Historisches Poznań

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Kathedrale in Poznań, Foto: D. Krakowiak

Historisches Poznań

WARSZAWA

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Rundgang von der Dominsel (Ostrów Tumski) über den Altmarkt und durch die Innenstadt zum sog. Schlossviertel. Diese klassische Besichtigung von Poznań deckt sich gleichzeitig mit dem Kern der sog. Route der Könige und Kaiser. Ihre Bezeichnung knüpft an die einst in Poznań residierenden Piastenkönige und die Kaiser an, die unserer Stadt einen Besuch abgestattet haben. Otto III. legte hier im Jahr 1000 auf dem Weg nach Gniezno einen Zwischenstopp ein. Napoleon Bonaparte war viermal in Poznań, am längsten 1806, als die Stadt für mehrere Wochen zur europäischen Hauptstadt wurde. Für Wilhelm II. wurde hier 1910 das letzte Residenzschloss Europas errichtet, das nach 1918 Gründungsort der Universität von Poznań war und in der Zwischenkriegszeit eine der offiziellen Residenzen der polnischen Präsidenten bildete. Denjenigen Gästen, die hier zwei oder drei Tage verbringen möchten, schlagen wir zusätzliche Besichtigungen von vielleicht seltener besuchten, aber nicht weniger interessanten Orten vor, die die Vielfalt der außergewöhnlichen Stadt Poznań belegen. Poznań ist wirklich einzigartig uns sehenswert!

Ein Spaziergang durch Poznań ist wie ein Blick in den Spiegel der Geschichte. Seit der Entstehung des polnischen Staates haben die einzelnen Jahrhunderte und jeder architektonische Stil ihre Spuren in der Stadt hinterlassen. Die Vergangenheit hat sich fühlbar in Bauwerken und Denkmälern verewigt. Sie prägen die einzelnen Jahrhunderte, seit der Zeit von Mieszko I. und Bolesław I. Chrobry bis in die Gegenwart. Oft sind wir uns ihrer Vielzahl und ihrer Bedeutung nicht bewusst. Die wertvollsten stehen unter Denkmalschutz. In Poznań sind fast 500 Objekte in die Denkmalliste eingetragen. Wenn man außerdem die in diese Liste aufgenommenen architektonisch-urbanistischen Strukturen der ältesten Stadtteile berücksichtigt, kann man feststellen, dass dank dieser Strukturen und ihrer Bebauung insgesamt über 6000 Objekte unter Denkmalschutz stehen. Dies belegt den historischen Rang der Stadt Poznań. Natürlich kann man nicht alle Bauwerke besichtigen. Als Besucher muss man eine Auswahl treffen, indem man sich an den eigenen Vorlieben orientiert oder auf die wertvollsten Sehenswürdigkeiten konzentriert. Touristen, die nur einen Tag Zeit haben, empfehlen wir einen

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HAUPT-RUNDGANG Dominsel – Altmarkt – Innenstadt - Schlossviertel Dominsel Über die von Flussarmen der Warta und der Cybina gebildete Dominsel, den ältesten Teil von Poznań, pflegte Johannes Paul II. zu sagen: „Hier liegt der Ursprung Polens.“ In der Mitte des 10. Jahrhunderts errichtete Mieszko I����������������������������������������� . an dieser Stelle im Bereich einer älteren Siedlung eine Burg. Ebenfalls hier entstand 968 das erste Bistum. Bald darauf wurde die erste Kathedrale gebaut. Die Überreste dieses frühromanischen und romanischen Bauwerks kann man heute in den unterirdischen Gewölben dieses Gotteshauses besichtigen. In den siebziger Jahren des 10. Jahrhunderts wurde die Burg erweitert und mit mächtigen Wällen mit einer Breite von 20 m und einer Höhe von etwa 10 m umgeben. Damals wurde auch ein Palas errichtet, dessen Überreste im Jahr 1999 Archäologen unter der Leitung von Prof. Hanna Kóčki-Krenz vom Institut für Urgeschichte der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań entdeckt haben. Ganz Polen verfolgte damals die Berichte über die Dominsel in Poznań. Ähnlich verhielt es sich 2009, als Reste der Kapelle Dubrawkas, des ältesten christlichen Gotteshauses in Polen, gefunden wurden. Die Forschungen sind noch nicht abgeschlossen. Zu den wichtigsten bisherigen Entdeckungen gehören u.a. eine Bleibulle von Bolesław III. Schiefmund, über 220 Mosaikwürfel (einzigartiger Fund in Polen) und die Freilegung der Überreste einer Gold verarbeitenden Goldschmiedewerkstatt aus dem 11. Jahrhundert. Es handelt sich um die bisher einzige derartige Werkstatt aus dieser Zeit in Polen. Obwohl in unserem Land mittelalterliche Werkstätten bekannt sind, hat keine von ihnen Gold verarbeitet. Die Werkstatt in Poznań ist also ein schlagkräftiger Beweis für die Position der Burg. Dort nämlich, wo sich eine Goldschmiedewerkstatt unter der Kontrolle eines Herrschers befand, lag auch das Zentrum politischer Macht. Die ebenso auf der Dominsel (an der ulica ks. Ignacego Posadzego) freigelegten,

Dominsel aus der Vogelperspektive, Foto: D. Krakowiak

mächtigen und europaweit einmaligen Burgwälle aus der Zeit von Mieszko I. und Bolesław I. Chrobry belegen überzeugend die damalige Position von Poznań. Nach ihrer Untersuchung wurden die Wälle wieder zugeschüttet. Teile von ihnen sowie Fragmente der Mauern, mit denen Bischof Jan Lubrański die Dominsel im 16. Jahrhundert umgeben hatte, kann man in einem archäologischen Reservat an der ul. ks. Ignacego Posadzego sehen (wird Mitte 2012 eröffnet). Fast vis-a-vis der Kathedrale, am anderen Ufer der Cybina, läuft der Bau des Interaktiven Dominsel-Geschichtszentrums, das 2012 fertig gestellt werden soll. Die gegenwärtige St.-Peter-undPaul-Kathedrale, in der mehrere Piasten bestattet worden sind (u.a. Mieszko I., Bolesław Chrobry, Mieszko II., Kasimir der Erneuerer und Przemysł II.), besitzt den Charakter einer gotischen dreischiffigen Basilika aus dem 15. Jahrhundert mit einem Chorumgang und Kapellenkranz. In dieser Form wurde sie nämlich nach ihrer Zerstörung im Jahr 1945 wieder aufgebaut. Sie hat also nicht die aus dem 18. Jahrhundert stammende Vorkriegsform wiedererhalten, sondern es wurde eine Gotisierung des Bauwerks vorgenommen. Die Kriegsbeschädigungen, besonders des Hauptschiffs, haben dazu geführt, dass die Einrichtung des Gotteshauses teilweise mit Objekten aus Schlesien ergänzt worden ist. Aus Oberschlesien stammt der gotische Altar aus dem Jahr 1512, aus Zgo���� rzelec das Chorgestühl aus dem 16. Jahrhundert und aus Milicz die Kanzel aus dem 18. Jahrhundert sowie das Taufbecken. Nach jahrelan-

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Kathedrale und Heilige Marienkirche, Foto: D. Krakowiak

Innenbereich der Kathedrale in Poznań, Foto: Archiv der Wielkopolska-Tourismusorganisation, A. Piechocka

ger Suche kehrten 1990 die berühmten, in der Nürnberger Werkstatt der Vischers angefertigten, Grabplatten aus dem 15. Jahrhundert in die Kathedrale zurück, die von den Deutschen geraubt worden waren und in der Eremitage in Sankt Petersburg aufgefunden wurden. Am wenigsten litten während des Krieges die Seitenkapellen, in denen wir bis heute wahrhafte Meisterwerke der Bildhauerkunst vergangener Jahrhunderte bewundern können, unter anderem das Grabmal von Bischof Benedykt Izdbieński, ein Werk von Jan Michałowicz aus Urzędów, des herausragendsten polnischen Bildhauers der Renaissancezeit, sowie das von Hieronim Canavesi geschaffene Górka-Grabmal, das ebenfalls der Renaissance zuzurechnen ist. Die bekannteste Kapelle ist jedoch die Kapelle der polnischen Könige, die auch Goldene Kapelle genannt wird. Sie wurde im 19. Jahrhundert mit Spendengeldern, die in den drei Teilungsgebieten gesammelt wurden, sowie Mitteln des russischen Zaren und des preußischen Thronfolgers gebaut. In der Kapelle mit ihrer reichen frühchristlichen Ausstattung wurden der neogotische Sarkophag der ersten polnischen Herrscher (mit Elementen des von König Kasimir dem Großen in Auftrag gegebenen gotischen Grabmals Bolesław Chrobrys) und Statuen beider Herrscher, die ein von Edward Raczyński gestiftetes Werk des Berliner Bildhauers Christian Rauch bilden, aufgestellt.

Bei einem Rundgang auf der Dominsel darf man die wertvolle gotische Marienkirche aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts nicht auslassen. Leider kann man sie wegen des schlechten technischen Zustands und laufender Sicherungsarbeiten vorerst nur von außen besichtigen. Unmittelbar neben der Marienkirche steht das aus dem frühen 16. Jahrhundert stammende Psalmensänger-Haus, das die Priester bewohnten, die zum Singen der Psalmen in der Kathedrale verpflichtet waren. Sowohl das Psalmensänger-Haus als auch das bis heute erhaltene Gebäude der Lubrański-Akademie wurden von einem der herausragendsten Geistlichen in Poznań, dem Bischof Jan Lubrański, errichtet. Nach ihm ist auch die Straße benannt, die vom Platz vor der Kathedrale zum Gebäude der ehemaligen Akademie führt (der ersten Schule in Polen, in der im Geiste des während der Renaissance aufkommenden Humanismus gelehrt wurde). In diesem befindet sich heute das Erzbistümliche Museum. Vor der Akademie steht ein Denkmal Jan Kochanowskis (Rekonstruktion des Denkmals von 1884), das im Jahr 2002 hierher verlegt worden ist, als an seinem bisherigen Standort an der ulica Ostrów Tumski ein von Krystyna Fałdyga-Solska geschaffenes Denkmal für Johannes Paul II. errichtet wurde.

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Altmarkt Poznań wurde auf der Dominsel geboren. Hier entstanden eine Burg und ringsherum eine Burgsiedlung. Im späten 12. und frühen 13. Jahrhundert entwickelte sich Poznań von einer Wehrburg, die vor allem einen Fürstensitz bildete, zu einer Stadt nach westeuropäischem Vorbild. Aber erst im Jahr 1253, als Przemysł I. eine Gründung nach Magdeburger Recht vornahm, begann am linken Ufer der Warta die eigentliche städtische Entwicklung von Poznań. Damals erhielt das linksufrige Poznań einen Marktplatz, der sich bis heute erhalten hat. Auf jeder Seite des Marktplatzes wurden jeweils drei von ihm abführende Straßen abgesteckt. Man begann damit, prächtige städtische Bauwerke zu errichten, nämlich Rathaus, Waage und Pfarrkirche. Die Stadt wurde mit Mauern umgeben und ein Element der Befestigungen war eine Burg, die noch in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts im Westteil der Stadt errichtet worden ist. In der Mitte des Altmarkts steht das Renaissancerathaus, der frühere Sitz der Stadtverwaltung. In dem Mitte des 16. Jahrhunderts vom Italiener Giovanni Battista di Quadro aus Lugano umgebauten Gebäude befindet sich heute das Geschichtsmuseum der Stadt Poznań. Von besonderer Schönheit ist die Große Halle, die auch Renaissancesaal genannt wird, weil er zu den herrlichsten Renaissanceräumlichkeiten in Polen gehört. Zwei Sandsteinsäulen stützen hier das mit einer Kassettendecke verzierte Gewölbe mit bemalten Reliefs, die Wappen, biblische und mythologische Szenen, exotische Tiere sowie Planeten darstellen. Am Rathausturm sieht man täglich zur Mittagsstunde zwei mitein-ander kämpfende Ziegenböcke, die ein Symbol der Stadt Poznań sind. Unmittelbar am Rathaus befinden sich kleine Häuser mit Arkaden aus dem 16. Jahrhundert, ein in Polen selten anzutreffendes Überbleibsel der historischen Handelsbebauung. Im Mittelalter standen hier Holzbuden, in denen mit Heringen, Kerzen und Fackeln gehandelt wurde. Mit der Zeit nahmen ihren Platz gemauerte, schmale Bürgerhäuser ein, in denen die Wohnräume der Budeneigentümer lagen. Auch heute sind in ihnen Wohnungen

Altmarkt, Rathaus und Stadtwaage, Foto: D. Krakowiak

eingerichtet. Manche erstrecken sich über drei Bürgerhäuser. Die vier Ecken des Altmarkts zieren vier Brunnen, nämlich der vor dem Rathaus stehende Proserpina-Brunnen, ein Werk von Augustin Schöps aus dem 18. Jahrhundert, sowie die übrigen, die in den letzten Jahren aufgestellt worden sind und an die jahrhundertealte Lage von Brunnen in den vier Ecken des Markplatzes anknüpfen. Sie stellen Apollo (ein Werk Marian Koniecznys), Neptun (Marcin Sobczak und Adam Piasek) sowie Mars (Rafał Nowak) dar. Beim Rundgang über den Altmarkt sollte man auf die Palais der Działyńskis, Mielżyńskis und Górkas achten. Das Działyński-Palais, ein klassizistisches Gebäude mit einer Pelikanskulptur am Dachgiebel, ist heute Sitz der Kórnik-Bibliothek der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Seit dem frühen 19. Jahrhundert gehörte es den Działyńskis und nach dem Tod Jan Działyńskis, des letzten Vertreters der Familie, ging es 1880 in den Besitz seines Neffen Władysław Zamoyski über. Dieser wiederum schenkte 1925 das Palais mitsamt den Gütern in Kórnik dem polnischen Volk. Während der Teilungszeit war das Działyński-Palais ein Bollwerk des Polen-

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tums und ein wichtiges Zentrum des geistigen Lebens in Poznań. Hier fanden sowohl politische Versammlungen als auch Vorträge über unterschiedliche Themen, Konzerte und Theateraufführungen statt. Die Tradition literarischer Treffen und Konzerte im Roten Saal wird bis heute fortgesetzt. Das für die Familie Mielżyński gegen Ende des 18. Jahrhunderts errichtete Palais bildete das erste klassizistische Wohngebäude in Poznań. Neben den Appartements der Eigentümer und den Zimmern für Bedienstete gab es in ihm von Anfang an Räume, die gemietet werden konnten. 1806 wohnten hier General Jan Henryk Dąbrowski und Józef Wybicki. Ein ungewöhnlich interessantes Bauwerk ist das aus der Renaissancezeit stammende Górka-Palais (an der ulica Klasztorna und ulica Świętosławska in der südöstlichen Ecke des Altmarkts), das heute Sitz des Archäologischen Museums ist. Nicht nur wegen der interessanten Ausstellungen (u.a. über die Geschichte von Wielkopolska und das antike Ägypten) lohnt es sich, einen Blick in dieses Palais zu werfen. Zu besichtigen gibt es auch das schönste Renaissanceportal in Poznań und einen Renaissancehof mit einer verglasten Dachkuppel, die geöffnet werden kann. Im Hof befindet sich ein ägyptischer Obelisk von Ramses II., so dass die Stadt in dieser Hinsicht auf einer Stufe mit Rom, London, Paris und New York steht, auch wenn der Obelisk in Poznań bescheidener ist. Am Altmarkt sollte man auch zwei sich in historischen Bürgerhäusern untergebrachte Museen besuchen, nämlich das Musikinstrumentenmuseum und das Henryk-Sien������������ kiewicz-Literaturmuseum. Ihre Entstehung ist engagierten Persönlichkeiten zu verdanken. Die Gründung des Musikinstrumentenmuseums hat der Getreidekaufmann Zdzisław Szulc initiiert, der von zahlreichen Reisen verschiedene Musikinstrumente mitgebracht hat. Obwohl nicht alle die Besatzungszeit „überlebt“ haben, bildeten sie den Grundstock für das gegenwärtige Musikinstrumentenmuseum, das einzige seiner Art in Polen. Das Sienkiewicz-Museum besteht dank Ignacy Moś (während des Zweiten Weltkriegs kaufte er den Sohn Sienkiewiczs aus den Händen der Gestapo frei), der seine

Sammlungen „der Nation und meiner geliebten Stadt“ schenkte. Bis zu seinem Lebensende (er verstarb 2001) war er ihr Ehrenkustos. Um den Altmarkt Vom Altmarkt aus erreicht man über die ulica Świętosławska die fast 75 Jahre lang (von der Mitte des 17. Jahrhunderts bis ins frühe 18. Jahrhundert) errichtete Pfarrkirche Maria Hilf, St. Maria Magdalena und St. Bischof Stanislaus. Sie bildet das schönste barocke Gotteshaus in Poznań und wurde nach einem Entwurf von Bartłomiej Nataniel Wąsowski, der Rektor des Jesuitenkollegs in Poznań war, gebaut. Es handelt sich um eine dreischiffige Kirche mit Emporen über den Seitenschiffen und mächtigen Pfeilern im Hauptschiff (eine Idee Wąsowskis). Der herrliche Hauptaltar und das Eingangsportal wurden von Pompeo FerApollo-Brunnen, Foto: D. Krakowoak

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Poznań im 19. Jahrhundert

Symbole von Poznań. Die Gründung der Gesellschaft Bazar Poznań im Jahr 1838 initiierte Karol Marcinkowski, ein Arzt und führender Verfechter der Organischen Arbeit in der Region Wielkopolska. Diese Gesellschaft errichtete ein großes Hotel mit Geschäften im Erdgeschoss (seinen Eisenwarenladen hatte hier auch Hipolit Cegielski). Von den Fenstern des Hotels Bazar aus hielt Ignacy Jan Paderewski am Abend des 26. Dezember 1918 eine Ansprache. Einen Tag später brach ein Aufstand aus, der der Region Wielkopolska die Freiheit brachte. Das Gebäude wird seit über einem Jahrzehnt von der Gesellschaft Bazar, der heute die Erben der Gründer des Bazar aus dem 19. Jahrhundert angehören, saniert. Es gibt hier schon wieder Geschäfte. In einem Teil des Gebäudes sind Büros untergebracht. Die Fassade hat ihre neobarocke Gestaltung wiedererhalten. Die Arbeiten zur Rekonstruktion der historischen Innenräume laufen jedoch noch immer. Am Plac Wolności erhebt sich ein klassi-zistisches Bauwerk, dessen äußeres Erscheinungsbild der Ostfassade des Louvre nachempfunden ist. Es handelt sich um die

Vom Altmarkt aus erreichen wir über die ulica Paderewskiego den Plac Wolności, einen im frühen 19. Jahrhundert abgesteckten und heute zentralen Platz in der Stadt. Bevor wir ihn betreten, sollten wir den beiden Gebäuden an der Ecke ulica Paderewskiego / Aleje Marcinkowskiego Beachtung schenken. Das eine ist ein in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts von den Preußen errichtetes Museumsgebäude, das dem Berliner Arsenal nachempfunden ist. Im ehemaligen Kaiser-Friedrich-Museum (und einem neuen Flügel) befindet sich heute das Nationalmuseum mit Werken von Jan Matejko, Józef Chełmoński, Stanisław Wyspiański, Olga Boznańska und einer sehr großen Bildersammlung von Jacek Malczewski. Dem Museumsgebäude gegenüber wurde 2006 eine moderne Installation, die sog. Posener Stele, ein Werk des deutschen Künstlers Heinz Mack, aufgestellt. Das zweite ist das Bazar-Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, eine der wichtigsten Institutionen des polnischen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Lebens während der Teilungszeit und eines der wichtigsten

Pfarrkirche Poznań, Ansicht aus Richtung Chopin-Park, Foto: D. Krakowiak

rari entworfen. Durch die monumentale, pompöse Sättigung mit Schnitz- und Stuckarbeiten sowie Malereien ist es ein wahrhaft barockes Schmuckstück. Jeden Samstag kann man sich um 12.15 Uhr ein kurzes Konzert auf der berühmten Orgel von Friedrich Ladegast anhören. Die Pfarrkirche ist Teil des ehemaligen Jesuitenkomplexes. Neben ihr steht das frühere Kolleg (heute Sitz der Stadtverwaltung Poznań) und gegenüber die alte Jesuitenschule (gegenwärtig Ballettschule). Über die ulica Franciszkańska gehen wir vom Altmarkt zum Przemysł-Berg, auf dem Przemysł I. und sein Sohn Przemysł II. im 13. Jahrhundert eine mächtige Burg errichtet haben. Bis heute sind von dieser ältesten Königsresidenz in Polen die gotischen Kellergewölbe erhalten geblieben und in dem nach dem Krieg wiederaufgebauten Burggebäude aus dem 18. Jahrhundert befindet sich das Kunstgewerbemuseum. Nach jahrelangen Bemühungen der Bürgerinitiative für den Wiederaufbau der Königsburg in Poznań wurde 2011 mit ihrem Wie-

Raczyński-Bibliothek, Foto: D. Krakowiak

deraufbau bzw. – wie es manche nennen – Bau begonnen. Gegen dieses Projekt protestierten viele Kunsthistoriker und Architekten, die der Ansicht sind, dass es nichts mit der ursprünglichen Przemysł-Residenz zu tun hat, weil wir nicht wissen, wie diese wirklich ausgesehen hat. Der Burg gegenüber steht ein ungewöhnlich schönes barockes Gotteshaus, die Franziskanerkirche St. Antonius von Padua, die in den Jahren 1665 bis 1730 errichtet worden ist. Am interessantesten ist die wunderschöne Kapelle, die der Wundermächtigen Gottesmutter, auch Dame von Poznań genannt, geweiht ist. Das Gnadenbild ist in einen außergewöhnlich reich verzierten Altar, einen großen künstlerischen Reliquiar, eingelassen. Die Ausstattung und die Ausgestaltung der Kirche sind im großen Maß das Werk der Brüder Adam (Maler) und Antoni (Bildhauer) Swach, die beide dem Franziskanerorden angehörten. In den unterirdischen Gewölben der Kirche befinden sich Modelle des historischen Poznań. Die Präsentation „Licht und Ton” erlaubt es, die Stadtgeschichte besser zu verstehen.

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Arkadia-Gebäude, Foto: Archiv der Wielkopolska-Tourismusorganisation, Sz. Kaczmarek

Großes Theater, Foto: D. Krakowiak

Raczyński-Bibliothek, die älteste öffentliche Bücherei Polens. Graf Edward Raczyński errichtete dieses Gebäude speziell für diese Bibliothek und schenkte es zusammen mit den von ihm und seiner Gattin Konstancja gebildeten Literaturbeständen im Jahr 1829 der Stadt. Heute bildet es eine öffentliche Stadtbibliothek mit rund zwei Millionen Bänden. Etwa 200.000 gehören zu Spezialsammlungen. Ein kurzer Besuch lohnt sich, um das prächtige Treppenhaus und den Lesesaal mit den Originalschränken aus dem 19. Jahrhundert zu bewundern. An der Westseite des Plac Wolności befindet sich das Arkadia. Seinen Namen verdankt das Gebäude dem während der Vorkriegsjahre betriebenen Arkadia-Cafe. Im 19 Jahrhundert stand hier ein Theatergebäude, das jedoch nicht erhalten geblieben ist. Das gegenwärtige Bauwerk stammt aus dem Jahr 1877. Es war auch für ein Theater bestimmt, das Deutsches Theater genannt wurde, um es vom in der Nähe an der ulica 27 Grudnia angesiedelten Polnischen Theater zu unterscheiden, das wiederum 1875 mit in allen drei Teilungsgebieten gesammelten Spendengeldern errichtet worden war. Daran knüpft die an seiner Vorderseite angebrachte Inschrift „Dem Volke“ an. Eines der originellsten Gebäude in Poznań ist das Kaufhaus Okrąglak (Rundbau) am Schnittpunkt von ulica 27 Grudnia und ulica Mielżyńskiego. Dieses modernistische Werk von Prof. Marek Leyman wurde in der

Mitte der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts als Kaufhaus errichtet. Das Gebäude erfüllt seine ursprüngliche Rolle schon seit Jahren nicht mehr. 2007 wurde es in die Denkmalliste eingetragen. Nach jahrelanger Vernachlässigung wird es gegenwärtig renoviert. In ihm sollen Büroflächen geschaffen werden. An der von Bürgerhäusern aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert gesäumten ulica Mielżyńskiego steht das prächtige Gebäude der 1857 gegründeten Posener Gesellschaft der Freunde der Wissenschaften, der gegenwärtig ältesten wissenschaftlichen Gesellschaft in Polen. Ein in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts neu errichteter Flügel mit Bibliothek, Museum und Sitzungssaal wurde im frühen 20. Jahrhundert von einem neobarocken Vorderhaus verdeckt. Die Mieterträge flossen der Tätigkeit der Gesellschaft zu. Sobald wir das Tor mit dem monumentalen Portikus durchschritten haben, betreten wir einen der schönsten Höfe in Poznań. Hier wurde 1998 eine Nachbildung des ersten ������������ Adam-Mickiewicz-Denkmals in Polen (das ursprünglich an der Martinskirche stand) aufgestellt. Schlossviertel Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts bildete Poznań eine Festung, die ringförmig von mächtigen preußischen Befestigungs-

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Kaiserschloss, Foto: Archiv der Wielkopolska-Tourismusorganisation, A. Piechocka

Mickiewicz-Platz und Aula der Mickiewicz-Universität, Foto: D. Krakowiak

anlagen umgeben war. Nachdem diese 1902 abgebrochen wurden, um eine räumliche Entwicklung der Stadt zu ermöglichen, hat Joseph Stübben, einer der herausragendsten europäischen Stadtplaner seiner Zeit, ein repräsentatives Konzept entworfen, in dem gekonnt Grünflächen mit neu entstehenden öffentlichen Gebäuden in unterschiedlichen Stilen verbunden wurden. Da sie in der Nachbarschaft des in diesen Jahren geschaffenen neoromanischen Schlosses von Kaiser Wilhelm II. errichtet wurden, wurde dieser Bereich schon bald Schlossviertel genannt. Die Residenz des deutschen Kaisers wurde nach einem Entwurf Franz Schwechtens in den Jahren 1904 bis 1910 im neoromanischen Stil gebaut. Die Gestaltung des riesigen, aus mehreren Teilen bestehenden, Bauwerks knüpft an mittelalterliche Burgen an und seine einzelnen Fragmente sind romanischen Bauten in Deutschland und Italien nachempfunden. Nachdem Polen 1918 wieder ein unabhängiger Staat geworden war, wurde das Schloss Hauptsitz der neu gegründeten Universität (PiastenHochschule, später Universität Poznań). In der Zwischenkriegszeit bildete es auch eine der offiziellen Residenzen der polnischen Präsidenten. Hier, an der Universität Poznań, genossen die Mathematiker Marian Rejewski, Jerzy Różycki und Henryk Zygalski, die die Verschlüsselung

der deutschen Enigma brechen konnten, ihre Ausbildung. Ein ihnen gewidmetes Denkmal, geschaffen von Grażyna Bielska-Kozakiewicz und Mariusz Krzysztof Kozakiewicz, steht vor der ehemaligen Kaiserresidenz, in der sich gegenwärtig das Kulturzentrum „Schloss” (Centrum Kultury „Zamek”) befindet. Das im Stil der niederländischen Renaissance gestaltete Collegium Minus an der ulica Wieniawskiego (Westseite des Plac Mic���� kiewicza) ist heute ein Universitätsgebäude. In ihm befinden sich das Rektorat der Adam-Mic��������� kiewicz-Universität sowie die architektonisch und akustisch hervorragende Aula (Veranstaltungsort für philharmonische Konzerte). Dieses Bauwerk wurde 1910 nach einem Entwurf des deutschen Architekten Edward Fürstenau errichtet. Es sollte als Sitz der Preußisch-Königlichen Akademie dienen. Die dominierende Fassade der Universitätsaula, die von zwei Türmen flankiert wird, bildet ein Aushängeschild der Hochschule. Die etwas im Hintergrund liegende Außenwand mit dem Eingang ins Collegium Minus ist bescheidener, weist aber denselben Stil auf. Im Innern sind herrliche Räumlichkeiten (u.a. die sog. kleine Aula) mit prächtigen Treppenhäusern erhalten geblieben. Joseph Stübben hat im Rahmen seines repräsentativen Konzepts auch einen Platz abgesteckt, der heute Adam-Mickiewicz-Platz (Plac

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Adama Mickiewicza) heißt. Auf ihm stehen zwei Denkmäler. Eines stellt den ein Buch haltenden Adam Mickiewicz (geschaffen von Bazyli Wojtowicz, enthüllt 1960) dar. Das andere erinnert an den im Juni 1956 blutig niedergeschlagenen Arbeiteraufstand (ein 1981 errichtetes Werk Adam Graczyks) und wird „Posener Kreuze“ genannt. An ihm angebracht sind die Jahreszahlen der einzelnen Proteste gegen die kommunistische Regierung. Den Mickiewicz-Platz schließt im Norden die nach einem Entwurf von Max Littmann errichtete Oper ab. Sie steht auf einem leicht erhöhten Gelände. Bemerkenswert ist die monumentale Fassade in Form eines griechischen Portikus, die eine Pegasos-Statue krönt. Die Oper scheint den vor ihr liegenden Park und Platz zu beherrschen. Die Großzügigkeit, mit der dieses Bauwerk geschaffen wurde, wird auch in seinem Innern sichtbar, so im herrlichen Zuschauerbereich und in den Logen. Die Kronleuchter und die reichen Dekorationen unterstreichen den Charakter des Theaters. Die Oper nahm ihre Tätigkeit mit der „Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart am 30. September 1910 auf; am 31. August 1919 wurde die Oper „Halka“ von Stanisław Moniuszko aufgeführt, dessen Namen das Große Theater heute trägt. Mit diesem Werk wurde die Übernahme der Oper durch die Polen gefeiert. Zu den preußischen Gebäuden des Schlossviertels gehören auch das heutige Collegium Iuridicum (ursprünglich Deutsche Genossenschaftsbank) neben der Aula, das dem Mickiewicz-Platz und dem Collegium Minus gegenüberliegende Gebäude der Musikakademie (ehemaliges Evangelisches Haus), das in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts einen neuen Flügel und 2006 eine Aula erhalten hat, sowie das Collegium Maius an der ulica Fredry – ein monumentales Bauwerk mit einer charakteristischen Kuppel, das gegenwärtig von der Medizinischen Universität und der AdamMickiewicz-Universität genutzt wird. Es war ursprünglich Sitz der bei den polnischen Bewohnern der Region Wielkopolska verhassten Königlich- Preußischen Ansiedlungskommission.

Altmarkt, Foto: D. Krakowiak

ZUSÄTZLICHE ROUTEN Altmarkt- Adalbertsberg - Zitadelle In den Gässchen um den Altmarkt gibt es viele interessante Objekte, die man, sofern die Zeit reicht, besichtigen sollte. Die zusätzlichen Routen bilden ein Angebot für diejenigen Gäste, die mehrere Tage in Poznań verbringen möchten. Unmittelbar neben dem Altmarkt an der ulica Szewska steht die Herz-Jesu- und Muttergottes-Trösterin-Kirche, die heute von den Jesuiten genutzt wird. Man nennt sie auch Dominikanerkirche, denn bis zu seiner Kassation gehörte sie vom 13. bis zum 19. Jahrhundert diesem Orden. Das älteste Gotteshaus des linksufrigen Teils von Poznań entstand im 13. Jahrhundert, also noch vor der Stadtgründung. Es wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut. Am Kloster gibt es heute die interessante Galerie Bei den Jesuiten (Galeria U Jezuitów). An das jüdische Stadtviertel in Poznań erinnern nur noch der Name der vom Altmarkt in nördliche Richtung führenden Straße und ein Bauwerk an der ulica Wroniecka, das jedoch kaum einer Synagoge ähnlich sieht. Die ursprünglich überaus prächtige Synagoge mit der schönen Kuppel aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts wurde nämlich 1940 von den Nationalsozialisten in ein Hallenbad umgebaut. 2001 hat die Ortsgruppe des Verbands der jüdischen Glaubensgemeinden in der Republik Polen die Synagoge zurückerhal-

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Innenbereich der Adalbertskirche, Foto: Z. Schmidt

Heilige Adalbertskirche, Foto: Z. Schmidt

ten. Das Schwimmbad wurde 2011 geschlossen. Nach der Renovierung soll hier ein Judaismusund Dialogzentrum entstehen. Ebenfalls an der ulica Wroniecka befindet sich die Mariahilfkirche. Dieses Gotteshaus wurde im 13. Jahrhundert für Dominikanerinnen gestiftet. Im frühen 20. Jahrhundert wurde es von den Salesianern übernommen, die ihm nach einer hundert Jahre langen Unterbrechung wieder sakrale Funktionen verliehen. Damals erfolgte ihre Weihe als Mariahilfkirche, obwohl sie bis heute auch als Katharinenkirche bezeichnet wird (die Dominikanerinnen nannte man früher aufgrund des einstigen Namens dieser Kirche Katharinen). Besonders eindrucksvoll ist der gotische Giebel ihres Chorraums. Nördlich des Altmarkts erstreckt sich der Adalbertsberg. Der Legende nach ist die Entstehung der auf ihm stehenden Adalbertskirche auf ihren heiligen Namenspatron zurückzuführen, der hier vor dem Aufbruch zu seiner Reise ins Land der Pruzzen gepredigt haben soll. Das Gotteshaus gab es mit Sicherheit bereits 1244. Bis in unsere Zeit ist es in seiner gotischen Form aus dem 15. Jahrhundert erhalten geblieben. Später wurde es erweitert (was der schöne Renaissancegiebel belegt). In der Weihnachtszeit wird die Kirche von wahrhaften Menschenmassen besucht, die die bewegliche Krippe sehen wollen, welche die Vergangenheit

der Region Wielkopolska vor dem Hintergrund der polnischen Geschichte darstellt. Die Adalbertskirche ist wegen ihres Mausoleums für herausragende Persönlichkeiten aus Wielkopolska berühmt. Die Idee, ein derartiges Pantheon in dem Gotteshaus einzurichten, verfolgte im frühen 20. Jahrhundert der damalige Pfarrer Bolesław Kościelski, der ebenfalls eine grundlegende Renovierung der Kirche durchführte. Damals gestaltete sie der Künstler Antoni Procajłowicz mit Malereien, die u.a. von der Polychromie der Marienkirche in Kraków inspiriert wurden. Pfarrer Kościelski orientierte sich außerdem an der Kirche auf dem Skałkahügel in Kraków, als er das Mausoleum für verdiente Persönlichkeiten aus ����� Wielkopolska schuf (das auch Skałka von Poznań genannt wurde). In die Gewölbe der Kirche überführte er zunächst im Juni 1923 die sterblichen Überreste des Arztes und Aktivisten Karol Marcinkowski; im selben Jahr erfolgte die Überführung des Verfassers der polnischen Nationalhymne Józef Wybicki sowie von Soldaten der napoleonischen Armee, nämlich General Antoni Amilkar Kosiński und Oberst Andrzej Niegolewski. In der Krypta wurden auch Prof. Heliodor Święcicki, Pfarrer Wacław Gieburowski, Feliks Nowowiejski, Tadeusz Szeligowski und Stefan Poradowski bestattet. In den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde außerhalb der Kirche eine neue Krypta nach einem

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Heilige Josefskirche, Foto: Z. Schmidt Skulptur „Unbekannte“, Foto: D. Krakowiak

Entwurf von Jerzy Gurawski geschaffen, die mit der alten über einen ins Fundament gemeißelten Durchgang verbunden wurde. Hier wurden die sterblichen Überreste des berühmten Entdeckungsreisenden Paweł Edmund Strzelecki ebenso beigesetzt wie eine Urne mit Erde aus Helgoland, wo General Ignacy Prądzyński ruht, und die Urne mit dem Herz von General Jan Henryk Dąbrowski. Der Adalbertskirche gegenüber steht die Josefskirche, die den Karmelitern gehört. Sie haben dieses barocke Gotteshaus im 17. Jahrhundert errichtet, aber nach einem Umbau im 19. Jahrhundert ist von der ursprünglichen Ausstattung der Kirche praktisch nichts mehr erhalten geblieben. Nach der Kassation des Ordens und dem Umbau wurde sie als evangelische Garnisonkirche genutzt. 1945 kehrten die Karmeliter auf den Adalbertsberg zurück. An die Kirche schließt sich ein Klostergebäude an, in dem sich heute das Höhere Priesterseminar der Karmeliter befindet. Am Karmeliter-Kloster liegt ein Friedhof für verdiente Persönlichkeiten aus Wielkopolska, die älteste Nekropole in Poznań, die 1810 für die Pfarrgemeinde eingerichtet worden war. Aus dieser Zeit stammen auch die ältesten Grabmäler. Er bildet die letzte Ruhestätte für viele bekannte Einwohner von Poznań. Die sterblichen Überreste mancher wurden von anderen Friedhöfen hierher überführt. Hinter dem Adalbertsberg erstreckt sich der etwa 100 Hektar große Zitadellenpark,

der seinen Namen dem wichtigsten Fort der preußischen Festung verdankt. Das Zitadelle genannte Fort Winiary errichteten die Preußen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als wichtigsten Teil der Poznań umgebenden Befestigungsanlagen. Im späten 19. Jahrhundert wurden sie zum Teil abgebrochen. Manche der Objekte wurden in der Zwischenkriegszeit weiterhin vom Militär genutzt. Im Februar 1945 war die Zitadelle der letzte Punkt des deutschen Widerstands, um den die härtesten Kämpfe geführt wurden. Nach dem Krieg liefen hier bis Ende der fünfziger Jahre Abbrucharbeiten. Deshalb auch sind bis heute nur wenige Fragmente der früheren Bauwerke erhalten geblieben. Im Park gibt es zwei Museen (Museum der Armee Poznań und Rüstungsmuseum), ein Amphitheater, ein Helden-Denkmal und Friedhöfe für Soldaten der Roten Armee, britische Soldaten, polnische Helden, einen Garnisonfriedhof (mit Gräbern von Teilnehmern am Januar-Aufstand und am Krieg von 1920) sowie Friedhöfe der Kirchengemeinde St. Adalbert und der russisch-orthodoxen Kirche. 2002 wurde im Bereich der Zitadelle das größte Kunstwerk von Magdalena Abakanowicz mit dem Titel „Unbekannte“, das aus 112 kopflosen Eisenguss-Figuren besteht, unter freiem Himmel aufgestellt.

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Kirche St. Johannes von Jerusalem, Foto: Z. Schmidt

Zitadelle, Rüstungsmuseum, Foto: D. Krakowiak

Śródka – Malta

Gotteshaus entstand wahrscheinlich im 14. Jahrhundert und bildete die größte vorstädtische Kirche in dieser Zeit. Sie war gleichzeitig Pfarrkirche von Śródka. Ihre Größe zeugt eindrucksvoll von der Bedeutung der Siedlung. Während der Jahrhunderte veränderte sich das Aussehen des Gotteshauses. Die heutige Ausstattung stammt überwiegend aus der Zeit der Oratorianer (diese Kongregation bestand von 1671 bis 1805 – ihr ehemaliges Haus steht neben Kirche). Die Margarethenkirche ist gegenwärtig eine Rektoratskirche der Kathedralengemeinde. Ebenfalls in Śródka befinden sich die St.-Kasimir-Kirche und die Gebäude des benachbarten Reformatenklosters. Die Kirche wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts für die damals hier angesiedelten Reformaten (ein Zweig des Franziskanerordens) errichtet. Aufteilung, Grundriss und Ausstattung der Kirche wurden vom Orden genau vorgegeben. Seit 1963 gehört das Gotteshaus der Polnisch-Katholischen Kirche und im ehemaligen Klostergebäude befindet sich ein Schul- und Erziehungszentrum für gehörlose Kinder, dessen Geschichte bis ins Jahr 1832 zurückreicht. Östlich von Śródka erstreckt sich ein Komandoria genanntes Gebiet. 1170 stiftete Herzog Mieszko der Alte an der damals hier bestehenden Michaelskirche ein Spital und Armenhaus. Seine Leitung übertrug er dem

Es ist kaum zu glauben, dass Śródka bis 1800 einen gesonderten städtischen Organismus bildete, obwohl es über eine Brücke über die Cybina mit der Dominsel verbunden war. Aus der Zeit der Selbständigkeit dieses Stadtteils von Poznań stammt die Margarethenkirche am Markt von Śródka. Das gotische Margarethenkirche, Foto: D. Krakowiak

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Museum des Posener Bamberger, Foto: Z. Schmidt

Ul. Grobla – Ethnographisches Museum – Museum der Posener Bamberger - Bernhardinerkirche – Fronleichnamskirche – Alte Brauerei

seit 1187 hier ansässigen Malteserorden. Daher wurden die diesem gehörenden Gebiete vor der Stadt Poznań Malta genannt. Um die Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert errichteten sie die Kirche St. Johannes von Jerusalem hinter der Mauer. Dieses romanische Bauwerk ist eine der ältesten Ziegelsteinkirchen in Polen. Obwohl Gotik und Barock ihre Spuren hinterlassen haben, sind in ihr jedoch viele romanische Elemente erhalten geblieben (u.a. das Portal und die den Giebel prägende Fensterrose). Zu den wertvollsten Elementen der Inneneinrichtung gehören ein gotisches Gitter aus dem 15. Jahrhundert in der Heilig-Kreuz-Kapelle sowie ein spätgotisches Triptychon, das das Gespräch Marias mit Johannes dem Täufer und dem heiligen Stanislaus darstellt. Die Johanneskirche steht heute am Malta-See, der in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts durch die Aufstauung des Flusses Cybina gebildet wurde. Die Regattastrecke auf diesem See gilt als beste Europas. In den neunziger Jahren hat sich Malta zu einem Sport- und Freizeitzentrum mit Skihängen und Rodelbahn entwickelt. Im Jahr 2011 wurde hier der Sportund Erholungskomplex „Malta-Thermen” eröffnet. In der Nähe des Sees erstreckt sich auch der neue Zoo.

Unweit des Altmarkts kann man einen Spaziergang zu interessanten Sehenswürdigkeiten unternehmen. An der ulica Grobla steht die Allerheiligenkirche. Das Gotteshaus wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts für die protestantische Kirchengemeinde errichtet. Es wurde damals Heilig-Kreuz-Kirche genannt. Ihr Innenbereich bildet ein hervorragendes Werk barocker und klassizistischer Architektur. Dem Eingang gegenüber wurde ein Altar aufgestellt, der mit einer Kanzel und einer Orgel verbunden ist. Bemerkenswert sind auch die herrlichen Emporen. Dieses frühklassizistische Bauwerk war bis 1945 eine evangelische Kirche. Danach wurde sie von den Katholiken übernommen, die sie in Allerheiligenkirche umbenannten. Ebenfalls an der ulica Grobla, wenn auch mit dem Eingang an der ulica Mostowa, befindet sich die ehemalige Freimauerloge (gegenwärtig Ethnographisches Museum), das als eines der herrlichsten Gebäude dieser Art in Europa gilt. Errichtet wurde sie im frühen 19.

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Ethnographisches Museum, Foto: Z. Schmidt

Jahrhundert, wahrscheinlich nach einem Entwurf von Christian Wernicke, des damaligen Meisters der deutschen Loge. Neben dem Ethnographischen Museum steht das neue Gebäude des Museums der Posener Bamberger, das dank Bemühungen der Gesellschaft der Posener Bamberger errichtet werden konnte. Es sammelt Andenken, Dokumente und Exponate, die sich auf die Geschichte der Siedler aus dem deutschen Bamberg, die im frühen 18. Jahrhundert nach Poznań gekommen waren, beziehen. Die Bamberger, die sich sehr schnell polonisierten, spielten in der Stadtgeschichte eine wichtige Rolle. Dank der Gesellschaft der Posener Bamberger kann man wieder Mädchen in außergewöhnlich schönen Bamberger Trachten bei vielen staatlichen, städtischen und kirchlichen Feierlichkeiten sehen. Über dem gegenwärtigen Bernhardinerplatz erhebt sich die herrliche barocke Franziskuskirche, die von den Bernhardinern genutzt wird. Das 1456 gegründete Bernhardinerkloster war eines der ersten in Polen. Im 17. Jahrhundert haben die Ordensbrüder das gegenwärtige Gotteshaus nach Entwürfen von Krzysztof Bonadura dem Älteren und Georgio

Catenazzi errichtet. Charakteristisch ist seine Innengestaltung. Die Pfeiler sind in die Seitenwände integriert, so dass zwischen ihnen gewissermaßen Kapellen entstanden sind. Die ursprüngliche Inneneinrichtung ist während des Zweiten Weltkriegs vollkommen zerstört worden. Erhalten geblieben sind nur einige Skulpturen von Augustin Schöpfs und eine Monstranz mit dem Bildnis der Madonna von Loreto. Nach den enormen Kriegszerstörungen wurde die Kirche in barocker Form, die sie Mitte des 18. Jahrhunderts besaß, wieder aufgebaut. Die Franziskaner-Observanten (nach dem heiligen Bernhard, dem Gründer des Ordens, auch Bernhardiner genannt) nutzen sie weiterhin. Die Fronleichnamskirche an der ulica Krakowska ist nach der Kathedrale die größte gotische Kirche in Poznań. Gestiftet wurde sie im 15. Jahrhundert von König Władysław Jagiełło, und zwar der Legende nach an einem Ort, an dem drei Hostien erschienen sind. Ihre Errichtung dauerte fast ein Jahrhundert. Trotz zahlreicher Renovierungen und Umbauten hat sie ihren gotischen Charakter gewahrt. Sehenswert sind die aus dem 17. Jahrhundert stammenden Portraits von König Władysław Jagiełło und Königin Jadwiga sowie die reich

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Alte Brauerei – Kunst- und Einkaufszentrum, Foto: D. Krakowiak

Bürgerhaus an der ul. Słowackiego 22, Foto: Z. Schmidt

verzierten Beichtstühle. In der Schatzkammer der Kirche wird eine Turmmonstranz aufbewahrt, die um das Jahr 1400 entstanden und der Kirche von Władysław Jagiełło gestiftet worden ist. Es handelt sich wahrscheinlich um das älteste liturgische Gefäß dieser Art in Polen. Wir gehen weiter die ulica Krakowska entlang bis zur ulica Półwiejska, an der sich das Kunst- und Einkaufszentrums Alte Brauerei (Stary Browar) befindet. Es handelt sich um ein imponierendes Bauwerk, in dem die gekonnt restaurierten, historischen Gebäude der ehemaligen Hugger-Brauerei, in der seit der Mitte des 19. Jahrhunderts Bier gebraut wurde, mit moderner Architektur verbunden worden sind. Hier sind Geschäfte, Restaurants, Cafés und Servicepunkte, aber auch ein Kunsthof, der der Förderung kultureller Events dient, eingerichtet worden. Die Martinskirche an der ulica Święty Marcin hat durch ihren Wiederaufbau nach dem Krieg ihre spätgotische Form wiedererhalten. Mit Sicherheit entstand das erste Gotteshaus an dieser Stelle noch vor der Stadtgründung, aber der genaue Zeitpunkt ist nicht bekannt. Eine gemauerte Kirche wurde wahrscheinlich schon im 14. Jahrhundert errichtet. Während der folgenden Jahrhunderte wurde sie mehrfach erweitert und umgebaut. Im 16. Jahrhundert erhielt sie die Form einer dreischiffigen Basilika. Die einstige Ausstattung der Kirche ist jedoch gegenwärtig nicht mehr erhalten. Die Zerstörungen des Zweiten Welt-

kriegs erfassten nicht nur das Gebäude an sich, sondern auch die gesamte Inneneinrichtung. Deshalb befindet sich heute in der Kirche ein Altar, der nach dem Krieg in Niederschlesien beschafft worden ist. Jugendstil in Poznań Die Blütezeit des Jugendstils umfasst das späte 19. und frühe 20. Jahrhundert. In Poznań fiel er mit einer dynamischen Stadtentwicklung zusammen. Der Abbruch der preußischen Befestigungsanlagen und die Eingemeindung stadtnaher Dörfer im frühen 20. Jahrhundert führten in Poznań zur Notwendigkeit, neue Straßen abzustecken, an denen Häuser im modernen Jugendstil errichtet wurden. Obwohl man Jugendstilhäuser auch im Stadtzentrum finden kann, gibt es die meisten in den Stadtteilen Jeżyce und Łazarz. Viele Jugendstilgebäude sind stark zerstört, aber immer mehr erhalten ihren alten Glanz zurück. In Jeżyce lohnt sich ein Blick auf die von der Firma Böhmer und Preul entworfenen Genossenschaftshäuser für Staatsbeamte, also die Bürgerhäuser an der ulica Roosevelta 4, 5 und 9. Eine interessante Architektur besitzen auch die Bürgerhäuser an der ulica Zwierzyniecka 20, der ulica Gajowa 3, der ulica Mickie������� wicza 24, 28, 30, der ulica Słowackiego 20, 22, 34, 38, 40, 48, der ulica Dąbrowskiego 25, 33,

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Bürgerhaus an der ul. Wyspiańskiego 10, Foto: Z. Schmidt

Bürgerhaus an der ul. Wyspiańskiego 10, Foto: Z. Schmidt

35/37, 39 und am Rynek Jeżycki 1, 2, 3 (obwohl die drei Hausnummern vermuten lassen, dass es sich um drei gesonderte Gebäude handelt, gelten sie für ein und dasselbe Bürgerhaus, das 1905 für den Weinhändler Wendlandt nach einem Entwurf Oskar Hoffmanns errichtet worden ist). Sehenswert sind ebenfalls die Häuser an der ulica Staszica, ulica Szamarzewskiego und ulica Jackowskiego. Łazarz hat sein Gesicht nach der Eingemeindung während des größten architektonischen Booms in den Jahren 1900 bis 1918 erhalten. Am interessantesten ist hier die städtebauliche Anlage, die damals gegenüber dem Wilson-Park entstand und nach Max Johow, dem Miteigentümer dieses Bereichs und wichtigsten Urheber des Entwurfs, Johow-Gelände genannt wurde. Das gesamte Gebiet zwischen der ulica Matejki und ulica Ułańska wurde in Viertel gegliedert, wobei Flurstücke und neue Straßen abgesteckt wurden, nämlich zwei vertikal geführte, die ulica Siemiradzkiego und ulica Grottgera, sowie zwei parallel verlaufende, die ulica Chełmońskiego und ulica Kossaka. Gleichzeitig wurden speziell für die Bebauung dieses Bereichs sehr innovative Bauvorschriften eingeführt, die u.a. die Dachfirsthöhe, den Zugang zum Licht, die architektonische Gestaltung der Fassaden und die Anlage des Vorgartens betrafen. Schnell entstand eine sehr eindrucks- und geschmackvolle Siedlung.

Obwohl hier alle Häuser sehenswert sind, verdienen besondere Beachtung die Bürgerhäuser an der ulica Matejki (Nr. 50 bis 61) und ulica Wyspiańskiego 10 und 12. Neben dem JohowGelände sollte man in Łazarz auch die Bürgerhäuser an der ulica Niegolewskich (Nr. 6 bis 16 sowie 24 und 34), ulica Jarochowskiego 34, ulica Małeckiego 16, 27 sowie ulica Grunwaldzka 13, 15, 23 besichtigen. Bürgerhaus an der ul. Roosevelta 9, Foto: Z. Schmidt

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PRAKTISCHE INFORMATIONEN HAUPT-RUNDGANG: Dominsel – Altmarkt – Innenstadt Schlossviertel Dominsel Erzkathedrale-Basilika St. Peter und Paul ul. Ostrów Tumski 17 Tel. /Fax 61 852 96 42 www.katedra.archpoznan.org.pl Erzbistümliches Museum ul. Jana Lubrańskiego 1 (Lubrański-Akademie) Tel./ Fax 61 852 61 95 www.muzeum.poznan.pl Altmarkt Geschichtsmuseum der Stadt Poznań Rathaus Stary Rynek 1 Tel. 61 856 81 93 www.mnp.art.pl Musikinstrumentenmuseum Stary Rynek 45 Tel. 61 856 81 78, Fax 61 856 81 77 www.mnp.art.pl Henryk-Sienkiewicz-Literaturmuseum Stary Rynek 84 Tel. 61 852 24 96 www.bracz.edu.pl wegen Umbau geschlossen Górka-Palais – Archäologisches Museum ul. Wodna 27 Tel. 61 852 82 51, Fax 61 853 10 10 www.muzarp.poznan.pl Königsburg - Kunstgewerbemuseum Góra Przemysła 1 Tel. 61 856 81 83 www.mnp.art.pl Das Museum ist für Besucher bis zum 30. September 2012 geschlossen. Kirche St. Mariahilf, St. Maria Magdalena und St. Bischof Stanislaus (Pfarrkirche Poznań) ul. Gołębia 1 (Pfarrbüro – ul. Klasztorna 11) Tel. 61 852 69 50 www.fara.archpoznan.org.pl Franziskanerkirche St. Antonius von Padua ul. Franciszkańska 2 Tel. 61 852 36 37 Fax 61 855 17 45 www.poznan.franciszkanie.pl

Modelle des historischen Poznań, Gewölbe der Franziskanerkirche (Eingang an der ulica Ludgardy) Tel. 61 855 14 35, 532 651 218 www.makieta.poznan.pl

Posener Gesellschaft der Freunde der Wissenschaften ul. Mielżyńskiego 27/29 Tel. 61 852 74 41, Fax 61 852 22 05 www.ptpn.poznan.pl

Innenstadt Nationalmuseum Al. Marcinkowskiego 9 Tel. 61 856 80 00, Fax 61 85 15 898 www.mnp.art.pl Raczyński-Bibliothek plac Wolności 19 Tel. 61 852 94 42 (43, 49), Fax 61 852 98 68 www.bracz.edu.pl Polnisches Theater ul. 27 Grudnia 8/10 Tel. 61 852 56 28, Fax 61 852 64 25 www.teatr-polski.pl

Schlossviertel Collegium Maius der Adam-MickiewiczUniversität ul. Fredry 10 Tel. 61 829 40 00 www.amu.edu.pl Großes Theater „Stanisław Moniuszko“ ul. Fredry 9 Tel. 61 659 02 00, 659 02 80 Fax 61 852 08 25 www.opera.poznan.pl Collegium Minus der Adam-MickiewiczUniversität ul. Wieniawskiego 1 Tel. 61 829 40 00 www.amu.edu.pl

Bürgerhaus an der ul. Roosevelta 5, Foto: Z. Schmidt

Kaiserschloss Kulturzentrum „Schloss” ul. Święty Marcin 80/82 Tel. 61 646 52 00 www.zamek.poznan.pl Museum „Posener Juni 1956“ ul. Świety Marcin 80/82 Tel. 61 852 94 64 www.muzeumniepodleglosci.poznan.pl

Bürgerhaus an der ul. Słowackiego 48, Foto: Z. Schmidt

Josefskirche (Karmeliter) ul. Działowa 25 Tel. 61 853 28 11, 852 92 93, Fax 61 853 28 41 www.karmelici.info Zitadelle Museum der Armee Poznań Cytadela – Mała Śluza Tel. 61 820 45 03 www.muzeumniepodleglosci.poznan.pl Rüstungsmuseum – Zitadelle Poznań al. Armii Poznań – Cytadela Tel. 61 820 45 03 www.muzeumniepodleglosci.poznan.pl

ZUSÄTZLICHE ROUTEN Route: Altmarkt - Adalbertsberg - Zitadelle Herz-Jesu- und Gottesmutter-Trösterin-Kirche (Jesuitenkirche – ehemalige Dominikanerkirche) ul. Szewska 18 Tel. 61 852 50 76 Mariahilfkirche (Salesianer) ul. Wroniecka 9 Tel. 61 852 67 53 www.salezjanie.pl Adalbertskirche Wzgórze św. Wojciecha 1 Tel. 61 852 69 85 Tel./Fax 61 851 90 12 www.swietywojciech.archpoznan.org.pl

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Route: Śródka – Malta Margarethenkirche Rynek Śródecki Tel. 61 852 96 42

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St.-Kasimir-Kirche ul. Bydgoska 4b Tel. 61 877 21 79 Kirche St. Johannes von Jerusalem hinter der Mauer ul. Świętojańska 1 Tel. 61 877 17 17

Franziskuskirche (Bernhardiner) ul. Garbary 22 Tel. 61 851 26 00 www.franciszkanie.poznan.pl Fronleichnamskirche (Eingang an der ulica Krakowska) ul. Strzelecka 40 Tel. 61 852 32 00 www.bozecialo.poznan.pl Stary Browar (Alte Brauerei) ul. Półwiejska 32 Tel. 61 859 60 50 www.starybrowar.pl Martinskirche ul. Św. Marcin 13 Tel. 61 852 32 63 www.marcinpoznan.hg.pl

Route: Ul. Grobla – Ethnographisches Museum – Museum der Posener Bamberger - Bernhardinerkirche – Fronleichnamskirche – Alte Brauerei Allerheiligenkirche ul. Grobla 1 Tel. 61 852 02 00 www.grobla.info Ethnographisches Museum ul. Grobla 25 (Eingang an der ulica Mostowa) Tel. 61 852 30 06 www.mnp.art.pl Museum der Posener Bamberger ul. Mostowa 7 Tel. 61 657 99 01

Fusion Hostel ul. Św. Marcin 66/72, 61-808 Poznań Tel. 61 852 12 30, Fax 61 853 46 0 www.fusionhostel.pl Green Hotel ul. Jeziorna 1a, 62-052 Komorniki Tel. 61 810 80 75, Fax 61 810 81 23 www.greenhotel.pl Pensjonat Nasz Klub (Pension Unser Club) ul. Woźna 10, 61-777 Poznań Tel. 61 851 76 30, Fax 61 851 66 81 www.naszklub.pl Penssion nad Wartą (Pension an der Warthe) ul. Wieżowa 19, 61-111 Poznań Tel./Fax 61 852 00 89 www.nadwarta.neostrada.pl Szkolne Schronisko Młodzieżowe „Hanka” (Schuljugendherberge) ul. Biskupińska 27, 60-463 Poznań Strzeszyn Tel. 61 822 10 63, Fax 61 840 71 28 www.schroniskohanka.com

Interessanteste regelmäßige Veranstaltungen: * Januar (erster Samstag nach dem Dreikönigstag) – gemeinsames Vortragen von Weihnachtsliedern (in der Kathedrale spielen fast 1500 Kinder aus der ganzen Region Wielkopolska Weihnachtslieder auf der Blockflöte) * März – Wilnaer Jahrmarkt (Wileńskie Kaziuki) * April - Ulanentag * Juni - Sankt-Johannes-Markt * Juni (29.) - Stadtfest * Juni/Juli – Internationales Theaterfestival „Malta” * August (erster Samstag nach dem 1. August) Bamberger-Tag * November (11.) - Straßenfest der ulica Święty Marcin * Heiligabend unterm Kreisel (am Heiligabend besuchen sehr viele Einwohner von Poznań die Fußgängerunterführung unterm Kaponiera-Verkehrskreisel, teilen die Weihnachtsoblate miteinander und singen gemeinsam Weihnachtslieder).

Innenbereich der Franziskanerkirche in Poznań, Foto: Z. Schmidt

Ausgewählte Hotels und Pensionen Sheraton Poznań Hotel ul. Bukowska 3/9, 60-809 Poznań Tel. 61 655 20 00, Fax 61 655 20 01 www.sheraton.pl Safir Hotel ul. Żmigrodzka 41/49, 60-171 Poznań tel. 61 867 37 11, www.hotelsafir.pl

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Gastronomie (ausgewählte Lokale)

Franziskanerkirche in Poznań, Foto: Z. Schmidt

Restaurant Przy Bamberce Stary Rynek 2, 61-772 Poznań Tel. 61 852 99 17www.bamberka.com.pl Brovaria Stary Rynek 73, 61-772 Poznań Tel. 61 858 68 68/78, Fax 61 858 68 69 www.brovaria.pl Green Way - Vegetarischer Imbiss ul. 23 Lutego 11 (ebenfalls ul. Taczaka 2 und Zeylanda 3), 61-741 Poznań Tel. 61 582 52 41 greenway@wp.pl, www.greenway.webpark.pl Gospoda Pod Koziołkami (Wirtshaus Zu den Ziegenböckchen) Stary Rynek 95, 61-773 Poznań Tel. 61 851 78 68, Fax 61 851 78 69 gospoda@avanti.poznan.pl www.podkoziolkami.pl Pieprz i wanilia (Pfeffer und Vanille) ul. Murna 3a (Ecke ul. Kozia), 61-771 Poznań Tel. 61 851 86 64, Fax 61 855 35 40 biuro@pieprzwanilia.pl www.pieprzwanilia.pl

Poznański Hotel ul. Krańcowa 4, 62-030 Luboń tel. 61 649 99 88 Fax 61 649 99 89 www.hotelpoznanski.pl Hotel Mercure ul. Roosevelta 20, 60-829 Poznań Tel. 61 855 80 00, Fax 61 855 89 55 www.accorhotels.com Hotel HP Park ul. abpa Antoniego Baraniaka 77, 61-131 Poznań Tel. 61 874 11 00, Fax 61 874 12 00 www.hotelepark.pl Hotel Brovaria Stary Rynek 73-74, 61-772 Poznań Tel. 61 858 68 68, Fax 61 858 68 69 www.brovaria.pl Hotel Ibis Poznań Centrum ul. Kazimierza Wielkiego 23, 61-863 Poznań Tel. 61 858 44 00, Fax 61 858 44 44 www.ibishotel.com Hotel Lech ul. Św. Marcin 74, 61-809 Poznań Tel. 61 853 01 51 (bis 58), Fax 61 853 08 80 www.hotel-lech.poznan.pl

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Infocenter Poznań 61-772 Poznań, Stary Rynek 59/60 tel. 61 852 61 56, 61 855 33 79 it@cim.poznan.pl

Leszno 64-100 Leszno, ul. Słowiańska 24 tel. 65 529 81 91, 65 529 81 92 infotur@leszno.pl

Eingang an der ul. 27 Grudnia 61-816 Poznań, ul. Ratajczaka 44 tel. 61 851 96 45, 61 856 04 54 centrum@cim.poznan.pl

Nowy Tomyśl 64-300 Nowy Tomyśl pl. Niepodległości 10 tel. 61 442 38 06 r.ratajczak@nowytomysl.pl

Poznań Internationale Messe 60-734 Poznań, ul. Głogowska 14 tel. 61 869 20 84 centrum@cim.poznan.pl

Piła 64-920 Piła, al. Niepodległości 33/35 tel. 67 210 94 80 pit@powiat.pila.pl

Flughafen Poznań-Ławica 60-189 Poznań, ul. Bukowska 285 tel. 61 849 21 40 lawica@cim.poznan.pl Hauptbahnhof Poznań 60-801 Poznań, ul. Dworcowa 1 tel. 61 866 06 67 info@globtourfb.poznan.pl

Puszczykowo 62-040 Puszczykowo, ul. Poznańska 1 tel. 61 633 62 83, 61 898 37 11 promocja@puszczykowo.pl Śrem 63-100 Śrem, ul. Okulickiego 3 tel. 61 283 27 04 unia@srem.com.pl Wolsztyn 64-200 Wolsztyn ul. Roberta Kocha 12a tel. 68 347 31 04 gci@wolsztyn.pl

Gniezno 62-200 Gniezno, ul. Rynek 14 tel. 61 428 41 00 info@szlakpiastowski.com.pl Kalisz 62-800 Kalisz, ul. Zamkowa tel. 62 598 27 31 it@um.kalisz.pl

Herausgeber: Wielkopolska Tourismusorganisation ul. 27 Grudnia 17/19, 61-737 Poznań Text: Anna Plenzler Übersetzung: Andreas Prause Graphische Gestaltung: Agencja Fotograficzna Studio-F, www.olszewskiphoto.pl Fotos: D. Krakowiak, Z. Schmidt

Konin 62-510 Konin, ul. Dworcowa 2 tel. 63 246 32 48 biuro@lotmarina.pl

ISBN: 978-83-61454-59-5 Poznań 2012

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