts zu tun.

Dichtes Gebäude schaffen Begonnen wird mit der Planung der Luftdichtheitsebene sowie den Anschlussdetails (z. B. Fenster und Türen). Es folgt die solide Bauausführung und am Ende der Dichtheitstest (siehe dazu Blower-DoorTest). Die luftdichte Ebene sitzt in der Regel an der Innenseite der Außenwände. Beim Holzleichtbau sind dies verklebte Platten oder Dampfbremsfolien. Dafür werden im Baustoffhandel verschiedenste Systeme an Platten und Folien mit den dazu passenden Klebstoffen angeboten. Bei den Folien reicht das Angebot, je nach bauphysikalischer Anforderung der jeweiligen Wand- oder Dachkonstruktion, von einfachen gewachsten Papieren über diverse Kunststofffolien bis zu speziellen feuchtevariablen Folien, welche in der kalten Jahreszeit dichter sind und im Sommer, wenn keine Kondensatgefahr besteht, sehr offenporig. Letztere werden besonders häufig bei der Althaussanierung im Dach eingesetzt. Achten Sie besonders auf sorgfältige Verarbeitung der Folien und Platten bei Übergängen von Holzbauteilen, wie z. B. von Dachstühlen zu gemauerten Teilen wie der Giebelwand! Bei Massivhäusern dient der Innenputz als die Dichtheitsebene. Hier gilt es, sicherzustellen, dass es keine undichten unverputzten Bereiche, z. B. in Kabelschächten, gibt. Nicht nur große Bauteile müssen dicht sein, sondern


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auch Anschlussfugen, etwa bei Fens­ tern und Türen. Die Fugenabdichtung an der Außenseite muss sicher und dauerhaft vor Schlagregen und Wind schützen. Außen ist es wichtig, dass die Fuge UV-stabil (bei abgedeckten Fugen mindestens für die Zeit der Bau­ phase), schlagregen- und winddicht, aber dampfoffen abgedichtet ist. Voraussetzung für eine erfolgreiche Abdichtung ist die ordentliche Vorbereitung des Untergrunds. Bei Löchern im Untergrund oder großen Unebenheiten ist ein Glattstrich notwendig. Ein tragfähiger, staubfreier, ebenflächiger und (für viele Dichtstoffe) trockener Untergrund ist erforderlich. Manche Dichtstoffe brauchen zusätzlich eine Grundierung, z. B.

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Butyl. Lösemittelfreie Kleber auf Dispersionsbasis benötigen in der Regel keine Grundierung und können auch auf feuchten Untergründen verarbeitet werden.

Bauanschlussfuge

Blower-Door-Test

1. innere Ebene 2. mittlere Funktionsebene 3. äußere Wetterschutzebene

Die Gebäudedichtheit kann durch eine Luftdichtigkeitsmessung nachgewiesen werden. Bei einem solchen „Druckdifferenzverfahren“ (Blower Door) wird die Menge der durch undichte Stellen einströmenden Luft gemessen, während ein Gebläse das Gebäude auf gleichbleibendem Druck (50 Pascal Unter- bzw. Überdruck) hält. Die so gemessene Luftmenge bezogen auf das Raumvolumen (n50) darf dann bestimmte Grenzwerte nicht überschreiten. Je

Die Abdichtung der Bauanschlussfuge erfolgt in drei Ebenen:

niedriger dieser Wert, desto genauer haben die Handwerker gearbeitet und desto geringer sind die Gefahren von unkontrollierten Energieverlusten und Bauschäden. Sowohl für Holzleichtbau als auch für Massivbau gibt es spezielle Ausführungsdetails für luftdichtes Bauen.

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Dach: Form & Belag Unsere Dächer müssen Schnee- und Eislasten bis zu 1200 kg/m2, ­extreme Windlasten, Regen bis zu 100 Liter pro m2/h, Frost bis -30 °C, Hitze bis +70 °C aushalten. Form, Konstruktion, Neigung und Belag bestimmen deren Optik.

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s bedeckt unser Haus, dient dem Wetterschutz und der Wärmedämmung und bestimmt den Stil des Hauses maßgeblich mit. Nach der Neigung der Dachflächen unterscheidet man grundsätzlich zwischen einem Flachdach (bis maximal 5° Neigung), einem flach geneigten Dach (5° bis 15° Neigung) und einem Steildach (über 15° Neigung).

Die Konstruktion des Daches Ungeachtet der Dachform und der jeweiligen Details muss man bei der Konstruktion vor allem zwischen Kalt- und Warmdach unterscheiden. Als Kaltdach bezeichnet man die zweischalige, belüftete Ausführung der Dachkonstruktion. Die obere Schale übernimmt die Abdichtung gegen Niederschläge, die untere Schale sorgt für die Wärme-

dämmung. Zwischen dem wärmegedämmten Tragwerk und der Dachhaut (Flachdach) bzw. Dachstuhl und Eindeckung (Steildach) kann kühle Luft zirkulieren. Dieser Luftstrom nimmt die aus dem Rauminneren nach außen diffundierende Feuchtigkeit (Dampfdruck) auf und transportiert sie ins Freie. Dazu müssen Kaltdächer eine Belüftung an der Traufe, im Firstbereich und gegebenenfalls auch an den Giebelwänden aufweisen. Bei einem Steildach spricht man auch dann von einem Kaltdach, wenn die Decke zum Dachgeschoß wärmegedämmt ist und über dieser Dämmung Luft in den Dachraum dringen und auch wieder entweichen kann. Als Warmdach bezeichnet man eine häufig (aber nicht nur) bei Flachdächern angewandte Bauweise des


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Daches, bei der die Dachhaut direkt auf die Dämmschicht aufgebracht wird. Es liegt daher keine Belüftungsschicht zwischen Dachhaut, Wärmedämmung und tragender Decke. Eine abgewandelte Form ist die sogenannte Aufdachdämmung. Dabei wird der Gesamtaufbau des Daches aus Sparrenebene und darüber liegender Dämmebene wesentlich massiver. Es handelt sich um eine ausgesprochen sichere, wärmebrückenfreie Lösung. Die Wärmedämmung wird zwischen oder über den Sparren angeordnet, in seltenen Fällen auch darunter. Im Unterschied zum Kalt- und Warmdach ist beim Umkehrdach die Wärmedämmung oberhalb der Dachhaut angeordnet. Die Schichtenfolge ist daher gegenüber herkömmlichen Dächern umgekehrt. Schließlich gibt es noch das sogenannte Massivdach, das aus bewehrtem Leichtbeton (Porenbeton) oder aus bewehrten Ziegelelementen besteht, die bereits bei der

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Anlieferung die volle Tragfähigkeit besitzen. Deshalb sind Stützen und Schalungen überflüssig. Porenbeton-Massivdachplatten liegen auf Giebelmauern und tragenden Innenwänden auf. Jede Dachneigung und fast jede Spannweite sind machbar. Produktionsbedingt haben die Fertigteile eine maximale Länge von etwa sechs Metern. Sollen größere Distanzen überbrückt werden, benötigt man Stahlbetonunterzüge oder Stahlträger. Je nachdem, ob eine belastbare oder nicht belastbare Dachdeckung geplant ist, sind für das Unterdach einige unterschiedliche Parameter zu beachten. Für eine belastbare Dachdeckung (z. B. Tondachziegel oder Betondachsteine) wird im ersten Schritt eine Holzschalung auf die Sparren verlegt. Um eine Diffusionsoffenheit zu gewährleisten, sollten diese Bretter mit Fugen (10 mm) verlegt werden. Darauf folgt eine hochfeste, diffu­ sionsoffene und regenwasserdichte

Schalungsbahn, die dauerhaft winddicht verklebt werden muss. Wird die Deckung nicht belastbar ausgeführt (z. B. Bleche oder Bitumenschindeln), wird die Schalungsbahn über die Sparren und den Dämmstoff als Unterspannbahn verlegt und winddicht verklebt. Danach werden eine Konterlattung sowie die Holzschalung, diesmal ohne Fugen, quer auf die Konterlattung montiert. Je nach Dachneigung und Länge der Sparren muss ungeachtet der Ein­ deckung eine entsprechend hohe Hinterlüftung der Dachhaut vorgesehen werden.

Die Dacheindeckung Wesentlicher Bestandteil eines guten Dachs ist die Eindeckung mit dem sogenannten Dachbelag. Er muss weitgehend bruchfest, unbrennbar, säure- und laugenbeständig sowie UVstabil sein. Die Dachoberfläche sollte abriebfest, wartungsfreundlich oder noch besser wartungsfrei sein, über

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Die Dachformen im Überblick

eine lange Lebensdauer verfügen und wertbeständig sein. Am Ende ihres Lebenszyklus sollte sie unbedenklich zu deponieren und/oder recyceln sein. Die Dachdeckung muss immer auf die Dachform und -neigung abgestimmt sein und sich an der sogenannten Regeldachneigung orientieren. Betondachsteine eignen sich für geneigte Dächer von 15° aufwärts und werden aus hochwertigem, durchgefärbtem Beton hergestellt. Die Farbpalette wird durch die ausschließliche Verwendung von anorganischen Pigmenten stark begrenzt, allerdings kann nur durch sie eine lichtechte Färbung erreicht werden. Kleinformatige Dachsteine eignen sich sehr gut für die Deckung kleingliedriger Dachformen sowie für Türme, Erker, Gauben und gerundete Dachformen. Sie passen auf alte Bausubstanz ebenso wie zum anspruchsvollen Neubau. Großformatige Dachsteine eignen sich speziell für die Deckung von klar und einfach strukturierten Dachflächen. Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, ist es am besten, sich für ein komplettes Dachsystem zu entscheiden, das neben den passenden Dachsteinen auch das erforderliche Zubehör – wie beispielsweise First-, Ortgang-, Grat- und Lüftersteine – bietet. Tondachziegel gibt es seit gut 4000 Jahren und mit ihrer Lebensdauer von mehr als einem Jahrhundert liegen sie in Bezug auf Haltbarkeit und Sicherheit im Spitzenfeld der Dachbaustoffe. Tondachziegel werden aus Tonerde und Wasser geformt und gebrannt, völlig frei von chemischen Zusätzen. Die Formen- und Farbenvielfalt der Tondachziegel ist sehr groß, sodass der individuellen Gestaltungsfreiheit nahezu keine Gren-

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Die Dachform entscheidet, wie ein Haus aussieht, wie es nach außen wirkt und wie der Raum darunter genutzt werden kann. • Das Satteldach ist die in Europa am häufigsten anzutreffende Dachform – zeitlos und bewährt. Bei diesem Dachtyp werden die Balken (Sparren) paarweise angeordnet und gegeneinander geneigt am First gelenkig miteinander verbunden. Sie leiten die Dachlasten über unverschiebbare Fußpunkte (Auflager) in die tragenden Teile des Gebäudes. Die freie Sparrenlänge darf maximal 4,5 Meter betragen, daher eignen sich Sparrendächer nur für maximal 7,5 Meter breite Gebäude. • Das Kehlbalkendach hat gegenüberliegende Sparren, die über den Kehlbalken miteinander verbunden werden. Der Dachraum ist frei von Stützen. Bei einer maximalen Sparrenlänge von acht Metern ergibt sich eine Hausbreite von höchstens 13 Metern. Will man den Dachraum später ausbauen, sollten die Kehlbalken mindestens 2,8 Meter über der Decke liegen. So ist nach Herstellung des Fußbodens und der Deckenbeplankung noch eine Raumhöhe von 2,6 Metern möglich. • Wenn mehrere Träger die Sparren unterstützen, ist die Rede vom Pfettendach. Diese Konstruktion erlaubt größere Spannweiten. Ab einer Sparrenlänge von neun Metern ist ein dreifach stehender Stuhl erforderlich und das ergibt eine größte Hausbreite von 14,5 Metern. • Das Pultdach besitzt, wie das Flachdach auch, nur eine Dachseite, die aber einseitig geneigt ist – meist zwischen elf und 60 Grad. Die obere Kante bildet den Dachfirst, die untere die Dachtraufe. Je nach Neigung ergeben sich unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten für das Dachgeschoß. Tipp: Pultdächer eignen sich perfekt für die Anbringung von Solar- und PV-Anlagen, da auch im Winter die volle Nutzung der flach einstrahlenden Sonne möglich ist. • Das Mansardendach ist dem Satteldach sehr ähnlich, es wirkt aber etwas weniger schlicht. Entstanden ist diese Dachform aufgrund der Platznot – es sollte den Dachgeschoßausbau zu Wohnraum ermöglichen. Und dafür steht es auch heute noch: Mansardendächer eignen sich besonders für den Dachausbau, da die Schrägen des Daches kürzer ausfallen als beim Sattel- oder Walmdach. • Das Walmdach ist ein Satteldach, dessen Giebelflächen durch Dachflächen ersetzt wurden. Das Walmdach ist mit die älteste Dachform, unterteilt wird es in Pfetten- und Krüppelwalmdach. Bei Ersterem werden die Mittelpfetten als sogenannter Pfettenkranz rundum geführt und beim Krüppelwalmdach fallen die beiden Walmflächen sehr klein aus. • Das Flachdach liegt heute neben dem Steildach ganz vorne in der Hausbesitzergunst, nicht zuletzt, da ein gesamtes Stockwerk dazugewonnen wird. Flachdächer sind aber nicht komplett flach – ihr Gefälle von mindestens drei bis maximal fünf Grad sorgt dafür, dass Vereisung, Stehwasser und Veralgung vermieden werden.


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zen gesetzt sind. Großformatdachziegel (ca. elf Stück pro m2) eignen sich etwa für große Dachflächen mit geradlinigen Strukturen, die kleinformatigen Modelle sind gerade für spezielle Deckungen von Türmchen, Gauben oder traditionellen Dächern geeignet. Sehr beliebt sind auch Dachein­ deckungen aus Faserzement (Platten, Wellplatten). Die klassische Dachplatte aus Faserzement gibt es in verschiedenen Formen (Raute, Rhombus) und Größen (bis zu 60 x 40 cm). In Gebieten mit viel Wind und Schnee wird die Dachplatte in Doppeldeckung ausgeführt, was die Beständigkeit und Sturmsicherheit erhöht. Die Platten werden mit Glockennägeln samt Dichtungsscheiben auf den Pfetten befestigt bzw. mit Überständen auf die Dachlatten genagelt. Wenn architektonisch passend, sind Wellplatten eine kostengünstige und sehr beliebte Alternative und bevorzugtes Material für Nutzbauten, Garagen oder auch Gartenhäuser. Sie können schon auf Dächern mit nur sieben Grad Neigung verlegt werden. Die diffusionsoffenen Faserzementplatten fungieren als gute Feuchtigkeitsspeicher, sie zeigen keinerlei Korrosion, sind äußerst langlebig, wetterfest, resistent gegen UV-Strahlung und garantieren eine perfekte Dachabdichtung. Ein weiterer Vorteil ist die Sturmsicherheit dieser Dachdeckung, welche durch die Nagelung bzw. Verschraubung mit der Unterkonstruktion erreicht wird. Für die Herstellung von Blechdächern eignen sich drei Metallarten: Zinkdachbeläge bestehen aus einer Legierung auf Basis von elektrolytisch gewonnenem Feinzink und geringen Legierungsbestandteilen von Titan und

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Kupfer. Hohe Dauerstandfestigkeit und geringe Wärmedehnung sprechen für das Material. An der Oberfläche bildet sich eine blaugraue Schutzschicht, die sogenannte Patina. Sie bietet hohen Korrosionsschutz und lässt die Oberfläche immer sauber erscheinen. Reinigung und Wartung sind daher nicht notwendig. Kupferdächer werden meist als nicht tragende Metalldeckung hergestellt und in Form von Tafeln, Trapezblechen oder großen Scharen (Bahnen) auf eine vollflächige Schalung, meist aus Holz, aufgebracht. Kupfer lässt sich dehnen und verformen und eignet sich besonders für komplizierte Anschlüsse. Neu glänzt es rotmetallisch, durch Witterungseinflüsse bildet sich jedoch rasch eine graue bzw. hellgrüne bis blaugrüne Patinadeckschicht, die das Material vor weiterer Oxidation schützt. Aludächer bestehen aus profilierten Blechen oder Platten. Im Außenbereich wird meist die witterungsstabile Legierung AlMn (Aluminium-Magne­ ­ sium) verwendet. Aluminium ist das Leichtgewicht unter den Metallen und stellt nur geringe Anforderungen an die Statik der Dachkonstruktion. Die großflächigen Dachelemente lassen sich einfach verlegen und es können auch flach geneigte Dächer gedeckt werden. Die bei Aluminium natürlich entstehende Oxidschicht bildet eine dichte, harte und korrosionsgeschützte Oberfläche.

Dachterrasse bis Gründach Oberstes Gebot bei der Planung oder dem Ausbau einer Dachterrasse ist die Statik. Falsch berechnet erhöht sich die Einsturzgefahr enorm. Grundsätzlich ist

also immer die Frage zu klären, mit welcher Maximallast für die Dachterrasse zu rechnen ist. Ein Schwimmbad, sogar nur ein recht kleines zum Aufblasen, wiegt sehr viel mehr, als die meisten ahnen. Auch die Bepflanzung, besonders Bäume samt den mit Erde gefüllten Tontöpfen, kann einiges zum Gewicht beitragen. Sprechen Sie sich daher mit Ihrem Planer sowie der Baubehörde genau ab, denn möglich ist rein theoretisch einiges. Und der richtige Bodenbelag? Stein oder Beton heizen sich stark auf, besser für den Boden einer Dachterrasse eignet sich da Holz wie etwa die Lärche oder Teak. Achten Sie auf ­einen mittleren Helligkeitswert bei den

Transparent oder transluzent Dachverglasungen sind außergewöhnlichen Beanspruchungen ausgesetzt, da die Gläser Funktionen übernehmen müssen, die bisher bewährten massiven Baumaterialien vorbehalten waren. Daraus ergeben sich bauliche Herausforderungen, die bereits in der Projektierungsphase berücksichtigt und gelöst werden müssen. Unser Tipp daher: Die Planung und Ausführung sind hierbei ausschließlich den Fachleuten zu überlassen. Lichtkuppeln werden aus schlagfestem Material (z. B. Polycarbonat) hergestellt und in ein- und mehrschaliger Ausführung angeboten. Eine Sonderausführung ist die Pyramidenkuppel mit gewölbter Innenschale.

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Baustoffen. Zu hell reflektiert Sonne und Wärme stark, zu dunkel absorbiert sie. Grundsätzlich sollten sämtliche Materialien, die sich leicht und sehr hoch

erhitzen, besser von der Dachterrasse fernbleiben. Begrünen lassen sich nicht nur Flachdächer, Gartenhäuser oder Garagen.

Auch auf geneigten Dächern lässt sich der Traum vom Grün verwirklichen, vorausgesetzt der Dachaufbau passt. Außerdem muss grundsätzlich ein

Ob Dachsteine aus Beton, Dachziegel oder Blech, die Materialauswahl für die Dachdeckung ist vielfältig. Grundsätzlich muss jedes Dach stabil, weitreichend feuerfest sowie wasserdicht sein. Im Folgenden ein Überblick über die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Dachbeläge. VORTEILE

NACHTEILE

• •

biege-, zug- und schlagfest korrosionsbeständig gegen Säuren, Fette und Lösungsmittel

nicht UV-resistent

• •

kleine Formate möglich (für Erker, Türme, Gauben) relativ kostengünstig

Farbauswahl begrenzt

• • • •

einfach zu verarbeiten, schnelles Verlegen durch Modulsystem und Großformat geringes Gewicht, absolut trittfest, nahezu bruchfest frostsicher durch porendichte Oberfläche integrierte PV-Module möglich

• •

nicht UV-resistent rascher spröde und brüchig als andere Materialien

Dachziegel aus Ton

• • • •

Haltbarkeit (in der Regel mehr als ein Jahrhundert) sehr hoher Sicherheitsfaktor frei von chemischen Zusätzen große Formen- und Farbenvielfalt

• •

teurer als Betonziegel nicht unter 13 Grad ­Dach­neigung einsetzbar

Dach- & Wellplatten aus Faserzement

• • •

schon ab sieben Grad Nachneigung langlebig, sturmsicher Verhältnismäßig geringes Gewicht

teurer als Betondachsteine

• • •

besonders leicht, elastisch und biegsam einfach zu verlegen besonders geeignet für Nutzbauten, Garagen oder Gartenhäuser

• •

nicht dauerhaft haltbar korrisonsanfällig

dehn- und verformbar

• •

Verfärbung durch Patina korrosionsanfällig

• • •

hohe Dauerstandfestigkeit geringe Wärmedehnung durch Patina quasi wartungsfrei und „unverschmutzbar“

• •

korrosionsanfällig Verfärbung durch Patina

• • •

leicht zu montieren kostengünstig für Flachdach geeignet

muss regelmäßig abge­ dichtet werden begrenzte Lebensdauer

Dachplatten aus Kunststoff Dachsteine aus Beton

Dachziegel aus Kunststoff

Bitumenschindeln

Kupfer

Zinkdachbelag

Dachpappe

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Fachmann überprüfen, ob die Dachstatik der zusätzlichen Last gewachsen ist. Auch die zuständigen Baubehörden müssen informiert werden. Überzeugen können Sie Letztere mit unschlagbaren Umweltschutzargumenten. Grüne Dächer binden Staub und filtern Schadstoffe in der Luft. Die Pflanzen auf dem Dach halten Regenwasser zurück, die Kanalsysteme werden weniger belastet. Auch energetisch macht ein grünes Dach Sinn. Die Sonneneinwirkung auf die Dachabdichtung ohne Grün reicht von minus 30 Grad Celsius im Winter bis plus 80 Grad Celsius im Sommer. Mit den Pflanzen reduzieren sich die Werte auf minus zehn Grad bis plus 30 Grad Celsius, was der Lebensdauer des Daches zugutekommt. Auch auf dem Dach installierte Solaranlagen arbeiten effektiver, wenn die Temperaturschwankungen geringer sind. Man unterscheidet bei einem grünen Dach nach der Art der Begrünung zwischen der Extensiv- und der Intensivbegrünung. Ein extensiv bepflanztes Dach wird mit anspruchslosen Pflanzen bestückt, die sich weitgehend selbst erhalten und weiterentwickeln. Sie passen sich den extremen Bedingungen besonders gut an und regenerieren sich schnell. Extensivbegrünungen sind sowohl auf flachen als auch auf geneigten Dächern möglich. Hinter dem Begriff Intensivbegrünung verbirgt sich der klassische Dachgarten. Für solche grünen Oasen mit Rasen, Stauden, Sträuchern und manchmal sogar Bäumen sind in der Regel nur Flachdächer geeignet. Besonders in Städten bieten intensiv begrünte Dächer Natur pur mitten im Verkehrstrubel.

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Abgasanlagen haben die Aufgabe, die für die Gesundheit der Menschen gefährlichen Schadstoffanteile sicher über das Dach zu leiten, damit sie sich in der Atmosphäre verdünnen.

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m zeitgemäßen Hausbau müssen alle an einer kontrollierten Verbrennung beteiligten Systeme so aufeinander abgestimmt sein, dass es nicht zu unnötigen Schadstoffemissionen, unzumutbaren Belästigungen oder Gefahren kommt. Abgasanlagen haben die Aufgabe, die für die Gesundheit der Menschen gefährlichen Schadstoffanteile sicher über das Dach zu leiten, damit sie sich in der Atmosphäre verdünnen. Die Veränderungen bei den Brennstoffen, von der Kohle zum Heizöl und Erdgas, und die Weiterentwicklung der Feuerstätten vom Einzelofen zur Zentralheizung sowie immer höher werdende Ansprüche an die Bau- und Haustechnik im Dienste der Energie­effizienz bewirken ständige Änderungen in der Kamintechnik. Durch die immer dichtere Bauausführung muss der heutige Kamin neben der Abgasabführung auch die Verbrennungsluftzuführung gewährleisten können. Bei einem Multifunktionszug wird das Innenrohr aus dünnwandiger Keramik von einem Ringspalt umgeben, in dem die Verbrennungsluft geführt und vorgewärmt wird. Die Außenschale besteht meist aus einem Leichtbetonmantelstein mit integrierter Schaumbetonwärmedämmung. Die Ausstattung und Konstruktion von Rauchfängen – vom ursprünglich einschaligen gemauerten Kamin zur heutigen hoch entwickelten Ab­ gas­ entsorgungstechnologie – haben sich entsprechend verändert. Zunächst bekamen die Fänge eine säurefeste Innenschale, damit die bei Ölbrennern anfallende schwefelige Säure den Rauchfang nicht zerstört. Später

wurden die Schornsteine wärmegedämmt, damit die Rauchgase auf ihrem Weg durch den Fang nicht zu stark abkühlen. Auf diese Weise konnte die Abgastemperatur bedeutend gesenkt werden (von 200 bis 300 °C auf meist weniger als 160 °C, bei Brennwerttechnik sogar auf bis zu 40 °C). Die Dämmschicht muss dabei aber so konstruiert sein, dass eine zur Aufnahme von Wärmedehnungen notwendige Beweglichkeit der Kamin­ innenschale gegeben ist. Durch die immer dichtere Bauausführung muss der heutige Kamin neben der Abgasabführung auch die Verbrennungsluftzuführung gewährleisten können. Bei einem Multifunktionszug wird das Innenrohr aus dünnwandiger Keramik von einem Ringspalt umgeben, in dem die Verbrennungsluft geführt und vorgewärmt wird. Die Außenschale besteht meist aus einem Leichtbetonmantelstein mit integrierter Schaumbetonwärmedämmung.

© Alexander Peskov/Shutterstock

Rauchfang & Kamin


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Material und Dimensionierung Ob der Kamin ein- oder zweizügig ist, hängt von der Anzahl der Feuerstätten im Haus ab. Für einen gewöhnlichen Heizkessel genügt ein einzügiger Rauchfang. Für jedes weitere Heizsystem (z. B. zusätzlicher Kachelofen oder dänischer Ofen) braucht man ein weiteres Abgasrohr. Seit einiger Zeit sind zudem auch mehrzügige Systeme am Markt erhältlich, die so unterschiedliche Anforderungen wie Abgasführung von gasförmigen bzw. flüssigen und festen Brennstoffen s­owie Zulufttransport in lediglich einem gemeinsamen Schacht ver­einen können. Kamine sind längst nicht mehr aus einzelnen Rauchfangziegeln zusammengesetzt. Die heutigen Systeme bestehen aus vorgefertigten Keramikrohren plus Mantelsteinen. Das senkt die Bauzeiten und Fehlerquellen erheblich. Kunststoff- bzw. Edelstahlrohrsysteme sind ebenfalls häufig in heimischen Häusern zu finden. Die Erklärung dafür ist recht einfach: Ein Rauchfang im herkömmlichen Sinn kann hier entfallen, zur Montage genügt ein Schacht. Solche Abgasanlagen sind jedoch nicht für die seit einigen Jahren wieder be-

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gehrten Feststoffheizungen, beispielsweise für Pellets- oder Scheitfeuerung, und ihre hohen Abgastemperaturen geeignet. Zeitgemäße Universalkamine mit integrierter Wärmedämmung erfüllen die Anforderungen aller am Markt befindlichen Brennstoffe und Feuerstätten. Aufgrund dieser Vielseitigkeit können Brennstoff und Kessel in Zukunft leichter gewechselt werden. Innovative, mehrschalige Abgas- und Lüftungssysteme sind heute Fixum im Neubau. Ausgehend von der Notwendigkeit einer Zwangslüftung für die hoch wärmegedämmten und weitgehend dichten Gebäude wurden Kaminmodule entwickelt, bei denen die Abgasführung und Frischluftzufuhr in einem Block integriert ist. Die Kombination bietet dabei einen deutlichen Preisvorteil gegenüber zwei Einzelsystemen. Die kontrollierte Wohnraumlüftung oder Komfortlüftung muss man bereits bei der Bauplanung berücksichtigen. Während der Rohbauphase können die Bauteile dann aufgrund der monolithischen Bauweise einfach versetzt werden.

Neuer Kamin in Rekordzeit Sollte Ihr Kamin bereits in die Jahre gekommen sein oder Sie aufgrund einer Umstellung des Heizsystems ein anderes Modell benötigen, gibt es eine Methode,

Sicherer Kamin? Um die Betriebssicherheit eines Abgassystems langfristig zu gewährleisten, sollten Kamine für alle Brennstoffe geeignet, säurebeständig, ausbrennsicher sowie feuchtigkeitsunempfindlich ausgestattet sein und über eine Verbrennungsluftzuführung verfügen. Die jährliche Kontrolle durch einen konzessionierten Rauchfangkehrer ist gesetzlich vorgeschrieben.

wie Sie ohne viel Zeit- und Arbeitsaufwand umrüsten: Solche modernen Kaminsanierungssysteme bestehen aus Rohren, häufig aus Nirosta-Edelstahl, welche einfach Rohr in Rohr entweder mit Steckmuffen oder als Schraubsystem eingebaut werden und für ihre Betriebssicherheit bekannt sind. Alternativ kann der sogenannte „Edelstahlkamin flexibel“ für verzogene Schächte zum Einsatz kommen. Dieses System eignet sich für Öl-, Gas- und Festbrennstoffheizungen, nicht jedoch für die Brennwerttechnologie.


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Balkon & Wintergarten Der Freisitz ist – gute Planung vorausgesetzt – immer auch eine Erweiterung des Wohnraums nach draußen. Gerade für Menschen ohne Garten stellt er eine wunderbare Alternative dar.

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in Balkon ist ein offener Vorbau eines Gebäudes, auf den man wie auf eine Plattform hinaustreten kann. Er ragt vollständig aus der Wand heraus und ist von nur halbhohem Mauerwerk oder anders gearteten Balustraden, etwa aus Holz oder Metall, umgeben. Erst die gewünschten Abmessungen garantieren eine brauchbare Nutzung des Balkons. Bei Balkonen bis zu einer Tiefe von ca. 2 m ist die Möglichkeit vorhanden, einen Tisch für vier Personen aufzustellen, und dieser Platz kann dann auch als Essplatz verwendet werden. Bei dieser Breite können auch schon Liegestühle aufgestellt werden. Bequemer und schöner sind Balkone mit mehr als 2,40 m Tiefe, ergeben aber, je höher die Auskragung, ein immer größer werdendes statisches Problem. Es ist ratsam, über die Balkonflächen die Dachflächen zu ziehen, damit die Balkonflächen auch bei schlechterer Witterung als erweiterter Wohnraum dienen können. Möbel und Geräte können am Balkon stehen bleiben und müssen nicht weggeräumt werden. Geländer erfüllen

in erster Linie neben der Sicherheit eine optische Funktion (Aufhängen von Blumenkästen). Ist der Balkon dreiseitig umschlossen und überdeckt, nennt man ihn Loggia. Fällt die Bezeichnung „französischer Balkon“, ist damit ein Fenster gemeint, das bis zum Boden reicht. Um einen Sturz aus diesem Fenster zu verhindern, wird im unteren Bereich ein Gitter angebracht. Im Gegensatz zu einem normalen Balkon gibt es hier aber keine Plattform. Balkongeländer sollen dem Charakter des Gebäudes angepasst werden. Balkongeländer unterliegen heute ebenfalls einer Serienfertigung und werden nur noch vereinzelt nach Sonderwünschen hergestellt. Es werden bereits aufwendige Konstruktionen in Serienanfertigung hergestellt, was wiederum günstigere Herstellungskosten ergibt. Bei auskragenden Balkonen aus Beton ist besonderes Augenmerk auf Kältebrücken zu legen. Der Balkon ist thermisch mittels Isokorb o. Ä. von der Decke zu trennen. Es treten bei unsachgemäßer Montage auch noch zu-


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© epr/Marazzi/VDF

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sätzlich Schimmelschäden im Inneren des Hauses auf.

Wintergärten Die Gründe, sich einen Wintergarten zu bauen, sind vielfältig. Er ist ein frostgeschützter Ort für nicht winterharte Gewächse, im Sommer ein sicherer Platz vor Wind und Regen und stellt, beheizt in den Herbst- und Wintermonaten, zusätzlich zum Wohlfühleffekt auch ein Fenster zu der sich wandelnden Natur dar. Zwei Arten von Wintergarten sind möglich: Der Kalt-Wintergarten eignet sich als „Gewächshaus“, das auch während der Übergangszeiten als Wohnraum genutzt werden kann, und ist in der Regel wärmetechnisch vom Gebäude vollständig abgekoppelt. Vermeidung von Wärmebrücken und sehr gute Verglasung führen fast durchgehend zu Frostfreiheit. Eine bei Bedarf zuschaltbare Heizung sorgt bei extrem niedrigen Außentemperaturen dafür, dass die Pflanzen auch den härtesten Winter überstehen können. Dagegen ist der Warm-Wintergarten extra beheizbar oder an die zentrale Heizanlage des Hauses angeschlossen. Er kann deshalb nicht nur für die Haltung von tropischen Gewächsen und exotischen Tieren verwendet, sondern auch als ganzjähriger Aufenthaltsraum genutzt werden. Der Wohn-Wintergarten ist entweder voll integriert in das Wohngebäude, ganzjährig genutzt und beheizt oder er dient in abgewandelter, an die Anforderungen angepasster Form als Energielieferant. Die mögliche Energieeinsparung sollte aber nicht überschätzt werden. Schlecht geplante Wintergärten bewirken nämlich eher einen Energiemehrverbrauch. Energieeinsparungen ergeben sich bei der Nutzung von einem Wintergarten als Energiepufferraum, der einerseits Transmissionswärmeverluste minimiert und

zusätzlich, mithilfe von entsprechenden Belüftungssystemen oder durch händisches Öffnen von Innentüren etc., einen aktiven Beitrag zum Energiegewinn des Hauptgebäudes leistet. Wintergärten dieser Bauart weisen wie Veranden in der Regel eine geringe Tiefe auf und können nur diesem Raumangebot entsprechend genutzt werden. Um sommerliche Überhitzung zu vermeiden, darf die Lüftung nicht fehlen. Die Lüftungsöffnungen sollten so angeordnet sein, dass der Luftaustausch durch die Wärmeströme im Glasanbau verstärkt wird. Dazu müssen die Zuluftöffnungen weit unten im Sockelbereich angeordnet werden, die Abluftklappen so hoch oben wie möglich. Bei funktionierender Beschattung geht man von einer fünf- bis zehnfachen Luftwechselrate pro Stunde aus. Laubbäume und Rankpflanzen vor dem Haus sind gute Klimaregulatoren und die billigsten Beschatter. Sie beschatten die Glasflächen von außen während der Vegetationsphase, die ja auch mit der wärmsten Zeit zusammenfällt. Im Winter hingegen lassen die kahlen Äste und Zweige das Sonnenlicht ins Glashaus, wo es seinen Teil zur Beheizung beiträgt. Was die Natur nicht schafft, muss mechanisch ergänzt werden. Eine technische Beschattung kann wahlweise von innen oder von außen erfolgen. Wird von innen beschattet, kann man damit die Gestaltung eindrucksvoll unterstreichen. Die Außenbeschattung – sie ist auf jeden Fall die wirkungsvollste Variante – kann sowohl für Glasfronten als auch Dachverglasungen mit Jalousien, Rollos, Rollläden oder Markisen eingesetzt werden. Bei der Planung von Wintergärten sind die Eigenlast der Verglasung sowie der Druck durch Wind und Schnee zu berücksichtigen. Bei der Bemessung der Spannwei-

ten und Profildimensionen sind statische Kenntnisse nötig.

Konstruktionsarten Wintergartenkonstruktionen aus Holz sind in Form und Gestaltung kaum Grenzen gesetzt und sie garantieren unter allen Materialien die beste Wärme- und Schalldämmung. Für Holz- und Alu-Holz-Ausführungen werden überwiegend Holzleimbinder (Brettschichthölzer) verwendet, da diese extrem tragfähig und gegen Verwerfungen und Verziehungen gefeit sind. Aluminium hält auch ohne zusätzliche Maßnahmen Witterungseinflüssen stand, da die Profile eloxiert oder kunststoffbeschichtet werden. Das Leichtmetall hat sehr gute statische Eigenschaften, welche die Konstruktion von großen Verglasungen mit schmalen Stegen ermöglichen. Darüber hinaus ist Aluminium sehr pflegeleicht. Ein Nachteil sind seine geringen Schallschutzeigenschaften. Für eine wärmetechnisch einwandfreie Lösung müssen mehrere Aluminiumprofile durch isolierende Zwischenelemente aus Kunststoff verbunden werden. Oft eingesetzt wird auch ein Materialmix aus Holz und Aluminium. Die Kombination aus einer tragenden Leimholzkonstruktion und einer Aluverblendung ist eine bereits im Fensterbau bewährte Lösung und verbindet die Vorteile der Witterungsfestigkeit und Pflegeleichtigkeit von außen mit der natürlichen Wohnlichkeit und Wärmedämmung des Holzes drinnen. Solche Verbundkonstruktionen gestatten auf viele Jahre hinaus höchsten Wohnkomfort zu jeder Jahreszeit. Konstruktionen aus Kunststoff­profilen oder Eisen sind zwar noch am Markt, haben aufgrund der starken Positionierung von Holz und Metall inzwischen aber einen rückläufigen Stellenwert.

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Carport & Garagen Ein Haus ohne Garage oder zumindest Carport findet man selten. Die Fahrzeuge können ­geschützt abgestellt werden und zudem dient die Fläche als Stauraum für Fahrräder, Gartengeräte und Co.

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lexibel und individuell in Dimen­ sionierung und Materialwahl ist die gemauerte Garage. Eindeutiger Vorteil: Durch die geschlossene Bauweise und das absperrbare Tor ist sie einbruchssicher, schützt das Auto vor sämtlichen Witterungen und lästigen Nagern. Aufgrund ihrer Größe kann sie außerdem als Lagerraum für Fahrräder, Gartengeräte u. v. m. verwendet werden. Größter Nachteil: Sie ist die mit Abstand teuerste der hier vorgestellten Lösungen: Mindestens 10.000 Euro sollten Sie für eine gemauerte Garage einrechnen. Bezüglich Größe und Form sollten bereits bei Baubeginn die gesetzlichen Rahmenbedingungen abgeklärt sein.

Die Fertigteilgarage wird aus Stahl oder Beton vorgefertigt und innerhalb weniger Stunden auf ein Fundament gebaut. Aufgrund moderner Fertigungs- und Veredelungstechniken bei der Herstellung sind kaum erkennbare optische Unterschiede zur massiven Ausführung gegeben. Vorteile: Fertigteilgaragen sind um bis zu 50 Prozent günstiger als deren gemauerte Pendants (Fixpreis!), sie bieten zudem bei gleicher Größe mehr Platz, da die Wände konstruktionsbedingt schmäler sind. Sie eignen sich besonders zum raschen Nachrüsten oder Erweitern, wenn beim Hausbau auf eine Garage verzichtet wurde oder die vorhandene Fertiggarage zu klein wird. Nachteil: Größe, Form, Ma-


baup e rfe k t 2 0 1 8 © Photographee.eu/Shutterstock

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terialien sind genormt und daher nicht individuell wähl- und anpassbar. Sie müssen also eventuell mehrere Händler abklappern und Angebote einholen, um zu Ihrer Wunschgarage zu kommen. Als Gründung reichen in der Regel einfache Punkt- oder Streifenfundamente, die auch in kostengünstiger Eigenregie erstellt werden können. Nach der Lieferung der Garage geht dann alles ruck, zuck: Innerhalb einer Stunde wird der Garagenkörper mit einem hydraulischen Kranarm von einem Spezialtransporter direkt auf die vorbereiteten Fundamente gesetzt und anschließend montiert. Alternativ bieten sich auch Stahlbaugaragen an. Moderne Fertigungsund Veredelungstechniken bei deren Herstellung garantieren, dass es kaum mehr erkennbare optische Unterschiede zur massiven Ausführung gibt. Geblieben ist der nicht unerhebliche

Platzgewinn gegenüber den betonierten oder gemauerten Varianten, die konstruktionsbedingt mit erheblich dickeren Wänden aufwarten.

Bedachung und Gestaltung Neben der üblichen Flachdachbauweise werden Sonderdachformen wie Sattel-, Bogen- oder Giebeldachvarianten angeboten, die für eine harmonische Abstimmung auf das Gesamtgebäude sorgen. Gestalterische Akzente wie Pfannendachoptik, umweltfreundliche Dachbegrünung, Struktur- oder Flachwandoptik sowie farblich angepasste Fassadenputze ergänzen das Programm. Hinsichtlich der Raumgestaltung ist die Stahlfertiggarage deutlich im Vorteil. Sei es in Einzel-, Doppel- oder Reihenanordnung, mit einer Lückenüberbauung zu den angrenzenden Gebäuden, Übereckbebauung, schräg-

winkeliger Grenzbebauung, Carportanbau oder sonstiger Anpassungen – viele Bauherrenwünsche können so in konstruktiv gestalterischer Einheit bei gleichzeitig optimaler Wirtschaftlichkeit realisiert werden. Hinzu kommt, dass bei vielen bestehenden Wohnhäusern zunächst auf eine Garage verzichtet wurde. In diesem Fall bietet gerade die Stahlfertiggarage eine platzsparende Nachrüstungsmöglichkeit. Und nicht nur das: Ist der Pkw-Haushaltsbestand gewachsen, so kann die Stahlfertiggarage meist noch nach Jahren problemlos erweitert werden. Zeitgemäße Garagenelemente sind beidseitig hochwertig zinkveredelt. Darüber hinaus bietet die Konstruktion eine geradezu ideale Luftzirkulation, wodurch Garage und Auto gleichermaßen vor Rost geschützt sind. Die Garage als reine Fahrzeugunterbringung hat längst ausgedient. Es gilt, Autoreifen, Fahrräder, Werkzeuge, Sport- und Gartengeräte, Mülltonnen etc. zu verstauen. Auch daran haben einige Hersteller gedacht. Die Mehrkosten für eine etwas längere Garage mit integrierter Geräteraumabtrennung und separater Nebentür schlagen gerade bei den Anschaffungskosten einer Stahlgarage nur geringfügig zu Buche. Und damit auch alles seinen Platz hat, gibt es individuell erweiterbare Innenraumsysteme, bestehend aus Fahrrad-, Reifen- und Gerätehaltern, Regalböden, Deckenhaltern u. v. m. Die Garagenwände müssen zur Anbringung des Innenraumsystems nicht einmal angebohrt werden.

Das richtige Tor Garagentore müssen funktional und sicher sein. Der ferngesteuerte, elektrische Antrieb gilt mittlerweile als

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Standard. Damit lässt sich ein Tor bequem und leise vom Auto aus öffnen – besonders angenehm, weil man speziell bei Dunkelheit oder Regen nicht aus dem Auto steigen muss. Das Garagenlicht schaltet sich direkt automatisch ein. Je nach Platzangebot und Torart kann man zwischen Drehflügel-, Schiebetor- und Schiebefalttormechanismus auswählen. Als Material kommen Stahl, Kupfer, Aluminium oder Holz infrage, gestaltende Elemente können Sickenprägungen oder glatte Paneele sein. Dazu gibt es Verglasungen und Fenstereinsätze in den verschiedensten Formen und Materialien. Darüber hinaus bieten einige Hersteller designte Haustüren und Garagentore sowie ansichtsgleiche Nebentüren für eine Fassadengestaltung aus einem Guss. Wenn der Unterstellraum häufiger als üblich und für andere Dinge als nur das Auto genutzt wird (z. B. als Werkstatt), wollen Heimwerker im Winter nicht frieren. Wärmegedämmte Torblätter mit 40 mm dicken, doppelwandigen Stahlsektionen mit Hartschaumkern halten die Kälte draußen. Boden-, Mittel- und Seitendichtungen schützen zusätzlich vor Zug und Regen. Licht-

bänder oder Glasfenster lassen Tageslicht in den Raum. Nach Art der Öffnung unterscheidet man zwischen Schwingtor (aus einem Kippflügel zum Öffnen bzw. Schließen) und Sektionaltor, das aus mehreren beweglichen Einzelelementen, den sogenannten Sektionen, besteht. Verschiedene Laufschienensysteme sichern den passgenauen Einbau in alle neuen und bestehenden Gebäude. Auch beim Seitensektionaltor ist die Konstruktion so angelegt, dass die lichte Durchfahrtsbreite und -höhe immer in vollem Umfang erhalten bleiben – nur werden die Sektionen eben nach einer Seite gefaltet. Beim Garagenflügeltor öffnen sich zwei Flügel nach außen. Garagentore können mit einer Tür im Tor ausgestattet werden, um einem Fußgänger oder Radfahrer den Zutritt zu erleichtern. Der Torantrieb sorgt für erhöhten Schutz, da er das manuelle Aufschieben des Tors hemmt. Wer keinen Strom­anschluss in der Garage besitzt oder eine Fertiggarage mit besonders niedrigem Sturz hat, konnte bislang nicht in den Genuss eines solchen fernbedienbaren Garagentors kommen. Doch auch hier werden mittler-

weile praktische Lösungen angeboten: Da der Motor direkt am Tor montiert wird, ist kein weiterer Platz unter der Garagendecke erforderlich. Die Stromversorgung des Antriebs erfolgt über ein Solarelement mit Laderegler auf dem Garagendach oder mit einem Wechsel­akku, der zum Aufladen bequem ins Haus mitgenommen werden kann. Fernbedienungen gibt es als Funkmodelle mit Handsender und als programmierbare selbstlernende Ausführungen. Automatische Einfahrts- und Garagentore müssen jedoch mit einer elektronischen Hinderniserkennung und Kraftbegrenzung ausgestattet sein. Zusätzlich können weitere Sicherheitseinrichtungen wie Kontaktleisten oder Lichtschranken installiert werden. So stoppt das Tor sofort, wenn unerwartet ein Gegenstand oder eine Person im Weg steht. Unfälle mit teils schweren Verletzungen, wie sie leider oft bei Kindern passieren, werden auf diese Weise verhindert. Auch deutlich sichtbare Warnlichter, die an Hoftor­ antriebe gekoppelt werden können, leisten einen wertvollen Beitrag zur Sicherheit.

Gute Alternative: Carport Die Preis- und Qualitätsspannen sind beim Carport am größten. Der Selbermacher-Bausatz aus dem Baumarkt ist schon für unter 1000 Euro zu haben, sieht aber meist auch so aus. Optisch wenig ansprechend, passt das Ergebnis nicht immer zum Stil des Hauses und wirkt eher störend. Hochwertiger sind die Modelle aus dem Fachhandel (ab 6000 Euro). Sie werden aus langlebigen Materialien wie Lärchenholz oder Alu, Stahlträgern oder speziellen Verbundstoffen gefertigt. Die Konstruktionen sind mechanisch stark belastbar.

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Die Vorteile: der verhältnismäßig niedrige Preis, der schnelle Aufbau, die große Modellvielfalt sowie die hohe Anpassbarkeit an die Gegebenheiten des Grundstücks. Die offene Bauweise (nur Dach, einseitig bis dreiseitig geschlossen) ist Vor- und Nachteil zugleich. Schutz vor Schnee und Regen ist gegeben, vereiste Scheiben kommen beim Carport aber durchaus vor. Das Auto trocknet viel schneller, was Rost vorbeugt. Der größte Nachteil ist wohl der fehlende zusätzliche Schutz vor Diebstahl und lästigen Mardern.


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Schnauer Garagen-Park Krems: A-3500 Krems, Hafenstr. 57, Tel.02732/888-222 Schnauer Garagen-Park Lindach, OÖ.: A1-Exit 213 Laakirchen Ost Tel. 0664 / 84 69 170, Hr. Hartl

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INNENAUSBAU 

Trockenbau Neben rascher Montage, flexibler Gestaltung und der Erfüllung aller Anforderungen an Feuchtigkeits-, Brand-, Schallund Wärmeschutz steht der Trockenbau vor allem für große Zeitersparnis, da nichts trocknen muss.

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erden die Arbeiten an Wänden und Decken im Inneren eines Gebäudes ohne die Verwendung von Wasser (wie bei Beton und Mörtel üblich) durchgeführt, ist die Rede von Trockenbau. Die Unterkonstruktion besteht aus Holz oder Metall. Zur Verkleidung werden Ausbauplatten aus Gipskarton, Gipsfaser, Holz oder Holzwerkstoff verwendet. Auch Metall, Kunststoff oder Glas kommen infrage. Die Vorteile dieser Bauweise liegen auf der Hand: • rasche Montage und geringes Gewicht, dadurch kurze Bauzeit • flexible Gestaltung, dadurch flexible Raumteilung • Anforderungen an Feuchtigkeits-, Brand-, Schall- und Wärmeschutz werden durch entsprechende Konstruktionen erfüllt.

Massiver Trockenbau Aufgrund ihres geringen Gewichts, der guten Schallisolierung, der Brandbeständigkeit sowie des Wärmespeichervermögens sind Trennwände aus Porenbeton sehr beliebt. Sie eignen sich auch zum Hochziehen von Duschwänden, Wannenunterbauten etc. Der maßgenaue Zuschnitt kann mit einer Handsäge vorgenommen werden und die Verlegung erfolgt mit einem schnell trocknenden Dünnbettmörtel. Trennwände ohne tragende Funktion lassen sich auch mithilfe von Gipswandbauplatten errichten. Stabil und trotzdem leicht können die Wände völlig frei innerhalb des Grundrisses selbst auf schwimmendem Estrich verbaut werden. Sie werden nur mit Fugengips zusammengesetzt, wobei der Aufbau einer Unterkonstruktion nicht


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erforderlich ist. Verbunden werden die Einzelelemente durch ein Nut-Federprofil. Die genormten Platten (666 x 500 mm) ermöglichen einen raschen Baufortschritt. Mit Randdämmstreifen aus Bitumenfilz, Kork oder Mineralwolle werden sie mit den angrenzenden Bauteilen elastisch verbunden und dabei mechanisch und akustisch entkoppelt. Das ermöglicht auch bei späteren Änderungen einen raschen Rückbau. Gipswandbauplatten müssen nur verspachtelt werden, sodass die Plattenstärke von 60, 80 oder 100 mm gleichzeitig auch die jeweilige Wandstärke ist. Den Putz können Sie sich sparen, was wiederum Feuchteeintrag, Material, Zeit und Kosten spart. Die Platten können an jeder beliebigen Stelle geöffnet und durchbrochen werden, ohne dass eine Stützkonstruktion erforderlich wäre.

Leichtmaterialien Die Metallprofile dieser Bausysteme sind optimal auf den Verwendungszweck abgestimmt, im Gegensatz zu Holz passgenau, maßhaltig und formstabil. Neben ihrem geringen Gewicht und dem langlebigen Korrosionsschutz (Verzinkung) haben sie bereits vorgestanzte Aussparungen für Elektroleitungen, Installations- und Wasserverrohrungen. Anstrich oder Tapete können sofort nach dem Aufstellen aufgebracht und die Wände schnell und einfach versetzt werden. Ein wichtiger Tipp gleich vorweg: Wenn Sie Gipskarton- oder Gipsfaserplatten selbst verlegen, bitte immer die Komponenten eines Systems verwenden. Und zur Verarbeitung: Beim ersten Spachtelgang werden die Fugen gefüllt und glatt abgezogen, eventuell wird ein Bewehrungsstreifen eingelegt. Nach dem Trocknen erfolgt dann ein

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weiterer Spachtelgang. Wieder trocknen, fein schleifen und ausmalen oder tapezieren – fertig! • Gipskartonplatten bestehen aus einem Gipskern, auf den beidseitig eine Kartonlage aufgebracht wird. Diese stabilisiert die Platte und nimmt gleichzeitig Zug- und Biegekräfte auf. Spezielle Ausführungen für Feuchträume sind feuchtigkeitshemmend imprägniert und zur besseren Erkennung grün eingefärbt. • Gipskarton-Feuerschutzplatten, die im Kern zur Verstärkung Glasseidenbündel enthalten, können zur Ausbildung von feuerbeständigen Konstruktionen nach DIN 4102 herangezogen werden. Sie gibt es auch imprägniert. Die leichten Platten sind in Stärken zwischen 9 und 25 mm erhältlich, wirken feuchteregulierend und sind dimensionsstabil. Bei richtiger Verlegung sind sie vor allem in Verbindung mit Steinwolldämmstoffen gut schalldämmend. Das Material lässt sich nach dem Anritzen leicht brechen und ist für abgehängte Decken und als Trockenputz für vorgesetzte Wände geeignet. Auf Unterkonstruktionen aus Metall wird es mit selbstschneidenden Spezialschrauben befestigt, auf Wänden mit Ansatzbinder direkt verklebt und nach der fertigen Montage an den angefasten Stößen verspachtelt und glatt geschliffen. • Gipsfaserplatten, ein Gemisch aus Gips und Zellulosefasern, haben im Gegensatz zu Gipskartonplatten keine Kartonschichten und weisen eckige Schnittkanten auf. Gipsfaserplatten sind aufgrund der homogenen Faserstruktur mechanisch belastbarer (ideal für Küchenwände). Sie kommen als Wand- und De-

ckenbekleidung, als Decklage von Unterdecken sowie für die Verkleidung von Montagewänden infrage. Gipsfaserplatten sind nicht brennbar und können auch in Feuchträumen eingesetzt werden. • Holzweichfaserplatten bestehen aus zerspanten Holzabfällen, die, mit Leim vermischt, heiß verpresst werden. Erhältlich sind sie in weicher, mitteldichter und harter Ausführung. Im Ausbau sind vorwiegend weiche Ausführungen als Dämmstoff gebräuchlich. Die Verarbeitung erfolgt mit üblichen Holzwerkzeugen. • OSB- oder Mehrschichtplatten bestehen aus richtungsorientierten Spänen (Oriented-Strand-Board), wobei die Späne lagenweise jeweils nach einer Richtung über Kreuz gestreut, dreischichtig verklebt und verpresst werden. Die Ausrichtung der Späne gibt auch die Richtung der Flexibilität vor, die durch ihre Dimensionierung (lang und schlank) größer ist als bei normalen Spanplatten.

Wandaufbauarten Grundsätzlich werden Platten aus verschiedenen Werkstoffen auf leichte Unterkonstruktionen oder direkt an massive Bauteile montiert. Unter Trockenputz versteht man die Verkleidung von Wandflächen mit Gipskartonplatten anstelle der herkömmlichen Putzverfahren. Gipskartonplatten in verschiedenen Ausführungen (z. B. imprägniert) oder Gipsfaserplatten werden mit Ansetzbinder, die punktförmig als Batzen auf die Platte aufgebracht werden, an der unverputzten Wand aufgestellt. Die Fugen werden mit Gewebestreifen abgedeckt und verspachtelt.

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In der Ständerbauweise werden auf einem tragenden Gerüst aus Metallprofilen (C-Profile) beidseitig die Gipsplatten geschraubt. Der entstandene Hohlraum ist zur Verbesserung der Schallund Wärmedämmung mit Dämmwolle gefüllt. Beliebt sind solche Wände zum Ausgleich von großen Wandunebenheiten und zur Verbesserung des Schallund Wärmeschutzes. Je nach Bedarf werden unterschiedliche Ausführungen verwendet, wobei sich die Auswahl der Beplankung und des Dämmstoffs nach den Vorgaben an Wärme-, Schall- oder Brandschutzanforderungen richtet. Um Installationen zu verbergen, kann die Vorsatzschale frei stehend ausgeführt werden, wodurch eine besonders große Schallschutzverbesserung erreicht wird.

Trockenbau-Zwischendecken Soll ein größerer Abstand zur Rohdecke erzielt werden, gibt es unterschiedliche Methoden, die Decke niedriger zu setzen. Früher wurde in so einem Fall an den Wänden eine rundum laufende Rahmenkonstruktion gedübelt, auf die längs oder quer zum Raum Zwischenträger geschraubt wurden. Darauf wurden dann Nut-Feder-Elemente mon-

tiert, die die parallel dazu eingelegte Dämmung verdeckten und zuletzt die fertige Decke ergaben. Komplette Abhängesysteme von einem Hersteller erleichtern ein solches Vorhaben wesentlich. Montagesysteme werden für Metall- und Holzunterkonstruktionen angeboten. Gängig sind spezielle Drähte mit rechtwinklig gebogenen Befestigungsösen, die in ankerförmige Abhänger eingeschoben und mit einer Spannfeder justiert werden. Sehr montagefreundlich sind auch die Noniusabhänger. Sie bestehen aus zwei ineinanderliegenden, gelochten UProfilen mit unterschiedlichen Lochteilungen, die mit einem Splint verbunden werden und sehr präzise Höhenjustierungen erlauben. Bei Metallunterkonstruktionen setzt man als Grund- und Trag­elemente CD-Profile ein. Die Decke muss aus Schallschutzgründen immer freischwingend sein, was bedeutet, dass die Beplankung die Wände nicht berühren darf. Sollen der Schall- und gleichzeitig der Wärmeschutz weiter verbessert werden, verlegt man zusätzliche Dämmstoffelemente im Deckenhohlraum. Wenn die darüber liegenden Räume nicht

beheizt sind, ist eine Dampfbremse nötig. Sie wird entweder von unten an die Lattung getackert oder, wie bei Metallkonstruktionen der Fall, mit einem speziellen Doppelklebeband befestigt.

Zusätzlicher Schallschutz im Deckenbereich Auch die Akustik des Raums kann durch eine Zwischendecke in Trockenbauweise wesentlich verbessert werden. Bei hoher Lärmentwicklung, vor allem in Kinderzimmern, Büros und Hobbyräumen, benötigt man zusätzliche Montageelemente, deren Eigenschaften von der Art des störenden Geräuschs abhängig sind. In der Praxis sollte wenigstens eine der beiden gegenüberliegenden Raumflächen aus schallabsorbierenden Materialien sein, z. B. Holzboden/Akustikdecke oder schallharte Decke/Teppichboden. So können keine Mehrfachreflexionen entstehen. Die akustische Wirksamkeit hängt in erster Linie vom verwendeten Material ab. So werden für den Einsatz als Akustikdecken Elemente mit perforierter oder stark strukturierter Oberfläche erzeugt, die auf der Rückseite mit einem Dämmvlies versehen sind.

Gipsfaser versus Gipskarton Grundsätzlich bestehen die Trockenbaugipsplatten entweder aus Naturgips oder synthetischem REA-Gips. REA-Gips ist ein Abfallprodukt, das bei der Rauchgas­ entschwefelung in Kohlekraftwerken entsteht – und zwar in großen Mengen. Gipsfaserplatten werden unter der Zugabe von Zellulosefasern (aus Altpapier) hergestellt, können aber auch Stahl- oder Glasfasern als verstärkende und feuerhemmende Elemente beinhalten. Der Gipskartonplatte werden zum Erreichen der Endfestigkeit keine Zellulosefasern zugesetzt, sondern sie wird mit

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Kraftpapier aus Altpapier gänzlich umschlossen. Feuchteschutz wird in beiden Fällen durch Imprägnierung mit Silikonverbindungen erreicht. Ein weiterer Unterschied besteht bei der Verarbeitung der Platten. Die Gipskartonplatte wird mit einem Messer einseitig eingeritzt und an dieser Stelle gebrochen. Bei der Gipsfaserplatte muss diese Sollbruchstelle etwas stärker ausgeführt werden, da sie aufgrund ihrer verstärkenden Zellulosefasern nicht so leicht bricht und die Kanten etwas ausfransen. Die Befestigung erfolgt mit speziellen Trockenbauschrauben.


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System Habito Willkommen in der Zukunft ! Mit rasant steigender Bevölkerung und der damit einhergehenden Urbanisierung ist auch in Gebäuden Flexibilität gefragt Die WG-Wohnung wird zur Wohnung mit Kinderzimmer wird zur Wohnung mit Raum für die Pflegefachkraft; oder das Büro wird zum Studentenwohnheim; oder alles ganz anders. Wenn man be-

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denkt, dass Menschen bis zu 90% ihrer Zeit in geschlossenen Räumen verbringen, dann muss auch der Komfort stimmen: Sind Rigips-Systeme bereits in vielen Dimensionen des Komforts (z B. Schallschutz, Brandschutz, Geschwindigkeit) „State oft he Art“ ist, stößt das System Habito in neue Dimensionen vor:

liche Schrauben! Keine Bohrmaschine, kein Staubsauger - und damit weder Lärm noch Schmutz! Eine Spanplattenschraube (ohne Schaft) trägt in der Habito bei einlagiger Beplankung ein Gewicht von bis zu 30 Kilo! Dieses lässt sich bei zweilagiger Beplankung und der Verwendung von Hohlraumdübeln auf bis zu 90 Kilo erhöhen!

Robust mit Nehmerqualitäten.

Sicher ist sicher.

Eine Wand muss im Alltag so einiges aushalten. Ob die Stuhllehne oder Staubsauger – es knallt allerhand an die Wand: Rigips Habito ist zum Glück hart im Nehmen. Die robuste Oberfläche der massiven Gipsplatte nimmt Stöße um bis zu 50% besser auf als manche traditionelle Wand.

Habito bietet auch Sicherheit vor unliebsamen „gangseitigen“ Überraschungen. Die Klasse RC2 wird dabei ohne weitere bauliche Maßnahmen (wie Stahlblecheinlagen) sicher erreicht, und selbst die Klasse RC3 ist bei halbiertem Ständerabstand von externer Stelle nachgewiesen. Daran beißen sich Ganoven (nicht nur) die Zähne aus! Dass die massive Struktur der Habito außerordentlich hohen Schallschutz bietet, ist ein weiteres Plus, das überzeugt www.rigips.com/de/habito.html

Geschraubt & nicht gedübelt. Es geht noch mehr: Um Küchenkastel, ob schwerer Ölschinken von der Oma oder neuer Flachbildschirm: Bei der Habito Platte reicht ein Akkuschrauber und gewöhn-

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Giftfreier Innenausbau Allergien, Kopfschmerzen, Übelkeit bis hin zu schweren Krankheiten. Gift- und Schadstoffe gibt es genug in unseren vier Wänden. Auf welche unbedenklichen Baumaterialien Sie setzen sollten, erfahren Sie hier.

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mmer mehr Menschen, vor allem Kinder, reagieren allergisch auf Stoffe, deren gesundheitsgefährdende Wirkung bis vor einigen Jahren noch nicht einmal bekannt war. Kopfschmerzen, Übelkeit oder Hautirritationen haben ihre Ursache oft in Giftstoffen, die bei der Herstellung von Möbeln, Holzanstrichen, Wandfarben und Wohnraumtextilien verarbeitet werden. Der noch immer am häufigsten in heimischen Wohnungen und Häusern anzutreffende Schadstoff ist Formaldehyd. Es schwächt das Immunsystem und steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Es kommt typischerweise in Holzwerkstoffen, Schäumen, Lacken, Farben, Versiegelungen und sogar in Textilien, Kosmetika und Spielzeug vor. Die österreichischen Grenzwerte für Formaldehyd wurden zwar gesenkt, in vielen billigen Ost- und Fernostimporten ist es aber nach wie vor in gesundheitsbeeinträchtigender Konzentration ent-

halten. Also lieber heimische Produkte kaufen und nicht an der falschen Stelle sparen!

Nachträgliche Freisetzung von Giften vermeiden Wer industriell gefertigte Holz- oder Metalloberflächenveredelungen abträgt oder repariert, muss zu seinem eigenen Wohl beim Abbrennen oder Abschleifen – auch bei gleichzeitiger Absaugung – unbedingt eine Schutzmaske tragen. Wenn irgendwie möglich, sollten solche Arbeiten auch immer im Freien oder zumindest bei offenem Fenster durchgeführt werden. Kinder sind besonders empfindlich und sollten sich nicht in der Nähe der Arbeitsstätte aufhalten. Achtung! Auch beim Abbeizen lackierter Flächen wird häufig Gift freigesetzt!

Putze sind meist giftfrei Für den Innenbereich eignen sich Produkte auf Kalk- und/oder Gipsbasis so-


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wie Lehmputze, die keinerlei Giftstoffe aufweisen. Die Verwendung von Kalkputz lässt sich in allen Kulturkreisen Jahrtausende zurückverfolgen. Naturkalk ist absolut hygienisch und es besteht eine große Gestaltungsvielfalt – vom einfachen weißen Anstrich bis zur hochwertigen Ausmaltechnik. Entscheidend ist, dass keine chemischen Zuschläge wie Lösungsmittel, Konservierungsstoffe oder Weichmacher verwendet werden. Kalk weist alkalische Eigenschaften auf (hohen pH-Wert) und wirkt dadurch antiseptisch und vorbeugend gegen Schimmelbefall. Darüber hinaus fungieren Kalkputzoberflächen quasi als Raumluftfilter: Die diffusionsoffenen Poren des Putzes nehmen Schadstoffe und Belastungen wie Kohlendioxid und Schwefeldioxid auf und bauen sie ab. Auch überschüssige Feuchtigkeit wird der Luft entzogen und später wieder abgegeben. Kalkputz empfiehlt sich besonders für Räume mit hoher Luftfeuchtigkeit, also Flure, Küchen, Bäder, Schlaf- und Kinderzimmer. Gips ist ein in der Natur häufig vorkommendes Gestein, das als Sediment durch Ausfällung von verdunstetem Meerwasser vor ca. 285 bis 195 Millionen Jahren entstanden ist. Neben Lehm ist es das älteste Bindemittel und wurde bereits 9000 vor Christus in Kleinasien verwendet. Der Gipsputz zeichnet sich durch Schwindfreiheit und feuchtigkeitsregulierende Wirkung aus, darf aber eben wegen dieses ­Hygroskopieeffekts (= Wasserbindung aus der Luft) nur im normal belasteten Innenbereich, nicht aber für Nassräume verwendet werden. Gips- und Gipskalkputze haben eine geringe Wärmeleitfähigkeit und Ausgleichsfeuchte und fühlen sich daher warm an. Der geringe Unterschied zwi-

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schen Wand- und Raumtemperatur bewirkt so eine behagliche Atmosphäre im Raum. Die geringe Oberflächenleitfähigkeit wiederum verhindert das statische Aufladen von Gipsputzen. Deshalb ziehen Gipsputze keinen Staub an. Sie sind nicht brennbar und gehören zur Baustoffklasse A. Zudem wird ein Teil des Wassers beim Erhärten des Gipses gebunden. Im Falle eines Brandes wird dieses Wasser freigesetzt und verbessert somit den Brandschutz. Lehmputz ist als altbewährte Putzvariante auf gutem und gleichmäßig saugendem Ziegelmauerwerk gedacht. Im ökologischen Hausbau werden vermehrt solche wiederentdeckten Wandbaustoffe eingesetzt. Nach Auftrag als ein- oder mehrlagiger Handputz bzw. Maschinenputz ist für eine ausreichende Belüftung und schnelle Trocknung zu sorgen, um Schimmelbildung durch Mikroorganismen aus der Umgebungsluft zu vermeiden. Beim Anstrich ist zu beachten, dass er äußerst dampfdiffusionsoffen sein sollte, damit die feuchtigkeitsregulierende und schimmelhemmende Wirkung des Lehmputzes erhalten bleibt. Dispersionsputz meint alle Wandbeschichtungen auf Basis einer Dispersion (ohne Kalk- oder Zementanteil) mit putzartigem Aussehen. Das Material wird verarbeitungsfertig in pastöser Form angeboten. Der Buntsteinputz schließlich ist eine Variante des Dispersionsputzes (wässrig oder lösemittelhaltig), der bei der Gestaltung von Säulen, Pfeilern und exponierten Wänden Anwendung findet. Der Multicolor­effekt entsteht durch eingefärbte Quarzkörner bzw. natürlich gefärbte Kieselsteine. Aufgetragen wird der Putz mit einer Glättkelle.

Wie giftfrei sind Wandfarben? Kalkfarben bestehen aus verdünnter Kalklauge und werden als Pulver oder pastös eingesumpft angeboten. Sie ergeben sehr schöne, leicht raue Oberflächen im Innen- und Außenbereich, sind dauerhaft und unempfindlich gegen Feuchtigkeit und wirken desinfizierend und pilzhemmend. Silikatfarben sind weder wasserlöslich noch wasserverdünnbar, da sie Wasserglas enthalten, das gleichzeitig als Verdünnung und Bindemittel wirkt. Sie sind extrem diffusionsoffen, schimmelhemmend und waschfest. Die einzelnen Komponenten werden erst kurz vor der Verarbeitung der Farben angemischt. Sämtliche Wandfarben von namhaften Herstellern aus dem europäischen Raum enthalten keine

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Unabhängige, kompromisslose, periodische Überprüfungen sichern die Einhaltung konkreter Qualitätskriterien und sind wesentlich für das Vertrauen in das Austria Gütezeichen.

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Kriterien ökologischer Produkte

giftigen Lösungsmittel und sind daher als unbedenklich einzustufen. Zementfarben bestehen aus Weißzement und Kalk und ergeben wie Kalkfarben wetterbeständige, wasserdampfdurchlässige Anstriche. Sie können auch auf ständig feuchten Untergründen eingesetzt werden, sind aber eher spröde und neigen zu Rissbildung. Leimfarben haben ihren Namen vom verwendeten Bindemittel, das aus pflanzlichem Stärke- oder Zelluloseleim besteht. Sie sind in Pulverform, als pastöser Nassleim oder bereits streichfertig erhältlich, optimal für den Wohnbereich geeignet und enthalten ausschließlich ungiftige, organische Stoffe. Dispersionen sind sowohl farblos als auch in allen Farbtönen erhältlich und auf praktisch allen Untergründen anzuwenden. Der Bindemittelanteil legt fest, ob die Farbe für den Außen- oder den Innenbereich geeignet ist (über 20 Prozent vol. für den Außenbereich). Kunststoffdispersionen können die Diffusion der Wand stark einschränken.

Darauf sollten Sie achten! Auf Inhaltsangaben und Güte­ siegel können Sie sich verlassen: Hochwertige Produkte sind weniger bis gar nicht schadstoffbelastet; je billiger aber, desto gefährlicher. Es ist sehr sinnvoll, immer die Inhaltsstoffe nachzulesen und die Anwendungshinweise vom Hersteller genau zu befolgen. Umweltsiegel können helfen, die geeigneten Produkte im Regal zu finden.

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Es ist eigentlich ganz einfach. Natürlich ist, was aus nachwachsenden Rohstoffen auf pflanzlicher und/oder mineralischer Basis hergestellt wird. Und zwar so schonend wie möglich. Doch es gibt schwarze Schafe. Hersteller, die ihre Farben trotz großer Anteile petrochemischer Inhaltsstoffe als „Naturfarben“ bezeichnen, erkennen Sie oft schon am Einsatz von Isoaliphaten oder an der verschleierten Deklaration der Inhaltsstoffe. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten, lesen Sie sich also die Zusammensetzung des jeweiligen Produkts genau durch. Tauchen Schlagwörter wie Isoaliphate oder Isoparaffine am Etikett auf, handelt es sich mit Sicherheit um keine Naturfarbe, egal was vorne draufsteht. Diese petrochemischen, also auf Erdöl basierenden Bestandteile lassen sich nicht wieder in den natürlichen Kreislauf zurückführen. Hersteller echter natürlicher Farben setzen auf die Pflanzenwelt. Aus Stängeln wird Zellulose gewonnen, aus Blättern Farbstoffe, Wachse von Blattoberflächen, Fette und Eiweiße aus Früchten und Duftstoffe genauso wie Harze aus Blüten.

Latexwandfarbe ist gut geeignet für den Anstrich von Räumen mit hohem Reinigungsbedarf und verfügt über den sogenannten Lotuseffekt, der Wasser wie von Zauberhand abperlen lässt. Original Latexwandfarben basieren auf der Milch des Kautschukbaums. Aufgrund ihrer kostspieligen Herstellung und der wertvollen Rohstoffe ist Latexwandfarbe allerdings sehr teuer. Ersatzweise wird auch Latexdispersionsfarbe angeboten. Sie enthält hohe Kunstharzanteile als Bindemittel, ist funktionell wie original Latexfarbe, enthält allerdings kein Latex mehr. Sie ist wesentlich günstiger und lässt sich in ihrer Beschaffenheit flexibler variieren. Original Latexfarbe ist äußerst strapazierfähig und vor allem für Flächen gedacht, die geputzt und gescheuert werden müssen. Sie ist allerdings nicht atmungsaktiv und wasserundurchlässig. Außerdem ist Latexfarbe nicht überstreichbar. Bei Latexdispersionsfarben wurden diese Nachteile minimiert. Magnetfarbe enthält Eisenstaub, wird als Grundierung für Wände, aber auch Holz usw. eingesetzt und individuell übermalt. Sie verleiht jeder Oberfläche magnetische Eigenschaften. Die Magnetkraft ist nicht so stark wie bei einer metallischen Oberfläche, dennoch sind die Ergebnisse erstaunlich: Ein einzelner 29-mmNeodym-Magnet hält bis zu 20 Bögen A4-Kopierpapier!

Achtung bei Lacken Nicht alles, was als Lack „geeignet für Innenräume“ definiert ist, ist auch schadstofffrei. Der Giftigkeitsgrad der Inhaltsstoffe, Lösungs- und Bindemittel hängt davon ab, ob die Produkte wasserlöslich, wasserverdünnbar oder lösemittelhaltig sind. „Wasserlöslich“ heißt leider auch nicht automatisch „schadstofffrei“. Für den Endverbraucher werden, von wenigen Ausnahmen (z. B. Bootslack) abgesehen, nur wasserlösliche Lacke angeboten. Gewerbe und Industrie arbeiten nach wie vor mit Chemiebomben. Auf Holzschutzmittel können Sie in Innenräumen generell verzichten und zur Pflege natürliches Bienenwachs oder Öl verwenden.

Leime & Kleber „Kleber“ ist der Überbegriff für alle Klebestoffe. Nach DIN 16920 vom Juni 1981 handelt es sich dabei um nicht metallische Stoffe, die zu verbindende Teile durch Adhäsion (Flächenhaftung) und Kohäsion (innere Festigkeit) dauerhaft verbinden. Am Bau werden vor allem die folgenden Kleber und Leime eingesetzt: Synthesekautschuk mit mehr als 65 % Lösemittelgehalt, lösemittelhaltige Kunstharze oder Naturharzklebstoffe mit 20 % Lösemittelgehalt, lösemittelarme oder -freie Dispersionsklebstoffe, Reaktionsklebstoffe, die auf Basis von Epoxiden und Polyurethan erzeugt werden, keine Lösemittel enthalten, aber zum Teil bedenkliche Härterchemikalien,


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sowie unbedenkliche Tapetenkleister auf Zellulose- oder Stärkebasis. Die gesundheitliche Bedenklichkeit von Klebstoffen hängt vorwiegend vom Gehalt an Lösemittel, aber auch von anderen Grundstoffen ab. Diese geben während der Verarbeitung und dem Abbinden flüchtige organische Verbindungen ab. Sind Klebstoffe einmal trocken und ausgehärtet, sind sie in der Regel nicht mehr giftig. Vorsicht ist also hauptsächlich während der Verarbeitung geboten. Reaktionsklebstoffe setzen reaktionsfähige giftige Moleküle, sogenannte Monomere frei, die über die Atemwege und auch über die Haut aufgenommen werden. Beim Verarbeiten von Klebern

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müssen die vom Hersteller empfohlenen Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden! Markenprodukte mit genauer Angabe der Inhaltsstoffe sind empfehlenswert. Um gesundheitliche Folgen zu minimieren, sollten lösemittelfreie, zumindest lösemittelarme Dispersionskleber, bei denen die Grundstoffe in Wasser gelöst sind, oder Klebstoffe auf Basis von Naturprodukten wie Stärke, Kasein, Naturkautschuk und Terpentinöl verwendet werden. Alpha-Silan-Klebstoffe sind hochelastisch und überstreichbar. Alpha-Silane eignen sich u. a. zur Herstellung rasch aushärtender iso­cyanatfreier Bau- und Montageschäume, finden sich in kratzfesten Lacken sowie in zinnfreien Silikondichtstoffen

und werden etwa als hochtransparente Glasabdichtungen eingesetzt.

Nicht immer giftfrei Auch Holz ist nur bedingt frei von Schadstoffen, egal ob für den Innen-, den Außen- oder Möbelbau. Unterschieden werden Vollholz-, Furnier-, Span-, Faser- und Verbundholzwerkstoffe. Je nach Herstellungsart können Zusätze enthalten sein, die die natürlichen Eigenschaften verändern. Gemeint sind Bindemittel (synthetische Kleber, mineralische Binder) und Zusätze wie Paraffin, Brand- und Holzschutzmittel. Merken Sie sich: je geringer der Kleberanteil im Werkstoff, desto besser für die Gesundheit!

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Aufbau der Fußböden Rohdecke, Funktionsschicht, Tragschicht bzw. Estrich, eventuell eine Schüttung und schließlich der Bodenbelag. Nur ein korrekter Aufbau sorgt für einen schall- und wärmegedämmten, stabilen Boden.

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ie Funktionsschicht erfüllt, wie der Name schon sagt, eine Funktion. Dazu zählen etwa Fußbodenheizung oder -kühlung. Die Tragschicht nimmt statische und dynamische Kräfte auf und leitet sie an den Untergrund ab. Der Estrich muss in Druckfestigkeit, Verschleißwiderstand, Oberflächenhärte, chemischer Beständigkeit, Schwinden und Quellen sowie dem Trittschallmaß der EN 13813:2002 entsprechen. Aufgebracht werden kann er monolithisch als Verbundestrich oder schwimmend ohne Verbund mit dem Untergrund. Flächenbelastbare Dämmmatten oder -platten entkoppeln den Estrich von der tragenden Deckenkonstruktion und sorgen so für Trittschall oder Wärmeschutz. Eine Bewehrung verhindert auf hohen Dämmschichten das Reißen oder Brechen des

Estrichs. Neben den genormten Estricharten Zementestrich, Kalziumsulfatestrich (Anhydrid), Magnesiaestrich, Gussasphaltestrich und Kunstharzestrich gibt es nicht genormte Alternativen wie Trockenestrich oder Hohlraumböden. Zu den Estrichen, die direkt als Oberfläche dienen können, zählen z. B. Hartstoffestriche, Steinholz­ estriche und der Terrazzo. Schüttungen, die den Boden auf die notwendige Höhe bringen, sind mineralisch oder aus nachwachsenden Rohstoffen. Die mineralischen Schüttungen – Blähton, Glasschaumgranulat, Perlit und Vermiculit – sind einfach verarbeitbar, belastbar, robust und verrottungsfest. Die Gruppe der „nachwachsenden“ Schüttungsmaterialien umfasst Hanf, Kork und Zellulose. Die Stärke solcher Materialien liegt im Sanierungsbereich, viele dieser Produkte werden aber auch


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im Neubau erfolgreich angewendet und haben sich seit Jahrzehnten bewährt. Das gilt vor allem für Schüttungen aus mineralischen Stoffen, die sich neben ihrer einfachen Verarbeitbarkeit auch in ihrer Belastbarkeit, Robustheit und Verrottungs­festigkeit auszeichnen.

Mineralische Schüttungen Blähton besteht aus einem kugelförmigen Granulat aus gemahlenem Ton, der bei 1200 °C gebrannt wird. Dabei verbrennen seine organischen Bestandteile und bilden Luftkammern, die sich aufblähen. Mit Zement gebunden, werden aus Blähton auch Mauersteine, Massivelemente, Fertigtreppen oder stockhohe Wände geformt. Blähton ist frostsicher, feuchtigkeitsbeständig, ­atmungsaktiv und besitzt hervorragende Wärmespeichereigenschaften. Als Schüttung und Verfüllung ist Blähton eine bauphysikalisch einwandfreie Lösung für Hohlräume, da er durch Einblasen auch noch den unzugänglichsten Winkel erreicht. Angeboten wird er als rundes Korn oder als Mischung mit gebrochenen Brocken. Durch die vielseitige Anwendbarkeit ist Blähton als Drainageverfüllung im Fundamentbereich, als Wärmedämmschüttung gegen Erdreich, als Fehlbodenschüttung, zwischen Lagerhölzern oder zur losen Gewölbeauffüllung verwendbar. Bei Überfüllung kann das Material ebenso schnell entfernt werden, wie es eingebracht wurde. Glasschaumgranulat ist ebenfalls Wärmedämmstoff und Leichtschüttmaterial in einem Produkt. Es zeichnet sich besonders durch leichte Verarbeit­ barkeit, gute Wärmedämmung und durch ausgezeichnete Tragfähigkeit aus. Es leitet Wasser gut ab, ist feuerfest, schalldämmend, zu 100 Prozent wiederverwertbar und wird häufig auch

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zur Bodensanierung nicht unterkellerter Altbauten eingesetzt. Das mit den unterschiedlichsten Produktbezeichnungen vertriebene Produkt ist ein mineralischer Dämm- und Leichtbaustoff, der aus recyceltem Glas hergestellt wird. Dieses Material ist wärmedämmend, stabilisierend und ermöglicht somit ein wärmebrückenfreies Bauen. Perlit ist ein aus dem gleichnamigen, glasartigen Vulkangestein bestehender Dämmstoff. Als anorganischer und neutraler Stoff kann es weder verrotten noch von biologischen Substanzen befallen werden. Perlite können somit nicht von Schimmelpilzen oder Mikroorganismen befallen und daher dauerhaft eingesetzt und wiederverwendet werden. Perlite eignen sich auch als Schüttung für Hohlraumfüllungen, z. B. zweischaligem Mauerwerk, oder für Ausgleichsschüttungen unter Trockenestrich. Das Material ist nicht brennbar und ungeziefersicher. Wegen dieser positiven Eigenschaften werden auch Hohlkammerziegel angeboten, deren Luftkammern zur Steigerung der Wärmedämmung mit Perlit gefüllt sind. Vermiculit, auch Blähglimmer, ist ein Aluminium-Eisen-Magnesium-Silikat aus Unterwasservulkanen. Durch plötzliches Erhitzen auf 800 bis 1000 °C entweicht das Kristallwasser explosionsartig als Wasserdampf und treibt die blättrige Struktur aus­ einander. Dadurch werden die Kristallschichten derart voneinander gelöst, dass sich die ursprünglich festen und flachen Kristalle zu langen wurmartigen (vermiculus, lat. – das Würmchen) Teilchen ausdehnen. Vermiculit hat die Eigenschaft, faserfrei, nicht brennbar und mit über 1200 °C hoch feuerfest zu sein. Als Dämmstoff, z. B. als Schüttung für Decken, Böden und Wände, weist Vermiculit gute wärme- und schalldämmende Eigen-

schaften sowie stark wasserbindende Fähigkeiten auf. Es ist sowohl geruchsneutral als auch gesundheitlich unbedenklich und wird als Zuschlag für Putze und Farben verwendet.

Nachwachsende Schüttmaterialien Aufgrund ihrer Langlebigkeit, medizinischen Unbedenklichkeit und Schädlingsresistenz sind Hanffasern als Dämmstoff gut geeignet. Hanf liefert die robusteste natürlich vorkommende Faser und kann bis zu 30 Prozent des Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen. Die Hanf-Leichtlehm-Schüttung ist ein stabiles, leichtes, sehr gut dämmendes Schüttmaterial und kann überall dort eingesetzt werden, wo Hohlräume thermisch und akustisch gedämmt werden sollen. Kork wird aus der Rinde der Korkeiche gewonnen, deren wichtigste Anbaugebiete in Portugal und Spanien liegen. Der Rohkork wird alle neun bis zwölf Jahre von den Bäumen geschält, getrocknet und in Druckbehältern mit Wasserdampf erhitzt. Dabei dehnt er sich aus und wird durch die eigenen Harze gebunden. Kork wird u. a. als Anschüttung für Fußböden, Wärmedämmestriche und Dachschrägen verwendet, wobei sich sein guter Wärmedämmwert mit der hohen Wärmespeicherfähigkeit vereint. Kork bindet etwa zehnmal mehr Wärme als eine Mineralwolledämmung und ist gegen die meisten Insekten resistent. Er zieht keine Feuchtigkeit, ist formstabil und eignet sich dadurch in Kombination mit Trasskalk bestens als Wärmedämmestrich. Mit rund 10 Prozent Borsalz durchmischt, brandbeständig und resistent gegen Ungeziefer, wird für Zellulose fein zerfasertes Altpapier verarbeitet. So ist dieser leichte, flockige Dämmstoff –

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mittels Luftdruck eingeblasen oder lose aufgeschüttet – bestens geeignet für Hohlraumdämmungen im Trockenbereich. Durch die gute Winddichtheit können zusätzliche Energieeinsparungen bis zu 30 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Dämmungen erzielt werden. Außerdem schafft Zellulose wegen ihrer feuchtigkeitsregulierenden Wirkung ein ausgeglichenes Raumklima.

Estrich Estriche sind auf einem vorbereiteten Untergrund aufgebrachte Bauteilschichten auf einer mineralischen Basis. Laut der EN 13813:2002 muss ein Estrich verschiedenen Anforderungen standhalten. Entscheidend sind seine Druckfestigkeit, der Verschleißwiderstand, die Oberflächenhärte, die chemische Beständigkeit, das Schwinden und Quellen sowie das Trittschallmaß. Estrich kann monolithisch als Verbundestrich oder schwimmend ohne Verbund mit dem Untergrund herstellt werden. Flächenbelastbare Dämmmatten oder -platten entkoppeln den Estrich von der tragenden Deckenkon-

Estrich-Beschüttungen • getrockneter Hüttenbims, Körnung 0 bis 4 mm bis 2 cm Schichtdicke, Körnung 0 bis 10 mm über 2 bis 3 cm Schichtdicke, Körnung 0 bis 20 mm bei Schichtdicken über 3 cm • Hochofengranulat • Splitt, Körnung 4 bis 8 mm • Splitt, zementgebunden • Blähton, zementgebunden • Grob- und Feinsand

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struktion und sorgen so für Trittschall oder Wärmeschutz. Eine Bewehrung verhindert auf hohen Dämmschichten das Reißen oder Brechen des Estrichs. Verbundestriche haben eine kraftschlüssige Verbindung mit dem Untergrund (Rohdecke). Damit es nicht zu Rissbildungen kommt, muss der Betonuntergrund in einer entsprechenden Betongüte ausgeführt sein. Zur kraftschlüssigen Verbindung darf die Untergrundoberfläche nicht glatt sein. Gefälle müssen als eigene Gefällebetonschicht unterhalb des Verbundestrichs ausgeführt werden. Verbundestriche werden vorwiegend in Haustechnikbereichen, z. B. Heizkeller, Garagen, bzw. in Bereichen ausgeführt, in denen keine Anforderungen betreffend Schall- und Wärmeschutz bestehen. Gleitestriche sind Estriche, die als Trennung zum Untergrund eine zweilagige Gleitschicht eingebaut haben. Sie werden ebenfalls vorwiegend in Haustechnikbereichen, z. B. Heizkeller, Garagen, bzw. in Bereichen ausgeführt, in denen keine Anforderungen betreffend Schall- und Wärmeschutz bestehen. Als Gleitschichten können folgende Materialien verwendet werden: • Kunststofffolien, mind. 0,1 mm dick • Bitumenpappe • Rohglasvlies, mindestens 150 g/m2 • Dampfsperrfolie aus Polyäthylen, mind. 0,2 mm dick, Stöße und Überlappungen müssen z. B. mit Doppelklebeband verklebt werden. Schwimmende Estriche werden überall dort eingebaut, wo bezüglich Schallund Wärmeschutz besondere Anforderungen gestellt werden. Sie dürfen an keiner Stelle eine kraftschlüssige Verbindung zum Gebäude oder zu mit dem Gebäude verbundenen Einbauteilen besitzen. Dazu werden im Randbereich

und bei allen den Estrich durchdringenden Bauteilen wie Heizungsrohren entsprechende Randstreifen eingelegt. Der schwimmende Estrich besteht aus Schüttung (falls erforderlich), Dämmung, Trennschicht und Estrich. Beschüttungen sind überall dort notwendig, wo der Untergrund uneben ist und wo Haustechnikleitungen auf der Rohdecke verlegt werden. Achtung: Oft wird aus Kostengründen eine zu geringe Beschüttungshöhe angenommen, wodurch dann Leitungen insbesondere in Kreuzungsbereichen nicht mehr über­deckt werden können. Die Folge: geringere Dämmung oder geringere Estrichdicke. Bei Heizestrichen werden in den Aufbau Heizmedien, wie z. B. Heizungsrohre oder Heizungsdrähte, eingebaut. Die Estriche müssen entsprechend der Medienlage dicker ausgeführt werden. Wegen der wärmebedingten größeren Dehnungen müssen die Randstreifen dicker ausgeführt und die Estrichfeldgrößen kleiner angelegt werden. Die Heizrohre können in einer profilierten Dämmung, im Estrich oder in einem eigenen Schutz­ estrich auf der Dämmung unterhalb des Estrichs liegen. Die Zusammenarbeit von Estrichleger und Heizungsmonteur muss bezüglich des Ablaufs und der Abstimmung gesondert festgelegt werden.

Tragfähigkeit & Gefälle Die Tragfähigkeit des Estrichs ist abhängig von der Estrichgüte, der Steifheit der Dämmung, der Estrichdicke und der Funktion (z. B. Heizestrich). Schwimmende Estriche müssen immer eine gleichbleibende Dicke haben. Gefälle sind daher mittels Gefällebeton auf dem Untergrund auszubilden oder der Untergrund besitzt bereits ein Gefälle.


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Bodenbeläge im Überblick Holz, Stein, Kunststoff oder Textil – welcher Bodenbelag soll es werden? Wir haben für Sie den kompakten Überblick über die gängigsten Materialien und ihre wichtigsten Eigenschaften.

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as ist ausschlaggebend für die Wahl des Bodenbelags? Natürlich: Optik und Design sind wichtig, doch niemandem ist gedient, wenn der schönste Belag binnen kurzer Zeit unansehnlich geworden ist. Lange Haltbarkeit, hohe Widerstandsfähigkeit, leichte Pflege und möglichst keine zu raschen Abnutzungserscheinungen spielen daher – je nach Einsatzraum – auch eine große Rolle.

Holz und Laminat Holzbeläge sind die wohl beliebteste Variante für den Boden. Laminat ist nicht nur optisch ansprechend, sondern auch sehr pflegeleicht. Auf die Wahl von günstigen Modellen sollten Sie aber verzichten, da diese besonders anfällig für Kratzer, Dellen und verschiedenste Abnutzungsspuren sind. Laminatböden gibt es in den unterschiedlichsten Optiken, Holznachbildungen, Farben und Musterungen. Aufgebaut ist dieser Bo-


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Noch sind sie Exoten

denbelag immer aus mehreren Schichten, wobei die oberste durchaus auch aus Massivholz bestehen kann. Laminat ist sehr strapazierfähig, verändert seine Optik kaum und ist einfach und schnell zu verlegen. Der gute alte Bretterboden, früher grob geschnitten und kaum begradigt, billig und wenig ansehnlich, aber über Generationen hinweg nahezu unzerstörbar, ist beliebt wie nie. Maschinell geschnitten, gehobelt, gefast und mit Nut und Feder versehen, wird er – von geschliffen über gebürstet bis hin zu poliert – fast jedem Raumzweck gerecht. Da er bei sorgfältiger Pflege nur alle paar Jahre einmal nachgeschliffen

und oberflächenbehandelt werden muss, ist er neben seiner positiven Energiequalität auch ein Segen für den landesweiten Holzbestand. Natürlich sollte man bei der Holzwahl aber zu heimischen Arten greifen und aus ökologischen Gründen auf Tropenhölzer verzichten. Ein Dauerbrenner auf unseren Böden ist das Parkett. Mittels geleimter Nut-und-Feder-Verbindung werden die Naturholzriemen zu den unterschiedlichsten Mustern (Einfach-/ Doppelfischgrät, Dreifachzopf, Ein-/ Mehrblatt, Würfelfelder, Flechtmuster) verlegt. Traditionelle Variante ist das massive, genagelte Parkett,

Durch Weiterentwicklung, Kombination und auch Zweckentfremdung nehmen Zahl und Vielfalt der ­Bodenbeläge zu. So etwa Industriebodenbeschichtungen (z. B. PUR, Epo­xidharz oder Bodenspachtelmasse) oder Sichtbeton. Eher selten eingesetzt werden Böden mit Metallkomponenten wie edelstahlbeschichtete Fliesen, Verbundplatten mit Aluober­fläche oder Betonplatten mit eingearbeiteten Metallfäden – der Fantasie und Kreativität sind heute keine Grenzen mehr gesetzt. Vielleicht wagen auch Sie etwas ganz Neues?

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Pro & Kontra Wir haben uns die beliebtesten Bodenbeläge näher angeschaut und ihre Vor- und Nachteile kompakt zusammengefasst. Ein Überblick:

bei dem die Holzriemen einzeln auf eine Unterkonstruktion genagelt werden. Diese Variante wird auch Dielenoder Schiffparkett genannt. Kostengünstiger ist das Fertigparkett, das vorwiegend in zwei Produktionstypen angeboten wird. Einmal als Massivparkett, bei dem die Trägerschicht aus billigerem Massivholz, aber mit einer hochwertigen und hoch belastbaren Nutzschicht aus Naturholz versehen ist. Zum anderen als NichtMassivparkett, das mit ­ einer MDF (mitteldichte Faserplatte) oder einer HDF (hochdichte Faserplatte) als Trägerschicht sowie einem Holzfurnier als Nutzschicht und Gegenzug aus­ gestattet ist. Massivparkett wird oft naturbelassen oder bereits geschliffen, geölt, gewachst oder versiegelt angeboten. Die Klicksysteme müssen nicht mehr verklebt, sondern können schwimmend verlegt werden. Eine Trittschallschutzmatte als Unterlage ist dabei allerdings dringend zu empfehlen. Als hölzernes Highlight präsentiert sich Furnierparkett, das das Feeling des Holzbodens mit der Robustheit eines Laminatbodens kombiniert. In der Herstellung wird Edelholzfurnier mit speziellen Harzen getränkt und auf einem wasserresistenten HDF-Träger permanent verklebt. Die extrem abriebfeste, mehrfach beschichtete Oberfläche wird zusätzlich durch Keramikpartikel gehärtet und erreicht auf diese Weise die höchste Belastungsklasse (33). Während die Nutzschicht bei herkömmlichem Fertigparkett etwa 4 mm beträgt und

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Parkett Vorteile: kann mehrmals abgeschliffen werden, wirkt feuchtigkeitsregulierend, besitzt gute Wärmedämmeigenschaften, ist fußwarm, für Fußbodenheizung geeignet Nachteile: überträgt Schall und Geräusche leicht, nur bedingt für Feucht- und Nassräume geeignet, aufwendige Verlegung, Riss- und Fugenbildung mit der Zeit

Laminat Vorteile: sehr widerstands- und strapazierfähig, leicht zu verlegen und zu reinigen, stoß- und rutschfest, für Fußbodenheizung geeignet Nachteile: nur bedingt für Feucht- und Nassräume geeignet, braucht unbedingt eine Trittschalldämmung, nicht abschleifbar

Dielen Vorteile: rustikaler und robuster als Parkett, mehrfach abschleifbar, hohe Lebensdauer Nachteile: hohe Trittschallübertragung, zeitaufwendige Verlegung, ­hoher Fußbodenaufbau

Fliesen Vorteile: gleichbleibende Optik, langlebig und pflegeleicht, ideal für Fußbodenheizung, aus natürlichen Rohstoffen Nachteile: ohne Heizung fußkalt, splittern bzw. zerspringen leicht

Sichtestrich Vorteile: variantenreich verarbeitbar (Glätten, Schleifen, Polieren, Ölen, Wachsen, Beschichten …), niedrige Aufbauhöhe, hohe Robustheit (Druckfestigkeit ab 120 Newton/m2!), schimmelpilzresistent Nachteile: sehr teuer

nachschleifbar ist, beträgt die Edelholzschicht beim Furnierparkett nur 0,6 mm und kann nicht mehr nachgeschliffen werden. Aufgrund der Durchdringung mit Harz ist das auch nicht nötig.

Furnierparkett wird auch in Hochkant­ optik angeboten, ist dank Klicksystem schwimmend zu verlegen und wegen der geringen Aufbauhöhe nicht nur für Fußbodenheizungen, sondern auch für Renovierungsarbeiten bestens geeignet.


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Naturstein Vorteile: elegant, natürlich und umweltfreundlich Nachteile: anspruchsvolle Pflege, weniger belastbar, teuer

Linoleum Vorteile: sehr widerstandsfähig und schmutzabweisend, lange Lebensdauer, pflegeleicht, schwer entflammbar, geeignet für Fußbodenheizung, antistatisch, leicht fungizid und bakteriostatisch Nachteile: verträgt keine Laugen, hat starken Eigengeruch, nicht geeignet für Feucht- und Nassräume

Kork Vorteile: sehr strapazierfähig, lärmdämmend, trittelastisch, pflegeleicht, einfache Verlegung, reines Naturprodukt, antibakteriell, abschleifbar Nachteile: dehnt sich aus (Dehnfugen beachten!), nur bedingt für Fußbodenheizung geeignet, Einsatz in Nassräumen nicht ohne Versiegelung

Textil Vorteile: gute Trittschall- und Wärmedämmung, einfache Verlegung, strapazierfähig Nachteile: schmutzempfindlich, lichtempfindlich, nicht geeignet für Allergiker

textilen Bodenbelägen zählen Naturfaserteppiche, Sisalbeläge, Kunstfaserteppiche und auch Wollvarianten. Wolle hat in der Gruppe der Naturfaserböden eine hohe Akzeptanz. Die Teppiche sind wärmedämmend, raumklimaregulierend, haltbar und ökologisch unbedenklich, ja, empfehlenswert. Trotzdem sollten empfindliche Menschen prüfen, ob eine Allergieneigung gegen Tierhaare besteht. Unser Tipp zum Thema Textilien am Boden: Wählen Sie keine zu hellen Farben, besonders in Räumen, wo Sie sich oft aufgehalten; grobmaschige Varianten sind schwieriger zu reinigen und ganz generell sollten Sie bei der Wahl des Belages auf schadstofffreie und ökologische Varianten setzen.

PVC

Elastische Beläge

Vorteile: sehr strapazierfähig, lange haltbar, robust gegenüber Säuren und Laugen, einfache Reinigung, perfekt für Nassräume geeignet Nachteile: empfindlich gegenüber Lösungs- und Desinfektionsmitteln

Natur- und Synthesekautschuk, Linoleum, PVC, Vinyl und Kork sind besonders strapazierfähig und pflegeleicht. Sie können in Bahnen oder in Form von Fliesen verlegt werden. Linoleum ist ein ökologischer Bodenbelag aus nachwachsenden Rohstoffen. Die sogenannte Linoleumzementmasse aus Leinöl, Sojaöl und Tallöl sowie Naturharze aus Kreide, Kork, Holz- und Kalksteinmehl werden unter hohem Druck auf einen Juterücken gepresst und einem ungefähr dreiwöchigen Reifungsprozess unterzogen. Kautschuk wird aus den Säften des Gummibaums gewonnen. Eine andere, interessante Anwendung findet Linoleum übrigens auch

Vinyl Vorteile: schöne Optik, einfache Verlegung, günstig in der Anschaffung Nachteile: weicher als Parkett, anfällig für Dellen und Risse, da sehr dünn verlegt, Klickvinyl nicht wasserdicht

Im Gegensatz zu (selbst hochwertigem) Laminat ist ein massiver Dielenboden oder Echtholzparkett empfindlich teurer. Doch seine Vorzüge sind bestechend: Von der Langlebigkeit des Bodens bis zur Möglichkeit, kleinere Blessuren wie Kratzer schnell und ein-

fach durch Abschleifen der obersten Schicht zu entfernen, ohne den ganzen Belag austauschen zu müssen.

Textile Beläge Teppichböden bringen Farbe und Gemütlichkeit in den Raum. Zu den

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auftragen und vorsichtig anwalzen. Jeder, der schon mit dem Material zu tun hatte, wird dessen Vorteile auch auf Möbeloberflächen zu schätzen wissen.

Stein und Fliesen am Boden

© epr/Tile of Spain

© a-monolith

Mit Sichtbeton werden nicht nur Böden, sondern auch Wände, Treppen und Möbel beschichtet. Das Material ist sehr robust und pflegeleicht.

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als Beschichtung auf Möbeloberflächen. Am besten erkundigen Sie sich in Fachgeschäften oder im Internetfachhandel nach dem sogenannten

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Möbellinoleum. Dieses millimeterdünne Material mit Papierrücken lässt sich mit Furnierleim oder anderen geeigneten Klebstoffen ganz leicht

Fliesen lassen sich unkompliziert und rasch reinigen und zeigen auch nach Jahren noch kaum optische Veränderungen. Nur durch relativ starke Einwirkungen kommt es zu groben Blessuren wie Brüchen oder Rissen. Nicht zuletzt aus diesen Gründen sind sie besonders in den Nass- und Nutzräumen beliebt. Fliesen gibt es in unzähligen Farben und Musterungen. Ein Nachteil der Fliesen: In Wohnräumen wirken sie schnell kühl und ungemütlich, außerdem führen sie zu einer verhältnismäßig hohen Geräuschentwicklung, da das Material wenig Lärm schluckt. Naturstein wie Granit, Sandstein, Marmor oder Quarzstein verleihen Räumen eine einzigartige, hochwertige Optik. Sie bedürfen im Normalfall auch keines höheren Pflegeaufwandes als Kunstfliesen, auch in Sachen Widerstandsfähigkeit und Sauberkeit erfüllt dieses Material höchste Ansprüche. Jedoch muss man für einen Natursteinboden um einiges tiefer in die Tasche greifen und die Frage nach der Verhältnismäßigkeit stellt sich dann für viele recht schnell. Betonbelag, auch Sichtestrich, geschliffener Beton, Betonfußboden, Zementboden oder geschliffener Estrich genannt, ergibt immer eine fugenlose, plane, seidenmatte Fläche, die auf die herkömmlichen Oberflächen (Zement-, Anhydrid-, Kalziumsulfat- oder Gussasphaltestriche) in einer Dicke von 3 bis 10 mm aufgebracht wird.


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Die gut geplante Treppe Konstruktion, Ausführung, Begehung: Für eine Treppe braucht es gute Planungsarbeit, damit am Ende nicht nur die Optik stimmt, sondern auch eine sichere und langjährige Verwendung garantiert ist. Hier die Details zur Treppenplanung.

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ie Tücke liegt oft im Detail. Wie für viele andere Bereiche des Bauens gilt dies speziell für den im wahrsten Sinne des Wortes zentralen Bereich Ihres Hauses – den Treppenaufgang. Zunehmend gewinnen Treppen an Bedeutung als gestalterisches Raumelement mit ähnlich hohen Ansprüchen an die Optik wie bei edlen Möbelstücken. Wir sagen Ihnen, was bei der Planung einer Treppe unbedingt zu beachten ist. Treppen können aus jedem tragfähigen Material hergestellt werden (Beton, Stahl, Holz). In Mehrfamilienhäusern sind Brandschutzbestimmungen einzuhalten, im Einfamilienhaus entfallen diese Vorschriften. Da fast jede Treppe mit Geländerformen und Verzierungen als Einzelstück mit Sondermaßen gefertigt wird, sind der Individualität und der Geldbörse keine Grenzen gesetzt. An einige Richtlinien sollte man sich aber bei der Planung halten:

Auf Schrittmaßregel achten Treppen können nur komfortabel und sicher genutzt werden, wenn sie die richtige Steigung haben. Je fIacher eine Treppe ist, desto bequemer ist sie in der Regel zu bewältigen. Die Schrittmaßregel zur Ermittlung der optimalen Steigung beruht auf der Erkenntnis, dass sich die menschliche Schrittlänge auf Steigungen um das Doppelte der Höhe vermindert. Das Schrittmaß von üblicherweise 63 cm (+/-2 cm) setzt sich also aus zwei Steigungen von 18 cm und einem Auftritt von 27 cm zusammen. 2*Stufenhöhe + Auftrittsbreite = 63 cm. Die lichte Durchgangshöhe sollte an jeder Stelle der Treppe mindestens zwei Meter betragen, der Handlauf zwischen 90 und 110 cm Höhe liegen und an jeder Stelle der Treppe gleich hoch sein. Die nutzbare Treppenbreite muss in Einfamilienhäusern mindestens 80 cm betragen. Beispiel: Wenn die Stufenhöhe 18 cm sein soll, muss die Stufenbreite 27 cm sein, da 2*18 + 27 = 63 ergibt.


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Diese Regel gilt bei geraden Stiegen, bei gewendelten Treppen gilt sie im Gehbereich („Lauflinie“). Dieser Gehbereich liegt in der Treppenmitte und beträgt rund 20 Prozent der Treppenbreite. Am gebräuchlichsten sind 18/27-Treppen (27 cm Stufenbreite, 18 cm Stufenhöhe) oder 17/29-Treppen.

Sichere Treppen Der lichte Stufenabstand zwischen zwei Stufen sollte bei offenen Treppen nicht mehr als 12 cm betragen. Weist die Treppe jedoch aus bautechnischen Gründen einen größeren Abstand auf, dann kann durch Baurechtsleisten das eventuelle Hindurchrutschen von Kleinkindern verhindert werden. Baurechtsleisten können in der Regel später, wenn die Kinder ein entsprechendes Alter erreicht haben, wieder entfernt werden. Eine flexible Investition für die Kindersicherheit.

Sicherheit für Kinder: • keine zu steilen Treppen planen • auf gleichmäßige Wendelung achten • Stufenabstände müssen vor allem im An- und Austrittsbereich gleichmäßig sein. • bei den Handläufen bzw. den Stäben darauf achten, dass sich Kinder gut daran festhalten können • auf scharfkantige Materialien verzichten • Krabbelbabys gehören nicht in die Nähe von Treppen! Da sich dies aber nicht immer vermeiden lässt, sind Geländertürchen oder Spannnetze zu empfehlen.

Sicherheit für Senioren & gebrechliche Personen: • Ein beidseitiger Handlauf ist für gebrechliche Personen eine wichtige Hilfe. Insbesondere bei gewendel-

ten Treppen sollten Sie auf beiden Seiten einen Handlauf vorsehen. • Sichere Handläufe sind formstabil und lassen sich gut greifen. Bretter oder auch nachgiebige Seile/Kordeln sind ungeeignet. • Weiters sollte der Handlauf etwas über jedes Treppenende hinausragen, damit Sie ihn schon vor dem Betreten der Treppe fassen können. • Achten Sie beim Kauf auf Prüfsiegel: Das CE-Zeichen garantiert die Einhaltung europäischer Sicherheitsstandards.

Tipp Für Keller- oder Dachbodentreppen ist eine Stufenhöhe von 21 cm akzeptabel. Im Wohnbereich sollten Sie aber so hohe Stufenhöhen vermeiden.

Kleines Begriffslexikon Damit Sie bei Ihrer Treppe auch ganz sicher bekommen, was Sie wollen, ist der Gebrauch der richtigen Bezeichnungen wichtig. Zwar gibt es regional verschiedene Namen für die diversen Treppentypen, es haben sich aber doch einige Fachbegriffe etabliert, die der Fachmann einem bestimmten Design zuordnet. Treppenlauf ist die Bezeichnung für eine ununterbrochene Folge von Stufen zur Überbrückung eines Höhenunterschieds. Endet eine Stufenfolge und ist das gewünschte Geschoß noch nicht erreicht, folgen ein oder mehrere Zwischenpodeste. Als Treppenarm bezeichnet man jenen Teil des Treppenlaufs, der durch Podeste unterbrochen ist. Ein Längspodest muss aus Sicherheitsgründen nach 18 Stufen bei einläufigen Treppen errichtet werden, ein Eckpodest ändert die Laufrichtung um 90 Grad. Ändert sich die Laufrichtung um 180 Grad, nennt man das Zwischenstück ­ Wendelpodest. Teilwendelungen entstehen,

wenn Stufen an der Innenseite des Radius’ schmäler und an der Außenseite breiter werden, um eine Bewegungsumlenkung zu erzielen. Von gekurvten Treppenläufen spricht man dann, wenn sich der Treppenlauf an der Innenseite um ein freies Zentrum, das sogenannte Treppenauge, dreht. Windet sich der Treppenlauf um einen Mittelpfosten, spricht man von einer Spindel­treppe. Als Geschoßtreppen bezeichnet man in der Regel innerhalb eines Hauses gelegene Erschließungswege über die einzelnen Etagen. Die Eingangs­treppe gehört der gesamten Eingangssituation an, sollte sicher zu benutzen sein und in das Kommen oder Gehen eingeplant sein. Eine Besonderheit sind noch die Fluchttreppen als vorgeschriebene lebensrettende Einrichtungen, die entsprechend der Landesbauordnung Mindestanforderungen an Breite, Höhe und Konstruktion erfüllen müssen.

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Fensterarten & -technik Gut geplante Fenster lassen möglichst viel Tageslicht in den Raum, halten Wärme und Energie jedoch drinnen und helfen so, Energiekosten einzusparen. Darüber hinaus haben sie auch Auswirkungen auf unsere Gesundheit.

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ählen können Sie zwischen den Rahmenmaterialien Holz, Holz-Alu, Alu, Kunststoff, und Kunststoff-Alu sowie zwischen unterschiedlichsten Verglasungsarten. Wichtig ist, dass Rahmen und Verglasung eine Einheit bilden. Der beste Rahmen hilft nichts, wenn das Glas von minderer Qualität ist, und umgekehrt ist das beste Isolierglas nutzlos, wenn der Rahmen schlecht gedämmt und undicht ist. Vergleichen Sie mehrere Angebote und lassen Sie sich ausführlich beraten! Je kleiner der U-Wert, desto besser.

Material & Technik Fenster lassen sich einerseits aufgrund ihrer Mechanik unterschei-

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den: Drehflügel drehen sich um eine senkrechte Achse. Kippflügel haben eine untere waagerechte Achse und öffnen sich oben einen Spalt weit. Sitzt die Achse oben, etwa an einem Oberlicht, spricht man von einem Klappflügel. In der Kombination bezeichnet man sie als Dreh-Kipp-Flügel. Schwingfenster drehen sich um eine waagerechte Mittelachse, ein Teil des Flügels ragt in den Raum, der andere nach draußen; sie sind häufig bei Dachfenstern anzutreffen. Weiters werden Fenster aufgrund des verwendeten Materials bzw. Materialmix unterschieden: Holzfenster sind aus einem nachwachsenden Rohstoff gefertigt und bestens geeignet, ein behagliches


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Wohngefühl zu erzeugen. Die viel zitierte ökologische Qualität hängt allerdings von der Oberflächenveredelung ab. Holz ist schon grundsätzlich energetisch hochwertig und gut dämmend, was durch die moderne Rahmengeometrie noch zusätzlich unterstrichen wird. Holzfenster werden vom Produzenten mit einer haltbaren Oberflächenveredelung versehen, müssen aber dennoch in regelmäßigen Abständen überstrichen werden. Holz-Alu-Fenster sind sogenannte Verbundfenster und bestehen aus Holzfensterrahmen mit außen aufgesetzten Aluminiumprofilen. Bei diesen Modellen werden die Stärken beider Materialien ausgespielt: Die Innenseite in Holzausführung bietet den angenehmen Charakter eines Holzfensters, die Außenseite mit der Aluminiumabdeckung beste Witterungsbeständigkeit und Langlebig-

keit. Die Oberfläche der aufgesetzten Aluminiumschale ist durch Eloxierung oder Pulverbeschichtung veredelt und widerstandsfähiger gemacht. HolzAlu-Fenster sind an ihrer Außenseite ebenso wartungsfrei wie Aluminiumfenster. Die Holzoberfläche an der Innenseite der Fenster wird im Allgemeinen wenig beansprucht und muss nur in sehr langen Intervallen frisch gestrichen werden. Das reine Aluminiumfenster überzeugt durch seine Wetterresistenz, Formstabilität und eine sehr lange Lebensdauer von bis zu 60 Jahren. Die Fenster sind besonders tragfähig und halten hohen Glasgewichten und Windbelastungen stand. Aluminium als ein guter Wärmeleiter verlangt aber auch eine thermisch getrennte Konstruktion, bei der innere und äußere Profile durch isolierende Kunststoffelemente getrennt werden. Die Aluprofile werden im Strangpressver-

fahren hergestellt und zeichnen sich durch hervorragende Formbeständigkeit und Haltbarkeit aus. Aluminiumfenster sind in jeder Form und den unterschiedlichsten Farben und Oberflächenbeschaffenheiten zu haben. Durch Eloxieren oder durch Pulverbeschichtung wird das Material veredelt. Die farbliche Gestaltung umfasst die gesamte RAL-Palette, jeder Farbton ist möglich. Aluminiumfenster müssen auch nach Jahren nicht nachgestrichen werden und verlangen außerdem nur minimale Wartung. Kunststofffenster werden aus PVC, gelegentlich aus glasfaserverstärk­tem Material (GFK) hergestellt und sind in der Regel günstiger als Holz- oder Holz-Alu-Fenster. Hochwertige Kunststofffenster sind durch eingebaute Stahlprofile verstärkt. Aufgrund ihrer Materialeigenschaften sind Kunststoffprofile nicht für besonders große und schwere Fenster geeignet. Die im

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Fachgerechte Fenstermontage Wohnbau üblichen Fenstergrößen können jedoch ohne Weiteres als Kunststofffenster ausgeführt werden. Kunststoff-Alu-Fenster verbinden die Vorteile des Kunststoffs – hohe Funktionalität, Wärme- und Schalldämmung – mit der Witterungsbeständigkeit durch die außen angebrachte Aluminiumschale. Die Oberfläche ist pflegeleicht und die Gestaltungsmöglichkeiten sind vielfältig. Heute werden bereits ca. 40 Prozent aller Kunststofffenster mit einer Aluschale versehen.

Starkes Finish: Beschläge Fensterbeschläge verbinden den Fensterflügel mit dem Fensterrahmen, sorgen für einfaches Öffnen, Kippen und Schließen des Fensters und sollten immer passend zur Öffnungsart und Fenstergröße gewählt werden. Geben tut es sie aus Edelstahl (nass oder trocken geschliffen entsteht eine metallische, matte oder glatte Oberfläche), Aluminium (eloxiert und damit silbrig weiß und matt) oder Messing (poliert, vernickelt oder verchromt). Die Kunststoffvariante wird aus Polyamid hergestellt, ist in den RAL-Farben durchgehend eingefärbt und hat eine glatte Oberfläche.

Egal, welches Fenster Sie kaufen, ein normgerechter Fenstereinbau nach Ö NORM B 5320 ist unumgänglich! Eine fehlerhafte Montage hat besonders unangenehme und teure Folgen wie unkontrollierte Energieverluste, Kondensat- und Schimmelbildung, fehlende Luftdichtigkeit und noch mehr. Der Einbau von Fenstern ist immer Systemsache. Das heißt, dass nur eine Reihe aufeinander abgestimmter Produkte und Arbeitsschritte einen wirklich fugendichten Einbau garantieren: Von außen wirkt die Wetterschutzebene. Das Fenster muss winddicht und schlagregensicher eingebaut werden, dennoch sollen die Komponenten diffusionsoffen sein. Hier kommen spezielle Folienbänder oder vorkomprimierte Fugendichtbänder zum Einsatz. Zwischen der inneren und der äußeren Abdichtung liegt die sogenannte Funktionsebene. Sie dient der Wärme- und Schalldämmung, wird meist mit PU-Schaum hergestellt und muss rundum lückenlos ausgeführt werden. Achtung: Dieses Ausschäumen allein reicht nicht aus, es dient nur der Dämmung, Luft- und Schlagregendichtheit werden damit nicht hergestellt! Innen im Raum wird sodann die Luftdichtheit hergestellt. Die raumseitige Ebene muss einen höheren Dampfdruckwiderstand (Dampfbremse aus speziellen Bändern oder spezielle Dichtmassen) aufweisen als die äußere Abdichtung. Die Bauanschlussfuge schließlich muss die Materialbewegungen des Fensters und des Mauerwerks aufnehmen und die Dichtheit unter allen Wetterbedingungen garantieren. Ist die Montage nicht absolut dicht ausgeführt und kann Feuchtigkeit in die Bausubstanz eindringen, sind Kondensatbildung, sprich Feuchteschäden und Schimmelpilzbefall, vorprogrammiert.

Für Fenster in Wohngebäuden ist vorgeschrieben, dass sie als Mindeststandard einen U-Wert von 1,40 (Vorgabe der neuen OIB-Richtlinie 6) oder weniger erreichen. Achtung! Für die Erreichung von Förderungen werden fast immer bessere Werte verlangt. Ob dieser Wert mit einer 2- oder 3-Scheiben-Verglasung erreicht wird, ist dabei nebensächlich. Wesentlich ist hingegen, dass die Fenster dauerhaft kondensatfrei bleiben. Von einem Passivhausfenster darf man erwarten,

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Fenster als Energiesparer


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dass es selbst in der kalten Jahreszeit „energieaktiv“ ist. Das bedeutet, dass es während der hellen Sonnenstunden mehr Energie ins Haus lässt, als es im Dunkel der Nacht wieder abgibt. Neben dem U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) ist auch noch der G-Wert von Interesse. Er bezeichnet den sogenannten Energiedurchlasswert und misst den Energiefluss von außen nach innen in Prozent. Je höher der G-Wert, desto höher der Wärmegewinn durch das Fenster. Moderne Wärmeschutzverglasungen weisen einen G-Wert von 0,6 bis 0,65 auf. 60 bis 65 Prozent der auftreffenden Solarwärme werden dem Raum dahinter zur Verfügung gestellt.

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Fenster als Schallschützer

Fenster als Sicherheitsfaktor

Ausgewiesene Schallschutzverglasungen bestehen aus unterschiedlich dicken und schweren Glasscheiben mit einem größeren Zwischenraum. Je größer der Scheibenabstand, desto besser der Schallschutz. Wichtige Details stellen auch Rahmenkonstruktion, Dichtungen und fachgerechter Einbau dar. Gemessen wird in deziBel (dB). Zum Verständnis: Eine beidseitig verputzte, massive Außenwand mit 24 cm Stärke erreicht einen Schalldämmwert von etwa 52 dB, ein gängiges zweifach verglastes Fenster etwa 30 dB. Schallschutzgläser der Klasse 6 weisen Dämmwerte von 52 dB und mehr auf.

Fragen Sie nach RC2-Ausführungen. Diese Bezeichnung steht für einen Bauelementestandard der Widerstandsklasse 2. Gesichert werden sollen das Verriegelungssystem, Beschläge und die Scheibe. Sie haben dafür verschiedene Möglichkeiten, vom Aufbohrschutz und Aufhebelhilfen über spezielle Pilzkopfriegel bis hin zu absperrbaren Fenstergriffen, Bandsicherungen oder Stangen- bzw. Zusatzschlössern an der Schließseite. Verbundsicherheitsglas oder vergitterte Scheiben schützen zusätzlich vor Einbruch, da ein Einschlagen der Fenster und in Folge Eindringen ins Gebäude schwieriger bis unmöglich wird.

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Fensterwerkstoffe im Vergleich

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Da Fenster einen bedeutenden Kostenbestandteil im Wohnbau darstellen, lohnt sich ein Blick nicht nur auf die Erstinvestition, sondern auf alle im gesamten Lebenslauf anfallenden Aufwendungen. Die zur Gemeinschaftsmarke ALU-FENSTER zählenden Fenster- und Profilsysteme HUECK und SCHÜCO verursachen im Vergleich zu anderen Fenstern weniger Kosten und belasten die Umwelt in einem geringeren Ausmaß. Das sind die aktuellen Ergebnisse der von bauXund und M.O.O.CON durchgeführten Potenzialanalyse „Fensterwerkstoffe im Vergleich“. Der entscheidende Grund für das gute Abschneiden dieser Systeme ist ihre lange Lebens- und Funktionsdauer.

Verglichen wurden in der Analyse die wirtschaftlichen und ökologischen Potenziale von Aluminium-, Holz-Aluminium-, Holz-, Kunststoff- und Kunststoff-Aluminiumfenstern im Wohnbau innerhalb unterschiedlicher Anwendungs-Zeiträume. Dabei wurden nicht - wie meist üblich - nur die Investitionskosten betrachtet. Vielmehr flossen die gesamten finanziellen Auswirkungen unterschiedlicher Fenstermaterialien über den gesamten Gebäude-Lebenszyklus ein.

Ökobilanz überzeugt Die Untersuchung der ökologischen Auswirkungen erfolgt mittels Ökobilanzberechnung. In der vorliegenden Potenzialanalyse wurden das Ozonbildungs-, Versauerungs- und Treibhauspotenzial sowie


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der Primärenergiebedarf betrachtet. Die Studie kommt durch den lebenszyklischen Ansatz zu einem überraschenden Ergebnis: Das Aluminiumfenster weist in der langfristigen Betrachtung die geringsten Umweltauswirkungen auf. Dies kommt vor allem daher, dass das Grundmaterial Aluminium nach einer langen Lebensdauer einem hochwertigen stofflichen Recycling zugeführt werden kann. www.alufenster.at/wohnbau www.alufenster.at/fensterstudie www.alufenster.at/PassivHaus_ALU_MINI_UM

Richtlinien Metallbau Sie helfen, Qualitätsanforderungen an Produkte und Betriebe zu verankern. Diese finden Sie unter: www.amft.at/service/richtlinien-metallbau

Vorteile von ALU-FENSTER • Technologisch: hochwertige Lösungen, optimale Tragfähigkeit, hohe Nutzerfreundlichkeit, Schutz vor Lärm, Einbruch, Beschuss und Brand • Ökonomisch: lange Lebensdauer, minimale Wartung, Stabiler Wert • Ökologisch: hohe Recyclingrate, dauerhafte Wärmedämmung • Grenzenloses Design: hunderte dekorative Farben, vielfältige Formen

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Beschattungssysteme Für Schatten und damit Abkühlung sorgen können Sie auf verschiedenste Weise. Ob Fensterbeschattung in Form von Jalousien, Rollläden, Gardinen oder freie Beschattung mittels Markisen und Schirmen. Hier ein Überblick.

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ine Wohnung hoch über den Dächern der Stadt, eine Loggia oder Veranda oder gar ein Wintergarten, für all das ist Glas das Bauelement schlechthin. Mit der Notwendigkeit, zu viel Sonneneinstrahlung draußen zu halten. Eine adäquate Beschattung ist unumgänglich. Ist das Gebäude von Bäumen oder Rankpflanzen umgeben, verfügt es über natürlichen Sonnenschutz. Die Pflanzen beschatten in der heißen Jahreszeit die Glasflächen durch ihre Belaubung, im Winter hingegen dringen die Sonnenstrahlen durch die kahlen Äste ins Gebäude.

Zwei Versionen von Sonnenschutzsystemen stehen zur Auswahl. Einmal der außen liegende Sonnenschutz, der – je nach Art und Qualität – gleichzeitig einen guten Einbruchsschutz bietet und automatisch über die Haustechnik gesteuert wird, sowie der innen liegende Sonnenschutz, der auch gestalterische Aspekte umfasst.

Die Besten für draußen Außensysteme lassen keine direkte Strahlung auf das Glas zu und reflektieren die einfallenden Strahlen. Bauliche Maßnahmen wie Vordächer und/


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oder Dachüberstände werden in der Regel für die höchsten zu erwartenden Wärmelasten ausgelegt, verhindern in der restlichen Zeit aber einen ausreichenden Tageslichteinfall. Meist wird daher den beweglichen Systemen der Vorrang gegeben. Rollläden sind Sonnen- und Einbruchsschutz in einem. Wichtig ist eine sorgfältige Montage, denn schlechte Dämmung des Rollladenkastens kann zu Kondensatbildung und Wärmebrücken führen. Alle Bauteile sollten daher rostfrei ausgeführt und vor Fäulnis geschützt werden. Nachteil: Im geschlossenen Zustand dringt absolut kein Licht ein und die Sicht nach draußen ist blockiert. Auch Außenraffstoren bieten einen guten Sonnenschutz und gestalten die Hausfassade. Ihr größter Vor-

teil: Der Einfall des Tageslichts lässt sich regulieren. Außenraffstoren werden in der Fensternische montiert, arbeiten händisch bedient oder motorgesteuert weitgehend verschleißfrei und brauchen kaum Pflege. Die verwendeten Motoren arbeiten mit 230-V-Wechselstrom. Auf Wunsch sind diese Systeme mit einer automatischen Steuerung ausgestattet, die auf Sonneneinstrah­ lung einerseits und auf zu hohe Windlasten andererseits selbstständig reagieren. Dämmerungssensoren und Funkfernsteuerung runden das System ab. Die stufenlose Lamellenregulierung von Außenjalousien ermöglicht die Regelung von Helligkeit und Raumklima bei allen Lichtverhältnissen. Die bewährte Technik und vielseitige Montage- und Antriebsmöglichkeiten

(Wendestab oder Schnur) kombiniert mit einem guten Preis-LeistungsVerhältnis machen Außenjalousien zu beliebten Einsteigermodellen. Auch sie können mit einem Motor ausgestattet werden, der meist in der Oberschiene eingebaut wird und alle automatisierten Steuerungsmöglichkeiten zulässt. Im Gegensatz zu innen liegenden Ausführungen garantieren Außenrollos einen besseren thermischen Sonnenschutz. Auch gegenüber anderen Außenbeschattungen zeigen sie ihre Vorteile. So dringt auch bei geschlossenen Rollos noch immer ausreichend Tageslicht ins Rauminnere. Klassische Markisen (Gelenk­armund Kassettenmarkisen) zählen zu den bewährten Beschattungssystemen und werden meist für Terrassen und Balkone eingesetzt. Rollt man eine Gelenkarmmarkise – der Neigungswinkel der Bespannung ist übrigens vielfach verstellbar – ein, legen sich die tragenden Arme zusammen und sind dann nahezu nicht mehr zu sehen. Der Platzbedarf ist also gering. Die Kassettenmarkise hat den Vorteil, dass sie die technischen Teile und den Stoff in geschlossenem Zustand komplett umschließt und so vor Witterungseinflüssen schützt. Die billigste Version und nur für den Balkon nutzbar ist die sogenannte Seilspannmarkise. Erwähnenswert sind noch Fallarmmarkisen (die Bespannung wird komplett ausgestellt) sowie Markisoletten (der obere Teil des Tuches läuft parallel zur Fensterscheibe und nur der untere wird ausgestellt), die vor Fenstern montiert werden. Senkrecht-, Scherenarmund Wintergartenmarkisen runden das vielfältige Angebot ab. Alle Mo-

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delle sind mit händischer oder Motorbedienung erhältlich.

Schattenmacher für innen Innen liegender Sonnenschutz be­ ginnt erst zu wirken, wenn die unerwünschte Hitzestrahlung das Fenster bereits durchdrungen hat, und ist somit energetisch ungünstiger als sein außen liegendes Pendant. Zudem sind Einbruch-, Schall- bzw. Wärmeschutz nicht gegeben. Ein großer Vorteil innen liegender Sonnenschutzeinrichtungen hingegen ist, dass sie den Witterungseinflüssen nicht direkt ausgesetzt sind. Und: Sie sind mit Abstand günstiger als Rollläden, Jalousien & Co.

Energietechnische Wirksamkeit Der FC-Wert benennt den Abminderungsfaktor der jeweiligen Beschattung. Der FC-Wert 0,25 würde z. B. aussagen, dass noch 25 % der Sonnenenergie ins Innere eindringen können. Ein paar Beispiele: Völlig unbeschattete Fenster weisen einen FC-Wert von 1 auf, Vorhänge und Innenjalousien 0,75. Eine Markise bringt es auf einen FC-Wert von 0,42 und Rollläden oder Vordächer werden bei 0,32 anberaumt. Mit einem Wert von nur 0,27 sind die Außenjalousien die effektivsten Beschatter. Verlangen Sie vom Planer eine Berechnung der Sommertauglichkeit nach ÖNORM 8110-3 des am meisten gefährdeten Raums.

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Innenjalousetten mit reflektierender Oberfläche verhindern ein unerwünschtes Eindringen von Wärme- und greller Lichtstrahlung und lassen nur einen geringen Teil als diffuses Licht eindringen. Lamellenvorhänge werden mit Schnurzug und Wendekette entweder händisch oder mittels Wendemotor bedient. Vor allem für unzugängliche Montagen empfiehlt sich der Motor mit Fernbedienung. Ihr Vorteil ist die enorme Angebotsvielfalt in puncto ­ Form und Farbe. Moderne Rollos sind komfortabel in der Bedienung und die Designvielfalt lässt keine Wünsche offen. Serienmodelle sind preisgünstig, Sonderanfertigungen in speziellen Größen oder Hightechmaterialien hingegen ziemlich teuer und reichen von halb transparent bis absolut lichtdicht. Die korrekte Bezeichnung ist noch immer Springrollo, wenngleich die modernen Modelle eher gleiten. Plissee-Sonnenschutz bringt – je nach Farbe und Stellung der Plissees – vor allem variable Lichteffekte. Unterschiedliche Materialien von hauchzart bis grob und Oberflächenstrukturen unterstreichen diese Effekte. Auch in der Form (Spezialanfertigungen), etwa in Dreieck- oder Fünfeckform, sind der Gestaltungsvielfalt keine Grenzen gesetzt.

Sonderfall Wintergarten Mehr Fensterfläche als in einem Wintergarten geht kaum. Trotzdem und unverständlicherweise verzichtet so mancher Hausbesitzer gerade hier auf ein gutes Beschattungskonzept. Und das, obwohl der Wintergarten viel und regelmäßig genutzt wird und

ein angenehmes Raumklima gerade hier unabdingbar ist. Dieses wird einerseits durch die Belüftung und andererseits eben durch eine gute Beschattung erreicht. Nord, Ost, Süd oder West – die Gebäudeausrichtung entscheidet bei der Planung des Beschattungssystems immer mit. Wintergärten, die in Richtung Süden ausgerichtet sind, heizen sich ja gerade in Sommerzeiten extrem auf. Experten raten deshalb speziell hier zu einem außen liegenden Sonnenschutz – am besten Rollläden, da diese einfach die höchste Wirksamkeit besitzen. Ost- oder nordseitig gerichtete Wintergärten benötigen hingegen die Beschattung weniger der einstrahlenden Sonne wegen, sondern eher für Sichtschutzzwecke. Hier reicht dann auch ein innen liegender, kostengünstigerer Sonnenschutz aus. Grundsätzlich ist bei der Wintergartenbeschattung die Auswahl genauso groß wie bei den übrigen Fensterflächen im Haus. Neben Raffstoren und Außenjalousien gibt es auch spezielle Wintergartenmarkisen, Metalllamellen und textile Beschattungen für außen. Innen können Sie mit Jalousien, Flächenvorhängen, Rollos oder Plissees arbeiten. Achtung: Besonders wichtig ist es, auch an den Fenstersonderflächen effektive Beschattungssysteme zu installieren und nicht nur an den herkömmlich geformten Fenstern! Einschlägige Hersteller bieten die entsprechenden Sonderanfertigungen für Dreiecke, Bullaugen, Trapeze und andere außergewöhnliche Fensterformen an. Auch Überstände können so verschattet werden. Erkundigen Sie sich am besten beim Fachhändler.


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Neugierige Blicke Aluminium-Rollläden sorgen für ein Plus an Privatsphäre. Hell soll sie sein und eine gute Aussicht bieten – unsere Wohnung. Schließlich ist Licht unser Lebenselixier. Aus diesem Grund werden die Fensterflächen immer größer, sei es nun am Haus selbst oder im angebauten Wintergarten.

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o können wir uns ganz der Illusion hingeben, mitten in der Natur zu sitzen – egal bei welchem Wetter oder zu welcher Jahreszeit. Der Blick nach draußen vermittelt das Gefühl von grenzenloser Freiheit, sodass wir unseren Gedanken freien Lauf lassen können. Was aber, wenn wir mal nicht im Glashaus sitzen wollen? Wird es im Herbst und Winter früh dunkel, müssen wir häufig schon am Nachmittag die Zimmerlampen einschalten und sitzen in den eigenen vier Wänden wie auf dem Präsentierteller. Das muss nicht sein! Dank der cleveren Rollladenlösungen von Schanz können wir selbst entscheiden, wann wir Aussicht genießen beziehungsweise Einblick gewähren möchten. Die maßgefertigten Aluminium-Rollläden des Profis aus Simmersfeld im Schwarzwald passen sich nahezu jeder Form an – egal ob es sich um runde, eckige oder asymmetrische Fenster handelt. Der Clou: Die Rollläden gibt es nicht nur mit Vollprofil, welches einen Raum fast vollständig abdunkelt, son-

dern auch mit Select-Profil. Dahinter verbergen sich Lichtschienen, die dank einer feinen Perforation gerade so viel Licht durchlassen, dass es tagsüber trotz geschlossener Rollläden angenehm hell bleibt. Die Anzahl und Anordnung der Lichtschienen ist dabei ganz den persönlichen Vorlieben überlassen. Übrigens: SelectProfil-Lichtschienen sorgen nicht nur für ausreichend Licht, sondern auch für frische Luft. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit, dass lästige Plagegeister wie Fliegen oder Mücken den Weg durch die kleinen Löcher finden, verschwindend gering. Ein weiterer Pluspunkt: Zwischen dem geschlossenen Rollladenpanzer und der Fensterscheibe bildet sich eine dämmende Luftschicht, die im Sommer dafür sorgt, dass die Räume angenehm kühl bleiben, während im Winter die Wärme im Haus gespeichert wird. Das schont den Geldbeutel und freut die Umwelt. Mehr Informationen und Beratung gibt es unter www.schanz-rollladen.at

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Außen- & Eingangstüre Außen- & Eingangstüren Sie sollen wärmegedämmt, einbruchssicher, witterungsbeständig, robust und noch dazu schön sein. Ganz schön viele Aufgaben, die so eine Eingangstüre erfüllen muss. Die Auswahl ist entsprechend groß.

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n puncto Material bieten sich für die Haustüren Holz in Rahmenbauweise mit Füllungen aus Holz und Glas oder in massiver Form ebenso an wie Aluminium oder Kunststoff. Hauptargument für eine Eingangstüre aus Holz ist das Material, das natürlich, nachwachsend und CO2-neutral ist. Hauptargument gegen eine Tür aus Holz ist ihr erhöhter Pflegeaufwand. Möchte man meinen. Denn: Moderne Holztüren brauchen heute kaum mehr Pflege als Kunststoff- oder Aluminiumtüren. Um das Streichen – am besten mit einem Anstrich auf Wasserbasis – werden Sie auf der Außenseite aber doch nicht herumkommen. Belohnt werden Sie mit einer langen Lebensdauer und anhaltend hochwertiger Optik. Bei Holz-Alu-Kombinationen wird

der den Witterungen ausgesetzte Außenbereich mit einer Aluminiumschale versehen, innenseitig bleibt die Holz­ oberfläche aber erhalten. Türen aus Aluminium sind leicht, trotzdem stabil, durch Oberflächenveredelung wie Eloxierung oder Pulverbeschichtung langjährig witterungsbeständig und pflegeleicht. Sie überzeugen besonders aufgrund ihrer im Vergleich niedrigen Kosten. Alutüren gibt es in zahlreichen Farb- und Dekorvarianten. Verschiedenste Holzstrukturvarianten lassen sie sogar aussehen wie eine Holztür. Größter Nachteil: Die Energiebilanz ist ungünstig. Haustüren aus Kunststoff sind sehr pflegeleicht, billige Türen hingegen vergilben schnell und bei Sonneneinstrahlung wird das Material spröde. Aus

© BondRocketImages/Shutterstock

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baubiologischen Gründen sollte man glasfaserverstärkte Kunststoffe (GFK) bevorzugen. PVC ist unverrottbar und der Recyclinganteil zudem verschwindend gering. Kunststofftüren sind meist mit einem eingebauten Armierungsrahmen aus Stahl oder Aluminium versehen, damit die Tür den Sicherheitsansprüchen gerecht werden kann.

Außentüren brauchen eine Dämmung Hauseingangstüren für Niedrigenergie- und Passivhäuser sollten einen Wärmedurchgangskoeffizienten von höchstens 0,8 W/m2K nicht überschreiten und sie müssen Luftdichtheit garantieren, auch bei extremen Witterungsbedingungen. Wärmedämmende Füllungen, Wärmedämmkammern im Profil und rundum laufende Anschlagdichtungen sind ein Muss, genauso wie eine thermisch getrennte Schwelle. Heute werden sowohl beim Neubau als auch bei der Sanierung Eingangstüren

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am Passivhausstandard empfohlen, da sie diese Anforderung spielend erfüllen. Die typische Passivhaustüre ist aus Holz oder Kunststoff aufgebaut und mit einer Alu-Deckschale versehen. Die Türfüllung ­besteht im Unterschied zu einer normal gedämmten Haustür aus mehreren wärmedämmenden Platten mit einer Gesamtstärke von mindes­ tens 88 mm.

Der sichere Eingang Viele Haustüren weisen zwar in der Standardausführung schon recht gute Schutzmechanismen auf. Doch wer wirklich auf Nummer sicher gehen will, sollte auf die einbruchhemmende Ausführung setzen. Die Eingangstür ist nämlich nach wie vor der von Einbrechern am häufigsten benutzte Weg ins Haus, die Einbruchszahlen steigen in Österreich rasant an und die Einbrecher gehen bei Gott nicht zimperlich vor. Kunststoffbeschläge werden einfach abmontiert, die Zylinder gezo-

gen und abgebrochen. Die Türen im Schlossbereich aufgehebelt. Teilweise werden die Türen sogar einfach im Ganzen ausgehebelt. Eine Haustür gilt nach RC2 (WK2)Standard dann als sicher, wenn sie einer statischen und dynamischen Belastungsprüfung unterzogen wurde, einen simulierten Einbruch mit

Optisch aus einem Guss Wie aus einem Guss kann Ihr Eigenheim von draußen aussehen, wenn Sie die Eingangstür mit den Fenstern abstimmen. Viele der heimischen Fensterhersteller haben auch Außentüren im Angebot. Alle Bauelemente aus einem Sortiment, gleiches Material, gleiche Ausführung, und schon ergibt sich ein harmonisches Ganzes.

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Das clevere Türschloss

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Neben Fingerprintsystemen, die mittels gespeicherter Fingerabdrücke die Türe öffnen lassen, gibt es auch Bluetoothlösungen für die Eingangstüren. Die Idee: Ohne Smartphone geht heute fast niemand mehr aus dem Haus, und die meisten von uns werden es auch schneller in der Tasche finden als ihre Schlüssel. Bluetoothtürschlösser setzen genau hier an. Keine Schlüssel sind mehr nötig, die Bedienung ist denkbar einfach. Die Zugangsrechte sind klar verteilt, die Sicherheit hoch. Je nach Modell müssen Sie für ein Bluetoothschloss das vorhandene Türschloss bzw. den Zylinder an der Tür ausbauen und mit dem neuen ersetzen oder das intelligente Türschloss wird einfach auf das vorhandene aufgesteckt. Dann wird das Smartphone mittels eigener App mit dem Schloss verbunden und schon können Sie mittels Wisch Ihre Tür öffnen und schließen.

Pro & Kontra Der klassische Haustürschlüssel ist überflüssig. Ihr Türschloss erkennt Sie bzw. Ihr Handy und öffnet automatisch, sobald Sie sich nähern. Im Urlaub brauchen Sie keinen Schlüssel mehr aus der Hand zu geben, wer sich in Ihrer Abwesenheit um Haus und Garten kümmert, erhält eine Zugangsberechtigung. Natürlich bieten smarte Türschlösser nach wie vor die Möglichkeit, mit dem guten alten Schlüssel zu entriegeln. Also keine Angst vor verlorenen Handys oder leeren Akkus. Keine Frage: Funktionierende Bluetoothtürschlösser können unseren Alltag vereinfachen und Nerven sparen. Aber: Eine große Unbekannte bisher ist die Sicherheit. Wo digitalisiert wird, wo WLAN und Bluetooth in Gebrauch sind, da sind auch potenzielle Lücken für Hacker.

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Werkzeug bestanden hat, gepresst bzw. verklebt ist und eine Flügelrahmenkonstruktion aufweist. Weiters müssen der Türriegel massiv und die Bolzen gehärtet, der Türstock im Mauerwerk verankert und die Türbänder verdeckt sein. Ein paar Details: Das Türschloss ist nichts ohne Schließzylinder. Vom Standardzylinder über einen Zylinder mit Wendeschlüsselsystem bis hin zum patentgeschützten Zylinder mit Bohrmuldenschlüssel und Sicherungskarte sind die verschiedensten Lösungen zu haben. Verwenden Sie nur Sicherheitszylinder, die von allen Seiten her nachsperrgesichert, kernzieh- und aufbohrgeschützt sind. Wichtig ist, dass der Zylinder nur von innen verschraubt werden kann, bündig mit dem Sicherheitsbeschlag eingebaut wird und zur Gänze von diesem geschützt wird. Fragen Sie nach Zylindern mit Codekarte. Durch ein spezielles System wird das Nachmachen des Hausschlüssels für Unbefugte quasi unmöglich! Mehrfachverriegelungen (drei- bis fünffach) bieten zusätzliche Sicherheit, weil die Tür mit nur einem Schlüsseldreher gleich an mehreren Punkten gesichert ist. Zusätzlichen Schutz bringt die sogenannte Fallensperre, die die Schlossfalle zu einem starren Riegel macht, sobald Sie die Tür schließen, und zwar auch, wenn die Türe unverschlossen ist. Auch mit raffinierten Hilfsmitteln können Unbefugte so eine Schlossfalle nicht mehr zurückschieben, um die Tür zu öffnen. Der Schwenkriegel schiebt sich auf der Schlossseite in die Edelstahl-Schließplatte und widersteht Aushebelversuchen mit schwerem Werkzeug. Und die Tresorbolzen sitzen in der Höhe der


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Barrierefreiheit beachten Der Zugangsbereich ins Haus sollte immer barrierefrei gestaltet sein. Das heißt, dass die Eingangstüre schwellenlos eingebaut und eine Durchgangslichte von mindestens 90 Zentimetern aufweisen muss. Die Türflügelbreite sollte 100 Zentimeter nicht übersteigen. Auf beiden Seiten der Eingangstür ist ein ausreichend großer Anfahrtsbereich vorzusehen – mindestens 120 cm tief und 150 cm breit bzw. auf der Türaufgehseite mindestens 200 cm tief und ebenfalls 150 cm breit.

Bänder und greifen beim Schließen der Tür automatisch in die Zarge. So wird der Bandbereich gegen Druck- und Hebelwirkung gestärkt. Die Kombination aus Tresorbolzen, Schwenkriegel und Fallensperre bietet einen guten Basis-

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schutz. Zudem sollte das Schutzblech (Schutzbeschlag), in dem die Klinke steckt, verstärkt sein. Es stabilisiert das Schloss und schützt den Zylinder dahinter. Das Schild sollte aus Stahl bestehen und von innen verschraubt sein, um höchstmöglichen Schutz zu bieten. Auch die Bandseite (Scharnierseite) der Tür ist wichtig. Eine Bandseitensicherung für Eingangstüren bietet durch ihren Verkrallungseffekt zusätzliche Sicherheit. Verdeckte Türbänder lassen sich weniger leicht aushebeln oder -reißen und erhöhen so die Sicherheit. Sogenannte Tresorbänder (z. B. von Bayerwald) sind spezielle Gelenksysteme, mit denen der Haustürflügel im Rahmen verankert wird. Sie sind bei geschlossener Türe nicht sichtbar und sorgen

für noch höheren Widerstand. Auch die Schließbleche, in denen sich der Riegel einschiebt, sollten verstärkt ausgeführt werden, da sie sonst bei Gewalteinwirkung nachgeben und die abgeschlossene Tür aufspringt. Schließbleche oder -platten sollten aus mindestens 2,5  mm starkem Edelstahl gefertigt und mehrfach diagonal mit Gegenmuttern in der Zarge verschraubt werden. Schutz bietet auch ein Panzerriegelschloss – eine mechanische Sicherung zur nachträglichen Montage. Die Tür wird auf der ganzen Breite – sowohl auf der Schloss- als auch auf der Bandseite – wirkungsvoll gesichert. Zusatzschlösser an der Tür, Sicherungsketten und zusätzliche Riegel sind ebenfalls geeignet, um den Schutz bei älteren Modellen zu erhöhen.


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Raumtrenner Innentüren Bereits bei der Raumplanung am Reißbrett spielt die Planung der Innentüren eine Rolle. Zahl, Art, Anordnung und Größe der Türen sollten früh genug festgelegt werden. Erst dann geht es um Material und Oberfläche.

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uch wenn die Innentüren selbst erst relativ spät im Zuge des Innenausbaus eingebaut werden, sollten Sie sich bereits spätestens bei der Raumaufteilung Ihrer Wohnräume, also der Grundrissplanung, mit dem Thema Innentüren beschäftigen. Denn die Anzahl, die Türart, ihre Durchgangslichten und Anordnung müssen bereits im Rohbau feststehen. Ein Tipp: Die Höhe der Maueröffnung ist ab dem fertigen Fußboden zu messen. Mit modernen Tür-Zargen-Fertigsystemen können Ungenauigkeiten von mehreren Zentimetern leicht ausgeglichen werden. Passen Zarge und Tür problemlos, dann spart man natürlich Zeit bei der Montage und damit auch Geld.

Erforderliche Maueröffnungen & Durchgangslichten Planen Sie die Innentüren in Breite und Höhe großzügig. Bedenken Sie, dass ein Türumbau im Nachhinein aufwendig und teuer kommt. Enge, schmale Türen (75 cm) sollten nur im Notfall geplant werden. Die Mauerlichte, auch Rohbaulichte, Rohbaumaß oder lichte Breite/Höhe genannt, bezeichnet die tatsächliche Wandöffnung, in der die Zarge eingesetzt wird. Sie wird wie folgt errechnet: Tatsächliche Breite des Türsystems (Durchgangsbreite) plus acht Zentimeter und tatsächliche Höhe des Türsystems plus vier Zentimeter. Wichtig dabei: Messen Sie die Höhe immer vom fertigen Fußboden aus! Und noch ein Tipp: Die hier angegebenen Werte sind natürlich reine Richtwerte, die


© epr/Gesamtverband Deutscher Holzhandel/Mosel Türen/Elegance 04

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technischen Unterlagen Ihres Türenherstellers geben die Maße genau an. Die OIB-Richtlinie schreibt eine Mindestdurchgangslichte von 80 cm in der Breite und 190 cm in der Höhe vor. Gängig sind jedoch Maße von 85 bis 90 cm oder noch breiter. Nicht nur aufgrund der freieren Optik, sondern nicht zuletzt aufgrund der geforderten Barrierefreiheit. Auch in der Höhe sollte man vorhandene Möglichkeiten nützen. Es werden zwar die meisten Menschen bei einer Höhe von 1,90 Meter aufrecht durchgehen können, aber wenn von den baulichen Gegebenheiten her die Möglichkeit einer 2,50 Meter hohen und entsprechend breiten Tür gegeben ist, dann sollte man das schon aus optischen Gründen nützen.

Zarge + Türblatt = Tür Die Türzarge verdeckt die Laibungen der Wandöffnung, ist mit dem Putz bündig oder steht darüber. U-förmige Umfassungszargen umschließen die Wand, während Eckzargen nur an einer Seite der Maueröffnung montiert werden. Befestigt werden die Zargen meist mit Ankern in einem kleinen Abstand zur Mauer. Der so entstehende Hohlraum wird mit Montageschaum verfüllt. Darüber hinaus kann die Zarge auch ausgemauert oder ausbetoniert werden. Für Türeinbauten im Trockenbauverfahren kommen Trockenbauzargen, Klemmzargen oder Zargen zum Einsatz, die nachträglich eingeschäumt werden. Je nach Material und Konstruktionsart unterscheidet man folgende Modelle: Holzzargen werden aus Holz oder Holzwerkstoffen hergestellt und in die fertige Wandöffnung eingebracht.

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Durch Ausschäumen werden sie mit der Wand verbunden. Holzzargen gehören zu den beliebtesten und vielseitigsten Zargen. Mit der Modellwahl können Sie sich Zeit lassen, diese Zarge wird erst nach Fertigstellung des Bodens und Wandbelags montiert. Mit eingemauert oder mit einbetoniert werden Stahlzargen. Sie werden zumeist aus einem 1,5-mm-Feinblech feuerverzinkt oder in RAL-Farbe einbrennlackiert angeboten. Die notwendigen Öffnungen sind bereits werkseitig eingestanzt und mit herausnehmbaren Abdeckungen versehen. Die Türen sind ohne Mehrarbeit wahlweise rechts oder links angeschlagen verwendbar. Stahlzargen stehen für Robustheit, Stabilität und eine besonders lange Lebensdauer. Die klassische Zarge kommt zumeist in Altbauten vor. Sie ist aus Holz, umfasst die Wandöffnungen an drei Seiten, wird mit eingemauert und erhält später eine Falz- oder Zierverkleidung. Klemmzargen bestehen aus Stahl, Aluminium oder Holzwerkstoffen, werden nachträglich in fertige Wandöffnung eingebracht und mittels Klemmvorrichtungen fixiert.

Die Innentür vom Kern bis zur Oberfläche Bei der Wahl der Innentüren müssen Material und Aufbau sorgfältig erwogen werden. Als preisgünstigste Modelle gelten die sogenannten Wabentüren, deren Kern aus einer Pappwabe besteht, die links- und rechtsseitig jeweils mit einer etwa 3 mm starken Holzfaser- oder Dünnspanplatte beplankt ist. Im Gegensatz zur Wabentüre ist die Röhrenspantüre aus einer Röhrenspanplatte (durchfräste oder längsgelochte Spanplatte) gefertigt

und mit unterschiedlichen Oberflä­ chenbeschichtungen erhältlich. Röh­­­renspantüren sind standfester, stabiler und haben einen besseren Schallschutzwert. Sind die Türen aus Vollholz oder Verbundspanplatte hergestellt, nennt man sie Vollholz- bzw. Lagenspantüren. Sie sind erheblich schwerer und stabiler. Dadurch bieten sie aber auch einen hohen Schallschutzwert. Zudem werden diese Türen auch für Sonderanwendungen herangezogen (Brandschutz, Strahlenschutz, Schallschutz). Eine Sonderform der Vollholztüre ist die sogenannte Kassettentüre mit Holz- oder Glasfüllung. Diese Modelle gelten als absolut verzugsfrei und erfüllen bei hoher Passgenauigkeit von Blatt und Zarge alle Anforderungen an Luftdichtheit.

Material & Oberfläche Die Übersicht auf der nächsten Seite erklärt Ihnen die EU-weit einheitlichen Bezeichnungen der Brandwiderstandsklassen von Innentüren inklusive einer Erklärung.

Kleines Begriffslexikon Laibung werden die senkrecht parallel geführten Flächen einer Maueröffnung bezeichnet. Sie bildet einen 90-Grad-Winkel zur gesamten Mauerfläche. Im Gegensatz dazu verläuft die Schnittfläche beim sogenannten Gewände schräg durch das Mauerwerk. Die obere waagrechte Begrenzung einer Tür- oder Fensteröffnung wird als Sturz bezeichnet.

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INNENAUSBAU 

Widerstandsklasse

Brandwiderstandsdauer in min

Bautechnische Bezeichnung

EI2 30c

30 min

brandhemmend, früher auch feuerhemmend

EI2 60c

60 min

hoch brandhemmend, früher auch hoch feuerhemmend

EI2 90c

90 min

brandbeständig, früher auch feuer­ beständig

E 30

30 min

Rauchabschluss

Sm-c

30 min

Rauchabschluss

Echtholz-Furnier: Diese Türen haben eine Außenhaut aus Holz, ein Naturprodukt, das entsprechend individuell ausgeprägt ist. Je nach Holzart und Furnierung erhält man verschiedene Maserungen, Farbnuancen und Strukturen. So findet sich für jeden Einrichtungsstil und jedes Raumkonzept das passende Modell. Durch Mehrschichtlackierungen wird die Echtholzoberfläche vor Verschmutzungen und Beschädigungen geschützt und die Reinigung erleichtert. Weißlack ist ein UV-gehärteter Acryl­ lack, der in mehreren Schichten auf das Türblatt aufgebracht wird und mit einem glatten Finish endet. Die Oberfläche ist besonders pflegeleicht und strapazierfähig. Matt glänzend wie Seide passen sich diese Türen aufgrund ihrer Schlichtheit, Eleganz und Zurückgenommenheit jedem Einrichtungsstil an – eine zeitlose, unkomplizierte Alternative.

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CPL-Türen (Continiuous Pressure Laminate) werden in einem speziellen Verfahren mit Dekorpapieren verpresst und gehärtet. CPL, das Laminat für Türen, ist ein Schichtstoff auf Melaminharzbasis in Echtholz­optik. Die Türen sind besonders widerstandsfähig, kratz- und stoßfest, lichtecht, hitzebeständig und wischfest. Dadurch lassen sie sich auch sehr einfach reinigen. Die Auswahl ist immens, von schlichten einfarbigen Modellen bis hin zu täuschend echter Holzoptik. Dort wo die Beanspruchungen besonders hoch sind, empfehlen sich die sogenannten HPL-Türen. High-Pressure-Laminate-Hochdruck-Schichtstoffplatten sind überaus strapazierfähig. Auch HPL-Türen sind in den ver­schiedensten Farben und Dekoren er­hältlich. Für Dekoroberflächen wird ein bedrucktes Papier imprägniert, mit Lack oder Harz bearbeitet und auf

die Türblattoberfläche geklebt. Dekore sind besonders individuell in ihrer Gestaltung, quasi alles ist hier möglich. Die Türen sind unkompliziert in ihrer Reinigung, sie sind langlebig und dunkeln nicht nach. Eine erneute Lackierung oder anderweitige Oberflächenbearbeitung ist auch bei älteren Modellen nicht nötig.

Brandschutz bei Innentüren Nicht nur in Großbauten kommen Brandschutztüren zum Einsatz, auch im privaten Wohnbau gibt es dafür triftige Gründe. Selbst wenn man hofft, sie nie zu brauchen, sollten einzelne Bauteile in jedem Fall durch Brandmauern voneinander getrennt werden. Wird eine solche Mauer durchbrochen, müssen Brand- und Rauchschutztüren eingebaut werden, beispielsweise als Abschluss zum Heizöllagerraum im Kellergeschoß, als Verbindungstür zwischen Vorraum und Garage oder im ausgebauten Dachgeschoß. Brandschutz- bzw. Feuerschutzabschlusstüren haben nicht nur die Aufgabe, im Falle eines Brandes entsprechenden Schutz zu gewähren, sie haben auch gestalterische und architektonische Aufgaben zu erfüllen. Türblatt und Zarge mit Beschlag und Zylinder müssen gemäß ÜA-Zeichen geprüft sein. Der Türdrücker muss eine Mindestgrifflänge von 100 mm haben und durchgehende Schlüssellöcher müssen abgedeckt sein. Brandschutztüren müssen immer selbsttätig schließen, außer es handelt sich um Wohnungstüren oder Schachttüren. Der Einbau von Verglasungen ist erlaubt, das Glas muss aber die Widerstandsklasse der Türe aufweisen.


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INNENAUSBAU 

Dachgeschoßausbau Der Ausbau eines Dachbodens erfolgt nur selten gleich im Zuge des Neubaus. Meist wird er aus Kostengründen auf später verschoben. Wer es allerdings vorhat, sollte sich bereits jetzt bestimmte Dinge gut überlegen.

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W

ährend in gestalterischer Hinsicht kaum Grenzen gesetzt sind, werden die grundsätzlichen Möglichkeiten beim Ausbau weitgehend durch die Dachform bzw. durch die Dachkonstruktion festgelegt. Beispielsweise können beim Pfettendach die Pfosten in der Mitte oder unter den Dachschrägen die Raumaufteilung erschweren, wenn es nicht gelingt, sie in das Konzept einzubeziehen. Schafft ein guter Planer dies jedoch, können sich wunderschöne Räumlichkeiten ergeben.

Sparrendächer haben den Vorteil, dass der Dachraum ohne Einschränkung durch konstruktive Teile bis unter First und Schrägen nutzbar ist. Beim Kehlbalkendach verläuft ein horizontaler Kehlbalken parallel zum Fußboden und steift die Steildachkonstruktion aus. Der sogenannte Spitzboden, wie der Raum über dem Kehlbalken genannt wird, bietet für die Ausbauplanung reizvolle Möglichkeiten. Bei hohen Dächern kann der Raum seitlich auch durch Galerien gegliedert werden. Darauf lassen sich beispielsweise Bücherregale mit Leseecke, Schrankwände u. v. m. unterbringen.


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© VELUX Deutschland GmbH

INNENAUSBAU

Eine weitere Möglichkeit stellt der Einbau von Dachgauben dar, die ideale Lösung, um Platz und ausreichend Fensterfläche unterm Dach zu schaffen. Problem: Dachgauben gehen auf Kosten der Energiebilanz, das sollten Sie bedenken! Auch das beliebte Walmdach bietet für den Ausbau interessante Aspekte. So kann beispielsweise eine in Südrichtung geneigte Fläche mit einer großflächigen Thermoverglasung zur passiven Solarnutzung ausgestattet werden.

Planung und Ausführung Die bauphysikalische Planung eines bewohnten Dachs und die sorgfältige Ausführung in allen Details sind noch um vieles anspruchsvoller als bei an-

deren Geschoßen des Hauses. Wie kaum ein anderer Bauteil ist das Dach an seiner Außenseite unmittelbar den Einflüssen der Witterung ausgesetzt. Zu bedenken sind die großen Temperaturunterschiede, spontan auftretende statische Lasten, z. B. Schnee oder Wind, sowie regelmäßige Einwirkungen von Nässe und Feuchtigkeit. Zum anderen gilt es, besonderes Augenmerk auf jene möglichen Schwachstellen zu richten, die erst durch einen Ausbau in einen Wohnraum augenscheinlich werden, wie Abdichtung und Wärmedämmung.

Dämmen und dichten Je nach Dachausführung sorgen Unterdächer aus Bitumenpappe, Holzweichfaserplatten oder Unterspann-

folien für Winddichtheit und dafür, dass keine Feuchte von außen in die Dachkonstruktion dringt. Da aber häufig auch der Dachstuhl im Holz eingeschlossene Feuchtigkeit enthält und/oder feuchte Luft aus den darunter liegenden Räumen in den Dachbereich gelangen kann, wird diese möglicherweise zwischen der dichten Unterdachbahn und einer innen liegenden Dampfsperre eingeschlossen. Bei einem Dach mit diffusionsdichtem Wetterschutz sollte man grundsätzlich für eine Hinterlüftung der Dämmschicht sorgen, da sich sonst Feuchtigkeit in den offenporigen Dämmstoffen sammeln kann, die früher oder später veritable Bauschäden wie Verlust der Dämmwirkung, Schimmelbildung sowie Beschädigung und Verformung der Ausbaumaterialien verursacht. Statt einer Vollsparrendäm-

Das sagt das Gesetz Schauen Sie in den Bebauungsplan. Hier findet man die jeweils geltende Bauklasse und Bauweise. Neben diesen Vorgaben sind noch die eingetragenen Baufluchtlinien zu berücksichtigen, die jenen Teil eines Grundstücks oder Objekts begrenzen, der tatsächlich zum Bauen genutzt werden darf.

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© Patricia Weisskirchner

INNENAUSBAU 

mung wird daher das Dämmmaterial so zwischen die Sparren geklemmt, dass ein etwa 3 bis 4 cm breiter, durchgehender Spalt zwischen Holzschalung und Dämmstoff verbleibt. In diesem Hohlraum, der sogenannten Hinterlüftungs­ebene, kann Luft zirkulieren und etwaiges Kondensat abgeführt werden. Als zweitbeste Lösung bietet sich die Volldämmung mit einer einseitig durchlässigen Dampfbremse an, mit der die Dämmung an der Innenseite vollflächig abgedeckt wird. Auf diese Weise kann bei Bedarf Kondensat an die Raumluft abgegeben werden.

Höherer Brandschutz Bei Konstruktionen aus Holz und Stahl sind die im Vergleich zu mineralischen Baustoffen erhöhte Anforderungen an den Brandschutz unbedingt zu beachten! In diesem Fall verwendet man Feuerschutzplatten für den Dachgeschoßausbau.

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Sämtliche Folienüberlappungen und Anschlüsse müssen mit aluminiumkaschiertem Klebeband oder elastischen Kitten bzw. Klebern abgedichtet werden, wobei penibel auf eine möglichst fugenlose Ausführung zu achten ist. Auch bei Fensteranschlüssen muss die Folie bis zum Einbaurahmen des Fensters geführt und mit diesem dicht verbunden werden. Leider kommt es immer wieder vor, dass Dämmungen von Wänden durchschnitten werden. Um dabei eventuell auftretende Wärmebrücken zu vermeiden und sämtliche Kriterien des Schall- und Brandschutzes zu erfüllen, müssen Mauerkronen und Wandoberkanten einige Zentimeter in die Dämmung eingebunden sein. Unabhängig von den verschiedenen Dämmstoffen gibt es drei grundlegend verschiedene Möglichkeiten, um geneigte Dächer zu dämmen: Die Zwischensparrendämmung ist besonders raumsparend. Der Einbau des Dämmstoffs erfolgt in der Regel innenseitig, ist daher wetterunabhängig und kann auch in kostengünstiger Eigenregie hergestellt werden. Reicht die vorhandene Sparrenhöhe für die erforderliche Dämmstoffdicke

nicht aus, so können die Sparren entweder zur Innenseite hin aufgedoppelt werden oder man schraubt Bohlen an die Flanken der Sparren. Durch beide Maßnahmen wird nicht nur das Dämmvolumen vergrößert, sondern auch die statische Belastbarkeit verbessert. Aufdach- oder Aufsparrendämmungen sind dann sinnvoll, wenn Dachhülle bzw. Unterdach bei intakter Innenverkleidung erneuert werden müssen oder die begrenzte Raumhöhe im Dachgeschoß keine andere Möglichkeit zulässt. Weiters sind Kombinationen aus Aufsparrenund Zwischensparrendämmung gebräuchlich. Es können aber auch gestalterische Gründe für eine Aufsparrendämmung sprechen, etwa dann, wenn die Dachkonstruktion sichtbar bleiben soll. Der konstruktive Aufbau setzt sich bei diesem Typ über den Sparren mit der Rauschalung und einer darüber liegenden Luftdichtungsbahn fort. Auf dieser Ebene wird entweder der Dämmstoff mit zwischenliegenden Kontersparren befestigt oder es muss ein druckbelastbarer Dämmstoff (z. B. beschichtete Poly-


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INNENAUSBAU

urethan-Hartschaumplatten) eingesetzt werden. Den Abschluss bilden wie üblich Konterlattung, Dachlattung und Dachhaut. Eine Untersparrendämmung gelangt meist bei intakter Dachhaut und großzügigem Raumangebot zur Anwendung. Es gibt zwei Aufbaumöglichkeiten. Entweder wird quer zu den Sparren ein Raster aus Kanthölzern errichtet und der Dämmstoff in die Zwischenräume geklemmt. Alternierend kann auch ein druckbelastbarer Dämmstoff eingesetzt werden, aufgrund dessen man dann keine Kanthölzer mehr benötigt. Die zweite

Variante betrifft ungedämmte Dächer mit Innenverkleidung, beispielsweise aus Putz auf Putzträgerplatte. Zur Dämmung müssen zunächst Kontersparren eingebaut werden, zwischen die man anschließend das Dämm­ material einfügt. In jedem Fall entsteht ein Hohlraum (Hinterlüftung), der für ausreichenden Luftaustausch zwischen den Sparren sorgt. Den Abschluss nach innen bilden Luftdichtungsbahnen, danach kann jede Art von Wandbekleidung angebracht werden. Dachbodenausbauten sind zwar die kostengünstigste Variante, zu-

sätzlichen Wohnraum zu schaffen, allerdings mit einigen Vorurteilen bezüglich des Raumklimas behaftet. Diese haben aber heutzutage keine Berechtigung mehr. Wird nach dem neuen Stand der Technik gedämmt und ausgebaut, überwiegen die Vorteile. Die Schaffung zusätzlichen Wohnraums durch Dachbodenausbauten in den Ballungsgebieten ist übrigens unumstritten und wird meist auch gefördert. Probleme entstehen eher, weil zusätzliche Dachflächenfenster oder Gauben das städtebauliche Gesamtkonzept stören könnten.

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urch die Modernisierung einer Ölheizung, in erster Linie einen Kesseltausch, lassen sich beträchtliche Kosten einsparen. Bereits die konventionellen Öl-Niedertemperaturkessel in Form von sogenannten UNITS, also einer Kombination aus Kessel, Brenner und Regelung, zeichnen sich allgemein durch sehr gute Energieausnutzung und geringe Schadstoff­ emissionen aus. Durch die Einführung von schwefelarmem Heizöl wurde außerdem die Brennwertnutzung bei Ölkesseln ermöglicht, was noch höhere Effizienz und geringere Emissionen zur Folge hat. Ein moderner Niedertemperatur-Brennwertkessel kann den Ölbedarf um bis zu 40 Prozent senken. Er ist rundum gedämmt, verhindert große Wärmeverluste, er nutzt außerdem die Wärme aus dem anfallenden Kondenswasser und spart dadurch Energie ein. Der Brennwertkessel arbeitet mit einem Abgas-Wärmetauscher, der den Schadstoffausstoß enorm verringert. Die Gebläsebrenner passen sich automatisch der Außentemperatur an, Abschalt- und Absenkzeiten können Sie individuell regeln.

Gasheizungen Sie eignen sich hervorragend für energiesparende Niedertemperatur-Heizsysteme sowie die Warmwasserbereitung. Kein anderer Energieträger bietet solch eine Vielfalt bei der Gerätetechnik wie die Erdgasheizung: vom klassischen Standgerät im Keller bis hin zu kompakten Wandheizgeräten in Kombina-

ENERGIE


ENERGIE

© epr/HAAS+SOHN

tion mit einem Durchlauferhitzer oder mit einem integrierten Warmwasserspeicher für hohe Komfortansprüche. Die Verbrennungstechniken beginnen mit dem einfachen atmosphärischen Gaskessel und enden bei der zukunftsweisenden Gas-Wärmepumpe. Abgesehen vom Kompaktgerätebereich ist der Brennwertkessel heute klar im Vormarsch. Gas-Brennwertgeräte zählen bezüglich ihrer Anschaffung mittlerweile zu den preisgünstigsten Heizsystemen, und die Mehrkosten gegenüber

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Zusatzwärmer: Pelletskaminofen Mit einem Pelletskaminofen kann man ohne Umbau der bestehenden Zentralheizung den kostengünstigen und komfortablen Brennstoff Pellets nutzen. Sinnvoll ist der Einsatz z. B., wenn die bestehende Heizung noch relativ neu ist oder wenn die Investitionskosten für eine neue Pelletszentralheizung nicht finanziert werden können. Im Gegensatz zur Kesselheizung bezieht der Pelletskaminofen seinen Brennstoff nicht aus einem Lagerraum, sondern ist mit einem Vorratsbehälter ausgestattet. Die Befüllung erfolgt in diesem Fall mit Sackware. Die Installation dauert in der Regel nicht länger als ein bis zwei Stunden: Es muss lediglich der Anschluss an den Kamin und eine Verbindung zum Stromnetz hergestellt werden. Aus dem Vorratsbehälter werden die Pellets mit einer Schnecke in den Brennteller gefördert. Die automatische Zündung erfolgt mit einem kleinen elektrischen Heizelement, das nur wenig Strom verbraucht und die Pellets innerhalb weniger Minuten entzündet. Eine elektronische Steuerung sorgt unabhängig vom jeweiligen Wärmebedarf dafür, dass die Pellets immer optimal verbrannt werden, wodurch Wirtschaftlichkeit und umweltschonender Betrieb gleichermaßen gewährleistet sind. Mit einer Thermostatregelung wie bei der Zentralheizung wird die gewünschte Raumtemperatur immer konstant gehalten. Ein Pelettskaminofen kann sehr universell eingesetzt werden. Wenn er einen Ofen für feste Brennstoffe ersetzt, fällt durch die elektronische Zündung und Steuerung das lästige Einheizen weg, der Raum wird gleichmäßig erwärmt und der Brennstoffverbrauch ist wesentlich geringer. Manche Modelle liefern wie eine Etagenheizung Warmwasser für eine Zentralheizung. Damit lässt sich die gesamte Wohnung gleichmäßig warm halten. Naturgemäß ist der Brennstoffbedarf dann höher als bei der Beheizung einzelner Räume, im Gegenzug steigt aber auch der Komfort. Vor dem Kauf eines Pelletskaminofens sollten Sie sich bei Ihrem Rauchfangkehrer erkundigen, ob der Kaminanschluss für dieses Heizsystem geeignet ist bzw. welche Umbaumaßnahmen eventuell notwendig sind.


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guten Niedertemperatursystemen sind nicht mehr so ausgeprägt, wie noch vor einigen Jahren. Brennwertgeräte nutzen die Wärme, die im Abgas enthalten ist und lassen sich problemlos mit Solarwärme kombinieren. Wer ein altes Gerät mit schlechten Wirkungsgraden von etwa 65 Prozent betreibt, verschwendet viel Energie. Eine neue Gas-Brennwertheizung bringt bis zu 30 Prozent Energieeinsparung.

Hackschnitzelheizungen Die Systeme unterscheiden sich in der Art der Zuführung der Hack-

ENERGIE

schnitzel. Dies kann mit einer Zellradschleuse, mit einer Förderschnecke oder mit einem Fallschacht erfolgen. Der Fallschacht hat den Vorteil, dass auch längere Teile von bis zu 15 Zentimetern, die etwa beim Häckseln von Sträuchern entstehen, ohne Probleme durchtransportiert werden. Bei der Zellradschleuse sperren sich diese langen Holzteile in der Regel und die Heizung geht auf „Störung“. Aus Umweltgründen spricht vieles für eine Hackschnitzelheizung. Dagegen sprechen eigentlich nur die even-

Tipp Kostengünstiges Warmwasser lässt sich auch mit dem Zentralheizungskaminof­en zubereiten. Ideal ist die Kombination mit einer Solaranlage, die das Wasser dann erwärmt, wenn der Ofen in der wärmeren Jahreszeit ausgeschaltet ist. Einige Hersteller bieten fixfertige Solar-PelletsKamin­ofen-Kombinationen an.

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tuell hohen Erstellungskosten für die Lagerung des Hackgutes. Außerdem muss die Ascheentsorgung mindestens einmal wöchentlich erfolgen, was in der Heizperiode bei tiefen Schneelagen als lästig empfunden werden könnte. Vergessen Sie auch nicht den Rauchfangkehrer einzuladen. Er muss sein Okay für dieses Heizsystem geben. Unter Umständen kann eine Kaminsanierung nötig werden, um die Hackschnitzelheizung normgerecht zu betreiben. Die Errichtung einer Hackschnitzelheizung ist laut Herstellern und Installationsbetrieben für Einfamilienhäuser aber grundsätzlich eher nicht empfehlenswert, da in den meisten Fällen ganz einfach die erforderliche Lagerfläche nicht vorhanden ist. In Ballungsräumen und dicht besiedeltem Gebiet würde schon die Zustellung des Hackgutes ein großes Problem darstellen. Wohl ein Grund, warum im Bereich der Holzheizsysteme Pellets die Nase vorn haben. Ist

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jedoch genügend Raum für die Lagerung der Hackschnitzel vorhanden und dieser auch noch für einen großen Lkw gut erreichbar, steht einem Umstieg nichts im Wege.

Pelletsheizungen Als Rohstoff für die kleinen Röllchen dienen Hobel- und Sägespäne, welche in der Holz verarbeitenden Industrie als bisher schlecht genutztes Nebenprodukt in großen Mengen anfallen. Laufende Qualitätskontrollen garantieren einen sauberen Brennstoff mit geringer Restfeuchte und hohem Brennwert (ca. 5 kWh/kg). Wichtige Kriterien bei der Auswahl eines Kessels sind der Kesselwirkungsgrad

– in dieser Hinsicht unterscheiden sich Pelletsanlagen nicht von Ölheizungen – und Komfortmerkmale wie vollautomatische Brennstoffförderung aus dem Pelletslager, automatische Reinigung der Rauchgaszüge sowie eine große Aschenlade, die nur selten entleert werden muss. Die Anlagenleistung lässt sich darüber hinaus über die Brenn-

© Coprid/Shutterstock

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ENERGIE


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ENERGIE

Sole-Wasser-WP

Wasser-Wasser-WP

Luft-Wasser-WP

Jahresarbeitszahl

3,5 bis 4,5

2,5 bis 3,5

2 bis 3

Investitionskosten

hoch

hoch

gering

Betriebskosten

gering

gering bis mittel

mittel bis hoch

Planungsaufwand

hoch

hoch

gering

Installationsaufwand

hoch

hoch

gering

Neubau

Sehr gut möglich. Die Installation einer Wärmepumpe mit Erdwärme ist bei vielen Neubauten schon heute Standard.

Im Vergleich ebenfalls gut möglich. Die Installationen auf dem Grundstück und am Gebäude lassen sich meist leicht umsetzen. Regelungen zur Grundwasserentnahme beachten!

Problemlos möglich, aber selten eingesetzt. Im Vergleich schneidet eine Luft-Wasser-WP bei den Gesamtkosten meist schlechter ab. Im Winter kann sie nur wenig Umgebungswärme gewinnen.

Altbau/Sanierung

Bedingt möglich, da Bohrung und Bohrgerät ausreichend Platz brauchen.

Zumeist gut möglich. Die benötigten Brunnensys­ teme lassen sich auf den meisten Grundstücken errichten.

Kombinationen

Eine Erdwärme-WP lässt sich mit Solarthermie oder anderen Heizungssystemen kombinieren. Ein solcher Verbund kann die Betriebskosten, insbesondere für die Aufbereitung von Warmwasser, deutlich senken.

Auch bei Wasser-WasserWP ist die Kombination mit anderen Heizungssystemen sinnvoll. In der Gesamtkostenrechnung bringt dies zumeist eine deutliche Kostenersparnis.

Sehr gut geeignet. Eine Luft-Wasser-WP lässt sich im Vergleich leicht installieren, weil weder aufwendige Bohrungen noch Aufgrabungen nötig sind.

Kombinationen einer Luft-Wasser-WP mit anderen Heizungssystemen sind insbesondere für die Warmwasserbereitung und zur Unterstützung der Heizung im Winter zu empfehlen.

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ENERGIE

stoffzufuhr dem jeweiligen Wärmebedarf anpassen. Die Zulieferung erfolgt durch einen Tankwagen, der die Pellets über einen Schlauch in den Lagerraum bläst. Für ein Einfamilienhaus benötigt man zur Einlagerung des Jahresbedarfs einen trockenen Raum ab 4 m2 Grundfläche. Beim Heizvorgang werden die Kessel über Spiral- oder Saugantriebe automatisch befüllt. Um im Keller Platz zu sparen, kann auch ein Erdtank verwendet werden. Besondere Sicherheitsvorschriften sind im Gegensatz zu fossilen Energieträgern (z. B. Erdöltank) nicht zu berücksichtigen! Ganz egal, welches Pelletssystem Sie in Ihrem Keller installieren lassen, die Pelletsanlagen funktionieren im Grunde alle gleich: Einmal pro Jahr wird der Lagerraum einer Pellets­ heizung von einem Lkw über einen speziellen Einblasschlauch mit Pellets befüllt. Die Pellets werden dann beim Heizen automatisch in den Brenner gefördert und dort entzündet. Die gewünschte Raumtemperatur wird wie gewohnt in den Räumen oder über ein zentrales Steuerungselement eingestellt. Die Pelletssysteme unterscheiden sich in mehrfacher Hinsicht. Hier eine Zusammenfassung der unterschiedlichen Möglichkeiten, mit Pellets zu heizen: Förderschnecke mit vollautomatischer Beschickung • Saugsystem: Durch die Saugaustragung erfolgt eine vollautomatische Beschickung. Dabei ist auch die Verwendung eines Erdtanks möglich. • Behälteranlage: Für einige Tage wird in einem Vorratsbehälter Heizmaterial gelagert (halbautomatische Beschickung) • Kombination Pellets-Stückgut: Neben Pellets kann auch Scheitholz verheizt werden. Wenn das

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Das 2-in-1-System Wärmepumpen ermöglichen nicht nur den Einsatz als Heizung und zur Warmwassererzeugung. Sole-Wasser-Wärmepumpen können im Sommer auch für die Kühlung des Hauses verwendet werden. Bereits fest integriert ist die Kühlfunktion in modernen Kompaktmaschinen. Bei der Aktivierung der Kühlfunktion im Sommer wird der Prozess der Wärmegewinnung kurzerhand umgedreht. Dem Wohnraum wird über die Fußbodenheizung die überschüssige Wärme entzogen und dann dem Erdreich zugeführt. Anstatt also wie im Heizbetrieb Wärme aus dem Erdreich aufzunehmen, wird die Wärme aus dem Wohnraum über den Kollektor ins Erdreich abgeleitet. Dies senkt nicht nur Energiekosten, sondern beschleunigt auch den Regenerationsprozess des Erdreichs für die nächste Heizsaison.

Scheitholz abgebrannt ist, werden automatisch Pellets verfeuert. Als Zusatzheizung oder als Ersatz für eine konventionelle Heizung, z. B. in Niedrigenergie- und Passivhäusern, eignen sich Pelletseinzelöfen. Die Öfen sind mit einer elektrischen Zündung, einer Leistungsregelung und einem Vorratsbehälter ausgestattet. Die Pellets werden über eine Förderschnecke automatisch aus dem Vorratsbehälter des Ofens in eine Brennschale transportiert. Dadurch ist der Betrieb fast ebenso bequem wie eine Gas- oder Ölheizung. Für Pelletseinzelöfen gibt es den Brennstoff auch als Sackware. Ein Sack enthält 15 kg Pellets, die dem Heizwert von 7,5 l Heizöl entsprechen. Eine nochmalige Verbesserung der ohnehin sehr effizienten und umweltschonenden Verbrennungstechnik von Pelletskesseln wird durch den Einsatz der Brennwerttechnik erzielt. Diese clevere Lösung nutzt auch die in den Abgasen enthaltene Energie.

Der Wasserdampf in der Abluft wird so weit abgekühlt, dass er kondensiert und die in ihm steckende Wärme freigibt. Das bedeutet einen Wärmegewinn von 10 bis 15 Prozent. Voraussetzung für die Brennwertnutzung ist eine sehr niedrige Rücklauftemperatur von möglichst unter 30 °C, wie sie mithilfe moderner Flächenheizungen erreicht wird.

Stückholzheizungen In den letzten Jahren haben sich Feuerungstechnik und Emissionsverhalten von modernen Scheitholzkesseln deutlich verbessert. Bei Wirkungsgraden ab 90 Prozent sind sie recht wirtschaftlich und auch ihre Umweltverträglichkeit ist gut. Bei optimalen Bedingungen liegt der CO-Wert unter 0,25 g/m3 und die Staubwerte unterschreiten 50 mg/ m3. Auch der Ausstoß an Kohlenwasserstoffverbindungen liegt heute nahezu auf dem Niveau von modernen Ölheizungen.


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Kaminöfen mit Warmlufttechnologie zeichnen sich durch minimalen Holzverbrauch und einen Mindestwirkungsgrad von weit über 75 Prozent aus. Wenn Sie die Ofenwärme richtig verteilen (Aufstellungsort beachten), heizen Sie im härtesten Winter mit 6 oder 10 kw Ihre ganze Wohnung (Hersteller geben einen Wert von etwa 1 kW pro 10 m2 an). Häufig wird so ein Kamin­ofen aber als Zusatzheizung verwendet: für die Übergangszeit oder gemütliche Abendstunden. Auch der traditionelle Kachelofen findet seit einigen Jahren wieder viele Freunde. Heute werden vor allem schlichte, puristische Anlagen mit klaren Linien und planen Flächen errichtet und, im Gegensatz zu den Originalen, auch Sichtscheiben als

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visueller Fokus integriert. Die Farben, wenn überhaupt vorhanden, sind zurückhaltend, die Materialien so natürlich und pur wie möglich. Im Inneren moderner Kachelöfen findet man die ehemals namensgebende Keramik. Dort besteht der Feuerraum nicht aus dem sonst gebräuchlichen Metall, sondern zu 80 Prozent aus einer keramischen Speichermasse. So speichert der Grundofen an sich schon die Wärme. Der dadurch noch effizientere Kachelofen eignet sich so auch hervorragend für moderne Niedrigenergiehäuser und beweist, dass gerade diese Heizform heutigen Anforderungen gewachsen ist. Oft werden Kachelöfen auch mit einer zweiten Heizung kombiniert oder als Wärmeerzeuger für Zentralheizungen

Tipp Sorgen Sie für regelmäßige Wartung und Service Ihres Heizsystems – egal zu welchem Sie schlussendlich gegriffen haben. Diese Checkups sind nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, die Experten sagen Ihnen auch, ob Dimensionierung und Nutzungsgrad entsprechend sind oder ob Sie zu viel Brennstoff verbrauchen und damit Geld beim Fenster hinaus heizen.

eingesetzt. Besonders beliebt sind auch die Kaminöfen mit Speichermasse, die den Raum noch stundenlang angenehm warmhalten. Wie

Bei uns wird Ihnen warm Bereits in der 4. Generation bietet unser Familienbetrieb die neuesten Produkte rund um Kachelöfen, Heizkamine und Herde.

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ENERGIE

bei den Kachelöfen gibt es auch hier wasserführende Varianten, die ihre Wärme über die Zentralheizung an alle Zimmer des Hauses abgeben.

Wärmepumpen Eine Wärmepumpe nimmt Wärme auf einem niedrigen Temperatur­ niveau auf und gibt sie nach Zufüh-

rung von Antriebsenergie auf einem höheren Niveau wieder ab. Je geringer die Temperaturdifferenz, desto weniger Antriebsenergie wird be-

Solarunterstützte Raumheizung als Multifunktionsspeicher, bezieht die Wärme für die Heizung entweder aus der Solaranlage und/oder aus dem kon­ventionellen Wärmeerzeuger. Eine Steuerungselektronik hilft, das solare Wärmeangebot, die Wärme­erzeugung des Kessels und die Wärmenachfrage optimal aufeinander abzustimmen. Ein eigener Speicher für das Warmwasser ist nicht nötig, weil man die Brauchwasserbereitung gleich über einen direkt im Solar-Pufferspeicher installierten Platten- oder Rohrwärme­tauscher besonders hygienisch im Durchlauferhitzerprinzip aufbereiten kann.

© epr/Mp-tec GmbH & Co. KGk

Thermische Solaranlagen eignen sich nicht nur für die Warmwasserbereitung, sondern können auch einen nennenswerten Beitrag zur Raumheizung liefern. Außer beim Einsatz sehr aufwendiger und entsprechend teurer Jahreszeitenspeicher kann dabei aber auf ein konventionelles Heizsystem nicht verzichtet werden. Niedrigenergiehäuser bieten sich jedenfalls ideal an, um die geplante Heizzentrale mit einer thermischen Solaranlage zu kombinieren. Denn heutzutage werden ausschließlich Niedertemperatur-Wärmeabgabesysteme installiert, die mit einer sehr geringen Vor- und Rücklauftemperatur betrieben werden. Somit sind ideale Voraussetzungen für eine solare Heizungsunterstützung gegeben. Ein entsprechend ausgelegter und sehr gut gedämmter Wärmespeicher, der sogenannte Solar-Pufferspeicher mit integriertem Warmwasserboiler oder Wärmetauscher

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nötigt und umso höher ist die Effizienz. Das Prinzip ist schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt und wird seit etwa hundert Jahren in der Kühltechnik praktisch angewendet. Mit dem Kühlschrank verfügt somit jeder moderne Haushalt über eine einfache Form der Wärmepumpe. Heute ist auch die Bedeutung für die Raumheizung und Warmwasserbereitung unbestritten. Bei den Bestrebungen zur Reduktion der CO 2-Emissionen spielt die verstärkte Nutzung

der Wärmepumpe eine wesentliche Rolle. Der große Vorteil der Wärmepumpe ist, dass sie ein Mehrfaches an Energie in Form von Wärme abgibt, als zum Antrieb des Kompressors aufgewendet werden muss. Dieser Faktor wird als Arbeitszahl bezeichnet, die vor allem vom Temperaturunterschied zwischen Verdampfer und Kondensator abhängt. Je größer dieser ist, desto geringer fällt die Nutzwärmemenge aus. Heute sind durchwegs Arbeits-

zahlen über dem Wert 4 üblich. Im Klartext bedeutet das, dass der Nutz­ energieanteil viermal so groß ist wie der Primärenergiebedarf. Bei Niedrigenergiehäusern liegt die erforderliche Heizleistung im tiefsten Winter bei etwa 4,5 kW, beim Passivhaus bei nur 1,5 kW. Als Antriebsleistung benötigt eine Wärmepumpe im ersten Fall etwa 1,5 kW, im zweiten sind gar nur 0,5 kW erforderlich. Auch die Verwendung von großflächigen Niedertemperatur-Heizsyste-

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men wie Wand- und Fußbodenheizung zählen bereits zu den Selbstverständlichkeiten, weil die Vorteile bezüglich Behaglichkeit erkannt wurden. Sehr niedrige Wassertemperaturen von 30 bis 35 °C sind bei diesen Systemen üblich, wodurch sie optimal mit einer Wärmepumpe kombiniert werden können. Hinzu kommt die Wärmepumpenentwicklung der letzten Jahre mit neuen Kältemitteln, Plattenwärmetauschern und effizienten Kompressoren. Diese Entwicklungen haben eine erhebliche Steigerung der Leistungszahlen erbracht. Dazu gesellen sich auch die Perfektionierung der Anlagentechnik und eine Verminderung von Verlusten bei der Erdreichankopplung. Wärmepumpen arbeiten mit unterschiedlichen Medien. Grundwasser etwa ist ein guter Wärmespeicher und daher als Wärmequelle in der Wasser-Wasser-Wärmepumpe hervorragend geeignet, weil es auch bei tiefen Außentemperaturen nicht unter 8 °C fällt. Zur Grundwassernutzung werden zwei Bohrungen, eine zur Entnahme und eine zur Rückspeisung des Grundwassers, gesetzt. Die Nutzung des Grundwassers bedarf jedoch der Zustimmung der Wasserrechtsbehörde. Außerdem muss die genaue Zusammensetzung des Wassers untersucht werden, um Beschädigungen der Anlage durch aggressive Inhaltsstoffe zu vermeiden. Die Erde-Wasser-Wärmepumpe hat sich bislang für Heizungszwecke am besten durchgesetzt. Die Wärme aus der Erde kann auf verschiedene Arten gewonnen werden, z. B. mit Erd-registern, das sind Rohrsysteme, die in ein bis zwei Metern Tiefe auf dem Grundstück verlegt

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werden. Die Heizenergie kommt in diesem Fall fast ausschließlich aus der im Sommer an der Oberfläche eingespeicherten Sonnenenergie. Die Dimensionierung hängt nicht zuletzt von der Bodenbeschaffenheit ab, in der Regel ist aber die doppelte bis dreifache Fläche des beheizten Wohnraums notwendig. Zu vermeiden ist eine nachträgliche Überbauung der Fläche sowie zu geringe Abstände zu Kanal- oder Wasserleitungen. Mit einer Tiefensonde wird die geo­thermische Energie aus dem Erd­ inneren (mind. 100 m) erschlossen. Hier wird lediglich eine Bohrung niedergebracht, in die ein doppelwandiges Rohr eingeführt wird. Kaltes Wasser strömt zwischen den Rohrwänden nach unten und steigt im Inneren des Rohrs wieder auf. Ein Vorteil dieser Methode ist, dass es sich um ein geschlossenes System handelt. Damit findet kein Eingriff in das ökologische Stoffgleichgewicht statt. Außerdem kann die Tiefensonde in jeder beliebigen geologischen Formation verwendet werden. Bei schwierigem Untergrund besteht aber das Risiko von Fehlbohrungen und dadurch entstehender höherer Kosten. Vor allem zur Beheizung in Nied­ rig­e nergie- und Passivhäusern haben sich Luft-Luft-Wärmepumpen mit kontrollierter Be- und Entlüftung bewährt. Dabei wird der Abluft über einen Wärmetauscher Energie entzogen und auf der anderen Seite wieder der Zuluft zugeführt. In der Regel sind diese Luft-LuftWärmepumpen in einem kompakten Lüftungs- und Heizgerät integriert. Natürlich kann das Prinzip der

Luft-Luft-Wärmepumpe auch zur Brauchwassergewinnung angewendet werden. Dann wird das System als Luft-Wasser-Wärmepumpe bezeichnet. Im Betrieb von Wärmepumpen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Von einem monovalenten Betrieb spricht man, wenn die benötigte Nutzwärme ausschließlich und ganzjährig ohne zusätzliche Hilfsmittel von der Wärmepumpe aufgebracht werden kann. Dafür eignen sich Sole-Wasser- und Wasser-Wärmepumpen. Luft-Wasser- und Luft-Luft-Wärmepumpen sind ohne zusätzliche Hilfsmittel, wie zum Beispiel einen Erdwärmetauscher, bei tiefen Außentemperaturen meist nicht mehr als alleinige Heizung ausreichend. An sehr kalten Tagen, an de nen die Heizleistung der Wärmepumpe alleine nicht reicht, um die Heizlast des Gebäudes zu decken, muss auf eine andere Heizung umgeschaltet werden, das nennt man bivalent alternativen Betrieb. Wird eine andere Heizung dazugeschaltet, spricht man vom bivalent parallelen Betrieb. Welche Wärmepumpe am besten für Sie und Ihren Neubau geeignet ist, lässt sich pauschal natürlich nicht beantworten und hängt von den jeweiligen Rahmenbedingungen ab. Im direkten Vergleich können Sole-Wasser-Wärmepumpen trotz höherer Investitionskosten ihre Vorteile aber klar und langfristig ausspielen. Besonders durch die hohe Jahresarbeitszahl sind solche Systeme überlegen. Werfen Sie dazu einen Blick auf unsere tabellarische Übersicht in diesem Kapitel.


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ENERGIE

Überblick: Energieträger Energieträger und Wärmeabgabesystem ergeben das Heizsystem in Ihrem Zuhause. In Zeiten schwindender Ressourcen setzen immer mehr Menschen auf regenerative Energiequellen. Hier ein Überblick über Gängiges und Innovatives.

U

m das Haushaltsbudget und die Umwelt zu entlasten, ist ein sorgsamer und verantwortungsbewusster Umgang mit Energie das Gebot der Stunde. Dem Energieträger kommt dabei besonders großes Augenmerk zu. In den Kosten wie auch in Bezug auf ihre Auswirkungen auf die Umwelt unterscheiden sich die einzelnen Energieträger beträchtlich. Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick.

Erdöl Der noch immer am weitesten verbreitete fossile Brennstoff ist das nicht unumstrittene Heizöl. Die vorhandenen Ressourcen des schwarzen Goldes sind nicht unerschöpflich, und durch Krisen in den Herkunftsländern ist man vor Preissteigerungen nicht gefeit, auch wenn zurzeit die Gründe für einen Verbleib beim Erdöl groß sind. Ist eine moderne Anlage vorhanden, ist eine Umstellung auf einen anderen Energie-

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träger ohnedies meist nicht wirtschaftlich nachvollziehbar. Welche der unterschiedlichen Heizölarten für Ihre Anlage am besten geeignet ist, erklärt Ihnen ein professioneller Energieberater.

Erdgas Unter den fossilen Brennstoffen ist es zweifellos der umweltfreundlichste, denn der bereits gasförmige Zustand ermöglicht eine vollständige Verbrennung ohne energieaufwendige Umwandlungsprozesse. Bei seiner Verwendung treten nur geringe Emissionen auf, Feinstaub und Ruß gibt es nicht. Transport und Lagerung vor Ort fallen weg. Außerdem sind die Heizgeräte so kompakt gebaut, dass selbst der Heizraum zusätzlich für andere Zwecke genutzt werden kann.

Stückholz Stückgut ist es kein homogener Brennstoff mit gleichmäßigem Abbrand wie


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ENERGIE

Preisvergleich Heizöl: 6,90 ct/kWh Erdgas: 5,37 ct/kWh Pellets: 4,72 ct/kWh Stückholz: 4,95 ct/kWh Hackschnitzel: 4,85 ct/kWh Strom direkt: 10,92 ct/kWh

Öl oder Gas, daher verbrennt Holz in mehreren Phasen: 1. Der Brennstoff wird im Feuerraum des Scheitholzkessels durch die Erwärmung getrocknet. 2. Es folgt die Entgasungsphase, in der ab 250 °C etwa 80 Prozent der Holzsubstanz in brennbare Gase umgewandelt werden. In einem Scheitholzkessel verbrennt also nicht das Holz direkt, sondern die daraus entweichenden Gase. 3. Die Holzkohle, die erst ab Temperaturen von über 500 °C in brennbare Gase zersetzt wird, verbrennt. Das für den Scheitholzkessel bestimmte Holz darf nicht zu feucht (unter 20 Prozent) sein, denn ab einem bestimmten Wassergehalt im Holz senkt das daraus verdampfende Wasser die Temperatur im Feuerraum und bewirkt somit eine Kühlung. Weiters sollten Scheitholzkessel nicht zum Müllverbrennen eingesetzt werden, da dies – abgesehen vom stark erhöhten Emissionsausstoß – auch zu einer erhöhten Abnutzung der Scheitholzkesselanlage führt und

somit höhere Wartungskosten verursacht. Qualitätsunterschiede beim Stückholz beeinträchtigen die Heizleistung! Zunächst wird zwischen Weichholz (z. B. Fichte) und Hartholz (z. B. Eiche, Buche) unterschieden. Als Richtwert kann man für einen Raummeter Weichholz einen Heizwert von ca. 1500 kWh heranziehen. Hartholz weist dagegen pro Raummeter einen deutlich höheren Heizwert und damit Energiegehalt von rund 2400 kWh auf. Um den erforderlichen Trocknungsgrad zu erreichen, muss Stückholz mindestens zwei Jahre an einem sonnigen, gut durchlüfteten Trocknungsplatz eingelagert werden. Am einfachsten ist es, ofenfertiges Stückholz zu kaufen, das in fertig zugeschnittenen Scheiten mit 25 cm, 33 cm und 50 cm Länge angeboten wird.

Pellets Die Presslinge aus reinen Säge- und Hobelspänen und ohne chemische Bindemittel erzeugen komfortable Wärme zu einem sehr attraktiven Preis. Neben den Biomassefernheizungen bieten die Pelletsheizungen

Strom Wärmepumpe JAZ 3: 11,57 ct/kWh Stand: Jahresdurchschnitt 2017 Quelle: Energieinstitut Vorarlberg

auch eine ökologische Heizvariante für den Einzelhaushalt. Die Preise für Pellets sind seit über zehn Jahren mehr oder weniger gleichbleibend stabil und der Brennstoff damit einer der kostengünstigsten überhaupt. Wichtig bei der Wahl des Energieträgers ist neben Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz natürlich auch die Versorgungssicherheit. Aktuell sorgen rund 41 heimische Pelletsproduzenten dafür, dass der Nachschub nicht ins Stocken gerät. Darüber hinaus zählt Österreich europaweit zu den größten Pelletsexporteuren und der österreichische Wald bietet noch ein großes Potenzial für die Ausweitung der Energieholzproduktion.

Hackschnitzel sind maschinell grob gehackte, zwei bis fünf Zentimeter große Holzteile, die aus für die Bau- und Möbelindustrie nicht verwendbaren Holzge-

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Wie teuer wird Ihre Heizung? Im Heizkostenvergleich der Österreichischen Energieagentur (Stand 03/2017) werden nicht nur die Brennstoffpreise inklusive Investitions-, Instandhaltungs- und Wartungskosten der unterschiedlichen Heizsysteme verglichen, sondern auch deren CO2-Emmissionen. „Unsere Berechnungen zeigen, dass Heizen mit Erdgas-Brennwertsystemen in allen Gebäudeklassen am preisgünstigsten ist. Vergleicht man die reinen Energiekosten ohne Investitionen in System, Wartung und Instandhaltung, schneiden Wärmepumpen am besten ab“, fasst Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur, einige Ergebnisse des Heizkostenvergleichs zusammen. „In Sachen Klimaschutz punkten ganz klar Biomassesysteme, die mit Scheitholz oder Pellets betrieben werden. Die höchsten CO2Emissionen weisen Öl- und Gas-Brennwertsysteme auf, die auf fossilen Energieträgern basieren“, so Traupmann weiter. So stößt ein ÖlBrennwertsystem bis zu 43 Mal so viel CO2 aus wie etwa Scheitholz. Im Vergleich zum unsanierten Gebäude sind die Heizkosten im sanierten Einfamilienhaus bei allen Heizsystemen im Durchschnitt um 44 % niedriger, auch die CO2-Emissionen sinken um 46 %! Addiert man Brennstoff, Investition, Installation und Wartung liegt Erdgas mit 2900 Euro/Jahr im sanierten Gebäude bzw. 4500 Euro im komplett unsanierten Gebäude klar ganz vorne. Abgeschlagen auf dem letzten Platz rangiert in diesem Vergleich die Sole/Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde aufgrund ihrer hohen Investitions- und Wartungskosten. Im Neubau kommt das Heizen mit Pellets am teuersten, da auch hier die Investitions- und Wartungskosten hoch sind und zusätzlich der Systemnutzungsgrad bei geringer Wärmeanforderung stark abfällt. Geht es um die reinen Energiekosten ist die zwar in der Anschaffung und Erhaltung teure Wärmepumpe klarer Vergleichssieger (719 Euro/Jahr). Am meisten kostet hingegen das Heizen mit Fernwärme (1319 Euro/Jahr). Werden sowohl finanzielle Kriterien (Vollkosten) als auch Klimaschutzaspekte (CO2-Emissionen) berücksichtigt, so schneidet das Scheitholzsystem sehr gut ab. Im Vergleich zu den anderen Heizsystemen erfordert das Scheitholzsystem jedoch immer einen erhöhten Betriebsaufwand für den Nutzer, auch sind die Kosten aktuell leicht gestiegen.

wächsen in großen Industrieschreddern direkt am Schlägerungsort erzeugt werden. Die Rinde der Stämme kommt als Rindenmulch in den Handel, Zweige, Äste und der Stamm

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ergeben die Hackschnitzel. Hackgut wird in Schüttraummetern (Srm) gehandelt. Feinhackgut mit Stückgrößen von etwa drei Zentimetern eignet sich für Kleinanlagen mit auto-

matischem Betrieb. Vorteile: die vollautomatische und bequeme Wärmeversorgung sowie ein ökonomischer Betrieb von Großanlagen. Der Energiegehalt aus Waldhackgut mit einem Wassergehalt von 25 Prozent ergibt bei einem Srm Fichte 766 kWh, was 76,6 Litern Heizöl entspricht und bei einem Srm Buchenholz sind es 1058 kWh, also 105,8 Liter Heizöl.

Sonnenenergie Mithilfe moderner Technik können wir uns die kostenlose, solare Einstrahlung nutzbar machen, mit der Wärme, sogenannte Prozesswärme, oder auch elektrische Energie gewonnen wird. Zur Verfügung stehen thermische Solaranlagen und Photovoltaikanlagen. Alles zu Planung, Montage und Nutzung erfahren Sie im Kapitel Photovoltaik und Solar.

Windenergie Auch der Wind ist gratis und die Stromgewinnung mittels Windkraft wird in Österreich – industriell wie auch privat – immer interessanter. Dafür nötig sind Windräder, die auch im Kleinformat für Dach oder Garten zu haben sind. Durch den Wind werden die einzelnen Rotorblätter an den Windkraftanlagen in eine Drehbewegung versetzt. Damit wird ein Generator angetrieben, der Strom produziert. Es wird physikalisch gesprochen die kinetische Energie des Luftstroms in elektrische Energie umgewandelt.

Wasserkraft Weltweit trägt die Wasserkraft etwa 20 Prozent zur Deckung des Strombedarfs bei. In Österreich werden fast 60 Prozent des heimischen Bedarfs


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durch Wasserkraft gedeckt, mehr als die Hälfte davon stammt aus VerbundWasserkraftwerken. Wasserkraft zur Gewinnung von Strom einzusetzen gilt grundsätzlich als sehr ökologisch, obwohl teilweise sehr harte Eingriffe in die Natur notwendig sind.

Energie aus Luft, Wasser & Erde Sie wird in Form der Wärmepumpentechnologie genützt. Der Wärmeträger von der Wärmequelle zur Wärmepumpe ist entweder Luft oder Wasser. Als Wärmequellen kommen Abwärme und erneuerbare Energien in Form von Erd-, Sonnen- und Um-

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gebungswärme in Betracht. Näheres dazu im Kapitel Heizsysteme.

Strom In erster Linie dient uns der elektrische Strom zur Beleuchtung und zum Betrieb verschiedener Geräte im Alltag. In Neubauten werden im Normalfall keine Stromheizungen mehr vorgesehen, der klobige Radiator für das Bad ist nicht mehr als ein Relikt aus alten Zeiten. Und dies hat triftige Gründe: Strom wird immer teurer und aufgrund des geringen Marktwettbewerbs sind viele an ihren Grundversorger und dessen Preise gebunden.

Mit Kosten von mindestens 100 Euro pro Monat ist in herkömmlichen Einfamilienhäusern allemal zu rechnen, ein Vielfaches der alternativen Energieträger also. Zudem fallen je nach Anbieter für den separaten Heizkostenzähler monatliche Gebühren an. Stromheizungen, besonders ältere Modelle, sind oft Energiefresser, ein Umrüsten ist aufgrund meist fehlender Verrohrung mit hohen Kosten verbunden. Gehören Sie zu den Besitzern einer Stromheizung oder -zusatzheizung, wechseln Sie zu Ökostrom. Mehr zu Strom- und Infrarotheizung im Kapitel Energiesysteme.

Kostengünstigste Systeme 2017 (Vollkosten) Einfamilienhaus unsaniert: 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7.

Erdgasbrennwert Brennholz Fernwärme Wärmepumpe Luft/Wasser Pellets Öl-Brennwert Wärmepumpe Sole/Wasser

Im Vergleich zum Jahr 2016 sind die Gesamtinvestitionskosten für Pelletsheizsysteme niedriger geworden, alle anderen Heizsysteme haben sich hingegen verteuert. Das ist auch der Grund, warum die Pellets­ systeme im Vergleich zum Vorjahr in der aktuellen Erhebung vom letzten Platz ins Mittelfeld vorgerückt sind.

Neubau: Im Vergleich zu 2016 (Platz 1 für Brennholz) findet sich Erdgas an der Spitze. Diese Tatsache ist durch einen leichten Anstieg des Brennholzpreises zu erklären, wogegen die Erdgaspreise sanken. Ölheizungen haben sich aufgrund des höheren Ölpreises ins hintere Mittelfeld verschoben.

Einfamilienhaus thermisch saniert: 1. Erdgasbrennwert 2. Fernwärme 3. Brennholz 4. Pellets 5. Öl-Brennwert 6. Wärmepumpe-Luft/Wasser 7. Wärmepumpe-Sole/Wasser

1. Erdgasbrennwert 2. Wärmepumpe-Luft/Wasser 3. Fernwärme 4. Öl-Brennwert 5. Brennholz 6. Wärmepumpe-Sole/Wasser 7. Pellets Im Jahresvergleich bleiben Erdgasbrennwertsysteme im Jahr 2017 beim Neubau auf dem ersten Platz, Pelletsheizungen auf dem hintersten Rang. Öl-Brennwertsysteme rücken – aufgrund des Preisanstiegs von Heizöl – von Platz zwei (2016) ins Mittelfeld.

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assiv- und Niedrigenergiehäuser haben aufgrund ihrer guten Dämmung und luftdichten Konstruktion besondere Anforderungen an ein passendes Heizsystem. Neue, raumluftunabhängige Pelletheizkessel und Pelletkaminöfen entnehmen die Verbrennungsluft nicht aus der Raumluft, sondern beziehen diese über eine eigene Luftzuleitung und können jetzt auch in diesen Gebäuden verwendet werden. Es sind im Wesentlichen drei Arten von Pelletheizungen, die in Gebäuden mit hoher Wärmedämmung zum Einsatz kommen: Der kompakte Pelletheizkessel, der wassergeführte Pelletkaminofen, und der klassische Pelletkaminofen auf Basis eines Warmluftsystems.

Pelletkompaktkessel Im Unterschied zum klassischen Pelletkessel ist der Kompaktkessel speziell auf den niedrigen Wärmebedarf von Passiv- und Niedrigener-

giehäusern ausgelegt. Es empfiehlt sich, den Kompaktkessel mit einem Pufferspeicher zur Wärmespeicherung und Warmwasserbereitung zu kombinieren. Der Pufferspeicher kann im Sommer auch mit Solarthermie genutzt werden. Vorteile des Kompaktkessels sind vollautomatischer Betrieb, automatische Befüllung mit Pellets aus einem Lagerraum oder Silo und lange Entaschungsintervalle.

Pelletzentralheizungsofen Pelletzentralheizungsöfen sind wassergeführte Pelletkaminöfen welche die Funktion einer klassischen Zentralheizung übernehmen können. Die Wärme wird über Heizkörper oder auch über eine Fußboden- oder Wandheizung verteilt. Während der Heizsaison kann der Pelletkaminofen auch die Warmwasserbereitung übernehmen. Kombiniert man den Ofen mit einer Solarthermieanlage, kann das Brauchwasser in der


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Pelletkaminofen Unter einem Pelletkaminofen mit Warmluftsystem versteht man einen Pelletofen im Stil eines Schwedenofens, der die Wärme durch Abstrahlung und mittels erwärmter Luft in den Wohnräumen verteilt. Für den Wärmebedarf von Passiv-, Niedrig- und Plusenergiehäuser völlig ausreichend, ist der Warmluft-Ofen die mit Abstand kostengünstigste Heizlösung, zumal man durch ihn häufig auf eine Zentralheizung verzichten kann. Sehr häufig wird der Pelletkaminofen auch als Zusatzheizung in einem Gebäude, das mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe beheizt wird eingesetzt. Die Kombination von Wärmepumpe und Pelletkaminofen ist vor allem für kalte Wintermonate sehr beliebt, wenn die Wärmepumpe nicht mehr effizient arbeitet, und man eine kräftige Wärmequelle braucht. Auf diese Weise können auch hohe Stromkosten vermieden werden.

Pelletheizungen: Geförderte Investition & niedrige Energiekosten Sowohl für Pelletkessel als auch für Pelletkaminöfen gibt es attraktive Förderungen von Bund und Ländern. Informieren Sie sich über Ihre Möglichkeiten! Der aktuelle Heizkostenvergleich der TU Wien zeigt: Das Heizen mit Pellets ist nachhaltig günstig und umweltfreundlich. Pellets werden aus einem nachwachsenden Rohstoff in 42 Werken in Österreich erzeugt. Nirgends sind es mehr als 100 km bis zum nächsten Pellethersteller. Mit Pellets zu heizen fördert die Wertschöpfung im Land und schafft Arbeitsplätze in der Region.

So kommen Sie zu Ihrer Pelletheizung Alle Informationen über Pellets, Hersteller von Pelletheizungen sowie über Förderungen und Einsparmöglichkeiten finden Sie unter www.propellets.at.

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warmen Jahreszeit kostenlos durch die Sonne erwärmt werden. Viele Hersteller bieten eine automatische Pelletförderung von einem Lagerraum oder Silo zum Ofen an. Weniger anspruchsvolle Heizer befüllen den Pelletkaminofen alle zwei bis drei Tage händisch mit einem Sack Pellets. Wie lange mit einem 15-kg-Sack geheizt werden kann, ist unterschiedlich und kommt auf den Gebäudetyp an: Passivhausbesitzer z.B. können mit drei Säcken Pellets bis zu einer Woche heizen und ihr Warmwasser bereiten. So ergeben sich pro Saison Heizkosten von weniger als 400 Euro. Optisch unterscheidet sich ein wassergeführter Pelletkaminofen kaum von den Warmluftgeräten. Er verfügt über ein Sichtfenster und sorgt mit dem Flackern des Feuers für eine gemütliche Atmosphäre im Wohnzimmer.

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Wärmeabgabesysteme Je höher der Strahlungsanteil der Heizflächen, desto geringer darf die Lufttemperatur sein, um trotzdem eine behagliche Wärme zu vermitteln. Großflächige Heizkörper fördern die Behaglichkeit, führen zu weniger Luft- und Staubbewegungen und sparen Energie und Heizkosten. 150

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er Mensch empfindet verschiedene Arten von Wärme, beispielsweise die Temperatur der Umgebungsluft und Strahlungswärme von Gegenständen in der Umgebung. In einem Test zur Wirkung von Luft- und Oberflächentemperaturen auf die Befindlichkeit fühlten sich die Testpersonen am wohlsten, wenn alle Oberflächen in einem Zimmer auf 24 °C erwärmt waren und die Raumtemperatur etwa 18 °C betrug. Kalte Wände erzeugen Unbehagen. Bei Oberflächentemperaturen von ca. 14 °C müsste die Lufttemperatur bis zu 24 °C betragen, damit dies noch als angenehm empfunden wird.

Große beheizte Flächen mit ihrem hohen Strahlungsenergieanteil ermöglichen relativ niedrige Raumlufttemperaturen, die ein sehr behagliches Raumklima schaffen. Außerdem kommt es nicht zur Verkohlung von Staubteilchen, die dann die Raumluft belasten. Der Vergleich zeigt, dass solche Wärmeabgabesysteme das gleiche Wohlgefühl auslösen, wie es in einem konventionell beheizten Raum erst bei deutlich höheren Temperaturen auftritt. Das ist nicht nur angenehm und gesund, sondern wirkt sich auch positiv auf die Heizkosten aus, denn jedes Grad


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Brennwerttechnologie, Sonnenenergie und Erdwärme ebenfalls Niedertemperatursysteme, die im Gegensatz zu herkömmlichen Heizkörpern mit niedrigen Vorlauftemperaturen ab ca. 35 °C arbeiten.

Boden-, Decken- & Wandheizungen

Temperaturabsenkung ist bares Geld, das Sie bei den Heizkosten einsparen! Am gebräuchlichsten sind Flächenheizsysteme. Eine weitere Variante ist die sogenannte Bauteilaktivierung, bei der man sich das Wärmespeichervermögen von massiven und schweren Bauteilen wie Betondecken oder tragenden Mauern zunutze macht. In diese Bauteile werden Rohrregister integriert, die je nach Bedarf mit dem Heiz- oder Kühlmedium durchflossen werden. Der Bauteil nimmt die Wärme auf und strahlt sie anschließend über seine gesamte Fläche in den Raum ab. Im Fall der Kühlung wird das Funktionsprinzip einfach umgekehrt. Bei der zeitgemäßen Erzeugung und Bereitstellung von Wärme erfordert der Einsatz von

Sie zählen zu den Flächenheizsystemen und laufen im Gegensatz zu herkömmlichen Heizkörpern mit sehr niedrigen Vorlauftemperaturen von rund 35 °C. Als energieeffizient gelten Flächenheizungen aber auch aufgrund des günstigen, nach oben hin abnehmenden Temperaturverlaufs, der einen unnötigen Wärmestau unter der Decke verhindert. Die Varianten im Detail: Beheizte Fußböden sind sehr hygienisch, denn sie entziehen den Bakterien und Staubmilben ihre Lebensgrundlage, die Feuchtigkeit. Die vollflächige Beheizung der Bodenfläche vermindert überdies die Gefahr der Taupunktunterschreitung an Außenwänden im Bodenbereich und verhindert damit Schimmelpilzbildung, gerade bei an Erdreich und unbeheizte Keller grenzenden Flächen. Die Wärme wird bei durchschnittlichen Oberflächentemperaturen des Fußbodens von ca. 23 bis 24 °C gleichmäßig und sanft abgegeben. Das reduziert die Wärmeabgabe über die Fußflächen an den Boden, besonders bei keramischen Belägen. Der Aufbau einer Wand- und Deckenheizung ist dem der Bodenheizung ähnlich, nur wird anstelle des Estrichs über der Verrohrung ein spezieller Heizmörtel aufgebracht. Um den Wärmeverlust von beheizten Außenwandflächen gering zu halten,

muss der Wandaufbau generell gut gedämmt werden. Bei Massivbauten reagiert die Wandheizung relativ träge, da die Speichermasse der Wand miterwärmt werden muss. Von Vorteil ist andererseits, dass eben diese Speichermasse bei richtiger Steuerung der Heizung für eine sehr gleichmäßige Raumtemperatur sorgt. Eine prompte Reaktion erzielt man durch eine Innendämmung, welche die Wandheizung von der Mauer thermisch entkoppelt. Innendämmungen können jedoch im ungünstigsten Fall durch zu starkes Abkühlen der Außenwand zu Bauschäden führen. Es sollte daher jede Innendämmung vom Fachmann sorgfältig geplant werden. Im Gegensatz dazu spricht eine Wandheizung bei Leichtbauweise (z. B. im Holzbau) immer sehr schnell an. Noch ein Hinweis. Für alle Wandaufbauten gilt: Je besser der Wärmeübergang vom Rohr auf den Putz und je dünner die Putzschicht, desto flinker kann

Wärmende Kunst Ehe Sie die Heizkörper für Ihr Haus oder Ihre Wohnung kaufen, sollten Sie sich über die neuen, allerdings nicht gerade billigen Designerstücke informieren. Neben den bekannt schönen sogenannten Handtuchtrocknern fürs Bad gibt es neuerdings auch für den Wohnraum exklusive Modelle, die eher an Kunstwerke erinnern, aber der neuesten Heiztechnologie voll und ganz entsprechen.

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Heizkosten sparen • Ein Grad weniger Raumtemperatur spart 6 Prozent Heizkosten. • richtig lüften – Stoßlüften statt andauerndes Kippen • Vorhänge über Nacht zuziehen • Heizkörper nicht mit Möbeln verstellen • Fensterdichtungen testen: Wenn ein dünner Papierstreifen bei geschlossenem Fenster durchpasst, muss nachgebessert werden. • Eingangstüren abdichten, Unterkante mit Bürste versehen

das System reagieren. Heizungsrohre für Flächenheizsys­ teme müssen gasdicht sein, um das Eindringen von Sauerstoffmolekülen in den Heizkreislauf zu verhindern. Sauerstoff führt zur Oxidation an den Eisenteilen im Heizungssystem – zuerst verschlammt das Rohrsystem, später rosten die Eisenteile durch.

Moderne Heizkörper Da die Oberflächenbeschaffenheit eines Körpers einen starken Einfluss auf die abgestrahlte Intensität hat, ist es nicht egal, wie Heizkörper aufgebaut sind. Neue Modelle müssen auf die Wärmeerzeugung und das bestehende Rohrleitungssystem abgestimmt werden. Außerdem muss berechnet werden, ob die bevorzugten Ausführungen überhaupt die jeweils benötigte Wärmeleistung erbringen können. Dabei sind Art, Höhe, Breite, Tiefe, Anzahl der Glieder oder Anzahl der Platten und Konvektionsbleche in den Heizungsplan

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einzutragen. Anschließend wird anhand einschlägiger Tabellen die Wärmeleis­ tung ermittelt. Zu guter Letzt müssen natürlich die Anschlussmaße passen. Eine Sonderform stellen die Fußleistenheizungen dar. Diese ­ schmalen, lang gestreckten Radiatoren werden entlang eines großen Bereichs der Innenseite einer Außenwand installiert. Vor der kühlen Wand bildet sich ein Warmluftschleier, der ähnlich einer Wandheizung wirkt. Bei 45 °C Vorlauftemperatur erzeugen solche Systeme eine akzeptable Wärmeleistung von ca. 140 Watt/Laufmeter. Die Wärme des aufsteigenden Luftschleiers wird an die raumseitige Wand­ oberfläche abgegeben. Die Wände geben diese Energie als langwellige Strahlung in den Raum ab. Besonderes Augenmerk sollte auf die Regelung der Heizkörper gelegt werden, wobei die einzelnen Heizkreisläufe vor der Inbetriebnahme vom Installateur hydraulisch abgeglichen werden. Nur so

ist garantiert, dass jeder Heizkörper mit warmem Wasser versorgt wird. Thermostatventile gibt es in verschiedenen Ausführungen: Manuell regelbar, digital programmierbar oder über Funk automatisch steuernd. Ihre Aufgabe ist dabei immer gleich: die Temperatur im Raum zu regeln. Sie bestehen einerseits aus einem Fühler, der die Raumtemperatur checkt, sowie dem Ventil. Die im Fühlerkopf befindliche Flüssigkeit dehnt sich aus, wenn es zu warm wird, und verschließt damit das Ventil im Heizkörper. Weniger Heizwasser geht durch, die Temperatur sinkt. Die Flüssigkeit zieht sich zusammen, das Heizungsventil kann sich wieder öffnen, die Temperatur ansteigen.

Infrarotheizungen Diese Heizung erwärmt nicht die Raumluft, sondern die Raumhülle inklusive aller festen Gegenstände, welche sich im betreffenden Raum

Empfohlene Einstellungswerte der Thermostatventile in den verschiedenen Räumen Badezimmer

24 °C

Arbeits- & Kinderzimmer

22 °C

Wohn- & Esszimmer

20 °C

Küche & Gänge

18 °C

Schlafzimmer & Nutzräume

16 °C

alle Räume nachts

14 °C

Treppenhaus & Vorraum

12 °C

Keller als Lagerraum

6 °C


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befinden. Die Wände, die Decke, der Boden und alle Gegenstände speichern also die Wärme und geben sie in den Wohnraum zurück. Infrarotheizungen sind auch flächenbündig einbaubar. Ideal also in Verbindung mit moderner Architektur und überall dort, wo die Heizelemente vollkommen mit dem Wohnraum verschmelzen sollen. Beim Kauf von Infrarotheizungen sind Qualität und Beratung von essenzieller Bedeutung. Die normgerechte Auslegung der Heizung nach der EN 12.831 ist unumgänglich. Entscheidend bei Infrarotheizungen ist der Strahlungsanteil, denn nur ein hoher Strahlungsanteil garantiert ef-

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fizienten Betrieb und Wohlfühlwärme. Ausschließlich geprüfte Angaben geben Sicherheit und nur unter diesen Voraussetzungen können mit Infrarotheizungen die Energiekosten und die Gesamtheizkosten tatsächlich effizient gesenkt werden. Diese geprüften Infrarotheizungen weisen zudem eine lange Lebensdauer auf. Werbeversprechen wie „Infrarotheizungen senken den Blutdruck“ oder „Kosteneinsparungen bis 70 %“ sollten Sie nicht ernst nehmen! Als Front-Oberfläche empfehlen sich beschichtete, geschlossene Metalltassen. Die Beschichtung sollte kratzfest sein und auch bei voller Betriebstemperatur nicht ausgasen. Sollte die Oberflä-

che einem Raufaserputz oder einer herkömmlichen Wandfarbe ähneln, lassen Sie die Finger davon! Der Putz kann während der Heizphase zu starker Geruchsbildung führen. Einige Hersteller bieten auch Glas- bzw. Spiegeloberflächen an. Diese weisen denselben Wärmeabgabewert wie Metalloberflächen auf und haben somit keinen Nachteil in der Funktion. Tipp: Ein Sicherheitsthermostat, wie es qualitativ hochwertige Geräte aufweisen sollten, schützt die Platte vor Überhitzung und schaltet die Heizung noch vor einem möglichen Schaden ab. Kaufen Sie generell nur Produkte, die Zertifikate wie TÜV GS, CE und IGEF aufweisen.

die Infrarotheizung! innovativ.exklusiv.modular. patentierte Infrarot-Flat-Panel-Technologie in elegantem Softline-Design für angenehme Wohlfühltemperaturen mit minimalem Stromverbrauch!

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Warmwasserbereitung Vor jeder Entscheidung steht die Information. Das Wissen darüber, welche Bauweisen hierzulande angewendet werden und was die Vorund Nachteile sind, soll Ihnen die Entscheidung erleichtern.

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eute gehört es zu den selbstverständlichen Komfortmerkmalen eines Haushalts, dass jederzeit warmes Wasser in ausreichender Menge aus der Leitung kommt. Im Durchschnitt kann man davon ausgehen, dass pro Person und Tag etwa 50 Liter Warmwasser (mit 55 °C) benötigt werden. Das bedeutet, dass bei einem Vierpersonenhaushalt nicht nur über 70.000 Liter Wasser pro Jahr für die Körperpflege verbraucht werden, sondern auch rund 4000 kWh an Energie. Für die Bereitung können zentrale Systeme, die in der Regel mit der Heizung kombiniert sind, oder dezentrale Anlagen nahe der Wasserentnahmestelle eingesetzt werden. Die Planung der Warmwasserversorgung geht dabei nicht nur von der Anzahl der im Haushalt lebenden Personen, sondern auch

von deren Pflege­gewohnheiten und von der Anzahl der Entnahmestellen aus.

Warmwasser durch Sonnenkraft Da der Warmwasserverbrauch das ganze Jahr über annähernd konstant ist, die Heizleistung aber nur während der kalten Jahreszeit benötigt wird, sind Heizzentralen mit angeschlossener Warmwasserbereitung extrem unwirtschaftlich und belasten auch die Umwelt durch einen vermehrten Brennstoffverbrauch. Eine thermische Solaranlage kann mindestens 60 Prozent des jährlichen Energiebedarfs für die Warmwasserbereitung abdecken. Dabei handelt es sich um Systeme, die die Sonnenstrahlung in Wärme umwandeln, mit der schließlich Wasser erwärmt wird. Die zentralen Bausteine jeder Solaranlage sind die


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ENERGIE

Kollektoren (Sammler). Es gibt verschiedene Ausführungen, die sich durch Art des Materials, Aufbau und Wirkungsgrad unterscheiden. Je besser der Wirkungsgrad, desto höher ist auch der Produk­ tionsaufwand und somit der Preis. Der Wirkungsgrad eines Solar-kollektors gibt an, welcher Anteil der Globalstrahlungsleistung, die auf die Absorberfläche des Kollektors trifft, in nutzbare Wärme umgesetzt werden kann. Er ist keine Konstante, sondern abhängig von der jeweiligen Strahlungsleistung der Sonne, die wiederum von der Tages- und Jahreszeit abhängig ist. In Österreich liefert die Sonnenkraft einen Energieertrag von ca. 1000 kWh/m2/ Jahr, je nach Kollektortyp können davon 40 bis 50 Prozent für die Wasserbereitung genutzt werden. Die aufgefangene Sonnenenergie wird vom Kollektor in Wärme umgewandelt. Diese wird über ein Wasser-Frostschutz-Gemisch (Wärmeträgermedium) in Rohrleitungen zu einem Speicher (Wasserboiler) geleitet.

Warmwasser dank Strom & Gas Eine dezentrale Warmwasserversorgung über Elektroboiler ist dann eine interessante Alternative, wenn nicht dauernd Warmwasser benötigt wird. (z. B. Wochenendhäusern oder Gästezimmer). Elektrische Energie und Gas sind in der Lage, das benötigte Warmwasser rasch und effizient bereitzustellen. Kurze Leitungswege bedeuten geringe Wärmeverluste und einen geringeren Verbrauch an wertvollem Trinkwasser. Deshalb werden bei einer dezentralen Warmwassererzeugung die Geräte in der Nähe der Zapfstellen platziert. Allerdings entfällt im Gegensatz zur zentralen Warmwasserbereitung die Kombinationsmöglichkeit mit alternativen Wär-

meerzeugern, wie zum Beispiel mit einer solaren Warmwasserbereitung. Für einzelne Zapfstellen mit geringem Wasserbedarf (Wasch- und Spülbecken) werden elektrisch beheizte Kleinspeicher eingesetzt (5- bis 10-Liter-Boiler). Für benachbarte Zapf­stellen in Küche und Bad bieten sich Durchlauferhitzer und Boiler mit einem Volumen von 80 bis 150 Litern an. Die gängigen elektrischen Anschluss­leistungen reichen von 1,2 kW bis ca. 6,6 kW Heizleistung. Die vermeidbaren Verluste elektrisch beheizter Warmwasserspeicher im Dauerbetrieb werden bisher aber nicht ausreichend berücksichtigt. Dabei kann man pro Boiler 20 Euro und mehr im Jahr einsparen. So ist es etwa nachts nicht nötig, dass der Boiler permanent die hohe Temperatur des Wassers erhält. Wenn Sie in der Nacht aber doch einmal warmes Wasser benötigen, reicht die Dämmung des Speichers aus, um das vorhandene Wasser nicht komplett abkühlen zu lassen. Das Gleiche gilt, wenn sich tagsüber niemand in der Wohnung aufhält.

Bei Elektrodurchlauferhitzern erfolgt die Warmwasserbereitung immer nur im Bedarfsfall. Daher ist diese Art der Elektrowarmwasserversorgung viel wirtschaftlicher als der Einsatz von einem Elektrowasserspeicher. Der Energieverbrauch liegt bei weniger als der Hälfte eines Boilers im Dauerbetrieb. Gerade in der Küche ist ein solcher Durchlauferhitzer oft im Einsatz. Größere elektrisch beheizte Durchlauferhitzer benötigen allerdings hohe Anschlussleistungen und einen Kraft­ strom­anschluss mit 400 V. Gibt es einen Gasanschluss, sind Gasdurchlauferhitzer den elektrischen vorzuziehen, und zwar aus ökologischen wie ökonomischen Gründen. Etwas teurer sind direktbefeuerte Warmwasserspeicher mit atmosphärischem Gasbrenner. Bauartbedingt sind die Wärmeverluste von Speichersystemen eher hoch, da der Speicher bei ausgeschaltetem Brenner über die Heizflächen auskühlt. Heute werden deshalb Speicher mit Abgasklappe eingesetzt, die den auskühlenden Luftzug verringern.

Umrüsten auf Solar Auch der nachträgliche Einbau einer thermischen Solaranlage ist ohne Weiteres machbar, wenn im Gebäude bereits eine zentrale Warmwasserversorgung vorhanden ist. Steht eine Heizungssanierung an, so sollten die neuen Komponenten, insbesondere der Warmwasserspeicher, so ausgewählt werden, dass sie sich optimal für die Kombination mit einer Solaranlage eignen. Wird die Solaranlage nicht gleich realisiert, ist es sinnvoll, im Zuge der Renovierungsarbeiten vorbereitend schon zwei sehr gut gedämmte Verbindungsleitungen zwischen Warmwasserspeicher und dem zukünftigen Aufstellungsort für den Sonnenkollektor zu verlegen. Wird auch noch eine Kabelverbindung für den Temperaturfühler im Kollektor vorgesehen, so ist alles bereit, um zu einem späteren Zeitpunkt die Solaranlage nachzurüsten.

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Wohnraumlüftung Je besser die Raumluft, desto höher die Lebensqualität. Das offene Fenster ist dabei nicht immer die beste Lösung. In modernen Häusern übernimmt eine intelligente Wohnraum­lüftung die Versorgung mit Frischluft.

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m die notwendige Frischluftmenge für das Gebäude zu gewähren, gibt es zwei Möglichkeiten. Erstens: Fenster öffnen. Dabei stellt sich aber die Frage: Warum in eine extra dichte Gebäudehülle investieren und dann doch wieder den ganzen Tag die Fenster öffnen? Oder: eine Wohnraumlüftung mit Energierückgewinnung. Wohnraumlüftungsanlagen arbeiten immerhin zugfrei, leise und in jeder Hinsicht wirtschaftlich.

Warum überhaupt lüften? Der Mensch benötigt etwa 30 m3 Frischluft pro Stunde. Bereits nach einer Stunde ist die CO2-Konzentration in einem kleinen Raum unangenehm hoch. Der Körper reagiert darauf zunächst mit Konzentrationsschwäche und Müdigkeit. Anhaltend

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schlechte Luft erzeugt Stress bis hin zu ernsten Erkrankungen. Neben Zigarettenrauch führen auch Lacke, Kleber, Putzmittel und in den Möbeln enthaltenes Formaldehyd zu einer Schadstoffkonzentration im Haus. Von dieser anhaltenden Schadstoffbelastung einmal abgesehen, entsteht in schlecht gelüfteten Räumen auch ein unangenehmer muffiger Geruch vom Kochen, durch feuchte Wäsche und dergleichen. Und selbstverständlich machen auch Einflüsse wie Pollenflug, Staub und Geruchsemissionen von außen eine regelmäßige Frischluftzufuhr erforderlich.

Wohnraumlüftung Lüften wie früher, womöglich noch durch den Spalt bei gekipptem Fenster,


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ist weder wirtschaftlich noch ökologisch sinnvoll. So viel weiß man heute. Komfortlüftungen, mit ihrer automatischen Regelung der Be- und Entlüftung, schaffen die verbrauchte Luft aus den Räumen und ersetzen sie laufend durch frische. Systeme zur kontrollierten Wohnraumlüftung bestehen in der Regel aus einem Netz von Luftkanälen, über die das Gebäude mit Frischluft versorgt wird. Die Einblasventile sitzen meist im Türbereich knapp unter der Zimmerdecke. Als Überströmöffnung reichen Türschlitze von einem halben Zentimeter, durch die die Luft z. B. in Richtung Bad strömt und hier an der Decke abgesaugt wird. In Küche, Bad und WC wird die verbrauchte Luft abgesaugt, Feuchtigkeit und unangenehme Gerüche verschwinden. Die dazu nötigen Ab- und Zuluftkanäle werden bereits in der Bauphase in das Wandsystem oder in der Dachschräge integriert und sind nach Fertigstellung der Arbeiten unsichtbar.

Vorteile, die überzeugen • Anhaltend frische hygienische Luft ohne Schadstoffe, Pollen, Allergene, Staub, Zugluft und störende Außengeräusche wie Straßenlärm. • Überschüssige Luftfeuchtigkeit wird ins Freie abgeführt. Das verhindert Bauschäden und die Bildung von Schimmelpilz. • Frischlufttemperierung: Wärme wird der Abluft über ein Wärmetauschersystem entzogen und der Frischluft wieder zugeführt. Im Sommer kann die Frischluft abgekühlt werden. • Mehr Sicherheit und Freiheit bei der Raumgestaltung, da keine Heizkörper benötigt werden. Die

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Lüftungskanäle werden in den Wänden geführt und sind deshalb unsichtbar. • Da eine automatische Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung in der Anschaffung nicht mehr als ein konventionelles Heizsystem kostet, erhält man einen beachtenswerten Komfortgewinn als kostenlose Draufgabe. • Die Lüftung ist fast nicht zu hören und arbeitet sparsam. Zwei Hauptschalldämpfer an den Geräten sowie Telefonieschalldämpfer zwischen den Räumen bewirken die quasi geräuschlose Arbeit. Die Anlagen brauchen nur zwei Ventilatoren für den Zu- und Ablufttransport. Diese werden am besten von stromsparenden Gleichstrommotoren angetrieben.

Aus Abluft wird Wärme Im Winter wird die Wärme der Abluft im Wärmerückgewinnungsgerät genutzt, um damit die Frischluft zu erwärmen, die in Wohn-, Schlaf- und Kinderzimmer geleitet wird. Aus diesen Frischlufträumen strömt die Luft später durch Überströmöffnungen in die Ablufträume, wo sie dann wieder abgesaugt wird. Ohne effiziente Wärmerückgewinnung, die bei guten Geräten zwischen 80 und 95 Prozent liegt, würde der Energieverbrauch spürbar ansteigen. Mit Wärmerückgewinnung kann hingegen ohne jegliche Energiezufuhr -10 °C kalte Außenluft auf rund 17 °C vorgewärmt werden. Der verbleibende Lüftungswärmeverlust wird problemlos mit einer solaren Raumheizung oder einem Pelletsofen ausgeglichen.

Einbau der Lüftungsanlage • Die Voraussetzungen zur einfachen Installation und zum langlebigen Betrieb einer Komfort­ lüftungsanlage lassen sich in vier wesentlichen Punkten zusammenfassen. Hinter jedem stecken mehrere Qualitätskriterien, die die Planung, die Auslegung, den Betrieb und die Wartung der Anlage näher definieren: • Die Anlage muss so früh wie möglich in die Gebäudeplanung einbezogen werden, damit ausreichend Platz für die Luftleitungsführung sichergestellt ist. • Es muss für eine hygienische Behandlung der Frischluft und Einhaltung der Filterwechselintervalle gesorgt werden. • Ganz wichtig ist höchstmöglicher Schallschutz für die Schlafräume. • Die energetische und lüftungstechnische Effizienz muss z. B. durch ausreichende Dimensionierung der Überströmquerschnitte sichergestellt werden.

Zeitgemäßes Lüften Mit der Integration einer Kleinstwärmepumpe im Kompaktgerät werden Lüftungsanlagen zur multifunktionalen Haustechnik im Passivhaus. Warmwasserbereitung, Lüftung, Wärmerückgewinnung und Heizung sind zu einem Block zusammengefasst. Passiv-, Niedrigener­ gie- und andere Energiesparhäuser erfordern weitreichendes Umdenken bei der Auswahl des Heizungssystems. Tatsächlich gingen hier die Entwicklungen Hand in Hand mit der Perfektionierung der Lüftungstechnik. Passivhäuser mit einem maximalen Energiebedarf von 15 kWh/ m2a wären ohne kontrollierte Lüftungs­ systeme nicht machbar.

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Sanitärinstallationen Die Wasserleitungsinstallation umfasst sämtliche Ver- und Entsorgungsleitungen im Gebäude. Die unter Druck stehenden Sanitärleitungen werden ohne Rücksicht auf deren Lage installiert. Am tiefsten Punkt der Rohrführung sollte die Möglichkeit einer Entleerung gegeben sein.

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rfahren Sie im folgenden Überblick alles über die nötigen Zuleitungen und Ableitungen sowie die zur Verfügung stehenden Rohre und Leitungen.

Zuleitungssysteme Kupferrohre werden verlötet oder durch Klemmring- bzw. Quetschverbindungen mit Formstücken zu einem Leitungsverbund zusammengesetzt. Pressfittings, die eine sekundenschnelle, zeitsparende und dauerhaft dichte Verbindung von Kupferrohren auch ohne Löten ermöglichen, werden vor allem im industriellen Bau eingesetzt. Außer

den systemeigenen Formstücken wird nur ein Akku-Presswerkzeug benötigt, das für Pressbacken verschiedener Anbieter verwendet werden kann. Rohr-in-Rohr-Systeme aus Kunststoff bestehen aus dem äußeren verrippten Schutzschlauch und einem kompakten glatten lnnenrohr. Es werden die Durchmesser 12, 16, 20 und 25 mm angeboten. Es können alle gebräuchlichen Installationsmethoden wie Einzel-, Strang- und Ringleitungen von einem Wasserverteiler aus oder auch konventionelle T-Verzweigungen realisiert werden. Aufgrund der doppelwandigen Aus-


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Um beim Abwassersystem in den Rohrleitungen keinen Unterdruck und somit eine Sogwirkung zu erzeugen, muss jeder senkrechte Abwasserfallstrang ins Freie (meist über Dach) überlüftet werden. Ebenso ist es erforderlich, Anbindungsleitungen über einer Länge von vier Metern ebenfalls zu überlüften.

Die gängigsten Werkstoffe

führung sind solche Wasserrohre gut gegen mechanische Beanspruchung geschützt. Die Anwendung ist auch für den Heimwerker geeignet – vor allem bei der Rohinstallation im Neubau. Aufgrund des Platzverbrauchs (Tiefe) wird im Renovierungsbereich vorwiegend Kupfer verwendet.

Ableitungssysteme Im Gegensatz zu den Sanitärleitungen ist bei der Verlegung der Abflussverrohrung auf die Einhaltung eines Gefälles zu achten, da diese drucklos sind und der Durchfluss nur durch eben dieses Gefälle gewährleistet ist. Achtung! Bei der Verlegung von horizontalen Abflussleitungen sollte auch nicht zu viel Gefälle vorhanden sein, da dadurch die Fließgeschwindigkeit und damit die Schallentwicklung erhöht werden.

Durch den Einzug der Kunststofftechnik in das Installationswesen werden die meisten Abflussleitungen heute aus diesem Werkstoff hergestellt. Je nach Bauart und Kunststoffart kann er durch Stecken, Verschweißen oder Verkleben verarbeitet werden. Im Handel erhältlich sind folgende Rohrtypen: • Am weitesten verbreitet sind die grauen HT-Kunststoffrohre aus Polypropylen. Sie eignen sich jedoch nicht für eine Erdverlegung. Die einzelnen Teile werden mit Steckmuffen verbunden. Die Abdichtung erfolgt durch O-Ringe, die in einer Nut liegen und so gegen Verrutschen gesichert werden. Die Verarbeitung ist einfach, die Dimensionen von 40 bis 150 mm. • Schwarze Kunststoffrohre aus Polyethylen (PE) sind hochtemperaturbeständig, für alle Abwasserinstallationen zulässig und auch für die Erdverlegungen geeignet. Verbindungen stellt man durch Schweißen oder ebenfalls mit Steckmuffen her. Diese werden vorwiegend im industriellen Bereich und in Großbauten verwendet. • PVC-Abflussrohre erkennen Sie an der rotbraunen Farbe. Sie sind für alle Abwasserinstallationen innen und außen geeignet und werden hauptsächlich als Fallrohre oder

für große Sammelleitungen verwendet. Ihre Qualität, Robustheit und Langlebigkeit zeichnet diese Rohre aus. • Auch Abflussrohre aus Guss­ eisen werden heute noch häufig verwendet, dies jedoch hauptsächlich für senkrechte Fallstränge oder horizontale Sammelleitungen im Bereich von Kellern und Tiefgaragen. Guss­ e iserne Abflussleitungen werden auch aufgrund ihrer hervorragenden Schallschutzwerte im Wohnungsbau eingesetzt.

Vorkehrungen zum Schallschutz Vor allem bei der Mauerdurchführung ist dafür Sorge zu tragen, dass eine entsprechende Schallentkoppelung zum Bauwerk vorgesehen wird. Diese kann entweder durch die Aufbringung einer entsprechenden Isolierung oder durch ein Überschubrohr erfolgen. Ebenso ist bei den zu montierenden Sanitärgegenständen wie Waschtisch, Badewannen, Brausetasse oder Toilette darauf zu achten, diese Gegenstände durch die Beilage von Schallschutzprofilen oder durch Wannenträger vom Bauwerk zu entkoppeln.

Tipp Die Leitungen zwischen Warmwasserbereiter und Entnahmestelle möglichst kurz halten – aus Energiespargründen. Bei weiter entfernten Kleinabnahmestellen ist es daher auch besser, dort direkt einen eigenen Kleinwasserspeicher oder Elektro-Durchlauferhitzer zu montieren.

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Strom kommt aus der Dose. Aber nur, wenn die Anschlüsse korrekt und funktional verlegt sind. Was zu einer ordentlichen Elektroinstallation gehört und warum nur Profis das machen sollten, erfahren Sie hier.

FI-Schalterprüfung Fehlerstromschutzschalter sind mit einer Prüftaste ausgestattet, die einen einfachen Funktionstest ermöglichen, welcher bei ordnungsgemäß installierten Anlagen gefahrlos durchgeführt werden kann. Mit der Zeit können nämlich die Kontakte im Inneren verkleben und ein Auslösen im Fehlerfall ist dann nicht mehr möglich. Am besten führen Sie die FI-Schal­ terprüfung zweimal im Jahr, z. B. anlässlich der Zeitumstellungen, durch.

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euerrichtungen und Reparaturen an elektrischen Starkstromnetzen dürfen – so schreibt es das Gesetz vor – ausnahmslos nur von konzessionierten Elektrotechnikern vorgenommen werden. Wenn Sie Geld sparen wollen, können Sie aber beispielsweise die Leerverrohrungen selber legen und/ oder dem Fachmann nach Anweisung zur Hand gehen. Schon im Vorfeld sollten Sie genau wissen, wo Sie welche Geräte anschließen wollen und wie viele Steckdosen Sie daher benötigen. Planen Sie von Anfang an ausreichend viele Anschlussmöglichkeiten, sodass sie auch für spätere Fälle – etwa wenn zusätzliche Geräte angeschafft werden – gerüstet sind. Zu den wichtigsten Haushaltsgeräten, für die jeweils eine eigene Steckdose bzw. Anschlussdose erforderlich ist, zählen: Elektroherd, Geschirrspüler, elektrische Warmwasserbereitung (Boiler), Kühlschrank, Tiefkühltruhe, Waschmaschine und Trockner. Eigene Steckdosenstromkreise braucht man für die Küche, für jeden Wohn- und Schlafraum, für Garagen, Hobbywerkstatt sowie Büro mit Computeranlage. Für die Deckenbeleuchtung bedarf es pro Geschoß eines zusätzlichen Stromkreises, und da man nie wissen kann, welche Segnungen der Elektrizität in den nächsten Jahren noch auf uns zukommen, sollten darüber hinaus zwei weitere Stromkreise als Reserve vorgesehen werden.

Detaillierter Schaltplan Genaue Auskunft über die Details einer Elektroanlage gibt der Installationsplan. Darin wird dokumentiert, welche Geräte an welcher Stelle angeschlossen sind, wo Zähler, Verteiler, Hausanschlusskasten, Steckdosen, Schalter, Leuchten angebracht werden sollen, um welche Art von Stecker, Schalter oder Leuchten es sich handelt, mit w ­ elcher Art

Leitungen und in welcher Verlegungsart die Installation ausgeführt werden soll. Um Missverständnisse zu vermeiden, sollten die genormten Installationssymbole verwendet werden. Diese sind in Schablonenform sowie als Anreib- und Klebe­folien erhältlich. Grundsätzlich müssen Leitungen in Wänden senkrecht oder waagrecht verlegt werden. In Decken oder Fußböden ist hingegen die Verlegung auf kürzestem Weg gestattet. Aber auch hier sollte auf eine möglichst geradlinige Leitungsführung geachtet werden. Der Sinn dieser Vorgabe besteht darin, dass man bei Umbau- und Wartungsarbeiten – auch ohne Installationsplan – allein aus der Position von Steckdosen, Schaltern und Verteilerdosen auf die Lage des Leitungsnetzes schließen kann. Die zeitgemäße Gebäudetechnik mit ihrer mittlerweile fast unüberschaubaren Anzahl von Funktionen und Kombinationen stellt hohe Ansprüche an die Ausführung der elektrotechnischen Installationen. Bei der Planung muss auf bedarfsgerechte Anschlussmöglichkeiten mit Reserven für zukünftige Verbraucher geachtet werden. Darüber hinaus ist es ebenso ganz wesentlich, die einschlägigen Sicherheitsvorkehrungen unbedingt zu berücksichtigen. Die Verantwortung des Bauherrn gilt hier der Auswahl von geeignetem Elektroinstallationsmaterial (bei Eigenleistungen). Natürlich muss er auch für die fachgerechte Verarbeitung sowie Wartung durch eine dafür autorisierte Elektrofachkraft nach den einschlägigen elektrotechnischen Vorschriften und Bestimmungen sorgen. Es sollten in jedem Fall nur Materialien verwendet werden, die mit dem österreichischen Zulassungszeichen „ÖVE“ gekennzeichnet sind.

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Installationsarbeiten


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ENERGIE

Ordentliche Sicherungen

FI-Schalter: Keine AC-Geräte

Fließt, vereinfacht dargestellt, in einer elektrischen Leitung zu viel Strom, so erwärmt sich diese, und es besteht Brandgefahr. Ausschlaggebend ist der Leitungsquerschnitt. Aus diesem Grund müssen elektrische Leitungen sachgemäß ausgeführt und darüber hinaus mit geeigneten Leitungsschutzeinrichtungen abgesichert werden. Kommt es zu Überlastung oder Kurzschluss, wird der Stromkreis an diesen vorgesehenen Stellen unterbrochen. Die für die Elektroinstallation notwendigen Sicherungsmaßnahmen setzen sich aus je einem Leitungsschutzschalter (früher Schmelzsicherung) bzw. für jedes fix installierte Gerät (z. B. Boiler, Waschmaschine etc.) sowie Sicherung oder Schaltautomat für die Lichtstromkreise und einer Absicherung pro Steckdosenstromkreis zusammen. Schraubsicherungen findet man heute meist als sogenannte Vorzählersicherungen zwischen Steigleitung und Wohnungsverteiler, bei älteren Anlagen trifft man sie auch im Wohnungsverteiler an. Gelegentlich werden Schmelz­sicherungen auch bei Neuanlagen installiert. Dieser Sonderfall betrifft vor allem Stromkreise für den Anschluss besonders leistungshungriger Geräte (z. B. Elektroherd oder Elektroheizung) und wenn ein kurzfristiges Überschreiten der Sicherungsnennleistung (Trägheit der Sicherung) erwünscht ist. Leitungsschutzschalter lösen wie Schmelzsicherungen bei Überlastung aus, können aber nach Behebung des Defekts sofort wieder eingeschaltet werden. Bei Bedarf, beispielsweise im Fall von Wartungsarbeiten an der Elektroinstallation, funktionieren sie wie gewöhnliche Ausschalter. Elektroanlagen müssen aber nicht nur gegen Überlastung geschützt sein, sondern auch maximale Sicherheit für die Nutzer gewährleisten.

Seit der Einführung des Fehlerstromschutzschalters (FI-Schalter) hat sich die Anzahl von tödlichen Stromunfällen glücklicherweise erheblich verringert und auch Sachschäden (z. B. Brände), die durch Erdschlussfehlerströme entstehen können, lassen sich dadurch gänzlich vermeiden. Wichtig ist, zeitgemäße FI-Schalter einzusetzen und die alten AC-Schalter durch entsprechend neue zu ersetzen. Nur ein FI-Schalter, der an den entsprechenden Fehler- oder Ableitstrom angepasst ist und über die Eigenschaft der Pulsstromsensitivität verfügt, bietet ausreichenden Schutz! Der entscheidende Unterschied zwischen herkömmlichen Schutzschaltern und jenen des „Typ A“ ist deren Reaktionsfähigkeit auf die verschiedenen Stromimpulse. So ist der veraltete „Typ AC“ nicht für Pulsstrom optimiert. Pulsstromsensitive FehlerstromSchutzgeräte des „Typ A“ gewährleisten hingegen auch bei überlagernden glatten Gleichfehlerströmen von bis zu 6 mA, wie sie zum Beispiel bei Photovoltaikanlagen auftreten können, zuverlässigen Schutz. Das Problem: In zahlreichen Fällen werden nach wie vor AC-Typen verbaut, da der Elektrotechniker die Anlage vor dem Einzug der Bewohner in Betrieb nimmt. In diesem Moment ist der ACTyp vom gesetzlichen Standpunkt her auch noch ausreichend. Sobald jedoch ein paar Elektrogeräte verwendet werden, ist der vorhandene Fehlerstromschutz nicht mehr ausreichend und müsste laut ÖVE/ÖNORM E 8001 auf einen FI „Typ A“ getauscht werden.

Mehr Sicherheit durch Nullung Eine weitere wichtige Schutzmaßnahme, die seit 1998 in Österreich bis zur flächendeckenden Verbreitung ausgebaut wird, ist die sogenannte Nullung. Dazu

stellt das EVU (Elektroversorgungsunternehmen) eine optimale Erdung zur Verfügung, mit der alle Erdungsanlagen eines Hauses verbunden werden müssen. Aufgrund der so verringerten Erdungs­ widerstände schalten Sicherungen im Störungsfall schneller ab. Eine korrekte Installation beginnt übrigens bereits beim Bauprovisorium, leider sind gerade hier oftmals unsachgemäße und somit gefährliche Lösungen anzutreffen.

E-Installation nichts für Laien! Besorgniserregend ist, dass nicht zuletzt wegen der leichten Verfügbarkeit Elektroinstallationsmaterial zunehmend von unzureichend vorgebildeten Personen oder Laien verarbeitet wird. Wer jedoch Elektroinstallationsarbeiten – fahrlässig oder aus Unwissenheit – nicht fach- und normengerecht durchführt und für diese Arbeiten nicht autorisiert ist, macht sich im Falle eines Personenschadens strafbar und wird zu Schadenersatz verpflichtet. Darüber hinaus kann bei einer nicht ordnungsgemäß durchgeführten Arbeit an elektrischen Einrichtungen der Versicherungsschutz (z. B. Feuerversicherung) komplett entfallen und Sie haben neben Sachschäden und im schlimmsten Fall ­Personenschäden auch noch die ­finanziellen Folgen zu tragen! Elektrische Anlagen, die mit Schwachstrom (Spannungen bis max. 42 Volt) betrieben werden, wie etwa Halogenleuchten ab dem Transformator, Gegensprechanlagen, Telefonsysteme oder EDV-Netzwerke, dürfen auch vom Heimwerker installiert werden. Dabei ist jedoch darauf zu achten, dass solche Anwendungen aus Gründen der Betriebssicherheit (z. B. Störung durch Netzfrequenz) nicht in den gleichen Verrohrungen und Tragsystemen wie die Standardelektroinstallation verlegt werden.

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Smart Home Vor einigen Jahren noch war der Begriff Smart Home vielfach ein visionäres, unverständliches Etwas. Heute gibt es beinahe keine Häuser und Wohnungen mehr, die nicht in irgendeiner Weise „intelligent“ sind.

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on der sensorgesteuerten Beschattung über die via App steuerbare Heizung bis hin zu einem voll digitalen Lichtmanagement, das sich per Knopfdruck an Ihre Bedürfnisse anpasst. Die Hersteller bringen immer neue Möglichkeiten auf den Markt, wie Sie Ihr Zuhause cleverer machen können. Der Komfort der Bewohner und die Reduktion von Energieverbrauch und Kosten sind Antriebsfeder für immer neue Entwicklungen und Fortschritte auf diesem Feld. Jeder Dritte lebt in einem Smart Home. 30 Prozent der Befragten einer aktuellen Endkundenbefragung zum Thema Smart Living in Deutschland gaben an, in ihrem Zuhause intelligente, digitale oder sensorgesteuerte Systeme zu nutzen, die Hälfte der Befragten hat zumindest ihr großes

Interesse an Smart-Home-Lösungen bekundet. Interessanter Sidefact: Vielen der Befragten war nicht klar, dass sie bereits Smart-Home-Anwendungen nutzen. Hauptanwendungsbereich sind Energiemanagement, sämtliche Entertainment- und Multimediaanwendungen (wie Smart TV, Multi-Audio­systeme etc.) sowie die Kommunikation. Möglichst alles sollte über ein Touch Panel oder eine App am Handy steuerbar sein. Untereinander nicht kompatible Geräte und Anwendungen sowie die komplizierte Steuerung und Ausführung sind Hauptgrund für eine Ablehnung von Smart Home-Technologien. Die Branche als Ganzes ist also gefordert, um das positive Wachstum des Smart HomeMarktes der letzten Jahre fortzusetzen.


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Wichtig ist laut den Experten auf diesem Gebiet vor allem, dass Hersteller, Handwerk und Handel weniger technisch und mehr verbraucherorientiert handeln, um auch die letzten Kritiker in die Zukunft zu bringen. Basis für die Entwicklungen in Richtung vernetztes Zuhause ist die Digitalisierung aller Medien und deren Vernetzung und künftig werden alle Geräte über ein Heimnetzwerk (Ethernet-LAN), WLAN oder Mobilfunk miteinander kommunizieren und Daten austauschen. Dieses Netzwerk kann neben der kompletten Unterhaltungs­ elektronik Licht, Heizung, Kühlung und Beschattung ebenso steuern wie den gesamten Sicherheitsbereich, von der Alarmanlage über Bewegungsmelder, Überwachungskameras bis zur Zutrittskontrolle. Regelmäßig wiederkehrende oder durch bestimmte Ereignisse ausgelöste Abläufe, wie etwa das raumbezogene temporäre Abschalten der

Heizung bei geöffnetem Fenster oder die wetterabhängige Verstellung von Jalousien, setzen einen weitreichenden Automatisierungsgrad voraus. Intelligente Steuersysteme, die Licht, Heizung, Beschattung etc. regeln, tragen zum wirtschaftlichen Betrieb eines Hauses bei – und machen es so richtig komfortabel. Zu den wichtigsten Aufgaben, die von der Gebäudesystemtechnik wahrgenommen werden können, gehören: • die bedarfsgerechte Steuerung von Heizungen und Lüftungen • die bedarfsabhängige Schaltung von Innen- und Außenlicht • die Maximumüberwachung zur Vermeidung von Lastspitzen im Energieverbrauch • die Steuerung von Beschattungs­ einrichtungen nach Bedarf • die Sicherheitsüberwachung von Türen oder Räumen • zentrale Störungserfassung und Weiterleitung, z. B. zu externen Service- oder Sicherheitsdienstleistern

Bussysteme im Überblick Die Übertragung der in der Gebäudetechnik anfallenden Daten erfolgt über ein Binary-Unit-System. Es steuert Daten innerhalb des Computersystems sowie den Transfer zwischen dem Rechner und den Peripheriegeräten, auch Busteilnehmer oder -knoten genannt. Greifen diese selbstständig auf den Bus zu, sind sie aktive Knoten oder Master, andernfalls passive Knoten oder Slaves. Wenn die Informationen aus den verschiedenen Bereichen miteinander in Beziehung gesetzt und daraus Maßnahmen und Korrekturen für das ganze Haus abgeleitet werden sollen, kommen Feldbussysteme zum Ein-

satz. Bei dieser Technologie werden die vielen parallelen Leitungsbündel, wie sie anspruchsvolle Gebäudetechnik in Kombination mit konventioneller Installation erfordert, durch ein einziges Steuerkabel ersetzt, das die einzelnen Komponenten miteinander vernetzt. Die in unseren Breiten häufigste Busvariante ist der EIB, der EuropeanInstallation-Bus, der ursprünglich von allen großen Schalterherstellern gemeinsam für Teilbereiche der Gebäudeautomation entwickelt wurde. Alle kompatiblen Geräte und die Software müssen dem Standard entsprechend zertifiziert sein. Die aktuelle Form heißt EIB-KNX und ist ein vollwertiges Gebäudeleitsystem. Es kann in privaten, öffentlichen und gewerblichen Gebäuden komplexe Aufgaben mithilfe von kabelgesteuerten und kabellosen Netzwerken sowie Infrarot- und Multimediatechnologien lösen. Viele Hersteller bieten die Möglichkeit an, Funktionen wie die Steuerung der Heizung, Beleuchtungsszena­ rien oder Sonnenschutzeinrichtungen auch von außerhalb des Hauses zu steuern. Das kann über das Internet, ein Smartphone oder per Laptop geschehen. Je nach Komfort und Funktionsumfang gibt es hierfür verschiedene Schnittstellen als Zusatzgeräte für das Bussystem. Neben einer oder mehreren Steuerungseinheiten und der Leitung zur Daten­ übertragung gehören zu einem Feldbussystem noch die überwachenden und ausführenden Komponenten. Das Wahrnehmen bestimmter Betriebszustände besorgen die Sensoren, die Steuerung reagiert daraufhin mit bestimmten Anweisungen, die von den sogenannten Aktoren ausgeführt werden. Aufgrund der freien Programmierbarkeit der ein-

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zelnen Komponenten können auch komplexe Szenarien umgesetzt werden.

Smart Metering

Digitalisierter, sicherer Eingangsbereich

Alle intelligenten Komponenten moderner Gebäudetechnik haben eines gemeinsam: den Betrieb über Strom. Der Verbrauch muss irgendwie gemessen (und später bezahlt) werden. Bislang übernahmen das die bekannten Stromzähler. Die Weiterentwicklung dieser mechanischen Geräte ist der sogenannte Smart Meter, auch intelligenter Zähler genannt. Abgelesen wird nicht mehr vor Ort, denn die Daten fließen automatisch an den Netzbetreiber. Umgekehrt kann dieser über den Smart Meter Infos an den Abnehmer senden. Der Stromverbrauch kann jederzeit in beliebigen Intervallen erfasst werden und man kann damit direkt auf spezielle Tarife (Wochenendtarif, Wärmepumpentarif usw.) zugreifen. Die EU forciert intelligente Messsysteme nach „wirtschaftlicher Bewertung seitens der Mitgliedsstaaten“ und erwartet, dass mindestens 80 Prozent aller Stromkunden bis zum Jahr 2020 mit einem Smart Meter ausgestattet sein sollen.

Der Leistungsumfang moderner Gebäudetechnik setzt auch intelligente, das heißt programmierbare, Schalter, die verschiedenste Funktionen übernehmen, voraus. Ein und derselbe Schalter kann somit heute die Beleuchtung steuern, morgen aber beispielsweise für das Öffnen und Schließen eines Rollladens zuständig sein. Sehr interessante Möglichkeiten ergeben sich durch die Verbindung von Gebäudeautomatisierung und Multimediatechnik zur Visualisierung. Beispiel: Die Türklingel wurde betätigt, aber nicht wahrgenommen, weil gerade der Fernseher läuft. Da aber der Besucher von einer Videokamera erfasst und – ausgelöst durch die Türklingel – auf dem Fernsehgerät dargestellt wird, sind Sie trotzdem über die Aktivitäten vor Ihrer Haustür im Bilde. Mit der dazugehörigen Fernsteuerung ist eine Abfrage des aktuellen Gebäudezustands über Fernseher oder PC schnell und einfach möglich. Umgekehrt kann die Bedienung von Multimedia auch gezielt auf die Haustechnik rückwirken. Das Visualisierungssystem erkennt etwa, ob der Fernseher in Betrieb ist, und stellt daraufhin bestimmte Anlagenzustände, wie z. B. gedimmtes Licht, her. Von der simplen Klingel bis zur komfortablen Steuer- und Überwachungseinheit reicht heute das Angebot an Signaleinrichtungen für den Eingangsbereich. Die aktuellen Anlagen ermöglichen nicht nur, Besucher zu empfangen, sondern auch Türen und Tore

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fernbedient zu öffnen oder die Außenbeleuchtung zu aktivieren. Die Klangauswahl der Läutwerke ist längst nicht mehr auf Klingeln und Gongs beschränkt. Ähnlich wie beim Handy gibt es neben den klassischen Klingeltönen verschiedenste Melodien, die auf Wunsch sogar in Hi-Fi-Qualität abgespielt werden, Hundegebell und sogar „sprechende“ Gongs, die die Gäste mit Ihrer eigenen Stimme empfangen oder an das Schließen der Türe erinnern, ganz wie es Ihnen gefällt. Funktürklingeln ersparen Ihnen die umständliche Verlegung eines Kabels vom Gartentor bis ins Haus oder von der Tür bis zur Empfangsstelle mit dem Läutwerk. Bei einigen Ausführungen ist die Empfangsstelle mobil, sodass man sie in einen abgelegenen Raum, von dem aus man eine Türglocke nicht hören würde, mitnehmen kann. Je nach Ausführung beträgt die Reichweite bei freier Sicht zwischen 35 und 200 Metern, innerhalb von Ge-

bäuden ist sie aufgrund mannigfaltiger Beeinträchtigungen (elektronische Signale, Abschirmung durch Stahlbeton etc.) erheblich geringer. Auch Türsprechanlagen benötigen heute nicht unbedingt eine Verkabelung zwischen Tür- und Innenstation, daher muss auch beim nachträglichen Einbau oder einer Systemerweiterung nichts aufgestemmt oder beschädigt werden. Die Anlagen eignen sich sowohl für Einfamilienhäuser und Wohnungen als auch für Büro- und Praxisräume, das modulare Konzept gestattet zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten. So kann zum Beispiel auch zusätzlich ein Tor geöffnet oder eine Beleuchtung geschaltet werden. Die Möglichkeiten für das „intelligente Haus“ sind hier noch längst nicht alle erwähnt, das würde auch unseren Rahmen sprengen. Nur so viel: Der elektronische Hausdiener und der selbst nachordernde Kühlschrank sind nicht nur für Technikfreaks bereits Realität.


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arum wohl sind wir an einem strahlenden Sonnentag viel besserer Laune als bei grauem Novemberwetter? Wenn die Sonne scheint, wirkt alles um uns herum bunter, vieles erscheint uns leichter, unkomplizierter und problemloser. Bei trübem und schlechtem Wetter verkehrt sich das ins Gegenteil. Ob Einbildung oder nicht, Tatsache ist, dass nicht nur das Wetter, auch die unendliche Farbenvielfalt der Umgebung unser Wohlbefinden unbewusst steuert und maßgeblich beeinflusst. Farbverläufe wirken harmonisch, Kombinationen von Komplementärfarben, z. B. Gelb und Blau, passen gut zusammen, wirken aber auf manche Menschen „zu bunt“. Grundsätzlich stehen Farbe und Atmosphäre in engem Zusammenhang. Bestimmte Farben vermitteln uns Eindrücke, die mit Empfindungen von warm und kalt verbunden sind. Diese Klassifizierung bezeichnet jedoch lediglich den subjektiven Eindruck, denn die Farben an sich geben ja keine Temperatur ab. Es geht vielmehr um die Temperaturempfindung, die unabhängig von der tatsächlichen Raumtemperatur durch die Farbwahl beeinflusst wird und bis zu sieben Grad variieren kann, je nachdem ob man sich in einem mit warmen oder kalten Farben ausgestalteten Raum befindet. Zu der Gruppe der warmen Farb­ töne und zugleich beliebtesten Wohn-

farben gehören die breite Palette der Naturfarben wie Sand, Ocker, Siena, Umbra oder Moosgrün sowie die ungezählten Zwischentöne, die dem menschlichen Bedürfnis nach Behaglichkeit und Wärme entsprechen. Rot steht für Wärme und Kraft. In den düsteren Wintermonaten etwa entfaltet kräftiges Rot seine energiespendende und stärkende Wirkung. Aufgrund seiner vordergründigen Dominanz sollte es jedoch – speziell in den grelleren Schattierungen – in Räumen nur sparsam verwendet werden. Rötliche Farbtöne wirken auch stimulierend und eignen sich besonders für die Küche. Die lebhafte Farbe steigert Blutdruck und Puls, oft erzeugt sie Gefühle von Intimität, Energie oder Leidenschaft. Da sie appetitfördernd wirkt, wird sie oft in Restaurants eingesetzt und ist somit auch die ideale Farbe für das Esszimmer. Übergewichtige Menschen sollten auf Rottöne im Essbereich allerdings verzichten. Vorsicht: Grelle Rottöne können anfällige Personen aggressiv machen! Orange als rotverwandte Farbe verwandelt Räume in warme und aktivierende Orte. Die Wirkung ist allerdings nicht ganz so stark und intensiv. Die Stimmung und der Effekt sind eher freundlich statt feurig, eher einladend als verführerisch. Orange fördert die Kreativität, eignet sich gut für Wohnund Kinderzimmer und ist durch seine unterstützende Wirkung für geselliges Zusammensein, lockere Atmosphäre und entspannten Umgang miteinander auch eine gute Wahl für Aufenthalts- und Sozialräume. Gelb zieht die Aufmerksamkeit auf sich und ist ein Blickfang wie kaum eine andere Farbe. Sie bietet sich daher hervorragend für den Eingangsbe-

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reich an. Auch Kinderzimmer gewinnen durch gelbe Wände – vorausgesetzt, die Farbe ist nicht zu grell. Wegen seiner Kraft spendenden, den Geist anregenden und inspirierenden Wirkung eignet sich Gelb hervorragend für Arbeitsräume und Wohnzimmer sowie für westwärts gelegene Räumlichkeiten. Nach Norden ausgerichtete Räume, die praktisch nie direktes Sonnenlicht abbekommen, wirken durch gelbe Wandanstriche erheblich freundlicher. Violett fördert die Geselligkeit. Aufgrund seines Rotanteils gilt es in der dunklen Variante als warme Farbe. Es ist bei den meisten Kindern beliebt. Mit Rot abgetönte Violettschattierungen werden

Gut kombiniert

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Materialien, Muster und vor allem Farben entwickeln noch mehr Kraft, wenn sie gut kombiniert sind. Die interessantesten Farbkombinationen, die Sie unbedingt ausprobieren sollten: Blau und Weiß für klassische Leichtigkeit; Senfgelb und Grau für urbanen Chic, Rot und Grau wirkt belebend und modern; Lila und Grün oder auch Blau und Beige liegen sich am Farbkreis gegenüber und harmonieren daher besonders gut.

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als attraktiv empfunden und gerne in Kombination mit Gelb in Schlaf- und Kinderzimmern eingesetzt. Kombinationen von Violett, kräftigem Rot und Gold vermitteln orientalisches Flair! Blau – vor allem in der hellen Ausführung – führt zu Assoziationen wie Eis und Schnee und kann den Betrachter zum Frösteln bringen, was auch durch wissenschaftliche Untersuchungen belegt ist. Zusammenfassend kann man die Wirkung der sogenannten kalten Farben, zu denen helles Grün und Blau gehören, insgesamt aber als beruhigend und ausgleichend bezeichnen. Daher ist Blau – nach Meinung der Medizin – eine ideale Schlafzimmerfarbe für Erwachsene und besonders aktive Kinder. Für Esszimmer oder -ecken ist es weniger geeignet, weil Blautöne auf viele Menschen appetithemmend wirken. Im Umkehrschluss zu Rot sollten dementsprechend Übergewichtige hier zu dieser Farbe greifen. Grün ist die vorherrschende Farbe in der Natur. Kein Wunder, dass wir uns überall dort, wo Grün zum Einsatz

kommt, sofort wohlfühlen, ausgenommen das sogenannte Giftgrün. Für Bad und Wohnzimmer eignen sich vor allem pastellige Grüntöne. Wegen seiner beruhigenden Wirkung wird Grün auch gern in Krankenhäusern, Schulen und Arbeitsbereichen eingesetzt. Unterstützt wird der natürliche Effekt von Grün in der Kombination mit Holz. Türkis vereint als helle Mischung aus Blau und Grün die Eigenschaften dieser beiden Farben. Es sorgt für eine frische, inspirierende Atmosphäre und wird häufig im Wellnessbereich eingesetzt. Schwarz, Weiß und alle Grautöne gelten als Unfarben. Dennoch sind sie in der Raumgestaltung wichtig. Sie sollten immer in Kombination mit frischen Tönen eingesetzt werden. Reines Weiß wirkt kalt, weshalb oftmals ein Hauch Beige beigemischt wird. Es entsteht Naturweiß. Schwarz in großer Fläche „erschlägt“ einen Raum sowie die Gemütsverfassung und sollte nur in Kombination mit hellen Farben und sparsam eingesetzt werden. Grau wirkt sehr elegant, vor allem etwa mit Gelb oder Lachs kombiniert.


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Umweltzeichen Produkte, die die folgenden Umweltzeichen tragen, sind absolut unbedenklich und zu empfehlen: Österreichisches Umweltzeichen Auf Initiative des Umweltministeriums wurde 1990 das „Österreichische Umweltzeichen“ geschaffen. Dadurch ist es nun möglich, der Öffentlichkeit Informationen über die Umweltbelastung von Verbrauchsgütern durch deren Herstellung, Gebrauch und Entsorgung zu liefern und den Konsumenten umweltfreundliche Produktalternativen und Dienstleistungen kenntlich zu machen. Die graphische Gestaltung des Österreichischen Umweltzeichens erfolgte durch den Künstler Friedensreich Hundertwasser, der dem Umweltministerium seine Entwürfe unentgeltlich zur Verfügung gestellt hat. Das aufgrund seiner kreativen Symbolik (Erde, Wasser, Luft, Natur) sehr einprägsame Zeichen wurde vom Umweltministerium als Verbandsmarke angemeldet. www.umweltzeichen.at

Nach umfassenden Kriterien, die den gesamten Lebenszyklus eines Produktes berücksichtigen, werden Baustoffe und Innenraumausstattungen ganzheitlich untersucht. Wenn ein Produkt den strengen baubiologischen und bauökologischen Anforderungen entspricht, wird es mit dem IBO-Prüfzeichen ausgezeichnet. Käufer finden mit dem IBO-Prüfzeichen, als anerkanntes und unabhängiges Siegel, die Sicherheit, baubiologisch und bauökologisch empfehlenswerte Produkte zu erwerben. www.ibo.at

klima:aktiv Die Klimaschutzinitiative des Lebensministeriums. Seit 2004 ergänzt klima:aktiv Gesetze, Verordnungen und Förderungen im Bereich des Klimaschutzes. Mit Information und Beratung, mit neuen Standards im Bauen und Sanieren, mit Qualitätssicherung und gut ausgebildeten Handwerkern und Fachleuten bringt klima:aktiv den Klimaschutz in Fahrt. Das Ziel: weniger CO 2-Ausstoß durch mehr energieeffizient gebaute und sanierte Gebäude, weniger Energieverbrauch, mehr erneuerbare Energieträger und umweltfreundlichere Verkehrswege.

natureplus-Qualitätszeichen Das internationale Qualitätszeichen für Bau- und Wohnprodukte, das allen Baubeteiligten Orientierung in Richtung Nachhaltigkeit gibt, trägt die Bezeichnung „natureplus“. Produkte, die dieses Zeichen tragen, zeichnen sich durch eine besonders hohe Qualität in Bezug auf Gesundheit, Umwelt und Funktion aus. natureplus setzt sich auf allen Ebenen dafür ein, dass diese Produkte künftig stärker nachgefragt werden. www.natureplus.at

Der blaue Engel Seit nunmehr über 25 Jahren liefert der Blaue Engel Informationen für Konsumenten. Etwa 3600 Produkte und Dienstleistungen von ca. 580 internationalen Zeichennehmern dürfen den in Deutschland beheimateten Blauen Engel tragen. Er liefert eine praktische Orientierungshilfe, die Auswahl und Kaufentscheidung erleichtert. Das Zeichen bietet der Industrie, dem Handel und dem Handwerk die Chance, ihre Umweltkompetenz auf einfache und kostengünstige Art und Weise für alle sichtbar unter Beweis zu stellen. www.blauer-engel.de IBO-Prüfzeichen

FSC-nachhaltig geforstet Mit diesem Zeichen sind die 25  % der energieeffizientesten am EU-Markt befindlichen Geräte der Büro- und Unterhaltungselektronik ausgestattet. Seit 1994 gibt es hier regelmäßige Anhebungen der Qualitäts- und Prüfstandards. www.gealabel.org

PEFC Dieses Holz-Kontrollsiegel ist weltweit gültig und gibt Auskunft über nachhaltige Forstwirtschaft. Holzmöbel, die mit diesem Zeichen versehen sind, wurden demnach aus Holz gefertigt, welches nicht aus Raubbau und Rodungen stammt. www.pefc.at EU-Energielabel Dieses Label teilt die Energieeffizienz von Elektrogeräten, Gebäuden etc. in sieben Klassen von A+++ (sehr effizient) bis D (wenig effizient). Angezeigt wird der Energiebedarf (Strom und andere Energieträger).

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Wandgestaltung mit Tapeten Wer dachte, sie seien out, irrt gewaltig. Gerade in den letzten Jahren erleben Tapeten eine wahre Renaissance! Die Auswahl ist riesig, ­Formen, Farben und ­Materialien topmodern. Ein Überblick.

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ie Tapeten von heute bestechen durch kräftige Töne, große Muster und Ornamente. Bordüren, Borten und Bahnen setzen zusätzliche Akzente. Tapeten sind so vielfältig wie Stoffe. Egal ob bunt, einfärbig, klassisch oder modern – es gibt sie in jedem erdenklichen Design und Material und sie sind eine wunderbare Alternative oder Ergänzung zu Farbe an den Wänden. Bevor Sie sich ans Verschönern Ihrer Wände machen, sollten Sie unbedingt die folgende kleine Materialkunde gelesen haben. Die unterschiedlichen Tapetenarten bringen nämlich unterschiedliche Eigenschaften mit sich und erfordern eine individuelle Verarbeitung und Anbringung.

Raufaser Der Klassiker unter den Tapeten besteht aus dem sogenannten Ingrain-Papier.

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Dieses besteht aus einem groben Unterpapier, auf welches unterschiedlich große Holzspäne aufgebracht werden. Sie verleihen der Tapete ihre typische Struktur von grob bis fein. Die Oberschicht besteht aus einem glatten Papier. Oft wird die Raufasertapete direkt nach der Produktion maschinell eingefärbt, und dadurch besonders strapazierfähig und abwaschbar. Der Vorteil dieser Tapete ist, dass sie öfters überstrichen werden kann und die Wände nicht jedes Mal neu tapeziert werden müssen.

Leimdruck Im Leimdruckverfahren hergestellte Tapeten variieren sehr in Preis und Herstellung. Die billigste Variante ist die sogenannte Naturelltapete. Hier wird nur zu etwa 75 Prozent gefärbt. Im Gegensatz dazu werden die Decker- oder


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Fondtapeten vollständig bedruckt. Eine weitere Art der Leimdrucktapete ist die Relieftapete, bei der eine teigartige Farbpaste aufgetragen wird. Leimdruck schützt die Tapete vor dem Vergilben.

Struktur Ähnlich wie die Raufasertapete besticht die Strukturtapete durch Prägungen auf der Oberfläche. Ursprünglich wurde diese Tapetenart aus Leder hergestellt, heute verwendet man schweres, kaschiertes und feuchtes Papier. Die Oberschicht wird mit verschiedenen Farben und Mustern bedruckt. Diese Tapete ist sehr schwer und muss mit starkem Kleister „montiert“ werden.

Metall Eine Tapete aus Metall, wie kann das denn funktionieren? Sie ist zwar in ihrer Herstellung sehr aufwendig, überzeugt jedoch durch zahllose Vorteile. Metalltapeten sind problemlos zu reinigen, sie sind extrem strapazierfähig und außerdem feuerhemmend. Die Produktion läuft wie folgt: Auf den Papieruntergrund werden Aluminiumfolien kaschiert. Durch einen Kupfertiefdruck weiter veredelt, werden die Tapeten in einem nächsten Arbeitsschritt auch noch geprägt. Entscheiden Sie sich für eine ganz glatte Metalltapete, so sollten Sie bedenken, dass die Verarbeitung dieser großes Geschick und einen absolut sauberen, glatten Untergrund verlangt. Die Metallvariante wird immer mit Dispersionskleber, der auf die Wand und nie auf die Tapete aufgetragen wird, tapeziert.

Textil Diese vergleichsweise teuren Tapeten wirken in Räumen besonders gemütlich. Sie werden hergestellt, indem ein

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Gewebe oder einzelne Fäden am eventuell farbigen Unterpapier angebracht werden. Wichtig bei dieser Tapetengattung ist, dass der Kleister im Gegensatz zu anderen Varianten gut 15 bis 25 Minuten einwirken muss, was einen größeren Zeitaufwand beim Tapezieren zur Folge hat.

Vlies Kein Papier, sondern Stoff. In den späten 1990er-Jahren ist die Vliestapete modern geworden. Ihr Grundmaterial sind Textil- und Zellulosefasern sowie Farbpigmente, Druckfarben und teilweise Schäume. In ihrer Anbringung besticht die Vliestapete durch eine sehr einfache Vorgangsweise. Man kleistert nämlich die Wand ein und nicht den Tapetenrücken, was natürlich Luftblasen und Faltenbildung auf ein Minimum reduziert. Die Tapete wird auch erst an der Wand zugeschnitten. Es muss ein stärkerer Kleister verwendet werden, da das Material ein höheres Gewicht hat. Für Renovierungen kann die Tapete sehr leicht wieder abgezogen werden. Das Angebot reicht von neutralen weißen Varianten mit oder ohne Prägungen und Strukturen bis hin zu den farbenfrohsten Ausführungen. Die meisten Tapeten werden heute auf Vlies gedruckt, sie haben die herkömmlichen Papiertapeten weitgehend abgelöst.

Velours Ähnlich wie die Vliestapeten sind auch Velourstapeten eher ausgefallen. Die Oberfläche fühlt sich sehr weich, beinahe samtig an. Die Tapeten sind meist mit Ranken oder auffälligen Blütenmustern bedruckt. Auf das sehr schwere Grundpapier wird das gewünschte Muster mit Leimfarbe aufgetragen und dann in einer

Beflockungsanlage mit den Textilfasern versehen. Beim Tapezieren muss sehr vorsichtig vorgegangen werden, damit die weiche Oberfläche nicht zerdrückt wird.

Vinyl Neben den Metalltapeten zeichnet sich auch die Vinylvariante durch hohe ­Wasserbeständigkeit, Strapazierfähigkeit und Lichtbeständigkeit aus. Diese doppelschichtige Variante – Unterschicht Papier oder Gewebe, Oberschicht Vinyl – kann die unterschiedlichsten Oberflächenstrukturen aufweisen. Durch ihre Beschaffenheit ist die Vinyltapete besonders geeignet für feuchte Räume, deren Wände oft gereinigt werden müssen. Da Vinyl im Gegensatz zu den Papiertapeten eine geringere Wasserdampfdurchlässigkeit aufweist, kann dies unter Umständen das Raumklima negativ beeinflussen. Häufiges Lüften ist hier deshalb sehr wichtig!

Bestimmende Auswahlkriterien Unabhängig vom persönlichen Geschmack und von Vorlieben sollten Sie auch darauf achten, das richtige Material für den richtigen Raum zu wählen: Für Küche, Bad und Kinderzimmer benötigt man robuste, wenn möglich abwaschbare Tapeten. Nehmen Sie unter Umständen Farbmuster mit ins Fachgeschäft, um „schmerzhafte“ Farbabweichungen zu vermeiden. In Kellerräumen, Badezimmer, WC und bestimmten Bereichen der Küche sollten wasserfeste Tapeten angebracht werden, die der Luftfeuchtigkeit und dem Dampf auch gewachsen sind! Was die Menge der benötigten Tapetenrollen angeht, gilt folgende Faustregel: Umfang x Raumhöhe dividiert durch Rollenbreite x Rollenlänge. Übrigens: Eine Rolle zu viel schadet nie!

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Leuchtmittel & Lichtplanung Es gibt Räume, in denen wir uns von der ersten Sekunde an wohlfühlen, und andere, die wir am liebsten sofort wieder verlassen würden. Nicht selten liegt das an den vorherrschenden Lichtverhältnissen und der Lichtfarbe im Raum.

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it Licht bzw. Beleuchtung gliedern, betonen oder kaschieren Sie die Raumarchitektur. Um die Beleuchtung in und um Ihre vier Wände richtig zu planen, brauchen Sie zuerst einen maßstabsgerechten Grundriss. Tragen Sie dort alle bereits vorhandenen Elektroinstallationen ein und vermerken Sie, wo Essplatz, Sitzgruppe oder der Arbeitsplatz hin sollen. Entscheiden Sie dann, welche Leuchten in welcher Anzahl nötig sind und welche Lichtqualität sie aufweisen sollen. Jetzt können Sie den Licht- und Leuchtenbedarf ermitteln.

Welches Leuchtmittel? Glühlampen werden sukzessive EUweit verboten, die Alternativen sind LED, Halogen und – nicht mehr als eine Übergangslösung – Energiesparlampen. Hier die verschiedenen Leuchtmittel mit ihren Vor- und Nachteilen: • Halogenlampen: Pro: günstiger Preis, mittellange Lebensdauer (4000 Stunden) Kontra: relativ wenig Helligkeit, dafür extrem hoher Stromverbrauch • Energiesparlampen: Pro: hohe Lebensdauer (bis 8000 Stunden), sehr geringer Stromverbrauch


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Kontra: enthält Quecksilber (Sondermüll!), braucht bis zu 3 Minuten für volle Helligkeit, erzeugt E-Smog • LED-Lampen: Pro: quasi ewig haltbar, sofort volle Betriebshelligkeit, angenehme Lichtfarbe Kontra: im Vergleich extrem hohe Anschaffungskosten

Lichtqualität ist Raumqualität Es genügt nicht, eine Beleuchtungsanlage nur nach der Beleuchtungsstärke auszurichten. Zur Beleuchtungsqualität gehören neben der Beleuchtungsstärke auch die Leuchtdichteverteilung, die Begrenzung der Blendung, die Lichtrichtung und Schattenbildung, die Lichtfarbe und die Farbwiedergabe der Lampen. Zudem zählen Aspekte wie Tageslichtnutzung und energieeffiziente

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Licht­ erzeugung ebenso zur Beleuchtungsqualität wie das visuell erzeugte Ambiente und das Design.

Lumen, Kelvin und Ra Nicht mehr die Watt sind beim Kauf von Leuchtmitteln heute ausschlaggebend, die maßgebliche Einheit sind inzwischen Lumen, angegeben in lm. Sie stehen für die Helligkeit einer Lampe. Wichtig zu wissen: Die Wattzu-Lumen-Berechnung variiert bei den verschiedenen Leuchtmitteln. So sind die Angaben bei LEDs größer als bei Halogenlampen oder Energiesparlampen. Hier ein Beispiel zum besseren Verständnis: Eine Energiesparlampe mit 700 lm bietet so viel Lichtleistung wie beispielsweise eine traditionelle 60-Watt-Glühbirne. Oder: 60 Watt bei der Glühbirne ergeben 806 Lu-

men bei der LED-Lampe. Bei der Halogenlampe hingegen sind 702 lm nötig, um eine Leistung von 60 Watt zu erreichen. Neben den Lumen ist auch die Lichtfarbe wichtig, die immer in Kelvin angegeben wird. Verwenden Sie warmweißes, gemütliches Licht für den Wohnbereich, dann brauchen Sie Lampen mit 2700 K. Gutes Arbeitslicht, etwa in der Küche oder am Schreibtisch, liefern tageslichtweiße Lampen mit mehr als 5300 K. Drittes Element im Bunde ist die Farbwiedergabe (Ra). Sie beschreibt, wie das Licht einer Lampe die natürlichen Farben in der Umgebung wiedergibt. Beachten Sie: Für Wohnräume sind Lichtquellen mit mindestens Ra 80 empfehlenswert. Um ganz sicherzugehen, ob Sie wirklich die richtige Lichtquelle ge-

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Intelligentes Lichtmanagement

funden haben, sollten Sie vorsichtshalber noch einen Blick auf die Verpackungsangaben werfen. Hier finden Sie nicht nur die Energieeffizienzklasse der Lampe von A++ bis E, sondern auch sämtliche Informationen über den Quecksilbergehalt bei Energiesparlampen, die Start- und Anlaufzeit der Leuchten sowie deren Dimmbarkeit und Kompatibilität.

Das perfekte Lichtkonzept Die Zeiten der einsamen Deckenleuchte und der noch einsameren Stehleuchte irgendwo in der Ecke sind längst vorbei. Heute bieten der Markt und die Technik unzählige Möglichkeiten, dem Raum mithilfe von Licht Atmosphäre zu verleihen. Verschiedene Leuchtkörper und Lichtarten sowie großer Variantenreichtum in der Einbauart bieten Lösungen für jede individuelle Anforderung. Was Sie bei der Lichtplanung unbedingt beachten sollten: 1. Mehr ist mehr: Egal, welchen Raum Sie erleuchten möchten, stellen Sie zusätzlich zur Grundbeleuchtung immer ein paar Lampen mehr auf.

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Lichtmanagement macht Beleuchtung intelligent, egal welche Leuchtmittel Sie verwenden. Moderne Beleuchtungstechnik stellt das richtige Licht zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Menge zur Verfügung und ermöglicht, seine stimulierende Wirkung optimal auszunutzen. Wo mehr als gewöhnliche Raumbeleuchtung erwartet oder nötig wird, ist intelligentes Lichtmanagement gefragt. Dazu zählen alle Systeme, die über das herkömmliche Ein/Aus hinausgehen. Elektronische Betriebsgeräte, Vorschaltgeräte oder Sensoren steuern und regeln die Beleuchtung und sorgen für bedarfsgerechtes Licht im Innen- und Außenbereich. Die Bausteine des Lichtmanagements können in unterschiedlichen Ausbaustufen und auch kombiniert eingesetzt werden, beispielsweise für unterschiedliche Lichtszenen, für Schaltung der Beleuchtung mit Bewegungsmeldern, für die Regelung der Beleuchtungsintensität in Abhängigkeit vom Tageslicht, für Schaltung über Lichtsensoren usw. Einzelne Leuchten oder Leuchtengruppen müssen separat anwählbar sein und die Beleuchtungsanlage in mehreren Schalt- und Dimmzuständen arbeiten können.

Vielfalt erzeugt nämlich Harmonie. Ein len bestimmte Ecken oder Details in ausgewogenes Arrangement von Ar- Szene setzen. Licht soll in diesem Fall beits- und Stimmungslicht bringt Ambi- betonen, hervorheben, konturieren, ente und Lebendigkeit in jedes Zimmer kaschieren, beleben oder auch dämp– von der Küche über das Büro bis zum fen, verschleiern. Besonders gut eignet Schlafzimmer. Ein paar Beispiele: Ne- sich dynamisches Licht, also buntes ben den Lesespots im LED-Licht, für die Wohnzimmer sollten Gesundheit, Wohlbe- Akzentbeleuchtung. eine Stehleuchte und finden und Gemüts- Es taucht den Raum ein Schranklicht nicht – dank innovativer fehlen. Die Hänge- zustand hängen vom Technik heute bereits Licht ab. leuchte über dem auf Knopfdruck – in Esstisch wird ergänzt ganz unterschiedliche durch LED-Leisten in der Wand und Farben und damit Stimmungen. eine kleine warmweiße Tischlampe am 3. Natürliches Licht bevorzugt: Sideboard. Graben Sie die zig einge- Die Farbwiedergabe wird in Ra angegemotteten, alten Lämpchen vom Floh- ben (siehe dazu auch die Erklärungen in markt ruhig wieder aus und probieren diesem Kapitel), und sie sollte im RegelSie ein bisschen herum. fall nicht unter 80 liegen, denn nur dann 2. Akzente lockern auf: Der Be- kann auch von natürlichem Licht geleuchtungsprofi nennt sie Licht­inseln, sprochen werden. Gerade wo es darum diese bewusst gesetzten Akzentbe- geht, die Farben „echt“ wahrzunehmen, leuchtungen im Raum. Sie können mit- spielt die Farbwiedergabe eine große hilfe von unterschiedlichen Lichtquel- Rolle. Denken Sie nur mal ans morgend-


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liche Schminken oder an die Kleiderauswahl. Oder an das Zubereiten und Essen von Speisen in der Küche. 4. Am besten Warmweiß: Neben der Farbwiedergabe entscheidet vor allem die Lichtfarbe über Wohnlichkeit und Behaglichkeit in einem beleuchteten Raum. Wir alle kennen wohl den Effekt, den kaltweißes Licht auf uns hat im Gegensatz zu warmweißem. Für Küche, Wohn- und Schlafzimmer empfiehlt sich aufgrund der Wirkung deshalb auch warmweißes Licht. Neutralweiß oder Tageslichtweiß sollten Sie eher in

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reinen Arbeitsräumen einsetzen, der höhere Blauanteil wirkt anregend und aktivierend, gleichzeitig aber kühl und nicht so heimelig. 5. Technik ist gleich Komfort: Gewöhnliche Lichtschalter sind was für Anfänger. Heute wird gedimmt, das Licht reagiert ganz automatisch auf Bewegungen und/oder Geräusche, und per Knopfdruck bzw. Wisch am Smartphone kann von der Couch aus nicht nur der Deckenfluter hell, sondern gleich auch die Küchenarbeitsplatte für die anstehenden Kocharbeiten

ausgeleuchtet werden. Intelligente Beleuchtung ist vernetzt und erlaubt es, Lichtszenen nach dem jeweiligen Bedarf zu programmieren. Für das Dinner zu zweit wird der Raum in angenehmes Orange getaucht und der Heimkinoabend per Regler bläulich eingefärbt. Höchster Lichtkomfort und eine perfekte Beleuchtung für jeden Anlass sind somit garantiert. Auf die Zukunft können wir uns freuen, mittlerweile entern digitale Highlights wie smart bulbs mit App-Steuerung und intelligente Steckdosen den Markt.

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Hauszentrum Küche Je durchdachter Ihre Küche, desto besser können Sie darin arbeiten und desto länger werden Sie auch Freude an diesem Raum haben. Was also gehört zu einer guten Küchenplanung und – noch wichtiger – welche Fehler können Sie vermeiden?

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m Gegensatz zum Wohnzimmer, wo es bei der Platzierung eines Sofas auf einige Zentimeter nicht ankommt, erfordert die Küchenplanung genauestes Messen, exaktes Wissen über die täglichen Arbeitsabläufe und eine hohe Produktkenntnis. Türen, die sich nicht ganz öffnen lassen, Oberschränke die unpraktisch oder zu hoch angebracht wurden, falsch angeordnete Küchengeräte und vielleicht sogar Schubladen, die nicht ganz aufgehen, verderben einem schnell die Freude an der neuen Küche. Leider sind sie aber bei vielen Küchenplänen an der Tagesordnung. Abhängig vom Grundriss des Hauses bzw. von den baulichen Möglichkeiten ergeben sich für die Küchenplanung bestimmte Parameter, an denen nicht

zu rütteln ist, wie etwa Größe und Form des Raums sowie Position von Fenstern und Türen. Lassen Sie in Ihre Grund­ überlegungen auch einfließen, wer sich hauptsächlich in der Küche aufhält und hier arbeitet. Auch wenn es bestimmte Mode­ trends gibt: Eine Küche bezahlt man nicht aus der Portokasse und sie wird auch nicht alle paar Jahre ausgetauscht. Lieber also auf zeitloses Design und neutrale Farben und Formen setzen! Dann freuen Sie sich auch in 20 Jahren noch über Ihre Küche.

Planungsfehler vermeiden Zu wenig Stauraum: Sparen Sie nicht an Unterbau- und Hängeschränken und überlegen Sie vorher, wie viele


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räteanordnung an Ihrer stärkeren Seite orientiert oder nicht. Falsche Arbeitsplattenhöhe: Auch die Höhe der Arbeitsplatte sollte unbedingt auf Ihre Körpergröße abgestimmt sein. Das verhindert Rückenschmerzen und spart Ihnen das Geld für die Massagetherapie.

Empfohlene Arbeitshöhen in der Küche:

Auszüge und Laden nötig sind. Verwenden Sie großes Kochgeschirr und -geräte, müssen diese irgendwo Platz finden. Haben Sie eine Küchenmaschine, einen Wok, eine Tischkochplatte? Wo werden diese abgestellt? Sie nehmen Ihr Mittagessen gerne vorgekocht mit ins Büro? Auch Frischhalteboxen haben ein großes Volumen und brauchen Platz.

Falsche Geräteanordnung: Sind Sie bzw. die Person, die am meisten Zeit in der Küche verbringen wird, Links- oder Rechtshänder? Sie werden staunen, welchen Unterschied es in der täglichen Praxis macht, ob sich die Ge-

Körpergröße

Höhe der Arbeitsfläche

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90 cm

155 cm

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180–200 cm

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Sicher arbeiten Eine allgemeine Raumbeleuchtung reicht für eine Küche nicht aus. Um Verletzungen, beispielsweise bei Schneidarbeiten, zu vermeiden, ist eine direkte Beleuchtung der Arbeitsfläche anzuraten. Dafür eignen sich LED-Leuchtstreifen, die an der Unterseite der Oberschränke angebracht werden, hervorragend. Achten Sie beim Kauf auf die angegebene Lichtfarbe. Kaltweißes LED-Licht ist zwar leuchtstark, im Wohnbereich aber eher nicht zu empfehlen!

Keine Arbeitsfläche neben dem Herd: Schnell den heißen Topf von der Platte ziehen oder die nächsten Zutaten bereitstellen ist in einigen Küchen nicht möglich, da schlicht auf die Arbeits- bzw. Abstellfläche neben dem Herd vergessen wurde. Anschlüsse passen nicht oder sind nicht vorhanden: Der Starkstromanschluss für den Herd befindet sich am anderen Ende des Raums? Keine Abluftführung für den Dunstabzug vorhanden? Keine Entlüftungsmöglichkeiten für den neuen Unterbaukühlschrank? Diese Dinge müssen unbedingt von Beginn an eingeplant werden! Einige Schränke gehen nicht auf: Besonders bei Hängeschränken neben dem Dunstabzug muss darauf geachtet werden, dass sich die Türen ohne Probleme ganz öffnen lassen. Herd neben Kühlschrank neben Heizung: Es gibt Dinge, die sollten in einer Küche nicht nebeneinander ste-

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hen. Der Vorratsschrank für Mehl & Co hat genauso nichts neben dem Backofen zu suchen wie die Gemüselade neben dem Heizkörper. Achten Sie auch darauf, dass Herd und Kühlschrank nicht zu nahe beieinander angeordnet werden.

Die Küche von morgen Die Idee von Hightechgeräten in einer digitalisierten Küche ist nicht neu. Doch nun scheinen die Technik ausgereift und die Köpfe der Menschen bereit für die Küche der Zukunft. Schon zu Beginn der 2000er-Jahre haben sich einige Küchengerätehersteller in den Bereich der hohen Technik vorgewagt. Da wurden Kühlschränke mit eingebautem LCD-Fernseher präsentiert und der Herd konnte via Internet zumindest ein- und ausgeschaltet werden. Doch vor zehn Jahren schienen die Konsumenten noch nicht so weit zu sein, und während Saugroboter und automatische Rasenmäher ihren Siegeszug antraten, verschwand die Idee der intelligenten

Küche wieder mehr oder weniger in der Versenkung. Mehr Komfort, weniger Zeitaufwand und ein sparsamer Umgang mit Energie: Vom Geschirrspüler über den Ofen bis zur Kaffeemaschine, die modernen Geräte bauen auf Effizienz und Effektivität. Die digitale Vernetzung ist da nur noch das i-Tüpfelchen. Unterschiedlichste Apps und Computerprogramme wurden entwickelt, um die Küchengeräte ortsunabhängig steuern und bedienen zu können, und sogar der internetfähige Kühlschrank (Siemens iQ500) ist nun in Serie. In ihm stecken zwei Kameras, über die Sie von unterwegs aus nachsehen können, was denn noch fehlt und eingekauft werden muss. Auch in Sachen Design tut sich einiges. Die Geräte werden schlanker, die Oberflächen sind glatt und ohne Schnörkel. Immer öfter wird auch auf Knöpfe und Dreher verzichtet und Touchpanels, Sensoren & Co. Platz gemacht. Eine Fritteuse, die sich übers Tablet via Bluetooth steuern lässt, oder die Herdplatte, die über Sensoren die Füllmenge der Töpfe erkennt. Keine Zukunftsvisionen mehr, sondern marktreife Realität.


BONDI – Zeitlos elegantes Schwarz-Weiß charakterisiert diese Küche. Fronten aus hochwertigem Mattlack mit Anti-Fingerprint-Eigenschaft. So großzügig die elegante BONDI im Ganzen wirkt, so perfekt präsentiert sie sich im Detail.

Komposition statt Routine Faulmann & Faulmann Küchen • Muthgasse 64 • A-1190 Wien • T +43 (0)1 3708195 • www.faulmann.at • office@faulmann.at


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Für die Planung Ihres Bades ist es entscheidend, wie viele und welche Personen es benutzen werden. Kleinkinder, Senioren, behinderte Familienmitglieder? Wichtig ist außerdem die vorgesehene Nutzungsdauer des Bades. Hier die wichtigsten Tipps.

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o einfach, wie es klingt, ist es oft nicht. Denn auch wenn uns in Einrichtungsmagazinen ein großes, lichtdurchflutetes Bad als Trend verkauft wird, hat sich das offenbar zu den meisten Architekten und Planern noch nicht durchgesprochen. In vielen Plänen scheint noch immer eine Nasszelle und nicht mehr auf. Wir sollen uns aber im Badezimmer nicht nur waschen, duschen und baden können, sondern auch relaxen und uns wohlfühlen.

Die Badplanung Nehmen Sie sich genügend Zeit für die Planung und lassen Sie verschiedene Experten und professionelle Badplaner ran. Wie viel Platz brauchen und wollen Sie? Jede Ecke bietet die Möglichkeit für praktischen

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Stauraum, doch soll auch jede Ecke zugestellt sein? Es gibt vielseitige Badmöbel, die nahezu jeden Quadratzentimeter ausnutzen, trotzdem aber eine Leichtigkeit im Raumgefüge vermitteln. Achten Sie auf eine ordentliche Belüftung im Badezimmer. Die Tür sollte mit einem Zuluftgitter ausgestattet sein und ein Ventilator ist unumgänglich. Und wenn nicht ohnedies bereits vorgesehen, ist ein Fenster im Bad etwas, worauf Sie niemals verzichten sollten. Setzen Sie auf Markenware. Armaturen, Duschwandschienen etc. können kaputtgehen, und dann möchte man doch die originalen Teile nachkaufen. Dazu brauchen Sie Hersteller, die auch in Zukunft noch am Markt sind. Die durchschnittliche Lebensdauer eines Bades beträgt knapp 20 Jahre.

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Wellnessoase Bad


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Entscheiden Sie sich also nicht unbedingt für ausgefallene Designs, nur weil die gerade Mode sind.

Duschen oder baden Bevorzugen Sie eigentlich eine Badewanne oder eine Duschkabine? Sie mögen beides? Oft stimmen Wunschdenken und Wirklichkeit leider nicht überein. Dann nämlich, wenn es an Platz fehlt. Da bleiben dann Bequemlichkeit und Bade-

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wannenfreuden auf der Strecke. Aber Sie sind ja in der glücklichen Lage, den Grundriss in Ihrem Neubau selbst mitzubestimmen, und daher sollten Sie auf ein entsprechend großzügiges Bad bestehen. Nicht zuletzt auch, weil 2018 Bewegungsfreiraum und Platz besonders hoch im Kurs stehen. Badewannen gibt es in unterschiedlichen Ausführungen von der Schmalbadewanne mit abgeschrägtem Fußende bis zur runden Mehrpersonenwanne. Außerdem bieten fast alle Händler Wannen mit Whirlpooltechnik an. Die Duschkabine benötigt weniger Platz im Raum und außerdem verbraucht man beim Duschen erheblich weniger Wasser als beim Baden. Duscht man in der Badewanne, stellt sich als Nächstes die Frage nach Duschvorhang oder Trennwand. Vorhänge haben den Vorteil, dass sie preisgünstig sind. Der Nachteil: Sie haften gerne am Körper und das empfindet man immer als eiskalt. Darüber hinaus neigen sie zum Schimmeln. Duschtrennwände kosten zwar erheblich mehr, sind aber komfortabler und hygienischer. Kennen Sie duschen unter Dampf? Im Endeffekt ist das nichts anderes als eine herkömmliche Duschkabine mit dem netten Zusatzeffekt, auch eine Dampfdusche nehmen zu können. Über ein spezielles Display können Sie bei den modernen Duschen zur Dampffunktion wechseln, teurere Varianten verfügen zusätzlich zu Dusch- bzw. Dampfpaneel und gemütlicher Sitzmöglichkeit auch

noch über Licht- und Aromatherapiemöglichkeiten sowie ein eingebautes Radio.

Badarmaturen vom Feinsten Ob elegant oder futuristisch – über Geschmäcker lässt sich bekanntlich streiten. Aber was immer zählen sollte, ist die Qualität. Mit den richtigen Armaturen kann man Wasser und Energie sparen. Die Zweigriffarmatur gibt es noch immer – oft mit Nostalgieflair –, aber dafür braucht man Geduld, denn bis das Wasser die richtige Temperatur hat, dauert es. Und in der Zwischenzeit fließt die wertvolle Ressource literweise durch die Rohre. Das kann auf Dauer noch dazu teuer kommen. Wesentlich wassersparender und bequemer als Zweigriffarmaturen sind die Einhebelmischer, mit denen man deutlich schneller temperieren kann. Am wenigsten Energie und Wasser brauchen mit Abstand die Thermostat­ armaturen, denn hier brauchen Sie nur die gewünschte Temperatur einzustellen, und ein Dehnstoffelement fühlt die Wasserwärme und vergleicht diese automatisch mit der Einstellung. Dann wird automatisch kaltes und heißes Wasser hinzugefügt. Erwähnenswert ist hier auch der Sicherheitsaspekt, Verbrühungen sind praktisch ausgeschlossen. Berührungslose Armaturen setzen sich auch im privaten Bereich immer mehr durch. Sie wer-

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den durch einen Sensor gesteuert und müssen nicht händisch bedient werden.

Das richtige Licht im Bad Kein Bad ohne Fenster, lieber noch ein Zugang zum Garten oder zu einem Balkon. Hauptsache viel Tageslicht und die Möglichkeit, regelmäßig zu lüften. Was das Fenster an Helligkeit nicht schafft, muss die geeignete Beleuchtung übernehmen. Bei einem neun Quadratmeter großen, hell verfliesten Raum und einer Raumhöhe von 2,50 m sollte mit einer Lichtstärke von ca. 400 Watt, verteilt auf Decke und Spiegel, gerechnet werden. Besonders wichtig sind im Badezimmer die perfekten Lichtverhältnisse – etwa zum Rasieren oder Schminken. Dabei ist zu beachten, dass das Licht gleichmäßig einfallen und am Spiegel nicht blenden soll. Von oberhalb des Spiegels ist der Winkel ungünstig, da er einen Schlagschatten im unteren Bereich des Gesichts verursacht. Deshalb sollten die Leuchten immer links und rechts vom Spiegel angebracht werden. Auch die Lichtfarbe spielt eine erhebliche Rolle. Näheres dazu erfahren Sie im Kapitel Beleuchtung.

Das stille Örtchen Die Toilette soll vor allem eines sein: bequem und pflegeleicht. Das bietet z. B. ein Hänge-WC, wo der Spülkasten meist hinter einer Vorwand (Vorwandinstallation) verborgen ist. Der Boden darunter ist durchgehend verlegt und man wischt einfach unter dem Becken hervor. Aus Konstruktionssicht gibt es Tiefspül-, Flachspül- und Absaugtoiletten. Flachspül-WCs fangen alles in einer Mulde auf, Tiefspülbecken im Wasser

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und Letztere saugen das Wasser auch noch sofort ab. Häufig wird aus Platzgründen das WC in das Bad integriert. Als Zweit-WC ist das in Ordnung, aber wenn nur eines vorhanden ist, sollte zumindest eine Trennwand WC und Bad abgrenzen. Besser ist ein eigener Raum mit kleinem Waschbecken. Auch Urinale werden für den Privatbereich angeboten, und wer Platz hat, sollte für Komfort und Hygiene auch eines installieren.

Sauna oder Dampfbad Wer regelmäßig eine Sauna oder ein Dampfbad benützt, ist widerstandsfähiger gegen Infektionen und schwitzt Schadstoffe aus dem Körper. Aber welche Wohlfühlkabine ist die richtige für Sie? Hier ein kurzer Überblick: Saunaanfängern wird die Biosauna (Sanarium) empfohlen, eine Mischung aus Dampfbad und Sauna. Diese erhitzt sich auf eine Temperatur von ca. 45 bis zu 60 °C, die Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 40 und 55 Prozent. In eine Bio­sauna können auch Kinder ab einem Alter von ungefähr vier Jahren mitgenommen werden. Im Gegensatz zur üblichen Sauna steht hier allerdings eher der Wohlfühl- und Entspannungseffekt als der Stärkungsfaktor im Vordergrund. Die finnische Sauna ist ein Raum aus Holz (meist aus Kiefer, Fichte oder Tanne) im Haus oder ein Blockhaus im Garten. Die Temperaturen betragen von ca. 70 bis 100 °C bei einer Luftfeuchtigkeit von ca. 10 Prozent. Um diese Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, werden sogenannte Aufgüsse gemacht. Dabei wird ein Schöpflöffel kaltes Wasser über die heißen Steine des Sauna­ ofens geleert. Das Wasser verdampft sofort. Um die Wirkung zu verstärken und damit sich dieser Dampf

schneller verteilt, kann auch noch mit einem Handtuch gewirbelt werden. Die abgeschwächte Variante des Schwitzens bietet ein Dampfbad. Bei einer angenehmen Temperatur zwischen 35 und 55 °C erreicht eine Dampfkabine aus Keramik, Kunststoff, Holz oder Marmor zugleich nahezu 100 % Luftfeuchtigkeit. Dampfbäder sind beliebt wegen ihrer entspannenden und regenerierenden Wirkung (Stoffwechsel). Die Anwendung mit gesundheitsfördernden Extrakten (Eukalyptus bei Erkältungen) stärkt bei regelmäßiger Anwendung von zwei bis drei Mal wöchentlich je 15 Minuten den Organismus. Noch immer ungebrochener Beliebtheit erfreuen sich die Infrarotwärmekabinen. Die Infrarotstrahlen erwärmen die Haut wie die Sonne oder ein Kachelofen. Diese Wärme wird direkt in den Körper geleitet und die Durchblutung der Haut angeregt. Die niedrigen Lufttemperaturen von 40 bis 50 °C und eine angenehme Luftfeuchtigkeit lassen den Körper sanft schwitzen. Dadurch kommt es zur Entschlackung, der Energiehaushalt wird optimiert, Muskelverspannungen lösen sich und auch Gelenksempfindlichkeiten können gelindert werden. Das Immunsystem wird gestärkt und Stress löst sich auf. Außerdem wirkt sich die niedrige Erwärmung durch die schonende Kreislaufbehandlung weniger belastend auf den Körper aus. Viele Modelle sind mit einer Farbtherapie und/oder Aromatherapie ausgestattet. Die schonenden Temperaturen machen die Infrarotwärmekabinen auch für empfindliche Menschen geeignet. Fast alle Kabinen gibt es als Bausätze zu kaufen. Achten Sie auch hier auf die Qualität!


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Woraus Wannen und Waschbecken gemacht sind – der große Materialcheck Materialbeschreibung

Vorteile

Nachteile

Mehr als 80 % aller Waschtische und WCs bestehen aus einer Mischung von Quarz, Ton, Feldspat und Kaolin, kurz gesagt Keramik. Diese Mischung wird in Formen gegossen, gebrannt und glasiert, damit eine harte Oberfläche entsteht, die glatt, wasserabweisend, kratzfest sowie säure- und laugenbeständig ist. Vorsicht ist bei Billigbecken geboten: Meist werden hier Schwermetalle, z. B. Blei, hinzugefügt und die Oberfläche ist nicht ganz ebenmäßig.

Dieses Naturmaterial gibt es in vielen Farben und es lässt sich gut reinigen.

Hochwertige Keramik ist teuer.

Email

Werden Badewannen und Duschtassen in Stahl geformt und danach überzogen, nennt man das Email.

Emailwannen und -tassen sind günstig, laugen- und säurebeständig. Kleinere Kratzer kann man mit flüssigem Email ausbessern.

Die Glasur kann bei stärkeren Stößen abspringen. Größere Risse sollte nur der Fachmann reparieren. Wenn man in eine Stahlwanne steigt, wirkt sie kalt im Gegensatz zu einer Acrylwanne.

Acryl

Acryl ist ein Kunststoff und hat in den letzten Jahren Email an Beliebtheit den Rang abgelaufen. Es ist relativ leicht und fühlt sich angenehm warm an. Gepflegt wird es mit einem weichen Schwamm oder weichen Tuch und einem Spülmittel.

Es ist in vielen Farben und Formen erhältlich. Leichte Kratzer kann man mit einer Möbelpolitur ausbessern.

Es zerkratzt leichter und hält nicht so lange wie Email oder etwa Porzellan.

Glas

Auch Glas liegt im Trend und ist in vielen Farben erhältlich. Das Material wird gehärtet, sodass bei ­sachgemäßer Benutzung keine Bruchgefahr besteht.

Glasbecken wirken sehr ästhetisch und edel.

Edelstahl

Neben Glas werden Edelstahl­ becken mit glänzender oder matter Oberfläche immer beliebter.

Edelstahl ist langlebig.

Holz

Auch Bade- und Duschwannen aus Holz werden vereinzelt angeboten. Meist sind es Hölzer wie die europäische Lärche, die nordamerikanische Redcedar (Rotzeder) oder der asiatische Bambus. Gerade diese Hölzer vertragen Feuchtigkeit sehr gut.

Sehr robust und ökologisch. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der sich warm anfühlt. Bei richtiger Pflege hält eine Holzwanne Genera­tionen lang.

Naturstein

Marmor und Granit sind Natursteine. Granit ist das härteste Gestein und dadurch sehr robust. Marmor ist ein Weichgestein und dem­entsprechend kratzempfindlich.

Naturstein ist ökologisch.

Keramik

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Man sieht jeden Wasserfleck. Das Material ist teuer und fühlt sich kalt an. Kratzer kann man nicht entfernen und die Pflege ist extrem aufwendig!

Sehr teuer.

Schwer, teuer und nicht säureresis­tent.


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So schön kann Wasser abfließen! TECEdrainprofile setzt ästhetisch Akzente und ist hochfunktional: Das hygienische Duschprofil aus Edelstahl lässt sich passgenau ohne seitliche Fliesenstücke in den Duschplatz einfügen und dort einsetzen, wo Sie es brauchen. In zwei attraktiven Ober­ flächenvarianten aus poliertem oder gebürstetem Edelstahl passt es sich auch optisch perfekt in die Duschausstattung ein. Clevere Details wie das innere Gefälle oder die werkseitig eingesetzte klickbare Dichtmanschette steigern die Hygiene und reduzieren den Montageaufwand. Die perfekte Lösung für Ihre Kunden – und für Sie. www.tece.at/entwaesserung

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Die beste Adresse für einen schönen Wellness-Tag: Ihre Eigene. KLAFS Sauna PURE, Sonnenwiese, Pendelliege SWAY, Ergometer.

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llein in Österreich verfügt KLAFS über ein flächendeckendes Vertriebsnetz und schafft mit einem Rundum-Service von der Grobkonzeption bis zur Feinplanung, vom Innenausbau bis zur Inbetriebnahme einzigartige und auf die Wünsche der Kunden maßgeschneiderte Entspannungsoasen. Die erfahrenen Mitarbeiter stellen eine umfassende und individuelle Beratung sicher. In den Kompetenzzentren in Wien, Graz, Hopfgarten und Salzburg lädt KLAFS mit großzügigen Showrooms dazu ein, tief in die Welt von Wellness und Spa einzutauchen und innovative Möglichkeiten für belebende

Entspannungsmomente zu entdecken. Privatkunden, Architekten, Hoteliers und professionelle Bad-Betreiber erleben dort aktuelle Trends und verlässliche Kompetenz. Auch in den KLAFS-Vertriebsstützpunkten Linz und Klagenfurt ist persönliche Beratung groß geschrieben. Mehr als 30.000 Referenzen in österreichischen Hotels, Fitness-Studios, Freizeitbädern und privaten Wellness-Oasen belegen die hohen Qualitätsansprüche des Marktführers. Darüber hinaus gelingt es KLAFS in schöner Regelmäßigkeit überraschende Neukonzeptionen vorzustellen. Mit dem Sanarium® prägte KLAFS


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die heutige Saunakultur: fünf verschiedene Badeformen in nur einer Sauna geben den Trend zur Erlebnisvielfalt auch in der privaten Spa-Oase vor.

KLAFS setzt die WellnessTrends von morgen Wie KLAFS Innovationen umsetzt zeigt auch die jüngste Präsentation der neuen Sauna S1. Wer sich den Traum einer privaten Sauna erfüllen wollte, der brauchte bisher den entsprechenden Platz. Und dieser Platz ließ sich nach dem Einbau auch nicht mehr für andere Zwecke nutzen. Bis jetzt! Denn die Entwickler von KLAFS haben ein ganz neues Saunakonzept realisiert. Der entscheidende Clou an dieser Sauna ist ihr minimaler Platzbedarf. Im komplett eingefahrenen Zustand ist die S1 gerade einmal 60 Zentimeter tief - wie ein herkömmlicher Schrank. Per Knopfdruck entfaltet sich die S1 in nur 20 Sekunden zu einer annähernd drei Mal so tiefen Sauna mit Platz für die Familie. Die Innovation Infrarotkabine S1 ist dank neuartiger Technologie im geschlossenen Zustand nur 45 cm tief. Als mobiles System kann die S1 bei einem Wohnungswechsel problemlos mit umziehen. Nicht nur die Kundschaft, sondern auch die Fachwelt ist begeistert, so hat die Sauna S1 mit dem iF DESIGN AWARD, dem Red Dot Design Award und dem Golden Wave bereits namhafte Auszeichnungen errungen.

Gerade für Menschen mit Atemwegsbeschwerden gibt es die Microsalt-Anwendung.

Natürliche Hilfe gegen Atemnot. Mit der patentierten Microsalt-Anwendung von KLAFS lässt sich jetzt auch daheim bequem und einfach Trockensalznebel inhalieren. Damit atmen auch Menschen mit Atemwegsbeschwerden und Pollenallergiker besser durch.

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Wohnzimmer Früher die gute Stube, ist das Wohnzimmer heute neben der Küche der wichtigste Aufenthaltsraum in unseren vier Wänden. Alles Wichtige zur Einrichtung – von Stauraum bis zum kuscheligen Sofa – erfahren Sie hier. 190

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eben Regalen und Hi-Fi-Möbeln sind die Sitzmöbel das Auffälligste und wohl auch Tonangebendste in einem Wohnzimmer. Erster Tipp von uns: Achten Sie auf die Größe von Sofa und Co. Ist die Sitzlandschaft zu groß und womöglich auch noch dunkel, „erschlägt“ sie den Raum. Ist sie hingegen zu klein gewählt, lassen Gemütlichkeit und Entspannung rasch zu wünschen übrig. Mindestens genauso wichtig wie die Größe: der Sitzkomfort. Sind

Bank oder Fauteuil sehr weich, kann man sich zwar kurzfristig super darauf breitmachen, langfristig wird Ihr Kreuz aber heftig rebellieren. Zu hart ist auch nicht gut, weil auf Dauer ungemütlich. Nehmen Sie sich Zeit beim Einkaufen und nützen Sie die Gelegenheit zum Probesitzen. Funktionsmodelle mit verstellbaren Rücken- und Fußteilen sind zwar teurer als starre, aber diese Investition rechnet sich allemal. Keinesfalls sollten Sie Sitzmöbel aus dem Katalog kaufen.


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Flexibel eingerichtet Einbauschränke, verschraubte Wohnzimmerwände und klobige Eckbänke gehören der Vergangenheit an. Heute kauft man fürs Wohnzimmer Modulmöbel, also Regalwände, die sich je nach Geschmack in verschiedener Form und Größe einfach und schnell zusammenstecken lassen und dabei ganz ohne Nagel oder Schrauben auskommen. Die Sessel sind auf Umzugskartongröße zusammenfaltbar, der Esstisch wird vom kleinen

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Bistromöbel mit nur wenigen Handgriffen und ohne Werkzeug zur riesigen Tafel für die ganze Familie. Sehr praktisch sind auch Multifunktionsmöbel: von der Couch zum Bett in wenigen Sekunden, ein drehbarer Raumteiler, der als Regal wie auch als Garderobe mit Spiegel fungiert, oder der Hocker, der durch Aufklappen zum CD-Ständer wird. Ein Möbel – mehrere Funktionen. Flexibel, anpassungsfähig, modular – den Designern gehen die Ideen nicht aus und Sie brauchen weniger Möbel. Gerade im Wohnzimmer können Sie so den Raum unkompliziert und schnell der Gästezahl und dem Anlass anpassen.

Beleuchtung im Wohnzimmer Für das Wohnzimmer mit durchschnittlich 20 Quadratmetern Grundfläche sind mindestens drei, besser noch fünf Leuchten empfohlen. Das individuelle Beleuchtungskonzept entsteht im Ergebnis der Überlegung, wie viel Licht zu welchem Zweck an welchem Platz gebraucht wird: • Licht an der Sitzgruppe: Hier sollten alle Leuchten dimmbar sein. Denn nur so lässt sich die Helligkeit der Stimmung anpassen. Wand-, Tisch- oder Stehleuchten, die als Leseleuchten eingesetzt werden, ermöglichen eine individuelle Einstellung, wenn ihr Arm dreh- und schwenkbar ist und der Reflektor verstellt werden kann. • Licht zum Lesen: Ob Schreiben, Basteln oder Lesen – Wohnräume, die für unterschiedliche Arbeiten genutzt werden, müssen über die Allgemeinbeleuchtung hinaus zusätzlich beleuchtet werden. Tätigkeit und Sehaufgabe bestimmen Leuchtenart und Beleuchtungsstärke. Je kleiner die Details, desto besser muss die Beleuchtung sein. Auch das Alter der Menschen

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muss dabei berücksichtigt werden. Ein 60-Jähriger benötigt die doppelte Beleuchtungsstärke, um die gleiche Sehschärfe wie ein 20-Jähriger zu erzielen. Unser Tipp: Greifen Sie gerade bei Leseleuchten zu warmweißem Licht, Halogenleuchten eignen sich hier nicht sehr gut. • Licht zum Fernsehen: Zum Fernsehen sollten alle Leuchten so ausgerichtet sein, dass keine störenden Reflexe auf dem Bildschirm entstehen. Reflexe erzeugende Leuchten nah vor dem Bildschirm werden gedimmt oder bleiben aus-

geschaltet. Für die Aufhellung der Wandpartien rund um den Fernseher eignen sich zum Beispiel hinter dem Gerät angebrachte Wandleuchten. Doch nicht nur sie alleine, sondern zusätzliche Leuchten im Raum einschalten! Denn große Helligkeitsunterschiede zwischen Bildschirm und Raumumgebung strengen die Augen übermäßig an. • Akzentbeleuchtung: Außer seiner funktionalen Aufgabe hat Licht atmosphärische Wirkung. Erst wenn es nicht immer gleich hell ist, also nicht immer alle Leuchten gleichzei-

tig eingeschaltet sind und das Licht gedimmt werden kann, entfaltet sich eine wohnliche Lichtatmosphäre. Auflockernd wirkt eine Akzentbeleuchtung, beispielsweise von Bildern, Skulpturen, Regalen oder Vitrinen. Einfach ausrichten lassen sich Strahler an Seil- und Stangensystemen oder Stromschienen; anders als fest installierte Strahler sind sie flexibel, Bilder können umgehängt, Skulpturen umgestellt und nach dem Ortswechsel wieder beleuchtet werden. Speziell für die Anstrahlung von Bildern gibt es Bilderleuchten.

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Erholung im Schlafzimmer Rund ein Drittel seines Lebens verbringt der Mensch im Bett. Grund genug, den Raum, in dem wir uns zur Ruhe betten, auf die persönlichen Bedürfnisse abzustimmen. Hier erfahren Sie wichtige Details.

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as Schlafzimmer ist der Raum, in dem wir wohl die meiste Zeit unseres Lebens verbringen, immerhin verschlafen wir ein Drittel unseres Lebens – und das meist in einem Bett im Schlafzimmer. Neben aller Individualität gelten genau aus diesem Grund einige Faustregeln für die Planung dieses Raums. Erster und wichtigster Grundsatz: eine giftfreie Wohnumgebung. Achten Sie also bei Mobiliar, Textilien, eingesetzten Materialien und Baustoffen und so weiter stets auf die einwandfreie und gesundheitlich unbedenkliche Qualität! Diverse Umweltzeichen geben Ihnen rasche Auskunft darüber, ob die ausgesuchten Dinge unbedenklich sind oder nicht.

Raumplanung Das Bett sollte nie direkt vor dem Fenster stehen (Zuggefahr und kompliziertes Handling) – unter einem Dachfenster mit Blick in die Sterne ist hingegen wunderbar! Über die idealen Farben fürs Schlafgemach streiten die Experten. Pastelltöne, vorzugsweise Blau und Grün, und helle Bettwäsche wirken beruhigend und fördern den gesunden Schlaf, kräftige Farbtöne im Rotbereich hingegen beflügeln das ­Sexualleben. Also: entweder – oder! Obwohl Kunststoffe immer weiter verbessert werden und optisch von Naturmaterialien oft kaum mehr zu unterscheiden sind – im Schlafzimmer haben PVC, Kunstharz und Konsorten

© Toa Heftiba/Unsplash

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10 Tipps für Schlaflose 1. Hören Sie entspannende Musik. 2. Nehmen Sie ein heißes Bad. 3. Trinken Sie Milch mit Honig. 4. Essen Sie nicht zu spät. 5. Kein lesen/fernsehen im Bett. 6. Erst schlafen gehen, wenn Sie wirklich müde sind. 7. Erfinden Sie ein Schlafgehritual. 8. Gehen Sie abends spazieren. 9. Entfernen Sie evtl. die Pflanzen.

keit bei. Nicht immer entsprechen optisch moderne Möbel dem tatsächlich vorherrschenden Trend, denn der umfasst neben angesagtem Design auch den Nutzungskomfort. Die Möbel für das Schlafzimmer sollten möglichst aus Massivholz sein, mit geölten oder gewachsten Oberflächen, Metall sollte man weitgehend vermeiden. Teppiche,

Vorhänge, Bettwäsche usw. sind bevorzugt aus Naturfasern gefertigt. Viele reagieren auch empfindlich auf Elektrosmog. Er lässt sich mit einem Netzfreischalter vermeiden. Gönnen Sie auch Ihrem Handy eine nächtliche Ruhepause und verbannen Sie es ebenso aus dem Schlafzimmer wie den Radiowecker. Auch Fitnessgeräte haben im Schlafzimmer nichts verloren.

Grundausstattung Was in keinem Schlafzimmer fehlt, ist ein Bett,

© Grüne Erde

gar nichts verloren. Besser, Sie greifen zu Naturmaterialien. Holzböden etwa sind einfach zu reinigen und daher hygienischer, Teppichböden hingegen gemütlicher. Für Wand und Decke wären Lehmputze und -farben am idealsten, weil sie die Luftfeuchtigkeit am besten regulieren können und das Raumklima erheblich verbessern. Auch die Beleuchtung hat einen hohen Stellenwert in diesem Raum. Die richtige Lichtfarbe trägt genauso wie die Dimmbarkeit der Lampen maßgeblich zur Gemütlich-

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Nachtkästchen und ein Schrank zur Kleideraufbewahrung. Da sich die Schlafgewohnheiten der Menschen mit zunehmendem Alter ändern, sollte man sich überlegen, ob man tatsächlich ein französisches Bett (ein Bettgestell mit einer Doppelmatratze) anschafft oder besser zwei Betten, die man zusammenschieben und so als Doppelbett nützen kann. Die geteilten Matratzen haben mehrere Vorteile. Erstens ist eine Doppelmatratze sehr schwer und lässt sich allein kaum bewegen, drehen oder sauber machen. Der zweite Vorteil der geteilten Matratze liegt darin, dass sie jeweils an den Benützer anzupassen ist. Auch die Betteinsätze können bei zwei unabhängigen Bettgestellen passgenau ausgewählt und eventuell verstellt werden. Um die sogenannte „Besucherritze“ zwischen den Betten zu schließen, gibt es entsprechende Latexstreifen. Wer mag, soll bei geöffneten Fenstern schlafen, ansonsten sollte vor dem Zubettgehen zumindest eine Stoßlüftung von rund zehn Minuten erfolgen. Über Zimmerpflanzen zur Luftverbesserung im Schlafraum gehen die Meinungen auseinander. Das liegt daran, dass Grünpflanzen nur bei Tageslicht Sauerstoff abgeben, in der Dunkelheit aber selbst welchen aufnehmen. Da aber nicht jeder Mensch gleichermaßen darauf reagiert, ist es einen Versuch wert. Lassen Sie sich beraten, welche Pflanzen sich bei den vorhandenen Raumbedingungen wohlfühlen und welche für einen Schlafraum geeignet sind. Duft ist tabu!

dürfnissen anpassen, der Lattenrost soll flexibel sein, punktgenaue Unterstützung bieten und trotzdem nachgiebig sein. Bei einer wirklich guten Matratze kann auf eine federnde Unterlage verzichtet werden. Da reicht meist ein gewöhnlicher Rolllattenrost aus. Die Abstände zwischen den Latten sollten nicht zu groß sein, sonst drückt die Matratze durch. Sinnvoll ist ein Abstand um die fünf Zentimeter. Die ideale Matratze hingegen soll Ihren Bewegungsapparat in der Ruhephase stützen, sich anschmiegen, luftdurchlässig, atmungsaktiv und schadstofffrei sein. Ob Federkern, Rosshaar oder Latex – wesentlich ist, dass die Matratze genau auf Sie und Ihr persönliches Schlafverhalten abgestimmt ist. Nehmen Sie sich zum Matratzenkauf ruhig ein paar Wochen Zeit, erkunden Sie das aktuelle Preis- und Produktangebot, warten Sie eventuell Abverkäufe ab. Wichtig bei der Entscheidungsfindung ist das Probeliegen. Viele wissen gar nicht, welche Härte oder Elastizität ihnen guttut. Grundsätzlich gilt zwar, je mehr Kilo, desto härter die Matratze. Verallgemeinert kann das aber nicht werden, denn letztlich zählt immer das Wohlbefinden. Ähnliches betrifft auch die Flexibilität bzw. Rückfederung der Matratze. Wichtig: Die Wirbelsäule sollte beim Liegen eine gerade Position einnehmen. Matratzenschoner gibt es aus Baumwolle, Schafwolle, Frottee, mit oder ohne Durchlaufschutz.

Qualität darf kosten

Das Schlafzimmer sollte ein ruhiger Raum mit guter Verdunklungsmöglichkeit sein. Rechnen Sie mit mindestens

Das Duo Lattenrost und Matratze muss sich Ihren persönlichen Be-

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Für den perfekten Schlaf

7,5 m2 Raumfläche pro Person, um einen guten Sauerstoffaustausch zu gewährleisten. Lüften Sie jeden Morgen und Abend ausgiebig. Achten Sie bei der Wahl der Ausstattung auf natürliche Materialien. Auch eine zu grelle Wandfarbe kann die Schlafqualität negativ beeinflussen, lieber pastellig streichen. Auch Oberflächen wie Böden sollten aus natürlichen Materialien beschaffen sein. Befreien Sie Ihr Schlafzimmer von Elektrosmogquellen, Luftgiften und geopathischen Störzonen. Achten Sie auf eine ideale Raumtemperatur (16–18 °C) sowie Luftfeuchtigkeit (50– 60 %). Die Liegefläche des Bettes sollte im Optimalfall mindestens 35 cm über dem Boden sein. Die größte Staubbelastung befindet sich bis zu 20 cm über dem Boden. Achten Sie auch bei der Bettausstattung auf natürliche Materialien und Produkte, die ein orthopädisches Liegen bzw. Schlafen garantieren. Die verarbeiteten Materialien sollten metallfrei und möglichst unbehandelt sein. Zudecken und Kissen sollten ebenfalls mit reinen Naturfüllungen bestückt sein. Hier bietet sich Schafschurwolle sehr gut an. Diese nimmt überschüssige Feuchtigkeit schnell auf und gibt diese zeitverzugslos an die Raumluft wieder ab. Auch hält diese wohlig warm, sorgt für ein harmonisches Bettklima oder entfaltet eine kühlende Wirkung in heißen Nächten. Die ideale Bettbreite beträgt zwischen 90 und 100 cm. Die optimale Bettlänge ergibt sich aus der Körpergröße des Schläfers plus 20 cm Freiraum. Das Bett sollte vorzugsweise von Norden (Kopfbereich) nach Süden (Fußbereich) ausgerichtet sein. Diese Ausrichtung ergibt sich aus dem natürlichen Erdmagnetfeld.


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© FamVeld/Shutterstock

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Kinder- & Jugendzimmer Die Räume für den Nachwuchs sollten funktionell sein, den Bedürfnissen des jeweiligen Lebensabschnitts entsprechen und die Fantasie anregen. Kinder wollen sich bewegen und herum­toben. Hier nun, worauf Sie bei Planung und Einrichtung achten sollten.

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in normales Kinderzimmer ist im Durchschnitt nur acht bis zehn Quadratmeter groß und damit viel zu klein. Wen wundert es, dass Kinder durch das ganze Haus stürmen, wenn sie in so einem beengten Raum Platz finden müssen? Statt in ein großes und geräumiges Kinderzimmer zu investieren, stecken viele Hausherren ihr Geld in ein repräsentatives Wohnzimmer, in eine hypermoderne Küche oder in eine innovative Multimediaanlage, was sie in den folgenden Jahren meistens bitter bereuen.

Vorausschauende Planung Ein Kinderzimmer richtig zu planen heißt, mit Voraussicht auf Jahre etwas zu entwerfen, das jederzeit einen Wechsel zulässt. Denn Kinder wachsen

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und ihre Bedürfnisse entwickeln sich in verschiedene Richtungen weiter. Der Raum sollte so hell und groß wie möglich sein. Zimmer von 15 bis 20 m2 mit Fenstern an zwei Seiten des Raums sind ideal. Kinderzimmer müssen vielseitig und vor allem kindgerecht ge­ plant werden. Denn schließlich spielen, arbeiten und schlafen die Kleinen. Auch sollte es ein Rückzugsort zum Entspannen sein. Ein gutes Kinderzimmer „wächst“ mit dem Kind mit. Es ist nicht nur Babyraum mit Wickeltisch, sondern wird mit den Jahren vom Kinderparadies zum Jugendzimmer. Ein wesentlicher Punkt ist, dass sich ein Kind in seinen eigenen vier Wänden auch wirklich wohlfühlen soll. Das bedeutet Mitspracherecht bei der Gestaltung des Raums. Denn nur so kann sich der kleine Bub


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oder das kleine Mädchen fantasievoll entfalten und sein Zimmer als Wohlfühlort empfinden.

dingt schalldämmend wirken und stürzende Bausteine und hüpfende Bälle viel Lärm verursachen. Teppichböden dämmen zwar den Farben & Materialien Schall und sind auch kuscheliger und Nicht nur die Größe, auch die Ausstat- wärmer, aber dafür flitzen Spielautos tung und die Gestaltung des Kinderzim- nicht mehr und die regelmäßige Reinimers entscheiden, ob der Sprössling gung, um die man nicht herumkommt, sich gerne darin aufhält. Es beginnt mit ist viel schwieriger. So gesehen eignen dem Anstrich, der schadstofffrei sein sich Bodenbeläge wie Linoleum oder sollte. Gerade im Wandbereich lieben Kork noch am besten für das KinderKinder bunte Farben. Weiße Wände zimmer – leicht zu reinigen, tritt- und wirken kahl und unfreundlich. Sehr be- auch spielsicher. liebt bei Kindern ist die Farbe Rot. Sie Ein weiterer Punkt ist die Elektroeignet sich im Vollton allerdings nicht installation im Raum. Hier wäre eine für große Flächen, daher ist es sinnvoll, Netzfreischaltung von Vorteil, die über kräftige Farbtöne mit pastelligen zu Nacht die Stromzufuhr und damit den kombinieren. Elektrosmog im Zimmer unterbricht. Ein buntes Zimmer wirkt farbenfroh, Um dem Raum für ein Baby eine und das fördert die Kreativität, es kann ruhige Note zu verleihen, sollte der jedoch schnell überladen und unruhig Anstrich oder die Tapete pastellfarwirken. Hier gilt oft: „Weniger ist mehr.“ ben gehalten sein. Ob Rosa, HimmelDamit Farben gut zur Geltung kommen blau, Lindgrün oder Hellgelb kommt können, ist Licht von Bedeutung. Am auf den Geschmack der Eltern an. besten ist Tageslicht geeignet, aber Beruhigend auf das Kind wirkt am wenn man davon – aufgrund zu kleiner ehesten noch Lindgrün. Wichtiger Fenster – zu wenig hat, kann man mit als die Nuance sind allerdings die einer starken Deckenbeleuchtung nach- Bestandteile der Wandfarbe oder der helfen. Diese sollte nicht zu grell aus- Tapete. Gerade bei der empfindlichen fallen und sich Konstitution eines eventuell dim- Gute Kinderzimmermöbel Babys sollten die men lassen. wachsen mit & lassen sich Materialien absoDie Qualität lut schadstoffarm des Bodens, ob flexibel an Alter und Größe sein. Hier darf auf der Kleinen anpassen. Teppich, Linolekeinen Fall gespart um, Kork, Lamiwerden. Besser nat oder Parkett, ist ebenfalls von Be- weniger Spielsachen als eine billige deutung. Auch hier sollten Materialien Wandfarbe oder Tapete. verwendet werden, die so schadstoffSpätestens wenn das Kind in die arm wie möglich sind. Der Boden sollte Schule kommt, soll das Zimmer nicht außerdem strapazierfähig und gut zu nur als Spiel-, sondern auch als Arreinigen sein. Kinder lieben Holzböden beitszimmer eingerichtet werden. Ein – schon deswegen, weil Spielautos und Schreibtisch mit einer flexibel verstellalles, was rollt, freie Fahrt haben. Der baren Arbeitsplatte sollte am besten Nachteil ist aber, dass sie nicht unbe- in der Nähe eines Fensters unterge-

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Sicherheit geht vor! Typische Gefahrenquellen vermeiden: Das geeignete Gitterbett hat einen Gitterabstand von maximal 12 Zentimetern. Vorhänge mit Kordeln oder Schnüren sollten von dort nicht erreichbar sein. Der Wickeltisch muss groß, mit abgerundeten Ecken und einer Sturzsicherung ausgestattet sein. Sämtliche Steckdosen müssen mit im Handel erhältlichen Steckdosenschützern ausgestattet werden und Sessel, Regale oder Kommoden haben vor Fenstern nichts verloren!

bracht werden, damit genug Tageslicht einfällt. Auch bei der Einrichtung des Arbeitsplatzes sollte der Sprössling mitbestimmen dürfen, wie und wohin welcher Gegenstand kommt. Damit fördert man nicht nur die Selbstständigkeit, sondern erweckt Freude auf die Vorbereitung für die Schule. Gerade Schulkinder sind sehr kreativ in der Gestaltung ihrer „eigenen vier Wände“. Je älter das Kind bzw. der Jugendliche wird, desto mehr Selbstständigkeit darf vorausgesetzt werden. Jetzt sollten die Möbel aus Kindertagen endgültig der Wohnwelt eines Heranwachsenden weichen. Der Jugendliche sollte sein Zimmer komplett nach seinen Vorstellungen mitplanen und einrichten dürfen. Das schafft Vertrauen und Selbstvertrauen. Bei den meisten Heranwachsenden wird allerdings eine leichte Lenkung nötig sein.

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© Kari Shea/unsplash

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Arbeiten im Homeoffice Arbeiten von zu Hause – dank Internet und flexibleren Arbeitgebern für viele inzwischen Alltag. Wenn Sie auch zu den Heimarbeitern gehören, aber noch nicht wissen, wie Ihr Heimbüro aus­ sehen soll: Hier ein paar Tipps.

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oraussetzung für gute Arbeitsbedingungen und die entsprechende Arbeitsleistung im Homeoffice ist ein übersichtlicher und vollständig ausgestatteter Arbeitsplatz mit Telefon, PC oder Laptop samt allen Peripheriegeräten, ein ausreichend großer Schreibtisch sowie Ablagemöglichkeiten und Regale.

Separater Raum bevorzugt Wer bis zu zehn Stunden oder mehr am Schreibtisch sitzt, braucht schon ein Raumklima mit Wohlfühlqualität. Das erreichen Sie nur, wenn Standort, Lichteinfall, Luftgüte, Wandfarben, Fußboden, Möbel und eventuelle Grün­oasen eine stimmige Harmonie ­ ergeben, sowohl optisch als auch energetisch. Wählen Sie für Ihr Homeoffice also un-

bedingt einen Raum, in dem Sie Fenster für eine ausreichende Tageslicht- und Sauerstoffzufuhr haben, und achten Sie darauf, von welcher Seite das Licht einfällt. Gerade wenn Sie viel handschriftlich zu tun haben, sollte der Lichteinfall bei Rechtshändern von links, bei Linkshändern von rechts kommen. Arbeiten Sie hingegen vorwiegend am Bildschirm, sollte dieser keiner Spiegelung ausgesetzt sein. Die Raumbeleuchtung besteht idealerweise aus einer professionellen Büroleuchte mit Leuchtstoffröhren in Tageslichtqualität. Das Gleiche gilt für die Schreibtischlampe.

Materialwahl und Gestaltung Bodenbeläge aus Kunststoff sollten Sie vermeiden, da es zu heftigen elektrischen Aufladungen kommen kann,


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wenn Sie mit dem Bürosessel hin- und her rollen. Außerdem tun Sie der empfindlichen Elektronik Ihres Computers nicht gerade gut. Es gibt spezielle Teppiche, die extra für Büros entwickelt wurden. Sie sind allerdings nur im Fachhandel bestellbar und nicht billig. Besser ist, wenn Sie sich für einen Linoleum-, Holz- oder Korkboden entscheiden. Darauf fühlen Sie sich sommers und winters wohl. Stein- oder Fliesenböden sind nur zu empfehlen, wenn Sie darunter eine Fußbodenheizung haben – oder gerne dicke Socken tragen. Wählen Sie für den Schreibtisch, die Regale und Kastensysteme am besten Holz. Unbehandelte, ökologische Massivmöbel halten nicht nur viel länger als Billigware, auch Ihrer Gesundheit bringt das nur Vorteile. Ein ordentlicher Schreibtischsessel darf ebenfalls nicht fehlen. Der Küchenstuhl eignet sich nur bedingt zum Sitzen über mehrere Stunden. Was beim Kauf zu beachten ist, haben wir in der Infobox für Sie zusammengefasst.

Ohne Technik geht’s nicht Unangefochtener Platz eins auf der Bedarfsliste: genügend Steckdosen. Nichts ist nerviger, als erst den Drucker ausstecken zu müssen, um sein Handy zu laden oder in einem Salat aus mehreren Verlängerungskabeln zu sitzen. Die Erfahrung zeigt übrigens, dass man letztendlich immer mehr braucht, als man vorgesehen hat. Besorgen Sie sich also am besten gleich einen entsprechenden Kabelkanal mit Überlastungsschutz für Spannungsspitzen und Blitzeinschlag. Computer, Mobiltelefon, Drucker, Scanner und so weiter: Im Büroalltag sind Sie dem Elektrosmog verstärkt ausgesetzt. Um diese Einflüsse ein wenig zu minimieren, achten Sie darauf, die Geräte,

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die Sie gerade nicht brauchen, auszuschalten, und lüften Sie regelmäßig. Es gibt auch Ausbauplatten, welche die in der Wand verlegten Leitungen abschirmen, aber Vorsicht: Diese Platten schirmen auch die Wellen ab, die Sie für einen guten Handy- und Internetempfang und damit für Ihre Arbeit brauchen!

Ein ordentlicher Arbeitsplatz Schreibtische für eine Raumecke, die von vielen Möbelhäusern als „platzsparend“ angeboten werden, sind de facto nur eine Notlösung. Mit dem Gesicht zur Wand zu sitzen führt nämlich, wie das sprichwörtliche „Brett’l vor dem Kopf“ zu Energieund Denkblockaden. Auch mit dem Rücken zur Türe zu sitzen erzeugt bei vielen Menschen ein unbehagliches Gefühl. Besser ist es, entweder mit dem Rücken zur Wand oder aus einer Ecke in den Raum hinein bzw. zur Türe hin zu sehen. Direkt vor ein Fenster sollten Sie sich übrigens nur setzen, wenn Sie sich nicht allzu leicht ablenken lassen. Vielfach genügt ein kleines Kasten­ büro, wo Computer mit Bildschirm oder Laptop, Drucker und die wichtigsten Schreib- und Archivutensilien Platz finden. Der Vorteil: Am Ende des Tages schließen Sie die Türchen, klappen die Schreibtischplatte hoch und können auch optisch zum Feierabend übergehen. Achten Sie auch auf die Größe des Schreibtischs. Es ist kontraproduktiv, wenn Sie ständig aufstehen und irgendwelche Unterlagen hin und her schlichten müssen.

Regale, Kästen & Co Nirgendwo anders im Haus sind ausgeklügelte Ordnungssysteme so wich-

Kauftipps: Bürostuhl • gute Polsterung für ergo­ nomisches Sitzen • Bezugsstoff mit hoher ­Scheuertourenzahl • Netzrücken für Vielschwitzer • wenn Leder, dann nur hochwertiges mit natürlicher Gerbung • stufenlos verstellbare Sitzhöhe • schwenkbare Lehne • verstellbare Armstützen • schonende Kunststoffrollen

tig wie am Arbeitsplatz. Chaoten vollbringen zwar oft geniale Leistungen, aber sie verlieren die Hälfte der Zeit durch ständiges Suchen. Um Ordnung zu halten, braucht man in erster Linie genügend Stauraum. Wie viel hängt nicht zuletzt von Ihrer Tätigkeit ab. Wie beim Schreibtisch gilt: Holz ist das ideale Material für Regale und hat vor allem den Vorteil, dass man mit geringen Bordmitteln ein gekauftes System relativ einfach in Eigenregie erweitern kann. Sie sollten aber immer bedenken, dass Papier sehr schwer ist, die Möb­ lage also stabil sein muss. Prüfen Sie daher, wie fest das Mauerwerk ist, an dem Sie die Regale befestigen wollen. Wie stark ist der Putz und was liegt dahinter? Ziegel oder Beton? Oder ist es womöglich doch Gipskarton, der für Belastungen nicht perfekt geeignet ist? In jedem Fall ist eine Probebohrung dringend anzuraten, denn von der Art und Qualität des Untergrunds hängt die Wahl des Dübels ab.

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© Alesia Kazantceva/unsplash

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Wichtige Nebenräume Bei der Planung des Hauses werden der Vorraum und Nebenräume wie Speis oder Wirtschaftsraum oft stiefmütterlich behandelt. Sehr zu Unrecht, bedenkt man, wie intensiv sie genützt werden.

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ie Haustür geht auf, die Schultasche fliegt in eine, die Jacke in die andere Ecke. Kennen Sie das? Aber schieben Sie den Schwarzen Peter nicht immer den Kindern zu, denn die meisten Erwachsenen schenken dem Entree ihres Hauses ebenfalls keine Aufmerksamkeit.

Vorraum Ob Vorzimmer, Flur oder Diele genannt, Fakt ist, dass dieser Bereich das Erste ist, was man sieht, wenn man das Gebäude betritt. Er sollte Sie oder Ihre Gäste doch herzlich willkommen heißen. Bedeutet, man sollte nicht über herumliegende Schuhe, Schultaschen oder abgestellte Müllsäcke stolpern, sondern in einen ordentlichen, hell beleuchteten und liebevoll gestalteten Raum treten.

Die Realität sieht meist anders aus, weil fehlender Stauraum das Chaos programmiert. Schon bei der Bauplanung sollte man also den Vorraum möglichst großzügig bemessen und wenn möglich für die Garderobe eine Mauernische einplanen. Die meisten Vorräume sind klein und fensterlos, umso wichtiger ist es, helle Wandfarben zu verwenden und für eine gute Beleuchtung zu sorgen. Der Fußboden sollte pflegeleicht und unbedingt rutschhemmend ausgestattet sein. Mündet die Treppe zur oberen Etage in den Vorraum, lässt sich der Raum darunter oft als Stauraum nützen!

Nutzräume Neben den sogenannten Wohnräumen befinden sich in einem Haus auch


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WOHNEN

Räume, die zu bestimmten Tätigkeiten sorgungsleitungen wie Stromanschlüsgenutzt werden oder eben nicht einem sen (vielleicht auch mit einem kleinen längeren Aufenthalt dienen sollen. In TV-Gerät) und auch einem Wasseranmanchen Wohnungen oder Häusern schluss und -abfluss ausgestattet sein. ist der Übergang von Wohn- zu Nutz- In vielen Häusern liegt der Hauswirträumen fließend, schaftsraum in vielfach führen sie der Nähe der EinEine Speis gehört zu aber ein stiefmütgangstüre. Aus jeder Küche. Der kleine terliches Dasein. technischer Sicht Vorratsraum ist extrem Sie werden zwar ist das sicherlich praktisch & lässt in der als wichtig empder vernünftigste Küche mehr Platz. funden, sind aber Platz, denn er selten wirklich ist meistens mit herzeigbar. Darüber hinaus werden sie einem Fenster ausgestattet. Das ist oft zweckentfremdet genützt oder en- günstig, da gerade durch Waschmaschiden als chaotische Rumpelkammer. ne und Trockner eine gewisse LuftfeuchDabei sollten Nebenräume genauso tigkeit entsteht. Diese sollte auch entwie alle anderen Räume des Hauses weichen können, da es sonst auf Dauer ergonomisch genau geplant werden. zu Schimmelbildung kommen kann. Wo im Haus sie liegen, wie groß sie Planen Sie in solchen Räumen daher sind und ob es ausreichend Strom- immer auch die Möglichkeit zum Lüften anschlüsse gibt, bestimmt in weiterer ein, am besten mittels Fenster. Liegt Folge, ob sie sinnvoll genützt werden der Wirtschaftsraum im Kellergeschoß, können und damit andere Räume tat- muss ebenfalls für die entsprechende sächlich entlasten. Be- bzw. Entlüftung gesorgt sein.

Platz für Hausarbeiten

Abstellraum

Wo auch immer möglich, sollte ein Hauswirtschaftsraum unbedingt eingeplant werden. Er bietet den permanenten Platz für alle Arbeiten, die mit der Wäschepflege zu tun haben. Denn Wäsche zum Trocknen im Badezimmer oder der Bügeltisch im Wohnzimmer sind nicht nur unschön, sondern auch unpraktisch. Meistens werden in einem Wirtschaftsraum eine Waschmaschine, ein Wäschetrockner, ein Waschbecken und die Bügelstation eingeplant. Sinnvoll wäre auch, Stauraum für Putz- und Waschmittel, Kleingeräte wie Bügeleisen, Staubsauger, Werkzeuge und Wäschebehälter sowie einen Arbeitsplatz für Näharbeiten vorzusehen. Vor allem sollte er mit genügend Ver-

In den meisten Häusern gibt es zwar einen, meist herrscht hier aber das totale Chaos. Der Abstellraum sollte aber nicht als Rumpelkammer dienen, sondern den Bewohnern jederzeit die Möglichkeit geben, schnell auf Gegenstände zuzugreifen, die man vielleicht nur ein- bis zweimal im Jahr braucht. Er sollte funktionell ausgestattet sein. Am besten mit Regalen, die bis zur Decke reichen.

Speisekammer Last but not least wäre noch die gute alte Vorratskammer zu empfehlen. Sie ist idealerweise neben der Küche platziert, gut durchlüftet, ohne Sonneneinstrahlung und nicht beheizt, aber

gedämmt, für die etwaige Kühlhaltung bestimmter Lebensmittel. Ein Stromanschluss für eine Tiefkühltruhe oder einen Weinschrank sollte auf jeden Fall vorhanden sein. Offene Regale, Flaschenhalterungen und Gemüsekörbe sollten bei der Einrichtung ebenfalls nicht fehlen.

Grundrissplanung Welche Räume wohin? Die Anordnung der Zimmer erfolgt in der Planungsphase und sollte folgendem Prinzip gerecht werden: Sämtliche Wohnräume wie Küche, Wohnzimmer, Esszimmer, aber auch Schlafzimmer und Arbeitszimmer sollten immer nach Süden und Westen orientiert sein, während die sogenannten Neben- und Nutzräume eines Hauses nach Norden schauen dürfen.

Alternative Erdkeller Die Speisekammer ist zu klein oder nicht kühl genug? Eine Möglichkeit wäre, einen sogenannten Erd- oder Naturkeller in Ihrem Haus anzulegen. Dafür sollte ein Teil des Kellergeschoßes verwendet werden. Erdkeller haben einen Boden, der Kontakt zum Erdreich herstellt, sodass die ihn umgebende Luftfeuchtigkeit des Erdreichs und dessen niedrige Temperatur ungehindert in den Lagerraum eindringen können. Weil es dort feucht und kühl ist, eignen sich Erdkeller besonders zur Lagerung von Gemüse wie Kartoffeln, Karotten, Kraut.

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© Lukas Blazek/Unsplash


GARTEN&

AUSSENANLAGEN


© Paradise On Earth/Shutterstock

GARTEN 

Strom & Licht im

Außenbereich Elektroinstallationen und Leitungsverläufe unter freiem Himmel müssen anderen Anforderungen gewachsen sein, als im Inneren. Was Sie bei der Planung und Verlegung in diesem „Feuchtraum“ beachten müssen. 206

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trom und Feuchtigkeit vertragen sich nicht, und da im Garten Feuchtigkeit durch Gießwasser, Regenwasser und eventuell Teich oder Pool Standard ist, müssen sämtliche Installationen mit feuchtraumgeeigneten Produkten ausgeführt werden! Auch sind bestimmte Sicherheitsvorkehrungen im Bereich der Elektroanschlüsse im Außenbereich einzuhalten: Verwenden Sie nur hochwertige, geprüfte Geräte und Materialien, Kabel, Leitungen, Steckdosen und Geräte dürfen nur von Profis verlegt und angeschlossen werden und Sicherheitseinrichtungen zur Abschaltung von Stromkreisläufen sind Pflicht.

Elektrokabel korrekt verlegen Sämtliche Elektrokabel im Außenbereich sollten als Erdkabel verlegt werden. Damit bei Arbeiten und Spielen im Garten nichts beschädigt wird, werden die Kabel mindestens 60 Zentimeter unter der Erde, am besten in einem Sandbett, verlegt und mit Ziegelsteinen sowie einem PVC-Warnband abgedeckt. Besonders wichtig: Verwenden Sie ausschließlich als Erdkabel gekennzeichnete Stromkabel (z. B. PVC-isolierte Kunststoffkabel). Ergänzend sind passende wassergeschützte Anschlussdosen und Fittings, wie z. B. Bögen und Endtüllen, im gut sortierten Handel vorrätig. Das Material ist berührungsschutzsicher, säurebeständig, resistent gegen Öle oder ätzende Dämpfe sowie besonders druck- und temperaturfest. Dreipolige Ausführungen werden für den Anschluss nur eines Gerätes verwendet, die fünfpoligen Erdkabel können für Elektrogeräte und Außensteckdosen verwendet werden. Werden Kabel im Außenbereich über Erdniveau verlegt und bieten somit eine

Angriffsfläche für Haus- und Wildtiere, müssen diese durch einen Schutzschlauch gesichert werden, der möglichst nicht durchgebissen werden kann. Kabelverbindungen und Elektroboxen müssen außerdem wasserdicht vergossen werden, um Kurzschlüsse zu verhindern. Normale Verlängerungskabel und Kabeltrommeln als Anschlussmöglichkeit im Garten sind keinesfalls zu empfehlen und eher nur als Notlösungen anzusehen. Wenn keine Alternative besteht, sollten sie auf jeden Fall nur dort verwendet werden, wo sie witterungsgeschützt liegen. Sicheren Zugang zu Strom bieten hingegen die sogenannten Energiesäulen, senkrecht stehende und wasserdicht abgedeckte Verteilerleisten mit drei bis sechs Anschlüssen. Hier ist genügend Platz, um mehrere Elektrogeräte anzuschließen, und sie lassen sich auf fast jedem Untergrund im Außenbereich stabil aufstellen bzw. montieren. Sie werden über Gummimantelkabel im Erdreich – idealerweise in Sand oder zumindest in steinfreiem Boden – verlegt und sind direkt an die elektrische 230-Volt-Installa­ tion des Wohnhauses angeschlossen. Werden im Garten fest installierte, elektrisch betriebene Geräte genutzt, z. B. eine Pumpe am Teich oder für die Regenwasserzisterne, müssen diese über einen eigenen Stromkreis an die elektrische Anlage des Hauses angeschlossen und entsprechend abgesichert werden.

Licht im Garten Lampen und Leuchten werten Ihren Garten optisch, aber auch praktisch und ästhetisch auf. Je nach Einsatzort und Nutzen lassen sich verschiedene

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Lichtbereiche unterscheiden: • Eine gute Außenbeleuchtung sorgt für Sicherheit und Orientierung. Haustür, Eingangsbereich, Gartenweg, Vorplatz und Stufen sollten gut und am besten mit Bewegungsmeldern ausgeleuchtet sein. Die hier verwendeten Leuchten müssen feuchtigkeitsdicht und leicht zu reinigen sein. Im besten Falle lässt sich die Außenbeleuchtung auch direkt vom Hausinneren aus steuern. • Damit Sie sicheren Schrittes durch Ihren Garten kommen, braucht es auch eine Wegbeleuchtung, für die Sie zu Wand- und Standleuchten greifen sollten. Längere Wegführungen lassen sich auch gut mit blendfreien, niedrigen Pollerleuchten flankieren. Zur Orientierung empfehlen sich blendfrei abgeschirmte Leuchten. • Eine gute Kombination aus flächiger Ausleuchtung und einem nicht zu hellen oder schlecht orientierten

Wichtig: FI-Schalter Für alle Stromkreise außerhalb des Hauses, z. B. auf Terrassen, in Gartenlauben, bei Teich oder Pool, sind Fehlerstromschutzschalter gesetzlich vorgeschrieben. In den Sicherungskasten eingebaut, begrenzen sie von dort etwaige Fehlerströme, die beim Kontakt mit spannungsführenden Anlagen durch einen Körper fließen, auf eine ungefährliche Zeitdauer. Sie sind ein effizientes Mittel zur Vermeidung von gefährlichen Strom­ unfällen und dienen zusätzlich der Brandverhütung.

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Licht ist die Kunst einer gelungenen Terrassenbeleuchtung. Ist es zu punktuell gesetzt oder einfach zu schwach, sieht man beim Abendtrunk mit Freunden sein Gegenüber nicht mehr, ist es hingegen zu grell oder schlicht ineffizient platziert, wird die gemütliche Abendstimmung zerstört. Am geeignetsten sind hier fest installierte Wandleuchten, Downlights, Strahler und Pollerleuchten. • Beleuchtete Treppen sind das A und O, um eine typische Stolperfalle im Garten auszumerzen. Moderne Lösungen können blendfrei im Handlauf installiert oder direkt in die Setzstufen integriert werden. Wandbündig eingebaute Leuchten verbreiten ein besonders angenehmes Licht. • Die Kombination von Licht und Wasser ist besonders effektvoll. Sie haben bei der Pool- und Teichbeleuchtung jede Menge Möglichkeiten, wunderbare Lichtstimmungen entstehen zu lassen. Von Schwimmleuchten über Unterwasserleuchten bis zu Spots, die in die Poolumrandung eingelassen sind. • Beleuchtete und damit in Szene gesetzte Skulpturen, Objekte und interessante Elemente wie Spiegel geben dem Garten in der Dunkelheit eine besondere Ausstrahlung. Einbaustrahler sind für solche Beleuchtungsakzente nahezu ideal. Sie können überall dort eingesetzt werden, wo kein Beleuchtungskörper sichtbar sein soll oder die Leuchte bei der Gartenarbeit oder beim Rasenmähen behindern würde. Eine gute Möglichkeit, Lichtakzente zu setzen, bieten die sogenannten LED-Steine. Sie werden wie herkömmliches Pflaster verlegt, die

Kabelverbindungen werden durch Zusammenpressen der Anschlussklemmen und anschließendes Isolieren mit dem Vulkanisierungsband wasserdicht. Aufgrund ihrer hohen Belastungsfähigkeit können sie auf Wegen, Terrassen, Vorplätzen etc. eingesetzt werden.

Lichtmanagement im Garten Welche Flächen sollen ausgeleuchtet werden, wo dient das Licht der Sicherheit, wo der Deko? Welche Leuchten passen wohin und wie schaut es mit den E-Installationen dort aus? Dass nur Leuchten zum Einsatz kommen dürfen, die dezidiert für den Außenbereich ausgewiesen sind, versteht sich von selbst. LEDs sind die perfekte Wahl (Langlebigkeit, Verbrauch), doch auch Kompaktleuchtstoff- und Energiesparlampen arbeiten wirtschaftlich. Zeitschaltuhren, Bewegungsmelder und Däm­ merungsschalter steuern einzelne Lampen oder Gruppen und ermöglichen kunstvolle Lichtspiele. Bewegungsmelder ersparen Ihnen die Schaltersuche und schrecken unerwünschten Besuch ab. Mit digitalen Steuerungsmechanismen können Sie Ihre Gartenbeleuchtung unkompliziert planen. Überall dort, wo kein Stromanschluss in der Nähe ist, sind Solarleuchten die erste Wahl. Sie laden sich am Tag auf und schalten sich in der Dämmerung ein. Danach spenden sie bis zu acht Stunden Licht. Aber: Selbst die hochwertigsten unter ihnen müssen passen, wenn die Sonne nicht ausreichend scheint. Tageslicht allein ist hier zu wenig. Aus diesem Grund sollten die der Sicherheit dienenden Leuchten netzgebunden sein.


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Wasser im Außenbereich Die Planung für sämtliche Wasseranschlüsse sowie Teich oder Pool im Garten sollte zeitgleich mit der Hausplanung erfolgen, damit die dafür nötigen Grabungsarbeiten aus­geführt werden können, so lange Bagger und Konsorten noch zur Verfügung.

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in Garten ohne Wasser ist undenkbar, die Möglichkeiten, es in Szene zu setzen und zu nutzen, sind vielfältig. Hier ein Überblick:

Biotop und Schwimmteich Bevor Sie sich an den Bau eines Teichs oder Pools machen, sollte der Standort gewählt werden. Wie viel Platz haben Sie überhaupt in Ihrem Garten zur Verfügung? Wo stimmen Abstände zu Grundstücksgrenze, Nachbarn und Haus? Wo sind die besten Licht-, Wind- und Schattenverhältnisse gegeben? Wenn Sie sich bei diesen Fakten nicht sicher sind, fragen Sie am besten bei einem Experten nach, er wird Ihnen mithilfe eines detaillierten Plans oder Fotos helfen können. Nicht das eigene Schwimmvergnügen, sondern die Schaffung einer

besonders reizvollen Umgebung für Lebewesen aller Art ist Ziel der Anlage eines Zierteichs oder Biotops, die als Folienbecken oder mit gemauerter Wanne ausgeführt sein können. Am besten legen Sie den Gartenteich mit unterschiedlichen Wassertiefen und ausgedehnten Uferzonen an. Erkundigen Sie sich bei unseren Profis über die passenden Pflanzenfamilien der verschiedenen Bereiche – auf dem Wasser, unter Wasser oder entlang der Uferzone. Ideal sind auch Holzdecks, von denen aus die tieferen Zonen erreicht werden können – hier halten sich besonders gerne die Kaulquappen oder Molche auf. Abgerundet wird das Ganze durch einen kleinen, angelegten Bachlauf, der mit seinem angenehmen, beruhigenden Plätschern für die akustische Umrahmung und auch die re-


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© Zurijeta/Shutterstock

GARTEN

gelmäßige Sauerstoffzufuhr zum Teichwasser sorgt. Von der Anlage eines Schwimmteichs, vielleicht sogar in die Biotoplandschaft integriert, profitieren auch Sie. Die Luxusvariante des Gartenteichs erfordert eine Mindestfläche von etwa 100 m2 und sollte an der tiefsten Stelle zumindest zwei Meter und eine entsprechende Filterzone aufweisen. Gebaut wird der Schwimmteich zumeist aus einem Fertigbecken oder einem Folienteich. Das „ökologische“ Badevergnügen ist mit einem gefliesten, chlorwasserbefüllten Swimmingpool für viele absolut nicht zu vergleichen.

Doch lieber den Pool? Biotop oder ökologisches Schwimmvergnügen hin oder her, für viele Gartenbesitzer ist und bleibt ein eigener Swimmingpool das Optimum. Vorgefertigte Becken werden als Pools eingesetzt, die hochwertigen Modelle aus Poly­äthylen oder aus GFK haben dabei den gemauerten und gefliesten Becken den Rang abgelaufen. Was den Pool in erster Linie vom (Schwimm)Teich unterscheidet, ist wohl die Technik. Neben einem leistungsstarken Filter und eventuell einer Gegenstromanlage ist meist auch eine entsprechende Wasserheizung (Solarheizung) einzuplanen. Ein komfortabler Ein- und Ausstieg, eine möglichst rutschfeste Beckenumrandung mit entsprechendem Wasserablauf und eine moderne Abdeckung runden das Schwimmvergnügen im eigenen Garten ab. Poolrandsteine werten das Wasserbecken nicht nur optisch auf, sie stellen auch einen wichtigen und unumgänglichen Sicherheitsfaktor dar. Das Material muss frostsicher und witterungsbeständig, pflegeleicht, langlebig und vor allem rutschfest sein. Geeignet sind

zahlreiche Steinarten – vom Kalkstein, Granit, Travertin über Sandstein bis zu Kristallmarmor und Quarzit. Die Auswahl in Form, Farbe und Oberflächenbeschaffenheit ist riesig!

Gießen und Bewässern Mit dem Gartenschlauch Trinkwasser zu vergießen, sollte heutzutage nicht unbedingt die erste Wahl sein – auch wenn wir in einem Land leben, dessen Wasservorkommen groß sind. Sie haben jedoch andere Möglichkeiten, Rasen, Beete und Blumen zu bewässern.

Regenwasser Es rinnt von Dächern und Terrassen über Regenrinnen und Fallrohre meist direkt in eine Sickergrube oder in die Kanalisation. Installiert man ein Regenwassersammelsystem werden in den Fallrohren „Umleitungen“ aktiv, die das Regenwasser direkt Richtung Sammeltank leiten. Auf dem Weg dorthin passiert das Wasser einen Grobfilter, in dem Blätter und sonstige Verschmutzungen hängen bleiben, sowie den sogenannten beruhigten Zulauf. Danach sammelt es sich in einer Zisterne, einem im Freien aufgestellten, im Keller platzierten oder einem unterirdisch verlegten Tank(system). Hier setzen sich gelöste Feinstoffe als Sediment am Boden ab. Je nach Behältergröße muss dieses alle fünf bis zehn Jahre entfernt und der Behälter gereinigt werden. Die Wasserentnahme erfolgt über einen Überlauf mit Siphon. Tank oder Zisterne sollten Reserven für mindestens zwei Wochen aufnehmen können. Doch es gibt auch ein Zuviel des Guten. Ist das Volumen zu klein, sinkt der Wirkungsgrad der Anlage, ist die Anlage aber zu groß ausgelegt, kann es durch zu lange Standzeiten des Wassers zu hygienischen

Belastungen und Geruchsproblemen kommen. Die durchschnittliche Verweildauer des Wassers sollte nicht mehr als vier Wochen betragen, sonst besteht die Gefahr der Keimbildung. Als Richtwert kann von einer durchschnittlichen Speichergröße von 1 bis 1,5 m3 pro Person ausgegangen werden. Vor der Planung der Anlage sollte eine genaue Berechnung der Speichergröße durchgeführt werden. Diese ist abhängig von der Dachfläche, dem Niederschlagsangebot und den jeweiligen Verbrauchsdaten. Regenertrag, Regenbedarf und die optimale Speichergröße errechnet man, indem die projizierte Dachauffangfläche (in m2) mit dem Jahresniederschlag (in l/ m2) und dem Abflussbeiwert multipliziert wird (Regenertrag = Dachfläche x Niederschlag x Abflussbeiwert). Das Resultat gibt Auskunft über die Regenwassermenge, die theoretisch über das Jahr verteilt zur Verfügung steht, wobei etwaige Verluste, z. B. durch das Anspringen des Überlaufs, nicht berücksichtigt sind. Die projizierte Dachfläche ist die Grundfläche des Hauses, unabhängig ­ von der Neigung bzw. der Dachform. Der Niederschlagswert gibt die örtliche Jahresniederschlagsmenge an. Er ist aus Niederschlagskarten abzulesen oder beim zuständigen Gemeindeamt bzw. bei der Zentralanstalt für Meteorologie zu erfragen. Der Abflussbeiwert ist ein Maß für das Rückhaltevermögen des Dachmaterials. Je kleiner er ist, umso mehr Wasser wird vom Dachmaterial aufgenommen bzw. verdunstet. Der Wert für glasierte Tonziegel beträgt 0,9, Schiefer und Betonsteine haben 0,8, für ein Flachdach mit Kiesschüttung liegt er bei 0,6 und ein begrüntes Flachdach schlägt mit 0,4 zu Buche. Wird nun der Regenertrag der im Haushalt benötigten Regenwassermenge

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GARTEN 

(= Wasserbedarf) gegen­ übergestellt, so entspricht der jeweils kleinere Wert der Dimensionierung des Speichers.

rung der Schmutzfracht im häuslichen Ab­wasser.

Grauwassernutzung

Das Grauwasser wird gesammelt und der Reinigungsstufe zugeführt. Die Sammlung erfolgt im Haus in Kunststofftanks, von wo das Grauwasser durch einen eigenen Wasserkreislauf zu den Verbrauchsstellen transportiert wird. Unterteilt wird in Anlagen, die für den Einbau in kleinen Wohneinheiten geeignet sind und nur eine geringe Menge an Grauwasser für die Toilettenspülung bereitstellen, sowie Anlagen mit einem großen Speichervolumen. Hier ist eine biologische Reinigung des Wassers erforderlich. Aus Sicherheitsgründen ist eine nachträgliche Entkeimung des Grauwassers nach der biologischen Reinigungsstufe zu empfehlen. Gute Erfolge werden hier mit UV-Ent­keimungsanlagen erzielt. Und eine Membranfiltration mit feinporigen Filtern hält selbst Bakterien, die nur eine Größe von 0,001 mm haben, zurück. Das bevorratete Klarwasser wird genauso wie bei einer Regenwasseranlage zu den Toiletten gefördert. Die Verteilung im Haushalt sollte durch spezielle Pumpenanlagen erfolgen. Das Grauwasser wird über ein eigenes Rohrsystem abgeleitet. Wird die im Wasser enthaltene Energie durch Wärmetauscher zurückgewonnen, ist auf möglichst gut dämmendes Rohrmaterial zu achten. In der Praxis bewährt haben sich dickwandige Kunststoffrohre aus PE-HD. Zum Schutz der Gesundheit, für die Sicherheit sowie für eine problemlose Wartung sollten auch Umschalt- bzw. Absperrmöglichkeiten geschaffen werden, um den Grauwasserstrom direkt in die Kanalisation einleiten zu können. Grauwasseranlagen werden ebenfalls auf die benötigten Volumenströme ab-

Als Grauwasser wird fäkalienfreies, gering verschmutztes Abwasser bezeichnet, das beim Duschen, Händewaschen, Baden anfällt. Auch das Waschmaschinenwasser fällt in die Kategorie Grauwasser. Ausgenommen werden muss hingegen Küchenabwasser wegen seiner hohen Belastung mit Fetten und Speiseabfällen. Gerade für Objekte, in denen gewohnt wird oder wohnähnliche Bedingungen herrschen, ergibt sich eine gute Möglichkeit, dieses Abwasser zum Beispiel direkt für die Toilettenspülung zu verwenden. Die Nutzung des Grauwassers erfordert dabei die getrennte Ableitung der Abwässer etwa von Dusche, Badewanne und Handwaschbecken zur Grauwasseranlage hin. Durch Recycling und Wiederverwendung von Grauwasser können bis zu 38 Prozent des in einem durchschnittlichen Haushalt notwendigen Trinkwassers ersetzt werden. lm Vergleich zur Nutzung von Regenwasser hat Grauwasser eine Reihe von Vorteilen, die zu berücksichtigen sind: Das Grauwasser fäIlt im Haus unabhängig von Niederschlägen kontinuierlich an. Seine Nutzung bietet somit eine hohe Versorgungs­sicherheit. Die Menge und die Qualität des Grauwassers sind konstante Größen, die sich gut kalkulieren lassen. Darüber hinaus lässt sich die bei der Warmwasseraufbereitung eingesetzte Energie zumindest teilweise wieder aus dem Grauwasser zurückgewinnen. Der ökologische Nutzen liegt nicht nur in der Verringerung des Bedarfs an Trinkwasser, sondern auch in einer Entlastung der Kläranlagen und in einer Verringe-

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Und so funktioniert’s

gestimmt. So gibt es diese Technologie für die Kelleraufstellung im Einfamilienhaus bis hin zum Komplettsystem inklusive Pumpe, welches im Stahltank integriert und in der Erde vergraben wird.

Grundwasser Es wird mithilfe eines Brunnens gefördert, die Methoden sind vielfältig. Am besten für die Gartenbewässerung geeignet und im privaten Bereich am beliebtesten ist der Schlagbrunnen. Er kann auch selbst gebaut werden. Dazu werden Metallrohre in den Boden getrieben. Das Vorbohren mit einem Erdbohrer erleichtert diese Arbeit. Das erste Metallstück hat eine spezielle Spitze, die den Boden durchdringt und verdrängt. Hinter der Spitze sind Öffnungen angebracht, über die das Wasser in das Rohr eindringen und hochsteigen kann, sobald die wasserführende Ebene erreicht ist. Wird die Luft über dem Wasser von einer Pumpe aus dem Rohr gesaugt, steigt das Wasser bis an die Oberfläche und kann von dort aus verteilt werden. Pro: ideal zur Gartenbewässerung und Tierversorgung. Kontra: Schlagbrunnen sind nicht länger als sieben Jahre nutzbar. Schachtbrunnen hingegen werden mit Betonringen (bis zu 150 cm ø), die in die Erde gegraben werden, nach und nach auf Grundwassertiefe gebracht. Diese sollte aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr als zehn Meter betragen. Das Grundwasser dringt durch die untersten, gelochten Ringe über eine Kiesschüttung nach oben und kann dann mittels Tauchpumpen­ system oder Zieheimer an die Oberfläche gefördert werden. Um Verunreinigungen des Wassers zu vermeiden, sollte auch für eine passende Abdeckung gesorgt sein. Seine Vorteile: Das Wasser wird durch Schlitze im Mauerwerk gefördert und er eignet sich aufgrund seiner Optik perfekt


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GARTEN

Gestaltungselement

Voraussetzungen

Kosten & Pflege

Wichtiges

Teich

mittelgroßer Garten

mittel bis hoch

perfekt im Naturgarten, ökologischer Lebensraum und „Forschungszentrum“

Schwimmteich

viel Platz und Stromanschluss im Garten

teuer und mittlerer Pflegeaufwand

natürlicher Badespaß, z­ usätzlich Lebensraum für zahlreiche Tiere, absichern nicht vergessen!

Wasserbecken

Abwasseranschluss im Garten

je nach Größe gering bis hoch

besonders schön in formalen und (kleinen) Stadtgärten

Bachlauf

Gefälle oder Hang, Auffangbecken oder Teich, Stromanschluss für Pumpe

mittlere Kosten & eher kleiner Pflegeaufwand

perfekt im naturnahen Garten

Wassertreppe

Gefälle, Wasserbecken & Stromanschluss

mittelteuer, geringer Pflegeaufwand

geeignet für formale, geometrische Gärten und auch bei wenig Platz möglich

Wasserfall

mind. 50 Zentimeter ­ öhenunterschied, StromH anschluss & Auffangbecken (Teich)

mittelteuer, geringer ­Pflegeaufwand

bringt Dynamik in den Garten, geht auch in schattigen Bereichen

Quellsteine

Auffangbecken & Strom­ anschluss

günstig & kein hoher ­Pflegeaufwand

belebt Innenhof- und kleine Stadtgärten, ideal für Wasserbecken

Schalen, Tröge, Tränken mit Wasser

gering bis mittelhoch

regelmäßiger Wasserwechsel nötig, verdunstet schnell, für jede Gartengröße geeignet

als Zierbrunnen. Sein Nachteil: Schachtbrunnen können nur bis maximal zehn Meter Tiefe gebohrt werden. Beim Bohrbrunnen wird das Bohrrohr durch die wasserführende Schicht des Grundwassers hindurch bis auf den Grundwasserträger abgesenkt und danach wieder hochgezogen. Im Grundwasser verbleibt ein gelochtes oder geschlitztes Filterrohr, an das sich ein vollwandiges Rohr bis zur Erdoberfläche anschließt, durch welches das Wasser gefördert wird. Der Durchmesser eines Bohrbrunnens kann, je nach Wasserbedarf, zwischen 10 cm und zwei Metern betragen. Theoretisch ist es möglich, jede Tiefe zu bohren. Vorteilig ist

der geringe Erdaushub, der nötig ist, und dass er aufgrund der Bohrtiefe auch als Trinkwasserbrunnen nutzbar ist. Ganz unkompliziert wird es mit automatischen Bewässerungsanlagen. Angeboten wird eine Fülle von Systemen und Einzelprodukten, die entweder an das öffentliche Wasserleitungsnetz oder an einen Brunnen respektive die Regenwasseranlage angeschlossen werden. Die Regnertechnik bietet eine unschätzbare Zeitersparnis, weil die Anlage die Bewässerungsaufgaben zu vorprogrammierten Zeiten erledigen kann. Das gewährleistet die Langlebigkeit der Pflanzen, die durch regelmäßiges Gießen keinen Feuchtig-

keitsschwankungen oder Trockenperioden mehr unterliegen. Außerdem kommt es zu einer nicht unerheblichen Kostenersparnis, denn durch die gezielte Programmierung bzw. Installation sinkt auch der Wasserverbrauch. Jeder begrünte Bereich erhält die benötigte Wassermenge. Eingebaute Feuchtigkeitsfühler melden der Anlage zudem, wenn es geregnet hat, also nicht mehr gegossen werden muss. Wichtig für eine gute Anlage sind ein ordentlicher Beregnungsplan und die dazugehörige Leitungsführung – vom Profi erstellt. Ob Bodenbewässerer, Versenksprühregner, Drehstrahlversenkregner oder Getriebeversenkregner – die Auswahl ist groß.

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GARTEN 

Wichtiges zur Wassernutzung

Sprühregner werden oberirdisch installiert, Versenkregner sitzen unter der Erdoberfläche und werden nur sichtbar, wenn sie der Wasserdruck aus dem Boden hebt. Sinnvoll sind auch Wassersteckdosen für zusätzliche Schlauchanschlüsse. Wichtig bei den im Erdreich verlegten Düsen ist, dass sie bodeneben montiert werden, um Beschädigungen beim Rasenmähen zu vermeiden. Mit einigem Geschick lässt sich so eine Anlage selbst verlegen, für die Planung sollten Sie aber einen professionellen Berater hinzuziehen.

Entwässerunganlagen Zu den Be- und Entwässerungsanlagen zählen neben der Wasserzuführung von der öffentlichen Wasserleitung bzw. der Ableitung in das öffentliche Kanalnetz auch die verschiedenen Pflanzenbewässerungen, eventuelle Zuläufe für Gartenteich, Bachlauf oder Pool sowie die Wasserabläufe von Terrasse oder Innenhof. Ganz wichtig ist eine funktionierende Kanalisation. Abwasserentsorgungs­anlagen umfassen alle Einläufe, Entlüftungen, Abwasserableitungen (Hausanschlussleitung) bis zur Übergabestelle und alle sonstigen Einrichtungen, die der Schmutzwasserentsorgung eines Grundstücks bzw. Objekts dienen. Die Hausanschlussleitung führt vom Schmutzwasserkanal des Kanalisationsunternehmens auf das Grundstück und dort bis zum Anschlusspunkt, an dem ein Kontrollschacht vorgesehen werden muss. Von da aus können Wartungsarbeiten des Hauptkanalrohrs leichter behoben werden. Ab dem Anschlusspunkt obliegen dann der Bau, die Erhaltung und der Betrieb der Hausanschlussleitung dem Kanalbenutzer. Nur eine fachgerecht ausgeführte und ordnungsgemäß gewartete Hauskanalisation kann Sie vor beträchtlichen Schäden schützen.

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Damit Regen- und Trinkwassernetze nicht verwechselt werden, müssen die Leitungen und Entnahmestellen für Regenwasser mit Warnschildern „kein Trinkwasser“ gekennzeichnet sein! Um nicht im ganzen Haus neue Leitungen legen zu müssen, verwendet man das Regenwasser, z. B. für die Waschküche im Keller, die Toi­lette und den Geschirrspüler im Erdgeschoß. Außen an eine Wand kommt ebenfalls ein eigener Wasserhahn, aus dem man das Regenwasser für den Garten, für die Autowäsche und die Reinigung der Terrasse entnimmt. Durch den Einsatz von Regenwasser im Haus können pro Person über 50 Liter Trinkwasser pro Tag bzw. etwa 20 m3 pro Jahr eingespart werden. In einem Vierpersonenhaushalt ergibt das 80 m3 (1 Kubikmeter sind 1000 Liter). Die Einsparung beträgt in diesem Fall 120 Euro pro Jahr auf der Basis eines Wasserpreises von 1,50 Euro pro m3. Ein Großteil unseres Nutz- und Trinkwassers stammt aus Grundwasservorkommen. Um die Qualität dieses Wassers zu sichern, ist eine sorgfältige Abwasserbehandlung unumgänglich. In dünn besiedelten Gebieten sind zentrale Großkläranlagen oft unwirtschaftlich, dezentrale Kleinkläranlagen können dann eine kostengünstige und darüber hinaus auch ökologisch sinnvolle Alternative bilden. Voraussetzung für den Einsatz einer Kleinkläranlage ist die Möglichkeit, die anfallenden gereinigten Abwässer in ein geeignetes Fließgewässer einzuleiten oder auf eigenem Grund zu versickern. Für kleinräumige Lösungen werden in der Regel Dreikammerfaul­ gruben zur mechanischen Reinigung des Abwassers verwendet: In der ersten Kammer wird die Fließgeschwindigkeit des Abwassers auf wenige mm/s verringert. Dabei sinken alle Stoffe, die schwerer als Wasser sind, langsam zu Boden. Sie machen etwa ein Drittel der Abwasserverschmutzung aus und bilden den Klärschlamm. Schwimmstoffe, also Stoffe, die leichter als Wasser sind, wie z. B. Fette, Haarballen u. a., werden durch Tauchwände in der ersten bzw. zweiten Kammer zurückgehalten und dort ab- bzw. umgebaut. Der so entstehende Fäkalschlamm geht mit der Bildung von Schwefelwasserstoff (Faule-Eier-Geruch) einher. In Faulgruben ist weiters mit der Entstehung von brennbaren und giftigen Gasen zu rechnen. Neben der mechanischen Vorreinigung findet in der Mehrkammergrube auch eine teilbiologische Abwasserreinigung statt. Da die biologische Abbaurate in einer Mehrkammergrube nur ca. 25 Prozent beträgt, muss anschließend noch eine biologische Reinigung erfolgen. Für diesen biologischen Um- bzw. Abbau der Abwasserinhaltsstoffe sind Bakterien verantwortlich.

Der Durchmesser der Anschlussleitung wird entsprechend der behördlich genehmigten Einleitmenge festgelegt und beträgt in der Regel mindestens 150 mm Nennweite. Als Material kommt HartPVC zum Einsatz, das nach ÖNORM B 5184 geprüft und spezifiziert sein muss. Für den Hauskanal sind Rohre in den Nennweiten 100, 125, 150 und 200 mm erhältlich, Straßenkanalrohre beginnen bei der Nennweite 250 und reichen bis zu

einem Innendurchmesser von 600 mm. Dazu gibt es ein umfangreiches Programm an Formstücken in allen gängigen Dimensionen. Die Rohre sind chemisch beständig, umweltverträglich, leicht, einfach und rasch zu verlegen, abriebfest, langlebig, stabil und dennoch flexibel. Nach dem Verlegen müssen sie von einer schützenden Sandschicht umgeben werden. Erst danach darf die Künette mit


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grobem Füllmaterial zugeschüttet und verdichtet werden! Dächer, Terrassen, Vorplätze und sonstige versiegelte Flächen entwässern üblicherweise durch Regenwasserrinnen und Fallrohre direkt in Sickergruben, Versickerungssysteme oder seltener in die Kanalisation. Bei einem Regenwasser­ system werden in den Fallrohren der Dach- und Flächenentwässerung Auf­fang­anlagen installiert, die das Regenwasser z. B. in Säulentanks hinter dem Haus oder in eigene Zisternen umleiten. Platten- und Pflasterflächen werden über ein leichtes Gefälle entwässert: Einseitige Gefälle werden übrigens vom Ge-

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bäude weg und zu einem Ablauf hin entwässert. Grobe Oberflächen sollten stärker abgeschrägt werden als glatte! Bei beidseitigem Gefälle kann das Wasser beidseitig in Rinnen oder versiegelte Flächen ablaufen. Achtung: Bei starken Regenfällen kann es zu einem Rückstau des Abwassers kommen. In diesem Fall sind alle unter Straßenniveau liegenden Geschoße gefährdet. Um Schäden auszuschließen, sollten Sie Ihren Hauskanal auf folgende Punkte untersuchen: Abwasserleitungen aus Geschoßen über Straßenniveau müssen dicht bis zum öffentlichen Kanalnetz geführt werden. Die Verschlüsse von Reinigungsöffnungen im Kanal müssen

wasserdicht verschlossen sein. Handelsübliche Putzstückdeckel bleiben auch bei erhöhtem Wasserdruck dicht verschlossen. Abwasserrohre aus Kellergeschoßen können mit einem Rückstaudoppelverschluss unterhalb des Straßenniveaus in den Hauskanal eingebunden werden. Jedoch ist für diesen Fall nur die Entsorgung von Abwässern ohne Fäkalien, etwa von einer Waschküche im Keller, zulässig. Abwasserrohre unterhalb des Straßenniveaus mit Fäkalien, beispielsweise von einer Toilette im Keller, sollten mithilfe von Pumpen angeschlossen werden. Diese sind oberhalb des Straßenniveaus an den Hauskanal anzubinden.

25. – 28. Jänner 2018  Messe Wien

ber Alles ü ds, autren B e u e n nz, effizie e i g r e En pa ome, S H t r a Sm ness. & Well

In Kooperation mit

IBO

Österreichisches Institut für Baubiologie und -ökologie

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Ebnen, pflastern & mauern Flächenbefestigungen müssen sorgfältig geplant werden. Schon allein deshalb, weil bei falschem Standort oder mangelhafter Ausführung Schäden auch für das Hauptbauwerk ent­ stehen können.

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errassen und Sitzplätze errichten, gegebenenfalls Hänge stabilisieren, Treppen bauen und Wege anlegen, den Pool einrahmen – das alles fällt unter den Begriff Flächenbefestigung und bedeutet, dass der natürliche Untergrund bearbeitet, verändert oder eben fixiert wird. Dazu wird meist ein Teil des Mutterbodens (wertvolle oberste Erdschicht des Bodens) abgetragen, durch Split und Sand ersetzt und verdichtet. Manchmal wird auch betoniert und dann mit einer neuen Oberfläche versehen. Die kann aus wetterunempfindlichen Hölzern oder unterschiedlichen Steinen bzw. Platten bestehen. Weniger oft als an eine Terrasse wird an zusätzliche Sitzplätze im Garten gedacht, obwohl erst diese die Gartenanlage strukturieren und ergänzen. Nicht für jeden Sitzplatz im Grünen ist eine Bodenbearbeitung notwendig, aber

manchmal aus gestalterischen und praktischen Gründen wünschenswert. Eine klassische Gusssitzgarnitur kommt auf einem künstlerisch gestalteten Rondeau besser zur Geltung als in der Wiese und auch die Hollywoodschaukel, die übrigens eine bemerkenswerte Renaissance erlebt, steht auf einem gepflasterten Fleckerl sicherer und stabiler. Ein weiteres Gestaltungshighlight sind Wege, die den Garten durchziehen, zu verschwiegenen Plätzchen führen oder eine Baumgruppe umrunden. Je nach Gartenstil können Wege gerade und sachlich geführt, aber auch romantisch mit alten Steinen, Ziegeln oder Natursteinplatten gestaltet werden. In jedem Fall sollte der Untergrund ebenso gut vorbereitet sein wie bei einer Terrasse oder einem Sitzplatz. Um Terrainunterschiede im Wegverlauf zu überwinden, wird manchmal


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DIY: Wege und Plätze pflastern

die Anlage einer Stiege notwendig oder optisch wünschenswert sein. Für Treppen gelten die gleichen Vorbereitungsmaßnahmen bezüglich Untergrund, allerdings sollten Treppen ab einem bestimmten Steigungsgrad fachgerecht fundamentiert werden. Darüber hinaus sollten Stufen breit genug und nicht zu hoch sein, um eine bequeme und sichere Nutzung zu garantieren. Achtung! Speziell für Stufen muss auf Rutschsicherheit des Belags geachtet werden und auch ein Handlauf ist anzuraten! Zieht sich das Gelände über einen Hang, kann eine sogenannte Hangbefestigung nötig sein. Welche Maßnahmen hier getroffen werden müssen, hängt ganz vom Untergrund ab – ein Fachmann muss dies beurteilen. Ist der Hang von Natur aus stabil, kann er natürlich bleiben oder z. B. mit bepflanzbaren Löffelsteinen verbaut und abgesichert werden. Steine oder Platten werden oft auch rund um einen Swimmingpool gewünscht. Dort muss die Verlegung besonders sorgfältig ausgeführt werden, da bei Benützung des Pools ständig Wasser auf die Fläche trifft, das entweder schnell versickern oder korrekt abgeleitet werden muss. Ist im Garten ein eigener Grillplatz – vielleicht sogar mit einem gemauerten Grill – geplant, sollte auch der, schon allein aus Sicherheitsgründen, sorgfältig fundamentiert und gepflastert werden.

Den richtigen Stein finden Der Begriff „Stein“ wird für jedes Objekt verwendet, das aus natürlichen, mineralharten Zusammensetzungen besteht. Er kombiniert Langlebigkeit und die Möglichkeit zur kreativen Gestaltung wie kaum ein anderes Material. Durch die unterschiedlichsten Oberflächenbehandlungen werden Natursteine für einen bestimmten

1. Die seitliche Einfassung stellt sicher, dass die Steine am Rand nicht wandern. Versetzen Sie die Steine in einem ausgehobenen Graben in etwa 10 bis 20 cm hoch eingebrachten Pflasterdrainbeton. Alternativ können Sie Randschienen in die Schottertragschicht einbringen. 2. Um die Bettung herzustellen, müssen Sie zuerst das Gefälle prüfen. Ziehen Sie mit einer Latte über zwei Formrohre eine gleichmäßig dicke und etwa 1,5 cm überhöhte Bettung auf der Feinplanie auf. Nicht verdichten oder betreten! Das Bettungsmaterial sollte verfärbungsfrei (Ausblühungen) und gewaschen sein. Auch die Kornabstufung ist relevant, damit der Fugensand nicht durchrieselt. 3. Verlegen Sie die Steine nach Anleitung flucht- und winkelgerecht mit Schnur und Latte. Halten Sie die angegebenen Fugenbreiten ein und verwenden Sie keine schadhaften Steine. Randsteine müssen mindestens halb so groß wie Normalsteine sein. Antike Steine mit Spaltgerät, alle anderen mit Nasstrennsäge anarbeiten! 4. Fugensand einkehren, einschlämmen und dann abkehren. Das Fugenmaterial muss verfärbungsfrei (Ausblühungen) und kornabgestuft sein, damit der Sand nicht in die Bettung einrieseln kann. 5. Getrocknete Steine werden mit einer Rüttelplatte mit Kunststoffgleitschuh längs und quer abgerüttelt. Bei eventueller Fugenvertiefung wird nochmals Fugensand eingekehrt, eingeschlämmt und abgekehrt.

Verwendungszweck entweder vorbehandelt oder endgefertigt. Geschnitten, geschliffen und hochglanzpoliert spiegeln sich dann die Endprodukte auf Wänden, Küchenarbeitsplatten, Badezimmerverkleidungen oder Tischplatten. Gesandelt, spaltrau oder scharriert begleiten sie uns trittsicher auf Stiegen und Treppen. Naturbelassen finden wir sie als Wegsteine, Ab- und Wegbegrenzungen oder einfach kunstvoll angelegt als japanische Steingärten. Als künstlerische Gestaltungselemente werden Natursteine auch für Wasserkugeln, Springbrunnen, Brunneneinfassungen oder Wasserwandverzierungen verwendet. Für den Außenbereich kommen natürlich nur frostbeständige Steine, u. a. Gneis, Granit, Pophyr, Quarzit und Schiefer in Betracht. Poröse Gesteine wie Sandoder Kalkstein hingegen sollten eher in geschützten Bereichen verwendet werden, da sie doch relativ schnell verwittern. Der typische Pflasterstein ist vor Beton und Asphalt einer der ältesten Wege-, Platz- und Straßenbeläge über-

haupt und er besteht vorwiegend aus behauenem Granit. Eine Variante davon ist das sogenannte Katzenkopfpflaster, bei dem die einzelnen Würfel nur etwa ein Viertel so groß sind. Kombinationen von beiden ergeben schier uneingeschränkte Gestaltungsmöglichkeiten. Als Kunststein bezeichnet man in unserem Sprachgebrauch all jene Produkte, die von Hand oder maschinell gefertigt werden. Selbst der oft verteufelte Beton, dessen Hauptbestandteil Zement aus den Rohmaterialien Kalkstein, Ton, Sand und Eisenerz besteht und schon von den alten Römern verwendet wurde, kommt letztlich aus der Natur und hat mit Künstlichkeit nicht wirklich etwas zu tun. Durch seine anfängliche Fließfähigkeit kann Beton aber in jede Form gegossen werden und somit auch künstlerischen Ansprüchen genügen. Betonsteine sind witterungsstabil, in unzähligen Farbvarianten und mit unterschiedlicher Oberflächenstruktur zu bekommen. Selbst auf Ziegel getrimmte Modelle mit Antikoptik sind keine Sel-

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tenheit. Bemerkenswert ist auch eine österreichische Entwicklung, nämlich die Beschichtung von Betonsteinen mit Teflon. Dadurch sind die Steine leichter sauber zu halten, farbintensiver und vor Verwitterung optimal geschützt. Klinker sind Ziegelsteine, die knapp unter der Schmelztemperatur gebrannt werden, sodass sich durch den beginnenden Sinterprozess die Poren des Brennguts schließen. Das Endprodukt ist widerstandsfähig, robust, frostbeständig und nimmt kaum Wasser auf. Die Rohmasse besteht aus Schamotte, verschiedenen Feldspatarten und meist rotbrennenden Tonen. Für Farbnuancen sind verschiedene Zuschläge verantwortlich. Neben seiner Anwendung im Innenbereich und als Hausfassade ist mit dem Klinker auch eine individuelle Gartengestaltung möglich. Klinkerziegel sind auf hohe Belastungen ausgerichtet, problemlos zu befahren und daher auch für Garagenaufund Zufahrten bzw. Abstellplätze prädestiniert. Darüber hinaus sind sie durch ihre spezielle Oberflächenstruktur weitgehend rutschsicher. Klinker erfreuen sich auch in Fliesenform höchster Beliebtheit. Ebenfalls bei Hochtemperaturen gebrannt, sind sie wegen ihrer Dichte und Härte frostsicher und hoch belastbar. Stranggepresste Klinker, die erst nach dem Brand gespalten werden, nennt man Spaltklinker. Aufgrund seiner roten, hellroten, rotbunten oder braunen Farbe hebt der Pflasterklinker übrigens einen mediterranen Stil hervor und unterstützt die Harmonie rund ums Haus. Die richtige Verlegung im Sand- oder Mörtelbett ist einfach und kann von kundigen Heimwerkern auch selbst vorgenommen werden. Fliesen sind künstlich hergestellte keramische Platten, die als Wand- und Bodenverkleidung sowohl im Innen- als auch im Außenbereich verwendet wer-

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den. Bei der Rezeptur einer Keramik sind neben Ton die wichtigsten Zuschlagstoffe Quarz, Kaolin und Feldspat. Je nach Verwendungszweck werden unter anderem auch Kalzit, Dolomite, Flussspat oder Schamotte beigemischt. Stein kann mit fast jedem Material verquickt werden, sodass auch unterschiedliche Stilrichtungen realisiert werden können. Stein mit Holz, mit Klinker, mit Alu, mit Glas, mit Eisen oder, wenn es passt, alles zusammen. Nur Stein mit Plastik würden wohl viele als unästhetisch empfinden. Zur Ehrenrettung des Kunststoffs muss man allerdings vermerken, dass es mittlerweile Plattenmaterial aus wetterresistenten Kunststoffen gibt, die optisch von Stein oder Holz erst auf den dritten Blick zu unterscheiden sind. Hänge, Neigungen und Böschungen, die an Wege und Plätze grenzen, welche sauber bleiben müssen, können mit speziellen Böschungs- oder sogenannten Löffelsteinen bestückt werden. Diese verhindern, dass nach Regen, schnellem Wuchs und Wind Pflanzenteile oder Erde auf die frei­zuhaltenden Wege fallen, sodass damit ein zusätzliches Säubern entfällt. Darüber hinaus können sie zur Absicherung gegen Hangrutsch eingesetzt werden. Angeboten werden Löffelsteine aus Beton, Kunststoff und kesseldruckimprägniertem (KDI-)Holz.

Gute Steinpflege Dort, wo die Natur sich mit ihren Komponenten optisch ansprechend arrangiert, wird eine zusätzliche Säuberung der Steine nicht unbedingt notwendig sein. Natürlich sollte dem Wildwuchs, dort, wo er nicht erwünscht ist, Einhalt geboten werden. Das kleine Pflänzchen, das jetzt nur einige Zentimeter zwischen den Bodenplatten herausguckt, kann sich in ein paar Wochen zu einem Bäumchen aus-

wachsen, das dann nur mit Mühe schadenfrei entfernt werden kann. Also haben Fugenkratzer durchaus ihre Berechtigung und sollten entsprechend verwendet werden. Für hartnäckigen Bewuchs gibt es elektrische Geräte, die mit Hitze den Wurzeln den Garaus machen. Bemoosungen sind zwar hübsch, haben aber auf Gehwegen aufgrund der Rutschgefahr nichts verloren! Ölflecken können mit chemischen Mitteln entfernt werden. Für alles andere ist im Normalfall der Gartenschlauch oder der Hochdruckreiniger ausreichend. Diverse Steinöle schützen vor Verschmutzung und verleihen dem Stein eine samtmatte Oberfläche.

Verlegung von Steinen & Platten Sie sollten so wenig Fläche wie möglich versiegeln, sondern Steine so im Sandbett verlegen, dass das Regenwasser versickern kann. Nur dort, wo eine Fundamentierung und Verklebung unbedingt nötig ist, wie etwa bei einer Terrasse, die unmittelbar an die Hausmauer grenzt, sollte sie auch durchgeführt werden. Anschlüsse seitlich und nach unten müssen dicht ausgeführt werden, ein entsprechendes Gefälle eingehalten und frostsicherer Klebemörtel verwendet werden. Da die Steinplatten der Witterung ausgesetzt, also thermisch beansprucht sind, sollten die Fugen breiter als im Indoorbereich sein und mit einer elastischen Fugenmasse geschlossen werden. Wird im Sandbett verlegt, muss der Untergrund geschottert und verdichtet werden. Auch im Sandbett sollten Steinplatten hohlraumfrei verlegt sein und mit passendem Sand eingekehrt werden. Bei Versiegelungen, wo sich das Wasser verlaufen muss, um keine gefährlichen Pfützen zu bilden, muss die Verlegung eine leichte Neigung Richtung Kanal oder Ablaufrinne aufweisen.


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Holz im Garten Nur wenige Holzarten sind von Natur aus witterungsresistent. Deshalb muss Holz für seine unterschiedlichen Einsatzbereiche im Freien besonders geschützt und immer wieder nachbehandelt werden.

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olz im Außeneinsatz zu schützen ist unabdingbar und kann auf zweierlei Arten erfolgen: konstruktiv und chemisch. Holzschutz beginnt also schon mit der richtigen Planung! Zielsetzung ist, die Feuchtigkeit im Holz so gering wie möglich zu halten. Diese konstruktiven Maßnahmen sollten immer vorangestellt werden, denn sie können die Haltbarkeit des Holzes wesentlich verlängern und die Verwendung von chemischen Holzschutzmitteln unnötig machen, zumindest aber erheblich reduzieren!

Ohne Holzschutz kommen nur einige Eichenarten, darunter die Mooreiche, Bangkirai, Robinie bzw. Akazie und Teakholz sowie die einheimische Lärche aus. Konstruktiven Holzschutz sollten aber auch diese Materialien erhalten. Alle anderen Arten brauchen regelmäßigen chemischen Holzschutz. Im Handel werden dafür diverse Holzschutzmittel angeboten, von denen nur wenige unbedenklich anwendbar sind. Achten Sie beim Kauf auf die entsprechenden Hinweise, wählen Sie unbedingt ein Produkt, das mit einem anerkannten


baup e rfe k t 2 0 1 8 © Gajus/Shutterstock

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Umweltzeichen versehen ist! Die Anwendung solcher Mittel erfolgt durch Streichen oder Sprühen. Achten Sie beim Verarbeiten auf die Hinweise des Herstellers!

Konstruktiver Holzschutz Die relative Feuchtigkeit von Bauholz sollte zum Zeitpunkt des Verbauens 20 Prozent in keinem Fall übersteigen. Holzbauteile lassen sich durch wirksame bauliche Maßnahmen, wie z. B. Hinterlüftung, gegen die Einwirkung von Feuchtigkeit schützen. Schalungen und Verkleidungen sollten so angebracht sein, dass Niederschlagswasser rasch ablaufen (mind. 15° Neigung) und nicht in die Holzverbindungen eindringen kann (z. B. senkrechte Montage von Verscha-

lungen). Waagrechte Flächen sind für einen Langzeitholzschutz ungeeignet und müssen abgedeckt werden. Verbindungsstellen und Berührungsflächen von Hölzern, besonders an deren Hirnflächen, sind gegen das Eindringen von Wasser zu schützen. Im Außenbereich sollten ausschließlich rostfreie Holzverbinder bzw. Schrauben verwendet werden.

Kesseldruckimprägnierung Mit dem Begriff „Holz im Garten“ ist nicht irgendein Stück Holz gemeint, sondern Material, das auf eine ganz bestimmte Art vor Witterungseinflüssen geschützt wurde, nämlich kesseldruckimprägniertes Holz, auch als KDI-Holz bekannt. Diese Hölzer werden zum Bau von Pergolen, Carports,

Pavillons, aber auch Palisaden und Zäunen verwendet und erfordern keine weitere Schutzbehandlung mehr. Ausgenommen davon sind die frischen Schnittstellen. Holz hat eine schwammähnliche Struktur mit Zellhohlräumen und Zellwänden. Im kesseldruckimprägnierten Holzschutzverfahren werden diese Zellwände mit einem Schutzmittel versehen, um es so vor zerstörerischen Pilzen und Insekten zu schützen. Dies gelingt mithilfe von Vakuum und Druck. Je nach Holzart und dessen Feuchtegehalt sowie dem angestrebten Verwendungszweck finden verschiedene Varianten der Kesseldruckimprägnierung Anwendung. KDI-Hölzer gibt es in zwei Farbtönen. Abhängig vom genauen Herstellungsverfahren und den verwendeten Salzen wirken die Hölzer meist grünlich und man kann in den Poren die hellgrünen Salzreste sehen. Manche Hersteller färben die Imprägniermittel braun ein, sodass das fertige Holz eher dunkelbraun aussieht. Wie auch immer – nach geraumer Zeit der Verwitterung werden beide Farbvarianten eher gräulich, es entsteht eine sogenannte Patina, was der Qualität des Holzschutzes aber keinen Abbruch tut. Wer den frischbraunen Farbton erhalten will, muss regelmäßig nachstreichen. Holen Sie sich entsprechende Infos bei einem Holzfachhändler!

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Angeboten wird KDI-Holz in Form von Rund- und Halbrundholz, Brettern, Staffeln, Pfosten und Kanthölzern. Wo naturgewachsenes Holz verwendet wird, z. B. für einen Jägerzaun oder für Palisaden, wirkt es immer rustikal. Bei geschnittenen Balken, etwa für einen Pavillon, kann man entsprechend der Bauweise und verschiedener Materialkombinationen auch eine andere Optik erzielen.

Material selbst verarbeiten KDI-Hölzer findet man in jedem gut sortierten Baumarkt in unzähligen Varianten, Dimensionen und auch Qualitäten, sodass man für eigene Planungen und Bauvorhaben fast immer das passende Rohmaterial bekommt. Darüber hinaus werden unzählige Zubehörteile, meist aus verzinktem Stahl, angeboten, die die Verbindung der Hölzer bzw. ihre Verankerung im Boden vereinfachen. Wenn Sie etwas aus KDI-Hölzern bauen, ist eine entsprechende Vorarbeit erforderlich, die mit dem Vorbereiten des Materialuntergrundes beginnt. Während Carports und Gartenpavillons eine stabile Gründung in Form einer Fundamentplatte oder eines Streifenfundamen­ts erfordern, können Pergolen, entsprechende Halterungen vorausgesetzt, beispielsweise auch in einem natürlichen Unterboden befestigt werden.

Gartenpavillon Der Pavillon ist ein frei stehendes, überdachtes und häufig rundum offenes Gebäude mit einem runden oder vieleckigen Grundriss. Er bietet Schutz vor Sonne und Regen, sodass man auch bei schlechteren Witterungsbedingungen die Zeit im Garten

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verbringen kann. Früher eher dem Adel und der wohlhabenden Gesellschaftsschicht vorbehalten, findet man ihn heute in vielen Gärten. Vom kleinen, überdachten Sitzplatz bis zum luxuriösen Bauwerk mit Jacuzzi und Ruhezone ist alles möglich. Wer das rustikale Flair des KDI-Holzes nicht so mag und elegante Optik vorzieht, kann das Holz auch mit weißem Lack überstreichen. Dieser Anstrich muss dann allerdings regelmäßig erneuert werden.

Pergola Als Pergola bezeichnet man einen raumbildenden Säulen- bzw. Pfeilergang, oft im Übergang zwischen Haus und Terrasse oder zur Garage. Ursprünglich als Rankhilfe gedacht, dient sie heute der Gliederung von Gartenanlagen und der Betonung einzelner Bereiche. Auch als eventuell überdachter Pergolengang wird sie gerne eingesetzt. Wichtig ist die sichere Montage der Pergolasteher, um ein Umwehen oder Abheben der Konstruktion zu verhindern. Wird an den Stehern eine Kletterpflanze, beispielsweise wilder Wein, Rambling-Rosen und/oder Efeu usw., eingesetzt, ist die Konstruktion innerhalb kürzester Zeit zugewachsen und ein wunderschöner Blickfang im romantischen Garten.

Carport Verglichen mit Garagen überzeugen Carports durch die niedrigeren Kosten, eine schnelle und leichte Fertigstellung sowie vielfältige Gestaltungsvarianten – beispielsweise als begrünte Laube, die sich in die Gartengestaltung einfügt. Der Selbermacher-Bausatz aus dem Baumarkt ist schon für unter 1000 Euro zu haben,

sieht aber meist auch so aus. Optisch wenig ansprechend, passt das Ergebnis nicht immer zum Stil des Hauses und wirkt eher störend. Hochwertiger sind die Modelle aus dem Fachhandel ab 6000 Euro. In den kalten Monaten schützen Carports vor Schneelasten, im Sommer vor Überhitzung. Bei Regenwetter trocknet das Fahrzeug durch die permanente Luftzirkulation sogar schneller und rostet daher nicht so bald. Sinnvoll ist es, die Konstruktion mindestens einen Meter länger und breiter als das Fahrzeug zu planen. Wenn Sie seitlich großzügig Platz haben, gewinnen Sie Stellplatz für Fahrräder, Gartenmaschinen und Sportgeräte. Auch die Dächer von Carports sind vielseitig nutzbar. Sie können begrünt und/oder mit Solaranlagen oder Photovoltaikelementen ausgestattet werden. In diesem Fall sollten Sie die Lage zur Sonne in die Planung mit einbeziehen. Damit es keine Konflikte und unnötigen Ärger gibt, sollten Sie die Errichtung eines Carports an der Grundstücksgrenze mit Ihrem Nachbarn abstimmen.

Pflanzgefäße Wenn Sie nicht so viel Geld ausgeben möchten, können Sie sie auch einfach selbst herstellen. KDI-Holz in einer hohen Qualitätsklasse ist auch dauerhaft im Erdkontakt haltbar und daher für den Bau von Pflanztrögen absolut geeignet. Ihren Wünschen nach Form und Größe sind praktisch keine Grenzen gesetzt, beachten sollten Sie nur, dass das Gefäß einen Abfluss braucht. Sehen Sie dafür Öffnungen im Boden des Troges vor und stellen Sie ihn auf Füße, sodass das Gießoder Regenwasser abfließen kann


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und kein Nässestau entsteht. Bei der Verwendung von preiswerteren Hölzern sollten Sie den Trog innen mit einer starken Folie auskleiden, in die Sie nur am Boden, exakt oberhalb der Abflussbohrungen im Holz, passende Öffnungen schneiden. Schneiden Sie nicht rund aus, sondern fertigen Sie nur einen Kreuzschnitt an und streifen Sie die so entstandenen Folienzipfel in das Bohrloch.

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im Baumarkt kaufen oder ähnlich einem Zaun selbst herstellen. Bei entsprechender Konstruktion können die Schutzwände wie Paravents verwendet und immer wieder verstellt werden. Auch Kombinationen mit Pflanzentrögen – ganz dem Trend der green walls folgend – sind möglich.

Zweckbauten

Im Außenbereich geht es nicht ohne Zweckbauten wie Schuppen, CarSchutzwände port oder Gartenhütte. Im besten Kesseldruckimprägniertes Holz eignet Fall passen diese zur Gesamtoptik sich auch hervorragend zur Herstel- von Haus und Außenanlage. Wer WISA_Inserat_190x137mm_WISA_Inserat_190x137mm 16.11.17 09:21 1 lung von Sicht- oder Windschutzwän- also schon eineSeite Pergola und/oder den. Sie können diese sehr günstig einen Gartenpavillon oder einen Car-

port aus KDI-Holz sein Eigen nennt, könnte das Material auch für einen passenden Verbau der Mülleimer, zur Herstellung eines Geräteschuppens oder für einen Brennholzverschlag verwenden. Verarbeiten lässt sich das imprägnierte Holz wie jedes andere auch. Aber Achtung: Viele der KDI-Holz­elemente, die im herkömmlichen Baumarkt angeboten werden, sind naturgewachsenes Rundholz, das beim Verschrauben relativ leicht reißt. Unser Tipp daher: Immer vorbohren und nicht die Schrauben gleich ins Holz drehen. Zudem sollten Sie ausschließlich rostfreie Schrauben verwenden.

BAUEN & WOHNEN

13. –15. April 2018 VAZ St. Pölten | 9 – 18 Uhr

Info-Tel. 02742-312220 www.wisa-messe.at Vergnügungspark ab Donnerstag 12. April 2018 / 18.00 221 Uhr


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Grundstücksbegrenzung

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infriedungen dienen der Sicherung des Grundstücks gegen unbefugtes Betreten oder Verlassen und stellen eine Trennung von Nachbargrundstücken oder öffentlichen Verkehrsflächen dar. Eingefriedete Grundstücke sind meist nur über ein Tor, einen Schranken oder Ähnliches zu betreten und gelten in ihrer geschlossenen (z. B. Mauern, Holzwände) und offenen Form (durchsichtige Zäune) als bauliche Anlagen. Aber auch lebende Abgrenzungen wie Hecken, Sträucherund Baumreihen, die keine bauliche Anlage darstellen, werden als Einfriedung bezeichnet. Zäune, Mauern und Hecken können trennen, aber sie schaffen auch optische Verbindungen. Speziell Mauern und Hecken werden häufig auch als Gestaltungselemente im Garten eingesetzt und schaffen Strukturen und Raumabschnitte.

Hecken In unseren Breiten wird oft „doppelt gemoppelt“, nämlich eine Hecke dicht hinterm Zaun gepflanzt. Dies entspricht offenbar unseren Vorstellungen von Einfriedung am ehesten, obwohl eine dicht gewachsene Hecke oft zu einem wahrlich undurchdringlichen ­ Dickicht wird und der Zaun davor eigentlich nur noch Kosmetik ist. Unter dem Begriff Hecke versteht man eine dichte, gepflanzte Reihe sich stark verzweigender Gehölze. Gleichartige, in Form geschnittene Gehölze ergeben ein ganz anderes Bild als unterschiedlich blü-

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hende und naturgewachsene Sträucher. Grundsätzlich gibt es funktionale Hecken, wie beispielsweise eine als Sichtschutz angepflanzte Strauchreihe, die meist auch gleich Lärm-, Staub-, Windoder Vogelschutzfunktion übernimmt, eine Abgrenzungshecke oder eine Zaun­ ersatzhecke. Demgegenüber stehen die dekorativen Hecken, die in erster Linie der Gartengestaltung dienen, was nicht heißen soll, dass eine funktionale Hecke nicht auch dekorativ sein kann.

Zäune So wie sich in jeder Landschaft traditionell eine typische Hausart entwickelt hat, so sind in den verschiedenen Regionen auch unterschiedliche Zaunformen entstanden, die wiederum das Bild der Landschaft mitprägen. Es gibt viele unterschiedliche Zauntypen, -materialien und -ausführungen, sodass für jeden Geschmack bzw. passend zu jedem Haus der richtige zu finden ist. Einfache Modelle kann man durchaus in Eigenregie aufstellen, bei besonders hochwertigen Varianten sollte man unbedingt einen Fachmann hinzuziehen. Holz spielt auch in der Zaunerzeugung eine große Rolle. Der Flechtzaun, aus biegsamen Profilbrettern waageoder senkrecht verflochten, gehört zu den ältesten Formen. Zur Herstellung wird traditionell Weidenholz verwendet. Der hölzerne Lattenzaun besteht aus stehenden Pfosten, die durch mehrere Querbalken miteinander verbunden sind. An diese Querbalken werden

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Ob Hecke, Mauer, ­Gabionen oder Zaun – den meisten Eigenheimbesitzern ist es wichtig, ihr Grundstück nach außen abzugrenzen. Was bei den unterschiedlichen Möglichkeiten von Einfriedungen zu beachten ist, erfahren Sie nun.


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meist gehobelte Latten senkrecht in regelmäßigen Abständen angebracht. Eine ältere Form des Lattenzauns ist der sogenannte Staketenzaun. Sehr beliebt, vor allem für Bauerngärten, ist der Jägerzaun. Bei diesem einem Scherengitter ähnlichen Zaun sind die oben zugespitzten Latten nebeneinander X-förmig an zwei Querbalken befestigt. Querverbinder machen den Zaun stabiler, sind jedoch nicht unbedingt nötig. Jägerzäune werden meist nicht gestrichen und bilden durch Verwitterung eine Patina, mit der sich der Zaun harmonisch in das Landschaftsbild einfügt. Heute werden sie häufig aus kesseldruckimprägniertem Holz hergestellt. Der Palisadenzaun, auch Lanzenzaun genannt, ist ebenfalls senkrecht ausgerichtet und vor zwei Querbalken befestigt. Die einzelnen Palisaden haben einen runden Querschnitt und sind oben mit Spitzen versehen. Eine Abart, der Bohlenzaun, ist besonders blickdicht. Die einzelnen Bohlen werden einoder beidseitig versetzt angeordnet. Neben den Holzzäunen sind Metallzäune weit verbreitet. Auch sie sind in unterschiedlichen Formen und Preisklassen erhältlich. So entstehen schmiedeeiserne Zäune in aufwendiger Handwerksarbeit und lassen sich perfekt mit passenden Toren und Geländern kombinieren. Die Vielfalt reicht von Barockmustern bis zu den aktuellen Formen für Treppengeländer, Zäune, Tore, Fenstergitter und Balkongeländer. Feuerverzinkung und elektrostatische Beschichtung ergeben einen perfekten Oberflächenschutz. Stabgitterzäune sind aufgrund der industriellen Fertigung billiger als Schmiedeeisenzäune,

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bieten aber wie diese eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten. Sie sind in unterschiedlichen Höhen und mit verschiedenen Füllungen lieferbar. Der Stabgitterzaun ist extrem stabil und montagefreundlich und hat eine sehr hohe Lebensdauer. Der Maschendrahtzaun besteht aus Pfosten und Drähten, die zu diagonalen Maschen verflochten sind. In Abständen wird ein Pfosten im Boden verankert und anschließend mit dem nächsten durch gespannte Drähte verbunden. Die Dichte richtet sich nach dem Zweck des Zauns. Heutige Maschendrahtzäune sind meist Systeme, die aus beschichteten Metallrohren, Stützprofilen, Spanndrähten und dem Geflecht bestehen. Sie lassen sich leicht aufstellen, sind preiswert und pflegeleicht. Mit wildem Wein oder Efeu bepflanzt, bieten sie einen guten Sichtschutz. Bei den Varianten Gittermattenzaun und Streckmetallzaun können Metallstäbe quadratisch oder rechteckig verwoben sein und mit geschwungenen Mustern und Ornamenten ergänzt werden. Absolut rost- und wartungsfrei zeigt sich der qualitativ hochwertige Aluzaun aus stranggepresstem Aluminium. Damit ist nahezu jede Profilform herstellbar, wodurch sich eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten ergibt. Auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmte Naturmaßfertigung und ein umfangreiches Zubehörprogramm sprechen für diese moderne Art der Einfriedung. Die Farbgebung ist frei wählbar, von unbehandelt über eine hochwertige Einbrennlackierung bis zu Kunststoff- oder Pulverbeschichtung ist jeder beliebige Farbton mög-

lich. Orna­ mentzäune sind durch die einfache Montage in Eigenregie besonders preiswert. Die Verbindungen werden gesteckt, geklemmt oder verschraubt und die Ornamente sind mittels Klemmprofil und Schrauben höhen- und seitenverstellbar. Den Ornamenteabschluss bildet eine formschöne Abdeckkappe. Diese ist aus Aluminiumdruckguss in verschiedenen Formen wie Kugel- und Flammenspitzen etc. erhältlich.

Mauern Wer eine besonders massive und blickdichte Form der Einfriedung bevorzugt, kann diese als Mauer ausbilden (lassen). In manchen Gegenden, z. B. dort, wo früher Römersiedlungen gelegen waren, sind Mauern häufiger anzutreffen – oft aus unterschiedlichen Materialien wie Naturstein und Ziegel kombiniert. Ob aus verputzten Ziegeln, Klinker, Beton­steinen oder Natursteinen aufgebaut, Mauern vermitteln immer ein Gefühl von großer Sicherheit und lassen sich vielfältig, z. B. mit Durchbrüchen und/oder Nischen, gestalten. Eine besondere Form ist die sogenannte Trockenmauer, die ganz ohne Mörtel auskommt. Das Aufbauen einer Trockenmauer erfordert viel statisches Wissen und handwerkliches Können und sollte ausschließlich einem Fachmann vorbehalten bleiben oder zumindest unter dessen Anleitung erfolgen. Ebenfalls beliebt sind Gabionen, Stahlgitterkörbe, die mit Bruchsteinen, Ziegel- oder Glasbruch befüllt werden. Sie sind eine moderne Form der Natursteinmauer und bieten Lebensraum für zahlreiches Kleingetier und Insekten.

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GARTEN 

Swimmingpool oder Teich Der eigene Swimmingpool vor dem Haus, ein möglichst als natürlicher Lebensraum gehaltenes Biotop oder doch lieber ein kleiner Bachlauf, der den Garten in eine märchenhafte Kulisse verwandelt? Bringen Sie Bewegung in Ihren Garten.

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in Garten ohne Wasser ist undenkbar, die Möglichkeiten, es in Szene zu setzen, sind vielfältig. Bevorzugen Sie ruhige Wasserflächen oder soll Bewegung drin sein? Möchten Sie es plätschern hören oder lieber die Wasserläufer auf dem kleinen, ruhigen Biotop beobachten? Sind ein kleiner Brunnen, ein Wasserfall oder gar ein kleines Kneippbecken gewünscht?

Biotop und Schwimmteich Bevor Sie sich an den Bau eines Teichs oder Pools machen, sollte der Standort gewählt werden. Wie viel Platz haben Sie überhaupt in Ihrem Garten zur Verfügung? Wo stimmen Abstände zu Grundstücksgrenze, Nachbarn und Haus? Wo sind die besten Licht-, Wind- und Schattenverhältnisse gegeben? Wenn Sie sich bei diesen Fakten nicht sicher sind, fragen Sie am besten bei einem Experten nach, er wird Ihnen mithilfe eines detaillierten Plans oder Fotos helfen können. Nicht das eigene Schwimmvergnügen, sondern die Schaffung einer besonders reizvollen Umgebung für Lebewesen aller Art ist Ziel der Anlage eines Zierteichs oder Biotops, die

als Folienbecken oder mit gemauerter Wanne ausgeführt sein können. Am besten legen Sie den Gartenteich mit unterschiedlichen Wassertiefen und ausgedehnten Uferzonen an. Erkundigen Sie sich über die passenden Pflanzenfamilien der verschiedenen Bereiche – auf dem Wasser, unter Wasser oder entlang der Uferzone. Ideal sind auch Holzdecks, von denen aus die tieferen Zonen erreicht werden können – hier halten sich besonders gerne die Kaulquappen oder Molche auf. Abgerundet wird das Ganze durch einen kleinen, angelegten Bachlauf, der mit seinem angenehmen, beruhigenden Plätschern für die akustische Umrahmung und auch die regelmäßige Sauerstoffzufuhr zum Teichwasser sorgt. Mit der Anlage eines Schwimmteichs, vielleicht sogar in die Biotoplandschaft integriert – profitieren auch Sie. Die Luxusvariante des Gartenteichs erfordert eine Mindestfläche von etwa 100 m2 und sollte an seiner tiefsten Stelle zumindest zwei Meter und eine entsprechende Filterzone aufweisen. Gebaut wird der Schwimmteich zumeist aus einem Fertigbecken oder einem


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GARTEN

Folienteich. Das „ökologische“ Badevergnügen ist mit einem gefliesten, chlorwasserbefüllten Swimmingpool für viele absolut nicht zu vergleichen.

DIY: So bauen Sie sich einen Gartenteich Für einen Folienteich werden nach der Standort- und Formbestimmung die Umrisse mit Gartenschlauch und einigen Holzpflöcken festgelegt und der Boden Schicht für Schicht abgegraben. Bei der Tiefe des Aushubs müssen Sie berücksichtigen, dass Sumpf- und Flachwasserzonen später mit einer Kies- oder Teichsubstratschicht bedeckt werden. Ehe man das Teichbett aus Sand anlegt, müssen spitze Gegenstände und Wurzeln aus der Grube entfernt werden. Anschließend können Sie die Teichfolie ausbreiten und über die Teichmulde ziehen. Beim Befüllen bringt sie sich dann nach und nach selbst in die richtige Lage. Im Randbereich wird die Folie nicht einfach mit Erde bedeckt, sondern hochgestellt und kurz über dem Erdreich abgeschnitten. Als Schutz vor grobem Erdreich und Steinen kommt unter die Teichfolie ein Sandbett oder Teichvlies. Je größer der Teich, desto stärker muss die Folie sein. Billige Materialien, die nicht als Teichfolien ausgewiesen sind, eignen sich nicht und werden meist nach kurzer Zeit undicht! Beachten Sie, dass die Uferböschungen nicht zu steil ausfallen, ansonsten würde sich in den Vertiefungen Faulschlamm bilden. Als Alternative zum Folienteich bieten sich Fertigteiche an, große Elemente aus hochwertigem Polyäthylen oder glasfaserverstärktem Kunststoff. Sie sind UV- und temperaturbeständig sowie bruch-, schlag- und formsicher. Es gibt sie in vielen Varianten bis zu einer Wassertiefe von einem Meter.

Große Teiche in Fertigausführung werden in Modulbauweise hergestellt. Auch eine Kombination von mehreren Fertigteichen, eventuell auf verschiedenen Höhen, ist denkbar. Da das Fertigbecken ein Sandbett als Unterlage bekommt, müssen Sie zur Einbautiefe noch etwa zehn Zentimeter Aushubtiefe rechnen. Ist das Teichbett fertig und mit der Wasserwaage eingeebnet, können Sie das Becken in die Grube stellen, kontrollieren ob die Oberkante überall rund fünf Zentimeter unter dem Erdniveau liegt und anschließend etwas Wasser einfüllen. Nach etwa zwei Stunden hat sich der Untergrund gesetzt und Sie können mit dem Verfüllen der Hohlräume beginnen. Zwischendurch immer wieder prüfen, ob die Lage waagrecht ist. Damit der Sand die Fugen völlig ausfüllt, wird er mit etwas Wasser eingeschlämmt. Dabei müssen Sie sorgfältig darauf achten, dass der äußere Wasserstand nicht über den inneren ansteigt, weil sonst das Becken aufschwimmt und neu eingebaut werden muss. In einem gut geplanten und sorgfältig ausgeführten Gartenteich halten sich die darin lebenden Organismen – Algen, höhere Pflanzen, Algenfresser, Räuber sowie Bakterien – weitgehend die Waage. Stimmt alles, ist das Wasser klar und standortgerechte Pflanzen wachsen nach dem Anpflanzen gut an. Mit der Zeit sammeln sich jedoch am Teichgrund abgestorbene Pflanzenreste, die das biologische Gleichgewicht ins Wanken bringen. Wasserpflanzen können von Algen überwuchert werden und sterben in der Folge ab. Die abgestorbenen Pflanzen werden wiederum von Bakterien zersetzt, die ihrerseits den im Wasser vorhandenen Sauerstoff verbrauchen und damit den Tierbestand gefährden.

Um Teiche langfristig vor Verschmutzung und Überdüngung zu schützen, kommen mechanische, chemische und biologische Filteranlagen zum Einsatz. Bei der Verwendung guter Teichfilter kommt es nicht nur auf die Förderleistung der Pumpe an. Wesentlicher sind die Filterbehältergröße sowie die richtige Abstimmung der einzelnen Filterkomponenten sowie eine große Oberfläche des Filtermaterials.

Für viele das Optimum: der eigene Pool Vorgefertigte Becken werden als Pools eingesetzt, die hochwertigen Modelle aus Polyäthylen oder aus GFK haben dabei den gemauerten und gefliesten Becken den Rang abgelaufen. Was ihn in erster Linie vom (Schwimm)Teich unterscheidet, ist die Technik. Neben einem leistungsstarken Filter und eventuell einer Gegenstrom­ anlage ist meist auch eine entsprechende Wasserheizung (Solarheizung) einzuplanen. Ein komfortabler Einund Ausstieg, eine möglichst rutschfeste Beckenumrandung mit entsprechendem Wasserablauf und eine moderne Abdeckung runden das Schwimmvergnügen im eigenen Garten ab. Poolrandsteine werten das Wasserbecken nicht nur optisch auf, sie stellen auch einen wichtigen und unumgänglichen Sicherheitsfaktor dar. Das Material muss frostsicher und witterungsbeständig, pflegeleicht, langlebig und rutschfest sein. Geeignet sind Kalkstein, Granit, Travertin, Sandstein, Kristallmarmor und Quarzit. Die Auswahl ist riesig! Neben guter Technik erfordert ein Pool auch permanente Wasserpflege. Der Markt bietet wirksame Mittel gegen Bakterien, Viren, Pilze, Algenwachstum und Trübungen. Sie lösen sich rückstandsfrei im Wasser auf und führen nicht zu Ablagerungen oder verstopften Filtern.

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FINANZIEREN& FÃ&#x2013;RDERUNGEN


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FINANZIEREN

Baufinanzierung Eine ordentliche Finanzierungsplanung und professionelles Kostenmanagement gehören zu jedem Bauprojekt. Welche Kosten auf Sie zukommen und wie Ihre Finanzierung klappt, erfahren Sie hier.

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em ersten Spatenstich geht eine große Menge an Planung voraus. Neben den grundsätzlichen Entscheidungen über Grundstück, Gebäudeart und -größe sowie Beauftragung der Ausführenden ist der erste und wichtigste Schritt das eigentliche Kostenmanagement. Als Bauherr sollten Sie stets den Überblick bewahren, sollten zumindest eine vage Vorstellung davon haben, welche Kosten auf Sie zukommen und in welchem Rahmen diese sich bewegen. Je nach Bauphase lassen sich die Kosten dann immer genauer und detaillierter berechnen, was aber eine während des gesamten Bauprojekts andauernde, laufende Kostenplanung voraussetzt. Stellen Sie sich die Frage richtig: „Wie viel Haus kann ich für mein Geld bauen?“ Und nicht: „Wie viel Geld kostet mein Traumhaus?“ Nur durch eine realistische Planung bewahren Sie sich vor bösen Überraschungen. • Was kann ich mir leisten? • Welche Eigenmittel habe ich (Bares, Sparbücher, Bausparverträge, Versicherungen, Wertpapiere, Erbe …)? • Was kann ich mir durch reelle (!) Eigenleistungen ersparen? • Wie hoch sind meine derzeitigen monatlichen Fixausgaben (Miete, Betriebskosten, Ratenzahlungen, Lebenshaltungskosten …)?

• Sind die möglichen Förderungen beantragt und eingerechnet (Wohnbauförderung, Energiesparförderung, Landeszuschüsse, Darlehen …)? • Sind alle Zusatz- und Nebenkos­ ten einberechnet (Grundsteuer, Provisionen, Bewilligungen, Eintragungen …)? • Kenne ich alle Finanzierungsmöglichkeiten und habe ich mich diesbezüglich professionell beraten lassen?

Achtung vor Kostenfallen! Achten Sie in jeder Phase Ihres Hausbauprojekts auf Kostenüberschreitungen, sonst kann es am Ende zu einer Lawine an Mehrkosten kommen! Vergleichen Sie anfallende Ausgaben mit Ihrer Kostenplanung und steuern Sie rechtzeitig dagegen. Dabei ist es besonders wichtig, dass Sie nicht bloß die Endsumme kennen, sondern vielmehr bei jedem einzelnen Arbeitsschritt mit genauen Zahlen planen. Wo gebaut wird, können Fehler passieren, das ist unvermeidlich, ebenso wie gewisse Baumängel. Wichtig ist, dass diese rechtzeitig entdeckt werden, um sie nach Möglichkeit ebenso schnell wieder zu beheben. Kontrollieren Sie daher die Baustelle in allen Bauabschnitten – am besten täglich. Bei der Abnahme einzelner Arbeits-

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FINANZIEREN 

Nebenkosten nicht vergessen! schritte (oder gar des fertigen Hauses) ist es nämlich meistens zu spät, um Fehler noch einigermaßen kostenschonend auszumerzen. Bestimmte Mängel sind auch erst später – unter Umständen nach einigen Jahren – feststellbar. Sie sollten sich rechtlich absichern, wer in welchen Fällen haftet und wer verpflichtet ist, die Mängel auf seine Kosten zu beheben! Unklare Definitionen und Vereinbarungen können unter Umständen weitreichende Folgen bis hin zu einem Baustopp haben.

Neben den reinen Baukosten fallen Baunebenkosten an, die man nicht unterschätzen darf. Selbst wenn man sein Haus zum Komplettpreis kauft, kommt niemand um Steuern und Gebühren, Kosten für den Notar oder auch für die Aufschließung herum. Die ungeliebten Nebenkosten können bis zu 20 Prozent der gesamten Baukosten betragen. Kalkulieren Sie deshalb nicht zu knapp!

Diese Kosten werden anfallen: • • • • •

Baufinanzierung – so klappt’s Welches Darlehen ist das richtige? Und wie erhalte ich die Kreditzusage meiner Bank am ehesten? Welche Möglichkeiten der Fremdfinanzierung gibt es überhaupt? Hier ein paar Antworten für Ihr Fremdfinanzierungsgespräch. Zuallererst muss festgehalten werden: Eine Garantie auf Kreditbewährung gibt es nicht. Wenn Sie jedoch folgende Punkte einhalten, kommt es eher zu einem positiven Verlauf im Gespräch mit der Bank. Genügend Eigenkapital: Je mehr Sie selbst zum Kapitalbedarf beitragen können, desto leichter wird es, für den Rest eine Finanzierung zu finden. Darum: Legen Sie sich schon rechtzeitig einen Sparplan mit genauen Zielen fest. Eine Vollfinanzierung mit Fremdkapital ist in Europa (glücklicherweise) nicht möglich, dadurch wird auch der Konsument einigermaßen davor geschützt, ein Projekt anzugehen, das er sich eigentlich überhaupt nicht leisten kann. Ein Eigenkapital von 20 bis 30 Prozent plus Nebenkosten sollte im besten Fall vorhanden sein, um einen Kredit zu erhalten. Girokonto nicht überziehen: Kreditinstitute achten nicht nur darauf, wie viel Sie verdienen bzw. regelmäßig pro

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Grunderwerbssteuer beim Kauf eines Grundstücks Notargebühren Gebühr für den Grundbucheintrag Maklerprovision, wenn der Kauf von einem Makler vermittelt wurde Gebühren für die Erteilung der Baugenehmigung (meistens ­einige Hundert Euro) Je nach Baugrund muss unter Umständen ein Baugutachten erstellt werden, für das sich die Kosten ebenfalls auf mehrere Hundert bis tausend Euro belaufen.

Lesen Sie die Leistungsbeschreibung! Lesen Sie unbedingt die Leistungsbeschreibung der Dienstleister und Handwerker genau und vergessen Sie nicht: Auch die Müllentsorgung oder der Abtransport von anfallendem Erdreich kostet Geld – bis zu mehreren Tausend Euro. Eine Entsorgung wird aber oft nicht veranschlagt. Auch die Anschlüsse für Strom, eventuell Gas, Wasser, Kanal, Telefon, Internet und Kabelanschluss schlagen in der Regel mit mehreren Tausend Euro zu Buche. Hinzu kommt die Versorgung mit Baustrom und Bauwasser sowie Mietkosten für eine Baustellentoilette und Versicherungsschutz während der Bauzeit.

Monat auf Ihrem Konto landet, sondern auch darauf, wie Sie mit Geld umgehen. Wenn sich Ihr Girokonto regelmäßig im Minus befindet, beeinträchtigt das die Einstufung Ihrer Kreditwürdigkeit. Einkommens- und Familienverhältnisse offenlegen: Stellen Sie sich auch die Frage nach der Sicherheit Ihres Einkommens oder wie stabil Ihre Ehe tatsächlich ist, wenn Sie einen Kredit gemeinsam mit Ihrem Partner aufnehmen wollen. Der Bank genügen hier die Fakten, Sie aber sollten für sich selbst auf Nummer sicher gehen.

Bausparvertrag abschließen: Bausparer haben es leichter, zu einem Kredit zu kommen. Ihnen wird von Ihrem Kreditinstitut in der Regel ein Bauspardarlehen angeboten.

Welches Darlehen passt? Wenn es um die Erfüllung des Wohntraums geht, sind Annuitäten- bzw. Hypothekarkredite die am häufigsten zur Verfügung gestellten Immobiliendarlehen. Sie bieten eine langfristige Planungssicherheit. Die vereinbarten Raten (Annuitäten) setzen sich dabei immer aus der


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Kapitaltilgung und den Zinsen zusammen. Das Darlehen wird in gleichbleibenden Teilbeträgen Monat für Monat abgezahlt, wobei der Tilgungsanteil steigt und der Zinsenanteil aufgrund des geringer werdenden aushaftenden Darlehens sinkt. Die Bank wird dabei ins Grundbuch eingetragen und hat somit alle Sicherheiten. Rückgezahlt wird der Kredit entweder mit laufender Tilgung oder einem rückzahlungsfreien Zeitraum. Die früher übliche endfällige Tilgung ist im Privatbereich ebenso wie der Fremdwährungskredit nicht mehr üblich. Zurzeit ist ein Hypothekarkredit aufgrund der niedrigen Zinsen eine besonders interessante Lösung für Sanierungs- und Bauwillige. Jedoch – mögliche Zinsschwankungen sollten immer bedacht werden! Grundsätzlich sind zwei Modelle der Verzinsung möglich: fix oder variabel. Schließt man einen Kredit mit variablem Zinssatz in einer Niedrigzins­phase ab, wirkt sich das für den Moment sehr positiv auf die Raten aus. Zinsen können (und tun sie auch) aber wieder steigen, und damit steigen auch die monatlichen Kosten der Finanzierung. Rechnen Sie also mit Ihrem Bankberater die höchstmöglichen Raten aus und entscheiden Sie danach. Die zweite Möglichkeit ist die sogenannte indikatorgebundene oder fixe Verzinsung. Bei der indikatorgebundenen Variante gilt ein vereinbarter Anpassungszeitraum nach EURIBOR. Die fixe Verzinsung kann für ein bis maximal zehn Jahre vereinbart werden. Vorzeitige Rückzahlungen sind dabei allerdings in den meisten Fällen nicht möglich.

Finanzierung kostet! Nicht nur beim Kauf oder Bau einer Immobilie, auch bei der Finanzierung fallen einige Kosten an, die Sie einkalkulieren

FINANZIEREN

müssen. So sind Bearbeitungsgebühren, Schätzkosten/Liegenschaftsbewertung, Kosten der Bonitätsprüfung und Vertragserrichtung bereits zu Vertragsbeginn fällig. Die Höhe der Bearbeitungsgebühr steht häufig in einer Wechselwirkung mit der Kreditverzinsung: je niedriger die Gebühr, desto höher die Verzinsung – und das wirkt über die gesamte Laufzeit. Sonstige Posten, die anfallen können: Kosten für eine Bankgarantie, eine Kontoführungsgebühr, die für das Kreditkonto verrechnet wird, eventuelle Änderungsspesen von Sicherheiten, die getauscht werden, wie an die Bank abgetretene Versicherungen, Tilgungsträger etc. Klären Sie auch, ob die Bank etwas verlangt für Vertragsänderungen wie eine Stundung oder eine Laufzeitänderung, ob und in welcher Höhe Pönalen bei vorzeitigen Rückzahlungen fällig werden und ob bei Beendigung des Kreditvertrags etwa Spesen für die Löschung des Pfandrechts anfallen.

Klassiker Bausparen Besitzen Sie einen Bausparvertrag, dann steht Ihnen zur Realisierung Ihrer Wohnwünsche möglicherweise schon ein Bauspardarlehen zu, mit niedrigen Zinsen und meist einer Fixzinsgarantie. Laufzeiten bis zu 30 Jahren sind keine Seltenheit und ein vereinbarter Höchstzinssatz sorgt für langfristig leistbare Rückzahlungsraten. Pluspunkt für die Bausparfinanzierung ist neben der langen Laufzeit die prompte Verfügbarkeit des Darlehens. Außerdem herrscht kein Währungsrisiko. Ein Bauspardarlehen bietet also hohe Sicherheit, beinhaltet eine Zinssatzobergrenze sowie die Möglichkeit, die Rückzahlung je nach Einkommenshöhe steuerlich geltend machen zu können.

Tipps zum Abschluss Vereinbaren Sie vertraglich eine möglichst lange Laufzeit mit einer Option auf vorzeitige Tilgung. So schießen die Raten nicht in die Höhe und Sie können trotzdem selbst entscheiden, ob Sie den Betrag schon vor Ablauf der Kreditlaufzeit zurückzahlen wollen. Grundsätzlich gilt die Faust­regel: Maximal 30 Prozent Ihres monat­lichen Einkommens sollen für die Rückzahlung der Monatsrate beansprucht werden. Schließlich wollen Sie ja auch leben! Außerdem müssen unvorhergesehene Ausgaben noch leistbar sein. Ob kaputter Kühlschrank, Autoreparatur oder gestohlenes Fahrrad, behalten Sie stets zumindest einen kleinen Puffer in Ihrem monatlichen Haushaltsbudget für Notfälle.

Gelungene Finanzierung • 20–30 % Eigenkapital sollten angespart sein. • Berücksichtigen Sie eine Alleinverdiener-Möglichkeit. • Achten Sie auf eine monatliche Belastung von max. 30 % Ihres Einkommens. • Legen Sie auch eine kleine Reserve für unvorhersehbare Ausgaben an. • Schöpfen Sie alle Förder­ möglichkeiten aus. • Nutzen Sie eine Kreditversicherung zu Ihrer Sicherheit. • Vergleichen Sie verschiedene Angebote. • Lassen Sie sich von einem Profi ausführlich beraten.

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FINANZIEREN 

Förderungen in Österreich Ob als Einmalzahlung, günstiges Darlehen, Eigenmittelersatzdar­ lehen oder in Form von Zuschüssen in der Rückzahlung von Krediten und Darlehen – die Möglichkeiten, dem Hausbauprojekt eine Finanzspritze zu verabreichen, sind vielfältig in Österreich. Ein Überblick.

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ie wichtigste und beliebteste Form der finanziellen Unterstützung, die man sich vom Staat holen kann, ist die Wohnbauförderung. Sie begünstigt die Errichtung von Neubauten, Umbauten, Renovierungen sowie Zubauten. Wie bei den Bauordnungen gibt es auch bei den Richtlinien für die Wohnbauförderung keine österreichweit einheitlich gültigen Bestimmungen – jedes Bundesland kocht hier sein eigenes Süppchen.

Die allgemeinen Förderkriterien Die Wohnbauförderung wird unterteilt in die personenbezogene und die baumaßnahmenbezogene Förderung. So können Sie für bestimmte Baumaßnahmen, wie etwa die thermische Sanierung oder die Errichtung eines energieeffizienten Hauses, monetäre Unterstützung erwarten. Für die Personenförderung hingegen müssen Sie andere Kriterien erfüllen, um als begünstigt zu gelten: Grundsätzlich kann jeder volljährige österreichische Staatsbürger, der Eigentümer oder Miteigentümer einer Liegenschaft ist, um eine Wohnbauförderung ansuchen. EU-Bürger sind dabei österreichischen Staatsbürgern gleichgestellt. Gefördert wird nur ein Hauptwohnsitz. Für ein Wochenendhaus gibt es keine Unterstützung. Die zwei wesentlichen

Kriterien sind das Einkommen einerseits und die errichtete Wohnfläche andererseits. Da beide eine Obergrenze haben, muss beim Ansuchen der Förderung ein Einkommensnachweis vorgelegt werden. Zuschläge gibt es, je nachdem wie vielen Personen die Wohnfläche dienen soll. Die maximale Einkommensgrenze steigt pro Kind (Nachweis der Schwangerschaft reicht auch). Als Angestellter brauchen Sie dafür den Einkommenssteuerbescheid des vorangegangenen Kalenderjahres. Vom Jahresbruttobezug werden die gesetzlichen Versicherungsbeiträge, Werbungskosten sowie die Lohnsteuer abgezogen. Sind Sie selbstständig, gilt immer der Einkommenssteuerbescheid des jeweils vergangenen Kalenderjahres. Negative Einkünfte sowie Verlustvorträge werden nicht berücksichtigt, jedoch werden auch hier die Lohnsteuer sowie Werbungskosten abgezogen. Was nicht zum Einkommen zählt und damit die Förderwürdigkeit nicht beeinflusst, sind finanzielle Zuschüsse wie die Familienbeihilfen, Kinderabsetzbeträge, Familienförderungen des Landes, Pflegegeld, Waisenpension, Einkünfte aus Ferialjobs, Studienbeihilfen und Lehrlingsentschädigungen bzw. Einkommen aus Zivil- oder Wehrdienst.


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FINANZIEREN

Förderwerber • Österreichische Staatsbürger oder diesen gleichgestellte Personen, • Gemeinden, • gemeinnützige Bauvereinigungen, • juristische Personen für die Errichtung und Sanierung von Dienstnehmerwohnungen,

Oberösterreich

Niederösterreich

Es gelten die üblichen personenbezogenen Voraussetzungen. Gefördert wird der Neubau von Wohnungen (eine zur ganzjährigen Bewohnung vorgesehene und dafür geeignete bauliche Einheit innerhalb eines Gebäudes), Wohnhäusern (ein Gebäude, das zumindest teilweise Wohnzwecken dient), Eigenheimen (Wohnhaus mit max. zwei Wohnungen, das einzeln oder als Teil einer Gesamtanlage errichtet wird; Mindestgröße 80 m2) und Reihenhäusern (höchstens zweigeschoßiges Wohnhaus mit mind. drei unabhängig voneinander und nur von außen begehbaren Wohnungen mit jeweils mindestens 80 m2 Nutzfläche). Die Einkommensgrenzen betragen bei einer Person 37.000 Euro, bei zwei Personen 55.000 Euro, für jede weitere Person 5.000 Euro. Bei einer Überschreitung der Obergrenzen um max. 10 %, 20 % bzw. 30 % wird eine um 25 %, 50 % bzw. 75 % verminderte Förderung gewährt (gilt nicht bei Mietwohnungen und Alarmanlagen).

Es gelten die üblichen personenbezogenen Voraussetzungen. Gefördert wird der Neubau von Wohnungen, Eigenheimen (ein Wohnhaus mit max. zwei Wohnungen, Ersterwerb einer Wohnenheit in einem frei finanzierten Reihenhaus oder einer frei finanzierten Wohnung im Geschoßwohnbau, wenn diese von einem hierzu berechtigten Bauträger errichtet werden und der Ersterwerb innerhalb von drei Jahren ab gegebener Benutzbarkeit erfolgt), Eigenheim in Passivbauweise (gleiche Voraussetzungen wie bei Eigenheim). Die Einkommensgrenzen betragen bei einer Person 40.000 Euro netto im Jahr, bei zwei Personen 65.000 Euro, bei jeder weiteren Person 8.000 Euro. Bei Überschreitung der Obergrenzen um bis zu 10 % verringert sich die Förderung um 20 %, bei Überschreitung von 20 % um 50 %.

Amt der Oberösterreichischen Landesregierung

Amt der Niederösterreichischen Landesregierung

Abteilung Wohnbauförderung Bahnhofplatz 1 4021 Linz

Abteilung Wohnungsförderung Landhausplatz 1, Haus 7A 3109 St. Pölten

T: +43 (0)732/77 20-141 51 F: +43 (0)732/77 20-143 95 E: wo.post@ooe.gv.at www.ooe.gv.at

T: +43 (0)27 42/90 05 F: +43 (0)27 42/90 05-120 60 E: post.landnoe@noel.gv.at www.noel.gv.at

• Körperschaften, Personenvereinigungen und Vermögensmassen, deren tatsächliche Beschäftigung ausschließlich und unmittelbar kirchlichen, gemeinnützigen, oder mildtätigen Zwecken dienen, für die Errichtung und Sanierung von Wohnheimen und Dienstnehmerwohnungen, usw.

Wien Es gelten die üblichen personenbezogenen Voraussetzungen. Gefördert wird der Neubau von Mietwohnungshäusern und Heimen (ausgenommen sind Dachgeschoßwohnungen in Miete), Eigentumswohnungshäusern (Dachgeschoßwohnungen ebenfalls ausgenommen), Eigenheimen, Reihenhäusern auf Eigengrund, Dachgeschoßausbauten für den Eigenbedarf, Errichtung von Kleingartenwohnhäusern und Eigenheimen auf Pachtgrund. Förderungsvoraussetzungen für gefördertes Eigentum in Wien: Einkommensgrenzen: 51.090 Euro für eine Person, 76.130 Euro für zwei Personen, 86.130 Euro für drei Personen, 96.140 Euro für vier Personen.

Magistrat der Stadt Wien Magistratsabteilung 50 Muthgasse 62, 1. Stock 1190 Wien T: +43 (0)1/4000-748 80 F: +43 (0)1/4000-99 748 96 E: post@ma50.wien.gv.at www.wien.gv.at

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FINANZIEREN 

Salzburg

Kärtnen

Burgenland

Es gelten die üblichen personenbezogenen Voraussetzungen. Gefördert wird der Neubau von Eigentum (Einzel- und Doppelhäuser, Bauernhäuser, Austragshäuser, Häuser in der Gruppe, Auf-, Zu- oder Einbau), Mietwohnungen und Mietkaufwohnungen und Wohnheimen. Gefördert wird ausschließlich mittels einmaligen, nicht rückzahlbaren Zuschüssen, die eine Finanzspritze von maximal 300 Euro pro Quadratmeter) für Neubau, Sanierung und Energieoptimierung ergeben können. Seit ihrer Einführung war die Nachfrage nach der „Wohnbauförderung Neu“ so groß, dass die verantwortlichen Politiker für die nächsten Jahre eine Reduktion der Fördermittel beschließen mussten, um alle Förderwerber bedienen zu können.

Es gelten die üblichen personenbezogenen Voraussetzungen. Gefördert wird der Neubau von Eigenheimen (Gebäude mit höchstens zwei Wohnungen, wovon eine zur Benützung durch den Förderungswerber bestimmt ist), Gruppenwohnbau (mind. drei Eigenheime, als Gesamtprojekt geplant und in geschlossener Bauweise errichtet), von mehrgeschoßigem Wohnbau (Errichtung von Miet- und Eigentumswohnungen durch gemeinnützige Wohnbauvereinigungen oder Gemeinden sowie die Errichtung von Wohnheimen durch Institutionen, die ausschließlich und unmittelbar kirchlichen, gemeinnützigen oder mildtätigen Zwecken dienen). Als Einkommensgrenzen, sie wurden im Mai 2017 erhöht, um mehr Menschen Zugang zu den Förderungen und damit leistbarem Wohnen zu gewähren, gelten bei einer Person im Haushalt 38.000 Euro, bei zwei Personen 55.000 Euro, bei drei Personen 55.000 Euro, bei vier Personen 60.000 Euro. Für jede weitere Person gelten plus 6.000 Euro.

Es gelten die üblichen personenbezogenen Voraussetzungen. Gefördert wird der Neubau von Ein- und Mehrfamilienhäusern, Reihenhäusern, der Zu-, Aus- und Aufbau von Wohnfläche. Eigenheime mit einer Wohnnutzfläche von 100 m2 bis 200 m2 werden mit dem höchstmöglichen Grundbetrag (einkommensabhängig) gefördert. Wird bei Neubauten die Wohnnutzfläche von 200 m2 überschritten, reduziert sich der Förderungsbetrag für jeden überschrittenen Quadratmeter um einen Prozentpunkt. Bei einer Wohnnutzfläche von 250 m2 ergibt sich daher eine Verringerung um 50 %. Als Einkommensgrenzen gelten bei einer Person im Haushalt 36.500 Euro, bei zwei Personen sind es 55.000 Euro, bei drei Personen 57.500 Euro, bei vier Personen 62.500 und bei fünf Personen 67.500 Euro.

Amt der Salzburger Landesregierung

Kärntner Landesregierung

Amt der Burgenländischen Landesregierung

Abteilung 10 Fanny-von-Lehnert-Straße 1 5020 Salzburg T: +43 (0)662/80 42-30 00 F: +43 (0)662/80 42-38 88 E: post@salzburg.gv.at www.salzburg.gv.at

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Abteilung 9 Mießtaler Str. 1 9020 Klagenfurt T: +43 (0)50 536-124 41 F: +43 (0)50 536-124 40 E: Abt2.Wohnbau@ktn.gv.at www.ktn.gv.at

Abteilung 6 Europaplatz 1 7000 Eisenstadt T: +43 (0)26 82/600-24 33 F: +43 (0)26 82/600-20 60 E: anbringen@bgld.gv.at www.bgld.gv.at


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FINANZIEREN

Steiermark

Tirol

Vorarlberg

Es gelten die üblichen personenbezogenen Voraussetzungen. Gefördert wird der Neubau von Eigenheimen, Eigentumswohnungen, Mietwohnungen und Mietkaufwohnungen, Wohnheimen, Sozialmietwohnungen sowie die Hausstandsgründung von Jungfamilien und Gleichgestellten. Als Einkommensgrenzen gelten bei einer Familiengröße von einer Person 34.000 Euro, bei zwei Personen 51.000 Euro und für jede weitere Person erhöht sich die Grenze um 4.500 Euro pro Jahr. Werden die Obergrenzen um mehr als 900 Euro überschritten, so reduziert sich die Förderhöhe um 20 %.

Es gelten die üblichen personenbezogenen Voraussetzungen. Gefördert wird der Neubau von Eigenheimen (Wohnhaus mit einer oder höchstens zwei Wohnungen), Wohnungen (eine baulich in sich abgeschlossene, normal ausgestattete Einheit, die mindestens aus einem Zimmer, einer Küche, Vorraum, WC, Bad oder Dusche und Abstellraum besteht), Wohnhäusern (Eigenheime in Form von Doppel-, Reihen- oder Gruppenhäusern) und Wohnungen in verdichteter Bauweise, Die Einkommensgrenzen betragen pro Monat und im Haushalt lebender Person maximal 2.850 Euro, bei zwei Personen 4.650 Euro, bei drei Personen 5.000 Euro und bei vier Personen 5.350 Euro. Für jede weitere Person gilt ein Plus von 350 Euro. Werden die Einkommensgrenzen überschritten, wird die Förderung für jeweils begonnene 100 Euro, um welche die festgelegte Einkommensgrenze überschritten wird, um 25 % gekürzt.

Es gelten die üblichen personenbezogenen Voraussetzungen. Beim Eigentumsneubau kann die Basisförderung erhöht werden, indem man einen Kinder- und/oder Einkommensbonus geltend macht. Eine bessere energetische, ökologische oder barrierefreie Ausführung etwa führt ebenso zu einer höheren Förderung wie eine Gebäude­ fassade aus Holz oder die Verwendung nachwachsender Dämmstoffe. Verdichtete Bauweise wird stärker gefördert. Außerdem gibt es einen Bonus für kompakte Wohnungen und Eigenheime. Die Einkommensgrenze liegt für einen Einpersonenhaushalt bei 3.100 Euro, für Zwei- und Mehrpersonenhaushalte wurde die Obergrenze mit 5.500 Euro festgelegt.

Amt der Steirischen Landesregierung

Amt der Tiroler Landesregierung

Vorarlberger Landesregierung

Landhausgasse 7 8010 Graz

Abteilung Wohnbauförderung Landhaus 1 Eduard-Wallnöfer-Platz 3 6020 Innsbruck

T: +43 (0)316/877-0 F: +43 (0)316/877-45 69 E: wohnbau@stmk.gv.at www.wohnbau.steiermark.at

T: +43 (0)512/508-27 32 F: +43 (0)512/508-74 27 35 E: wohnbaufoerderung@tirol.gv.at www.tirol.gv.at

Abteilung Wohnbauförderung Landhaus 6901 Bregenz T: +43 (0)55 74/511-80 80 F: +43 (0) 55 74/511-92 34 95 E: wohnen@vorarlberg.at www.vorarlberg.at

237


INDEX A

Abdichtung 48 Abflussleitungen 158 Abgasanlagen 78 Abhängesysteme 88 Abluft 157 Abstellraum 203 Abwasserableitungen 214 Abwasser 215 AC-Schalter 161 Akzentbeleuchtung 176 ,193 Arbeitsplattenhöhe 179 Arbeitsräume 170 Armaturen 183 Asbest 42 Aufsparrendämmung 128 Aushub 44 Aushubmaterial 41 Außenbeleuchtung1 64, 207 Außenjalousien 113 Automatische Bewässerungsanlage 213

B

Bad 170 Badewanne 183 Badezimmer 182 Badplanung 182 Balkon 80 Balkongeländer 80 Barrierefrei 7, 120 Baugrube 44 Baumängel 231 Baumaschinen 32 Baumeisterhaus 17 Baumwolle 60 Bauplanung 6 Bauschutt 30, 41 Bausparen 233 Baustelle 30 Baustoffe 7, 25 Bauteilaktivierung 151 Bauverhandlung 8 Bauweise 84 Beleuchtung 192 Beleuchtungskonzept 192 Beleuchtungsqualität 175 Berührungslose Armaturen 183 Beschattung 81, 114 Beton 16, 35, 48

238

Bett 194 Bewegungsmelder 208 Biomasse 145 Biotop 210, 226 Blähglimmer 60 Bläh-Perlite 60 Blähton 94 Blähtonsteine 35 Blechdach 75 Blitzschutz 29 Bodenbeläge 200 Bodenklasse 12, 44 Bodenplatte 44 Bohrbrunnen 213 Brandabschnitte 26 Brandschutz 24, 39, 65, 90 Brauchwasser 142 Brennbarkeit 39 Brennwerttechnik 138, 151 Brunnen 226 Buntsteinputz 90 Bürostuhl 201

C

Carport

83, 84, 222, 223

D

Dach 127 Dachboden 66 Dacheindeckung 73 Dachform 72, 74, 126 Dachgauben 127 Dachgeschoßausbau 7, 126 Dachkonstruktion 126, 127 Dachstuhl 127 Dachterrasse 75 Dachverglasungen 75 Dämmstoff 56, 60, 66, 88 Dämmung 56, 64, 73, 95, 113, 117 Dampfbad 184 Dampfbremse 65, 88, 108 Dampfsperre 127 Darlehen 232 Deckenheizung 151 dimmbar 192, 195 Dispersion 90 Dreikammerfaulgruben 214 Durchgangslichten 122 Durchlauferhitzer 155 Duschkabine 183

E

EIB Eigenkapital Einfriedungen

163 231, 233 224

Eingangsbereich 169 Eingangstüren1 16, 118, 153, 203 Einhebelmischer 183 Elektrodurchlauferhitzer1 55 Elektroinstallationen 168, 206, 208 Elektrosmog 195, 201 Email 186 Energieeffizienz 7, 78 Energieeffizienzklasse 176 Energiemanagement 162 Energiesäulen 207 Energiesparlampen 174 Entwässerunganlagen 214 EPS 62 Erdaushub 40, 46 Erdgas 144 Erdkabel 207 Erdkeller 203 Erdöl 144 Erdungsanlagen 29 Erdwärme 151 Esszimmer 169 Estrich 93, 95

F

Farbe 168, 194 Farbkombinationen 170 Farbverläufe 169 Farbwiedergabe 175 Faserzement 75 Fassade 52 FC-Wert 114 Feldbussysteme 163 Fenster 57, 108, 113 Fensterbeschattung 112 Fenstermontage 108 Fernseher 193 Fertigbauweise 17 Fertigbecken 226 Fertigteilgarage 82 Feuchtraum 206 Feuerwiderstandsklassen2 5 Finanzierung 233 Fingerprint-System 118 Finnische Sauna 184 FI-Schalter 161, 208 Flachdach 72, 74 Flächenbefestigung 216 Flächenheizsysteme 151, 152 Flachs 60 Flachspül-WCs 184 Fliesen 99, 218 Folienteich 227

Förderkriterien 234 Förderwerber 236 Formaldehyd 89 Fundament 44, 45, 50 Funktionsschicht 93 Fußbodenheizung 201

G

Garage 82, 95, 222 Garagentore 83 Garten 41, 207 Gartenteich 41, 214, 227 Gas 31, 134, 155 Gasdurchlauferhitzer 155 Gebäudeleitsystem 163 Gebäudetechnik 164 Gebäudeversicherung 19 Gefälle 215, 218 Generalunternehmer 17 Geräteanordnung 179 Geräteverleih 33 Giftstoffe 89 Gips 90 Gipsfaserplatten 87, 88 Gipskarton 201 Gipskartonplatte 87, 88 Glaswolle 60 Grauwasser 212 Gründach 75 Grundbeleuchtung 176 Grundbuch 233 Grundriss 7, 178, 222 Grundstück 41 Grundstücksaufschließung 11 Gründung 83 Grundwasser 11, 42, 212 G-Wert 109

H

Hackschnitzel 145 Hackschnitzelheizungen1 38 Haftpflichtversicherung 19 Halogenlampe 174, 193 Hanf 61, 94 Hangbefestigung 217 Hausanschlussleitung 214 Haustüren 116 Hauswirtschaftsraum 203 Hecke 224 Heimbüro 200 Heizestriche 95 Heizkörper 152 Heizsystem 135 Hinterlüftete Fassade 58


Hochlochziegel 34 Holz 37, 38, 81, 97 Holzarten 220 Holzfasern 61 Holzweichfaserplatten 87 Holzwerkstoffe 89, 92 Holzwolle 61 Home Office 200 Hypothekarkredit 233

I

Infrarotheizungen 152 Infrarotwärmekabinen 184 Infrastruktur 13 Innenliegender Sonnenschutz 114 Innentüren 122

J

Jahresarbeitszahl Jalousien

K

142 81, 114

Kachelofen 138 Kalkfarben 90 Kalkputz 90 Kalksandstein 36 Kaltdach 65, 72 Kamin 78 Kaminöfen 138 Kanal 218 Kanalisation 211, 214 Kanalisierung 45 Kassettentüre 123 Kehlbalken 126 Kehlbalkendach 74, 126 Keller 44, 46 Kellerfenster 50 Kelvin 175 Keramik 186 Kessel 133, 136 Kesseldruck imprägniertes Holz 223 Kinderzimmer 169 Klarwasser 212 Kleber 91 Kleinkläranlagen 214 Klinker 37, 218 Kokosfasern 61 Komplementärfarben 169 Konstruktiver Holzschutz 221 Kork 62, 94 Körperschall 59 Kostenfallen 231 Kostenplanung 231

Kreditversicherung 233 Kreditwürdigkeit 232 Küche 169, 178 Küchenplanung 178 Kunststein 217 Kupferrohre 158 Konvektionsprinzip 135 Kunststoff 158

L

Lack 91 Laibung 123 Laminat 97 Latex 91 Lattenrost 196 LED 175, 208 Lehm 36 Lehmputz 90 Leibungsfenster 50 Leichtbauweise 16 Leichthochlochziegel 34 Leime 91 Leimfarben 91 Leistungsbeschreibung 232 Leuchten 192, 193 Lichtakzente 208 Lichtatmosphäre 193 Lichtfarbe 175, 180 Lichtkomfort 177 Lichtmanagement 208 Lichtschächte 50 Lichtschalter 177 Löffelsteine 218 Loggia 80 LPS (Lightning Protection System) 28 Lüften 153 , 172 Luftschall 59 Lüftung 81 Lüftungsanlagen 157 Lumen 175

M

Magnetfarbe 91 Mansardendach 74 Markise 113 Massivbauweise 16 Matratze 196 Mauer 225 Maueröffnungen 122 Mauersteine 48 Mehrkammergrube 214 Mehrschalig 36, 54 Metall 172 Mineralschaumplatten 62 Mineralwolle 94

Modulmöbel 191 Monolithisch 36 Multifunktionsmöbel 192 Mutterboden 12, 216

REI Rollläden Rollos Rückstauklappe

N

S

Naturfarben 91 Naturstein 100, 217, 225 Nebenkosten 232 Netzbetreiber 164 Niedrigenergie 142 Noniusabhänger 88 Nullung 161 Nutzräume 202

O

Ökostrom Ölheizung

147 133

P

Paravents 223 Parkett 98 Pellets 136, 145 Pelletseinzelöfen 138 Pelletskaminofen 134 Pelletssysteme 138 Pergola 222 Perimeter 47 Perlit 94 Personenförderung 234 Pfettendach 74, 126 Pflastern 217 Photovoltaikanlage 146 Plansteine 35 Planungsfehler 178 Plissee 114 Polystyrol 62 Pool 214 Porenbeton 34 Pultdach 74 Putz 36, 52

R

Raffstore 113 Rauchwarnmelder 25 Raumbeleuchtung 180 Raumplanung 194 Raumtemperatur 169 RC2-Ausführungen 109 RC2 (WK2)-Standard 117 Reaktionsklebstoffe 92 Regenertrag 211 Regenwasser 211, 222 Regenwasseranlage 212 Regenwasserzisterne 207 Regnertechnik 213

25 81, 113 81, 114 50

Sandbett 218, 227 Satteldach 74 Sauna 184 Schachtbrunnen 212 Schafwolle 62 Schalldämmung 54, 58 Schallschutz 39, 95, 159 Schallschutzverglasung 109 Schall- und Wärmeschutz8 8 Schamotte 218 Schaumglas 62 Schimmel 151 Schimmelbildung 203 Schlafzimmer 194 Schlagbrunnen 212 Schrittmaßregel 104 Schüttung 93, 95 Schwimmteich 210, 226 Seegras 62 Sicherheit 105 Sickergrube 211 SiGePlan 31 Silikatfarbe 90 Sitzmöbel 190 Smart Metering 164 Solaranlage 140, 146, 155 Sonnenenergie 146, 151 Sonnenschutz 112 Sparrendach 126 Speisekammer 203 Spezialgründung 45 Starkstromanschluss 180 Stauraum 178, 202, 203 Steildach 72 Steinpflege 218 Steinwolle 62 Stroh 62 Strom 31, 147, 155 Stromanschlüsse 203 Stückholz 138, 144 Stufenhöhe 104 Swimmingpool2 11, 216, 226 Speisezimmer 186 Spitzboden 126 Stahlbaugaragen 81 Stahlrohre 84 Ständerbauweise 91 Statiker 7 Staubsaugeranlagen 86 Stauraum 199

239


Steighöhe 107 Steigleitungen 84 Steigungsgrad 215 Steildach 70 Steingärten 215 Steinwolle 60 Steinzeug 103 Steuersysteme 163 Steuerung 134, 163 Stiegen 214 Störfelder 12 Störzonen 13 Strahlungswärme 150 Stroh 60 Stufenkanten 107 Stufenzahl 107 Sturmschaden 19 Swimmingpool 224

Trittschall Trittschallschutz Trockenbau Trockenestrich Trockenputz Tür Türsprechanlagen

T

V

Tageslicht 50 Tapete 172 Tapetenkleister 92 Teppichböden 98 Terrasse 214 Thermische Solaranlage1 54 Thermostatventile 152 Tiefspülbecken 184 Tilgung 233 Toilette 184 Topografie 13 Treppe 104, 216

FIRMEN

U

Überspannungsableiter 29 Umweltsiegel 91 Umweltzeichen 173, 194 Unfarben 170 UNITS 133 Untersparrendämmung 129 Unterversicherung 19 U-Wert 39, 56, 64, 66, 108 UV-Entkeimungsanlagen 211

Verzinsung Vinyl Vollfinanzierung Vorgehängte Fassade Vorlauftemperatur Vorraum Vorsatzschale Vorwandinstallation

W

Wabentüren Walmdach

AFI 110 Baumit Wopfinger 55, 61, 93 Capatect 67 DANA 125 Ekey Biometric Systems GmbH 119 Faulmann & Faulmann 181 Feldgrill Gerhard 9 Fertighausverband 14 Fröling 143 GROHE 185 Häusler 219 i2 infrared technologies 153 Inotherm 121 JUNG 165 Kammel 49 Klafs 188 ÖQA 17, 35, 91 Parkett-Agentur 103

240

59 39 86 94 87 120 164

233 172 232 54 151 202 88 184

123 74, 127

Wandaufbauarten 87 Wandfarben 90, 200 Wandheizung 151 Warmdach 72 Wärmeabgabesystem 140 Wärmebrücken 58, 81, 113 Wärmedämmung 48, 50, 127 Wärmedämmverbundsystem 36, 54, 58 Wärmedurchgangskoeffizient 117 Wärmeleitfähigkeit 66 Wärmepumpe 140 Wärmepumpentechnologie 147 Wärmerückgewinnung 157 Wärmeschutz 95 Warmwasser 135, 154, 156 Warmwasserbereitung 133 Warmweiß 177 Waschbecken 184, 186 Wasserabläufe 214 Wasserheizung 227 Wasserkraft 146 Wasserpflege 227 Wege 216 Wegsteine 217 Wellnessbereich 170 Werkzeug 32 Widerstandsklasse 124 Windenergie 146 Wintergarten 81, 114

Profibaustoffe 23 PROFS 209 ProKilo 97 ProPellets 148 QGWDS 59 Rigips Austria 89 RIMA 197 Schanz Rollladensysteme 115 Schiedel 135 Schiller 37 Schnauer 85 Smart Wall 71 Sonderwunsch Meister 10 Steurer 13 SWA Systembauteile 51 TECE 187 Ullrich & Sohn GesmbH 139 Villgrater Natur 63

Wohnbauförderung 234 Wohnraumlüftung 79, 156 Wohnzimmer 170, 190

X

XPS

62

Z

Zarge 123 Zaun 224 Zellulose 62 Zement 37 Zementfarben 91 Zentralheizung 78 Ziegel 34, 225 Ziegelsteine 218 Zisterne 211 Zweigriffarmatur 183 Zwischendecken 88 Zwischensparrendämmung 128

MESSEN

Arena Nova Bauen & Wohnen Salzburg Häuslbauer Messe Graz Bauen & Energie Wien Messe Wels Messe Wieselburg Messe Wisa

177 109 193 215 129 27 223


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3 4

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