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Österreich: Italien: Luxemburg: Niederlande: Belgien: Slowenien: Schweden: Dänemark: Ungarn:

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Tests:

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12/2012 www.visier.de € 5,50 € € € € € €

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Von Profis getestet:

Remington 700 Mil Spec 5-R: So schießt das zivile M 24 auf 100, 300 und 500 Meter

Die neuen Minis für die Tasche

■ Beretta BU-9 Nano

Baikal SL-Flinte MP-153: Was leistet der russische Preisbrecher in der Praxis? ■ S & W Shield

■ Springfield XD-S

Ist das die Zukunft der AR-Familie?

Multikaliber-Sensation:

Jagdwissen kompakt:

Erfahren Sie alles über Drillinge

Sc usi de hi v-R m eß epo Flu en rta gz au ge eu s : g

Selbstlader Colt LE 901

Ex kl

Achtung, Wiederlader! Mit welchem Hülsenpolierer reinigen Sie am besten?


INHALT | In dieser Ausgabe

Remington 700 Mil Spec 5-R — ein neues Jubiläums-Sportmodell mit bekannten Vorfahren

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Zu seiner Ahnenreihe gehört auch das Scharfschützengewehr M 24 — in diesem Test geht es darum, wie das zivile M 24 auf die Schussentfernungen von 100, 300 und 500 Meter schießt. Unter anderem. Lesen Sie den gesamten Artikel ab Seite

Multikaliber-Sensation Ist der Colt-Selbstlader LE 901-16S die Zukunft der AR-Familie? Mehr ab Seite

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Jagdwissen kompakt Erfahren Sie alles über Drillinge – von einem erfahrenen Jäger. Ab Seite

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Schießen aus dem Flugzeug

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Die Exklusiv-Reportage befasst sich mit einem besonderen Flugtag. Ab Seite

Auf einen Blick KURZWAFFEN: Springfield XD-S, .45 ACP

S. 32

Smith & Wesson M & P Shield, 9 mm Para

S. 38

Beretta BU-9 Nano, 9 mm Para

S. 44

LANGWAFFEN: Remington 700 Mil Spec 5-R, .308

S. 12

Colt LE 901-16S, .308 /.223

S. 18

Baikal MP-153 , 12/89

S. 26

HÜLSENPOLIERGERÄTE: Dillon CV-750

Achtung, Wiederlader!

Von Profis getestet

Mit welchem Hülsenpolierer reinigen Sie am besten? VISIER prüfte und bewertete gängige Tumbler. Mehr ab Seite

Die neuen Minis für die Tasche – oben: Beretta BU 9 Nano. Zudem im Test: Smith & Wesson M & P Shield und Springfield XD-S. Ab Seite

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S. 50

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In dieser Ausgabe | INHALT

Test & Technik Sportgeschäft

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Repetierer Remington 700 Mil Spec 5-R: So schießt das zivile M 24 im Kaliber .308 Winchester auf 100, 300 und 500 Meter.

Wechsel-Wirkung

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Selbstlader Colt LE 901-16S – umrüstbar von .308 Winchester auf .223 Remington. Ist die Multikaliber-Sensation aus Connecticut die Zukunft der AR-Familie?

Russisches Schwergewicht

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Selbstladeflinte Baikal MP-153 – sie gilt als der Maßstab der SL-Flinten im unteren Preissegment: Was leistet der russische Preisbrecher in der Praxis?

Klein, kleiner, XD-S

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Springfield XD-S in .45 ACP – die erste von insgesamt drei Minis für die Tasche, von Profis für Sie getestet. Diese hier hat amerikanische und kroatische Wurzeln.

Minimode

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Smith & Wesson M & P Shield in 9 mm Para – auch sie gehört zu den neuen Modellen aus dem Feld der Subkompakt-Pistolen.

Nanu, Nano?

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Beretta BU-9 Nano – trotz ihres Namens kommt die Neun-Para-Pistole nicht aus dem Stammwerk in Italien, sondern von der Zweigstelle in den USA.

Vibrations-Alarm

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Achtung, Wiederlader! Mit welchem Hülsenpolierer reinigen Sie am besten? VISIER ließ es für Sie mal rundgehen.

Merk dir das!

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Trainings-App MEC Shot - ein Protokoll und Analysesoftware für über 30 SchießsportDisziplinen im praktischen Versuch.

Drei im Bunde

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Erfahren Sie alles über Drillinge – Jagdpraktiker Andreas Rockstroh beleuchtet die Geschichte dieser Waffen ebenso wie Trends, Varianten und Einsatzbereiche. Dezember 2012

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Namen & Nachrichten

News Dezember 2012

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Waffen- und Zubehör-Neuheiten, ganz neu und ganz frisch in der VISIERRedaktion eingetroffen: Der Streifzug durch die Branche.

Faszination Waffen Schweizer Ausflug

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Exklusiv-Reportage: Schießen aus dem Flugzeug – VISIER-Autor Guido J. Wasser war bei einer besonderen Flug-Show mit im Cockpit und schoss aufregende Fotos.

Geschichte & Geschichten Lastenausgleich

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Das berühmte Sam-Browne-Koppel ist nicht nur ein weltweit von Militär und Polizei genutztes Sammlerutensil, sondern liefert auch eine abenteuerliche Story.

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Buch: Earp-Biographie

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In eigener Sache

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Ständige Rubriken Startschuss

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Leser-Post

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VISIER-Service

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Die Anzeige des Monats

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Anzeigen-Coupon

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WBK Kassel Sonderteil

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Impressum

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Termine

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Umarex feiert Jubiläum: Wie sich die Sauerländer Firma seit 1972 zu einem weltweit agierenden Konzern entwickelte, der die Branche immer wieder überrascht.

Dezember 12/2012

MondragonBajonett der SIG Ein seltener Prototyp?

Sensied S&F K1

Einsatzflinte für hohe Ansprüche

M-Elrob: in Thun wurde die Kriegsführung der Zukunft geprobt

Gedenktag zur Abschaffung der Kavallerie Ross und Reiter liessen in Aarau vergangene Zeiten aufleben

Im Fadenkreuz Bürokratur vom Feinsten

Schweizer Messer rettet Menschenleben

Vorschau

VISIER-Autor Dr. Jan-Phillipp Weisswange berichtet vom Truppenübungsplatz Munster über die Informationslehrübung „Das Heer im Einsatz“.

Vierzig gute Gründe

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VISIER-Shop-Bestellcoupon 115

VISIER vor Ort Im Wald und auf der Heide

Die Gewinner der Bianchi-Cup-Verlosung

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Das Bundesverwaltungsamt (BVA) und seine merkwürdige Verzögerungstaktik bei der Genehmigung von Sportordnungen.

Außerhalb der Schweiz gibt es das in VISIER beigefügte Supplement des Schweizer Waffen-Magazins nicht am Kiosk, sondern nur im XXLAbo vom Verlag. Näheres auf Seite 116. V ISIER. de

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TEST & TECHNIK | Remington 700 Mil Spec 5-R in .308 Win.

Sportgeschäft

Viele Großkaliber-Gewehrschützen haben sicher schon einmal gefragt, wie ein M 24 Sniper Rifle schießt. VISIER probierte es auf 100, 300 und 500 Meter aus.

S

eit das US Department of Defense Ende 1980er Jahre das „Model 700 Sniper Weapon System“ unter der Bezeichnung M 24 in die Army einführte, begleitet der Repetierer auf Basis des bewährten Remington 700er Systems die Scharfschützen der US-Armee bei ihren gefährlichen Missionen. Zur Zeit läuft die Umrüstung der damals im NATO-Kaliber 7,62 x 51 mm (zivil als .308 Winchester bekannt) eingeführten

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Waffe auf das leistungstärkere Kaliber .300 Winchester (siehe VISIER 6/2012). Die M 24 werden dann unter der Bezeichnung „XM2010“ wieder an die Truppe ausgeliefert. Seit 2001 bot Remington immer wieder limitierte M 24-Exemplare unter dem Namen „700 Mil Spec 5-R“ für den zivilen Markt an. Die Gewehre entstanden im Rahmen freier Kapazitäten während

der Produktionsläufe für die Army und kamen zu einem erheblich günstigeren Preis als die Militärversion auf dem USMarkt. Anlässlich des 10. Jahrestages der 700 Mil Spec 5-R im vergangenen Jahr legte Remington eine größere Stückzahl der zivilen M 24-Variante als Jubiläumsmodell auf. So trafen vor wenigen Monaten auch erstmals einige Muster dieser preisgünstigen M 24-Version für knapp 2000 Euro über RemingDezember 2012

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Remington 700 Mil Spec 5-R in .308 Win. | TEST & TECHNIK

ton-Importeur Helmut Hoffmann (www. helmuthofmann.de) für den deutschen Markt ein. Darunter auch die Testwaffe, wie der Schriftzug „10TH ANNIVERSARY EDITION“ hinter der Kaliberangabe „308“ auf der linken Laufseite verrät.

Der schwere Bullbarrel-Match-Lauf aus Stainless Steel der 700 Mil Spec 5-R weist an der Mündung einen Durchmesser von 20,6 Millimetern auf. Die Mündung selbst besitzt eine 11-GradMatchsenkung und ist vor den 5-rechtsdrehenden Zügen nochmals abgesetzt.

Erster Eindruck: In einem schwarzgrün-marmorierten HS Precision-Schaft in der Ausführung Varmint Synthetic (VS) steckt ein mattgestrahltes System mit ebenso behandeltem schweren Bullbarrel-Rohr. Beides besteht aus rostträgem Edelstahl. Den Kammerstängel, das Schlosskäppchen sowie die beiden aus Leichtmetallguss gefertigten Teile Abzugsbügel und Magazinklappe stimmten die Remington-Konstrukteure haargenau auf das Finish von Lauf und System ab. Der Schaft weist eine durchgängige griffe Oberflächenstruktur auf. Die folgt der Marmorierung. Im vorderen Schaftdrittel sitzt eine zusätzliche Riemenbügelöse zur Aufnahme eines Zweibeins. Den hinteren Kolbenabschluss bildet Dezember 2012

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eine nicht verschiebbare mittelharte Gummikappe. Das Army-M  24 besitzt dagegen eine verstellbare Kappe. Das Besondere dieser Büchse versteckt sich im Inneren des Bullbarrels: ein Laufprofil mit nur fünf anstatt der ansonsten bei 700ern üblichen sechs rechtsdrehenden Züge. Diesen einen

Zug weniger haben nur die M 24-Modelle und dementsprechend auch die zivilen Ableger. Darauf beruht auch die Angabe 5-R (Rifling = Zug) in der Modellbezeichnung der 700 Mil Spec. Überdies sind die Kanten zwischen den Zügen und Feldern nicht so scharf wie bei den übrigen Remington-Läufen. Sie drehen das Geschoss beim Laufdurchgang auf einer V ISIER. de

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TEST & TECHNIK | Colt LE 901

Entwickelt und vermarktet wurde das Colt LE 901-16S auch mit Blick auf den LawEnforcement-Markt. Demnach eignet es sich ideal als Polizeiwaffe, die sich nach Bedarf entweder f체r Patronen in .308 Winchester (alias 7,62 x 51 mm Nato) oder .223 Remington (alias 5,56 x 45 mm Nato) einrichten l채sst.

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Colt LE 901 | TEST & TECHNIK

Wechsel-

Wirkung

Colts neues Modell LE 901-16 S greift eine alte Idee auf: Man richte Waffen der AR-Plattform so ein, dass sie sich von einem Kaliber aufs andere umrüsten lassen. Gary Paul Johnston untersuchte, wie Colt das verwirklicht hat.

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anche Dinge sind so gut, dass man zum Zeitpunkt ihrer Entstehung ihren Wert nicht begreift. Folglich verstauben sie, bis sie ein umso beachteteres Comeback feiern. Das zeigt sich am neuen Colt-Selbstlader LE  901-16S, mit dem wieder das AR-10 ins Rampenlicht rückt: Ab 1955/56 kurbelte der damals bei der Firma ArmaLite tätige US-Erfinder Eugene Stoner damit nicht nur seine Karriere an, sondern schuf auch die Grundlage für die als AR-Plattform bekannte Waffenfamilie. Jedoch hatte das AR-10 einen Hauptmakel – das Kaliber 7,62 x 51 mm Nato (im Zivilmarkt als .308 Winchester bekannt). Denn als sich Waffen mit Stoners Prinzip endlich durchsetzten, waren sie kleiner, verschossen das neue Kaliber 5,56 x 45 mm Nato (zivil bekannt als .223 Remington) und hießen AR-15, vom Militär als M 16 reglementiert. Während das die Basis für einen vielfach variierten Bestseller schuf und Stoner zum Millionär machte, verschwand der große Bruder des AR-15 in der Versenkung. Doch ungefähr zur Jahrtausendwende kam er daraus wieder hervor. Firmen wie Knights Armament, DPMS, ArmaLite oder Bushmaster brachten ihn auf den neuesten technischen Stand und bauten nicht nur 308er Versionen, sondern sogar solche von verwandten Dezember 2012

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Kalibern zwischen .243 Winchester bis .300 Remington SAUM. Und ungefähr um 2000 herum kam die Idee auf, die AR-Plattform um zum schnellen Wechseln bestimmte Läufe zu bereichern. Die bekanntesten waren die von Lewis Machine & Tool sowie von MGI. Andere folgten. Doch blieb das Wechseln der gesamten oberen VerschlussgehäuseBaugruppe (= Upper) à la AR wohl die beste Lösung – also das ursprünglich von Eugene Stoner ersonnene Konzept. 1959 erwarb Colt das AR-Paket von Stoner, der das Patent auf das direkte Gas-“Transfer“-System (= direct gas impingement) besessen hatte, als er bei ArmaLite zu arbeiten anfing. Dieses Paket umschloss sowohl die Endversion des AR-10 in 7,62 x 51 mm Nato (.308) als auch das AR-15 in 5,56 x 45 mm Nato. Obwohl Colt den Bau des AR-10 plante, verlagerten sich die Forderungen zusehends zum kleineren AR-15 in 5,56 x 45. Und bei Colt packte man die Pläne zum Bau jeder AR-10-Variante zur Seite. Das aber hat sich nun, über ein halbes Jahrhundert danach, grundlegend geändert – durch das Modell:

Colt LE 901-16S Modular Carbine: Die Neuheit im Kaliber 7,62 x 51 mm ist, so formuliert es VISIER-Korrespondent Gary Paul Johnston, „die Verbindung der

AR-10- und AR-15-Linien mit weit reichenden Anwendungsmöglichkeiten. Kurz: Die LE 901-16S ist eine adaptive 308er Büchse, unter Verwendung eines stark abgewandelten und aufgerüsteten AR-15-Gehäuseunterteils (= Griffstück, Lower Receiver, kurz: Lower) mit einem gleichermaßen einzigartigen AR-10-Magazinschacht. So wandelt sich die Büchse zu einem M 4artigen Carbine in 5,56 x 45 mm.“

Upper aus einem Guss: Das LE 90116S wartet mit vielen der für AR-15 typischen Elemente auf. Im Lower gibt es beidseitige Bedienelemente. Im Upper steckt ein vierzügiger 417-mm-Lauf mit vierfach geschlitztem Mündungsfeuerdämpfer des Typs „4-prong flash hider“, Bajonettwarze für das M 4-Bajonett und verstellbarer Klappvisierung. Aber der eigentliche Pfiff ist die – recht ungewöhnlich – oben ununterbrochen über die volle Länge laufende PicatinnySchiene. Tatsächlich bildet das gesamte Verschlussgehäuse eine einteilige, extrem starke Sache: „Monolithic Upper“ nennt sich das auf Neudeutsch. Die untere Handschutzpartie mit ihrer Schiene lässt sich abnehmen, aber das dient hauptsächlich Reinigungszwecken. Das LE 901 orientiert sich (richtigerweise) an Stoners originalem, kolbenlosem Gassystem. Daher gibt es auch kein außenliegendes Piston-System. Bei allen GeV ISIER. de

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TEST & TECHNIK | Springfield XD-S in .45 ACP

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Springfield XD-S in .45 ACP | TEST & TECHNIK

Klein, kleiner, XD-S

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oulder, Nevada, Januar 2012: Obwohl eine große dunkle Sonnenbrille seine Augen vor dem gleißenden Sonnenlicht der Wüste schützte, war die Begeisterung von Rob Leatham unverkennbar: „Schauen Sie, wie zierlich das Ding ist. Die Kleinste von Springfield. Ist brandneu, haben wir im letzten Moment reinbekommen. Und sehen Sie, wie gut das schießt.“ Bei dem zur Rede stehenden „Ding“ handelte es sich um die neue Subkompakt-Pistole XD-S, geliefert von der in Geneseo (Illinois) ansässigen Firma Springfield Armory, für die Weltklasseschütze Leatham als Werbeträger auftritt. Nun schießt nicht jeder so verblüffend präzise, schnell und sicher, wie diese gut einsneunzig große Schießmaschine aus Fleisch und Blut es selbst mit einer unbekannten Waffenneuheit tut. Zumal die kaum aus Leathams Pranke herausschaut. Also ist diese für Notwehr- und Fangschusszwecke geSchützenlegende Rob Leatham stellte als einer der ersten die neue SpringfieldPistole in Boulder beim Media Day der SHOT Show 2012 vor. Sein Vorführstück war komplett in Schwarz ausgeführt. Das an Walt Rauch übersandte Testexemplar kam hingegen in Duotone. Hier mit Insight X2 Subcompact-Lampe, den Griffrücken-Wechseleinsätzen sowie dem serienmäßigen Fünf-Schuss- und dem optionalen Sieben-Schuss-Magazin. Dezember 2012

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Auf der SHOT Show zeigte sich, dass der Trend zu kleinen Pistolen anhält, auch bei den Kalibern 9 mm Para und .45 ACP. VISIER stellt drei der Neuheiten vor – die Springfield XD-S eröffnet den Test-Reigen.

dachte 45er ein Fall für den Tester, der sich bei VISIER um solche Kurzwaffen kümmert: Ihr Auftritt, Walt Rauch. Dessen Testprotokoll begann so: „Wenn Sie an den Kauf einer subkompakten, halbautomatischen Pistole im Kaliber .45 ACP denken, sollten Sie auch die neue XD-S (Small) von Springfield auf dem Radar haben.“ Die XD-S ist die neueste und bisher kleinste Ausführung der XD-Pistolenfamilie. Um gleich bei Maßen und Gewicht zu bleiben: Die 610 Gramm schwere Waffe misst 160 x 25,4 x 112 Millimeter, hat einen 84-mm-Lauf und ein Magazin für fünf Patronen. Zum Vergleich die auch in .45 ACP gebaute Glock 36: Sie misst 172 x 28,5 x 121 mm, der Lauf 96 mm. Zwar fasst die Österreicherin eine Patrone mehr und ist mit 570 g Leergewicht spürbar leichter. Aber sie bleibt einen Hauch größer als die XD-S, für die es zudem noch gegen Aufpreis einen Sieben-Schuss-Behälter gibt. Von den Maßen her lässt die Neue sich am besten mit Subkompakt-Modellen der Neun-Para-Liga vergleichen: Caracal SC, HK P 2000 SK, Walther P 99 C und Glock 26 kamen alle mit Längen zwischen 160 und 168 mm: Damit ist die XD-S fraglos eine der kleinsten 45er Pistolen. „Der Tick mit dem immer kleiner ist typisch amerikanisch“, mag mancher denken und prompt falsch liegen: Spring-

field baut die Waffen nicht, sondern importiert sie von der Adria zur Endmontage in den USA. Denn das Geschick der XD-Pistolen beginnt in der kroatischen Firma IM Metal. Die fertigte 1991 eine Neun-Para-Pistole – und schon 1995 deren nächste Generation – für den heimischen Behördenmarkt. 1998 schuf IM Metal daraus die Polymer-Version HS 2000. Sie erhielt gute Kritiken, auch wenn der erste VISIER-Test ihr bei der Technik „vertraute Gesichtszüge“ bescheinigte (Heft 7/2000). Dennoch übernahm Springfield Armory das US-Marketing. Die Pistole wurde in XD (Extreme Duty) umbenannt; teilweise wurde sie auch als XD Extreme bezeichnet.

Familienbande: Äußerlich hat die XD ein bisschen etwas von verschiedenen Waffenmodellen. Der Rahmen etwa ähnelt demjenigen der Walther P 99, der originalen DA/SA SIG Sauer oder dem einer Glock-Pistole. Die XD – und damit auch XD-S – werden per Schlagbolzen gezündet, haben eine Abzugs-Fallsicherung sowie eine Schlagbolzensicherung, die Springfield „USA“-Abzugssystem nennt; das Kürzel steht für Ultra Safe Assurance. Die neue XD-S hat Merkmale der XD Extreme-Serie, allerdings mit Veränderungen. So kommt die XD-S mit einreihigem statt zweireihigem Stahlmagazin mit einer abnehmbaren Polymer-Grundplatte. Zwei Magazine V ISIER. de

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TEST & TECHNIK | Smith & Wesson M & P 9 Shield

Minimode Nun die zweite der drei brandneuen Subkompakt-Pistolen: Mit dem Modell Shield baut das US-Traditionsunternehmen Smith & Wesson seine M & P-Reihe aus – und setzt im Markt für Polymer-Taschenpistolen deutliche Akzente.

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chon vor dem offiziellen Debüt war die Neue in aller Munde, wurde im Web als Geheimtipp bei modernen Subkompakt-Pistolen mit PolymerUnterbau gehandelt. Denn mit Smith & Wesson hatte einer der Großen der Branche angekündigt, sich in dieses Segment zu begeben – durch eine als „Shield“ (= Schild) bezeichnete Version seiner M & P-Reihe. Auf der NRA-Show im April war diese gut männerhandgroße, in .40 S & W und 9 mm Para erhältliche Waffe dicht umlagert. Und wie Produktmana-

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ger Shaun Phelan mitteilte, gab‘s für den Auftrieb handfeste Gründe: Das Werk hatte die Waffe intensiv in den sozialen Netzwerken des Internet angekündigt und damit voll auf die Werbekraft der neuen Medien gesetzt. „Außerdem“, so

Phelan, „haben wir das gleich als System angelegt und vom Fleck weg diverse Partner und Zulieferer in der Industrie integriert. Sobald die Auslieferung beginnt, können Sie gleich passende Holster und sonstiges Zubehör kaufen, um die Waffe sofort so weit wie möglich Ihren persönlichen Bedürfnissen anpassen zu können.“ Nun ist geschicktes Marketing das eine, aber ein Praxistest das andere. Manchmal jedoch bleibt auch danach vor allem Lob übrig. VISIER-Autor und US-Korrespondent Walt Rauch bekam als einer der

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Smith & Wesson M & P 9 Shield | TEST & TECHNIK

ersten Tester die Shield und schrieb: „Sie waren sicher nicht die ersten im Markt für Neun-Millimeter-Taschenpistolen. Smith & Wessons Einstand – die M & P 9 Shield – sollte freilich all jene beunruhigen, die glauben, sie hätten bei diesem Wettkampf den Spitzenreiter.“ Auf den ersten Blick präsentiert sich die Shield als noch eine weitere Selbstladepistole in Polymer-Stahl-Bauweise. „Aber“, so führt Walt Rauch weiter aus, „das täuscht.“ Demnach habe S & W alles richtig gemacht, sowohl beim unbedingt Nötigen als auch beim Gewünschten – und alles ohne Ballast.

Das Konzept: Die bei Importeur Waimex ungeachtet des Kalibers für 617 Euro vertriebene M & P Shield gehört zur neueren Klasse der Subkompakt-Pistolen. Also Modelle, die nicht wie vor einigen Jahren durch Zurechtstutzen eines vorhandenen Waffentyps in Ordonnanzgröße entstanden und sich daher gern durch einen Mangel an Balance und durch unzulängliche Griffe auszeichneten. Stattdessen zählt auch die nur 539 Gramm schwere Shield zu der Kategorie, die man komplett neu entwickelt hat: Möglichst klein, schlank, dennoch führig und tipptopp ausbalanciert. Waffen, die voll auf Notwehr- und JagdschutzRauchs Kamera löste aus, als Tester Ted Murphy beim Feuern für drei leere Patronenhülsen in der Luft sorgte.

zwecke abgestellt sind. Dennoch (oder gerade deswegen) kann die Shield die Familienähnlichkeit nicht verleugnen. Sie folgt natürlich dem Konzept der M & P-Reihe, die das Team um den damals verantwortlichen Smith & WessonProduktmanager Joe Bergeron vor knapp zehn Jahren entworfen hat. Die Abkürzung M & P stand dabei für Military & Police – als Reverenz an den berühmten Beinamen der Revolverreihe M 10, der Smith & Wesson seine lange Vormachtstellung im Geschäft mit behördlichen Kurzwaffen verdankte. Ein gutes Omen: Nach langen Jahren des Hinterher-Laufens konnte die Fabrik aus Massachusetts damit endlich im Markt für Polymer-Pistolen richtig Fuß fassen. Heute gibt es M & P-Pistolen in diversen Größen und Varianten, darunter auch in Wüstentarnfarben des Typs Flat Dark Earth sowie mit pinkfarbenen Griffrückeneinsätzen. Wie der Rest des M & P-Clans kommt auch die Shield als Semiautomatik mit Schlagbolzenschloss und -sicherung sowie anderen typischen Details dieser Reihe: Schlittenführung auf vier Schienenpartien, zweigeteilter Sicherheitsabzug, Kimme im Novak-Stil, driftbares Balkenkorn, wellenförmig gestaltete

Durchladeriffelungen – alles ebenso da wie das Großraum-Auswerferfenster und die typische Frontkontur mit der für das Holstern so praktischen Abschrägung auf beiden Seiten. Auch fehlen die halbschalenförmigen Griffpartien ebensowenig wie die angeraute Struktur auf allen Flächen, an die die Hand beim Ziehen, Bedienen, Feuern und Zurückstecken gelangt. Das schließt die Unterseite des Abzugsbügels ein wie auch die Schlagbolzen-Abdeckplatte hinten am Schlitten. Rein vom Design des Griffstücks her hat die Shield am meisten von der M & P Compact. Beide kommen ohne den Beavertail-artigen Stummel hinten oben am Griffstück, wie man ihn von den großen Versionen dieser Reihe kennt. Stattdessen schließt der Unterbau hier bündig mit der Schlittenhinterkante ab. Und anders als alle bisher gesichteten Waffen dieser S & W-Reihe verzichtet die Shield auf die Picatinny-Laufschiene (Mil-Std 1913), die sich bei der M & PSerie üblicherweise vorm Abzugsbügel unten am Dust Cover des Griffstücks findet. Außerdem ist der Griffrücken fix und nicht als auswechselbarer Einsatz gestaltet. Der Griff hat einen Winkel von 18 Grad. Und einen Griffrücken, der sich hinten soweit herabzieht, dass er bündig mit dem kleineren Magazin abschließt und sich hinten an dessen Bodenplatte abstützt. „Dadurch“, so Walt Rauch, „verstärkt sich der ‚Anfassbereich‘ – die Waffe lässt sich auch mit einem eingeengten Drei-Finger-Griff gut packen, weil der Handballen eine größere Anlagefläche hat. Um dem Test vorzugreifen: Das hilft, das Hochrucken der Mündung im Schuss besser zu kontrollieren.“ Das Werk liefert die Shield in 9 mm Para oder .40 S & W. Sie fasst sieben oder acht Neun-Para-Patronen respektive sechs oder sieben im 40er Kaliber. Die Testwaffe kam in 9 mm Para. Sowohl der Stainless-Steel-Schlitten als auch der 79-mm-Lauf haben ein Melonite-Finish und zeigen sich in Schwarz, passend zum Polymer-Griffstück und den gesamten Kleinteilen. Die Shield ist 155 mm

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TEST & TECHNIK | Beretta BU-9 Nano

Nanu, Nano? Einfach zu benutzen und möglichst wenige mechanische Teile – so wird eine zuverlässige und einsatztaktisch nützliche Waffe konzipiert. Die Beretta Nano bietet nicht nur viel Feuerkraft, sondern erfüllt auch alle Anforderungen.

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uch die dritte der diesmal vorgestellten Mini-Pistolen kann sich sehen lassen – hier hat Beretta USA eine Backup-Pistole entworfen ohne die sonst üblichen stereotypen Designmerkmale: Keine Kompromisse bei der kinetischen Energie oder nur ein

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Feder-Masseverschluss wie bei vielen subkompakten Pistolen – die BU-9 Nano kommt mit einem kurzen, aber voll verriegelnden System in den Kalibern 9 x 19 mm oder .40 S & W.

hart und abriebfest. Alle Metallteile besitzen ein mattschwarzes Finish. Durch die Riffelung hinten vor der Kimme kann der Schlitten leicht und problemlos zurückgezogen werden.

Und ohne dabei größer zu sein: Die Länge beträgt 143 mm, am Griff maßen wir eine Breite von 23 mm. Die Waffe ist 106 mm hoch und wiegt leer 562 Gramm. Der Rahmen der Nano besteht aus fiberglasverstärktem Polymer, wodurch sowohl Gewicht als auch Größe verringert und Griffschalen überflüssig werden. Dank der Textur an Vorder- und Rückseite des Griffs ist die Waffe angenehm zu handhaben. Der Schlitten wurde aus Carbonstahl gefertigt, der laut Hersteller eine schützende Pronox-Nitridschicht bekam. Pronox sei vergleichbar mit dem Melonite-Überzug der bereits vorgestellten Mini-Pistolen von Springfield und S & W oder auch dem Tenifer-Schutz, den Glock seit Jahren verwendet. In jedem Fall ist Pronox außergewöhnlich

Verdeckt, daher glatt: Die Nano hat keine Haken oder abstehende Teile, die sich beim Ziehen aus dem Holster in der Kleidung des Trägers verfangen könnten. Weil auf das sonst außen sitzende Verschlussfangstück verzichtet wurde und kein Zerlegehebel-Schraubenkopf am Rahmen hervorsteht, kann die Waffe problemlos aus dem Holster gezogen werden. Sogar der Magazinhalteknopf ist gegossen und folgt so der Rundung des Rahmens. Der Abzugsbügel ist rund, Beretta folgt damit dem noch immer gültigen Konzept, dass eine Pistole die weichen Formen eines Stücks Seife haben sollte.

Manuelle Sicherung? Fehlanzeige. Wir sind der Überzeugung, dass es nur Dezember 2012

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Beretta BU-9 Nano | TEST & TECHNIK

von Vorteil sein kann, wenn durch Vereinfachungen an der Mechanik auf Teile verzichtet wird, die möglicherweise kaputt gehen können. Außerdem haben Studien bei Soldaten und anderen Waffenbenutzern eins gezeigt: Die Belastung und Anspannung im Einsatz ist so komplex, dass der Gebrauch von Waffen, die vor oder bei der Handhabung auch nur ansatzweise Nachdenken erfordern, unbedingt vermieden werden sollte. Bei solchen Adrenalinschüben können unter Umständen tödliche Fehler passieren bis hin zu dem Punkt, dass der Schütze noch nicht einmal in der Lage ist, die Waffe abzufeuern. Das kommt bei Waffen vor, bei denen eine Sicherung erst entsperrt oder manuell deaktiviert werden muss. Die einzigen Bewegungsabläufe, die leicht verständlich sind und in den verschiedensten Situationen auch wiederholt werden, das sind die einfachen: die Waffe herausziehen und den Abzug betätigen. Dezember 2012

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Auch die Nano besitzt Sicherungen: eine automatische Schlagbolzensicherung und einen Einsatz in der Mitte des Abzugs, der analog zur Glock verhindern soll, dass sich der Abzug bewegt, sollte die Waffe herunterfallen. Die Nano kann geladen und gespannt genauso sicher wie ein Revolver geführt werden. An der Seite der Waffe, gleich vor dem Abzugsbügel, hat sie eine Einbuchtung. Sie soll dem Zeigefinger Halt geben, wenn die Waffe im Anschlag gehalten wird. Der Finger sollte leicht angewinkelt sein und die Fingerspitze den Rahmen berühren. Diese ergonomische Ausbuchtung soll das Halten der Waffe in dieser Position erleichtern, weil es so weniger ermüdend ist als mit am Rahmen ausgestrecktem Finger. Mit dem innenliegenden Verschlussfangstück und dem umschaltbaren Magazinknopf eignet sich die Waffe auch gut für Linkshänder. Betrachtet man die vielen Einsatzmöglichkeiten der Nano, halten wir den

Wegfall des äußeren Hebels für den Schlittenfang – der innen ja noch vorhanden ist – für sehr sinnvoll. Die Nano ist für Situationen konzipiert, in denen sofort auf einen Angriff reagiert werden muss. Und wenn es um Leben und Tod geht, müssen innerhalb kürzester Zeit zwei oder drei Patronen abgefeuert werden. Da wird nur in den seltensten Fällen ein Magazin gewechselt und selbst wenn, macht es unserer Ansicht nach keinen Unterschied, ob man einen manuellen Schlittenfanghebel hat oder nicht. Das Laden und Entladen sollte sorgfältiger erfolgen, in der Theorie wird das natürlich unter weit weniger Stress getan als bei einem Einsatz. Die Nano hat einen Double-ActionOnly-Abzug (DAO) mit freischwingendem Schlagbolzen zur Zündung. Nicht neu, aber eben auch bewährt (Plagiatsanschuldigungen für dies und das mal beiseite gelassen). Selbst die halbstarre Verriegelung der Nano ist eine der geV ISIER. de

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TEST & TECHNIK | Hülsenpoliergeräte

VibrationsWiederlader brauchen saubere Hülsen. Eine Möglichkeit sie zu reinigen, stellen sogenannte Tumbler dar. Aber für welches Gerät soll man sich entscheiden? VISIER ließ eine Auswahl der gängigsten Modelle zum Vergleichstest antreten.

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ittlerweile hat sich unter Wiederladern die englische Bezeichnung „Tumbler“ für die Art von Hülsenpoliergeräten, bei denen die Hülsen durch Vibrationen in einer Schüssel mit Reinigungsgranulat wild durcheinander marschieren (to tumble) und sich dabei blank scheuern, eingebürgert. Diese Methode dürfte noch vor den im-

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mer mehr in Mode kommenden Ultraschallreinigern und dem bloßen Waschen mit Seifenlösung die verbreitetste Reinigungsvariante für die leergeschossen Messingteile sein. Unter Wiederladern ist es eine echte „Glaubensfrage“, welche Methode die beste ist. Aber die soll hier nicht geklärt werden, sondern was einzelne Tumbler leisten. Dazu be-

schaffte sich die Redaktion insgesamt fünf Modelle: Wiederladespezialist Reimer Johannsen (www.johannnsen-jagd.de) steuerte den RCBS Vibratory Case Cleaner für rund 120 Euro, den Lyman Turbo 1200 Auto-Flo zu knapp 130 Euro und mit Dillon CV-750 für 229 Euro auch den teuersten Kandidaten im Test bei. Vom Importeur Helmut Hofmann (www.helmut Dezember 2012

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Hülsenpoliergeräte | TEST & TECHNIK

Alarm hofmann.de) kam der Hornady M-2, den es für 105 Euro im Fachhandel gibt. Das günstigste Gerät stellte Frankonia (www. frankonia.de): Das Waffenhandelshaus bietet den CTI 1500 der Hausmarke TopShot momentan für unter 60 Euro an.

Funktionsprinzip: Bei all diesen Tumblern verbindet eine Rüttelplatte auf dem Standfuß die Polierschüssel fest mit einem Elektromotor. An dessen nach unten ragender Motorachse befindet sich eine exzentrische Schwungscheibe, Dezember 2012

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die den Motor samt Rüttelplatte und darauf geschraubter Schüssel in Schwingungen versetzt.

Testaufbau: Um den Einfluss des Poliermediums auf das Ergebnis zu neutralisieren, kam ausschließlich grünes Granulat aus Maiskolben (englisch: corn cob) von Lyman zum Zuge. Damit füllten die Tester alle Polierschüsseln zu zwei Dritteln. Anschließend kam die laut Herstellerangabe maximale Anzahl an abgeschossenen .38 Special-Hülsen

(siehe Tabelle „Technische Daten“ ) hinzu. Unter diesen befanden sich je 50 künstlich gealterte Hülsen mit kleineren Grünspanflecken. Diese sollten stärker verschmutzte Hülsen simulieren und dienten als Kontrollobjekte für den Reinigungsfortschritt. Unter dem Motto „gleiche Bedingungen für alle“ schlossen die Tester die Tumbler dann an eine einzige Steckdosenleiste an, die wiederum über eine Zeitschaltuhr mit Countdown-Funktion V ISIER. de

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TEST & TECHNIK | Drillinge f체r J채ger

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Drillinge für Jäger | TEST & TECHNIK

Drei im Bunde Drillinge waren und sind fast nur im deutschsprachigen Raum zu Hause. Wie alle „Universalwaffen“ hat der Dreiläufer Vor- und Nachteile. Andreas Rockstroh beschreibt die verschiedenen Modelle sowie ihren Einsatz im früheren und heutigen Jagdbetrieb und greift dabei auf eigene Erfahrungen zurück.

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eine „Hohe Zeit“ hatte der „normale“ Drilling, auch Flintendrilling genannt, also der mit zwei oben liegenden Schrotläufen und einem mittig darunter liegenden Kugellauf, in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Er war die „Ganzjahreswaffe“ für Hoch- und Niederwildjagden. Im Frühjahr ging man damit auf den „Schnepfenstrich“, wie die Jäger den Balzflug der Waldschnepfe nennen, und den balzenden Tauber. Später auf den roten Bock, im September auf die Hühnersuche oder zur Hirschbrunft. Und ab Oktober auf die zahlreichen Niederwild- und Hochwild-Gesellschaftsjagden. Auch zu Ansitz und Pirsch auf Schalenwild wurde der Drilling eingesetzt. Und natürlich im Winter für die Raubwildjagd auf Fuchs und Marder, denn die Bälge waren damals viel wert. Wohlhabendere Jäger führten zwar seinerzeit schon Büchsen für die Hochwild- und Flinten für die Niederwildjagd, aber viele hatten „nur“ ihren Drilling, reine Niederwildjäger einen Zwilling, sprich: eine Doppelflinte.

Entwicklungslinien: Die Geburtsstunde des Drillings ist wohl der 3. Februar 1878, als der Münchener Büchsenmacher Peter Oberhammer eine Umstellung von Schrot auf Kugel mittels eines Hebels konstruierte und zum Patent anmeldete. Dieser Urdrilling besaß zwei Schrotläufe, einen Kugellauf, zwei Hahnschlosse und einen Roux-Verschluss. Spätere Selbstspanner-Drillinge wurden meist mit Blitz- und AnsonSchlossen sowie seitlich liegender Dezember 2012

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Sicherung gebaut, teurere mit Seitenschlossen und oben liegender Sicherung auf dem Kolbenhals. Es gibt Drillinge mit zwei und drei Schlossen, meist mit Kugel- und Schrotumschaltung, viele aber auch mit separater Kugelspannung, bei denen sich nur die Schrotschlosse beim Öffnen der Waffe selbst spannen. Bei Bedarf aktiviert der Schütze das Schloss für den Kugellauf mittels eines Schiebers auf dem Kolbenhals. Es ist nicht Ziel dieses Beitrages, sämtliche Schlossvarianten, die im vergangenen Jahrhundert in Kipplaufwaffen verbaut worden sind, hier nochmals vorzustellen … fast alle kamen irgendwann auch beim Drillingsbau zum Einsatz. Ähnliches gilt für die Verschluss-Systeme. Am meisten findet man solche mit doppelter Laufhakenverrieglung und Greener-Querriegel.

In der Regel: Der beschriebene „normale“ Drilling wird heute vorwiegend als Ansitzwaffe auf Schalenwild und Raubwild eingesetzt. Häufig lässt man einen langen Einstecklauf in .22 Hornet oder ähnlichem Kaliber für die Raubwildjagd in den rechten Schrotlauf einbauen, denn zwei Schrotläufe braucht der Jäger heute kaum noch. Da der vordere Abzug für den Kugellauf fast immer über einen Rückstecher verfügt, kann der Einstecklauf, wenn die Waffe auf Schrot gestellt wird, auch gestochen geschossen werden. Rehwild-taugliche Einsteckläufe etwa in .222 Remington oder 5,6 x 52 R erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit. So wird der Drilling

zum Bockdrilling, mit einem variablen, nachttauglichen Zielfernrohr (ZF) für fast alle Jagdgelegenheiten. Wer den Drilling häufig auf Hochwild, wie Rot-, Damwild und Sauen einsetzt, kann heute auch ein größeres Kaliber wie 8 x 57 IRS oder ähnliches für den Einstecklauf wählen. Ob stärkere Kaliber allerdings so wiederholgenau sind wie kleinkalibrige, diskutieren Fachleute kontrovers. „Die einen sagen so, die anderen so …“ Oft wird der Drilling mit offener Visierung, Rotpunktvisier oder kleinem Drückjagdglas auch auf Sautreibjagden und anderen Bewegungsjagden eingesetzt. Gilt es nur dem Schalenwild, besitzt der Dreiläufer mit einer Kugelpatrone und zwei Flintenlaufgeschossen geladen hohe „Feuerkraft“. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die langsameren Flintenlaufgeschosse ein anderes Vorhaltemaß bei flüchtigem Wild verlangen als Büchsenpatronen. Routinierte „Drillingsjäger“ wissen das. Wer diese Waffe aber nur gelegentlich führt, kommt bei einer „schnellen“ Sau nicht immer im sofort tödlichen Herz-Lungenbereich ab. Flintenlaufgeschosse gelten mittlerweile als „ablenkungsfreudiger“ als jagdliche Büchsengeschosse, so dass manche Revierinhaber ihren Einsatz auf Drückjagden verbieten. Mit „gemischter Ladung“, also Kugel, Schrot und „Brenneke“ sind etliche Jäger mental überfordert. Als Beispiel mag der mit Brenneke beschossene Fuchs genügen, was ja noch nicht einmal verboten, aber nicht beabsichtigt wäre. Vor dem jagdliV ISIER. de

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FASZINATION WAFFEN | Flugzeugschießen in der Schweiz

Schweizer Ausflug An zwei Tagen Anfang Oktober zeigt die Luftwaffe ihr Können. Da wird in den Bergen scharf geschossen. Mit allem, was die Fluggeräte hergeben. Nicht etwa in den USA, sondern in der Schweiz. Auf der Axalp, hoch über dem Brienzer See.

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chon 2008 war ich oben auf der Alp. Zusammen mit vielen Zuschauer. Mit dem Zuschauen war es dann nichts, denn von Nordwest schob sich eine dicke Wolkenwand heran, und die Sicht wurde so niedrig, dass nicht mal angefangen werden konnte. 2009 war herrlicher Sonnenschein, und die Flieger kamen im Sekundentakt. 2010 hatte tagelanger Regen die Alp aufgeweicht, und in der ganzen Schweiz rutschte Gelände ab. Da wurde die Luftwaffe für den Bevölkerungs-Schutz gebraucht und das Schießen abgesagt. Kollegen aus Bayern, die extra angereist waren, mussten wieder abziehen.

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Dieses Jahr verabreden wir uns schon beim Freedom Arms Shoot in Philippsburg für die Axalp. Roman Hauber, einer der Gewinner aus Bayern, reiste dann am Dienstag, den 9. Oktober, mit einem Kollegen bis auf den Brünig-Pass. Am Tag danach sollte das erste Schießen stattfinden, aber wegen miserablem Wetter wurde es schon am Vortag abgesagt. Am Donnerstag machte ich mich von der Innerschweiz her über den Sustenpass auf ins Gebiet der Berner. Die Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden, welche die Eidgenossenschaft gründeten, sind auf die Berner immer noch nicht gut zu sprechen. In der pro-

testantischen Bundeshauptstadt hat man das Gründungsdatum auf 1291 festgelegt. Die katholischen Gründer bestehen jedoch auf 1307, denn sie waren ja dabei. So steht es denn auf Tells Denkmal in Altdorf/Uri. Trotzt dieses jahrhundertealten Zwistes empfing mich der Sustenpass frühmorgens mit wolkenlosem Blau. Kurz vor dem bernischen Talgrund tauchte ich dann in dichten Nebel. Über dem Flugplatz von Meitingen dann eine kompakte Nebelschicht, die jedoch im Verlaufe des Vormittags immer mehr Löcher zeigte. Auch diesmal hatte es die letzten Dezember 2012

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Flugzeugschießen in der Schweiz | FASZINATION WAFFEN

Links: Luft kondensiert an den Flügeln, wo die Luftgeschwindigkeit hoch ist. Mitte: Eine F/A-18 Hornet donnert neben den Zuschauern den „Tschingel“ hoch. Rechts: Fotograf bitte einsteigen – hoch mit dem Superpuma.

Tage stark geregnet. Da die provisorischen Parkplätze auf Wiesen unter Wasser standen, leitete man die Autos der Besucher einfach auf den Flugplatz. Nun standen sie auf dem Asphalt der Rollways. Die Flugzeuge hatten das Weite gesucht und starteten nun eben von Sitten im Wallis aus. Um die vielen Typen zu koordinieren, waren aber auch die Flugplätze von Emmen und Payerne nötig. Korpskommandant Markus Gygax, der Chef der Schweizer Luftwaffe, gab kurz einen Einblick in seine Arbeit. Immerhin steigt durchschnittlich fast jeden Tag ein Jet auf, um Flugzeuge, die unangeDezember 2012

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meldet den Schweizer Luftraum betreten, zu kontrollieren. Natürlich werden sie davor jeweils über Funk aufgefordert, sich zu legitimieren. Oft wird nicht geantwortet. Wenn aber ein Kampfjet neben dem Cockpit auftaucht, klappt die Verständigung plötzlich wieder. Aber auch bei Störfällen ist die Luftwaffe gefordert. Fällt bei einem Zivilflugzeug die Kennung oder sogar mehr aus, verschwindet es einfach vom Schirm der zivilen Luftfahrt. Nur noch die Luftwaffe kann es orten. So ein Flugzeug ohne Kommunikations-Möglichkeiten durch eine Wolkendecke zu einer sicheren Lan-

dung zu bringen, ist eine heikle Aufgabe. Noch heikler, wenn sich die Besatzung nicht melden will …

Berglift: Zur Mittagszeit zeigte die tiefhängende Wolkendecke über dem Platz einige Lücken. Die ersten Superpumas flogen, und einer dieser Kampfhubschrauber brachte mich mit viel umgehängter Optik nach oben auf die Axalp. Da waren schon rund 7000 Zuschauer, die mit Bus, Seilbahn und zuletzt zu Fuß auf 2250 Meter Höhe gekraxelt waren. Am 7. Oktober 1942 begann die Ausbildung im Erdkampfeinsatz auf dem Schießplatz Axalp-EbenV ISIER. de

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GESCHICHTE & GESCHICHTEN | Der Sam-Browne-Waffengurt

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Der Sam-Browne-Waffengurt | GESCHICHTE & GESCHICHTEN

Lastenausgleich Das berühmte Sam-Browne-Koppel mit dem diagonal laufenden Schulterriemen lässt sich nicht aus der Militär- und Polizeigeschichte des 20. Jahrhunderts wegdenken – fragt sich nur, wer Sam Browne war und wie er auf die Idee für dieses Gurtsystem kam.

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ohin mit Pistole, Revolver und Säbel? Diese Frage stellte sich im Lauf des 19. Jahrhunderts immer mehr Offizieren, unabhängig von ihrer Nationalität. Kavalleristen konnten natürlich ihre Pistolen am Sattel in eigenen Futteralen führen, aber dann hatte man sie bei abgesessenem Einsatz nicht unbedingt zur Hand. Besser also die Trageweise am Mann. Dazu genügte am Anfang des Napoleonischen Zeitalters noch die in Frankreich (hier mehr) oder in Großbritannien (da weniger) dekorativ um die Taille oder über die Schulter geschlungene Schärpe, um Säbel und Pistole(n) darin oder daran zu verMeist kommt das Sam-Browne-Koppel mit einem Schulterriemen, befestigt mittels zweier an den Gurt genähter D-Ringe. Gesucht sind Muster mit zwei Schulterriemen. Dabei läuft einer der beiden auf dem Rücken des Trägers durch eine Schlaufe des anderen Riemens. Am Koppel die Revolvertasche mit von unten nach schräg oben geführter KnopfdornLasche und der Säbel Pattern Infantry Officer‘s Sword 1897. Hintergrund: USPolizei-Reenactor mit Tommy-Gun (Foto: Robert Bruce Military Photo Features).

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sorgen. Spätestens mit dem Siegeszug des Revolvers als Seitenwaffe kam der Wunsch nach etwas Praktischerem auf. Nicht nur die Waffe, auch die Munition musste gut geschützt am Mann befestigt, aber auch schnell zur Hand sein.

Mit Schieflage: Also griffen die Beschaffer wieder zum guten alten Ledergürtel. Meist in Braun oder Schwarz, je nach Gusto der Generalstäbler, manchmal auch dekorativ geprägt und verziert – aber in der Regel ein eher unpraktischer Kompromiss. Da hing links der Säbel, denn der wurde ja mit der rechten Hand geführt und bis zum Beginn des I. Weltkrieges als Hauptwaffe des Offiziers angesehen. Links fand sich die Pistolenoder Revolvertasche. Dazwischen tummelten sich noch ein bis zwei Täschchen für Patronen/Zündhütchen. Und folgerichtig hatte eine Seite Übergewicht, meist diejenige mit dem Säbel. Hier sollte Abhilfe her. Freilich weniger, um die ungleiche Belastung malträtierter Soldatenschultern auszugleichen. Sondern vielmehr, um der Ästhetik rund um den bunten Rock zu genügen: Ein schief sitzender Gürtel mochte im Gefecht ja noch angehen, aber bei Paraden war das

höchst unerwünscht. Man begegnete dem mit Haken am Uniformrock, um den Gürtel festzusetzen. Aber auch spezielle, mit leichteren Klingen versehene Paradesäbel kamen zum Einsatz. Bis, aus der Not geboren, der Klassiker des militärischen und polizeilichen Gürtels erfunden wurde – der „Sam-Browne-Belt“. Und der spielt in der Geschichte der Militärausrüstung eine große Rolle: Man kann ihn getrost als einen der wichtigsten Wegbereiter moderner Militärtragesysteme sehen.

Der Fremde aus Indien: Wie der Name es vermuten lässt, basiert dieses Koppel auf Entwürfen aus dem angelsächsischen Sprachraum. Dahinter steckt aber nicht irgendein Armee-Sattler, Arsenal-Techniker oder ZeugamtsMitarbeiter, sondern ein veritabler britischer General: Samuel James „Sam“ Browne, VC. Wie das offiziell zum Namen gehörende Kürzel „VC“ aussagt, handelte es sich dabei nicht um einen ansonsten namenlosen Berufsoffizier Ihrer Majestät Königin Victoria, sondern um einen, der mit dem Victoria Cross den höchsten Orden des Empire erhalten hatte. Er bekam diese Auszeichnung im V ISIER. de

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VOR ORT | 40 Jahre Umarex

Karl Mayer jun. (l.) und sein Vater Karl (r.) sowie Wulf-Heinz Pflaumer (stehend) 1974 auf einer Ausstellung – links die Perfecta G1, quasi die Firmen-Keimzelle.

Vierzig gute

Das strengere Waffengesetz von 1972 bildete die Grundlage für einen Geschäftserfolg ohne Beispiel: Wie Umarex in vier Jahrzehnten immer wieder Krisen in Chancen umwandelte.

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ege entstehen dadurch, dass man sie geht – das Franz Kafka zugeschriebene Zitat steht heute als Leitmotiv für die Unternehmen der PW Group aus Arnsberg. Deren Keimzelle heißt Umarex und feiert Mitte Dezember das 40-jährige Bestehen. Dass aus einer schrägen Idee Anfang der 70er Jahre mal ein Konzern mit 850 Mitarbei-

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Gründe

tern weltweit und über 200 Millionen Euro Umsatz entstehen konnte, haben die beiden Gründer Wulf-Heinz Pfl aumer und Franz Wonisch kaum vorausahnen können. Der Erfolg gab ihnen Recht, auch wenn viele vorgebliche Branchenkenner seinerzeit zunächst den Kopf schüttelten.

Der im Schwäbischen geborene WulfHeinz Pfl aumer absolvierte sowohl eine Büchsenmacher-Ausbildung in Ferlach wie auch die eines Messerschmieds; immerhin blickt seine Familie in beiden Bereichen auf eine 600-jährige Traditi-

on zurück. Die kaufmännischen Dinge und das, was man heute „Marketing“ nennt, ergänzten das Wissen – kein Wunder, dass Pfl aumer schon mit 35 als Chefeinkäufer für den gesamten Waffenbereich des Versandhändlers Neckermann verantwortlich war. „Damals haben wir in 20 Filialen Waffen aller Art verkauft, etwa Flinten, von denen bei einzelnen Händlern täglich bis zu zehn Stück über die Ladentheke gingen“, erinnert sich Pfl aumer, der am 17. Dezember, an dem auch Umarex feiert, seinen 75. Geburtstag begeht. Das seit Jahren angekündigte und 1972 in Kraft getretene

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40 Jahre Umarex | VOR ORT

Umarex-City – der gemeinsame Stand von Umarex und Carl Walther auf der IWA 2012. Unten: Die CP 88 mit der Nr. 1.000 000 als Symbol für die erste Million verkaufter Action-CO2-Waffen im Jahr 2006.

(damals) neue Waffengesetz brachte da einen gewaltigen Einschnitt. Das Credo des Versandhändlers, auf keiner Katalogseite Waren zu präsentieren, die nicht auch von jedermann gekauft werden konnten, war damit durchbrochen, die gewohnt hohen Jahresumsätze plötzlich Vergangenheit. Weder Neckermann noch Quelle als große Katalogversender hatten fortan Interesse, die Geschäftsbereiche Sport-, Freizeit- und Jagdwaffen weiterzuführen. In Pfl aumers Schublade lag hingegen bereits ein neues Geschäftskonzept – wenn nicht mehr für Neckermann, dann eben für eine andere Firma oder zum Aufbau einer eigenen Existenz. Da traf es sich gut, als Karl Mayer mal wieder bei ihm vorsprach. Der Arnsberger hatte seit Jahren versucht, über Pfl aumer seine PerfectaSchreckschusspistole ins Neckermann-Programm zu hieven. Pfl aumer hatte immer wieder abgelehnt, weil die Minipistole nur mit einer Munitionssorte zuverlässig funktionierte. Für ein Dezember 2012

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Spielzeug sei die G1 in 6 mm zu teuer, beschied er nüchtern, für eine Verteidigungswaffe fehle die Wirkung. Mayer konterte: „Können Sie‘s denn besser? Dann kommen Sie in meine Firma Mayer & Riem, um das umzusetzen!“ Das klappte nicht unmittelbar, aber dann schlug Mayer vor, Pfl aumer als geschäftsführenden Gesellschafter einzubeziehen. Das neue Waffengesetz beschränkte zwar den Erwerb von scharfen Waffen, ließ aber bewusst Gas- und Schreckschusswaffen zur Selbstverteidigung

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VORSCHAU | In der nächsten Ausgabe

ab 19. Dezember 2012 im Handel

Die hier schießt ein bisschen weiter ...

Dich kenn ich doch, oder?

VISIER-Tester Christopher Hocke war wieder auf der langen Bahn und hat mit dem neuen 338er Bullpup von DTA geschossen. Warten Sie noch ein paar Wochen - dann gibt‘s die Ergebnisse und geballtes Hintergrund-Wissen.

Klar, selbst die ans G-36 gewöhnte Generation aktiver oder ehemaliger Soldaten sieht, dass die Basis dieser Waffe ein G 3 ist. Aber eins, das sich nach allen Vorschriften des Gesetzes und allen Regeln der Kunst zum Sportgewehr gewandelt hat. VISIER hat‘s ausprobiert - was es kann, lesen Sie im nächsten Heft.

Lohnt sich das Wiederladen noch?

Wer hat da am Rad gedreht?

Mit dieser Frage befasst sich in der kommenden Ausgabe Schießen wie zu Zeiten von Simplicius Simplicissimus – das kann man, wenn ein großer Artikel, bei dem neben Wiederladern, Jägern man eine Vorderladerpistole mit Radschloss benutzt. VISIER hat eine ganz und Schützen auch Firmenvertreter zu Wort kommen. neue Replika ausprobiert und stellt sie Ihnen im Januar-Heft vor.

Aktuelle SWM-Ausgabe r

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Leser der VISIER-XXL-Ausgabe mit dem 24-seitigen SWM wissen mehr:

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Die „Bär-Pistole“ ist eigentlich ein doppelläufiger Revolver mit fl acher Trommel. Die interessante Konstruktion konnte sich allerdings nie durchsetzen.

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Ross un ne Zeiten au fle vergange

VISIER-Service Hier erreichen Sie uns: Postanschrift: VISIER, Postfach 13 51, D-56120 Bad Ems Redaktion: Telefon: +49 (0)2603/5060-201 Hotline: Dienstag & Donnerstag von 14 bis 15 Uhr Fax: +49 (0)2603/5060-202 E-Mail: visier@vsmedien.de Anzeigen: Telefon: +49 (0)2603/5060-106 Fax: +49 (0)2603/5060-107 E-Mail: anzeigen@vsmedien.de Leserservice: Nachbestellung alter Ausgaben und Abo-Betreuung: Tel.: +49 (0)2603/5060-101 oder -102 Fax: +49 (0)2603/5060-103 E-Mail: vertrieb@vsmedien.de Dezember 2012

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VISIER 12/2012 Leseprobe  

Einfach mal probelesen!

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