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Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung

Die hessische NGA - Strategie Aufbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen in Hessen


Impressum

Herausgeber Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung Kaiser-Friedrich-Ring 75 65185 Wiesbaden Telefon +49 (611) 8 15 0 www.wirtschaft.hessen.de Redaktionsteam Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung Referat Technologiepolitik und -förderung, Informationstechnologie, Telekommunikation, Post Gabriele Gottschalk Georg Matzner Maria Rieping Bearbeitung / Verfasser Stefano Meglio, MUT consult GmbH Mainz Marianne Utendorf, MUT consult GmbH Mainz Dieter Elixmann, WIK-Consult GmbH Bad Honnef Ralf Schäfer, WIK-Consult GmbH Bad Honnef

Copyright Alle Urheber- und Bildrechte liegen – falls nicht anders angegeben – bei dem Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung. Eine Vervielfältigung oder Verwendung des Ganzen oder Teilen davon in anderen elektronischen oder gedruckten Publikationen und deren Veröffentlichung ist nur nach vorheriger Genehmigung gestattet.


NGA | Grusswort

Grusswort

Liebe Leserinnen und Leser, Hessens Wohlstand erwächst aus seiner leistungsfähigen, wissensbasierten Wirtschaft. Spitzentechnologie hat hier Tradition, und gerade in der Informations- und Kommunikationstechnologie ist Hessen ein führender Standort. Nun gilt es, die Stärke weiter auszubauen, um im globalen Wettbewerb weiter erfolgreich zu sein. Dazu wollen wir die Potenziale der zukunftsträchtigen Technologiezweige entwickeln und bündeln. Technologie aber muss sich immer auf den Menschen – als Nutzer und als Gestalter – beziehen. Sie muss das Leben erleichtern, bei der Bewältigung der Herausforderungen der Zukunft helfen und damit dazu beitragen, Wohlstand, Beschäftigung und Umwelt für die kommenden Generationen zu sichern. Eine wesentliche Rolle spielt hierbei das Internet, auf das schon Schüler und Auszubildende immer mehr angewiesen sind. Internet aber heißt heute in zunehmendem Maß Breitband, denn moderne Anwendungen setzen leistungsfähige Anschlüsse voraus. Für Unternehmen sind sie zwingend notwendig, und für Kommunen deshalb ein Standortfaktor. Über die wirtschaftliche Dimension hinaus ist Breitband aber auch eine soziale Infrastruktur, die im digitalen Zeitalter unerlässlich ist für die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.

NGA - Strategie Hessen

Hessen braucht deshalb ein Breitbandangebot, das auch den ländlichen Raum abdeckt und eine digitale Spaltung verhindert. Dafür hat die Landesregierung das Projekt „Breitband-in-Hessen“ ins Leben gerufen. Sein wichtigstes Ziel – neben der Schließung der letzten Lücken in der flächendeckenden Grundversorgung – ist der Aufbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen. Das Land versteht sich dabei als Moderator und Koordinator, der die Akteure des Ausbaus wie Kommunen und Telekommunikationsunternehmen zusammenbringt. Dieser Ansatz gilt in Deutschland als vorbildlich. Wir laden Sie herzlich ein, sich über diese Strategie zu informieren und den Breitbandausbau mit uns voranzubringen!

Wiesbaden, im Mai 2011 Dieter Posch Hessischer Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung

Steffen Saebisch Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung




NGA | Inhalt

Inhalt 

Grußwort

1

Zusammenfassung

4

1 Motivation für die hessische NGA - Strategie

8

2 Die Ausgangssituation in Hessen

10

2.1 Politischer Rahmen

10

2.2 Rechtlicher Rahmen

11

2.3 Organisatorischer Rahmen

12

2.4 Die Breitbandversorgungssituation in Hessen 2010

12

2.5 NGA-Wertschöpfungskette

12

2.6 Bedarfssituation aus Sicht hessischer Unternehmen

14

2.7 Internetanwendungen und ihr Bandbreitenbedarf

16

3 Ziele der hessischen NGA-Strategie

18

4 Strategische Handlungsfelder des Landes

20

4.1 Organisation und Rolle des Landes

20

4.2 Information und Kommunikation

22

4.3 Beratung und Koordination

23

4.4 Regulierung und Recht

23

4.5 Finanzierung und Förderung

24

4.6 Anwendungen und Dienste

24

4.7 Infrastruktur

24

5 Die Rollen der Stakeholder

25

5.1 Bund

25

5.2 Kommunen in Hessen

26

5.3 (Kommunale) Versorgungsunternehmen

26

5.4 Kommunale Spitzenverbände

27

5.5 Kammern

27

5.6 TK- und Kabel-Netzbetreiber

27

5.7 Weitere Marktteilnehmer

27

6 Nächste Schritte des Landes

28

Quelle

30

Glossar

32

Anhang

34

Notizen

36

NGA - Strategie Hessen


NGA | Inhalt

Inhalt

Abkürzungsverzeichnis AK BMVBS BMWi BNetzA CIO DSL EU EVU FAQ FTTB FTTH GAK GDI GRW hesbis HGO HI HMdF HMdIS HMWVL HSVV HVBG IKT IPTV ISDN IT komm. LTE Mbit/s NetCo NGA OpCo PPP SalesCo TAL TK TP VDSL VoIP VU WIBank WMK

NGA - Strategie Hessen

Arbeitsgruppe/Arbeitskreis Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie Bundesnetzagentur Chief Information Officer Digital Subscriber Line Europäische Union Energieversorgungsunternehmen Frequently Asked Questions Fiber to the Building Fiber to the Home Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz Geodateninfrastruktur Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur Hessisches Breitband-Informationssystem Hessische Gemeindeordnung Hessisches Immobilienmanagement Hessisches Ministerium der Finanzen Hessisches Ministerium des Innern und für Sport Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung Hessische Straßen- und Verkehrsverwaltung Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation Informations- und Kommunikationstechnologie Internet Protocol Television Integrated Services Digital Network Informationstechnologie kommunal Long Term Evolution Megabit pro Sekunde Network Company Next Generation Access Operation Company Public Private Partnership (Öffentlich-Private Partnerschaft) Sales Company Teilnehmeranschlussleitung Telekommunikation Teilprojekt Very High-Speed Digital Subscriber Line Voice over Internet Protocol Versorgungsunternehmen Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen Wirtschaftsministerkonferenz




ZuSAMMENFASSuNG

NGA | ZuSAMMENFASSuNG

Der Begriff „Next Generation Access“ (NGA) wird zwar weltweit verwendet, er ist als solcher aber keinesfalls eindeutig und präzise gefasst. Im Wesentlichen ist er als Oberbegriff für Netzinfrastrukturen anzusehen, die über die traditionellen, drahtgebundenen bzw. drahtlosen Anschlusstechnologien für Netze zur elektronischen Kommunikation hinausgehen.

Diese nächste Generation der Netze vermag insbesondere (z. T. sehr viel) höhere Bandbreiten bereit zu stellen als das traditionelle Telefon- bzw. Mobilfunknetz. Höhere Bandbreiten stehen wiederum für schnellere Kommunikation und für ausreichende Qualität bei der Nutzung der Netze für Sprach-, Daten- und Videokommunikation. NGA bedeutet für die hessische Strategie Hochgeschwindigkeitsbreitband.

4

NGA - Strategie Hessen


Zusammenfassung

NGA | zusammenfassung

Zusammenfassung Das Internet versetzt die Gesellschaft und mit ihr Wirtschaft und Infrastruktur seit mehr als einer Dekade in einen tiefgreifenden Wandel. Diese Dynamik hält an, sie wird sich in der Zukunft sogar beschleunigen. Unternehmen, Menschen und „Dinge“ sind bereits weltweit vernetzbar. Der Zugang zu Inhalten und Funktionalitäten unterschiedlichster Prägung wird immer und überall möglich. Die bereits bekannten und absehbaren Innovationen vermögen Wertschöpfungsketten und Formen der Arbeitsteilung in nahezu allen Bereichen der Volkswirtschaft zu verändern. Neue, netzbasierte Produkte und Dienste werden in immer umfassenderer Art und Weise Einsatzfelder bei privaten Nutzern und in Unternehmen finden. Um diese Möglichkeiten der Informationsgesellschaft tatsächlich nutzbar zu machen, sind hochbitratige Breitbandinfrastrukturen („Next Generation Access“, NGA) eine unabdingbare Voraussetzung. Mit dem vorliegenden NGA-Strategiepapier werden die Ziele Hessens zum Breitbandausbau dargestellt, die strategischen und organisatorischen Instrumente des Landes abgebildet, die Rollen der Beteiligten charakterisiert und die kurz- sowie mittelfristigen Schritte des Landes beschrieben. Kennzeichen der hessischen NGA-Strategie ist der integrative Ansatz: Sie ist ein Konsens der Stakeholder (Beteiligte) in Hessen. Prägend dabei ist die Erkenntnis, dass die Ziele der NGA-Strategie nur durch die Beteiligung sowie die aktive und fortwährende Mitwirkung aller Stakeholder erreichbar sind. Die hessische Landesregierung hat sich zur Umsetzung ihres Breitbandausbaus für die Projektform entschieden. Dieser Ansatz zeigt, dass der politische Wille nicht eine auf Dauer eingerichtete, verwaltungsintensive Behörde ist, sondern auf ein zeitlich begrenztes, ziel-

NGA - Strategie Hessen

orientiertes Steuerungsinstrument für mehr Breitband in Hessen gerichtet ist.

Ziele der hessischen NGA-Strategie Beim Auf- und Ausbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen mit wenigstens 50 Mbit/s für mindestens 75 Prozent der hessischen Haushalte bis 2014 orientiert sich Hessen an der Zielformulierung des Bundes. Dabei liegt der Fokus nicht allein auf dem Erreichen einer festgelegten Übertragungsgröße, vielmehr setzt die hessische Strategie auf den gezielten und nachhaltigen Ausbau von Breitbandinfrastruktur und die tatsächliche Verfügbarkeit von hohen Übertragungsraten. Die parallele Förderung der Entwicklung innovativer, internetbasierter Anwendungen („Internet der Zukunft“, Leuchtturmprojekte) wird die Nachfrage nach hochbitratiger Breitbandinfrastruktur forcieren. Um dieser Dynamik gerecht zu werden und die bedarfsgerechte Kapazität der Netze frei von Technologiebrüchen zu gewährleisten, ist die stufenlose Erweiterbarkeit der Versorgung im NGA-Bereich auch auf mittelfristige Sicht notwendig. Dabei beinhaltet die hessische NGA-Strategie den komplementären Einsatz von festnetzgebundenen und drahtlosen bzw. mobilen Technologien. Die Ausbauaktivitäten werden primär durch den privaten, in nicht marktversorgten Gebieten durch den öffentlichen Sektor geleistet. Maßnahmen zur Umsetzung Die strategischen Instrumente des Landes sind in sieben Handlungsfeldern zusammengefasst. Daraus ergeben sich konkrete Maßnahmen und Rollen für alle an der Umsetzung beteiligten Stakeholder:

Eine Strategie, sechs Dimensionen » Strategiedimension 1: Verfügbarkeit von Hochge- schwindigkeits-Breitband » Strategiedimension 2: „Internet der Zukunft“ und seine Anwendungen »

Strategiedimension 3: Nachhaltigkeit im Sinne einer „stufenlosen“ Erweiterbarkeit der Versorgung im NGA-Bereich

»

Strategiedimension 4: Langfristige Komplementärität von festnetzbasierten und drahtlosen bzw. mobilen Technologien

»

Strategiedimension 5: Marktgetriebene Aktivitäten und solche von öffentlichen Institutionen als Pfeiler des NGA-Ausbaus

» Strategiedimension 6: Leuchtturmprojekte

Handlungsfeld 1 Die Organisation und Rolle des Landes skizziert den integrativen Projektansatz als organisatorischen Rahmen für die Umsetzung und Weiterentwicklung der NGA-Strategie mit einem klaren Rollenkonzept in Hessen. Innerhalb dieses Rahmens agiert das Land Hessen als Bereitsteller, Koordinator, Förderer und Bereitsteller. Handlungsfeld 2 Die Information und Kommunikation bündelt die Aktivitäten, die auf die Erhöhung der Transparenz zum Thema Breitbandkommunikation (insbesondere NGA) bei unterschiedlichen Zielgruppen (z. B. Landkreise, Gemeinden, Anwender, Anbieter, Bürger und Unternehmen) abzielen. Im Zentrum ste-




Zusammenfassung

NGA | Zusammenfassung

hen das Breitband-Informationssystem hesbis und die damit verbundenen Informationsoffensiven für die Kommunen und die Anwender. Handlungsfeld 3 Beratung und Koordination sind zusammengefasste Maßnahmen, die den systematischen Austausch und die aktive Zusammenarbeit innerhalb unterschiedlicher Beteiligtengruppen im Land Hessen unterstützen. Die Aktivitäten gehen über die allgemeine Informationsbereitstellung hinaus und zielen auf einen Dialog zwischen den involvierten Stakeholdern. Von zentraler Bedeutung sind die Geschäftsstelle Breitband, die regionalen Breitbandberater, die Kreiskoordinatoren sowie die Breitband-Ansprechpartner in den Kommunen. Handlungsfeld 4 Regulierung und Recht verfolgen eine duale Ausrichtung. Zum einen geht es darum, Informationen über Auswirkungen der rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen für die Marktteilnehmer in Hessen zu transferieren und als Moderator für den Austausch mit der Bundesnetzagentur zu fungieren. Zum anderen zielt dieses Handlungsfeld darauf ab, Lösungsansätze zu konkretisieren und daraus resultierende landesspezifische Interessen auf Bundes- und EU-Ebene adäquat einzubringen oder auf Landesebene direkt umzusetzen.

»

Handlungsfeld 5 Finanzierung und Förderung stellen eine Bündelung von Maßnahmen dar, die die Verfügbarkeit von Finanzmitteln für NGA-Projekte verbessern. Die Aktivitäten dienen zum einen dazu, Informationsasymmetrien zwischen potenziellen Kapitalgebern und Trägern von NGA-Projekten auf kommunaler Ebene abzubauen. Zum anderen unterstützen sie das Entstehen neuer Finanzierungsmöglichkeiten. Handlungsfeld 6 In diesem Handlungsfeld wird das Land Hessen die Entwicklung, Bereitstellung und Pilotierung von IKT-Anwendungen und Diensten vorantreiben, die auf den spezifischen Eigenschaften von Hochgeschwindigkeits-Internetzugängen aufbauen. Durch die Verstärkung von Anwendungsentwicklung und Anwendungsnutzung werden die Wertschätzung und die Nutzung von Hochleistungs-Breitbandanschlüssen entscheidend geprägt.

Sieben Handlungsfelder

1.

Organisation und Rolle des Landes

2.

Information und Kommunikation

3.

Beratung und Koordination

4.

Regulierung und Recht

5.

Finanzierung und Förderung

6.

Anwendungen und Dienste

7.

Infrastruktur

Verfügung stellen und die Leerrohrmitverlegung bei Infrastrukturprojekten forcieren.

Handlungsfeld 7 Hier finden sich die Maßnahmen des Landes, die sich unmittelbar auf die Verfügbarkeit von Infrastrukturen auswirken. Die NGA-Strategie sieht vom Grundsatz her vor, dass das Land keine Aufgaben wahrnimmt, die originär bei Marktteilnehmern angesiedelt sind. Vielmehr kann das Land bereits vorhandene eigene Infrastrukturen dem Markt diskriminierungsfrei zur

Unser systemischer Ansatz: Die hessische NGA-Strategie ist ein Konsens der relevanten Stakeholder mit klarem Rollenkonzept und festen Verantwortungen.

«



NGA - Strategie Hessen


Die Rollen der Stakeholder Bund Die hessische NGA-Strategie sieht die wesentliche strategische Rolle des Bundes für den Breitbandausbau in den Bereichen der ordnungsrechtlichen Rahmensetzung, der Regulierung, sowie in der Festlegung von Förderungs- und Finanzierungsmaßnahmen, in der Bereitstellung bundeseinheitlicher Informationen, in der Nutzung vorhandener Infrastrukturen und in der Förderung von innovativen Anwendungsprojekten. Kommunen (Landkreise, kreisfreie Städte, Städte, Gemeinden) Den Kommunen kommt beim Breitbandausbau eine zentrale Rolle zu. Die Landkreise werden durch eigene Kreiskonzepte und ihren Kreiskoordinator konzeptionell, organisatorisch und koordinierend die Planung und Umsetzung bei ihren kreisangehörigen Städten und Gemeinden begleiten. Die Städte und Gemeinden sind lokale Akteure bei der Bedarfsermittlung sowie im Leerrohrausbau und -management. (Kommunale) Versorgungsunternehmen Die Versorgungsunternehmen sind wegen ihrer vorhandenen Infrastruktur in die Umsetzung der Strategie eingebunden. Sie sind wichtige Partner für den kommunalen Sektor u. a. bei der gemeinsamen Leerrohrplanung und dem Ausbau passiver Infrastruktur.

Zusammenfassung

NGA | zusammenfassung

telt und die Nutzung von innovativen Breitbandanwendungen intensiviert werden.

– heute noch nicht konkret abseh- bare Marktteilnehmer mit neuen Geschäftsmodellen im NGA-Markt-

TK- und Kabel-Netzbetreiber Die hessische NGA-Strategie sieht grundsätzlich einen durch den Markt generierten Auf- und Ausbau von Hochleistungsnetzen vor. Konkrete Ausbauprojekte in einem Gebiet werden in der Zusammenarbeit der TKoder Kabel-Netzbetreiber mit anderen relevanten Stakeholdern ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung sein.

Nächste Schritte des Landes Die Umsetzungsphase ist durch folgende Schwerpunktaktivitäten gekennzeichnet:

Nächste Schritte » Initiierung von Umsetzungs projekten in den Landkreisen

Darüber hinaus können TK- und Kabel-Netzbetreiber an der erfolgreichen Implementierung der Strategie mitwirken durch

– Partnerschaften in Leuchtturm- projekten, – Lieferung von Infrastrukturdaten für die Planung eines effizienten Aufbaus der Breitbandinfrastruktur – Standardisierung von Netzüber- gängen. Weitere Marktteilnehmer Diese Strategie zeigt sich ausdrücklich offen für eine Beteiligung von weiteren Marktteilnehmern, um ihr Potenzial für die Umsetzung nutzbar zu machen.

» Meilensteinplan bis 2014 » Detailmaßnahmenplanung » Kontinuierliche Einbeziehung der Stakeholder

In Ergänzung zur inhaltlichen und zeitlichen Umsetzungsplanung wird ein systematisches und kontinuierliches Strategiecontrolling eingerichtet. Das Controlling besteht aus drei Kernelementen: 1.

Aufbau und Umsetzung eines Fortschritts-Monitorings

2.

periodische Veröffentlichung der Monitoring-Ergebnisse

3.

regelmäßige Überprüfung der hessischen NGA - Strategie

Dies trifft insbesondere zu für Kommunale Spitzenverbände Die hessischen Spitzenverbände der Kommunen haben eine Rolle als Unterstützer, Berater und Multiplikator auf übergeordneter Ebene inne. Kammern Die Kammern und berufsständischen Vereinigungen sind aus Sicht der hessischen NGA-Strategie die Vertretung der Nutzer. Ihren Mitgliedern wird neben den privaten Haushalten eine hochleistungsfähige Breitband-Infrastruktur zur Verfügung gestellt. Durch die Beteiligung dieser Stakeholder soll der konkrete Ausbaubedarf ermit-

NGA - Strategie Hessen

– die Deutsche Bahn mit Blick auf die Nutzung ihrer Infrastruktur, – weitere Gruppen, die über mitnutz- bare Infrastruktur verfügen, –

Banken hinsichtlich des Abbaus bestehender Hürden bei der Finan- zierung und als Eigentümer von Netzinfrastruktur sowie




NGA | 1 Motivation

Motivation

Motivation für die hessische NGA-Strategie Die NGA-Strategie und ihre Grundlagen Die hessische Landesregierung sieht die zentrale Bedeutung von Hochleistungsbreitband für die weitere wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes und leitet daraus die politische Aufgabe ab, aktiv einen wirkungsvollen Beitrag zum Ausbau der NGA-Infrastruktur als wesentlichen Standortfaktor zu leisten. Dies gilt für die Ansiedlung von Firmen gleichermaßen wie für die Attraktivität von Wohngebieten bzw. neu erschlossenen Bauplätzen. Breitbandinfrastruktur ist darüber hinaus die Grundlage, um Wachstumspotenziale durch die Nutzung künftiger breitbandiger Anwendungen freizusetzen. Mit der hessischen NGA-Strategie werden Schwerpunkte und Aufgaben mit Blick auf den Breitbandausbau in Hessen konkretisiert und Maßnahmen für die Entwicklung und Implementierung geschaffen. Das Land Hessen hat bereits im Jahre 2006 die Initiative „Mehr Breitband für Hessen“ gestartet. Diese Initiative wird seit April 2010 in Form des Projektes „Breitband-in-Hessen” mit zwei Handlungssträngen forciert:

1. Sicherstellung einer Grundver sorgung bis Ende 2011 2. Auf- und Ausbau von Hochge- schwindigkeitsnetzen (NGA) auf mittlere und längere Sicht. Die Konkretisierung des zweiten Handlungsstranges ist Gegenstand dieser Strategie.



NGA - Strategie Hessen


NGA | 1 MotIVAtIoN

MotIVAtIoN

1. Sachlich-inhaltlich definiert sie den Rahmen fĂźr den NGA-Ausbau in Hessen und gibt Orientierung im Hinblick auf die wesentlichen Handlungsfelder. DarĂźber hinaus legt sie Regeln und Rollen fĂźr unterschiedlichste Beteiligte fest.

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NGA - Strategie Hessen

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Die Landesregierung sieht es dabei als ihre Aufgabe an, fßr die entsprechenden Mitwirkungs- und Kommunikationsplattformen zu sorgen und fßr das Erreichen der genannten Ziele Verantwortung zu ßbernehmen. Der Kreis der Stakeholder ist weit gefächert. Er umfasst die (potenziellen) Marktteilnehmer auf der Angebotsseite – bereits aktive Netzbetreiber, Service Provider, Stadtwerke und Versorgungsunternehmen, Kommunen sowie Beratungsunternehmen und die Herstellerindustrie – und auf der Nachfrageseite die privaten und geschäftlichen Nutzer sowie staatliche Instituti-

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2. Aus institutioneller Perspektive spiegelt die NGA-Strategie nicht nur die Position der Landesregierung mit Blick auf den NGA-Ausbau wider, sondern greift die unterschiedlichen Interessen der Beteiligten auf und moderiert diese. Als Resultat dieses grundlegenden, integrativen Ansatzes ist die hessische NGA-Strategie ein Konsens aller Stakeholdergruppen.

Mit Blick auf die Zukunft versteht sich die NGA-Strategie als Basis der Umsetzungsstrategie in den hessischen Kommunen sowie als Grundlage der Kooperationen der Stakeholder. DarĂźber hinaus werden Anreize gesetzt, aus der NGA-Strategie eigene Konzepte zu entwickeln.

Stakeholder

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Die hessische NGA-Strategie lässt sich aus zwei unterschiedlichen Perspektiven charakterisieren:

den, die themenbezogen den Prozess zur Entwicklung einer NGA-Strategie unterstĂźtzen und die Umsetzung begleiten. Die Ergebnisse der bereits aktiven Arbeitskreise Breitbandanbieter, (Energie-) Versorgungsunternehmen, Landkreise (vertreten durch die 21 Kreiskoordinatoren) und die des NGA-Forums Hessen wurden in den Entwicklungsprozess der NGA-Strategie integriert.

5

Eine NGA-Strategie der relevanten Stakeholder des Landes

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2. Auf- und Ausbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen (NGA) auf mittlere und längere Sicht

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1. Sicherstellung einer flächendeckenden Grundversorgung bis Ende 2011

onen. Die Stakeholder in Hessen haben auf verschiedene Weise maĂ&#x;geblich bei der Erarbeitung dieser NGA-Strategie mitgewirkt: Der von mehr als 400 Teilnehmern besuchte hessische Breitbandgipfel im Juni 2010 fungierte hier als Initial. Um die GrundzĂźge und Dimensionen dieser Strategie fĂźr den Breitband-Hochgeschwindigkeitsausbau in Hessen in kooperativer Weise mit den Stakeholdern zu erarbeiten, fand im Herbst 2010 in Frankfurt ein NGA-Workshop statt, an dem neben der Projektgruppe, der Geschäftsstelle Breitband und den regionalen Breitbandberatern Ăźber 110 Teilnehmer aus Kommunen, Infrastruktur- und Telekommunikationsanbietern, Banken und den BehĂśrden des Landes Hessen teilgenommen haben. Als Ergebnis dieser Veranstaltungen sind durch das Land Arbeitsgruppen gebildet wor-

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Ziele der hessischen Breitbandinitiative

Abbildung 1

9


Ausgangssituaton

NGA | 2 Ausgangssituation

Die Ausgangssituation in Hessen 2.1 Politischer Rahmen Bereits mit der 2006 gegründeten Landesinitiative „Mehr Breitband für Hessen“ hat die hessische Landesregierung erklärt, dass leistungsfähige Internetverbindungen immer mehr zur unerlässlichen ökonomischen und sozialen Infrastruktur werden. Nicht nur die Bewohner der Ballungszentren, sondern auch die Bürger in ländlichen Gebieten sollen die Möglichkeiten der digitalen Kommunikation nutzen können. Das Land Hessen verfolgt deshalb das politische Ziel, die „weißen Flecken“ in der Grundversorgung bis Ende 2011 zu schließen und in den kommenden Jahren den Aufbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen durch den bedarfsgerechten Ausbau von Breitbandinfrastruktur und Breitbandanwendungen zu forcieren, um Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Hessen zu sichern und einen Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen zu leisten. Der Bund 1 benennt den Wettbewerb, die Regulierung und die Kooperation als die maßgeblichen Säulen des Breitbandausbaus. Nach seiner Vorstellung sollen der Ausbau durch private Investoren am Markt forciert werden, nachhaltige Geschäftsmodelle gefördert und die Beteiligten in die Lage versetzt werden, den Ausbau möglichst eigenverantwortlich voranzutreiben.

Kernelemente sind dabei die Nutzung von Synergien beim Infrastrukturausbau, eine unterstützende Frequenzpolitik („Digitale Dividende“) und eine wachstums- und innovationsorientierte Regulierung. Ebenfalls soll dieser Strategie nach der Ausbau durch finanzielle Förderung unterstützt werden. Die wichtigsten Förderprogramme zum Breitbandausbau in Regionen mit Versorgungslücken sind die Förderungen nach GAK (im Rahmen der Grundversorgung) und GRW. Beides sind kofinanzierte Programme zwischen Bund und Ländern. Voraussetzungen für eine Förderung sind, die Versorgungslücke nachzuweisen, ein technologie- und anbieterneutrales sowie transparentes Auswahlverfahren durchzuführen und einen offenen Zugang der geförderten Infrastruktur auf Vorleistungsebene zu ermöglichen. Die konkrete Ausgestaltung der Breitbandförderung erfolgt durch die Bundesländer. Hier setzt die hessische Strategie zur Schließung der Versorgungslücke und zum Ausbau von Hochleistungs-Internetanschlüssen an.

1 Vgl.

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Breitbandstrategie der Bundesregierung, 2009. Download unter: http://www.zukunft-breitband.de/BBA/Navigation/Service/publikationen,did=290026.html.

10

NGA - Strategie Hessen


2.2 Rechtlicher Rahmen Der Auf- und Ausbau eines hochbitratigen Breitbandnetzes erfolgt auf der Grundlage der EU-Vorschriften sowie des rechtlichen Rahmens des Bundes und des Landes Hessen. Das im Dezember 2009 novellierte EUTK-Paket (Rahmenrichtlinie, Universaldienstrichtlinie, Zugangsrichtlinie, Datenschutzrichtlinie, Genehmigungs-

AuSGANGSSItuAtoN

NGA | 2 AuSGANGSSItuAtIoN

richtlinie, GEREK-Verordnung) legt die Grundlagen der Regulierung fest: Marktbeherrschenden Unternehmen werden, sofern kein wirksamer Wettbewerb herrscht, geeignete Verpflichtungen zur Förderung eines wirksamen Wettbewerbs auferlegt. Das EU-TK-Paket soll 2011 in nationales Recht umgesetzt werden. Mit der Novellierung des Telekommunikationsgesetzes sollen dabei u. a. die Planungs- und Investitionssicherheit für Investitionen in NGA-Netze gewährleistet sein sowie Synergieeffekte durch die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur verstärkt werden. Kommunen oder kommunale Unternehmen als Akteure des Breitbandausbaus unterliegen gemäß § 121 Abs. 1 Nr. 3 HGO 2 dem Subsidiaritätsprinzip. Dieses lässt unter den dort genannten Voraussetzungen die Möglichkeit zu, dass hessische Gemeinden als Teil ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten Breitbandausbau betreiben. Eine der maßgeblichen Voraussetzungen für das wirtschaftliche Betätigen einer Gemeinde im Sinne des § 121 Abs. 1 HGO ist, dass die geforderte Leistung nicht ebenso gut und wirtschaftlich durch einen privaten Dritten erfüllt wird oder erfüllt werden kann.

2 in

Regionale Energieversorger als Akteure des Breitbandausbaus bieten aufgrund nutzbarer, vorhandener Infrastrukturen bereits einen strukturellen Vorteil. Bei der Nutzung dieser Infrastrukturen und dem Aufbau neuer, für Breitband nutzbarer Infrastrukturen, muss die Energieregulierung beachtet werden.

der Fassung vom 07.03.2005 (GVBl. I 2005, 142).

NGA - Strategie Hessen




AuSGANGSSItuAtoN

NGA | 2 AuSGANGSSItuAtIoN

2.3 organisatorischer Rahmen Die hessische Landesregierung hat sich fßr die Umsetzung in Projektform entschieden. Diese schlanke Organisationsform fÜrdert die zielorientierte und stringente Umsetzung unter Einbeziehung aller Verwaltungsebenen und Beteiligten in einem zeitlich und budgetär determinierten Rahmen. Die Gesamtsteuerung bei der Entwicklung der Breitbandstrategie obliegt einem interministeriellen Lenkungsausschuss, dem der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium vorsitzt und dem als weitere Teilnehmer der Bevollmächtigte der Landesregierung fßr E-Government (CIO) und der Chef der Staatskanzlei angehÜren. Eingebunden in diesen Lenkungsausschuss sind weitere Vertreter der beteiligten Ressorts, Repräsentanten der kommunalen Spitzenverbände und Vertreter verschiedener LandesbehÜrden sowie der WIBank.

2.4 Die Breitbandversorgungssituation in Hessen 2010 Mit Ende des Jahres 2010 waren BreitbandanschlĂźsse der Ăœbertragungsklasse ≼ 50 MBit/s lediglich in den Ballungsräumen verfĂźgbar. Erheblicher Ausbaubedarf besteht bei privaten Haushalten und Unternehmen im ländlichen Raum. Die Darstellung im Anhang (vgl. Abbildung A1) zeigt die BreitbandverfĂźgbarkeit in Hessen bei Betrachtung aller Technologien im Bereich ≼ 50 MBit/s.

Projektorganisation Breitband-in-Hessen ,ENKUNGSAUSSCHUSS 3TAATSSEKRETĂŠR(-76,6ORSITZ 3TAATSSEKRETĂŠR#)/(-D&(-D)3 #HEFDER3TAATSKANZLEI

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Abbildung 2

2.5 NGA-wertschĂśpfungskette

Drei wertschĂśpfungsfunktionen

Bei Aufbau und Betrieb von Kommunikationsnetzen kÜnnen grundsätzlich drei WertschÜpfungsfunktionen unterschieden werden (vgl. Abbildung 3):

Âť NetCo: Errichtung und Wartung der passiven Infrastruktur

Âť NetCo: Errichtung und Wartung der passiven Infrastruktur

Âť OpCo: Betrieb und Wartung der aktiven Infrastruktur einschlieĂ&#x;lich Belichtung der passiven Infrastruktur

Âť OpCo: Betrieb und Wartung der aktiven Infrastruktur einschlieĂ&#x;lich Belichtung der passiven Infrastruktur

Âť SalesCo: Bereitstellung von Endkundendiensten

Âť SalesCo: Bereitstellung von Endkundendiensten

In der traditionellen TK-Welt war systembedingt eine sehr starke Integration der Funktionen innerhalb einzelner Unternehmen vorherrschend.

Beim Aufbau von NGA-Infrastrukturen in Hessen spielen daher potenziell mehrere, teilweise sehr unterschiedlich geprägte Institutionen und Unternehmen entscheidende Rollen.

In Netzen der nächsten Generation ist dagegen eine vollständige Segregation mÜglich, d. h. jede WertschÜpfungsstufe kann prinzipiell von unterschiedlichen Anbietern wahrgenommen werden.



NGA - Strategie Hessen


AuSGANGSSItuAtoN

NGA | 2 AuSGANGSSItuAtIoN

Generisches wertschĂśpfungsmodell

Das Land Hessen hat folgende Stakeholdergruppen aktiv in die Entwicklung der NGA-Strategie eingebundenen:

%NDKUNDE

Âť regionale und Ăźberregionale TK-Netzbetreiber Âť Kabelanbieter

$IENSTE!PPLIKATIONEN

Âť Breitband-Spezialanbieter

u3ALES#Ov

Âť Mobilfunkbetreiber

2ETAIL

Âť Ferngasgesellschaften Âť regionale und Ăźberregionale Versorgungsunternehmen

7HOLESALE !KTIVE)NFRASTRUKTURu/P#Ov OPTISCHELEKTRISCH

 Breitband-Beratungsunternehmen  GebietskÜrperschaften (Landkreise, Städte, Gemeinden)

0ASSIVE)NFRASTRUKTURu.ET#Ov In den einzelnen Gruppen von Marktteilnehmern sind eine Reihe von zum Teil sehr unterschiedlich gelagerten Aktivitäten zum Aufbau von Netzen der nächsten Generation erkennbar. Positive Impulse fßr den Aufbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen durch die Marktteilnehmer sind aus mehreren Richtungen zu erwarten.

1. Mit der Versteigerung von Funkfrequenzen im Rahmen der Digitalen Dividende wurden die Grundlagen geschaffen, zeitnah LTE-Netze errichten zu kÜnnen, die vor allem einen Beitrag zur stärkeren Flächendeckung von hÜherbitratigen Internetzugängen leisten kÜnnen.

NGA - Strategie Hessen

PHYSIKALISCH

Abbildung 3

'ENERISCHES7ERTSCHĂšPFUNGSMODELLFĂ R.'! .ETZE

2. Die MĂśglichkeiten zur Entkopplung von WertschĂśpfungsstufen in NGA-Netzen bieten Anreize fĂźr den Marktzutritt von Stakeholdern, die bisher nicht oder nur am Rande im TK-Sektor tätig waren. Insbesondere auf der Stufe „NetCo“ werden neue Geschäftsmodelle entstehen, bei denen Marktteilnehmer ihre spezifischen Stärken im Bereich der Infrastrukturverlegung einbringen kĂśnnen. Das gilt besonders fĂźr Kommunen und auf kommunaler bzw. regionaler Ebene tätige Unternehmen (z. B. Energieversorgungsunternehmen).

3. Durch die Entwicklung und Verbreitung innovativer, internetbasierter Anwendungen (vgl. Abbildung 7) wird der Bandbreitenbedarf bei privaten und geschäftlichen Nachfragern durch die erkennbaren Mehrwerte deutlich zunehmen.




Ausgangssituaton

NGA | 2 Ausgangssituation

2.6 Bedarfssituation aus Sicht hessischer Unternehmen Im Rahmen einer speziellen Studie hat das Land Hessen die Nachfrage von Unternehmen nach Breitbandanschlüssen untersucht. Die Datenerhebung wurde im Zeitraum September bis Oktober 2010 in Form einer internetbasierten Befragung durchgeführt. Von den mehr als 21.000 kontaktierten Freiberuflern und Unternehmen in Hessen haben sich insgesamt knapp 2.000 Wirtschaftseinheiten an der Erhebung beteiligt. Nachfolgend werden die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst; eine ausführliche Darstellung der gesamten Studienergebnisse ist als separate Veröffentlichung verfügbar. 3

Aktuelle Breitbandversorgung und aktueller -bedarf Im Hinblick auf die gegenwärtig hauptsächlich eingesetzte Technologie für den Internetzugang zeigt sich in Hessen ein sehr deutlicher Schwerpunkt: Mehr als drei Viertel (77%) aller Befragten nutzen DSL - Anschlüsse, insgesamt 15 Prozent entfallen auf ISDN-, Glasfaser-, Kabel-TV- und Mobilfunkanschlüsse. Die hessischen Unternehmen verfügen derzeit größtenteils (41%) über Internetzugänge im Bereich zwischen 1 Mbit/s und 6 Mbit/s (vgl. Abbildung 4). Ein Viertel der Teilnehmer nutzt Anschlüsse mit Übertragungsbandbreiten zwischen 6 Mbit/s und 16 Mbit/s. Lediglich elf Prozent der Gewerbetreibenden und Freiberufler bedienen sich Hochleistungs-Breitbandanschlüssen in einer Größenordnung von mindestens 16 Mbit/s (3% über 50 Mbit/s). Knapp 20 Prozent der Befragten verfügen über analoge, ISDN- oder funkgestützte Anschlüsse im Bereich von bis zu 1 Mbit/s. Zwischen der tatsächlich genutzten Bandbreite und dem aktuellen Breitbandbedarf der Unternehmen besteht ein deutliches Missverhältnis. Die aus heutiger Sicht als ideal wahrgenom-

Gegenwärtiger Bedarf Anteil der verschiedenen Übertragungsbandbreiten (gegenwärtig und gegenwärtiger Bedarf) 45 40 35 30 25 20 15

Ist 2010

10 5

Bedarf 2010

0 Bis zu

Über 1 bis

Über 6 bis

Über 16 bis

Über 25 bis

1 Mbit/s

zu 6 Mbit/s

zu 16 Mbit/s

zu 25 Mbit/s

zu 50 Mbit/s 50 Mbit/s

Abbildung 4

Über

(alle Angaben in Prozent)

mene Bandbreite weist eine starke Tendenz hin zu höheren Übertragungsraten auf. 14 Prozent der hessischen Unternehmen sehen bereits heute einen Bandbreitenbedarf von über 50 MBit/s. Für 18 Prozent der Befragten liegt der aktuelle Bedarf in einem Bereich von über 25 MBit/s bis zu 50 MBit/s. Mit 27 Prozent bzw. 28 Prozent werden die Klassen über 16 MBit/s bis zu 25 MBit/s und über

6 MBit/s bis zu 16 MBit/s von den Befragten etwa in gleichem Maße genannt. Eine Bandbreite von bis zu 6 MBit/s spiegelt bei nur 8 Prozent der Unternehmen die aktuelle Bedarfssituation wider. Mit Blick auf die Lücke zwischen derzeitiger Breitbandversorgung und aktuellem Bandbreitenbedarf geben 74 Prozent der Befragten an, dass ein schnellerer Internetzugang für den Erfolg des Unternehmens

3 Vgl.

Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung: Mehr Breitband für Hessen – Studie zur Breitbandversorgung und zum zukünftigen Breitbandbedarf bei hessischen Unternehmen, Dezember 2010. Download unter http:// www.breitband-in-hessen.de.

14

NGA - Strategie Hessen


Ausgangssituaton

NGA | 2 Ausgangssituation

so bedeutsam ist, dass Mehrausgaben gegenüber heute gerechtfertigt sind.

Zukünftiger Bedarf Anteil der verschiedenen Übertragungsbandbreiten (gegenwärtig und in 3 Jahren)

Zukünftiger Bandbreitenbedarf Eine noch weitergehende Verschiebung der Antworten hin zu höheren Bandbreitenklassen zeigt sich bei der Frage nach dem zukünftigen Bedarf (vgl. Abbildung 5). Jeweils rund ein Viertel der Unternehmen hält bis 2014 eine Bandbreite in den drei Klassen über 16 MBit/s (bis 25 Mbit/s, bis 50 Mbit/s bzw. über 50 Mbit/s) für erforderlich. Eine Bandbreite von bis zu 16 MBit/s ist dann nur noch für weniger als 20 Prozent der Befragten hinreichend. Es kommt hinzu, dass der Bedarf nach symmetrischen Anschlüssen mit gleichen Download- und UploadBandbreiten im Betrachtungszeitraum stark auf rund 52 Prozent wachsen wird. Ferner wird in der hessischen Strategie angenommen, dass mit dem zunehmenden Einsatz innovativer Anwendungen (z. B. E-Health, Cloud Computing) der Bedarf an hochbitratigen Breitbandzugängen über den in der Studie ermittelten Bedarf hinausgehen wird.

NGA - Strategie Hessen

40 35 30 25 20 15

Ist 2010

10 5

Bedarf 2014

0 Bis zu

Über 1 bis

1 Mbit/s

zu 6 Mbit/s

Abbildung 5

Über 6 bis

Über 16 bis

Über 25 bis

Über

zu 16 Mbit/s zu 25 Mbit/s

zu 50 Mbit/s

50 Mbit/s

(alle Angaben in Prozent)

Faktoren bei der Standortwahl von Unternehmen   

)MAGEWERTDES3TANDORTES

5NTERSTàTZUNGDURCHDIE ÚFFENTLICHE6ERWALTUNG



!US UND7EITERBILDUNGS MÚGLICHKEITEN



(ÚHEDER'EWERBESTEUER (EBESATZ



.ÊHEZUPOTENTIELLEN+UNDEN



0REISNIVEAUDER 'EBÊUDEINFRASTRUKTUR



1UALITÊTDER'EBÊUDE UND 6ERKEHRSINFRASTRUKTUR



6ERFàGBARKEITVONQUALIFIZIERTEM 0ERSONAL

 6ERFàGBARKEITVON"REITBAND )NTERNETZUGÊNGEN

Auswirkungen der Breitbandversorgung für die Unternehmensentwicklung Die Verfügbarkeit von Breitbandanschlüssen stellt nach den Angaben der befragten Unternehmen den wichtigsten Faktor bei der Standortwahl dar (vgl. Abbildung 6). 90 Prozent bewerten die Breitbandinfrastruktur als sehr wichtig oder wichtig. Erst dahinter rangieren Aspekte wie Gebäudeund Verkehrsinfrastruktur (80%) sowie Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal (78%). 85 Prozent der Unternehmen glauben sogar, dass die Verfügbarkeit von Breitband-Internetzugängen in den nächsten drei Jahren als Standortfaktor noch weiter an Bedeutung gewinnen wird. Für 91 Prozent der Befragten werden Regionen ohne schnelle Internetzugänge an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Über 90 Prozent der Unternehmen sehen in der Breitbandversorgung ländlicher Räume eine Möglichkeit, Standortnachteile gegenüber Ballungsräumen zu verringern.

45

 Abbildung 6

(alle Angaben in Prozent)

Insgesamt zeigt die Unternehmensbefragung, dass »

die derzeitige Versorgung mit Breitband-Internetzugängen dem aktuellen Bandbreitenbedarf von Freiberuflern und Unternehmen in Hessen nicht gerecht wird,

»

für mehr als die Hälfte der Be- fragten schon heute Beeinträch- tigungen im Betriebsablauf auf- grund einer zu niedrigen Band- breite entstehen,

»

der Bandbreitenbedarf der hes- sischen Wirtschaft bereits in den nächsten Jahren deutlich steigen wird und zunehmend durch sym- metrische Datenverkehre geprägt sein wird,

»

Breitbandanschlüsse als Standort- faktor gerade für ländliche Räu- me eine herausragende Bedeu- tung besitzen.

15


Ausgangssituaton

NGA | 2 Ausgangssituation

2.7 Internetanwendungen und ihr Bandbreitenbedarf

schaften erforderlich werden. Diese Einschätzung zur Zukunftsentwicklung impliziert, dass die einzelnen Breitbandtechnologien abhängig von der Nachfrage nach internetbasierten Anwendungen unterschiedliche Bedeutungen besitzen. Insbesondere technologische Eigenschaften wie symmetrische Ăœbertragungsraten, gemeinsame Nutzung von Netzelementen („shared use“) oder die HĂśhe der zugesicherten Ăœbertragungsrate fĂźhren dazu, dass bestimmte Arten von BreitbandanschlĂźssen nur fĂźr einzelne, internetbasierte Anwendungen die zukĂźnftigen Bandbreitenerfordernisse in vollem Umfang erfĂźllen kĂśnnen.

Die Weiter- und Neuentwicklung von internetbasierten Anwendungen fĂźhrt in Zukunft zu einem deutlich gesteigerten Bedarf an Ăœbertragungsbandbreite im Vergleich zur heutigen Situation. Abbildung 7 zeigt fĂźr den Zeitraum bis 2020, dass der prognostizierte Bedarf an Ăœbertragungsbandbreite zum einen quantitativ erheblich zunehmen wird, d. h. Internetanwendungen werden zukĂźnftig deutlich hĂśhere Bandbreiten erfordern. Zum anderen ist erkennbar, dass sich der Bedarf qualitativ verändern wird und zunehmend symmetrische Ăœbertragungseigen-

Aus heutiger Sicht bieten FTTH-/ FTTBZugänge das grĂśĂ&#x;te MaĂ&#x; an Zukunftssicherheit fĂźr die Nutzung internetbasierter Anwendungen im privaten wie im geschäftlichen Umfeld. Innovationen sind nach vorherrschender Expertenmeinung insbesondere in folgenden Anwendungsbereichen zu erwarten: Âť Entertainment (z. B. TV/ Video, Gaming), Âť Organisation des Arbeitsbereiches/ am Arbeitsplatz (z. B. Cloud Com- puting, Grid Computing)

Geschätzter Breitbandbedarf bis 2020

       'RIDCOMPUTINGFORACADEMICRESEARCH

6IRTUALLABORATORIES

$ATAVISUALISATION

$ISTRIBUTIONOFDIGITALTRAININGMATERIALS

#OOPERATIONBETWEENUNIVERSITIES

6IRTUALCLASSROOMS $ISTANCELEARNING

2ESEARCHAPPLICATIONES

2EMOTEDIAGNOSIS

8 RAYIMAGES

0ATIENTMONITORING

4ELEOPERATION

4ELEPATHOLOGY

4ELECONSULTATIONSTELEMEDICINE

0UBLICDEBATBROADCASTS

)NTELLIGENTTRANSPORTSYSTEMS

6IRTUALSPORT

6IRTUALCOLLABORATIVEENVIRONMENTS

2EMOTENETWORKMONITORING

$GRAPHICSRENDERINGSYSTEMS

#!$DESIGN

3HARINGHIGHRESOLUTIONDIGITALIMAGES

)NTELLIGENTHOME

/NLINEGAMING

#LOUDCOMPUTING

2EPLAYOF46BROADCASTS

6IDEOON$EMAND

$VIDEOSTREAMING

($VIDEOSTREAMING

)046

6IDEOCONFERENCING

%RFORDERLICHE"ANDBREITENIN 'ESCHĂŠTZTE"ANDBREITENIN !NWENDUNGMITSYMMETRISCHEM"REITBANDBEDARF

16

!BBILDUNGALLE!NGABENIN-"ITS

NGA - Strategie Hessen


» Transport » Gesundheit und Medizin » (Aus-, Weiter-) Bildung » Forschung und Entwicklung » Intelligent Home Die Befragten gehen davon aus, dass der Bandbreitenbedarf zukünftig verstärkt durch die erweiterte Nutzung von innovativen IT-Anwendungen determiniert wird. Die stärksten relativen Zuwächse gegenüber heute sind bei Anwendungen zu erwarten, die besonders hohe und regelmäßig symmetrische Bandbreiten erfordern: Video on Demand, Cloud Computing und Grid Computing.

NGA - Strategie Hessen

Ausgangssituaton

NGA | 2 Ausgangssituation

Der Anteil der Unternehmen, für den diese Anwendungen bedarfsrelevant sind, wächst bis auf den etwa dreifachen Wert an. Vor dem Hintergrund der skizzierten Entwicklung von Internetanwendungen und des Anforderungsprofils der hessischen Unternehmen stellt eine Hochgeschwindigkeits-Breitbandinfrastruktur für das Land Hessen ein wesentliches Übertragungsmedium sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Umfeld dar: »

Sie steigert effizient Umsätze und fördert zudem die Beschäftigung bei Firmen durch bessere Verkaufs- und Vertriebsmöglichkeiten.

besseren Nutzung von Forschung und Entwicklung. »

Sie fördert die gesundheitliche Betreuung und eine Steigerung des Sicherheitsempfindens der Bürger.

»

Sie leistet einen Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Probleme z. B. hinsichtlich des demographischen Wandels.

»

Sie führt zu neuen Möglichkeiten für Privatpersonen und Haushalte in ihrer Freizeitgestaltung und in ihren Konsummöglichkeiten.

» Sie führt zu einem breiteren Zu- gang zu Wissen und schafft Innova- tionsPotenzial, einschließlich einer

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NGA | 3 Ziele

Ziele

Ziele der hessischen NGA-Strategie Die hessische NGA - Strategie basiert auf insgesamt sechs Strategiedimensionen. 1. Strategiedimension

barkeit der Datenraten beim Anwender als entscheidend an.

Die hessische NGA-Strategie unterstützt grundsätzlich die Zielsetzungen der Breitbandstrategie des Bundes. Das Ziel, bis 2014 Internetzugänge mit Bandbreiten von wenigstens 50 Mbit/s für mindestens 75 Prozent der Haushalte bereitzustellen, ist lediglich ein Meilenstein auf dem Strategiepfad der tatsächlichen, flächendeckenden Hochgeschwindigkeitsversorgung in Hessen. Die künftige Breitbandinfrastruktur sollte dabei der absehbar zunehmenden Symmetrisierung des Verkehrs Rechnung tragen. Mit Blick auf die Bandbreiten sieht die hessische NGA-Strategie die tatsächliche Verfüg-

2. Strategiedimension „Internet der Zukunft“ und seine Anwendungen Unstrittig ist, dass sich das Internet der Zukunft sowohl hinsichtlich seiner technischen Grundlagen und Parameter als auch mit Blick auf seine grundlegenden Designprinzipien 4 künftig weiter verändern wird. Als Bestandteil der Strategie ist daher für das Land die Entwicklung intelligenter Anwendungen zu forcieren. Mit der Gründung des House of IT wird ein Beitrag zur Entwicklungsförderung innovativer, internetbasierter Anwendungen geschaffen, um die wirtschaftlichen

Verfügbarkeit von Hochgeschwindigkeits-Breitband

Sechs Strategiedimensionen 1. Strategiedimension Verfügbarkeit von Hochgeschwindigkeits-Breitband 2. Strategiedimension „Internet der Zukunft“ und seine Anwendungen 3. Strategiedimension Nachhaltigkeit im Sinne einer „stufenlosen“ Erweiterbarkeit der Versorgung im NGA-Bereich 4. Strategiedimension Langfristige Komplementärität von festnetzbasierten und drahtlosen bzw. mobilen Technologien 5. Strategiedimension Marktgetriebene Aktivitäten und solche von öffentlichen Institutionen als Pfeiler des NGA - Ausbaus 6. Strategiedimension Leuchtturmprojekte 4 Vgl.

18

IC Focus, Internet of Services: a Discussion of Architectural Foundations, 2008. Download unter: http://ssrn.com/abstract=1274568.

NGA - Strategie Hessen


NGA i 3 ziele

Ziele

und gesellschaftspolitisch Herausforderungen zu meistern.

4. Strategiedimension Langfristige Komplementärität von festnetzbasierten und drahtlosen bzw. mobilen Technologien 3. Strategiedimension Nachhaltigkeit im Sinne einer Zentral in der hessischen NGA-Strate„stufenlosen“ Erweiterbarkeit der gie ist eine flächendeckende VerfügVersorgung im NGA -Bereich barkeit von Glasfaser bis zur Wohnung, Im Kern zielt die hessische NGA - Straergänzend dazu wird eine weitgehentegie darauf ab, dass eine Netzinfrade Abdeckung durch hochbitratige struktur in Hessen verfügbar wird, die Mobilfunkinfrastruktur als komplees erlaubt, frei von mentärer Weg Technologiebrüder Teilhabe an chen die Kapazität den Möglichder Netze bedarfsKabelgebunden keiten des künfgerecht aufzurüstigen Internets ten. Nur so kann oder mobil? notwendig. Die den kontinuierlich LTE-Technologie steigenden AnEs geht nicht um leistet in diesem forderungen an Zusammenhang Übertragungsvo„entweder/oder“ einen wichtigen lumina, die durch Beitrag zur Flädie Nutzung intersondern um „und“! chendeckung und netbasierter AnGrundversorgung wendungen der in geographisch Zukunft entstehen, Rechnung getraschwierigem Gelände oder in Regigen werden. Die hessische NGA-Straonen, die aufgrund ihrer geringen tegie teilt die Auffassung der BundesBesiedelung wirtschaftlich unrentabel regierung, die in ihrer IKT-Strategie für den kabelgebundenen Breitband„Deutschland Digital 2015“ 5 unterausbau erscheinen. Gleichzeitig erstreicht, dass künftige Potenziale der weitert sie die Grundlage für mobiles Nutzung von IKT insbesondere in VerLeben und Arbeiten. Daher stehen sich kehr, Energie, Bildung, Gesundheit, in der hessischen NGA-Strategie die Freizeit- und Tourismuswirtschaft, Sifestnetzbasierten und die drahtlosen cherheit sowie Verwaltung liegen. Die bzw. mobilen Technologien auch langhessische NGA-Strategie unterstützt fristig komplementär gegenüber und mit Nachdruck die Schlussfolgerung sind nicht als substituiv anzusehen. Es der Bundesregierung, dass „die hiergeht nicht um „entweder/oder“ sonvon ausgehenden InnovationsPotenzidern um „und“! ale nur gehoben und die Chancen der Informationsgesellschaft genutzt wer5. Strategiedimension den (können), wenn HochleistungsMarktgetriebene Aktivitäten und netze flächendeckend zur Verfügung solche von öffentlichen Institutionen stehen und den spezifischen Anfordeals Pfeiler des NGA-Ausbaus rungen der jeweiligen AnwendungsFür die Erreichung der Ziele der hesbereiche einer vernetzten Gesellschaft sischen NGA-Strategie wird zum eientsprechen“. nen der marktgetriebene Ausbau von hochbitratigen Breitbandinfrastrukturen (d. h. auf betriebswirtschaftlichen Risiko- und Rentabilitätserwägungen beruhende Aktivitäten von privaten Marktteilnehmern) notwendig sein.

5 Vgl.

NGA - Strategie Hessen

Zum anderen werden Ausbauaktivitäten von regionalen Gebietskörperschaften und/ oder von öffentlichen Unternehmen einen wesentlichen Beitrag leisten. 6. Strategiedimension Leuchtturmprojekte Es ist zu erwarten, dass sich die Wirtschaftlichkeit von FTTB/H-Anschlüssen mit einer größeren Nachfrage nach geeigneten Anwendungen verbessert. Damit wird der marktwirtschaftliche Ansatz gestärkt. Um diese Entwicklung zu beschleunigen, setzt die hessische Breitbandstrategie auf Leuchtturmprojekte, die exemplarisch die Machbarkeit und den Nutzen von zukunftsweisenden Anwendungen im NGA-Umfeld zeigen.

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, IKT-Strategie der Bundesregierung „Deutschland Digital 2015”, 2010. Download unter: http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Service/publikationen,did=367524.html.

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Strategische Handlungsfelder des Landes Zur Erreichung der hessischen NGAZiele wird das Land eine aktive Rolle einnehmen und durch eine Reihe von Maßnahmen die Marktentwicklung positiv stimulieren. Vor dem Hintergrund der bestehenden und sich weiter entwickelnden Wettbewerbsverhältnisse will das Land die Ausbauaktivitäten von regionalen Gebietskörperschaften (Landkreise, Städte und Gemeinden) und öffentlichen Unternehmen (Stadtwerke u. ä.) geeignet unterstützen, ohne dabei in die Entscheidungsfreiheit der Marktteilnehmer einzugreifen. Das Land bündelt seine Aktivitäten in folgenden strategischen Handlungsfeldern: 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7.

organisation und Rolle des Landes Information und Kommunikation Beratung und Koordination Regulierung und Recht Finanzierung und Förderung Anwendungen und Dienste Infrastruktur

Den organisatorischen Rahmen für die Umsetzung und Weiterentwicklung der NGA-Strategie bildet in Hessen der integrative Projektansatz. Den Kern des Projektes „Breitband-in-Hessen” bilden das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, die Geschäftsstelle Breitband des Landes Hessen in der Hessen Agentur sowie ein externer Projektmanagement-Partner (vgl. Abbildung 2). Im Sinne einer virtuellen Organisationsstruktur (vgl. Abbildungen 8 und 9) sind außerdem die relevanten Stakeholdergruppen in und für Hessen auf freiwilliger Basis unmittelbar eingebunden. Der Lenkungsausschuss auf Minister- und Staatssekretärs-Ebene unterstreicht die Bedeutung des Vorhabens für die Landesregierung.

4.1 organisation und Rolle des Landes Ein gesetzlicher Auftrag zur Sicherung der Breitbandversorgung besteht weder für den Bund noch für das Land Hessen. Dennoch sieht die Landesregierung ebenso wie der Bund darin eine sehr wichtige wirtschafts- und gesellschaftspolitische Aufgabe. Vor diesem Hintergrund agiert das Land zum einen in der Rolle des zentralen Moderators für alle Beteiligte. Zum anderen übernimmt das Land das Akzeptanzmanagement und schafft damit in der Öffentlichkeit die notwendige Sensibilität für ein gemeinsames Vorgehen von Land, Kommunen und Anbietern.

Die Interaktion zwischen den Beteiligten erfolgt primär über institutionalisierte, themenspezifische Arbeitskreise. Fallweise werden in Ergänzung themenübergreifende Workshops durchgeführt. Diese Form der Zusammenarbeit wurde bereits bei der Erarbeitung und Diskussion dieser Strategie erfolgreich praktiziert. Für die Phase der Strategieumsetzung wird eine weitere Intensivierung erfolgen. Die Stakeholder (und neben den Kommunen besonders die Marktteilnehmer) können so die Verantwortung für Teilaufgaben innerhalb der NGA-Strategie übernehmen und damit unmittelbar zur Zielerreichung beitragen. Das Land Hessen beabsichtigt u. a. durch Kooperationsvereinbarungen, Formen und Inhalte der Zusammenarbeit zu konkretisieren und zu präzisieren.

Integration der Kommunen im Rahmen der umsetzung 0ROJEKTLEITUNG"REITBAND IN (ESSEN

0ROJEKTEBENE

0ROJEKTEBENE

'ESCHÊFTSSTELLE "REITBAND IN (ESSEN

!'+REISKOORDINATOREN

HANDLuNGSFELDER

NGA | 4 HANDLuNGSFELDER

2EGIONALE "REITBANDBERATUNG

2EGIONALE "REITBANDBERATUNG

2EGIONALE "REITBANDBERATUNG

KOMMUNALER3EKTOR

2EGIONALE "REITBANDBERATUNG

KOMMUNALER3EKTOR

+REISKOORDINATOREN EIN+REISKOORDINATORPRO,ANDKREIS

0ROJEKTLEITUNGUND"EAUFTRAGTEINDEN,ANDKREISEN KREISANGEHÚRIGEN3TÊDTENUND'EMEINDEN

Abbildung 8

0

NGA - Strategie Hessen


HANDLuNGSFELDER

NGA I 4 HANDLuNGSFELDER

Das Land ist im Rahmen der hessischen NGA-Strategie in verschiedenen Rollen aktiv:

Anwendungen dienen und Schnittstelle zwischen forschendem Sektor und Unternehmen sein.

1. Der Enabler Das Land sieht eine seiner vordringlichsten Aufgaben darin, die beteiligten Akteure in Verbindung zu bringen, sie zu informieren und zu motivieren. Durch das Bereitstellen von Vorgehensmodellen, Handlungsmustern, Leitfäden fßr die Projektierung und Checklisten im Bereich der Umsetzungsphase bei kommunalen Projekten wird das Ziel verfolgt, Städte und Gemeinden zu entlasten und Redundanzen in der Basisarbeit zu vermeiden. Weiterhin bietet das Land durch die Organisation von Arbeitskreisen und Veranstaltungen Plattformen zum Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren.

2. Der Koordinator Durch die an das Projekt „Breitbandin-Hessen� angeschlossene Geschäftsstelle Breitband steht den Beteiligten aller Ebenen eine zentrale Anlaufstelle fßr Fragen zum Thema Breitband zur Verfßgung. Sämtliche Fragestellungen aus den Bereichen Vorgehen und Projektierung, Anforderungen und Akteure, Recht und Regulierung, Geschäftsmodelle und FÜrderung werden durch die Geschäftsstelle entweder direkt beantwortet, den entsprechenden Fachreferaten zur Beantwortung zugeleitet oder ßber die in Abschnitt 4.2 genannten Informationsinstrumente sowie in Arbeitskreisen oder Veranstaltungen zur zeitnahen Beantwortung ßbermittelt. Das Land hat durch den Einsatz vier regional zugeordneter Breitbandbe-

Die Initiierung von Leuchtturmprojekten soll der FĂśrderung innovativer

Integration der Marktteilnehmer im Rahmen der umsetzung 0ROJEKTLEITUNG"REITBAND IN (ESSEN

0ROJEKTEBENE

0ROJEKTEBENE

'ESCHĂŠFTSSTELLE !RBEITSGEMEINSCHAFTEN(OTLINE

"REITBAND IN (ESSEN

2EGIONALE "REITBANDBERATUNG

2EGIONALE "REITBANDBERATUNG

2EGIONALE "REITBANDBERATUNG

-ARKTTEILNEHMER

-ARKTTEILNEHMER

0ROJEKTBEZOGEN

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2EGIONALE "REITBANDBERATUNG

6ERSORGUNGS UNTERNEHMEN

0RIVAT WIRTSCHAFTLICHE "ERATUNG

KOMMUNALER3EKTOR

"ANKEN

$IENSTANBIETER

KOMMUNALER3EKTOR

rater ein konkretes Betreuungsinstrument geschaffen. Die Berater sind Ansprechpartner fĂźr Landräte, BĂźrgermeister, Kreiskoordinatoren und Projektverantwortliche in den Städten und Gemeinden und fungieren als Bezugspunkt fĂźr Marktteilnehmer, Versorgungsunternehmen und TK-Anbieter. Sie aggregieren die Fragestellungen und Probleme bei der Umsetzung des NGA-Vorhabens vor Ort und agieren somit als Schnittstelle zwischen den Beteiligten und dem Land. 3. Der FĂśrderer Im Bereich der NGA-FĂśrderung stellt das Land die Mittel der GRW bereit, vergibt BĂźrgschaften, unterstĂźtzt die Landkreise bei der Vergabe solcher und baut gemeinsam mit der hessischen Wirtschafts- und Infrastrukturbank die VerfĂźgbarkeit von Darlehensprogrammen aus. Das Land hat zudem bereits fĂźr die MitverlegungsmĂśglichkeit von Leerrohren gesorgt. 4. Der Bereitsteller Mit der Erstellung des internetbasierten hessischen Breitband-Informationssystems hesbis hat das Land in enger Zusammenarbeit mit der HVBG eine Informationsplattform geschaffen, die Kommunen, Versorgern und TK-Unternehmen die MĂśglichkeit gibt, ihre Daten Ăźber die passive Infrastruktur zu verĂśffentlichen und gleichzeitig weiĂ&#x;e Flecken hinsichtlich der Versorgung zu erkennen. DarĂźber hinaus haben BĂźrger und Unternehmen die MĂśglichkeit, ihren Bedarf an Breitband-Internetzugängen kenntlich zu machen. Durch diese zentrale Informationsplattform fĂźr unterschiedliche Zielgruppen und Stakeholder findet ein Austausch zwischen den und innerhalb der Beteiligtengruppen statt. Ferner dient es der Vermeidung von zeitintensiven und mĂśglicherweise redundanten Datenerhebungen.

+REISKOORDINATOREN EIN+REISKOORDINATORPRO,ANDKREIS

0ROJEKTLEITUNGUND"EAUFTRAGTEINDEN,ANDKREISEN KREISANGEHĂšRIGEN3TĂŠDTENUND'EMEINDEN

Abbildung 9

NGA - Strategie Hessen

Durch die bereits begonnene Mitverlegung von Leerrohren bei LandesinfrastrukturmaĂ&#x;nahmen verfĂźgt das Land Ăźber eine passive Infrastruktur, die den Kommunen zum Ausbau von kommunalen NGA-Netzinfrastrukturen bereitgestellt wird.




Handlungsfelder

NGA | 4 Handlungsfelder

4.2 Information und Kommunikation Das Handlungsfeld Information und Kommunikation bündelt Aktivitäten, die auf die Erhöhung der Transparenz zum Thema Breitbandkommunikation (insbesondere NGA) bei unterschiedlichen Zielgruppen (z. B. Landkreise, Gemeinden, Anwender, Anbieter) zielen. Gemeinsam ist den Maßnahmen darüber hinaus, dass sie im Regelfall einen universellen Charakter besitzen (d. h. nicht auf spezifische Herausforderungen einzelner Projektvorhaben eingehen) und in erster Linie einen Informationstransfer vom Land hin zu den adressierten Zielgruppen darstellen. Zum jetzigen Zeitpunkt stehen die Zielgruppen Kommunen und Anwender im Mittelpunkt der geplanten und zum Teil bereits begonnen Aktivitäten. Informationsoffensive für Kommunen Zur Vermeidung von Doppelarbeiten hat das Land in Zusammenarbeit mit den Stakeholdern eine generische Checkliste für Kommunen mit den wesentlichen Projektschritten und den zu treffenden Entscheidungen beim Aufbau von NGA-Netzen („Entscheidungsbaum“) erstellt und eine Aufstellung von technischen Empfehlungen für die Leerrohrmitverlegung durch Kommunen bereitgestellt. Denn nicht jede Kommune muss alles selbst erarbeiten, auch wenn die eigentlichen Entscheidungsprozesse jeweils von den individuellen Gegebenheiten vor Ort abhängen und dort zu treffen sind. Weiterhin sollen Städte und Gemeinden auf eine Darstellung von Geschäftsmodellen (unter Berücksichtigung von PPP-/Kooperationsansätzen) im Kontext von NGA-Netzen und den zugehörigen Liefer- und Leistungsbeziehungen (aus kommunaler Perspektive) zurückgreifen können. Zur Entscheidungshilfe wird eine Bewertungsmatrix für Geschäftsmodelle im Kontext von NGA-Netzen und eine Agenda zum praktischen Einsatz von Geschäftsmodellen im Zusammenhang mit NGA-Netzen in Hessen zur Verfü-

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gung gestellt; Best-Practice-Beispiele, Erfahrungsberichte, Hürden und Erfolgshemmnisse komplettieren diese. Weiterhin wird das Land den Zugang zu relevanten (Markt-) Informationen, die bei der Wahl von Geschäftsmodellen hilfreich sind, verfügbar machen. Informationsoffensive für Anwender Um den Blick der späteren Nutzer bzw. Anwender auf Erwartungen an Hochgeschwindigkeits-Internetzugänge hinsichtlich des Leistungsspektrums, der Kosten und der Vorteile zu schärfen, ist eine allgemeinverständliche Übersicht NGA-fähiger Breitbandtechnologien und der zugehörigen Kostenstrukturen erstellt worden. Sie beinhaltet neben erstgenannten auch Ausblick auf zukünftige Anwendungsmöglichkeiten von NGA-Netzen und dem daraus resultierenden Nutzen für private und geschäftliche Endkunden. Diese Informationen sollen einen Beitrag zur Einbindung und zur Motivation des Engagements von Bürgern beim (lokalen) Aufbau von NGA-Netzen leisten. Die Umsetzung der Informationsoffensiven erfolgt parallel über unterschiedliche Medien.

Internetauftritt www.breitband-in-hessen.de Die Internetseite bietet als zentrale Plattform umfassenden Zugang zu den vom Land Hessen veröffentlichten Informationen. Im Rahmen der Umsetzung der NGA-Strategie ist ein Relaunch des Internetauftritts vorgesehen, um die unterschiedlichen Zielgruppen in angemessener Weise anzusprechen und die Interaktivität zu steigern. hesbis – das hessische InfrastrukturInformations-System Über den Internetauftritt ist auch das Hessische Breitband-Informationssystem hesbis eingebunden. hesbis wird zur zentralen Informationsquelle über den Versorgungsstand, geplante Ausbaumaßnahmen sowie insbesondere über vorhandene und geplante Infrastrukturen zum Ausbau von Glasfasernetzen werden. Es verbindet Infrastrukturanbieter, Netzbetreiber und zukünftige Nutzer von Hochleistungsnetzen miteinander. Veröffentlichungen Das Land Hessen wird zu ausgewählten Themen Informationsbroschüren und Leitfäden erstellen sowie redaktionelle Beiträge in zielgruppenspezifische Printmedien einbringen.

NGA - Strategie Hessen


Multiplikatoren Neben der Geschäftsstelle Breitband und den regionalen Breitbandberatern spielen bei der Kommunikation Multiplikatoren eine wichtige Rolle. Hierzu zählen insbesondere die Kreiskoordinatoren mit ihrer engen Verbindung zu den Handelnden im kommunalen Sektor sowie der Hessische Landkreistag, der Hessische Städte- und Gemeindebund und der Hessische Städtetag. In vergleichbarer Weise werden sich auch die berufsständischen Vereinigungen und die hessischen Kammern aktiv einbringen. Veranstaltungen Regelmäßige Veranstaltungen (z. B. Kongresse, Workshops, hessischer Breitbandgipfel) sind auf die Informationsbedürfnisse der einzelnen Stakeholder ausgerichtet. Sie dienen als weiteres Instrument zur Verbesserung des Kenntnisstandes in den relevanten Zielgruppen und als weitere Kommunikationsplattform für die Marktteilnehmer.

4.3 Beratung und Koordination Im Handlungsfeld Beratung und Koordination sind Maßnahmen zusammengefasst, die den systematischen Austausch und die aktive Zusammenarbeit innerhalb unterschiedlicher Beteiligtengruppen im Land Hessen unterstützen. Die Aktivitäten gehen über die allgemeine Informationsbereitstellung hinaus und sind auf einen Dialog zwischen den involvierten Stakeholdern ausgerichtet. Inhaltlich adressieren sie regelmäßig spezifische Herausforderungen des Aufbaus von NGA-Infrastrukturen. Um Kommunen im Hinblick auf die Schaffung einer NGA-Versorgung bestmöglich unterstützen zu können, wird das Land Hessen im vorliegenden Handlungsfeld auf eine Kombination zentraler und dezentraler Instrumente setzen: Die Geschäftsstelle Breitband ist die zentrale Informations- und Anlaufstelle auf Landesebene und dem Projekt „Breitband-in-Hessen” zugeordnet. Sie nimmt Fragen und Problemstellungen entgegen, die nicht

NGA - Strategie Hessen

Handlungsfelder

NGA i 4 handlungsfelder

auf lokaler Ebene gelöst werden können, und übermittelt Informationen über die regionalen Breitbandberater bzw. die Kreiskoordinatoren in den kommunalen Sektor. Die aktuell vier regionalen Breitbandberater in Hessen handeln aktiv und beratend vor Ort. Sie vermitteln in den Landkreisen, Städten und Gemeinden die thematische Ausrichtung von der Breitband-Grundversorgung bis zum Aufbau von Hochgeschwindigkeits-Infrastrukturen. Regelmäßige Arbeitstreffen der regionalen Breitbandberater mit den kommunalen Breitband-Ansprechpartnern und der Projektleitung „Breitband-in-Hessen” fördern den gegenseitigen Informationsaustausch. Zum Aufbau spezifischer Beratungsund Fachkompetenz wurde von jedem Landkreis ein Kreiskoordinator bestellt. Dieser koordiniert die Vorhaben der kreisangehörigen Städte und Gemeinden zum Breitbandausbau auf Landkreisebene, stellt den kontinuierlichen Erfahrungs- und Informationsaustausch innerhalb der Arbeitsgruppe der Kreiskoordinatoren zwischen den Landkreisen sicher und informiert durch seine periodische Teilnahme an den Bürgermeisterdienstversammlungen die kreisangehörigen Städte und Gemeinden. Die kommunalen Breitband-Ansprechpartner sind feste Ansprechpartner für das Thema Breitband in der entsprechenden Stadt oder Gemeinde. Sie moderieren zwischen Marktteilnehmern und der Kommune und unterstützen koordinierend den Infrastrukturausbau. Die kommunalen Breitband-Ansprechpartner sind folglich die Gruppe, die direkt mit der Umsetzung betraut sind. Sie dokumentieren die Fortschritte des Infrastrukturausbaus direkt vor Ort und koordinieren die Einbindung von Wirtschaftsförderern und Verbänden.

4.4 Regulierung und Recht Hessen setzt sich im Bundesrat, im Beirat der Bundesnetzagentur und in der Wirtschaftsministerkonferenz für geeignete und zielgerichtete ordnungsrechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen für den zukünftigen Telekommunikationsmarkt ein. Parallel zu diesen Handlungsfeldern auf Bundesebene prüft Hessen bei den landesrechtlichen Fragestellungen, ob die derzeitigen Regelungen der passende Rahmen für den Breitbandausbau in Hessen sind. Als zentrale Maßnahmen in diesem Handlungsfeld sieht die NGA-Strategie des Landes vor, Transparenz über den aktuellen ordnungsrechtlichen Rahmen (insbesondere bezüglich bestehender oder geplanter Regulierungsauflagen) durch Veranstaltungen, schriftliche Information sowie in der Koordination der Beantwortung von Einzelfragen zu schaffen und weiter voranzutreiben. In diesem Zusammenhang berücksichtigt die hessische Landesregierung die Interessen der Stakeholder bei der Novellierung des Telekommunikationsgesetzes. Im Bereich der Telekommunikationsregulierung bringt Hessen diese Themen aktiv im Beirat der Bundesnetzagentur voran. Bei der Energieregulierung und ihren möglichen Konsequenzen für den NGA-Ausbau in Hessen werden spezifische Herausforderungen in diesem Umfeld zusammen mit der Bundesnetzagentur, der Landesregulierungsbehörde für Energie und den Markteilnehmern identifiziert und erörtert. Weiterhin diskutiert das Land unterschiedliche Open Access-Modelle und ihre Auswirkungen auf Markt und Marktteilnehmer in Hessen. Die Ergebnisse aus dem Themenblock Regulierung und Recht werden im Rahmen der Informationsoffensive im Bereich Information und Kommunikation veröffentlicht. Die regionalen Breitbandberater und die Kreiskoordinatoren werden zu den wichtigsten rechtlichen Fragestellungen geschult.

23


Handlungsfelder

NGA | 4 Handlungsfelder

4.5 Finanzierung und Förderung Die hessische Strategie zum Auf- und Ausbau von Hochleistungsnetzen setzt auf den Markt als die treibende Kraft. Das Handlungsfeld Finanzierung und Förderung ist daher eine Bündelung von Maßnahmen hinsichtlich der Verfügbarkeit von verbesserten Zugängen zu Finanzmitteln für NGA-Projekte. Die Aktivitäten dienen einerseits dazu, Informationstransfer zwischen potenziellen Kapitalgebern und Trägern von NGA-Projekten auf kommunaler Ebene zu sichern. Andererseits wird das Entstehen neuer Finanzierungsmöglichkeiten unterstützt sowie Umfang und Gegenstand spezifischer Förderinstrumente konkretisiert. Das Land unterstützt die Banken durch Informationsbereitstellung im Hinblick auf Erfolgspotenziale und Finanzierungserfordernisse von NGA-Projekten und fördert den Informationsfluß zwischen Kreditwirtschaft und Kommunen, um so die Risikoeinschätzungen zu erleichtern. Die Erarbeitung von Geschäftsmodellen durch eine Sammlung von Parametern, die mindestens im Rahmen von Business Case-Rechnungen berücksichtigt werden sollten, sind eine der Hilfestellungen für lokale NGA-Projekte. Hinzu kommt die Initiierung bzw. die Entwicklung weiterer Finanzierungsund Förderinstrumente zum Infrastrukturaufbau (z. B. Bürgschaften, Darlehen) unter Einbeziehung der angekündigten Entwicklungen auf EU-Ebene und unter Berücksichtigung des beihilferechtlichen Rahmens. Des Weiteren verweist die hessische NGAStrategie auch auf die Fördermöglichkeiten der Interkommunalen Zusammenarbeit des Landes Hessen.

4.6 Anwendungen und Dienste Internetbasierte Anwendungen stellen für Hessen die zentralen Erfolgsfaktoren bei der Verbreitung von Hochleistungs-Breitbandanschlüssen dar. Erst durch die tatsächliche Erfahrung des unternehmerischen Gewinns

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wird die Bereitschaft des Nutzers steigen, für Hochleistungs-Internetzugänge wirtschaftliche Nutzungsentgelte zu zahlen. Neben dem Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur kommt der Verstärkung von Anwendungsentwicklung und Anwendungsnutzung im Rahmen der hessischen NGA-Strategie daher eine besondere Bedeutung zu. In diesem Kontext besteht eine unmittelbare Vernetzung mit der hessischen IKT-Strategie „Digitales Hessen 2020Leben mit Zukunft“. Neben IKT-Transfer und IKT-Standortmarketing sind dort als weitere Säulen explizit IKT-Infrastruktur und IKT-Anwendungsentwicklung enthalten. Im Handlungsfeld Anwendungen und Dienste der NGA-Strategie wird das Land Hessen die Entwicklung, Bereitstellung und Pilotierung solcher IKT-

Anwendungen vorantreiben, die auf den spezifischen Eigenschaften von Hochgeschwindigkeits-Internetzugängen aufbauen. Durch die praxisnahe Einbettung der Pilotumsetzungen in den Lebens- bzw. Unternehmensalltag sollen die Chancen innovativer, internetbasierter Anwendungen bewusst und erfahrbar gemacht werden. Damit werden Impulse für Unternehmen als potenzielle Anbieter von Diensten gesetzt und gleichzeitig die Nachfrage sowohl bei privaten als auch bei geschäftlichen Endnutzern positiv stimuliert. Insgesamt kann somit ein wesentlicher Beitrag zum Wirtschaftswachstum in Hessen geleistet werden. Priorität besitzen im Rahmen der NGAStrategie IKT-Anwendungen auf Basis

von Hochgeschwindigkeits-Internetzugängen, die in besonderem Maße zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen. Dazu zählen insbesondere E-Health-Anwendungen mit Schwerpunkt auf Senioren und chronisch Kranken, Bildungsanwendungen in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik (MINT) für Jugendliche und Erwachsene, E-Energy-Anwendungen für Bürger und Unternehmen sowie Smart Productions-Anwendungen für das produzierende Gewerbe.

4.7 Infrastruktur Im Handlungsfeld Infrastruktur finden sich Maßnahmen des Landes, die sich unmittelbar auf die Verfügbarkeit von Infrastrukturen auswirken. Die NGA-Strategie sieht vom Grundsatz her vor, dass das Land keine Aufgaben wahrnimmt, die originär bei Marktteilnehmern angesiedelt sind. Dies betrifft insbesondere das Verlegen und Betreiben von NGA-Infrastrukturen. Ungeachtet dessen kann das Land ggf. bereits vorhandene, eigene Infrastrukturen dem Markt diskriminierungsfrei zur Verfügung stellen. Dies betrifft z. B. Leerrohre im Landesbesitz. Das Land fördert und forciert im Rahmen von Landestraßenbaumaßnahmen sowie bei bestimmten kommunalen Ausbaumaßnahmen insbesondere die Mitverlegung von Leerrohren. Das Land Hessen wird die Rahmenbedingungen konkretisieren, unter denen eine Mitnutzung von landeseigenen Infrastrukturen durch Marktteilnehmer möglich ist. Durch das Planungsinstrument hesbis wird auch die Darstellung vorhandener Infrastrukturen sichtbar. Im Weiteren setzt sich Hessen dafür ein, dass auch auf Bundesebene in vergleichbarer Weise Systeme eingesetzt werden.

NGA - Strategie Hessen


NGA i 5 STAKEHOLDER stakeholder

Die Rollen der Stakeholder 5.1 Bund

Wesentliche Rolle des Bundes

Jenseits der eigenen Aktivitäten auf Landesebene sieht die hessische NGAStrategie wichtige Funktionen und Rollen für den NGA-Ausbau beim Bund. Auf hessische Initiative hin haben der Bundesrat und die Wirtschaftsministerkonferenz 2010 6 vom Bund eine Wirkungsanalyse seiner Breitbandstrategie erbeten und dabei den Fokus auf die Instrumente der Breitbandstrategie gelegt. Die hessische NGA-Strategie sieht sich grundsätzlich im Konsens mit dem Bundeswirtschaftsministerium mit Blick auf das Themenfeld „Breitband für die Zukunft“. Gleichwohl sieht die hessische NGA-Strategie es aber auch als zentral an, bestehende Maßnahmen des Bundes weiterzuentwickeln und alle Wege der Breitbandfinanzierung vorbehaltlos zu prüfen. Die hessische NGA-Strategie sieht die wesentliche Rolle des Bundes für den Breitbandausbau insbesondere in Folgendem: 1.

Schaffung eines kompatiblen und effizienten ordnungsrecht- lichen Rahmens bzw. einer ent- sprechenden Regulierung

2. Maßnahmen zur Förderung und Finanzierung 3. Bereitstellung bundeseinheit- licher Informationen Vor diesem Hintergrund bestehen aus Sicht der hessischen NGA-Strategie bereits auf kurze Sicht beim Bund eine Reihe von Möglichkeiten, den Breitband-Hochgeschwindigkeitsausbau noch intensiver zu unterstützen.

6 Wirtschaftsministerkonferenz

NGA - Strategie Hessen

1. Schaffung eines kompatiblen und effizienten ordnungs- rechtlichen Rahmens bzw. einer entsprechenden Regulierung 2. Maßnahmen zur Förderung und Finanzierung 3. Bereitstellung bundeseinheit- licher Informationen

Nutzung vorhandener und neuer Infrastruktur Mit Blick auf die Nutzung vorhandener Infrastruktur sind insbesondere die Leerrohre an Bundesautobahnen und Bundesstraßen zu nennen. Sieben hessische Landkreise haben hinsichtlich der Leerrohrverlegung entlang von Bundesautobahnen und Bundesstraßen Bedarf zum Aufbau einer leitungsgebundenen Infrastruktur angemeldet. Im Rahmen neuer Verkehrsinfrastruktur-Vorhaben soll der Bund bei eigenen Bauvorhaben die Leerrohrmitverlegung unterstützen. Informationsaustausch bei Breitbandinfrastruktur-Informationssystemen Es ist notwendig, geeignete Schnittstellen zwischen dem Infrastrukturatlas des Bundes und den verschiedenen Länderinformationssystemen zu entwickeln. Hierzu wird ein neuer Standard zur Geodateninfrastruktur (GDI) unter der Federführung Hessens realisiert. Informationen zu bundeseinheitlichen Fragestellungen Eine Reihe von Themenbereichen mit Blick auf den NGA-Ausbau hat bundeseinheitlichen Charakter. Die hes-

sische Strategie unterstreicht deshalb die wichtige Funktion, die das Breitband-Kompetenzzentrum des Bundes mit Blick auf die Bereitstellung von Informationen hat. Insbesondere die Erarbeitung von Mustergeschäftsmodellen und Musterverträgen, die Darstellung von Best-Practice-Beispielen, die Errichtung eines Fragenkatalogs mit Blick auf die Energie- und Telekommunikationsregulierung und die Festlegung, welche innovativen Technologien und Anwendungen aus Sicht des Bundes ausbau- und förderungswürdig erscheinen, sind hier zu nennen. Planungs- und Beratungsförderung Wesentliche Stakeholder für den hochbitratigen Breitbandausbau sind in Hessen regionale und lokale Gebietskörperschaften. Hier liegen aus Sicht der NGA-Strategie des Landes Hessen komparative Vorteile, die es gilt, sinnvoll und nutzbringend einzusetzen. Für regionale und lokale Gebietskörperschaften wie Kommunen stellen Machbarkeitsstudien bzw. Konzepte eine wichtige Vorstufe für ihre (potenziellen) NGA-Aktivitäten dar. Der Bund könnte aus Sicht der hessischen NGA-Strategie eine wichtige Rolle einnehmen und eine Planungs- und Beratungsförderung z. B. in Form von entsprechenden Gutscheinen zur Verfügung stellen. Finanzierungsinstrumente und Förderung In diesem Bereich ist der Bund aufgefordert, die Bundesrahmenregelung Leerrohre geeignet auszugestalten. Hessen vertritt den Standpunkt, dass das Bundesförderprogramm in allen Ländern in Regionen ohne NGA nutzbar sein muss. Derzeit ist die Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW-Förderung) in etlichen Ländern

der Länder vom 17./18.06.2010.

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NGA | 5 stakeholder stakeholder regional nur begrenzt einsetzbar. Im Grunde ist entweder ein neues Bundesförderprogramm erforderlich oder ein „Sonderprogramm Breitband“ im Rahmen der GRW mit Nutzbarkeit in allen Regionen ohne NGA. Weiterhin sollte der Bund prüfen, in wie weit Bundesbürgschaften und Darlehen über die Kreditanstalt für Wiederaufbau begeben werden können. Parallel sieht Hessen die Förderung innovativer Produkte und Anwendungsprojekte (E-Energy, E-Health, Cloud Computing usw.) durch den Bund. Im Übrigen sollten aus hessischer Sicht die Versteigerungserlöse „Digitale Dividende“ für die Förderung des Hochgeschwindigkeitsausbaus genutzt werden.

5.2 Kommunen in Hessen

und gezielten Umsetzung. Die hessische NGA-Strategie sieht die Rolle der Landkreise im Bereich NGAAusbau insbesondere als Koordinationsfunktion für regionale Breitbandpartner, im Leerrohrmanagement und der Lehrrohrplanung, in der Bereitstellung von rechtlichem und fachlichen Beratungs-Know-how sowie in der Informationsweitergabe an kreisangehörige Städte und Gemeinden. Dabei sollten die Landkreise eine möglichst enge Zusammenarbeit mit den jeweils zentralen Stakeholdern (EVUs, Netzbetreiber, Infrastrukturträger) anstreben und den Aufbau von Organisationen (z. B. Gesellschaften) zur Umsetzung von NGA-Netzen im Kreisgebiet verwirklichen.

5.3 (Kommunale) Versorgungsunternehmen

Kommunen (Landkreise, kreisfreie Städte, Städte, Gemeinden) sind beim Besonders Versorgungsunternehmen Breitbandausbau – insbesondere in der aus dem kommunalen Bereich sind Fläche – neben den Netzbetreibern abAkteure, die wegen ihrer bereits vorsehbar wichtige Treiber. Konkret sieht handenen Infrastruktur bzw. des Ausdiese Strategie die Entwicklung von baus neuer Infrastruktur im Rahmen Netzkonzepten und die Koordination ihrer angestammten Versorgungstäund Umsetzung bei den kreisangehötigkeiten a priori komparative Kostenrigen Städten und Gemeinden vor. Der vorteile für den NGA-Aufbau haben. in allen hessischen Diese StakeholLandkreisen vordergruppe ist dahandene Kreisko- Die Landkreise entwickeln mit prädestiniert, ordinator koordizumindest den niert und begleitet mit ihren Städten und Ge- Aufbau passiver den BreitbandaufNGA-Infrastruktur bau für den jeweimeinden konkrete Netz- vorantreiben zu ligen Landkreis. können. Städte und Ge- konzepte für ihre Region. meinden als lokaDie zentrale Herle und regionale ausforderung für Akteure haben eine besondere Funkdie Versorgungsunternehmen ist dation mit Blick auf den Leerrohrausbau bei, ein belastbares Geschäftsmodell sowie auf das Management von Leerfür Aktivitäten im NGA-Bereich zu rohren und anderer Infrastruktur. etablieren. Chancen ergeben sich hier bei der „optimalen” Positionierung Sie engagieren sich im Bereich der auf der Wertschöpfungskette (passive Bedarfsermittlung und unterstützen Infrastruktur, Netzbetrieb, Bereitsteldie jeweiligen Netzbetreiber, für die lung von Endkundendiensten). verlegte Infrastruktur auch eine entsprechende Nachfrage zu generieren Die hessische NGA-Strategie ist sich (z. B. durch Informations- und Kombewusst, dass es hier keinen genemunikationsmaßnahmen). Überdies rellen Ansatz gibt. Vielmehr sind die führt eine forcierte interkommunale jeweils vorliegenden topografischen, Zusammenarbeit zu einer effektiven demografischen, ökonomischen und

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technischen Bedingungen entscheidend für die Validität und Robustheit eines konkreten Geschäftsmodells des entsprechenden Businessplans. Die hessische NGA-Strategie sieht es in jedem Fall als zielführend an, dass Versorgungsunternehmen unabhängig vom Grad ihrer konkreten NGA-Aktivitäten in die Umsetzung der Strategie eingebunden sind.

So sieht das Land es als geboten an, in Konzessionsverträgen mit Kommunen die Pflicht zur Datenbereitstellung im Hessischen Breitbandinformationssystem hesbis zu verankern und die Mitverlegung sowie die Infrastrukturbereitstellung zu prüfen.

NGA - Strategie Hessen


NGA i 5 STAKEHOLDER stakeholder

5.4 Kommunale Spitzenverbände Vor dem Hintergrund der Bedeutung der Kommunen für den Breitbandausbau in Hessen sieht die NGA-Strategie auch eine besondere Rolle bei den kommunalen Spitzenverbänden in Hessen, d. h. für den Hessischen Städte- und Gemeindebund, den Hessischen Landkreistag sowie den Hessischen Städtetag. Diese Institutionen können auf übergeordneter Ebene vielfältige Unterstützung leisten und Multiplikatorwirkungen entfalten, indem sie die Entwicklung in den Landkreisen forcieren, die interkommunale Zusammenarbeit unterstützen und als Berater mit Blick auf Rechtsfragen, Geschäftsmodelle, Finanzierung und Ausschreibungsmodalitäten fungieren.

5.5 Kammern Industrie- und Handelskammern, die berufsständischen Vereinigungen der Freien Berufe und die Handwerkskammern vereinen mit ihren Mitgliedern wesentliche Nachfrager und Nutzer der (künftigen) Breitbandinfrastruktur in Hessen. Ziel der hessischen NGAStrategie ist, das Einsatzspektrum der künftigen Anwendungen und die geografische und zeitliche Intensität des Ausbaus von NGA-Infrastruktur in Hessen möglichst dauerhaft in Einklang zu bringen. Hier sollen die Weichen dafür gestellt werden, dass die hessischen Unternehmen nachhaltig vom

zukünftigen Fortschritt im Bereich der breitbandigen Anwendungen profitieren können.

stützung leisten. Andererseits sieht die hessische NGA-Strategie für die Kammern eine besondere Aufgabe darin, ihren Mitgliedsbetrieben die Nutzung von breitbandigen Anwendungen näherzubringen.

die Möglichkeit der aktiven Teilnahme bei der Umsetzung der NGA-Strategie.

5.7 Weitere Marktteilnehmer

Neben weiteren Marktteilnehmern, die über eigene Unternehmensnetze verfügen, ist aus hessischer Sicht die Deutsche Bahn ein relevanter BeteiDie hessische NGA-Strategie setzt bei ligter. Im Weiteren sind Banken für der Versorgung auf die Marktteilnehdie Finanzierung von NGA-Ausbauvormer. Wesentliches Merkmal ist der haben wichtige Partner. Sie können konkrete Ausbau beim Abbau bein einem Gebiet in stehender Hürden Zusammenarbeit Die Entwicklung von im Hinblick auf die der TK- oder KaFinanzierung kombel-Netzbetreiber Hochleistungsnetzten munaler Ausbaumit anderen Stavorhaben mitwirkeholdern. In diesoll grundsätzlich ken. Die hessische sem ZusammenBreitbandstrategie hang erleichtern marktgetrieben sieht es als eine in ländlichen Räuwichtige Aufgaaufgebaut werden. men lange Amorbe an, auch diese tisationszeiträume Marktteilnehmer und geringe (oder keine) Infrastrukzu aktivieren, um ihre Potenziale für tur-Konkurrenzen (durch den Aufbau die Umsetzung der NGA-Strategie mehrerer Netze) den wirtschaftlichen nutzbar zu machen. Aufbau und Betrieb derartiger Netze.

5.6 TK- und KabelNetzbetreiber

Zudem gibt es in den Aktionsfeldern – Partnerschaft in Leuchtturm projekten, – Lieferung von Infrastrukturdaten für eine ökonomische Planung der Breitbandinfrastruktur

– und bei der Standardisierung von Netzübergängen für TK- und Ka bel-Netzbetreiber

Die Kammern können so einerseits bei der Identifizierung des künftigen Bedarfs ihrer Mitgliedsbetriebe Unter-

NGA - Strategie Hessen

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Nächste Schritte

NGA | 6 Nächste Schritte

nächste schritte des Landes Die Umsetzungsphase beinhaltet drei Schwerpunktaktivitäten: Die Entwicklung eines Meilensteinplans bis zum Zielpunkt 2014 als Rahmen für das Projektvorgehen. Dieser Plan beschreibt die Zwischenschritte bis 2014 in zeitlicher und inhaltlicher Sicht. Er dient als zentraler Maßstab für das Projektcontrolling. In der Detailmaßnahmenplanung wird für die einzelnen Maßnahmen der NGA-Strategie jeweils eine Detailplanung erstellt. Dabei erfolgt zum einen die Konkretisierung der Anfor-

Aufbau und Umsetzung eines Fortschritts-Monitorings 1.

Hessenspezifische Auswertung der Verfügbarkeit von Hochgeschwindigkeits- Internetanschlüssen.

2.

Periodische Repräsentativbefragung privater und geschäftlicher Nachfrager in Hessen mit Blick auf den Einsatz von Hochgeschwindigkeits-Internetanschlüssen und Charakteristika der Nutzung spezifischer Internetanwendungen.

3.

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Statistiken über die Inanspruchnahme der vom Land durchgeführten Maßnahmen durch die adressierten Zielgruppen

derungen an die Maßnahmeninhalte, der erwarteten Ergebnisse und der zeitlichen Erfordernisse. Zum anderen werden dabei Beteiligte identifiziert und Verantwortlichkeiten fixiert. Um eine nahtlose Fortführung der Zusammenarbeit zwischen dem Land Hessen und den unterschiedlichen Stakeholdergruppen sicher zu stellen, werden zur Einbeziehung der Stakeholder Informationsveranstaltungen und Workshops durchgeführt. Es sollen dadurch die wesentlichen Inhalte der verabschiedeten NGA-Strategie in der Öffentlichkeit kommuniziert wer-

Periodische Veröffentlichung der Monitoring-Ergebnisse 1.

Im jährlichen Rhythmus erscheint der „Breitbandbericht Hessen“ mit Informationen für Land, Marktteilnehmer und Öffentlichkeit

2.

Es wird ein Bericht an das Parlament und Kabinett verfasst. Neben den Erkenntnissen aus dem Monitoring werden darin die weltweite Entwicklung bei Diensten und Anwendungen sowie deren Chancen und Risiken für Hessen vor dem Hintergrund der Entwicklung der NGAInfrastruktur in vertiefender Weise thematisiert.

den und gemeinsam umsetzungsrelevante Aspekte ausgearbeitet werden. In Ergänzung zur inhaltlichen und zeitlichen Umsetzungsplanung wird ein systematisches und kontinuierliches Strategiecontrolling eingerichtet. Dadurch soll die Nachhaltigkeit der hessischen NGA-Strategie gesichert werden. Das Controlling besteht aus drei Kernelementen:

Regelmäßige Überprüfung der hessischen NGA - Strategie 1.

Mit den verschiedenen Stakeholdern werden Veranstaltungen durchgeführt, bei denen der Erfahrungsaustausch und die Ableitung von Verbesserungspotenzialen auf Ebene der NGA-Strategie im Vordergrund stehen.

2.

Im Rahmen von Expertenworkshops werden neue Herausforderungen für das Land Hessen (z. B. Wechselwirkung der Verfügbarkeit von NGAInfrastrukturen und internationaler Wettbewerbsfähigkeit bzw. Standortqualität) und mögliche Implikationen für die hessische NGA-Strategie identifiziert und diskutiert.

NGA - Strategie Hessen


NGA - Strategie Hessen

Nächste Schritte

NGA i 6 nächste schritte

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NGA | QUELLEN

QUELLEN

Abbildungsverzeichnis Abbildung 1

Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Stakeholder, 2011

Seite 9

Abbildung 2

Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Projektorganisation in Hessen, 2011

Seite 12

Abbildung 3

WIK-Consult GmbH, Generisches Wertschöpfungsmodell, 2011

Seite 13

Abbildung 4

Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Gegenwärtiger Breitbandbedarf, 2010

Seite 14

Abbildung 5

Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Zukünftiger Breitbandbedarf, 2010

Seite 15

Abbildung 6

Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Faktoren bei der Standortwahl von Unternehmen, 2010

Seite 15

Abbildung 7

Gartner, Analasys of the future demand for broadband – Studie für das High Speed Committee Dänemark, geschätzter BB-Bedarf bis 2020, 2009

Seite 16

Abbildung 8

Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Integration der Kommunen im Rahmen der Umsetzung, 2010

Seite 20

Abbildung 9

Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Integration der Marktteilnehmer im Rahmen der Umsetzung, 2011

Seite 21

Abbildung A1

Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Darestellung der Breitbandverfügbarkeit mit ≥ 50 Mbit/s (alle Technologien) Datengrundlage Breitbandatlas 2010

Seite 34

Abbildung A2

hifreak computer & netzwerke - Stefan Koch, Rentabilitätsbetrachtung beim Ausbau von FTTH (FTTH- Fibre To The Home), 2011

Seite 35

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NGA - Strategie Hessen


NGA i QUELLEN

QUELLEN

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Seite 4

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Seite 24

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NGA | Glossar

Glossar Aktive optische Infrastruktur, aktive optische Netze Im Gegensatz zu PON-Netzen sind in aktiven optischen Glasfasernetzen noch elektronische Elemente installiert. Dieses können z. B. Router oder (Ethernet-) Switches sein. Cloud Computing Die Bezeichnung steht für eine IT-Strategie mit verteilten Hard- und Software-Ressourcen, die von einem oder mehreren Providern bereitgestellt und auf Anforderung genutzt werden können. Cloud Computing stellt sich somit als ein weiterführendes Konzept von Software as a Service (SaaS), UtilityComputing, Grid Computing und Virtualisierung dar. Deutsch etwa: „Rechnen in der Wolke“ – Cloud Computing ist primär der Ansatz, abstrahierte ITInfrastrukturen (z. B. Rechenkapazität, Datenspeicher-, fertige Software- und Programmierumgebungen als Service) dynamisch an den Bedarf angepasst über ein Netzwerk zur Verfügung zu stellen. Dark Fiber Bezeichnet das Leitermedium Glasfaser als solches, d.h. „unbelichtet“ (eben „dunkel“). Belichtung einer Glasfaser (die von A nach B führt) bedeutet, optische, im Wesentlichen Laser-basierte, Übertragungseinrichtungen in den Lokationen A und B bzw. auf dem Weg von A nach B zu installieren und zu betreiben. 3D grafik rendering systems IT-Anwendungen, mit deren Hilfe digitale Daten in dreidimensionale Computergrafiken/Bewegtbilder umgewandelt werden können. DSL (Digital Subscriber Line): Der digitale Teilnehmeranschluss bezeichnet eine Reihe von Übertragungsstandards der Bitübertragungsschicht, bei der Daten mit hohen Übertragungsraten über einfache Kupferleitungen wie die Teilnehmeranschlussleitung gesendet und empfangen werden können. E-Energy Ist der Oberbegriff für Infrastrukturen

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und Dienstleistungen im Bereich der Elektrizitätsversorgung, die auf der Nutzung von Kommunikations- und Informationstechnologie basieren. Die Prinzipien und Grundlagen der traditionellen Energieversorgung von der Energieproduktion über Höchstspannungs-, Hochspannungs- und Verteilnetze hin zum Endverbraucher werden zunehmend obsolet. Gründe sind dezentrale Energieeinspeisung z. B. über Photovoltaik oder Windenergie, künftige Anwendungen im Bereich der Elektromobilität oder das Ziel der möglichst effizienten Energienutzung (und Energieeinsparung). Diese Entwicklungen erfordern absehbar völlig neue Regel- und Steuerungsprinzipien bzw. –kreisläufe im Netz unter Einbeziehung der Einrichtungen beim Endkunden („smart grids“, „smart metering“). E-Health Ist der Oberbegriff für Dienstleistungen im Gesundheitswesen, die auf der Nutzung von Kommunikations- und Informationstechnologie z. B. für klinische und administrative Zwecke sowie für Zwecke der Aus- und Weiterbildung basieren. Die Nutzung kann dabei „lokal“ oder „auf Distanz“ sein. Beispiele sind Anwendungen in der medizinischen Diagnostik und Behandlung, die elektronische Speicherung von Patientendaten/elektronische Gesundheitskarte oder „(Fern-)Überwachung“ der Vitalfunktionen von Kranken bzw. Pflegebedürftigen. Glasfasernetz, FTTB, FTTH Das physikalische Leitermedium im traditionellen Telefon- bzw. Kabelfernsehnetz ist Kupfer. Die Übertragung von Signalen erfolgt dabei auf Basis der Prinzipien der Elektrophysik. Bei einem Glasfasernetz ist das Leitermedium die Glasfaser und die Übertragung von Signalen erfolgt auf Basis der Prinzipien der Optik. FTTB (Fiber To The Building) bzw. FTTH (Fibre To The Home) steht für Glasfasernetze, die den Anschluss von Endkunden herstellen. FTTB und FTTH unterscheiden sich im Wesentlichen bei Mehrfamilienhäusern. Bei FTTB ist die Glasfaser bis an/in das Gebäude verlegt (z. B. in

den Keller, das Treppenhaus), jedoch nicht bis in die einzelne Wohnung. Bei FTTH führt die Glasfaser hingegen bis in die einzelne Wohnung. Geodateninfrastruktur Geodaten dienen zur digitalen Beschreibung geografischer Punkte. Die Daten werden in Geoinformationssystemen elektronisch gespeichert. Die Nutzung dieser Daten ist für unterschiedliche Anwendungszwecke möglich, z. B. Kartendarstellungen, Routenplanungen. Grid Computing Der Begriff ist ein Aspekt, wie die Cloud (engl. Wolke, siehe Cloud Computing) mit ihren verteilten Servern zu managen ist. Als weitere strukturelle Ansätze gibt es Infrastructure as a Service (IaaS) und Platform as a Service (PaaS). Es ist daher eine Form des verteilten Rechnens, bei der ein virtueller Supercomputer aus einer Wolke lose gekoppelter Computer erzeugt wird. Es wurde entwickelt, um rechenintensive wissenschaftliche – insbesondere mathematische – Probleme zu lösen. Heute wird Grid Computing in vielen Bereichen, zum Teil auch kommerziell, eingesetzt, so zum Beispiel in der Pharmaforschung und den Wirtschaftswissenschaften, beim elektronischen Handel und bei Webdiensten. Es wird auch zum Risikomanagement in der Baudynamik und beim Finanzmanagement genutzt. hesbis (Hessisches Breitband-Informationssystem): Das Hessische Breitband-Informationssystem ist ein Planungswerkzeug und Tool für das Leerrohrmanagement für Kommunen und Unternehmen sowie eine Informationssystem für Bürger. Es ist ereichbar unter: www.hesbis.de Intelligent Home Vernetzung bislang isolierter Endgeräte und Dienste aus den Sektoren Informationstechnik, Telekommunikation, Rundfunk/TV/Unterhaltungselektronik und Hausgeräte/-technik. Intelligent Home vereinfacht zum einen die Bedienung unterschied-

NGA - Strategie Hessen


NGA i Glossar

Glossar

licher technischer Geräte durch die Vereinheitlichung und Integration der Benutzerschnittstellen Darüber hinaus tragen Intelligent Home-Lösungen zu einem Zuwachs an inhaltlicher Quantität bei und vergrößern das Einsatzspektrum technischer Geräte durch neue, auf der Vernetzung basierende Funktionen und durch die ubiquitäre Verfügbarkeit von Daten bzw. Informationen. IPTV Oberbegriff für Fernsehformate, die nicht auf Basis von traditionellen terrestrischen Rundfunksignalen, Satellitensignalen, oder Kabelfernsehen bereitgestellt werden, sondern auf Basis von Internet-Protokollen über eine paket-vermittelnde Netzinfrastruktur. Die IPTV-Fernsehformate umfassen dabei (1) die jeweiligen Live-Programme der Fernsehsender (mit oder ohne zusätzliche Interaktivitätsmerkmale), (2) zeitversetzte Programme (Beispiel: der Nutzer schaut sich ein bereits gesendetes Programm noch einmal an) und (3) Video-on-Demand Angebote (der Kunde lädt sich einen Video-basierten „Inhalt“ aus einer Datenbank herunter). LTE Long Term Evolution gehört zur Familie der Mobilfunktechnologien der 4. Generation (4G Technologie). Das vor rd. 20 Jahren eingeführte GSM-Netz basiert auf einer “2G-Technologie“. Danach kamen die Weiterentwicklungen auf Basis UMTS und weiterer Standards („3G Technologien“). Die Migration der Netze von 2G zu 4G bedeutet im Besonderen eine (starke) Erweiterung der verfügbaren Bandbreite, die wiederum jenseits der klassischen Sprachkommunikation auch bandbreitenintensivere Daten- bzw. Videokommunikation (“Multimedia“) ermöglicht. Passive optische Infrastruktur, passives optisches Netz (PON) Ein PON ist eine Architektur für den Anschluss von Endkunden auf Basis von Glasfaserinfrastruktur. Die optische Kommunikation wird dabei ermöglicht durch ein „Optical Line

NGA - Strategie Hessen

Terminal (OLT)“, welches in einem netzseitigen Konzentrationspunkt des Netzbetreibers installiert ist, und „Optical Network Units (ONU)“ (nahe) beim Endkunden. Beim PON wird eine einzige Glasfaser vom OLT bis „sehr nahe“ an die jeweiligen Endkunden geführt und erst dann über einen optischen Splitter in einzelne Glasfasern zu den Endkunden hin aufgeteilt. Diese Glasfaserarchitektur ist vollständig „passiv“, d.h. sie enthält keine aktiven elektronischen Elemente und sie erfordert keine elektrische Energieversorgung. Research applications IT-Anwendungen für spezifische Erfordernisse universitärer und außeruniversitärer Forschungseinrichtungen. Service Provider Ein Unternehmen, welches Dienste für Endkunden bereitstellt, die über Kommunikationsnetze übertragen werden. Der Service Provider kann dabei über eigene Netzeinrichtungen verfügen, muss es aber nicht. Anders gesagt, der Service Provider ist nicht notwendig ein Netzbetreiber.

den (Download) von Inhalten aus dem Internet bei einem Vielfachen dessen, was an Datenmengen hochgeladen (Upload) werden kann. Gerade für Firmen, die große Datenmengen elektronisch versenden müssen, sind hier sogenannte symmetrische Anschlüsse das Mittel der Wahl, da die Up- und Downloadgeschwindigkeit identisch sind, also symmetrisch. Die Kosten für einen solchen symmetrischen Anschluss liegen meist jedoch deutlich über denen eines asymmetrischen Anschlusses und dieser ist auf Grund der hohen Anforderungen an die Infrastruktur des Telekommunikations-Anbieters nicht überall verfügbar. Teleoperation Bezeichnet eine mögliche Anwendung im Bereich von e-health: Hierbei wird eine Operation an einem Kranken nicht nur durch physisch in einem gegebenen Operationsaal anwesendes Personal durchgeführt, sondern es sind Fachleute beteiligt, die sich während der Operationseingriffe an einem anderen (u. U. sehr weit entfernten) Ort befinden.

Shared use „Shared use“ bezeichnet in Kommunikationsnetzen die Eigenschaft, dass Nutzer sich eine gegebene Kapazität teilen. Dies wird virulent z. B. in Mobilfunknetzen. 2G, 3G und 4G Mobilfunktechnologien sind „zellulare“ Technologien. Eine Zelle ist dabei ein bestimmtes geografisches Gebiet welches von einer gegebenen Basisstation bedient wird. In der Zelle wird die verfügbare Bandbreite (kontrolliert) auf die jeweils aktiven Nutzer in der Zelle aufgeteilt. Je mehr aktive Nutzer es in der Zelle gibt, umso weniger Bandbreite ist für den einzelnen Nutzer verfügbar. Symmetrischer bzw. asymmetrische Internetzugang Einsatz gleicher bzw. unterschiedlicher Bandbreiten für Internet-Download und -Upload. Typischerweise werden asymmetrische Anschlüsse für Privathaushalte angeboten. Hierbei liegt die Geschwindigkeit für das Herunterla-

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NGA | Anhang

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NOTIZEN 36

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Ansprechpartner HA Hessen Agentur GmbH Abraham-Lincoln-StraĂ&#x;e 38-42 65189 Wiesbaden Geschäftsstelle Breitband Wolfram Koch Tel +49 (611) 774-8472 E-Mail wolfram.koch@hessen-agentur.de

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