MIS MAGAZIN 02/21

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SPITZENKOCH

MARCUS G. LINDNER

REBELL

DER NACHHALTIGKEIT

IMPRESSUM

Herausgeber

Werd & Weber Verlag AG

Annette Weber-Hadorn

Gwattstrasse 144, 3645 Thun / Gwatt Telefon 033 336 55 55 redaktion@mis-magazin.ch mis-magazin.ch

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Werbung und Beratung

Fabienne Righetti, Telefon 033 336 55 55 inserate@mis-magazin.ch

Die Mediadaten sind zu finden auf mis-magazin.ch.

Auflage (Nr. 2, Sommer 2021) 50 000 Expl.

Erscheinungsweise

4 × jährlich. Die nächste Ausgabe erscheint am 29. September 2021.

Foto

Fotografinnen und Fotografen gemäss Quellenangabe oder stock.adobe.com

Druck

AVD GOLDACH AG, avd.ch

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Medienpartner von

Cover

Liebe Leserin, lieber Leser

Im Gespräch mit verschiedensten Menschen – von der Meeresbiologin bis zum Modeschöpfer – habe ich versucht, «Nachhaltigkeit» zu definieren. Sie ahnen es bereits: Sie ist vielfältig wie die Arten in einer Biodiversitätsoase. Und dass «nachhaltig» heutzutage jedem beliebigen Substantiv selbstverständlich vorangestellt wird wie das Amuse-Bouche der Vorspeise, macht die Sache natürlich nicht gerade übersichtlicher.

Deren Fassbarkeit dient, diese auf konkrete Konzepte herunterzubrechen wie jene von klugen Köpfen, die nicht nur hinterfragen, sondern handeln: Korallenriffbausteine aus dem 3D-Drucker (S. 52), Upcycling-Couture aus Altkleidern (S. 32) oder Fairtrade-Schmuck jenseits von Gendernormen (S. 24).

Für mich definiere ich Nachhaltigkeit auch als «Langliebigkeit»: Je mehr ich mich bewusst für etwas entscheide, desto mehr liebe ich es und desto länger lebt es. Und umgekehrt. Was uns mehr vergiftet als voranbringt ist, die eine Lebensphilosophie gegen die andere auszuspielen, kleine Fortschritte kleinzumachen, und mit dem Finger aufeinander zu zeigen man benutze die Finger lieber, um das vorliegende Magazin durchzublättern und sich von all den freudvollen Möglichkeiten anregen zu lassen. Denn auch die Sommerausgabe ist für «Langliebigkeit» gemacht: mit unverderblichen und immergrünen Inspirationen.

Herzlich, Daniela Dambach Chefredaktorin daniela.dambach@mis-magazin.ch

Produktion: Anja Zurbrügg, MIS MAGAZIN Foto: Anja Zurbrügg | Model: Spitzenkoch Marcus G. Lindner | Location: Hotel Bergwelt, Grindelwald

mis-magazin.ch f acebook.com/mismagazin

NATURNAH

So kunstfertig und doch bodenständig kocht Marcus G. Lindner in der «Bergwelt». 19

Fairtrade-Schmuck, der mit Stereotypen bricht.

KUNST DES UPCYCLINGS

3

EDITORIAL

Nicht jeder Kreis verläuft rund …

6 – 7 HINTER DEN KULISSEN

Das «vernebelte» Titelfotoschooting in der «Bergwelt Grindelwald».

8 – 14 NEWS & HIGHLIGHTS

Gerade gesichtet: Accessoires aus Apfelleder und Bademode aus recycelten PET-Flaschen.

15 – 21 TITELSTORY

Marcus. G. Lindner erfüllt das neue Resort «Bergwelt» mit mediterran-rebellischen Düften.

22 – 23 MEN’S WORLD

L ieblingsstücke mit langer Lebensdauer.

24 – 39 3 9 MODE & ACCESSOIRES

Lokales Design, das achtsam gemacht und sorgfältig ausgesucht ist.

40 – 46 WOHNEN

Minimalistisches Familienleben im «Tiny House».

47 R ATGEBER

Beim Anlegen Werthaltungen ausdrücken.

48 – 51 REPORTAGE

Von Gastfreundschaft und Pioniergeist zum Erhalt der Umwelt.

52 – 55 ENGAGEMENT

Wie ein Zürcher Frauen-Start-up Riffe aufforsten will.

56 – 64 GENUSS & GASTRO

Taste statt Waste –Ideen für bewussteren Genuss.

65 – 69

TOOLS & TECHNIK

Das macht Autos und deren Produktion nachhaltiger.

Foto: Sabine
Anja
Foto: Flavio Leone

Ozeane retten mithilfe von Strukturen aus dem 3D-Drucker.

70 – 79 AUSFLUSGSTIPPS

Erholungsorte, welche die Energie erneuern!

80 – 81 E VENTS & TERMINE Her mit dem guten Sommerleben!

82 WETTBEWERBE Preise für Designverliebte und Geniesser.

PIONIERGEIST KULINARISCHER

Foto: Anja
Zurbrügg

Nebel mitten im Sommer? Blitzlichtgewitter? Sie steckt voller Überraschungen, die Grindelwaldner «Bergwelt», in der das Titelfotoshooting noch vor der offiziellen Eröffnung stattfand.

Doppelt geschossen hält besser: Das Fototeam fängt das Fingerspitzengefühl von Marcus. G. Lindner ein, der auf eine lange gastronomische L aufbahn zurückblickt.

Die Luft knisterte, wie immer, wenn der Beginn von etwas Entdeckungswürdigem kurz bevorsteht: Am 11. Juni öffnete das neue, luxuriöse Designhotel «Bergwelt Grindelwald» seine Pforten. In dieses Knistern mischte sich feiner Nebel, der auf mystische Weise scheinbar zwischen den Marmorstein-Platten emporstieg, um sich sogleich wieder zu lichten… – und die Fotolinse auf Marcus. G. Lindner freizugeben. Der Spitzenkoch schenkte Fotografin Anja Zurbrügg seinen fokussiertesten Blick, vergleichbar mit jenem, den er auf seine urban-alpinen Gerichte richtet. Wohin das Fototeam die Kamera auch lenkte, das Resort hält Lounge-Ecke für Lounge-Ecke und Suite für Suite, was es verheisst: es weckt die Neugierde und hält die Sinne mit Entdeckungen wach.

Schönes muss man hier nicht lange suchen: Die Speisen sind kunstfertig und bodenständig zugleich dank vertrauten Zutaten und virtuosem Händchen.

Feuer und… Eis! Das «Fire and Ice»-Spa bietet auf 800 m2 heisskalte Erholung.

Marmorstein und Eisen bricht, nur diese Fotoset-Liebe nicht!

Die Fotografen Tanja Zurbrügg und Simon Kurt inszenieren

Marcus G. Lindner im Eingangsbereich des Luxushotels.

Wände für Wow-Momente: Sogar die stilvollen Gänge des Hotels mit 90 Zimmer und Suiten taugen als Fotokulisse.

Sechs-Augen-Prinzip: Zeitschriftenverlagsleiter Dyami Häfliger und das Foto-Team beraten in der Showküche, wie der Titelmann unter den DesignLampen am besten zur Geltung kommt.

NATURKOSMETIK:

MIT DER KRAFT

EINES GANZEN

GARTENS

Was heute Trend ist, ist für «Dr. Hauschka» seit 1967 Alltag: Die vitale Kraft der Natur nutzen für eine gute Selbstfürsorge – vom Reinigen, Stärken und Pflegen bis hin zum Schmücken. Im Heilpflanzengarten am Fusse der Schwäbi schen Alb und auf Feldern von Partnern in aller Welt gedeihen die Kräuter und Blüten, aus de nen «Dr. Hauschka» mit viel Handarbeit die kostbaren Rohstoffe für die Pflegelinien ge winnt. Dabei orientiert sich «Dr. Hauschka» am Rhythmus der Natur und verzichtet auf synthe tische Beigaben wie Duft- oder Konservierungs stoffe. Wie kraftvoll diese Impulse aus wertvol len Pflanzenauszügen sind, zeigt die intensive Kur, welche die tägliche Basispflege ergänzt. Knackt man abends vor dem Zubettgehen die Ampullen auf, ist es, als würde man das Tör chen zu einem Garten in voller Blüte auftun: Auszüge aus Zaubernuss sowie Madonnenlilie und Silber fördern die hauteigenen Regenerati onsprozesse und helfen der Haut zurück in ihr natürliches Gleichgewicht zu finden. Dank den 28 Extraportionen Energie ist es leicht, einen strahlenden Sommerteint zu bekommen – fast so leicht wie Blümchengiessen. dr.hauschka.ch

ÜBER STOCK UND BERNER PFLASTERSTEIN

«Löibele» oder mit dem Fahrrad über Pflasterstein rattern, hie und da Stopps einlegen: Die neue «Bärn»-Kollektion von «L&E» ist für die Lebensweise der Hauptstädter erdacht. Aus einem nachhaltigen, wasserbasierten Mikrof aser-Kunstleder fertigen die Ateliermitarbeitenden in Skopje die Unisex-Modelle liebevoll von Hand, nummerieren und signieren sie. lnelondon.com

DA, RUM!

Rebellen müssen nicht immer auf alles antworten – schon gar nicht auf die Frage, warum sie mal nicht mit Hochprozentigem prosten. Das Zürcher Start-up «Rebels 0.0%»

DIE LACKIERTE?

Das ist hier sicher nicht die Natur! Denn «Kure Bazaar» steht als Nagellack einer neuen Generation für 90% vegane Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs wie Zellstoff, Getreide, Baumwolle, Kartoffeln und Mais. Hier stimmt nicht nur die Haltung, sondern auch die splitterfreie Haltbarkeit der strahlenden Farbnuancen. pflegbar.ch

GENAU MEIN (AB-)FALL!

Die Bieler Designerin Veronica Antonucci erliest Acrylglas-Reste in ihrer nächsten Umgebung, um daraus mittels Laserschnitt Unikate zu fertigen wie den Ohrs chmuck «Yule» in Zitronengras- und Piniengrün. vanto.ch

C(O)OLLAGE

In der Nähstube von Rahel Barendregt entstehen aus Stoffresten bunte Pullover, um die sich RetroFans fetzen – schliesslich ist jeder ein Unikat! Bazaar58, Gerechtigkeitsgasse 58, Bern. bazaar58.com

Fr. 549.–
Fr. 119.–
Fr. 34.90
Fr. 21.50
Fr. 218.–

GIBTS DOCH GARLIC!

Von wegen von der Hand in den Mund – vom Mund zum Ohr! Denn lauchstiellange hat Designerin Sophie Mercedes Lardon die Methode ausgeknobelt, wie sie aus hauchdünnen Knoblauchscheiben oder Artischocken-blättern OhrschmuckUnikate kreiert. Reaktio - tio nen, welche die Baslerin von schmückfreudi-gen Geniessern erntet: Will ich (L)auch! studio.mercedes (Instagram)

SCHAFFT VERBINDUNG

Einerseits verbindet der Gürtel «Lia» den Kopf-Herz-Bereich mit den Füssen, andererseits Stilsicherheit mit Nachhaltigkeit.

Denn das cognacbraune Accessoire ist aus 100% pflanzlich gegerbtem Leder gefertigt von hiesigen Rothirschen, die zur Bestandsr egulation erlegt wurden. cervovolante.com

RUNDREISE UM das Handgelenk – dazu laden die Schwestern Natalie und Julie Samuel mit ihrer «Watch Bag» aus Ananasleder ein. Multifunktional tragbar, macht sie auch gerne einen Abstecher zum Gürtel oder einen Alleingang als Münz-Porte -monnaie. lessoeursboa.com

Liebe macht blind, heisst es. Doch bei einer zweiten Liebe, wie sie erlesene SecondhandStücke entfachen, verhält es sich gerade andersrum: Sie macht sehend, weil sie einen erkennen lässt, wie viele noch liebenswürdige Schätze der Altkleidertonne geweiht sind und wie nachhaltig es ist, deren Lebenszyklus zu verlängern. Kleidung neu zu produzieren, bedeutet schliesslich auch immer eine Belastung für die Umwelt. Lange bevor Beobachter dem Secondhand-Geschäft einen Zuwachs prognostizierten – auch bedingt durch die zunehmende Sensibilisierung der Gesellschaft auf «Slow Fashion» – erkannte Eva Moesch das Potenzial. Schon vor vierzehn Jahren eröffnete sie ihre Secondhand-Boutique «Courage», in der es wählerisch und nie wühlerisch hergeht: Die Bernerin mit Zugang zu exklusiven Kleiderschränken kuratiert ausschliesslich Klassiker und Kultstücke von Luxuslabels wie Hermès, Fendi, Prada, Burberry oder Louis Vuitton. Nicht selten betritt eine Schatzsucherin den Laden mit flachen Flip-Flops – und verlässt ihn mit hochhackigen «Louboutines», die nicht aussehen wie von «zweitem Fuss», sondern: so gut wie neu. Courage, Seftigenstrasse 34, Bern. courage-bern.ch

1 Boutique-Inhaberin Eva Moesch hat ein Händchen für vorgeliebte Highend-Mode.

Fr. 210.–
Fr. 115.–

DER APFEL

GEFÄLLT …

auch weit vom Stamm: Wie die Brüder Lucas und Claudius Knecht aus Überresten der Mostproduktion lederartige Modeaccessoires fer tigen.

TEXT DANIELA DAMBACH | FOTO ZVG

Woran man beim Biss in einen knackigen Apfel denkt? An den Doktor, der dank täglichem Genuss von Gravensteiner und Co. sprichwörtlich hinfällig sei, an Vitamine, an den Apfelüberrest, für den es in jedem Kaff einen eigenen Begriff gibt. An all das, aber bestimmt nicht an: Leder! Das ändert sich pfeilschnell mit den Accessoires von «Sohotree»: Sie bestehen aus Apfelleder, sogenanntes «ApplePeel», auf das die Gebrüder Knecht bei ihren Recherchen zu Lederalternativen stiessen.

Der Groschen fiel vor rund drei Jahren, als Lucas Knecht sich in Florenz in einem Fachgeschäft inmitten von Ledersachen wiederfand und ins Grübeln geriet: Das vermeintliche Naturprodukt ist mit Chemikalien behandelt, die Herkunft der Häute ist

Aus Äpfeln gemacht: Portemonnaie «Carola» aus wasser abweisendem, strapazierfähigem «Apple Peel», handgefertigt in einer Florentiner Manufaktur. (Fr. 145.–) sohotree.ch

intransparent und Leder hat wie Fleisch eine miserable Ökobilanz – gar nicht zu reden vom Leid der Tiere, die für ihre Haut ihr Leben lassen. Der innerliche Apell führte zum Apfel: Die Brüder machten eine Methode ausfindig, bei der sich getrocknete Stängel, Kerne und Schalen von Äpfeln aus dem italienischen Südtirol zu einem lederartigen Material verarbeiten lassen. Diese überschüssigen Nebenprodukte der Mostproduktion werden zu einem mehlfeinen Granulat zermahlen und mit biologischem Kunststoffersatz gemischt, sodass eine klebrige Masse entsteht, die auf eine recycelte Baumwollmatte aufgetragen und geprägt wird. «Der Vorteil ist, dass dieser pflanzliche Rohstoff in rauen Mengen verfügbar ist», erklärt Lucas Knecht. «Das ist ein Voraussetzung für das Erreichen des Ziels, dass veganes Leder keine Alternative mehr ist, sondern die Norm.» Vergangenes Jahr ging die erste Kollektion an Kleinaccessoires der findigen Jungunternehmer – sie führen auch eine Miet-Plattform für Luxusuhren und eine Web-Agentur – weg wie heiss frittierte, in Vanillesauce schwimmende Apfelringe an einem nasskalten Sonntag. Sich im Schatten eines Apfelbaums ausruhen wollen die Zürcher nicht: Sie pflegen ihr Sortiment an Portemonnaies, Necessaires und Handyhüllen weiter – und hegen Pläne für Rucksäcke und Turnschuhe aus dem ökologisch appetitlicheren Leder.

E-BIKEN: LEICHTEN PEDALES

PENDELN

Bezüglich Antworten auf aktuelle Mobilitätsfragen steht die Ampel dank dem estnischen E-Bike-Hersteller auf Dauergrün: «Ampler» bringt mit dem geplanten Showroom in Zürich E-Bikes auf Schweizer Strassen, die leicht sind, aber viel Leistung und Reichweite bieten. Wer sich mit eigenen Augen und Füssen überzeugen will von den city tauglichen E-Bike-Modellen, denen man die Elektrifizierung dank athletischen Silhouetten kaum ansieht, tut dies am besten an einer der Roadshows, die in Bern, Basel, Luzern, Genf und Zürich stattfinden.

«Ampler Road Show», 17. Juli 2021, 10–18 Uhr, Kornhausplatz, 3011 Bern, amplerbikes.com

MIT ODER «ONI»?

Die Antwort lautet «Ginoni» – so heisst das neue Gin-Tonic-Mixgetränk von «Diwisa», die über 100-jährigen Destillerie aus Willisau. Die alkoholfeie Erfrischung gibt es in den Varianten «Classic» mit aus geprägter Wacholder-Note, «Lemon» und «Berry». drinkdirect.ch

FREUNDSCHAFTSBÄNDER

Ob am Handgelenk oder im Haar – die Haargummis mit leuchtpastellfarbenen Streifen, von Josephine Hosse in Zürich genäht, bändeln so mit dem Sommer an, dass die Freundschaft bleibt, wenn dieser längst vorüber ist .. phine.ch

EIN RUCK GEHT DURCH … die Reihen von Stilbewussten, die es sackunkompliziert mögen: Der lederne Verwandlungskünstler von «Bull & Hunt» lässt sich als Rucksack, Shopper oder CrossbodyTasche tragen. Neuenschwander, Industriestrasse 4, Oberdiessbach. neuenschwander.ch

Ein Alleskönner. Dr. Hauschka Seidenpuder

Vielseitig und natürlich: Das Seidenpuder aus echter pulverisierter Reinseide und Heilpflanzenauszügen wirkt ohne Talkum. Die milde Pflege schützt und mattiert, bewahrt die Füsse vor Druckstellen, lässt sich als Trockenshampoo verwenden oder als Körperdeo bei empfindlicher Haut.

Fr. 60.– (3er-Set)
Fr. 199.–
Foto: Sara Merz

PET-ÖREND PLANTSCHEN

Als eines schönen Sommertages am Fluss eine PET-Flasche an Peter Hornung vorbeitrieb, fand er nicht für sich, sondern auch für das Plastik eine neue Bestimmung: Er lanciert eine Bademode-Kollektion aus 12 000 recycelten Flaschen, die er und sein Team eigenhändig aus der Limmat fischten. Die CO2-neutrale Produktion beschränkt sich auf einen Radius von weniger als 140 Kilometer – und der Kreis schliesst sich, wenn die Upcycling-Kreationen auf sonngengeküsster Haut getragen zurück im Wasser sind … roundrivers.com

(T)WIN-WIN-SITUATION

Mit dem handgemachten Portemonnaie «The Twin Wallet» aus feinem Leder stimmt es einfach für alle; für Noten, Münzen, Karten, Quittungen – und natürlich jene Person, die es mit sich herumträgt. laufmeter.ch

ERSP(R)IESSLICH

Damit ist Bräteln auch optisch keine Berg- und Talfahrt: Mit dem Alpenpanorama-Grillspiess, aus Chromnickelstahl und Nussbaumholz in der Ostschweiz gefertigt, lassen sich auf einer Länge von 50 cm wahrlich Berge von Gemüse oder Fleisch aufspiessen. swiss-peaks.ch

RING(EL)REIHEN

Kaum trägt man den Ring

«Mod. 19», kreiert von Tessiner Designer Francesco Tadini, auf dem sich Kreis an Kreis aneinanderreiht, tanzt man händchenhaltend in den Hochsommer In Gelb- oder Weissgold und Silber erhältlich. tadini.ch

ZUFLUCHTSORT

Die Wohnbox aus nachhaltigen Materialien, die Jérôme Rütsche und Alain Brülisauer konzipiert haben, bietet vier Personen auf kleinstem Raum grösste Funktionalität und Nähe zur Natur. Ein Zeltvorbau vergrössert den Wohnraum auf das Feld, den Waldrand – oder wo auch immer der mobile Zufluchtsort gerade steht. Denn «mySaess» ist autark, wandert alle paar Monate weiter (ab Juli in Uettligen bei Bern) und verfolgt das Ziel der sanften Tourismusförderung. mysaess.ch

AUSFLIEGEN: MOBILER AUSLEIHEN:

TEILE TEILEN

was tönt wie ein Zungenbrecher, ist eine zeitgemässe Idee von jungen Bernerinnen und Bernern. Mit ihrem «offenen Kleiderschrank» bieten sie eine Alternative zum schnelllebigen, umweltbelastenden Kleiderkonsum: man leiht Sommerkleidchen und Shorts, statt sie zu kaufen. Abo lösen, abwechslungsreich anziehen und zurückbringen, wenn es sich «ausgeliebt» hat. Teil, Bubenbergplatz 10 (Galeriegeschoss), Bern.

teil.style

Fr. 125.–
Fr. 59.–

Schifferstäche 2021

Am Samschtig, 4. Septämber 2021,

i der Matte im Tych ds’Bärn

Anmeldung und weitere Infos via www.schifferstechen-bern.ch

© Alle Bilder Remo Klein

GEBORGENHEIT DÜFTE DER SAMMELN

Marcus G. Lindner erhebt den Knödel zur Kunst und seine Vorstellungskraft sitzt im Gaumen: Wie der Gourmetkoch das neue Designresort in Grindelwald mit Gerüchen erfüllt, die man eifrig sammeln möchte.

TEXT DANIELA DAMBACH | FOTO ANJA ZURBRÜGG

Irgendwo in Wien. Irgendwann vor fünfzig Jahren. Aus der Küche klappert es rhythmisch, sodass nur noch ein Refrain fehlte, um daraus ein Kinderlied abzuleiten. Kurz darauf stellt die topfbehandschuhte Mutter den Schmaus auf den Mittagstisch, an dessen Kante sich hungrige Mägen drücken. Die herzhaften Düfte von Schmorbraten und Käsespätzle entweichen schon während des Schöpfens von der Holzkelle und steigen dem Sohn in die gewunderige Nase; als würden sie ihm in den Kopf setzen wollen: «werde Koch». Die frühste kulinarische Erinnerung von Marcus G. Lindner – und nicht zuletzt der Auslöser, den Beruf des Kochs zu erlernen, – ist die traditionelle, österreichische Küche seiner Mutter – der frottierende Duft von Daheimsein. «Schon damals warnte man mich vor, der Kochberuf sei kein Zuckerschlecken, gerade deshalb erschien mir dieser umso reizvoller», erinnert sich der 59-Jährige, der seit die-

sem Sommer schmorend, grillierend oder dämpfend Düfte in die gebirgige Gegend entlässt: er ist der Küchenchef im neuen Designresort «Bergwelt», das eröffnete, als sich im Juni die weissen Pixel des Digitalk alenders zu einer «11» formierten. Es sollte nicht das letzte Mal bleiben, dass der Rebell aus ihm emporstach wie die Flamme am Gasbrenner bei noch so flüchtigem Kontakt mit dem lodernden Streichholz. Früher noch mehr als heute, da oftmals marketingkomponierte synthetische Duftflotten die Nasenflügel am olfaktorischen Höhenflug hindern, hatte jeder Ort seinen eigenen Geruch. Denn nimmt die Nase einen Duft auf, analysiert der Riechkolben im Gehirn diesen, um die Information sowohl in das Gedächtnis wie auch das Emotionszentrum weiterzuleiten. Diese verknüpfen sich miteinander, weshalb jeder Duft ein bestimmte Emotion auslöst: Geruch und Gefühl liegen nahe beieinander.

1 Bekannter Küchenchef: Seinen mediterranrebellischen Stil verfeinerte Marcus G. Lindner an namhaften gastronomischen Adressen wie dem «Mesa» in Zürich, dem «Hotel Victoria Jungfrau» in Interlaken oder dem «The Alpina» in Gstaad.

2 Kulinarischer Pioniergeist: Zwar ist der Holzkohlegrill für saftige Fleischspezialitäten ein glutvolles Herzstück im «Bergwelt»Restaurant, doch hat Marcus G. Lindner bereits vor über zehn Jahren Normen umgestossen, indem er Fisch und Fleisch zu Beilagen erklärte.

Manchmal, da tritt ein Geruch so unverhofft zu einem Raum herein wie ein alter Kumpan, bei dem man sich längst melden wollte, bis man seine Nummer im Gleichgang mit älter gewordenen Gedächtniszellen vergessen hatte. Mit einem flüchtigen Nu tänzeln dann die unscharfen Szenerien von damals vor dem geistigen Auge. Es ist ein Gefühl von Vertrautheit, selbst wenn das Vergangene weit zurückliegt, übertüncht von der Intensität des Hier und Jetzt. In etwa dieses Gefühl, einen Bekannten wiederzusehen inmitten des Unbekannten, überkommt einen, wenn man die designte, aber keineswegs durchgestylte «Bergwelt Grindelwald» betritt. Allein der Eingangsbereich ist eine Entdeckung für sich: Schieben sich die Glast üren auf, findet man sich in einem Atrium aus Backsteinen wieder, in dem einem ein saurolithartiger, tranchierter Grindelwaldner Marmorfindling zu Füssen liegt. Dem Unbekannten nicht genug, ziehen sogleich

«NACHHALTIGKEIT

DARF KEIN

AUFHÄNGER SEIN, SONDERN MUSS

SELBSTVER STÄNDLICH SEIN.»

Marcus G. Lindner, Gourmetkoch

geruchlose Nebenschwaden auf, sodass dessen Maserung mystisch verschwimmt. Man kann sich leicht vorstellen, dass inmitten des Schauspiels ein Hubschrauber auftaucht, von dem ein geheimer Agent in noch geheimerer Mission abspringt. Doch der Novembernebel zur Sommerzeit verzieht sich binnen Minuten und gibt die Sicht auf die Felsmassive frei. «Diese Höhe – das sind noch Berge!», kommentiert Marcus G. Lindner im Vorbeihuschen.

«Wir zelebrieren den kleine Luxus» Getreu dem gastronomischen Leitmotiv «Seeking the unknown», das durchaus als Titel für einen Agentenfilm taugt, erriecht und ertastet man es, Versteckwinkel für Versteckwinkel: das Unbekannte. Die Hotelerfinder Luzius Kuchen und Patrik Scherrer haben im Herzen des Gletscherdorfs ein Luxusresort zum Anfassen geschaffen. Einerseits in Bezug auf den Look; denn die haptisch begehrlichen Materialstrukturen kommen in Zeiten der Dauer-«Bescreenung» einem Manifest «Zurück zum Spüren» gleich. Den Spirit der Sehnsuchtswelten von Bergen und Entdeckern fühlt man mit jeder Berührung, welcher die Hände in-

tuitiv nachgehen, wenn sie sich im Gourmetrestaurant dem Samt der Sitzbank oder in der Sauna dem porenlosen Fichtenholz nähern. Der dort befindliche Ruheraum mit Glasfronten, die den Blick in das felsflankierte Draussen freigibt, nennt Luzius Kuchen als einen seiner Lieblingsorte in seinem Luxushotel.

Andererseits in Bezug auf das «Feel»; weil das Gefühl von Geborgenheit die Gäste durchdringen soll, als gehörten sie einem ungezwungenen Club an. Dafür steht auch die Zigarrenlounge «The other Club», benannt nach dem gleichnamigen Londoner Club, den Sir Winston Churchill nach der erfolgreichen Wetterhornbesteigung gründete. «Wir zelebrieren den kleinen Luxus: small is the new big», beschreibt Luzius Kuchen und meint damit: sich in der Suite gut aufgehoben zu fühlen, statt sich in der quadratmeterprotzigen Weitläufigkeit zu verlieren. Sich in privaten Saunaeinheiten von heuduftendem Dampf schläfrig kosen zu lassen, statt sich vor unerwünschten Blicken schützend das Frottiertuch noch fester um die Hüfte zu binden.

«Wir definieren Luxus auf der Höhe der Zeit: Weg von goldenen Wasserhähnen und

«DER WAHRE LUXUS VON HEUTE

IST NICHT PRUNK, SONDERN PRIVATSPHÄRE.»

Luzius Kuchen, Hotelentwickler

Kronleuchtern, hin zu Privatsphäre und Zeit für sich …», veranschaulicht Luzius Kuchen, der als einstiger Leiter der Hotelklassifikation jährlich an die zweihundert Gasthäuser von innen sah. Durch diese Erfahrungen kam er zum Schluss, dass Ratings oft allzu technisch und starr auf bestimmte Faktoren bezogen sind: «Die Formalitäten sind zu eng – erst dessen Seele macht ein Hotel aus». Um eigene und eigenwillige Visionen der Gastlichkeit nicht nur zu kreieren, sondern selbst zu verwirklichen und zu betreiben, machte er sich selbstständig. Schliesslich tat er sich als «Swiss Design Collection» mit Patrik Scherrer zusammen, dessen Lebenslauf verdeutlicht: Der «Ruf des Unbekannten» kommt n icht von Unbekannten. Patrik Scherrer war unter anderem siebenzehn Jahre in Führungsfunktionen im Berner «Kursaal» und «Hotel Allegro» tätig. Der Prozess, Papierflieger zum Pilgerort für weltoffen Entdecker zu entfalten, treibt die Unternehmer an. «Luxus bedeutet auch :», fügt Patrik Scherrer an, «sich frei bewegen zu können, sich nahe zu sein, was nach dem vergangenen Jahr keine Selbstverständlichkeit mehr ist.»

Gastronomische «Gesetze» brechen Nahbar ist die Kulinarik an diesem urbanalpinen Inspirationsort: Denn mit seinen 18 GaultMillau-Punkten und zwei Michelin-Sternen pflegt Marcus G. Lindner zwar eine gehobene, aber keine abgehobene Küche. «Damit die Gerichte zugänglich sind, stelle ich mich auf den Gast ein, den es in den Ferien auch mal nach einem saftigkrossen Backhendl oder einem Wiener Schnitzel gelüstet», beschreibt der gebürtige Vorarlberger. Speisen wie diese müsse er n icht neu erfinden, aber gut zubereiten: «Typisch traditionelle Gerichte repräsentieren Kultur und Heimat, wieso sollte man d iese verändern?» Ansonsten scheut Marcus G. Lindner Veränderungen keineswegs – oder man nenne es – absichtliches Ab -

1 | 2 Nahbar und naturnah: Marcus G. Lindner pflegt in der «Bergwelt Grindelwald» zwar eine gehobene, aber keine abgehobene Küche, die auf vertraute, natürliche Zutaten basiert.

3 Kunstfertig, aber bodenständig: Trotz seinen 18 GaultMillau-Punkten und zwei Michelin-Sternen empfindet er sich selbst mehr als Handwerker, denn als Künstler.

1 Weltgewandt mit Bergsicht: Die Hotelerfinder Luzius Kuchen und Patrik Scherrer haben im Dorfzentrum von Grindelwald einen Ort geschaffen, der urbane Entdecker inspirieren soll.

2 Feuerwerk der Sinneseindrücke: Das «Fire and Ice»-Spa bietet auf 800 m2 private Einheiten mit Dampfbad, Salzsteinwand, Saunas, Eisbrunnen sowie Innen- und Aussenpool.

3 Gefühl, als gehöre man einem ungezwungenen Club an: Für diesen Spirit steht auch die Zigarrenlounge des alpine Designhotels mit 90 Zimmern und Suiten.

bergwelt-grindelwald.com

weichen von den ungeschriebenen Gesetzen der Gastronomie. Als erster Spitzenkoch der Schweiz wagte er es, Fleisch und Fisch zu kombinieren, indem er beispielsweise einen Steinbutt auf eine geröstete K albshaxe bettete. «Das verstärkt wechselseitig den natürlichen Geschmack», erklärt Marcus G. Lindner, dessen Eigenwilligkeit sich schon während der Lehre in Vorarlberg abzeichnete. Für seinen väterlich strengen Lehrmeister galt er als Rebell: «Ich versuchte stets, nicht genau das zu tun, was er verlangte.»

Kunstvoll, obwohl Optik an dritter Stelle steht

Sein Lehrmeister war seiner Zeit voraus und nahm den wirbligen Jungspund mit an Ausstellungen, die ihm den künstlerischen Zugang zur Kulinarik eröffneten; doch verstehe er sich heute als Handwerker. Wer dies augenschmausend in Anbetracht seiner porzellangerahmter Gemälde nicht nachvollziehen kann, der schaue ihm in der Showküche zu, wie er mit konzentriert versteinerter Miene mit Trüffel und Reibe hantiert und glasierte Jungkarotten aufschichtet. Marcus G. Lindner kreiert seine Rezepturen aus vertrauten Zutaten mit gustatorischer Vorstellungskraft, indem er sich diese im Kopf ausmalt und förmlich im Gaumen schmeckt. Je länger, je mehr ist ihm die Serviertemperatur der Speisen sogar wichtiger als deren Optik und Geschmack: «Ein zu heisses oder zu laues Gericht macht sowohl den ästhetischen wie auch den geschmacklichen Eindruck zunichte.» Ein antauende Eiskugel? Ein lauwarmes Gulasch? Marcus G. Lindner verwirft die Hände vor dem Kopf. Er bringt jungen Teamkollegen bei, dass ein Teller, auf den sie mit der peinlich präzisen Pinzette Türmchen um Türmchen hinkünsteln, –in einer Dichte, die an die Bauweise von Hongkonger Stadtvierteln erinnert, – niemals in wohltuendem Wärmegrad beim Gast ankommen könne. Auch gibt er sein visionäres Verständnis von vegetarisch-veganer Küche weiter, mit dem er bereits vor mehr als einer Dekade Normen umstiess.

Pionier der vegetarisch-veganen Küche

Im Gstaader «The Alpina», – nur eine der namhaften gastronomischen Adressen, an denen er seine kulinarische Kunstfertigkeit verfeinerte, – stellte er die Vegetarier in den Vordergrund, indem er Fisch oder Fleisch zur Beilage erklärte. «Ersatz ist der falsche Ansatz; es reicht nicht, etwas Existierendes vegan zu machen, man muss etwas Veganes neu kreieren», so der Spitzenkoch, der selbst selten Fleisch isst und seine Energie

aus Hülsenfrüchten oder Rösti zum Frühstück zieht. «Die vegane Küche wird sich etablieren», ist er überzeugt. Für konsequent hielte er es, folglich Bereiche des Herdes oder des Kühlschranks explizit für die vegetarisch-veganen Speisen zu reservieren. «Wenn man dem veganen Gast, der dereinst nicht mehr wegzudenken ist, gerecht werden will, ist ein solcher Systemwechsel zwangsläufig», sagt einer, der wohl die Zukunft zu wittern vermag. Seine eigene Zukunft als Gastgeber beginnt gerade in der «Bergwelt», deren Eröffnung er gelassen entgegenblickte. Durch die Erfahrung habe er eine gewisse innere Ruhe erlangt, sodass sein Nervenkostüm nicht so schnell knittert. «Aber ganz tief in mir rebelliert es schon noch», lacht er, «sehr sogar». Noch durchströmt ein Neugeruch das Nobelresort, was sich bald ändern wird, wie Luzius Kuchen umschreibt: «Ich freue mich darauf, wenn das Hotel riecht wie ein Hotel: nach Holzkohlegrill, nach Kerzen, nach Zigarren und nach verschiedenen Kulturen.» Irgendwo. Irgendwann. Die Gerüche von Badewasser, Bergluft und Backhendl wecken Erinnerungen. Schliesslich hat man diese nicht nur im Gedächtnis abgespeichert, sondern auch im Emot ionszentrum. Und zwar in der Abteilung: sich geborgen fühlen.

«DIE VEGANE KÜCHE WIRD SICH ALS NEUE NORMALITÄT DURCHSETZEN.»

Marcus G. Lindner, Gourmetkoch

VON «VORTEAL»!

Vier naturliebende Freunde haben sich zusammengetan, um die Füsse, deren Abdrücke die Umwelt belasten, mit ebenso nachhaltigen wie funktionalen Socken zu bekleiden: Sie sind aus Garnen gewoben, die aus recyceltem OzeanPlastik gewonnen werden. teal-project.com

KEIN TICK ZU VIEL

Die mechanische Armbanduhr von «Junghans», nach dem Entwurf von Bauhaus-Pionier Max Bill, lenkt in ihrer schönen Schlichtheit den Blick auf das Wesentliche: Das puristische Ziffernblatt mit den eigens dafür entworfenen Ziffern unter gewölbtem Gehäuse. Konzept Uhrsachen, Kramgasse 21, Bern. uhrsachen.ch

AUF DER STELLE TRETEN?

Das tut bestimmt nicht, wer sich die veganen Unisex-Sneakers von «Beflamboyant» anzieht. Das junge Label setzt auf fortschrittliche Materialien und faire Produktion in Portugal. Pro verkauftes Turnschuh-Paar pflanzt ihre Partner-Organisation einen Baum in einem von Waldbränden gebeutelten Gebiet in Kalifornien. thelovelychickpea.ch

BIST DU GANZ DICHT?

Aber ja, denn der Schwimmsack (82 × 4 6 cm) von «Tarzan», dem heuer 20-jährigen Basler Streetfashion-Label, besteht voll und ganz aus 3,5 recycelten PET-Getränkeflaschen. Bleibt trocken, lebt lang und floatet fancy. tarzan.ch

ALLES ANDERE ALS SCHAL

Designerin Lipika Bajaj Kruger fliegt immer wieder aus, um handwerklich gefertigte Kreationen aus Indien nach Zürich zu holen – wie den Pashmina-Schal in Erdtönen (70 x 200 cm). Meister ihres Fachs haben das Modell «Sandur» in über 90 Stunden auf dem traditionellen Webstuhl handgewoben. bombaybirds.com

U ND DER «DEAD STOCK» LEBT! und planscht sogar! Für die limitierte Edition hat «Neumühle» bei grossen italienischen Marken angeklopft und deren Überschüsse (sog. «Dead Stocks») in der Schweiz zu Shorts recycelt. Das Label von Andreas Fehr konzipiert seine Kollektionen unter dem Kerngedanken der Zirkularität und offeriert bis fünf Jahre nach dem Kauf einen Flickservice. neumuhle.ch

ANGEFERTIGT MIT AAREBLICK

In ihrem Atelier, vor dem die Aare vorbeifliesst, näht Melanie Künzi auf Bestellung eigenhändig UnisexHoodies aus Baumwolljersey. In ihrem Label vereint die Thunerin ihre RapKultur-Liebe, das Hinterfragen von Dresscodes und ihre Passion für das handwerkliche Gestalten. mkay.ch

Fr. 39.–
Fr. 22.–
Fr. 119.–
Fr. 160.–
Fr. 385.–
Fr. 139.–
Fr. 2075.–

SA(C)KRAMENT NOCH MAL!

Natürlich ist ein Ausruf ungeduldiger Entrüstung verständlich hinsichtlich der finsteren Seiten von «Fast Fashion», doch die Highlights der diesjährigen Sommerkollektion von Adrian Reber setzen einen kreativen Kontrapunkt: Haute-Couture-Jacken aus antiken Mehlsäcken, die der Berner Designer in einem Brockenhaus aufstöberte. Deren Aufschriften wie «Rudolf Rohrbach am Gurten – 1868» verraten, dass die Stoffe rund 150 Jahre alt sind. Man pflegte sie liebevoll zu flicken, um deren Lebensdauer zu verlängern. Die Mühlen des Machers, der sich über viele Kollektionen hinweg mit der Wiederverwertung von Wertigem auseinandersetzt, mahlen «slow»: Allein der Zuschnitt dauert mehrere Stunden. Mit diesen urigen Unikaten siebt man den «Fünfer und das Weggli» aus –Upcycling und Individualität. adrianreber.com

Foto: Pascal Triponez
«LIEBE

SCHILLERT IN ALLEN FACETTEN: GESCHLECHT ODER SEXUELLE

ORIENTIERUNG SOLLTEN SCHLICHT NICHT DER REDE WERT SEIN.»

AUSTAUSCH VON

ENTHUSIASMUS

Einst in der Luxusmodewelt zuhause, kreiert Felix Doll heute minimalistischen Fairtrade-Schmuck, aus dem der Geist der sozialen Inklusion glänzt, jenseits von Gendernormen.

In einer Jacke, deren orange Farbe aus Leuchtmarkern herausgekleckert sein muss, und einem Shirt, dessen Print den Blick in die Oberkörpermitte lenkt, steht Felix Doll zwischen dem Naturgrau des Berner Sandsteins. Die schreiende Buntheit seiner Erscheinung steht im krassen Kontrast zu den unaufdringlichen Schmuck stücken, die er kreiert. Gerade hat er die Vitrinen im «Swiss Design Market» mit Ohrhängern, Armreifen und Ringen bestückt, die vorderhand w irken, als würden sie den Regeln der Geometrie folgen, um sie an spezifischen Stellen umso vehementer zu brechen. Kreisende Winkel, gezirkelte Ecken. Es ist sein erstes Interview innert sechs Jahren, also seit der Gründung seiner Schmuckmarke, für die er mit seinem Namen einsteht. An Anfragen mangelte es zwar nicht, doch gab man sich seitens der Publizierenden mit Antworten auf schriftlichem Weg zufrieden. «Doch eigentlich schade …», bemerkt einer, der vom zwischenmenschlichen Austausch zehrt: Vom Zuhören, welche Geschichte Paare verbindet, die sich von ihm Verlobungsringe aus Feingold anfertigen lassen. Vom Einfühlen, welches Design seiner Kollektion der Persönlichkeit entspricht. Vom Miterleben der Liebe auf den spontanen Blick, für die insbesondere Messepräsentationen Gelegenheit eröffnen. Felix Doll gibt sich dem Moment völlig hin, wenn ein Schmuckstück von seinen Händen in andere Hände übergeht. Der Moment, an dem dessen neues Leben beginnt, das wahrscheinlich länger dauert als sein eigenes. «Irgendwann, wenn ich längst nicht mehr d a bin, findet jemand in Japan einen Ring von mir in Grossmutters vererbter Schatulle », sinniert Felix Doll über Langlebigkeit. Seit zwei Jahren schiesst er zur Erinnerung ein Polaroidfoto von

jeder Person, die sich für ein Schmuckstück von ihm entschieden hat, wodurch er auch Anteil nimmt an Lebensereignissen. «Dieser Austausch von Enthusiasmus treibt mich an.»

Kathmandu statt Paris oder Mailand So geradlinig sein Schmuck, so umwegiger der Pfad dahin. Von Kindeshänden an begeisterte er sich für Textilien, mitgeprägt von seiner Grossmutter, die seiner Mutter anlässlich von Opernbesuchen jeweils Opulenz auf den Leib schneiderte. Nach dem Modestudium in Deutschland, zu dem je Studiengang nur ein Dutzend von rund vierhundert Bewerbenden zugelassen sind, entwarf er für bedeutende Luxusbrands wie Yohji Yamamoto, Haider Ackermann oder Ann Demeulemeester. Schliesslich landete er durch ein Stipendium im Bereich «Nachhaltigkeit», auf das er sich plan-b-mässig bewarb, nicht in Paris oder Tokio, – sondern in Kathmandu. «Ich wollte in Nepal Fairtrade-Luft schnuppern zu einer Zeit, als noch kaum jemand davon sprach, abgesehen von ‹verrückten Ökos›.» Früher in der High-Fashion-Welt zählte einzig , dass das Produkt perfekt und pünktlich gefertigt war, egal unter welchen unwürdigen Bedingungen. In einer nepalesischen Weberei Kinder zu sehen, die Teppiche knüpfen, habe ihm die Augen erschreckend weit geöffnet. «Anhand welcher Parameter beurteilt man denn die Nachhaltigkeit verlässlich?», fragt Felix Doll rhetorisch. Der Begriff sei längst verwässert: Es gebe zu viele PR-Unternehmen, die sogar Grosskonzernen ein grüngewaschenes Gewand «überzerren». «Für mich sind faire, transparente Produktion und gegenseitiger Respekt selbstverständlich und deshalb nicht Teil meines Marketings, mit dem ich mich darstelle.»

1 | 2 «Das Beste, was mir hätte passieren können!», sagt Felix Doll über die Fügung, dass er als gestandener Mode schöpfer nicht in Paris oder Tokio landete, sondern in Nepal. Dort begann er vor sechs Jahren, seine minimalistisch-geometrische Designsprache für seinen Fairtrade-Schmuck zu formen.

FOTO SABINE BÖSCH | C ASTING/CREATIVE DIRECTION ORIANA TUNDO | H AIR & MAKE-UP TILIA NOVOTNY, MICHÈLE ANDERHUB | T EXT DANIELA DAMBACH

Schmuck, der mit Stereotypen bricht Dasselbe gelte für die sexuelle Orientie rung und Identität: «Sie ist einfach nicht der Rede wert. Gleichgeschlechtliche Lie be tut niemanden weh. Und wem sie weh tut, der sollte in sich gehen und sich mal fragen, wieso?» Diese Haltung ist einer der Gründe, warum der Zürcher von Be ginn weg auf Unisex-Modelle setzte. «Je der Mensch soll sich selbst so definieren, wie er will», erklärt Felix Doll, warum er mit seiner Kampagne für die neue Fein gold-Kollektion mit Stereotypen bricht. «Sichtbarkeit von Diversität baut Hem mung ab und trägt dazu bei eine ‹neue Normalität› zu prägen», ist er überzeugt. «Je häufiger man sie sieht, desto schneller gewöhnt man sich daran.» Die Definition von Liebe sei genauso divers wie jene von Schönheit und es gehe ihm darum, neue Vorbilder hervorzubringen. Gerade für jene, die sich eben nicht mit der klischee haften Optik von Hochzeitswelten mit schneeweissem Brautkleid, gurrenden Tauben und Rosenblätterregen identifi zieren, bietet er mit seinen Partnerringen eine zeitlos-schlichte Alternative. Im Zen trum seiner Designphilosophie steht, dass jeder Mensch seiner Liebe offen Ausdruck verleihen darf – in welcher Facette auch immer sie schillert.

ES

«Alles andere ist doch eigentlich schade», betont er – ein Statement, das man mit einem Orange unterstreichen möchte, das so knallig ist wie jenes seiner Jacke.

2

1 Schmuck für alle – meist eine einfallslose Verkaufsfloskel, bei Felix Doll jedoch genau so gemeint: «Ich bin stolz auf die Diversität meiner Schmuckliebhaber.»

2 Felix Doll begleitet den gesamten Prozess zum eigenen Schmuckstück aus 18kt Weiss-, Gelb- und Rotgold mit Fairtrade-Zertifizierung, nach Wunsch mit Diamanten und Prägungen vollendet. felixdoll.com

IST LÄNGST VERWÄSSERT:

GIBT ZU VIELE FIRMEN, DIE ANDEREN FIRMEN DABEI HELFEN, NACHHALTIGER ZU

WIRKEN, ALS SIE ES SIND.»

Felix Doll, Schmuckdesigner

SCHMUCKGUTSCHEIN ZU GEWINNEN

Zu gewinnen gibt es einen Gutschein im Wert von Fr. 750.–auf Schmuck aus der Feingold- oder Silber-Kollektion von Felix Doll.

Teilnahme

E-Mail mit dem Betreff «Liebe» und Kontaktangaben senden an: wettbewerb@mis-magazin.ch

Einsendeschluss: 31. August 2021. Die Gewinnerin oder der Gewinner wird ausgelost. Persönliche Gewinnbenachrichtigung. Keine Korrespondenz. Keine Barauszahlung.

REIF

SOMMER-FÜRSOMMER-LIEBE

Design, das achtsam gemacht und sorgfältig ausgesucht ist, liebt man länger als nur einen einzigen Sommer lang.

1 Die neue Kollektion «Die Alchemistin» erzählt Geschichten von Frauen, die schon immer an das Unmögliche geglaubt haben – vielleicht, die Welt zu verändern? Schliesslich versucht das Zürcher Modelabel «Sanikai» dies selbst, indem es Nachhaltigkeitsbewusstsein zum Herzstück der Philosophie erklärt und diese mit Kreationen wie dem Kleid «Charis» aus veganer Seide in die Welt hinausträgt (Fr. 520.–). sanikai.com

2 Nach Zeiten, in denen Umarmungen zu kurz gekommen sind, gibt man sich liebend gerne der Dauer-Umarmung hin – durch das ungeahnt schmiegsame Armband von «Wellendorff». Nach siebzehn Jahren Entwicklungszeit ist es der Schmuckmanufaktur gelungen, die physikalischen Grenzen elastischer Verformbarkeit von 18-karätigem Gold zu verschieben. Das handwerkliche Wunder ist erhältlich bei Zigerli+Iff, Spitalgasse 14, Bern. zigerli+iff.ch

3 Grosse Tasche, kleiner Fussabdruck lautet das Erstreben des Zürcher Labels «Qwstion», das 2018 mit «Bananatex®» nach langer Forschung das weltweit erste technische Gewebe aus Bananenfasern lancierte. Die neusten Tote-Bag-Modelle mit Rucksackfunktion bilden ihre bisher leichtfüssigste Kollektion: Dank der praktischen Erweiterung passt sich das Volumen der Tasche der Länge des (Strand-)Tages an (ab Fr. 210.–). qwstion.com

4 Für Stücke, die langlebig sind und die man liebt, müsste es eine eigene Bezeichnung geben: «Langliebigkeit». Darunter würde das taillenkurze Bolero-Jäckchen aus der Kollektion «1862» fallen, das man zu Jeans ebenso trägt wie über dem Sommerkleid. «Charmoise» besteht aus seidig-weichem Ziegenvelours, umweltschonend gegerbt und fair produziert (Fr. 199.–). Ledermode Neuenschwander, Industriestrasse 4, Oberdiessbach. neuenschwander.ch

5 «Ich war mal ein Autoreifen», lautet das Outing dieser Schuhsohle, vor dem sie sich gewiss nicht zieren muss! Die umweltfreundlichen, fair produzierten Sandalen bestehen – ausser aus recycelten Autoreifen –aus Kork, Ananasfasern und Naturkautschuk. Mit so viel Natur am Fuss streift man am besten … durch die Natur! (Fr. 87.–). thelovelychickpea.ch

SCHLÜSSELERLEBNIS

in Sachen Upcycling: Mit den Key-holders aus Baumwolle und Messing schiebt man der Wegwerfkultur einen Riegel vor, denn sie sind aus ausgedienten Vorhangschiebern in Bern hergestellt. Bazaar58,

RÜCKSICHT? VOLL! Ein Rucksack, der sowohl Rücksicht wie auch seine Klappe voll nimmt –denn «Amy» bietet Platz für das iche. Wer mit einem Unikat des Ateliers «Avanzar» durch die Welt bummelt, macht sie auch ein Stückchen besser: Man unterstützt dadurch sozial benachteiligte Frauen in Ecuador, welche die beliebig zusammenstellbaren Modelle auf Bestellung handfertigen. avanzar-shop.ch

VON LUFT(-POLSTER) UND LIEBE LEBEN! Inspiriert von Luftpolsterfolien, hat Yan Jiang für ihre neue Kollektion «Bubble Wrap» mit Texturen und Materialien experimentiert. Ihre Schmuckdesigns aus biobasierten Harzteilen, vollendet mit Edelmetallen und Süsswasserperlen, sind in Zürich einzeln von Hand kreiert. yanjiangstudio.com

SEEGANG

Spricht man «Babouche» mehrmals hintereinander langsam aus, tönt das beinahe wie das Meer vor Marokko, wo der Slipper aus feinem, pflanzlich gegerbtem Lammnappa-Leder handgefertigt wird – nach dem Design der Zürcherin Cristina McDaniel. label17.com

ASSE IN DEN KASCHMIR-ÄRMELN

Und zwar: Die faire Herstellung an Handstrickmaschinen in einer kleinen Produktionsstätte in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu und die Spende an ein dortiges Hilfswerk für Strassenkinder, was die positive und fürsorgliche Haltung des Schweizer Labels «Li Con» gegenüber der Umwelt widerspiegelt. li-con.ch

WHAT GOES AROUND, COMES around! Nicht zuletzt deshalb setzt das Label «L&E» auf ökologisch nachhaltige, tierfreie Materialien. Accessoires wie die neue «Round Purse» aus widerstandsfähiger, wasserdichter Mikrofaser sind von deren «Handwerkern» signiert. L&E, Birmensdorferstrasse 101, Zürich. lnelondon.com

Fr. 330.–
Fr. 28.–
Fr. 269.–
Fr. 80.–
Fr. 265.–
Fr. 259.–

SIE (VER-) PACKEN DAS!

Zeit – das ist, was manche vom Aussterben bedrohte Tierarten nicht mehr viel haben… Deshalb engagiert sich «Certina» für den Schutz und die Erforschung von Meeresschildkröten. Dieser Partnerschaft mit der «Sea Turtle Conservancy» (STC) mit Sitz in Florida, die seit 2017 andauert, widmet der Schweizer Uhrenhersteller dieses Jahr ein Sondermodell: Eine bis 300 Meter wasserdichte Taucheruhr mit magnet feldresistenter NivachronTM -Spiralfeder und STC-Prägung auf dem Gehäuseboden. Wie der Panzer die mystischen Urtiere schützt, tut dies die Verpackung den stilvollen Zeitmesser. Erstmals besteht das Etui vollständig aus recycelbaren Materialien. Auch das Kissen, auf dem die Taucheruhr mit drehbarer Aluminiumlünette und goldener Tauchzeitskala thront, ist aus Bio-Baumwolle und Recycling-Polyester gefertigt. Das Design der Schatulle ist eine Hommage an die gepanzerte Schönheit, die – ebenso wie die Uhren des Schweizer Traditionshauses – für Robustheit und Beständigkeit steht.

Die «STC»-Edition ist erhältlich bei Spitalgasse 14, Bern. zigerli-iff.ch

NACHHALTIG

Im leichten Sommercardigan in Zitronenfaltergelb tanzt man bis in die Puppen! Wenn nämlich ein Lüftchen durch die Lauben zieht, entfaltet die blütenstaubfeine Mohair-Wolle ihr wärmendes Wesen. Die Hamburger Designerin Karin Rocke erliest die Materialien mit grosser Sorgfalt und lässt daraus ihre Kollektion in Deutschland und Italien bei kleinen Manufakturen herstellen. rytz, Brunngasse 54, Bern. rytzbern.ch

KLEIDSAME KONSUMKRITIK

Rafael Kouto treibt die Kunst des Upcyclings mit seinem kompromisslosen Nachhaltigkeitsansatz auf die einsame Spitze: Er designt Haute-Couture aus Altkleidern.

Dekonstruieren als Designkonzept:

Sowohl aus Altkleidern, viele davon nicht ein einziges Mal getragen, wie auch aus Fallschirmen, Luftpolsterfolien, Kabelbindern oder Elektroschrott kreiert Rafael Kouto genderfluide Mode.

Wer kennt es nicht, das Bild, das sich einem einmal mehr bietet, wenn man eines frühen Morgens das Haus verlässt und die Strässchen im Quartier mit den weiss-roten Plastiksäcken gespickt sind; bis zum zugeschnürten Rand voll mit Abgetragenem, Ausgeliebtem, Abgewetztem, – aber auch Ungetragenem, an dem noch das Aktionspreisschild baumelt. Schweizerinnen und Schweizer kaufen, kaufen und… kaufen Kleider: Pro Kopf sind es durchschnittlich fünfzehn Kilo im Jahr, sodass schliesslich total über 50 0 00 Tonnen Textilien in der Altkleidersammlung landen (Quelle: publiceye.ch).

«Diese Kleiderberge sind Abbild unserer Konsumgesellschaft, in der Shopping reiner Zeitvertreib ist und Kaufentscheidungen leichtfertig gefällt werden», kritisiert Designer Rafael Kouto. Doch liege die Verantwortung nicht allein bei den Konsumenten; die Hersteller seien gefordert, überhaupt nachhaltige Alternativen anzubieten. Das tut er – und wie: Für seine avantgardistisch-experimentelle Couture, die er in seinem Zürcher Atelier entwirft, macht er sich ausschliesslich kunsthandwerkliche Techniken des Upcyclings zunutze – für ihn auch eine «Flucht vor dem Kapitalismus».

Begehrenswertes aus Entsorgtem Was ihn fasziniere, sei die globale Vision von Mode, das Schöpfen aus vorhandenen Roh-

stoffen, aber auch die damit verbundene, universelle Kommunikation. «Meine Kreationen sind immer auch ein Kommentar zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Geschehnissen», sagt er milde auf Hochdeutsch mit markant-charmantem italienischem Akzent. Aufgewachsen ist Rafael Kouto im Tessin: Schon als Kind blätterte er interessiert in Modemagazinen, Grossmutter und Mutter an den ratternden Nähmaschinen – ein ihm vertrautes Bild. «Schon als ich begann, mich näher mit Mode zu befassen, war ich enttäuscht vom Fast-Fashion-System und habe mir Gedanken darüber gemacht, welche anderen Wege es gäbe», erinnert sich der 31-Jährige. Das Aha-Erlebnis hatte er schliesslich beim Londoner Luxuslabel «Alexander McQueen», wo er im Rahmen seiner Ausbildung als Praktikant mitdesignte: «Als Inspirationen dienten Vintage-Kleider, die wir dann aber aus neuen Stoffen sozusagen ‹kopierten›. Warum also nicht gleich mit dem arbeiten, was schon da ist?»

Diese Fragestellung bewog ihn zu einem zusätzlichen Studium am «Sandberg Institute» in Amsterdam, wo er für seine Masterarbeit nach Antworten in Abfallbergen grub: Als er sich in einer Textilsammelstelle erstmals in einem regelrechten Gebirge von Gewebe wiederfand, überforderten ihn die Unmengen zwar. Doch erlangte er die Gewissheit, mehr als genug Rohstoffe zu finden, um sein er-

dachtes Upcycling-Designkonzept langfristig umzusetzen. Dazu angeregt haben ihn seine afrikanischen Wurzeln – sein Vater stammt aus Togo: «Neues aus Altem zu schaffen, ist Teil der Kultur und die zeitgenössische afrikanische Kunst beschäftigt sich stark mit Upcycling.»

Kunst der Zerlegung

Daraus geboren ist seine Handschrift, die afrikanische und westliche Kultur verbindet, ohne sich klischierten Narrativen zu bedienen. Akribisch angeheftete Schnappschüsse, Handnotizen und Buntstiftskizzen an Moodboards, welche den Designer überragen, sind wie Anekdoten, aus denen er seinen Erzählstrang collagiert. Auch das wild gemusterte Stofftuch, das er beim Schlendern durch die Marktstrassen Togos auffand, hängt von einer der wandfüllenden Tafeln herab. Es inspirierte ihn zu seiner Kollektion «Tra Terra e Cielo», die davon handelt, dass der Mensch inmitten der unsichtbaren Kreisverbindung zwischen Himmel und Erde wandelt. Kreisläufe zu durchbrechen oder zu verlängern, treibt den quecksilbrigen Forschergeist an, wenn er Jacken zerreisst, um sie neu zusammenzustückeln, die Schere beherzt an Shirt-Säumen ansetzt oder Patches zu Westen puzzelt. Das Wissen und den Mut zum Umwandeln gibt er in Upcycling-Workshops weiter: «Das schärft nicht nur das Bewusstsein für die Entstehung und damit den Wert eines Kleidungsstückes, es erhöht ihn sogar um eine emotionale Dimension». Rafael Kouto beobachtet, dass die Menschen kritischer werden und sich vermehrt für den Herstellungsprozess interessieren, den er selbst vollends offenlegt: Zürich, Mendrisio, St. Gallen oder Huttwil – die Orte, an denen seine Unikate Form und Farbe annehmen, sind mit dem SBB-GeneralAbo erreichbar. «100 % remade in Switzerland» will Weile haben, denn seine Partnermanufakturen schneidern, sticken und bedrucken Häkeljacken oder Fallschirmstoffe erst auf Bestellung innert rund zwei Wochen. Bei «Slow Fashion» geht es darum, den ganzen Prozess zu entschleunigen, angefangen beim Kaufentscheid: «Sich Zeit lassen beim Shopping und sich bewusst für ein hochwertiges, langlebiges Stück entscheiden», empfiehlt Rafael Kouto.

Dann werden auch die Kleidersäcke weniger, die zwar Hindernisse für schlaftrunkene Quartierbewohner sind, insbesondere aber für eine nachhaltigere Zukunft.

Lebendig machen statt lagern: Für seine neue «Special Edition» hat der preisgekrönte Designer schlummernde Stoffschätze aus dem Archiv der «Zürcherische Seidenindustrie Gesellschaft» (ZSIG) zu Sommeroutfits auferweckt. rafaelkouto.com

Auf «Local Minds», der neuen OnlinePlattform für Liebdinge aus lokalen Manufakturen und Ateliers, ist es, als stünde man eines sonnigen Tages vor der Auslage in der Gelateria um die Ecke: Man beäugt die appetitliche Auswahl, um schliesslich auf seine Wunschsorte zu tippen, im Wissen, ass deren Zutaten aus bester Herkunft stammen, sie mit Sorgfalt handwerklich hergestellt ist – und mindestens so gut ist, wie sie aussieht. localminds.ch

1 Nachwachsende Rohstoffe: Halskette aus Holz vom Label «Schmuckholz», hergestellt an geschützten Arbeitsplätzen der «Quellenhof-Stiftung» (Fr. 25.90). Für jedes verkaufte Schmuckstück pflanzt die Partnerorganisation «Eden Reforestation Projects» einen Baum an. 2 Sorgfältige Handarbeit: Rucksack von «Rucki.beuteL» aus weichem, wachsbeschichtetem Baumwollstoff, designt und genäht in Zusammenarbeit mit der sozialen Institution «Neuewelt» in Basel (Fr. 199.–). 3 Solidarität bekunden: Vier Basler Designer mit Down-Syndrom haben die Bio-Baumwoll-Socken für «Paar Socks» entworfen, die nach Herzenslust miteinander kombinierbar sind (vier Socken für Fr. 29.– ). 4 Schweizer Präzision: Damenuhr aus hochwertigem Stahl von «KM Emporium» mit lichtgrauem Mandala auf dem Zifferblatt, produziert in Solothurn (Fr. 219.–). 5 Handgewobene Unikate: Ohrhänger aus kleinen Glasperlen, vergoldeten Glasröhrchen und Silberelementen, handgeknüpft im kleinen Atelier von «Ganzglanz» in Horgen (Fr. 68.–). 6 Vertrauen pflegen: Das Resilienz-Set von Sabine Hagg mit acht Körperölen aus bio-zertifizierten, pflanzlichen Wirkstoffen richtet die Aufmerksamkeit auf die Energiezentren (ab Fr. 24.90). Sämtliche Produkte sind erhältlich auf localminds.ch.

AND

FASHION BEAUTY DAY

Eine Veranstaltung der

Am 29. August 2021 von 10 bis 17 Uhr

Schlossberg Thun

Mehr Infos:

ALLES VON HIER! SCHAU MAL,

Keiner zu klein für ein nachhaltiges Lieblingsstück, das in der Schweiz geboren, gereift und zu voller Designgrösse herangewachsen ist.

Umschmeichelndes für Kuscheltage und für die kleinsten Lieblingsmenschen lässt «Storyfabrics» aus Fairtrade-Baumwolle in indischen Kleinbetrieben fertigen. storyfabrics.com

Schillerndes Statement für Nachhaltigkeit von «Elvetia»: Ein seltener Amethyst aus dem Binntal ziert den Ring, aus Recycling-Silber handgeschmiedet in Zürich. elvetia.luxury

Den Sternenhimmel in die Stube holen – das schafft man mit dem handgeknüpften Fair tradeTeppich von «TGIFW», der in verschiedenen Ausführungen erhältlich ist. tgifw.com

Design, das man ewig behält – bis man gross ist oder über sich hinauswächst: Das findet man bei den rund fünfhundert Mitgliedern von «formforum». Der Verein fördert Beachtung und Wertschätzung für zeitgenössisches Schweizer Kunsthandwerk, beispielsweise mit den «Tagen de s offenen Ateliers». Vom 24. bis 26. September gewähren Gestalterinnen und Macher Einblicke in ihr Schaffen, die Erwachsenen das Staunen lehren formforum.ch

Stylisher Look, der die Umwelt schont: Die Kollektion von «Xqusit» besteht zu 100% aus Naturmaterialien und ist ressourcenschonend in der Schweiz und in Europa hergestellt. xquisitdesign.com

Gefässe für Generationen: In aufwändigen Arbeitsschritten vom Blechzuschneiden bis zum Brennen des Emaille fertig Cyrill Weber Kupferschalen, die ein Leben lang halten. diesilberschmiede.ch

Fr. 1800.–
Fr. 750.–
Fr. 190.–
Fr. 195.–

HOUSE

ALPÖHI? LOFTÖHI!

Zu schade, um auf einer abgelegenen Alp zu stehen: Das Design «Öhi» des Berners Marc Gerber ist eine moderne Neuinterpret ation der traditionellen Stabelle, für deren Prototyp ihn die «Berner Design Stiftung» unterstützt hat. marcgerber.design

Weil die Lounge-Kombination «Mell» gelber ist als die Sonne und komfortabler als so mancher Liegestuhl, macht man es sich sogar an heitersten Sommertagen gerne drinnen gemütlich mit lauter Lieblingsmenschen. intraform, Rathausgasse 76 – 80, Bern. intraform.ch

ÜBER EICHEN GEHEN

Das braucht man nicht, dank «kyburzmade»: Die Basler Manufaktur fertigt von Hand Massmöbel wie den Schubladenschrank ausschliesslich aus Restmaterialien wie Schweizer Altholz, Restleder, alten Parkettböden oder ausgedienten SBB-Palettenrahmen an. kyburzmade.com

DARAN HÄNGT MAN!

Kaum aufgehängt, ist der geknüpfte Makramee-Behang «Diona» des Schweizer Labels «Blush Boho» nicht mehr von der Wand wegzudenken. Aus 100% recycelter Baumwolle. Mehr Makramee, Deko und Accessoires gibt es bei localminds.ch.

Fr. 115.–

DESIGN-DURCHSAGE

Nächster Halt: «Berner Design Preis 2021». Dies ist eine weitere Station von Margareta Daepp, die seit mehreren Jahrzehnten die Schweizer Keramik s zene mit wegweisenden Arbeiten wie ihrer «Tokio Line» prägt, die vom Tokioter U-Bahn-System inspiriert ist. margaretadaepp.ch

KREISE

LAUFEN LASSEN

Wer zwar Farben, Formen und Design liebt, sich aber mangels Übung nicht an die Pinsel traut, dem verhilft Julia Bigler zu schrankenloser Freiheit: Die Malerin und langjährige Dozentin an der «Hochschule der Künste Bern» bietet mit Live-Onlinekursen einen Schritt-fürSchritt-Einstieg in die abstrakte Acrylmalerei mit Kreisformen. «Der Kreis symbolisiert das Vollkommene – so ist die Malerei mit organisch gerundeten Formen ein wahres Fest für die Sinne», verspricht die Kursleiterin. Weitere Infos und Kursdaten (u. a. 18.8.21, 9 – 16 Uhr): juliabigler.ch

PURE (ZU-)NEIGUNG

Der zu 100% recycelbare Vollkunststoffstuhl «Tip Ton» definiert eine neuartige StuhlTypologie: Aus der Normalposition lässt er sich nach vorne kippen, was Becken und Rückgrat aufrichtet. Geneigte finden zur ergonomisch gesunden Sitzp osition bei intraform, Rathausgasse 76-80, Bern.

VON LESEN BIS LUNGERN

Mit der Stehleuchte «Irio» lassen sich Situationen mit verschiedenen Lichtmengen inszenieren dank den drei frei positionierbaren und dimmbaren Lampenköpfen. intraform, Rathausgasse 76 – 8 0, Bern. intraform.ch

DRAUSSEN DIE STERNE,

DRINNEN DIE STADT

Susanne Heinzer, Mitglied des Vereins «formforum», designt Leuchten mit Silhouetten von Schweizer Städten wie Bern, Thun oder Zürich. «Kontura City» wird in Bern in Zusammenarbeit mit einer Stiftung aus edlem Chromstahl und LED-Lampen gefertigt. kontura-design.ch

Fr. 480.–
Fr. 1594.–
Fr. 289.–

DIE (BE-)SPANNUNG STEIGT!

Die Schwestern Franziska und Nina Mader aus Zürich produzieren ressourcenschonend in Manufakturen in Norditalien

Sonnenschirme, die an ihre kleinen Verwandten erinnern, mit denen man so gerne Cocktails dekoriert. ateliernima.ch

Multikulturell

Multikulturell

Multifunktional Multidimensional Einzigartig

Multifunktional Multidimensional Einzigartig

SUMMA SUMMARUM

intraform.ch

Rathausgasse 76 · Bern

Familienunternehmen seit 1962

Für jeden Anspruch die passende Form

Alles in allem lässt es sich auf dem Sitzkissen (Ø 32 cm), befüllt mit Schweizer Bio-Dinkelspreu, blühend meditieren, bis einen die Beinen für ihresgleichen halten … Jedes Kissen ist von Hand gezeichnet, bestickt und verarbeitet von Larissa Kramer in ihrem Atelier im Aargau. larika.ch

KLAPP, KLAPP, KLAPP und schon steht die Bücher- oder Getränke-Ablage: Eine Metallplatte verbindet die drei Tischbeine aus massivem Eichenholz und ein roter Gummizug hält den Design-Beistelltisch «Marionet» schliesslich zusammen. mox.ch

Fr. 440.–
Fr. 450.–
Fr. 125.–

RAUSGÄNGERISCHE TYPEN FÜR

Oben glänzen die Sterne, unten der Satin: Nicht ohne Grund sagt man unter «freiem» Himmel – denn so fühlt es sich an, wenn in lauen Sommernächten nichts als frische Luft und die feinfädige Bettwäsche an die Haut kommen, deren Dessin von geschwungenen Sedimentgesteinen Nevadas inspiriert ist. Divina, Kramgasse 43/Münstergasse 38, Bern

BEIN ZEIGEN

e s ist doch schliesslich Sommer und man stellt grüne Schönheiten freudig auf einen Sockel: Handgemachter Pflanzentopf aus Textilresten mit Füssen aus Recycling-Holz und wasserdichtem Korkboden (Ø 24 cm). almabarru.ch

ZZZ, ZZZZ

dieses Geräusch könnte man bald von sich geben, wenn man es sich darauf bequem macht: Z-Hocker aus Schweizer FSC-Buche, angefertigt in einer Werkstätte von «Contact», der Stiftung für Suchthilfe. contact-arbeit.ch

«WENN NICHT SO, DANN ANDERS»

Das scheint das Motto der multifunktionalen Pflanzenbox von «Nuok» zu sein, denn sie macht sich als Raumteiler nützlich oder und bewahrt statt Grünauch Kleinzeug auf. Das Gefäss mit schlichtem Muster, zu 100% in der Schweiz handgefertigt, ist in verschieden Varianten erhältlich. localminds.ch

Fr. 55.–
Fr. 296.–
Fr. 598.–

FAMILIENLEBEN AUF WINZIGEM FUSS

Ess- und Wickeltisch stehen dicht beieinander, von der Küche zum Klo ist es ein Mäuschensprung: Familie Biege lebt in einem «Tiny House» auf 27 Quadratmetern, weil Minimalismus ihre Lebensfreude vergrössert.

«Schaaatz, kannst du », ruft eine Stimme aus dem benachbarten Zimmer. Der gerufene Schatz versteht aber nicht, was er denn können solle. Familie Biege braucht sich nicht mit den akustischen Tücken herumzuschlagen, welche die Kommunikation von Raum zu Raum in grossflächigen Wohnungen mit sich bringt: Die drei-, bald vierköpfige Familie haust seit rund einem Jahr gemeinsam auf lediglich 27 Quadratmetern – nicht, weil sie es muss, sondern weil das ihr Traum vom «guten Leben» ist. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Wohnfläche pro Bewohner beträgt in der Schweiz 47 Quadratmeter (Quelle: bfs.admin.ch).

Von 80 auf 27 Quadratmeter

Die Nischenbewegung aus den USA kommt in die Schweiz oder – besser gesagt – dorthin, wo es Bauvorschriften, Verordnungen und Genehmigungen erlauben. Im Fall von Familie Biege nach Albinen im Wallis. «Die Entscheidung für ein ‹Tiny House› resultierte aus der intensiven Auseinandersetzung mit unseren Bedürfnissen: wir brauchen nicht mehr», erklärt Pierre Biege, was er schon oft erklärte; dass er mit seiner Partnerin Lea und Töchterchen Juno freiwillig auf kleinster Fläche lebt, wirft sowohl bei Faszinierten als auch bei Verwunderten Fragen auf. Ein Dokumentarfilm über den minimalistischen Lebensstil gab ihnen den Anstoss, ihre Wohnfläche innert zwei Jahren von 80 auf 27 Qua-

dratmeter zu reduziert. Sie tasteten sich an die Verkleinerung heran, indem sie sich pro beweise mal die Tür zum Büro, mal jene zum Schlafgemach verschlossen, um diese Räu me nicht zu nutzen. «Wir stellten fest, dass wir uns sowieso immer in denselben Bereichen aufhielten», erinnert sich der 28-Jährige, Geschäftsführer eines Modelabels. «Es glich einer Erlösung, auch unser Hab und Gut zu verringern», fügt Lea Biege an.

Probewohnen in den Flitterwochen Als der Plan für das «Tiny House» stand, vertrieben sie die lästigen Was-wäre-wennFragen weitgehend – oder wie es das Paar zu sagen pflegt: «Wir machen uns kein Sorgen auf Vorrat.» Stattdessen machten sie

24/7 im selben Raum: Ihr Hinterfragen von Gewohnheiten führte dazu, dass Lea und Pierre Biege mit Tochter Juno vor einem Jahr ihr «Tiny House» bezogen. Auf ihrem Blog mit Podcast geben sie Einblick in ihr minimalistisches Leben: halloholger.com.

Minimalistisch, vegan, plastikfrei: Lea und Pierre drücken ihre Werte in allen Lebensbereichen aus, wobei sie «so nachhaltig wie möglich, aber so pragmatisch wie nötig» handeln.

die Probe aufs Exempel und fuhren anlässlich ihrer Hochzeitsreise 40 Stunden mit dem Zug in einen Wald nahe der tschechischen Grenze, um dort für ein paar Tage versuchsweise in einem Minihaus zu leben. Auf das Ja zueinander folgte das Ja zum loftartigen «Tiny House» mit Solarzellen auf dem Dach, Kompost-WC, Anlage zur Wasserwiederaufbereitung und Holzofen. Mittlerweile lassen sich tausende Menschen auf ihren Social-Media-Kanälen durch ihre minimalistische Lebensweise inspirieren, wobei Lea glaubt: «Was andere wirklich inspiriert, ist nicht, was wir tun, sondern wie glücklich wir dadurch sind».

Minimalistisch über das Haus hinaus «Unsere Motivation ist nicht, die Welt zu retten. Der Lebensstil tut in erster Linie uns gut, wir sind dadurch reflektierter», beschreibt Pierre Biege. «Daraus liesse sich ableiten, dass wir das aus egoistischem Antrieb machen, um uns besser zu fühlen.» Um mit sich im Reinen zu sein, ernährt sich die Familie vegan, verfolgt eine Zero-Waste-Philosophie und schafft nur an, was zwingend nötig ist. «Es geht nicht um die Verweigerung von Konsum, sondern eine Fokussierung auf das Wesentliche», kommentiert die 26-Jährige, die als gelernte Schneiderin schönem Design höchst zugeneigt ist. Darüber, was «wesentlich» ist und was nicht, diskutieren Lea und Pierre – und können einander bei Unstimmigkeiten nicht die Tür vor der Nase zuknallen, weil es keine gibt. «Neue Gummistiefel für die Kleine?», fragt Lea. «Aber wohin damit? Auf so kleinem Raum ist es schnell zu voll», entgegnet Pierre lachend. «Dann eben keine Gummistiefel für dich, Juno», sagt Lea im Flüsterton. Juno, die nebenan auf dem Boden spielt, wendet ihren Kopf der Mutter zu und sieht sie mit fragenden Augen an.

«Was zählt, sind die Tatbeweise», hält Andreas Baumann fest. Als Leiter Nachhaltigkeit treibt er das Engagement für Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft der Berner Kantonalbank weiter voran. Weitere Infos: bekb.ch/nachhaltigkeit

BEIM ANLEGEN WERTHALTUNGEN AUSDRÜCKEN

Die Berner Kantonalbank hat ihr ökologisches, wirtschaftliches und soziales Engagement im Kerngeschäft verankert – lange bevor Nachhaltigkeit zum Trendbegriff wurde, wie Andreas Baumann veranschaulicht.

INTERVIEW DANIELA DAMBACH | FOTO ZVG

Wie schätzen Sie das Bewusstsein für Nachhaltigkeit in der Gesellschaft ein?

Andreas Baumann: Das Bewusstsein hat zwar stark zugenommen, doch die Herausforderung besteht darin, das Thema nicht nur auf Ökologie und Umwelt zu beziehen. Dies ist zwar die Grundlage – ist die Erde zerstört, braucht es keine Firmen mehr – doch wirkungsvolles Engagement muss tiefer greifen: Wie geht man mit Ressourcen um? Wie legt man Geld an? Wie geht man mit Mitmenschen um? Alles, was wir als Bank tun, soll verantwortungsbewusst und nicht einseitig gewinnorientiert geschehen, so lautet unser allumfassendes Verständnis für Nachhaltigkeit. Was zählt, sind die Tatbeweise, nicht die theoretischen Versprechen auf Papier, das geduldig ist

Wie erbringt denn die Berner Kantonalbank diese Tatbeweise, nachhaltig zu sein?

Wie setzen Sie denn diesen wirkungsvollen Hebel an?

Banken unter der Lupe

Indem wir Angebote schnüren, mit denen die Kundinnen und Kunden in verantwortungsvolle, langfristig denkende Firmen investieren – dies wirkt sich bedeutend nachhaltiger aus, als wenn wir im Büro noch eine Packung Druckerpapier einsparen… Zudem zahlt sich das Anlegen in eine nachhaltige Firma insofern aus, als dass diese höchstwahrscheinlich auch in Zukunft existiert und rentiert – konkret: statt in Erdöl in erneuerbare Energiequellen investieren. Indem wir Investitionen in Firmen empfehlen, die dieselben Werte hochhalten wie wir, lenken wir die Geldflüsse sinnvoll – und Kundinnen und Kunden beteiligen sich so an zukunftsfähigen Fonds.

Beim aktuellen Rating des «WWF», das die Umweltper formance von Banken durchleuchtet, zählt die Berner Kantonalbank zu den führenden Institutionen. Diese gute Position sei erfreulich, kommentiert Andreas Baumann, doch wichtiger sei, daraus Schlüsse für die Zukunft zu ziehen: «Wir analysieren nun zusammen mit dem WWF, wie wir noch nachhaltiger werden können.»

Einerseits mit dem, was wir als Unternehmen selbst tun können: Wir stellen die Wertschöpfung und Jobs in der Region sicher, wovon 10 Prozent Ausbildungsplätze sind. Seit über 20 Jahren reduzieren wir unsere Umweltbelastung systematisch, wodurch sich unsere Emissionen seither halbiert haben. Seit 2013 kaufen wir nur noch sauberen Strom, um nur einige Beispiele zu nennen. Weitere sind unter huetfuermorn.ch zu finden. Andererseits ist der längere Hebel, den wir als Bank betätigen können, die Ausrichtung unserer Finanzprodukte und Dienstleistungen.

Wie steht es um die Nachfrage nach nachhaltigen Anlage-Fonds?

Wenige Kundinnen und Kunden fragen von sich aus danach, weil sie sich der Möglichkeiten gar nicht bewusst sind! Wenn unsere Finanzcoaches sie darauf sensibilisieren, gibt es kaum jemanden, der sich nicht dafür entscheidet. Um die nachhaltigen Fonds vermehrt auf den Beratungstisch zu bringen, haben wir jüngst eine Ausbildungsoffensive für unsere Mitarbeitenden gestartet.

Das klingt schön und gut. Ist damit «alles getan» …?

Nachhaltigkeit geht nicht nur, wie von manchen so empfunden, mit Verzicht einher, sondern sie birgt Chancen, Firmen zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Und dies ist ein Prozess ohne Endpunkt

MIT TIEFGANG ENGAGEMENT

Mit ihrer «Mission Blue»

will Sylvia Earle die Weltmeere retten, indem sie geschützte «Hope Spots» errichtet.

Warum die legendäre Meeresbiologin sich beim Tauchen wünschte, die Zeit zurückzudrehen und was ihre Hoffnung nährt.

Sie sehe mehr als andere. Eine andere Welt. Eine, die sich schon zu ihren Lebzeiten drastisch verändert habe – mit diesen Worten von Sylvia Earle beginnt der preisgekrönte Dokumentarfilm (Netflix, 2014) über ihre «Mission Blue» zur Rettung und Sanierung der Ozeane. 2009 hat sie dieses Umweltschutzprojekt lanciert, mit dem Ziel, ein globales Netzwerk an Wasserschutzgebieten zu errichten: Denn die Ozeane bedecken zwar 70 Prozent der Erdoberfläche, aber weniger als 6 Prozent stehen unter Schutz. Die Auswirkungen, welche deren voranschreitende Zerstörung hat, beschreibt sie so einfach wie eindringlich: «No blue. No green.». Die sogenannten «Hope Spots», geschützte Meereszonen, erfüllen vielfältige Aufgaben wie den Einfluss menschlicher Aktivitäten zu reduzieren, bedrohte Tierarten vor dem Aussterben zu bewahren oder die Unterwasserwelt in abgelege -

nen Atollen und Riffen weiter zu ergründen. Es sind Stellen, an denen Sylvia Earle später abtaucht, Adlerrochen, Schildkröten und bunte Fischschwärme zwischen Korallengärten beobachtet — und mit diesem Zeichen der Hoffnung wieder auftaucht. Oft wünschte sie sich jedoch, sie könnte in einer Zeitmaschine in die Unterwasserwelt zurückreisen, wie sie früher war: Weltweit sind etwa die Hälfte aller Korallenriffe, 90 Prozent der grossen und auch kleineren Fische verschwunden – stattdessen «schwimmen» 86 Millionen Tonnen Plastik in den Ozeanen (Quelle: WWF). Dann aber wünschte sich die unermüdliche Aktivistin eine Zeitmaschine, um in die Zukunft zu reisen – in das prächtige Paradies der Tiefe, wie es dank der wirkungsvollen Rettungsmassnahmen einmal wieder sein soll… Das Zeitfenster sei zwar eng, aber eine Erholung geschädigter Gebiete möglich.

Im Pioniergeist verbunden Unterstützung in ihrer Lebensausgabe erhält die 85-Jährige seit 2014 auch von «Rolex». Die Partnerschaft geht jedoch noch weiter zurück bis in das Jahr 1970, als die Meeresbiologin ihre erste Armbanduhr der Schweizer Uhrenmanufaktur erhielt. Angetrieben von Pioniergeist war schliesslich auch der Gründer von «Rolex», Hans Wilsdorf, der 1905 als 24-Jähriger von einer Uhr träumte, die man am Handgelenk tragen konnte. Der umtriebige Jungunternehmer legte es ebenso auf Eleganz an wie auf Präzision: Für ihn war die Welt ein Versuchslabor, in dem er die Genauigkeit der Uhrwerke aus einer Bieler Manufaktur abermals unter Beweis stellte. Seit den 1930er-Jahren gab er seine «Oyster Perpetual»-Modelle Entdeckern mit auf Expeditionen ins Extreme an die unzugänglichsten Orte der Welt, um deren Grenzen auszuloten. Die erste wasser- und staubdichte Armbanduhr führte «Rolex» schon im Jahr 1927 ein. In nahezu einem Jahrhundert begleiteten die Chronometer visionäre Menschen bis auf die höchsten Gipfel oder die dunkelsten Tiefen des Ozeans, wobei heutzutage die Unternehmungen vielmehr dem Umweltschutz als der Abenteuerlust dienen.

7000 Stunden unter Wasser

Die Wissenschaftlerin Sylvia Earle hatte es sich früh zur Aufgabe gemacht, die Ozeane zu kartografieren – denn diese seien schlechter dokumentiert als manch ein Planet im Weltall. Ihre Faszination für das Meer erklärt sie mit einer Anekdote, der schon fast Sagenhaftes anhaftet: Als sie als Dreijährige beim Spielen am Strand von New Jersey von einer Welle erfasst und «verschluckt» wurde, verängstigte sie das nicht – vielmehr wollte sie zurück ins wiegende Nass, nachdem ihre Mutter sie barg. Über 7000 Stunden hat sie seither unter der Wasseroberfläche verbracht, als einzige Frau mehrere Tage am Stück; sie hält den Weltrekord im Solotauchen. Nicht im Alleingang ist die Rettung der Ozeane zu schaffen: «Mission Blue» will erreichen, bis 2030 weltweit 30 Prozent der Meeresflächen unter Schutz zu stellen, was dem vom «IUCN» (International Union For The Conservation Of Nature) empfohlenen Ziel zur Gewährleistung der Ozean-Gesundheit entspricht. Mit der Unterstützung von «Rolex» versucht die Initiative sicherzustellen, dass die Meeresökosysteme für künftige Generationen erhalten bleiben – in ihrer ganzen geheimnisvoll schillernden Fülle.

Im Wasser in ihrem Element – das gilt sowohl für die international anerkannte Meeresbiologin Sylvia Earle wie auch für die Armbanduhr von «Rolex», die sie seit vielen Jahrzehnten begleitet. Sie war mit dabei auf Expeditionen, unter anderem in der Arktis und Antarktis, zig Male an Bord eines U-Boots und wenn die Pionierin bei einflussreichen Menschen wie Regierungschefs für ihre dringlichen Umweltanliegen vorsprach. Weitere Infos zum Engagement von «Rolex» und den aktuellen Uhrenmodellen: Zigerli+Iff, Spitalgasse 14, Bern. zigerli-iff.ch

Zum Erhalt der Umwelt: «Perpetual Planet»

Die Initiative «Perpetual Planet» von «Rolex» dient dazu, Kräfte wegweisender Forscher und Organisationen zu vereinen, um Lösungen für ökologische Herausforderungen zu erarbeiten. Nebst «Mission Blue» ging der Uhrenhersteller eine Partnerschaft mit «National Geographic» ein, die unter anderem zur Unterstützung von Forschungsexpeditionen dient. Weiter vergibt die Traditionsmarke die «Rolex»-Preise für Unternehmungsgeist, mit denen sie Menschen auszeichnet, die mit ihren Projekten einen Beitrag zur Erweiterung menschlichen Wissens, zur Bewahrung des Kulturerbes oder zum Schutz von Tierarten und natürlicher Lebensräume leisten.

ZUR RICHTIGEN ZEIT AM SCHÖNSTEN ORT

Hier ist der Blick von den stilvoll sanierten Suiten aus ebenso aussichtsreich wie jener von der Karriereleiter: Lisa Lauener pflegt als Cheffe de Réception Gastfreundschaft so, dass die Gäste wiederkommen. Auch die 26-Jährige selbst ist in das traditionsreiche «Belvédère Strandhotel» zurückgekehrt

Über 100-jährig –und doch in neuem Glanz

Im Jahr 1997 «aus Zuneigung» von Walter Hausenstein erworben, verspürt man diese heute selbst – und umso stärker, wenn man das charmante «Belvédère Strandhotel» betritt:

Seine Investitionen verhalfen dem sechsgeschossigen (heute neun Stockwerke – früher deren sechs) Stein- und Holzbau aus dem Jahre 1907 zu neuer Grösse. Nach weitreichenden Umbauten 1963 und 2011 erfolgte nun ein weiterer: Von 2019 bis 2020 wurde das Vier-Sterne-Superior-Hotel um einen terrassenförmigen Anbau erweitert. Es entstanden 24 zusätzliche Hotelzimmer, ein eigenständiger Seminartrakt und eine Einstellhalle. Ein Highlight ist die neue «Captain’s Bar», die zur Bucht und zum Schloss ausgerichtet ist.

Weitere Infos und Buchung: belvedere-spiez.ch

Als Rezeptionsleiterin sind Sie stets präsent, aufmerksam und um das Wohl der Gäste bemüht. Wann haben Sie gemerkt, dass Ihnen Kundenkontakt liegt?

Lisa Lauener: Als Kind begeisterte mich die Idee, am Postschalter zu arbeiten. Als ich später auf die Hotelbranche aufmerksam wurde, sah ich im Beruf der Cheffe de Réception die Chance, mir meinen Wunsch nach Kundenkontakt zu erfüllen: An der Réception, der Drehscheibe des Hotels, sorge ich dafür, dass sich die unterschiedlichsten Menschen rundum gut aufgehoben fühlen.

Warum haben Sie sich im Jahr 2015, nach Ihrer Hotel lerieLehre in Adelboden, ausgerechnet im «Belvédère Strandhotel» in Spiez beworben?

e s war nicht einmal offiziell eine Stelle frei, ich habe einfach eine Blindwebwerbung eingeschickt! (lacht) Als Frutigerin habe ich mich hauptsächlich im Berner Oberland nach spannenden Betrieben umgeschaut. Es ist mir wichtig, hinter dem Stil und dem Service des Hotels zu stehen, dessen Aushängeschild ich gewissermassen durch meine Präsenz bin. Da lag es nahe, mein Glück beim renommierten Vier-Sterne-Superior-Hotel am Thunersee zu versuchen – ein Ort, an dem ich meine Ferien selbst gerne verbringen würde, grade auch wegen dem hoteleigenen Strand… (schmunzelt) Sicher hat das Glück mitgespielt, im richtigem Moment am richtigen Ort zu sein!

Später war bestimmt nicht mehr «nur» Glück im Spiel: Was hat Sie weitergebracht?

Gut überlegte Entscheidungen wie jene, den praktischen Teil der Hotelfachschule bewusst nicht im Hotel «Belvédère Strandhotel» zu absolvieren, sondern in Zürich im «Widder Hotel». Jung wie ich war, wollte ich noch andere, urbanere Luft schnuppern! So gut es mir dort auch gefallen hat – durch die Distanz wurde mir erst klar, dass ich ins «Belvédère Strandhotel» gehöre.

Wie kam es, dass Sie nach Ihren «Wanderjahren» nach Spiez in das traditionsreiche Belle-Époque-Haus zurückkehrten?

Ich pflegte stets Freundschaften zu Teammitgliedern des «Belvédère Strandhotel»; als ich eines Tages auf Stippvisite war, überraschten mich die Hoteldirektoren mit dem Job-Angebot als Cheffe de Réception: Ich musste nicht lange darüber nachdenken und nahm diese grosse Chance dankbar und motiviert an! Da ich schon im Team gearbeitet hatte, w ussten sie ja ziemlich genau, auf wen sie sich einlassen … (schmunzelt)

«NACH MONATEN DES STILLSTANDS ZURÜCK IN DEN ALLTAGSBETRIEB
ZU FINDEN, GEHT WIE VON ALLEIN, WENN MAN DIE GASTFREUNDSCHAFT IM BLUT HAT.»

Lauener, Cheffe de Récepion, Hotel Bélvèdere Spiez

Was hat massgeblich dazu beigetragen, dass Sie heute mit nur 26 Jahren einer Führungsposition gewachsen sind? Sicher das theoretische Wissen aus meinen Fachausbildungen, welches ich unmittelbar praktisch anwenden und verinnerlichen konnte. Vor allem aber der kooperative Führungsstil des Kaders, der auf ein gutes Miteinander abzielt – ähnlich pflege auch ich diesen nun in meiner neuen Position. Meine Vorgesetzten haben mir stets Hand geboten, wenn es darum ging, Verbesserungspotenzial anzusprechen, Lösungen zu finden und mich weiterzuentwickeln. Ich höre meinen Mitarbeitenden zu und beziehe sie in Prozesse mit ein. Das trägt wesentlich dazu bei, dass wir als eingespieltes Team agieren – und sich die Gäste am Ende ihres Aufenthalts explizit für den zuvorkommenden Service bedanken.

Ihr Zweitstart im «Belvédère Strandhotel» am 1. März 2020 fiel quasi mit dem Lockdown zusammen. Wozu habe Sie die Monate ge nutzt, in denen die Hoteltüren geschlossen bleiben mussten? Ein kleiner Wermutstropfen war, dass der Betrieb wegen umfassender Sanierungen und Erweiterungen sowieso für einige

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Wochen zu war. Wir nutzten die Zeit unter anderem, um die Digitalisierung gewisser Dienstleistungen voranzutreiben, beispielsweise der digitale Meldeschein oder Gutscheinbestellungen via Online-Shop. Doch gibt es Services, die wir zwar digitalisieren könnten, aber nicht wollen, weil wir das Persönliche hochhalten. … übrigens habe ich die unregelmässigen Arbeitszeiten richtig vermisst!

Über ein Jahr später war es endlich soweit: In den frisch erstrahlten Räumlichkeiten kehrte

Leben ein… Worauf freuten Sie sich besonders?

Das ganze Team ist voller Enthusiasmus retour im Alltagsbetrieb – das geht wie von allein, wenn man die Gastfreundschaft im Blut hat Wir sind vor allem gespannt, wie den Gästen – derzeit vor allem Individualtouristen aus der Schweiz – das rundum erneuerte Design gefällt. Ich freue mich auf all die glücklichen Gesichter unserer Gäste, die von der neuen, stylishen «Captain’s Bar» aus den Sonnenuntergang in der malerischen Spiezer Bucht geniessen

«In fünf Jahren ein Konstrukt vollautomatisch produzieren und als Küstenschutz vor einer Malediveninsel installieren, der innert drei Jahren zum Riff erblüht, dem man die Herkunft aus dem 3D-Drucker nicht mehr ansieht», lautet die Zukunftsvision von Biologin Ulrike Pfreundt.

FÜR DIE KORALLENRIFFE (S)PRINT

Riffe sterben in rasantem Tempo. Diesen Wettlauf gegen die Zeit nimmt ein Frauen-Start-up auf: Mit modularen Elementen aus dem 3D-Printer, deren Härtetest im karibischen Meer kurz bevorsteht.

«Wir schöpfen Kraft aus dem Team», sagen die zwei Forscherinnen in gemeinsamer Mission:

Künstlerin Marie Griesmar und Biologin Ulrike Pfreundt treiben ihre Vision der Riffrestauration weiter voran. rrreefs.com

Um mehr über das UnterwasserProjekt «rrreefs» zu erfahren, geht es den Zürcher Hausberg hinauf: Das Startup hat hier sein kleines wohnzimmerhaftes Büro eingerichtet, gleich bei der Mittelstation der Dolderbahn. Guckt man angestrengt durch die grossen Fenster in die Ferne, erspäht man einen schillernden Spickel des Zürichsees, wo «rrreefs» in einer Nacht-undNebel-Aktion schon ein Fundament ihres Baukastensystems testete. Am grossen Bildschirm sitzt Ulrike Pfreundt, der wissenschaftiche Kopf der Korallenriffretterinnen. Ihre Socken fangen den Blick. Sie sind Ziegelrot, so wie die Tonbausteine, mit denen sie und ihr Freiwilligenteam Korallenriffe wieder aufbauen wollen. Die Socken haben sie anlässlich des Crowdfundings vor einem Jahr produziert, als Belohnung für Unterstützerinnen und Unterstützer. Ihrem Aufruf «Wir wollen gesunde Ozeane voller Leben! Wir wollen, dass Korallenriffe überleben!» folgten über 450 Spendende, was ihnen überwältigende 70 0 00 Franken einbrachte. «Hier! Ein Korallenbaby!», jubelt Ulrike Pfreundt, während sie durch die Fotogalerie

klickt, welche die Resultate ihrer ersten Testreihe auf den Malediven dokumentiert. Tatsächlich, auch für Laien erkennbar, sind die Unterwasserziegel besiedelt. Die Forscherin freut sich sichtlich darauf, diese Ergebnisse exakt auszuwerten; rasende Leidenschaft treibt den Biodiversitätsnerd an. «Ich wollte verstehen, wie Leben entsteht und funktioniert», begründet die 35-Jährige, warum sie Biologie mit Schwerpunkt auf Genetik und Molekularbiologie studierte.

Zerstörung mit eigenen Augen gesehen «Der Weite der Meere wohnt etwas Vielversprechendes inne», beschreibt sie die Motivation, warum sie zu Beginn ihres Studiums mit dem Tauchen begann – und schliesslich ihre Semesterferien mehr unter als über Wasser verlebte. «Die Imposanz der Ozeane zeigt, wie k lein wir Menschen als Teil des Ganzen eigentlich sind. Nicht zu klein, um etwas zu verändern. Aber klein genug, um deren Grösse zu respektieren», philosophiert sie. Als sie mit eigenen, taucherbebrillten Augen sah, wie die kunterbunte Korallenwelt ausbleichte und kahle Stellen zunahmen, blutete ihr Herz. «Umweltprobleme wie Plastik sind schlimm, doch die Rettung der Korallenriffe ist am dringendsten, weil deren Prozess des Absterbens

«DAMIT SICH

DAS ÖKOSYSTEM ANGESICHTS

DES KLIMAWANDELS

REGENERIERT, MÜSSEN WIR DIE RIFFE

SOFORT UND SCHNELL RESTAURIEREN.»

Ulrike Pfreundt, Mitgründerin «rrreefs» 1

rasant und unumkehrbar ist.» Sie tauchte in die Thematik des künstlichen Riffaufbaus ein; einige realisierte Projekte gab es schon, welche zu ihrem Erstaunen aber ausschliesslich für Fische und noch mehr für bewundernde Blicke von Menschen designt wurden. Sie aber verfolgt die Vision, ein biodiverses Ökosystem effizient wieder aufleben zu lassen. Um herauszufinden, wie das gelingt, untersuchte sie mit ihrem interdisziplinäres Team im Labor zum Beispiel, wie kleine Partikel in der Strömung mit verschiedenen Oberflächenstrukturen interagieren. «Sie dürfen nicht zu glatt sein, damit die millimeterkleinen Korallenlarven nicht abrutschen», erklärt sie und fährt mit den Fingerspitzen über einen Prototypen mit kunstvollen Verwirbelungen.

(Unterwasser-)Feldtest und DIY-Vorlage

Marie Griesmar, die sie glücklich-zufällig an der «ETH Zürich» kennenlernte und die sich als Künstlerin ebenfalls mit der Unterwasserwelt beschäftigt, fertigt die dreidimensionalen Elemente. Den Ton, der blasenfrei aus dem Drucker kommen muss, mischt sie von Hand an. Diese Produktion, die dereinst kostengünstig in Serie erfolgen soll, läuft derzeit auf Hochtouren: Mit 250 Steinen im Gepäck reist das Team an die Küste Kolumbiens, um dort

daraus ein Kunstriff zusammenzubauen und in der Tiefe des Meeres zu versenken. Was beim Pilotprojekt auf wenigen Metern beginnt, soll in Zukunft dazu dienen, Tausende von Kilometern aufzuforsten. «Das akute Problem des Riffsterbens braucht effiziente Lösungen, weil es sonst in dreissig Jahren gar nichts mehr zu retten gibt», warnt Ulrike Pfreundt eindringlich. «Deshalb wollen wir schnell viel bauen und schnell viel Leben zurückzubringen.» Dafür will «rrreefs» die Menschen vor Ort miteinbeziehen, indem sie diese in Rettungsaktionen involvieren, sie schulen und auf die Erhabenheit der Riffe sensibilisieren. «Wahrscheinlich stellen wir die Vorlage als Download bereit, sodass sich alle selbst ihren Riffbaustein ausdrucken und im Meer platzieren können», sagt die Biologin lachend –und meint es ernst.

Die Wissenschaftlerin betrachtet die herangezoomte Babykoralle am Bildschirm mit der forschenden Neugierde eines Kindes, das fasziniert die Punkte eines Marienkäfers zu zählen versucht. Gerade deshalb traut man es ihr zu, dass sie in zwanzig Jahren durch eines nach ihrem System restaurierten Riff schnorchelt – und dabei über die Fülle an Farben und Formen staunt wie damals als blutjunge Studentin bei ihrem ersten Tauchgang.

1 Biodiversität, aber nicht nur: Riffe schützen Küstenlinien vor Erosion und sind bedeutend für Tourismus und Fischerei.

2 Lego im Dienste der Wissenschaft: Die Module bestehen aus gebranntem, nachhaltigem Ton aus dem 3D-Drucker.

3 Frisch installiert: Die TestStruk turen vor dem «MaRHE»Forschungszentrum auf den Malediven zeigen, dass sich die erhofften Mikroorganismen ansiedeln.

NACHHALTIGE

GASTRO-TIPPS

Taste statt Waste – mehr als ein schöner Reim, denn das ist der Keim nachhaltigen Konsums, auch auswärts. Diese Gastro-Konzepte zeigen: Es ist einfach appetitlicher, wenn Achtung vor der Natur eine der Grundzutaten ist.

Mein Küchenchef, Köniz

Mirko Buri ist ein Mann mit einer Mission: Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, Food-Waste nicht nur bei sich, sondern in der gesamten Gastrobranche zu bekämpfen. So berät der Unternehmer andere Betriebe, wie sie Food-Waste vermindern und vermeiden können. Und der ist potenziell gross: Nach eigenen Angaben spart «Mein Küchenchef» jährlich fast 30 Tonnen Lebensmittel ein, die andernorts weggeschmissen werden würden. Das schafft er mit saisonalen Zutaten direkt vom Feld, einer ausgeklügelten Logistik, einer eingehenden Instruktion aller Beteiligten und modernen Zubereitungstechniken. Das ist nicht nur nachhaltig, sondern schmeckt auch gut – davon kann man sich täglich zwischen 11 und 14 Uhr in Köniz überzeugen, wo jede Woche andere Menüs (vier an der Zahl, darunter auch vegetarische und vegane Optionen) im Take-away erhältlich sind.

Mein Küchenchef, Landorfstrasse 7, Köniz. mein-kuechenchef.ch

Frischer Fritz, Thun

Frischer Fritz macht Furore – und das immer wieder. Erst im April dieses Jahres schaffte es die Rettung von einer halben Tonne Raclettekäse in die nationalen Schlagzeilen. Die Truppe um Sandra KisslingGrossniklaus hat es sich zur Mission gemacht, zu retten, was andere achtlos wegschmeissen. Das kann alles Mögliche sein – von mehreren Tonnen Alpkäse, die in der Corona-Saison liegengeblieben waren, über Wassermelonen, die zu klein geraten waren, bis hin zu Granatäpfeln, die nicht rot genug waren – und überhaupt allen Früchten und Gemüsen, die nicht den unnötig strengen und oftmals verschwenderischen Vorgaben des Detailhandels entsprechen. «Frischer Fritz» verkauft diese immer noch einwandfreien Produkte zu günstigen Preisen im Laden in Thun, an Marktständen oder auch über den Webshop. Wer möchte, kann sogar ein Abo lösen und jede Woche ein Paket mit Früchten, Gemüse, Käse und Molkereiprodukten empfangen.

Frischer Fritz, Untere Hauptgasse 9, Thun. frischerfritz.ch

Casa Miracoli, Biel

Das «Casa Miracoli» gleich um die Ecke vom Bahnhof bringt noch mehr Farbe ins ohnehin schon multikulturelle Biel. Diese Kombination von Restaurant, Delikatessenladen, Take-away und Cateringu nternehmen setzt auf Indisch und Italienisch – was in diesem Fall glücklicherweise nicht bedeutet, dass man Fusion-Unfälle wie NaanBrot mit Mozzarella und Prosciutto aufgetischt kriegt. Stattdessen kommen beide Küchen auf ihre Kosten: Italienische und indische Spezialitäten werden mit grossem Respekt und Bio-Zutaten authentisch zubereitet und für Schweizer Verhältnisse erstaunlich preiswert angeboten. Die Wartezeit kann man sich ideal damit vertreiben, das Sortiment an indischen und italienischen Comestibles im integrierten Laden zu studieren – und wer dabei Lust auf Genuss-Party kriegt, kann sich diese vom «Casa Miracoli» catern lassen – und sich damit der ewigen Dankbarkeit von Freunden und Bekannten sicher sein.

Casa Miracoli, Aarbergstrasse 100, Biel. casamiracoli.ch

Swing Kitchen, Bern

Eigentlich wollte Charly Schillinger weg aus der Gastronomie. Nach einer Kellnerlehre im elterlichen Gasthof verschlug es ihn nämlich für viele Jahre in die Finanzbranche, in der er sich das Kapital beschaffte, mit dem er dann doch noch «etwas Anständiges» aus seinem Leben machte. Vegane Burger nämlich – ohne Plastik, ohne Gentechnik und – was in dieser Branche überhaupt nicht selbstverständlich ist – ohne Ausbeutung der Mitarbeitenden. Sein «Swing Kitchen»-Franchise ist nun mittlerweile an neun Standorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz vertreten und erfreut die dortige Kundschaft mit nachhaltigen, «real» veganen Leckereien – selbst vor veganem Speck schreckt er nicht zurück. Spannend: Die Website liefert aktuelle Zahlen, wie viele Ressourcen das Restaurant seit seiner Eröffnung durch den Verzicht auf Fleisch schon eingespart hat.

Swing Kitchen, Laupenstrasse 4, Bern. swing-kitchen-bern.ch

GENÜSSLICH RETTEN

Zu krumm, zu kurios, zu kurz – und so köstlich: An der langen Tafel rettet man Food-Waste-Nahrungsmittel mit Genuss, erstmals auch in Münsingen.
TEXT DANIELA DAMBACH | FOTO PASCALE AMEZ

2,8 Millionen Tonnen. Eine Zahl, die fast im Hals stecken bleibt – denn sie beziffert die Menge an Lebensmitteln, die in der Schweiz jährlich im Abfall landen, statt den Appetit zu stillen. Food-Waste ist eine unnötige Verschwendung von Ressourcen, Energie und Geld. Obwohl sich die Schweiz im Rahmen der UNO-Ziele für nachhaltige Entwicklung dazu bekannt hat, weltweit die Lebensmittelverschwendung bis 2030 zu halbieren, bleiben verbindliche Zielvorgaben und Massnahmen weiterhin weitgehend aus. Menschen wie Johanna Knutti Rutishauser nehmen das Rezeptheft selbst in die Hand und rühren Food-Rettungsaktionen mit der grossen Kelle an: Gemeinsam mit ihrem Team an Freiwilligen plant sie seit vielen Monaten das erste Foodsave-Bankett in Münsingen. Unter den schattenspendenden Baumkronen der Schlossallee laden am 18. September lange Tafeln dazu ein, ein Festmahl aus Überschusszutaten zu verspeisen. Die Teilnahme an einem Foodsave-Bankett auf dem Berner Bahnhofplatz inspirierte Johanna Knutti Rutishauser dazu, ein ebensolches in ihrer Wohngemeinde zu realisieren: «Es hat mich berührt, dass Alt und Jung, Arm und Reich am selben Tisch essen und sich genussvoll dem wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln bewusster werden.» Welches Menü die Profi-Köche Bettina Jenzer, Yanick Mumenthaler und Joel Dussex zaubern, ergibt sich erst aus dem, was die Felder der Region zum Event hin hergeben: Getreu

«GESCHMACK UND REIFE SIND MASSGEBEND, NICHT GENORMTE FORMEN UND GRÖSSEN.»

Johanna Knutti Rutishauser, Initiantin Foodsave-Bankett Münsingen

dem Motto «Chrumm & fein» verwerten sie die saisonale Ernte, die wegen «Schönheitsfehlern» nicht den detailhandelsüblichen Normen genügen. Mitbekommen hat die Initiantin diese nachhaltige Denkweise von ihrer Mutter, die es meisterlich verstand, Essensresten vorzubeugen, alten Stofffetzen neuen Sinn zu verleihen oder ausgediente Schuhbändel als Gartenschnüre für die Tomatenstauden zu brauchen – zu einer Zeit, als der Begriff «Upcycling» noch nicht geläufig war. «Zwar habe ich als Kind diesen Verwertungseifer nicht immer begriffen, doch hat mich dieser in vielerlei Hinsicht geprägt», weiss Johanna Knutti Rutishauser, die vor rund zwei Jahren mit ihrem Partner This Rutishauser einen Genossenschaftsladen eröffnete. In ihrem «Tante Emma –unverpackt einkaufen» füllt man nachhaltige Nahrungsmittel in mitgebrachte Behälter ab, um Abfall zu vermeiden. «Ich möchte die Menschen auf die Luxuserscheinung der Lebensmittelverschwendung sensibilisieren und erlebbar machen, dass nicht Form oder Grösse massgebend sind, sondern Reife und Geschmack.»

Am Foodsave-Bankett haben alle die Möglichkeit, Food-Waste entgegenzutreten – oder besser gesagt «entgegenzusitzen» –und ihre Portion Engagement dazu zu tun.

Foodsave-Bankett Münsingen, Samstag, 18. September 2021, ab 12 Uhr. foodsave-bankette.ch

600

Franken beträgt der Wert der Lebensmittel, die jeder Schweizer Haushalt pro Jahr wegwirft. (wwf.ch)

25

Prozent der Umweltbelastung der Ernährung gehen auf FoodWaste zurück, was etwa der halben Umweltbelastung des motorisierten Individualverkehrs entspricht. (bafu.admin.ch)

Kilogramm Lebensmittelverluste fallen pro Person und Jahr hierzulande an, was einem Total von 2,8 Millionen Tonnen entspricht. (bafu.admin.ch)

GAMECHANGER

Weil auch Food-Waste die Umwelt ins Game-over treibt, rettet «Foodoo» aussortierte Süsskartoffeln aus dem Seeland und macht daraus vitaminreiche, zuckerfreie «SuperMayo». foodoo.world

GENUSS-

TASTE STATT WASTE

Die Pickles von «Ackr», hergestellt bei der Stiftung Vivendra in Dielsdorf, bestehen aus Rüebli von bester Qualität, die es aufgrund von optischen Merkmalen nicht in das Verkaufsregal schafften. ackr.ch

BALSAM FÜR DIE UMWELT

Unverkaufte Schweizer Brote verarbeitet Dominic Meyerhans zu «Aceto Pansamico», ein geschmeidiger und nuancenr eicher Balsamessig mit langem Abgang. shop.brauereilocher.ch

MOST MIT MISSION

Mit jedem Schluck neue Möglichkeiten schaffen: Der pure Saft wird aus sonst ungenutzten Schweizer Äpfeln gemostet, die Menschen mit Behinder ung gepflückt haben. gartengold.ch

DER INKLUSION INSELN

Inseln, nur fünfzehn Kilometer nordöstlich von Bern, auf denen man im Genussglück nur so schwimmt? Das bietet der Hof Grafenried, der bereits seit 1992 Gemüse und Früchte biologisch-organisch produziert: Hier geht das erste inklusive, kulinarische Open-air über die palettierten Bühnen inmitten von Apfelbäumen, die mit Lichterketten behängt sind. Wie auf einem Floss auf dem saftig-grünen Rasenmeer startet die Genussreise, die man zu z weit oder zu viert antritt. Für gustatorisch Unternehmungslustige kreiert und serviert das inklusive Küchenteam ein Fünf-GängeMenü mit Hof-Zutaten von Schnittlauchkapern und Wildkräutern bis hin zu Bio-Fleisch. Das Freiluft-Pop-up, ein Arbeitsinklusionsprojekt von «Blindspot», vereint ökologische mit sozialer Nachhaltigkeit und macht Diversität erlebbar – eine Hauptzutat für eine vielfältige Gesellschaft.

Pop-up «Hof17», bis 17. Juli und vom 12. – 28. August jeweils Donnerstag bis Samstag (18 – 23 Uhr). Reservation: hof17.ch

Fr. 2.90
Fr. 5.90
Fr. 8.90
Fr. 11.90

SCHMECKT AUCH DEM GEWISSEN

Eine Auslese zum Anbeissen ohne schalen Beigeschmack in Bezug auf Herkunft oder Herstellung bieten Lilian und Olivia: Mit ihrer neuen Initiative «Local Minds» versammeln sie Produkte für Geniesser, die aus nachhaltigen, lokalen Manufakturen und Ateliers stammen. Einzeln Ausgesuchtes, von dem die beiden Zürcherinnen wissen, wessen Kopf der Nachhaltigkeitsgedanke entsprang, wessen Hände es geformt, geschnitten oder geröstet haben und wessen Herzblut drinsteckt. localminds.ch

HYGIENISCHER HÜTEDIENST

Damit die Tüten schön brav dichthalten: Die ausgeklügelten, in der Schweiz hergestellten Tütenverschlusssysteme von «Böörds» verschliessen Tüten aller Art wasserund luftdicht, sodass Lebensmittel länger frisch und knackig bleiben.

GERIEBEN STATT GESTREUT Gourmets reiben sich schon beim Anblick die Hände: Die Salzreibe «Saltrocks» aus japanischem Edelstahl, auf einem Sockel aus FSC-zertifiziertem Emment aler Holz, veredelt Speisen mit feinem Salzstaub.

KAFFEESATZLESEREI ÜBERFLÜSSIG

Denn bezüglich Herkunft braucht man bei «José Optita Café» nicht zu spekulieren: Der vollmundig-schokoladige Spezialit ätenkaffee kommt aus dem eigenen Familienbetrieb von Nataly und Andreas in Kolumbien.

Fr. 14.–
Fr. 49.50
Fr. 18.80 (6er-Set)
Mirjam Herrmann, mirjamherrmann.com

AROMATISCH AUFDREHEN

Das geht feurig schnell mit dem Grill-Trio von «Chiliwerk» aus selbstgezüchteten Schweizer Chilis. Süss-säuerliche «Marbella’s Best», kreolische Gewürzsauce und Chimichurri sorgen für Rambazamba im Rezept! Alle Saucen sind vegan, laktosefrei und frei von künstlichen Konservierungsstoffen.

MAN BRINGE SIE HER, all die Leckereien! Aber natürlich nicht irgendwie, sondern stilvoll auf einem Serviertablett von «NaniManu» aus Eiche oder Nussbaum, handgefertigt in der Werkstatt im Thurgau. In drei Grössen erhältlich.

SOMMERLICH KNUSPERN

Das neue Bio-Granola von «Nuts & Friends» aus Zürich im wiederverwendbaren Glas knuspert mit knackigen Kokos-Chips und gefriergetrockneten Mangostücken das Ferien-Feeling herbei.

FAST ZU SCHADE, UM damit den Mund abzuwischen!

Doch die zartrosa Stoffserviette aus 100% litauischen Naturleinen von «bud handmade unit» ist so strapazierfähig, dass sie das locker aushält. Mit Sorgfalt hergestellt in einem kleinen Zürcher Atelier.

«MITNEHMSEL»

Der Proviantsack von «Loggia16», den man überallhin mitnehmen kann, bringt gute Eigenschaften mit: Dieser ist aus europäischen Leinen und recycelter Baumwoll-Kordel zu 100% in der Schweiz hergestellt.

LÄNGER GENIESSEN

Nicht nur zeitlich, sondern auch in Zentimetern –denn das handliche «Longboard» von «Ja\und?», aus Esche oder Nussbaum, misst stattliche 49 cm. Hergestellt in der Stiftung «Arwole» in Sargans von Menschen mit Beeinträchtigung.

DIP-DATES AM GRILL

Treffen feine Gaumen auf die hausgemachten Bio-Gewürzmischungen, kreiert von «Würzmeister» in Kloten, ist köstliches Kribbeln gewiss … Alle Gewürzmischungen für DipSaucen sind gluten- und laktosefrei, vegan und frei von Zusatzstoffen.

EINE TRANCHE VINTAGE

Der Allesschneider «Omnia» von der Zürcher Manufaktur «HerzBerg» ist handbetrieben und kommt ohne jeglichen digitalen Schnickschnack aus. In fünf Farben und wahlweise in Eiche oder Nussbaum erhältlich.

Fr. 79.–
Fr. 29.–
Fr. 19.80
ab Fr. 8.–
Fr. 585.–
ab Fr. 48.–
Fr. 32.80
Fr. 34.– (5er-Set)

«MADAME FRIGO»:

Zu viel eingekauft? Volles Gemüsefach kurz vor den Ferien? Dann empfängt einen «Madame Frigo» mit offenen Kühlschranktüren: Den die öffentlichen Gemeinschaftskühlschranke funktionieren nach dem Prinzip «Bring, was du willst – nimm, was du brauchst». So finden Gurken, Bananen, Brote und andere Produkte, die das Mindesthaltbarkeitsdatum, nicht aber das Verbrauchsdatum überschritten haben, neue «Aufesser». «Madame Frigo», die gibt und nimmt, findet sich im Kanton Bern u. a. in Bern, Münsingen, Thun und Spiez. madamefrigo.ch

Diese App macht Food-Waste-Fightern gehörig Appetit: Mit «Too good to go» kann man einwandfreie Lebensmittel von Restaurants, Bäckereien und Supermärkten in der Nähe retten, die sonst am Ende des Tages in der Tonne landen. toogoodtogo.ch

TO GO UND GO … und go! Umweltbewusste nippen ihren Kaffee unterwegs aus dem thermoisolierenden «Weducer Cup» (300 ml), der aus recyceltem Kaffeesatz besteht und deshalb einen leichten Kaffeegeruch verströmt blasercafe.ch

PODS TUUSIG!

Potz, potz! – die «Limited Edition» mit der neuen Espressomischung «Eichholz» beeindruckt stark: Einerseits, weil sie das Flair von Berner Sommer, Sonne und Leichtigkeit in die Tasse bringt mit Aromen von Sommerbeeren, Karamell und Mandeln. Anderseits, weil deren Verpackung 100% alufrei ist. roesterei.be

EINMAL WIEDERVERWENDBAR, BITTE!

Mit schicken und dichtschliessenden To-go-Mehrwegbehältern bietet «reCircle» ein ökologisches Alternativsystem zu Wegwerfverpackungen, an dem sich landesweit bereits rund 1500 Restaurants beteiligen. recircle.ch

Fr. 8.20
Fr. 18.–

KRÄUTERWISSEN

Die Kräutersuche ist der Beginn des Kochens, auf der man die Geschmackswelt vor der Haustür entdeckt.

WIESENSALBEI

Das Lippenblütengewächs, dessen Blätter frisch-würzig schmecken,

SAUERAMPFER

Die Blätter des Rachenputzers, reich an Vitamin C, Gerbstoffen und Eisen, haben eine säuerliche Zitronennote.

STRAHLENLOSE

KAMILLE

Süss, fruchtig – eben nach Kamille – so schmecken die Blätter des Korbblütengewächses, das man am Wiesenrand findet.

Fr. 75.–

MIT VOGELKIRSCHEN, SCHMAND HONIGTARTE UND WIESENKRÄUTERSCHNEE

Wiesenkräuterschnee

200 g Wiesensalbeiblätter, Sauerampferblätter, Strahlenlose Kamille

100 g Läuterzucker

Honigtarte mit Vogelkirschen

Mürbeteig

350 g Schmand

70 g Vogelkirschen, entsteint

1 Ei

30 g Rübenzucker

30 g Bergblütenhonig

8 g Kartoffelstärke

Honigsauce

100 g Rübenzucker

90 ml Rahm

60 g Butter

50 g Bergblütenhonig

ZEHN-JAHRESZEITEN-KÜCHE

Mit seinem Buch «Ten Seasons» führt David Krüger ein in die Geheimnisse des Suchens, Sammelns und Kochens von unverfälschten und seit jeher hier gedeihenden Urprodukten. weberverlag.ch

Anrichten

Traubenkirschengelee

Vogelkirschen

Läuterzucker

Wiesenlabkrautblüten

Pastinakenblüten

Kräuter zupfen, waschen und grob zerschneiden. Kalten Läuterzucker in einen Mixbecher geben und die Kräuter auf höchster Stufe fein mixen. Den Kräutersirup durch ein feines Sieb passieren und für 24 Stunden tiefkühlen. Mit einer Gabel den gefrorenen Sirup aufkratzen, damit eine Art Schnee entsteht. Der Schnee kann in einer kleinen Box mit Deckel bis zum Anrichten im Tiefkühler gelagert werden.

Mürbeteig zwischen zwei Blättern Backpapier mit etwas Mehl 3 m m dick ausrollen, mit einem runden Ausstecher den Teig ausstechen und in beschichtete Tarteletteformen legen. Den Teig etwas andrücken und in Form bringen. Mürbeteigböden im vorgeheizten Backofen bei 170 °C goldgelb backen. Alle restlichen Zutaten pürieren, bis die Masse schön rosa ist. Mürbeteigböden auf ein Blech legen, die fertige Schmandmasse bis zum Rand auffüllen und im vorgeheizten Backofen bei 85 °C für 45 Minuten stocken lassen.

Zucker vorsichtig bei mittlerer Hitze erhitzen, bis er beginnt sich aufzulösen und eine goldbraune Farbe bekommt. Butter, Honig und Rahm dazugeben und unter Rühren zu einer schönen Honigsauce verarbeiten. Die fertige Sauce durch ein feines Sieb giessen und bis zum Gebrauch kühl stellen.

Etwas Honigsauce in einen tiefen Teller geben und die Tarte darauf setzen. Auf dem Rand der Tarte Traubenkirschengelee und frische, in Läuterzucker eingelegte, Vogelkirschen anrichten. In die Mitte einen Löffel Kräuterschnee geben und mit Wiesenlabkraut und Pastinaken dekorieren.

DAS BESTE AUS DEN SAC-HÜTTENKÜCHEN

Was gibt es Schöneres, als während einer Wanderung hoch oben in den Bergen bei einer Hütte einzukehren, sich mit einem Teller Älplermagronen oder einem Stück selbstgebackener Schoggischnitte mit Schlagrahm auf die Terrasse zu setzen und das Panorama zu geniessen?

In diesem einzigartigen Buch werden 43 SAC-Hütten vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen dabei die engagierten Hüttenwartinnen und Hüttenwarte, welche tagtäglich unter nicht immer einfachen Bedingungen feinste Gerichte zubereiten. Sie alle öffnen ihre persönlichen Rezeptbücher, damit Interessierte diese selbst ausprobieren können –oder aber selbst den Weg hinauf zu den Hütten erwandern. Es lohnt sich!

Autorin: Monica Schulthess Zettel 3., überarbeitete Auflage 2021 368 Seiten, 21,8 × 26,1 cm, gebunden, Softcover ISBN 978-3-03818-258-0 CHF 39.–

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AUCH IM BUCHHANDEL ERHÄLTLICH

Monica Schulthess Zettel ist mit ihrem Ehemann Martin Zettel oft in der Natur unterwegs –mit Lauf- und Wanderschuhen, Rennvelo und Mountainbike sowie mit Ski und Kajak. Ob beim Zeltaufbau in Schweden bei –25 ˚C oder beim Velofahren in Angola bei 39 ˚C –die beiden lieben das Abenteuer.

Bitte senden Sie mir ____ Ex. «DAS BESTE AUS DEN SAC-HÜTTENKÜCHEN» zum Preis von je CHF 39.– (inkl. Versandkosten). ISBN 978-3-03818-258-0

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1000 IDEEN FÜR NULL EMISSIONEN

Nachhaltigkeitsstrategie, neues Entwicklungszentrum, vollelektrischer Luxus und Upcycling: Die britische Premiummarke «Jaguar Land Rover» gibt hundert Prozent, um die «Destination Zero» zu erreichen.

Null ist ja für gewöhnlich nichts, was man mit Höchstmass, Spitze oder Vorsprung in Verbindung bringt – es sei denn, es geht um Nachhaltigkeit. So hat «Jaguar Land Rover» seine Ziele in der «Destination Zero» definiert: Null Emissionen, null Unfälle, null Staus. Mit der globalen Strategie «Reimagine» will der britische Autohersteller «neue Massstäbe für ein Luxusunternehmen im Hinblick auf Ökologie und gesellschaftliche Verantwortung setzen», um gesellschaftliche Verantwortung, modernen Luxus und Fahrerlebnis neu zu interpretieren. Kern von «Reimagine» ist die konsequente Elektrifizierung der Fahrzeuge; bis zur Mitte des Jahrzehnts soll «Jaguar» eine Renaissance als rein elektrische Luxusmarke erleben.

Darüber hinaus strebt das Unternehmen an, bis 2039 in seinen Produkten und Standorten sowie in der Lieferkette komplett ohne Kohlendioxid-Emissionen auszukommen. Teil dieses Plans sind auch Brennstoffzellen-Antriebe mit sauberem Wasserstoff; entsprechende Prototypen rollen bereits in wenigen Monaten über britische Strassen. Einen Meilenstein auf der Route zur «Destination Zero» markiert das neue Entwicklungszentrum am Hauptsitz in Gaydon, dessen Gebäude zu den nachhaltigsten im ganzen Vereinigten Königreich zählen. Unter anderem, weil die Photovoltaikanlage auf dem Dach bis zu 20% des Energiebedarfs deckt und der Rest vollumfänglich aus erneuerbaren Energiequellen stammt. Auf einer Fläche

von 4 000 000 m 2 – was rund 480 Fussballfeldern entspricht – arbeiten Ingenieure und Designer an der elektrifizierten Mobilität von morgen. Diese Ballung der Kompetenzen in Design, Technik und Einkauf erhöht die Innovationskraft. Anregung und Musse dafür tankt das Entwicklungsteam inmitten einer natürlich ge stalteten, ökologisch vielfältigen Umgebung. Aus diesem inspirativen Quell gehen Handschuhe und sensorische Lenkräder aus dem 3D-Drucker hervor, aber auch ebenso hochwertige wie nachhaltige Recycling-Materialien für das Interieur. Beispielsweise setzt «Jaguar Land Rover» verstärkt auf die innovative Nylonfaser «Econyl», die aus wiederverwerteten Kunststoff-Abfällen aus den Ozeanen oder von Deponieren besteht – und im Gegensatz zu herkömmlichem Nylon ohne Rohöl hergestellt ist: 10 0 00 Tonnen «Econyl» sparen 70 0 00 Barrel Rohöl ein. Das strapazierfähige Material findet schliesslich Verwendung als exquisite Innenverkleidung in den jüngsten Premium-Modellen. So stehen E-Automobilenthusiasten verschiedene Antriebe zur Auswahl: Plug-in- oder Mild-Hybride und der «I-Pace», den es seit Kurzem als vollelektrische Variante gibt. Somit ist der britische Autobauer gut gerüstet auf dem Weg zur «Destination Zero».

Weitere Infos und Probefahren: Emil Frey, Milchstrasse 3, Bern-Ostermundigen. emilfrey.ch

1 Für ein nachhaltigeres Morgen gerüstet: Im neuen Entwicklungszentrum von «Jaguar Land Rover» forschen Designer, Techniker und Entwickler gemeinsam unter einem solarzellenbestückten Dach an der elektrifizierten, vernetzten wie auch autonomen Mobilität der Zukunft. 2 «Vollelektrische Luxusmarke bis 2025» – dieses Ziel verfolgt «Jaguar» mit seiner neuen Strategie. Schon heute sind Premiummodelle wie der «E-Pace» mit Plug-in- und Mild-Hybrid-Antrieben erhältlich, die eine rein elektrische Reichweite von bis zu 55 km erreichen.

TEXT DANIELA DAMBACH | FOTO ZVG

STROMAUFWÄRTS IN DIE ZUKUNFT

Autos sollen nachhaltiger werden, darüber hinaus aber auch deren Produktionskette: Wie «Ford» bei der Erreichung der Klimaneutralität eine Vorreiterrolle einnehmen will.

Der «Sustainability Report», den «Ford» jüngst veröf Produktionsstätten bis 2035 vollständig mit Strom aus

NEW JAGUAR E-PACE

PLUG-IN HYBRID

Mit der Power eines zweiten, elektrischen Motors haben wir den Jaguar E-PACE noch besser gemacht. Als Plug-in Hybrid ist der kompakte SUV stärker, effizienter und moderner und beeindruckt Sie auch mit seinem modernisierten Interieur, dem intuitiven InfotainmentSystem Pivi Pro und neuen Scheinwerfern.

DOPPELTE LADUNG FAHRSPASS.

Jetzt Probe fahren!

SCHNELLADEN SOLARDACH

UNTER DEM

«Fastned» sorgt dafür, dass die Schweiz mit Schnelladestationen für E-Autos ausgerüstet ist: In Lenzburg ist bereits die zweite futuristisch anmutende Anlage in Betrieb.

Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) hat fünf Unternehmen damit beauftragt, die Schweiz mit Schnellladestation auszurüsten. «Fastned» ist eines davon und hat vor Kurzem bei Lenzburg die zweite Ladestation eröffnet. Das Design der «Tankstellen» der Zukunft wirkt entsprechend futuristisch. Auch, weil das niederländische Schnelladenetzwerk auf erneuerbare Energien setzt: Die gezackten Dächer sind mit Photovoltaik-Modulen ausgestattet, denn

«Fastned» liefert ausschliesslich aus Wind und Sonne gewonnenen Strom. Das Laden geht bis zu hundertmal schneller als an der heimischen Steckdose. Innert nur 15 Minuten «tankt» man bis zu 300 Kilometer Reichweite: einfach Stecker mit dem Fahrzeug verbinden, Ladevorgang via Karte oder App starten, fertig – und los geht es, mit Wind im Haar der Sonne entgegen.

Mehr Infos: fastnedcharging.com

SOZIALER SWIPEN

Ausgestattet einem 64-GB-Speicher, Fullday-Akku und einer hochauflösenden Kamera nimmt es der neuste Wurf von «Fairphone» spielend mit den Mitbewerbern auf. Doch der Anspruch des niederländischen Unternehmens geht bedeutend weiter: Ihr Smartphone ist konzipiert für Langlebigkeit und unter fairen Arbeitsbedingungen aus 40 % r ecyc eltem Kunststoff hergestellt. circleshop.ch

DAS RAD NEU ERFINDEN! Ein Reifen, der keine Umweltverschmutzung verursacht, sondern die Luft reiner macht? Genau das strebt «Goodyear» mit seiner Konzeptstudie an: Eine lebendige Moosschicht in der Reifenmitte soll Schadstoffe aus der Luft filtern, indem sie CO2 aufnimmt und Sauerstoff abgibt. Ein 3D-Drucker formt die Innovation «Oxygene» mit Gummimehl aus recycelten und pulverisierten Altreifen.

INNOVATIONEN

IM QUADRAT

Ohne Innovationen im Bereich der Mobilität lassen sich drängende Umweltproblem nicht lösen. Deshalb hat die «AMAG Group» am Flughafen Zürich ein Kompetenzzentrum gebaut, das dem fortschrittlichen Denken Raum geben will. Im Juli 2021 öffnet «The Square» seine Tore. Die Innenarchitektur spiegelt die Vision des Showrooms wider: urban und modern mit naturverbundenem Touch. Backsteinwände, Kletterpflanzen und sogar ein gedeihender Baum, so präsentiert sich die neue Informations- und Erlebniswelt auf über 440 Quadratmetern. Die Besucherinnen und Besucher können nach einem Einblick in nachhaltigere Mobilitätsprojekte an der Bar Platz nehmen und weiter über die gezeigten Zukunftsideen sinnieren

Opening Days vom 9. – 11. 7., The Circle 39, Flughafenareal Zürich. Mehr Infos: the-square.ch

Fr. 459.–

INMITTEN DES WANDERN WANDELS

An spektakulären Schauplätzen des Klimawandels spurt man dort ein, wo sich Veränderungen in der Natur einschleichen: Von rutschenden Bergen, schmelzenden Gletschern und schützenswerter Schönheit.

Quelle: Luc Hagmann

Wasser marsch?

Wer schon einmal durch die Berge und Hügel des Wallis spaziert ist weiss; im Südschweizer Kanton ist es heiss und trocken – insbesondere im Sommer. Fast vollständig von Gipfeln umgeben, finden sich Siedlungen, Wiesen und mehr als den einen oder anderen Weingarten Auf einer sechsstündigen Wanderung erkundet man, wie auf diesen ariden Böden doch etliches gedeiht: Etwa 300 Suonen sorgen dafür, dass die Felder nicht austrocknen. Wie diese offenliegenden Wasserkanäle die Flora des Wallis beeinflussen, beobachtet man auf dieser Wanderung zwischen Crans-Montana und Chermignon hautnah, entlang von bunt bewachsenen Ufern. Aber auch dieses System ist durch den Klimawandel gefährdet, da das Schmelzen der Gletscher zu einer Versickerung dieser Suonen und damit zu einem Verlust der Biodiversität in diesem Gebiet führen könnte. Die Tour erfordert Schwindelfreiheit, da ein Streckenabschnitt über Holzbretter einer Felswand entlangführt …

A nreise mit dem Funiculaire oder Bus nach Crans-Montana, Rückreise von Chermignon mit dem Bus nach Sierre.

HANDELN IN HANDLICH

Das von der sozialen Luzerner «Stiftung Brändli» hergestellte Lunch-Set aus gewachstem Baumwollstoff ermutigt dazu, plastikfreies, eigenes Besteck einzupacken – und dient als Sitzunterlage, damit die Kleidung sauber bleibt. braendi-shop.ch

HYDRIERT AUF HOLPRIGEN WEGEN Umweltbewusste stillen ihren Durst mithilfe einer wieder ver wendbaren Trinkflasche wie jener von «Nature’s Design»: Mit abdichtendem Holzdeckel und einer rutschfesten Naturkorkhülle ist «Lagoena» die auslauf- und bruchsichere Begleitung zwischen Hängen und Matten. natures-design.com

Fr. 44.–

Elektrisierende Aufbruchsstimmung

Auf dem Kamm des Mont Crosin ragen Zeichen der Energiewende in den Himmel: Die rotierenden Propeller eines Windparks, hierzulande der grösste und älteste. Zusammen mit den 4500 Silizium-Solarzellen auf 20 000 Quadratmetern Fläche auf dem benachbarten Mont Solei bildet dieser die grösste Anlage zur Gewinnung von Sonnen- und Windenergie in der Schweiz. Der jährlich daraus gewonnene Strom deckt den Bedarf von rund 200 Haushalten. Via Funiculaire in St-Imier gelangt man auf den Sonnenberg mit seinen gigantischen, grausilbernen «Schoggi-Tafeln», die zusammen mit einer kuppelförmigen Sternwarte und ersten Windrändern ein futuristisches Szenario bilden. Dieses zu erwandern, scheint einem einen regelrechten Energieschub zu verleihen…!

Anreise auf den Mont Soleil mit der Standseilbahn von St-Imier aus, danach vierstündige Wanderung bis Tramelan, Heimreise mit dem Zug via La Chaux-de-Fonds oder Biel.

Fr. 29.90

IM HERZEN DES

Per Sessellift ins Paradies

BERGES

Hier festigt sich die Faszination für Funkelndes: Einst eine Festung, bunkert das «Sasso San Gottardo» die Riesenkristalle vom Planggenstock.

FÜR FREIHANDLIEBHABER

Der grundsolide Grossraumrucksack «Canastero» ist unter anderem dann praktisch, wenn man unterwegs Fakten zum Klimawandel nachschlägt. Die Schweizer Upcycling-Designs entstehen aus Leder und wiederverwerteten Reifenschläuchen in einer sozial verantwortungsvoll geführten Manufaktur in El Salvador. schreif.ch

Obwohl die Festung «Sasso da Pigna» 2001 aus der strengen Geheimhaltung entlassen wurde, umgibt sie noch immer die Vagheit des Verborgenen. Zwischen 1941 und 1945 erbaut, zählt der 2,5 Kilometer lange Stollen zwischen Airolo und Andermatt zu den Denkmälern von nationaler Bedeutung. Hinter den gewaltigen Felswänden erleben Museumsbesuchende Zeitgeschichte hautnah: Besichtigt man Mannschaftsräume, Waffenlager und Originalrelikte, beschleicht einen das Gefühl, die Soldaten könnten jeden Augenblick zurückkehren – alles wirkt, als wäre es gerade erst verlassen worden …

So unterirdisch er ausgestellt ist, so überirdisch schön wirkt er: Der Riesenkristall, der seinesgleichen sucht. In der Er-

KLARES BAUCHGEFÜHL

Schon beim Anblick der OhrhängerUnikate des Zürcher Labels «Elvetia» kribbelt es: Aus RecyclingSilber und naturbelassenem Nadelquarz aus dem Val Bedretto (inkl. passende Halskette). «Sasso San Gottardo»-Shop , elvetia.luxury

Mit dem Sessellift schwebt man von Pontresina hinauf zur Alp Languard. Die Fahrt ist ebenso malerisch wie wehmütig: Die Landschaft ist durchzogen von den Spuren des schmelzenden Permafrostes. Wo früher die Schafe grasten, dominieren heute Dämme, um Lawinen und Muren zu stoppen. Oben angekommen, beginnt die Wanderung durch die traumhafte Bergwelt des Oberengadins. Bald erreicht man das Paradies – im wahrsten Sinne des Wortes! Das «Chamanna Paradis» ist der perfekte Ort für eine erste Zwischenverpflegung. Die Aussicht auf den Morteratschgletscher ist atemberaubend und nach einem Stück hausgemachter Torte wandert es sich gleich energievoller. Das trifft sich gut, denn es folgt der steilste Anstieg der Strecke. Beim Plaun da l’Esen (Eselboden), wo man früher mit Eseln hinaufritt, kämpft man sich heute eigenfüssig und schweissgebadet den Berg hinauf. Doch der Aufstieg lohnt sich: Oben angekommen, bietet sich eine spektakuläre Sicht auf den Berninapass und seine Bergseen. Inmitten der imposanten Berggipfel könnte sich das Staunen jetzt nur noch steigern, wenn man einen Steinbock erblickt…

lebniswelt ist er als glänzendes Gefüge ausgestellt, so wie die Gänge der Alpen ihn schufen. In Jahrmillionen am Planggenstock herangewachsen, zirka 60 Meter im Berginnern, beförderte ihn Strahler Franz von Arx mit seinem Partner Elio Müller ans Licht. Mit 1,5 Tonnen Gewicht und Spitzen, die bis zu einen Meter in die Höhe ragen, ist der Schatz an Format und Funkelkraft kaum zu überbieten. Während sich die flirrenden Facetten noch in den Pupillen spiegeln, wartet die «Wunderkammer» mit sagenumwobenen Sachen und Sächelchen auf. Tief in den Kavernen versetzt einen Kurioses und Kunsthandwerkliches in Staunen, das vom Talent der einstigen Kristallschleifer zeugt: Kronleuch ter, Kerzenhalter und Kostbarkeiten, die italienische Fürsten zierten.

BESCHWINGT TRINKEN

Anreise mit der Bahn bis Pontresina, weiter mit dem Sessellift auf die Alp Languard. Wanderung ca. fünf Stunden bis Bernina Diavolezza. Rückreise mit Bahn oder Bus «Bernina Express».

Am Idaplatz in Zürich fertigt Glasbläser Otmar Trost jede «Gigi»-Karaffe mit Einpassung für den Bergkristall – unter anderem aus dem Tessin – in höchster Handwerkskunst an. «Sasso San Gottardo»-Shop, crystalsonicwater.com

Kehrt man nach der Erkundungstour ans Tageslicht zurück, ist es schwer zu sagen, was einen mehr blendet: Die Sonne oder doch die Schätze, die in Erinnerung weiterstrahlen?

Ab 6. Juni jeweils von 10.30 Uhr bis 15 Uhr geöffnet (Eintritt ab Fr. 18.–). sasso-sangottardo.ch

Einkaufen und Recyceln ohne Schleppen?

Collectors macht’s möglich: Mit unseren Cargo-Velos liefern wir Ihre Einkäufe nach Hause und entsorgen Ihre Leergüter fachgerecht. Collectors ist ein Sozialprojekt, das Ihren Alltag erleichtert.

Perimeter: Stadt Thun (ohne Goldiwil), Steffisburg, Hilterfingen, Hünibach

www.collectors-thun.ch

TEXT DANIELA DAMBACH | FOTO ZVG
Fr. 350.–
Foto: Jurg Hunziker

Für «Staunologen»

Ob Wasserratte, Wanderfreund oder Hobbygeo loge, das Gebiet um den Caumasee und die Rui naulta versetzt sie alle in Staunen. Von Flims aus erreicht man in nur fünfzehn Minuten den See, dessen Türkisblau schon von Weitem durch die Baumlücken strahlt und schimmert. Die Som mer waren im letzten Jahrzehnt immer trocke ner, sodass die «Flimser Perle» nur dank künst licher Speisung zu erhalten ist – ein Warnsignal dafür, wie klimatische Veränderungen den Was serhaushalt beeinflussen können. Die Wande rung führt weiter zum Aussichtspunkt «Conn», wo man mit den staunenden Augen den Kurven des Rheins in der Tiefe folgt, flankiert von steilen Kalkwände und Felstürmen.

Anreise mit dem Bus bis «Flims Waldhaus», Rückreise von der Station «Valendas-Sagnon» aus mit dem Zug.

AUFMERKSAM INS ABENTEUER

Faszination und Fragilität der Natur liegen nahe beieinander, wie der Wanderführer von Luc Hartmann offenbart. «Dem Klima auf der Spur» zeigt klimatische, biologische und geologische Zusammenhänge auf, denen man auf zwanzig Wanderungen von Ascona bis Zervreila auf den Grund geht. werdverlag.ch

… wo es einiges zu murmeln gibt!

Auf dem Weg durch das bündnerische Val Avers gibt es viel zu sehen – eines aber sehr viel: Es wimmelt nur so von Murmeltieren! Doch der Klimawandel geht den Kleinen an den Kragen: Immer öfter ist es den putzigen Nagern über den Mittag zu heiss, sodass sie sich im Bau verkriechen. Eine Zwangssiesta mit Folgen: Es geht ihnen wertvolle Zeit verloren, um sich Fettreserven für den Winter zuzulegen. Eine Wanderung, die trotz «Jö»-Faktor – gerade an sommerlichen Hitzetagen – nachdenklich stimmt

A nreise mit dem Postauto bis Juf, fünfbis sechsstündige Wanderung bis Maloja, Rückreise mit dem Bus über St. Moritz.

Fr. 39.–

AUFTANKEN, WO

ENERGIE ENTSTEHT

Ein Ausflug an die Quelle der erneuerbaren Energie erneuert auch die eigene: das Naturidyll «Hagneck» lädt zum Auftanken. Und diese gute Energie durchfliesst neuerdings sogar einen Designtisch.

Bächlein, die ihre Arme zu allen Seiten ausstrecken, Libellen, die über den Tümpeln das Loblied des Sommers surren, Vögel, die zwitschernd verkünden, dass es um deren Artenvielfalt hier gut bestellt ist; «Hagneck» heisst das Idyll, in dem Natur und Technik zusammenspielen. In dieser in der Schweiz einzigartigen Auenlandschaft darf man auch einzigartige Wesen vermuten... Im Grunde würde es einen nicht überraschen, die behaarten und aussergewöhnlich grossen Füsse eines Hobbits zu erblicken, der zwischen Gestein und Gestrüpp friedvoll der Siesta frönt. Natürlich entspringt dieses Bild der Fantasie, doch ist der Kanal am Südufer des Bielersees ein guter Ort, um Fantasie treiben zu lassen. Ein nichtfiktives Wunderwesen könnte man durchaus erspähen, was aber Glückssache ist: Der seltene Eisvogel mit rotorangem Bauch und dunkelblau-türkis changierendem Rücken. Keine «Glückssache» war die Erschaffung dieses «Kraftorts», für welche 100 0 00 Kubikmeter Fels und Molasse ausgehoben und 50 000 Kubikmeter Beton verbaut wurden: Das neue, 2015 in Betrieb genommene Hightech-Wasserkraftwerk der «BKW» und der «Bieler Kraftwerke» ist eine ökologische Meisterleistung, die Natur und Landschaft bedeutend aufgewertet hat. Das Pionierprojekt, dem 13 Jahre Planung

und vier Jahre Bauzeit vorausgingen, umfasste den Umbau des alten Kraftwerks aus dem Jahre 1900, den Neubau eines effizienteren Wasserkraftwerks und die Renaturierung der Umgebung samt ausgeklügelter Fischtreppen. Einem natürlichen Wildbachlauf nachempfunden, ermöglichen diese es einheimischen Fischarten wie Seeforellen und Barben das Kraftwerk zu passieren und flussaufwärts weiter zu schwimmen.

Miteinander von Natur und Technik

Das Wasserkraftwerk, das vor über 120 Jahren gebaut wurde, war mit seinen markanten Hochwasserdämmen eines der Herzstücke der Juragewässer-Korrektion und eines der ersten Grosswasserkraftwerke der Bernischen Kraftwerke. Die heutige Anlage produziert 40 Prozent mehr Strom als die bisherige und modernste Technik macht eine hohe Energieeffizienz möglich. Dieser energiegeladenen Entwicklung von 1900 bis zur Hochtechnologie k ann man bei einer Führung durch das Besucherzentrum auf die «Turbinen fühlen», durch welche das gesamte Wasser von Aare und Saane fliesst: Mit einer Gesamtleistung von 24 Megawatt erzeugen diese 93 Gigawattstunden St rom, was den Jahresbedarf von 30 000 Berner Haushaltungen deckt. Zahlreiche Auszeich-

1 Ökologische Aufwertung: Die geschützte Auenlandschaft von rund 20 000 m2 ist von nationaler Bedeutung.

2 | 3 Strom für 30 000 Haushalte: Die «BKW» und der «ESB» setzen mit dem Wasserkraftwerk Hagneck einen Meilenstein in der Erzeugung von sauberer und erneuerbarer Energie.

4 Rückkehr nach 100 Jahren: Jüngst liess sich ein Fischadler im Hagneck-Delta nieder. 3 4

nungen würdigen die Energieproduktion, die sich im Naherholungsgebiet einbettet: Beispielsweise zeichnete die «Stiftung Landschaftsschutz Schweiz» diese vom Mensch gemachte Natur als «Landschaft des Jahres 2017» aus und 2018 erkor die «Stiftung Auszeichnung Berner Baukultur» das Wasserkraftwerk zum beispielhaften, zeitgenössischen Werk. Wem vor lauter eindrücklicher Zahlen der Kopf surrt, als sässe eine Bienenkönigin darin, befreit diesen, indem er vom Wehr aus auf die tosenden Wassermassen hinabblickt. Die Sicht auf die St. Petersinsel und den Chasseral auf der einen, und auf Eiger, Mönch und Jungfrau auf der anderen Seite durchfliegt eine Meise, die nahe der Wasseroberfläche nach einem Insekt pickt.

Verköstigt verweilen

Wenn man weder Hobbit noch Eisvogel zu Gesicht bekommt, dann kehrt man wenigstens –was sich als nicht minder spannend herausstellt – ein im Bistro des «Eisvogels». «Martin-Pêcheur» – nach dem französischen Namen des schillernden Federgenossen – hat Martin Blaser sein Lokal benannt, das direkt am Oberwasserkanal liegt. Als der Möbeldesigner und Industriebauten-Fan aus der Zeitung vom Projekt erfuhr, liess ihn die Idee nicht los,

das Wasserwerkareal dereinst zu seinem Wirkungsort zu machen. Sechs Jahre später verliess er den Berner «Breitsch», um mit seiner Partnerin eines der historischen Angestelltenhäuser zu bewohnen und in einem ehemaligen Werkstattgebäude Gäste zu bewirten. Das Warten auf den Eisvogel – oder zur Tiefenentspannung einfach mal auf gar nichts – versüsst man sich mit «Caffè freddo» und hausgemachtem Birnenkuchen. Während man gaumenund seelenruhig Köstlichkeiten schnabuliert, fliessen nebenan 320 m3 Wasser pro Sekunde durch das Kraftwerk. Sekunde für Sekunde geniesset man den Ausblick auf den See – und den Sonnenuntergang, wenn man genug lange da bleibt. Das ist wahrlich kein Kunststück, denn Zeitvertreibe gibt es auf dem Areal reichlich. Zum Beispiel einen Besuch in der «Stahlblau»Werkstatt, in der Martin Blaser geradlinige Möbelstücke in K leinserie baut.

Führung durch die Welt der Wasserkraft

Von der Maschinen- zur Turbinenhalle, über den Wehrgang bis zum Fischzählbecken: Eine zweistündige Führung durch das Hightech-Wasserkraftwerk Hagneck bietet vertiefte Informationen über die Stromerzeugung mit Wasserkraft inmitten der Natur. Die Entdeckungstour lässt sich mit der Besichtigung des alten, renovierten Kraftwerks ausdehnen –ein Denkmal der Technik- und Kulturgeschichte.

Besucherzentrum Wasserkraftwerk Hagneck, jeweils Montag bis Samstag (Anmeldung 7 Tage im Voraus erforderlich). bkw.ch/besucherzentrum

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«DIE

ELEKTRI SIE RENDE IDEE: NICHT VERNICHTET

WIRD DAS EICHIGE, SONDERN VERTISCHT!»

1 Die «Kraftwerker» Daniel König, Martin Blaser, Ralf Geckeler und Jürg Scheidegger beim Diskutieren über die Form des Metallfusses mit Holzverbindungen, -feder und gestemmtem Zapfen.

2 Gute Raumenergie: Der «Kraftwerktisch» ist aus alten Bodenbrettern aus dem Wasserkraftwerk Erlenbach geschaffen. kraftwerktisch.ch

3 Keine Eile, aber Weile: Bis man das Bistro «Martin-Pêcheur» verlässt, fliesst noch viel Wasser die Schleusen hinunter

Designtisch gewordene Energie

Inspiriert von der Energie, die ihn hier umfliesst, hat er jüngst den «Kraftwerktisch» designt. Impulsgebend war, das sein Freund Daniel König, seines Zeichens Schreinermeister, alte Bodenbretter aus einem Simmentaler Wasserkraftwerk entsorgen sollte. Do ch das Eichenholz erschien ihm viel zu schade zum Wegwerfen ! Nach einen Geistesblitz des befreundeten Jürg Schneider und zig gemeinsamen Kurzschlüssen mit Ralf Geckeler, dem vierten im Bunde, steht das nachhaltige Unikat nun auf den eigenen Füssen. Die lange Tafel, deren Fasern Industriegeschichten flüstern, verströmt mit seiner c harakteristischen Original-Nummerierung «Gute Energie im Raum», wie es die vier Ma-

cher beschreiben. Später, so der Plan, soll es Tische aus Holz von weiteren historischen Schweizer Industriebauten geben. Jetzt schon bietet die Viererbande das Modell auch aus anderen nachhaltigen Massivhölzern wie Nussbaum oder Ahorn an.

23, 45, 46 … w ährend man im Showroom das Upcycling-Unikat den Zahlen nach mustert, vernimmt man im Blickwinkel etwas, das Kreise in das Himmelblau zieht. Es ist ein Tier, das in Sachen Eindrücklichkeit dem Eisvogel – und dem Hobbit – durchaus Konkurrenz macht: Es ist Arthur von der Gattung der Fischadler, die in der Schweiz seit 100 Jahren ausgestorben ist. Auch ihm scheint es im Hagneck-Delta zu gefallen: Gerade hält er Ausschau nach einem Weibchen

DIE AUF NACHHALTIGKEIT FUSST ERHOLUNG,

Im Vitalresort am Thunersee ist die umweltbewusste Philosophie sichtbar: Durch Solarzellen auf den Dächern, ungemähte Wildblumenwiesen –und neu auch durch Wellnessgäste, die ihre eigenen Slipper mitbringen.

Der Blick badet im See, die Zungenspitze im Eisk affee, die Bäume lenken ihren beschützenden Schatten über einen und Vogelstimmen erzählen von ihrer schilf igen Heimat im benachbarten Naturschutzgebiet Gwattlischenmoos. Wo könnte einem bewusster sein, wie schüt z enswert die Natur ist, wenn nicht inmitten von dieser?

«Ankommen, ausatmen, abschalten» lautet die Philosophie von Direktor Mirco Plozza und seinem Team im «Deltapark Vitalresort» direkt am Thunersee. Und das gelingt am besten, wenn das Wasser klar, die Luft rein und die Konzepte umweltbewusst sind: «Wir vereinen unser unternehmerisches Handeln mit der Rücksicht auf die Natur».

Es liege ihm fern , sich «grüner zu färben, als man ist», erklärt der erfahrene Gastgeber unumwunden. «Wir erfüllen die hohen Erwartungen an Komfort und Luxus, welche die Gäste an ein Vier-SterneSuperior-Haus richten, schenken jedoch Natur und Natürlichkeit zugleich möglichst viel Beachtung.»

Dass Nachhaltigkeit auch in der Hotellerie zentral ist, pfeifen die Spatzen längst von den Dächern, die im Falle des «Deltapark» mit Solarpanelen bestückt sind. Die Photovoltaik-Anlage produziert Strom, der zirka 10 Prozent des jährlichen Eigenbedarfs des Resorts deckt. Derweil draussen auf den Dächern der markanten Zelthäuser die Sonne Energie produziert, tanken die Gäste drinnen

ebensolche: In der alpinen Spa-Land schaft mit vier Etagen auf 2000 m rend Erholungssuchende zwischen In door-Solepool, Outdoor-Süsswasserpool, Dampfbändern und Erlebnisduschen pendeln, tragen sie üblicherweise Slipper an ihren mit jedem Wellness-Treatment leichter werdenden Füssen.

1,5 Tonnen Abfall einsparen «Ein Graus!» beschreibt der Hoteldirek tor seine Empfindung, wenn jeweils die L ieferung der Schlappen eintraf, die für den einmaligen Gebrauch gemacht sind. Ein Palett, prallvoll mit Pantoffeln, die jährlich 1,5 Tonnen Abfall verursachen – diesen vorprogrammierten Abfallberg vor Augen, kippte Mirco Plozza selbst

TEXT DANIELA DAMBACH | FOTO ANDREA ABEGGLEN
«WIR

VEREINEN UNSER UNTERNEHMERISCHES HANDELN MIT DER RÜCKSICHT

AUF DIE NATUR»

Mirco Plozza, Direktor «Deltapark Vitalresort»

aus den sprichwörtlichen «Latschen». Schliesslich suchte er eine Alternative und fand sie darin, die Slipper nicht mehr im Service zu inkludieren, sondern nur bei Bedarf zum Selbstkostenpreis anzubieten. Dies solle die Gäste ermutigen, für ihre Auszeit die eigenen Badeschuhe einzupacken. Dass diese kleine, aber wirkungsvolle Anpassung auf offene Ohren – und freie Füsse –stösst, belegt eine Online-Umfrage, die 2000 Leute ausgefüllt haben: «80% Zustimmung haben uns darin bestärkt, dass w ir die Gäste damit auf positive Art auf

beispielsweise nach, wie die vier kulinarisch unterschiedlich ausgerichteten Restaurants im «Deltapark» Foodwaste verhindern – schliesslich fällt hierzulande rund ein Zehntel der Lebensmittelverschwendung in der Gastronomie an. Um diese gar nicht erst zu verursachen, ermittelt ein Foodwaste-Tracking, warum diese überhaupt entsteht – daraus lassen sich unter anderem Massnahmen zur Kalkulation der Portionengrösse oder dem Buffet-Management ableiten. Ein Biospüler-System zerkleinert dennoch entstandene Essensreste und lagert diese

lichkeiten zu prüfen – und diese auch einzuführen», stellt Mirco Plozza klar. Dies erfordere auch, eigene Gewohnheiten zu hinterfragen und zu verändern. Beispielsweise sind die Zimmer und Suiten nicht mehr standardmässig mit MiniBars ausgestattet, die konstant Energie fressen, ungeachtet dessen, ob die Gäste diese überhaupt nutzen. Stattdessen finden sich in der Ferienoase zentrale Servicestationen, an denen sich die Besuchenden an Wasser, Tee und Früchten erfrischen können.

«Es geht uns nicht darum, jemandem etwas wegzunehmen, sondern ansprechende Alternativen zu geben», erklärt Plozza, «ohne dabei schulmeisterlich den Zeigefinger zu erheben.» Den Zeigefinger…, den braucht man im Idyll am Thunersee einzig mal, um hocherfreut auf den hochbeinigen Reiher zu deuten, den man von der sonnigen Dachterrasse aus unverhofft im Schilf erspäht hat… Oder, um noch ein Glas des spritzigen Spiezer Ries-

itten im Idyll das «Möglichste machen»: Photovoltaik, Biogas aus Essensresten, Elektro-Shuttle, Wärmerückgewinnung und Holzpellets statt Öl sind einige ener Massnahmen, welche die Umweltverträglichkeit irco Plozza, Gastgeber im «Deltapark Vitalresort» am Thunersee, erklärt die Nachhaltigkeit ache: «Wir erfüllen die Erwartungen an Luxus, räumen aber der Natur möglichst viel Platz ein.» er gute Weg führt weg von Einweg: Das «Deltapark Vitalresort» setzt neu darauf, dass die Gäste ihre en Wellness-Slipper mitbringen, um so 1,5 Tonnen Abfall jährlich zu vermeiden. Alternativ hält das VierSterne-Superior-Haus ein langlebigeres Modell aus Kork und Leinen bereit, das man zuhause als Souvenir n die Auszeit im Berner Oberland weiterträgt. Weitere Infos und Buchung: deltapark.ch

Erfüllendes Polstern

Wer seinem Lieblingssofa, Grossvaters

Sessel oder weich gepolsterten Stühlen zu neuer Bequemlichkeit verhelfen möchte, ist im «Kurszentrum Ballenberg» genau richtig. Im Kurs «Polstern und Füllen» kann man an mitgebrachten Möbelstücken das traditionelle Polsterhandwerk anwenden. Dank gespanntem Federgrund, neu aufgebauter Polsterung und einem frischen Bezug werden die Möbelstücke wieder zu Hinguckern (Fr. 1080.– zzgl. Material, Anmeldung erforderlich).

Hofstetten, ballenbergkurse.ch

AUF ANFRAGE

Aus Alt(glas) mach Neu

«Glasdesign» fördert die soziale und berufliche Integration von Langzeitarbeitslosen und vermittelt in Workshops spannende und innovative Techniken, wie sich Altglas zu formschönen und dekorativen UpcyclingObjekten verwandeln lassen. Man lernt nicht nur Schleifen, Sandstrahlen oder Polieren sondern, setzt sich mit Form und Funktion auseinander. Nach drei Kursstunden halten auch jene ohne Vorkenntnisse ihr durchsichtiges Design in den Händen

In der Stadt näher zur Natur

Der Schwund der Biodiversität macht auch vor der eigenen Haustür nicht halt. Umso bedeutender ist es, im Siedlungsgebiet etwas zum Erhalt heimischer Tierarten und Wildpflanzen beizutragen. «Stadtgrün Bern» und «Botanischer Garten» spannen im Themenjahr «Natur braucht Stadt» zusammen, um auf Biodiversität zu sensibilisieren. Auf sieben ein- bis zweistündigen Spaziergängen durch Berner Wohnquartiere lernt man die wichtigsten Lebensraumtypen kennen. Folgt man beispielsweise der Route «LänggAssel», entdeckt man z wischen Villen und ehemaligen Fabrikgebäuden zahlreiche Nischen für Flora und Fauna. Der lehrreiche, 3,2 Kilometer lange Pfad endet in der «Gelateria di Berna», die speziell für dieses Themenjahr Glacesorten kreiert hat. Ein interaktiver Stadtplan erleichtert nicht nur die Orientierung, sondert bietet Zusatzinfos, spezifischen Sound zu den Stationen und Podcasts. Bern, bern.ch/naturbrauchtstadt

BIS 10. APRIL 2022

Entdeckungsreise ins «Queerreich»

DIVERSE TERMINE

Munterer Materialmarkt

Bei «Offcut» finden Kreative und Bastlerinnen einen ständig wechselnden Fundus an verschiedensten Materialien – von Bändern, S chmuckrohlingen und Pigmenten bis hin zu Puppenköpfen. Da nicht alle Materialien immer vorhanden sind, heisst es: Wiederkommen! Zudem stehen anregende Workshops auf dem Programm wie «Flicks!» oder «Material Jam», bei denen Kinder und Erwachsene in gemütlicher Atelieratmosphäre werkeln ... Bern, offcut.ch/be

6. & 22. SEPTEMBER

Fleissig wie eine Biene

Alufolie und Frischhalteplastik haben ausgedient – umweltfreundliche Bienenwachstücher halten Früchte, Gemüse und andere Leckereien genauso gut – wenn nicht sogar besser – frisch. In der «Wirkerei Viktoria» finden Workshops zur Herstellung von Bienenwachstüchern statt, vollbepackt mit wertvollen Tipps zur Handhabung und P flege der zeitgemässen Umwickelung (Fr. 75.–p. P. inkl. Material, Anmeldung erforderlich). Bern, goldfaden.ch

25. AUGUST

Bern, glasdesignbern.ch

In der Natur ist nichts «normal», das verdeutlicht die Sonderausstellung «Queer – Vielfalt ist unsere Natur». Das «Naturhistorische Museum Bern» ermöglicht einen Einblick in die Diversität der Geschlechter und sexuellen Ausrichtung bei Tieren und Menschen. Wer hätte gedacht, dass der Gemeine Spaltblättling über 23 328 Geschlechter verfügt? Oder dass das Rotstirnige Blatthühnchen sich einen Männchen-Harem hält? Und auch beim Menschen ist das Geschlecht nicht so eindeutig, wie es scheint… Die buntscheckige Ausstellung zelebriert das schöne Durcheinander der Geschlechtsmerkmale – wahrliche eine Bereicherung, wie unter anderem die fotografische Installation «Wesensreise» veranschaulicht. Der in vier verschiedene Zonen aufgeteilte Rundgang spannt den Bogen zwischen Natur und Kultur, womit sich das Vorwissen um neue Fundstücke an Erkenntnissen erweitert. Bern, nmbe.ch/queer

Anstoss(end) zum Erfolg

Inspiriert und bestens vernetzt soll es am sommerlichen «womenbiz-Appetizer-Event» zu- und hergehen! Am 25. August tauschen sich im Basler «Schützenhaus» Gipfelstürmerinnen mit eigenem Business in entspanntem Ambiente aus, frönen anregenden Businessimpulsen und einer Pitch-Runde – und geniessen schliesslich einen erfrischenden Apéro, gefolgt von einem feinen Abendessen … (Anmeldung erforderlich; weitere Termine in anderen Städten). Basel, womenbiz.ch

3. SEPTEMBER BIS 28. NOVEMBER

Ausstellung zum Anbeissen

Pflanzen, wachsen, ernten … Nicht nur in der Natur, auch in der Kunst befindet sich der Apfel im Wandel. Das «Kunstmuseum Thun» widmet dem kleinen, runden Knackigen eine eigene Ausstellung, in der dieser aus künstlerischer sowie aus wissenschaftlich-kulturhistorischer Perspektive «angebissen» wird. Denn: Obwohl alle diese Frucht bestens zu kennen glauben, zeigen Äpfel exemplarisch auf, wie unendlich gross die Vielfalt ist, welche die Natur aus einer Grundform hervorbringen kann. Gleichzeitig verweist der Apfel auf Kontroversen in der Lebensmittelherstellung oder Genforschung und wirft Fragen nach Biodiversität, Sortenerhalt, Ernährung, Resilienz und Klimawandel auf. Für diese Ausstellung arbeitet das «Kunstmuseum Thun» eng mit Antje Majewski und Pawel Freisler zusammen. Beide widmen sich dem Thema Apfel schon seit vielen Jahren sowohl in einer ästhetischen, symbolischen Auseinandersetzung als auch im Austausch mit Forschung und Landwirtschaft. Zur Umsetzung des Projekts zählt auch eine Pflanzaktion mit lokalen Akteurinnen und Schulen. Ausgewählte Arbeiten aus der Sammlung des Kunstmuseums zeigen zudem die historische Vielfalt des Apfelsujets auf. Na, auf dem Geschmack gekommen?

«Der Apfel. Eine Einführung. Immer und immer und immer wieder» Thun, kunstmuseumthun.ch

7. AUGUST

Familienoase im Berner Oberland

Ein Ausflug in den saftig-bunten Urwald des «Tropenhaus Frutigen» ist ein Abenteuer für Gross und Klein. Auf spielerische Art öffnen besonders die jungen Entdecker beim Erkunden allerlei Wissensschätze zu Themen wie Ernährung, Umwelt und Nachhaltigkeit. Staunen, lernen und lachen sind dank der interaktiven Ausstellung gewiss! Im Ferienworkshop lernen Kinder Spannendes über den Regenwald und geniessen ein Dschungel-Zvieri. Auch an Geburtstagen werden im Tropenhaus Kinderträume wahr: Als Pirat oder Prinzessin begeben sich Geburtstagskinder mit ihren «Gspänli» auf eine abenteuerliche Schatzsuche. Betreut durch eine Fachperson erleben kleine Entdecker eine spannend-spassige Exkursion –nach welcher übrigens ein Überraschungspäckchen wartet Egal, ob als Sonntagsausflug oder zur Feier des Tages: Dank dem «Tropenhaus Frutigen» liegt das Ferienfeeling nahe

Frutigen, tropenhaus-frutigen.ch

1 – 3 Öl auf Holz, 40 × 80 × 3 cm
© Antje Majewski / VG Bild-Kunst, Bonn photo by Jens Ziehe, Berlin courtesy the artist and neugerriemschneider, Berlin
Pommerscher Krummstiel, 2014
Nathusius' Taubenapfel, 2014
Gelbe Schleswiger Renette, 2014

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Teilnahmebedingungen: Wir verlosen die Preise unter allen korrekten Einsendungen. Wir benachrichtigen die Gewinnerinnen und Gewinner persönlich. Keine Korrespondenz. Keine Barauszahlung.

Glückspilze aus der Ausgabe Nr. 1

Thomas H. Markwalder aus Gümligen, Daniel Müller aus Zuchwil, Nadine Meier aus Remetschwil, Daniela Marti aus Zollikofen, Florence Schelling aus Oberengstringen

Digitale (Bild-)Welten

Shoppen, Streamen, Scannen –MIS MAGAZIN swipt durch das digitale Morgen und zoomt auf die Aspekte, welche die Digitalisierung mit sich bringt: Die nächste Ausgabe rückt Trends von Fotografie über digitale Kunst bis hin zum smarten Zuhause unverpixelt ins Herbstlicht. Nr. 3 erscheint am 30. September.

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