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März/April 2013

Nr. 2/13 CHF 9.00

endezeit

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Zeitschrift für ganzheitliches Leben und für ein neues Zeitalter mit mehr Geist und Seele

• Achtsamkeit •

Aït-Ben-Haddou – UNESCO-Welterbe und Fimkulisse

Die beiden Formen der Aquatischen Körperarbeit

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Inhalt Gedankensplitter 1 Gesehen • Gelesen • Gehört

S chwerpunkt A chtsamkeit

Achtsamkeit 23-42 2 Achtsamkeit und Stress im Alltag 25/26 Gentechnisch veränderter Fisch 3 Wie kann uns Achtsamkeit im Umgang mit der Angst helfen 27/28 Fluchtpunkt Fundamentalismus 3 29/30 Entdeckungsreisen im Land der Achtsamer Umgang mit Wut 30/31 Hl. Hildegard 3/4 Gemeinsame Achtsamkeit Die 4 Einsichten der Achtsamkeit 31-34 Die Stasi und die Schweiz 4 Ist es Zeit, den Stecker zu ziehen? 34/35 lternativmedizin Technische Unterstützung für die hoffnungslos Verbundenen 35/36 Die beiden Formen der aquatischen Körperarbeit 5-7 Achtsamkeit im wissenschaftlichen Kontext 36-38 Die Gesundheit stärken mit Huna 16/17 Ayurvedamassage fördert den Achtsamkeit als grundlegende Haltung des Therapeuten? 39-42 Glückszustand 55/56 Qin – Der unsterbliche Kaiser und seine Terrakottakrieger

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Grenzwissenschaften

Spiritualität Prophetenschule Gottes Die geistigen Ebenen – eigene Wahrnehmungen

Besuche in anderen Dimensionen 47/48

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Geistheilen Geistiges Heilen – ein sanfter Weg zur Gesundheit von Körper, Geist und Seele 10 Was heilt?

53-55

Porträt Die Seele – Essenz unseres Seins 18 Meinem Seelenruf folgen 17

Reportage Landwirtschaftsschulen im Wandel 13-15 Die Geschichte der Bibel 18-21

«Neues Licht» aus Slowenien? 43-46

Aït-Ben-Haddou – UNESCO Welt- erbe und Filmkulisse 49-52

Uris Kolumne Gehen Sie Ihren eigenen Weg 22

Grenzwissenschaften Besuche in anderen Dimensionen 47/48

Bücher / CDs Verräter und Versager 4 Stressbewältigung durch Achtsamkeit 26 Der achtsame Weg durch die Angst 28 Wache Kinder 33 Achtsamkeit in der therapeutischen Beziehung 42 Kompass des Lebens 57 Atemworte – Heilworte 58 Genug 58 Lassen Sie mich durch, ich bin Mutter 58 Opium bringt Opi um 58 Unheilig 59 War Hitler krank? 59 Steinspuren 59 With One Voice 59/60

Schwerin Nr. 3/13

Wunderkinder – Wundermenschen – Savants Der schwerste Unterricht meines Lebens Zwischen den Realitäten Die Geschichte der Bibel – Einzigartig in ihrem literarischen Charakter Die Reise der Seele verstehen lernen Buch- und CD/DVD- Vorstellungen … und viele weitere Themen Ende April in Ihrem Briefkasten oder Anfang Mai in Ihrem Kiosk oder Ihrer Buchhandlung

Agenda Veranstaltungen des BPV, des PZ, der SPG und des PF Agenda

Agora Therapeutenliste

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Insertionsschluss:

20. März 2013

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❏ Ich abonniere Wendezeit ab Nr. 3/13 bis 6/13 (4 Ausgaben) für CHF 36.- / € 30. Vorname/Name:

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Gedankensplitter

Impressum

Wendezeit Nr. 2/13 (März/April 2013) – 25. Jg. (Gesamt-Nr. 142) Erscheint 6 x jährlich: Januar, März, Mai, Juli, September, November Herausgeber: Fatema Verlag GmbH Redaktion Wendezeit, Parkstr.14, CH-3800 Matten/Interlaken Tel. +41(0)33 826 56 51, Fax 826 56 53 E-Mail: verlag@fatema.com Internet: http://fatema.com http://wendezeit.info Leitung: Orith Yvette Tempelman

Regelmässige Beiträge von: Uri Gel­ler (Ko­ ­lumne), Ernst Meckelburg (Grenzwis­sen­­ schaften), Rudolf Passian (Parapsycho­lo­ gie), Prof. Dr. Werner Schie­be­ler und Her­­bert Viktor Speer, Spi­­ri­­­tualität, Jen­seits­­kontakte. In dieser Ausgabe sind ausserdem Bei­trä­ ge fol­­­gen­der Autoren erschienen: Thomas Bien, Petra Giegerich, W.J.J. Glashower, Elisha Goldstein, Jonathan Kaplan, Ste­ phan Klaus, Phillip Moffit, Susan Kaiser Greenland, Tili Renner Ja­kob, Christian Rothenbühler, Susanne Epira Schiesser, Agnes M. Schitter, Ger­hard Schobel, Bob Stahl, Carsten Wette, Omkari Esther Zing­ rich Copyright: Fatema-Verlag GmbH. Alle Rech­ te vor­be­halten. Nachdruck, auch aus­zugs­ weise, nur mit Genehmigung der Re­dak­­­ tion. Na­ment­lich ge­kenn­zeichnete Bei­trä­ ge geben nicht in jedem Fall die Meinung der Re­dak­tion wieder. Für unverlangt ein­ ge­sandtes Material wird kei­ne Gewähr über­nommen. Gerichtsstand: Inter­laken. Druck: Schlaefli & Maurer AG, 3800 Inter­ laken – Gedruckt auf Umweltschutzpapier Kiosk-Vertrieb CH: Valora AG, Basel Anzeigenverwaltung: Fatema Verlag GmbH, T. +41(0)33 826 56 59, F. +41(0)33 826 56 53. Preise und Abonnemente: Jahresabo (6 Ausg.) Schweiz: CHF 54.- inkl. Versand; D/A und Übersee: CHF 54 + Versand. Spe­ zialpreis für BPV/SPG/HFG-Mitglie­der. Elektronisches Abo: CHF 30.Ein­zelnummer: CHF 9.00 + Versand. Jah­ res­eintrag in die The­­ra­peu­tenliste: zusätz­ lich CHF 12.- (mit URL/E-Mail: CHF 24.). Das Abo wird jeweils automatisch um ein Jahr verlängert, falls es nicht mindestens sechs Wochen vor Ablauf schriftlich beim Verlag ge­kündigt wird. Bestätigung der Kün­digung nur per Mail oder wenn in­ter­ nat. Antwortschein (Schweiz: frankiertes Rück­antwort­couvert) beigelegt.

Liebe Leserin, Lieber Leser, Der Themenschwerpunkt dieser Ausgabe der Wendezeit ist fast ein Modetrend: Achtsamkeit. Dieser Begriff findet seit einigen Jahren zunehmendes Interesse in Medizin und Psychologie und gilt als ein Faktor, der für das Wohlbefinden und die Fähigkeit zur Lebensbewältigung von Menschen zentral ist. Damit gemeint ist eine bestimmte Form der Aufmerksamkeit. Jon Kabat-Zinn, emeritierter Professor an der University of Massachusetts Medical School in Worcester, hat sich während seines ganzen Berufslebens stark dafür engagiert, die Achtsamkeitspraxis in Medizin und Gesellschaft bekannt zu machen und zu etablieren. Heute unterrichtet er Achtsamkeitsmeditation, um Menschen zu helfen, besser mit Stress, Angst und Krank­ heiten umgehen zu können. In einem seiner zahlreichen Bücher schrieb er 1998: «Achtsamkeit bedeutet, auf eine bestimmte Weise aufmerksam zu sein: bewusst, im gegen­ wärtigen Augenblick und ohne zu urteilen. Diese Art der Aufmerksamkeit steigert das Gewahrsein und fördert die Klarheit sowie die Fähigkeit, die Realität des gegenwär­ tigen Augenblicks zu akzeptieren.» Achtsamkeit mache uns die Tatsache bewusst, dass unser Leben aus einer Folge von Augenblicken bestehe. Dies muss wohl Konfuzius schon vor zweieinhalb Tausend Jahren begriffen haben, als er sagte: „Der Weg ist das Ziel“. Achtsam sein bedeutet auch gewissenhaft, aufmerksam und interessiert sein. Als Synonyme gelten auch u.a. Verant­wor­ tungsbewusstsein, Pflichtgefühl, Sorgfalt, Entgegenkommen. Als Gegenteil gelten Fahrlässigkeit, Zerstreutheit, Gedan­ ken­losigkeit, Leichtfertigkeit. Ich möchte von mir gerne behaupten, ich sei achtsam; die Wahrheit jedoch ist, dass ich zwar meist gewissenhaft, aufmerksam und interessiert bin, gleichzeitig aber oft höchst zerstreut, manchmal gedankenlos und vielleicht sogar leichtfertig handle. Und da bekanntlich nichts nur ganz schwarz oder nur ganz weiss ist bedeutet meine Geisteseinstellung auch nichts anderes, als dass sie mehr oder weniger grau ist. Und da das Innere sich auch im Äusseren manifestiert, muss ich wohl eine graue Maus sein. Meine neun Katzen haben dies zum Glück noch nicht bemerkt...

Zahlstelle: CH: Postkonto 20-584170-8, FatemaVerlag GmbH, 3800 Matten D/übrige Länder: Commerzbank Bayreuth-Maximilianstr., BLZ 773 400 76, Kto 154544100, Fatema-Verlag od. IBAN CH84 0900 0000 9171 4207 3

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wei­tere Originalobjekte aus China nach Bern kommen.

Gesehen

Gelesen

Gehört

«Qin – Der unsterb­liche Kaiser und seine Terrakottakrieger» Terrakottakrieger kommen in die Schweiz Das Bernische Historische Mu­ seum zeigt vom 15. März bis 17. November 2013 unter dem Titel «Qin – Der un­sterbliche Kaiser und seine Terrakotta­ krieger» eine Aus­stellung zur faszinierenden Geschichte Chi­ nas. Nach mehr als zwei Jah­ ren Ver­handlung mit den chi­ ne­si­schen Partnern steht fest: Für diese von UBS als Pre­sen­ ting Sponsor unterstütz­te Aus­ stel­lung wer­den zehn Terra­ kot­tafiguren und rund 220

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lung werden zeigen können. Im Verbund mit den rund 220 anderen Originalobjekten aus China erzählen diese span­nen­ ­de Geschichten über die Ent­ stehung des chinesischen Kai­ serreichs», hält Jakob Mes­ser­li, der Direktor des Ber­ni­schen Historischen Museums, zum erfolgreichen Abschluss der Ver­ handlungen mit China fest.

Das Bernische Historische Mu­ seum widmet dem Ersten Kai­ ser von China vom 15. März bis 17. November 2013 unter dem Titel «Qin – Der unsterb­ liche Kaiser und seine Terra­ kot­takrieger» eine grosse Wech­ selausstellung. Es bringt damit dem schweizerischen und mit­ Komplexes teleuropäischen Pu­blikum ei­ ne entscheidende Epoche der Gesamtprojekt auf chinesischen Ge­schichte näher. Plan umfasst. Zur Optimierung des Im Zentrum der dreiteiligen Ausstellung werden die Ent­ Die Vorbereitungen für die Besu­cherflusses wird für die ste­­hung des chinesischen Kai­ Ausstellung laufen derzeit Zeit der Ausstellung ein Pa­ serreichs 221 v. Chr., die schil­ auf Hochtouren und sind auf vil­lon errichtet, der diverse lernde Figur des Ersten Kai­ Plan. Bei dieser Grossaus­ Funk­tionen aufnimmt. In die­ sers und seine monumentale stellung handelt es sich um sem temporären Bau im Mu­ Grabanlage mit der spekta­ku­ ein aus­ser­gewöhnlich kom­ se­ums­­park, welcher direkt mit lären Terrakot­ta­ar­mee sowie ple­xes Pro­jekt, sowohl auf dem heutigen Museums­ein­ das Vermächtnis dieser Epoche Sei­ten der Ausstellung als gang ver­bunden wird, wird für China ste­hen. Für diese auch der In­fra­struktur. Das der Ticket­verkauf, die In­for­ einmalige Auss­tellung, die nur Muse­um bie­tet dem Publi­ mation, die Garderobe, die in Bern zu sehen sein wird, kum ein rundes Ge­samt­er­ Au­dioguide­ausgabe, der Mu­ arbeitet das Museum mit den lebnis in dessen Zen­t­­rum der seumsshop sowie das Res­tau­ Kultur- und Archäologiebe­hör­ Ausstel­lungs­besuch steht, das rant Qin untergebracht. Der den der chinesischen Provinz aber auch Audio­guides mit Pavillon besteht so weit als Shaanxi (Hauptstadt Xi’an) zu­ Zu­satzinforma­tio­nen, einen möglich aus rezyklierbarem sammen, wo sich die Grab­­ Mu­­­se­umsshop mit grossem Material, das nach Ausstel­ China-Angebot sowie ein lungsende umweltschonend an­lage befindet. asia­­ti­sches Restaurant zu­ entsorgt oder wiederver­wer­ Terrakottafiguren sätz­­lich zum Bistro Steinhalle tet werden kann.

kommen nach Bern Nach mehr als zwei Jahren Verhandlung mit den chinesi­ schen Behörden konnte nach dem Vorvertrag nun der end­ gültige Leihvertrag mit dem Cultural Heritage Promotion Centre in Xi’an (Volksrepu­ blik China) unterzeichnet wer­ den: Dem Bernischen Histori­ schen Museum werden zehn originale Terrakottafiguren so­ wie rund 220 weitere, hoch­ ka­rätige und faszinierende Ar­tefakte zur Verfügung ge­ stellt. «Ich freue mich sehr, dass wir ganz unterschied­li­ che Figuren aus der Graban­ lage des Ersten Kaisers als Höhepunkt unserer Ausstel­

8. Weltwunder Die Terrakottaarmee von Qin Shi Huangdi (259 – 210 v. Chr.), dem Ersten Kaiser Chinas wurde 1974 zufällig entdeckt. Die Armee mit rund 8000 lebensgrossen Kriegern ist Teil einer gigantischen Grabanlage, deren Zentrum ein Abbild der Welt darstellt. Die Terrakottaarmee ist eine der spek­ta­ku­ lärsten und berühmtesten archäologischen Entdeckungen aller Zeiten. Sie ist seit 1987 auf der Liste des UNESCOWeltkulturerbes und wird häufig als 8. Weltwunder be­ zeichnet. Qin Shi Huangdi ist eine ebenso bestimmende wie umstrittene Figur in der Geschichte Chinas: Er unterwarf und einte grosse Teile des heutigen China. Er begann mit dem Bau der Chinesischen Mauer und vereinheitlichte die Währungen, Masse und Gewichte. Zu­ dem standardisierte er das Schriftsystem, das zu einer eini­ genden Klammer für das chinesische Riesenreich wurde. Mehr Informationen zur Ausstellung auf www.qin.ch u

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Gentechnisch veränderter Fisch auf unserem Teller avaaz.org. Die USA stehen kurz davor, der Welt zum ers­ ten Mal gentechnisch ver­än­ dertes Fleisch zu servieren: ei­ nen mutierten Lachs, der Wild­ lachsbestände ver­nich­ten und eine Gefahr für die mensch­li­ che Gesund­heit dar­stellen könn­ te; kön­nen wir den Plan ver­ hindern, bevor der verdäch­ti­ ge Mutan­ten­fisch auf unseren Tellern lan­det? Der mutierte Lachs, auch als «Frankenfisch» bekannt, wächst doppelt so schnell wie echter Lachs und selbst Wissen­schaft­ ler sind sich über seine lang­ fristigen Gesundheitsfolgen noch im Unklaren. Dennoch soll der Verzehr des Fisches

Fluchtpunkt Fundamentalismus? Petra Giegerich, Johannes Gu­tenberg-Universität Mainz Gegenwartsdiagnosen katho­lischer Moral In der jüngsten Debatte um die «Pille danach» ist deutlich geworden, dass es fundamen­ talistische Gruppierun­gen in der Katholischen Kirche gibt, die ihre Moralvorstellun­gen ri­ goros durchzusetzen ver­su­chen. Ist dies typisch für die Moral­ lehre der katholischen Kir­che? Oder widerspricht dies der christlichen Botschaft, die die

jetzt für unbedenklich erklärt werden – auf der Grundlage von Studien, die von demsel­ ben Unternehmen finanziert wurden, das das gentechnisch veränderte Tier erfunden hat! Glücklicherweise sind die USA jedoch gesetzlich dazu ver­ pflichtet, die öffentliche Mei­ nung zu berücksichtigen, be­ vor eine Entscheidung gefällt wird. Immer mehr Verbrau­cher, Umweltschützer und Fischer fordern die Regierung jetzt dazu auf, diesen faulen Deal zu verwerfen. Lassen Sie uns nun eine weltweite Welle der Unterstützung aufbauen, um ihnen zum Erfolg zu verhel­fen.

Schlimmer noch: Wenn er erst einmal in unseren Super­markt­ theken liegt, können wir den Mutantenfisch nur schwer von echtem Lachs unterscheiden – und ihn somit auch nur schwer vermeiden!

Nächstenliebe und Freiheit des Menschen in den Mit­tel­punkt stellt?

Stephan Goertz, Lehrstuhlinha­ ber für Moraltheologie an der Katholisch-Theologischen Fa­ kultät der Johannes Guten­bergUniversität Mainz (JGU). u

Die Avaaz schreibt: «Der Mu­ Die Biotech-Industrie hat in tantenfisch könnte in Kürze Lobbyarbeit im dreistelligen zugelassen werden – lassen Sie Millionenbereich investiert, da­ uns sicherstellen, dass Bio­techmit Regierungen ihre gentech­ Unternehmen nicht bestim­men, nisch veränderten Anbau­pro­ was auf unsere Teller gelangt. dukte zulassen. Der Mutanten­ Helfen Sie uns, eine Million fisch ist der nächste Goldesel Stimmen zu sammeln, um die­ der Biotech-Industrie – er könn­ sen Fisch zu stoppen.» te die Wege für andere trans­ gene Fleischsorten ebnen. Doch Avaaz-Mitglieder haben sich die US-amerikanische Regie­ zusammengeschlossen, um die rung wird die öffentliche Mei­ Natur und unser Lebens­mit­ Das Unternehmen, das den nung berücksichtigen, bevor tel­system vor gefährlichen Ein­ Mutantenfisch entwickelt hat, sie ihre endgültige Entschei­ flüssen zu schützen. Im Jahre 2010 haben eine Million Men­ hat die DNS des Lachses ver­ dung trifft. schen sich gegen gentech­ ändert, um einen Fisch zu kreieren, der das ganze Jahr Die Avaaz, ein weltweites Kam­ nisch veränderte Lebensmit­ über rasant wächst. Ausser pagnen-Netzwerk, das mit Bür­ tel in Europa ausgesprochen. dass seine langfristigen Ge­ gerstimmen politische Ent­schei­ Deshalb ist die Avaaz zuver­ sichtlich: «Lassen Sie uns noch sundheitsfolgen bislang unbe­ dungen beeinflusst, möchte die kannt sind könnten diese Su­ US-Regierung unerwartet mit einmal unsere Kräfte verei­ perlachse obendrein ganze Be­ einem gigantischen, welt­wei­ nen, um den Mutantenfisch zu stoppen.» stände ihrer wilden Artge­nos­ ten Widerstand verblüf­fen, um sen auslöschen, wenn einige der Tiere, oder deren Eier, in Hier der Link für die Unterschriftensammlung: http://www. u die freie Wildbahn gelangen. avaaz.org/de/stop_frankenfish_r/?bjwDgab&v=21151

In dem neuen Sammelband «Fluchtpunkt Fundamenta­lis­ mus?», der Anfang dieses Jah­ res im renommierten HerderVerlag in Freiburg erschienen ist, gehen zahlreiche namhaf­ te Theologinnen und Theolo­ gen, darunter auch der Main­ zer Bischof, Karl Kardinal Leh­ mann, den Fragen nach, ob es so etwas wie einen Trend zum Fundamentalismus gibt und was zu den Kennzeichen einer humanen, christlichen Mo­ral gehört. Mitherausgeber des Bandes ist Univ.-Prof. Dr.

Auf den Spuren einer grossen Frau:

Entdeckungsreisen im Land der Hl. Hildegard Ein bewegtes Jahr ist zu En­ de gegangen – im Zentrum die Hl. Hildegard, die in 2012 zur Kirchenlehrerin ernannt wur­ de. Ihre Wirkungsstätten rund um Rüdesheim am Rhein und

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eventuell diesen waghal­si­gen Deal abzuwenden. Zu diesem Zweck sammelt sie Un­ter­ schrif­ten online und bit­tet um die Unterstützung al­ler um­ welt­bewussten Men­schen.

das gegenüberliegende Bin­ gen werden nicht nur von Pil­ gern aus aller Welt sondern auch von vielen Tages-Tou­ris­ ten, die den Rheingau besu­ chen, von Gruppenreisenden und Schulklassen angesteu­ ert. Nie war das Interesse an der Mystikerin so gross wie heute. Daran wird sich wohl auch in 2013 nichts ändern. Doch es steht zu erwarten, dass der ganz grosse Ansturm, den das Hildegard-Jahr den beiden touristischen Destina­ tionen beschert hat, sich auf das gesamte Jahr 2013 vertei­ len wird. Somit dürfte es et­ was weniger turbulent an den Begegnungsstätten zugehen.

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Sicher eine gute­ Nachricht für all die Men­schen, die auf den Spuren der Hl. Hildegard wan­ deln möchten. Unter www. land­der­hildegard.de finden sie viele Informationen und Tipps, die ihren Aufenthalt im Land der Hildegard span­nend und ent­spannend zu­gleich ma­chen sollen.

um die grosse Kirchenfrau. In der kleinen Klosterkirche in Eibingen, wo ihre Gebeine im Hildegard Schrein ruhen, kann man in die Stille abtauchen und Hildegard ganz nahe sein. In der eindrucksvollen Abtei St. Hildegard hoch oben in den Rüdesheimer Weinbergen, spürt man den Geist der Vi­ sionärin auf Schritt und Tritt. Ihr Weg soll auch unserer Ob in der Klosterkirche mit ihren imposanten Mosaiken, sein im Klostergarten oder im Klos­ In Rüdesheim, wo viele Ein­ ­terladen, wo neben vielen hand­ richtungen – von der Apothe­ ­gefer­tig­ten Gegenständen und ke bis zur Schule hin – eng Waren auch Dinkel-Produkte mit dem Namen der Hl. Hil­ verkauft werden: die Hl. Hil­ degard verbunden sind, arbei­ de­gard ist allgegenwärtig. tet man an der Ausdiffe­ren­ zierung des Angebots rund Auch in der Gastronomie und

Die Stasi und die Schweiz Carsten Wette. Die Spiona­ge­ aktivitäten der DDR-Staatsi­ cher­­heit während des Kalten Krie­ges in der Schweiz stehen im Mittelpunkt eines neuen Bu­ches, das am 14. Februar im Stasimuseum Berlin vorge­ stellt wurde. Präsentiert wur­ de es vom Autor Dr. Erwin Bischof, Historiker und ehe­ma­ liger Lei­tender Schwei­zer Di­ plomat. Ti­­tel des Werks: «Ver­ räter und Versager. Wie StasiSpione im Kalten Krieg die Schweiz un­ter­wanderten». 1969 bis 1970 war Erwin Bi­ schof Assistent am Histori­ schen Institut in Bern. Von 1971 bis 1980 diente er als Di­ plomat in Bern, Warschau und Genf. Von 1973 bis 1975 war Bischof stellvertretender Exe­ kutivsekretär der Konfe­renz über Sicherheit und Zu­sam­ men­­arbeit in Europa (KSZE) in Genf und Helsinki. Von 1975 bis 1980 arbeitete er als Pressesprecher im Eidgenössi­ schen Departement für aus­

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der Hotellerie hat Hildegard vie­­le Extras wie zum Beispiel ihre Spuren hinterlassen. Eini­ ein kleines Hildegard-Paket ge Gastgeber haben sich von mit vielen Informationen und den heilsamen Wirkungen, die Original-Produkten aus der z. B. verschiedenen Kräutern Abtei St. Hildegard. nachgesagt werden, inspirie­ ren lassen und bieten Speisen Einen Höhepunkt im Jahres­ à la Hildegard an. Die «Land lauf markiert das Hildegardisder Hildegard-Gastgeber» müs­ Fest. Es wird regelmässig am sen festgelegte Kriterien er­ 17. September mit gros­sem fül­len und werden von den Festgottesdienst und Pro­zes­ örtlichen Tourismus-Organisa­ sion im Rüdesheimer Orts­teil tionen überprüft. Auch neue Eibingen gefeiert. Wer mit­ Betriebe setzen auf Hildegard, fei­ern möchte, sollte sich recht­ so zum Beispiel das nur weni­ zeitig um ein Zimmer küm­mern. ge Kilometer von Rüdesheim Die Auswahl ist gross. Sie reicht entferne «Hotel Im Schulhaus» von der Übernachtung im in Lorch. Unter dem Motto Kloster, über Jugendherberge, «Ihr Weg soll auch unserer Weingut und Camping­platz bis sein» lädt es dazu ein, auf Ent­ hin zum 4-Sterne-Hotel in der deckungsreise im Land der Rüdesheimer Alt­stadt. Hildegard zu gehen. Zwei Über­ nachtungen im Doppelzimmer mit Frühstück gibt’s schon ab Weitere Informationen unter: 105,- Euro. Hinzu kommen www.ruedesheim.de u

wärtige Angelegenheiten (Aus­ angeworben, in die Schweiz ­senmi­nis­terium) in Bern. An­ ein­geschleust, getarnt und ge­ schlies­send war er während führt? Wie wurden zahlreiche 30 Jahren selbständiger Kom­ Verräter selbst verraten, vor munika­tionsberater, publi­zis­ Gericht gestellt und verurteilt? tisch tätig und Berner Gross­ Auch die neutrale Schweiz war rat von 1986 bis 1991. ein wichtiges Spionage-Ziel Bischof veröffentlichte bereits der DDR und der anderen 2010 das vieldiskutierte Werk Staa­ten des Ostblocks. Deren «Honeckers Handschlag. Be­ Agenten gelang es, in Uni­ver­ zie­hungen Schweiz-DDR». Für sitäten, Armee, Privatfirmen, sein neues Buch über die ge­ Medien und kirchlichen Or­ga­ heimdienstlichen Aktivi­tä­ten nisationen einzudringen. Die des DDR-Staatssicherheits­diens­ Infiltration aus dem Osten war ­tes in der neutralen Schweiz umfassender als bisher an­ge­ sichtete er Zehntau­sen­de Sei­ nommen. Von der DDR wur­ ten in der Stasiun­ter­lagen­be­ den die neutralen Alpen­staa­ hörde, wertete im Schweizer ten Schweiz und Österreich Bundesarchiv die Akten der über zwei Jahr­zehn­te heftig Bundespolizei und der Spio­ umworben, bevor es 1972 zur nageabwehr aus und analy­ Aufnahme diplomati­scher Be­ sierte zahlreiche Gerichts­urtei­ zie­hungen kam. Das ge­schah le. Er stellt anhand von ei­nem im Kontext des deutsch-deut­ Dutzend gut dokumen­tier­ter schen Grundlagenvertra­ges Vor­gänge detailliert dar, wie die und der Aufnahme beider Stasi auf politischem, wirt­ deut­scher Staa­ten in die Ver­ schaftlichem und militäri­schem einten Nationen. Die wirtschaft­ Gebiet in der Schweiz ope­ lichen Beziehun­gen zwischen rierte. Wer waren die Spio­ne der DDR und der Schweiz und wer die Verräter? Wie ha­ stagnierten auf einem beschei­ ben die kommunistischen Ge­ denen Niveau. Die touristi­schen heimdienste ihre Mitarbei­ter Attraktionen des Alpen­landes

Dr. Erwin Bischof

blieben für DDR-Bürger uner­ reichbar, le­diglich für Hoch­ leistungssportler waren schwei­­ zerische Wettkampf­stät­ten ein regelmässiges Reise­ziel. Auch der kulturelle und geistige Aus­ tausch blieb unent­wickelt und auf eine kleine Gruppe Intel­ lektueller be­schränkt. Unter diesen befand sich, wie Erwin Bischof in sei­nem Buch nach­ weist, auch ein hochkarätiger Agent des MfS aus dem Ber­ liner Rundfunk. Erwin Bischof, Verräter und Versager. Wie Stasi-Spione im Kalten Krieg die Schweiz un­ terwanderten. Geb., 256 S., CHF 47,90, ISBN 978-3-9524099-1-6, Interforum, Bern. u

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Die beiden Formen der Aquatischen KörperarbeitTM:

Abbildung 1: Am entspannten Körper präzise Impulse setzen.

WATSU® (WasserShiatsu) und WATA® (WasserTanzen) Text: Agnes M. Schitter, Fotos: Christian Rothenbühler Die Aquatische KörperarbeitTM ist ihrem Wesen nach eine ruhige, meditative Einzeltherapie, die ein Höchstmass an Geborgenheit vermittelt. Während der/die Klient/in mit dem Erleben von Wohlbefinden befasst ist und liegend durch warmes Wasser gleitet, dehnt und stimuliert ihr/ihre Therapeut/in im Fluss von Ruhe und Bewegung die Meridiane der Traditionellen Chinesischen Medizin.

WATSU® (WasserShiatsu) wird seit den Der angestrebte umfassende Entspan­ bungen wie: «…als die Wasser­ober­flä­ 1980er-Jahren aus dem Shiatsu ent­ nungs­effekt wird u.a. durch die subtile che sich dann so schräg nach oben zu wickelt und nutzt die Gegebenheiten Über­flutung des Organismus mit gros­ neigen begann…». des Wassers intensiv: Frei von statischen sen Men­gen unterschwelliger proprio­ Fixpunkten (Boden, Therapieliege) ist es zeptiver In­formationsangebote erreicht Irgendwann hört der Organismus auf, dem Körper jederzeit möglich, sich Be­ (Bewe­gung, Lageveränderung, Tempe­ jeden einzelnen Impuls vollständig er­ wegungsangeboten hinzugeben, zu ent­ ra­turwechsel von Luft und Wasser etc.). fassen und korrekt analysieren zu wol­ ziehen oder auch eigenen Impulsen zu Im Versuch, später Erklärungen für ih­ len. Die für gewöhnlich geschlos­senen folgen. Entsprechend dauerhaft sind die re Erfahrung zu kons­truieren, ertap­pen Augen der Klientin/des Klienten tun sich manche Klient(inn)en bei Be­schrei­ das Ihre dazu: Kontrolle weicht Genuss. erzielten Therapieergebnisse.

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Alternativmedizin

Abbildung 2: Massage im warmen Wasser, an der Grenze zwischen Schwerelosigkeit und Schwerkraft.

Allein schon das Wasser selbst bewirkt siven – oder vielmehr «ak­­­tiv-rezeptiven» ­wirbelgelenken zu erfahren. bemerkenswerte physiologische Verän­ – Therapie auf die Will­­kürmuskulatur als derungen im Körper, wie etwa die Ver­ stark tonus­sen­kend zusammengefasst Besonders beim WATA® (WasserTanzen), bei dem die Klientin (die hier eine Na­ langsamung des Pulsschlages sowie die werden. senklemme trägt) im Rhythmus ihrer Vertiefung der Atmung durch den hy­ drostatischen Druck. Selbst Patient(inn)en Dieser Umstand eröffnet die Chance, At­mung über und unter Wasser bewegt mit hohem Stressniveau finden des­halb dem Körper bislang (oder vorüber­ge­hend) wird, offenbart sich der dreidimen­sio­ in dieser Umgebung mit Leich­tig­keit zur ungenutzte physiologische Bewe­gungs­ nale Raum als grenzenlos: Um nichts Ruhe. 35°C Wassertemperatur führen zu optionen anzubieten. So haben z.B. Per­ be­kümmert sinken die Reisenden «Hals einer Reduktion der Eigen­aktivität im sonen, deren Bewe­gungsfreude nach ei­­ über Kopf» in «sanfte, endlose Fall­ Sinne von Heizen/Kühlen und zu einer nem Schleudertrau­ma schmerzhaft ein­ schirmsprünge» und «Zeitlupen­karus­ generellen Entspannung von Musku­la­ geschränkt ist, im Rahmen der Aqua­ti­ selle». Hier wird durch Farbwolken tur und Gefässen. Zusam­men mit den schen KörperarbeitTM die Möglichkeit, geflogen, aus dieser Welt kehren sie Interventionen der The­rapeutin/des The­ jen­seits der Schwerkraft und mit prä­ strahlenden Blickes zurück: «Ich war ra­peuten (langsame Mas­sagen und Deh­ zisem Einsatz von Traktionen knorpel­ ein Fisch, ein Delphin, ein Vogel, ein nungen) kann die Wir­kung dieser pas­ ernährende Aktivitäten in den Zwi­schen­ Wal!»

Abbildung 4: Und an einer Stelle, ganz tief im Universum des Pools, liegt das Ende der Zeit.

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Alternativmedizin

Weil das Trommelfell Schall überträgt, der auf dem Luftwege weitergeleitet wird, und seine Aufgabe deshalb nur im Trockenen wahrnehmen kann, verlagert sich die Wahrnehmung von Geräuschen unter Wasser auf die Schallübertragung der Knochen. Feinste Vibrationen werden dazu vom Gehirn als Klang interpretiert. Wir hören unter Wasser also die Stimme der Therapeutin/des Therapeuten (sollte diese/r z.B. vor sich hinsummen) auf die­ selbe Weise, wie Ungeborene die Stim­ me ihrer Mutter in deren Leib.

Diese Assoziation wird auch häufig von Schwerkraft befreit im selben Element wie Klient(inn)en geschildert: Mythen von ihr Kind zu schweben und hier im ge­ gol­denen Zeitaltern, Paradiesen und meinsamen Erleben umfassender Wunsch­ Schla­raffenländern, wie sie in praktisch losigkeit einen ganz besonderen Kontakt allen Kulturen existieren, spiegeln sich mit ihrem Ungeborenen zu knüpfen. in ihren Schilderungen – als wären sie Synonyme für die Erinnerung an vor­ Auch für Überlebende von (Natur-)Ka­tas­ geburtliche Zeiten, in denen noch alles trophen liegt eine wunderbare Mög­lich­ vollkommen war, und alle Bedürfnisse keit darin, wieder an diesem unver­sehr­ ten Ursprung anzudocken: Jede Zelle jederzeit erfüllt. erfährt Unterstützung, Auftrieb; jegliche Schwangere Frauen geniessen es, für die Un­bill wird so undenkbar, dass selbst das Dauer einer WATSU®-Sitzung von der Wort «Vertrauen» seine Relevanz verliert.

Abbildung 4: Jegliche Unbill wird so undenkbar, dass selbst das Wort «Vertrauen» seine Relevanz verliert.

Aquatische KörperarbeitTM ist einerseits als Massagetechnik in körperwarmem Wasser der Inbegriff von Wellness, andererseits sind die therapeutischen Wirkungen beachtlich. Sie eignet sich zur Schulung der Körperwahrnehmung, zur Schmerzreduktion und zur vegetativen Regulation ebenso wie für Einsatzgebiete hoch spezialisierter Anwender/innen, etwa zur Geburtsvorbereitung oder zur Schleimmobilisation bei Mukoviszidose. Es gibt wohl kaum eine Therapieform, in der Staunen, Begeisterung und Effizienz zu einer ähnlich glücklichen Verbindung finden.

Agnes M. Schitter ist Präsidentin des Netzwerks für Aquatische Körperarbeit™ (NAKA). WATSU® und WATA® sind für sie wertvolle Ergänzungen zu ihrem Grundberuf als Physiotherapeutin, gleichzeitig waren sie Anregung für die Aus­ bildung zur psychologischen Beraterin in Integrativer Körperpsychotherapie (IBP). Sie betreibt eine Praxis in Bern und arbeitet international als Instruktorin für Microkinesitherapie®. Christian Rothenbühler leitet das Institut für Aquatische Körperarbeit™ IAKA und unterrichtet die Fächer WATSU®, Spiraldynamik und Psychologie. Er ist Kom­ple­ mentärtherapeut in Aquatischer Körperarbeit™ OdA KTTC, Vizepräsident des NAKA, Praxisausbildner und Erwachsenenbildner SVEB I.

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Prophetenschule Gottes Herbert Viktor Speer – Teil 11 von «Die grosse Begegnung»

«du

befindest dich von heute ab in prophetenschule»,

sagte die innerlich gehörte Stimme mit grosser Deut­lichkeit zu mir.

gottes

auf dieser schule werden keine irr­ tümer verteidigt, sondern die absolute

gestellt sind. Ihr Urteil hiess in fast allen derartigen Fällen: Schizophrenie – Be­ wusstseinsspaltung – Halluzination – Sug­ gestion – Einbildung oder unbewusstes Unterbewusstsein.

Wahrheit gelehrt. wenn ich sage, dass die ‚auserwählten’ diese schule absol­ viert haben, so meine ich damit, dass Diese Stimme konnte meine eigenen es medial veranlagte menschen waren. Gedanken nicht ausschalten, denn ich – denke an paulus.» Doch ich kannte die Grenze meiner konnte über alles genau so gut nach­ denken wie im normalen Zustand. Aber «Ich hätte das nie für möglich gehalten.» ich hörte geistig die deutliche Stimme so, als ob der Sprecher neben mir stand: «bei gott ist nichts unmöglich! dies ist deine erste lehre. merke sie dir ein für

«es

ist ein sehr schwieriger unter­

richt»,

«aber

allemal.»

fuhr er mit seiner Rede fort,

ich glaube, du wirst alle auf­

gaben richtig lösen

«Wie lange wird der Unterricht dauern?»

– bis auf eine.» «jesus

lehrte vierzig tage lang, nach­

Phan­tasie! Ich dachte im allgemeinen sehr real, und ich war überdies sehr neugierig und misstrauisch. So misstrauisch, dass ich gegen meine eigenen Erfahrungen und Erlebnisse meinen ganzen Verstand und Scharfsinn aufbringen musste. Bei aller dieser Selbstkontrolle kam ich zu keinem anderen Resultat, als mir selbst immer wieder zu bestätigen, dass ich ein wahres Erlebnis hatte, dass es ein echtes Phänomen war.

Ich kam aus dem Staunen nicht mehr dem er gekreuzigt worden ist. wenn heraus; für mich gab es ständig neue du guten willen zeigst, wird dein un­ Überraschungen. Mir wurde verständ­ terricht etwa ebenso lange dauern.» lich, warum die Bibelpropheten immer sagten: «Also spricht Gott!» – Sie hatten Ich lag ganz still im Bett und sprach auf Ich hätte es in die ganze Welt hin­aus­ es gehört, genauso gut, wie ich es jetzt diese deutliche telepathische Weise mit schreien können: hören konnte. «Welche Aufgabe werde Veritas. Dabei gingen viele, viele Gedan­ ich nicht lösen?» wagte ich in Gedanken ken in mir herum: «Bin ich wirklich tot Ihr Menschen, glaubt mir, was ich euch zu fragen, weil ich wusste, dass alle gewesen?» zu sagen habe! meine Gedanken und Begriffe gut ver­ «du wirst es nicht glauben wollen, Heute weiss ich, was die alten Propheten standen wurden. aber du warst wirklich tot. noch we­ zu leiden gehabt haben. Ihnen erging es «das kann ich dir nicht sagen.» niger werden es andere menschen nicht viel besser, ja noch viel schlimmer! glau­­ben. gott konnte auf keine an­de­ Auch sie waren von der Echt­heit ihrer «Auf welches Gebiet erstreckt sich mein re weise den grossen vorhang weg­ grossen Begegnung voll überzeugt. Nie­ ziehen, um dir einen blick in himmel Unterricht?» mand konnte ihnen diesen Glauben an und hölle zu gewähren. nun bist du zu das Selbsterlebte rauben, weder Folter «auf viele gebiete der höheren geistes­ einem neuen leben erwacht. du hast noch Feuertod. Und auch viele bedeu­ wissenschaft.» ein neues leben aus einem tode ge­ tende Medien sind lieber in den grau­ wonnen und du hast ein neues herz samsten Tod gegangen, als ihre grosse «Wer erteilt mir diesen übersinnlichen bekommen. schone dieses herz, das so Begegnung zu widerrufen. Un­terricht? Bist du es, der mich unter­ wichtig und wertvoll ist! – vergifte es nie wieder mit alkohol oder tabak !» richten wird?» Die christliche Religion hat zumindest in einem wichtigen Punkt wirklich Recht: «ich auch, aber es sind noch viele an­ Ein Rätsel für den Hausarzt Die Bibel ist das Werk einer echten In­ dere lichtboten und sogar wirkliche s­piration, d. h. sie ist aus dem Jenseits engel. zu ihnen gehören die besten Nun kam wieder der Arzt und trat an zum grössten Teil diktiert worden. Doch philosophen und naturwissen­schaft­ler.» mein Bett. diese Diktate müssen mit dem gan­zen Verstand unter die Lupe genommen «Eine Art Universität ?» Die Engelsstimme schwieg ... werden, weil die dämo­ni­schen Kräfte sich der gleichen Mittel bedienen und «ja, man könnte so dazu sagen. aber Ich wagte nicht, dem Arzt von meiner weil sie mit Vorliebe fälschen. es ist die universität gottes, auf wel­ übersinnlichen Stimme etwas zu erzäh­ cher alle auserwählten, jünger und len, denn ich wusste, wie die Ärzte allen Demnach bin ich zu der Überzeugung ge­ propheten ausgebildet worden sind. okkulten Phänomenen gegenüber ein­ kommen, dass die Bibel tatsächlich ge­rei­

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diese Diagnose, mit der Erklärung, dass derartige Ausscheidungen nur bei Toten vorkommen.

beabsichtigt?

dein bruder will dich

in ein irrenhaus bringen lassen, denn er glaubt nicht an übersinnliches, nicht ein bisschen an die unsterb­lichkeit der seele. aber habe keine sorge, denn gott ist stärker. ins ir­renhaus kommst du deswegen nicht!»

Meine Frau wollte, dass ein Hirnspezialist hin­zugezogen wird. Aber mein Arzt lehnte dieses Ersuchen ab. Er meinte nur: «Wo­ zu? – Ich bin fest davon überzeugt, dass dieses Phä­ no­men echt ist, ob­wohl ich alle meine bisherigen An­schauungen darüber korri­gie­ ren muss.» Hierzu muss ich bemer­ ken, dass dieser Arzt, der ein ehe­ maliger PolizeiAmtsarzt war, noch nach vier Jahren bei dieser Behauptung ge­ blieben ist und Ein Engel beim Erwachen des Propheten Elias, Öögemälde dass er bereit ist, von Juan Antonio Frias Escalante diese Tatsache nigt werden muss. Kein Theologe wird der Wissenschaft gegenüber zu vertei­ imstande sein, diese Behauptung zu wi­ digen. derlegen oder er müsste ein noch bes­se­ res Medium sein und eine noch grös­sere Mein guter Engel Veritas berichtete mir Astralreise erlebt haben oder ei­ne noch telepathisch alles, was hinter meinem bessere Hellhörverbindung haben. Rücken verhandelt und gesprochen wur­ de. Da ich aber über alle Besprechungen Ich habe erlebt und gesehen, dass der und Absichten immer schon vorher innere Mensch nicht stirbt, sondern in unterrichtet war, so setzte ich meine einer anderen Form ein anderes Leben ganze Umgebung in das höchste Er­ in einer anderen Welt fortsetzt, dass er staunen. aber alle seine irdischen Erinnerungen und Erfahrungen in dieses andere Le­ Dann kam mein Bruder: Er trat an mein ben mitnimmt! Bett und betrachtete mich mit allen Anzeichen der höchsten Entrüstung. Der Arzt untersuchte mich sehr genau Seine Worte waren nur: «Was ist denn und stellte schliesslich fest, dass ich sei­ mit dir los? – Was machst du bloss für ner Meinung nach in einem sehr tie­fen Sachen?» – Wieder wurde im Neben­ Scheintod gewesen sein musste, der alle zimmer verhandelt. Das Gespräch fand meine Organe zum vorüber­ge­hen­den zwischen meiner Frau und meinem Bru­ Still­stand gebracht hatte. der statt. Alle meine Organe? – Ich vergass ihn zu Die Stimme sagte zu mir: fragen, ob er auch das Herz meinte. Auf­ grund gewisser Ausscheidungen stell­te er «soll ich dir sagen, was

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man jetzt

Auch in diesem Falle hatte meine Ve­ ritas-Stimme die volle Wahrheit gesagt. Mein Sohn, der ein sehr sicheres Schreib­ medium ist, wollte nun meinen Bruder auf diese Weise überzeugen. Aber es war ganz unmöglich, weil derartig grosse Zweif­ler nicht einmal den Versuch ma­ chen, sich etwas zeigen zu lassen. Darum empörte er sich nur in noch hef­ tigerer Weise, warf die Tür krachend hin­ ter sich zu, um zu zeigen, dass er mit total Verrückten nichts mehr zu tun haben wollte. Es ist sehr wichtig, auch auf die kleinsten Vorfälle zu achten, denn nur diese sind imstande, die vielen eingepaukten Vor­ urteile zu beseitigen! Darum muss ich erwähnen, dass mir durch die wieder einsetzende Darmtätig­ keit eine Blähung abging. Da ich jedoch mit dem Engel sprach, so wurde ich zu meinem Schrecken sofort getadelt:

«lieber

herbert, vergiss bitte nicht,

dass du mit einem engel sprichst. da­ rum entschuldige dich bitte sofort, dass du vergessen hast, dass engel gottesboten sind.»

Der Leser kann hieraus gut erkennen, dass es sich nicht um ein rebellisches Unterbewusstsein handeln konnte. Die­ ser Einfall wäre zu absurd. Gerade diese Beispiele garantieren eine Echtheit. Das Unterbewusstsein würde eine solche Kleinigkeit und Selbstverständlichkeit glatt ignorieren. Aber der Engel war kein Unterbe­wusst­ sein, sondern wurde in seinem heiligen Auftrag gestört. Damit bewies er seine Existenz, denn auch ein schlechter Geist hätte sich dazu nicht geäussert. Von die­ sem Augenblick an war meine Ehrfurcht vor der Stimme noch grösser als bisher. Nächste Folge: Der schwerste Unterricht u meines Lebens

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eistiges Heilen – ein sanfter Weg zur Gesundheit von Körper, Geist und Seele

Mag. Karin Kaul *)

Mit dieser Gewissheit, dass durch sie Bei jeder Behandlung wird die göttliche gearbeitet wird, konnte sie immer mehr Ordnung in den Zellen wieder her­ ihr Ego aus dem ganzen Prozess her­ gestellt und das höhere Selbst oder die ausnehmen. Je mehr sie sich auf diese Seele eines jeden entscheidet bei der hohe Führung einlassen konnte, desto Sitzung was zum jeweiligen Zeitpunkt an Daraus entstand das Buch «Grosse grösser wurde die Kraft und umso besser Transformation (Heilwerdung) angesagt Heiler der Welt» – wie energetische und wurden auch die Heilergebnisse. ist. Da Energie Bewusstsein ist, und wir spirituelle Medizin Wunder wirken – die reines Bewusstsein sind, können sich Essenz des Heilens, destilliert aus dem Gabriele Zech sagt, dass es wichtig ist, nach den Behandlungen verschiedene den Menschen die Zusammenhänge zwi­ Bewusstseinsprozesse bei den Hilfe­su­ Wissen von Heilern aus aller Welt. schen ihrem Symptom und der dahinter chenden entwickeln. Wenn der Mensch Frau Katzmarzik hatte auch erfahren, liegenden Botschaft ihrer Seele zu er­ erkennt, dass er ein geistiges Wesen ist, dass der Bio-Physiker Fritz-Albert Popp klären, denn nur wenn die Botschaft das zur Zeit eine menschliche Erfahrung sich mit der Energie von Heilern befasst, ver­standen ist, können belastende Din­ macht, dann verliert er auch nach und denn eine seiner wissenschaftlichen Me­ ge verändert werden. nach seine Ängste, wird frei und ist thoden ermöglicht die Überprüfung des nicht mehr manipulierbar. energetischen Zusammenspiels zwi­schen Oft sind diese blockierenden Energien alte Denk- und Glaubensmuster, nicht Gabriele Zechs Wunsch ist es, noch Heiler und Patienten. verarbeitete Erlebnisse im Leben (vor vielen, die sie aufsuchen, helfen zu kön­ Bei Prof. Popp traf sie Gabriele Zech, allem Geschehnisse in der Kindheit), nen, sich selbst zu erkennen und wieder die als Geistheilerin arbeitet, und sich die mit Emotionen und Gefühlen ver­ heil zu werden, an Körper, Geist und für einen Test angemeldet hatte. Diese bunden sind und uns daran hindern, ein Seele. erzählte ihren Werdegang, dass sie erfülltes, glückliches und zufriedenes Hausfrau war und auf der Suche nach Leben zu führen. Wer Interesse an der Zusammenarbeit etwas Neuem, aber es sollte etwas sein, mit Frau Zech hat, kann sich gerne womit sie anderen Menschen helfen Wir müssen lernen, all diese Traurigkeit, unter folgender Adresse bei ihr melden: Wut, Hass, die in der Aura gespeichert konnte. sind, und unsere Lebensenergie blockie­ Vital-Energiezentrum Sie lernte Bioenergetik und arbeitete ren, anzunehmen und gehen zu lassen. Frau Gabriele Zech damit. Das dabei verwendete Gerät Scham – und Schuldgefühle, Selbst­ Birkenstrasse 9, DE-42799 Leichlingen konn­te augenscheinlich gestörte Ener­ zweifel und Minderwertigkeitsgefühle Tel. +49 2175169310 giefelder, Disharmonien und Blockaden führen zu mangelnder Selbstliebe und Mobil: +49 15775340999 im Körper auflösen. Die nicht förderliche einem geringem Selbst-Bewusst­sein. Mail: energiezentrum-e.zech@t-online.de Internet: www-geistheilung-mit-liebe.de Energie wurde wieder zum Fliessen gebracht, und somit die Selbsthei­lungs­ Aber jeder von uns ist ein Geschöpf Gottes und wir sollten uns daran er­ *) Mag. Karin Kaul: Sängerin, freie Jour­ kräfte aktiviert. innern, dass wir alle so wie wir jetzt nalistin, Vortragstätigkeit und syn­erge­ u Gabriele Zech stellte fest: Wenn sich gerade sind, perfekt sind. Sich anzu­ tische Arbeit Harmonie zwischen Körper, Geist und nehmen wie man ist und sich selbst zu Seele wieder einstellt, ist der Mensch lieben, sich selbst und anderen zu gesund. In dieser Zeit erfuhr sie selbst vergeben und alles zu verzeihen, ist der einen enormen Entwicklungsschub, der erste und wohl wichtigste Schritt im sie immer mehr von der Zuhilfenahme Selbstheilungsprozess. technischer Geräte entfernte. Sie fühlte immer bewusster, dass es da noch mehr Durch das Übertragen der universellen gab. Eines Tages legte sie Hände auf die Energie durch Gabriele Zech als Kanal Schulter einer Freundin, und sie fingen erfolgt eine Initialzündung für die Selbst­ an, sich von alleine zu bewegen. Mit heilungsprozesse im Körper durch die grossem Erstaunen nahm sie wahr, dass Auflösung und Transformation blockie­ ISBN 978-3-941837-28-7, Trinity Verlag render Energie. eine höhere Kraft durch sie arbeitete.

Für die Medizinjournalistin Heike Katz­ marzik war eine schwere Krankheit der Auslöser sich auf die Reise zu Heilern auf der ganzen Welt zu machen.

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ie geistigen Ebenen – eigene Wahrnehmungen

Susanne Epira Schiesser Ich kann Sie gut verstehen, liebe Leserin, lieber Leser, dass es nicht im­ mer einfach ist zu unterscheiden, was nun real ist, was wirklich, was Hokus­ pokus, Schwin­del oder gar Einbildung? Ich sehe immer wieder, wie dieses Thema die Menschen «beschäftigt». Na­türlich, weil es das The­ma ist, in dem die Menschen spüren, dass etwas da ist, sie aber nicht wissen, was genau es denn nun ist. Was sie jedoch wissen ist, dass es nicht im ge­wohnten Sinne beweis- und/oder erklär­bar ist. Dies verunsichert – verständlich. Wie der «Zufall» es wollte, habe ich gerade gestern einen Film gesehen, der sich genau mit diesem Thema be­schäf­ tigt – «Red lights – Rote Lichter». Dies bewegt mich nun, diese Zeilen einmal mehr niederzuschreiben. Was ist wirklich, was ist real, was ist Einbildung, Manipulation? Mein Kopf beginnt bereits zu schwirren, während ich diese Zeilen niederschreibe. Dies geschieht jeweils auch, wenn die­ ses Thema, was nun richtig oder falsch ist, hin und her diskutiert wird. Bei allen Dingen, die nicht im herkömmlichen wissenschaftlichen oder verstandes­mäs­ sigen Sinne erklär- oder beweisbar sind, werden die Diskussionen unendlich und die Meinungen darin sind sehr unter­ schiedlich – in der Tat verwirrend für den Geist. Warum? Jeder Mensch hat eine eigene Wahrnehmung in allen Dingen. Dies vorallem in den nicht ver­ standesmässig oder wissenschaftlich er­ klärbaren Dingen, wie z.B. der Me­dia­ lität – aussersinnlichen Phänomenen – En­gel – verschiedenen Dimensionen – alles, was im Universum ist und existiert. Ich bin sicher, diese Diskussionen wer­ den noch weiter andauern, solange der Mensch all dies mit dem Verstand ver­ stehen und in der gebundenen Mate­ rienebene der Wissenschaft erklärt ha­ ben möchte.

Medialität – Spiritualität – Geist sind das Gegenteil der Materie und des Verstandes. Wie Sie vielleicht wissen, beinhaltet alles was ist und existiert eine Polarität: schwer – leicht, gross – klein, süss – sauer usw. Demzufolge ist die Polarität für die Materie der Geist. Dies sind die zwei Polaritäten, welche zueinander gehören. Da der Mensch jedoch seit Jahrzehnten/Jahr­ ­tausenden sich immer mehr vorallem denartigkeiten und Unendlich­kei­ten. So über die Materie reflektiert und verstan­ gesehen kann ich sagen, ich weiss es – den hat, begann er die Polarität dessen, denn ich spüre es. Dies ist jedoch meine den Geist zu vergessen. Natürlich nicht Wahrnehmung, welche ich in diesem Sin­ in Gänze, aber zu einem grossen Teil. ne vermitteln kann – z.B. meinen Kli­en­ Sonst wäre das Leben vieler Menschen tinnen und Klienten. Die Wahrneh­mung und unseres Systems nicht so sehr auf die meiner Klientinnen und Klienten wäh­ Materie ausgerichtet. Was bedeutet dies rend den medialen Heil- oder Coa­ching­ nun. Sobald eine Polarität nicht gelebt sitzungen zeigen mir dann auch, dass wird, gerät das ganze System ins Un­ auch sie die geistigen Ebenen fühlen und gleichgewicht. Dies geschah mit der geis­ spüren. Auch sie vertrauen ihrer Wahr­ tigen Ebene, welche immer weniger nehmung und wissen somit für sich, dass wahrgenommen und so auch nicht mehr die geistigen Ebenen existieren. Sie er­ «verstanden» wurde. Die Wahrnehmung fahren sich neu in ihrer Fühlbarkeit, dass der geistigen Ebenen kann nicht über die Über­mitt­lungen der geistigen Ebenen den Verstand hergestellt werden, son­ ihnen gut tun und sie sich dabei wohl dern über den Geist, die Seele oder die fühlen. Dass sie Erklärungen erhalten ha­ Herzebene. Somit entsteht wieder eine ben, die sie schon lange in sich gespürt neu lernbare Ebene, welche beinhaltet, haben und diese nun für sie real werden sich getrauen, anders zu fühlen, anders und somit lebbar. In dieser Spürbarkeit wahrzunehmen, auch wenn es verstan­ und neuen Wahrnehmung der geistigen desmässig nicht erklärbar ist und lange Ebenen dehnt sich die Harmonie zwi­ Zeit anders gelehrt wurde. Diese wieder schen den beiden Pola­ritäten Geist – Ma­ neu zu entdeckende geistige Ebene geht terie beim Menschen immer mehr aus, er einher mit dem Vertrauen, dass alles, was wird ausgeglichener und er weiss, was Sie spüren, für Sie wichtig ist, Ihre Wahr­ im­mer geschrieben und gesagt wird, «Ich nehmung ist und somit ihre Realität. Ich spüre es und weiss für mich, was ist und bin überzeugt, Sie spüren ganz tief in ih­ existiert. Dies ist das Wichtige, denn es rem Inneren, wenn Sie diese Zeilen lesen, geht mir gut dabei! dass viel mehr existiert, als Sie mit den visuellen Augen sehen oder mit ihren In diesem Sinne, liebe Leserin, lieber Ohren hören können. Sind wir wirklich Le­ser wünsche ich Ihnen viel Freude die einzigen Menschen in einem so un­ und Vertrauen im Entdecken der geis­ endlich grossen Universum? Ich glaube tigen Ebenen – jeder in seiner eigenen nicht. Ich kann dies jedoch nicht beweisen Wahrnehmung, so wie es richtig und gut – darum geht es mir auch nicht. Ich fühle ist. Dies immer mehr im Erkennen, dass und spüre tagtäglich seit meiner Kindheit Sie ein geistiges Wesen in einem mate­ und über meine Arbeit, dass es etwas riellen Körper sind! anderes gibt – ich spüre, dass es die geis­ tigen Ebenen gibt mit all ihren Ver­schie­ (Porträt der Autorin auf folgender Seite)

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Porträt

Die Seele – Essenz unseres Seins Susanne Epira Schiesser – Mediale Geistheilerin – Channel-Medium

chen der geistigen Welt, dass es nun Mensch wieder zu leben können, der Zeit sei, den roten Faden wieder auf­ Körper gesunden kann und das mensch­ zunehmen und mich weiter auf den liche Bewusstsein sich darin immer mehr Weg zu begeben und die geistigen Ebe­ ausdehnt – Der Mensch erkennt sich neu. nen zu erforschen. Es dauerte allerdings Dies ist eine wunderbares Wirkungsfeld noch ein paar Jahre, bis ich mich ganz und oftmals wirklich voller Wunder! darin einlassen konnte – dies auch, bis mein Sohn in einem mehr oder weniger Wenn Sie meine Webseite (www.suschi.ch) selbständigen Alter war. Gleichzeitig war besuchen, sehen Sie, dass meine Haupt­ ich auch sehr erleichtert und sehr mo­ gebiete im Bereich der Seele liegen, sei tiviert, endlich wieder diesen Weg ge­ dies über das Mediale geis­tige Heilen, hen zu können, mich auszudehnen und Coaching aus der Seelen­ebene oder Meine Welt war seit Kindesbeinen an in die geistigen Ebenen einzu­tauchen. See­lenchanneling. In all diesen Gebie­ oftmals eine andere, so schien es mir Dies auch da mich die rein irdischen ten biete ich heute auch Workshops an, jedenfalls. Wahrnehmungen und Wis­ Themen damals eher langweilten und um die Verbindung zur eigenen und sen haben sich in mir angefühlt, als diese wieder neuen geistigen Ebenen, anderen Seelenenergien wieder aufzu­ wüsste ich gewisse Dinge schon lange. wel­che sich mir eröffneten, mich zutiefst nehmen und deren Vielfalt neu zu ent­ Es war nichts wirklich neu, es fühlte erfüllten. decken. Je mehr Menschen die Seele sich an, als hätte ich vieles schon in ver­ wieder fühlen und spüren lernen, wird schiedenen Leben durchlebt. Oft wurde In den darauf folgenden Jahren habe sich das Seelenfeld auf der Erde aus­ ich ermahnt, nicht so anzugeben, was ich mich geschult – u.a. in Geistigem dehnen und die Menschen im Einklang ich damals natürlich nicht richtig ver­ Heilen, Medialität, Channeling, um die mit der Seelenenergie im Frieden mit stand. Als die geistigen Botschaften in verschiedenen Bereiche darin zu erken­ sich und einander leben – dies finde ich der Schulzeit hörbar zu mir kamen und nen und zu erfahren – ich habe ver­schie­ eine wunderschöne Vision. Die Seele ist mich darin unterstützten, getraute ich dene Heilmethoden kennengelernt, dies pure Liebe verbunden mit der reinen mich erst recht nicht, dies jemanden zu auch in medizinischen Aspekten. Durch Liebe des Herzens. sagen. Was hätten die Leute dann all diese Erfahrungen habe ich mich gedacht oder gesagt?! stetig und immer mehr in das Thema Lasst uns beginnen, nach dem Motto der Seeleebene hinein begeben und «Wenn nicht heute – wann dann?» – Ich habe dann ganz natürlich damit die­se vertieft. Denn dieses, so schien «Die Zukunft ist heute»! gelebt und auch wieder irgendwie «ver­ mir, war die Essenz von alledem, was gessen». Bis die geistige Welt mich vor ich tat und existiert. In diesem Sinne herzlich willkommen in ca. 20 Jahren, damals war ich 32 Jahre meiner Praxis zu einer Einzelsitzung oder alt, sehr abrupt daran erinnerte und Vor zwölf Jahren habe ich den Schritt in via Fernheilung, E-Mail Telefon oder mich körperlich richtiggehend durch­ die Öffentlichkeit gewagt, dies im wört­ Skype – Mediales geistiges Heilen, Coa­ch­ schüttelte – scheinbar hatte ich ihr wirk­ lichen Sinne, und meine eigene Praxis in ing über die Seelenebene, Seelen­chan­ne­ lich keine Beachtung mehr ge­schenkt, Frau­enfeld/Thurgau eröffnet. Über die ling oder zu dem einen oder anderen denn sonst hätte ich sie eher gehört! Men­schen, die seither zu mir kommen Workshop – lassen Sie sich von ihrer Seele Dieses Durchschütteln war für mich sehr und um Unterstützung bitten, habe ich führen, sie weist Ihnen den Weg! stark körperlich spürbar und dauerte noch mehr erkannt, dass die geistige ein paar Wochen an, bis ich wirklich Kraft in der Seele liegt, die Seele, welche Susanne Epira Schiesser, erkannte, was dahinter war und welche mit Allem Was Ist verbunden ist und Altweg 16, CH-8500 Frau­ Bedeutung all dies hatte. Heute bin ich somit mit der göttlichen Kraft ganz im enfeld, www.suschi.ch, dafür sehr dankbar. Denn dies war das spe­ziellen – die Seele in erster Linie Hei­ E-Mail: info@suschi.ch, deutliche und unmissver­ständ­liche Zei­ lung bedarf, um diese geistige Kraft als Tel. +41 79 481 92 20 u

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Am Beispiel Plantahof in Landquart

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andwirtschaftsschulen im Wandel

Heini Hofmann

Die Landwirtschaft ist im Umbruch, wird redimensioniert. Die Zahl der Bau­ ernbetriebe schmilzt wie Schnee unter der Sonne. Deshalb darben auch die Landwirtschaftsschulen; manche wurden geschlossen, umgenutzt, zweckent­frem­ det. Das Bündnerland ist in einer kom­ fortableren Situation, und sein Plan­tahof rüstet sich für die Zukunft. Das Schliessen von Landwirtschaftsschu­ len landauf landab könnte sich bald mal als gravierende Planungspanne und ge­ fährlicher Bumerang erweisen. Zwar braucht es, wenn der Bauernbetriebe im­mer we­ niger werden, nicht mehr so viele Aus­ bildungsstätten für zukünftige Land­wir­ te. Was jedoch Not tut, ist ob­jektive Erst­ handinformation an die der Natur und der Urproduktion zunehmend entfrem­ dete Agglomera­tionsbevöl­ke­rung ohne Mist am Ärmel.

Veränderte Vorzeichen Denn gerade weil die Konsumenten­mas­ ­se keinen Bezug mehr hat zur Nah­rungs­ mittelgewinnung, werden deren An­sprü­ che an die Lebensmittel immer grös­ser,

Der Plantahof-Laden präsentiert eine reichhaltige Palette hofeigener Produkte. (Alle Bilder: LSPL)

Blick auf das 1811 von Thomas Lareda als «Russhof» erstellte Hauptgebäude.

wodurch auch der Druck auf die Pro­duk­ tion zunimmt. Ein Teufelskreis! Des­halb baut zum Beispiel Frankreich jetzt 700 «Fermes éducatives», Schaubauern­höfe, weil man dort erkannte, dass land­wirt­ schaftliche Basisinformation an die schol­ lenentfremdete Konsumge­sell­schaft ein vordringliches Problem darstellt.

hätte nur einen neuen Lehrauftrag for­ mulieren müssen: Nur noch zu 10 Pro­ zent Bauern ausbilden und zu 90 Prozent der schollenentfremdeten Kon­sum­gesell­ schaft wieder Mist an den Ärmel strei­ chen, das heisst produkte­bezogenes Ba­ siswissen vermitteln, da­mit der Geiz nicht noch geiler wird.

Im heute stark veränderten Umfeld ist die Landwirtschaft nicht mehr automa­ tisch Liebkind der Nation. Sie muss sich am Markt behaupten. Und vor allem muss sie sich einer Gesellschaft ohne Mist am Ärmel, für die das permanente Vor­han­ densein von guten und billigen Nahrungs­ mitteln zur kaum mehr hinterfragten Selbstverständlichkeit geworden ist, wie­ der neu bewusst und beliebt machen.

Löbliche Ausnahme

Leider hat man dies verkannt und schweiz­ weit bereits eine stattliche Anzahl Land­ wirtschaftsschulen verheizt. Das wird sich bitter rächen; denn in absehbarer Zeit wird für teures Geld ein neues Er­satz­ instrument ins Leben gerufen werden müssen. Die Kurzsichtigkeit lässt grüs­ sen! Erfreulicherweise ist der Kanton Graubünden diesbezüglich eine löbliche Mit den das ganze Land wie ein Netz­ Ausnahme, und seine Landwirt­schafts­ werk abdeckenden Landwirtschafts­schu­­ schule, pardon, sein Landwirtschaftliches len samt Lehrkörpern hätte die Schweiz Bildungs- und Beratungszentrum, wie für diesen Zweck ein optimales, gut dies auf Neudeutsch jetzt heisst, ein Vor­ eingespieltes Instrument gehabt. Man zeigeobjekt.

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«Agrar­plattform» eng zusammen mit dem Amt für Wirtschaft und Tourismus und mit jenem für Landwirtschaft und Struk­ turverbesserung, um die Vermark­tung re­gionaler und alpiner Produkte zu för­ dern. Solches Schulterschluss-Vorle­ben wirkt sich auch auf die untere Ebene aus; es entstehen Betriebs­ko­ope­rationen mit Gemeinschaftsställen, Ma­schinenrin­ ge und Einkaufsgenossen­schaf­ten, Ver­ kaufsorganisationen von Di­rekt­vermark­ tern. Kurz: Die alte Weis­heit «Mit­einander geht’s besser» feiert Urständ.

Zügel in die Hand! Natürlich ist die Situation nicht einfach. Die Landwirtschaft sieht sich momentan mit einem komplexen Umfeld konfron­ Auch Grundkenntnisse des Schweissens gehören zur Landwirtschafts-Ausbildung. tiert: Auf internationaler Ebene sind es die WTO, das Freihandelsabkommen und Der Plantahof erfüllt heute eine drei­fa­ Rede oder Schreibe ist, taucht bald mal die bilateralen Verträge, auf nationaler che Aufgabe: Er ist sowohl fachliches der Name Plantahof auf. Das stellt man Stufe der Druck in Richtung Änderung Zentrum für landwirtschaftliches Know- sogar über die Grenzen hinweg fest; so der Regionalpolitik mit massiven Aus­ how als auch emotionale Heimat der ergab sich zum Beispiel eine befruchten­ wir­kungen auf die Randgebiete. Dies be­ Bünd­­ner Bauernfamilien, und immer ver­­ de Partnerschaft mit einer land- und forst­ deutet auf der betrieblichen Ebene, zu­ mehrt ist er zudem Brückenbauer zwi­ wirtschaftlichen Fachschule in Südtirol, mal in einem Gebirgskanton: Vogel friss schen Landwirtschaft und Nichtland­wirt­ wo man die Plantahöfler darum beneidet, oder stirb, das heisst Kostensenkung und schaft, das heisst Volksaufklärer und Part­ einen eigenen Gutsbetrieb zur Verfügung Innovation, Zügel in die Hand statt Teu­ fel an die Wand! Wenn eine Schule sol­ ner von Tourismus und Wirtschaft. Da­ zu haben. che Impulse vermittelt, hat sie ihren mit die Bauernsame auch zukünftigen, sich rasch wandelnden Anforderungen Netzwerke und Partnerschaften sind denn Auf­trag erfüllt! gewachsen sein wird, bleibt der Plan­ta­ auch in der Landwirtschaft das Erfolgs­ hof in seiner Denk- und Handlungsweise rezept zielführender Zukunftsplanung. Schliesslich mussten auch schon früher So arbeitet der Plantahof im Projekt Probleme gelöst werden, und die Bünd­ am Puls der Zeit. Aus der einst reinen Landwirtschafts­ schule ist ein multifunktionales Kompe­ tenzzentrum für Aus- und Weiterbildung geworden, das ganzheitliches Wissen ver­ mittelt, das die Generationenwechsel auf den Bauernbetrieben erleichtert und zu­ dem als Begegnungsort für bäuerliche und nichtbäuerliche Kreise der Verständ­ nisförderung dient. Diese Aufgabenviel­ falt widerspiegelt sich auch in der mehr­ gliedrigen Betriebsstruktur: Rund 90 An­ gestellte arbeiten in den Bereichen Bil­ dung, Beratung, Gutsbetrieb und Tagungs­ zentrum.

Netzwerk-Denken Die Zielvorgaben sind hoch gestellt: Man will im Alpenraum ein führendes Bil­ dungs- und Beratungszentrum der Land­ wirtschaft sein, von dem Impulse aus­ge­ hen. Ein Medienverschnitt zeigt, dass dies tatsächlich gelingt. Wenn in der Schweiz von Landwirtschaftsschulen die

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Im Alpsennenkurs wird das Alppersonal auf die kommende Saison vorbereitet.

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Herz, Hand und Verstand Im Gegensatz zum heutigen Trend nach kopflastiger Ausbildung ist jene in der Landwirtschaft eine ausge­wo­ gene, bei der es auch noch Schwielen an den Händen gibt. Die Grund­aus­ bildung in der landwirtschaftlichen Berufsschule wird von Lehrlingen aus den Kantonen Graubünden und Gla­ rus besucht. Wer Landwirt als Zweit­ beruf erlernt, wird vom Fach Allge­ meinbildung dispensiert.

Computerunterreicht ist auch für angehende Bauern und Bäuerinnen Alltag.

ner Landwirtschaft hat bereits manche Phase der Veränderung überstanden: So die Einführung der Hangmecha­ni­sie­ rung vor bald 50 Jahren, die Re­volution in der Viehzucht durch den Siegeszug der künstlichen Besamung, beginnend vor gut 30 Jahren und die Ökologisierung vor bald 20 Jahren. Plan­tahof-Direktor

Peter Küchler ist daher guten Mutes, dass auch die neuen Herausforderungen im Sinne problem­lösender Innovation gemeistert werden können – visionär aus­ gedrückt: «In 15 Jahren hat jeder Be­ trieb im Kanton Graubünden ein klares Konzept, das den Weg in die Zukunft vor­gibt.»

Sozusagen pestalozzianischem Den­ ken folgte man mit der Einführung einer Attestklasse. Hier wird schulisch schwachen, dafür praktisch begabten jungen Leuten – die früher durchs Netz fielen – eine Alternative zur ordent­ lichen Landwirtschaftslehre geboten. Sie endet nach zwei Jahren auf dem Lehr­ betrieb mit einer Schlussprüfung. Solch ein «Landwirt mit Attest» ist ebenfalls zum Bezug von Direkt­zah­ lun­gen berechtigt. Ein schönes Bei­ spiel sinnvoller Förderung! HH u

Die Vorzeige-Viehherde des Plantahofs findet das Interesse vieler Stallbesucher.

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ie Gesundheit stärken mit Huna - von hawaiianischen Schamanen lernen

Gerhard Schobel «Wenn ein Kind auf die Welt kommt, so bringt es eine Schale voller Licht mit sich. Pflegt es dieses Licht, wird es immer stärker und das Kind kann alles tun: mit dem Hai schwimmen, mit den Vögeln fliegen, alle Dinge wissen und verstehen. Wenn es allerdings neidisch oder eifersüchtig wird, fällt ein Stein in die Schüssel und das Licht wird schwächer. Wenn es weiterhin Steine in die Schüssel fallen lässt, geht das Licht ganz aus und das Kind wird selbst zu Stein. Ein Stein wächst und bewegt sich nicht. Wenn es genug davon hat, versteinert zu sein, braucht das Kind die Schüssel umzudrehen, die Steine fallen heraus und das Licht beginnt wieder zu scheinen.» Hawaiianische Legende Auf den polynesischen Inseln gibt es eine Philosophie, welche über die Jahr­ tausende nahezu unverändert blieb und die in neuerer Zeit mehr und mehr Beachtung findet. Sie ist einfach zu verstehen und leicht anzuwenden. Im folgenden Artikel möchte ich ihnen ein paar wesentliche Punkte des Huna, so heisst diese Philosophie, darstellen und sie werden erkennen, dass diese Philo­ sophie anderen Traditionen sehr ähnlich ist, jedoch durch ihre Einfachheit besticht. Huna wurde oftmals als verstecktes oder geheimes Wissen übersetzt, aber ei­gent­ lich bedeutet es vielmehr das nicht of­ fensichtliche Wissen. Es war nie versteckt. Es ist nur nicht so offensichtlich, da es nicht einfach an den Schulen gelehrt wurde, sondern ganz stark aus der Beobachtung der Natur entstanden ist.

Hu bedeutet: Energie in Bewegung, Chaos, Veränderung, Kreativität, Stre­ ben nach Macht und Einfluss oder auch männliches Prinzip. Na bedeutet Energie der Stille, Ord­ nung, Form, Stabilität, Streben nach Liebe und Akzeptanz oder auch weib­ liches Prinzip. Ein Kahuna, ein soge­ nannter Meister des Huna, weiss um die tiefere Bedeutung und das Zusam­ menwirken von Hu und Na. Er hilft den Menschen das Naturgeschehen zu ver­ stehen, indem er mithilft Hu und Na im Gleichgewicht zu halten bzw. wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Krankheit (ma’i) ist ein Zustand des Krieges und der Spannung, herbei­ge­ führt durch unter­drückten Widerstand gegen Veränderung und/oder Lebens­ umstände. Stress ist eine natür­liche Fol­ ge von Veränderung, anhaltende An­ spannung dagegen nicht. Heilung tritt dann ein, wenn die Spannung nachlässt. Das Geheimnis des Huna ist Ver­bin­ dung und Verbundenheit – die Einsicht, dass und wie unser Körper, unser Geist und unsere Seele miteinander zusam­ men­arbeiten und dass unsere Ge­sund­ heit und unser Glück nicht nur mit­ einander, sondern auch auf das Engste mit der uns umgebenden Welt zu­sam­ menhängen. Dies kommt auch im Geist des Aloha zum Ausdruck. Das liebe­ volle Teilen miteinander dessen, was vorhanden ist.

Gesundheit heisst im hawaiianischen Ola. Ola wird aber auch mit Wohlsein, heilen, Unterstützung und fliessen über­ setzt. Demnach kann Gesundheit be­ deuten, Harmonie/Wohlsein herzu­stel­ len, indem Hu und Na ausgeglichen/ «Je mehr wir unser Herz öffnen, desto Huna setzt sich, wie so viele Worte in unterstützt und im Fluss sind. Das geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Hawaii, aus zwei Worten zusammen. heisst nicht, dass nicht manchmal das wir je eine Operation am offenen Herzen Hu und Na. eine oder andere Prinzip, Hu oder Na, brauchen werden.» überwiegt. Es be­ deutet vielmehr, So spreche ich nicht nur auf körperlicher dass es wichtig Ebene von Gesundheit, sondern auch ist, immer wieder im emotionalen, psychischen, mentalen, Hawaii Spirit den Ausgleich seelischen und geistigen Sinne. Es um­ Shaman Healer Training herzustellen und fasst immer die Gesamtheit der As­ Ferienseminar auf Kreta das wir manch­ pekte. Erfahren Sie, welche grossartigen Kräfte in Ihnen stecken. Erlernen mal, vor allem Sie die Kunst hawaiianischer Schamanen und nutzen Sie diese für Ihren Erfolg - beruflich und privat. wenn wir lange Sie können sich jetzt fragen, wo Sie in einseitig auf ein Ihrem Leben in einem guten Gleich­ge­ 18. - 25. Mai 2013 Level 1 / 25. - 01. Juni 2013 Level 2 Prinzip ausge­ wicht sind, und in welchen Bereichen Weitere Informationen zum Seminarinhalt finden Sie auf unserer rich­ tet sind, ver­ HU oder NA überwiegt. Ob in Familie, Homepage www.aeon.ch unter Ferienseminare. gessen uns um Beruf, Freizeit, persönliche Ent­wick­lung, Info‘s, Kurs– und Ausbildungsprogramme: die andere Seite, Finanzen etc., überall geht es darum, aeon®, Zentrum für Psychosynthese und ganzheitliches Heilen das andere Prin­ immer weider eine Balance zwi­schen CH-4053 Basel, Dornacherstrasse 101 zip zu kümmern. Aktivität und Empfänglichkeit zu finden. T 061 262 32 00 willkommen@aeon.ch www.aeon.ch

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Erkrankungen wie Burn-out, Bore-out, Un­lustgefühle und Interesselosigkeit sind der moderne Ausdruck eines Un­gleich­ gewichtes. Sie können etwas dage­gen tun. Nutzen Sie die einfachen Gesetze der Balance.

Tili Renner Jakob

«Meinem Seelenruf folgen»… • Seit 1995 als Medium für Jenseitskontakte in ei­ gener Praxis tätig • Trainerin für Meditation und mediale Arbeit • Spirituelle Heilerin • Dipl. Handanalytikerin IIHA • Dipl. Psychophysiognomin PGS • Reisebegleiterin nach Brasilien in das spirituelle Heilerzentrum von Joao de Deus – in die Casa de Dom Inacio • Medium und Tochter der Case de Dom Inacio • Verheiratet, Mutter von 2 Töchtern und 2 Söhnen, fünffache Grossmutter

Aloha und bleiben Sie gesund.

Falls Sie mehr über dieses Thema er­ fahren möchten, so führt das aeon® re­ gelmässig Workshops und Seminare zu diesen Themen durch (s. auch Inserate S. 16 und 38).

Literaturverzeichnis Serge Kahili King, Der Stadt-Schamane, Lüchow Verlag Serge Kahili King, Begegnung mit dem verborgenen Ich, Aurum Verlag Serge Kahili King, Kahuna Healing, Lüchow Verlag Paul Pearsall, Aloha, die Lust am Leben, Bauer Verlag, 2000 Serge Kahili King, Instant Healing, Jetzt!, Lüchow Verlag Serge Kahili King, Weisheiten aus Hawaii, Lüchow Verlag Serge Kahili King, Huna, Lüchow Verlag Paul Ka’ikena Pearsall, Aloha die Lust am Leben, Bauer Verlag Max F. Long, Geheimes Wissen hinter Wundern, Bauer Verlag Bücher und Hilfsmittel erhalten sie beim Fatema Verlag: www.fatema.com oder unter: www.makahiki.ch

Weitere Informationen: aeon® – Zentrum für Psychosynthese und ganzheitliches Heilen Dornacherstrasse 101 CH-4053 Basel E-Mail: willkommen@aeon.ch u

Vor bald 20 Jahren hat sich in meinem Nach vielen Jahren Praxisarbeit zeigt es Le­ben ein grosser Wandel vollzogen. sich mehr und mehr, dass der sogenannte Mein ursprünglicher Beruf als Floristin ist «beweisbare Kontakt» zur geistigen Welt mehr und mehr in den Hintergrund ge- nicht im Vordergrund steht, sondern die rückt und zu meiner, damals noch sehr beratende Unterstützung für die Ratsuaktiven Mutterrolle, hat sich eine neue chenden. Den Menschen zu helfen, dass berufliche Ebene eröffnet. Viele mediale sie energetisch wieder in die Balance und spirituelle Erfahrungen, sowie Aus- kom­men steht für mich heute an erster und Weiterbildungen in psychologischen Stelle; sei dies im persönlichen Gespräch und praxisbezogenen Gebieten haben oder sei es durch Energiearbeit. Wenn die mir den Weg zur medialen Lebensberate- geistige Welt sich in solchen Situationen rin geebnet. Im privaten wie im beruflichen «zeigen» will, dann ergibt sich ein KonAlltag ist mir der bewusste heilende Ener- takt zu ihr; beziehungsweise zu verstorgiefluss wichtig; mein Wirken als Medium benen Angehörigen wie von selbst. und spirituelle Heilerin ist zur Berufung geworden. Die geistige Welt unterstützt Als ich 2008 zum ersten Mal nach Abadia­ mich in meiner Arbeit und ich weiss, dass nia/Brasilien in die Casa de Dom Inacio ich darauf vertrauen kann. ge­reist bin, war dies für mich sehr eindrücklich. Die geistigen Behandlungen Seit vielen Jahren folge ich meinem See- durch die Wesenheiten haben vieles belenruf, Vermittlerin zu sein zwischen Him­ wegt in meinem Leben und einiges wurmel und Erde. In medialen Einzelsitzun- de neu in Fluss gebracht. Ich folge meiner gen lasse ich mich ganz auf den ratsu- inneren Bestimmung wenn ich Menschen chenden Menschen ein und verbinde begleite; sei es in meiner alltäglichen Pramich gleichzeitig mit der Energie aus der xisarbeit als Medium oder sei es auf den geistigen Welt. Mit dieser Lichtkraft ent- Gruppenreisen nach Brasilien. stehen im so genannt unsichtbaren Feld rund um mein Gegenüber Bilder, Farben, All mein Wissen welches ich mir erarSymbole und die schemenhafte «Verkör- beitet habe oder das mir von den geistiperung» der Begleiter aus der geistigen gen Wesen übermittelt wird gebe ich Welt. Das heisst, ich nehme wahr und se- gerne weiter, in privaten Sitzungen sohe, wer mein Gegenüber begleitet. Oft wie an medialen Begegnungsabenden. sind dies Eltern, Partner, Geschwister Mit Freu­de widme ich mich in meinen oder Freunde, welche die irdische Ebene Seminaren auch der Ausbildungsarbeit schon verlassen haben und nun in der im medialen Bereich. Ich hoffe sehr, geistigen Welt weiterleben. Durch diesen dass ich mit dieser Arbeit vielen MenJenseitskontakt werden mir Botschaften schen mehr Sicherheit vermitteln kann und Informationen übermittelt, es ist ein im Kontakt zur geistigen Welt, ihnen Dialog zwischen Himmel und Erde. Auch mehr Unterstützung geben kann auf ihan öffentlichen Veranstaltungen wird der rem eigenen spirituellen Weg. Kontakt zur geistigen Welt auf diese Wei­ se geknüpft. Website: www.spiritconsulting.ch u

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Porträt

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Die Geschichte der Bibel – Von den Tontafeln über Qumran bis heute Die Einzigartigkeit ihrer Einheit W. J. J. Glashower – Folge 2

sinnigsten Themen anzu­ auch ein einzelner Teil der Bibel nur im schneiden. Darüber konn­ Zusammenhang mit dem Rest der Bibel ten sie unmöglich mitein­ richtig ausgelegt werden. Es gibt wohl ander beraten. Aber wo­her kaum eine Regel in der Exegese (Bi­bel­ kommt dann diese Har­mo­ auslegung), die so oft achtlos übertreten nie und Einheit in der Bi­ wird wie diese. bel? Oft haben Men­schen gemeint, Unterschiede und Der «rote Faden», der sich durch die Widersprüche gefunden zu gan­ze Bibel zieht, verdeutlicht ihre Ein­ haben (wir werden noch heit. Von der Genesis bis zur Offen­ba­ einigen begegnen). Aber rung geht es um die grossen Fragen: Dieser Punkt entspringt direkt der Ein­ es scheint, dass sie dann nicht gewis­ «Wer ist Gott?» und «Wer ist der Mensch?». zig­artigkeit der Entstehung der Bibel. Wie senhaft genug gelesen oder den Kontext Darauf folgt die wichtige Frage: «Gibt konnten so viele Verfasser aus so vielen (d.h. den Textzusammenhang) und den es die Möglichkeit einer Verbindung zwi­ Generationen von solch total verschie­de­ Hintergrund des Geschriebenen ausser schen Gott und dem Menschen, und nen Hintergründen und Umgebungen acht gelassen haben. Wo sie (oft sehr wenn ja, wie?» Die Einzigartigkeit der ohne jede Absprache ein Werk schreiben, naiv) Widersprüche zu sehen glaubten, Bibel besteht darin, dass sie in der Be­ das so vollkommen in seiner Einheit ist? stellten sich diese oft nur als ver­schie­ antwortung dieser Fragen nicht auf ein Betrachten wir es von einer anderen Sei­ dene Aspekte ein und desselben The­ liturgisches Programm oder eine Reihe te: Stellen wir uns vor, dass zehn der mas heraus, die einander wunderbar er­ religiöser Verpflichtungen hinweist. Ein berühmtesten Schriftsteller der Welt, die gänzen. Alle Streitigkeiten über die Bi­ Mensch kann den Forderungen Gottes dieselbe Lebensweise haben, derselben bel haben nur dazu geführt, dass ihre ohnehin nicht entsprechen. Ihr Zentral­ Generation angehören, dieselbe Kultur ha­ perfekte Harmonie sich noch deutlicher thema ist eine Person: Jesus Christus – ben, dieselben Auffassungen vertre­ten, am abzeichnete. er ist der einzig wahre Weg für den selben Ort wohnen, sich in der glei­chen Menschen zu Gott. Das ganze Alte Tes­ Gemütsverfassung befinden und dieselbe Natürlich behaupten wir hier Dinge, die tament weist im Grunde, sei es durch Sprache sprechen, dass diese also etwas im Grunde noch bewiesen werden müs­ Bilder, sei es durch direkte Verheis­sun­ schreiben wollen über ein um­strittenes sen. Aber wir müssen einmal irgendwo gen, auf diese Person hin. Das Neue Thema – würde das Geschrie­be­ne dann anfangen, und die Harmonie der Bibel Tes­tament zeigt uns die Erfüllung der miteinander übereinstimmen? Das ist un­ kann sich erst als echt erweisen nach Verheissungen und die Bedeutung und möglich. Aber wie kommt es dann, dass ihrem gründlichen Studium. Der Leser die Folgen des Kommens Christi. In die­ das in der Bibel wohl der Fall ist? muss hier selbst auf Entdeckungsreise ser Einheit ihrer Thematik ist die Bibel gehen. Er wird dabei feststellen, was einzigartig. Nur dadurch ist es auch Beachten wir, dass die Bibel über Hun­ Mil­lionen vor ihm entdeckten: Die Bibel möglich geworden, aus der Bibel eine derte von umstrittenen Themen spricht ist eine wunderbare Einheit. Sie besteht zusammenhängende und konsequente (Themen, über die sehr unterschiedliche nicht aus wahllos zusammengewürfelten christliche Lehre aufzubauen. Meinungen bestehen). Die Autoren der verschiedenen Werken, sondern es exis­ Die Einzigartigkeit Bibel schreiben über Geschichte, Theo­ tiert eine Einheit, die das Ganze mit­ logie, Philosophie, über den Kosmos, die einander verbindet. Das ist auch wichtig ihrer Aktualität Natur und über den Menschen; sie für die Bibelauslegung. Genau wie jeder schreiben «gewagte» Prophetien, Le­bens- Teil des menschlichen Körpers nur rich­ Tausende von Büchern wurden auf der und Reisebeschreibungen. Sie scheuen tig erklärt werden kann im Zusam­men­ Welt geschrieben, die innerhalb einer sich nicht, die schwierigsten und tief­ hang mit dem Rest des Körpers, so kann Ge­neration total in Vergessenheit ge­

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rieten. Viele Bücher wurden heraus­ge­ge­ man Daniel Webster fragte: «Wel­chen verwunderlich, dass die Bibel auch hin­ ben, die grösseres Interesse ge­nossen ha­ Teil der Bibel lieben Sie am meis­ten?» sichtlich der Anzahl der Über­setzungen ben. Aber wie viele Bücher gibt es, die antwortete er: «Den Teil, den ich zuletzt und Auflagen, die von ihr gemacht wur­ schon Jahrhunderte alt sind und noch gelesen habe.» den, einzigartig ist. Die Bibel gehört zu sehr regelmässig und mit grossem Inte­ den ersten Büchern, die je übersetzt resse von sehr vielen Menschen ge­lesen Die bemerkenswerte Aktualität der Bi­ wur­den: Rund 250 v. Chr. wurde das werden? Welche Bücher des Mit­telalters bel ist universal: Es ist das einzige Buch ganze Alte Testament in die griechische werden noch in grosser Auf­la­ge gedruckt der Welt, das von den Menschen jeder Sprache übersetzt. Diese Übersetzung und von ei­nem breiten Publi­kum gele­ Klasse und jeden Alters gelesen wird. nennt man Septuaginta. Seitdem ist die sen? Welche klassischen Werke werden Dass zivilisierte erwachsene Menschen Bibel um ein Vielfaches mehr übersetzt, ausser von Forschern und ge­plagten Schü­ selten hingebungsvoll ein Kinderbuch überarbeitet und kommentiert worden lern noch regel­mäs­sig von vielen Men­ lesen, liegt genauso auf der Hand, wie als jedes andere Buch der Welt. Zur Zeit schen ge­lesen? Und würde das ge­sche­ dass ein Kind nicht so schnell ein Buch arbeiten weltweit etwa 2000 Fachleute hen, dann mehr aus histo­ri­schem In­te­ über Wissenschaft oder Philosophie stu­ hauptamtlich und weitere 2000 neben­ resse, und nicht, weil solche Bücher ge­ dieren wird. Ganz anders bei der Bibel: amtlich an Bibelübersetzungen. Im Jahr Sie wird den Kleinkindern vorgelesen, 1970 war die ganze Bibel in 249 Spra­ genwärtig so besonders aktuell wären. und im Alter liest man sie immer noch. chen und Dialekten erschienen und das Was hat es dann mit der Bibel auf sich, Kleine Kinder können die Geschichten Neue Testament in weiteren 329 Spra­ dass es hier so anders ist? Die Bibel ist und Lehren der Bibel verstehen, wäh­ chen, während in noch einmal 853 an­ nicht nur irgendein «altes Buch». Wir rend Gelehrte sich über deren tiefsin­ deren Sprachen Teile der Bibel heraus­ glauben ruhig behaupten zu können, dass nigen Inhalt verwundern. Ein solches gegeben waren; das macht zusammen bestimmte Bibelteile sogar zu den äl­tes­ Buch sucht in der Literatur seines­glei­ 1431 Sprachen. Im Jahr 1978 ergab die ten bis heute erhalten gebliebenen Schrif­ chen! Zählung 268, 453 und 939, das macht ten gehören, die die Menschheit besitzt. zusammen 1660 Sprachen. Auch in die­ Die Einzigartigkeit ser Hinsicht ist die Bibel ohne Beispiel. Und doch werden sie von Mil­lio­nen von Menschen «verschlun­gen». Nicht nur aus Dasselbe gilt für die Verkaufsziffern der ihrer Verbreitung historischem In­teresse (das be­sitzt der Bibel. Die Bibel wurde von mehr Men­ Durch­schnittsbürger nicht so sehr), son­ Wenn man die Aktualität der Bibel be­ schen gelesen, in mehr Sprachen pu­bli­ dern vor allem, weil die Men­schen sehr trachtet und das enorme Interesse, das ziert und in grösseren Mengen ver­kauft, wohl die Wichtigkeit der Bi­bel für das für dieses Buch besteht, dann ist es nicht als jedes andere Buch der Welt. Es ist Leben in dieser gegen­wär­tigen Zeit ver­ spüren. Die Bibel wur­de in Tausen­den Über 32 Millionen Exemplare weitergegeben von Jahren verfasst, fast nur von Men­ schen, die zum selben unauf­fälli­gen Völk­ chen im Nahen Osten ge­hör­ten, und zum Rekord bei der Bibelverbreitung grössten Teil in einer bis vor kurzem to­ Reading/Stuttgart (idea) – Einen Rekord meldet der Weltverband der Bibelgeten Sprache. Wie kann ein derartiges Buch sellschaften (Reading bei London): Im vergangenen Jahr haben die 146 natioimmer noch Millio­nen von Men­schen fes­ nalen Bibelgesellschaften 32,1 Millionen Bibeln verkauft oder kostenlos abgeseln? Deutsche le­sen haupt­säch­lich deut­ geben – so viele wie nie zuvor in der 65-jährigen Geschichte des Weltbundes. sche Bücher, Fran­­zo­sen le­sen haupt­säch­ Das bedeute eine Steigerung um 11,2 Prozent gegenüber 2010, als knapp 29 lich franzö­si­sche Bücher usw., aber die Millionen Exemplare weitergegeben worden seien, teilte die Deutsche BibelgeBibel wurde in Sprachen ge­schrieben, die sellschaft in Stuttgart mit, die dem Weltverband angehört. Die Zunahme erkläbeinahe nie­mand in West­europa kennt. re sich vor allem mit der wachsenden Verbreitung durch afrikanische und ameUnd doch kennt ein gros­ser Teil der rikanische Bibelgesellschaften, die 2011 zusammen knapp 20 Millionen Bibeln West­­europäer die Bibel sehr gut. absetzten. Das waren 3,6 Millionen mehr als im Vorjahr. In Europa und dem Nahen Osten seien 2,57 Millionen Bibeln weitergegeben worden und damit 2,7 Die Bibel ist ein Buch, das in jede Epo­ Prozent mehr als 2010. Die meisten Bibeln wurden in Brasilien (7,9 Millionen), che der Weltgeschichte hineinpasst. Ob der Volksrepublik China (3,8 Millionen), Indien (2,2 Millionen) und Nigeria (1,7 es in Kriegs- oder Friedenszeiten, ob es Millionen) verbreitet. Zusätzlich gaben die Bibelgesellschaften weltweit 9,84 im finsteren Mittelalter oder im mo­der­ Millionen Neue Testamente und rund 340 Millionen einzelne Schriften wie nen technischen Zeitalter war: Mil­lio­nen Evangelien und biblische Auswahltexte ab. Die Bedeutung digitaler Ausgaben Menschen haben von diesem Buch ge­ der Bibel hat den Angaben zufolge weiter zugenommen. Dazu zählen Hör- und zehrt, sich darauf gestützt und fanden Computerbibeln, Bibel-Apps für Smartphones und Videos. Allein die BibelgeHilfe und Ermutigung. Merk­würdiger­ sellschaft von Südafrika verbreitete 243’000 entsprechende Formate. Neben wei­se haben Wissenschaft und techni­ den Bibelgesellschaften gibt es zahlreiche andere Organisationen, die die Heischer Fortschritt das nicht verrin­gert, son­ lige Schrift weitergeben, etwa den Internationalen Gideonbund, dessen Hoteldern die Verbreitung der Bibel hat noch bibeln weit verbreitet sind. Diese Aktivitäten werden von der Weltbund-Statizugenommen. Viele haben auch aus ei­ stik nicht erfasst. ge­ner Erfahrung bezeugt, dass die Bibel immer neu und erfri­schend bleibt. Als

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Geschichte der Bibel

möglich, dass kurzfristig (z.B. ei­nen Mo­ nat lang) ein be­­stimmter Bestseller in grös­­serer Menge verkauft wird als die Bibel; aber auf lan­ge Sicht gesehen gibt es kein Buch, das den Ver­kaufs­ zif­fern der Bibel auch nur ent­fernt gleich­kommt. Die Bibel (ihr ältester Teil) war das ers­te geschriebene Buch – und sie war auch das erste gedruckte Buch von Bedeu­tung: in der Form der la­tei­ nischen Vul­gata, auf der Druck­presse von Gu­ten­berg. Daher ist sie auch das kostbarste Buch der Welt, denn die Gutenberg-­Bi­bel ist heute pro Ex­em­ plar mehrere Hun­derttau­send wenn nicht gar Mil­lio­­nen Euro wert! Das Bild links zeigt eine Seite der Gu­­ tenberg-Bibel aus dem Jah­re 1455. Ob­ wohl die Dru­cker­kunst damals schon auf einer hohen Ebene stand, glei­chen die ersten ge­druck­ten Bibeln noch sehr den alten Hand­schrif­ten. Die Ver­ schnör­ke­lung der grossen Buch­sta­ben wurde fast nie ge­druckt, sondern von Hand gemalt. Die Gutenberg-Bibel ist das älteste grosse typogra­phi­sche Werk, das wir kennen. Seit der Erfindung der Buch­drucker­ kunst sind buch­stäb­lich hunderte Millio­ nen Bi­­­beln von den Drucker­pres­sen gerollt. An der Spitze liegt die Erst­auf­ lage der New International Version mit 1,2 Mil­lionen Exem­pla­ren, her­aus­ gegeben am 27. Oktober 1978, die gröss­ ­­te Erstauflage eines Buches in der Ge­ schichte der Buch­­druckkunst. Als am 30. Sep­­tember 1952 die Revised Stan­ dard Version er­schien, waren für die erste Auflage eine Million Exem­plare gedruckt worden. Um der Nach­frage nach Bibeln ge­recht zu werden, müssen die Bibel­gesellschaften und Bi­bel­heraus­ geber mehr als eine Bi­bel oder Bibel­ teil pro Sekunde drucken, Tag und Nacht! Es gibt einen enormen Markt in den Län­dern der Dritten Welt, und die An­­ zahl der Ausgaben in den Spra­chen die­ser Länder nimmt noch im­mer zu. Es gibt keinen Zweifel: Ob wir nun an Ho­mer oder Ovid, Augustinus oder Tho­mas von Aquin, Shakespeare oder Goethe denken, die Bibel übertrifft sie alle mit Leich­tig­keit. Niemand kann bestreiten, dass die Bibel in dieser Hin­sicht ein­zig­artig ist.

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Die Einzigartigkeit ihrer Überlieferung Ein Buch, das millionenfach aufgelegt meisten Fällen handelt es sich dabei um sition ver­urteilt, ge­foltert und ver­brannt. und verbreitet wird, läuft natürlich nicht bedeutsame Aussagen. Das än­derte sich erst langsam nach der so schnell Gefahr, verloren zu gehen. Re­for­mation. Aber danach ent­stand, ge­ Aber so war es nicht immer. Ursprünglich Aber die Bibel ist nicht nur einzigartig, ra­­de im Schos­se des Protes­tantismus, ei­ wurde die Bibel auf einem Material was ihre Überlieferung durch die (buch­ ne Reihe neu­er At­tacken besonderer geschrieben, das leicht verderben konn­ drucklosen) Zeiten hindurch be­trifft, son­ Art: die Angriffe der «Bibel­kritik». Vor te. Daher musste sie während der Jahr­ dern auch was ihr Überleben trotz vieler allem in Deutsch­land kam ein ganzes hunderte mit der Hand abgeschrieben heftiger Verfolgungen angeht. Seit Jahr­ Heer von Ratio­nalisten auf, das sich die werden, bis dann die Buchdruckerkunst hunderten versuchen Men­schen, sie zu wil­desten und heftigsten Angriffe aus­ erfunden wurde. Verglichen mit ande­ vernichten und zu verbrennen. Kö­nige dach­te. Den­noch wurde die Bibel seither ren antiken Werken sind von der Bibel und Kaiser, aber auch religiöse Führer mehr ver­breitet, mehr ge­lesen und mehr viel mehr Handschriften bewahrt ge­blie­­­­ haben sich mit fanatischem Eifer dafür geliebt als je zu­vor. Die Angreifer sind ben als von zehn willkürlich zum Ver­ eingesetzt. Der grosse römische Kaiser ge­stor­ben, ih­re Kritik längst widerlegt, gleich herangezogenen klassischen Wer­ Diokletian erliess 303 n. Chr. den Erlass, doch die Bibel steht immer noch wie ein ken zu­sammen. Für ein klassisches Werk alle Christen und ihr heiliges Buch zu Fel­sen. Wel­ches Buch ist damit ver­ sind einige Dutzend Handschriften schon vernichten. gleich­bar? Die Bibel ist das meistgeliebte er­staunlich viel. Und die sind dann ge­ Buch der Welt. Aber erstaunlich ist, dass wöhnlich mindestens tausend Jahre jün­­ Es wurde der grösste Angriff auf die sie gleich­zeitig das meistgehasste und ger als die ursprüngliche Schrift. Aber Bibel in der Geschichte: Hundert­tau­sen­­­ meistkri­tisierte Buch der Welt ist. Viele vom Neuen Testament kennen wir nicht de Christen wurden getötet, und fast al­ Hämmer sind schon auf ihr kaputt­ge­ weniger als 4000 griechische Hand­schrif­ le Bibel-­Handschriften wurden vernich­­ schlagen und zahllose Grabreden über ten, dazu 13’000 Handschriften von Tei­ tet. Dennoch erschien die Bibel schon sie ausge­spro­chen worden. Kein Kapitel, len des Neuen Testaments und da­ne­ben sehr schnell wieder, und die Ironie der kein Satz in der Bibel ist diesem Gift noch etwa 9000 Handschriften der anti­ Geschichte war, dass schon 22 Jahre spä­ ent­kommen: Gibt es ein zweites Buch in ken Über­setzungen des Neuen Tes­ta­ments ter die Bibel von Kaiser Konstantin auf der Literatur, von dem man das sagen (haupt­sächlich lateinisch). Vom Al­ten Tes­ dem ersten allgemeinen Konzil zur un­ kann? Sicherlich, es gibt zahllose Bü­ tament haben wir weniger Hand­schrif­ fehl­baren Autorität erhoben wurde. Aus­ cher, die auch gründ­lich kritisiert wur­ ten, aber im Grunde wurden sie noch serdem gab er Eusebius den Auftrag, den. Aber sie sind dann auch für immer sorgfältiger aufbewahrt. Die al­ten Rab­ fünfzig Kopien der Bibel auf Kosten der in Vergessenheit geraten. Doch die Zeit biner hatten Register aller Buch­sta­ben, Regierung anfertigen zu lassen. Solche der heftigsten Bibelkritik ist gleichzeitig Silben, Wörter und Zeilen des Al­ten Wendungen hat es immer wieder gege­ die Zeit der spektakulärsten Bibel­ver­ Tes­taments. Ausserdem gab es eine be­ ben. Der berühmte französische Ratio­ brei­tung ge­worden. Wir hoffen, später stimmte Gruppe von Männern, deren na­list Voltaire, der 1778 starb, behaup­ noch mehr Gelegenheit zu haben, um einzige Aufgabe es war, die Hei­ligen tete, dass die Bibel innerhalb von hun­ hinzuwei­sen auf die vielen Angriffe, die Schriften mit der grössten Sorgfalt zu dert Jahren nur noch als Antiquität zu auf die Bibel verübt wurden, die sich bewahren und zu kopieren. Wer zählte finden sein würde. Aber innerhalb von aber als voll­kommen unbegründet her­ jemals die Buchstaben, Silben und Wör­ fünfzig Jahren nach seinem Tod ge­ ausgestellt ha­ben. Jetzt geht es uns da­ ter von Homer oder Tacitus ... ? brauchte die Genfer Bibelgesellschaft sei­ rum, zu zeigen, dass die Bibel ein­zig­ ne Druckerpresse und sein Haus, um artig ist in der Art und Weise, wie sie die Die Genauigkeit des Bibeltextes ist so­ Mengen von Bibeln zu pro­du­zieren! Ver­ Jahrhunderte und die Angriffe über­dau­ gar so überwältigend gross, dass bei­ suchen Sie aber einmal, ein Werk von ert hat. Kein denkender Mensch kann spielsweise der Text von Shakespeare Vol­tai­re zu kaufen: Das dürf­te nicht ganz das leugnen. (der erst einige hundert Jahre alt ist) be­ einfach sein. Dem Rö­mi­schen Reich folg­ deutend ungenauer und «kor­rupter» (d.h. te das Mittel­al­ter. Die römi­ Nächste Folge: Die Bibel unsicher, verstüm­melt) übersetzt ist als sche Kir­che enthielt dem – einzigartig in ihrem litera­ der des Neu­en Testaments, das be­kannt­ Volk die Bi­bel so sehr vor, ri­schen Charakter u lich schon etwa 19 Jahr­hun­derte existiert, dass jahr­hun­derte­lang die Bi­ da­von 14 Jahr­hunderte in Ma­­nus­kript­ bel prak­tisch un­be­kannt war. form. Im gan­zen Neuen Tes­ta­ment gibt Sogar Luther war, wie er sagte, es nur etwa zehn bis zwan­zig Verse, bei schon er­wachsen, ehe er über­ denen man nicht ganz sicher ist, wie sie haupt eine Bibel zu Ge­sicht genau lauten. Übrigens wird dadurch die be­kam. Aufgrund der Kon­zils­ Text­aussa­ge nicht wesent­lich beein­träch­ be­schlüs­­se und päpst­licher tigt. Aber in den Schau­spielen Sha­­kes­ Bann­­flü­che wur­den Bi­bel­über­­ peares kommen si­cher hundert Stellen setzungen öf­­fent­lich ver­brannt vor, über die Un­einigkeit be­steht; in den und Bi­bel­leser von der In­qui­

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Gehen Sie Ihren eigenen Weg

Uri Geller (© Dmitry Rozhkov)

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Wir alle wollen unseren ei­ genen Weg gehen. Viele Men­ schen lernen aber nie, wie sie das erreichen können oder schlagen sogar den fal­ schen Weg ein. Wenn Sie sich vor­nehmen, Ihrer Stim­ me Gehör zu verschaffen, müs­­sen Sie sowohl die fal­ schen wie die richtigen Wege kennen.

Wir alle kennen Menschen, Passive Leute res­pektieren ih­ die sich wie Bulldozer über re eigenen Be­dürfnisse nicht. die Einwände und Gefühle Um glücklich zu sein, müssen anderer Menschen hinweg­ Sie beide Fehler vermeiden. set­zen. «Machen Sie Platz», Trainieren Sie Ihr Durch­set­ schreien sie, «oder Sie wer­ zungs­vermö­gen. Res­pektieren den verletzt!» Sehr oft be­ Sie Ihre eigenen Bedürfnisse kommen sie genau das, was und ach­ten Sie auch darauf, sie wollen – aber sie machen was an­dere Men­schen wollen. sich auch die ganze Welt zum Durch­setzungs­fähig zu sein Feind. Und Feinde haben die bedeu­tet, seine eigenen Ge­ Angewohnheit, sich zu fühle klar auszu­drücken. Sa­ rä­chen. Rücksichtslose gen Sie: «Ich wer­de das be­ Men­schen können nicht kom­men, was ich erwarte – lange gedeihen. Früher sa­gen Sie mir auch, was Sie oder spä­ter treffen sie wollen und lassen Sie uns Menschen, die noch ag­ zusammen arbeiten, damit gressiver sind als sie. Lei­ wir beide un­seren ei­ge­nen der gibt es auch viele Weg gehen können.» Es geht Menschen, die sich über alles um Selbstrespekt und sie empören und denken: Respekt für Andere. «Ich würde es hassen, so zu sein. Wenn es das ist, Wenn Sie dies lernen, sind was es braucht, um im Sie auf dem besten Weg zu Leben das zu erhalten, einem glücklichen Leben. Das was man will, so werde ist eine so einfache Lektion – ich als Ausgleich lieber aber ich brauchte ein halbes ein netter Mensch sein.» Leben, um sie zu lernen. Ich Von dieser passiven Hal­ verstehe nicht, warum den tung werden Tyrannen Kindern in der Schule nicht angezogen wie Wespen beigebracht wird, selbstsicher von Marmelade. Wenn zu sein. Selbstrespekt und Sie sich also so ver­halten, Respekt der Anderen: dies als sei es Ihr Los, mit sollte jedermanns erste Lek­ Füssen getre­ten und be­ tion sein! tro­gen zu wer­den, wird es im­mer eine Menge aggres­si­ver Men­schen ge­ ben, die nur da­rauf war­ ten, sich über Sie hinweg zu setzen. Ty­­rannen res­ pek­tieren nie die Wün­ sche anderer Men­­schen.

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Achtsamkeit (engl. mindfulness) kann • auf die Gegenwart orientiertes Bewusst­ von «rechter» oder «vollkommener Acht­ als Form der Aufmerksamkeit verstanden sein samkeit» die Rede ist, ein Zustand hell­ werden, als Persönlichkeitseigenschaft, so­ wacher Geistesgegenwärtigkeit oder Prä­ wie als Methode zur Verminde­rung von • Stabilität bzw. Dauer von Aufmerk­sam­ senz, «in dem der Geist weit ist wie das keit und Bewusstheit. Leiden (im weitesten Sinne). Historisch Firmament» – extrem klar, lebendig und ist Achtsamkeit vor allem in der buddhis­ transparent. tischen Lehre und Meditationspraxis zu Achtsamkeit nach Bishop et al. Kabat-Zinn hat in seinem Buch «Im All­ finden. Im westlichen Kulturkreis ist Achtsamkeit vor allem durch den Ein­ Bishop et al. schlugen 2004 eine Defi­ni­ tag Ruhe finden» folgende Beschrei­bung satz im Rahmen verschiedener Psycho­ tion der Achtsamkeit vor, die zwei Kom­ von Achtsamkeit gegeben: «...so inten­ ponenten beinhaltet: siv und befriedigend es auch sein mag, therapiemethoden bekannt geworden. sich in der Konzentration zu üben, bleibt Achtsamkeit nach Kabat-Zinn Self-Regulation of Attention: die Selbst­ das Ergebnis doch unvollständig, wenn regulation der Aufmerksamkeit (so dass sie nicht durch die Übung der Acht­sam­ Eine der in der Forschungsliteratur am diese auf das unmittelbare Erleben ge­ keit ergänzt und vertieft wird. Für sich häufigsten zitierten Definitionen stammt richtet bleibt, und eine zunehmende Wahr­ allein ähnelt sie (die Kon­zentration) ei­ von Jon Kabat-Zinn. Demnach ist Acht­ nehmung mentaler Vorgänge im gegen­ nem Sich-Zurückziehen aus der Welt. samkeit eine bestimmte Form der Auf­ wärtigen Moment möglich wird), sowie Ihre charakteristische Energie ist eher merksamkeit, die verschlossen als offen, eher versunken Orientation to Experience: eine Orien­ als zugänglich, eher tranceartig als hell­ tierung auf das gegenwärtige Erleben, wach. Was diesem Zustand fehlt, ist die • absichtsvoll ist, welche durch Neugier, Offenheit und Energie der Neu­gier, des Wissensdrangs, • sich auf den gegenwärtigen Moment Akzeptanz gekennzeichnet ist. der Offenheit, der Aufgeschlossenheit, des bezieht (statt auf die Vergangenheit Engage­ments für das gesamte Spek­trum Abgrenzung von Achtsamkeit und menschlicher Erfahrung. Dies ist die Do­ oder die Zukunft), und Konzentration mäne der Achtsamkeitspraxis...» • nicht wertend ist. Achtsamkeit muss klar von Konzen­tra­ Geschichte des Begriffs Achtsamkeit nach Brown und Ryan tion unterschieden werden. Konzentra­ tion besteht darin, sich aufmerksam auf Achtsamkeit im Buddhismus Brown und Ryan fokussieren stark auf ein bestimmtes Objekt oder einen Ob­ den Aufmerksamkeitsaspekt und definie­ jektbereich wie etwa eine Schriftzeile Achtsamkeit (Pali: sati, Sanskrit: smãti) ren Achtsamkeit formal als rezeptive Auf­ einzustellen, darauf seinen Blick zu fo­ liegt als aufmerksamkeitsbezogene Hal­ merksamkeit und Bewusstheit von mo­men­ kussieren und seine ganze Aufmerksam­ tung den meditativen Praktiken aller tanen Vorgängen und Erfahrungen. keit für diesen begrenzten Bereich sei­ buddhistischer Traditionen zu Grunde. ner Wahrnehmung aufzuwenden. «Acht­ In ihrer Übersichtsarbeit fassen sie ver­ ­samkeit» hat eine dazu entgegengesetz­ Zwei Lehrreden des Buddha, das Ana­ schiedene Definitionen und Konzep­te te Ausrichtung. Hier wird der Fokus der pa­­nasati Sutta (über die Achtsamkeit der Achtsamkeit aus verschiedenen budd­ Aufmerksamkeit nicht gezielt eingeengt, beim Atmen) und vor allem das Satipatt­ histischen Traditionen zusammen. Be­ sondern vielmehr weit gestellt. Im Ma­ hana Sutta (über die Grundlagen der schrieben werden demnach folgende As­ ximalfall ist dann eine weitwinkelartige Achtsamkeit; inhaltsgleich Mahãsatipatt­ pekte von Achtsamkeit: Aufmerksamkeitseinstellung erreichbar, hãna Sutta) in der Majjhima Nikaya der die in einer umfassenden, klaren und Suttapitaka, beschreiben die Achtsam­ • Bewusstseinsklarheit (z. B. bei Henepola hellwachen Offenheit für die gesamte keit und ihre Praxis. Die «vier Grund­ Gunaratana, Nyanaponika, Charles Tart) Fülle der Wahrnehmung besteht. lagen der Achtsamkeit» sind nach dem Satipatthana Sutta • nicht konzeptuelle, nicht unterscheiden­ Von Chögyam Trungpa wurde dieser Be­ wusstseinszustand als Panorama-Bewusst­ • die Achtsamkeit auf den Körper de Bewusstheit heit charakterisiert und bezeichnet. Ei­ • Flexibilität von Bewusstheit und Auf­ ne derart auf «offene Weite» (Bodhidhar­ • die Achtsamkeit auf die Gefühle/ merksamkeit ma) ausgerichtete Achtsamkeitspraxis Empfindungen (Bewertung als positiv, (oder Achtsamkeitsmeditation) führt des­ negativ oder neutral) • empirische Haltung in Bezug auf die wegen nach und nach zu so «voll­stän­di­ Realität ger» Aufmerksamkeit, dass tradi­tio­nell • die Achtsamkeit auf den Geist (dessen

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Schwerpunkt

Achtsamkeit

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aktueller Zustand bzw. Veränderungen des Zustands, z.B. abgelenkt, kon­zen­ triert, verwirrt)

Schwerpunkt

• die Achtsamkeit auf die Geistesobjekte (d.h. alle äusseren und inneren Objek­ te/Dinge, die im Moment wahrge­nom­ men werden). Die Achtsamkeitsmeditation wird im Buddhismus auch als Vipassana bezeich­ net. Sie kann abgegrenzt werden von der konzentrativen Meditation (Sa­ma­ tha), welche die Grundlage der Achtsam­ keitsmeditation darstellt. Achtsamkeit ist das 7. Glied des Edlen Achtfachen Pfades, der erste Punkt der Sieben Faktoren des Erwachens sowie die dritte Fähigkeit der insgesamt Fünf Fähigkeiten: Vertrauen, Energie, Achtsam­ keit, Sammlung, Weisheit.

Achtsamkeit in der westlichen Me­ dizin und Psychologie Bei der Verbreitung buddhistischer Acht­ samkeitstechniken im Westen spielten unter anderem die Werke von Daisetz Teitaro Suzuki, Alan Watts und Eugen Herrigel eine wichtige Rolle. Ab den 1960er Jahren nahm das Interesse am Einsatz von Meditationstechniken im Bereich der Psychotherapie zu, vor al­ lem unter Psychoanalytikern (z.B. C.G. Jung, Erich Fromm) und Vertretern der humanistischen Psychotherapie (z.B. Fritz Perls, Carl Rogers, Charlotte Selver). As­pekte der Achtsamkeit und Akzeptanz wurden dementsprechend in die Psy­ cho­analyse (z. B. im Sinne der freien As­ soziation des Analysanden und der gleichschwebenden Aufmerksamkeit des Analytikers, die Sigmund Freud auch kri­tiklose Selbstbeobachtung nannte.), die Gestalttherapie, die klientenzentrierten Psychotherapie und die Methode des Fo­cusing, sowie in körperorientierten Ver­ fahren wie z. B. Hakomi integriert. Die Gestalttherapie nimmt hier aller­ dings eine Ausnahmestellung ein: Von Beginn an (1940er-Jahre) bildet Bewusst­ heit bzw. Gewahrsein (der englische Aus­ druck lautet hier awareness) ein grund­ legendes Element ihrer therapeutischer Theorie und Praxis. Bewusstheit bzw. Ge­­wahrsein, nach gestalttherapeu­tischer Verwendung der Begriffe, kann sowohl eine absichtslose, aktive, innere Haltung

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der Achtsamkeit als auch eine mehr Ergebnisse gerichtete Form der Achtsamkeit bezeich­ nen und sich auf alle Phänomene der Allgemein Wahrnehmung und des Erlebens richten. Ursprünglich war sogar daran gedacht Ospina u.a. führten für das Ministerium worden, die Gestalttherapie «Kon­zen­tra­ für Gesundheitspflege und Soziale tionstherapie» zu nennen, um der Be­ Dienste der Vereinigten Staaten eine deutung bewusster Wahrnehmung Rech­ umfassende Übersichtsarbeit durch, in nung zu tragen. der sie die Ergebnisse aller bis 2005 veröffentlichten Studien zu Meditation Ab den 1960er Jahren wuchs das Inte­ und Gesundheit zusammenfassten und resse im Bereich der experimentellen bewerteten. Von den 813 gefundenen Psy­chologie an Formen der Bewusst­ Studien untersuchten 147 (16 %) die seins­erweiterung, unter anderem durch Acht­samkeitsmeditation (davon 49 MBSR, Meditation, und erste EEG-Studien bei 28 Zen-Meditation, 7 MBCT, 6 Vipas­ Meditierenden wurden durchgeführt. sana-Meditation), 50 davon hatten ein Erste Studien zum Einsatz von Acht­ randomisiert-kontrolliertes Studiende­sign. samkeitsmeditation im Bereich der Psy­ Ospina et al. kamen zu dem Schluss, chotherapie wurden jedoch erst ab den dass es Hinweise auf die Wirk­samkeit späten 1970er Jahren durchgeführt. Ei­ von Meditationstechniken v.a. bei Ge­ nen entscheidenden Einfluss hatte hier­ sunden gebe, aber aufgrund der man­ bei die Arbeit von Jon Kabat-Zinn, der gelnden Qualität der meisten Stu­dien Achtsam­keitstechniken (inzwischen be­ bis dato keine sichere Aussage bzgl. der kannt als Achtsamkeitsbasierte Stress­re­ Auswirkungen von Meditation auf die duktion oder MBSR) zunächst bei Pa­ Gesundheit möglich sei. tienten mit chronischen Schmerzen ein­ setzte. Seitdem nahm das For­schungs­ Auch Autoren anderer Übersichts­arbei­ interesse an dem Thema stetig zu, und ten bemängelten die mangelhafte me­ es wurden auch verschiedene andere thodische Qualität vieler Studien, ka­ (überwiegend kognitiv-verhal­tens­thera­ men jedoch zu dem Ergebnis, dass es peutisch orientierte) Therapie­ansätze ent­ Hinweise gibt, dass Achtsamkeitstraining wickelt, die Achtsamkeits­techniken ein­ sich günstig auf verschiedene Aspekte set­zen (z. B. die Dialektisch-Beha­vio­rale psychischer Gesundheit auswirkt, wie Therapie, die Akzeptanz- und Com­mit­ z.  B. Stimmung, Lebenszufriedenheit, menttherapie und die Achtsam­keits­ba­ Emo­­tionsregulation, und das Ausmass sierte Kognitive The­rapie). Auch die von psychischer Symptome. Luise Reddemann auf psycho­ana­lyti­scher Grundlage entwickelte Psy­cho­dyna­misch Da die Wirksamkeit der Achtsam­keits­ Imaginative Trauma­the­ra­pie enthält als basierten Kognitiven Therapie (MBCT) wesentliche Elemente eigen­ständige Acht­ bei der Rückfallprävention bei mehreren samkeitsübungen. depressiven Episoden in der Vorge­ schichte inzwischen als ausreichend be­ Inzwischen wird das Prinzip der Acht­ legt gilt, wurde MBCT als Therapie­ samkeit im Rahmen der Therapie oder empfehlung zur Rückfallverhütung bei Prävention einer Vielzahl verschiedener diesen Patienten in die S3-Leitlinie De­ psychischer und körperlicher Störungen pression aufgenommen. bzw. Probleme eingesetzt.

Forschung zur Achtsamkeit

Achtsamkeit und Emotionsregula­ tion

Es wurden verschiedene psychologische Erste Studien weisen darauf hin, dass Fragebögen entwickelt, anhand derer Achtsamkeit zu einer verbesserten Emo­ versucht wird, das Konstrukt der Acht­ tionsregulation führen kann. So zeigten samkeit zu erfassen. z. B. fMRT-Studien bei Personen mit hoher dispositioneller Achtsamkeit (ge­ Zur Untersuchung der Auswirkungen messen mit der Mindful Attention Awa­ von Achtsamkeit wurden unter anderem reness Scale) eine verstärkte Hem­mung auch neurophysiologische Methoden ein­ der Amygdala durch den Prä­frontalen gesetzt, etwa elektroenzephalografische Cortex während dem Benen­nen von oder bildgebende Verfahren (z. B. fMRT). Emotionen. u

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A

chtsamkeit und Stress im Alltag

Der Raum zwischen Stimu­lus, Reiz und Reaktion

Wie oft stressen uns kleinere tägliche Er­ fahrungen und beeinflussen unsere Ge­ danken und Emotionen? Und wie wirkt sich das auf unseren Körper aus? Acht­ samkeit hilft uns, uns darüber be­wusst zu werden und lässt uns die Wahl, wie wir reagieren.
Eine kurze Untersuchung über «Achtsamkeit und Stress» und ei­ nige Vorschläge, die uns helfen können, unseren Alltag bewusst zu gestalten… Stellen wir uns einmal die Frage: «Was passiert, wenn wir unser Leben unbe­ wusst, automatisch und unter Stress füh­ren?» Sie fühlen sich vielleicht sehr gestresst, wenn Sie in einer Schlange in der Bank oder der Post warten, wenn Sie im dichten Verkehr sind oder eine unbekannte Strecke fahren, wenn sie eine Frist einhalten müssen oder wenn Sie ein unangenehmes Gespräch haben. Sie können sogar Stressreaktionen erle­ ben als Ergebnis davon, dass Ihnen solche Ereignisse bevorstehen oder wenn Sie sich an sie erinnern. Obwohl diese Anlässe ziemlich gering zu sein schei­ nen, können sie alle Arten von Symptomen verursachen, wie Mus­ kelspannung, Kopf­ schmerzen, Schlaf­lo­ sigkeit, gastro­intes­ tinale Beschwerden und Hautprobleme.

mit Stress umzugehen, wie Rauchen, Sucht, unkontrolliertem Essen oder Über­ arbeiten.

Wir selbst haben die Wahl

Natürlich ist die Konditionierung eine mächtige Kraft, die es schwer machen kann, sich zu verändern. So wie Wasser den Weg des geringsten Widerstandes findet, tendiert man dazu, in Gewohn­ heiten zurückzufallen, weil dies in vieler Hinsicht der leichteste Kurs ist, dem man folgen kann. Dazu gehören gewohnte Weisen zu sehen und zu reagieren.

Eine der Gaben, die Achtsamkeit bietet, ist, dass sie einem hilft, zu erkennen, dass man eine Wahl hat, wie man auf eine Stress verursachende Situation re­ agiert. Viktor Frankl, Psychiater und Als Hilfe beim Motivieren zu der her­aus­ Über­lebender des Holocaust, beschreibt fordernden Arbeit, Ihren Autopiloten ab­ dies treffend: «Zwischen Stimulus, Reiz, zustellen und gewohnten Reaktions- und und Reaktion gibt es einen Raum. In Verhaltensweisen zu widerstehen, haben diesem Raum ist unsere Macht, unsere wir ein paar Vorschläge für Sie vorbereitet, Reaktion zu wählen. In unserer Reaktion wie Sie auf informelle Weise Achtsamkeit liegt unser Wachstum und unsere mit in Ihren Tag nehmen können. Freiheit.». Sogar während seiner Gefan­ Das Potenzial für Übung genschaft fand er Möglichkeiten, den Menschen in seiner Umgebung Trost zu in jeder Situation spenden und zu heilen. Das unterstreicht beispielhaft, dass mit Achtsamkeit jeder Indem Sie sich dafür entscheiden, wäh­ die Freiheit der Wahl besitzt, wie er re­ rend des Tages achtsam zu sein, können Sie grösseren Fokus und Wertschätzung agiert.

Schwerpunkt

Elisha Goldstein und Bob Stahl

Langzeitstress kann auch ein Faktor bei ernsten Erkrankungen wie Krebs, Herzer­kran­ kungen und Demenz sein, besonders wenn man auf ungesunde Strategien zurück­greift,

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zu jeder Situation bringen, in der Sie sich befinden. Sie fühlen sich auch ruhiger und in Frieden. Wenn Sie weiter in Achtsamkeit wachsen, werden Sie das Potential für in­ formelle Übung in jeder Situation sehen.

Wenn Sie fahren, suchen Sie nach Gele­ genheiten, ein wenig langsamer zu fah­ ren. Nutzen Sie rote Ampeln zur Er­inne­ rung daran, Ihre Atmung wahr­zu­nehmen.

Da es kontraproduktiv ist, nach Hause zu eilen, um sich zu entspannen, versuchen Sie, achtsam und ein wenig langsamer nach Hause zu fahren. Spüren Sie Ihre Hän­de auf dem Lenkrad und nehmen Wir tendieren mit Sicherheit dazu, au­ Sie achtsam jeden Moment auf. Sie Wenn Sie morgens Ihre Augen auf­schla­ tomatisch zu gehen. Gehen Sie anders könnten auf das Radio verzichten und gen, nehmen Sie sich ein paar Mo­mente als gewohnt, wenn Sie in Ihr Büro gehen darüber reflektieren, was Sie an diesem Zeit, statt aus dem Bett zu sprin­gen, und oder Besorgungen machen. Sie könnten Tag ge­macht haben. Was war positiv und spüren Sie achtsam in Ihren Körper zum Beispiel langsamer gehen oder drei was würden Sie gerne besser machen? hinein. Wenn Sie den Tag mit mehr Schritte lang einatmen, dann drei Schrit­ Eine andere Möglichkeit ist, absichtlich Bewusstheit für den gegen­wär­tigen te lang ausatmen. Achten Sie auf Ihre zu pla­nen, was Sie gerne tun würden, Moment beginnen, schaffen Sie die Empfindungen beim Gehen – in Ihren wenn Sie nach Hause kommen. Sie kön­ Bedingungen für ein grösseres Ge­fühl Füssen und in Ihrem ganzen Körper. nen sich zum Beispiel achtsames Zuhö­ von Ruhe und Gleichmut während der ren vornehmen. schwierigen Momente im Laufe die­ses Wenn Sie bei Ihrer Arbeit eine Reihe von Tages. Aufgaben zu erledigen haben, reser­vie­ Wenn Sie nach Hause kommen, spüren ren Sie jeweils Zeit für eine Gruppe ähn­ Sie in sich hinein, bevor Sie durch die Wenn Sie duschen, achten Sie darauf, licher Aufgaben. Legen Sie zum Bei­spiel Tür gehen, und achten Sie dabei darauf, ob Ihr Geist schon für den kommenden eine Zeit nur für Planen fest und gehen ob Ihr Körper angespannt ist. Wenn das Tag denkt, plant und probt. Wenn Ihnen Sie während dieser Zeit keinen anderen so ist, versuchen Sie, diese Muskeln das bewusst wird, bringen Sie Ihren Aufgaben nach. Wenn Sie kön­nen, lesen weich werden zu lassen, indem Sie be­ Geist sanft in die Gegenwart zurück Sie keine E-Mails, wenn Sie sich auf an­ wusst in sie hineinatmen und Spannung und wie Sie in der Dusche sind: Nehmen dere Aufgaben konzentrieren. Wenn mög­ einfach da sein lassen. Sie den Geruch der Seife, die Emp­ lich, nehmen Sie einmal pro Woche eine findung des Wassers auf Ihrem Körper Mahlzeit allein und in Stille ein. Essen Wenn Sie anfangen, informelle Übungen wahr und die Geräusche in der Dusche. Sie dabei langsamer als ge­wöhnlich und in Ihren Alltag zu integrieren, nehmen wenden Sie sich wirklich dem Geschmack Sie sich etwas Zeit, um über Ihre Erfah­ rungen zu reflektieren. Was haben Sie Wenn Sie mit anderen zusammenleben, und der Konsistenz der Speisen zu. gemacht? Was haben Sie vor und nach nehmen Sie sich ein paar Momente dafür, ihnen achtsam zuzuhören und mit Spüren Sie während des Tages von Zeit der Übung an und in sich bemerkt? Wie ihnen Kontakt aufzunehmen, bevor Sie zu Zeit achtsam in sich hinein. Sie kön­ haben Sie anderen gegenüber ge­han­ in den Tag gehen. Wenn Sie sich Ihrem nen solche Momente in Ihren Kalen­der delt oder auf sie reagiert? Was lernen Auto nähern, gehen Sie langsamer, spüren eintragen oder sie mit bestimmten Akti­ Sie aus informeller Übung? Wenn Sie Sie in Ihren Körper hinein und achten Sie vitäten verbinden. So können Sie zum möchten, können Sie darüber in Ihr Pro­ auf Spannung irgendwelcher Art. Versu­ Beispiel immer dann innehalten, bevor tokoll oder Tagebuch schreiben. chen Sie, sie weicher werden zu lassen, Sie nach E-Mails schauen oder bevor Einfach machen! bevor Sie losfahren. Sie sich in den Berufsverkehr be­geben. unseres menschlichen Seins. Doch Stress führt oftmals dazu, dass wir uns gereizt, angespannt, überwältigt und aus­ge­ brannt fühlen.

Bob Stahl und Elisha Goldstein

Stressbewältigung durch Achtsamkeit Das MBSR-Praxisbuch Stress und Schmerzen sind im täglichen Leben fast unvermeidbar, sie sind Teil

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Nehmen Sie sich gleich jetzt einen Mo­ ment Zeit, um die Beziehung zwi­schen dem, was Sie denken und wie Sie sich körperlich und emotional fühlen, zu be­ merken. Verwenden Sie ein paar Mo­ mente darauf, Ihre Gedanken, Emo­tio­ nen und körperlichen Empfindungen zu beobachten und zu betrachten, wie sie sich vielleicht zueinander verhalten.

Es geht auch anders! Lernen Sie in Stressbewältigung durch Achtsamkeit, wie Sie stressfördernde Gewohnheitsmuster durch achtsame Gewohnheiten ersetzen können eine Fähigkeit, die Sie ein Leben lang begleiten kann. Der Dann nehmen Sie diese Übung mit sich Schlüssel zur Wahrung der Balance liegt in Ihren Alltag. Achten Sie zum Beispiel darin, auf Belastungen nicht mit Fru- auf Ihre anfänglichen Reaktionen, wenn stration und Selbstkritik zu reagieren, Sie in einer Warteschlange sind oder im sondern mit achtsamem nichturteilen- Verkehr stecken und wie Sie Gele­gen­ dem Gewahrsein unseres Körpers und heit bekommen, anders zu reagieren, unseres Geistes. Unmöglich? Tatsächlich wenn Sie Achtsamkeit in die Situation bringen. ist es viel einfacher, als es scheint! Brosch., 312 Seiten, CHF /€ 19,90, ISBN 978-3-86781-017-3, Arbor Verlag

(Aus dem Buch: Stressbewältigung durch u Achtsamkeit)

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W

ie kann uns Achtsamkeit im Umgang mit Angst helfen?

Ein Interview mit Lizabeth Roemer

Vor Kurzem erschien ein wunderbares erfahren, die wir bei unseren Klienten der kognitiven Verhaltens­theorie und Buch, das Menschen helfen möchte, die sahen und wir hatten das Gefühl, das Pra­xis. Wir haben begonnen, Achtsam­ unter Angst leiden.
Der achtsame Weg wir ein Buch schreiben könnten, das ei­ keit in diesen Ansatz zu inte­grieren, durch die Angst von Susan Orsillo und ne wertvolle Ergänzung zu den schon weil wir dachten, es könnte für einige Lizabeth Roemer bietet einen syste­ma­ erhältlichen Selbsthilfebüchern ist. Menschen die Wirkung der Be­handlung tischen, achtsamkeitsbasierten Ansatz verstärken. Durch die Kulti­vie­rung von zur Überwindung von Angst und der Warum verwenden Sie Achtsamkeit in Akzeptanz ermöglicht Acht­samkeit eini­ Förderung eines wertgemässen Lebens. der Arbeit mit Angstsymptomen? Wa­rum gen Menschen anders mit Erfahrungen Aufgrund der vielen Übungen und Fall­ sollte jemand die Angst, die Furcht und umzugehen, die nicht so leicht zu ver­ beispiele empfehle ich dieses Buch oft andere unangenehme Emotionen noch ändern sind. Aber letzt­endlich ist die meinen Patienten. Es reflektiert auch bewusster erfahren? Methode nicht so wichtig wie die Wir­ die auf Forschung basierende Behand­ kung. Unser Haupt­schwer­punkt liegt lung, die Orsillo und Roemer im Laufe Ein wichtiger Aspekt der Achtsamkeit da­rauf, Menschen zu helfen, sich anders der Jahre entwickelt haben. Ich hatte liegt darin, dass es eine bestimmte Art auf ihre Angstsymptome zu beziehen, das Glück, mit Lizabeth Roemer spre­ des Gewahrseins ist. Es ist ein erwei­ter­ damit sie ihr Leben erfüllter leben kön­ chen zu können – im Folgenden finden tes Gewahrsein, kein eingeengtes. Die nen. Wir denken, dass Acht­samkeit uns Sie einen Auszug aus unserem Ge­ meisten Menschen mit Angst fokus­sie­ ermöglicht, dieses Ziel mit der CBT ren sich zu eng auf die Dinge, die für sie besser zu erreichen. spräch. furchterregend oder angstaus­lö­ In Ihrem Buch sind auch verschiedene send sind, sie sind Meditationen enthalten. Was raten Sie sich nicht ihrer Menschen, die Ihnen sagen, dass sie ganzen Erfahrung nicht meditieren können? bewusst. Acht­sam­ keit ist auch ein Wenn Meditation einfach wäre, dann mitfühlendes Ge­ hätten Sie es schon getan! Das Wichtige wahrsein, im Ge­ bei diesen Übungen ist die Kultivierung gensatz zu dem dieser neuen Fertigkeit der Achtsamkeit, sehr engen, kriti­ die wir durch Praxis erlernen können – schen Gewahrsein, wie jede andere Fertigkeit. Und wir das mit Angst ein­ arbeiten mit vielen Methoden, um diese hergeht. Angst Fertigkeit zu kultivieren. Die meisten bringt die Men­ Menschen können sich fünf Minuten schen dazu, sich Zeit nehmen, um sich hinzusetzen und übermässig der Be­ Achtsamkeit zu üben. Eine gewisse Zeit drohungen bewusst in unserem Leben zu reservieren, um © Bild: Widerbergs/flickr zu sein und das führt Achtsamkeit zu üben, ermöglicht uns, Was hat Sie dazu veranlasst, dieses zu Vermeidung. Diese Vermeidung ver­ dieses achtsame Gewahrsein besser in Buch zu schreiben? hindert das Erlernen neuer Fertigkeiten unserem Leben anzuwenden. Wir ha­ ben auch mit Menschen gearbeitet, die und die volle Erfahrung des Lebens. Nachdem wir viele Jahre damit ver­ bei alltäglichen Aktivitäten mit Acht­ bracht hatten, diesen Behandlungsansatz Wie unterscheidet sich Ihre Behandlung samkeit üben, wie beim Zähneputzen zu entwickeln und ihn an Therapeuten von einer rein kognitiven Verhal­tens­ oder beim Zusammenlegen der Wäsche, weiterzugeben, wollten wir unsere Ar­ the­rapie (CBT)? statt dass sie eine besondere Zeit re­ser­ beit mit den Menschen teilen, die nicht vieren. Das Buch gibt flexible Emp­ in therapeutischer Behandlung sind. Die kognitive Verhaltenstherapie ist ei­ fehlungen für verschiedene Möglich­ Wir wollten vielen Menschen ermög­li­ ne sehr effektive Behandlung bei Angst keiten, um die Praxis in unser Leben zu chen, die sinnvollen Veränderungen zu und unser Ansatz beruht sehr stark auf integrieren.

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Schwerpunkt

Jonathan Kaplan

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Schwerpunkt

Im Zusammenhang mit dem Thema meines Blogs Urban Mindfulness (dt. Achtsamkeit in der Stadt) möchte ich fragen, ob Sie feststellen konnten, dass Menschen in der Stadt mehr oder we­ni­ ger Angst empfinden als andere? Ich habe lange Zeit am State College in Pennsylvania und nun seit einiger Zeit in Boston gearbeitet. Ich habe festgestellt, dass das Leben der Menschen in der Stadt komplizierter ist. Die Menschen begegnen mehr realen Lebenshinder­nis­ sen und Stressauslösern, die natür­li­ cherweise zu Angst führen können, wie die schnelle Geschwindigkeit des Le­ bens. Und damit geht auch einher, dass es in der Stadt schwerer ist, achtsam zu sein. Es ist schwerer, den natürlichen Raum und die Momente zu finden, um zu uns selbst zurückzukommen. Wir müs­ ­sen eine stärkere Absicht aufbringen.

Möchten Sie noch etwas hinzufügen? Ja. Ich möchte die Bedeutung der Teil­ nahme am Leben ansprechen. Ein ent­ scheidender Teil des Buches – neben den Möglichkeiten, ein offenes und weiteres Gewahrsein zu kultivieren und mit unseren Erfahrungen anders umzu­ gehen – ist das Finden sinnvoller Er­fah­ rungen im Leben. Die Angst bringt uns dazu, uns auf das zu fokussieren, was bei uns Angst auslöst und es zu ver­ meiden. Die Menschen vermeiden be­ stimmte Erfahrungen, um sich nicht ängstlich zu fühlen und das funktioniert nicht wirklich.

Infos zu Lizabeth Roemer

und schliesslich befreienden Kontakt mit ihr treten können.
Denn man kann Angst nicht einfach «wegmachen». Tat­ sächlich verschlimmern die meisten Din­ ge, die wir tun, die Lage nur noch. Die Vermeidung gefürchteter Situationen, die Sorgen und Ängste aus dem Geist zu verbannen – das funktioniert nicht. Dabei wollen wir uns doch einfach nur besser fühlen!
Lernen Sie Schritt-fürSchritt-Strategien, wie Sie angstvollen Gefühlen begegnen können, ohne sie eskalieren zu lassen; wie Sie den ei­ Lizabeth Roemer ist Psychologie-Pro­fes­ sernen Griff von Sorgen und Angst sorin an der University of Massa­chusetts lockern können; und wie Sie sich eine Boston. In ihrer Forschungsarbeit kon­ neue Ebene emotionaler und physischer zentriert sie sich auf die Frage, wie Gesundheit erschliessen können. Individuen mit ungewollten emotionalen Erfahrungen umgehen und wie unbe­ wusst gespreicherte Handlungsmuster uns darin beeinflussen. Zusammen mit ihrer Kollegin Susan Orsillo entwickelte sie eine akzep­tanz­ basierte Verhaltenstherapie um gene­ra­ lisierte Angststörungen zu behandeln. Mit ihren Studenten untersucht sie die Rolle von Achtsamkeit, Akzeptanz und bewussten Handlungen um eine opti­ma­ le Arbeitsweise im Umgang mit externen und internen Stressoren zu entwickeln. Auf ihrer englischsprachigen Website Roemer Lab erfährt man mehr über ihre aktuellen Forschungen.

Das Interview führte der Autor Jonathan Kaplan. Es erschien erstmals auf dem Blog Urban Mindfulness der Website Psychology Today.
Wir danken Jonathan Eine Alternative dazu besteht darin, die Kaplan für die Abdruckgenehmigung Fertigkeiten der Achtsamkeit zu ent­ dieses Interviews. wickeln und Angstreaktionen zu spüren, aber nicht darauf zu reagieren. Und dann die Dinge zu tun, die uns wichtig sind, zum Beispiel uns in einer Be­zie­ Susan Orsillo und Lizabeth Roemer hung zu öffnen, Zeit mit unseren Kin­ dern zu verbringen oder uns be­ruflich Der achtsame Weg durch weiterzuentwickeln. Es ist ein Weg auf die Angst die Angst zu reagieren, dessen Ziel ein Wie wir andauernde Sorgen und Grü­ erfülltes Leben ist. be­lei hinter uns lassen und zu einem Was möchten Sie tun und leben, wovor erfüllten Leben finden Sie bisher aufgrund Ihrer Angst zu­ rückgeschreckt sind? Können Sie die Es ist möglich, sich aus dem Griff der Angstreaktionen spüren und trotzdem Angst zu lösen.
Klar und einfühlend le­ das tun, was Ihnen wichtig ist? Das Buch gen die Angstexpertinnen Susan Or­sillo hilft den Menschen, die Fertigkeiten zu und Lizabeth Roemer dar, wie Angst entwickeln, damit sie ihr Leben erfüllter funktioniert, wie sie sich uns in den Weg stellt und wie wir in einen lebendigen leben können.

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Stimmen zum Buch: «Von grossem Nutzen für jeden, der in dieser Zeit unerbittlicher Getriebenheit, sozialer Isolation, Stress und ständiger digitaler Ablenkung unter Angst leidet. Der weise Rat der Autorinnen basiert auf ihrer eigenen klinischen Erfahrung und Forschung und liefert überzeu­gen­ de Beweise dafür, warum Achtsamkeit so wichtig ist, wenn es darum geht, unser Leben zurückzugewinnen. Eine wirkungsvolle Orientierung, wie wir un­­ ser Leben auf sinnvolle und prak­ti­sche Weise meistern können.»
 Jon Kabat-Zinn «Zwei der in diesem Feld erfahrensten und kreativsten Experten nehmen uns geschickt und einfühlsam mit auf eine Reise in die verborgenen Regionen un­ se­res angstvollen Geistes.»
 Christopher Germer Brosch., 280 Seiten, CHF 27,40 / € 19,90, ISBN 978-3-86781-050-0, Arbor Verlag u

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Achtsamer Umgang mit Wut In der Tradition des Theravada-Bud­dhis­ bald wieder verändern wird.» Diese Ein­ behandelt hat, aber wir sind uns nicht mus wird gelehrt, dass die Gegen­mittel sicht befreit uns aus dem Gefängnis der sicher. Wenn wir der Wut mit Acht­sam­ für Wut liebende Güte und Mit­gefühl Wut. Obwohl sich das vereinfacht an­ keit begegnen, wird es schliess­lich klar sind. Wenn wir auf jemanden wütend hört, funktioniert es wirklich. werden, ob die Wut berechtigt war oder sind, dann umarmen wir ihn in in un­se­ nicht. In der Zwischenzeit be­handeln Aus Wut wird Mut rem Herzen mit liebender Güte und wir uns selbst (und den anderen Men­ Mit­gefühl; wenn wir wütend auf uns schen) so freundlich wie möglich. Die selbst sind, dann tun wir das Gleiche. Wir können auf uns selbst oder jemand Wut ist schon da. Werde nicht wütend Aber weil wir manchmal von Wut mit­ anderen wütend sein. Unsere Wut kann auf dich, dafür dass du wütend bist – das gerissen werden, vergessen wir unsere berechtigt oder unberechtigt sein. Wenn wäre so, als würdest du Benzin in ein Absicht mit liebender Güte und Mit­ge­ unsere Wut berechtigt ist, haben wir Feuer schütten, um es zu löschen! fühl zu antworten. Zudem ist Wut nicht zwei Möglichkeiten: Wir können ent­ Drei Übungen um Wut- immer so leicht zu erkennen – manchmal weder etwas dagegen tun, oder nicht. tarnt sie sich als Gefühllosigkeit, De­ Deshalb gibt es keinen Grund für ein Enthaltsamkeit zu trainieren Melodrama, das nur unser Leiden ver­ pression, Hilflosigkeit oder Angst. stärkt. Wir können versuchen etwas zu Ich möchte nicht sagen, dass wir Wut tun, um den Auslöser der Wut zu ver­ unterdrücken oder verleugnen sollten, ändern, aber wenn wir das nicht können, und auch nicht, dass Wut schlecht ist. haben wir immer die Möglichkeit, ein­ Nur die Identifikation mit ihr ist das fach die Tatsache zu akzeptieren, das Problem. Was uns beim Umgang mit Wut helfen kann – egal, ob die Wut be­ wir wütend sind. rechtigt ist oder nicht: Statt uns dafür zu verurteilen, dass wir wütend sind, können wir daran inte­ 1.
«Ich verzichte darauf, recht zu haben ressiert sein, wie wir unsere Wut ge­ – sei es in Bezug zur Vergangenheit, Ge­ schickt nutzen, um uns selbst oder An­ genwart oder Zukunft.»
Oft wollen wir dere zu motivieren. Wut ist einfach nur recht behalten und diese Anhaftung hält Energie, es ist unsere Reaktion auf diese uns in der Wut fest. Und dabei ist es Energie, die zu Leiden führt. Wir suchen egal, ob wir wirklich recht haben. Wenn Blinde Wut. © sommerkind/photocase also nach einem positiven Weg, um wir daran anhaften Recht zu haben, dann Es gibt eine vielsagende Geschichte diese Energie zu nutzen, die durch uns erschaffen wir Wut immer wieder neu. über zwei buddhistische Mönche, die pulsiert, wenn wir wütend sind. Wenn zusammen in einem Gefängnis waren, wir unsere Identifikation mit der Wut 2.
«Ich verzichte darauf, den Erfolg mei­ wo sie auch gefoltert wurden. Viele lösen, dann können wir den Mut finden nes Lebens daran zu messen, wie gut Jahre nach ihrer Freilassung sehen sie zu handeln. meine Bedürfnisse erfüllt wer­den.»
Wenn sich wieder. Der eine Mönch fragt, wir zum Beispiel wütend auf unsere Mut­ Kein Benzin ter sind, weil sie sich in irgendeiner Wei­ «Hast du unseren Aufsehern vergeben?» Der andere antwortet, «Ich werde ihnen se nicht um uns ge­kümmert hat, dann spü­ ins Feuer schütten nie vergeben! Niemals!» Darauf sagt der ren wir diesen Verlust, aber wir mes­sen erste Mönch, «Dann halten sie dich Manchmal gibt es die Tendenz, die Wut unser Leben nicht daran. Dadurch hat die wohl immer noch gefangen, oder?» Die­ einfach loszulassen, aber wir können Wut, die uns verfolgt, keine Nah­rung mehr. se Geschichte illustriert sehr lebendig un­sere Wut nutzen, um unseren eigenen Widerstand zu überwinden und dann 3.
«Ich verzichte darauf, der Star meines die Tyrannei der Wut. an­gemessen mit einer Person oder Si­ Lebens zu sein.»
Nehmen wir beispiels­ Indem wir unseren Momenten der Wut tuation umzugehen. Wir können die Wut weise an, du hast die Tendenz wütend zu mit Achtsamkeit begegnen, können wir zum Beispiel nutzen, um unsere Angst werden, wenn dir jemand beim Auto­fah­ die Wut sehen, wenn sie auftaucht, und vor etwas zu überwinden. ren in den Weg kommt. Wenn du dich können ihre schädlichen Wirkungen nicht mehr als Zentrum des Universums erkennen. Wenn wir uns ständig unserer Manchmal ist unsere Wut nicht be­rech­ siehst, dann kann sich diese Wut verän­ Wut bewusst sind, dann verstehen wir: tigt, aber wir sind trotzdem wütend, dern, denn plötzlich bist du einfach ein «Diese Wut bin nicht ich, es ist nicht oder wir wissen vielleicht nicht, ob die Verkehrsteilnehmer wie je­der Andere meine Wut. Es ist einfach ein Zustand Wut berechtigt ist. Wir könnten bei­spiels­ auch – du bist ein Teil des Ganzen. Du des Geistes, der sich so wie das Wetter weise glauben, dass uns jemand unfair bist nicht länger der Star. Du musst nicht

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Schwerpunkt

Phillip Moffit

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alles von deinem Stand­punkt aus be­ trachten.

sich um Emotionen wie Wut, Sorgen oder Angst handelt.

Für die weitere Reflektion:

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Das wahrhaft mitfühlende Herz wählt nicht aus
 Richtet sich deine Wut normalerweise auf Andere oder auf dich selbst, oder bei­ des? Kannst du Mitgefühl für dich selbst aber nicht für Andere empfinden, oder anders herum?

Infos zu Phillip Moffitt

Phillip Moffitt ist Mitglied des LehrerRats am Spirit Rock Meditation Center in Nord Kalifornien. Dort und in ver­ schie­denen buddhistischen Zentren Ame­­rikas und Kanadas bietet er re­ gelmässig Re­treats an. Zusätzlich be­ treut er eine wöchentliche Medi­ta­ tionsklasse in Ma­rin County, Kalifor­ nien.

Untersuche deine Beziehung zur Wut
 Versuche selbst die Verantwortung für deine unangemessenen Handlungen zu übernehmen, aber trotzdem Mitgefühl für deine Fehler und das Leiden, das durch sie entsteht, zu empfinden. Kannst du das auch bei anderen Menschen tun? Frage dich während des Tages, wie oft du achtsam bist
 Achtsamkeit ermöglicht es dir, jede Er­ fahrung zu erleben, ohne davon über­ wältigt zu werden, selbst dann, wenn es

Amerikas. Von 1979 bis 1987 war er In­ haber und Chefredakteur des Esquire Magazins.
Trotz Erfolg, Sicherheiten und Privilegien verkaufte Phillip Moffitt das Unternehmen, gab seinen Job auf und wendete sich ausgiebig der Acht­sam­keits­ meditation, dem Theravada Bud­dhis­­ mus und der Psychologie C.G. Jungs zu. Schliesslich entwickelte er die Life Balance Work und gründete 1991 das Life Balance Institute.

Phillip Moffitt war in den 80er Jahren Viele seiner Artikel, sowie Medita­tions­ Mitbegründer, Chefredakteur und Prä­ anleitungen, Videos und Audio-Dateien sident der 13-30 Corporation, eines der findet man auf seiner englischsprachigen hundert grössten Medienunter­nehmen Website dharmawisdom.org. u­­­

Gemeinsame Achtsamkeit Mit einem tiefen Atemzug in den Tag starten Susan Kaiser Greenland Ganz gleich, wie viele Bücher und Zeitschriftenartikel mein Mann und ich darüber gelesen hatten, welche Vorteile es hat, vor dem Schlafengehen die Schulrucksäcke und die Brotdosen zu packen und die Kleidung herauszulegen, kam es, als unsere Kinder klein waren, nur selten vor, dass wir vor dem Einschlafen alles für den nächsten Tag

vorbereitet hatten. Und selbst wenn es so war, passierte normalerweise am nächsten Morgen etwas, das unsere gut organisierten Pläne durchkreuzte.

in der Tasche und die Aktenkoffer in der Hand, taten wir zusammen einige Atemzüge, um den ruhigen Übergang in die Welt draussen zu erleichtern.

Die Kinder für die Schule fertig zu machen ähnelte dem Ausführen einer Zirkusnummer und manchmal fühlten wir uns so, als würden wir aus einer Kanone geschossen.

Dies ermöglichte einen bedeutsamen Wechsel in unserem Tempo und unserer Perspektive, bevor wir loszogen, um dem neuen Tag zu begegnen. Ich er­ muntere Sie dazu, dieses Ritual aus­zu­ probieren, falls Ihre Morgen ebenfalls hektisch sein können.

Seth und mir gefiel es nicht, jeden Tag so hektisch zu beginnen, also führten wir ein Morgenritual ein, das uns gute Dienste leistete. Nachdem das Gehetze des Sich-Fertigmachens vorbei war, aber bevor wir das Haus verliessen, hiel­ten wir im Flur an, um gemeinsam drei tiefe Atemzüge zu tun.

© Widerbergs/flickr

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Die Kinder die Rucksäcke auf den Schultern, Seth und ich die Autoschlüssel

(Aus dem Buch: Wache Kinder)

Infos zu Susan Kaiser Greenland Susan Kaiser Greenland ist Mutter, Au­ torin und Begründerin des «Inner Kids Programms».

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D

ie vier Einsichten der Achtsamkeit

Wie man Achtsamkeit in einen hektischen Familienalltag integrieren kann

Susan Kaiser Greenland

Während einer Familienkrise suchte die ehemalige Anwältin nach stress­re­du­ zie­renden Methoden und kam mit Achtsam­keitsmeditation in Berührung. Schliess­lich entwickelte sie auf Grund­ lage ihrer eigenen Meditationspraxis Achtsam­keits­techniken für Kinder und begann diese an amerikanischen Schu­ len zu lehren. Die Verbindung von klas­ sischen Achtsamkeitspraktiken, Me­ dita­tions­tech­­niken, Spielen und Unter­ richt wurde von Psychologen am Mind­ fulnes Awa­re­ness Center an der Uni­ versity of Cali­fornia, Los Angeles (UCLA) untersucht. Sie ist Mitbegründerin der Inner Kids Foundation, einer Non-Profit-Organi­sa­ tion, die von 2001 bis 2009 achtsames Ge­wahrsein an Schulen und kommu­na­ len Programmen im Grossraum Los An­ geles lehrte. Susan Kaiser Greenland un­terrichtet Achtsamkeit aber nicht nur für Kinder und Jugedliche, sondern auch für Erzieher, Eltern, Therapeuten und andere Menschen in Gesund­ heitsberufen.

Die Praxis der Achtsamkeit wurde vor mehr als 2500 Jahren als Antwort auf ei­ ne logische Einsicht in die Natur der all­ täglichen Erfahrung entwickelt: die, dass sich jeder Aspekt des Lebens ir­gendwie in den Rahmen von vier Grundwahrheiten fügt. In seinem Buch Breath by Breath (dt. Mit jedem Atemzug) beschreibt Medita­ tionslehrer Larry Ro­sen­­­berg die vier bud­ dhistischen Wahr­hei­ten: Es gibt Leiden; es gibt eine Ur­sache für dieses Leiden; es gibt ein Ende des Leidens; und es gibt einen Weg, der zu diesem Ende führt. Diese vier Ein­sichten bieten einen Leit­ faden für die Vermittlung von Acht­sam­ keit an Kinder und ihre Familien.

1. Das Leben hat seine Höhen und Tiefen

Leicht lässt sich unterschätzen, wie an­ strengend Kindheit in der heutigen Zeit sein kann. Viele Kinder müssen die Re­ geln dafür, wie sie unter ihresgleichen akzeptiert werden, selbst herausfinden. Dies ist nicht einfach, zumal der Preis für Versagen hoch sein kann – Ächtung, Schüler-Mobbing, das Fehlen von Sie arbeitet an der Pediatric Pain Klinik Freunden. Andere Kinder, zum Beispiel am Mattel Kinderkrankenhaus der UCLA solche, denen es schwerfällt, in der und erforscht dort am Semel Institut den Schule gute Leistungen zu erbringen, Einfluss von Achtsamkeit auf die Er­ und solche, die das Bedürfnis haben, ausschliesslich Höchstleistungen zu ziehung. erbringen, sind häu­fig mit lähmender Auf ihrer englischsprachigen Website Angst vor ihrem realen oder wahrge­ susankaisergreenland.com, sowie in ih­ nommenen Versagen konfrontiert. rem Blog erfährt man viel über ihre Arbeit, ihre anstehenden Projekte und Bei Familien, die Geldsorgen haben, in Events. Mit ihrer Tochter entwickelte denen es gesundheitliche Probleme gibt sie das soziale Netzwerk mindful­ness­ oder in denen die Eltern im Streit mit­ together.net, für alle, die sich für einander sind, kann es sein, dass die Achtsamkeit interessieren und sich auf Kinder erst in der Schule gestresst sind einer Plattform darüber austauschen und dann einer stressigen häuslichen u Umgebung ausgesetzt sind. Ganz gleich, möch­ten.

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was Sie tun und wie sehr Sie sich an­ strengen, ganz gleich, was für eine gute Mutter oder was für ein guter Vater Sie sind, Ihre Kinder werden mit Problemen konfrontiert werden, die sie nicht igno­ rieren können. Das Training achtsamen Gewahrseins ist dazu ge­dacht, Kindern zu helfen, ihre Probleme dadurch in die richtige Perspektive zu rücken, dass sie besser verstehen, was in ihrer inneren und äusseren Welt vor sich geht.

Wir haben grossen Einfluss darauf, wie wir leben Die meisten Probleme fallen unter die allgemeine Kategorie Stress, die alles von lebensbedrohlichen Situationen bis zu quälenden chronischen Sorgen und ständigem Druck umfassen kann. Stress wird durch tatsächliche, empfundene oder potentielle Ereignisse hervor­geru­ fen, die uns aus dem Gleichgewicht bringen und das Stressreaktionssystem unseres Körpers aktivieren. Die Stressreaktion kann in einer Not­ situation lebensrettend sein, wird sie aber über eine ausgedehnte Zeitdauer häufig aktiviert – wegen chronischer Sor­ ge oder anhaltender emotionaler Her­ ausforderungen –, kann dies von un­se­rem Körper und unserem Geist einen schwe­ ren Tribut fordern. Wir werden erschöpft und anfällig für Krankheiten. Eine an­ hal­tende Stressreaktion auf­grund von erwartetem Stress ist oft schädlicher als der Stressor selbst, nicht weil sie uns krank macht, sondern weil sie das Risiko erhöht, dass wir krank werden, oder un­ sere Fähigkeit verrin­gert, gegen eine Krankheit anzu­kämp­fen, die wir mögli­ cherweise bereits haben.

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Susan Kaiser Greenland

Stress ist grösstenteils etwas Subjektives. Umstände, die manche Menschen als

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© david_jacquin/flickr

stressig empfinden, machen anderen überhaupt nichts aus. Selbst kleinere Probleme, die viele Menschen einfach gelassen hinnehmen, können bei ande­ ren ein erhebliches Mass an Stress ver­ ursachen. Diese Diskrepanz wird zum grössten Teil durch die genetische Prä­ disposition eines Menschen und durch seine Erfahrung des Lebens diktiert. Wir haben keine Kontrolle über unsere ge­ netische Prädisposition, aber wir haben grossen Einfluss darauf, wie wir leben. Und es ist nachgewiesen worden, dass die Achtsamkeitspraxis Erwachsenen dabei hilft, mit stressigen Lebens­ereig­ nissen zurechtzukommen.

2. Verblendung macht das Leben schwerer, als es sein muss Das Streben nach einer Zauberlösung für alle mit der Kindheit verbundenen Pro­ bleme hat zu einer Fülle von kurzzeitig im Trend liegenden Bereicherungs­pro­ grammen für Kinder geführt, darunter Ernährungs- und Trainingsprogramme, Therapien und spirituelle Aktivitäten. Im Kern nützen die meisten dieser Pro­ gramme Kindern und Familien, doch wird ihr Nutzen von ihren Befürwortern derart häufig übertrieben dargestellt, dass die Eltern unrealistische Ergebnisse erwarten. Das hat zur Folge, dass gute Programme an Glaubwürdigkeit verlie­ ren und dahinschwinden. Ich habe Menschen getroffen, die über die Achtsamkeitspraxis sprechen, als handle es sich hierbei um einen Zau­ berstab, der ihren Kindern Zugang zu materiellen Vorteilen aller Art verschafft: zu sozialem Erfolg, guten schulischen bzw. akademischen Leistungen, Reich­ tum und sogar Ruhm. Ich möchte ganz deutlich sagen, dass Achtsamkeit nichts

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Magisches ist. Jedoch hat es etwas Ma­ und um Sie herum geschieht, während gisches, wenn ein Kind das erste Mal es geschieht, ohne Voreingenom­men­ klar und ohne emotionale Aufladung heit oder Reaktivität, ist ein Prozess, sieht, was in ihm, mit ihm und um es der zu Seelenfrieden führt, einer der herum geschieht. Dies gilt selbst dann, aussergewöhnlichsten Erfahrungen der wenn das, was es sieht, unangenehm ist. Achtsamkeitspraxis. Stressgeplagten Kindern zu helfen, ein wenig Seelen­ Das grösste Geschenk: frieden zu finden, ist etwas, das mir sehr wichtig ist, und eines der Ziele Klares Sehen des Trainings achtsamen Gewahrseins. Wir Eltern haben manchmal Schwie­rig­ keiten, zu akzeptieren, dass unsere Kin­ Seelenfrieden ist nicht dasselbe wie der Probleme haben werden und dass gedankliches Abdriften oder In-Trancemanche dieser Probleme ernsthafter Na­ Gehen. Mit den Gedanken abzudriften tur sein werden. Der erste Schritt dahin, oder in Trance zu gehen ist Unacht­ Kindern und Teenagern beim Umgang samkeit, das genaue Gegenteil vom mit Stress, Frustration und Enttäuschung Achtsamsein. Jedermanns Aufmerk­sam­ zu helfen, besteht darin, ihnen zu helfen, keit schweift von Zeit zu Zeit ab und es sich die Hauptursachen ihrer Unzu­frie­ ist ganz wunderbar für Kinder, vor sich denheit genau anzusehen. Es gibt viele hinzuträumen, Als-ob-Spiele zu spielen Probleme, die weder Eltern noch ihre und in ihrer inneren Welt Geschichten Kinder lösen können, egal, wie viel Mü­ zu erfinden. Ein bisschen Tagträumen he sie sich geben. Aber Probleme können und gedankliches Abdriften ist nützlich. bewältigt werden, wenn Kinder und ihre Eltern klar sehen, was sie verursacht, Aber es gibt Zeiten, da ist Konzentration und erkennen, ob es etwas gibt, das nötig und gedankliches Abdriften nach­ getan werden kann, um die Situation zu teilig (zum Beispiel beim Ablegen einer verändern, oder nicht. Der Schlüssel zum Prüfung), und zu solchen Zeiten wird Zurechtkommen mit Stress und anderen achtsames Gewahrsein dafür genutzt, das schwierigen Situationen liegt nicht im­ Tagträumen zu unterbrechen und die mer in der Situation selbst, sondern eher Aufmerksamkeit eines Kindes wieder zu in der Art und Weise, wie Kinder und der zu erledigenden Aufgabe zurück­zu­ ihre Eltern auf sie reagieren. lenken. Statt Kindern beizubringen, mit den Gedanken abzudriften, bringt Acht­ Es ist gut möglich, dass klares Sehen samkeit ihnen bei, klar zu sehen. das grösste Geschenk ist, das Acht­sam­ 3. keit zu bieten hat. Ständig passiert viel; Achtsamkeit hilft uns, Erfahrungen den Glück ist in Reichweite richtigen Platz zuzuweisen und unsere Reaktion abzuwägen, damit sie im rich­ Das Familienleben liefert viele Beispiele tigen Verhältnis zur Erfahrung steht. für Momente, in denen Glück auf na­tür­ Schon mal den Zeh an etwas gestossen, liche Weise entsteht, weil Leiden en­det. das irgendwo stehen gelassen worden Der Augenblick, in dem ein an Koliken war, wo es nicht hingehörte? Der Sinnes­ leidendes Baby aufhört zu wei­nen und eindruck Schmerz («Aua!») taucht plötz­ rasch einschläft, ist das Ende des Leidens lich auf, sofort gefolgt von einem Ge­ für die Mutter wie für das Kind. Wenn Ihr danken («Wer hat das da stehen lassen?») Zwölftklässler erfährt, dass er an der und vielleicht einer Emotion (Wut zum Universität angenommen worden ist, Beispiel – «Was für ein Idiot!»). Mit einer verschwindet die Angst, die eine Familie achtsameren Herangehensweise bemer­ häufig in dieser Zeit heim­sucht. ken und identifizieren Sie alles, was ge­ schieht, während es geschieht, aber Augenblicke des Glücks, die entstehen, halten sich, nur für einen Augenblick, wenn Leiden endet, sind im alltäglichen Leben ganz gewöhnlich. Was aber damit zurück, es in Worte zu fassen. passiert, wenn äussere Ereignisse sich Achtsamkeit nicht verändern oder wenn sie sich zum Schlechten hin verändern? oder Tagträume? Klar zu sehen, was in Ihnen, mit Ihnen

Dass Leiden existiert und dass es endet,

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Manchmal leiden wir als Eltern, wenn wir zu sehr an einer Vorstellung darüber, was das Beste für unsere Kinder ist, hängen. Wir leben schon länger als sie und wissen aus Erfahrung, dass einige schlechte Entscheidungen das Leben schwieriger machen können als nötig. Wenn also unsere Kinder keine guten Noten bekommen oder bei ausser­schu­ lischen Aktivitäten keine führenden Rollen übernehmen oder sich nicht genug anzustrengen scheinen, leuchtet es ein, dass wir uns Sorgen machen, dies könnte nachteilige Auswirkungen auf ihre Zukunft haben. Wir können uns jedoch so darin ver­ fangen, uns Sorgen wegen dem zu ma­ chen, was sie nicht tun, dass wir ver­ gessen, uns an dem zu freuen und das zu schätzen, was sie tun. Es gibt wich­ tige Lebenskompetenzen, mit denen

Konzentrationsvermögen und die Belastbarkeit von Kindern und Jugendlichen beleben.
Jede Mutter und jeder Vater sollte Wache Kinder lesen, das praktische Strategien vermittelt, wie man Jungen und Mädchen beibringt, mit Stress umzugehen und ihre Aufmerksamkeit auf das zu richten, worauf es wirklich ankommt.
Ein Gegenmittel zur rechten Zeit - gegen die hyperaktive Kultur der supervernetzten Turbokids, die abgekoppelt von sich selbst und anderen durch eine Susan Kaiser Greenland seelenlose Welt treiben.
Anhand wahrhaft packender Beispiele lädt Susan KaiWache Kinder ser Greenland uns ein, unser Leben zu öffnen – hinein in den Erfahrungsraum Wie wir unseren Kindern helfen, mit der Achtsamkeit, als einem Gesundheit Stress umzugehen und Glück, Freude fördernden, Stress reduzierenden und und Mitgefühl zu erleben Mitgefühl erzeugenden Weg. Einzigartige und effektive Praktiken für Brosch., 248 S., CHF 24,40 / € 16,90, ISBN den Alltag, die den Einfallsreichtum, das 978- 3-86781-047-8, Arbor Verlag u

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sind offensichtliche Tatsachen des Le­ keine Trophäen gewonnen werden, die und durch die Art, wie wir auf sie re­ bens, aber die Vorstellung, dass wir uns aber trotzdem verlässliche Anzeichen agieren, verschlimmert werden kann. dafür entscheiden können, inmitten des für Erfolg im späteren Leben sind. Die dritte Einsicht der Achtsamkeit sagt Leidens glücklich zu sein, ist weniger uns, dass Glück in Reichweite ist, manch­ Sie als die schätzen, mal durch so etwas wie einen simplen offensichtlich. Der schmerzhafteste Teil des Elterndaseins besteht möglicher­wei­ Wechsel der Perspektive. die sie sind se darin, zu sehen, wie das eigene Kind 4. auf eine Weise verletzt wird, die gänz­ Vielleicht sind unsere Kinder grossartig lich ungerecht ist, aber dennoch nicht in darin, Freundschaften zu schliessen, An­ Der Schlüssel zum Glück der Lage zu sein, etwas dagegen zu tun. deren zu helfen oder Dinge so zu neh­ Es ist eine Binsenweisheit, dass guten men, wie sie kommen, und wenn wir Menschen schlechte Dinge wider­fahren einen flüchtigen Blick darauf er­haschen Wenn etwas Gutes passiert, neigen wir und schlechten Menschen gute Dinge können, wie sie sich glücklich um eine dazu, mehr davon zu wollen. Ziemlich widerfahren. Manchmal gibt es absolut Hausschildkröte kümmern oder eine schnell beginnen wir unsere Energie nichts, was wir tun können. Aber selbst Melodie summen, wechselt unsere Pers­ darauf zu fokussieren, es zu wiederholen wenn wir eine schwierige Situation pektive. In Windeseile können wir sie (Verlangen). Wenn etwas Schlechtes pas­ nicht ändern können, können wir doch als die schätzen, die sie sind, und ihre siert, neigen wir dazu, alles uns Mög­li­ che zu tun, um es zu vermeiden (Ab­ Stärken klar sehen. entscheiden, wie wir auf sie reagieren. neigung), und versäumen mögli­cher­wei­ Perspektivenwechsel Aus dieser Perspektive erscheint es tö­ se Aspekte der ansonsten nega­tiven Er­ richt, sich darüber Sorgen zu machen, fahrung, die zu nützlichen Le­benslehren Gelegentlich ist ein Wechsel der Per­ dass sie in der Fussballmannschaft kein führen können. Oder wir nei­gen dazu, spektive nötig, um das Leiden zu lindern. Stürmer sind, in der Schulaufführung Erfahrungen zu ignorieren, denen ge­gen­ Haben Ereignisse in Ihrem Leben so lä­ nicht die Hauptrolle spielen oder nicht über wir neutral eingestellt sind (Gleich­ cherlich gewirkt, dass Sie zu lachen an­ auf der Liste der besten Schüler ihrer gültigkeit), und beschäf­ti­gen uns mit et­ gefangen haben? In dem Moment hatte Schule stehen. Nichts hat sich geändert, was anderem. Ihr Leiden aufgehört. In der äus­seren nur unsere Perspektive – die äusseren Er­ Welt hatte sich nichts geändert, aber eignisse bleiben dieselben –, und doch Verlangen, Abneigung und Gleich­gül­tig­ durch einen Wechsel der Perspek­tive ist das Leiden verschwunden. Un­sere keit sind übliche, automatische Reaktionen konnten Sie über das, was passiert war, Kinder sind glücklicher, als wir erkannt auf die Erfahrung des Lebens, doch kön­ nen sie uns Schwierigkeiten bereiten, lachen und eine Oase des Glücks er­le­ haben, und wir sind es ebenfalls. wenn wir sie nicht erkennen. Bewusst ben, wenn auch nur für einen Au­gen­ blick. Und gab es ein Mal Momente, da Es ist eine grundlegende und tiefe Wahr­ oder unbewusst verbringen wir oft einen Sie absolut sicher waren, dass Ihr Kind ­heit, dass Leiden durch die Art, wie wir Grossteil unserer Zeit damit, danach zu gerade schlechte Entscheidungen traf, eine Situation sehen, verursacht werden trachten, zu bekommen, was wir wollen, und später feststellten, dass Sie sich ge­ irrt hatten?

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zu versuchen, zu vermeiden, was wir Diese durch klares Denken ge­kenn­ nicht wollen, und alles andere zu ig­no­ zeich­nete Perspektive ist der Eck­pfeiler rieren. des achtsamen Lebens. Verlangen und Abneigung sind Gegen­ sätze, aber wenn wir nicht aufpassen, können sie beide dieselben negativen Auswirkungen auf unseren gegen­wär­ tigen Augenblick haben. Wenn wir mehr oder weniger von etwas wollen, sind wir leicht so fokussiert auf einen ver­ gan­genen oder zukünftigen Moment, dass wir etwas, wenn nicht alles, von dem verpassen, was gerade jetzt pas­ siert. Es ist absolut sinnvoll, nach Glück zu streben und Unglücklichsein zu ver­ meiden, wenn wir uns aber dessen, was wir tun, gar nicht bewusst sind, können wir ebenso gut auf Autopilot laufen.

Eine Art zu leben: Wir können übermässig verbunden sein – bis zu Frustration und Unzufriedenheit minimieren einem Punkt, wo wir die Verbindung zu uns selbst Wir können anerkennen, dass… verlieren • persönliches Wachstum sowohl Ziel als auch Prozess ist und sich mit Übung im Laufe der Zeit entwickelt. • alle Dinge eine wechselnde Natur ha­ ben. • alles, was wir sagen und tun, Kon­se­ quenzen hat.

Das reine Gewahrsein

• wir mit anderen Menschen und der Um­welt auf Arten und Weisen ver­bun­ Automatisch auf die Erfahrung des Le­ den sind, die wir möglicherweise nicht bens zu reagieren, statt wohlüberlegt kennen oder vermuten. auf sie zu antworten, kann versteckte Kosten haben. Viele Eltern beschreiben Die vierte Einsicht zeigt uns, wie wir auf ihr Leben als ein betäubendes, konti­nu­ diese Art leben können. Achtsam zu le­ ierliches Empfinden von Stress, Streben ben ist ein Prozess, nicht eine un­ver­än­ und Strapazen, das durch ihre Gefühle derliche Eigenschaft oder ein fes­ter des Verlangens, der Abneigung und Charakterzug. Niemand von uns ist per­ Gleichgültigkeit aufrechterhalten wird. fekt, aber wenn wir uns diesen Prozess Es ist ein Narrenspiel – und tief im In­ zu Herzen nehmen, können wir ein aus­ neren wissen sie es. geglicheneres Leben führen. Menschen von überall auf der Welt und aus allen Die vier Einsichten der Achtsamkeit zu­­ Gesellschaftsschichten arbeiten gemein­ sammen ermuntern Kinder und El­tern sam daran, das uralte System des dazu, ihre Erfahrung klar zu sehen und Geistes- und Ethik-Trainings, das im wohlüberlegt mit Mitgefühl auf sie zu Zu­sammenhang mit diesen vier Ein­ antworten. Klar zu sehen ist nicht im­ sichten genau dargelegt wird, so zu mer einfach; die meisten von uns haben übertragen, dass Kinder, Teenager und vorgefasste Meinungen, die Ein­fluss ihre Familien es für ihr modernes Leben darauf haben, wie wir Dinge wahr­neh­ bedeutsam finden. men. Ich bin an diesem Bemühen beteiligt. Gedanken, Emotionen und Erwartun­ Meine Hoffnung ist, dass das Buch gen sind der Inhalt, nicht die Tatsache Wache Kinder Ihnen einen hilfreichen des Bewusstseins. Zu glauben, dass un­ und praktischen Kontext für das Prak­ sere Eindrücke, Gedanken und Erin­ tizieren achtsamen Gewahrseins sowie nerungen immer richtig sind, kann zu grund­legende Praktiken acht­sa­men Ge­ Enttäuschung und Frustration führen. wahrseins bietet, die Sie und Ihre Fa­mi­ Wenn wir eine emotionale Reaktion lie in Ihre Alltagsroutine inte­grieren haben, ist es sinnvoll, die Aufmerk­sam­ kön­nen. keit zurückzuziehen, damit wir uns selbst etwas Raum zum Atmen geben Probieren sie z. B. einmal die Übung Mit können, bevor wir zu einem eindeutigen einem tiefen Atemzug in den Tag starten Schluss darüber kommen, was gerade aus – ein schönes Ritual, das die All­tags­ geschieht oder nicht geschieht. Mit et­ hektik für einen Moment durchbricht. was Abstand können wir das Ge­samt­ bild besser sehen und auf eine kluge, u gütige und mitfühlende Art re­agieren. (Aus dem Buch: Wache Kinder)

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Ist es Zeit, d

Elisha Goldstein Technologie ist ohne Frage wichtig und hilfreich! Sie vereinfacht uns das Leben, durch sie können wir mit anderen Men­ schen verbunden sein. Wann aber ist der Punkt erreicht an dem sie uns von uns selbst wegführt? An dem sie uns in eine virtuelle Welt entführt und wir nur noch stur dem Autopilot folgen?

© Bratscher/photocase

Ok … ich oute mich. Letztens fuhr ich im Auto und mein Verstand schweifte ab und dachte über die Idee eines wun­ derbaren Blogs nach, der wirklich zum Kern der Beobachtung vordrang, dass die Menschen heute so übermässig mit­ einander verbunden sind, dass wir kei­ ne Zeit mehr für uns haben – oder einen Moment einfach mal still zu sein. Nur sehr wenige Anstrengungen wer­den un­ternommen, um das zu verändern, wie Therese Borchard in ihren mutigen Experimenten herausgefunden hat. Ich fuhr also, und als ich wieder zu mir kam, merkte ich, dass ich drei Aus­fahrten zu weit gefahren war. Ziemlich überzeu­ gen­des Beispiel von Autopilot. Hört sich bekannt an? Wenn du Auto fahren lernst, musst du über all die komplizierten Bewegungen nachdenken und bist dir so klar be­ wusst, wo dein Fuss ist und wo du deine Hände halten musst. Wenn du durch

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eine unbekannte Gegend fährst, ach­ Ozean und dachte: Heute ist es so leicht, Der Samen der Heilung test du sehr aufmerksam auf die Stras­ Zeit mit unseren Gedanken, Ge­fühlen senschilder. Aber wenn du die Dinge oder Emotionen zu verbringen. Es ist Keine Frage: Wenn wir Schwierigkeiten kennst, sagt der Verstand: «Das hab ich heute so einfach, die Verbindung zum mit Depression oder Angst haben, kann kapiert, mach einfach weiter und gönn Hier und Jetzt zu verlieren und sich mit es schmerzhaft sein, wenn wir Zeit mit dir eine Pause und lass die Gedanken Technologie zu zerstreuen. Ich bin ein uns selbst verbringen. Aber in der An­ ruhig abschweifen.» Vielleicht ist auch grosser Fürsprecher der Technologie – erkennung der Wirklichkeit des ge­gen­ nichts Schlechtes daran, es könnte in ich denke wirklich, dass sie sehr hilf­ wärtigen Moments kultivieren wir Mit­ der Tat genau die Situation sein, in der reich sein kann – aber wenn sie miss­ gefühl und Empathie für uns selbst und viele kreative Ideen geboren werden (z. B. braucht wird, kann sie uns von einem andere. Das sind die Samen der Heilung. neue Blogs). Aber in einer Zeit, in der wichtigen Aspekt des Lebens wegführen, es eine überwältigende Anzahl von der für unser geistiges Wohlbefinden so Mach das Wässern dieser Samen zu Din­gen gibt, mit denen wir uns ver­ unterstützend sein kann … einfach im deiner Praxis und ziehe in dieser Woche immer wieder mal den Stecker – und sei binden können, können wir übermässig Leben gegenwärtig zu sein. es nur für einige Augenblicke – und verbunden sein, bis zu einem Punkt, wo wir die Verbindung zu uns selbst Manchmal rate ich Menschen, dass sie achte auf dich selbst. Was denkst du? ihren Tag protokollieren, um zu sehen, Wie fühlst du dich, körperlich und emo­ verlieren. wie viel Zeit sie mit Emails, dem Web, tional? Wenn du dich nicht gut fühlst, Im Leben gegenwärtig sein ihrem Handy und mit Fernsehen ver­ was kannst du tun, um für dich zu bracht haben. Ich frage sie auch, ob es sorgen und dir selbst in Mitgefühl zu Ich lebe in Los Angeles und vor Kurzem eine Zeit gab, die sie nur mit sich selbst begegnen? Atme einige Male durch und lief ich am Strand entlang und beob­ verbracht haben und nicht mit einem entscheide dich für eine dieser Va­ achtete, wie die Leute auf ihren Fahr­ dieser Dinge verbunden waren? Die rianten. rädern vorbeihuschten. Ich beobachtete über­wiegende Mehrzahl der Ant­worten Jogger und Familien beim Spaziergang. berichten, dass es fast gar keine Zeit Wie oft bemerkst du, dass du im Auto­ Als ich genauer hinsah, waren viele gibt, die die Menschen allein verbringen pilot-Modus unterwegs bist? Wie viel Leu­te in Gespräche mit ihren imaginären und dass ein Grossteil des Tages in Zeit des Tages bist du mit E-Mails, dem Freunden vertieft (also ihren Handys). Verbindung mit Technologie verbracht Web, dem Handy oder dem Fernsehen Sogar der Vater einer Familie klebte an wird. Ohne ein Bewusstsein für diese verbunden. Und experimentiere: Wie wä­ seinem Mobiltelefon und tippte ange­ Tatsache können Jahre vor­bei­gehen re es, wenn du manchmal den Stecker strengt an einer E-Mail oder einem Text. und wir sagen plötzlich: «Wo sind die ziehen und dich nicht damit verbinden Ich blickte nach rechts und sah den Jahre bloss hin?» würdest?

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echnische Unterstützung für die hoffnungslos Verbundenen

Wie digitale Geräte Achtsamkeit unterstützen können Elisha Goldstein

So gern wir unserer Technologie auch oft entkommen möchten, die Anfor­der­ ungen unserer Arbeitsaufgaben lassen uns oft keine Wahl. Elisha Goldstein gibt uns Ratschläge, wie wir unsere di­ gitalen Geräte verwenden können, um uns in unserer Achtsamkeitspraxis zu unterstützen.

Mit dem Artikel Ist es Zeit, den Stecker zu ziehen? wollte ich sagen, dass es in un­ serer Kultur zu viele Dinge gibt, auf die wir unsere Aufmerksamkeit richten kön­ nen. Und wenn wir all diese Möglichkeiten missbrauchen, können wir übermässig mit technischen Geräten und dem In­ter­ net verbunden sein, was wiederum zu

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t, den Stecker zu ziehen?

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mentalem und körperlichem Leiden führt. Arbeitsplatz mit Gewahrsein umgehen Wir müssen uns nicht immer von unseren Was aber tun wir, wenn unsere Arbeits­ können. Darin stelle ich eine E-Mail-Me­ digitalen Geräten trennen, um Acht­sam­ aufgaben von uns verlangen, dass wir mit ditation vor. Dabei geht es einfach da­rum, keit zu üben. Wir können sie nutzen, um der Technik verbunden bleiben? eine bestimmte Zeit – 10, 20, 30 oder 60 uns in unserer Praxis zu unterstützen. Minuten damit zu verbringen, die E-Mails Zunächst sollten wir genauer untersuchen, zum Objekt deiner Meditation zu machen. Nimm dir einen Tag oder eine Woche wie wir mit Technologie umgehen. Manch­ Wenn dein Verstand in ablen­kende und Zeit, um einige dieser Möglichkeiten mal sind wir fokussiert und müssen be­ verschwendete Bereiche der Aufmerk­ auszuprobieren. Achte auf deine Er­fah­ stimmte Aufgaben erledigen und arbeiten sam­keit abschweift, bemerkst du es und rung dabei. Letztendlich ist deine ei­ge­ uns schnell durch unsere Emails. Dann bringst deine Aufmerksamkeit sanft zu ne Erfahrung dein bester Lehrer. wieder müssen wir zu einem Thema re­ den E-Mails zurück. Mit anderen Worten, Übersetzung: Mike Kauschke cherchieren und suchen im Netz nach so wie du dich in einer Atem­meditation auf Infos zu Elisha Goldstein Inhalten und Quellen. Das ist eine effektive den Atem fokussierst, so ersetzt du hier Verwendung unserer Aufmerksamkeit. den Atem mit den Emails.

Wenn wir «den Stecker ziehen wollen»

Apps für Achtsamkeit am Arbeitsplatz

Aber manchmal fühlen wir uns auch Wir haben vor Kurzem mit einem Pi­lot­ durch gigantische Projekte überwältigt projekt für ein Smartphone-App für und wir nutzen Technologie als Ab­len­ Acht­samkeit am Arbeitsplatz begonnen, kung oder um Zeit «totzuschlagen». Viel­ wobei man durch kurze Lehrinhalte und leicht fangen wir an, unwichtige E-Mails Übungen geleitet wird (5 Minuten), um zu beantworten oder surfen im Internet, Stress zu reduzieren und Achtsamkeit um uns zu unterhalten. Das können wir und Fokus bei der Arbeit zu stärken. als einen ablenkenden oder verschwen­ Dabei kannst du auch erkennen, wie oft Elisha Goldstein ist klinischer Psycho­ deten Bereich der Aufmerk­samkeit be­ du dich in ablenkenden und ver­schwen­ loge und leitet eine eigene Praxis in zeichnen. deten Bereichen der Aufmerk­samkeit West Los Angeles. Er ist Mitbegründer wiederfindest. Die App zeichnet auf, wie des Mindfulness Center for Psycho­the­ Was können wir also tun, wenn wir du dich zusammen mit den Anderen rapy and Psychiatry und Autor des be­ wirklich das Gefühl haben, dass wir «den dabei entwickelst. Und es gibt auch an­ liebten englischsprachigen Blogs Mind­ Stecker ziehen wollen», es aber nicht dere Apps für Meditation, aus denen fulness & Psychotherapy. können, weil unsere Arbeit von uns ver­ man auswählen kann. In einer Reihe geführter Meditationen, langt, dass wir «verbunden bleiben». Virtuellen Gong herunterladen bietet er auf diversen Hörbüchern Lö­ E-Mail-Meditation sungen für Themen wie Erfolg im Beruf, Du kannst dir kostenlose Timer für die Stress, Angst, Depression, Sucht und In meinem Buch «The Now Effect» (2012), Meditation herunterladen, die es dir er­ ADHS bei Erwachsenen an. Weitere Hör­ gibt es ein Kapitel, das sich damit be­ möglichen, für eine Zeit innezuhalten bücher dieser Themenreihe sind im Ar­ schäftigt, wie wir mit der Technologie am und für 5 bis 30 Minuten zu meditieren. bor Verlag in Vorbereitung. u

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chtsamkeit im wissenschaftlichen Kontext

Forschungen zeigen, dass wir eine optimale Gesundheit kultivieren können

Ein Interview mit Shauna Shapiro Elisha Goldstein Wenn wir absichtsvoll eine nicht-urtei­ lende Aufmerksamkeit kultivieren, führt uns das zur Verbundenheit, die zu

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Selbst­regulation und schliesslich zu grösser innerer Ordnung und Gesund­ heit führt. Durch Achtsamkeitspraxis sind wir dazu in der Lage, uns der in jedem Moment enthaltenen Information

zuzuwenden. Wir erhalten Zugang zu mehr Daten, sogar zu den Daten, die vorher vielleicht zu unangenehm oder schmerzvoll waren, um sie genauer zu untersuchen.

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© Яick Harris/flickr

In Ihrem Buch berichten Sie von einem grossen Ansteigen von Forschungs­stu­ dien, die in den letzten 10 Jahren mit finanzieller Unterstützung des National Institute of Health (NIH) durchgeführt wurden und die sich mit achtsam­keits­ basierten Therapien für Stress, Schmerz und/oder verschiedene Krank­heiten be­ fassen. Können Sie uns etwas dazu sa­ gen, was Ihrer Meinung nach die Grün­ de für dieses wachsende Interesse sind? Sowohl im Umfeld der Forschung als auch im klinischen Kontext gibt es ein rasch wachsendes Interesse an acht­sam­­ keitsbasierten Ansätzen. Suchanfra­gen mit dem Begriff «achtsamkeits­ba­siert» in der wissenschaftlichen Literatur auf den Portalen PsychINFO und PUBMED ergeben 260 bzw. 115 ver­öf­fentliche wis­senschaftliche Artikel. Und der En­thu­ siasmus von Geldgebern, gros­sen Fach­ zeitschriften und der wissen­schaft­lichen Gemeinschaft folgte die­sem Trend: Im Jahre 2008 gab es 44 finanzierte Studien – 1998 gab es noch keine vergleichbaren Studien und 1999 gerade einmal drei. Ich denke, dass das Interesse und der Zuwachs an Geld­gebern zum Teil auf die Forschungen von Pionieren in die­ sem Bereich zu­rückzuführen sind – wie beispielsweise Kabat-Zinn und Segal, Williams und Teasdale –, die eine klare Begründung und Ausrichtung für zu­ künf­tige For­schungen formulierten. Ich denke auch, dass sich hier eine kulturelle Wandlung und ein tiefes Bedürfnis für mehr Ganzheit und Ge­ sundheit – sowohl bei Patienten als auch bei Therapeuten – zeigt. Acht­ samkeit bietet einen leichten und zugänglichen Weg – und Achtsamkeit hat auch ein enormes Potenzial und eröffnet viele Möglichkeiten im Gesund­ heitswesen.

Und schliesslich bezieht sich die acht­ samkeitsbasierte Therapie auf die offen­ sichtlichste Methode, um Achtsamkeit Diese drei Wege der Integration von in die Therapie zu integrieren, indem Achtsamkeit in die Psychotherapie wur­ Achtsamkeitsübungen explizit gelehrt den von Germer, Segal und Fulton for­ werden – entweder durch ausgestaltete muliert und bilden die sogenannte acht­ Gruppeninterventionen wie MBSR und samkeitsorientierte Psychotherapie. Ich MBCT oder durch individuelle Therapie, denke, das ist ein einfacher und trotzdem bei der die Übungen auf den indi­vi­du­ nuancierter Weg, um die verschiedenen ellen Klienten und die Umstände zu­ Zugänge zur Integration von Achtsamkeit geschnitten sind. in die Psychotherapie zu skizzieren. Des­ halb widmen wir jedem dieser Ansätze Sie haben zusammen mit Dr. Gary ein Kapitel unseres Buches, beschreiben Schwartz ein praktisches Modell für wir die entsprechenden Methoden und Gesundheit entwickelt. Können Sie das erläutern die klinische Relevanz und für Leser, die Schwierigkeiten mit Schmerz und Stress haben, etwas aus­ geben Beispiele der Anwendung. führlicher beschreiben, damit sie es in Der achtsame Therapeut bezieht sich auf ihrem Alltag anwenden können? die Tatsache, dass uns Achtsamkeit ex­ plizit in Eigenschaften trainiert, die für Unser Modell von Gesundheit be­schreibt, einen effektiven Therapeuten wichtig dass wir eine optimale Gesund­heit kul­ sind. Zwischen verschiedenen therapeu­ tivieren können, indem wir uns ab­sichts­ tischen Modalitäten gibt es wenig Un­ voll und in Verbundenheit unse­rer Er­ terschiede im Ergebnis, aber über die fahrung zuwenden. Grenzen verschiedener Therapien und Absicht > Aufmerksamkeit Techniken hinaus, ist die therapeutische Beziehung sehr wichtig für den Erfolg. > Verbindung > Regulation Um die Beziehung zu verbessern, brau­ > Ordnung > Gesundheit. chen wir Empathie und Präsenz, zwei Fertigkeiten, die besonders durch Acht­ Wenn wir absichtsvoll eine nicht-ur­tei­ samkeit entwickelt werden. Deshalb be­ lende Aufmerksamkeit kultivieren, führt zieht sich der «achtsame Therapeut» auf uns das zur Verbundenheit, die zu die Tatsache, dass wir einfach durch die Selbstregulation und schliesslich zu Praxis der Achtsamkeit Fertigkeiten kul­ grös­ser innerer Ordnung und Gesund­ tivieren, die für eine erfolgreiche Thera­ heit führt. Durch Achtsamkeitspraxis pie wichtig sind. Uns wird gesagt, «Sei sind wir dazu in der Lage, uns der in empathisch, sei achtsam», aber uns wird jedem Moment enthaltenen Information nicht gelehrt, wie wir das tun sollen. Aus zuzuwenden. Wir erhalten Zugang zu diesem Grund habe ich viel Energie da­ mehr Daten, sogar zu den Daten, die rauf verwendet, um die Effekte von Acht­ vorher vielleicht zu unangenehm oder samkeit in der Ausbildung von The­ra­ schmerzvoll waren, um sie genauer zu untersuchen. Wir lernen Schmerz und peu­ten empirisch zu untersuchen. Stress anzuerkennen, und zu akzep­tie­ Achtsamkeitsinformierte Therapie be­zieht ren und mit Güte und Fürsorge darauf sich auf einen zweiten Ansatz der In­ zu hören. tegration von Achtsamkeit. Darin wird die Therapie von Einsichten informiert, Durch diese Zuwendung können wir an­ die aus Meditation, Achtsamkeitspraxis gemessener und mit mehr Weisheit re­ und buddhistischer Psychologie stam­ agieren. Wir können uns dem Schmerz men, aber dabei werden keine formelle zuwenden und können uns selbst in einer Meditation und Achtsamkeitspraxis ge­ Weise regulieren, die zu besserer Ge­

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lehrt. Manchmal ist es für die Art der klinischen Arbeit, für den Klienten oder für das Setting unangemessen oder un­ praktisch formelle Achtsamkeitspraxis zu lehren. In unserem Buch beschreiben wir spezifische Themen und klinische Anek­ doten, um diese Idee weiter auszuführen.

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In Ihrem Buch sprechen Sie über drei verschiedene Wege, wie Achtsamkeit in die Psychotherapie eingeführt wer­ den kann. Der erste Weg ist der acht­ same Therapeut, der zweite ist die achtsamkeitsinformierte Therapie und den dritten nennen Sie achtsam­keits­ basierte Psychotherapie. Können Sie uns kurz jeden dieser Ansätze und die jeweiligen Vorteile beschreiben?

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sund­heit und besserem Wohlbefinden führt. Wenn wir bewusst (Absicht) unser Gewahrsein (Aufmerksamkeit) und unse­ re Akzeptanz (Haltung) auf die Erfahrung im gegenwärtigen Augenblick richten, kön­nen wir umfassendere und ange­mes­ senere Bewältigungsstrategien nutzen.

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Was sind einige der spannenden For­ schungsergebnisse, die zu einer Inte­ gra­tion von Achtsamkeit in Medizin und Psychotherapie beitragen? Neuroplastizität. Ich denke, dieses eine Wort gibt Menschen Hoffnung; die Hoff­ nung, dass Veränderung möglich ist. Wir dachten zum Beispiel alle, dass wir einen «festen Glückspunkt» haben, so wie das auch für unser Gewicht zutrifft, sodass wir unabhängig von unseren Umständen immer wieder auf dieser gleichen Ebene von Glück ankommen werden. Verlässliche wissenschaftliche Forschun­ gen begründen diese Theorie, wenn Men­­schen zum Beispiel im Lotto ge­win­ nen oder wenn jemand einen schlimmen Unfall hat und gelähmt wird, bewegt

sich ihre Empfindung des Glücks für eine kurze Zeit in die erwartete Richtung, kehrt aber dann bald wieder auf die vor­ hergehende Ebene zurück. Deshalb ge­ langte man zu der Annahme, dass wir einen festen Glückspunkt haben, der nicht veränderbar ist. Das sind gute Nachrichten, wenn du glücklich geboren wirst, aber wenn das nicht der Fall ist, macht es dich ziemlich hoffnungslos … Und trotzdem zeigt die neueste Er­ forschung der Neuroplastizität, dass wir die Ebene unseres Glücks verändern können, weil wir durch Meditationspraxis die Aktivität und die Struktur unseres Gehirns verändern können. Neue For­ schungen haben gezeigt, dass Medita­ tionspraxis die Aktivität in Bereichen des Gehirns verstärkt, die mit positiven Emo­ tionen verbunden werden. Zudem zei­gen sich im Gehirn von Menschen, die seit vielen Jahren regelmässig meditieren, auch strukturelle Veränderungen. Diesen neuen Forschungen sind ziemlich hoff­ nungsvoll, weil sie nahelegen, dass Glück sich zwar nicht durch äussere Umstände verändern lässt, aber dass die Verän­de­ rung unserer inne­ ren Umstände durch Achtsam­k eits­t rai­ ning unsere Ebene des Glücks erhö­ hen kann.

Sich spüren - sich entdecken - das Leben selbst gestalten

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nicht liebenswert, nicht gut sind. Wir beschuldigen uns selbst, dass wir die Ur­ sache für unseren Stress oder unseren Schmerz sind und dafür, dass wir nicht gut genug damit umgehen können. Wir füh­ len uns im Grunde fehlerhaft, minderwertig und nicht liebenswert, und an diesem Ort der Kontraktion und des Selbsthasses gibt es keinen Raum für Veränderung. Wenn ich also jemandem gegen­über­ sitzen würde, der mit Schmerz oder Stress kämpft, würde ich mit Selbstliebe, Selbstmitgefühl, Güte, Sanftmut und Ak­ ­­zeptanz beginnen. Ich würde demje­ni­ gen anbieten, dass es möglich ist, uns selbst und unserer Erfahrung in diesem Moment mit Güte zu begegnen. Das be­ deutet nicht, dass wir mit allem so über­ einstimmen, wie es ist, es bedeutet ein­ fach, dass wir dort beginnen, wo wir sind, ohne zu urteilen, uns zu be­schul­ digen oder zu schämen. Wir be­ginnen mit Liebe und vertrauen darauf, dass wir im Grunde ok sind. «O du edel Ge­ borener, O du aus glorreicher Her­kunft, erinnere dich an deine strahlende wahre Natur, der Essenz des Geistes.»

Infos zu Shauna Shapiro Shauna Shapiro bietet international Trai­nings­­ pro­gramme für Ange­ hörige von Gesund­heits­ berufen an. Dabei liegt ihr Fokus auf der Verbin­dung von Achtsamkeit und Psychologie sowie Gesundheitsvorsorge.

Wenn Sie einem Menschen gegen­ übersitzen würden, der mit Schmerz und Stress zu kämp­fen hat, wel­ Shauna Shaprio führt seit Jahren aus­ che Worte der führliche klinische Untersuchungen zu Weisheit würden Auswirkungen von achtsamkeitsbasierten Sie ihm mitgeben? The­rapien durch. Ihr Ziel ist es, die po­ sitiven Auswirkungen der Achtsam­keits­ Ich komme immer praxis für verschiedene Bevöl­kerungs­ wieder zum Selbst­ schichten sowie in Erziehung und El­tern­ mitgefühl zurück. schaft deutlich zu machen. Für ihre Leis­ Ich bin immer wie­ tungen in diesem Bereich erhielt Shau­na der erstaunt über Shapiro eine Auszeichnung. die Hartnäckigkeit dessen, was Tara Die Kunst und Wissenschaft der Acht­samkeit Brach als die «Tran­ Shauna Shapiro ce der Minder­wer­ tigkeit» bezeichnet. Brosch., 288 Seiten, Ich denke, dass viel CHF 27,40 / € von unserem Lei­ 18,90, ISBN 978den aus der Über­ 3-86781-016-8, zeugung kommt, Arbor Verlag u dass wir nicht ok,

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chtsamkeit als grundlegende Haltung des Therapeuten?

Eine Vorbereitung darauf, in der Psychotherapie präsent zu sein

Während die traditionelle Ausbildung den kann. Aus diesem Grunde heisst im inhaltet, auf eine bestimmte Weise zu­ für Psychotherapeuten die Aneignung buddhistischen Denken eine Zeit tief be­ zuhören, jedes Zufügen von Schaden zu von Grundwissen und einer Reihe von rühren alle Zeiten berühren, heisst ein vermeiden und voll präsent zu sein. Techniken beinhaltet, legt sie bisher Ding tief berühren alle Dinge be­rühren. Genauso wie der Buddha jedoch über we­­nig Wert auf die Kultivierung einer Die buddhistische Lehre funk­tioniert ge­ «Rechte Rede» sprach, sprach er auch Einstellung, die der therapeutischen Be­ nauso, so dass die ver­schiedenen Prak­ über Achtsamkeit als die Art von Be­ ziehung und dem Therapie-Erfolg för­ tiken letztendlich nicht als separat, son­ wusstheit, die all diesen anderen Prak­ derlich ist. Der Buddhismus wiederum dern als in der Tiefe miteinander ver­ tiken zugrunde liegt. Angesichts der ist eine 2500 Jahre alte Tradition, die bunden betrachtet werden. Wichtigkeit der allgemeinen Faktoren sich seit Jahrhunderten der geistigen in der Therapie könnte der Versuch Schulung widmet. Eigentlich wird dem In seiner ersten Unterweisung beschrieb sinnvoll sein, die Art von Einstellung zu Sanskritwort dhyana, oft als «Medi­ta­ der Buddha acht Glieder oder Aspekte vermitteln, die therapeutisch ist, die tion» übersetzt, die weiter gefasste «geis­ der Praxis, der «Edle Achtfältige Pfad» ge­ Hal­tung, wenn man so will, des The­ra­ tige Schulung» besser gerecht. Acht­sam­ nannt. Ich will nicht alle diese Aspekte peuten. Und genauso wie Achtsamkeit keit ist eine Form dieser geis­tigen Schu­ aufzählen, nur zwei, «Rechte Rede» und die anderen Praktiken im Buddhismus lung. In vielerlei Hinsicht ist sie tat­ «Rechte Achtsamkeit». «Rechte Rede» ist umfasst, kann Achtsamkeit eine nütz­ sächlich die zentrale Form der geistigen ein Sprechen, das wahr und freundlich ist, liche Art und Weise sein, sich die grund­ Übertreibungen vermeidet und keine Ge­ legende Haltung des Therapeuten vor­ Schulung im Buddhismus. rüchte in die Welt setzt. Aber man kann zustellen, die alles, was der/die The­ra­­ «Rechte Rede» letztendlich von «Rechter peut(in) tut, umfasst und trägt. Achtsamkeit» nicht trennen. Man wird Die Vier Unermesslichen «Rechte Rede» nicht prakti­zie­ren können, wenn man nicht achtsam ist. Und wenn Denkweisen man achtsam ist, wird man ir­gendwann Eine buddhistische Lehraussage, die zur auf diese Art und Weise sprechen. Achtsamkeit im interpersonellen Kon­ Eine bestimmte Art text direkten Bezug hat, ist die von den Vier Unermesslichen Denkweisen oder von Präsenz brahmaviharas. Brahma ist ein Sans­krit­ Wir versuchen manchmal, die verschie­ wort für Gott, und ein vihara ist ein Auf­ denen Komponenten guter Therapie zu enthaltsort oder ein Wohnsitz. Sich in © marfis75/flickr isolieren: welche Art von Aussagen The­ den Vier Unermesslichen Denkweisen rapeuten treffen, welche Fragen sie stel­ zu üben heisst mit anderen Worten, in Um den Wert der Achtsamkeit richtig len, wie sie sie stellen, der Ton der der göttlichen Welt zu weilen, der Welt, einzuschätzen, kann ein Verständnis des Stimme, Nachdenken, Bestätigung, the­ die manche Buddhisten auch das Reine metaphysischen Hintergrundes die­ser ra­peutische Grenzen, wann und wie man Land des Buddha nennen. Eine Be­ Praxis hilfreich sein. Das alte Indien Veränderungsstrategien anbietet, wel­che schreibung dieser Praxis mit solchen kennt als Bild für die Natur des Uni­ Strategien man anbietet und vieles Be­griffen deutet auf grosse Wert­schät­ versums das «Netz des Gottes Indra». mehr. Um unterrichten zu können, muss zung für ihren transformativen Wert hin, An jedem Knotenpunkt von Indras Netz man das Verhalten eines geschulten The­ der einen tiefgreifenden Wandel in der sitzt ein Juwel, und jedes Juwel re­ rapeuten notwendigerweise in solche Wahrnehmung einleitet, so dass die flektiert jedes andere. Mit anderen Wor­ Kom­ponenten zu zerlegen versuchen. gewöhnliche Welt des Kummers und ten, dies ist ein Bild eines holo­gra­phi­ Das ist unvermeidlich. der Verblendung (samsara) sich als eine schen Universums, in dem jeder Teil je­ Welt der Seligkeit (nirvana) entpuppt. den anderen enthält. Es ist ein Uni­ver­ Dennoch wurzeln all diese Handlungs­ sum, das nicht-dualistisch ist, das letzt­ weisen in einer bestimmten Art von Prä­ Die Vier Unermesslichen Denkweisen endlich nicht in Einzelteile zerlegt wer­ senz – einer Präsenz, die die Absicht be­ sind Liebe (Pali: metta, Sanskrit: maitri),

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Thomas Bien

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Mitgefühl (in beiden Sprachen: karuna), Freude (mudita) und Gleichmut (Pali: upekkha, Sanskrit: upeksha). Obwohl diese Begriffe für wissenschaftliche Oh­­ren sanft und poetisch klingen mö­ gen, haben sie doch ganz präzise Be­ deutung und schliessen gewisse Übun­ gen und mentale Schulungen mit ein, statt ledig­lich emotionale Zustände zu bezeichnen.

Die Fähigkeit, Freude und Glück zu schenken

an einem Patienten liegen, aber um ihm Heilung zu bringen, braucht er nicht unbedingt mit ihm zu leiden. Um Liebe zu geben, um Freude und Glück zu geben, muss Verständnis da sein. Jemandem eine Rap-Platte zu schen­ken, dem diese Musik unange­ nehm ist, ist nicht metta. Solch ein Handeln lässt ein wirkliches Verstehen des anderen Menschen und dafür, was ihn glücklich macht, vermissen. Solch ein Geschenk ist im besten Falle unge­ schickt.

Liebe bedeutet in diesem Kontext die Fähigkeit, Freude und Glück zu schen­ In ähnlicher Weise muss der Therapeut, ken. Zu beachten ist, dass damit nicht um einem Klienten Freude und Glück die blosse Absicht, Freude und Glück zu zu schenken, eine klare und gründliche schenken, gemeint ist. Die Absicht mag Wahrnehmung haben, wer dieser ein Anfang sein, aber sie genügt nicht. Mensch ist und wie die Dinge in jedem Es geht auch um die Fähigkeit, Freude neuen Moment des sich ständig wan­ und Glück zu schenken, was bedeutet, delnden Therapieprozesses stehen. Aus dass man auch das dazu erforderliche dieser Wahrnehmung heraus wird ein Thera­peut nicht stur nach Schema F Können besitzt. irgend­eine Technik anbieten, sondern Metta wird in Abgrenzung zur roman­ das, was dieser Mensch in dieser Si­ tischen Liebe, die von einem buddhis­ tuation braucht. In manchen Fällen, tischen Standpunkt aus mehr eine Ab­ viel­leicht in vielen Fällen, wird das hängigkeit ist als echtes metta, manch­ helfen. Zum Beispiel ist viel öfter, als wir mal als «liebevolle Güte» übersetzt. Das denken, nachdenkliches Zuhören der Sanskritwort maitri hat denselben Stamm beste Weg, Glück zu schenken und wie das Wort für Freundschaft, was ei­ Leiden zu lin­dern. Zu häufig meinen wir, nen weiteren Hinweis auf seine Be­deu­ wir müssten etwas tun, müssten inter­ tung liefert: Es ist die Art Liebe, die man pretieren, eine Übung vorschlagen oder einen Plan, wo in Wirklichkeit unsere für einen Freund hat. Präsenz und un­ser Zuhören mehr helfen Die Fähigkeit, würde. Aller­dings gibt es auch Zeiten, wo es un­em­pathisch und lieblos wäre, Leiden zu lindern konkrete In­formationen oder Ratschläge Mitgefühl ist hier die Fähigkeit, Leiden zurück­zu­halten. Ein gut eingestimmter zu lindern. Wieder umfasst das sowohl Therapeut ist in solchen Dingen nicht Können als auch Absicht. In diesem rigide oder doktrinär und verwechselt Sinne geht es beim Schenken von Mit­ nicht Technik mit Einstellung, sondern gefühl nicht bloss darum, ein Gefühl der fliesst mit den wechselnden Strömungen Traurigkeit im Hinblick auf die Schwie­ der therapeu­tischen Begegnung mit. rigkeiten des Klienten zu haben. Ei­ Die Fähigkeit, zusammen gent­lich ist unser englisches Wort «com­ passion» keine sehr gute Übersetzung zu lachen und gemeinsam der buddhistischen Idee, da compassion Leichtigkeit zu geniessen (lat. com = mit + passio = leiden) im­pli­ ziert, dass man mit dem anderen Men­ Die dritte Unermessliche Denkweise ist schen leidet. In der buddhistischen Ka­ Freude. Mudita wird manchmal als runa-Übung ist es jedoch nicht nötig, so­ «Mitfreude» übersetzt, um den Zusam­ viel Traurigkeit für einen anderen Men­ men­hang mit dem Glück anderer klar­ schen zu fühlen, dass man für ihn leidet, zumachen. Aber im Kontext eines nichtals ob man ihm damit etwas Gutes täte. dualistischen Standpunktes, der weiter In diesem Sinne ist es eher wie die oben mit der Metapher von Indras Netz Arbeit eines Arztes, der ein hilfreiches beschrieben wurde, ist solch eine Be­ Rezept oder eine Behandlung anbietet. schreibung zu restriktiv. In der sich ge­ Einem engagierten Arzt kann sehr viel genseitig durchdringenden, tiefgrün­dig

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miteinander verbundenen Welt des Nicht-Selbst ist es nicht nötig, zwischen der eigenen Freude und der Freude eines anderen Menschen zu unter­schei­ den. Es ist durchaus sinnvoll, wenn wir die natürliche Tendenz, unser eigenes Erleben im Blick zu behalten, mit einer gezielten Bemühung kompensieren, die Freuden anderer wahrzunehmen, aber es ist wichtig, dass wir auch mit unserer eigenen Freude in Kontakt sind. Im Kontext einer Therapie ist Freude ein wichtiges Element, wenn auch eines, das in vielen Büchern über Therapie nicht ausdrücklich erwähnt wird. Freu­ de be­deutet hier zuerst einmal, dass in der therapeutischen Begegnung immer wie­der eine gewisse Leichtigkeit herr­ schen kann. Während man natürlich da­ r­auf ach­ten muss, dass man den Kontakt mit dem innerlichen Zustand des Klien­ ten nicht verliert, darf es in der Psycho­ therapie trotz­dem Witze geben, Ge­ schichten und La­chen, auch wenn über ernste und trau­ri­ge Dinge gesprochen wird. Freude hat auch damit zu tun, dass wir das Zusam­mensein mit unseren Klienten geniessen. In manchen Sitzungen können Thera­ peuten und Klienten unglaublich schmerz­hafte Verluste und Schwie­rig­ keiten be­sprechen und trotzdem zu­ sammen la­chen und gemeinsam einen Moment der Leichtigkeit geniessen, bevor sie wieder in eine trübere Stimmung geraten. Ich hörte einmal von einem Therapeuten, der über das Te­ lefon einen Selbstmord verhinderte, indem er den Klienten mit «KlopfKlopf»-Witzen zum Lachen brach­te. Die Geschichte mag nicht verbürgt sein, und da sie eine scheinbar unem­pa­ thische Reaktion auf die Not des Klien­ ten beinhaltet, würde ich sie auch nicht als generelles Verfahren empfehlen. Den­noch weist sie auf etwas Wichtiges hin: dass auch Lachen und Humor ihren Platz haben. Durch solche Mittel zeigen wir die Perspektive auf, dass, so wie Lachen und Humor immer traurige Elemente enthalten, es andererseits in finsteren Zeiten auch heitere Elemente geben kann. Wir müssen nicht in der Falle einer bestimmten Laune oder emo­ tionalen Atmosphäre sitzen. Im Ge­ genteil, vielleicht würdigen wir sie mehr, wenn wir nicht völlig in ihr un­ tergehen.

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zugefügte Extras, unsere Wut einfach als Wut, sogar unser Glück und unseren Frie­ den einfach als Glück und Frieden, die ja alle von einem Moment zum nächsten entstehen und vergehen.

nem Diabetiker Eiscreme anbieten wür­ de. Statt eines bekümmerten Men­schen gibt es jetzt zwei. Aus solch einer Si­ tuation wird wahrscheinlich nichts Gu­ tes erwachsen. Zwei Ertrinkende, die sich aneinander klammern, gehen beide unter. Was not tut, ist ein Mensch, der mit beiden Beinen auf festem Boden steht und dann dem Ertrinkenden eine Stange hinstrecken kann.

Während jeder Therapeut wohl bereit ist, die Welt seines Klienten zu betreten, um seine oder ihre Kümmernisse und Schwierigkeiten zu verstehen, betrach­ ten wir es oft nicht als unsere Arbeit, Rogers argumentierte ähnlich, als er auch tief in die Freuden und Glücksfälle schrieb, Empathie heisse, dass man die seiner oder ihrer Situation einzutauchen. Welt des Klienten erlebe, als ob es die Und doch ist das genauso wichtig. Ohne eigene wäre, dabei aber nie diese «Alsdie Energie der Freude ist es schwer, ob»-Qualität verliere. Ohne das «als ob» den herben Attacken unserer Lebens­ verschmelzen wir mit unserem Erleben. Diese vier Elemente funktionieren in probleme zu widerstehen. Es ist Freude, Wir lassen uns davon einfangen, sind ge­genseitiger Abstimmung und nicht was uns ermöglicht, mit dem Kummer in Inhalt statt Gefäss. Wenn unsere Liebe iso­liert. Wenn in unserer Liebe und un­ Berührung zu sein und nicht in ihm und Mitgefühl ohne Gleichmut sind, wer­ serem Mitgefühl kein Gleichmut ist, unterzugehen. Wenn wir therapeutische den wir in unserer Arbeit leiden und sind sie vielleicht etwas anderes als Lie­ be und Mitgefühl. Vielleicht sind sie Spiegel sein und unseren Klienten ein letztendlich auch weniger bewirken. Ma­nipulation. Vielleicht sind sie der Verständnis für ihre Schwierigkeiten widerspiegeln wollen, dann können wir Wir brauchen als Therapeuten ein kla­ Versuch, einen Vorrat an Gefälligkeiten auch Spiegel sein, die ihre Freuden res, eindringliches Gefühl dafür, dass anzulegen, von dem man später einmal spiegeln, von denen wir uns genauso wir für unsere Klienten keine Entschei­ zehren kann. Vielleicht sind sie der Ver­ tief und vollständig berühren lassen. dungen treffen und auch die Tatsachen such, Schuldgefühle zu erzeugen. Un­ Geteilte Freude wird vervielfacht und der natürlichen Welt nicht ändern kön­ sere Liebe und unser Mitgefühl sind nur kann die Widerstandskraft eines Klien­ nen. Wir wissen, dass die Schwie­rig­kei­ dann Liebe und Mitgefühl, wenn sie ten angesichts schmerzhafter Schwierig­ ten die Schwierigkeiten des Klienten dem anderen Menschen Raum und Frei­ sind und widerstehen der Versuchung, heit lassen, auch die Freiheit, eine keiten steigern. uns allzu sehr mit ihnen zu identifizieren. schlechte Wahl zu treffen. Liebe und Wenn wir eine dualistische Kluft zwi­ Genauso, wie wir wissen, wenn wir Mitgefühl ohne Gleichmut haben eine schen unserer eigenen Freude und der Achtsamkeit auf das Denken üben, dass unangenehme Eigenschaft, eine emo­ Freude von anderen vermeiden wollen, unsere Gedanken einfach Gedanken tio­nale «Schmalzigkeit», die einen miss­ dann bedeutet Freude auch, dass wir als sind, dass wir grösser sind als unsere trauisch macht, was wohl die wahren Therapeuten in Kontakt mit dem sein Gedanken, so lehrt uns Gleichmut, in Motive des Helfers sein mögen. müssen, was Freude in unser eigenes das schmerzhafte Erleben unserer Kli­ Alles ist nichts anderes als Leben bringt. Ohne Freude kann es en­ten hineinzugehen, ohne uns zu ver­ sein, dass wir gegenüber dem Schmerz lieren oder überwältigt zu werden. genau das, was es ist eines Klienten zu distanziert sind und Dem anderen Menschen Ähnliche Wirkung hat es, wenn der ei­ unfähig, ihn zu ertragen, weil unser genen Liebe und dem eigenen Mit­ge­ eigenes Leben so kummervoll ist. Es ist Raum und Freiheit lassen, der Unterschied zwischen einer Pflanze, auch eine schlechte Wahl fühl die Freude fehlt. Wenn Sie sich nur in den Kummer von jemandem ein­füh­ die am Tag zuvor gut gegossen worden zu treffen len können, ohne gleichzeitig seine ist und dann in die Sonne gestellt wird, und einer, die kein Wasser bekommen In diesem Sinne ist es absolut ent­schei­ Freu­den zu würdigen, ist Ihr Mitgefühl dend zu verstehen, dass Karuna nicht vielleicht kein wahres Mitgefühl. Viel­ hat. Ohne Freude verdorren wir. «compassion» oder «Mitleid» in dem leicht geht es bei Ihrem Mitgefühl mehr Die Fähigkeit, unaufgeregt Sinne ist, dass wir buchstäblich mit dem darum, dass Sie sich gut fühlen, indem und ausgeglichen zu Klienten leiden. Vielleicht haben Sie es Sie jemandem eine Schulter zum Anleh­ schon einmal erlebt, dass Sie ein per­ nen geben und sich im Kontext der Not akzeptieren, was kommt sönliches Problem mit einem Freund be­ eines anderen als der Starke aufbauen. Gleichmut, die vierte unermessliche sprochen haben, der sich zu sehr mit Ohne Freude kann es sein, dass Sie ei­ Denk­weise, ist ebenfalls ein entschei­ ihrem Kummer identifiziert, so dass er nen Menschen in noch tieferer Ver­ dendes Element. Gleichmut heisst Aus­ oder sie genauso bekümmert und auf­ zweif­­lung und Traurigkeit zurücklassen. geglichenheit, die Fähigkeit, unaufgeregt gewühlt wird wie Sie selbst. Obwohl zu akzeptieren, was kommt. Es ist nicht manche Menschen auf diese Art «Mit­ Die gegenseitige Verbindung zwischen Gleichgültigkeit. Es beinhaltet keine Ge­ gefühl» sogar stolz sind und meinen, sie Freude und Gleichmut kommt gut in fühllosigkeit, sondern bedeutet, sich nicht zeige, dass sie auf heroische Weise dem Ausspruch des buddhistischen Leh­ im Gefühl zu verlieren, im endlosen Dra­ sensibel seien für den Schmerz anderer rers Longchenpa zum Ausdruck: «Da matisieren und Geschichtenspinnen, das Leute, ist sie doch nicht hilfreich. alles nichts anderes ist als genau das, uns mit den Gefühlen verschmilzt, son­ was es ist, könnte man genauso gut in dern stattdessen unsere Traurigkeit ein­ Manche Buddhisten nennen das «idio­ Gelächter ausbrechen». Die Wahrheit fach als Traurigkeit zu sehen, ohne hin­ tisches Mitgefühl» – wie wenn man ei­ anzuerkennen und sie voll und ganz zu

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Ohne Freude verdorren wir

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akzeptieren, einschliesslich der Schwie­ ran zu erinnern, dass da nicht bloss ein Auf seiner nett gestalteten, englischspra­ rigkeiten des Lebens, muss nicht zu Ni­ «Klient» ist, sondern ein menschliches chigen Website mindfulpsychology.com hilismus oder Verzweiflung führen, son­ We­sen wie wir, wie unterschiedlich unse­ finden Sie mehr zu seiner Arbeit und dern kann auch zu der Freude führen, re Rollen auch sein mögen. Person sowie Basisinformationen zu Acht­ die dann aufkommt, wenn wir aufhören, samkeit und Meditation. u Die Weisheit oder Buddhagegen die Natur der Dinge anzukämpfen.

Schwerpunkt

Natur in diesem Menschen

Wenn Sie wirklich achtsam sind für einen anderen Menschen, enthält Ihre Acht­ Auch mitten in einer Sitzung kann man im­ samkeit Liebe, Mitgefühl, Freude und ­mer zum bewussten Atmen und zur Acht­ Gleichmut. Wenn irgendeines dieser Ele­ samkeit zurückkehren oder an ein schlich­ mente fehlt, fehlen alle. Wenn irgend­ei­ tes Wort wie «Liebe» oder «Güte» denken. nes dieser Elemente fehlt, ist auch Acht­ Oft geben wir uns so viel Mühe, als The­ rapeuten eine Hilfe zu sein, aber wir samkeit selbst nicht vorhanden. kämp­fen zu viel, und das heisst per se fast Auf der Stelle praktizieren schon, dass wir eben keine Hilfe sind. Manchmal fällt es uns so leicht zu sehen, Immer wenn wir auf Schwierigkeiten wie der Mensch vor uns immer weiter Lei­ stos­sen, wenn wir uns in einem schwie­ den schafft. Es ist wichtig, zu einem ge­wis­ rigen emotionalen Zustand wiederfinden, sen Gleichmut zurückzufinden und an­zu­ voller Traurigkeit, Wut oder Sorge sind, erkennen, dass man die Natur der Re­alität besteht die Versuchung, tiefer in uns nicht ändern und dem Klienten kei­ne Ent­ hineinzufallen, uns isolierter und abge­ scheidungen abnehmen kann. Auch das schnittener zu fühlen. Es ist sehr hilfreich, kann man mit einem einfachen Wort oder stattdessen zu lernen, wie man genau in Satz tun, etwa «Friede» oder «Los­las­sen», diesem Moment sein Herz für all die Men­ oder man kann, mehr bud­dhistisch formu­ schen öffnet, die vor ähnlichen Schwie­ liert, in sich das Vertrauen wieder wach­ rigkeiten stehen. Wenn Sie zum Beispiel rufen, dass die Weisheit oder Buddha-Na­ krank sind und die Krankheit einen trau­ tur in diesem Menschen letzt­endlich den rigen oder deprimierten Zustand er­zeugt, Weg finden wird, auf dem es vorangeht. können Sie sich vorstellen, wie Sie selbst Liebe und Mitgefühl für alle Wesen aus­ Es ist hilfreich, zwischen den Sitzungen strahlen, die krank sind. Wenn Sie frus­ nicht zu viele Dinge unbedingt erledigen triert sind, weil ein Klient Ihre geniale In­ zu wollen. Es braucht nicht viel Zeit, um terpretation nicht akzeptiert hat, kön­nen nach einer Sitzung zum Atem zurück­zu­ Sie sich öffnen für die Aussenwelt und kehren, zu registrieren, wie die Sit­zung alle Menschen, die das Gefühl haben, auf unseren Körper und unser Be­wusst­ ihre Mühe werde nicht gewürdigt. Ich ha­ sein gewirkt hat, und sie dann vielleicht be festgestellt, dass diese einfache Übung loszulassen, damit wir für den nächsten oft sofort Erleichterung bringt. Menschen in neuer Frische da sein kön­ nen. Damit üben wir Freund­lichkeit zu Wir können diese Einstellungen in dem uns selbst sowie zum nächsten Klienten. Moment kultivieren, wo wir einen Klien­ (Aus dem Buch: Achtsamkeit in der the­ ten begrüssen. Die traditionelle indi­sche rapeutischen Beziehung) Begrüssung besteht aus einer Verbeugung Infos zu Thomas Bien und dem Wort «Namaste», was soviel heisst wie «Ich erkenne das Göttliche in dir». Aber wir können, ohne Verbeugung Thomas Bien ist als oder eine fremde Sprache, einfach in­ner­ Psychologe in pri­va­ lich sagen: «Lieber Freund» und mit die­ ter Praxis in Albu­ sen Worten Ihr ganzes Gefühl für diesen querque, New Me­ Menschen, seine Geschichte, seine Kämp­ xiko tätig. fe und seine positiven Qualitäten wach­ rufen. Alternativ können Sie ein- und Als ehemaliger Pries­ ausatmen und sich selbst sagen: «Ich sehe ter der United Me­tho­ dich. Ich bin hier. Ich sehe dich.» Wenn dist Kirche verfügt er ich das tue, habe ich nicht nur das Gefühl, über einen Master-Abschluss in Theologie. dass der Klient für mich realer wird, son­ Als Psychologe hat er sich aus­giebig der dern dass auch ich mehr da bin, präsenter klinischen Praxis und Er­for­schung von bin. Solche Übungen helfen uns, uns da­ Suchtverhalten zugewandt.

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Steven, F. Hick und Thomas Bien

Achtsamkeit in der thera­peu­ti­ schen Beziehung Achtsamkeit kann mass- ­geblich dazu bei­tragen, die therapeutische Beziehung zu ver­tie­ fen. Zwar gibt es mittlerweile eine Viel­ zahl von Büchern, die sich der Be­deu­ tung der Achtsamkeitspraxis im kli­nischtherapeutischen Prozess zuwenden. Doch erst mit «Achtsamkeit in der the­ra­peu­ tischen Beziehung» liegt nun ein Werk vor, das forschungsbasiert der Frage nach­geht, wie Achtsamkeit die thera­peu­ tische Beziehung stärken und positiv be­ einflussen kann. Führende Vertreter verhaltenstherapeu­ tisch, psychodynamisch und systemisch orientierter Therapieansätze illustrieren eine Vielzahl von Wegen, auf denen Achtsamkeitsprinzipien Standardtechni­ ken komplementär ergänzen und Thera­ pieerfolge durch die Stärkung der Betei­ ligten verbessern können. Dieses faszinierende, für die klinische Praxis überaus fruchtbare Buch erhellt und verzahnt zwei der aktuellen The­men zeitgenössischer Psychotherapie: Die Ent­ deckung, dass Therapie ein Pro­zess der Transformation durch Bezie­hung ist, und die Einführung in eine klinische Praxis, die auf der 2500 Jahre alten Tradition achtsamen Gewahrseins beruht. Wie die­ se beiden Themenstränge gewinn­brin­ gend integriert werden kön­nen, ist ex­ akt die Frage, die im Mit­tel­punkt die­ses Lehrbuchs steht. Ein unverzichtbares Buch für klinische Psychologen, Psychotherapeuten, Psych­ iater, Sozialarbeiter, Familien- und Paar­ therapeuten und Berater, das durch sei­ ne klare Sprache und Themenführung auch für Neueinsteiger zugänglich ist. Brosch., 340 S., CHF 28,50/€ 19,90, ISBN 978-3-93685593-7, Arbor Verlag u

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K

ommt aus Slowenien «Neues Licht»?

Ein Symposium in Ljubljana über Leben und Werk der Baronin Adelma von Vay und das Buch «Geist, Kraft, Stoff»

Rudolf Passian red. – Während eines dreitägigen inter­na­ tionalen Symposiums wurde des segens­ reichen Wirkens einer aussergewöhnlichen Persönlichkeit gedacht, der stark medial veranlagten Baronin Adelma von Vay (1840-1925) und ihres Gatten Baron Oedön von Vay. Von bleibender Bedeutung ist hier das auf schreibmedialem Wege entstan­de­ ne Buch «Geist, Kraft, Stoff». Rudolf Pas­ sian half durch zweimalige Neuherausgabe dieses Werkes es vor dem Vergessenwerden zu bewahren (1969 und 1993). Am Sympo­ sium nahm er als Ehrengast teil.

Zu Beginn meiner (nunmehr fünf Jahr­ zehnte langen) Öffentlichkeitsarbeit er­ kann­te ich sehr bald den ausserge­wöhn­ lichen Wert jenes Geistesgutes, das uns über Adelma von Vay zufloss. Die meis­ te Zeit ihres Lebens verbrachte das Ehepaar in Gonobitz (damals Südstei­er­ mark), jetzt Slovenské Konjice (Slowe­ nien). Auf dem kleinen alten Friedhof existiert noch ihre Grabstätte. Auch das Wohngebäude steht noch, allerdings in

Grabstätte von Adelma von Vay in Slovenské Konjice

sehr desolatem Zustand. Bürgermeister Miran Gorinšek (spr. Gorinschek) wird es renovieren lassen. Das Projekt findet volle Unterstützung bekannter Persön­ lichkeiten, wie der Historikerin Alek­ san­dra Boldin und des slowenischen Philosophen, Dichters und Übersetzers Gorazd Kociančič. Auf Initiative von Dr. Jan Ciglenečki (spr. Ciglenetschki) übernahm der Verlag «KUD Logos», der grundlegende philosophi­sche und theologische Literatur veröf­fent­ licht, die Herausgabe von Publikationen der Baronin Adelma von Vay. Dr. Cig­ lenečki, Jahrgang 1980, absolvierte ei­ Adelma von Vay nen bemerkenswerten akademischen Bil­ dungsweg. Über Wolfram von Eschen­ bachs «Parzival» fand er zum Schrifttum Die meisten Vorträge während des Sym­ der Baronin von Vay. Seit längerem über­ posiums erfolgten in slowenischer Spra­ setzt er philosophische und religiöse Tex­ che. In Deutsch sprachen der bekannte te aus dem Griechischen, Koptischen Landschafts-Therapeut Marco Pogačnik (gnostische Nag-Hammadi-Texte) und zum Thema «Kosmometrie der Baronin Adelma von Vay» und Hannes Hula (Ös­ aus dem Deutschen. ter­reich) über «Adelmas Erbe und ihr Der erste Symposiumstag, am 3. De­zem­ Beitrag für Österreich». Prof. Dr. Bernt ber 2012, fand in Ljubljana statt, im Ge­ Högsdal (Norwegen) veranschaulichte bild­ bäude der National- und Universitäts­ mässig einige Aspekte des Buches «Geist, bibliothek, der zweite in Slovenské Kon­ Kraft, Stoff». Ich – Rudolf Passian – sprach jice im vormaligen Kartäuserkloster über «Reinkarnation und Dual­seelen-Prin­ Seiz. Hier schloss sich, auf Einladung zip im Weltbild von Adelma von Vay, von Bürgermeister Gorinček, ein weite­ sowie über «Fähigkeiten im oder ohne rer Tag an, nachdem am Abend zuvor Trancezustand, im Vergleich zu Adelma ein beeindruckendes Gedenkkonzert in von Vay». der Gonobitzer Kirche dargeboten wor­ den war (einschliesslich der Melodie des Als geradezu Aufsehen erregend darf von Adelma von Vay empfangenen «Geis­ der Beitrag von Uwe Schuster gelten: terliedes»). Im Namen meiner teilneh­ «Adelma von Vay und der Brief von Nos­ menden Begleiter Uwe Schuster und tradamus (vom Jahre 1557) an König Hein­ Manfred Baumhackl möchte ich hier rich II. von Frankreich». Uwe Schuster Herrn Bürgermeister Gorinšek unseren erklärte beim Symposium in Slowenien: herzlichsten Dank aussprechen für sei­ In diesem berühmten Brief «fand ich ne Begleitung und Gastfreundschaft, wie eine Stelle, die mir geradezu ‚ins Auge überhaupt für seinen nachhaltigen Ein­ sprang’, nämlich den Satz: ‚… das Kom­ satz zur Erhaltung und Pflege des Adel­ men des Heiligen Geistes, der auf dem ma von Vay’schen Kulturgutes! 48. Breitengrad herabsteigt.’» Der Re­

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topath Dr. Gardos, Das Buch von Ludwig Büchner (1824das sogenannte mag­ 1899) «Kraft und Stoff» stand in höchs­ ne­tische Schreiben tem aka­demischen Ansehen und schien zu versuchen. Als sie jedwe­der Religion den Bo­den zu entzie­ es tat, staunte sie, dass hen. Schliesslich wurden Adelma und ihre Hand völlig selb­ ihr Gat­te Oedön von ihrer jenseitigen ständig zu schreiben Füh­rung (im Jahre 1869) gebeten, neun begann: «Ich bin Tho­ Mo­nate lang streng ve­getarisch zu le­ mas, dein Schutz­ ben. Es sollten hierdurch optimale psy­ geist. Schreibe mag­ cho­energetische Voraus­set­zungen ge­schaf­ ne­tisch, es tut dir gut. ­fen werden zur Aufnahme eines der er­ Du wirst ganz ge­ staun­lichsten Bücher, die jemals auf aus­ sund. Heinrich, Sarg. ser­gewöhnliche Weise zustande kamen, 18671 für euch ein des Werkes mit dem Titel «Geist, Kraft, Trauerjahr, Napo­le­on Stoff». Symposium-Veranstalter: Philosoph Jan Ciglenečki und HistoriSturz 1870.» kerin Aleksandra Boldin mit Miran Gorinšek, Bürgermeister von Slovenske Konjice Dieses Buch enthält die Darlegung einer Adelma erlebte nun Kosmogonie, einer Schöpfungsperiode, ferent fuhr fort: «Wenn man sich die eine regelrechte Aus­bildung ihrer media­ wie sie sich im sichtbaren und unsicht­ Koordinaten der Stadt Tiszalök in Un­ len Fähigkeiten und lernte im Verlauf baren Bereich des Alls allenthalben voll­­ garn, wo Adelma das Buch ‚Geist, Kraft, der­­selben ihre jenseitigen Leiter und zieht. Beim Niederschreiben entstan­den, Stoff’ mit den Zahlengesetzen erhielt, Be­schützer kennen. Ihre Entwicklung in beträchtlicher Geschwindigkeit, geo­ ansieht, so erkennt man, dass Tiszalök voll­zog sich in dreifacher Art: als metrische Figuren zum Text. punktgenau am 48. Breitengrad liegt, Schreib­medium, als Hellseherin und als und dazu noch – sozusagen als Drauf­ Heile­rin. Ihre Form der Hellsichtigkeit Die Übermittler dieses Offenbarungs­ gabe – auf dem 21. Längengrad. Zusam­ gestal­tete sich mit Hilfe von Wasser: In wer­­kes mussten sich logischerweise un­ mengerechnet 48 = 3 und 21 = 3 ergibt einem ungeschliffenen Glas voll Wasser serem Auffassungsvermögen anpassen. diese wiederum einen Hinweis auf die nahm sie Bilder und Szenen wahr. Die Dabei gingen sie von jener intelligenten Zahlengesetze von ‚Geist, Kraft, Stoff’, Erklä­rungen hierzu bekam sie auf Urkraft aus, die wir mangels ausrei­chen­ schreib­medialem Wege übermittelt. nämlich auf die Ur-Drei!» der Begriffe mit Gott bezeichnen. Dieser wird nicht als unpersönlich-auto­mati­sches Uwe Schuster betonte am Schluss: «Hat­ Auf gleiche Weise erhielt Adelma in Naturprinzip betrachtet, son­dern als te Nostradamus dieses Kommen des hei­ Krankheitsfällen die Diagnosen und the­ höchst vorstellbare personifi­zierte und ligen Geistes prophetisch geschaut, und rapeutische Empfehlungen übermittelt, ansprechbare Persönlichkeit.3 Alle Evo­ dass uns mit der Logik der Zahlen­ge­set­ zumeist mit hohen homöopathischen Po­ lutionsstufen und Aggregats­zu­stän­de zes ein Realitätsbeweis der höchsten In­ tenzen. Unermüdlich suchte sie Kranke wer­den auf Ihn, auf die Zahl Eins, zu­ telligenz: Gottes, gegeben wird?» – Zu­letzt persönlich auf. Die meisten gehörten zur rückgeführt. verwies unser Freund nochmals auf den ärmsten Bevölke­rungs­ Fakt, dass «Geist, Kraft, Stoff» nicht auf schicht. Die Baro­nin menschlichen Gedankenkons­truk­tio­nen brachte ihnen stärken­ beruht, «sondern im wahrsten Sin­ne des de Lebens­mit­tel und Wortes ‚ein Geschenk des Himmels’ ist.» gab ihnen von ihrem «Elixier», des­sen Zusam­ Wer war Adelma Vay de Vaya mensetzung sie in ei­ nem Buch aus dem 17. geborene Gräfin von Wurmbrand-Stup­ Jahrhundert fand und pach? – Die irdische Lebensspanne der von ihr mit bestem Er­ späteren Baronin umfasste die Jahre von folg ein­ge­setzt wurde.2 1840 bis 1925. Mit zwanzig Jahren ehe­ lichte sie den Baron Oedön von Vay, dem In jener Zeit, d.h. in sie schon als Kind erklärt hatte, dass sie der zweiten Hälfte des ihn mal heiraten würde! Sechzig Jahre 19. Jahrhunderts, fei­er­ lang lebten sie in idealster Ehe; Kinder te der philo­sophischblieben ihnen versagt. Als sich bei der na­turwis­senschaft­li­che Baronin zuweilen krampfartige Schmer­ Mate­ria­lismus Trium­phe Rudolf Passian im Kartäuserkloster Seiz (bei Slovenske Konjice) zen einstellten, empfahl ihr der Mag­ne­ (wie noch heute).

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Reportage

währte Medien wertvolle Hin­wei­se zu sinn­ bezogener Lebens­ge­stal­tung. In ge­schwis­ terlichem Ver­bundensein wirk­­ten hier Men­­schen jüdischen und christ­li­chen Glau­ bens gemeinsam an der gros­­­sen Aufgabe, achtungsvoll zu­ein­an­der zu finden. Rudolf Passian in der National- und Universitätsbibliothek (Ljubljana)

Die Darlegungen in «Geist, Kraft, Stoff» hier zusammengefasst wiedergeben zu wollen, würde platzmässig zu weit füh­ ren. Man besorge sich und studiere das Buch.4 Ein weiterer Kernpunkt der Adelma von Vay zuteilgewordenen Belehrungen be­ trifft

das Dualgesetz, bezogen auf unser Verhältnis zum an­de­ ren Geschlecht: Ursprünglich war je­dem Ich ein Du beigesellt. Beides per­sön­lich­ keitsbewusste Individualitäten, aber qua­ si «füreinander geschaffen» und in be­ glückendster Weise eine Ein­heit bildend. So, wie es geschehen konnte, dass wir spirituell (im Verlaufe von Äonen) fal­sche Wege einschlugen, ja sogar unse­ren gött­ lichen Ursprung vergassen, so kam es auch zum Bruch mit unserem «zwei­ten Ich». Ergebnis: Viele sind un­be­wusst, rein geschlechtstriebmässig, auf der Su­che nach dem Traumpartner, dem verlo­re­ nen Du. Über die Dualseelen-Leh­re fand ich nirgends so klare und logi­sche Be­ gründungen wie in «Geist, Kraft, Stoff».

Adelma von Vay lag jedwede religiöse Schwärmerei fern. Sie lachte und reiste gern. Kränkungen wegen ihrer media­len Tätigkeit nahm sie gelassen hin, zu­mal die positiven Reaktionen überwo­gen: Her­ zensfrieden auf der Basis eines uner­ ein Lebensschicksal, wie es nur wenigen schütterlichen Gottvertrauens, die Liebe Erdenbürgern bestimmt ist. Es war ihr ihres Dualpartners Oedön, und die Dank­ vergönnt, eine reiche Lebenstätigkeit zu barkeit jener zahllosen Mit­men­schen, de­ entfalten, ihren Mitmenschen schätzens­ nen sie dank ihrer Bega­bung zu hel­fen werte Dienste zu leisten und an der Sei­ vermochte. Wer mit jen­seitigen Licht­ te ihres Gatten, der ihre geistigen Be­ welten so verbunden ist wie Adelma, dem stre­­bungen völlig teilte, ein langes glück­ vermögen Vertreter der Dunkelheit nichts liches Leben zu führen. Nach sei­nem anzuha­ben. Und was die empfangenen Heimgang im Jahre 1921 zog sich die Kund­ga­ben als solche anbe­langt, so nahm Baronin mehr und mehr zurück. Obwohl sie dieselben kei­neswegs kritiklos hin. sie niemals ernstlich krank war, pflegte In ih­rem zwei­bän­digen Werk «Aus mei­ sie sich doch öfters mit ihrem Hausarzt nem Le­ben», S. 883, be­merkt sie: «Oft zu beraten. Am Abend des 24. Mai 1925 kommen mir Zwei­fel über er­hal­tene Kund­ – sie laborierte an einer leich­ten Bron­ ­ge­bungen der Geis­ter. Ich glaube nie chitis – verabschiedete sich der Arzt mit blindlings, ohne meine Lei­ter zu fragen.» den Worten: «Ich komme mor­gen gegen 10 Uhr.» Baronin Vay er­wi­derte ihm: «Kom­ Adelma von Vay verliess unsere Welt men Sie nicht erst um 10 Uhr, denn da am 25. Mai 1925, nachdem ihr geliebter werde ich Sie nicht mehr benötigen. Oedön am 1. März 1921 vorausgegangen Kom­men Sie lieber schon um 9 Uhr.» Der war. Die wohltuend schlichte Aufrich­tig­ Arzt kam am andern Mor­gen, fand je­ keit des Wesens bei­der, die ihre mit­ge­ doch keinen Anlass zur Sor­ge. Als das brachte (und er­kann­te) Aufgabe getreu Stubenmädchen dann das Frühstück erfüllten, wider­spie­gelt sich in Adelmas brachte – es war Punkt 10 Uhr – hatte zweibändigem Werk «Aus meinem Le­ Baronin von Vay ihre irdi­sche Hülle be­ ben» (Leipzig, 1900). reits verlassen.

Am 21. April 1871 wurde in Budapest der In seinem Nachruf schrieb Dr. Adolf Es sei mir gestattet, hier kurz etwas zum «Verein spiriter Forscher» gegründet. Grünhut:5 Diese begnadete Frau hatte Thema «Gott» einzuflechten. Dies wurde zu einem weiteren Mark­stein im Leben Adelmas, denn ihre jen­seitigen Leiter hat­ ten die Vereins­grün­dung ange­ regt. Nicht aus sektiererischen Gründen, sondern um aufge­ schlossene Menschen zum For­ schen anzuregen über unser Wo­her und Wohin. Statuten und Arbeits-Leitregeln erfolgten «von drüben». Unter der umsichtigen Leitung des jüdischen Arztes Dr. Adolf Grünhut entfaltete dieser Verein eine segens­rei­che Tätig­ keit und erhielt über mehrere be­ Podiumsgespräch zur Unterstützung der humanitären Organisationen in Slovenske Konjice

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Reportage

schon Schopenhauer, und die ent­setzliche Mensch­heitsge­ schich­te gibt ihm Recht. – Soll dieser teuflische Irrsinn immer so weitergehen, bis zum bitte­ ren Ende? Die Frage könnte auch lauten: Wie lan­ge noch wollen wir uns gutgläubig täu­schen lassen? Dass Welt und Mensch rein zufällig entstandene «Produkte der Evolution» sein sollen, das zu glauben dünkt mir recht dürftig. Eine seit rund 150 Jahren international betriebene Grenz­­bereichsforschung führt da zu ganz anderen Er­geb­ nissen: Ausserkörperliche Er­ fahrungen (nicht bloss im Rah­ men von Nahtodes-Visionen), Jenseitskon­tak­­te, Erschei­nun­ gen Verstorbener, wun­der­bare Er­rettungen aus grosser Not Wenn man sich nun die Koordinaten der Stadt Tiszalök und Gefahr, und vieles andere in Ungarn – wo Adelma dieses aussergewöhnliche Gesamtwerk mit den Zahlengesetzen erhielt – ansieht, mehr, all dies bestätigt jenes so erkennt man, dass Tiszalök punktgenau am 48. gran­diose und trostreiche Breitengrad liegt, und dazu noch – sozusagen als Weltbild, wie es uns über Draufgabe – auf dem 21. Längengrad. Adelma von Vay (und andere Zusammengerechnet 48 = 3 und 21 = 3 ist wieder ein Hinweis auf die Zahlengesetze von Geist, Kraft, Stoff Quellen) auf­ge­zeigt wurde. – nämlich auf die Ur-Drei! Deshalb ist die Neubeachtung desselbenwie sie derzeit von Über Gottesvorstellungen streiten zu wol­ Slowenien ausgeht, so überaus wichtig len, ist sinnlos, denn «das Begriffs­ver­ und aner­ken­nens­wert! mögen des Menschen schafft den Gott, den er anbetet».6 Zwar nehmen unsere Kenntnisse über die Natur und ihre Ge­ setzmässigkeiten ständig zu, bleiben aber dennoch ständig korrekturbedürftig. Wa­ 1 Tatsächlich starb Heinrich, der Bruder rum? – Weil die Natur nicht dort endet, des Barons, im genannten Jahr. Auch wo sie (für uns) aufhört, sichtbar und der Sturz Napoleons III. im Jahre 1870 messbar zu sein! Ausserdem ist die Wahr­ traf ein. nehmungsfähigkeit unserer beschei­denen fünf Sinne ein viel zu kleines Fenster, 2 Rezept zu einem Lebenselixier kann um alles Vorhandene zu erfas­sen. Gar auf Wunsch mitgeteilt werden. nicht zu reden vom Weltall, mit seinen Milliarden Galaxien. Wir sollten uns auf 3 Jeder simple Magier weiss, dass unser zivilisiertes Schulwissen nicht all­ sowohl das lichte, als auch das zu viel einbilden; nicht nur, weil unsere gegensätzliche Prinzip personifiziert Geschichte der Wissenschaften im We­ in Erscheinung treten kann. sentlichen aus korrigierten Irrtü­mern be­ steht, sondern weil deren ton­ange­ben­ 4 «Geist, Kraft, Stoff», in unverändertem Text und mit den Repräsentanten materia­lis­tisch-atheis­ ergänzenden Beiträgen versehen, tisch ausgerichtet sind und keine andere ist erhältlich beim Reichl Verlag, Meinung tolerieren. Mate­rialismus aber Auf dem Hähnchen 34, DE-56329 St. führt zum Bestialismus. Dies erkannte

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Goar, Tel. +496741 – 1720, E-Mail: post@reichl-verlag.de 5 «Das Geistige Reich», 1963, 292 – In der «Zeitschrift für Seelenleben» des Jahres 1910 wird berichtet: «In der Nähe von Gonobitz ist ein Dorf. Adel­ ma kennt alle Bewohner. Wenn man mit ihr spazieren geht, ist es herz­er­ quickend zu sehen, wie alle, denen man begegnet, ob gross oder klein, freudestrahlend zu Adelma eilen, um ihr die Hand zu küssen. Sie spricht freundlich mit allen, erkundigt sich nach den Familienangehörigen, denn sie kennt sie alle. Viele waren ihre Patienten, und alle sind ihre Schütz­ linge. Sie macht oft einen langen Weg, um Bettlägerige zu besuchen, bringt ihnen Arznei nahrhafte Speise und Trank.» 6 Bernhard Forsboom, «Das Buch Ema­ nuel», Band I, 223; derselbe Verfasser: «Kundgebungen des Geistes Ema­ nuel», 1997.

Danksagung Möge das belebende Licht von Slo­ wenské Konjice/Gonobitz und Tisza­ lök (wo «Geist, Kraft, Stoff» nieder­ geschrieben wurde) segenbringend weitergetragen werden, als überaus hilfreiche geistige Orientierungs­grund­­ lage eines entgrenzten Ver­ständ­nis­ ses von Mensch, Welt und Gott! Unsere Reise zum Symposium, mit ihren vielfältigen Eindrücken und Be­gegnungen, wird uns unvergess­ lich bleiben! Herz-lichten Dank und ein «Vergelts Gott» allen Freunden und Beteiligten, speziell Frau Alek­ sandra Boldin und Herrn Dr. Jan Cig­ lenečki. Ferner unserem Freund und unermüdlichen Fahrer Uwe Schuster sowie dem umsichtigen Bürgermeister von Slowenské Konjice, Herrn Miran Gorinšek. Möchte es doch recht viele Politiker seiner Art und Qualität ge­ u ben… Rudolf Passian

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B

esuche in anderen Dimensionen

Ernst Meckelburg Gehirnaktivitdten transparent gemacht Unser Gehirn erzeugt bekanntlich Hirnaktionspotentiale in der Grös­sen­ ordnung zwischen 10 und 100 Mikrovolt, die 1924 erstmals von dem Je­ naer Professor Hans Berger mit einem Vorläufer des modernen Elek­tro­ enzephalographen aufgezeichnet wurden. Enzephalogramme (EEGs) ge­ hören heute zu den wichtigsten Hilfsmitteln der Gehirnuntersuchung, und sie sagen viel über die Vorgänge im Gehirn, so unter anderem wäh­

Ernst Meckelburg

rend der Denk-, Schlaf- und Traumphasen aus. Von Bedeutung sind aber weniger die Poten­ tialunterschiede, son­dern der Schwin­gungs­ rhyth­mus, die Fre­quenz (Tabelle 1). Beim ruhenden Menschen werden in der ersten Vorschlaf­ phase (bei geschlossenen Augen) al­ pha-Wellen mit einer Frequenz zwi­schen 8 und 12 Hz (Hertz = Schwingungen/Sekunde) auf­ gezeichnet. Die Nervenzellen sind – ge­kenn­ zeichnet durch eine besondere Frequenz – auch dann aktiv, wenn wir «ab­schalten». So­ bald die Au­gen geöffnet werden, wird der alphaRhyth­mus unterbrochen. Die Forschung auf die­ sem Gebiet lässt bereits Zu­sammen­hänge zwi­ schen al­pha-Wellen und Te­lepathie erkennen. Der alpha-Phase schliesst sich das Ein­schlaf­ stadium an, das im EEG durch so­ge­nannte theta-Wel­len mit 5 bis 7 Hz in Er­schei­nung tritt. Die­se Phase ist durch langsames Abgleiten in eine Art «Bewusstlosigkeit» gekennzeich­net, wo­mit natürlich nur das Tages- oder Wach­be­ wusstsein, nicht dagegen das Unbewusste ge­ meint ist, das gerade in diesem Zustand auf höchste Aktivität umschaltet. Jeder von uns kennt diesen Zustand zwischen Wachen und Einschlafen, in dessen Verlauf unsere Mus­ku­ latur plötzlich und unkontrollierbar zusam­men­ zuckt oder wir ins Bodenlose zu fallen glauben. Diesem Zustand folgt nach kurzer Dauer (etwa

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Grenzwissenschaften

15 Minuten) das sogenannte Leicht­schlaf­ stadium mit delta-Wellen von weni­ger als 4 Hz. Die ersten (we­ni­ger inten­siven) Träume setzen ein, was sich durch das Hin- und Herrollen der Aug­äpfel hinter den geschlossenen Li­dern bemerk­bar macht, etwa so, als ob der Träumende vergeblich die Ursache für dieses Sta­ dium der typischen wirren, phantasie­rei­ chen Traumfetzen suchen würde. Das mitteltiefe Schlafstadium ist durch grös­ sere delta-Wellen gekenn­zeich­­net, die auf eine weitere Ent­span­nung des Kör­ pers hindeuten. Lang­same delta-Wellen sind ein Indiz für den Tiefschlaf, das letzte und eigentliche Schlafstadium. Ein paradoxer Zustand tritt ein, wenn drei- bis viermal pro Nacht der Tiefschlaf

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un­ter­bro­chen wird, um einer logischen Rhythmus, zu. Nach Dr. Burr schlaf­un­ähnlichen Aktivität zu und dessen Mitarbeiter an der medi­zi­ wei­chen, die im Wach­zu­stand nischen Hochschule Yale (USA) wird das durch er­höhte Auf­merk­­sam­ Verhaltensmuster des mensch­lichen Ge­ keit, Kon­zen­tration und geis­­ hirns durch ein sehr komplexes Magnet­ tige Tätig­keit cha­rakte­ri­siert feld gebildet, gleichzeitig aber auch ist. Dieser para­do­xe Schlaf, in überwacht und gesteuert. Das mensch­ dessen Ver­lauf Herz­schlag und liche Gehirn bildet mit rund 10 Billionen Blut­druck un­re­gelmässig wer­ Zellen einen besonders leis­tungsfähigen den, aber auch Sauer­stoff­ver­ Empfänger für elektro­mag­netische Ener­ brauch und Adre­nalin­er­zeu­ gien. Es kann daher nicht ausgeschlossen gung zuneh­men, hat seine Ur­ werden, dass die irdischen Magnetfelder sache im Stamm­hirn, in dem (und sicher auch die anderer Gestirne) auch Teil­bereiche des Unbe­ das mensch­liche Verhalten auf eine bis­ wuss­ten vermutet wer­den. Be­ her unge­klärte Weise bestimmen. sagter Zustand bürgert sich all­­mählich unter dem Be­griff «REM»­ Es stellt sich die Frage, inwieweit Mag­ Phase ein; im EEG zeigen sich jetzt die netismus, Gravitation und Elektri­zität für den oben be­schriebenen Zustand ty­ einander beeinflussen, um auch para­ pischen Wel­len mit einer Frequenz von normale Bewirkungen (vor allem wäh­ 30 Hz (vgl. ss-Rythmus). Ganz im Gegen­ rend des Schlafes) hervorzurufen. Gibt satz zu den langsamen, will­kür­lichen es während der REM-Phase (und ande­ Aug­­apfel­be­we­gungen im Leicht­­­schlaf­sta­ rer Schlafperioden) möglicherweise eine ­dium wer­den jetzt die Aug­äpfel hinter gegenseitige Beeinflussung von schwa­ den geschlossenen Lidern ruckartig, aber chen Magnetfeldern des Gehirns als synchron hin und her bewegt. In dieser Ganzes und elektromagnetischen sowie Phase wollen Pro­banden ameri­kani­scher Gravitationsfeldern unserer «Umge­bung», Schlaf­kli­niken stets ausge­präg­te, emotio­ die im Verbund den psychischen «Lift» nell betonte Traumer­leb­nisse ge­habt ha­ zu höheren Bewusstseinsebenen be­ werkstelligen? Die eigentliche Erfor­ ben. schung des menschlichen Gehirns hat u Die medizinische Forschung wendet tatsächlich erst begonnen. sich in jüngster Zeit der Erforschung pflanzlicher, tierischer und menschlicher Verhaltenszyklen, dem sogenannten bio­ Nächste Folge: Zwischen den Realitäten

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ït-Ben-Haddou – UNESCO- Welterbe und Filmkulisse

Orith Tempelman Marokko ist ein faszinierendes Reiseziel mit magischem Charme. So kontrastreich wie seine Landschaften – fruchtbare Ebenen, kilometerlange Sandstrände, goldene Sandwüsten, schroffe Berge – sind auch seine klimatischen Zonen. Während im Land nördlich des mächtigen Atlas ein mediterranes Klima vorherrscht, ist der Süden kontinental, bzw. saharisch geprägt – ein trockenes Wüstenklima mit heissen Tagen und kühlen Nächten. Hier, auf der alten Karawanenstrasse zwischen Timbuktu und Marrakesch, rund 30 km von Ouarzazate entfernt, befindet sich die noch halbwegs gut erhaltene Lehmbausiedlung Aït-Ben-Haddou, die im Jahre 1987 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen wurde. Obwohl sie in einigen Teilen mehr Schein als Sein ist, bleibt sie ein grossartiges Zeugnis einer vergangenen Kultur. Internationale Filmproduzenten scheinen oder «Königreich der Him­mel» diente «Gladiator» und von «Sodom und Go­ sich seit einigen Jahren in das nord­west­ die Gegend als Filmkulisse (s. auch Kas­ morrha» gedreht, und sogar Ja­mes Bond afrikanische Königreich Marokko mit sei­ ten auf S. 52). Zurzeit entsteht hier der 007 machte einen Abstecher nach Aïtnem gemässigten Klima regelrecht ver­liebt TV-Film «Game of Thrones 3». Ben-Haddou. Dafür wurden aus Holz, zu haben. Ouarzazate, eine Provinz­haupt­ Styropor und Kunstharz eigens zwei stadt im Süden Marokkos, hat sich dank Die rötlichbraune Siedlung Aït-Ben-Had­­ gros­se Stadttore mit Türmen errichtet, des angenehmen Klimas mit 300 Sonnen­ dou, farblich in perfekter Harmonie mit um die Wirkung des Stadtbildes zu tagen im Jahr und der spek­ta­kulären Ku­ ihrem natürlichen Umfeld, geriet schon verstärken. Weitere Restaurationen fan­ lisse des Hohen Atlas am Ho­rizont zum in­ frühzeitig in den Sog der Filmindustrie. den im Vorfeld des Aufnahmegesuchs in ternational bekannten Zent­rum der Film­ Für den Film Jesus von Nazareth wurde die Liste des UNESCO Weltkulturerbes industrie entwickelt. Zahl­reichen welt­be­ ein Grossteil von Aït-Ben-Haddou gegen statt. kann­ten Hol­lywood-Pro­duk­tionen wie Ende der 1970er Jahre restauriert. Später (Forts. übernächste Seite) «Law­rence von Arabien», «Gladiator» wurden hier Teile von «Die Mumie», von

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Einiges, was von vorne echt aussieht (oben), ist bloss Filmkulisse (links) Die Güter stellen ein hervorragendes Beispiel eines Typus von Gebäuden, architektonischen oder technologischen Ensembles oder Landschaften dar, die einen oder mehrere bedeutsame Abschnitte der Geschichte der Menschheit versinnbildlichen.

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Die Güter stellen ein hervorragendes Beispiel einer über­ lieferten menschlichen Siedlungsform, Boden- oder Meeres­ nutzung dar, die für eine oder mehrere bestimmte Kulturen typisch ist, oder der Wechselwirkung zwischen Mensch und Umwelt, insbesondere, wenn diese unter dem Druck unauf­ haltsamen Wandels vom Untergang bedroht wird.

UNESCO-Welterbe Insgesamt umfasste im Juli 2012 die UNESCO-Liste des Welt­ erbes 962 Denkmäler in 157 Ländern. Bis Anfang 2005 wurden Kriterien für Kultur- und Naturgüter getrennt geführt. Seitdem werden sie für jedes Objekt gemeinsam geprüft. So werden zwar weiterhin die Mehrheit der Welterbestätten nur als Kul­ turerbe (745) oder nur als Naturerbe (188) bezeichnet, aber 29 Stätten erfüllen zurzeit schon Kriterien aus beiden Bereichen.

Kriterien der Unterschutzstellung

Die Güter sind in unmittelbarer oder erkennbarer Weise mit Ereignissen oder überlieferten Lebensformen, mit Ideen oder Glaubensbekenntnissen oder mit künstlerischen oder lite­ra­ri­ schen Werken von aussergewöhnlicher universeller Bedeu­ tung verknüpft. (Wird in der Regel nur in Verbindung mit anderen Kriterien angewandt.) Die Güter weisen überragende Naturerscheinungen oder Ge­biete von aussergewöhnlicher Naturschönheit und ästhe­ tischer Bedeutung auf.

In die Welterbeliste werden nur Stätten aufgenommen, die nach Meinung des Welterbekomitees herausragende universelle Bedeutung aus historischen, künstlerischen oder wissen­schaft­ lichen Gründen haben. Bei der Entscheidung über die Auf­ nahme werden die übergreifenden Kriterien der Einzig­ar­tig­ keit, der Authentizität (historische Echtheit) und der Inte­grität (Unversehrtheit) angewendet, in Verbindung mit einem oder mehreren von insgesamt zehn UNESCO-Kriterien.

Die Güter stellen aussergewöhnliche Beispiele der Hauptstu­fen der Erdgeschichte dar, darunter der Entwicklung des Lebens, wesentlicher im Gang befindlicher geologischer Pro­zes­se bei der Entwicklung von Landschaftsformen oder wesentlicher geomorphologischer oder physiogeografischer Merkmale.

Die Güter zeigen, für einen Zeitraum oder in einem Kulturgebiet der Erde, einen bedeutenden Schnittpunkt menschlicher Werte in Bezug auf die Entwicklung von Architektur oder Technologie, der Grossplastik, des Städtebaus oder der Landschaftsgestaltung auf.

Die Güter enthalten die für die In-situ-Erhaltung der bio­lo­gi­ schen Vielfalt auf der Erde bedeutendsten und typischsten Lebensräume, einschliesslich solcher, die bedrohte Arten ent­halten, welche aus wissenschaftlichen Gründen oder ihrer Er­hal­tung wegen von aussergewöhnlichem universellem Wert sind.

Die Güter stellen aussergewöhnliche Beispiele bedeutender in Gang befindlicher ökologischer und biologischer Prozesse in der Evolution und Entwicklung von Land-, Süsswasser-, Die Güter stellen ein Meisterwerk der menschlichen Schöp­ Küsten- und Meeres-Ökosystemen sowie Pflanzen- und Tier­ ferkraft dar. gemeinschaften dar.

Die Güter stellen ein einzigartiges oder zumindest ausser­ge­ wöhnliches Zeugnis von einer kulturellen Tradition oder einer Zudem wird ein Schutz- und Erhaltungsplan verlangt, der bestehenden oder untergegangenen Kultur dar. aus­reicht, um die Erhaltung sicherzustellen.

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Aït-Ben-Haddou liegt an einem Berghang Hanglage noch verstärkt wird. Die meis­ Unklare Zukunft in etwa 1300 m Höhe am Ufer des meist ten Ecktürme waren im oberen Bereich ausgetrockneten Flusses Asif Mellah. Die mit geometrischen Motiven dekoriert, In der Vergangenheit hielten sich Ver­ Dattelpalmen, die hier wachsen, bringen wobei die immer wiederkehrenden Rau­ fall und Wiederaufbau der Siedlung die aufgrund der kühlen Höhenlage keine tenmotive als abstrahierte Augen gedeu­ Waage, doch die seit Jahren nachlassen­ Früchte mehr hervor, aber die faserigen tet werden können und früher wohl den bzw. ganz ausbleibenden Regen­ Stämme wurden in früheren Zeiten beim Unheil abwehren sollten.
Die ursprüng­ fälle mit daraus resultierendem sinken­ Bau von Decken und Rampen der Häuser lich völlig fensterlosen Tighremts sind den Grundwasserstand, die Abwanderung verwendet. Ein − nur aus den vor Ort allesamt um Innenhöfe herum gebaut, der Jugend in die Städte, die Witterung vorkommenden Materialien (Lehm; Palm­ durch welche Licht und Luft in die Stal­ und die zusätzliche Belastung durch stämme und -blätter; Äste von Oliven-, lungen und Lagerräume im Erd­geschoss immer grösser werdende Touristen­strö­ Mandel- oder Granatapfelbäumen; Schilf) sowie in die Wohn- bzw. Schlafräume in me stellen den dauerhaften Bestand der errichteter – Tighremt (meist dreige­schos­ den oberen Geschossen gelangen konn­ Siedlung jedoch in Frage. Der Wandel siges Haus mit Ecktürmen) bot alle not­ te.
Auffällig ist, dass der alte Ksar (s. vom Dorf zum Freilichtmuseum scheint wendigen architektonischen Voraus­set­ Kasten) von keinem Minarett überragt vor diesem Hintergrund unumkehrbar. zun­gen für das Überleben in einer wird. In den von Berbern bewohnten Wie lange der Ort − angesichts des enor­ schwierigen Umwelt. Fensterglas und Dörfern im Süden Marokkos gab es zwar men Erhaltungsaufwands für die Lehm­ Metalle (z. B. für Nägel) waren in den einfache Gebetsräume, doch verzichtete bauten − zumindest teilweise noch be­ abgelegenen Oasen und Bergregionen man ausserhalb der Städte (Marrakesch, wohnt sein wird, ist unklar. Es bleibt zu unbekannt. Die Lehm­bauweise bot aus­ Taroudannt, Tiznit) auf den Bau von Mi­ hoffen, dass sich zumindest die Film­ serdem eine ausreichende Isolierung ge­ naretten.
Auf der Bergkuppe oberhalb industrie auch in Zukunft für den Erhalt gen die Hitze des Tages und die Kälte der des Ksar liegt eine − im 17. Jahrhundert ihrer grossartigen Kulisse einsetzen Nacht. Aus den Palmwedeln wurden zur besseren Kontrolle der Bevölkerung wird. Mat­ten, Körbe, Stricke usw. geflochten. errichtete – Zitadelle (Kasbah). Über die Anzahl der Bewohner weiss man nicht Aït-Ben-Haddou war Hauptort der Sippe viel, jedoch wird von bis zu 1000 Men­ Als Ksar (Plural in französischer Schrei­ der Ben Haddou. Zur Zeit der Almo­ schen gesprochen, die hier gelebt haben bung Ksour) werden traditionelle, länd­ raviden im 11. Jahrhundert kontrollierte sollen. Die heutige Bevölkerung lebt fast liche befestigte Siedlungen oder Spei­ diese Sippe den Handel auf der alten ausschliesslich im «Neudorf» am gegen­ cherburgen der Berber im Maghreb bezeichnet. Karawanenstrasse zwischen Marrakesch überliegenden Ufer des Flusses. und Timbuktu im Nachbarstaat Mali. Der grösstenteils aus Stampflehm und luftgetrockneten Lehmziegeln errichtete Ksar ist vermutlich jüngeren Datums; die Angaben in der Literatur schwanken vom 12. bis zum 16. Jahrhundert. Das alte Dorf besteht aus mehreren eng aneinander gebauten und teilweise in­ einander verschachtelten Tighremts. De­ ren Lehmmauern ruhen auf natürlichem Fels bzw. grösseren oder kleineren Find­ lingen. Die Bauten mit ihren Ecktürmen und Zinnen verleihen dem Ort sein wehr­haftes Aussehen, welches durch die

© Hans Peter Schaefer

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Im Hintergrund der Filmkulisse: der majestätische Atlas

«Mollywood», Marokkos Hollywood in Ouarzazate

Auch Styropor kann glänzen wie Gold

Das Reisebüro Tombouctour GmbH aus Forch, geleitet von Monika Grunder Dakhamat, ist auf individuelles Reisen und Touren in Marokko spezialisiert. Um einen möglichst ganzheitlichen Län­­­dereindruck sowohl von Mensch und Umwelt als auch Kultur und Natur zu vermitteln, ist es nicht dem Mas­ sentourismus verpflichtet, sondern bie­ tet Touren für Individualreisende und Kleingruppen bis max. zehn Teil­neh­ mern an. Das von Youssef Dakhamat gegründete Schwes­terunternehmen Tom­­bouctour Marokko hat sich im Land selbst der Ökologie ver­pflich­tet und arbeitet eng mit der einheimischen Bevölkerung zusammen. Die Mitar­bei­ ter von Tombouctour Marokko sind hauptsächlich Chleuh-Berber vom Aït Atta, die den Reisenden ihre Kultur ger­ ne erklären und näherbringen.

Kontakt: s. Inserat rechts Allgemeine Infos über Marokko: Staatlich Marokkanisches Fremdenverkehrsamt, Schifflände 5, 8001 Zürich, Tel. 044 252 77 52, E-Mail info@marokko.ch

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30 km von Aït-Ben-Haddou liegt Ouar­zazate, am Fuss des Atlas. Hier einen Film zu drehen ist we­ sentlich günstiger als in Hollywood oder Europa, weil die Löhne vor allem der Statisten niedrig sind – und diese wurden in Filmen wie «Gladiator» jeweils zu Tausenden ge­braucht. In Ouarzazate gibt es Diese Filmkulissen sehen zwar echt aus, bestehen aber allesamt aus Styropor, Holz und Stroh eine Filmschu­le, in der Kulissenbau (Bilder oben und unten) und Technik gelehrt werden, für die besser bezahlten Jobs hinter der Kamera. Ouarzazate wurde schon vor fünf­ zig Jahren als Kulisse entdeckt, schon «Lawrence von Arabien» wur­ de hier gedreht. Und inzwi­schen hat sich die ganze Stadt aufs Ki­ no spezialisiert. Hier kennt jeder Ridley Scott, und zwar persönlich, weil der Regisseur hier in den letz­ ten Jahren alle seine Filme gedreht hat, nicht nur «Gladiator», sondern auch «Königreich der Himmel», «Black Hawk Down» und «Body of Lies», immer mit derselben Crew und gross­ teils auch densel­ Rundreisen geführt und individuell ben Statisten. Königsstädte Auch sein nächster Kamel- und Maultiertrekking Film, «Prome­ Geländewagentouren theus», ein ScienceThemenreisen Fiction-Epos, soll Mountainbiketouren hier gedreht wer­ Informieren Sie sich bei uns den. u

Marokko erleben und geniessen

Tombouctour GmbH Im Brünneli 24 CH-8127 Aesch-Forch Tel. 0041 43 205 25 00 info@tombouctour.ch www.tombouctour.ch

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Was heilt? Stephan Klaus

Unser Leben ist das, wozu unsere Gedanken es machen. (Marc Aurel, 161-180)

Für unseren abendländischen Geist ist es sehr eingängig wenn uns Heiler er­ klären, dass sie sich vor ihrer Heil­arbeit zurück ziehen um in tiefe Me­ditation zu gehen. In der Stille sitzend, um Hilfe und Beistand aus einer anderen Dimen­ sion bittend, sich auf das Heilungswerk wie auf einen Gottesdienst vorbereitend – dieses Bild ist irgendwie stimmig. Die­ ser besinnlichen Feierlichkeit trauen wir, sie wirkt wahr und passend auf uns. Und doch kann es auch ganz anders aussehen. So finden sich Heiler in La­ teinamerika, die sich stark berauschen an Hochprozentigem bevor sie mit ei­ nem Taschenmesser Gewächse aus dem Fleisch von Kranken schneiden. Ohne Narkose, ohne Desinfektion aber auch ohne nennenswerten Schmerz für die Betroffenen. Und ohne Infektionen. Die Wunden, oft vernäht mit Schuh­ma­cher­ nadeln, heilen rascher als normal. Der bedeutendste Heiler des letzten Jahr­ hunderts – der Engländer Harry Edwards – wurde gefragt, wie er sich auf die grossen Heilungsdemonstrationen vorbereite, bei denen immerhin bis zu 5000 Zuschauer Zeugen Dutzender begradigter Rücken und gelöster, arthrotischer Gelenke wur­ den. Seine Antwort war, dass er vorher bloss eine Zigarette geniesse. Andere Heiler wiederum enthalten sich tagelang jeglicher Sexualität bevor sie behandeln und beten viel, Schamanen gehen in Trance und nehmen Hallu­zi­ nogene wie Peyote oder Mescalin zu sich. Sie trommeln, singen und tanzen stundenlang um ihren Bewusst­seins­zu­ stand auf die gewünschte Ebene zu bringen, die ihnen erlaubt zu heilen. Im England des frühen letzten Jahr­ hunderts behandelte der Handaufleger Frederik Jones während rund elf Jahren

Zehntausende. Dazu begab er sich zu­ erst einmal wie ein archaischer Medi­ zin­mann in eine Volltrance die er dann täglich stundenlang durchhielt. Eine der ältesten und urtümlichsten Vor­­ kehrungen für anschliessende Heil­ri­tu­ a­le ist das Geneigtmachen höherer Mächte, also Götter, Ahnen- oder ande­ rer hilfreicher Geister mittels der Dar­ bringung von Opfern.

ren, wäre es engstirnig, eine einzige Me­thode nun als die richtige und wahre auszurufen. Ein Ritual, und bestehe die­ se lediglich aus einer bewusst genos­se­ Dies ist noch in heutiger Zeit weit ver­ nen Zigarette, erscheint zwar in jedem breitet in der Dritten Welt und bei ge­ Fall wichtig. Trotzdem ist es nicht diese nauerer Betrachtung auch in christlichen Vorkehrung die heilt. Gottesdiensten wie etwa bei den Ka­tho­ liken. Auch wenn das Opfer oft nur Wenn wir diese unterschiedlichen Vor­ gehensweisen genauer betrachten, er­ noch symbolisch dargebracht wird. ken­nen wir jedoch schon eine Gemein­ Kürzlich erzählte mir ein Physiotherapeut samkeit die sie alle auszeichnet: die in Deutschland, wie er einen Tumor im Absicht zu helfen und zu heilen. Magen los wurde: sein Freund aus Afri­ ka teilte es einem Medizinmann in sei­ Und es ist diese Absicht welche den ei­ nem Heimatland mit. Er schickte eine gentlichen Prozess des Heilens erst in Fotografie an den Dorfheiler. Dieser ver­ Gang setzt. Alles andere kommt erst an­ anstaltete in der Folge ein grosses Hei­ schliessend. Seien es der Magnetismus lungsritual bei welchem auch eine Zie­ des Magnetopathen, die universelle Ener­ ge geschlachtet wurde. Natürlich erfuh­ gie des Reiki, die spirituellen Helfer des ren die Aerzte des Kranken nichts von geistigen Heilers, die Ahnengeister des diesen Geschehnissen weitab von der Schamanen oder Gott, Christus und Hei­ Klinik und vom Patienten. Aber sie lige beim christlichen Heiler – zuerst ein­ staun­ten nicht schlecht, als anlässlich mal steht bei allen immer die Absicht. einer Zweituntersuchung das Gewächs Darum wirkt auch Homöopathie. Ob­ nicht mehr auffindbar war. wohl nun die meisten ihrer Anwender Natürlich könnte man jetzt als Ange­hö­ und Anhänger protestieren und es weit riger unserer Kultur Partei für die arme von sich weisen werden: sie sind im Ziege ergreifen die der Kranke im übri­ Grunde genommen veritable Geist­hei­ gen berappte. Das Tier starb aber in ler. zweifacher Hinsicht nicht umsonst: es war Teil einer Heilung und das Dorf er­ Wie die Alchemisten projizieren sie Ei­ freute sich nach der Opferung dankbar genschaften in ihre verdünnten Sub­s­ an ihrem Fleisch, einem seltenen Schmaus tanzen. Diese Mittel sind aber bloss ma­ für diese armen Leute. terielle Symbole ihrer Absicht. Träger von Informationen sind sie sehr wohl Wenn derart unterschiedliche Konzepte aber vor allem derjenigen, die aus der als Vorbereitung fürs Heilen funktio­nie­ Psyche der Verabreichenden stammen.

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Geistheilen

Des­halb auch die grossen Heilerfolge Geistiges Heilen ist auch ohne aufge­ energetisches Gesetz handelt. Dies hat bei kleinen Kindern und bei Tieren die legte Hände erfolgreich, denn auf diese weniger mit Religion im Sinne der her­ ja bekanntlich nicht glauben können Weise lässt sich auch auf auf Distanz kömmlichen Systeme als mit der ener­ und nicht für den Placeboeffekt emp­ helfen und sogar selbst dann, wenn die getischer Dynamik des Spiriuellen zu fänglich sind. Betroffenen gar nicht wissen, dass sie tun. behandelt werden. Auch gibt es viele Pflanzen realisieren Es gibt erfolgreiche und weniger er­ Heiler, die Hilfesuchenden lediglich ge­ folgreiche Homöopathen. Obwohl sie genüber sitzen und sie während der Absichten von Menschen alle nach den gleichen Gesetzen arbei­ Behandlung gar nicht berühren. Die Absicht ist eine derart starke Kraft, ten und oft die gleichen Mittel verordnen, haben die einen Erfolge beim gleichen Die Absicht ist einer der Schlüssel. Erst dass selbst Pflanzen auf sie reagieren, Patienten und andere nicht. Weil eben durch sie kommt man in den Kontakt wie uns die Studien von Dr. Cleve sie es ganz individuell sind, die mit ihrer mit heilbringenden Energiesystemen. Ob Backster in den frühen 70er Jahren zei­ persönlichen Absicht heilen. wir sie nun spirituelle Dimension, ewige gen. Er verband sie mit sogenannten Jagdgründe, geistige Welt, Jen­seits, Him­ Polygraphen welche unter anderem die Beim Handauflegen wiederum sind die ­mel, Astralebene, Engelsphäre, Reich Än­derung der Leitfähigkeit messen. Der aufgelegten Hände sichtbarer Ausdruck der Ahnen, Traumzeit oder anders be­ Lügendetektor ist eine Teilan­wen­dung der Absicht, auf ein Leiden einzuwirken, nen­nen – es ist diese un­sichtbare und davon. Die Leitfähigkeit zeigt emo­tio­ es zu behandeln. Die Botschaft dabei ist uns zumeist unbewusste Welt die auf nale Vorgänge wie Freude oder Angst durch Veränderung der elektri­schen klar ausgedrückt:» Ich will dir jetzt han­ unsere Absicht reagiert. Oberflächenspannung auf. delnd helfen, ich tue etwas mit meinen Händen mit der Absicht dir Linderung Denn hier geht es um Nächs­ten­ und Heilung zu verschaffen». liebe und wie es sich mit der Liebe so verhält, kommen bei ihr Aufgelegte Hände können äusserst un­ ganz bestimmte Ebenen mit ins terschiedlich wahrgenommen wer­den. Spiel. Sie ist die stärkste Kraft im Hitze oder Kälte, elektrisches Kribbeln, Universum. Nicht umsonst ist Betäubungsgefühle und viele weitere das Wohlwollen und damit die Empfindungen werden berichtet. Und Liebe der Götter, der Ahnen­geis­ doch: eigentlich braucht es die aufge­ ter oder der Schöpfer monotheis­ leg­ten Hände gar nicht. Denn es sind tischer Reli­gionssys­temen so wich­ nicht die Hände, die heilen. tig. Im christlichen Glaubenssystem spiegelt sich dies in der Bibel bei Matthäus 18,20: «Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.» Jesus, als ein Symbol des Selbst, also der Ganzheit der Seele, fungiert hier als Sym­bol eines energetischen Gesetzes. Nicht er persönlich ist anwesend son­ dern das Prinzip wofür er einstand. Er lebte ja als Heiler, als Heiland und erklärte das dahinter liegende Prinzip in Lehrreden als das Wesentliche. Um den Vater (der Dinge) ging es.

Cleve Backster

Er befestigte die Elektroden an beiden Seiten eines Blattes. Er bedrohte dann das Wohlbefinden der Testpflanze, um zu sehen, ob eine Reaktion zu beobach­ ten sei. Er trug sich mit dem Gedanken, einige Blätter anzusengen. Und schon bevor er zur Tat schritt, also nur auf­ grund der Absicht, zeichnete das Geräte eine Erregung der Pflanze auf. Das Her­ ­­beiholen von Streichhölzern und deren Annäherung an sie bewirkten noch grös­­ seren Stress. Absicht wirkt also auch auf Pflanzen – und wie erst auf Men­schen und Tiere.

Der Schamane bedarf dieses Dritten ebenfalls. Er kann ohne hilfreiche Geis­ Absicht entwickelt man. Sie ist eine be­ ter nicht wirken. Wenn also mindes­ wusste Funktion, man bildet sie als eine tens zwei Menschen – Kranker und Form von Entschluss. Ohne Absicht geht Hei­ler – mit der Absicht zusammenkom­ nichts – in keiner aller Welten. Natürlich men zu heilen, gesellt sich das geheim­ reicht sie in letzter Konsequenz alleine nisvolle Dritte dazu weil es sich um ein auch nicht aus. Aber erst sie setzt Hei­

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lungsprozesse in Bewegung. Wie diese genau ablaufen, wissen wir aber nicht. Es gibt trotzdem viele Erklärungen wie Heilung hinter den Kulisses unseres Be­ wusstseins wirklich funktioniert. Doc­ tors in spirit operieren im Energiefeld, unsichtbare Helfer behandeln mit far­bi­ gen Lichtsäulen den Körper oder die Au­ra, abgespaltene Seelenteile werden zurück geholt, Engel verströmen ihre Kräfte, Quanten richten sich – und vieles mehr hören wir neben den üblichen ba­ nal-rationalen Erklärungsmodellen, dass bloss der Glaube und Placeboeffekte da­­ hinter stecken. Nach zwanzig Jahren des Heilens, und damit auch des Forschens, bin ich zur Überzeugung gelangt, dass unser Be­ wusst­­sein nur sehr eingeschränkt – wenn überhaupt – in der Lage ist, zu erkennen was wirklich im Unsichtbaren abläuft, und dass immer ein Geheimnis bestehen bleiben wird. Das gehört zu dieser Erde und dem menschlichen Erfahrungs­kreis. Die unsichtbare Welt ist nur in Ausnah­ mefällen bewusst erfahrbar denn sie ist Teil unseres Unbewussten. Unbewussstes ist, wie der Name eben schon sagt, nicht bewusst. Oft muss man beinahe sterben, um von der Existenz der anderen Di­men­ sion zu erfahren. Nahtodeserfahrungen haben unter anderem eins gemeinsam: niemand der sie erlebte, zweifelt an ihrer Wirklichkeit noch an einem grösseren Leben nach dem physischen Tod. Aber es braucht keine solchen Grenz­ erfahrungen um erfolgreich zu heilen. Die gute Absicht allein reicht eben vollkommenen aus. Und diese können wir täglich kultivieren. Etwa indem wir gute Gedanken an alle senden, denen es nicht so gut geht. Damit tun wir mehr als wir im Moment zu erkennen ver­ mögen. Wir rufen damit das grosse Ge­ heimnis auf den Plan. Website des Autors: www.spiritheal.com

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yurveda-Massage fördert den Glückszustand

Gesund sein bedeutet im Ayurveda auch glücklich sein

Omkari Esther Zingrich*)

Wenn Psyche und Körper wohl sein sol­ len, brauchen beide Nahrung. Das bie­ tet die Ayurveda-Massage. Wenn die Mas­ sagebewegungen mit dem wohlig wir­ kenden warmen Kräuteröl und das Los­ lassen in der Stille zusammenkom­men, ist der Glückszustand nicht mehr fern. Dieser gilt im Ayurveda als we­sentlicher Bestandteil der Gesundheit. Was ist der Glückszustand? Es ist ein Zustand des Ausgeglichenseins, der Ge­ lassenheit. Es gibt weder negativ noch positiv, weder Vergangenheit, noch Zu­ kunft. In diesem Hier-Sein, in der Ein­ heit sein verschwinden belastende Ge­ danken und du erlebst dich als Welle im Meer der Liebe. Es ist, wie wenn du auf einer Bergwanderung über die Ne­bel­ grenze trittst und durch die Distanz zum dichten Nebelschleier die Wonne des Lichts und der Freiheit auf dem Gipfel erlebst. Die Schwere der unteren Regionen – des Alltags – bleibt unter der Nebeldecke zurück. Die so veränderte Perspektive zeigt das eigene Selbst als strahlende Realität, das Leben in posi­ tivem Licht. Du schwimmst in Gebor­ gen­heit und Liebe. Eine Erfahrung, die dem Nahtoderleben ähnelt.

Die Ayurveda-Massage berührt Geist und Körper Unsere westlichen Massagen sind vor allem auf den Körper ausgerichtet, das Durchwalken von Muskeln. Für mich, die ich seit Jahren mit dem spirituellen Heilen beschäftigt bin, er­ weist sich die AyurvedaMassage als gelungene Kombination von Geist­ hei­lung und Körperthera­ pie. Wesentlich dabei ist, dass die massierte Person vollständig bei sich sein und das Alltagsbewusst­ sein durch die Stille hinter sich lassen kann. Positiv

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wirkt sich aus, dass sich die Strahlfelder der therapierenden und der massierten Person mischen. Vorausgesetzt, die Au­ ra der Therapierenden ist in Harmonie.

Therapeuten sollen ihre Aura pflegen Für Ayurveda-TherapeutInnen bedeutet das, dass nicht nur Massagetechnik ge­ fragt ist, sondern auch die Reinigung der eigenen Aura. Eine Anforderung, die in der Schulmedizin – die von Wis­ sen und nicht von Weisheit geprägt ist – leider unbekannt ist. Wie geht das? Ayurveda bringt hier Yoga ins Spiel. Yo­ ga bedeutet verbinden. Der Körper wird mit dem Geist verbunden. Bewerk­stel­ ligt wird das, indem Körperübungen mit dem Atemrhythmus und der Kon­zentra­ tion koordiniert werden und durch Me­ ditation. Doch Übungen allein führen nicht zum Ziel, wenn da keine ethischen Grundsätze sind, wie Gewaltverzicht, und die positive Orientierung im Leben.

Die Ayurveda-Massage unterstützt positive Entwicklungen Wenn die Energien durch die AyurvedaMassage ausgeglichen sind, prägt dieser Harmoniezustand die massierte Person und schubst sie bestenfalls ins Empfinden von der Einheit allen Seins. Das Gefühl, was für dich selbst gut ist, stellt sich ein. Solche Zustände kannten schon die Rishis, die Meditationsmeister, die als Urheber

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Ayurveda

die Licht- und Liebes­ ebene. In diesem Sinne ge­hört die Quantenhei­ lung zur Ayurveda-Mas­ ­sa­ge. Wenn das Schwin­ ­­gungsfeld der Massier­ ten bei der Behandlung durch den Einfluss die­ ser Ebene harmonisiert wird, kann die Energie wieder frei fliessen und damit gerät das Schwin­ ­­gungs­feld in den licht­ vollen, leichten Urzustand.

des Ayurveda gelten. Dann wird auch der wohl allgemein bekannte Leitsatz erfahr­ bar, nämlich: verhalte dich mit Mensch und Tier so, wie du es für dich selbst wünschst. Die Erfahrung selbst gibt es vor: wohlwollend, vergebend, liebend. Das sind Momente, die über das übliche Den­ ken hinausreichen, Glückszustände. Es gibt viele Wege, die ans Ziel führen. Starthilfe, um auf einen Weg zu kommen kann die Ayurveda-Massage bieten. Jah­ relange Verbindung mit der inneren Füh­ rung führt zu klaren Schritten im Le­ben, zu einer wahrhaftigen Lebens­ge­stal­ tung.

Berührungen als älteste Heilmethode

Dass Berührung heilt, ist keine Neu­ent­ deckung. Wohl alle von uns kennen den Reflex, die Hand auf den schmer­zenden Kopf oder das Knie zu legen. Die Be­ rührung ist die älteste Heil­me­thode. Die sanften und eindringlicheren Berüh­run­ gen des Körpers und seiner Muskeln und Sehnen während der Ayurveda-Mas­ sage ermöglichen, die emotionalen Ver­ spannungen zu lösen. Die Ayurveda-Massage aktiviert aber auch den Stoff­ wechsel und damit die Entschlackung. Praktriti und Vikriti Das heisst, der Stoff­wechsel wird angeregt, du kannst Für den Urzustand der Ener­ zum Beispiel öfter gien existiert im Ayurveda der Wasser lösen, die Begriff Prakriti. Das ist der Menge der Aus­ individuelle Zustand der Ener­ scheidung nimmt gieharmonie. In jedem Men­ zu, du erlebst einen schen wirken die drei Ener­ erholsameren gien Vata, Pitta, Kapha, die Schlaf, fühlst dich von den fünf Elementen ab­ kräftiger und geleitet sind. Durch Stress, Rei­ strahlst mehr Le­ ­sen oder unpassendes und un­ bensfreude aus. Der mässiges Essen geraten die­­se längerfristige Nut­ Energien ins Ungleich­ge­wicht, zen: Die ener­geti­ Vi­kri­­ti. In ei­nem sche Erhebung sol­chen Mo­ bringt neue Kraft ment sollten für notwendige wir Ge­gensteuer ge­ben, Veränderungen in der Haltung zum mittels Yoga, Medi­tation, Leben oder im Verhalten mit Menschen Spazier­gängen in der Na­ und Tieren. Mehr Frieden im innen und tur – oder eben Ayurveda- im aussen. Glück. Mas­sagen.

Geborgenheit – und Liebe für alle Quantenheilung und Ayurveda-Massage Vielen modernen Menschen liegen wis­ senschaftliche Erklärungsmodelle näher als esoterische. Statt Geistheilung kann man auch Quantenheilung sagen. Was dabei als Zwei-Punkt-Methode beschrie­ ben wird, entspricht dem Handauflegen – es werden zwei Hände, zwei Punkte, gebraucht. Das Einschwingen auf die Matrix-Ebene entspricht dem Loslassen aller Erwartungen und Gedanken. Für mich ist die Matrixebene der vorgängig erwähnte Gipfel über der Nebeldecke,

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*) Omkari Esther Zingrich, Yoga und Ein Plus bei der Ayurveda-Massage, ist Ayur­veda-Massagen für Frauen, Schwan­ die Verwendung von reichlich warmem den/Sigriswil, www.esther-zingrich.ch Kräuteröl, die das Gefühl von Gebor­gen­ heit – die Erinnerung an den flutschigen Bilder: Sabro Daniel Zumbühl, Institut Zustand des Embryos im Mutterbauch – für Ayurveda, Zürich u schenkt. Es ist dieses Aufgeho­ben­ sein, das einen Ein­druck vom Glück und der Lebensfreude vermittelt, die auch unseren Alltag prägen könnte. Das bedeutet nach Ayur­veda in ein Bild übersetzt: Die Blume blüht auf. Und sie blüht für alle. Es ist die bedingungslose und nicht die an­haf­ tende Liebe, die dich glücklich macht, befreit.

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Kompass des Lebens Eine Reise durch die menschliche Natur Ursula Seghezzi veröffent­ licht den zweiten Band ihrer Trilogie «Bewusst Sein».

zur Entfaltung ihres Po­ten­ zials begleitet. Ihr zweites Buch «Kompass des Lebens» skizziert eine Land­­karte des Lebens. Es be­ schreibt die Phasen eines menschlichen Lebens und legt dabei den Fokus auf die tur­bu­ lenten Lebensübergänge. Hier würdigt die Autorin besonders die  Jugendlichen, die mit im­ mer grösser werdender Unsi­ cherheit der Zukunft/dem Er­ wachsen-Sein entgegen treten und nicht mehr auf altbe­währ­ te  Übergangsrituale zurück­ greifen können. Auch der Mid­ ­life-Crisis als Übergang in die Reifezeit des Lebensabends schenkt sie besondere Beach­ tung. Der Lebenskompass zeigt weiter die Grund­qualitäten rei­ ­fer Erwachsener, die ein Le­ ben in Balance und Erfül­lung anstreben. Beispiele ver­an­schau­ lichen, wie der Le­bens­kom­ pass in der Be­glei­tung von Einzelnen und Grup­pen, zur (Selbst-)Heilung und in der Gestaltung von Ritualen ein­ ge­setzt werden kann. Na­tur­ aufgaben laden zum eige­nen Gang in die Natur ein und machen den Leser neugierig auf eigene Erfahrungen!

che, die Geschichte der Un­ grund dieser Methode dient ter­schicht und ihrer Sa­­gen Ursula Seghezzis Analyse des und die Geschichte der Frau­ Welt­bildes im westlichen Kul­ en und ihrer Hausmär­chen. tur­kreis und die Frage «Wa­ Sie erzählt von der ge­walt­ rum sind wir so, wie wir samen Überlagerung durch die sind?». Gearbeitet wird mit Kelten und Alemannen und der dem von ihr auf der Basis Einführung von Schuld und ihrer For­schung entwickelten Sünde im Zuge der Chris­tia­ «Lebens­kompass» als einem nisierung. Wenn am Ende die­ euro­päi­schen Medizinrad. ses besonderen Ge­schichts­ bu­ches die Mechanis­men von Ursula Seghezzi (*1971) stu­ Macht und Unter­drückung dier­te Religionswissenschaft, durchschaut sind, macht Ge­ Theologie, Ethnologie und Chi­ schichte plötz­lich Sinn. Wir nesische Medizin. Sie lebt mit verstehen, wa­rum wir so ge­ ihren beiden Töchtern in Lu­ worden sind, wie wir sind. zern. Als Grün­de­rin und Ge­ Und wir erkennen, wo der schäftsführerin des uma insti­ Schlüssel für eine «en­kel­ tut  begleitet sie seit mehr als taug­liche Zukunft» liegt: in zehn Jahren Einzelne und Gruppen durch Wand­lungs­kri­ uns. sen. Der Lebenskom­pass auf der Basis ihrer Kul­turanalyse und der Arbeit mit und in der Natur ist wesent­li­cher Teil ih­ res «transformation in natu­ra®»Coachings und der Vi­sions­ suche-Seminare.

Was gibt uns Halt, wenn das bisherige Weltbild zerfällt? Wo­ ­ran richten wir unser Den­ken und Handeln neu aus? Mit ihrem aktuellen Buch «Kom­ pass des Lebens. Eine Reise durch die menschliche Natur» leistet Ursula Seghezzi einen Beitrag zur Bewältigung der heute weit verbreiteten Sinn­ krise und Orien­tie­rungs­losig­ keit. Der «Kompass des Le­ bens» beschreibt ein moder­ nes europäisches Lebens- und Medizinrad. Darin verbindet die Autorin Natur und Kultur, persönliche und gesell­schaft­ liche Wandlungsprozesse, Ver­ gan­genheit und Zukunft, Aus­ sen und Innen. Der Lebens­ kompass zeigt natürliche Ge­ setzmässigkeiten auf: Sie lie­ gen den Jahreszeiten zugrun­ de, werden in alten Mythen erzählt, in Bräuchen inszeniert und spiegeln sich in jedem Ursula Seghezzi, Macht Ge­ persönlichen und kollektiven Ent­faltungsprozess wider. Wer In ihrem ersten Buch der Tri­ schichte Sinn. Was uns mit­ diese Gesetzmässigkeiten kennt, logie «Bewusst Sein» mit dem teleuropäische Mythen, Sagen wird gelassener, bewusster und Titel «Macht Geschichte Sinn. und Bräuche über unsere Zu­ handlungsfähiger. Was uns mitteleuro­päi­sche kunft erzählen, (Band 1 der My­then, Sagen und Bräuche Reihe «Bewusst Sein»), ge­ Ursula Seghezzi erforscht die­ über unsere Zukunft erzäh­ bun­den, 460 S., CHF 40.90 / € se natürliche Bewegung des len», versteht sich Seg­hezzi 34,00, ISBN 978-3-905881-18Lebens seit vielen Jahren und nicht nur als Geschich­ten­er­ 9, van Eck Verlag, 2011 zählt mit ihrer umfas­sen­den zählerin – sie ist Ge­schichte Kulturanalyse zwischen­zeit­ Erzählerin. Als Ar­chäo­login Seit vielen Jahren erforscht lich zu den Expertinnen der des Bewusstseins legt sie Seghezzi die natürliche Be­ naturorientierten Trans­for­ma­ Schicht um Schicht die Welt­ wegung des Lebens. Aus den tionsverfahren. Die ge­won­ne­ anschauungen unse­rer Vor­fah­ daraus gewonnenen Detail­ nen Erkenntnisse bil­den eben­ ren frei und fragt, wie wir kenntnissen über die Struktur so die Basis für ihre Bücher heute noch davon geprägt der Wandlung entwickelte wie für ihre Coaching- und sind. Sie erzählt die Ge­ sie das Coachingverfahren  Weiterbildungsmethode trans­ schichte der in die Alpen­täler «transformation in natura®»  formation in natura®, mit der abgedrängten, europäi­schen mit ritualisierten Aufenthal­ sie Menschen auf dem Weg Eingeborenen und ih­rer Bräu­ ten in der Natur. Als Hin­ter­

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Ursula Seghezzi, Kompass des Lebens. Eine Reise durch die menschliche Natur (Band 2 der Reihe «Bewusst Sein»), gebunden, 335 S., CHF 40.90 / € 33,00, ISBN 78-3-90588119-6, van Eck Verlag 2012 Vorausschau: Band 3, Ursula Seghezzi, Das Wissen vom Wandel. Die natürliche Struk­ tur nachhaltiger Transforma­ tions­prozesse (Arbeitstitel), u

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Yan d’Albert

– eine neuartige Atem­medi­ta­ tion vor, die auf den Natur­ Atemworte – medita­tio­nen des gros­sen SufiMeisters Haz­rat Inayat-Khan Heilworte Meditationen für ein gründet, für jeden ohne Vor­ achtsames Leben kenntnisse ge­eignet ist und in vielen schwie­rigen Lebens­­si­tua­­ Stellen Sie sich vor, Sie könn­ tionen wert­volle Hilfe leis­tet. ten eine Entspannungs­tech­nik erlernen, die spürbar hilft und TB geb., 95 S., CHF 9,90 / € kaum Mühe erfor­dert. Yan d’Al­ 6,00 (D), 6,20 (A), ISBN 978bert stellt in seinem kleinen, 3 - 4 5 1 - 0 6 4 9 2 - 0 , H ö r b u c h , schön gestal­teten Buch – das CHF 22.- / € 12,99, ISBN 978auch als Hör­buch erhäl­t­lich ist 3-451-35006-1, Herder Verlag u

Nicht mehr ganz neu aber immer noch lesenswert:

John Naish

Genug: Wie Sie der Welt des Über­ flusses entkommen

der Konsumtretmühle entkom­ ta und Schule, beim Kauf von men – für ein erfüllteres, gesün­ Kleidung oder der richtigen deres und glücklicheres Leben! Wohnung? Das Bes­te scheint gerade gut genug. Das Kind TB, 299 S., CHF 17,90/€ 8,99 wird zum Status­symbol. Aber (D), 9,30 (A), ISBN 978-3- muss wirklich alle Welt Rück­ 404-66436-8, Bastei Lübbe u sicht nehmen, nur weil Eltern mit ihrer Fortpflanzung das Land vor der Vergreisung ret­ ten? Wächst eine Generation kleiner Ego­isten heran? Anja Maier hat Familien im Ber­li­ ner Bezirk Prenzlauer Berg beobachtet und feststellen müs­sen, dass aus dem Sze­ne­ TB, 288 S., CHF 15,90 / € 8,99 viertel eine kuschelige Klein­ (D), 9,30 (A), ISBN 978-3stadt gewor­den ist. Ihre Ge­ 404-60645-0, Bastei Lübbe u schichten sind vor allem ei­nes: erschreckend wahr, manch­mal tragisch? und vor allem ur­ Michael Fuchs-Gamböck / Thorsten Schatz komisch.

Nonstop-Kommunikation, XLSupermärkte und 24h-Shopping: Heute gibt es von allem mehr, als wir jemals nutzen oder Anja Maier geniessen können. Trotz­dem halten wir an einer uralten Lassen Sie mich Überlebensstrategie fest: Im­ durch, ich bin mer noch mehr, mehr, mehr – Mutter auch wenn uns das krank, Von Edel-Eltern und ihren müde, übergewichtig und un­ Bestimmerkindern zufrieden macht. In Wahrheit fehlt uns gar nichts – ausser Was ist nur mit den Eltern der Fähigkeit zu erkennen, los? Kaum haben sie ihr «Jetzt wann es genug ist. Times-Jour­ wird’s aber Zeit»-Kind, wird nalist John Naish zeigt, wie es zum sinnstiftenden Projekt. wir die Reissleine ziehen und Egal, ob bei der Wahl von Ki­

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der Kick nach dem wöchent­ lichen Yogakurs hat sich auch längst abgenudelt. Wä­ re es nicht schön, die Welt mal ein bisschen anders zu erleben? Ein bisschen bunter, ein bisschen schräger, ein biss­chen – high? Die gute Nachricht: Sie benötigen kei­ nerlei Drogen. Sie brauchen lediglich dieses Buch – Mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Erfahrungsberichten so­ wie Musik & Bildern für Ihr persönliches High auf www. gethighnow.com.

TB, 253 S., CHF 15,90 / € 8,99 (D), 9,30 (A), ISBN 978-3404-50299-5, Bastei Lübbe u

James Nestor

Opium bringt Opi um Jeden Tag der gleiche Trott: Der Kaffee schmeckt fad, die Druckerpatrone stinkt, das Ge­schwätz der Kollegen kann man nicht mehr hören, und

Unheilig Der Graf und seine Welt «Menschenfischer», nannte ihn der Stern, «Abräumer des Jah­res» die Frankfurter Rund­ schau. Die Rede ist vom Sän­ ger der Band Unheilig, einem Mann, der sich selbst Der Graf nennt. Sein Album «Gros­ se Freiheit» stand 22 Wochen lang auf Platz 1
der deutschen Charts und ver­kaufte sich über 700’000 Mal. Für seine Fans ist der Graf mehr als nur

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Joachim Fest, wieder auf­ge­ griffen im oscarnomi­nier­ten Film «Der Unter­gang». Wider­ legt ist die These vom «kran­ ken Hitler» bis heute nicht. Auch Hans-Joachim Neu­mann und Henrik Eberle be­streiten nicht, dass Hitler un­ter zahl­ reichen Erkrankun­gen litt. An­ hand zahlreicher Quel­len ge­ hen sie jedoch der Fra­ge nach: War der Holo­caust das Ergebnis eines Wahns?

ein Chartstürmer: ein Mann, der ihre Sprache spricht, der ihre Seele berührt. Hundert­ tausende zog er mit Hits wie «Geboren, um zu leben» in
 seinen Bann. Wer ist dieser mysteriöse Musiker, der seine Wurzeln in der schwar­zen Sze­ ne hat und zum bewunderten Popstar geworden ist? Warum treffen seine Lie­der den Nerv der Zeit? Diese Biographie erzählt die Ge­schich­te die­ ses
aussergewöhn­lichen Men­ schen, dem nach einem oft schweren Weg eine faszinie­ rende Erfolgsstory gelungen ist – und der eine starke Bot­ schaft in die Welt trägt. TB, 283 S., CHF 14,50 / € 8,99 (D), 9,30 (A), ISBN 978-3404-60664-1, Bastei Lübbe u

Hans-Joachim Neumann / Henrik Eberle

War Hitler krank? Ein abschliessender Befund Das Bild eines hinfälligen und medikamentenabhängigen Psychopathen im Bunker der Reichskanzlei gehört zu den langlebigsten Hitler-Mythen. Entstanden unmittelbar nach Kriegsende, als den Deutschen das Ausmass der Verbrechen bewusst wurde. Beglaubigt von Albert Speer, ausgemalt von

können. Sie haben als Bauma­ Daniela Mattes beschäftigt sich terial und zur kultischen An­ seit dem 14. Lebensjahr mit betung gedient, als Tauschmit­ Astrologie und hat einen Ab­ tel, als Zeichen für Reichtum, schluss in Astrologischer Psy­ als Grabbeigabe oder zur Hei­ chologie. Ausserdem interes­ lung. Wenn man also Steine siert sie sich für Wahrsagen und Mineralien betrachtet, und Steinheilkunde sowie al­ muss man ihnen in Ihrer Ge­ te Kulturen und ungelöste Rät­ samtheit Respekt zollen und sel. Ein Interesse, das sie mit auch andere Bereiche als al­ ihren Mitautoren im vor­lie­gen­­ lein die Heilung berück­sich­ den Werk verbindet. tigen. Diverse Autoren ha­ben sich zusammengetan, um den Broschiert, 271 S., 27 s/w-Abb., Lesern die faszinierende Welt 26 Farbfotos, € 16,50, ISBN 978TB, 317 S., CHF 15,90 / € 8,99 der Steine näher zu bringen. 3-943565-08-9, Ancient Mail (D), 6,30 (A), ISBN 978-3- Erfahren Sie in den fünf span­ Verlag u 404-60191-2, Bastei Lübbe u nenden Kapiteln mehr über die esoterische und heilende Anwendung von Steinen, ih­ With One Voice – ren Einsatz als Schmuck­stei­ Die gemeinsame ne, ihre Bedeu­tung in Reli­ Stimme der gion, Märchen und Legenden Religionen sowie in alten Kulturen. Wer­ fen Sie einen Blick auf die «Erfahren Sie das Geheimnis, Verwendung der Steine in Ge­ das uns alle verbindet!» schichte und Alltag sowie auf den fas­zi­nierenden Bereich Noch niemals zuvor sind Mys­ der Grenz­wissenschaften und ­tiker aus den grossen spiri­ tuellen Traditionen der Welt der For­schung. zusammengekommen, um ihre Daniela Mattes, geb. 1970, Di­ persönlichen Erfahrun­gen mit­ plom-Verwaltungswirtin, hat einander zu teilen ... bis jetzt. ihre schriftstelleri­sche Lauf­ bahn 2005 mit dem Kin­der­ «With One Voice – Die ge­ buch «Fine – die kleine Blu­ mein­same Stimme der Reli­ Daniela Mattes gio­nen» ist eine lebens­beja­ menelfe» begonnen. hende Dokumentation über Steinspuren Seither ist sie in jedem Genre das Wesen der Liebe und die (Edel)steine in Kunst, Kultur vertreten und hat Kin­der­bü­ Suche nach dem Göttlichen, und Mythos cher, Fantasybücher, histo­ri­ über den Weg zum spiri­tu­ sche Romane, esoterische ellen Erwachen und zum Mineralien, Gesteine, Edelstei­ Bü­cher und Wahrsagekarten wah­ren Frieden in der Welt. ne sind «Bausteine» der Erde ver­öffentlicht. Daneben sind Für Mystiker, die ihr Leben und des Lebens auf ihr. In eini­ge Sprachbücher als den Geheimnissen unserer alten Kulturen wurden Steine e-books erschienen. Zusam­ Existenz widmen, sind alle verwendet, um imposante Bau­ men mit zwei Autorenkolle­ Probleme in Wahrheit ein werke zu errichten, die der ginnen hat sie im Lokalteil ein­ziges Problem – dass wir Nachwelt heute noch erhalten der Schwäbischen Zeitung die Verbindung mit der un­ sind, um Schriftzeichen darin die wöchentliche Ko­lumne end­lichen Quelle, die uns er­ zu hinterlassen, von denen wir «Federlesen» geschrie­ben, die hält, verloren haben. Und ih­ manche heute noch enträtseln. im Anschluss auch als Buch­ re Lösung ist einfach: die er­ Sie haben nicht zuletzt auch ausgabe erschienen ist. Aktu­ neute Anbindung. Sie bitten wertvolle Schmuckstücke her­ ellstes Werk 2012 ist neben uns, in unser Herz zu schauen vorgebracht, die wir entweder dem vorliegenden Stei­ne­buch und zu lauschen, damit wir selbst um den Hals tragen der lustige Frauen­ro­man «Dr. am universellen Gespräch oder in Museen bewundern Chaos und Evi». des Lebens teilnehmen und

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mit einer Stimme reden kön­ nen. In dieser wegweisenden Doku­ mentation offenbaren zwei­und­ zwanzig Mystiker aus vier­zehn grossen spirituellen Tra­di­tio­nen der Welt ihre Vision der Wirk­ lichkeit, die über alle religiö­ sen Unterschiede hin­ausgeht. Ausdrucksstark, an­rührend und oft sehr humorvoll befassen sie sich mit den grundle­gen­ den Fragen des Lebens – und bieten Antworten... alte und neue, einfache und schwie­ri­

ge und immer auch pro­vo­zie­ 2. Die mystische Perspektive sergewöhnlichen Do­ku­men­ rende. Durch ihre persönli­chen 3. Religiöse Intoleranz ta­tion dargebotenen Weis­heit Erfahrungen vermitteln sie uns 4. Der Weg zum Frieden einen klanglichen Rah­men und ihr umfassendes Ver­ständnis 5. Das Wesen der Liebe weitere emotionale Tiefe ver­ des Mystizismus und nennen 6. Viele Wege führen zur leiht. Es ist ein be­we­gendes Übun­gen, wie wir al­le ein tie­ Wahr­heit Hörerlebnis, da­rauf abgestellt, feres Gewahrsein er­langen kön­ 7. Die spirituelle Transfor­ma­ im Zuhörer ein Ge­fühl von ­nen. Ihre Worte und ihre er­ tion Frieden und Ge­genwärtigkeit staunliche Präsenz ge­währen 8. Botschaften an die Welt wachzurufen, das mit den Bot­ dem Zuschauer ei­nen atem­ schaften dieser be­wussten und berau­ben­den Ein­blick in die «Mystical Musings», der Sound­ offenherzigen Menschen in spirituelle Realität und das ein­ track zu «With One Voice», ist Harmonie steht. ­zig­artige Potenzial des ein­und­ ein einzigartiges Arran­ge­ment von Instrumenten, Stim­­men DVD, 78 Min. Spielzeit, € zwanzigsten Jahr­hun­derts. und Melodien, das der von 16,99, ISBN 978-3-939373-671. Persönliche mystische Er­ den Mystikern in dieser aus­ 4, Amra fahrungen u

Veranstaltungen

des

BPV,

des

PZ,

der

SPG

und des

PF

In Klammern ist jeweils angegeben, welche Organisation die Veranstaltung durchführt (Anfragen und Anmeldungen bitte an die entsprechende Adresse). BPV (Basler Psi Verein): 061 383 97 20, PZ (Psi Zentrum Basel) 061 641 02 29, SPG (Schweizer Parapsychologische Gesellschaft, Zürich) 044 422 56 62, PF (Psi-Forum Ostschweiz, St. Gallen) 071 223 16 68.

März

Medialität II, Fortsetzungs-Work­ shop mit Kai Mügge (BPV)

workshop mit Harald Wessbecher in Bern (BPV)

9. Heilmeditation mit Georg Paul Huber (SPG)

17. Selbstheilung, Halbtages­se­ mi­nar mit Martina Rainer (SPG)

28. Urkräfte des Lebens: Harmonie und Resonanz, Vortrag mit Lucius Werthmüller (BPV)

11. Jenseitskontakte, mit Schwei­ zer Medien (Renate Amstutz We­ ber und Wolfgang Weber) (PZ)

28. Traummeditation, Tagesse­mi­ nar mit Tulku Lobsang (BPV)

12. Privatkonsultationen mit Lynn Parker (PZ)

18.-20. Privatkonsultationen mit Val Williams (PZ)

29. Achtsamkeitsabend mit Han Shan (BPV)

12. Jenseitskontakte, mit Lynn Parker (PZ)

7. Realität und Relativität, Be­ wusstsein und Psi, Vortrag mit Lucius Werthmüller (BPV)

18.-22. Innerwise Intensivwoche mit Uwe Albrecht (BPV)

30. Heilung aus dem Unsichtbaren, Kurzseminar mit Heilbehandlung, mit William Nonog (BPV)

12. Jenseitskontakte, Demons­tra­­ tionsabend mit Simone Rüegseg­ ger (SPG)

8. Aldebaran – Das Vermächtnis unserer Ahnen, Vortrag mit Rei­ ner Elmar Feistle (SPG)

19. Handlesen für Anfänger und Fortgeschrittene, Übungsabend mit Eva und Matthias Güldenstein (PZ)

30./31. Achtsamkeit – Die höchste Form des Selbstmanagements, Se­ minar mit Han Shan (BPV)

14. Telepathische Kommuni­ka­ tion mit Tieren, Aufbaukurs mit R. Urscheler (PZ)

11. Heilbehandlungen mit Biba Struja (BPV)

21. Spirituelles Heilen, Raffael Bo­ riès mit einer Gruppe von Heilern (SPG)

April

15. Privatkonsultationen mit Lynn Parker (PZ)

3. Telepathische Kommunikation mit Tieren, Aufbaukurs mit An­ ge­lika Güldenstein (PZ) 4. Heilbehandlungen mit William Nonog (BPV) 5. Telepathische Kommunikation mit Tieren, Schnupperkurs mit Angelika Güldenstein (PZ)

11. Demonstration: Biba Struja lässt Elektrizität durch seinen Körper fliessen (BPV) 11. Jenseitskontakte, mit dem Schweizer Medium Regula E. Fiechter (PZ) 12. Auragramm und Energiebil­ der, Privatkonsultationen mit Co­ lin Hall (BPV) 12. Gruppenheilung/Heilmedi­ta­ tion mit Daniel Luca Martinez (PZ) 12. Spirituelle Kunst und Aura­ gramm, Vortrag und Demons­tra­ tion (BPV) 13. Aurachirurgie, Vortrag mit Gerhard Klügl (SPG) 14. Mechanismen Geistigen Hei­ lens: Trancechirurgie und Lo­ gurgie, Vortrag mit Lucius Werthmüller (BPV)

18. Jenseitskontakte, Demons­tra­ tion mit Cathy Pestalozzi und Natascha Saradjen (SPG)

19. Generalversammlung der SPG

21. Physikalische Medialität: Kon­ takte mit anderen Ebenen des Seins, Vortrag mit Lucius Werth­ müller (BPV) 22. Die grosse Wahrheit, Vortrag mit Gregg Braden (BPV) 22./23. «Trance Healing» und «High­ er Self Healing», 2. Ausbildungswo­ chenende mit Bahar Ylmaz (SPG) 23. Leben im ständigen Risiko, Ta­ gesseminar mit Gregg Braden (BPV) 23./24. The Journey, Intensiv­wo­ chenende mit Brandon Bays (BPV) 24. «Lu Jong – Körperübungen der Mönche aus dem Himalaya und Meditation», Seminar mit dem tibetischen Leh­rer Loten Da­ hortsang (SPG)

15. Jenseitskontakte, mit Val Wil­ liams (PZ)

25. Advanced Technics, Tages­se­ mi­nar für Fortgeschrittene, mit Bran­don Bays (BPV)

16. Spirituelle Kunst – Schöpfung aus der Stille, Tagesworkshop mit Colin Hall (BPV)

26. Harald II – Die Trancequelle von Harald Wessbecher, Erleb­nis­ abend in Bern (BPV)

16./17. Trance und Physikalische

27. Das dritte Auge öffnen, Abend­

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3. Erfolg, Geld und Spiritualität, Abendseminar mit Karem Albash (SPG) 5. Das Phänomen Kornkreise – grandiose Zeichen vor allem in Südengland; kosmische Weck­ru­ fe an die Menschheit, faszinie­ rende Antworten, Erlebnisreise mit Günther Schermann (SPG)

16. Handlesen für Anfänger und Fortgeschrittene, Übungsabend mit Eva und Matthias Güldenstein (PZ) 17. Jahresausbildung «Geistiges Heilen», Informationsabend mit Raf­fael Boriès (SPG) 19. «Das Erwachen der Liebe», Vortrag mit Bernard Jakoby (SPG)

5. Jenseitskontakte, mit Robert Brown (PZ)

19. Indischer Tanz, mit Myrtle Sheller (PZ)

5.-9. Privatkonsultationen mit Ro­­bert Brown (PZ)

20. Was geschieht, wenn wir sterben? Tagesseminar mit Ber­ nard Ja­koby (SPG)

6. Kartenlegen mit LenormandKarten mit Regula E. Fiechter (PZ) 6. Ausbildung zum Klangheiler (Kurs 2) mit Thomas G. Peter (PF) 6./7. «Trance Healing» und «High­er Self Healing», 3. Ausbildungswo­ chenende mit Bahar Ylmaz (SPG) 8. Informationsabend zur Aus­ bil­dung «Geistiges Heilen» bei Sue Rowlands, mit Monica Zür­ cher (SPG) 9./23. Gruppenheilung/Heil­me­ di­ta­tion mit Daniel Luca Mar­ti­ nez (PZ)

20. Die neue Schule des Lichtes und der Erinnerung – Die 7 Meisterchakren und der innere Himmel, Klang-Workshop mit Thomas G. Peter (PF) 23. Das Erwachen des 3. Auges, Vortrag mit Maitra (SPG) 27. Shaolin Harmonisierungs QiGong, Workshop mit Matthias Dunke (PZ) 30. Die Aura im Alltag, Abend­ workshop mit Aurélienne Dau­ guet (SPG)

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Schweiz März 1. Offener Sing-Event mit den Singing Buddhas in Bern. 031 333 99 09 1.-3. Integrale Beziehungen, Wo­ chenend-Workshop mit Martin Ucik in Wilderswil. 033 821 04 44 1.-3. Lebenskraft 2013 in Zürich. 044 932 53 83 2. Releasing – Befreiung innerer Blockaden, Einzelsitzungen mit Ursula Maria Auktor in Bern. 031 333 99 09 2./3. Sensitivität, Medialität und Geistiges Heilen, Basisausbildung mit Pascal Voggenhuber und Ar­ lette Widmer in Bern. 031 333 99 09 3. Transformation der Emotio­ nen, Workshop mit Reinhold Rit­ ter in Bern. 031 333 99 09 5. Herzöffnung, Meditations­abend mit Nandi Devar in Bern. 031 333 99 09 5./19. Medialer Abend: Einstieg und Aufbau, mit Tili Renner Ja­ kob in Adligenswil. 041 370 14 39 6. Meditation zum Loslassen, mit Anjali Jegge in Bern. 031 333 99 09 7. Der Seelenweg – Rück­ver­bin­ dung ins eigene Seelenwissen, Vortrag mit Christina Wiesner in Strengelbach b. Zofingen. 061 931 19 84 7. Matrix live – mit Quantenhei­ lung Herzenswünsche erfüllen, Er­ lebnisabend und Vortrag mit Ka­ rem Albash in Bern. 031 333 99 09 7. Die Kunst zu Lieben, Workshop mit Annette Kaiser in Bern. 031 333 99 09 8. Meditation und persönliche En­ gelbotschaften, Abend mit Simo­ ne Balmer in Bern. 031 333 99 09 8. Lichtabend mit Botschaften von Maria und Jesus, Channeling mit Manuela Arcotta in Bern. 031 333 99 09 8.-10. Heilung der Gefühle, In­ ten­sivseminar mit Heidi und Chris­ toph Bürer auf dem Ap­penberg im Emmental. 031 711 19 82 9. Die Psychologie der Lichtwe­ sen – Selbsterkenntnis und Selbst­ bewusstsein, Seminar mit Armin Risi in Bern. 031 333 99 09 9./10. Erfinde dich neu – Ziele er­ reichen & Visionen leben, Se­mi­ nar mit Pierre Franckh und Mi­cha­ ela Merten in Bern. 031 333 99 09 11. Jenseitskontakte, mediale Ein­ zelsitzungen mit Christoph Bürer in Bern. 031 333 99 09 12. Spiritueller Abend mit Chris­ toph Bürer, Susanna Meier und Barbara Klaus in Rickenbach LU. 031 352 13 40 12. Medialer Abend: Vertiefung und Praxis, mit Tili Renner Jakob in Adligenswil. 041 370 14 39 13. Spiritueller Abend mit Chris­ toph Bürer, Barbara und Ray­mond Klaus in St. Antoni. 079 666 77 25

13./27. Schamanisches Trommeln und Meditation, mit Kokopelli Gua­ ­dar­rama in Bern. 031 333 99 09 13. Offener Quantenzirkel mit Chan­ tal Gurzeler und Myriam Cia Lam­ brigger in Bern. 031 333 99 09 14. Solar Revolution, Filmabend in Bern. 031 333 99 09 15. Quantum Energy, Erlebnis­ abend mit Siranus Sven von Sta­ den in Bern. 031 333 99 09 15. Heile dich selbst und heile die Welt – Ho’oponopono, Erleb­ nisabend mit Ulrich Emil Duprée in Bern. 031 333 99 09 15. Meditation und persönliche Engelbotschaften, Abend mit Simo­ ne Balmer in Bern. 031 333 99 09 16./17. Quantum Energy – Der Quantensprung für erfolgreiche Veränderungen und Heilungen, Erlebnistage mit Siranus Sven von Staden in Bern. 031 333 99 09 16./17. Heile dich selbst und hei­ le die Welt – Der Ho’opo­no­pono Praxis-Kurs, Seminar mit Ul­rich Emil Duprée und Andrea Bru­ chacova in Bern. 031 333 99 09 16./17. Aztekische Reinigung/Hei­ lung, schamanische Einzelsit­zun­ gen mit Kokopelli Guadarrama in Bern. 031 333 99 09 19. Mediatives sensitives Malen mit dem Porträt-Medium Barbara Klaus in Gümligen. 031 352 13 40 20. Offenes Singen – Mantras und spirituelle Lieder aus der ganzen Welt, mit Marianne Bieri in Bern. 031 333 99 09 20. Hypnose-Therapie, Übungs­ abend mit Ruth Himmelreich & Ma­ rio Manzoni in Bern. 031 333 99 09 21. Medialer Abend mit Tili Ren­ ner in Adligenswil. 041 370 14 39 21. Unterwegs in die nächste Di­ mension, Filmvorführung des Scha­ manenfilms von Clemens Kuby in Bern. 031 333 99 09 21. Schuld und Scham, Vortrag mit Doris Ammari in Bern. 031 333 99 09 22. Neuroscience and Leadership, Gesundheit und gute Führung aus Sicht der Hirnforschung, mit Prof. Dr Joachim Bauer in Zürich. 044 261 00 90 22. Wie wirklich ist unsere Wirk­ lichkeit? Vortrag mit Dieter Broers in Bern. 031 333 99 09 22. Heilerforum Energieme­di­ta­ tion in Adligenswil. 041 370 14 39 23. Kommunikation zwischen Mensch und Tier, Basisseminar in Dättwil. 056 470 35 66 23. In der Stille liegt die Kraft, Me­ditations-Tagesseminar mit El­vi­ ra Odermatt in Bern. 031 333 99 09 23. Mediumsday mit Gerrard Mc­ Inerney, Susanne Burki, Tili Renner Jakob, Monika Tresch, Wisel Spiller in Gislikon. 041 370 14 39 23./24. Das neue Bewusstsein – im erwachten Zustand, Seminar mit Dieter Broers in Bern. 031 333 99 09

24. Liebe und Gesundheit, mit Tul­ ku Lobsang in Zürich. 044 261 00 90 28. Quantenheilund – Medizin der neuen Zeit, Erlebnisvortrag mit Monika Walbert und Thomas Lang in Bern. 031 333 99 09

April 3. Fülle Meditation, mit Anjali Jeg­ge in Bern. 031 333 99 09 3. Offenes Singen – Mantras und spirituelle Lieder aus der ganzen Welt, mit Marianne Bieri in Bern. 031 333 99 09 5./19. Meditation und persön­li­ che Engelbotschaften, mit Simone Bal­mer in Bern. 031 333 99 09 5. L’Oval Tantramassage, Info-Er­ lebnisabend mit einer Tantramas­ sage, mit Erika Müller in Bern. 031 333 99 09 5. Dein höchstes Ziel – Selbstver­ wirklichung durch Babajis Kriya Yoga, Vortrag mit Kailash in Bern. 031 333 99 09 6./7. Wissenschaft und Mystik, Hil­­degard von Bingen und die neue Kosmologie, Seminar mit Matthew Fox in Zürich. 044 261 00 90 6./7. Mit Quantenheilung in die Fülle und Gesundheit, Seminar mit Monika Walbert und Thomas Lang in Bern. 031 333 99 09 6./7. Aztekisches Räucherseminar mit Kokopelli Guadarrama in Bern. 031 333 99 09 9./23. Medialer Abend: Einstieg und Aufbau, mit Tili Renner Jakob in Adligenswil. 041 370 14 39 10. Was uns der Name sagt, Work­ ­shop mit Monika Stübi in Worb. 079 666 77 25 10./24. Schamanisches Trommeln und Meditation, mit Kokopelli Gua­ ­dar­rama in Bern. 031 333 99 09 10. Offener Quantenzirkel mit Chan­ tal Gurzeler und Myriam Cia Lam­ brigger in Bern. 031 333 99 09 11. Tablework mit Christoph Bü­ rer, Sisy Hofmann und Susanne Zumbrunn in Bern. 031 333 99 09 11. Das innere Kind, Vortrag mit praktischen Übungen mit Doris Ammari in Bern. 031 333 99 09 11. Tablework, experimenteller me­dialer Abend mit Chr. Bürer, S. Hofmann und S. Zumbrunn in Bern. 031 333 99 09 12. Psychologisch-spirituelle Me­ dialität, Info-Abend zur Di­plom­ ausbildung mit Christoph und Hei­ di Bürer in Worb. 079 666 77 25 12. Der neue bewusste Mensch, Vortrag mit Kailash in Bern. 031 333 99 09 12./13./14. Das Innerwise System der Selbstheilung, Erlebnis­abend und Seminar mit Uwe Albrecht in Bern. 031 333 99 09 13./14. Achtsamkeit – Die höchs­ te Form des Selbstmana­gements, mit Master Han Shan in Zürich. 044 261 00 90 13./14. Soul Body Fusion, Work­ shop mit Jonette Crowley in Bern. 031 333 99 09

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Agenda

Einträge von Veranstaltun­gen mit Angabe von Telefon oder E-Mail sind kos­tenlos. Bei Platzmangel werden Anlässe von Abonnen­ten/ Inseren­ten bevorzugt. Die nächste Ausgabe erscheint Ende April. Bitte melden Sie Ihre Termi­ne von Mai/Juni vor dem 20. März an:

Wendezeit-Agenda, Parkstr. 14,

CH-3800 Matten E-Mail: redaktion@wendezeit.info

15. Medialer Abend mit Chris­ toph Bürer und Margrith Fuchs in Wolhusen. 079 251 13 11 15./21. Ausbildung zum media­ len Heiler mit Natara in Bern. 031 333 99 09 16. Akzeptanz und Weisheit, Me­ ­ditationsabend mit Nandi Devar in Bern. 031 333 99 09 16./30. Medialer Abend: Ver­tie­ fung und Praxis, mit Tili Renner Ja­ kob in Adligenswil. 041 370 14 39 19. Heilerforum Energiemedi­ta­ tion in Adligenswil. 041 370 14 39 19. Archetypen der Seele – Ent­ stehung und Bedeutung, Vortrag mit Dr. Varda Hasselmann in Bern. 031 333 99 09 20. Schriftpsychologie, Seminar mit Tili Renner Jakob in Adli­gens­ ­wil. 041 370 14 39 20./21. Die Kraft aus dem Selbst, Seminar mit Brigitte Lämmle in Zürich. 044 261 00 90 20./21. Die Merkaba – strahlendes Lichtfeld unseres interdimen­sio­ nalen Seins, Seminar mit Ortlieb Schrade in Bern. 031 333 99 09 20.-22. Aztekische Reinigung/Hei­ lung, schamanische Einzelsit­zun­ gen mit Kokopelli Guadarrama in Bern. 031 333 99 09 21. Playing the Matrix, Das Ge­ heimnis der Wunscherfüllung und die Magie des Universums, mit Mi­ ke Dooley in Zürich. 044 261 00 90 23. Mentaler Abend mit Trudy Diserens in Baden-Rütihof. 056 470 35 66 25. Konzert mit Dechen Shak Dag­ say in Bern. 031 333 99 09 26. Heilreise in das Land der Einhörner, Erlebnisabend mit Mela­ nie Missing in Bern. 031 333 99 09 26.-28. Reinkarnationstherapie – Reinkarnation und Rückführung, Intensivausbildung mit Dr. JanErik Sigdell in Bern. 031 333 99 09 27. Medialität – Spiritualität, Ba­ sisseminar in Dättwil. 056 470 35 66 27./28. Geistige Operationen mit dem philippinischen Heiler Lino Guinsad in Bern. 031 333 99 09 27./28. Wahrsagekarten – leicht zu erlernen, Seminar mit Gabriella Trippold in Bern. 031 333 99 09 27./28. Lichtenergie der Einhörner, Seminar mit Melanie Missing in Bern. 031 333 99 09 28. Open Spirit Tagung im Land­ haus Solothurn. 032 622 52 26

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Agora

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Die in der Wendezeit vorgestellten Bücher sind im Handel oder – falls vergriffen – bei der Redaktion erhältlich.

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He = Heilkräuter, spagyrische HK Ho = Homöopathie HP = Heilpraktiker/in HR = Heilrituale Hy  = Hypnosetherapie IK = Indigo Kinder JK = Jenseitskontakte Ka = Kartomantie/Kartenlegen KB = Katathymes Bilderleben KGT  = Kunst- und Gestaltungstherapie Ki = Kinesiologie, Psycho-Kinesiologie Kla = Klangtherapie KP = Kirlianfotografie KPsy  = Körperorient. Psychotherapie KT  = Kurzzeit-Therapieprogramme KUF = Krankheitsursachenfindung/ -auflösung L  = Lebensberatung/-hilfe Li = Lithotherapie/Edelsteintherapie LiG = Lichtgeometrie LK = Lichtkunst LL  = Lieben lernen M = Meditation Ma = Klass./intuitive/med. Massage MaT = Matrix Transformation Me = Metamorphose-Practitioner Med = Medialität Mer = Merkaba MH = Mediale Heilung/Beratung MM = Meditatives Malen, Mediales Malen, Mandala-Malen MT  = Mentaltraining, -coaching Na = Naturarzt, Naturheilpraktiker NK  = Natürliche Kosmetik NLP  = Neurolinguist.Programmieren No = Nosodentherapie Nu = Numerologie/Kabbalistik O  = Ohrkerzentherapie OA = Organspez. Aminosäuren PE = Persönlichkeitsentwicklung PH  = Prana (pranic) healing Pol = Polarity-Therapie PP  = Parapsychologie PsE = Psychosomatische Energetik Psy = Psycholog. Beratung/Psycho­therapie PsyS = Psychosomatik, Psycho­synthese PW  = Persönliches Wachstum/ -Training QH = Quantenheilung R  = Reiki Ra = Radionik Rad = Radiästhe­sie, Pendeln

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t Reb = Rebirthing pe RefZ = Reflex­zo­ nentherapie (n. Dorn) Rel = Religion REM = Ruhe, Entspan­nung, Mitte finden ResT = Resonanz­ therapie Ret = Retreats RT = Rückführungen/Reinkarnations­therapie RüM = Rückenmassage n. Breuss Rut = Rutengängerei SchH = Schamanische Heilrituale SchM = Schreibmedium Sh = Shiatsu SO = Seminarorganisation Sp  = Spiritualität, spirit.Heilung SpL = Spirituelle Lebensberatung SpT = Spirituelle Therapie StB = Sterbebegleitung (MT Mensch und Tier) SUT = Seelische Urblockadentherapie Sy = Synergetik-Therapie SyS = System.Stellen n. Bert Hellinger Tar = Tarot Tan  = Tantra TC  = Tai Chi, Taijiquan TE  = Tachyon-Energie TfH = Touch for Health Th = Therapeut/in (allg.) Th.K. = Therapeut. Kartenlegen Tib = Fünf-Tibeter-Training TK = Tierkommunikation TLT = Time-Line-Therapie TPI  = Trager Psychophysische Integration Tr = Traumanalyse Tran = Trance TrT = Trauma-Therapie ÜG = Übungsgruppen VeM = Vedische Meditation VF  = Vitalfeld-Therapie Vi = Visagist/in W  = Wassertherapie (div. Methoden) WBe = Wohnberatung WBA  = Wirbelsäulen-Basis-Ausgleich WT = Wirbelsäuletherap. n. Dorn/Breuss Y  = Yoga/Kriya Yoga/Hatha Yoga Z  = Zilgrei

w , us . er

A  = Astrologie/Astropsychologie ADS = Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom AF = Akufeldur AL  = Astrolog. Lebensberatung AlexT = Alexander Technik All = Allergie+Asthmatherapie APu = Akupunktur/Ohrakupunktur APr = Akupressur Ar = Aromatherapie/-essenzen AS = Aura Soma AY = Ashtânga Yoga AT  = Autogenes Training Atl = Atlaslogie Au = Aurasehen, Aura-Arbeit etc. Av = Avatar B = Beratung BB  = Bach-Blüten Bf = Bewusstseinsförderung Bio = Bioenergie, Bioresonanz Bio-HA = Bioenergetische Haaranalyse BV  = Buchverlag/-versand CA  = Chakra-Aktivierung/-Arbeit Ch = Channeling ChG = Chi Gong ChrE = Therapie chron. Erkrankungen CM  = Chinesische Medizin Coa = Coaching CrS = Craniosacral-Therapie E  = Esoterik EFT = Emotional Freedom Techniques EnFS = Energetisches Feng Shui EnG = Energet. Gebäudereinigung EnR = Energet. Rückenmassagen EP  = Energiepyramiden Er = Ernährungsberatung/-begleitung ET  = Energetische Therapien Fa = Fastenseminare FaT = Familientherapie FH = Fernheilung FR  = Fussreflexzonenmassage/ Fussmassage FS = Feng Shui FT  = Farbtherapie/-punktur GA = Ganzheitl. Atemgymnastik/ -therapie GB  = Gesundheitsberatung/praxis Geo = Geomantie GH  = Geistheilung GKo = Ganzheitliche Kosmetik GKM = Ganzkörpermassage Ha = Handauflegen

Schweiz Therapeuten/Berater 1714 Heitenried, Martin Moser, Konradshus 1, 079 211 30 73 – Ha / Sp / EnG / StB / GH – www.mwmoser.ch, twm@gmx.ch 2504 Biel, Gesundheitspraxis Rosenquelle, Irmhild Beek, Hainbuchenweg 12, 032 322 45 42 – AT / BB / R / FR / GH – www. rosenquelle.ch, info@rosenquelle.ch 2545 Selzach-Haag, Ursula Markwalder, Chappeliweg 8, Zentrum für Mensch und Tier, 079 277 25 21 – TK / Med – www.zentrum-men-tier.ch, ursula.markwalder@bluewin.ch 2556 Schwadernau, Willi Stauffer, Standweg 20, 032 373 42 37 – AL / Er / RT 3007 Bern, Arpad Wächter, Landoltstrasse 73, 076 380 36 69 – L / MT / Med, – www.geistige-welt.com 3052 Zollikofen, Heidi Lanz, Rebenweg 5, 031 869 63 59 – MaT / Rei / L 3182 Ueberstorf, Edith Wilhelmy, Tutzishus 22, 076 360 69 79 – Bf / GH / MH / SchH / SO – www.altes-wissen.ch, Info@altes-wissen.ch

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Die besten OPEN-MIND-MOVIES des Jahres für ein sinnerfülltes und nachhaltiges Leben

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ss

AM 17.04.2013 hIEr IM KINO

„AWAKE“

„Das Blaue Juwel“

„Part Time Kings“

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Wendezeit

Die Zeitschrift, die das ganze Spektrum der unbegrenzten Möglichkeiten für ein ganzheitliches Leben im Wassermann­zeitalter zeigen will: Esoterik, Para­psycho­logie, Spiritualität, Lebenshilfe, My­stik, Ökologie, Alternativmedizin. Mit Reisereportagen und Beiträgen auch über Feng Shui, Heilöle/Steine, Medi­tation, sowie Vorstellungen von Buch- und CD-Neu­erscheinungen, u.a.m. Eine Medizin mit mehr Geist und Seele: das wünschen sich Abermillionen von Patienten. Entsprechend boomen «geistiges Heilen» und verwandte Heil­wei­sen. Auch um sie geht es in

Wendezeit

Mit einer regelmässigen Kolumne von

Uri Geller einer Agenda (Kurse/Seminare/ Kon­gresse) und einer Therapeuten-/Be­rater-/Dienstleistungsliste.

Kommendes Schwerpunktthema:

Wunderkinder - Wundermenschen - Savants

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Achtsamkeit

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