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VISIER 03/2026 Leseprobe

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Glock: Die 6. Generation

PDP F-SERIES. Die erste explizit für Frauen entwickelte Dienstpistole. Kompromisslos und von Grund auf neu konzipiert. Einzigartig in Trigger-reach, Ergonomie, Rackability. 100% Performance DNA.

Messe-Rummel

Zum Digitalabo:

Es ist wieder soweit: Ende Januar begann mit der SHOT Show in Las Vegas das alljährlich im Winter anfangende und sich bis ins Frühjahr erstreckende Rodeo der Waffenmessen. VISIER-Autor Alexander Wolf war für Sie in der Glitzer-Metropole vor Ort und hat die neuesten Produkte rund um Handfeuerwaffen zusammengetragen. Die Stimmung auf der größten weltweiten Waffenmesse wirkte dabei gegenüber dem Vorjahr schon etwas gedämpfter. Das mag auch ein wenig daran liegen, dass aktuell die Stimmung in den Vereinigten Staaten zwischen der „Wall Street “ und der „ Main Street “ auseinanderdriftet. Der Kapitalmarkt strotzt in den USA vor Kraft (und bis jetzt ist auch noch keine Blase geplatzt). Auf der Main Street hingegen, der „ Hautpstraße “, die synonym für Soziales sowie den lokalen und privaten Geschäftsbereich steht, sieht es hingegen nicht so rosig aus. Für viele Durchschnittsverdiener werden in den USA die Gesichter länger und die Gürtel enger, sobald die zuletzt meist steigenden alltäglichen Rechnungen fällig werden. Die hohen Preise wirken sich naturgemäß auch auf den Konsum aus.

In Europa startet die Messe-Saison Ende Januar mit der Jagd & Hund. In Ergänzung zum VISIER-Rundgang (Seite 60) durch die Dortmunder Messehallen nden Sie in unseren all4shooters.com/all4hunters.com- News auf Seite 7 einen Link zu allen Berichten und Videos von der J & H, welche die Online-Kollegen von VISIER für Sie zusammengestellt haben. Ins Haus stehen zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses für dieses Heft die zwei Nürnberger Messen IWA und EnforceTac, erstere die größte europäische Leitmesse für Waffen, Jagd und Schießsport, letztere die stetig wachsende Veranstaltung rund um Sicherheits-Technik im weitesten Sinn.

Neben dem Messetrubel hat sich auch waffenrechtlich jüngst erneut Interessantes getan. Am 9. Februar gab das Verwaltungsgericht Gera den Klagen von vier Mitgliedern der Thüringer AfD statt. Diese hatten gegen den Entzug (beziehungsweise die Vorenthaltung) von Waffenbesitzkarten geklagt, erfolgreich. Laut Gericht reiche die Begründung der Waffenbehörden nicht für einen WBK-Entzug aus, die sich auf die Einschätzung des Thüringer Verfassungsschutzes beruft, die den Landesverband als gesichert rechtsextremistisch einstuft. Dem Gericht fehlte ein Nachweis, dass die Thüringer AfD eine kämpferisch-aggressive Grundhaltung gegenüber der freiheitlich-demokratischen Grundordnung einnehmen würde.

Optimierte Version der CZ Shadow 2 OR mit folgenden Features: Griffstück und Schlitten mit Oberfläche in der Farbe „Burnt Bronze“ | Vergrößerter Sicherungshebel | Schwarzes Balkenkorn | Single-Action-Abzug ▷ weitere Infos auf www.akah.de

Abgabe nur an Inhaber einer Erwerbserlaubnis.

UVP € 1.900,–

48

Bergara B14² Cima CF, .308 Winchester:

Ein konsequent leicht ausgeführter Jagdrepetierer: Wie die spanische Büchse aufgebaut ist, was sie leistet, das erfahren Sie ab Seite 48.

14

HS Produkt Kuna, 9 mm Luger:

Von HS Produkt kommt ein Pistolenkarabiner, dessen Verschluss an berühmte Vorbilder anknüpft. Der Bericht beginnt auf Seite 22.

Glock 17 und 19, 9 mm Luger:

Glock stellt die sechste Generation ihrer Selbstladepistolen vor: Lesen Sie, was daran neu ist und was das in Praxis bringt. Ab Seite 14.

8

SHOT Show 2026:

Zum 48. Mal fand mit der SHOT Show die Leitmesse der Waffenbranche statt. Und, wie war Las Vegas? Die Antwort nden Sie ab der Seite 8.

36 22

Munition zur Drohnenabwehr:

Wie wehrt man Drohnen ab? Ab Seite 36 gibt es den Blick auf unterschiedliche Munitionssorten und die Ergebnisse eines Praxisversuchs.

80

92

Maschinenpistole P.A.M., 9 mm Luger:

Eine argentinische Maschinenpistole mit einem weltbekannten Vorbild – die gesamte Geschichte dazu lesen Sie ab der Seite 92.

Smith & Wesson 35, Kaliber .35:

Mit diesem Modell kam die erste Selbstladepistole von S & W – die technischen Wurzeln dazu liegen aber in der Alten Welt. Ab Seite 80.

Test & Technik

Glock 17 und Glock 19, Generation 6: 14

Die wohl berühmteste Selbstladepistole der Welt präsentiert sich mit diversen technischen Änderungen – VISIER hat sich das für Sie angesehen und ausprobiert.

HS Produkt Kuna: 22

Ein Pistolenkarabiner im Kaliber 9 mm Luger, der mit einer so cleveren wie bekannten Verschlusstechnik aufwartet. Gut? Schlecht? Blättern Sie vor zu Seite 22!

Uberti 1887 Scout Carbine Silver Boy, .22 l.r.: 30

Ein Kleinkaliber-Unterhebler aus dem Hause Uberti, der in einem wichtigen Punkt vom sonstigen Western-Sortiment des italienischen Hauses abweicht.

Munition zur

Drohnenabwehr: 36

Was taugt dazu,um Drohnen vom Himmel zu holen? VISIER liefert den Blick auf fünf aktuelle Munitionskonzepte und erläutert die dazugehörigen technischen Details.

Aimpoint Duty RDS MR: 44

Das neue Re exvisier des schwedischen Rotpunkt-Pioniers zeigt sich kompakt und mit Multi-Absehen. VISIER hat die Zielhilfe für Sie erprobt.

Bergara

B14² Cima CF: 48

Eine nach allen Regeln der Kunst superleicht ausgeführte 308er Jagdrepetierbüchse, getestet auf dem Schießstand und natürlich im Revier.

Erma ESP 85 A,.22 l.r. 54

Was leistet der vor gut 40 Jahren erstmals vorgestellte und mit Außenhahn bewehrte Sportpistolen-Youngtimer in der Rainbow-Edition?

Vor Ort

Jagd & Hund 2026: 60

Auf der Pirsch in Dortmund: Waffen, Optik, Munition und mehr – die Neuheiten auf Deutschlands wichtigster Messe zum Thema Jagd.

Sammeln & Selbermachen

Smith & Wesson 35: 80

Die erste Selbstladepistole des US-Traditionshauses bot eine ausgefallene Technik – aber deren Ursprünge lagen nicht in den USA, sondern in Belgien.

Uhlinger-Revolver: 86

Die ersten Hinterlader-Revolver für Patronen waren patentrechtlich geschützt. Das aber hielt manchen nicht davon ab, trotzdem in das Geschäft einzusteigen.

Geschichte & Geschichten

Als in den 1980er Jahren erste Bilder aus dem Falkland-Krieg kamen, zeigten sie auch argentinische Soldaten mit einer MPi, die ein berühmtes Vorbild hatte.

Ständige Rubriken

Hier geht‘s zu all4shooters:

inkl. FR1 Führungshilfe

Die taktische Einsatzlampe in der nun 4. (DELTA) Generation mit 2200 Lumen (nach ANSI Standard) sorgt

SHOT Show in Las Vegas:

Markt unter Druck, aber gute Stimmung

Alljährlich lockt die SHOT Show die Waffenindustrie in die Mojave-Wüste des US-Bundesstaates Nevada. In diesem Jahr war die Branche aber spürbar zurückhaltender als in den Jahren zuvor. Warum das so ist, das wissen Sie, wenn Sie mit uns den M esserundgang absolviert haben werden – l et’s go:

Jeden Morgen aufs Neue: der Run auf die SHOT Show und ihre teils aufwendigen Stände, etwa bei Kahles mit einem Geländewagen des Typs Landrover Defender.

Die SHOT Show in Las Vegas bildet von jeher den internationalen Auftakt für die Saison der Waffenmessen. Und die „Shot“, wie sie in der Fachwelt verkürzt genannt wird, lässt sich mit kaum einer anderen Messe vergleichen, selbst in den USA nicht: 2744 Aussteller verteilten sich auf über 77 500 m2 in den Messehallen von Venetian Expo und Caesars Forum. Wer alles ablaufen wollte, hatte mehr als 21 k m vor sich. So reisten auch 2026 Händler, Hersteller, Journalisten und Influencer aus aller Welt an, um sich vom 20. bis 23. Januar in Sin City auf der 48. Ausgabe dieser Leitmesse die Neuheiten und Upgrades anzusehen, Geschäfte zu tätigen und die Stadt selbst unsicher zu machen. In diesem Jahr stand alles im Zeichen der 250-JahrFeier des Landes und folgte dem Motto „Locked and Loaded“, wie es auf manchen Souvenirs zu finden war. Dabei regte die Messe 2026 nicht zu Freudensprüngen an. Im Vorfeld zeichnete sich schon ab, dass einige Hersteller nicht kommen würden. Andere wiederum verkleinerten ihre Präsenz, reisten mit weniger Leuten an oder hielten sich mit Neuheiten zurück. Das fiel insbesondere beim „Industry Day at the Range“ auf. Viel weniger Stände, viel weniger Besucher und Aussteller und auch viel weniger Foodtrucks sorgten dafür, dass mancher bedenklich den Kopf wiegte. Dennoch war dieser Tag auf der Schießanlage des Boulder Rifle and Pistol Club wieder ein Highlight. Wo sonst lässt sich so herrlich von der Kleinkaliberpistole über den Vollautomaten bis hin zum Kaliber-.50-Gewehr alles ausprobieren?

Beim Industry Day at the Range (r.) konnte man Neuheiten ausprobieren und traf Cracks wie den IPSC-Schützen und MISIA-Trainer Nikita Kryuchin mit der neuen Pistole Steyr ATC Rock.

Kaliber .50 BMG, 1.0: Barrett M 107 A1.
Kaliber .50 BMG, 2.0: Thompson TAO50.
Franchi MULE (Mitte): ein kurzes Gewehr mit Light Contour-Lauf.
Fotos: Alexander Wolf

Glock 17 und Glock 19 der neuen Gen6:

Next Generation

Facelift oder komplett neu? Die Frage stellt sich mit Einführung der nunmehr sechsten Generation der österreichischen Striker FiredPistole. Glock hat im Dezember 2025 die Gen6 angekündigt, die nun seit Januar im Handel erhältlich ist. Grund genug, eine der bekanntesten Pistolen der Welt einem genauen Blick zu unterziehen.

Mit Einführung der neuen Generation hat sich in Deutschland auch im Bereich der Importeure ein wenig geändert. Seit Januar 2026 und damit mehr oder weniger gleichzeitig übernimmt Helmut Hofmann als einer von zwei Importeuren die Belieferung des deutschen Marktes. Von Helmut Hofmann stehen für den Test eine Glock 17 Gen6 und die kleinere Schwester Glock 19 Gen6 zur Verfügung. Beide Glöckchen kommen gut und sicher verpackt in den bekannten GlockKunststoff-KofKunststoff-Kof-

fern. Mit im Gepäck sind zwei Magazine, eine Ladehilfe, ein Putzstock und eine Bedienungsanleitung. Ebenfalls liegen zwei unterschiedlich große Griffrücken bei. Mit Einführung der „ Next Generation “, die immer als Optics Ready kommt, nden sich auch drei Adapterplättchen aus Kunststoff für unterschiedliche Footprints zur Montage von Leuchtpunktvisieren. Insgesamt ein durchaus ansprechendes Komplettpaket. Bevor es ins Detail zu den vorliegenden Modellen geht, sei ein Blick auf die derzeit zur Verfügung stehende Modellpalette der Glock Gen6-Modelle gestattet.

werden, so die Mutmaßung, zukünftig

Neben den bereits erwähnten Modellen Glock 17 Gen6 und Glock 19 Gen6 sind auch die Varianten Glock 45 Gen6 und Glock 49 der sechsten Generation verfügbar. Genau genommen sind dies zwei Grundmodelle und zwei über Kreuz getauschte Griffstücke und Verschlüsse, wodurch sich zwei weitere Varianten ergeben. Aus einer Glock 17 Gen6 wird mit einem Verschluss der Glock 19 Gen6 eine Glock 45 Gen6, andersherum aus einem Gen6- Griffstück der Glock 19 mit einem Glock 17 Gen6 Verschluss kombiniert wiederum die Glock 49 Gen6. Damit sollte der Grundbedarf zunächst gedeckt sein. Alle Varianten verschießen Patronen im Kaliber 9 mm Luger und sind standardmäßig mit dem für die Montage von Re exvisierungen vorbereiteten Schlitten ausgeführt. Damit werden, so die Mutmaßung, zukünftig

Marcus Heilscher, Jessica und Frank Stock
Sport-Halbautomat in 9 mm Luger:

VISIER hat schon häufig Waffen aus dem Hause

HS Produkt vorgestellt. Immer zur Zufriedenheit und bei gutem bis sehr gutem Feedback der Tester.

Grund genug, einen Blick auf die Kuna, einen Pistol

Caliber Carbine (PCC) des kroatischen Unternehmens zu werfen. Mal schauen, ob der Baummarder, was die deutsche Übersetzung für „Kuna“ aus dem Kroatischen ist, auch die Erwartungen erfüllt.

Kuna, das Wort steht in Kroatien nicht nur für den halbautomatischen Karabiner von HS Produkt. Zu Deutsch bedeutet es Marder. Das kleine Raubtier ziert heute die kroatische Ein-Euro Münze und bis vor drei Jahren war die „ Kuna “ die Bezeichnung für die kroatische Währung, bis sie von es Das

Euro und Cent abgelöst wurde. Der Name für die tierische Währung lässt sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Pelze wie der des Marders waren ehedem als Fellgeld in Teilen Osteuropas ein Zahlungsmittel. Hier geht es allerdings nicht um Marder oder Münzen, sondern um den nach ihnen benannten, handlichen Selbstlader aus Kroatien.

Martes martes:

Der erste Schritt für jede neue Testwaffe ist wie immer das Unboxing. Dies kann im Fall der Kuna etwas irritierend sein für all jene, die noch nicht wissen, dass in den Vereinigten Staaten Spring eld Armory die HS Produkt-Waffen unter eigener Flagge verkauft und es nie ganz sicher ist, unter welchem Label die bestellte Waffe ankommt. Die VISIER-Testwaffe kam in einem schwarzen Springeld Armory-Kunststoffkoffer sicher verpackt an. Die Kuna selbst trägt alle Schriftzüge, durch deren Hände die Waffe gegangen ist: HS Produkt, Springeld Armory und zu guter Letzt auch Crogun als deutscher Importeur. Neben der Waffe nden sich drei Kunststoffmagazine, eine Bedienungsanleitung

Fotos: Marcus Heilscher, Frank und Jessica Stock

Ubertis 22er Levergun Silver Boy:

Glanzvolle Erscheinung

Ein sil bern funkelndes Systemgehäuse zeichnet dieses Kleinkaliber-Unterhebelgewehr aus – was dieser italienische Repetierer in der Praxis leistet, darüber informiert Sie nun der Testbericht.

Manchmal dauert es länger, auch bei VISIER: Es ist 14 Jahre her, als der für seine Western-Waffen weltbekannte ItaloHersteller Aldo Uberti auf der SHOT Show in Las Vegas sein neues Produkt vorstellte, den 22er Unterhebler 1887 Scout Silver Boy. Nun hat VISIER mit Blick auf den Markt der WesternWaffen von jeher den Anspruch, über jede Neuheit zu berichten und sie baldmöglich auszuprobieren. Folglich fand die Neuheit prompt Erwähnung im entsprechenden SHOT Show-Artikel (VISIER 3/2012, übrigens dieselbe Ausgabe, die einen Testbericht zu einer anderen Uberti enthielt, nämlich einer getunten 1883 Lever Action Burgess). Ja, und dann – Shit happens, wie es in Nordamerika unfein, aber zutreffend heißt: Die Silver Boy rutschte in der Aufmerksamkeit einfach durch, bis sich Ende 2025 ein Gespräch mit den Fachleuten vom Importeur Manfred Alberts in Wiehl ergab. Dabei kam auch die Rede auf diesen 22er Unterhebler. Und nach dem Motto „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“ überstellte das Alberts-Team ugs ein Exemplar zum Test. Dies, weil die Büchse nicht nur endlich ihre eigene Erprobung verdient hatte, sondern auch, weil sie in einem elemantaren Punkt vom Uberti-Sortiment abweicht. Um das besser zu verstehen, sei dem Erläutern von Technik, Funktion, Verarbeitung und Praxistest etwas zur Firmenhistorie vorangestellt.

Der Hersteller:

Weltgeltung besitzt. In Inzino geboren, war Uberti von Kindesbeinen an mit Feuerwaffen befasst. Schon als Neunjähriger wurde er zum Polieren von Schäften herangezogen, ehe er ab seinem 14. Lebensjahr die Büchsenmacherschule Zanardelli besuchte, seine Ausbildung bei Beretta durchlief und zusammen mit Gregorelli als Zulieferer für Italiens wohl bekanntesten Waffenhersteller arbeitete. Als sich dann die Nische mit

1959 gilt als das Jahr, in dem diverse Hersteller damit begannen, alte Schusswaffen aus den Tagen des Wilden Westens und des US-Bürgerkrieges nachzubauen. Einer davon war Aldo Uberti (1924-98), der zusammen mit Vittorio Gregorelli die Basis für ein Unternehmen legte, das heute in seinem Bereich

Mit der Uberti-Repetierbüchse im Anschlag auf der SandsackAuflage zeigt sich hier VISIER-Autor Dieter Metz beim Test.

Fotos: Marcus Heilscher, Dieter Metz

Flugabwehr

Drohnen haben das moderne Gefechtsfeld für immer verändert.

Findige Waffen- und Munitionshersteller arbeiten an Lösungen, um die fliegende Bedrohung bei einer möglichst geringen Hinterlandgefährung zu bekämpfen.

Spätestens mit den täglichen Nachrichten zum Krieg in der Ukraine ist jedem klar, dass die in der Umgangssprache als „Drohnen“ bekannten ferngesteuerten Flugobjekte und Multicopter auf dem modernen Schlachtfeld eine immer wichtigere Rolle spielen und spielen werden. Auch wenn dies für die breite Öffentlichkeit erst mit Beginn des Einmarsches der Russen in die Ukraine in den Fokus gerückt ist, sind solche Geräte bereits länger im Einsatz. Der Islamische Staat, kurz IS, setzte bereits 2014 Drohnen zur Aufklärung und teilweise für Angriffe im Irak ein. Zwar war der taktische Erfolg anfangs bescheiden, konnte der IS mit der Zeit aber auch Erfolge in Verbindung mit Drohnen erzielen. Zehn Jahre später ist die Technologie deutlich weiter. Täglich werden auf russischer und ukrainischer Seite mit Drohnen gegnerische Waffensysteme, Fahrzeuge und Infrastruktur zerstört. Leider werden diese Geräte auch gezielt gegen ungeschützte Menschen eingesetzt. Mit Drohnen und etwas Know-how ist es einem Angreifer möglich, sich mit einem deutlich stärkeren und verteidigungstechnisch hochgerüsteten Gegner anzulegen und auch Erfolge zu erzielen. Im zweiten Halbjahr 2025 wurde vermehrt über Drohnensichtungen in ganz Europa, überwiegend an Flughäfen, Werften und weiterer strategisch wichtiger Infrastruktur berichtet. Spätestens jetzt müssen wir uns Gedanken machen: Wer darf wann, wo und wie derlei abfangen?

Im Dezember 2025 wurde bei der Bundespolizei eine spezielle Drohnenabwehreinheit ins Leben gerufen. Um sich gegen die iegende Bedrohung zu behaupten, stehen eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung. Die meisten allerdings mit mehr oder weniger großen Nachteilen, seien es hohe Kosten, eine zu große Umfeldgefährdung, die Mobilität oder die Komplexität dieser Systeme. Der nachfolgende Artikel möchte sich daher vier munitionstechnische Lösungen anschauen, mit denen der Abschuss von Drohnen möglich ist.

B & T DDN40:

B & T aus Thun im Berner Oberland genießt seit Jahrzehnten einen hervorragenden Ruf im Bereich Schalldämpfer, Präzisionsgewehre wie der APR und SPR sowie halb- und vollautomatischer Gewehre und -karabiner wie die APC- und SPC-Modellfamilien. Und damit sei nur ein kleiner Teil der sehr umfangreichen

dieser Waffen ist der 2006 vorgestellte GL06 Less Lethal Werfer im Kaliber 40 x 46 mm. Bei diesem Kaliber wird mit einer Platzpatrone, meist im Kaliber 9 mm R, über ein sogenanntes Hochdruck-Niederdrucksystem ein Geschoss mit geringen Geschwindigkeiten von etwa 80 m/s verschossen. Zur Auswahl stehen diverse Gummiwuchtgeschosse und Gummischrote sowie Effektladungen wie Rauch, Knall, OC und CS. Aufgrund der geringen Mündungsgeschwindigkeit liegt die effektive Reichweite bei etwa 30 bis 50 Meter.

Zur Drohnenabwehr eignet sich die 40 mm besonders dann, wenn mit der Waffe ein Netz verschossen werden soll. So entwickelte B & T zusammen mit den Spezialisten zur Drohnenabwehr von Swiss Aerobotics aus dem Kanton Waadt eine spezielle Laborierung für den GL06-Werfer. Die DDN40 (Drone Defence Net 40 mm) enthält ein sorgfältig zusammengelegtes Netz in Form eines Sechseckes. An jeder der sechs Ecken be ndet sich ein Gewicht, welches außen- und zielballistisch drei Aufgaben übernimmt. Die Gewichte sind geometrisch so geformt, dass sich diese radial

Produktpalette der Thuner genannt. be ndet sich ein Gewicht, welches auB & T entwickelt und fertigt aber auch seit jeher für den Behördenmarkt spezialisierte Schalldämpfer und Waffen. Eine

Die Geschosse des Kalibers 40 x 46 mm werden durch eine Platzpatrone im Kaliber 9 mm R angetrieben.

Durch den geringen Gasdruck kann auch die Hülse im KunststoffSpritzgussverfahren gefertigt werden.

Kompaktes Reflexvisier mit Multi-Absehen

Schlankheits

kur

Aimpoint stellt dem Modell Duty RDS jetzt auch die Variante „Duty RDS MR“ zur Seite. Das neue Red Dot aus Schweden ist nochmals etwas kleiner und leichter als das bewährte Aimpoint Micro. Wie es sich im Praxis-Check bewährte, lesen Sie hier:

1974 begann alles – dem Schweden Arne Ekstrand fiel beim Rasieren auf, dass sich die Lichtreflexe hinter ihm nicht veränderten, egal wie er hinsah. Als Jäger versuchte er immer, seine Treffsicherheit zu verbessern. Aus einem Reflex an der Wand entstand so eine Idee und aus einer Papprolle das erste Muster, das den Grundstein für eine Legende legte. Zusammen mit Gunnar Sandberg, der die unternehmerischen Fähigkeiten beisteuerte, wurden die ersten Patente genehmigt und die Firma Aimpoint AB 1975 gegründet, Aimpoint ist 2026 also über 50 Jahre jung und produziert seine Produkte nach wie vor in Schweden. Vom Aimpoint Electronic, dem ersten Rotpunktvisier weltweit, über die 1000er, heute 9000er Serie, die vor allem für die Jägerschaft bestimmt war, den Comp Ms, den Acros bis zu den Micros ist Aimpoint so breit in allen Nutzungsbereichen aufgestellt, dass diese Optiken vom Markt nicht mehr wegzudenken sind und der Begriff Aimpoint schon als Synonym für Rotpunktvisiere universell verwendet wird (siehe auch VISIER 6/2025).

Wozu braucht es nun das Duty RDS, waren da nicht schon genug unterschiedliche Modelle vorhanden? Auf der einen

Seite gab es im Sortiment bereits sehr hochwertige ähnliche Rotpunktvisiere wie das Micro T2 oder das PRO (Patrol Rifl e Optic), die durch die hohen Qualitätsansprüche der Schweden und die umfangreiche Ausstattung auch in einer sehr hohen Preisliga rangierten. Auf der anderen Seite fanden sich ebenfalls Angebote anderer Hersteller, die ähnliche Produkte für die entsprechenden Zielgruppen anboten – das in vergleichbarer Qualität, aber auch zu anderen Preisen. Heraus kam bei Aimpoint nun ein Gerät, das sich in Qualität und Leistung nicht verstecken muss, das aber in erster Linie in Sachen Bedienung modifiziert wurde. Inzwischen hat Aimpoint das Duty RDS-Visier weiterentwickelt zum vorliegenden „ Duty RDS MR“. Das Kürzel „MR“ steht dabei für „ Multi Reticle “ (Multi-Absehen): Man kann jetzt zwischen drei verschiedenen Absehen per Knopfdruck wählen. Die Wahlmöglichkeiten bestehen aus dem bekannten, scharfen 2-MOA-Punkt, alternativ einem 65-MOA- Kreis, der alle 90 Grad durch einen Strich unterbrochen ist, und als Option Nummer drei die Kombination aus beidem. Weitere Unterschiede zum ursprünglichen Duty RDS: Es gibt wieder ein Dutzend Einstel-

lungen des Rotpunkts wie beim Modell Micro T2, vier für Nachtsicht, acht für Tageslicht. Der „ Motion Activation Modus “ versetzt die Optik nach zwei Stunden Inaktivität in einen Ruhemodus und startet das Leuchtabsehen sofort wieder, sobald die Visierung bewegt wird. Ein Ausschalten über den Multifunktionsschalter kann so entfallen. Preislich liegt das vorliegende Duty-Visier inklusive einer 39 mm hohen Picatinny-Montage bei 999 Euro empfohlener VK ab Importeur. Im deutschen Fachhandel (und auch über die Internet-Seite des Herstellers selbst) ist das Duty RDS MR aber auch deutlich günstiger zu erstehen. Zum Vergleich: Ein Aimpoint Micro T2 startet bereits mit fl acher Picatinny-Montagebasis oberhalb des Duty RDS MR, mit aufwendigeren Montagen wird das Micro T2 nochmals teurer.

Im Vergleich zum etwas teureren Aimpoint Micro T2 gibt es freilich auch abseits des Preises viele weitere Unterschiede. So ist das Duty RDS MR inklusive Montage rund 20 Gramm leichter, die Batteriebetriebsdauer liegt bei „ nur “ 30 000 anstelle von 50 000 Stunden. Ein schlichter Torx-Schlüssel ersetzt den

Fotos: Frank Sesßler, Aimpoint

Bergaras B142-Variante Cima CF:

Die erträgliche Leichtigkeit des Seins

Die Überschrift mit der Anleihe bei einem modernen

Literaturklassiker hat ihren Grund: Bergara präsentiert mit der B14² Cima CF eine gezielt und planmäßig auf möglichst niedriges Gewicht ausgerichtete Jagdbüchse.

Wie das alles zustande kommt und was das praktisch leistet, darüber informiert Sie der Testbericht.

Das Jahr kann nur gut werden, wenn es im Januar gleich mit einer Testwaffe startet und erst recht, wenn diese dann auch noch funktioniert. So mögen wir das. Die Jagdzeit auf Rehwild in Bayern

war leider schon zu Ende, aber die Fuchsranz in vollem Gange. Der Plan war also schnell geschmiedet, die Testwaffe nach Möglichkeit auf Fuchs zu führen. Aber zuerst mal natürlich auf den Schießstand mit dem guten Stück, um sich einen Eindruck zu ver-

schaffen. Bis jetzt hatte sich nur die Gelegenheit ergeben, von Bergara die B14 HMR Wilderness sowie die HMR mit Kohlefaser-ummantelten Lauf zu testen, umso neugieriger waren wir auf dieses vom Importeur Leader Trading gelieferte Modell aus der B14²-Untergruppe. Der spanische Hersteller bedient damit den Trend für leichte Pirsch- und Bergjagdwaffen mit Carbon-Schaft und -lauf. Genauer: Es ging ihm um ein besonders leichtes und führiges Gewehr auf Remington 700-Basis, ohne dabei Abstriche in puncto Präzision, Zuverlässigkeit sowie Robustheit machen zu müssen.

Die Ausstattung:

Für den ersten Eindruck sorgt freilich auch hier das Äußere der Waffe. Denn

Darf es auch bunt sein?

Um das Traditionsunternehmen ERMA wurde es schon vor über 20 Jahren mehr als nur still – leider. Denn Waffen wie die ESP5 Rainbow Edition stellen noch heute den Beweis für die Qualität dieser heute vielen nicht mehr geläu gen deutschen Waffenschmiede.

BÜber dem Regenbogen:

eim Aus ug des Autors mit der kleinkalibrigen ERMA auf den Kurzwaffenstand waren auch einige „ Jungdachse “ anwesend, die nach einigen beschossenen Scheiben fragten, um was für eine Marke und Modell es sich hier handele. Nachdem der Name ERMA el, kam prompt freilich die Antwort „ kenne ich nicht “. Ein Grund mehr, sich eingehender mit dieser berühmten – und leider untergegangenen – Marke „ Made in Germany “ mal wieder zu beschäftigen. “ mal wieder

Bei diesem Youngtimer, der ERMA ESP85A in der „ Rainbow-Edition “, steht das Buchstabenkürzel für: Erma SportP istole85A ufgerüstet. Die limitierte Sonderedition steht für ein mehrfarbiges Exemplar – und ja, schon in den 80ern sprach man von Regenbogen – nur halt anders. Die ESP85 wurde von ERMA anno 1985 auf den Markt gebracht und erfreute sich direkt größerer Beliebtheit, auch in Jägerkreisen, wo dieses Modell für die DJV-Disziplin „ Fertigkeitsschießen “ bis heute noch im Einsatz zu sehen ist, war sie doch zu dieser Zeit eine echte Alternative zu den auf dem Markt be ndlichen Modellen anderer Hersteller von sportlichen Kleinkaliberpistolen. Mit der Herstellung von Sportpistolen betrat ERMA im Nachkriegsdeutschland für eigene Begriffe Neuland (sieht man von der ESP72 Jägerkreisen, wo dieses Modell für die DJV-Disziplin doch im

ab) und es wurden im Laufe der Produktionszeit diverse Varianten und Sondereditionen aufgelegt. Hier wären beispielsweise zu nennen die ESP85 und ESP85A, sowie die Sondermodelle „ Jäger “, „ Junior “, Rainbow-Edition “, „ Golden Target 93 “ oder die seltene „ Germania-Edition “. ERMA produzierte die Sportpistole in den Kalibern .22 Long Ri e und .32 S & W Wadcutter – natürlich auch als Komplettpaket von Pistole und Wechselsystem. Obwohl der Produktionszeitraum die Jahre 1985 bis 1997 umfasste, wurden anschließend vorhandene Bestände noch bis ins Jahr 2001 vertrieben. So rief etwa Frankonia im Katalog 2000/2001 einen Preis von 1499 Mark für das ESP85A Jägermodell auf. Das Modell Junior mit „ Jägergriff “ gab es bereits für 999 Mark. In Summe dürften etwa 16 200 Einheiten gebaut worden sein. Als höchste Seriennummer

Fotos: Marcus Heilscher

Aktuelles von der SHOT Show:

Bei Primary Arms gab es mit dem Pix 1,5 – 12 x 56 FFP RD8 auch ein neues ZF.

Trijicon baut seine Reihe von CredoZielfernrohren aus, hier das 2,5

– 10 x 56.
Desert Eagle: die Viking in .50 AE mit Langschiff-Motiv im Griff.
& P
2.0 Metal HD in 9 mm Luger.
Kimber CDS: Kompakte 9-Para-Pistole auf 1911er Basis.
März
Fotos: Alexander Wolf

hier die Fortsetzung von Seite 13: Weiter geht‘s nun mit der Review zur SHOT Show 2026.

Kimber America hat seine Covert Double Stack (CDS) 9-mm-Reihe um die CDS9 Classic erweitert. Wie ihre Vorläufer ist sie mit 13- und 15-Schuss- oder 10- und 10-Schuss-Magazinen und jeweils mit Fingermulde erhältlich und wird in zwei Kon gurationen mit Tritium-Visierung angeboten, wahlweise mit oder ohne Optik-Vorbereitung am Schlitten. Die Oberächen sind in Edelstahl und Schwarz erhältlich. Beidseitig bedienbare Bedienelemente und ein acher Abzug machen die kompakte CDS9 Classic zu einer modernen Single-Action-Pistole für verdecktes Tragen. Bei Magnum Research, dem Heim der Desert Eagle, gab es mehrere Neuheiten. Darunter eine „Light-Version“ des Klassikers, die mit speziellem Finish und leichteren Werkstoffen aufwartet. Viel Aufmerksamkeit zog die „Viking“-Version auf sich, in einem „Distressed Finish“ gehalten und mit nordischer Ornamentik und Bildern versehen: Die Desert Eagle bleibt ein Klassiker. Smith & Wesson präsentierte einige neue Modelle, darunter die M & P Metal HD Competitor mit Slide Lightnings Cuts, einem extended Mag-Release und HIVIZ-Front-Sights. Daneben gab es auch eine „normale“ M & P Metal HD mit Griffstück aus Stahl, Flat Face-Trigger, Night Fusion-Korn und Fünf-Zoll-Lauf. Steyr Arms war gleich mit zwei Pistolen am Start: der ATC und der ATD. Bereits im September 2025 in Europa vorgestellt, zogen die Kurzwaffen schnell die Aufmerksamkeit auf sich. „AT“ steht jeweils für Österreich, „C“ für die Sportschützenserie „Competition“ und „D“ für „Defence“, also für die Behördenserie.

Optik, Messer und Sonstiges: Pulsar präsentierte auch das neue Trail 3 LRF XR50 – ein kompaktes Wärmebild-Zielfernrohr mit Laser-Entfernungsmesser sowie einem ballistischen Rechner in einem Leichtmetallgehäuse, konzipiert für harten Einsatz und zertiziert nach IP67. Die Pulsar-Mehrpunktprismenhalterung sorgt laut Werk

zudem für hohe Stabilität und sichere Montage. Das Topmodell Trail 3 LRF XR50 kommt mit 3- bis 24-facher Vergrößerung und einem Erfassungsbereich von 2300 m zum Kunden und ist laut Pulsar bis 6000 Joule rückstoßfest. Mit USB-C-Schnittstelle, Full HDAMOLED-Display und weiteren Details. Burris brachte mit der Veracity -Kollektion neue optimierte Zielfernrohre mit, laut Firmenaussage mit besserer optischer Leistung, ergonomisch verfeinert und mit neuen Funktionen: „Im Herzen der zweiten Generation steht das Burris Knob Synergy-System, gepaart mit dem Pro Elevation Knob – einem Zwei-Drehungen-Höhenstellsturm mit einem NullKlick-Stop für schnelle, wiederholbare Wahl. Das freiliegende System ist für Schützen gebaut, die auf präzise Anpassungen für Schuss angewiesen sind, während die Haltbarkeit unter rauen Feldbedingungen beibehalten wird“.

Trijicon hatte mehrere Neuheiten dabei, so das AccuPoint 1 – 8 x 24 (aus der TR35Series), kreiert vor allem zur Jagd. Mehrere Absehen und Ausstattungsdetails stehen zur Auswahl. Auch zu sehen war ein neues Credo 2,5 – 10 x 56 am Stand, das als Allrounder Zuspruch bei den Jägern nden soll. Integrix (gehört als Untermarke zu Leapers) zeigte das von der NRA prämierte iXF 4,5 x 28 34 mm SFP, ein Service Ri e-ZF, an dessen Design der National Service Ri e Champion Nick Till beteiligt war. Laut Werk verfügt das optimierte Objektivsystem stets über ein maximales Sichtfeld (Field of View, FOV) und Klarheit bei schlechten Lichtverhältnissen. Spezi kationen: 7 MOA-großes A4-Apertur-Absehen mit .875 MOA-Mittelpunkt, einzelzentriert getestetes deutsches Schott-Glas und mehrfach vergütete japanische OharaGläser für Blend-, Re exions- und Kratzfestigkeit, über 92% Transmission, Edgeto-Edge-HD-Bildqualität. Primary Arms aus Texas hatte das neue PLx 1,5 – 12 x 36 FFP RDB mit. „Ausgestattet mit unserem hochwertigsten Glas mit besonders geringer Dispersion bietet dieses Zielfernrohr ein großes Sehfeld und einen angenehmen Augenabstand“, so das Werk. Mit

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und Smith & Wesson 35

Der Werdegang von S & Ws erster Selbstladepistole:

The Belgian Connection

Smith & Wesson gilt seit Mitte der 1850er Jahre vor allem als Revolverhersteller, dabei hat das Werk aus Springfield in Massachusetts längst Waffen aller Art im Portfolio. Und Selbstladepistolen fertigt der Hersteller sogar schon seit über 100 Jahren – der Erstling hat freilich seine Wurzeln in der Alten Welt.

Die Werbung beschrieb die Pistole 35 als „so stark und präzise wie andere Smith & Wessons“.

Sein neues Erfolgskapitel bei Ar-

Selbstladepistolen Clément und Smith & Wesson 35 | SAMMELN & SELBERMACHEN

eitdem Jimmy „Popeye“ Doyle alias Gene Hackman das aus Marseille eingeführte Auto des von Frédérique de Pasquale dargestellten Henri Devereaux zerlegen ließ, um es nach Heroin zu durchsuchen, weiß die Welt, dass der Stoff in den 1970ern meist aus Europa kam. Filmfans erinnern sich an Doyles fehlende Manieren, den „Porkpie“-Hut und seinen Colt Detective Special. Längst ist der Filmtitel „The French Connection“ zum Begriff für alles Mögliche vom Baguette bis zum Damenschuh geworden. Dass es auch eine „Belgian Connection“ gab, ist kaum bekannt. Bei der ging es statt um Stoff um Waffen. Begründet hat sie einer der genialsten Er nder auf dem Sektor, John Moses Browning. Mit seinem Patent für die erste Taschenpistole im Kaliber 7,65 x 17 mm Browning alias .32 ACP begann der in Belgien ehrfürchtig „Le Maître“ genannte Konstrukteur ein neues Erfolgskapitel bei Fabrique Nationale des Armes de Guerre (FN) in Herstal bei Lüttich. Die FN 1899/1900 rief weitere Er nder auf den Plan, um mit eigenen Waffen ein Stück vom Kuchen abzubekommen.

selben Jahres hatte er einen Interessenten, der die Er ndung für 8000 Belgische Franc erwarb. Das entspricht heute zirka 44 800 Euro. Der Käufer erhielt neben den Entwurfszeichnungen auch einen Prototypen der Pistole und die Zusicherung, dass Warnant-Créon während der Patentlaufzeit keine Konkurrenzwaffe er nden werde.

Der Fabrikant:

Aus Dour im Hennegau stammend, war Charles Philibert Clément (1846-1913) nicht nur ein Er nder mit 35 Patenten für Kurz- und Langwaffen, sondern auch ein Unternehmer mit einer „Usine à Vapeur“, also einer Fabrik mit Dampfmaschine. Damals eigentlich ein Qualitätsmerkmal, war Cléments Anlage im Mai

Der Er nder:

Einer dieser Kreativen war Julien Warnant-Créon (1853-1915), der Bruder des bekannteren Jean Warnant, ja, der mit dem richtungsweisenden vierteiligen Revolverschloss. Julien Warnant-Créon erhielt am 27. September 1902 das belgische Patent Nr. 165 988 für ein „Pistolet a répétition“. Bereits am 31. Oktober des-

1902 unglücklicherweise abgebrannt. Trotz des für damalige Zeiten immensen Schadens von ungefähr 300 000 Belgischen Franc hatte der Unternehmer Geld für einen Neuanfang übrig, außerdem gab es da noch einige Grundstücke mit Werkstätten. Dennoch konnte Clément nicht sofort anfangen, da er erst den Wiederaufbau erledigen musste. Somit konnte er erst 1903 mit dem anfangen, was seinen Neustart markieren sollte – die Fertigung einer Selbstladepistole nach Konzept von Warnant-Créon. Vermutlich kam es schon sofort zu einer Kaliberverkleinerung. Ein frühes Realstück in 7,65 mm Browning zeigt ein beschädigtes Griffstück, weil es wohl dem Gasdruck nicht gewachsen war: Der Verschluss geriet zu leicht, dessen Feder hingegen zu schwach. Warnant-Créon verbesserte die Waffe durch eine V-förmige Pufferfeder, die die Belastung des Griffstücks reduzieren sollte. Solche Federn, manchmal auch Gummipuffer, nden sich bei vielen zeitgenössischen Pistolen. Hier genügte es allem Dafürhalten nach nicht. Clément entschied sich, auf ein schwächeres Kaliber umzusteigen. Aus heutiger Sicht mag mancher mit Blick auf Dutzende von Taschen- und Westentaschenpistolen-Modellen annehmen, das sei ja dann die in dem Bereich allgegenwärtige Patrone 6,35 x 15,5 mm alias .25 ACP gewesen. Doch weit gefehlt – diese Patrone sollte Browning ja erst 1904 vorstellen. Was es aber gab, das

die die Belastung des ja dann die in dem Be-

Smith & Wesson 35 (auch S & W M 1913) im originalen blauen Karton, oben im Deckel die Erklärung zu Waffe und Kaliber. Länge: 170 mm, Lauflänge: 90 mm, Gewicht: 620 g, Kapazität: 7 + 1 Patronen.

Ein später Uhlinger-Revolver im Kaliber .32 Randfeuer. Die Waffe hat Rosenholzgriffschalen und einen versilberten Rahmen, in dem rechts eine gut sichtbare Ladeklappe sitzt; die Nut des Ausstoßers ist auch gut zu erkennen. Wie alle Uhlingers hat auch dieser einen Spornabzug.

Sammelfeld Uhlinger-Revolver:

Unter falscher

Flagge

Als die US-Firma Smith & Wesson mit dem Model No. 1 den ersten amerikanischen Hinterladerrevolver für Metallpatronen vorstellte, folgten bald ähnliche Waffen anderer Hersteller – oft ohne Kenntnis der Patentrechte respektive ohne deren Berücksichtigung. Heute bilden diese Waffen ein exklusives Sammelfeld. Dazu gehören auch die Revolver eines Einwanderers aus der Schweiz.

WSmith und Daniel Wesson. Diese beiden 1850er

Firmen mit dem Bau eigener Revolver,

er sich für die Ursprünge der Hinterlader-Revolver interessiert, stolpert alsbald über die Lebensläufe zweier Männer: Der Franzose Eugène Lefaucheux erhielt am 15. April 1854 das Patent Nr. 19380, auf dessen Basis sein Stiftfeuerrevolver M 1854 entstand. Im Folgejahr sicherte sich der Colt-Mitarbeiter Rollin White in den USA über das am 3. April 1855 erteilte Patent 12,648A den Anspruch auf die durchbohrte Revolvertrommel. Als Whites Chef Samuel Colt das Konzept ablehnte, verkaufte White seine Rechte an Horace Smith und Daniel Wesson. Diese beiden wagten dann mit ihrer Randfeuerpatrone .22 Short samt dazugehörigem Revolver No. 1 den Schritt in die Zukunft. Als gegen Ende der 1850er Jahre Samuel Colts für den Revolverbau grundlegendes Patent auslief, begannen Dutzende von USFirmen mit dem Bau eigener Revolver, kaufte

herstellte. Rechtlich völlig in Ordnung: Schließlich hatte er ihnen sein Patent verkauft. Zum anderen ließ S & W White etwaige Patentverletzungen auf eigene Kosten verfolgen. Das aber wurde kostspieliger, als es sich der in der Juristerei wohl unerfahrene White vorgestellt hatte. So blieb ihm bis zum Ende des Patentschutzes anno 1869 nicht sonderlich viel von seinen Lizenzgebühren übrig.

Der Hankins-Revolver:

darunter auch Hinterlader. Viele dieser Fabrikanten wurden folglich wegen Patentverletzung verklagt, unterlagen in der Regel vor Gericht, mussten die Fertigung stoppen und vorhandene Bestände an Smith & Wesson übergeben. Die Firma stempelte die Plagiate mit „Manufactured for Smith & Wesson“ und verkaufte sie. Damit begann in diesen Jahren der eigentliche Siegeszug des Patronenrevolvers – und nicht erst nach 1870, als US-Präsident Ulysses S. Grant für Whites persönliches Armageddon sorgte und eine Verlängerung von dessen Patent ablehnte. Schon im US-Bürgerkrieg hatte der damalige General Grant in Whites Pochen auf seine Patentrechte nur ein ärgerliches Hindernis beim Bau moderner Kurzwaffen gesehen. War das schon nicht nett, so galt das auch für das Verhalten seiner Geschäftspartner: Zum einen verklagten Wesson und Smith Rollin White, als der Revolver nach seinem Konzept lehnte. Schon im US-Bürgerkrieg hatte

klagten Wesson und Smith Rollin White,

Einer der vielen Fabrikanten, die sich nach Ablauf des Colt-Patents etablierten, war William Hankins aus Philadelphia. Er fertigte ab zirka 1860 ungefähr 650 Perkussionsrevolver, bekannt ist Nr. 511. Die Waffe ist fünfschüssig mit festem Rahmen und Spornabzug, im, je nach Quelle, Kaliber .25 oder .26. Der gegossene, einteilige Temperguss-Rahmen („malleable iron“ ) weist eine linksseitige Inspektions-/Montageplatte auf, die von Abzugs- und Hahnschraube gehalten

Ein früher voll vernickelter Uhlinger mit Sechs-Zoll-Lauf und sichtlich aufwendig gestaltetem Ausstoßerstift.

Argentinische MP auf Basis der „Grease Gun“:

Nach bewährtem Vorbild

Anfang der 1950er Jahre erwarb die Firma FMAP DM die Rechte zur Lizenzfertigung der amerikanischen Maschinenpistole M3 A1. Über 30 000 Stück liefen dort vom Band und nahmen unter anderem am Kampf um die Falkland-Inseln teil.

Nach dem überstandenen Weltkrieg wurde Argentinien im Juni 1945 Gründungsmitglied der Vereinten Nationen. Ein Jahr später gewann Juan Perón die Präsidentschaftswahlen. Dank der forcierten Industrialisierung erlebte das Land unter seiner Regierung einen wirtschaftlichen Aufschwung und ein bis heute nicht wieder erreichtes Wohlstandsniveau der Arbeiterklasse. Zu dieser Zeit verfolgte das argentinische Militär bereits ehrgeizige Pläne, die vor allem die Entwicklung neuer Waffen im eigenen Land sowie den Einstieg in die Nukleartechnologie vorsahen. Wie die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs versuchte auch Argentinien, deutsche Rüstungsexperten und Wissenschaftler ins Land zu holen und in die eigenen Dienste zu stellen.

Schon während des Zweiten Weltkrieges hatte die im Jahr 1936 gegründete Fábrica Militar de Armas Portátiles „ Domingo Matheu“ (FMAP DM) mit der Lizenzfertigung der Colt-Selbstladepistole M1911 A1 im Kaliber .45 ACP unter der Bezeichnung „Modelo Argentino 1927“ begonnen. Im Oktober 1942 wurde die expandierende Fabrik aus Buenos Aires in den knapp 300 km entfernten Ort Rosario in der Provinz Santa Fe verlegt. Anfang der 1950er Jahre erwarb die Firma zusätzlich die Rechte zur Lizenzfertigung der amerikanischen Maschinenpistole M3 A1. Wie es dazu kam, ist nicht genau bekannt. Es war wohl eine Eigeninitiative der Waffenfabrik, um dem argentinischen Militär eine technisch ausgereifte Maschinenpistole anbieten zu können.

Die amerikanische Waffe, wegen ihres Aussehens auch “Grease Gun“ (Fettspritze) genannt, war eine Entwicklung aus dem Jahr 1942. Bereits 1939 hatte das Ordnance Department erste Vorbereitungen für die Suche nach einer neuen Maschinenpistole getroffen, um die teure und aufwendig zu fertigende MP Thompson zu ersetzen. Die Verantwortlichen kamen bald zu der Erkenntnis, dass die Maschinenpistolen der Zukunft wohl überwiegend aus geformtem Blech zu fertigen seien. Von allen bis dato getesteten Waffen im Kaliber .45 ACP hatte die „T-20 “ der Inland Division von General Motors am besten abgeschnitten. Ihre beiden parallelen Verschlussfedern, die nicht das Gehäuseinnere berühren, blieben unemp ndlich gegen Verschmutzungen. Nach ein paar Veränderungen wurde die Waffe dann auch am 11. Januar 1943 als „US Submachine Gun, Caliber .45, M3“ of ziell eingeführt. Noch im selben Monat erfolgte eine Bestellung über 300 000 Exemplaren an die Guide Lamp Division von General Motors. Zuerst als M3 bezeichnet, führten einige Verbesserungen zum Modell M3 A1. Bis Kriegsende wurden insgesamt 688 975 Stück ausgeliefert.

wurden insgesamt 688 975 Stück ausge-

Diese argentinische P.A.M. 1 erhielt nachträglich die Griffsicherung der P.A.M. 2. Die Tasche diente hauptsächlich zum Verstauen in Fahrzeugen.

Fotos: Michael Heidler, Gaston Binnerbini

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