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WHO Z WHO [huː is huː] PHOTOMAGAZINE BY OLAF KROENKE | GERMAN ISSUE NO 56 | WWW.WHOMAG.EU | €12 | $15 | £7

Iris Berben FOTOGR AFIERT VON OL AF KROENKE


WHOZWHO Erleben Sie in der deutschsprachigen Ausgabe unseres Portraitmagazins herausragende Persönlichkeiten an herausragenden Orten. Alle Portraits, Making-of’s und Videoclips im Magazin und auf unseren Plattformen online.

FOTOS: OLAF KROENKE

F OTO : AVA S TE LL A D R EE S SE N

HOTE L O D E RB ER GE R

CREATIVE DIRECTOR: KUNI

WHO–2


PASQUALE ALEARDI 60 LEONIE BENESCH 52

IRIS BERBEN 22

BLERIM DESTANI 57 GOLO EULER 19

BORIS ALJINOVIC 20

SILKE BODENBENDER 62

MARK-OLAN DREESEN 23

HEINO FERCH 40

ANDRÉ M. HENNICKE 39 MAX KOCH 44

LESLIE MALTON 51

SINA MARTENS 56

TRYSTAN PÜTTER 6

ANDREA SAWATZKI 41 SOPHIA SCHOBER 61

ARNEL TACI 45

OLIVER WNUK 46

NADINE WRIETZ 57

+

Mar i s a L eonie B ach

Su s anne B or mann

Jenny E lv e rs

S amuel Fin zi

Julia Har tmann Peter Kur th

Karoline Her f ur th

Ely a s M’ B arek

Is aiah Michal ski

Ma x im Mehmet

Pheline R o g g an

Emilia S chüle

Kathar ina S chüt tler

Chr i stine Urspr uch Klau s Wow e re it

WHO–3

Mark Wa s chke

Nik X helilaj

Br ig it te Z eh

Lilli S chweig er

Nikolai Kinski

Oliver Masucc i

Wil s on G onz ales O ch s enknecht

Vic tor S chefé Til S chweig er

R os alie Thomass

Wim Wenders

Mar ia E hr ich

Stephan Grossmann

Heike Makats ch

Janni s Nie wöhner

Hanna Binke

Alice D w yer

L oui s Hof mann S andra Hüller

Aylin Tez el

D onata Wenders

Chr i stian B erkel

S onja G erhardt

Anneke Kim S ar nau

Jessica S chw ar z

S abin Tambrea

STEVE WINDOLF 27

Ken D uken

André Ei s er mann

S andra Mai s chberg er

Palina R ojin ski

Mir iam Stein

L ars Eiding er

Han s -Wer ner Me yer

Tobias O e r tel

Rober t Stadlobe r

Oliver B erben

Philipp Hochmair

Bjar ne Mädel

CONSTANTIN VON JASCHEROFF 61

BETTINA ZIMMERMANN 10

Mar ie B äumer

Flor ian D av id Fit z

DANIEL SELLIER 58

SEBASTIAN STRÖBEL 25

LAVINIA WILSON 16

Anna Br üg g emann

NIELS BRUNO SCHMIDT 50

JÖRG SCHÜTTAUF 24

MERYEM UZERLI 48

KAI WIESINGER 49

BERNHARD PIESK 16

CLELIA SARTO 21

MAX SCHMIDT 55

URSULA STRAUSS 37

LUNA WEDLER 38

FLORENCE KASUMBA 13

JUDITH NEUMANN 14

ALBRECHT SCHUCH 18

ANNE HAUG 19

KARSTEN ANTONIO MIELKE 27

DOMINIC RAACKE 12

JÜRGEN TONKEL 8

29-36

MAREN EGGERT 26

ROBERT LOHR 10

LIVIA MATTHES 59

ANNE SCHÄFER 9

FLORIAN STETTER 15

JULIA JÄGER 11

CARLO LJUBEK 4

ANNA MARIA MÜHE 5

AXEL PRAHL 43

ISOLDA DYCHAUK 28

KATHARINA HEYER 42

RUFUS BECK 17

PETER HEINRICH BRIX 53

SASCHA ALEXANDER GERŠAK 54

JERRY KWARTENG 63

AXEL MILBERG 7

MURIEL BAUMEISTER 44

Jenny S chily Matthias S chweig höfe r

C ollien- Ulmen Fer nandes

Tim Wilde

Aug u st Wittg enstein


C A R L O

LJ U B E K

Henri Hotel Spielwelt...und weg damit und her damit....huch und wieder neu....wie schön....Aua!

WHO–4


H AAR E UND MAKE - UP VO N MI LE NA PFLE I D E R E R

A N N A

M A R I A

M Ü H E

Finkenwerder Mein Glas ist immer halb voll, nie halb leer.

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T RYS TA N

P Ü T TE R

Le Méridien Hamburg I´m a baller trapped in the body of a broke dude. Wyn Davies

WHO–6


A X E L

M I L B E R G

Hotel Savoy Wenn einem die Treue Spaß macht, dann ist es Liebe. Julie Andrews

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J Ü R G E N

T O N K E L

The Grand If you wanna be remembered: cause trouble and leave big tips!

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A N N E

S C H Ă„ F E R

Hotel Oderberger Dringlichkeit besteht immer.


B E T TI N A

Z I M M E R M A N N

Waldorf Astoria Es ist dein Leben. Nicht das der Anderen.

R O B E R T

L O H R

The Grand Schönen Gruß an Housten!

WHO–10


J U LI A

J Ă„G E R

Waldorf Astoria Eine bessere Welt beginnt bei jedem Einzelnen von uns.

WHO–11


D O M I N I C

R A AC K E

Henri Hotel Die Kunst arbeitet immer.


F L O R E N C E

K A S U M B A

25hours Hotel / Bikini Strong!

G UA

R E D I S C H N E

Blindtext Location Blindtext Statement nedunfeg, guere Dischn fegck!

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J U D ITH

N E U M A N N

Hotel Oderberger „Sei Pippi, nicht Annika!“

F L O R I A N

S TE T T E R

Nordbahnhof Wald ist für mich Freiheit.

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WHO–15


LAV I NI A WI LSO N T R ÄGT CLO SE D

L AV I N I A

W I L S O N

Bethanien Irgendwas is immer.

B E R N H A R D

P I E S K

Bethanien Can there be too much joy?

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R U F U S

B E C K

The Grand 100% sind das Mimimum.

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A L B R E C HT

S C H U C H

Törnqvist Hamburg Halt ma ´n Ball flach.

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G O L O

E U L E R

Grand Hyatt Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es.

A N N E

H AU G

Delphi Lux I was looking at you to see you looking at me.

WHO–19


B O R I S

A LJ I N OV I C

Waldorf Astoria For Sale!

WHO–20


C L E LI A

S A R T O

Sofitel Ich bin gerade so viel!


I R I S

B E R B E N

Haus Ungarn Es war die Arktis...


M A R K- O L A N

D R E E S E N

25hours Hotel / Bikini Set your life on fire. Seek those who fan your flames. Rumi

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J Ö R G

S C H Ü T TAU F

Henri Hotel Lass es laufen, den Berg hinunter, lass es laufen durchs Tal. Gott hat dem Fluss diesen Weg gegeben, vielleicht tut er es nocht noch mal.

WHO–24


S E B A S T I A N

S TR Ö B E L

Törnqvist Hamburg Die Krise besteht genau in der Tatsache, dass das Alte stirbt und das Neue nicht geboren werden kann. Antonio Gramsci

G UA

R E D I S C H N E

Blindtext Location Blindtext Statement nedunfeg, guere Dischn fegck!

WHO–25


ST E VE W IN DO L F T RÄ GT E I NE N A NZ UG VO N CI NQ U E , HA A RE U ND MA K E- U P VO N AN N E TT E S S E R

M A R E N

E G G E R T

Café Literaturhaus Freiheit ist ein Zustand des Geistes -nicht die Freiheit von Etwas. Krishnamurti

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K A R S T E N

A NT O N I O

M I E L K E

Tre p t o we r Pa r k Wenn du mir das nicht glaubst, lĂźge ich dir nie wieder etwas vor!

S TE V E

W I N D O L F

Pauly Saal Wer die Form beherrscht, kann sie brechen...


I S O L DA

DYC H AU K

Henri Hotel. The more one talks, the less the words mean. Jean-Luc Godard

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#M B B C A R P E T MEDIENBOARD BERLIN BRANDENBURG

ROX

WHO–29


Burmester GlashĂźtte Original Lovables Porsche


U R S U L A

S T R AU S S

Marriott Hotel Hamburg Dahinter ist immer noch etwas.

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LU N A

W E D L E R

Pauly Saal Ich lebe heute, jetzt, sofort.

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A N D R É

M .

H E N N I C K E

Bethanien Ich bin jeden Tag auf der Suche nach mir selbst.

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BERLINALE, KLAPPE 68! VON

J U L IA

M A L Z

für Oli, Kuni, Ava, Britta, Marc und für Dich, Berlin.

P ROL O G Also, ich erzähle Ihnen jetzt mal was. Ich war neulich auf der Berlinale. Und zwar nicht so wedelnd mit dem Autogrammbuch hinter Gittern vor dem Teppich. Sondern so richtig. Intern im Team. Mit Fotograf und Bus und Extrawurst. Textagenten-mäßig. Wir haben sogar so was wie einen Eid. Der ist jetzt nicht geheim und auf Latein und mit Hand auf die Brust, aber den muss man schon achten, sonst checkt man die Lage nicht. Der Eid geht so: Wir sind nicht hell, wir sind dunkel. Wir sind nicht schön, wir sind stark. Du bist nicht Du, Du bist … (kann man sich aussuchen) H E I N O

F E R C H

Waldorf Astoria Leben ist lebensgefährlich

Ja, Sie lachen jetzt vielleicht. Können Sie auch gerne, da fliegt hier niemand beleidigt aus der Kurve. Aber so ein Magazin unter Eid gefertigt gibt es auch nicht mehr an jedem Kiosk. Da können Sie mal drüber nachdenken. Jedenfalls hab ich mir gesagt: Jule, dieses mal drehst du aber so richtig frei. Das wird dein ganz großer Wurf, diese Berlinale. Du verkloppst das Spesengeld nicht schon am ersten Tag und schreibst mal die richtig dicken Dinger auf. So super-mysterious. Dieser Text wird lauter knallen, als der Kroenke blitzen kann. F R E I TAG Es ist supersonnig und superfrisch. Die Laune im Team ist auch super. Der Teambus ist schwarz und Berlin nicht ganz so dreckig wie sonst. Es ist ja auch Berlinale. Da wird ein bisschen was aufgeräumt und in die Gullis gefegt. Im Café Literaturhaus in der Fasanenstraße trinken alle Kaffee, nur ich trinke Tee. Andrea Sawatzki kann noch breiter lächeln als diese eine Schauspielerin, die in diesem einen Film mit Richard Gere endlich lernt, wie man Schnecken richtig isst. Ava nennt mich dauernd ‚Alte‘. Eigentlich ist Ava sehr lieb. Sie will das nur manchmal vertuschen. Deswegen flucht sie so viel.

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A N D R E A

S AWAT Z K I

Café Literaturhaus W er das Dunkel nicht kennt kann das Licht nicht sehen.

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WHO–42


K AT H A R I N A

H E Y E R

Den Kroenke werde ich für den Rest des Tages

The Grand

nicht viel sehen. Der fotografiert ja auch die

Ich finde wir müssen sehr achtsam sein in welche Richtung wir uns bewegen in dieser Branche. Es ist toll in einem schönen Kleid #MarkedesKleids auf dem roten Teppich zu stehen, aber bleiben wir auf dem Teppich. Ich mag“ geliked“ werden wegen der Sache, die mich dorthin gebracht hat und nicht wegen des Bildes. Nebst all der schönen Zurschaustellerei sollte es doch im Kern um Inhalte, um die Geschichten gehen. Es ist ein Privileg Menschen zu erreichen, zu berühren und zu bewegen, nutzen wir sie!

ganze Zeit. Kuni gibt seine Assistentin, aber eigentlich ist sie seine Frau und somit seine Chefin. Logo. Britta hat die lange Liste gemacht, auf der steht, wo wir wann wen wie lange fotografieren müssen. Da niest sie jetzt die ganze Zeit drauf, weil sie krank ist. Aber Bettruhe ist nicht drin. Wir brauchen Britta, mit ihr steht und fällt die ganze Disco. Quatsch, Dispo. Maren Eggert trägt ein Oberteil, das ist vorne blickdicht und hinten transparent. So wie viele Schauspieler. Die sind auch vorne blickdicht und hinten transparent. Bei Kroenkes Fotos ist

A X E L

P R A H L

Pauly Saal Ich weiß nicht, was für morgen bleibt, ich weiß nur mehr als gestern.

das ein bisschen andersherum. Die sind vorne transparent. Und dann taucht man tief durch das Negativ und ganz hinten wird es wieder dicht im Blick. Da muss man sich schon selbst überlegen, was man sehen will. Ein bisschen Engagement ist schon gefragt beim Angucken. Ja, da staunen Sie. Marc sagt, dass er schon mal den Wagen holen geht. Er nimmt das mit dem Fahren sehr ernst und hält sich an alle Verkehrsregeln. Die Berliner Autofahrer finden das komisch und zeigen ihm manchmal einen Vogel. Das stört Marc aber nicht. Die Dinge perlen an ihm ab. Oder Marc an ihnen. Man weiss das nicht so genau. Im Hotel Henri perlt jedenfalls alles in den Plüsch. Auf dem Steinbergklavier stehen die Noten des Barbier von Sevilla. In dieser Oper lässt sich ein Graf von seinem Friseur beraten, um seine Geliebte zu gewinnen. Die heisst Rosina. Aber wir haben Isolda Dychauk. Sie sitzt so unschuldig auf dem Purpurplüsch, da kann Rotkäppchen sein Körbchen wieder einpacken. Der Kroenke redet andauernd von ‚Master‘ und ‚Slave'. Erst denke ich, dass das ziemlich kranker Mist ist und will ihm sagen, dass er das seiner Zimmerpflanze erzählen soll. Aber es geht tatsächlich um seine Blitze. Wenn man will, dass die synchron auslösen, funkt der Masterblitz dem Slaveblitz, wann es losgeht. Ich funke Entwarnung an meine #metoo-Schaltzentrale. Ja, ich hab so was seit neuestem. Das nennt man disruptive Evolution. Echt jetzt. Ava ist auch disruptiv, zumindest wenn sie spricht. Als ich im Schneidersitz vor dem Delphi Kino am Zoo neben einem leeren Tetrapack Weisswein (nicht von mir) sitze, fragt sie mich,

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ob ich hier wieder ‚rumfermentiere‘. Ich muss das erstmal googlen. Es bedeutet ‚unkontrolliert herumgammeln‘. Ava ist ein krasser Babo, das muss ich zugeben. Ich habe aber gar nicht fermentiert. Während der Kroenke Sina Martens und Anne Haug blitzt und das nur so gut kann, weil Kuni mit dem Slave immer richtig steht, schreibe ich was ab, was oben am Seitenflügel des Verband Deutscher Schauspieler steht. ‚Ex fumo lucem darem nitimor‘. So, jetzt kramen Sie mal schön in Ihrem abgeschriebenen Kleinen Latinum. „Aus dem Rauch werden wir hervortreten und hell leuchten.“ Kenn ich, das Prinzip. Der Phoenix und die Asche und so. Kennt Axel Milberg garantiert auch. Der hat schon gegenüber in der Lobby vom Hotel Savoy auf uns Linsenritter gewartet. Die Lobby riecht nach Zigarre. Axel Milberg aber nicht. Der entfaltet sich in den cognacfarbenen Ledersesseln und wird von Kroenke angeflüstert: ‚I hope you are ready for some strange shit.‘ Milberg ist ready. Er hat heute eine Mail von David Lynch bekommen und fühlt sich eh schon ghostig. Britta fühlt sich auch ghostig. Das liegt aber an den Medikamenten. Die scheinen ausreichend irre im Kopf zu machen, dass sie im Teambus so viel Wasabi auf ihr Sushi haut, dass ich mir Sorgen

M U R I E L

B AU M E I S T E R

M A X

KO C H

Hotel Oderberger

Hotel Bristol

Liebe will riskiert werden.

Frühmorgens raus und spätabends rein.

mache, sie würde sich gleich in grünen Rauch auflösen und daraus nie wieder hervortreten. Aber ausser Hitzeflashs passiert erstmal nix. Ansonsten flutscht der erste Shootingtag wie ein frischgeschmiertes Brötchen über’s Linoleum. Berlin ist auch wie immer. Irgendwer von der Antifa hat die Wand neben dem The Grand besprüht und den vorderen Teil seines Fahrrads in den toten Busch daneben geworfen. Kenn ich, den Impuls. Aber ich trau mich sowas Krasses einfach nicht. Dafür lasse ich im The Grand mal so richtig den Hipster raus und setze mich zum Schreiben in die freistehende Badewanne. Jetzt bin ich voll drin. Diese Location ist schön runtergerrockt. Und man weiss ja, wenn der Lack in Berlin erstmal ab ist, dann geht das hier nämlich erst richtig ab. Ist so. Bei Iris Berben ist der Lack allerdings so was von gar nicht ab. Da ist alles genau da, wo es sein soll, im Kopf und aussen herum. Im Haus Ungarn haben wir die Ehre mit ihr. Auf dem Weg zur

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A R N E L

TAC I

Café Literaturhaus Genieß den Augenblick und schau, was das Schicksal für dich parat hält.

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WHO–46


Shooting-Ecke mache ich einen Schwenk zur Bar. Hier ist alles umsonst, mein Sekt auch. Den brauche ich, weil ich drei Tatortkommissare gesehen habe. Hoffentlich verhaften die mich nicht. Mein Hund ist gestern nach Berlin schwarzgefahren. S A M STAG Ich bin nicht verhaftet worden. Der Hund auch nicht. Aber Durchfall hatte der Hund. Der mag Berlin nämlich nicht. Hier gibt es zu viele Rollkoffer auf Kopfsteinpflaster und zu wenig Wald zum drin verstecken. Hätte der Hund mal Florian Stetter gefragt. Der kennt ein Birkenwäldchen am Nordbahnhof, da sollen wir ihn heute fotografieren. Hat er sich selbst ausgesucht, den Wald. Er möchte auf dem Foto gerne Fahrrad fahren. Freihändig und mit Augen zu. Dann aber vielleicht auch ohne Zähne. Das lassen wir also lieber. Fahrrad schieben sieht auch schön aus. Der Kroenke ist heute morgen sehr bunt unterwegs mit seinem Kuni-Schal. Ein Kuni-Schal ist immer handgemacht und ein Wimmelbild mit Stil, nur ohne Waldo. Ava macht es nervös, dass der Kroenke nicht mehr nur schwarz-weiss trägt und wie seine Fotos aussieht. Mich macht es nervös, was der Berliner unter Wald versteht. Marc wartet schon, weil er uns in den Pauly Saal fahren will. Da wird Steve Windolf schon gestyled und verteilt free hugs an alle. Ich brauche ja immer ein bisschen für Nähe, also auch für hugs. Aber Wegducken gilt nicht. Ich möchte einen Eisenkrauttee. Vielleicht habe ich heute noch einmal mit einem Vampir zu tun. Oder jemandem, der fremde Leute umarmt. Ava sagt, sie hätte schon immer gewusst, dass ich ‚vampirös‘ bin. Vampirös kann als Komparativ von glamourös durchgehen. Ich bedanke mich für das Kompliment. Kroenke lässt Steve an der Bar liegen. Also in Pose. Und krabbelt um ihn herum. Ein Fotobaby mit Blitz. Allerdings ein stylishes Baby ohne Lätzchen und Rassel.

O LI V E R

W N U K

Hotel Oderberger Ich bin der Schöpfer meines Lebens und nicht der Manager meiner Lebensumstände.

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M E RY E M

U Z E R L I

Hotel Oderberger Vertraue in Demut auf das Timing deines Lebens.

Ich stelle den Tag unter das Motto ‚sportlich‘.

spielen Marc und ich gleich eine Runde Schach.

und an einem Strohhalm nuckeln muss auch

Egal was passiert, der Tag hat sich meinem

Aber erstmal muss Marc ein Schiff in Nigeria

keiner. Kroenke-Mystery—Regel.

Motto zu beugen. So ist das beim Schreiben.

auslösen. Marc macht in echt nämlich irgendwas

Schablone drauf und den Sinn durchgepresst.

wichtiges mit Schiffen. Darf ich aber nicht sagen,

Wissen Sie, ich weiss schon, was Sie gerade

Bis jetzt läuft das ganz gut. Erst Fahrrad im

was genau.

denken. Sie denken sich jetzt vielleicht, wann es

Wald und nun Bodenturnen im Pauly Saal.

jetzt endlich mal knallt hier im Text. Das Ding Jemand erwähnt, dass er gerne öfter rappen

ist, dass es manchmal auch im Detail knallt. Da

Britta ist bei dem Motto entschuldigt. Sie hat

würde. Zum Glück ist Kai Wiesinger gerade da.

muss keiner verhaftet werden oder jemand die

zwar gut geschlafen, aber das ist eigentlich

Der kommt zwar gerade vom Kinderturnen (sein

Fototasche klauen und der Chef in die Zimmer-

geschummelt, wenn man dafür eine Flasche

Kind hat da geturnt, nicht er), aber das stört den

palme und so. Da kann man auch mal schön

Wick MediNait auf Ex getrunken hat. Das zählt

Rapper in ihm nicht. „Als ich neulich U-Bahn

bescheiden bleiben im Erzählen und es ganz

allerdings schon wieder als sportlich.

fuhr und mir schwur, ich geh auf Tour.“ Tut zwar

leise knallen lassen. Eher so ein Blubbern.

ein bisschen weh im Kopf, ist aber lustig. Wie es Wir landen im Hotel Oderberger. Genau, das

weitergeht, weiss ich leider nicht.

mit dem Schwimmbad drin. Sehen Sie, da freuen

Schauen Sie sich unsere Schauspieler an. Die sind auch eher fleißige Blubberer als China-

Sie sich für mich. Das passt nämlich schön in

Jerry Kwarteng kommt nämlich gerade vom

böller. Die tragen frisch gebügelte Sachen, die

mein Motto. Der Kroenke will aber nicht ins

Zahnarzt. Jetzt macht er sich Sorgen, dass sein

haben sich gekämmt, die sagen ‚Bitte‘ und ‚Dan-

Wasser, sondern lieber ins Kaminzimmer. Lieber

Mund noch schief ist. Ist er nicht. Und ins

ke‘ und rauchen seit Montag nicht mehr. Keiner

Blitz auf Samt als Chlor im Auge. Vielleicht

Magazin kommt sowieso niemand, der lächelt

hat einen Kater und alle sind sie pflichtbewusst,

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K A I

W I E S I N G E R

Hotel Oderberger

WHO–49

Es ist höchste Zeit die alten Trampelpfade zu verlassen und neue Wege zu gehen. Es tun sich gerade ungeahnte Möglichkeiten auf.Man muss nur den Mut haben sie zu nutzen.


sogar in der Wandlung. So wird man nämlich was im Leben. Und so wird das mit dem Text hier auch etwas. Ich rauche seit Montag allerdings immer noch. Der Kroenke hat im Bus gesagt, dass es um Glaubwürdigkeit geht. Wenn du etwas schaffen willst, dann brauchst du credibility im Team und vor dir selbst. Dann ist da noch Hoffnung. Für die Menschheit im ganz Großen und für seine Fotos. Und für den Text hier, diese kleine Blubberrutsche für Buchstaben. Der Kroenke sagt manchmal schon weise Sachen, wenn er da so auf der Rückbank im Bus schnattert. Aber jetzt muss er erstmal zum Medienboard-Empfang im Ritz Carlton und nimmt Britta und Ava mit. Wir anderen haben kein Bändchen bekommen. Sind die vom Medienboard selbst schuld, wenn sie solche Partygranaten wie Kuni, Marc und mich nicht dabei haben wollen. Ein Moonwalk durch den Käseigel am Büffet wäre definitiv drin gewesen. S ON N TAG Ja, sehen Sie, es gibt auch Leute, die sonntagmorgens schon arbeiten, während Sie gerade das Feuilleton der Süddeutschen mit Croissant vollkrümeln. Der Marc, der arbeitet zum Beispiel schon wieder, obwohl der am Abend noch ContaiN I E L S

B R U N O

S C H M I D T

H´Otello / K80 Freiheit statt Freizeit! Joseph Beuys

nerschiffe aus Häfen losgeeist hat und in einer Bar eine Schale Salzbrezeln in Whiskey Sour versenkt hat. Oder Britta, die nächste Woche von der Pharmaindustrie das goldene Taschentuch verliehen bekommt, weil sie den Rekord im Aspirin Complex – Konsum gebrochen hat.

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L E S LI E

M A LT O N

The Grand Bereit sein ist alles. Hamlet, William Shakespeare

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L E O N I E

B E N E S C H

VolksbĂźhne Berlin Es sind ja immer die unaussprechlichen Gesetze, aus denen heraus wir leben. Rilke

WHO–52


P E T E R

H E I N R I C H

B R I X

Gastwerk Hamburg Vor dem Klavier gibt es nur einen Hocker, aber spielen wollen sie alle.

Jedenfalls sind wir jetzt schön schnieke zum Shooting im Waldorf Astoria

Kern eines Menschen, also das tiefe Innendrin, das kann man Verkleiden

und trinken Tee für 8,50 Euro. Bettina Zimmermann ist unser Überra-

mit schönen Sachen und man kann das Innendrin ein tolles Auto fahren

schungsei am Morgen. Die hatten wir gar nicht auf dem Schirm, aber Kai

lassen und es mit schlauen Sachen füttern, die es sagen kann. Aber je mehr

Wiesinger hat ihr gesteckt, das wir hier sind. Die beiden sind nämlich ver-

dieses Innendrin den Punkt erreicht, an dem es immer höher und höher

heiratet. Jetzt steht sie da in Bikerboots und hebt meine Stiftkappe auf. Nett

auf der Leiter klettert und die Regeln immer weniger und weniger werden,

ist sie, die Bettina und wohnt gleich um die Ecke. Sie kennt den Laden hier.

weil man von oben allen auf den Kopf spucken kann, die einen an die Regeln erinnern, dann ist es soweit. Dann vergisst das tiefe Innendrin, das

Boris Aljinovic kennt das Waldorf Astoria auch. Er hat hier mal einen

echte Ich, dass es sich ja eigentlich verkleiden wollte und schlaue Sachen

Herrn Dieter Wedel getroffen. Über den liest man ja so einiges. Aber ich

sagen wollte und haut sich wie Tarzan auf die Brust und dann steht auch

will hier auch nicht jeden Gaul durch’s Dorf jagen.

irgendwo garantiert eine arme Zimmerpflanze rum und die ist dann auch gleich mit dran.

Aber eine Sache, die hält der Kroenke später auf dem Rücksitz ganz treffend fest. Bei der Frage, ob man durch Erfolg zum Idioten wird, oder ob

Wissen Sie, wir haben an diesem Wochenende viele verschiedene Men-

man vorher schon einer war. Im Zweifel war man vorher schon einer. Nur

schen getroffen, die Schauspieler sind und von denen wir vorher dachten,

dass das durch den Erfolg jetzt jeder sehen kann. Ich sehe das auch so. Der

wir würden sie schon kennen, weil die im Fernsehen so und so sind.

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S A S C H A

A L E X A N D E R

G E R Š A K

Rudolph-Wilde-Park Mensch. Pack dein Handy weg.

WHO–54


Aber wir haben keinen getroffen, der sich so

Ein Sascha Alexander Geršak fällt allerdings

Das Restaurant 3 Schwestern ist in einem alten

benommen hat wie in seiner Rolle und das ist

nicht in den Ententeich, den er sich zum Shoot

Krankenhaus. Vielleicht wurde an dem Tisch, an

sehr beruhigend, weil man weiss, dass da ein

gewünscht hat. Der stirbt vielleicht post picture an

dem wir gerade sitzen, mal eine Leber transplan-

Mensch dahinter steht, der sich die Mühe macht,

Nikotinvergiftung, weil der Kroenke ihn dreitau-

tiert. Ich bestelle mir ein Bier, als Honoration

uns zu zeigen, wie er ist.

sendmal an seiner E-Zigarette ziehen lässt, weil

an die Wissenschaft sozusagen. Ava nennt mich

das so mysterymäßig aussieht. Aber wenigstens

auch schon „Schwester J.“

Haben Sie sich mal fotografieren lassen? So

verendet er dann in dem Pullover, den er sich

richtig fotografieren lassen von einem Mystery-

schneidern ließ, weil sein Sohn auch so einen hat.

Sie kann mich gerne Schwester nennen. Denn

man, wie der Kroenke einer ist? Das ist nämlich

Den vom Sohn kann er nicht anziehen, weil sein

die letzten drei Tage waren wir eine ziemlich

gar nicht so einfach. Da wissen Sie auf einmal

Sohn und also auch dessen Pullover sehr klein

gute Familie. Disfunktional und drüber, aber so

gar nicht mehr wohin mit den ganzen Persön-

sind. Seinen Sohn hat er nicht gefragt. Der muss

sind Familien eben. Und ich hab hier echt mal

lichkeiten, die der Kroenke in Ihnen abruft, ob

jetzt damit leben, dass Papa ihn kopiert.

einen rausgehauen.

Sie das wollen oder nicht. Da muss man schon

Also so im Textblubbergeschäft.

sehr genau wissen, wer man ist, sonst fällt man

Aber das muss sein Sohn mit sich alleine ausma-

beim legendären ‚Hero Shot‘ ausversehen in den

chen. Wir müssen nämlich jetzt nach Kreuzberg.

Ententeich, weil man sein richtiges Ego mit Aqua

Und man fährt in Berlin immer eine halbe Stunde

Man durcheinanderbringt.

nach Kreuzberg. Egal, woher man kommt.

E P I L O G Am Ende halte ich es mit diesem Text so, wie -der Kroenke es mir erklärt hat. Mit seinen „Magic Four of Creation“ 1. Decision 2. Review 3. Doubts 4. Celebration Egal, was Sie schaffen oder machen wollen, es beginnt mit einer Entscheidung, einer Begrenzung. Man kann sich aussuchen, ob es eher Spaß oder eher Sinn machen soll, oder eben beides. Dann schaut man sich durch, was man so gemacht hat. Es entstehen Zweifel, man findet alles doof und trivial und möchte es am liebsten wieder löschen. Delete, delete, delete. Da muss man dann stark sein und sich sagen: Gut, dann ist es am Ende eben doof und trivial, aber wenigstens hat man überhaupt was gemacht. Und das kann man dann feiern. Können Sie gerne so übernehmen. Bitteschön. Gern geschehen.

M A X

S C H M I D T

Grand Hyatt Es ist immer gut, wenn man weiss, warum man so ist, wie man ist.

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S I N A

M A R T E N S

Delphi Filmpalast Trepp’ ab, Trepp’ auf.

WHO–56


B L E R I M

D E S TA N I

Waldorf Astoria Be Real!

N A D I N E

W R I E T Z

Hotel Bristol Zieh dir was an, Mädchen Wer etwas kann, Mädchen Zieht dann und wann, Mädchen ein bisschen was an. Wir sind Helden

WHO–57


DA N I E L

S E L L I E R

H´Otello / K80 Il faut toujours abuser de sa liberté.

WHO–58


LI V I A MAT T H E S T R Ă„GT MAR CE L O ST E RTAG

LI V I A

M AT T H E S

Bethanien Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar! Astrid Lindgren


PA S Q UA L E

A L E A R D I

The Grand Lieber Phonaut als Astronaut!

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SO PH I A SCH O BE R T R ÄGT E I N KLE I D VO N MI LKWH I T E

C O N S TA NTI N Hotel Oderberger Life is too short!

S O P H I A

S C H O B E R

Grand Hyatt

CO N STA N TI N VO N J A S CH E RO F F TR Ä GT RE P LAY, S C HUH E VO N Z IG N

A friendly face can hide an evil mind.

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VO N

J A S C H E R O F F


S I L K E

B O D E N B E N D E R

Hotel Oderberger Lieber ein paar Ecken mehr, als sich in der Kantenlosigkeit verlieren.

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J E R RY

K WA R TE N G

Hotel Oderberger Raus aus den Stereotypen.

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Published by Olaf Kroenke Kunhild Haberkern Creative Director: Kunhild Haberkern Photographer: Olaf Kroenke Produced by Britta Naumann, production-world.de for WHOZWHO Magazine Text by Julia Malz Social Media Making-of clips Ava Stella Dreessen Driver and Assistant Marc Riedke Music written and performed by O C I available on itunes, apple music, amazon, spotify, google play Support: Above The Line Britta Imdahl Celebrity Contact Crush Fitz & Skoglund Heppeler HighLight Film&TV Hoestermann Ida PR Jozo Limelight PR Lux Management Goldschmidt Moovie Need Agency Nisha PR Players PR Emami Publics PR Sandra Paule PR Schlag Schott & Kreutzer Schürmann PR Schumacher PR SPR Steinfeld PR Studlar Tony die Agentur Velvet

Special Thx: Bethanien Bristol Hotel Café Literaturhaus Delphi Lux Delphi Palast 3 Schwestern Grand Hyatt Haus Ungarn Henri Hotel H’Otello/K80 Hotel Oderberger Monkey Bar Pauly Saal Ritz Carlton Hotel Savoy Hotel Sofitel The Grand 25Hours Hotel/Bikini Waldorf Astoria

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WHOZWHO PRINTED #56  
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