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Musikblättle 2021

30 JAHRE MUSIKSCHULE KLEINWALSERTAL

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Wir freuen uns als Hauptsponsor der Musikschule Kleinwalsertal, die wichtige und erfolgreiche musikalische Kinder- und Jugendarbeit unterstützen zu dürfen und gratulieren allen Verantwortlichen herzlich zum 30jährigen Bestehen! Ihr Stefan Nitschke, Geschäftsführer EVK

Seit Gründung 1996 unterstützen wir die WAJUBA (Walser Jugend Band) und können zusammen auf viele schöne Konzerte, Veranstaltungen und Reisen ins In- und Ausland zurückblicken. Wir wünschen der WAJUBA und der Musikschule für die kommende Zukunft weiterhin viel Erfolg und den Schülerinnen und Schülern viel Freude mit ihren Instrumenten! Euer Julian Müller, Projektbegleiter der WAJUBA

Vielen Dank für die Unterstützung!


Walser Musikblättle 2021 ZUM 30-JÄHRIGEN JUBILÄUM DER MUSIKSCHULE KLEINWALSERTAL

Grußwort Bürgermeister Andi Haid 5 Grußwort stv. Bürgermeister und Kulturreferent der Gemeinde, Vorstandsmitglied der Musikschule Franz Türtscher 6 Grußwort Geschäftsführer des Vorarlberger Musikschulwerks Mathias Lang 7 Grußwort Obmann Dr. Andreas Gapp 8 Grußwort Direktor Michael Herrles 9 Unsere „Kleinsten“ an der Musikschule 10 Die Coronazeit 16 Steckbriefe unserer Lehrerinnen und Lehrer 20 Übers Musizieren – allein oder in der Gruppe 28 Erwachsenenunterricht 32 Musikkundeunterricht an der Musikschule 36 Was machen eigentlich unsere ehemaligen Schüler?

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Singklassen – eine Kooperation mit der Volksschule Riezlern 46 Jugendarbeit in den 3 Talkapellen 50 Unsere Jugendblasorchester – WAJUBA und Mini-WAJUBA 52 Ein neues Unterrichtsfach an unserer Musikschule – Dirigieren und Ensembleleitung 56


Grußworte

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Herzlichen Glückwunsch

30 JAHRE MUSIKSCHULE KLEINWALSERTAL

Die Musikschule Kleinwalsertal genießt seit ihrer Gründung im Juni 1990 höchste Anerkennung in der Bevölkerung. Es wurden schon weit über tausend Kinder und Jugendliche unterrichtet und es besteht weiterhin ein großes und reges Interesse der Schülerinnen und Schüler, ein Instrument zu erlernen. Die Musikschule wurde als Verein gegründet und hat bis heute vier Mitglieder: die drei Trachtenkapellen und die Gemeinde Mittelberg. Alle Mitglieder haben das gleiche Ziel, den Kindern und Jugendlichen durch die bestmöglichste Ausbildung viel Freude an der Musik zu bieten. Dies ist bestens gelungen, der Nachwuchs in allen drei Musikkapellen macht dies deutlich. Der Vorarlberger Landtag hat vor kurzem beschlossen, die „Elementare Musikpädagogik“ im Zusammenwirken der Volksschulen und der Musikschulen weiter auszubauen. Es soll den Schulkindern möglichst früh die Möglichkeit geboten werden, sich musikalisch zu entfalten. Die Gemeinde Mittelberg ist stolz auf ihre Musikschule und wird gemeinsam mit dem Land Vorarlberg ein verlässlicher Partner sein. Herzlichen Dank an alle, die zum gemeinsamen Erfolg beigetragen haben!

Ihr Bürgermeister Andi Haid

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30 Jahre Musikschule Kleinwalsertal

30 Jahre Musikschule Kleinwalsertal, für mich als Musikschulobmann Stellvertreter und Kulturreferent der Gemeinde Mittelberg ist dieses Ereignis etwas ganz Besonderes. Als Vertreter der Gemeinde im Vorstand der Musikschule habe ich die letzten Jahre an der Entwicklung und Gestaltung mitwirken dürfen und die Interessen der Gemeinde eingebracht. Wenn man die Aufwendungen der Gemeinde sieht und keinen Einblick auf das hat, was dahintersteht, dann mag das auf den ersten Blick ein sehr hoher Betrag sein. Wenn man aber die Struktur und das Ausbildungsergebnis der Musikschule Kleinwalsertal näher betrachtet, dann ist die Wertschöpfung um ein Vielfaches höher. Die drei Blasmusik­ kapellen unseres Tales übernehmen gerne die gut ausgebildeten Nachwuchsmusikantinnen und Musikanten, die stolz sind, nach dem Erlernen eines Instrumentes in der Musikschule bei den „großen“ mitzuspielen. Die Musikschule Kleinwalsertal leistet somit einen wichtigen Beitrag zu der Kultur und Vereinsleben in unserem Tal. Doch nicht nur die Ausbildung des Nachwuchses unserer Musikkapellen sind ein wichtiger Bestandteil der Musikschule Kleinwalsertal, auch die Freude am Musizieren in der Familie, die Freude an der Musik und Gesang in der Gesellschaft wird gefördert. Die Arbeit im Vorstand der Musikschule Kleinwalsertal hat mir in den letzten Jahren viel Spaß gemacht, besuchen Sie einmal ein Konzert der Musikantinnen und Musikanten - das Strahlen und Leuchten in den Augen der Kinder und Jugendlichen nach einem Auftritt ist mit nichts zu vergleichen. Es sind ergreifende Momente die ich nicht mehr missen m ­ öchte. Ich wünsche der Musikschule auch für die nächsten 30 Jahre viele Schülerinnen und ­Schüler die ein Instrument lernen möchten, den Lehrern und Verantwortlichen gilt mein Dank für ihren Einsatz und für die Zukunft alles Gute.

Franz Türtscher

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Liebe Leserinnen und Leser,

es ist mir als Geschäftsführer des Vorarlberger Musikschulwerks eine große Freude der Musikschule Kleinwalsertal zum 30-jährigen Jubiläum gratulieren zu dürfen. Das Vorarlberger Musikschulwerk ist eine Geschäftsstelle, die im Auftrag der musikschul­ erhaltenden Gemeinden und des Landes Vorarlberg eine umfangreiche Koordinationsund Vermittlungsarbeit übernimmt. Das Musikschulwerk fungiert als Schnittstelle zwischen vielen verschiedenen Anspruchsgruppen. Dazu zählen unter anderem: 96 schulerhaltende Städte und Gemeinden, das Land Vorarlberg, 18 Musikschulen, vertreten durch 18 Direktorinnen und Direktoren und derzeit über 19 000 Schülerinnen und Schüler mit ihren Eltern. Eine wichtige Aufgabe für uns liegt darin Rahmenbedingungen zu schaffen, die freudvolles Lehren und Lernen von Musik, Tanz und anderen Ausdrucksformen ermöglichen. Gerade in der vergangenen Zeit hat sich gezeigt, welche wichtige Aufgabe Musikschulen zukommt. Die musikalische Begeisterung vieler Schülerinnen und Schüler hat sich durch die Pandemie nicht beirren lassen. Denn gerade in solchen Momenten offenbart Musik ihre wahre Stärke. Es hat sich gezeigt, was Musik alles kann: Sie kann eine Stütze sein, sie kann Trost spenden und Freude vermitteln, sie kann Struktur geben und man kann sich in ihr verlieren. Musik bringt Farben in unser Leben.

Mag. Mathias Lang BA MA

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Liebe Freunde der Musikschule,

Musik ist mehr als man auf den ersten Gedanken hin meint. Victor Hugo hat es auf den Punkt gebracht: „Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber schweigen unmöglich ist.“ Es geht also um Gefühle und Leidenschaften und damit um das, was uns zu Menschen macht. Und Musik verbindet Menschen, was wir alle in Zeiten von Corona schmerzlich vermissen. Zur Geselligkeit gehört nun einmal Musik zwingend dazu. Die Grundlagen für „den richtigen Ausdruck“ und das Miteinander im Musizieren schafft hier bei uns im Kleinwalsertal die Musikschule. Hier erfolgt – oft auch im Verborgenen – die Ausbildung von Jung und Alt. Gemeinsam wird gearbeitet, gelernt und geprobt. Das Miteinander ist hier mehr als ein Wort. Es ist das Herzstück der Arbeit in der Musikschule. An dieser Stelle ein Vergelt´s Gott an diejenigen, die vor 30 Jahren in großer Weitsicht die Musikschule Kleinwalsertal gegründet haben. Die strukturierte Ausbildung sichert Jungmusikant*innen eine verlässliche und hervorragende Grundlage. Danke an die Musiklehrer*innen, die mit großem Engagement für den richtigen Ton sorgen. Und danke an die Gemeinde Mittelberg, die die Musikschule in ihrem Wirken unterstützt. Es ist eine große Freude, die Musikschüler*innen beim Musizieren zu hören und dabei ihre Leidenschaft zu spüren und zu verstehen, was sie ausdrücken wollen.

Dr. Andreas Gapp

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30 Jahre Musikschule Kleinwalsertal …

… ein Jubiläum, dass wir sehr gerne mit Ihnen, unseren Schülerinnen und Schülern mit Familien und der ganzen Talbevölkerung gefeiert hätten. Wir steckten mitten in den Vorbereitungen zu einem Schulmusical, dass wir zusammen mit den Pflichtschulen des Tales in diesem Mai aufführen wollten. Viele Stücke wurden schon für besondere Jubiläumskonzerte geprobt. Leider kam alles ganz anders. Aber, aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Wir freuen uns alle schon auf kommendes Schuljahr, in dem wir wieder für sie alle musizieren werden! Seit nunmehr 20 Jahren darf ich die Geschicke der Musikschule leiten, 15 Jahre dirigierte ich davon die Mini-WAJUBA und die WAJUBA. In dieser Zeit erlebte ich sehr viel schöne Dinge, gemeinsame Konzertreisen ins In- und Ausland, Konzerte und Vorspielabende von hohem Niveau, eine tolle Zusammenarbeit mit den Kindergärten Schulen und Musikver­ einen des Tales und Fernsehaufzeichnungen mit TV-Stars. Stolz bin ich auch auf mein engagiertes Lehrerteam, von denen viele schon seit Gründung der Musikschule (und teilweise noch früher) Schülerinnen und Schüler im Tal musikalisch ausbilden. Dies alles wäre natürlich ohne einen ideellen und finanziellen Rückhalt in keinster Weise möglich. Ich bedanke mich recht herzlich bei allen Verantwortlichen der Gemeinde Mittelberg mit Bürgermeister Andi Haid für ihre großartige langjährige Unterstützung in allen Belangen! Weiters bedanken möchte ich mich auch ganz herzlich bei unseren Sponsoren, der Walser Raiffeisen Holding und dem EKV! Haben Sie nun viel Freude bei den verschiedensten Beiträgen unserer Lehrerinnen und Lehrer. Gemeinsam haben wir für Sie eine bunte Auswahl aus unserem Musikschulleben zusammengestellt, mit vielen Bildern und Videos, die ­während einer Probe mit dem Handy aufgenommen wurden, aber auch professionell erstellte Videos einiger unserer Musiklehrer. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen und Schmökern und freue mich, wenn wir uns bald bei einem Konzert der Musikschule alle wieder in froher Runde treffen können!

Ihr Direktor Michael Herrles 9


Unsere Kleinsten

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Zuallererst stehen unsere „Kleinsten“ im Mittelpunkt. Sie hatten in den letzten Monaten besonders schwer. Abstand halten ist für sie fast unmöglich. Und das tägliche „Auspowern“ mit Freunden war lange Zeit nicht möglich…

Musikalische Früherziehung (ab 4 Jahre, Elke Schneider, Kreszentia Willam)

Unsere Stunde beginnt immer mit einem Begrüßungslied. Jede Stunde beinhaltet ein anderes Thema, z.B. bewusstes Hören lernen, tanzen, rhythmische Sachen usw. Die Kleinen lernen die ersten Instrumente kennen. Am Ende der Stunde singen wir ein Abschlussliedle.

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Blockflötenunterricht (ab 6 Jahre, Elke Schneider)

Wir lernen die ersten Noten und Notenwerte kennen. Bei uns an der Musikschule wird dieses Instrument als „Einstiegsinstrument“ gesehen. In kürzester Zeit haben wir schon Erfolgserlebnisse und können bereits mit nur 5 Tönen die ersten Lieder spielen und auch im 2. Jahr tolle klassische Stücke erlernen. Wir spielen in kleinen Gruppen und auch in Ensembles mit anderen Instrumenten, z.B. mit Hackbrett. Aber auch als Soloinstrument mit Klavierbegleitung konnten wir uns schon bei Konzerten präsentieren. Ein jährliches Highlight ist auch immer wieder unser tolles Faschingsvorspiel.

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Unsere beiden Lehrerinnen Elke und Kreszentia unterrichten aber auch noch weitere Instrumente:

Hackbrett

(ab 8 Jahren, Elke Schneider) Für viele ist dieses Instrument eher unbekannt. Wir haben Einzelunterricht. Jedoch spielen aber auch oft in der Gruppe oder mit Gitarrenbe­gleitung. Bei uns im alpenländischen Raum ist es oft in der Volksmusik zu hören, aber wir spielen auch Stücke aus anderen Stilrichtungen, wie z.B. aus Ungarn, Irland, Schweden, … Dieses Jahr haben wir den Bewohnern des Sozialzentrums digital einen kleinen Ostergruß zukommen lassen.

Einer der besten Hackbrettspieler für mich ist der Schweizer „Nicolas Senn“. Er zeigt alles, was man aus dem Hackbrett herausholen kann https://www.youtube.com/watch?v=hPRJ9k-41KU

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Elke Schneider Steckbrief

Ich bin seit 1990 an der Musikschule Kleinwalsertal als Musiklehrerin tätig. Jede Stunde ist für mich eine Herausforderung und jedes Kind ist anders. Es macht mir auch nach so langer Zeit immer noch sehr viel Freude mit den Kleinen zu musizieren. Ich bin verheiratet und habe zwei Töchter und einen Enkel. Meine Hobbys sind eine ei­gene kleine Stubenmusik. Wir sind 5 Freundinnen, die zusammen musizieren. Wir spielen in verschiedenen Hotels für Gäste oder bei Events, z.B. in der Schweiz bei einer Winzerweihnacht, auf der Kanzelwand beim „Goldenen Oktober“ oder bei Geburtstags-/Hochzeitsfeiern. Im Winter gehe ich gerne langlaufen, im Sommer wandern oder Fahrrad fahren. Im Moment verbringe ich sehr viel Zeit mit meinem 2-Jährigen Enkel „Lucas“.

Kreszentia Willam Steckbrief

Mein Hobby ist mein Beruf – oder umgekehrt! Egal wie ich es drehe, ich kann mir ein Leben ohne Musik nur sehr schwer vorstellen! Musik ist überall … bei der Arbeit, in der Freizeit, bei guter Laune und auch bei schlechter Laune - damit sie wieder gut wird, wenn einen Sorgen drücken, wenn alles gut geht, … eben überall! Ich liebe es bei meiner weltbesten Familie zu Hause zu sein und einfach mit den eigenen Kindern zu spielen, basteln, spazieren gehen, oder eine Runde „Paw Patrol“ zu schauen! Auch die Zeit zu haben und meine Instrumente zu pflegen und zu spielen ist für mich mit einem Kurzurlaub vergleichbar! Mein Hauptinstrument ist eines der wichtigsten, die es gibt … es ist die Harfe. Wichtig deshalb, weil es sogar im ­Himmel gespielt wird. Leider trauen sich nur sehr wenige an dieses himmlische Instrument heran. Vielleicht in der Angst, dass ein so tolles Schmuckstück im Wohnzimmer bald nur als Dekoration dient! Aber eigentlich braucht ­ sich da niemand zu fürchten, denn es verleitet doch immer wieder hinzugreifen und ein paar der erlernten Dinge zu 14


spielen. Der Vorteil ist eben, dass der Ton durch zupfen erzeugt wird und es da nicht zuerst eine bestimmte Technik braucht, um den Ton „herauszukitzeln“! Die Harfe ist sehr viel„saitig“ einsetzbar: in der Volksmusik als Begleitinstrument, aber auch gerne solistisch (https://www.youtube.com/watch?v=6RfFtDMe1_Y) in der Klassischen Musik (https://www.youtube.com/watch?v=NuEeA-Gdciw) in der südamerikanischen Musik ( https://www.youtube.com/watch?v=dtcE-WCsQ-M) und noch in vielen weiteren und verschiedensten Besetzungen (https://www.youtube.com/watch?v=GS4Mi8Ld1A0) Es macht auf alle Fälle sehr viel Spaß immer wieder Neues zu probieren! Ich selber spiele noch andere Instrumente. Begonnen habe ich wie viele andere mit der Blockflöte bei unserer Lehrerin Elke Schneider, der ich die Grundlagen zum Notenlesen und die Freude an der Musik zu verdanken habe! Gefolgt vom Hackbrett, das mich bis heute in der Stubenmusik mit meiner Mama und anderen Musikanten begleitet. Als ich ein Jahr später Harfe lernen durfte, legte sich mein Vater richtig ins Zeug und organisierte auf dem schnellsten Weg eine Harfe. Über Nacht fuhr er damals extra nach Traunstein, um mich am nächsten Tag mit diesem tollen Instrument zu überraschen. Meine Eltern hatten dann über Jahre viele Kilometer und viel Zeit investiert um mit mir regelmäßig nach Immenstadt (da war die nächste Möglichkeit bei Frau Jutta Kerber) zum Harfenunterricht und auch zu verschiedenen Musikwettbewerben zu fahren. Durch die Neugierde gepackt erlernte ich teils mit und teils ohne Unterricht noch mehrere andere Instrumente. Sei es für den privaten G ­ ebrauch, oder auch um mit anderen Musikern zu musizieren! Es ist für mich, wie schon eingangs erwähnt, immer ein präsentes Thema Musik zu machen. Durch mein Studium am Landeskonservatorium in Feldkirch kam ich zur Elementaren Musikpädagogik. Es war von mir ein Wunsch, etwas mit kleinen Kindern zu arbeiten und das passte nun so gut zusammen, Musik und Kinder! Mit Kindern zu musizieren macht einfach Spaß! Es ist t­ oll, sie zu beobachten, wie sie mit Tönen experimentieren, Rhythmen ausprobieren, auch wenn die Lautstärke dabei zuweilen herausfordernd ist! Es wäre manchmal auch schön, etwas mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen und Instrumente selber zu bauen oder ähnliches. Leider ist in dieser schwierigen Zeit da nicht wirklich viel machbar und auch eine Unterrichtsstunde pro Woche ist da schon sehr knapp bemessen. Vielleicht ergibt sich eine Tages etwas, oder irgendein toller Gedankenblitz meinerseits verirrt sich einmal in die richtige Richtung … wer weiß! Leider machte uns diese ganze „Lockdown-Zeit“ auch in der Früherziehung das Leben nicht leichter. Der Unterricht musste über kurze Videosequenzen stattfinden! Es ist unfassbar, wie schrecklich das ist … man muss den Kindern ein fertige Stunde präsentieren! Kein Feedback durch Augenkontakt, Gesten und R­ eaktionen, ob das Thema langweilig, interessant oder gar zu kompliziert ist. Für mich persönlich waren das „leere“ Stunden. Normalerweise gebe ich in den Stunden einen Impuls und die Kinder lenken es in die Richtung, in die sie gerade bereit sind zu gehen. Da das mit diesen Medien so nicht möglich ist, kommt mir selber das vor, als wäre ich nur ein Direktor, der seinen Zirkus trainiert ... klingt vielleicht hart, aber das Gefühl nach einer Stunde hinauszugehen und das Wissen zu haben, ein Kind hat Spaß gehabt, oder im Gegensatz das Gefühl, „­ hoffentlich gefällt ihnen das Video …“, das sind zweierlei Welten! An dieser Stelle möchte ich aber ein ganz ­großes und dickes Lob an meine Schüler und auch deren Eltern aussprechen, dass sie so standhaft und bereit­willig mitge­arbeitet haben! Und auch die megalieben Videos und Sprachnachrichten .... das war einfach ein A­ ntrieb, das ­ganze doch weiter durchzuziehen! Wo man singt, da lass dich nieder – böse Menschen haben keine Lieder! 15


Die Coronazeit

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Studie über die Umsetzung des Onlinemusikunterrichts in der Corona Pandemie von Matthias Mercineri

Diese Studie beruht auf meinen Erfahrungen der letzten 12 Monate in Zusammenarbeit mit Musikpädagogen/Dozenten/ im In- sowie im Ausland. Sie führt durch global zusammengefasste Informationen zu einem eindeutigen Ergebnis. Es gilt das Pro und Contra des Onlineunterrichtes zu betrachten. Welche Vorteile hat der Onlineunterricht, (der heutzutage die verschiedensten Möglich­keiten bietet, wie z.B. WhatsApp, Skype, Zoom, FaceTime usw.) ? Generell kann man sagen, dass der Unterricht online etwas flexibler und bequemer für den Schüler gestalten werden kann, da dieser von zu Hause aus in seinem gewohnten Umfeld seine Aufgaben vorspielt. Durch flexible Aufnahmemöglichkeiten via WhatsApp kann ­jeder Schüler flexibel zu jeder Tageszeit sowie am Wochenende seine Hausaufgaben aufnehmen. Ein weiterer großer Vorteil hierbei ist, dass sich der Schüler das Tempo selbst einteilen kann. Die kontinuierliche und engmaschige Zusammenarbeit zwischen Schüler und seiner Lehrkraft ist aus pädagogischer Sicht unbezahlbar, effizient und erfolgsorientiert. Welche Nachteile hat der Onlineunterricht? Im Onlineunterricht fehlt der persönliche Kontakt zwischen Schüler und Lehrkraft. Die Teilnahme am herkömmlichen Unterricht findet in einem sozialen Kontext statt, beim Onlineunterricht fällt dieser leider vollständig weg. Beim musikalischen Onlineunterricht steht die Interaktion mit Menschen nicht mehr im Mittelpunkt. Der so genannte soziale Smalltalk findet nicht mehr statt. Diesen benötigen jedoch viele Schüler als psychologische Stütze und diese entfällt beim Onlineunterricht. 17


Ganz abgesehen davon, ist es wissenschaftlich nachgewiesen, dass kontinuierliches B ­ licken auf den Computerbildschirm, Laptop, Tablett oder Handy die Augen schädigt. Das stundenlange lernen am PC, ohne dabei Pausen einzulegen, kann außerdem nicht nur die Augen schädigen, sowie Belastungsverletzungen und Rückenprobleme verursachen. Einige Themen erfordern praktische Übungen und können nicht online unterrichtet werden. Des Weiteren benötigt jeder Schüler sehr viel Selbstdisziplin, um im Onlineunterricht erfolgreich zu sein. Hat ein Schüler diese nicht, ist es recht unwahrscheinlich, dass er oder sie genügend Motivation aufbringt, um gut gestellte Aufgaben zu meistern. Der musikpädagogische Onlineunterricht ist eine absolute Innovation. Er wird allerdings den persönlichen Kontakt zwischen Schüler und Lehrkraft nie ersetzen können. Dies bedeutet, der persönliche Kontakt ist in der Musikpädagogik ein absolutes Muss und der Onlineunterricht ist daher nur als Übergangslösung anzusehen. Es sei dahingestellt, was uns die Technik in den kommenden Jahrzehnten ermöglicht. Man muss zusätzlich betonen, dass viele Eltern und Schüler vom Onlineunterricht überrollt wurden, ebenso wie viele Pädagogen. Es war für alle eine schwierige Herausforderung. Die Erfahrung hat ­gezeigt, dass viele Schüler vom Onlineunterricht durch die engmaschige Zusammenarbeit profitiert haben, andererseits stagnierten jedoch einige Schüler in ihrer Leistungsfähigkeit und ihren Kompetenzen (z.B. durch mangelnde technologische Ausstattung wie PC, Internet, WLAN usw.). An dieser Stelle können wir alle nur hoffen und beten, dass sich die weltweite Situation stabilisiert und wir alle wieder zum persönlichen Unterricht zurückkehren können, um alle Schüler optimal zu fördern. Selbstverständlich tragen auch Konzerte, Wettbewerbe, sowie Prüfungen erheblich zur Motivation aller Schüler und Studenten bei. Mit besten musikalischen Grüßen und für alle weiterhin viel Gesundheit wünscht

Ihr Dr. Mercineri

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Erfahrungen aus dem Onlineunterricht von Elke Schneider

Es war für uns ALLE eine große Herausforderung am Anfang. Wie geht es weiter …??? Ich habe es zu Beginn mit Skypen probiert, da gab es aber große Probleme bei der Übertragung, und bin dann zum „Whatsapp-Unterricht“ gewechselt. Die Kinder haben ganz toll mitgemacht. Ich nahm für die Schüler ein Video auf mit der Erklärung vom neuen Lied (Takt, Vorzeichen oder neue Note. …). Die Kinder haben mir dann auch ein Video beim Üben oder eine Tonaufnahme zurückgesendet. Ich konnte dann Tipps geben und kleine Fehler korrigieren. Manche Schüler machten mit mir auch direkt „Whatsapp-Unterricht“ per Videoanruf. Da gab es auch lustige Sachen … plötzlich war das Kind nicht mehr zu sehen …. Es wurde schnell etwas geholt (z.B. etwas zu trinken oder ein neues Spielzeug das man mir zeigen wollte). Die extra Noten schickte ich per Email und die Eltern konnten es aus­drucken. Es gab nur einzelne Kinder die beim Onlineunterricht nicht mitmachen mochten. Jetzt sind wir aber dankbar und froh, dass wir uns wieder persönlich zum Unterricht treffen dürfen! Liebe Grüße Elke

Onlineunterricht Sarah Kepp und Rebecca Reuter-Panunzio

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Steckbriefe unserer Lehrerinnen und Lehrer

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Andrea Huber Steckbrief

Ich – Andrea Huber – geboren in Oberstdorf, kam schon früh zur Musik. Mein 1. Instrument war Hackbrett, dann noch Gitarre, später noch Kontrabass und no a bissle Steirische. Meine Schwester Moni lernte Gitarre und mein Papa spielte Knopfakkordeon. So kam es, dass wir viel zu Haus Musik gemacht haben. Ansonsten bin ich recht vielseitig: entweder spiele ich „meine“ Oberstdorfer Hackbrettmusik oder, wenn es die Zeit erlaubt, bin ich gerne in den ­Bergen unterwegs am Radeln (jetzt mit E-Bike) oder im Winter auf Skitouren, am Lang­laufen, Skaten, ­Skifahren. Egal was, Hauptsache draußen bewegen, das liebe ich.

Bernhard Hagspiel Steckbrief

Akkordeon und Steirische Harmonika Seit frühester Kindheit üben das Akkordeon und die Steirische Harmonika besonderen Reiz auf mich aus. Beide Instrumente sind meine absoluten Lieblinge. Das Akkordeon ist sehr vielseitig. Es besteht aus dem Diskant und dem Bassteil. Es wird in sämtlichen Musikrichtungen eingesetzt, ob Volksmusik, Jazz, Klassik, Tango, Moderne. Man kann es als Soloinstrument oder in Gruppen verwenden. Der Vorteil am Akkordeon, man kann Melodie und Begleitung gleichzeitig spielen. Die steirische Harmonika ist ein wechseltöniges Instrument. Es ist relativ einfach das Instrument zu erlernen, was zu der enormen Popularität geführt hat. Es wird hauptsächlich in der Volksmusik verwendet, moderne Stilrichtungen sind aber auch möglich. Hier einige Videos, bei ihr den unverwechselbaren Klang und die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten beider Instrumente hören könnt: https://www.youtube.com/watch?v=FDCMvB1LD4g https://www.youtube.com/watch?v=0tL0FokqCro https://www.youtube.com/watch?v=jN0wHNJITEM https://www.youtube.com/watch?v=vcdvMMHBh30 21


Hanni Beranek Steckbrief Die Zither is a Zauberin Die Zither is a Zauberin, sie hat mir g’fangen Herz und Sinn, und is da draußen Schnee und Eis, so macht sie mir doch an Frühling weis. (Franz Kobell 1803–1882)

1983 wurde ich gefragt, ob ich nicht Zither unterrichten möchte. Ich kann’s ja mal versuchen, habe ich geantwortet. Zuerst laienhaft begonnen, versuchte ich mich zu verbessern und begann Zitherseminare zu besuchen. Nach dem 1. Seminar kam ich heim und sagte: „Ich habe gedacht, ich könnte Zither spielen. Jetzt weiß ich, dass ich eine Ahnung davon habe.“ 1997 organisierte ich das 1. Walser Zitherseminar und im gleichen Jahr meldete ich mich zum berufsbegleiteten Lehrgang für Zitherlehrer in Trossingen an. Mein Mann sagte damals zu mir: „Bei aller Liebe, das traue ich dir nicht zu!“ Aber immerhin hat er mich hingefahren. Das war mein Glück, denn nach der ersten Theoriestunde wäre ich am liebsten „versprungen“. Der mir zugeteilte Lehrer sagte mir, dass ich auf alle Fälle den Kurs mitmachen sollte. Ob ich dann die Prüfung (im Januar 1999) machen möchte, könnte ich dann immer noch entscheiden … Ab 1999 fing ich auch in der Musikschule Oberstdorf an zu unterrichten. 2005 war noch einmal ein Zitherseminar im Haus Hanni: G’mütlich – rassig – schreeg. Und im Rahmen des Seminars gab es auch ein Konzert im Walserhaus mit dem Zithertrio Popp/Lägel. Immer wieder sind auch Zitherfreunde zu Besuch. Viel erlebt habe ich mit der Walser Stubenmusik (mitgespielt haben u. a. Karin, eine ehemalige Schülerin und meine Tochter Rosemarie, virtuos auf dem Hackbrett). Mit meinen Brüdern habe ich gesungen und im Trio gespielt (Zither, Hackbrett und Gitarre). Eine schöne Zeit waren auch die Jahre als ich ein Gesangsduo begleitet habe. 2012 hörten einige Schülerinnen auf und die Nachfrage wurde spärlicher. Im Januar 2013 bekam meine Mutter einen Schlaganfall und unser Familienleben wurde in den folgenden Jahren auf eine harte Probe gestellt. Da hat es dann wieder gepasst, dass ich weniger Schülerinnen hatte. In all den Jahren waren übrigens nur zwei Buben darunter. Ich liebe Blasmusik, höre gern echte Volksmusik, aber auch Pop und Rock sowie Klassik. Ein großes Hobby ist das Luftgewehrschießen, das ich gemeinsam mit meinem Mann ausübe. Besonders schöne und lustige Stunden sind die Treffen mit der Karin, einer ehemaligen Schülerin. Corona bedingt haben wir uns schon länger nicht mehr gesehen. Kürzlich haben wir uns beim Einkaufen getroffen und beschlossen, bald wieder einmal (mit dem nötigen Abstand) zu proben. Darauf freue ich mich schon – eure Hanni Beranek!

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Matthias Mercineri Steckbrief

Liebe Eltern, liebe zukünftige Schüler, mein Name ist Matthias Mercineri. Ich bin verheiratet und Familienpapa vieler Kinder, außerdem haben wir noch einen Hund. Deutsch ist meine Muttersprache, ich spreche allerdings außerdem noch Englisch, Tschechisch und ­Slowakisch. Mein Lieblingsessen ist Pasta mit Meeresfrüchten und Knoblauch, außerdem esse ich gerne verschiedene Suppen, die böhmische Küche und alles was meine Frau kocht. Sachertorte, Schwarzwälderkirschtorte und Prinzregententorte sind einige meiner Lieblingsdesserts, außerdem österreichische Punschtörtchen sowie Créme Brûlée. Blau ist meine Lieblingsfarbe. Der Roman meines Lebens: ich habe mein Abitur in Neusäß gemacht, studiert habe ich an der Musikhochschule ­München in den Fächern Schlagwerk - klassisch und modern. Mein zweites Hauptfach war Klavier. Meine Abschlussdiplome habe ich in Musikpädagogik und künstlerisch gemacht, meinen Master im Schlagwerk. In Musikwissenschaften habe ich promoviert an der Karls Universität in Prag. Ich habe in ganz Europa Konzerte gespielt, dies mit verschiedensten klassischen Philharmonischen Orchestern und auch modernen Bands. An zahlreichen Studioaufnahmen des bayerischen Rundfunks habe ich teilgenommen. Bei zahlreichen internationalen Wettbewerben war ich Preisträger. Also alles in allem habe ich mein Leben lang schon getrommelt, bis ich meine Leidenschaft zum Beruf machte. In meiner Freizeit lese ich gerne, mache ausgedehnte Waldspaziergänge mit meiner Familie, verbringe Zeit im Garten oder philosophiere. Musikalisch habe ich mich in zahlreichen Workshops für Kinder zur rhythmischen Entwicklung engagiert und Benefizkonzerte für die Kinderklinik (neue Hauner in München) gespielt. Außerdem beschäftige ich mich mit der musikalischen Forschungsarbeit zur Weiterentwicklung der Pädagogik im Schlagwerk. Ich mag Ludwig von Beethoven, sowie die komplette klassische Musik, die Musik von Elvis Presley, Rock „n“ Roll, Marschlieder des 18. Jahrhunderts, spezifisch die napoleonische Musik Ära und generell alle Facetten der Musik (außer moderne Elektromusik). Wer bei seinem Kind, oder sich selbst eine Leidenschaft für Rhythmen entdeckt und diese gerne fördern möchte, ist bei mir genau an der richtigen Stelle. Gerne kann jederzeit eine unverbindliche Probestunde vereinbart werden. 23


Rebecca Reuter-Panunzio Steckbrief

Ich bin Rebecca Reuter-Panunzio, geboren in Hamburg und aufgewachsen am Ammersee. Mit 6 Jahren habe ich meinen ersten Musikunterricht bekommen, damals Geige und später dann Gesang. Nach dem Abi habe ich dann Gesang weiter studiert an der Musikhochschule in Stuttgart und Mailand und heute bin ich selber Gesangslehrerin. Nach dem Umzug mit meiner kleinen Familie ins Allgäu, bin ich nun seit 3 Jahren an der Musikschule Kleinwalsertal tätig. In meiner Freizeit gehe ich am liebsten raus in die Natur, egal ob Wandern, Snowboarden, Reiten oder Radeln. Auch das Reisen liebe ich sehr und den Sommer verbringe ich meistens in Italien, der Heimat von meinem Mann.

Renato Russo Steckbrief

Ich bin Renato Russo und komme aus Larciano, einer Stadt unweit von Vinci (Italien). Ich habe am Musikkonservatorium »Luigi Cherubini« in Florenz Klarinette, Musikgeschichte, Harmonie, Komposition sowie Dirigat studiert und erfolgreich abgeschlossen. Seit diesem Zeitpunkt bin ich „Professore Renato Russo“. Seit Oktober 2002 bin ich Musiklehrer für Klarinette, Saxophon, Oboe und Fagott an der Musikschule Kleinwalsertal. Und ihr kennt mich natürlich von den vielen Konzerten und Auftritten als Dirigent des Musikvereins „d’ Hirschegger“. Meine Hobbys sind: Musik, Reisen, Lesen, Meditation, Orientalische Kunst und Lateinamerikanischer Tanz.

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Suzette Wettengel Steckbrief

Suzette-Flöte-Klavier… Ja, wie fing das Ganze an? Im zarten Alter von 6 Jahren wurde mir eröffnet, dass ich, wie meine große Schwester es schon tat, auch zu Herrn Hauck gehen „dürfte“ um das Klavierspiel zu erlernen. Ich: Heulkonzert – meine Schwester spielte nicht gerne! War dann aber doch nicht so schlecht! 6 Jahre später: meine schon erwähnte ältere Schwester sollte Flöte lernen dürfen. Normale Reaktion der kleinen Schwester: Finger hoch, um ja nichts zu verpassen! Tja und die Kleine konnte das auch schon sehr bald erstaunlich gut. Und dann kam die ­schicksalhafte Begegnung mit meinem russischen Klavierlehrer. Valerij öffnete mir Türen zur Kunst und Musik von deren Existenz ich keine Ahnung hatte. Und so nahm alles seinen Lauf … Und Suzette privat? Meine große Leidenschaft – das Reisen! Und da bin ich absoluter „Europafan“. Zu allererst ­Italien und immer wieder Italien und dann noch ein bisschen Frankreich und dann …??? So, jetzt kennt Ihr mich vielleicht ein wenig besser! Alles Liebe, Eure Suzette Wettengel

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Unsere beiden Lehrer für Blechbläser Vadym Paskal und Vincenz Kling haben in Eigenregie und viel Herzblut eigene Werbevideos erstellt, die wir euch hier vorstellen:

Vadym Paskal Video-Steckbrief

Vincenz Kling Video-Steckbrief

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Hier noch spontan entstandene Videos direkt aus dem Unterrichtsraum und aus dem „Homeoffice“:

Johannes (Tenorhorn) und Theresa Frick (Trompete) Monja Moosbrugger, Theresa Frick, Linda Wimmer, Nele Bischof (Trompete)

Marla Moser (Gesang und Klavier) Laurenz (Horn) und Carola Müller-Gabler (Klavier)

Niklas Trautmann (Drumset)

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Übers Musizieren

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Übers Musizieren – alleine oder in Gruppen

von Koletta Fritz (Gitarre, Kontrabass, Hackbrett, Okarina)

„Die musikalische Früherziehung beginnt 9 Monate vor der Geburt“, sage ich manchmal zu Eltern, die zu mir kommen und fragen, ob ihr Kind bei mir singen lernen könne. Mit 6 oder 7 Jahren! Es dauert oft, bis Eltern begreifen, dass sie selbst für die frühkindliche Musikerziehung verantwortlich sind. Mit den Kindern beim Zubettgehen Schlaflieder zu singen, in illustrierten Singbüchern mit Kinderliedern zu blättern sollte in jeder Familie zur Selbstverständlichkeit gehören. Die Musikschule bildet darüber hinaus ein wichtiges Standbein zur musikalischen Förderung von Kindern und Erwachsenen. Singen befreit die Seele, das tiefe Durchatmen beim Singen füllt alle Lungenbläschen und das Gehirn wird besser durchblutet - nicht umsonst sind Kinder in der Schule nach einer Singstunde viel wacher und können sich besser konzentrieren. Das aktive Musizieren und das stetige Üben von Fingerfertigkeiten hat ebenfalls positive Auswirkungen auf die Synapsen im Gehirn. Allgemeine Konzentration und Intelligenz profitieren davon! Ab einem bestimmten Level ist es wichtig, dass Kinder in Gruppen musizieren, damit sie auch aufeinander hören lernen. Gerade bei Melodieinstrumenten ist das Üben alleine oft zermürbend, wenn keine Begleitinstrumente mitspielen. Sei es Klarinette, Trompete, Geige, Flöte, Hackbrett – sobald ein Begleitinstrument wie Gitarre, Klavier oder gar Harfe oder ein Bass mitspielt, klingt alles viel freundlicher, kompakter und voller! Mit solchen gemischten Ensembles peppt man jedes Musikschulkonzert auf, die Kinder haben riesigen Spaß, wenn der Applaus losbricht, und die Motivation zum Üben im Ensemblespiel steigt an! Die schönsten Erinnerungen habe ich an die vielen Volksmusikwettbewerbe, an denen ich mit den Stubenmusikgruppen teilnehmen durfte. Ganz wichtig war immer der Volksmusikwettbewerb im Kongresshaus in Innsbruck, der alle zwei Jahre stattfindet und eigentlich ein riesiges Volksmusikfest ist, das drei Tage dauert, mit Musikantentreffen in jeder Ecke der Stadt, mit Volkstanz und Gesang, und dazwischen eben auch das Wettbewerbsvorspiel. Viele Male durften die Kinder ein „sehr gut“ oder „Ausgezeichnet“ mit heimbringen, und beim Festabend im Kongresshaus auftreten, der dann im ORF übertragen wurde. Die Kinder kamen voll motiviert nach Hause und erzählten oft noch wochenlang von diesen tollen drei Tagen! 29


Seit Februar 2017 betreue ich auch die Popgruppe der Musikschule (jetzt „Rocking Voices“) – denn auch Schlagzeugschüler und E-Bassisten brauchen ein Ensemble, damit ihre Kunst zur Geltung kommt! Die (damals) 14- bis 17jährigen MusikschülerInnen suchen sich ihre Lieblingssongs aus, ich hör sie mir auf YouTube an und hol sie uns als mp3 aufs Handy und schreib die Akkorde auf die Textblätter. Man übt dann erst mal mit der mp3-Aufnahme mit, und bald geht es dann auch alleine – innerhalb eines Jahres lernten sie auch zweistimmig singen, was nicht so einfach ist, wenn man es nicht gewöhnt ist. Die vielen Auftritte, die sie auf Musikschulkonzerten und auch außerhalb der Musikschule hatten, und der große Erfolg motivierten sie immer wieder, weiter zu üben und neue Songs zu suchen. Im Schuljahr 2018/19 und bis Anfang 2020 übten sie sogar die ganzen Ferien durch, bis März 2020 der Lockdown über alle hereinbrach. Im Moment ist deshalb die Motivation etwas am Boden, aber sobald sich die Pandemie Situation bessert, werden sie bestimmt wieder mit dem gewohnten Mut an ihre Sache gehen! Musik bereichert das Leben eines jeden Menschen! Es heißt es gibt drei Dinge, die keiner Sprache bedürfen und trotzdem auf der ganzen Welt verstanden werden: Das ist die Liebe, die Musik und Verkehrsschilder! Ein jeder möge das Beste für sich heraussuchen!

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Popband „Rocking Voices“ mit „Bad Day“

Wiener Kaffeehausmusik: Nani Fritz, Koletta Fritz, Thomas Berchtold, Felix Fritz, Maria Beier

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Erwachsenenunterricht

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Erwachsenenunterricht

von Rebecca Reuter-Panunzio

Ist es möglich auch im Erwachsenenalter noch ein Instrument neu zu erlernen oder mit Gesangsunterricht anzufangen? „Ja“ sagen die Experten, „es ist möglich und sogar sehr empfehlenswert.“ Denn ­abgesehen von der Freude, dem Musikgenuss und der persönlichen Weiterentwicklung, die man dabei erfährt, wirkt das Erlernen eines neuen Instrumentes wie ein „Anti-Aging“ auf das Gehirn. Es trainiert Gehirn und Motorik, und fördert die Gedächtnisfähigkeit auch bis ins hohe Alter. Wir haben uns einmal umgehört, was denn zwei unserer Erwachsenen Schülerinnen der Musikschule selbst zu diesem ­Thema meinen:

Welches Instrument lernst Du und seit wann? Michaela Heim (43):

Ich habe im vergangenen Februar begonnen, Bariton zu spielen. Sarah Kepp (30):

Ich nehme seit 2 Jahren an der Musikschule Gesangsunterricht, hab aber schon davor viel gesungen.

Warum hast du dich dazu entschieden mit einem neuen Instrument anzufangen? Michaela:

Ich denke, jeder hat manchmal so den Gedanken – wenn ich mal die Gelegenheit hätte, dann würde ich gerne mal … . Im vergangenen Winter konnte ich, wie so viele andere, nicht vermieten und wollte diese Zeit sinnvoll nutzen. Und so bin ich in der Musikschule gelandet. Sarah:

Ich muss in meinem Job und auch daheim immer für alle anderen da sein und da kam der Wunsch auf, etwas zu machen, was nur ich ganz alleine für mich selber mache. Und was ich am liebsten mache - das ist ganz eindeutig singen. Deshalb hab ich mich dazu entschlossen, Gesangsunterricht zu nehmen. Und weil mir das dann so gut gefallen hat, hab ich kurzerhand beschlossen, mich auch für den Chorleiterkurs am Landeskonservatorium Feldkirch zu bewerben - ganz einfach, weil ich Menschen mit Musik zusammenbringen möchte. : ) 33


Michi Heim und ihr neues Bariton

Ist es schwieriger als Erwachsener mit einem neuen Instrument anzufangen oder ist es manchmal vielleicht sogar leichter? Michaela:

Schwieriger ist es vielleicht deshalb, weil man als Erwachsener oft zu hohe Ansprüche an sich selber hat. Ein Kind spielt drauflos und hat einfach Spaß an der Sache. Und wenn es Fortschritte macht und gelobt wird, freut es sich. Andererseits ist es leichter, weil man als Erwachsener selbst weiß, warum es wichtig ist, täglich zu üben, seine Grenzen kennt und sich mindestens so sehr wie ein Kind darüber freut, wenn man etwas Neues gelernt hat und nach einer Weile richtig gut kann. Sarah:

Nein, ich denke es ist nicht schwieriger, als Erwachsener ein neues Instrument anzufangen. Vielleicht macht es sogar noch mehr Spaß, weil man das, was man macht, auch wirklich machen will. Einziger Nachteil: Man muss die Stunde selber zahlen. Mama/Papa machen da nicht mehr mit. : ) Ich kann mir aber vorstellen, dass sich manche einfach nur selber im Weg stehen und sich nicht trauen, das Instrument, das man schon immer mal lernen wollte, einfach endlich zu lernen. Mein Tipp: springt über euren Schatten und meldet euch zur Musikstunde an – es macht wirklich Spaß! : )

Welche Herausforderungen oder Hürden siehst du beim Erlernen eines neuen Instrumentes bzw. Musikunterricht im Erwachsenenalter? Michaela:

Erwachsene machen sich vielleicht zu viele Gedanken darüber, was die anderen sagen. „Ich hätte schon irgendwie Lust, mal ein Instrument auszuprobieren, aber wenn ich es dann nicht so gut kann lacht man mich vielleicht aus“. Das sehe ich als Hauptproblem. Möglicherweise traut man sich auch nicht immer, sich Zeit für so etwas zu nehmen, weil die Tagesabläufe von vielen Leuten bereits sehr eng strukturiert sind. Und man muss schon jeden Tag eine gewisse Zeit in die Sache investieren, um er­freuende Ergebnisse sehen zu können.

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Was magst du an deinem Instrument? Michaela:

Mein Instrument, das Bariton, hat einen ganz tiefen Klang, der mir besonders gut gefällt. Ich mag daran auch, dass ich in einer Kapelle nie ganz vorne sitzen muss, wo ich mich nicht so wohl fühle – mittendrin gefällt es mir am besten. Sarah:

Mein Instrument ist super - das hab ich immer und überall dabei (manchmal zum Leidwesen meiner AutoMitfahrer).

Warum machst du gerne Musik? Michaela:

Musizieren macht Spaß. Es beruhigt und entspannt mich. Wenn ich geknickt bin habe ich das Bedürfnis, zu spielen, weil es mir danach besser geht. Ganz wichtig ist auch die Geselligkeit, die in Zeiten von Corona zwar als etwas Beängstigendes gesehen wird, jedoch für jeden von uns von großer Bedeutung ist. Wenn man in einer Gruppe spielt, hat man gemeinsam Freude, muss sich jedoch auch auf andere verlassen können und auf andere Rücksicht nehmen und zuhören. Das tut jedem gut und schweißt die verschiedensten Menschen zusammen. Sarah:

Musik befreit, macht gute Laune und tröstet mich bei schlechter Laune. Was wäre die Welt nur ohne ­Musik?! Für mich extrem langweilig! : )

Würdest du anderen empfehlen, im Erwachsenenalter noch mit einem neuen Instrument anzufangen? Michaela:

Unbedingt! Wenn man mit einem Instrument liebäugelt, sollte man sich nicht scheuen, in der Musik­ schule nachzufragen. Es ist gar nicht bekannt genug, dass wir hier im Tal eine großartige Auswahl an Unterrichtsmöglichkeiten haben. Und man ist wirklich nie zu alt, um etwas Neues zu lernen.

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Musikkundeunterricht

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Musikkundeunterricht an der Musikschule

von Ruxandra Pelzer

Ein fundiertes Wissen um Theorie in der Musik ist genauso wichtig wie das Spielen auf dem Instrument. Leider bleibt im Unterricht oft nicht genügend Zeit, sich ausgiebig mit theoretischen Inhalten zu beschäftigen. Daher bieten wir an unserer Musikschule parallel zum Instrumentalunterricht auch Musikkundeunterricht für alle unsere Musikschülerinnen und Musikschüler im Tal an. Er ist außerdem kostenlos und freiwillig. Ab dem nächsten Schuljahr werden wieder regelmäßige Theoriestunden in allen Leistungsstufen zu einem festen Zeitpunkt angeboten. Folgende Leistungsstufen sind in unsere Unterrichtskonzepte integriert: Junior (Elementarstufe), Bronze (Unterstufe), Silber (Mittelstufe) und Gold (Oberstufe). Am Ende eines jeden Schuljahres können Prüfungen (Theorie und Praxis) in allen Leistungsstufen abgelegt werden. Diese Prüfungen werden von unserer Musikschule organisiert und durchgeführt. Beim Bestehen der Prüfung erhält die Schülerin/der Schüler ein entsprechendes Abzeichen und/oder eine Urkunde. Das Musikschulwerk Vorarlberg (MWV) und der Vorarlberger Blasmusikverband (VBV) arbeiten hier eng mit den Musikschulen zusammen, um den musikalischen Ausbildungsstand der Musikschülerinnen und Musikschüler zu erhöhen und um motivierten Schülerinnen und Schüler durch den Erhalt der Abzeichen die Möglichkeit zu geben, aktiv bei den jeweiligen Blasmusikkapellen mitzuwirken. Wir würden uns sehr freuen, wenn möglichst viele aktive Musikschülerinnen und Musikschüler, aber auch viele Neueinsteiger und Interessierte, dieses Angebot annehmen würden.

Ruxandra Pelzer mit Lene Steinle

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Ehemalige Schüler

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Was machen eigentlich unsere ehemaligen Schüler? In den letzten Jahren konnten wir mit Sicherheit über 1000 Schülerinnen und Schüler in die „freie musikalische Wildbahn“ entlassen. Viele spielen noch heute mit viel Hingabe und Erfolg ihr Instrument und haben vielleicht im Laufe der Zeit noch neue dazu gelernt, oder nach einer längeren Pause ihr Instrument und das Musizieren wiederentdeckt. Egal ob allein zu Hause, in einer kleinen Gruppe oder in einem großen Orchester, das Musizieren macht überall Spaß und bietet die vielfältigsten Möglichkeiten. Ich habe stellvertretend für alle unsere ehemaligen Musikschülerinnen und Musikschüler 3 Interviews geführt. Viel Freude beim Lesen … Dir. Michael Herrles

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Fragen an

Mathias Haller aus Mittelberg (Tuba)

War Tuba dein erstes Instrument? Ich habe mit Blockflöte bei Elke angefangen und habe dann auf Tenorhorn gewechselt. Zur Tuba bin ich erst gekommen als unser damaliger Musiklehrer Andreas Winter die Besetzung für die Gründung der WAJUBA organisierte.

1997 1. Landespreisträger in Vorarlberg und 3. Bundespreisträger österreichweit beim Musikwettbewerb „Prima La Musica“

An welche Situationen/Vorspiele/Veranstaltungen kannst du dich an der Musikschule noch erinnern? Da gibt es einiges. Hauptsächlich sind es Sachen mit der WAJUBA wie z.B. die Euregio Ausflüge nach Nor­wegen und die Schweiz. Von der Musikschule erinnere ich mich noch gerne an die Prima La Musica­­Wettbewerbe und unser Weihnachtsensemble, das wir immer noch in Eigenregie weiterführen.

Was war für dich in der Musikschule wichtig, hast du gerne gemacht, nicht gerne gemacht. Ich bin sehr gerne zum Unterricht gegangen und fand auch die Gemeinschaft und mit Freunden zu musizieren (WAJUBA) sehr schön.

mir ein bisschen was gezeigt und den Rest habe ich mir selbst beigebracht.

Wie lange spielst du schon in der Band? Ich spiele jetzt seit knapp 14 Jahren in der Band.

Was macht ihr für Musik? Wir spielen eine Mischung aus Ska, Punk und Reggae, wobei wir uns auch von einigen anderen Genres mal beim Songs schreiben beeinflussen lassen.

Singst du auch in der Band? Welches Instrument spielst du in der Band? In der Band spiele ich Posaune.

Hast du dir das selber beigebracht? Ja, Mario und Daniel haben mich damals gefragt, ob ich nicht Lust hätte ihren Posaunisten zu ersetzen, da der ins Ausland ging. Auf den ersten Proben und beim ersten Konzert war der alte Posaunist noch ­dabei und der hat 40

Ja, ich singe meistens die 2. Stimme auf unseren LeadSänger, wobei ich manche Teile auch Solo singe.

Spielst du noch regelmäßig in der Trachtenkapelle in Mittelberg mit? Ja, ich spiele auch noch regelmäßig mit und helfe, wenn es sich ausgeht auch manchmal in Hirschegg oder Riezlern aus.


Was bereitet dir in den Trachtenkapellen besonders viel Freude?

Welchen Ratschlag gibst du heutigen Musikschülern mit auf den Weg?

Was mir besonders gut gefällt ist natürlich zum einen der Spaß daran mit anderen zu musizieren aber natürlich auch die Zeit in der man keine Musik macht und einfach so zusammen eine lustige Zeit verbringt. Zum anderen gefällt mir die Abwechslung, wenn ich in den anderen Kapellen aushelfe. Die letzten Jahre habe ich in Mittelberg Bariton gespielt und in Riezlern meistens mit Posaune ausgeholfen, in Hirschegg mit der Tuba. So bleibt man immer gefordert.

Meiner Meinung nach am wichtigsten ist ganz klar, dass man Spaß am Musizieren hat. Auch gerne mal was Neues ausprobieren und ab und zu mal aus seiner Komfortzone rauskommen. Im Nachhinein muss ich sagen, hätte ich mich damals ein bisschen mehr auf die Theorie konzentriert, wäre mir vieles danach auch leichter gefallen.

Übst du ab und zu noch zu Hause? Ich übe zwar nicht soviel wie ich sollte, aber wenn wieder neue Stücke oder Konzerte anstehen übe ich gern daheim, egal welches Instrument.

Was hörst du privat so für Musik? Privat höre ich bunt gemischt (Rock, Metal, Ska, Reggae, Punk, Country, Bluegrass, Irish-Folk, …), eigentlich fast alles außer Hip-Hop, Techno und Schlager.

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Fragen an

Rosemarie Jenn

geb. Beranek, aus Oberstdorf (Hackbrett)

Kannst du dich noch an den Blockflötenunterricht bei Elke erinnern? Ja natürlich! Ich bin immer sehr gern zu Elke gegangen, ich sehe auch noch genau den Frühstücksraum ihrer Mutter vor mir, in dem sie damals unterrichtet hat. Sie hatte unendlich viel Geduld und war immer gut gelaunt (auch wenn ich manchmal zu wenig geübt habe …). Am meisten erinnere ich mich noch an die Vorspiele, an Fasching auch kostümiert, und wenn dann als Höhepunkt alle Flötenschüler gemeinsam ein Stück gespielt haben. Elke ist dann immer hinter oder vor uns hin und her gehüpft, hat abwechselnd bei den verschiedenen Stimmen mitgespielt oder mitgezählt. Sie hat uns Kinder mit ihrer Begeisterung und Freude angesteckt. Meine Blockflöte habe ich auch immer noch und spiele jetzt zusammen mit meiner Tochter Antonia, die auch Flöte lernt. Nach zwei oder drei Jahren Flöte habe ich dann bei Elke mit dem Hackbrett-Unterricht angefangen. Meine Mutter hatte noch das alte Hackbrett von ihrem Bruder, auf dem habe ich angefangen. Irgendwann hat Elke mir dann empfohlen, zu Koletta zu wechseln, um noch mehr auf dem Hackbrett dazuzulernen. Und so bin ich dann also bei Koletta gelandet – und sie hat mir viel beigebracht.

An welche Situationen/Veranstaltungen kannst du dich an der Musikschule noch erinnern? Ich habe wirklich viele schöne Erinnerungen an die Zeit in der Musikschule … Toll waren natürlich immer die Konzerte im Walserhaus, wenn man auch viele andere Schüler und unterschiedliche Instrumente gehört hat. Die Aufregung und das „Gewumsel“ hinter der Bühne war 42

meist groß. Ich habe in unterschiedlichen Besetzungen gespielt oder auch mal Solo mit Koletta als Begleitung.

Was war für dich in der Musikschule wichtig? Ich habe auf dem Hackbrett gerne experimentiert und auch mal „untypische“ Stücke gespielt. Von Mozart, ­Händel, Bach bis zu Spanischer Hackbrettmusik und südamerikanischen Rhythmen war alles dabei. Koletta hat da immer tolle Arrangements gezaubert und natürlich gekonnt mit ihrer Gitarre begleitet. Da hatten wir beide immer viel Spaß. Es war dann auch schön, wenn Zuhörer hinterher gesagt haben, dass sie sowas noch nie auf einem Hackbrett gehört haben.

Spielst du heute noch ab und zu? Leider wirklich nur noch ab und zu … die letzten Jahre hat mir einfach auch die Zeit dazu gefehlt (und die Motivation mein Instrument zu stimmen :-)) Ich habe mir aber fest vorgenommen, wieder mehr zu üben. Spielst du noch andere Instrumente? Während meiner Zeit mit der Walser Stubenmusik habe ich zwischendurch auch noch Okarina gespielt.

Wie lange hast du in der Walser Stubenmusik mitgespielt? Ganz genau kann ich es gar nicht sagen … angefangen habe ich mit ca. 13 oder 14. Insgesamt waren es bestimmt 15 Jahre, die ich in der Stubenmusik mit wechselnden Besetzungen gespielt habe.

Was waren deine schönsten Konzerte? Oh, da fallen mir viele ein ... der Volksmusikwettbewerb in Innsbruck, bei verschiedenen Brauchtumsveranstaltungen regional oder auch mal weiter weg, weihnachtliche Konzerte in Kirchen oder Hotels und lange Zeit


Musizieren mit Freunden

Walser Stubenmusik

haben wir auch immer auf dem Weihnachtsmarkt in Hindelang gespielt, was bei kalten Temperaturen mit Saiteninstrumenten natürlich immer eine Herausforderung war. Aber es sind alles schöne Erinnerungen mit vielen lustigen Situationen.

In meiner Jugend bin ich logischerweise auch mal nicht so gut mit meiner Mama ausgekommen, aber musiziert habe ich eigentlich immer gerne mit ihr.

Etwas ganz Besonderes war auch, als wir die Filmmusik zum Stummfilm „Wenn die Abendglocken läuten“ mitgestalten durften. Da war die Filmpremiere auf dem Walmendingerhorn – ein unvergessliches Erlebnis! Spannend waren auch immer Fernsehaufnahmen oder Aufnahmen für CD´s im Tonstudio.

Letztes Jahr bin ich mit einer Frau ins Gespräch gekommen, sie hat von einem Stück geschwärmt, das sie mal bei einem Konzert von der Walser Stubenmusik gehört hat. Sie wusste noch genau die Melodie und dabei war das schon Jahre her! Wenn man bei einem Menschen mit Musik solche Emotionen auslösen kann, das ist doch toll!

Was hörst du privat so für Musik? Ganz bunt gemischt … von Bon Jovi bis Alpensound ist alles dabei.

Singst du auch? Ich singe gerne, aber nur für mich oder mit Antonia, v.a. beim Autofahren.

Welchen Ratschlag gibst du heutigen Musikschülern mit auf den Weg?

Was macht dir beim Musizieren besonders viel Freude?

Auch wenn das Üben mal nervt - dranbleiben, denn es ist so schön, wenn man als Erwachsener ein Instrument beherrscht. Als Musiker ist man nie allein ;-)

Musik bringt Menschen zueinander. Wo Musik spielt, ist immer was los und man lernt die unterschiedlichsten Leute kennen. Auch meinen Mann habe ich durch´s Musizieren kennengelernt. Er hat dann auch so manches mal in der Stubenmusik ausgeholfen. Und es ist auch in der Familie schön, wenn man abends gemeinsam musizieren kann, das verbindet.

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Fragen an

Samuel Eder aus Riezlern (Klarinette)

Hast du bei Elke schon Blockflöte bzw. EMP Unterricht gehabt, oder hast du direkt mit Klarinette angefangen? Ich habe begonnen mit EMP, bzw. Musikalische Früherziehung (das hieß ja damals anders), hab soweit ich mich erinnere doch wieder aufgehört und im darauffolgenden Jahr mit der Blockflöte angefangen.

An welche Situationen/Vorspiele/Veranstaltungen kannst du dich an der Musikschule bei noch erinnern? Mein Erstes Blockflötenkonzert, welches in Tränen aufgelöst hinter der Bühne verbracht habe, weil ich so nervös war und so keinen einzigen Ton gespielt habe. Mittlerweile klappt das etwas besser ;-)

Was war für dich in der Musikschule wichtig, hast du gerne gemacht, bzw. nicht gerne gemacht? Der Einzelunterricht natürlich war immer ein Highlight in meiner Woche, mit Renato hat das Spielen und Lernen einfach Spaß gemacht.

Wann ist bei dir die Entscheidung gefallen Musik zu deinem Beruf zu machen? Musik hatte schon immer einen besonderen Reiz auf mich. Wirklich gefestigt hat sich der Wunsch eigentlich erst nach der Silber Prüfung und als während der Vorbereitung auf meine Musik-Abitur Prüfungen!

Konnte die Musikschule dich gut darauf vorbereiten? Die Musikschule hat mit Sicherheit den Grundstein gelegt, ja.

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Wie „streng“ war dein Studium? Das Studium besteht aus verschiedenen Bereichen. Es gehören einerseits Praxis orientierte Fächer dazu (Einzelunterricht, Kammermusik, Orchester,…) aber auch viele theoretische und pädagogische Fächer. Streng wurde es besonders immer dann, wenn größere Prüfungen (Zwischenprüfungen) oder mehrere Theorieprüfungen gleichzeitig anstanden, da man dann wirklich versuchen muss, jede freie Minute, welche man nicht mit Lernen und Schreiben verbringt ins Üben zu Investieren. Dann werden die Tage schon mal länger und man muss genaue Prioritäten setzen, welche Tätigkeiten gerade wichtiger sind als andere.

Unterrichtest du heute selber bereits an einer Musikschule? Im Moment nicht. Ich habe während meinem Bachelorstudium privat im Musikverein Weißensberg und in Tettnang unterrichtet. Später habe ich bei der Musikschule Walgau bei Christian Mathis unterrichtet, bevor ich beschlossen habe mich auf meinen künstlerischen Master bei Prof. Reinhard Wieser in Wien zu fokussieren.


Welche Musik, oder in welchen Gruppen/Orchestern spielst du mit? Während des Studiums kommt man mit vielen verschiedenen Musikrichtungen in Kontakt und ich hatte die Chance bei vielen spannenden Projekten mitzuwirken. Eine Festanstellung in einem Orchester habe ich derzeit leider keine, allerdings wirke ich im Sommer 2021 wieder bei den Bregenzer Festspielen mit und im Herbst 2021 mit der Es-Klarinette als Aushilfe beim Symphonieorchester Vorarlberg unter der Leitung von Kirill Petrenko. Daneben mache ich sehr viel Kammermusik. Ich habe während des Lockdowns in Wien das Ensemble Wechselspiel gegründet, welches in verschiedenen Formationen und einer Mischung aus virtuosem und gehörfälligem Repertoire auftritt. Einige der Mitglieder sind auch aus Vorarlberg. Wir wären also „buchbar“!

Machst du noch Blasmusik? Ich spiele nur noch vereinzelt als Aushilfe in Vereinen mit. Allerdings habe ich mit der Gruppe die Obikrainer eine Alternative gefunden, die mir viel Spaß macht!

Spielst du noch andere Instrumente? Neben der Klarinette, der Bass-Klarinette und der EsKlarinette kann ich noch ein wenig Saxophon und ein wenig Klavier. Allerdings überlasse ich Auftritte mit diesen Instrumenten gerne den Spezialisten ;-)

Was hörst du privat so für Musik? Meistens die, mit der ich mich gerade beim Spielen auseinandersetze. Das kann von Mahlers Sinfonien, über zeitgenössische Musik bis hin zu Jazz und Pop alles sein.

Welchen Ratschlag gibst du heutigen Musikschülern mit auf den Weg? Je besser man wird, desto bessere Musiker findet man zum Zusammenspielen und umso mehr Spaß macht es schlussendlich! Viel Üben allein führt dabei nicht zum Ziel. Viel wichtiger ist es bereits früh zu erlernen, wie man „richtig“, also effizient übt, damit man die vorhan­ dene Zeit möglichst viel erreicht – so wie bei allen anderen Tätigkeiten auch! Voraussichtlich Ende Jahres wird eine Instrumentalschule mit Mobilgame (Smartphone und Tablet) für den Musikschulunterricht herauskommen, bei welcher ich maßgeblich an der Entwicklung beteiligt bin. Das Heft kann dabei ganz normal im Unterricht verwendet ­werden, während ihr in der App spielerisch beigebracht bekommt wie man wirklich effizient und nachhaltig übt, ohne dass der Spaß dabei zu kurz kommt! Wenn ihr schon neugierig seid, schaut vorbei auf unserem Blog www.insame.app und meldet euch zum Newsletter an, damit ihr den Release nicht verpasst!

Was waren/sind deine schönsten Konzerte? Das kann ich nicht genau sagen. Jedes Konzert ist einzigartig und jedes Konzert, egal in welcher Besetzung hat wunderbare Momente.

Was macht dir beim Musizieren besonders viel Freude? Die Gratwanderung zwischen der eigenen Gestaltung, dem Notentext und der Interaktion mit meinem Mit­ musikern.

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Singklassen

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Singklassen – Kooperation mit der Volksschule Riezlern von Kreszentia Willam

WER Der Kooperationsunterricht findet auf freiwilliger Basis zwischen der Volksschule Riezlern und der Musikschule statt. Dabei ist die Klassenlehrerin Silvia Abler immer anwesend, da ich als Kooperationslehrerin nicht alleine unterrichten darf. Wir ergänzen uns aber ganz toll und es ist ein wunderbares Erlebnis, so manches Kind, das sich nicht so recht traut, oder auch „zu cool“ für langweilige Musik ist, aus der Reserve zu locken. Die Kooperationslehrerinnen sind am Freitag Rebecca Reuter-Panunzio (Gesang) und am Mittwoch Kreszentia Willam (EMP, Harfe) WAS MACHEN WIR Wöchentlich treffen wir uns mit der Klassenpädagogin und sammeln GEMEINSAM Ideen für die nächste Stunde. Es werden neue Lieder passend zu Jahreszeit, Festen, etc. herausgesucht und erarbeitet. Auf verschiede Art und Weise werden diese dann im Unterricht erlernt. Zu Beginn der Stunde begrüßen wir uns z.B. mit einem kurzen Spruch/Text und nehmen unseren Körper als Musikinstrument – das beherrscht jeder (klatschen, stampfen, schnipsen, … = Bodypercussion) und begleiten diesen rhythmisch. Selbst da ist es möglich einen Kanon oder ein Rondo mit Freude zu erarbeiten. Uns ist es auch wichtig, das eine oder andere Dialektlied zu singen, da unsere Walser Kultur immer gefördert (und unterstützt) werden soll. Gerne begleiten sich die Kinder mit dem ORFF – Instrumentarium (Klanghölzer, Xylophon, Triangel, Trommeln, …) oder ich begleite mit der Gitarre, Rebecca mit dem Klavier. Ein ganz wichtiges Detail ist es die Arbeit der Klassenpädagogin Silvia zu erwähnen, da sie ein umfangreiches Repertoire mit den Kindern erarbeitet hat und dieses durch „Wunschkonzerte“, die spontan im Unterricht stattfinden, regelmäßig wiederholt. Dadurch bleibt das Repertoire durch alle vier Volksschuljahre präsent und die Kinder können gemeinsam Lieder singen, ohne lange zu proben! Da der Lehrplan ein wichtiger Bestandteil des Unterrichtes ist, wird auch theoretisches mit den Kindern gelernt. Hier macht es der Klassenlehrerin viel Spaß, den Kindern z.B. das Musikmärchen „Peter und der Wolf“, oder das Märchenballett „Der Nussknacker“, oder ähnliches näher zu bringen. Für mich persönlich ist es nicht wichtig, dass die Kinder in der Volksschule Noten lesen können. Einen Rhythmus beizubehalten zum gemeinsamen Musizieren ist jedoch grundlegend. Daher beginne ich gerne mit der Rhythmussprache, die international bekannt ist. Hier werden „Viertel“ und „Achtel“ mit 47


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Silben benannt, da Bruchzahlen schon sehr abstrakt in Verbindung mit Musik sind. Abstrakt sind auch geschriebene Noten, daher verwende ich die „relative Solmisation.“ Vereinfacht gesagt – die Tonhöhe ist nicht festgelegt (das wäre dann absolut). Die einzelnen Töne werden durch Handzeichen angezeigt. Und die Kinder singen unbewusst die Intervalle (Abstand zwischen Tönen) einfach mit, ohne überlegen zu müssen, ob das „E“ oder das „G“ richtig war. Der Druck, die Noten lesen zu müssen bzw. können, verschwindet. Auch veraltete Vorurteile wie „Mama konnte auch nicht singen“, oder „Papa ist total ­unmusikalisch“ sind nicht mehr haltbar, da ein anderer Zugang zur Musik geschaffen wird. Das Notenbild lernen die Kinder trotzdem kennen bzw. zu schreiben! Die Rhythmussprache in Verbindung mit der relativen Solmisation ist für Kinder, die schon ein Instrument spielen und die Noten lesen können, eine ganz neue Herausforderung! Silvia muntert auch gerne die Kinder auf, die schon ein Instrument spielen, in der Klasse etwas vorzutragen. Dieses Angebot wird gerne angenommen! ZIEL Mein Anliegen ist es, den Kindern zu zeigen, dass Musik überall stattfindet – ein Rhythmus erinnert an eine Melodie, diese Melodie bringt einen vielleicht zum Lächeln, da es mit einem Erlebnis in Verbindung steht.... Musik ist nicht stures Notenlesen, sondern darf einfach Freude machen. Natürlich ist die Notenlehre und das Üben ein wichtiger Baustein für das Erlernen eines Instrumentes, darf aber meiner Meinung nach nicht das einzige Mittel zum Musikerlebnis sein! Corona: Gerade das „Gemeinsame“ wird in der Corona – und Lockdownzeit sehr vernachlässigt. Die Kinder müssen in den Leistungsfächern so viel geben und es wird ihnen Freundschaften und die Leichtigkeit ihrer Kindheit genommen. Gerade die Musik (und auch der Sport/Bewegung) kann helfen diese Seelen zu „reparieren“. Traurigerweise durfte der Kooperationsunterricht lange Zeit gar nicht, später nur außerhalb der Schule stattfinden. Somit hoffen wir alle auf eine stabile Verbesserung der Situation, damit wir wieder („coronakonform“) musizieren dürfen! Am Ende möchte ich Silvia und auch Sabine ein herzliches „Danke“ aussprechen, dass Rebecca und ich mit so offenen Armen begrüßt wurden und wir alle gemeinsam voneinander lernen dürfen!

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Jugendarbeit

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Jugendarbeit in den Musikvereinen

Annette Sigl mit Tochter Vroni

Conni Gurschler

Klaus Gehrer

Cajon Workshop

TRACHTENKAPELLE HARMONIE MITTELBERG – MUSIKVEREIN D’ HIRSCHEGGER – TRACHTENKAPELLE RIEZLERN Als JugendreferentInnen ist es uns ein Anliegen, beim Übertritt von WAJUBA in die „große Musik“ so gut wie möglich zu unterstützen. Wir laden unseren Nachwuchs in den Sommerferien ein, bei uns zu Schnuppern – so lernen die Jugendlichen schon die ersten MusikkameradInnen kennen. Auch beim WAJUBA-Camp sind wir mit von der Partie und kümmern uns um Verpflegung und Co. Es gibt immer wieder tolle Aktionen, wie z.B. ein Nachmittag zum Cajon bauen im Kinderferienprogramm oder das Kinderkonzert inklusive Instrumententest! Ganz wichtig ist uns, dass sich unser Nachwuchs dann in unseren Vereinen wohl fühlt! Pizza essen und Kegeln in der Tenne, Olympiade in Baad - die ganz jungen und die ganz alten MusikantInnen erleben gemeinsam etwas! Das hilft, wenn man dann mal in der Fremde miteinander unterwegs ist, z.B. in Wien. Die Jungen brauchen die „erfahrenen“ Mitglieder und die freuen sich, wenn die jungen MusikantInnen neue Ideen mitbringen - oder das Handy reparieren ; -) Die vielen Möglichkeiten, die Jugendliche haben, wie sie ihre Freizeit gestalten, sind heutzutage beinahe unbegrenzt, denn es gibt bei uns im Kleinwalsertal unzählige Vereine aller Art. Darum freut es uns umso mehr, wenn sich junge Menschen entschließen, ein Instrument zu lernen und uns in unserer musikalischen, sowie kameradschaftlichen Tätigkeit verstärken wollen. Die kameradschaftliche Tätigkeit möchten wir deshalb so betonen, da das Wichtigste in einem Verein die Gemeinschaft ist. Schon bald bemerkt man, dass man in den Verein nicht nur als MusikantIn, sondern auch als KameradIn schnell aufgenommen wird und hier selbst viele Freunde findet, denn es gibt etwas was uns alle verbindet – die Liebe zur Musik. Wir alle sind ein Team – gemeinsam proben, musizieren und auch die Aufregung vor verschiedensten Konzerten miteinander teilen, wir bilden eine Einheit. In unserem Team geht es nicht darum, wie gut oder schlecht jemand spielt, sondern wie wir als Einheit auftreten, auf die Menschen wirken und sie mit unserer Musik begeistern. Wir freuen uns auf Euch! Eure JugendreferentInnen Annette, Conni und Klaus

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Jugendblasorchester

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Unsere Jugendblasorchester Mini-WAJUBA und WAJUBA von Katrin Berchtold

Ein besonderes Anliegen der Musikschule Kleinwalsertal ist das gemeinsame Musizieren. Denn alleine das Instrument zu spielen macht zwar Spaß, ist aber kein Vergleich dazu, in der Gruppe Musik zu machen! Auch die WAJUBA feiert in diesem Jahr ein Jubiläum und wird stolze 25 Jahre alt! 1996 gründete der damalige Musikschuldirektor Andreas Winter die Jugendkapelle als gemeinsame Nachwuchsschmiede für die Talkapellen. Im Anschluss leitete Musikschuldirektor Michael Herrles 15 Jahre lang die Mini-WAJUBA und die WAJUBA. Seit ein paar Jahren darf ich die beiden Orchester mit viel Freude leiten. Der Name WAJUBA – die Abkürzung für Walser Jugend Band - stammt übrigens aus den Reihen der Gründungsmitglieder selbst. Einige Jahre später wurde die „Vorband“ der WAJUBA ins Leben gerufen – die Mini-WAJUBA. Mitspielen kann schon, wer ca. 1-2 Jahre Erfahrungen auf seinem Blasinstrument oder am Schlagwerk hat. Nach ca. 2 Jahren in der Mini-WAJUBA geht es dann zur „großen“ WAJUBA. Die WAJUBA hat schon viel erlebt: Reisen in die Schweiz, nach Norwegen, Italien, eigene Auftritte und Konzerte, Teilnahme an internationalen Festivals, ein Fernsehauftritt, Treffen und Austausch mit anderen Jugendkapellen – die Liste ist lang! Neben dem Musizieren wird die Kameradschaft groß geschrieben. Ob beim Eislaufen, Kegeln, Pizza Essen, Übernachten im Proberaum oder beim WAJUBACamp – gemeinsame Erlebnisse und gemeinsames Musizieren schweißen zusammen, machen unglaublich viel Spaß und es entstehen Freundschaften fürs Leben! Doch fragen wir doch die Musikerinnen und Musiker selbst!

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Dirigieren und Ensembleleitung

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Ein neues Unterrichtsfach an der Musikschule: Dirigieren und Ensembleleitung von Katrin Berchtold

In den letzten Jahrzehnten hat sich die musikalische Ausbildung an den Musikschulen rasant weiter entwickelt. Dadurch hat sich die Qualität der Ensembles, Musikvereine und Orchester ebenfalls gesteigert. Eine tolle Möglichkeit für DirigentInnen und EnsembleleiterInnen! Denn sobald eine gewisse Anzahl an Musikerinnen und Musiker zusammenspielt, braucht es jemanden, der „vorne steht“, bei dem die Fäden zusammenlaufen und der die Musik zusammenführt. Mit anderen Worten – eine musi­ kalische Leitung. Und die wird vielerorts fieberhaft gesucht! Das Handwerkszeug dafür kann man seit ca. zwei Jahren in der Musikschule Kleinwalsertal lernen. „Dirigieren und Ensembleleitung“ ist das jüngste Unterrichtsfach und richtet sich an alle – egal ob zum Schnuppern oder den direkten Einstieg ins Dirigieren! Es ist nie zu spät und (fast) nie zu früh, damit zu beginnen! Voraussetzung sind ca. 2–3 Jahre Musizierpraxis und schon kann es losgehen in das riesige interes­ sante Feld des Dirigierens, das so viel mehr ist, als ein bisschen in der Luft „herumzufuchteln!“ Auf geht’s – denn unsere Musikvereine können immer gute RegisterführerInnen, EnsembleleiterInnen, VizedirigentInnen und KapellmeisterInnen gebrauchen! Derzeit lernen fünf SchülerInnen in der Elementarstufe die Grundlagen. Der Einstieg ist in alle Stufen jeweils zum Semesterbeginn und nach Absprache möglich. Eine tolle Möglichkeit ist auch die Schnupperwerkstatt, in der es einen Ein- und Überblick in 3-4 Einheiten gibt. Interessierte melden sich gerne bei Katrin Berchtold.

Felix Ebert und Katrin Berchtold beim „Üben“

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Gemeinsam musizieren www.musikschule-kleinwalsertal.at

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Musikblättle 2021  

Musikblättle der Musikschule Kleinwalsertal.

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