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12 Picknick und Party: eine «Comet»-Themenzeitung

Party mit Martini und Matchball Köstliche Alternativen zum Grillieren und Standard-Dinner. Feiern mit Freunden und der Familie stehen derzeit hoch im Kurs. Doch irgendwann, nach der hundertsten Grillparty, ist Abwechslung nötig. Ein Themenabend ist dann genau das Richtige. Mit ein paar kreativen Ideen lässt sich ein gemütliches Abendessen in ein ungewöhnliches Erlebnis verwandeln, das so schnell keiner der Gäste vergisst. Eines der beliebtesten Hobbys von Herrn und Frau Schweizer sind Einladungen «zum z’Nacht». Manche legen sich dafür mächtig ins Zeug, stöbern stundenlang durch Rezeptdatenbanken im Internet, wühlen in Kochbüchern, sammeln allerlei Grünzeug für die Dekoration und holen die besten Gläser aus dem Sideboard. Gerade gegenseitige Einladungen unter Freunden gleichen wahren Wettkämpfen – schliesslich will man sich ja nicht lumpen lassen. Kochen nach Themen werden deshalb immer beliebter.

007 lädt zum Dinner Wer sich seinem Tischnachbarn schon immer einmal als «Bond, James Bond» vorstellen wollte, der hat bei der 007-Party Gelegenheit dazu. Ein Abend lang steht hier der smarte Geheimagent des britischen Geheimdienstes im Mittelpunkt. Damit sich die Gäste wie in einem James Bond-Film fühlen, läuft im Hintergrund die Titelmusik. Ob «Goldfinger», «Goldeneye» oder «Die another day»: Mit dieser Musik gelingt die Einstimmung auf den Abend spielend. Und zum Stehempfang eignet sich natürlich nichts besser als ein Martini, Bonds Lieblingsgetränk – allerdings gerührt, nicht geschüttelt. Für das richtige Ambiente sorgt eine edel gedeckte Tafel. Auch eine Tischdekoration mit den verschiedenen Bond-Autos ist möglich und wird besonders den Autoliebhabern unter den Gästen gefallen. Wie wäre es beispielsweise mit einem Aston Martin DB5 oder einem BMW Z3 als Tischkärtchen? Es werden Crevetten-Cocktails und Filet Wellington serviert. Zum Dessert überrascht man seine Gäste mit einem leichten Erdbeer-Mousse, das mit Wunderkerzen angerichtet, eine feierliche Stimmung verbreitet. Und die Menüabfolge ist, angehängt an einer Plastikpistole Walther P99, ein echter Hingucker. Um den Abend spielerisch abzurunden, folgen wir Bonds Wegen und greifen zu Roulette, Black Jack oder Baccara. Oder: Man zeigt den Teil einer Szene eines JamesBond-Films und hält diese dann an. Die Gäste müssen nun erraten, was als Nächstes passiert. Die kniffligere Variante ist ein Bond-Quiz mit Fragen zu den verschiedenen Filmen – wie etwa: Welches BondGirl hat einen Oscar gewonnen oder wie hiess die Bikinimarke von Ursula Andres ...? Beinahe erschreckend authentisch wird’s, wenn Gastgeber und Gäste im passenden

Bond-Outfit zusammenkommen, in Smoking und Abendkleid.

Besuch aus dem All Ein ausgesprochen exzentrisches Thema sind unsere Nachbarn aus dem Universum. Ein Alien-Abend kann ohne VerkleidungsZwang, aber mit ein bisschen «Halloween»Anmutung für ausserirdische Stimmung sorgen. Umweltbewusste Erdbewohner werden vermutlich von der Idee etwas Abstand nehmen. Sie brauchen nämlich viel Alufolie und Trockeneis. Folgendes: Tisch und Stühle in Aluminiumfolie einpacken. Dafür braucht es mindestens 8 –10 Rollen. Bunte Wegwerfteller und Besteck sind ausnahmsweise ein «Must». Schliesslich dürfen Flugobjekte nicht zu schwere Last mit sich führen, damit sie keine Bruchlandung machen. Sehr effektvoll sind übrigens «Slimys». Diese silikonaritige, in Fluorfarben gehaltene Klibbermasse gibt es am Kiosk zu kaufen und erfreut nicht nur Kinderherzen. Verschieden farbige Slimys einfach auf den Tisch kippen und Assoziationen zu der sabbernden Alien-Mami werden sofort geweckt. Ein etwas schummriges Licht – auch grüne oder blaue Glühbirnen machen sich gut – sorgen für entsprechende Stimmung und Gesichtsfarbe. Um den Apetit bei den Gästen anzuregen und sie würdig zu empfangen, empfiehlt sich ein Cocktail «Mars Attack». Hierfür benötigt es allerdings Gläser. Er besteht aus Prosecco, einem kleinen Schuss GreenBanana-Likör und einer Maraschino-Kirsche. Kurz vor dem Servieren ein kleines Stückchen Trockeneis in das Glas sinken lass. Der Drink beginnt sofort an zu rauchen. Sieht toll aus. Achtung, nicht mit den blossen Händen anfassen. Trockeneis ist so kalt, dass es die Haut verbrennt. Als ApéroHäppchen wären zum Beispiel SushiRöllchen geeignet. Auch beim Hauptgang sind Effekte gefragt. Dennoch soll es schmecken. Wie wäre es also mit einem Fang vom Wüstenplaneten? Dafür wird ein Kürbis ausgehöhlt und mit Fratzengesicht versehen. Den Körper des Monsters bilden mehrere Lammracks aneinander gereihte. Die Füsse bilden kleine Sommerkartöffelchen im Ofen mit Rosmarin gebacken. Vor dem Servieren Rechaudkerzen und ein kleines Schälchen Trockeneis mit ein bisschen Wasser in den ausgehöhlten Kopf stellen, die Kerzen anzünden und mit entsprechendem Space-Sound aus der Stereoanlage auftischen.

Ferienstimmung Etwas weniger aufwändig und immer wieder schön zu erleben sind Einladungen in Küchen fremder Länder. Mit einem «Smörebröd»-Abend, das sind ja eigentlich nichts anderes als Schwedische Sandwiches und genügend Aquavit, rückt die

Erinnerung an eine Midsommernacht sehr nah. Kleiner Tipp: In Schweden wird immer gerne gesungen. Originaltexte dürften etwas schwierig sein, nachzusingen, aber ein altes Schweizer Liederbuch wird sich sicher im Regal finden lassen. Oder, wie wäre es mit Hawaii? Blumenkränze und Baströckchen müssen es ja nicht gerade sein, aber sanfte Lomi-Lomi-Musik oder eine CD mit Meeresrauschen, dazu einen frischen Fisch und eine Vulkanglace könnten unter Umständen schon reichen. Ein Land oder einen Ort zu wählen, wohin nicht gleich jeder reisen kann wovon aber viele träumen, hat zwei Vorteile: Erstens, der Alltag rückt sehr fern, und zweitens, schummeln ist erlaubt, da vermutlich auch die Gäste nicht genau wissen, wie es an den Tischen dieser Länder zu und her geht.

Dem Rütli abschwören Neu interpretieren lässt sich auch das Thema Schweiz. Hierfür stehen berühmte Schweizer Pate – von Giacometti bis Teleboy – Persönlichkeiten aus Geschichte, Literatur, Fernsehen, Kunst und Sport. Wie wäre es beispielsweise mit Roger Federer? Um zu einer Party rund um das Tennis-Ass einzuladen, eignen sich grüne Karten, die den Rasen von Wimbledon symbolisieren. Etwas aufwändiger: Echten Rasen als Einladung verschicken. Zum Essen könnte man leichte und gesunde Kost – geeignet für Sportler – servieren. Und der Tisch lässt sich mit halbierten Tennisbällen dekorieren. Für Romantiker dagegen ist ein Mondscheindinner das Richtige. Pate stehen der Schweizer Schriftsteller Gottfried Keller und sein Gedicht «Ich fürcht’ nit Gespenster». Passend dazu werden den Gästen verschiedene Weine angeboten – ganz im Sinne und «Geist» Kellers. Der Abend wird sicher unterhaltsam, indem man einen «Poetry Slam» veranstaltet, bei dem die Gäste selbst geschriebene Gedichte oder Texte zum Besten geben – jeder hat sieben Minuten, und ab geht’s. Wer einen «echten Spiesserabend» veranstalten möchte, nimmt sich Soldat Winkelried als Vorbild und serviert entsprechend verschiedene warme, kalte oder süsse Spiessli.

Kolumne

Bloss nichts entbähren! Endlich Wochenende. Also, nichts wie ab ins Grüne. Stopp! An dieser Stelle sei eine Warnung ausgesprochen: Man bedenke das «Grüne», das heisst Natur – weg von der Zivilisation und aller Bequemlichkeit! Deshalb: Wer ein Desaster vermeiden möchte, sollte sich entsprechend ausrüsten. An erster Stelle gilt es, zwei der elementaren menschlichen Bedürfnisse zu bedenken: die Nahrungsaufnahme und die anschliessende Entledigung derselben. Keine Angst – es folgt nun keine Aufklärung über die Beerenund Pilzsuche in der Wildnis: Ernährungstechnisch muss nämlich auf nichts verzichtet werden. Egal, ob Gulasch, Chilli con Carne oder Elchfleich-Gourmet-Topf – im Trockennahrungs-Regal beim Outdoorausrüster Ihres Vertrauens bleiben keine Wünsche offen. Auch dem morgendlichen Toast muss dank eines Campingtoasters nicht entsagt werden. Mit einem Flaschenöffner-Fingerring werden gleich zwei Fliegen (nicht zum Verzehr!) mit einer Klappe geschlagen: Er ist durch sein schlichtes Edelstahldesign ein wahres Schmuckstück und Kronkorken haben keine Chance mehr. Standesgemäss sollten Getränke dann auch in den für sie vorgesehenen Polyester-Gläsern gereicht werden – die gibt es für Wein, Weizenbier und natürlich auch für Champagner. Nun aber zum etwas delikateren Thema. Die von Stadtmenschen so lieb gewonnene Privatsphäre beim Verrichten des Geschäftes kann – trifft man entsprechende Vorkehrungen – auch in der Natur erhalten werden: Schritt eins: Man errichte ein Toilettenzelt (siehe Pfadiratgeber), das bietet zwar keine Sanitärinstallation, aber dafür hervorragenden Sichtschutz. Schritt zwei: Man stelle «Notfalltoiletten» bereit. Diese Beutel gibt es passend für die männliche Anatomie mit einem länglichen Trichter und für die weibliche Anatomie mit einem ovalen Trichter. Wenn das schwache Geschlecht wie die männlichen Artgenossen die volle Höhe des Toilettenzeltes nutzen möchte – sprich: im Stehen pinkeln –, kann auch das ermöglicht werden: Statt eines Beutels ist dann ein Schlauch am Ende des Trichters angebracht. Wobei dabei die zweite Funktion der Notfalltoilette nicht mehr genutzt werden kann: Die gefüllten Beutel eignen sich nämlich auch hervorragend als Wärmespender in eiskalten Nächten unter freiem Himmel.

Es ist übrigens erstaunlich, passende Rezepte und interessante Geschichten findet man beinahe zu jedem Thema, ob für eine Reise um die Welt, einen Besuch beim Vatikan oder einen Dschungelgeltripp – der der Fantasie sind bei Themenabenden keine Grenzen gesetzt. Jeder kann selber bestimmen, wie viel Aufwand er betreiben möchte. Und solange man nicht das Thema «Paradox» wählt – sprich man lädt zum Essen ein und serviert dann nichts – werden die Gäste auf ihrem Nachhauseweg sicher sagen: «Hey, das war doch mal was anderes!».

Was muss noch für den reibungslosen Aufenthalt im Grünen beachtet werden? Wer mit seinem Hund unterwegs ist, sollte unbedingt eine Schwimmweste für den Vierbeiner einpacken – es wäre doch jammerschade, wenn er beim arglosen Spiel plötzlich vom reissenden Gebirgsbach mitgerissen würde. Auch nicht fehlen sollte das Zahn-Hilfe-Set für unterwegs: Tut sich im Gebiss ein Loch auf, kann so auch der Laie eine Zementfüllung vornehmen. Wer schliesslich auch noch daran denkt, die Landkarte mit einem speziellen Imprägnierungsmittel zu behandeln, findet am Sonntagabend auch wieder den Weg nach Hause – zurück in die Zivilisation.

Text: Kathrin Konyen

Text: Kathrin Konyen

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