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Juli / August 2013

Vorarlberger

Jagd

Vorarlberger J채gerschaft


Aktuell

Titelbild „Bereits etwas misstrauisch nähert sich der Bock dem gutgetarnten Jäger aufs Blatten“ Foto: Hubert Schatz

Impressum Anzeigenmarketing: MEDIA-TEAM GesmbH Interpark FOCUS 3 6832 Röthis Tel. 05523 52392 - 0 Fax 05523 52392 - 9 office@media-team.at Redaktion: Verantwortliche Redakteurin Mag. Monika Dönz-Breuß monika.doenz-breuss@vjagd.at Bezirk Bregenz OSR BJM-Stv. Roland Moos roland.moos@vjagd.at Bezirk Dornbirn Mag. Karoline von Schönborn karoline.schoenborn@vjagd.at Bezirk Feldkirch Christian Ammann christian.ammann@vjagd.at Bezirk Bludenz Akad. Jagdwirtin Caroline Egger-Batliner, jagd@dsl.li Medieninhaber und Herausgeber: Vorarl­berger Jägerschaft Markus-Sittikus-Straße 20 6845 Hohenems Tel. 05576 74633 Fax 05576 74677 info@vjagd.at www.vjagd.at Öffnungszeiten der Geschäftsstelle: Montag - Donnerstag von 08.00 bis 12.00 Uhr Freitag von 13.00 bis 17.00 Uhr Erscheinungsweise: 6x jährlich (jeden 2. Monat) Hersteller: Vorarlberger Verlagsanstalt GmbH, A-6850 Dornbirn, Schwefel 8, www.vva.at PEFC zertifiziert Dieses Produkt stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und kontrollierten Quellen. www.pefc.at

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Vorarlberger Jagd

INHALT

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Generalversammlung der Vorarlberger Jägerschaft Vorarlberger Jägerschaft unterstützt „Pink Ribbon“ 12 Punkte-Tbc-Vorbeugemaßnahmenkatalog Nutzung von Wildbret – Eine Legitimation der Jagd Interview mit Michael Fasel, Präs. der Liecht. Jägerschaft Jahreshauptversammlung Verband Vbg. Jagdschutzorgane

Wildbiologie

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Bartgeier in Vorarlberg Gänsegeier in Vorarlberg Wolf und Schafe in Graubünden Achtung Wildkatze

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Rubriken

16 Tierarzt: Fuchsräude im Vormarsch 24 Jagd & Tradition: Jagdsignale – Jagdpraxis und Jagdkultur 27 Jagd & Recht: Jagdnutzung durch die „GmbH light“? 46 Geschäftsstelle 48 Veranstaltungen 25 & 54 Bücherecke 58 Kinderseite: P wie Pfauenauge

Waffe & Schuss

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Waffe & Schuss: Schall-gedämpft? 54. Bürser Jagdschießen bei „Sauwetter“ Landesmeisterschaft in der jagdlichen Kugel 2. Kontrollschießen der Bezirksgruppe Feldkirch Tontaubenschießen in Au – ein „Renner“!

Jägerschule

34 Tolle Quote bei der „grünen Matura“ und Jagdschutzprüfung Tiefschusswettbewerb 35 Waldexkursion der Jungjäger 36 Exkursion der Ausbildungsjäger Eröffnung des Schuljahres für Ausbildungsjäger Ausbildung zur Kundigen Person Aus vergangenen Zeiten: Tragischer Jagdunfall in Düns 38 Jungjägerfest

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Jagdhunde

42 Schweißsonderprüfung ÖJGHV 60. Geburtstag von Elmar Mayer, Dachshundeklub 43 Erfolgreiche Übungstage des Klub Vorstehhunde 44 Landesjagdhundetag mit Pfostenschau

Jagd

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Universitätslehrgang Jagdwirt IV abgeschlossen Jubiläum des Kärntner Jagdaufseherverbandes Der Fachausschuss für Niederwild berichtet WSKS-Schulung Abwurfstangenschauen

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Jägerinnen & Jäger 39 49 56

Österr. Jägerinnen-Forum: Modeschau in Bludenz Nachrufe Verleihung der Jagd-Journalistenpreise 2012 100. Geburtstag des Naturschutzbund Österreich 57 Interessierte Schüler im Klauser Jagdrevier Tiere im Wald – Projekt im Kindergarten Mozartstraße

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Liebe Jägerinnen und Jäger

Unerwünschte Nebenwirkungen Die gibt es nicht nur bei Medikamenten! Die massive und schnelle Reduktion der Rotwildbestände, zur Zeit von Politik, Landwirtschaft und Forst auf Grund der Tbc-Problematik gefordert, wird auch nicht erwünschte Auswirkungen haben. Wegen des enormen öffentlichen Drucks auf die Jäger, vor allem auch Jagdschutzorgane, sind Fehlleistungen unabwendbar. Damit bleiben ethische, tierschützerische Werte auf der Strecke (Fehlabschüsse von beschlagenen, führenden Tieren). Zusätzlich aber wird es fatale längerfristige Auswirkungen auf Waldzustand und Tiergesundheit geben. 1. Schwierigere Bejagbarkeit Auf Grund der vermehrten Abschüsse der letzten Jahre schon länger spürbar, wird die Situation noch deutlich schlechter werden. Es ist zu befürchten, dass sich

die Spirale noch weiter drehen wird (Forderung nach Nachtabschüssen etc.). 2. Zunahme der Wildschäden Das ist nicht nur fundierte Expertenmeinung (Experten sind in diesem Fall Wildökologen und nicht Forsttechniker!), sondern auch eine Frage des Hausverstands. Schalenwild das ständig beunruhigt wird, sowohl bei der Nahrungsaufnahme wie auch in den Ruhephasen, hat einen höheren Energiebedarf, wird in den Wald hinein getrieben und holt sich dort seine Äsung. 3. Vermehrtes Auftreten von tuberkulosekrankem infektiösem Rotwild (Fallwild, Hegeabschüsse) Dauerstress, gestörte Energiebilanz schwächen das Immunsystem, Hauptursache für die Reaktivierung einer latenten Tuberkulose.

Zur Erinnerung: Im Stichprobenplan werden die latent infizierten Tiere erfasst, welche nicht krank, nicht infektiös sind (seit Jahren knapp unter 3%). Die Zahl der kranken, infektiösen ist derzeit gering, wir provozieren jedoch einen Anstieg.

benwirkungen deutlicher bemerkbar werden, lassen sich die Jäger nicht noch einmal die ganze Verantwortung zuschieben. Wir haben rechtzeitig gewarnt und werden es weiterhin öffentlich tun.

Diese nüchternen Fakten werden wieder einigen unserer Partner nicht gefallen, sie passen nicht in das einfache Weltbild: Das Rotwild ist schuld, damit natürlich auch wir Jäger.

Mit einem kräftigen Weidmannsheil,

LJM Dr. Ernst Albrich Die Ursachen sind, wie so oft, viel komplexer, vielschichtiger. Zur Notwendigkeit der Reduktion der Rotwildbestände in einigen Regionen stehen wir mit voller Überzeugung, aber Lösungen können nicht nur mit der Brechstange erzwungen werden. In zwei, drei Jahren, wenn manche dieser unerwünschten Ne-

Schusszeiten im Juli und August 2013 In den Monaten Juli und August 2013 darf in Vorarlberg folgendes Wild erlegt werden: Rotwild: Hirsche der Klasse I und IIb (ab 16.8.) Hirsche der Klasse III (ab 16.8.) Schmaltiere, nichtführende Tiere Schmalspießer führende Tiere und Kälber

Gamswild: Gamsböcke, Gamsgeißen und Gamskitze (ab 1.8.) und

Steinwild: Steinböcke, Steingeißen u. Steinkitze (ab 1.8.) Murmeltiere (ab 16.8.)

Rehwild: mehrjährige Rehböcke Schmalgeißen, Bockjährlinge und nichtführende Rehgeißen führende Rehgeißen und Kitze (ab 16.8.)

Jungfüchse Dachse und Füchse

Ganzjährig: Schwarzwild, Bisamratten, Marderhunde und Waschbären

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Generalversammlung der Vorarlberger Jägerschaft Monika Dönz-Breuß Zur Generalversammlung am 24. Mai 2013 konnte Landesjägermeister Dr. Ernst Albrich eine Vielzahl an Ehrengästen begrüßen, u.a LR Ing. Erich Schwärzler, Bürgermeister Armin Berchtold aus Schwarzenberg, Bezirkshauptmann Dr. Elmar Zech, Jagdsachverständiger Ing. August Elsensohn, Landeswildbiologe DI Hubert Schatz, Ing. Christoph Hiebeler, Jagdsachbearbeiter Guntram Schaiden, sowie die Ehrenmitglieder Alt-LJM Techn. Rat. DI Michi Manhart, Alt-LJM-Stv. Bartle Muxel, Alt-BJM DI Hansjörg Zangerl, Alt-BJM Siegi Win-

sauer und Alt-BJM Ewald Baurenhas.

Bericht des Landes­ jägermeisters Abschusszahlen „Egal welches Jagdsystem und welches Land, überall sind in den letzten Jahren steigende Abschusszahlen – Beispiel Rotwild in Vorarlberg: 1990/91: 1.219, 2012/13: 3.215 – Es ist nicht so, dass wir in Vorarlberg die faulsten und dümmsten sind! Die Erfüllungsquoten bei der Abschussplanerfüllung sind sehr hoch, aber nicht vergleichbar mit jenen anderer Bundesländer, denn im Ge-

V.l. Rechtsbeirat Dr. Tobias Gisinger, LJM-Stv. Alexander Ritsch, LJMStv. BJM Sepp Bayer, Geschäftsstellenleiterin Carmen Kaufmann, Fi­ nanzreferent Akad. Jagdwirt Karlheinz Jehle

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gensatz zu diesen werden die Abschusspläne in Vorarlberg von den Behörden erstellt.“
 Tuberkulose „Die Tuberkulose hat unser Land im vergangenen Jahr stark beschäftigt – sowohl medial als auch emotional – und hat bei manchem Partner zu überzogenen Reaktionen geführt. Wir haben einen Stichprobenplan, der uns gezeigt hat, wo wir stehen. Die Zahlen wurden von uns selbst schlechter gemacht, da auch die Hegeabschüsse dazugerechnet wurden. Es war klar durch den Stichprobenplan, dass diese Seuche bei uns nicht explodiert und es

war auch klar, dass irgendwann ein Fall bei Nutztieren eintreten wird. Im benachbarten Lechtal war und ist es eine Seuche, in Vorarlberg ist es eine Durchseuchung, d.h. es gibt einige Fälle. Die Tuberkulose wird uns die nächsten Jahre und Jahrzehnte begleiten. Wildtiere sind mobil und kennen keine Grenzen. Die Aussage „wir fordern einen Totalabschuss“ ist nicht umsetzbar. Abgesehen vom landeskulturellen Interesse, die Biodiversität zu erhalten, so ist es auch von wirtschaftlichem Interesse, Rotwild zu erhalten. Zu unserer Bereitschaft, mit der Landwirtschaft mitzuar-

Die Jagdhornbläsergruppe Kleinwalsertal unter Hornmeister Flori Ritsch.


LJM Dr. Ernst Albrich begrüßt den neugewählten Landesgruppenleiter des Österreichischen Falknerbundes Marcel Nicht.

beiten, bitte ich doch, wieder auf eine normale Kommunikationsebene zu kommen.“ Mariazeller Erklärung Am 1. August 2012 wurde von den höchsten Repräsentanten von Forstwirtschaft, Jagdverbänden und Grundbesitzervertretungen die „Mariazeller Erklärung“ als ein deutliches Signal zur Zusammenarbeit unterzeichnet. Der daraus entstandene Jagd – Forst – Dialog hat drei Arbeitsgruppen gebildet, welche schon Empfehlungen ausgearbeitet haben (siehe auch Vorarlberger Jagdzeitung September/Oktober 2012, Seite 14). Vieles davon ist in Vorarlberg

schon lange umgesetzt und tägliche Praxis. Im Anschluss an seinen Bericht dankte LJM Dr. Ernst Albrich „allen Jägern, allen Jagdnutzungsberechtigten, die viel Geld dafür bezahlen, dass sie etwas tun, was auch im Interesse der Allgemeinheit ist“, bei der Jagdhornbläsergruppe Kleinwalsertal unter Hornmeister Flori Ritsch, sowie beim Vorstand der Vorarlberger Jägerschaft.

Rechenschaftsbericht Der Finanzreferent Akad. Jagdwirt Karlheinz Jehle präsentierte die Gebarungen des Vereins Vorarlberger Jägerschaft.

Im Rahmen der Generalversammlung wurde RJ Roman Jochum mit dem „Silbernen Vereinsabzeichen“ ausgezeichnet. Revierjäger Roman Jochum ist seit 1976 Mitglied der Vorarlber­ ger Jägerschaft. Seit mehr als 15 Jahren ist er ein überaus eifriger, bescheidener und hilfsbereiter Mitarbeiter bei beinahe allen unzäh­ ligen bezirkseigenen Veranstaltungen in Bregenz - er ist universell einsetzbar, ein vereinsinterner „Allroundler“, ein absoluter Prakti­ ker, der bei einer Bitte um seine Mitarbeit nie „Nein“ sagt.

Bezirksjägermeister Lothar Tomaselli und Landesrat Ing. Erich Schwärzler.

Jahresabschluss 1.4.2012 bis 31.3.2013 Gesamteinnahmen: EUR 268.430,58 Gesamtausgaben: EUR 258.089,88 Überschuss: EUR 10.340,70 Vermögen auf den Konten per 31.03.2013: EUR 293.984,90 Gesamtvermögen (inkl. aller Kassen): EUR 476.624,82 Veränderung gegenüber 31.03.2012: Überschuss EUR 27.199,88

Bericht der Rechnungsprüfer Veit Igerz und Christof Santer überprüften die Landeskasse und befanden die Kasse als vorbildlich geführt. Der Antrag auf Entlastung des Kassiers und des Landesvorstandes wurde einstimmig genehmigt. Als Ersatz-Rechnungsprüfer wurde Gerhard Humpeler vorgeschlagen und dem Antrag einstimmig stattgegeben.

perfekte und gute Ausbildung, auf die Ausbildung wird großer Wert gelegt und es wird auch die Weiterbildung in den Vordergrund gestellt.“ In der Sache Tuberkulose „bin ich froh, dass wir die Tbc-Frage so gut bewältigt haben. Wir haben verlernt, mit Krankheiten zu leben oder die richtigen Antworten zu finden. Wir haben ein Paket für Jäger, ein Paket für die Landwirtschaft und ein Paket für die Älpler. Ich spreche den Dank im Namen des Landes aus, dass ihr die Proben eingeschickt habt! Eine saubere Erhebung und saubere Information sind wichtig, dann hat die Gerüchteküche keinen Platz!“

Grußadressen

Zum Abschluss der Generalversammlung dankte LJM Dr. Ernst Albrich den Organisatoren für die sehr gut vorbereitete Veranstaltung, der Jagdhornbläsergruppe Kleinwalsertal unter Hornmeister RJ Flori Ritsch für die musikalische Umrahmung und all jenen, die zur Versammlung gekommen sind!

LR Ing. Erich Schwärzler bedankte sich beim Landesjägermeister für seinen großartigen Einsatz im Land bei den verschiedenen Gremien und Versammlungen. „Wichtig ist für mich die Frage der Bildung und Ausbildung. Wir haben in der Vorarlberger Jägerschaft eine

Im Anschluss an die Versammlung hielten Landesveterinär Dr. Norbert Greber und LJM Dr. Ernst Albrich zwei Kurzreferate über „Aktueller Stand Tbc-Monitoring“ (Dr. Norbert Greber) und „Tbc – Krankheit bei Mensch, Nutztier und Wildtier“ (LJM Dr. Ernst Albrich). JAGD

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Bartgeier in Vorarlberg Mag. Michael Knollseisen Bartgeierprojekt, Nationalpark Hohe Tauern

Durch das Weiterleiten der Beobachtung über die Vor-

arlberger Jägerschaft gelangt sie zu den Zuständigen des Bartgeierprojektes im Nationalpark Hohe Tauern. Bei dem Vogel handelte es sich um Jakob, einen 2011 im Salzburger Pinzgau freigelassenen jungen Bartgeier. Der halbwüchsige Geier hielt sich im Mai mehrere Wochen in Vorarlberg auf und besuchte dabei das Montafon sowie das obere Lechtal.

park Hohe Tauern. Aktuell hält er sich in den Zillertaler Alpen auf.

Jakob ist in seinem Leben schon weitgereist: Im Mai 2012 flog er von den Hohen Tauern zwei Mal bis nach Frankreich, von dort nach Holland und wieder retour. Die meiste Zeit verbrachte er jedoch in seinem Freilassungsgebiet, dem National-

Seit 1986 werden jedes Jahr junge Geier in den Alpen freigelassen, 1997 ist der Bartgeier als Brutvogel in das größte Gebirge Europas zurückgekehrt. Der aktuelle Bestand wird alpenweit auf ca. 170 Tiere und 25 Paare geschätzt. Auch Vorarlberg wird lau-

Wiederansiedlungs­ projekt Von den Hohen Tauern aus hat das Projekt zur Wiederansiedelung des größten einheimischen Vogels auch seinen erfolgreichen Lauf durch die Alpen begonnen.

Fotos: Michael Knollseisen

Kilian, ein Jäger aus dem Montafon, vernimmt nur ein intensives Rauschen und bemerkt gerade noch, wie ein dunkler Riesenvogel knapp 10 m über seinem Kopf hinwegzieht. Momente später taucht der Vogel ein zweites Mal auf, deutlich ist der dunkle Bart und die rot umrandeten Augen zu erkennen, neugierig beäugt er den erstaunten Beobachter. Die langen, schmalen und leicht nach unten hängenden Schwingen, der mächtige keilförmige Stoß und das neugierige Verhalten lassen den Vogel

unschwer als Bartgeier erkennen. Deutlich heben sich an seiner rechten Schwinge zwei gebleichte Federn (Markierung) vom dunklen Gefieder ab. In seinen Fängen trägt er einen Laufknochen, den er vom Kadaver einer Gams in einem nahen Lawinengraben abgetrennt hat. Wie auf Schienen zieht der Geier schließlich an den Hängen oberhalb Gaschurn talauswärts und verschwindet in der Ferne. Der junge Geier sucht sich wohl eine geeignete Felsplatte, um den Knochen durch mehrmaliges Abwerfen in mundgerechte Stücke zu zerkleinern.

Im Flugbild leicht zu erkennen ist der keilförmige Stoß.

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Vorarlberger Jagd

WILDBIOLOGIE

Gut erkennbar ist der „Bart“, welcher namensgebend für diesen Geier ist.


fend von Bartgeiern beflogen, zuletzt von Jakob (Habachtal 2011) und Inge (Heiligenblut 2012). Die meisten Beobachtungen gelingen im Arlberggebiet, im Montafon und dem oberen Bregenzerwald. Dort erfolgte gegen 1880 auch eine der letzten Bruten im damaligen Österreich. Bleibt abzuwarten, wann es auch in Vorarlberg zu einer ersten Bartgeierbrut kommen wird. Die meisten Bartgeier, welche in Vorarlberg beobachtet werden, stammen aus der Schweiz, dem Raum Stilfser Joch (9 Brutpaare) sowie aus den Hohen Tauern. Abgesehen vom oberen Lechtal werden aber meist nur jüngere Bartgeier beobachtet.

Bartgeierbruten Zwei von drei Brutpaaren in Österreich (Hohen Tauern) sind heuer zur Brut geschritten, in beiden Fällen kam es aber zu Abbrüchen. Ein Gelege war unbefruchtet, im zweiten Fall kam es zu laufenden Auseinandersetzungen mit einem fremden Weibchen, die schlussendlich zum Abbruch der Brut führten. Wenige Wochen nach dem Ende der Brut gelang es der eindringenden Bartgeierdame die Revierbesitzerin aus dem Tal zu verdrängen und den männlichen Brutvogel für sich zu gewinnen.

Alpenweit brüteten heuer 25 Paare mit derzeit 15 Jungtieren scheint es das erfolgreichste Jahr seit Projektbeginn zu werden. Der lange Winter bescherte den reinen Aasfressern einen reich gedeckten Tisch. Neue Paarbildungen gab es in letzter Zeit in Osttirol sowie in den Lechtaler Alpen. Ein mögliches neues Paar im Ötztal ist 2012 zerbrochen, einer der beiden hat sich einem Paar im Südtiroler Schnalstal angeschlossen, welches heuer als Trio (ein Weibchen und zwei Männchen) erstmals erfolglos gebrütet hat. Der zweite Altvogel gilt als vermisst.

Bartgeier Online Genaue Informationen über die Reisen der Bartgeier können nicht nur über die Sender jüngerer Tiere, sondern auch durch gemeldete Beobachtungen gewonnen werden. Jede einzelne Sichtung liefert wertvolle Informationen zur Bestandschätzung. Mögliche neue Brutpaare können nur durch die Mithilfe zahlreicher Melder vor Ort lokalisiert werden. Alle Junggeier tragen mittlerweile Satellitensender, die tagtäglich neue Positionen liefern. Ihre Flugrouten können unter www.hohetauern.at/onlineservice live mitverfolgt werden.

Bleivergiftungen In die Schlagzeilen kamen die Bartgeier in letzter Zeit aber häufig durch das Thema Blei. Blei ist ein giftiges Schwermetall und wird unter anderem in Jagdgeschossen verwendet. Nach dem Schuss lassen sich Bleisplitter oder feiner Bleiabrieb sowohl im Aufbruch als auch im Wildbret nachweisen. Adler und Geier reagieren durch ihre effiziente Verdauung sehr empfindlich auf Blei und zeigen symbolisch die Probleme auf, die sich durch die Verwendung von bleihältiger Munition ergeben. Innerhalb der letzten Wochen wurden alleine in Tirol zwei vergiftete Adler gefunden.

Für Aufsehen erregte im Herbst letzten Jahres Lousa, eine 2011 in Südfrankreich freigelassene Bartgeierdame, welche in ihren bereits zweiten Sommerurlaub in Österreich mit einer Bleivergiftung aufgegriffen wurde. Lousa wurde noch lebend von Berufsjäger Josef Schöpf in Wald am Arlberg eingefangen (siehe Vorarlberger Jagdzeitung Ausgabe November/Dezember 2012) und umgehend an die veterinärmedizinische Universität Wien gebracht. Trotz intensiver Pflege sind die Schädigungen des zentralen Nervensystems aber so stark, dass Lousa nie wieder fliegen wird können. Sie hat immer noch starke Gleichgewichtsprobleme und torkelt massiv beim Gehen. Mittlerweile ernährt sie sich wieder

Links Bartgeier Nicola, welche an einer Bleivergiftung verendet ist, rechts die Überreste von Bartgeier Doraja, welche vor Kurzem in Kärnten gefunden wurden.

WILDBIOLOGIE

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Foto: Sigrid Frey-Kubka

Glocknerlady konnte am 5. Mai wieder in die Freiheit entlassen werden.

normal und hält inzwischen auch ihr Gefieder sauber, was lange Zeit nicht der Fall war. Zwei weitere Geier (Nicola und Doraja) konnten nur mehr tot geborgen werden. Bei ersterer belegten drei Schrotkörner in zwei verschiedenen Kalibern zusätzlich einen zweimaligen Beschuss (!). Der Befund stellte leider keine Überraschung dar, da die Mehrzahl der tot aufgefundenen Bartgeier in Österreich alte Schussverletzungen aufweisen. Doraja war schon 2005 mit einer Bleivergiftung eingefan-

gen und später wieder freigelassen worden. Nach einiger Zeit im Tiroler Oberland hatte sie im Raum Dachstein ein Revier übernommen. Ihr Alter und der Fundort ihrer Überreste (ein Fußring und drei Knochen) mitten im Wald auf 1200 m Seehöhe lässt den Schluss auf neuerliche Bleiprobleme zu. Eine Analyse der Knochen wird hoffentlich mehr Aufschluss über die genaue Todesursache bringen. Mehr Glück hatte Glocknerlady: Dank ihres Senders konnte sie frühzeitig gefunden und gerettet werden.

Zwei Wochen nach den ersten Auffälligkeiten und 400 km weiter verschlechterte sich ihr Zustand so rapide, dass sie innerhalb eines Tages flugunfähig wurde und leicht eingefangen werden konnte. Tags zuvor hatte sie noch 50 km zurückgelegt. Die Bleiwerte im Blut überstiegen die angenommene tödliche Dosis um das Dreifache. Dennoch konnte sie nach längerer Pflege erfolgreich entgiftet und wieder freigelassen werden. Seit 5. Mai zieht sie wieder ihre Kreise, derzeit noch in den Hohen Tauern (siehe Foto links oben). Im Zuge ihrer Freilassung verpflichtete sich die Kärntner Jägerschaft, den landesweiten Umstieg auf bleifreie Munition in die Wege zu leiten. Auch die Tiroler Jägerschaft diskutiert erste Konsequenzen. Die Tatsache, dass Wildbret bei Schwermetallanalysen immer wieder die Grenzwerte überschreitet bereitet immer mehr Jagdfunktionären berechtigtes Kopfzerbrechen. Der Nationalpark Hohe Tauern geht

dabei mit gutem Beispiel voraus und bewirtschaftet alle von ihm betreuten Reviere (ca. 40.000 ha) ausschließlich bleifrei. Sollten Nachbarreviere umsteigen, wird das Einschießen der Waffen auf die neue Munition gefördert.

Freilassungen Erstmals seit 1997 wird es heuer in Österreich keine Bartgeierfreilassung geben. Der Zuchterfolg ist etwas geringer als in den vorangegangenen Jahren, außerdem wurden in letzter Zeit zwei neue Freilassungsplätze in Südfrankreich eingerichtet, um eine Verbindung zur spanischen Bartgeierpopulation aufzubauen. Diese neuen Freilassungsplätze werden den traditionellen Freilassungsplätzen in den Alpen vorgezogen. Aufgrund des ungünstigen Geschlechterverhältnisses und der zahlreichen Verluste durch Blei und mögliche Abschüsse werden aber wohl noch einige Freilassungen in Österreich von Nöten sein.

Gänsegeier in Vorarlberg beit mit der Gänsegeierstation am Lago di Cornino in Friaul ein Monitoringprojekt und bittet um ihre Mithilfe. Beobachtungen können unter +43 (0)664 1417429 oder bartgeier@gmx.at gemeldet werden. Unter www.riservacornino. it/webcam-riserva-dei-grifoni/ kann man Gänsegeier live an einem Futterplatz in Friaul beobachten. Michael Knollseisen

Foto: Fulvio Genero

Foto: Michael Knollseisen

Seit einigen Jahren hat Vorarlberg einen neuen Sommergast: den Gänsegeier. Gänsegeier brüten in großen Kolonien im Mittelmeergebiet und verbringen seit Menschengedenken den Sommer in den Alpen. Die massive Zunahme der Bestände in Südfrankreich bringt aktuell immer mehr Geier in die West- und Zentralalpen und damit auch nach Vorarlberg. Der Nationalpark Hohe Tauern betreibt in Zusammenar-

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Vorarlberger Jagd

WILDBIOLOGIE


Anlässlich des 10. Jubiläums des Vorarlberger Landesjägerballs in Schwarzenberg, wurde der damals als Ballgast anwesenden Gattin von LH Markus Wallner, Frau Sonja Wallner, die auch Botschafterin von „Pink Ribbon“ (Krebshilfe) ist, eine Spende für ihr Krebshilfeprojekt in Form einer aufgestockten Ballerlösspende zugesagt. Überreicht wurde der Spendenscheck dieser Tage im Rahmen einer kleinen Feier auf dem Pfänder im Bergrestaurant der Familie Michele und Mag. Ferdinand Kinz.

Landesjägermeister Dr. Ernst Albrich überreichte im Beisein von BJM Hans Metzler und des gesamten zehnköpfigen Ballkomitees den Spendenscheck in der Höhe von EUR 5.000 an die sichtlich erfreute Frau Sonja Wallner. Mit dem Dank an die neue Ballchefin Michele Kinz und besten Wünschen an die Botschafterin von Pink Ribbon, Sonja Wallner, sowie mit einem Naturschauspiel hoch über dem Bodensee, einem sensationellen Sonnenuntergang, fand der Abend einen schönen Abschluss.  Roland Moos

Foto: Beate Rhomberg, VN

Vorarlberger Jägerschaft unterstützt „Pink Ribbon“

V.l. Margot Boss-Deuring, Sonja Wallner, LJM Dr. Ernst Albrich, Michele Kinz, Ulrike Metzler.

Dank für gute Zusammenarbeit von Jagd und Alpwirtschaft In diesen Wochen ziehen die Älplerinnen und Älpler mit ihrem Vieh wieder auf die Alpen, um den Sommer über die Weideflächen in den Hochlagen zu bewirtschaften. Das Alppersonal und die Jagdausübenden haben seit jeher eine enge Beziehung zueinander, denn trotz unterschiedlicher Aufgabenstellungen verbindet sie derselbe Arbeitsraum. Während die regelmäßige Beweidung der Alpflächen ein Zuwachsen der Landschaft verhindert und dem Wild günstige Biotopstrukturen sowie gute Nahrungsbedingungen liefert, stellt der Jagdpacht für viele Alpen eine wichtige Einkommensquelle dar, die großteils unmittelbar in die Bewirtschaftung sowie Erhaltung von Alpgebäuden und Güterwegen investiert wird. Die verantwortungsvolle Alpung des Viehs ist darüberhinaus nicht nur die Grundvoraussetzung für eine naturnahe Landwirtschaft, sie ist auch der Garant für die Erhaltung wertvoller Landschaftsstrukturen, die nicht nur der Jagd, sondern

auch dem Tourismus zugutekommen. Bewirtschaftete Alpflächen gehören in vielen Regionen des Landes auch zu den bevorzugten Sommereinstandsgebieten des Rotwildes. Die Entlastung des Waldes von Wildverbiss ist dabei ein wichtiger ökologischer Nebeneffekt. Die gemeinsame Nutzung der Weideflächen durch Vieh und Wild erhöht aber auch die Möglichkeit eines direkten Kontaktes zwischen den Tieren. Aus diesem Grund ist angesichts der gegenwärtigen TBC-Situation eine ge-

naue Beobachtung von Wild und Vieh durch Jäger und Älpler notwendig. Bei Feststellung von Verdachtstieren müssen sich Jäger und Älpler unbedingt gegenseitig informieren, damit das verdächtige Stück raschestmöglich aus dem Bestand genommen und dem Amtstierarzt zur Abklärung vorgelegt werden kann. Die angespannte TBCSituation in den Nachbargebieten des Tiroler Lechtales und des Allgäus erforderte heuer auch bei uns eine Erhöhung der Abschussvorgaben beim Rotwild. Der Ag-

rarreferent der Vorarlberger Landesregierung dankt hierbei den Jagdverantwortlichen für ihren konsequenten Einsatz zur Abschussplanerfüllung und den Jagdschutzorganen für die laufende Einsendung der Wildtierproben im Rahmen des TBCÜberwachungsprogrammes. Ein regelmäßiger Kontakt zwischen Alppersonal und Jägerschaft sowie die Feinabstimmung von Alp- und Jagdwirtschaft in Bezug auf Beweidungsart und Beweidungsdauer, Weideführung, Auszäunung von Wildfütterungen, Salzstellen, etc. sind wichtige TBC-Vorbeugungsmaßnahmen im Interesse gesunder Vieh- und Wildbestände. Mit seinem besonderen Dank für die konstruktive Zusammenarbeit von Jagd und Alpwirtschaft wünscht der Agrarreferent der Vorarlberger Landesregierung allen Älplerinnen und Älplern sowie Jagdausübenden und Jagdschutzorganen einen TBC-freien Alpsommer. Entgeltliche Einschaltung des Landes Vorarlberg

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Foto: Monica Geissmann; Aufnahme vom 22.12.2012, Untervaz.

Wolf und Schafe in Graubünden Nachdem Wölfe in den letzten 15 Jahren Graubünden sporadisch „Besuche“ abgestattet haben, ist es im Jahr 2012 in diesem Kanton nun in geringer Entfernung zu Vorarlberg beim Calanda-Massiv zur Bildung einer eigenen Population gekommen. Es ist zu erwarten, dass in nächster Zeit auch Vorarlberg mit den damit verbundenen Problemen konfrontiert sein wird. Aus diesem Grund hat die Vorarlberger Landesregierung Vertreter von Landwirtschaftskammer, Schafzüchtern, Naturschutz, Forst und Jagd zu einer Informationsveranstaltung beim „Amt für Jagd und Fischerei Graubünden“ eingeladen. Dr. Jürg Brosi und der Wildbiologe Hannes Jenny berichteten neben geschichtlichen Abläufen, rechtlicher Situation (Artenschutzabkommen 1979), „Konzept-Wolf-Schweiz“, und Herkunft der Wölfe in der Schweiz (Italien / Frankreich) über die Feldarbeit der kantonalen Wildhüter (Fotofallen an Forstwegen, Beurteilung von Rissen, Kotentnahmen und Sammlung von Knochensplittern für genetische Proben) und die Erstellung einer Datenbank sowie die bisher gemachten Erfahrungen: Wolfbeobachtungen in Graubünden Bis zum Jahr 2009 war die Zahl der Wolfsbeobachtungen in Graubünden ansteigend, hat sich 2010 mit dem Auftreten der 10

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Staupe verflacht, im Jahr 2012 ist es im Calanda-Gebiet (zirka 150 km²) zu einer Rudelbildung mit 2-3 Altwölfen und 5-6 Welpen gekommen. Während sich dieses Rudel während des Sommers in höheren Lagen aufhält, ist es im vergangenen Winter in die Tallagen gezogen. Von dieser Population wurden etwa 100 DNA-Proben gesammelt bzw. ausgewertet und sechs von acht Tieren bestimmt. Der Aufwand beim Personal für den Kanton wird mit zirka CHF 50.000,– beziffert. Beeinflussung der Jagdstrecke Laut Hannes Jenny steht man hier erst am Anfang einer „Baustelle“, sowohl bei Reh-, Gams- und Rotwild sind 2012 bei Abschüssen wie auch bei Zählungen leichte Rückgänge festgestellt worden. Die Hauptwildart des Calanda-Gebirgsstockes bildet das Gamswild (zirka 1.500 Stück), es sind weniger Geißen-Jährlinge erlegt worden, die Jährlingszahl ist sinkend.

Wenn die Jagd nicht auf den Abschüssen gemäß Jagdplanung besteht, überlässt diese das Feld dem Großraubwild. Sollte die Jagd aber die bisherigen Abschüsse beibehalten wollen, so wird sich der Druck auf die Landwirtschaft erhöhen, da sich dann die Wölfe stärker an Schafen etc. vergreifen. Der Einfluss der Wölfe darf jedoch nicht nur negativ gesehen werden, da diese vorwiegend schwache und verletzte Tiere (Straßenverkehr) reißen. Schaf- und Ziegenhaltung Das Auftreten der Wölfe bedingt eine Intensive Überwachung, Tierverluste, Mehrarbeit sowie Präventive Maßnahmen. Bei einem Riss durch Wölfe erfolgt eine Entschädigung nach dem Marktwert, durch Mehrarbeit und präventive Maßnahmen werden aber auch finanzielle Verluste entstehen.

Verhalten des Wildes Es ist zu erwarten, dass sich die Boviden (Stein- und Gamswild) vermehrt auf Lebensräume mit felsigen Gebieten konzentrieren, bei den Cerviden (Rot- und Rehwild) wird eine flächenhaftere Verteilung erfolgen.

Herdenschutz Seit 2003 wird in der Schweiz Herdenschutz praktiziert. Am Anfang zu jung eingesetzte Hunde haben mehr Probleme verursacht als die Wölfe selbst. Die Hunde müssen mit Schaf und Mensch sozialisiert sein, Junghunde sind an den Höfen zu belassen. Der Herdenschutz ist von der Landwirtschaft zu bewerkstelligen.

Die acht Wölfe haben einen jährlichen Nahrungsbedarf von etwa 300 Stück Schalenwild (Tagesbedarf 4-6 kg), die Jagd befindet sich demzufolge in einer wenig komfortablen Lage.

Zwischenzeitlich sind Herden durch Zusammenschlüsse auf Größen von 400 bis 500 Stück vergrößert worden, die Anstellung eines Schaf-Hirts wird gefördert. In der Schweiz ist eine

Einsatztruppe von Personen und Hunden verfügbar, welche innerhalb einer Woche mobilisiert werden kann. Der Herdenschutz ist zwar teuer und nicht unproblematisch, jedoch der einzige brauchbare Lösungsansatz. Maßnahmen wie Herdenschutzhunde, Zusammenschluss zu größeren Herden und höhere Sömmerungsbeiträge für Hunde und Behirtung haben sich bewährt, die Schafsömmerung und Weidehaltung haben sich erschwert und kleine Schafhaltungen werden unter Druck kommen. Für die Rinderhaltung sind Einzelwölfe kein Problem, bei rudelweisem Auftreten können Kälber gefährdet sein. Zukunft Die Abwanderung der Jungtiere ist innerhalb eines halben Jahres zu erwarten. Dr. Jürg Brosi und Hannes Jenny empfehlen, sich möglichst frühzeitig interdisziplinär mit der Problematik der Großraubtiere (einschl. Rudelbildung und Fortpflanzung) zu befassen. Graubünden hätte mit den gemachten Erfahrungen „einen kleinen Vorsprung“ erreicht, welcher gerne weiter gegeben werde. Gute Vorbereitung, üben an Einzelereignissen und eigenständige Erprobungen und Überlegungen seien zielführender als Übernahmen von Rezepten aus fremden Ländern. Robert Häusle


12 Punkte-TBCVorbeugemaßnahmenkatalog Aufgrund der aktuellen TBC-Entwicklung, ausgehend vom Tiroler Lechtal, haben unter Vorsitz von Landesrat Erich Schwärzler Vertreter der Vorarlberger Landwirtschaft, Jägerschaft sowie der Jagd-, Forstund Veterinärbehörde im Rahmen des Wald-WildDialoges einen 12 PunkteMaßnahmenkatalog im Interesse der Sicherheit für die Viehbestände erarbeitet. Damit soll das Risiko einer allfälligen Übertragung von Tuberkulose zwischen Rotwild und Weidevieh auf den Vorarlberger Alpen hintangehalten werden. „Die Vorarlberg-Strategie 2013 baut auf das Vorarlberger Maßnahmenprogramm 2010 auf, welches in Kooperation von Land- und Alpwirtschaft, Jägerschaft sowie Jagd- und Veterinärbehörde erfolgreich umgesetzt wurde. Für die bisherige gute Zusammenarbeit und den großen Einsatz vor Ort gilt allen Beteiligten mein besonderer Dank“, so Landesrat Erich Schwärzler. Die 12 Schwerpunktmaßnahmen im Überblick: 1. Anhebung der Mindestabschussvorgaben beim Rotwild nach den Festlegungen der beiliegenden Abschussplan-Verordnung von bis zu 40 % in Gebieten mit hohen Rotwildbeständen sowie in den Grenzgebieten zu Tirol und zum Allgäu. 2. Unterschiedlich je nach Wildregion: Vorverlegung der Schusszeit auf Rotwild, Aufhebung der Klasse IIa bei entsprechender Quotenerfüllung, allgemeine Abschussquotenvor-

schreibung für Kahlwild, Optimierung der Grünvorlage des Rotwildes. 3. Sammlung von Erfahrungen über den Einsatz von Schalldämpfergewehren in bestimmten Revieren als Maßnahme zur Minimerung von Störungen im Zuge der Reduktion des Rotwildbestandes. 4. Erproben bzw. Umsetzen von effizienten Bejagungsstrategien, allenfalls auch „diagnostischen Entnahmen“ von Rotwild, zur Erfüllung des TBC-Stichprobenplanes. 5. Einhaltung einer landesweit strengen Fütterungshygiene beim Rotwild und Weidehygiene beim Weidevieh: a W i l d f ü t t e r u n g e n müssen in Absprache zwischen den Jagdverantwortlichen und der Hirtschaft während der Weidezeit so eingezäunt werden, dass ein Kontakt des Weideviehs mit der Wildfütterungeinrichtung hintangehalten wird. b Entfernung von für das Wild zugänglichen Rinder-Salzlecksteinen und ausgelegtem Futter. c Wild-Salzlecken sind so zu situieren, dass der Zugang von Weidevieh verhindert ist. 6. Erhöhung der TBCStichproben landesweit von 250 auf 310 mit differenzierter Zuteilung an die TBC-Beobachtungszonen. 7. Verstärkte Untersuchung von erlegtem Rotwild in der Wildregion 2.1 (Sil-

bertal): Flächendeckende Beprobung von Kahlwild älter als ein Jahr, indem die Häupter samt den Rachenlymphdrüsen zur TBC-Untersuchung beim Amtstierarzt vorzulegen sind. Bis zum 15. Juni 2013 (Alpauftrieb) ist sämtliches erlegte Rotwild dem Amtstierarzt zur Kontrolle vorzulegen. 8. Installierung einer Arbeitsgruppe mit Vertretern von Landwirtschaft, Jägerschaft, Jagd- und Veterinärbehörde durch die Bezirkshauptmannschaft Bludenz zur Beobachtung der Situation in der Wildregion 2.1 (Silbertal) mit monatlichem Jour fixe zur Festlegung notwendiger Maßnahmen. 9. Bei Bedarf Einsetzen von Arbeitsgruppen auch in weiteren Wildregionen bzw. Teilregionen durch die Jagdbehörde zur fachlich-behördlichen Begleitung der RotwildAbschussvorgaben und erforderlicher Maßnahmenkombinationen aus Alpwirtschaft, Forst und Jagd. 10. Gezielte fachlich aufbereitete Informationen der zuständigen Organisationen an die Alpbesitzer, das Alppersonal, die Jagdnutzungsberechtigten und die Jagdschutzorgane zur Wahrnehmung von TBC-Verdachtsfällen sowie über Verhaltens- bzw. Bewirtschaftungsempfehlungen zur Vermeidung der TBCÜbertragung bzw. Verbreitung. 11. Bei Bedarf gezielte Öffentlichkeitsarbeit der

zuständigen Organisationen betreffend TBC (z.B. an Gemeinden). 12. Abstimmung der Besatzdichte und Weidedauer auf Alpen an die vorhandene Futterfläche. Die Fachleute sind sich einig, dass aufgrund der aktuellen TBC-Situation von keiner besonderen Gefährdung für den Menschen auszugehen ist, weder im Zuge von Wanderungen, noch bei der Besichtigung von Ställen. Tourismus und Gastronomie können auch weiterhin auf hochwertige heimische Regionalprodukte vertrauen. Die notwendigen Maßnahmen sind nur im gemeinsamen Miteinander der berührten Interessengruppen und Behörden erfolgreich umzusetzen, damit Vorarlberg auch in Zukunft den Status TBC-frei halten kann. „Aus diesem Grund ersuche ich die betroffenen Alp- und Jagdausschüsse, Eigenjagdbesitzer, Jagdausübenden und Jagdschutzorgane sowie Alpverantwortlichen und Alpbewirtschafter um die Fortsetzung ihrer verantwortungsvollen Arbeit. Die Gemeindeverantwortlichen bitte ich, insbesondere durch geeignete touristische Lenkungsmaßnahmen, die TBC-Vorsorgemaßnahmen aktiv zu unterstützen. Eine konsequente Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen ist ein wichtiger Beitrag für mehr Sicherheit für unsere Viehbestände“, betont Landesrat Erich Schwärzler.“

Quelle: Land Vorarlberg www.vorarlberg.at

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Achtung Wildkatze! Ingrid Hagenstein Projektleitung Artenschutzprojekt Wildkatze und Plattform Wildkatze, Naturschutzbund Österreich Noch sind sie sehr selten, die Nachweise der Europäischen Wildkatze in unserem Land. Die Hinweise aber mehren sich. Mithilfe der Österreichischen Jägerschaft und des Raiffeisenverbandes wurde eine zentrale Koordinations- und Meldestelle beim Naturschutzbund Österreich eingerichtet, um die Bestandssituation der anmutigen Mäusejägerin zu klären. Die meisten Menschen in unserem Land wissen nicht, dass die Verwandte unserer Stubentiger, die Europäische Wildkatze, einst bei uns heimisch war und vielleicht auch wieder ist. Menschliche Verfolgung und Lebensraumverlust waren die Hauptgründe, 12

Vorarlberger Jagd

warum sie im vergangenen Jahrhundert weitgehend aus den Laub- und Laubmischwäldern verschwand. Zahlreiche Hinweise und an die acht gesicherte Nachweise lassen vermuten, dass es doch noch Wildkatzen hierzulande geben könnte. Die Ähnlichkeit mit wildfarbigen Hauskatzen erschwert das Erkennen – diese Verwechslung hat schon vielen Wildkatzen das Leben gekostet. Durch ihre heimliche Lebensweise kommt es auch kaum zu Begegnungen.

Warum Wildkatzen melden? In den 1950er Jahren, konkret nach dem 2. Weltkrieg, ist der Wildkatzenbestand in Österreich ausgestorben. Erst seit dem Herbst 2012 gibt es den bislang einzigen Fotonachweis einer jungen Wildkatze aus Kärnten, dass sich die Art hierzulande fortpflanzt.

WILDBIOLOGIE

Die einzigen sonstigen Nachweise lebender Tiere stammen aus dem Nationalpark Thayatal. Umso wichtiger ist es, alle Meldungen zentral zu sammeln und eine Datenbank aufzubauen, um die Verbreitung der Wildkatze zu erheben. Enorm wichtig ist dabei die Einbindung der Jägerschaft und der Forstleute.

der Melde- und Koordinationsstelle in Salzburg zusammen. Hier werden sie von der Biologin Sarah Friembichler bearbeitet, mit Experten überprüft, eingestuft, in eine Datenbank aufgenommen und in GIS-Karten dargestellt. Die Hinweise kommen aus der Bevölkerung ebenso wie aus Jagd- und Forstkreisen.

Deshalb gibt es Informationen und Meldeaufrufe in Jagd- und Forstzeitungen, aber auch bei Autobahn- und Straßenmeistereien sowie auf der Wildkatzenhomepage der Plattform www.wildkatze-inoesterreich.at. Auch eine Wildkatzenhotline für Beobachtungen wurde eingerichtet.

Beratendes Gremium ist die Plattform Wildkatze, eine Kooperation aus Naturschutzbund Österreich, Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände, Nationalpark Thayatal, Tiergarten Wels, Österreichische Bundesforste AG, Alpenzoo InnsbruckTirol und Naturhistorisches Museum Wien. Aufgabe der Plattform ist die Koordination und Abstimmung aller Schutzbemühungen um die Wildkatze in Österreich. Aufgrund ihrer Zusammensetzung ist die Plattform da-

Koordinations- und Meldestelle Sämtliche Wildkatzenhinweise in Österreich laufen bei


mit ein Modell erfolgreicher Zusammenarbeit von Jägerschaft, Naturschutzbund und Wissenschaft. Das Wildkatzenprojekt wird großzügig von Jägerschaft und Raiffeisenverband unterstützt. Seit die Meldestelle 2009 eingerichtet wurde, gelang es, die Anzahl der Meldungen von zuvor 23 auf derzeit über 170 zu erhöhen – und es werden immer mehr. Die meisten kommen aus Niederöster-

reich, gefolgt vom Burgenland.

Die Wildkatze lässt das Mausen nicht! Die Wildkatze Felis silvestris silvestris zählt zu den Beutegreifern. Heute wissen wir, dass Mäuse zu ihrer bevorzugten Nahrung zählen und fast 85 % ihrer Beute aus Wühlmäusen bestehen. Nicht einmal drei Prozent entfallen auf Eichhörnchen,

Reptilien oder Vögel. An Fasan, Rebhuhn oder Feldhase hat sie kein Interesse. Mäuse sind der Wildkatze viel lieber. In früheren Jahrhunderten jedoch wurde die Schädlichkeit der Wildkatze völlig falsch eingeschätzt und ihr damit zum Verhängnis: Sie wurde massiv verfolgt, was maßgeblich zum Erlöschen des Wildkatzenbestandes beitrug. Die Einstellung der Verfolgung,

ein modernes Verständnis von Jagd und auch das Interesse an diesem kleinen Beutegreifer haben nun den Boden für eine Rückkehr der Wildkatze in Österreichs Wälder geebnet.

Was Jäger/in und Wildkatze gemeinsam haben Beide genießen die Ruhe in sonnigen, reich strukturierten Laub- und Laubmisch-

Foto: Monika Dönz-Breuß

AUFRUF: Wildkatze gesucht – der scheuen Jägerin auf der Spur Früher über weite Teile Österreichs verbreitet, verschwand die Europäische Wildkatze Mitte des letzten Jahrhunderts aus den heimischen Wäldern. Abgesehen von vereinzelten Hinweisen, ist kaum etwas über die gegenwärtige Situation der Wildkatze in Österreich bekannt. Die Plattform Wildkatze möchte mit Ihrer Hilfe mehr über den Bestand dieser scheuen Jägerin in Österreich erfahren. Bitte melden Sie uns Ihre Wildkatzenhinweise auf: www.wildkatze-in-oesterreich.at (Sie können ihre Wildkatzensichtung direkt in ein online-Formular eintragen) oder unter der Wildkatzenhotline 0650/224 37 03 melden (Sarah Friembichler, MSc).

WILDBIOLOGIE

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wäldern. Beide lieben vielfältige Strukturen in Form von Lichtungen, Grasflächen, Windwürfen, Alt- und Totholzbeständen und Beerenhecken – diese Vielfalt bietet auch anderen Wildarten interessante Lebensräume. Im Gegensatz zum Jäger verlässt

die Wildkatze den Wald aber nur selten.

Artenschutzprojekt Wildkatze und viel­ faltleben Basierend auf der Pionierarbeit des Nationalparks

Thayatal arbeitet der Naturschutzbund seit 2007 an einem gesamtösterreichischen Projekt zum Schutz der Wildkatze: Grundlage ist die Habitatstudie (Sarah Friembichler 2009), die mit Unterstützung der ÖBf-AG erstellt wurde und mit der gezeigt werden konnte, dass es in Österreich ausreichend Lebensräume für Wildkatzen gibt. Eine internationale Wildkatzentagung brachte 2008 in- und ausländische Fachleute in Wels zusammen, um Informationen über die Situation der Wildkatze in den Nachbarländern zu diskutieren und Informationen auszutauschen. Beides war die Grundlage für den Aktionsplan Wildkatze, der im Rahmen der Kampagne vielfaltleben des Lebensministeriums gemeinsam mit dem Naturschutzbund entstand. Dieser wiederum bildet die fachliche Grundlage

und den Fahrplan für den Schutz der Wildkatze in Österreich. An der Erstellung wesentlich beteiligt waren die Mitglieder der Plattform Wildkatze. Information besonders bei JägerInnen und Forstleuten wird bei der Artenschutzintiative groß geschrieben. Deshalb fand im September letzten Jahres ein Infoabend in Gutenstein/NÖ sowie im März 2013 einer in Treffen/Kärnten statt.

Literatur: Sarah Friembichler. 2009. Die potenzielle Verbreitung der Wildkatze in Österreich als Entscheidungsgrundlage für weitere Schutzmaßnahmen (Diplomstudie). Sarah Friembichler MSc und Dr. Leo Slotta-Bachmayer, BMLFUW (Hrsg.). Aktionsplan Wildkatze: Redaktion: Naturschutzbund Österreich.

Kontakt und Information

Foto: Monika Dönz-Breuß

Wildkatzen-Koordinations- und Meldestelle Naturschutzbund Österreich Museumspl. 2, 5020 Salzburg wildkatze@naturschutzbund.at www.wildkatze-in-oesterreich.at Tel: 0662/642909-13

Diese Jungtiere können aktuell im Wildpark bewundert werden: Kälber von Rotwild, Sikawild und Damwild Lämmer vom Muffelwild Kitze von Gams- und Steinwild Frischlinge

Wildpark Feldkirch | Ardetzenweg 20 | 6800 Feldkirch | T +43 5522 74105 | wildpark.feldkirch@aon.at | www.feldkirch.at/wildpark

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Vorarlberger Jagd

WILDBIOLOGIE


der Tierarzt berichtet

Fuchsräude im Vormarsch Dr. Norbert Greber, Landesveterinär

In den letzten Wochen und Monaten wird praktisch aus allen Landesteilen das Auftreten von Räude in der Fuchspopulation gemeldet. Es soll daher im Folgenden ein Überblick gegeben werden, was unter Fuchsräude zu verstehen ist und wie damit umgegangen werden soll.

Krankheitsursache Bei der Räude handelt es sich um eine ansteckende, parasitäre Hauterkrankung, ausgelöst durch Grabmilben (Sarcoptes cani). Da die Milben mikroskopisch klein sind, kann die Diagnose letztlich nur durch die Untersuchung von veränderten Hautteilen unter dem Mikroskop gestellt werden. Allerdings sind die Hautveränderungen so typisch, dass aufgrund des klinischen Bildes jedenfalls eine Verdachtsdiagnose gestellt werden kann.

Die Milben sind obligate Parasiten und außerhalb eines Wirtstieres nur wenige Tage überlebensfähig. Die Übertragung erfolgt daher meistens durch direkten Kontakt zwischen infizierten Tieren, seltener indirekt wie z.B. durch Benützung desselben Schlafplatzes. Die Milben ernähren sich von Hautschuppen und saugen Lymphe. Eine Besonderheit der Grabmilbe ist das Anlegen von Bohrgängen in der Haut durch die Weibchen, um dort Eier abzulegen. Die dort schlüpfenden Nymphen wandeln sich durch zwei Häutungen in einem Zeitraum von zwei bis drei Wochen wieder zu erwachsenen und geschlechtsreifen Milben um. Aufgrund dieser Aktivitäten der Milben auf der Haut und in der Haut entwickelt sich als erstes Symptom ein deutlicher Juckreiz. Aufgrund des Kratzens und Beleckens dieser Hautstellen entwickeln sich

die sichtbaren Hautveränderungen, die von abgebrochenen Haaren bis zum völligen Fehlen der Haare auf ausgedehnten Hautstellen reichen, sowie primären und sekundären Hautveränderungen. Die primären Hautveränderungen entstehen durch die Milben selbst und reichen von Schuppenbildung bis zur Bildung von sichtbaren Rötungen und Knötchenbildung an den Einstichstellen. Sekundär kommt es durch Kratzen und Scheuern zu deutlichen Spuren auf der Haut, die zudem die Rötung und Entzündung verstärken. Wenn die Haut so massiv geschädigt ist, dass es zum Austritt von Gewebswasser und Blut kommt, entstehen Krusten von gelblicher bis blutroter Farbe. Zudem kommt es durch die Schädigung der Haut zu bakteriellen und Pilzinfektionen, die das Hautbild weiter verschlimmern. Das Spektrum reicht dann von

Abgebrochene und weggescheuerte Haar an der Lunte, geringe Hautveränderungen.

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Vorarlberger Jagd

TIERARZT

trockenen und schuppenden Ekzemen bis hin zu massiven Eiterungen. Oft sind die genannten Hautbilder an einem Tier nebeneinander zu sehen: im Zentrum stehen die „alten“ Veränderungen, die schon bakteriell infiziert sind und massive Krustenbildung bei völligem Verlust der Haarkleides zeigen. Daran schließen sich Zonen mit Haarverlust aber wenig veränderter Haut an, die rundum noch mit gut behaarter Haut umgeben sind. Aufgrund der ständigen Beunruhigung des Tieres durch den unerträglichen Juckreiz, verminderter Nahrungsaufnahme und schließlich durch die Sekundärinfektionen entwickelt sich eine fortschreitende Erkrankung, die bis zum Tod des Tieres führt.

Meldepflicht Da es früher keine geeigneten Medikamente zur Behandlung der Räude gab, erfüllte sie als ansteckende Erkrankung mit großer wirtschaftlicher Bedeutung die Attribute, um im Tierseuchenrecht aufgenommen zu werden (§ 16 TSG, u.a. Räude der Pferde, Schafe und Ziegen). Das Jagdgesetz kennt keine taxative Aufzählung der seuchenartigen Erkrankungen, es liegt aber auf der Hand darunter solche zu verstehen, die im Tierseuchenrecht genannt sind. Somit ist die Räude der Füchse als Tierseuche zu sehen und muss daher gem. § 48 Jagdgesetz vom Jagdnutzungsberechtigten bzw. Jagdschutzorgan der Behörde dem Hegeobmann sowie den


benachbarten Revieren bekannt gegeben werden.

Bekämpfung Mittlerweile gibt es gute Medikamente zur Behandlung der Räude und sie hat somit ihren Schrecken für die Haustiere verloren. Auch der Jagdhund, der früher bei Kontakt mit räudigen Tieren erkrankte und ebenso verloren war, kann gut behandelt werden. Da eine Behandlung von Wildtieren per Gesetz nicht möglich ist, kann der Räude nur durch verstärkte Bejagung beigekommen werden. Befallene Tiere sind als Hegeabschuss unverzüglich, auch in der Schonzeit, zu erlegen. Es soll aber zusätzlich durch eine verstärkte Bejagung der Population der Erregerdruck und die Übertragungswahrscheinlichkeit gesenkt werden, damit die Räude wieder aus der Population verschwindet. Da Milben beim Kontakt des Menschen mit einem räudigen Tier übertragen werden können, empfiehlt sich die Verwendung von Einmalhandschuhen. Der Mensch ist zwar kein geeigneter Wirt für Sarcoptes canis und es wird keine Vermehrung der Milbe auf der Haut des Menschen stattfinden, aber dennoch können die übertragenen Milben beißen und somit zu einem vorübergehenden Juckreiz und zu Hautirritationen kommen.

Ausgedehnte haarlose Bezirke mit massiven Krusten und Borken bedeckt. Im Übergangsbereich zum norma­ len Haarkleid seitlich am Bauch sieht man ein Areal mit schütterem Haar und wenig veränderter Haut.

Auszug aus dem Vorarlberger Jagdgesetz § 48: Tierseuchen Der Jagdnutzungsberechtigte und das Jagdschutzorgan sind verpflichtet, Wahrnehmungen über das Auftreten von Tierseuchen im Tierbestand des Jagdgebietes unverzüglich der Behörde, dem Obmann der Hegegemeinschaft und den Jagdnutzungsberechtigten der benachbarten Jagdgebiete bekannt zu geben. § 40*) Hegeabschuss (1) Die Behörde kann auf Antrag des Jagdnutzungsberechtigten den Abschuss von Wild, welches der ganzjährigen Schonung unterliegt, zulassen, wenn dies im Interesse der Hege gelegen ist. In der Bewilligung sind die Anzahl der Tiere festzulegen, die erlegt werden dürfen, die Merkmale zu bestimmen, nach welchen sie auszuwählen sind, und die Personen zu bezeichnen, die zum Abschuss ermächtigt sind. (2) Krankes Wild, das nicht ganzjährig geschont ist, und krankes Schalenwild dürfen ungeachtet des Abschussplanes und der Schonzeit jederzeit erlegt werden. Die erlegten Tiere sind einem von der Behörde bestimmten Sachverständigen vorzulegen. Der Abschuss ist der Behörde zu melden.

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Foto: Hubert Schatz

Nutzung von Wildbret – Eine Legitimation der Jagd Akad. Jagdwirt Markus Kalser Der Jäger und seine Leidenschaft geraten immer mehr ins Kreuzfeuer der Gesellschaft. In fast allen Lebenslagen muss er sich mit Fragen zur Legitimation der Jagd auseinandersetzen. Er muss diese Antwort nicht nur finden, sondern auch ehrlich und glaubwürdig vertreten. Diskussionen über Kaliber, Altersbestimmung, Futterpräparate, Zahnabschliff, Lederhose oder den größten Gamsbart reichen schon lange nicht mehr. Jagd ist, besonders für Städter, etwas Abstraktes geworden.

Sie kennen keinen Jäger persönlich, die Jagd hat keinen Platz in ihrem Alltag. Nicht zuletzt reduzieren sie den Jäger auf den grüngekleideten Mann mit geschulterter Waffe, für den nur Schuss und Trophäe zählen.

der sympathieträchtigste Botschafter der Jagd, besonders in Zeiten, in denen natürliche, regionale und handwerklich verarbeitete Lebensmittel für immer mehr Menschen zum Wunschbild des guten und gesunden Lebens gehören.

Gerade deshalb ist es wichtig, dass Jäger begreifen, dass die Jagd erst in der Küche und am Esstisch vorbei ist. Den größten Respekt erweist der Jäger seiner Beute, indem er sie ordentlich behandelt, er sie professionell aus der Decke schlägt, zerwirkt und zubereitet. Wildbret ist und bleibt

Warum Töten? Die Jagd und das Beute machen sind untrennbar mit dem Töten verbunden, wobei das treibende Element die Beute ist. Der Tötungsakt ist nur die Notwendigkeit, um zur Beute zu kommen. Das Hauptaugenmerk des Jägers liegt beim

Stück Wild, das er als Ernte nach Hause bringt und dem er, auch nach dem Töten, alle Zuwendung schenkt. Die Freude und das Herumreichen der Beute, das Wildbret und die Trophäe (Balg, Häute, Felle, Präparate uvm.) sind Gegenstand längerer Betrachtungen. Das Töten stellt nur einen Teilbereich dar und gehört der Vergangenheit an. Der Jäger empfindet den Tod ohne Beute als etwas Sinnloses. Er fühlt auch so, wenn er einen Schuss gar nicht oder schlecht anbringt. Der Tod ohne Beute ist Leben auslöschen ohne vernünftigen Grund und somit Vergeudung und Verschwendung. Um die Jagd, die aus reiner Lust am Töten passiert, einen Riegel vorzuschieben, hat der Gesetzgeber die Verbote der Tötung klar definiert. Verbot der Tötung § 6 TschG (1) Es ist verboten, Tiere ohne vernünftigen Grund zu töten.

Handwerkliches und Jagd

Historisches (Bieger, 1941)

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Vorarlberger Jagd

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Ist das Wild gestreckt und zur Beute geworden, dann kommt all das zum Tragen, was mit jagdlicher Fertigkeit


und zünftigem Handwerk verbunden ist. Nun kann man sich daran machen, es nach den Regeln der handwerklichen Kunst zu verwerten, um schließlich das saubere und gute Lebensmittel „Wildbret“ zu gewinnen. So gehört zum Handwerk eines modernen Jägers auch Sachkenntnis über Wildbret. Der Jäger soll heute über Zubereitungsarten, Konservierung und über das eine oder andere Kochrezept Bescheid wissen. Für die Verarbeitung, sind saubere Räumlichkeiten und gekühlte Lagerbedingungen notwendig.

Die Wildkammer Zu Jagdhütten, luxuriösen Jagdkanzeln und sonstigen Reviereinrichtungen muss auch die Wildkammer das Herzstück des Jagdreviers sein. Jäger sollen sich in der Wildkammer mit handwerklichem Geschick voll und ganz der Weiterveredelung des Wildbrets widmen. Zudem kann die Wildkammer eine Anlaufstelle und ein Delikatessenladen für die nichtjagende Gesellschaft sein. Dort ist für den Feinschmecker hochwertiges Wildbret verfügbar.

Der wirtschaftliche Aspekt Ergebnis 1: Bringt der Jäger 3 Stück Rehe mit einem Gesamtgewicht von 50 kg zum Wildbrethändler, so wird ihm dort – zum aktuellen Tagespreis von 4 Euro per kg – eine Summe von 200 Euro ausbezahlt.

chen, kann er einen Betrag von 410 Euro erzielen. Ergebnis 4: Spinnt man den Faden des jagdlichen und handwerklichen Könnens noch weiter, trennt das Fleisch von den Knochen, schneidet Fett und Hämatome vom Fleisch, so kann ein stolzer Betrag von 436 Euro verdient werden. Diese Ergebnisse beweisen, dass Wildbret ein wirtschaftlich interessantes Nischenprodukt ist.

Nebenprodukte von Wildkörpern Selbstverständlich gehört zur Vollkörpernutzung auch die Verwertung der anfallenden Nebenprodukte. Alle Nebenprodukte können verwendet werden, ob für Saucen, Suppe, Tiernahrung, so dass nur das Schussfleisch entsorgt werden muss. Sollte Schussfleisch am Kirr- oder Luderplatz landen, dann bitte „bleifrei“! Es zeigt sich eindeutig, dass durch eine verantwortungsvolle Nutzung von Wildbret die Jagd in der Gesellschaft Akzeptanz finden kann. Nur wenn der Jäger mit Leidenschaft und handwerklichem Können sich des Wildbrets annimmt, kann er zeigen, dass es kein Nebenprodukt ist, sondern der eigentliche Sinn der Jagd .

von der Herkunft und der „Entstehung“ dieser Rehsalami erzählen. Sie werden das Produkt seines typischen Geschmackes wegen schätzen, sie werden nicht mehr – mit allen Raffinessen der Kochkunst – versuchen, diesen zu übertünchen. Er wird mehr davon haben wollen – jetzt ist die Jagd für ihn sinnvoll! Das Produkt überzeugt ihn und so wird er – wenn auch unbewusst – zum besten Botschafter der Jagd.

Mehr Diskussionsspielraum lässt die Frage nach der ökonomischen und ethischen Nutzung von Wildbret. Es kann für Jagdgesellschaften und auch für den einzelnen Jäger sowohl ökonomisch als auch ethisch gewinnbringend sein.

Der Jäger wird nicht mehr so oft mit der provokanten Frage: „Gehst du schon wieder auf die Jagd? Was muss denn heute sterben?“ konfrontiert sein, sondern mit der wertschätzenden Frage: „Wann gehst du denn wieder auf die Jagd? Wann bekomme ich wieder so ein gutes Stück Fleisch?“

Je höher ein Produkt veredelt wird, je länger sich der Jäger damit „befasst“, je mehr er Fachwissen und Know-how einbringt, desto größer wird der finanzielle Gewinn sein. Er wird aber nicht nur finanziellen Gewinn haben. Wildbret aus heimischen Wäldern – schonend gestreckt, professionell verarbeitet und zu geschmacklich unvergleichlichen Produkten veredelt – wird zum echten Naturprodukt. Dafür wird der Verbraucher bereit sein, einen höheren Preis zu zahlen. Jeder dieser Verbraucher wird vom Genuss berichten, er wird begeistert

Freilich ist es in unserer Gesellschaft noch nicht soweit, womöglich wird es auch nie soweit kommen. Um diese gesellschaftliche Anerkennung wird sich in erster Linie der Jäger kümmern müssen. Jeder Einzelne ist dazu aufgerufen jedem Wildbret DIE Achtung und DEN Respekt zu zollen, das ihm zusteht. Ein erlegtes Tier zum Wildbrethändler zu bringen ist das Einfachste, es auf die Trophäe und die besten Fleischstücke zu reduzieren, den Rest dann zu „entsorgen“, hat nichts mit Achtung und Respekt zu tun. Das Argument „Ich kann ein Tier nicht selber verarbeiten“ zählt nicht. Was spricht eigentlich dagegen, sich fundiertes Wissen über die Wildbretverarbeitung anzueignen? Warum wird dieses Handwerk in der Jungjägerausbildung so stiefmütterlich behandelt? Das sind grundlegende Fragen, mit denen sich die Jagdverbände auseinandersetzen werden müssen.

Ergebnis 2: Verkauft der Jäger diese 3 Stück Rehe privat, kann ein Preis von 250 Euro durchaus erzielt werden. Ergebnis 3: Zeigt der Weidmann sein handwerkliches Geschick und schlägt das Reh aus der Decke, zerwirkt es in Teile mit Kno-

In Zeiten von Überfluss ist aber nur Wildbret von hoher Qualität gefragt. Diese hohe Qualität muss nicht nur das Rückenstück, sondern der gesamte Wildkörper haben. Fachlicher Umgang mit Wildbret muss selbstverständlich sein. Eindeutige Vorgaben dazu, sind in jedem Handbuch für Wildbretverarbeitung nachzulesen. Lektüre von Winkelmayer, Deutz und Paulsen sollten in der Bibliothek eines jeden Jägers zu finden sein.

Grob und fein zerlegtes Wildbret.

Natürlich braucht es für die fachgerechte Zerwirkung die nötigen Voraussetzungen. JAGD

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Man kann nicht verlangen, dass jeder Jäger seine Wohnung in eine Fleischhauerei verwandelt. Aber wäre es wirklich zuviel verlangt, wenn sich Jagdgesellschaften nicht nur um Stuben zum geselligen Beisammensein kümmern, sondern auch die nötigen Voraussetzungen zur Verarbeitung des Wildbrets für ihre Mitglieder schaffen? Eine Kühlkammer mit angeschlossenem Zerwirkraum ist eine einmalige Anschaffung, die sich auf jeden Fall amor-

tisiert. In solchen Lokalitäten könnte es zu einem anderen jagdlichen Miteinander kommen. Es könnte geprägt sein von Erfahrungsaustausch und Hilfestellung. Gespräche über Kaliber, Altersbestimmung und Zahnabschliff sollen am Stammtisch bleiben, hier haben sie wenig Platz. Wenn der Jäger mit seiner Weidmannsernte so auftritt, wird er sich jagdlich hervortun können und der Jagd ihren ursprünglichen Sinn wieder geben. Er könnte dem

Vorwurf, nur am Abschuss interessiert zu sein, leicht entgegenhalten. Natürlich geht es dem Jäger in erster Linie um das Jagderlebnis und um den Moment des Schusses. Aber er hat es in der Hand, dass es kein sinnloser Schuss ist. Denn jeder einzelne Schuss kann kulinarische Lebensqualität für viele Leute bringen. Dann wäre Jagd eindeutig legitimiert, so wie es sich der NABU (mit Stahlmann 2009) erträumt: „Wild lebende Tiere werden genützt, weil sie na-

türlich gewachsene Produkte sind, die für den sinnvollen Gebrauch durch den Menschen bestimmt sind.“ Markus Kalser. 2013. Nutzung von Wildbret. Eine Legitimation der Jagd. Abschlussarbeit zum Universitätslehrgang „Jagdwirt/ In“. Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft (IWJ), Universität für Bodenkultur Wien. Diese und andere Abschluss­ arbeiten von Absolventen des Lehrgangs finden Sie auf www.jagdwirt.at

4. Generation des Universitätslehrganges Jagdwirt feierlich abgeschlossen Absolventen sponsern EUR 10.000,- für wissenschaftliches Projekt Bereits die vierte Generation der Studierenden des Universitätslehrgangs Jagdwirt/in – eine Teilnehmerin und 19 Teilnehmer – versammelte sich in den würdigen Hallen der BOKU zu einem feierlichen Festakt, um die Bezeichnung „Akademischer Jagdwirt“ entgegen zu

nehmen. Über zwei Jahre absolvierten die Teilnehmer zehn intensive Lehreinheiten des Universitätslehrgangs Jagdwirt/ in, stets in guter Stimmung und voller Wissbegierde, mehr über neueste wildbiologische Erkenntnisse und heimischen Wildlebensräume zu erfahren

und abschließend im Rahmen einer wissenschaftlichen (Abschluss)Arbeit zu vertiefen. Zwei Teilnehmer und eine Teilnehmerin bestanden den Lehrgang mit Auszeichnung: Thomas Frenner aus Salzburg, jagdlich aktiv in Ferleiten; Ing. Mag. Dr. Harald Parapatits,

MBA aus Klosterneuburg, jagdlich aktiv in Hollenstein bzw. Dörfl Nord sowie Frau Dr. Regina Thierrichter aus Graz. Die Abschlussarbeiten finden Sie auf www.jagdwirt.at.

Die Absolventen des IV. Jahrgangs
1. Reihe v.l.n.r.: FVW Paul Winkelmayer, Lehrgangsleiterin Mag. Christine Thurner, Ing. Mag. Dr. Harald Pa­ rapatits, MBA, Ing. Herbert Haindl, Dr. Regina Thierrichter, BJM-Stv. Ing. Wolfgang Oswald, Michael Tandler, Hans Stefan Meinhart, Dr. Heimo Vedernjak
2. Reihe v.l.n.r.: Marc Michael Tabelander, Volker Knotz, Ing. Leopold Stehr, Ing. Wolfgang Cladrowa, Rektor DDR. Martin Gerzabek, Christoph Tavernaro, OFö Ing. Christian Winkler, Ing. Josef Pabinger, Wolfgang Bösl
3. Reihe v.l.n.r.: Markus Kalser, Thomas Frenner, Ing. Josef Kaiser, Theodor A.W. Maass, Univ.Prof. Dr. Klaus Hackländer, Senatsvorsitzender Univ. Prof. Dr. Hubert Hasenauer.

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Interview mit Diplombiologe Michael Fasel, Präsident der Liechtensteiner Jägerschaft Caroline Egger-Batliner, Bezirksredakteurin von Bludenz, führte das Interview mit dem neu gewählten Präsidenten der Liechtensteiner Jägerschaft Michael Fasel, Sie sind seit drei Monaten neuer Präsident der Liechtensteiner Jägerschaft. Was hat Sie bewogen, dieses Ehrenamt zu übernehmen? Ich bin mit der Jagd und den Wildtieren seit meiner Kindheit verbunden und ich möchte mich auf der einen Seite dafür einsetzen, dass sich die Jagd und die Jäger in der heutigen Gesellschaft wieder vermehrt zeigen, für Ihre Tätigkeit einstehen und dafür respektiert werden. Andererseits wird der Lebensraum der Wildtiere immer mehr eingeschränkt und braucht eine Lobby, die sich durch praktische und politische Arbeit für die Erhaltung und Verbesserung der Lebensgrundlagen der Wildtiere einsetzt. Wer sonst als die Jäger selbst soll sich für die Interessen der Jagd und der Wildtiere einsetzen? Auch die offene und sachliche Information der Öffentlichkeit über Jagd und Jäger ist etwas sehr Wichtiges.

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Welche Erfahrung bringen Sie mit um diese Ziele erreichen zu können? Ich glaube es hilft, sich in diesen Themen nachhaltig einzubringen, wenn man eine innere Verbundenheit mit der Natur hat. Mein Vater hat mir schon sehr früh die Natur unserer Berge näher gebracht, mit mir Wildtiere beobachtet und meine Begeisterung geweckt. Durch mein Biologiestudium habe ich auch die wissenschaftliche Seite kennengelernt. Meine frühere Tätigkeit als Naturschutz- und Jagdverwalter während 25 Jahren bei der Liechtensteinischen Landesverwaltung hilft mir sicher, behördliche Abläufe und politische Zusammenhänge besser zu verstehen. Seit 35 Jahren bin ich aktiver Jäger und durfte von erfahrenen älteren Jägern lernen und durch viele schöne Jagderlebnisse aber auch durch Fehler wichtige Erfahrungen sammeln. Sie arbeiten nicht mehr bei der Landesverwaltung. Worin besteht Ihre heutige berufliche Tätigkeit? Ich habe mir einen langgehegten Wunsch erfüllt und

vor drei Jahren eine eigene Firma gegründet. Da bin ich als Berater und Gutachter tätig. Ich bearbeite Konzepte für die Bejagung von Schalenwildarten im Zusammenhang mit Lebensraumqualität und Wildschäden. Ein zweites Standbein sind Natur- und Landschaftskonzepte für die Gemeinden und die Beratung von behördlichen Führungsleuten. Sehr spannend ist auch die Arbeit über die Einwanderung des Bibers im Rheintal, die ich lückenlos dokumentieren und beschreiben möchte und Lösungen für Konflikte mit der Hochwassersicherheit oder mit der landwirtschaftlichen Nutzung erarbeite. Ein Buch zum Biber im Rheintal und eine Filmdokumentation über den Naturraum Liechtensteins sind ebenfalls im Entstehen. Wie sehen Sie allfällige Verbindungen oder Gemeinsamkeiten zwischen den Interessen der Liechtensteiner und der Vorarlberger Jägerschaft? Wir sind hier in Liechtenstein auf einem kleinen Stück Erde, das man nicht isoliert betrachten kann. Einerseits sind da die Wildtiere, die sich nicht an Landesgrenzen halten und wo man großräumig agieren muss. Vor allem die jagdliche Planung des Rothirsches, der große Areale für sich beansprucht, sollte überregional durchgeführt werden. Anderseits sehe ich auch die Jäger, die rund um Liechtenstein in unterschiedlichen Jagdsystemen organisiert sind, aber im Grunde die gleichen Interessen haben. Die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Vorarlberger, Schweizer und Liechtensteiner Jägern könnte die gemeinsamen Zielsetzungen

für Jagd und Wildtiere unterstützen. Mir schwebt vor, durch gemeinsame Veranstaltungen die Kontakte und Aktivitäten zu fördern. So etwas wie ein Rheintaler Jägertag zum Beispiel könnte ein Forum für ein gemeinsames großräumiges Wirken zugunsten von Jagd und Wildtieren sein. Auch die neuesten Entwicklungen mit Tuberkulose bei Rotwild zeigt, wie wichtig eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist. Wir haben das Glück, dass Liechtenstein noch tuberkulosefrei ist. Sie wollen sich für die Wildtiere und den Wildtierlebensraum einsetzen. Haben Sie auch hinsichtlich der heutigen Jagdausübung neue Ideen? Zuerst einmal möchte ich festhalten, dass ich die Tätigkeiten der Jäger in unserer Region generell als etwas sehe, das auf sehr hohem Niveau abläuft. Sowohl in der Schweiz wie in Vorarlberg und Liechtenstein sind die Jäger und Jagdaufseher hervorragend ausgebildet. Das lässt sich unter anderem daran ablesen, wie genau die Abschussvorgaben nach Alter und Geschlecht eingehalten werden. Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe und verdient Respekt. In allen drei Ländern bestehen jahrhundertealte Jagdtraditionen, durch welche ein großes Wissen an uns heutige Jäger tradiert worden ist. Ich finde solche Traditionen wichtig, sie sind unsere Wurzeln und fördern eine gemeinsame Ausrichtung der Jäger für die Zukunft. Womit ich wenig anfangen kann, ist die Bewertung von Hörnern und Geweihen, das Hegen von möglichst endenreichen Kronengeweihen


die Probleme auf beiden Seiten aussehen, und wie man sich gegenseitig unterstützen kann.

oder die Mastfütterung von Hirschen und Rehen. Das geht meiner Meinung nach am Sinn der Jagd vorbei, so wie ich sie verstehe. Auch helfen solche Dinge den Wildtieren nicht und sie fördern nicht die Akzeptanz der Jagd und der Jäger in der Bevölkerung. Haben Sie etwas gegen so­ genannte Trophäenjäger? Ich stehe dazu, dass Hörner und Geweihe eine gewisse Faszination auf Menschen ausüben, das ist schon seit ein paar Tausend Jahren so. Ich freue mich auch, wenn ich einen alten Hirsch mit einem knorrigen Geweih erlegen darf, die Form und Größe des Geweihes aber soll die Natur bestimmen. Wie wollen wir begründen, dass wir das männliche Rotwild nur deshalb anders bejagen als die weiblichen, weil sie ein Geweih tragen? Oder, wie würden wir wohl den Fuchs bejagen, wenn er Hörner hätte? Ich bin kritisch gegen diejenigen Jäger, die nur auf die Jagd gehen, um Träger von kapitalen Trophäen zu erlegen, und sich während des restlichen Jahres nicht um Wild und Revier kümmern. Aber ich denke, dass es sich dabei um eine aussterbende Spezies handelt. Hohe Wildbestände und damit verbundene Schäden am Wald sind ein Dauerthema. Sehen Sie da einen Ausweg? Bei diesem Thema spürt man seit Jahrzehnten ein polari-

siertes Verhältnis zwischen Jägern und Förstern. Dass wir in großen Teilen unserer Jagdgebiete überhöhte Bestände haben, ist noch nicht jedem Jäger wirklich klar. Da wünsche ich mir von Seiten aller unserer Jäger mehr Toleranz und Verständnis und entsprechendes Handeln. Sonst sind wir nicht ganz ehrlich und damit auch nicht glaubwürdig. Allerdings möchte ich auch einwenden, dass man allein mit der Reduktion von Wildbeständen nicht überall den Verbissdruck im Wald auf ein tragbares Maß senken kann. So kann es sein, dass in einem Bergwald auch dann noch alle Weißtannen verbissen werden, wenn sich statt hundert nur noch zehn Hirsche dort aufhalten. Dieses Problem ist sehr schwierig zu lösen, hängt mit dem Vorhandensein oder dem Fehlen an ausreichend guter Nahrung zusammen und muss sehr lokal betrachtet werden. Das Grundproblem sehe ich darin, dass durch menschliche Mehrfachnutzungen der Wildtierlebensraum beschnitten wird und das Wild sich nicht überall naturgemäß ernähren kann. Eine Maßnahme forstlicherseits hat in Liechtenstein schon sehr viel gebracht und das ist die großflächige Auflichtung von Waldbeständen, wodurch die Bodenvegetation im Wald gefördert wurde. Mein Ziel ist es, dass Jäger und Förster noch mehr aufeinander zugehen und einander zuhören, um zu erfahren, wie genau

Finden Sie, dass Luchs, Bär und Wolf mithelfen könnten, überhöhte Wildbestände auf ein gesundes Maß zu reduzieren? Ich sehe einen gewissen Einfluss dieser drei Großraubtierarten auf die Wildtierbestände, aber sie können die nötige Regulierung nicht bewerkstelligen. Dafür ist der Jäger zuständig. Die Großraubtiere gehören in unsere Ökosysteme und ich möchte die Akzeptanz bei den Jägern dafür fördern. An den Luchs haben wir uns mittlerweile schon gut gewöhnt. Der Bär ist kein ausgesprochener Fleischfresser und hat deshalb kaum Einfluss auf die Höhe der Bestände. Beim Wolf allerdings ist zu erwarten, dass er durch seine Hetzjagden die Wildbestände scheuer macht oder aus den gewohnten Einständen vertreibt. Das wird die Jagd wahrscheinlich noch mehr erschweren.

Ist die bisherige Art von Jagd heute noch zeitgemäß? Ja, auf jeden Fall. Jäger und Wildhüter haben die entsprechende Ausbildung, um die Jagd fachgerecht auszuüben und die Wildbestände artgerecht zu regulieren. Ohne eine solche Ausbildung und ohne Erfahrung ist das nicht möglich. Jäger übernehmen eine wichtige öffentliche Aufgabe und zahlen sogar noch dafür. Dabei ist der Jäger nicht nur Pflichterfüller. Ich gehe davon aus, dass alle Jäger auch aus Freude und mit Enthusiasmus auf die Jagd gehen. Ohne diese Eigenschaften würde man wohl nicht freiwillig soviel Zeit investieren. Das bestehende jagdliche System hat sich bewährt, hat aber in gewissen Bereichen sicher noch Potential für Verbesserungen. Wichtig ist, dass sich Jagd und Jäger den modernen Herausforderungen offen, tolerant und mit Bestimmtheit stellen. Herzlichen Dank für das Interview.

Liechtensteiner Jägerschaft www.jaegerschaft.li Die Liechtensteiner Jägerschaft ist ein nicht gewinnorientierter Verein gemeinnütziger Natur mit Sitz in Vaduz. Zweck des Vereins ist die Wahrnehmung und Vertretung der Interessen und Durchführung der Aufgaben der Jägerschaft mit dem Ziel der Erhaltung und Förderung eines jagdlich nutzbaren Wildbestandes. Die Organe der Liechtensteiner Jägerschaft sind: Die Vollversammlung Der Vorstand Die Rechnungsrevisoren Der Vorstand: Präsident: Michael Fasel Vize-Präsident: Anton Eberle Schriftführer: Kurt Litscher Kassier: Thomas Bargetze Beisitzer: Gebi Schurti Theo Hoch Thomas Nägele Baptist Beck

JAGD

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Jagd & Tradition

Jagdsignale – Jagdpraxis und Jagdkultur Otto Vonblon Die Übermittlung von Informationen durch ein akustisches Instrument ist fast so alt wie die Menschheit selbst. Vor noch nicht allzu langer Zeit war das Posthorn ein wichtiges Signalinstrument, um die Ankunft der Postkutsche anzukündigen. Während moderne akustische Einrichtungen das Posthorn abgelöst haben, hat sich das Jagdhorn bis heute gehalten. Es ist nicht nur Bestandteil des jagdlichen Brauchtums geworden, sondern hat auch die Funktion eines Signalinstruments in der jagdlichen Praxis zu erfüllen. Früher war das Jagdhorn das einzige Mittel zur unmittelbaren Verständigung über weite Distanzen während der Jagd. Heute liegt der Schwerpunkt in der Pflege und Förderung des jagdlichen Brauchtums. Unter Jagdsignale versteht man Tonfolgen, die meistens

auf dem Fürst-Pless-Horn geblasen werden und die Aufgabe haben, Informationen zu vermitteln, aber keinen künstlerischen Anspruch erheben.

unnötigen Beunruhigung des Wildes und andrerseits weil viele Jäger die Bedeutung der einzelnen Jagdsignale nicht mehr kennen und nichts anzufangen wissen.

Fernmeldetechnik mit Mobiltelefonen diesen überlegen – Jagdhornsignale werden gleichzeitig und unmittelbar von allen Teilnehmern wahrgenommen.

Seit der Erfindung moderner Kommunikationsgeräte, wie Funkgeräte und Handys hat das Blasen von Jagdsignalen in der Jagdpraxis an Bedeutung verloren. Hauptursache ist nicht der Mangel an Jagdhornbläsern, sondern die akustische „Vorwarnung“ des Wildes zu Beginn der Drück- oder Treibjagd, speziell wenn Füchse und Schwarzwild im Treiben vermutet werden. Jagdsignale werden in erster Linie nur mehr zur Begrüßung der Jagdgäste und beim Strecke-legen geblasen. Das Anblasen des Treibens bzw. Signale während der Jagd werden meistens unterlassen, einerseits wegen der

Jagdleitsignale – Steuerungs- und Sicherheitselement

Todsignale

In der Jägerausbildung sollte die Kenntnis der wichtigsten Jagdhornsignale übermittelt werden und Bestandteil der Jägerprüfung sein, denn bei Gesellschaftsjagden gerade im benachbarten Ausland haben die Jagdhornsignale nach wie vor eine besondere praktische Bedeutung als Steuerungs- und Sicherheitselement. Die Jagdsignale dienen hier hauptsächlich der Abstimmung der Jäger untereinander und der Jäger mit den Treibern. Die Verständigung über Jagdhornsignale ist auch in Zeiten moderner

Neben den Jagdleitsignalen gibt es noch die große Gruppe der Todsignale beim Verblasen der Jagdstrecke. Für jede erlegte Wildart wird das betreffende Totsignal, als Ehrerweisung der Jäger gegenüber dem erlegten Wild, geblasen. Beim Todverblasen werden Fürst-Pless-Hörner auch zusammen mit in B gestimmten Parforcehörnern gespielt. Jedes Todsignal hat auch eine Textvorlage, die verbindlich festgelegt ist, z.B. auf das Signal „Reh tot“ passt der Text: „Bock ist tot, Bock ist tot! Einen Bock, den schieß ich gern, sechs Enden trägt sein Gehörn. Halali! Halali“.

Foto: Monika Dönz-Breuß

Jagdhornsignale sind auch Bestandteil bei Jagdhornwettbewerben, die nach allgemeinen Richtlinien des Deutschen Jagdschutz-Verbandes geregelt sind. Dabei ist die Verwendung des „Fürst-Pless-Hornes“ in der gemischten Gruppe verbindlich vorgeschieben. Auch die Gruppengröße von mindestens 6 Bläsern, sowie eine einheitliche Kleidung mit Jagdhut wird verlangt.

Die Jagdhornbläsergruppe Feldkirch spielt mit Fürst-Pless-Horn sowie Parforcehorn.

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Vorarlberger Jagd

JAGD & TRADITION

Das Fürst-Pless-Horn ohne Ventile wird fast ausschließlich für Jagdhornsignale eingesetzt, während das größere Parforcehorn in Es in erster Linie für die Pflege der konzertanten Jagdmusik verwendet wird.


Halali im Ländle – Vorarlbergs Jagd in Geschichte, Brauchtum, Sage und Legende

Autor Franz Elsensohn, Götzis Nach einem Blick in die ältesten Zeiten unseres Landes, in denen die Jagd natürlich bereits eine große Bedeutung hatte, wird in einem runden Dutzend Kapitel eine Vielfalt an Themen behandelt, die mit Weidmännischem zu tun haben. Wie es der Untertitel des Buches erwähnt, wird das Hauptaugenmerk dabei auf die Geschichte, das Brauchtum, die Sagen und die Legenden gerichtet. Damit kann unser Land mit einer beachtlichen Anzahl aufwarten. Wie nicht anders zu erwarten, findet sich in solchen Texten viel über die Weidmänner, aber auch so manches über Freischützen und Wilderer. Auch die bekannten und weniger

bekannten Jagdheiligen kommen zu beeindruckenden Auftritten. Schließlich sorgen alte Berichte über einige besonders sagenumwobene Tiere wahrscheinlich für manche Überraschungen und wohl auch für einiges Lesevergnügen. „Obwohl die reichhaltige Vorarlberger Sagen- und Legendenwelt von den verschiedensten Auto-

ren schon mehrfach aufgearbeitet und aufbereitet worden ist, eröffnet der Götzner Autor Franz Elsensohn in seinem neuesten Büchlein „Halali im Ländle“eine völlig neue Qualität von einem Vorarlberger Sagen- und Legendenbuch. Sehr facettenreich fügt der Autor bekannte, aber auch seltene und weniger bekannte Sagen, Legenden, Fabeln, sowie unheimliche Tiergeschichten, Aberglauben

und sagenhafte Geschichten über mystische Freischützen und Blaublütige zu einem homogenen kleinen Gesamtwerk zusammen. Das Besondere an diesem Büchlein ist wohl die erfreuliche Tatsache, dass alle diese Sagen und Geschichten „maßgeschneidert“ ausschließlich über die Jagd und Jäger ortsbezogen auf unser Ländle Vorarlberg ausgerichtet sind. Man kann hier feststellen, dass Sagen und Legenden bis heute nichts von ihrem Reiz und ihrer Anziehungskraft verloren haben. Ein erfrischendes „sagenhaftes“, einfaches Büchlein, welches vor allem dem geschichtlich interessierten Jäger und Leser ein feines Lesevergnügen garantiert.“ Roland Moos 132 Seiten, Format A5 (15 x 21 cm) Hardcover Selbstverlag - Franz Elsensohn

Der Autor bei der Präsentation seines Buches bei Kettner Rankweil.

Erhältlich in der Geschäfts­ stelle der Vorarlberger Jägerschaft

40. Jubiläumslandesvollversammlung des KJAV Eine eindrucksvolle Demonstration des Jagdschutzwesens in Kärnten

Eine gewaltige und eindrucksvolle Demonstration der Stärke, Geschlossenheit und des Miteinanders war die 40. Jubiläums-Landesvollversammlung mit Festakt des Kärntner Jagdaufseherverbandes am 13. April 2013 im Kongresssaal der Marktgemeinde Millstatt. An dieser Jubiläumstagung am Ufer des wunderschönen Millstätter Sees haben alle Erwartungen des Organisationskomitees übertreffend, rund 350 Mitglieder (Delegierte, Ehrengäste,

Jagdaufseher(innen) und Jagdkulturschaffende) teilgenommen. In ihren lobenden Grußworten sprachen alle Grußredner dem Verband und seinen in den vergangenen 40 Jahren erbrachten Leistungen für die Jagdaufseher und das Jagdschutzwesen im Lande große Anerkennung und Wertschätzung aus. LO Bernhard Wadl hielt in seiner Festansprache einen kurzen Rückblick auf die Verbandsgeschichte um dann eine kritische Vorausschau in die eher ungewisse Zukunft der Jagd zu machen.

Den fesselnden und teils sehr (selbst)kritischen Festvortrag des Tages hielt der aus Vorarlberg angereiste, gebürtige Lavanttaler und Wildbiologe

des Landes Vorarlberg, DI Hubert Schatz, zum sehr aktuellen Thema: „Wieder mehr G´spür als Jagern kriegen.“

Foto: KJAV-Archiv

LO Bernhard Wadl

Blick auf den mit ca. 350 Versammlungsteilnehmern voll besetzten Kongresssaal der Marktgemeinde Millstatt.

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Der Fachausschuss für Niederwild berichtet:

Im Frühjahr 2013 wurde in den am „Wiesenbrüterprojekt“ beteiligten Niederwildrevieren wieder eine Zählung der Feldhasen mittels Scheinwerfertaxation durchgeführt. Trotz des für Vorarlbergs Niederungen sehr strengen Winters mit lange geschlossener Schneedecke konnte ein leichter Anstieg des Besatzes festgestellt werden. Ein Grund dafür liegt sicherlich in der intensiven Raubwildbejagung, die ebenfalls witterungsbedingt länger und intensiver als in den Jahren zuvor möglich war.

Lebensraum Feldhasen gelten als ausgesprochen ortstreu. Ihr Aktionsradius beträgt maximal einen Kilometer. Kleinräumige Strukturen sowie abwechslungsreiche Äsungs- und Deckungsmöglichkeiten bilden den idealen Lebensraum. Die zunehmende Zerschneidung der Landschaft erlaubt es, im dicht besiedelten Vorarl-

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Vorarlberger Jagd

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Feldhasen in Vorarlberg – Bestandsentwicklung berger Rheintal kaum mehr von einer Hasenpopulation zu sprechen, die einer zusammenhängenden Fläche von zirka 1000 ha bedarf. Vielmehr sind es noch Teilpopulationen, die in einem Lebensraum von mindestens 200 ha Fläche leben.

Fortpflanzung Als ursprünglicher Steppenbewohner ist der außerordentlich fruchtbare Feldhase in der Lage, auch größere Bestandsverluste rasch auszugleichen. In Gebieten mit einem guten Hasenbesatz beträgt der Junghasenanteil durchschnittlich 60 Prozent, hingegen liegt in Gebieten mit einem niedrigen Bestand der Junghasenanteil praktisch bei null. Dies ist neben der Intensivlandwirtschaft, der Lebensraumzerschneidung, dem Verlust der Landschaftsstrukturen sowie durch Verkehr der Grund, weshalb ein Aufbau eines zu niedrigen Feldhasenbesatzes nur durch

selbst auferlegte Schonung im Revier und durch intensive Raubwildbejagung möglich wird.

Bestandsdichten Seit den 1960er Jahren ist ein deutlicher Rückgang der Feldhasendichten in den westlichen Bundesländern zu verzeichnen. Die Gründe dafür sind hinlänglich bekannt. Während es im klimatisch begünstigten Osten noch Reviere von bis zu 100 Feldhasen auf 100 ha gibt, ist in Vorarlberg ein deutlich niedrigerer Besatz festzustellen (niedrig: 4 Individuen pro 100 ha, mittel: 10 bis 20 Individuen pro 100 ha, hoch: 40 Individuen pro 100 ha).

Hochwasser Die lang anhaltenden intensiven Regenfälle verbunden mit der frühen „Schafskälte“ mit Temperaturen von unter 10 Grad im Zeitraum Ende Mai bis Anfang Juni haben

ihren Tribut nicht nur bei Bodenbrütern wie Kiebitz, Großer Brachvogel, Braunkehlchen, Fasan, Ente etc. gezollt, auch Feldhasen und selbst Rehkitze fielen dem dadurch resultierenden Hochwasser in großen Revierteilen des Unteren Rheintales zum Opfer. Während die Bodenbrüter um diese Jahreszeit kaum mehr Ersatzgelege tätigen können, kann es dem Feldhasen eben bei Vorhandensein einer soliden Bestandsdichte noch heuer gelingen, die entstandenen Verluste wieder auszugleichen.

Zukunftsaussichten Wollen wir in Vorarlberg auch zukünftig noch Feldhasen, so ist es unausweichlich, der Jagd auf die Prädatoren oberste Priorität zukommen zu lassen. Dies ist nun mal das Handwerkszeug, das wir Jäger verstehen, und unser Beitrag zur Arterhaltung. Reinhard Hellmair


IM RECHT GEPIRSCHT

Jagdnutzung durch die neue „GmbH light“? MMag. Dr. Tobias Gisinger

Die neue GmbH „light“ auch für Jagd­ nutzungsberechtigte? Gemäß § 17 des Vorarlberger Jagdgesetzes sind neben natürlichen Personen unter anderem auch juristische Personen und Personengesellschaften des Unternehmensrechts zur Jagdnutzung berechtigt. Voraussetzung ist lediglich die Bestellung eines sogenannten Jagdverwalters. Zum Jagdverwalter einer GmbH kann jede Person bestellt werden, die eine Jagdkarte besitzt. Der Jagdverwalter ist der Behörde gegenüber für eine dem Jagdgesetz entsprechende jagdliche Nutzung des Jagdgebietes verantwortlich. Der Jagdnutzungsberechtigte beleibt nur insoweit verantwortlich, als er Rechtsverletzungen des Jagdverwalters duldet, oder es bei der Auswahl des Jagdverwalters an der erforderlichen Sorgfalt hat fehlen lassen. Zu den juristischen Personen zählt insbesondere die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Mit der jüngsten GmbH-Reform wird die Jagdnutzung auch über die neue GmbH „light“ möglich sein. Aus aktuellem Anlass werden daher im Folgenden die Neuerungen der GmbH „light“ näher vorgestellt:

GmbH-Reform Am 13. Juni 2013 passierte die GmbH-Reform den Nationalrat. Mit Einführung der GmbH „light“ wird daher das Mindeststammkapital

von 35.000 auf 10.000 Euro gesenkt, die Gründungskosten nahezu halbiert und die Mindest-KöSt stark reduziert. Ziel des gegenständlichen Gesetzesvorhabens ist es, die österreichische GmbH für Gründer im Vergleich zu den Gesellschaftsformen anderer EU Mitgliedstaaten attraktiv zu halten und die Anzahl von GmbH-Neugründungen, insbesondere durch Jungunternehmer, zu forcieren. Mit einem Stammkapital von mindestens 35.000 Euro, das jedenfalls zur Hälfte bar aufgebracht werden muss, verlangt derzeit Österreich unter allen Mitgliedstaaten der EU den höchsten Kapitaleinsatz bei der Gründung einer Gesellschaft, deren Haftung auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt ist.

10.000 Euro Mindest­ stammkapital Ab 1. Juli 2013 soll daher ein Mindeststammkapital in Höhe von 10.000 Euro zur Gründung einer GmbH „light“ ausreichen, wobei die Mindesteinzahlungspflicht die Hälfte, sohin 5.000 Euro beträgt. Es wird sich weisen, inwieweit die Kritik betreffend den Gläubigerschutz berechtigt ist. Jedenfalls ist die abgespeckte GmbH-Version in anderen EU-Ländern längst üblich. Bestehende GmbH‘s können die geplanten Neuerungen ebenfalls nutzen und das vorhandene Stammkapital auf das gesetzliche Mindestkapital in Höhe von 10.000

Euro mittels Kapitalherabsetzungsmaßnahmen senken. Die Kapitalherabsetzung auf das neue Mindestkapital wird als steuerfreie Einlage rückgeführt und ist damit gegenüber einer mit 25% KESt belasteten Gewinnausschüttung um bis zu 6.250 Euro günstiger.

Gründungskosten nahezu halbiert Das Absenken des Mindeststammkapitals und die damit verbundene Verringerung der Bemessungsgrundlage führen zu einer Halbierung der Kosten für die Errichtung des Gesellschaftsvertrags und der Beglaubigungskosten. Für Einpersonen-Gesellschaften, die die Voraussetzungen des Neugründungs-Förderungsgesetzes (NeuFöG) erfüllen und zusätzlich die Gründung über eine Mustersatzung durchführen, wurde ein eigener, stark verbilligter Tarif eingeführt. Eine Mustersatzung ist eine standardisierte Erklärung über die Errichtung einer Gesellschaft, die sich ausschließlich auf die gesetzlichen Mindesterfordernisse beschränkt. Weiters muss die Ersteintragung der Gesellschaft nicht mehr in der Wiener Zeitung, sondern nur in der Ediktsdatei veröffentlicht werden, was ein Einsparungspotential von weiteren 150 Euro bedeutet.

Senkung der Körper­ schaftsteuer Die Höhe der Mindest-KöSt bemisst sich am Mindeststammkapital. Durch die

Senkung des Stammkapitals auf 10.000 Euro ergibt sich eine Reduktion der MindestKöSt um mehr als zwei Drittel von 1.750 auf 500 Euro pro Jahr.

Ausblick: Jagen mit der „Gmbh light“? Im Ergebnis ermöglicht das Vorarlberger Jagdgesetz künftig auch die Jagdnutzung über eine „GmbH light“. Die „GmbH light“ bringt insbesondere den Vorteil der zivilrechtlichen Haftungsbeschränkung, bei einem Mindestkapital von 10.000 Euro, einer MindestKöSt in Höhe von 500 Euro pro Jahr und nahezu halbierten Gründungskosten. Zudem bleibt gegenüber der Behörde in der Regel nur der Jagdverwalter verantwortlich. Aus steuerrechtlicher Sicht ist davon auszugehen, dass vom Fiskus die steuerliche Absetzbarkeit der Aufwendungen (ohne Nachweis, dass diese zur eigentlichen Einkunftserzielung notwendig waren und nicht nur im Rahmen einer Einkommensverwendung getätigt werden – Stichwort Liebhaberei) eher kritisch gesehen wird. Eine jährliche Bilanz ist bei einer „GmbH-light“ ebenfalls zu erstellen. Es empfiehlt sich, die steuerlichen Auswirkungen und Möglichkeiten im Einzelfall prüfen zu lassen. Was bleibt ist jedenfalls die Möglichkeit mit der „GmbH light“ die zivilrechtliche Haftungsbeschränkung mit den erwähnten Vorteilen kostengünstig zu erlangen.

JAGD & RECHT

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WAFFE & SCHUSS

Schall-gedämpft? Hubert Schedler Leise, wenn nicht gar geräuschlos und trotzdem aktiv zu jagen, war und ist immer noch möglich. Beim Pfeilschuss/Bogenschuss war (und wäre) das zischende Geräusch des befiederten Geschosses und das Singen der Sehne in der lautlosen Weite der Jagdreviere zu vernehmen. Feuerwaffen benötigen dazu Vorrichtungen zur Dämpfung des Schussknalls. In Nachbarländern haben sich in Parkanlagen, Siedlungen und Friedhöfen, wo üblicherweise nicht gejagt wird, Kulturfolger aller Art heimisch gemacht und müssen dort bejagt werden. Dort kommen schallgedämpfte Schusswaffen zum Einsatz, um Lärmbelästigung zu vermeiden. Auch eine geringere Wildbeunruhigung wird dadurch erreicht. Aber der Dauergeräuschpegel stadtnaher Bereiche ist nicht mit einem unbewohnten Tal vergleichbar. Wer nur ein leises „Plopp“ wie beim vorsichtigen Öffnen einer Sektflasche erwartet, wird enttäuscht sein. James Bond und einige andere sind hier noch voraus.

Was wird ge­ dämpft? Der Schalldämpfer reduziert die Schallemission der beim Schuss aus der Laufmündung ausströmenden Gase, also ausschließlich die Dämpfung des Mündungsknalls. Die das Geschoß antreibenden Gase, die mit hohem Druck 28

Vorarlberger Jagd

hinter dem Geschoß aus der Mündung austreten und auf unsere „normal – Druck - Luft“ auftreffen, verursachen den Mündungsknall, im Prinzip ein klatschendes Geräusch. Diese Gase werden nun im Schalldämpfer abgebremst und deren Energie mehr oder weniger abgebaut. Das reichlich komplizierte Innenleben von effizient arbeitenden Schalldämpfern, also jener Bauteile, die Gase lenken, bremsen, kühlen und schlussendlich ausleiten, ist Sache einiger spezialisierter Hersteller, ihrer Techniker und Physiker.

wirksame Reichweite. Es werden möglichst schwere Geschoße verladen, die zur Stabilisierung meist einen kürzeren Drall benötigen. Angepasste Munitionswahl ist zur Optimierung von Präzision und Wirkung entscheidend.

Es gibt Schießstände, die nur für Waffen mit Schalldämpfern bei Verwendung „normaler“ Munition zugelassen sind. Damit wird die Belästigung und Belastung durch Lärm für Umwelt und Schützen merklich reduziert.

Damit wären wir beim Problem „Energietransfer“ bzw. „Energieabgabe“, also der Wirkung. Das übliche Stauchen, Aufpilzen, teilweise oder sich ganz zerlegen bei entsprechender Tiefenwirkung erfordert einen besonderen, angepassten Geschoßaufbau bei Verwendung geeigneter Materialien, abgestimmt auf Geschoßgeschwindigkeit, um dem Verwendungszweck

Der Überschallknall eines Geschoßes kann nicht gedämpft werden, er „begleitet“ es, solange es im Überschallbereich fliegt. Da sich dieser Überschallknall (mit Schallgeschwindigkeit) entlang der Flugbahn ausbreitet, ist er, wenn überhaupt, sehr schwer zu orten. Um auch dieses „Geräusch“ zu vermeiden, wird Unterschallmunition verwendet. Das bedeutet, dass die Geschoße nur auf eine Geschwindigkeit von maximal ca. 330 Meter pro Sekunde beschleunigt werden. Daraus ergibt sich logischerweise auch eine geringere,

WAFFE & SCHUSS

Ob die vorgesehene Mindestenergie zu Bejagung von Wild erreicht wird, ist von Fall zu Fall zu bewerten. Auch schwere Geschoße ergeben bei Geschwindigkeiten im Unterschallbereich diese (rechnerisch festgestellte) Energie nicht.

Wirkung

zu entsprechen. In welchen Zusammenhängen jagdliche Probleme mit dem Einsatz von Schalldämpfern effizienter als mit „herkömmlichen Mitteln“ zu lösen sind, ist im „Einzelfall“ zu bewerten. Um diese Technik in Verbindung mit entsprechender Taktik möglichst erfolgreich einzusetzen, muss das „Umfeld“ eines Einsatzes entsprechen. Die bekannte Merkfähigkeit des Wildes in einer neuen Situation ist schwer zu beurteilen, sollte aber nicht unterschätzt werden. Wenn nach Fluchten Menschen oder gar Hunde zur Suche notwendig sind, wird das nicht zur Beruhigung im Revier beitragen. Einzelne, isolierte Tiere mehr oder weniger (vermeintlich) unbemerkt zu erlegen, ist eine Sache; einzelne Tiere aus Gruppe, Sprung, Rudel oder Rotte herauszuschießen eine andere. Weidmannsheil!


Die 50er Schützen mit v.r. Karl-Peter und Edith Keckeis sowie Erich Plangg.

54. Bürser Jagdschießen bei „Sauwetter“ Robert Häusle Eine „Scheibe auf Sau“ hätte im Hinblick auf das nasse und kalte Wetter dem diesjährigen Jagdschießen wohl am besten entsprochen, dennoch konnte sich das Arbeitsteam der Jagdgesellschaft Bürs und den Helfern aus der Bezirksgruppe Bludenz mit dem Organisator Erich Plangg über einen sehr guten Besuch von 538 Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmern sowie 22 Nachnennungen und den unfallfreien Verlauf freuen. Bemerkenswert ist das Antreten von 33 Frauen. Aus Deutschland kamen 105 Teilnehmer, 103 aus der Schweiz, 14 aus Liechtenstein, 23 aus Italien (hauptsächlich Südtiroler9, 14 aus Liechtenstein, einer aus Ungarn und 292 aus Österreich. Auf Ringscheibe, Fuchs, Rehbock, Gamsbock und ziehenden Hirsch konnten die

Schützen deren Schießfertigkeit unter Beweis stellen, die beste Dame, Frau Elin Rudari aus Bürs, erreichte beachtliche 49 Ringe, bei den Herren gelang gleich zwölf Teilnehmern die Höchstzahl von 50 Ringen. Diese konnten sich auf der von der Firma Keckeis GesmbH Bludenz gestifteten Ehrenscheibe verewigen. Entsprechend den Wertungskriterien holte sich der „Hausherr“ Erich Plangg den 1. Rang, er wies neben dem Schießresultat die meisten „Jahresringe“ auf. Der älteste Teilnehmer RJ Richard Battlogg (Jahrgang 1930) erreichte diesmal 47 von 50 möglich zu erzielenden Ringen und ließ mit dem 70. Rang viele jüngere Teilnehmer hinter sich. Bei der Preisverteilung, welche Otto Vonblon souverän abwickelte, konnte Bezirksjägermeister Lothar Tomaselli neben zahlreichen Teilneh-

mern und Gästen den Bürgermeister der Gemeinde Bürs Helmut Zimmermann, die Leiterin der Geschäftsstelle der Vlbg. Jägerschaft Frau Carmen Kaufmann sowie die Jagdhornbläser der Bezirksgruppe Bludenz mit Hornmeister Manfred Vonbank begrüßen. Er bedankte sich bei der Gemeinde Bürs, der Agrargemeinschaft Bürs, der Freiwilligen Feuerwehr Bürs, der Jagdgesellschaft Bürs, den Sponsoren und Spendern von Sachpreisen und der Wildabschussmöglichkeiten, dem Moderator Otto Vonblon, den Jagdhornbläsern sowie allen Personen, welche zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben. 173 Teilnehmer/innen, welche 46 und mehr Ringe erzielt hatten konnten einen Warenpreis entgegen nehmen, darunter eine Repetierbüchse der Fa. Ruger, eine Bockflinte von Forest-Favorit, ein Swarowski-Spektiv und ein Swarowski-Fernglas 7x42 GA. Nach dem 100. Rang wurde ein Gamswildabschuss Kl. III, gespendet von der Jagdgesellschaft Bürsm verlost, diesen gewann Frau Edith Keckeis aus Bludenz, so ging wieder etwas an den Sponsor Keckeis GesmbH Bludenz zurück! Die Freude über diese gelungen Veranstaltung hatte einige „Spätheimkehrer“ zur Fol-

ge. Nach dem Jagdschießen ist vor dem Jagdschießen und wir freuen uns bereits jetzt schon auf die nächstjährige Veranstaltung! Weitere Informationen finden Sie auf www.vjagd.at.

Die 50er 1. Erich Plangg, Bürs 2. Alt-BJ Elmar Müller, Feldkirch 3. Lorenz Grest, Küblis/CH 4. DI Hubert Malin, Schruns 5. Ernst Hischier, Oberwald/CH 6. Walter Hagen, Lustenau 7. Thomas Noser, Näfels/CH 8. Zlatko Pepevnik, Eschen/FL 9. Thomas Lechleitner, Hinterhornbach/Tirol 10. Klaus Bachmann, Bürs 11. Martin Heingärtner, Nenzing 12. Manfred Hämmerle, Steeg/Tirol

Die besten Schützinnen 1. 2. 3. 4. 5.

Elin MagnusdottirRudari, Bürs, 49 Ringe Elisabeth Hammerle, Steeg, 49 Ringe Annelies Conrad, Davos, 49 Ringe Vanessa Forstinger, Elbingen Alp, 47 Ringe Sylvia Bönisch, Feldkirch, 46 Ringe

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Landesmeisterschaften in der jagdlichen Kugel in Nenzing mit steigender Akzeptanz Thomas Battlogg geht als Tagessieger hervor Heinz Hagen Bei zwar kühlen aber doch sehr guten äußeren Bedingungen hat die „Firma Battlogg“ auch in diesem Jahr die Landesmeisterschaften in der jagdlichen Kugel vorbildlich ausgerichtet. Ganz zufrieden konnten die Organisatoren und der Jagdschiessausschuss feststellen, dass die hohe Teilnehmerzahl des vergangenen Jahres heuer nochmals überboten werden konnte. Gesamt 59 Jägerinnen und Jäger fanden den Weg nach Nenzing. Dies zeigt doch, dass sich immer mehr JägerInnen mit dem Thema „sicherer und geübter Umgang mit der Jagdwaffe“ auseinandersetzen wollen und diese Veranstaltung als Übung vor Beginn der Jagdsaison sehen. Diese wenigen Möglichkeiten des Schießens aktiv zu nutzen, steht ganz im Sinne und im Interesse des Schießausschusses und der Jägerschaft und hilft, das Image der Jäger in der Öffentlichkeit anzuheben. Hervorzuheben ist auch die großartige Trefferquote sehr vieler Schützen. Immer mehr Schützinnen und Schützen

erzielen hervorragende Resultate. Je öfter man die Waffe in die Hände nimmt, desto routinierter wird der Umgang damit. Die Gestaltung des Parcours wurde bewusst sehr jagdnahe gewählt, soll aber letztendlich auch eine kleine Herausforderung darstellen. Es muss herausgestrichen werden: 20 von den 59 TeilnehmerInnen haben ein Ergebnis von über 190 Ringen erzielt, dreizehn davon sogar 193 und mehr Ringe.

Der Tagessieg ging in diesem Jahr verdientermaßen an Thomas Battlogg mit 198 Ringen. Er gewann damit auch die Kategorie Jagdaufseher. Ein herzliches Weidmanns-

heil zu diesem grossartigen Erfolg. Bedauerlich ist, dass nur zehn Jagdschutzorgane den Weg nach Nenzing gefunden haben...

Die Besten Allgemeine Klasse Jäger 1. Heinz Hagen, Lustenau, 197 Punkte 2. Konstantin Deuring, Hörbranz, 197 Punkte 3. Richard Battlogg jr.jr., Bartholomäberg, 196 Punkte Seniorjäger 1. Kurt Hummer, Nenzing, 196 Punkte 2. Josef Geiger, Gurtis, 193 Punkte 3. Wilfried Beer, Bludenz, 191 Punkte Jagdaufseher 1. Thomas Battlogg, St. Anton i.M., 198 Punkte 2. Rainer Plangg, Bürs, 194 Punkte 3. Josef Moosbrugger, Bezau, 193 Punkte Jagdaufseher Senior 1. Hermann Heidegger, Egg, 194 Punkte 2. Ernst Neier, Bürserberg, 192 Punkte 3. Franz Moosbrugger, Bezau, 192 Punkte

Die Sieger: v.l. Hermann Heidegger, Dr. Heinz Hagen, HM Thomas Battlogg, Elin Magnusdottir­-Rudari, Kurt Hummer.

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Vorarlberger Jagd

WAFFE & SCHUSS

Jägerinnen 1. Elin Magnusdottir-Rudari, Bürs, 190 Punkte 2. Roswitha Brandstätter, Bludenz, 169 Punkte 3. Petra Gunz, Bildstein, 159 Punkte


Foto: Stephan Hohn

Das Gelände des Steinbruch-Keckeis mit links in der Mitte den 100-Meter-Tafeln sowie rechts oben (weißer Fleck) der 300-Meter-Tafel.

2. Kontrollschießen der Bezirksgruppe Feldkirch Mit Vortrag der Firma Sax Munitions GmbH am Vortag

Die vier Schießstände auf 100 m und einen Stand auf 300 m wurden den ganzen Tag von den knapp hundert Teilnehmern genutzt.

lichkeit zu sehen, welche natürlichen und technischen Einflüsse zusammenspielen müssen, damit so ein Schuss überhaut weidgerecht angebracht werden kann. Die Veranstaltung war zugleich eine gute Gelegenheit, dass Jungjäger und Jäger mit jahrelanger Erfahrung beim anschließenden Hock fachsimpeln konnten. Für die Möglichkeit der Durchführung des Kontrollschießen gilt ein besonderer Dank Ing. Peter Keckeis von der Firma Keckeis, der Agrargemeinschaft Rankweil, dem

Foto: Stephan Hohn

Die Bezirksgruppe Feldkirch veranstaltete am 27. April 2013 das zweite Kontrollschiessen. Am Vorabend fand in Altenstadt von der Firma Sax Munitions GmbH ein Vortrag über die bleifreie Zukunft der Jagd statt. Die Kupferjagdgeschosse konnten am nächsten Tag direkt mit dem Hersteller getestet werden.

Die Jäger wurden fachmännisch von den Büchsenmachern Helmut Bischofer und Christian Pfeifer betreut. Die beiden Experten gaben hilfreiche Tipps und Unterstützung, die Waffen für die bevorstehende Jagdsaison richtig in Schuss zu bekommen. Auf dem 300 m Stand konnte jeder Jäger selbst die Erfahrung machen, was es überhaupt bedeutet, in freier Natur, auf diese Entfernung, einen gezielten Schuss anzubringen. Für so manch Jäger war es eine Herausforderung und eine gute Mög-

GF Tobias Büttner von SAX GmbH

Jagdnutzungsberechtigten Dr. Andreas Mandl, der Firma Sax sowie allen freiwilligen Helfern der Bezirksgruppe Feldkirch.

Fotos: Christian Ammann

Christian Ammann

WAFFE & SCHUSS

Juli /August 2013

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11. Tontaubenschießen in Au – ein „Renner“! Roland Moos Bei ausgezeichneten Bedingungen fand in Au bereits zum 11. Mal das beliebte Auer Tontaubenschießen „Heiligen Wald“ im mittlerweile renaturierten Steinbruch der Fa. Gebr. Rüf statt. Die Bezirksgruppe Bregenz und der rührige Auer Jägerstammtisch unter Hermann Rüf hatten wieder einmal beste Voraussetzungen geschaffen und somit einen einwandfreien Schießbewerb organisiert. Margot Boss-Deuring, als Schießreferentin des Bez. Bregenz, hatte nach den besten Erfahrungen des vergangenen Jahres wieder einen Trainingstag mit dem exzellenten Instruktor Dieter Jussel organisiert, welcher wieder völlig ausgebucht war. Das Auswertungsteam unter Clemens Metzler, sowie das eingespielte Team des Auer Jägerstammtisches hatten die Veranstaltung nicht nur technisch, sondern auch logistisch und gastronomisch allerbestens im Griff. Beinahe 150 Schützen und Jäger aus dem Inund Ausland kämpften am Wettkampftag verbissen um die begehrte gläserne Auer Steinbock-Trophäe.

V.l.: Schießtrainer und Instructor Dieter Jussel mit der Schießreferentin Bez. Bregenz Margot Boss-Deuring mit einigen ihrer „Schützlinge“, die am Tontauben-Schießtraining teilnahmen.

Bei der Preisverteilung in der Werkshalle der Fa. Gebr. Rüf konnte nach der Begrüßung durch BJM HM Hans Metzler der Moderator BJM-Stv. Roland Moos nicht nur die Glastrophäen, sondern auch wertvolle Sach- und Warenpreise, sowie Wildabschüsse an die erfolgreichen Schützen übergeben.

Vandans, welche Rang 19 belegte. Die Hauptpreise wurden in einer spannenden Verlosung unter allen Teilnehmern ver-

lost. „Wir freuen uns schon wieder aufs nächste Jahr mit vielen begeisterten Tontaubenschützen“, so der Chef des Auer Jägerstammtisches Hermann Rüf.

Sieger des 11. Auer Tontaubenschießens wurde Franz Tschagran aus Slowenien vor Dr. Heinz Hagen aus Lustenau und Christian Reich aus Au. Beste Schützin war Susanne Vonier aus

Die Besten Zehn 1. Franz Tschagran, SLO 2. Dr. Heinz Hagen, Lustenau 3. Christian Reich, Au 4. Dietmar Kempf, Andelsbuch 5. Max Steurer, Krumbach 6. Carlos Miranda, CH 7. Andreas Ennemoser, Au 8. Josef Bayer, Lustenau 9. Thomas Fink, Dornbirn 10. Johann Bevk, SLO

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Vorarlberger Jagd

Die Gewinner: v.l. Franz Tschagran, Dr. Heinz Hagen, Margot Boss-Deuring (Schießreferat), Christian Reich, Nicole Ottacher, Susanne Vonier, Christine Fink sowie BJM-Stv. Roland Moos und BJM Hans Metzler.

WAFFE & SCHUSS


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Juli /August 2013

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Tolle Quote bei der „grünen Matura“ und Jagdschutzprüfung Bei unserem nördlichen Nachbarn Deutschland trägt die Prüfung zur Erlangung der ersten Jagdkarte auch den Namen „Grünes Abitur“. Nimmt man den Arbeits- und Lernaufwand der JungjägerInnen in Betracht, ist es mehr als berechtigt, den Namen „Grüne Matura“ zu verwenden. Im Schuljahr 2012/13 wurden 117 Schüler (96 JungjägerInnen und 21 Ausbildungsjäger)

unterrichtet. Im Monat Mai fanden an den Bezirkshauptmannschaften und im Landhaus die Prüfungen statt. Fotos: August Elsensohn

Jörg Gerstendörfer

Jagdschutzprüfung Am 14. Mai waren die mündlichen Jagdschutzprüfungen im Landhaus. Zuerst gab es ja schon die schriftlichen Prüfungen und die praktischen Prüfungen im Wildpark. Neun Ausbildungsjäger sind zu diesen Prüfungen angetreten. Sechs Ausbildungsjäger

Mündliche Prüfung im Landhaus.

Pratkische Prüfung im Wildpark Feldkirch.

haben die Prüfung erfolgreich bestanden: Peter Burtscher (Thüringerberg), Robert Fessler (Schlins), Martin Hostenkamp (Blons), Gernot Kaufmann (Dornbirn), Philipp Wiltschi (Kennelbach) und Maximilian Walch (Lech). Zwei Ausbildungsjäger wurden reprobiert, d.h. sie können im Herbst das einzelne Fach, welches sie nicht bestanden haben, wiederholen. Ein Ausbildungsjäger darf erst wieder im nächsten Jahr zur Prüfung antreten.

Jagdprüfung Im Herbst 2012 haben 96 JungjägerInnen den Jungjägerkurs begonnen. Von diesen sind 86 zu den Prüfungen angetreten. Bestanden haben die Prüfung 63 JungjägerInnen – dies bedeutet praktisch, dass drei Viertel die erste Jagdkarte lösen können. Die Erfolgsquote liegt dabei im Bereich des langjährigen Schnitts. Für die 2. Chance im Herbst wünschen wir an dieser Stelle alles Gute.

Tiefschusswettbewerb Im Rahmen des Vorarlberger Jagdhundetages (siehe Seite 44) vollzog Mag. Jörg Gerstendörfer mit Karlheinz Würder die Preisverteilung für den Tiefschusswettbewerb der Jungjäger. Sieger wurde Michael Kopf vor Dr. Martin Hasler und Stefan Brauneder. Ein Dank ergeht an BJM Reinhard Metzler, welcher den Gewinner zu einem Murmeltierabschuss in sein Revier einlädt, sowie allen weiteren Sponsoren, welche wertvolle Sachpreise und Gutscheine zur Verfügung stellten: Waffen Keckeis Bludenz, Albert Deuring Bezau, Waffen Montfort Feldkirch, Kettner Rankweil und Margot Boss-Deuring Bregenz. MDB 34

Vorarlberger Jagd

V.l. Mag. Jörg Gerstendörfer, Dr. Martin Hasler, Stefan Brauneder, Michael Kopf, Ingeborg Winklehner-Marktl, Andreas Bauer, Karlheinz Würder sowie LJM-Stv. Alexander Ritsch.

JÄGERSCHULE


Waldexkursion der Jungjäger Im Rahmen der Jungjägerausbildung durften wir an zwei Samstagen an einem lehrreichen Rundgang in der Bürser Schlucht teilnehmen. Aufgeteilt in kleine, überschaubare Gruppen führte uns Michael Vonbank zuerst durch die Versuchsflächen. Kaum aus dem Auto ausgestiegen, machte uns Michael auf Heckenkirsche und Himbeere aufmerksam. Geduldig erklärte er uns die Schlagformen und ihre Auswirkungen auf die Waldentwicklung. Licht- und Schattenbaumarten waren das nächste Kapitel seiner Ausführungen. Einige Schritte weiter konnten wir verschiedene technische Vorrichtungen zur Verhinderung des Wildverbisses und der Fegeschäden kennenlernen. Sehr interessant war, dass die Pflanzen genaue Indikatoren für die Bodenbeschaffenheit sind. Dies fängt bei den Pioniergehölzen an und reicht über Haselnuss, Bingelkraut und Sauerklee zu den Gehölzarten, die auch unter

Foto: Matthias Gruber

Angelika Ehlich-Beutter

widrigen Bedingungen gedeihen können. Dabei kam die Bedeutung der Rinde eines Baumes, z.B. des Bergahorns, für seine Funktion in steinschlaggefährdeten Regionen zur Sprache. Für uns unsichtbar zwar sind die Wurzelformen, aber umso wichtiger sind sie für das Überleben eines Waldes. Michael machte uns mit der Bedeutung von Herz- und Flachwurzlern im Standortschutzwald vertraut. Dass für die Aufforstung Jungpflanzen aus entsprechendem, standortgleichem

Klima benötigt werden, war für manche von uns eine interessante Neuigkeit. Im zweiten Teil der Exkursion besichtigten wir Vergleichsflächen und eine Wildfütterung. Die Vergleichsfläche führte uns auf sehr drastische Weise die fehlende Waldverjüngung vor Augen. Neben der Fütterung machte uns Michael auf eine frische Schälung an einem Fichtenstamm aufmerksam. Michael erklärte uns die Bauweise einer Fütterung und alle damit einhergehenden Fragen wie die Funk-

tion der Hegegemeinschaft. Buchstäblich Schritt für Schritt wurde für viele von uns an diesem Nachmittag eine neue Welt, die Welt des Waldes, eröffnet. Begriffe, die wir nur aus dem theoretischen Unterricht kannten, gewannen so in der Natur eine reale Bedeutung. Dass der Wald keine zufällige Ansammlung von Bäumen und Pflanzen ist, sondern ein kompliziertes System aus Pflanzen, Tieren, Pilzen und Bakterien, Licht und Schatten, wurde uns von Michael sehr detailliert und fachmännisch erklärt. Manchen von uns rauchte der Kopf ob der vielen verschiedenen Blatt- und Nadelformen. Diese Fülle an Informationen forderte nach einer körperlichen Stärkung, die wir dann im Gasthof Traube in Bürs zu unserer vollsten Zufriedenheit fanden. Wir danken allen Organisatoren, die zu dieser gelungenen Veranstaltung beigetragen haben. Weidmannsdank!

JÄGERSCHULE

Juli /August 2013

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Ursachen und Arten von Wildschäden Cornelia Scheffknecht Am 16. April 2013 fand von 9 bis 12 Uhr im Bäuerlichen Schul- und Bildungszentrum Hohenems der theoretische Kurs von DI Peter Feuersinger über Ursachen und Arten von Wildschäden statt. DI Peter Feuersinger führte uns anschließend ins Flächenwirtschaftliche Projekt

im „Nollen“ im Genossenschaftsjagdgebiet auf der Fluh/Bregenz. Vor Ort erläuterten wir das Klima, die Bodenbeschaffenheit, die Waldstrukturen sowie die vorherrschenden Waldbestände. Zur Feststellung von Wildschäden wurden auch in diesem Gebiet Vergleichsflächen geschaffen, die wir dann gemeinsam besichtigten und grob analysierten.

Eröffnung des Schuljahres für die Ausbildungsjäger des 1. Jahrganges Erwartungsvolle Gesichter bei der Einführung in den neuen Jahrgang der Ausbildungsjäger. Bei der überschaubaren Anzahl der Teilnehmer wur-

de das Motto ausgegeben: „In zwei Jahren wird die weiße Fahne gehisst!“ Wernfried Amann

Ausbildung zur Kundigen Person Am 7. Juni war die letzte Gelegenheit für die Jagdaufseher, die Befähigung zur „Kundigen Person“ zu erlangen. Neben den Ausbildungs-

jägern haben an die 25 Jagdaufseher an diesem wichtigen Lehrgang teilgenommen. Wernfried Amann

Aus vergangenen Zeiten: Tragischer Jagdunfall in Düns Auszug aus dem Gendarmeriebericht des Gendarmerieposten Satteins, vom 21. Oktober 1950: „Am 21. Oktober 1950 wurde der Jagdpächter der Gemeindejagd Düns, Alfred Sturn, Kaufmann aus Göfis von seinem Jagdgast Adelbert Mark, Tischler aus Frastanz zur Nachtzeit bei der Dachsjagd mit einem Schrotschuss erschossen. Beide Jäger bezogen zuerst 36

Vorarlberger Jagd

weit auseinander liegende Stände, verließen diese jedoch vorzeitig ohne Verabredung und stießen pirschend beim Aufsuchen neuer Stände aufeinander, wobei Mark im hügeligen Gelände den Sturn für ein Wild hielt, bei Nacht und Nebel und diesen durch einen Schrotschuss in den Kopf schwer verletzte. Sturn ist seinen Verletzungen auf dem Transport ins Lazarett Valduna erlegen.“

JÄGERSCHULE


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Jungjägerabschlussfeier Wie schon in den vergangenen Jahren fand im Rankweiler Hof die Jungjägerabschlussfeier statt. In stimmungsvollem Ambiente des Gastgartens und bei sommerlichen Temperaturen prosteten wir uns beim bewegten Ankommen mit einem Gläschen zu. Der Leiter der Jägerschule, Mag. Jörg Gerstendörfer, begrüßte die sehr zahlreich erschienenen Kursabsolventen. Als Augenweide waren dem Anlass entsprechend alle Anwesenden stilvoll in Tracht gekleidet.

Mag. Jörg Gerstendörfer begrüßt die Jungjägerinnen sowie Jungjäger.

Bernd Simons mit Angelika Eh­ lich-Beutter.

„Was hot ma di bi dr Prüfung gfrogat?“ war ein häufig ausgesprochener Satz an diesem Abend. Viele dieser spannenden und schweißtreibenden Prüfungssituationen wurden gemeinsam mit unseren Mitstreitern und den Vortragenden noch einmal erlebt und jetzt völlig entspannt diskutiert. Manch Einer konnte auch schon von einem erfolgreichen Abschuss berichten. Nach dem Hauptgang bedankte sich Bernd Simons im Namen der Mitglieder des Organisationskomitees (Sylvia

Bönisch, Angelika Ehlich, Matthias Gruber) und aller Absolventen der Jägerschule bei den anwesenden Ehrengästen für die abwechslungsreiche und gut organisierte Jägerausbildung. Als weiterer Höhepunkt des Abends konnte Jungjägerin Eva als blonde Glücksfee zahlreiche wertvolle Preise der Tombola verkaufen. Dabei war die Aufregung groß, denn sechs Abschüsse als Hauptpreise waren zu gewinnen. Ein großes Hallo und Freude gab es für die Gewinner Gebhard Aberer aus Hittisau, Stefan v. d. Thannen aus Andelsbuch, Manfred Willi aus Silbertal und Reinhard Schafhauser aus Eschen. Markus Reiner schoss schon im Vorfeld den Vogel ab. Durch Fügung der Jagdgöttin Diana fielen ihm gleich zwei Hauptpreise zu, nämlich die Entenjagd mit Christian Amann und ein weiterer Pirschgang. Gerüchten zufolge

hat er erst kürzlich ein Schrotgewehr erstanden. Weidmannsheil allen Gewinnern! Dass nach der Tombola der Abend noch lange nicht zu Ende war, lag nicht zuletzt an den stimmungsvollen Weisen und Polkas, die Stephan Tschohl und Werner Oberer ihren Instrumenten, der steirischen Harmonika und der Gitarre, entlockten. Sie gaben dem Fest im urigen Heustadel des Rankweiler Hofes den perfekten musikalischen Rahmen. Dafür sei ihnen aufs Herzlichste gedankt! Lange nach Mitternacht erst gingen die letzten Gäste nach Hause. Ob der eine oder andere am Heimweg einen Anblick hatte und wenn ja welchen war nicht mehr zu erfahren. Für dieses erfolgreiche Jahr und den krönenden Abschluss ein herzliches Weidmannsdank!

Foto: Christian Ammann

Als Ehrengäste fanden sich zu unserer Freude nahezu alle Vortragenden und Mitwirkenden der einjährigen Ausbildung ein, allen voran der Bezirksjägermeister von Feldkirch, Reinhard Metzler. Dieser gratulierte uns in seiner Begrüß­ungsansprache und legte uns in eindringlichen Worten die Tragweite unseres Handelns und Auftretens als zukünftige Jäger, insbesondere als Vermittler zur jagdunkundigen Bevölkerung, ans Herz. Als Ausbildner der Jägerschule gaben uns Christian Ammann, Robert Ess, Tobias Gisinger, Walter Hagen, Hubert Loretter, Reinhard Pecoraro, Martin Schnetzer, und Karlheinz Würder die Ehre ihrer Anwesenheit. Auch Waldpädagogin Dorothea Nachbaur war da.

Fotos: Matthias Gruber

Angelika Ehlich-Beutter

Bewegtes Ankommen im Garten.

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Vorarlberger Jagd

JÄGERSCHULE

Der Glückspilz Markus Reiner mit Eva und Sylvia.


WSKS-Schulung – Fortbildung über das Wildschaden-Kontrollzaunsystem Am 3. Mai wurde am Veranstaltungsort Stand Montafon eine Fortbildung über das Wildschaden-Kontrollzaunsystem abgehalten, in welcher die Grundlagen des Kontrollzaunsystems vorgestellt und anhand konkreter Beispiele die Aufnahme in der Natur und die

rechnerische Auswertung der Kontrollzäune erläutert wurden. Für Jagdschutzorgane als auch Waldaufseher war dies ein sehr aufschlussreicher Tag. Ein besonderer Dank gilt daher dem Referenten Anton Zech, welcher den WaldWild-Konflikt an positiven und negativen Beispielen darstellte.

Fotos: Ingrid Albrich

Maximilian Auerbach

Präsentation der aktuellen Trends und Mode Tolle Veranstaltung des Jägerinnenforum Österreich – Vorarlberg bei der Firma Keckeis GesmbH in Bludenz „Die Modeschau am 16. Mai war eine tolle Veranstaltung in absolut lockerer gemütlicher Atmosphäre. Im An-

schluss an die Modeschau probierten die Jägerinnen kreuz und quer und in der Pause konnten sich die Besu-

cherinnen vom Team „Cornelia Pecoraro Haardesign“ Tipps und Tricks für aktuelle Trachtenfrisuren holen und

auch gleich direkt ausprobieren“ so Edith Keckeis von der Firma Keckeis GesmbH.

JÄGERINNEN & JÄGER

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Nicht Neid sondern Einigkeit macht uns stark! 49. Jahreshauptversammlung des Verband Vorarlberger Jagdschutzorgane Monika Dönz-Breuß Am 18. Mai 2013 fand im Vorsäß Schönenbach im Bregenzerwald die 49. Jahreshauptversammlung des Verband Vorarlberger Jagdschutzorgane statt. Nach der musikalischen Begrüßung durch die Jagdhornbläsergruppe Kleinwalsertal unter Hornmeister Flori Ritsch begrüßte Obmann KR RJ Manfred Vonbank das Gründungsmitglied Kaspar Kaufmann, das Ehrenmitglied Siegfried Fulterer sowie eine Vielzahl an Ehrengästen aus der Vorarlberger Politik, u.a. LR Ing. Erich Schwärzler, LWK-Präsident Josef Moosbrugger, LWK-Vizepräsident DI Hubert Malin, sowie den

Ehrengast LO Bernhard Wadl vom Kärntner Jagdaufseherverband mit Gattin. Weiters begrüßte er die jungen Jagdaufseher, welche in den letzten zwei Wochen die Prüfungen abgeschlossen haben.

Vorstellung der Hege­ gemeinschaft 1.5b Gleich zu Beginn stellte HO Bartle Muxel die Hegegemeinschaft 1.5b vor, in welcher sich das Vorsäß Schönenbach befindet. Die Hegegemeinschaft 1.5b hat eine Fläche von 9.053 ha und umfasst 20 Jagden. Das Hauptkerngebiet für Rotwild ist das Gebiet Rubach-IferHalden-Schönenbach.

Bericht des Obmannes Der Verband Vorarlberger Jagdschutzorgane hat einen Mitgliedstand von 395 Mitgliedern. Davon sind 35 hauptberuflich tätige Jagdschutzorgane, 315 nebenberuflich tätige Jagdschutzorgane, 35 Pensionisten sowie zehn unterstützende Mitglieder. „Es erfüllt mich mit Stolz, dass wir entgegen aller Prognosen den Stand der Berufsjäger halten, ja sogar leicht ausbauen konnten. Totgesagte leben länger oder es braucht sie also doch. Hier ein herzliches Dankeschön an all jene Jagdnutzungsberechtigten und an alle Grundbesitzer in Vorarlberg, welche uns hier in unseren Be-

Neuwahlen

Obmann: KR RJ Manfred Vonbank Obmann-Stellvertreter für hauptberufliche JO: RJ Hubert Egender Obmann-Stellvertreter für nebenberufliche JO: RJ Diethelm Broger

Vertreter Bezirk Dornbirn: JO Erich Scheffknecht Vertreter Bezirk Feldkirch: JO Robert Ess Vertreter Bezirk Bregenz: JO Mario Bär, JO Gotthard Schwarz, JO Mario Sohler Vertreter Bezirk Bludenz: RJ Bertram Netzer, JO Manuel Nardin, JO Heinrich Sparr Vertreter der Vorarlberger Jägerschaft: JO LM Dr. Ernst Albrich Sektion Dienstnehmer: DI Hubert Malin, DI Richard Simma

Schriftführer: JO Peter Tabernigg Kassier: RJ Akad. Jagdwirt Karlheinz Jehle

Neuwahl Rechnungsprüfer: Reinhard Schwaninger, Reinhard Strondl

Dem dreijährigen Rhythmus entsprechend erfolgten Neuwahlen. Obmann KR RJ Manfred Vonbank sowie der gesamte Vorstand wurden einstimmig wiedergewählt.

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Vorarlberger Jagd

JAGDAUFSEHER

mühungen unterstützen“, so Obmann Manfred Vonbank. Abschließend ergeht ein Dank an die Vorarlberger Jägerschaft, das Land Vorarlberg sowie die Sektion Dienstnehmer, denn ohne sie könnte der Verband viele seiner Vorhaben (Exkursionen, Bekleidung, Ausrüstung etc.) nicht umsetzen!

Neue Jagdschutzorgane Im Rahmen der Jahreshauptversammlung wurden an die neuen Jagdschutzorgane, welche in den letzten zwei Jahren ihre Ausbildung in den Lehrrevieren sowie in der Vorarlberger Jägerschule absolviert haben, die Zeugnisse verteilt. Im Schuljahr 2012/13 wurden insgesamt 21 Ausbildungsjäger unterrichtet – 13 im ersten Lehrgang, acht im zweiten – die Letzteren plus ein Wiederholungskandidat vom Vorjahr haben die Prüfungen in den letzten Tagen absolviert: Praktische Prüfung im Wildpark, schriftliche Prüfung sowie öffentliche mündliche Prüfung im Landhaus – sechs davon haben die Prüfungen positiv bestanden: Maximilian Walch, Robert Fessler, Peter Burtscher, Martin Hostenkamp, Gernot Kaufmann und Philipp Wiltschi (siehe auch S. 34).

Grußworte LR Ing. Erich Schwärzler überbrachte den Gruß und Dank der Vorarlberger Landesregierung sowie von Landeshauptmann Markus Wallner. „Die Aus- und Weiterbildung und der Tätigkeitsbericht sind hervorragend – ein Dank und eine Gratulation an Manfred Vonbank und sein


Verlosung Weiterbildungspass

Neue Jagdschutzorgane: v.l. Mag. Jörg Gerstendörfer, DI Hubert Schatz, RJ Manfred Vonbank, JO Robert Fessler, JO Maximilian Walch, JO Philipp Wiltschi, JO Martin Hostenkamp, JO Peter Burtscher, LR Ing. Erich Schwärzler, LJM Dr. Ernst Albrich, DI Hubert Malin.

Team. Ich möchte mich bez. TBC bei euch allen bedanken, nämlich dass ihr es mitträgt! Das Ziel sind gesunde Tierund gesunde Wildbestände!“ Bernhard Wadl, Obmann der Kärntner Jagdaufseher, gratulierte zur Neuwahl des Vorstandes und überbrachte die Glückwünsche und Grüße des Kärntner Jagdaufseherverbandes. LJM Dr. Ernst Albrich gratulierte dem wieder gewählten Vorstand, den neuen Jagdschutzorganen sowie den Geehrten. „Es bleibt mir nur die Aufgabe, das eigentlich zu bestärken, was bisher gesagt wurde – wir haben momentan eine etwas schwierige Zeit, mehrfach diskutiert, und in dieser schwierigen Zeit braucht es die Kerntruppe – die Jagdschutzorgane – und wir legen viel Wert darauf, dass ihr gut ausgebildet seid! Manchem ist in den letzten Diskussionen nicht klar geworden, dass in den letzten vier Jahren in Vorarlberg viel passiert ist – einerseits vor Ort mit der freiwilligen Tätigkeit der Probenentnahme und der zusätzlichen Beprobung, die ein großer Aufwand ist. Ich bedanke mich bei euch allen und vor allem auch bei Dr. Norbert Greber, welcher mehr getan hat als er hätte müssen und sich bemüht hat, dass es einen guten Stichproben-

plan gibt und auch umgesetzt wird.“ DI Hubert Malin, Sektion Dienstnehmer, gratulierte dem Vorstand zur einstimmigen Wiederwahl und auch den neuen Jagdschutzorganen „...man muss sehr viel leisten und lernen können – es ist heute keine leichte Aufgabe mehr, die Prüfung mit Erfolg abzuschließen. Den Revierjägern danke ich für ihren Einsatz für das Wild und den Wald und gratuliere zu dieser Ehrung! Es braucht eine sehr gute Strategie und auch Zusammenarbeit, dass die gestellten Anforderungen auch erfüllt werden können – in Bezug auf Wald und Wild. Abgerechnet wird am Schluss – es darf keine panikartigen

Reaktion geben, es braucht eine sehr gute Strategie und Zusammenarbeit, dass die Ziele auch erreicht werden. Offene Kommunikation, auch eine Zusammenarbeit zwischen Jagd, Grundeigentümer und Politik sind vonnöten – die Herausforderungen nehmen von Jahr zu Jahr zu.“ LWK-Präsident Josef Moosbrugger erläuterte, dass sich im Bewusstsein und in der Emotion und in einer gewissen Unsicherheit viel bewegt hat – es ist anders geworden. „Ich betone, dass die Jagdschutzorgane alles getan haben, was möglich ist. Ich danke euch für euer Engagement und wenn es ein Problem gibt, wo wir helfen können, dann meldet euch!“

Für jene, welche ihren Weiterbildungspass bis zur Jahreshauptversammlung voll hatten, erfolge im Rahmen der Jahreshauptversammlung eine Verlosung von vier Hauptpreisen. Hier die Preisträger: • RJ Gilbert Meyer: 50 Euro Gutschein Waffen Deuring • Hannes Marte: Stiehl-Motorsäge gespendet von der Firma Böhler • RJ Dieter Schneider: Ein Wochenende im GH Hotel Traube für zwei Personen • RJ Diethelm Broger: Swarovski Fernglas 8x42 HD – organisiert von LJM Dr. Ernst Albrich Ein Dankeschön an alle, welche diese Preise zur Verfügung gestellt haben. Dies soll auch ein Zuckerl sein für euch alle, die Weiterbildungen zu besuchen und die Pässe zu füllen – es gibt auch in Zukunft wieder Verlosungen. Mit dem Signal der Jagdhornbläsergruppe Kleinwalsertal wurde die Versammlung geschlossen. Im Anschluss erfolgte die Abwurfstangenschau Schönenbach (siehe S. 50). Weitere Fotos: www.vjagd.at

Verleihung von Berufstiteln. An Adam Keckeis, Helmut Beer, Florian Ritsch sowie Johannes Berthold wurde der Berufstitel „Revierjäger“ verliehen.

JAGDAUFSEHER

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Schweißsonderprüfung des Österr. Jagdgebrauchshunde-Verbandes 19. Oktober 2013, Schlins Die 33. Schweißsonderprüfung des Österreichischen Jagdgebrauchshunde-Verbandes wird am 19. Oktober 2013 in Schlins – Vorarlberg, in Zusammenarbeit mit dem Verein für Deutsche Wachtelhunde in Österreich, veranstaltet. Standquartier Gasthof – Hotel Krone, Familie Josef Erne A-6824 Schlins, Hauptstraße 51 Tel. 05524/8282 office@krone-schlins.at

Nennschluss: 1. August 2013 Nennungen an Generalsekretär Mf. Ofö. Ing. Erich Kauderer, 3763 Japons 57, sekretariat@oejgv.at Den Ehrenschutz, über diese Schweißprüfung, haben wie folgt übernommen: Dr. Ernst Albrich, Landesjägermeister Reinhard Metzler, Bezirksjägermeister Martin Schnetzer, Landesjagdhundereferent ÖJGV. Präsident Mf. Johannes Schiesser

60. Geburtstag von Elmar Mayer, Obmann des Dachshundeklub Vorarlberg Im Juli des Jahres feiert der Obmann der Sektion Vorarlberg, Herr Elmar Mayer, seinen 60. Geburtstag. Dies nehmen wir zum Anlass, ihn den Mitgliedern näher vorzustellen. Es begann 1998 mit dem Kauf einer Dachshündin aus einer bekannten, österreichischen Zuchtstätte. Daraufhin setzte sich Elmar mit dem damaligen Sektionsobmann in Verbindung und konnte an der Teilnahme von jagdlichen Prüfungen und Ausstellungen begeistert werden. Am 1.4.1999 trat er dem ÖDHK bei. Da es in der Sektion Vorarlberg nur zwei Leistungsrichter gab, kam Elmar ihren Bitten bald nach und brachte in kürzester Zeit die Leistungsrichteranwartschaft zum Abschluss. Elmar wurde im Frühjahr 2007 zum Leistungsrichter des ÖDHK ernannt. Seine Ausbildung war mit langen Anfahrtswegen nach Innerösterreich und beträchtlichem Zeitaufwand verbunden. 42

Vorarlberger Jagd

JAGDHUNDE

Ab 2003 übernahm Elmar auch die Schriftführung. Dies bedeutete für unsere

Mitglieder eine engagierte, verlässliche Übernahme in der Organisation, wofür wir

ihm sehr dankbar sind. Er hat die Mitgliederzahl nicht nur erhalten, sondern konnte sie sogar erhöhen. Wer Elmar persönlich bei Prüfungen oder sonstigen Veranstaltungen kennenlernte, schätze ihn als besonnenen, angenehmen Richter und als treuen Anhänger unserer Rasse. So war es im Jahr 2001 keine Überraschung, dass Elmar einstimmig zum Sektionsobmann gewählt wurde, was bedeutet, dass die Sektion Vorarlberg weiterhin in guten Händen geführt wird. Wir wünschen dem Jubilar für die kommenden Jahre beste Gesundheit, Weidmannsheil mit seinem kleinen Jagdgefährten sowie beruflichen Erfolg, verbunden mit Dankbarkeit für seine bisherigen Tätigkeiten in- und außerhalb der Sektion. Hermine Bösch mit allen Mitgliedern des Vorarlberger Dachshundeklubs


KVHV Klub Vorstehhunde Vorarlberg – Erfolgreiche Übungstage Unsere heurigen Übungstage zur Vorbereitung auf die Jagdsaison waren besonders erfolgreich. Jeweils 19 Hunde (so viel wie noch nie!) nahmen an den einzelnen Tagen teil. Geübt wurde wieder alles was ein Vorstehhund auf der Jagd können muss. Wobei vor allem Gehorsam, auf das Vorstehen, die Wasserarbeit (bringen aus tiefem Wasser, stöbern im Schilf und Bringen der ausgesetzten toten Enten), sowie Ausarbeiten der Schleppen von Haar- und Raubwild (hier vor allem Fuchs und Marder), aber auch entsprechendes frei Verloren suchen, geübt wurde. Unsere Hunde waren alle mit Freude und großen Eifer bemüht, die jeweiligen Aufgaben zu bewältigen. Die große Anzahl der teilnehmenden Hunde stellte aber auch eine Herausforderung für die gute Organisation dar. Die Bereit-

Foto: Wolfgang Kersting

Edgar Entlicher

stellung des entsprechenden Übungswildes belastet den Klub finanziell sehr stark. Da diese Übungstage von unseren Mitgliedern (das beweist die große Teilnehmerzahl) sehr geschätzt werden, sind diese Ausgaben aber gut angelegt. An dieser Stelle möchte ich unseren Funktionären für ihre gute Arbeit, aber auch den Revierinhabern herzlich für die Möglichkeit, in ihren Revieren unsere Hunde auszubilden, danken.

Neben den Übungstagen führt unser Übungsleiter Wolfgang Kersting noch sehr begehrte Kurse zur Vorbereitung der Anlageprüfung, der HZP (Herbstzuchtprüfung) und VGP (Vollgebrauchsprüfung) durch. So haben auch im vergangenen Jahr auf Grund dieser Kurse einige Mitglieder mit ihren Hunden erfolgreiche Prüfungen abgelegt. Besonders hervorzuheben ist hierbei unser Mitglied

Martin Kessler, der mit seinem Weimaraner Rüden die Herbstzuchtprüfung beim Weimaraner Klub in Deutschland sogar als Prüfungssieger bestanden hat (siehe unten). Dies ist umso beeindruckender, als bei dieser Prüfung insgesamt 21 Hunde angetreten sind. Abschließend kann festgestellt werden, dass unsere Hunde auch heuer wieder für die kommenden Arbeiten gut vorbereitet sind.

Martin Kessler mit Hubertus vom Forsthaus Gehegemühle – Major Herber HZP Suchensieger der In­ ternationalen Jubiläums-Prüfung anlässlich des 50-jährigen Beste­ hens des Weimaraner Club E.V. Bayern.

JAGDHUNDE

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Ausgezeichnete Vorstellung beim 9. Landesjagdhundetag mit Pfostenschau Monika Dönz-Breuß Bereits zum neunten Mal wurde am 4. Mai der Landesjagdhundetag zusammen mit einer Pfostenschau, die als krönender Abschluss des Schuljahres für die Jung- und Ausbildungsjäger gilt, im Bäuerlichen Schul- und Bildungszentrum Hohenems abgehalten. Bei schönem Frühlingswetter besuchten zirka 150 Personen die bestens organisierte Veranstaltung.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Leiter der Jägerschule Mag. Jörg Gerstendörfer, Landesjägermeister-Stellvertreter Alexander Ritsch sowie dem Landesjagdhundereferenten Martin Schnetzer präsentierten unter der Moderation von Martin Schnetzer die Landesgruppen der Vlbg. Jagdhundeclubs ihre Hunderassen als auch deren Arbeit. „Allgemeiner Gehorsam“, „Arbeit am Wasser“ und „Su-

Vorführung der verschiedenen Hunderassen.

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Vorarlberger Jagd

JAGDHUNDE

che und Vorstehen“ sowie „Apportieren“ waren einige Beispiele für die praktische Arbeit der bestens ausgebildeten Hunde. Weiters wurde von den Falknern Richard Bertel (Wanderfalkenterzel) und Günter Knabl (Habichtsterzel) die Beizjagd vorgestellt. Nach erfolgter Streckenlegung lud der Leiter der Vorarlberger Jägerschule alle

zum Schüsseltreiben ein, welches in gewohnter Manier vom Verein Deutscher Wachtelhunde unter der Leitung von Siegbert Öhre bestens organisiert war. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Jagdhornbläsergruppe Rotach, welche durch das Vorspielen verschiedener Jagdsignale den angehenden Jägern das Brauchtum näher brachte.

Richard Bertel (Wanderfalkenterzel) und Günter Knabl (Habichtster­ zel) stellten die Beizjagd vor.


Verleihung von Jagdhundeführerabzeichen Im Rahmen des Jagdhundetages verlieh Landesjagdhundereferent Martin Schnetzer den Hundeführern Albert Fässler, Sacha Gruber, Günther Hagen, Martin Kessler, Gerald Primisser, Pirmin Moosbrugger, Ludwig Salzgeber, Ralph Sauerwein das Vorarlberger Jagdhundeführerabzeichen. GF Christian Fiel, ÖSHV, verlieh an die Hundeführer Ronald Düngler, Ing, Peter Ta-

bernig, Maximilian Auerbach und Reinhard Schwaninger das Jagdhundeführerabzeichen des ÖJGV in der ersten Stufe, an Walter Meusburger in der dritten Stufe. Weiters wurde an Reinhard Hellmair mit seiner Rauhaar Dachshündin „Diana vom Auer Ried“ die Urkunde vom ÖJGV für den Österreichischen Jagdhundeprüfungssieger (ÖJPS) 2012 verliehen.

v.l. Landesjagdhundereferent Martin Schnetzer, LJM-Stv. Alexander Ritsch, Reinhard Hellmair mit Diana vom Auer Ried sowie Elmar Mayer, Obmann des Dachshundeklubs.

Dachshund beim Ziehen des Fuchses aus dem Kunstbau.

Deutsch Langhaar beim Vorstehen.

Deutscher Wachtel beim Apportieren einer Ente.

Weimaraner beim Apportieren des Fuchses.

Deutscher Wachtel beim Apportieren eines Feldhasen.

Labrador Retriever bei der Suche und Apportieren der Abwurfstange.

JAGDHUNDE

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Im Shop der Geschäftstelle erhältlich •

• „Gams – Bilder aus den Bergen“ Autoren: Gunther Greßmann / Veronika Grünschachner-Berger / Thomas Kranabitl / Hubert Zeiler Preis: EUR 49,00

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Werte Wandel Weidgerechtigkeit Autor: Alexander Schwab 120 Seiten Preis: EUR 20,00

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Aufnäher Preis: EUR 5,00

Die Geschäftsstelle bleibt von 5. bis 30. August wegen Urlaub geschlossen.


Serviceleistung der Vorarlberger Jägerschaft Sprechstunde von

Landesjägermeister Dr. Ernst Albrich und

Rechtsbeirat Dr. Tobias Gisinger

Wann: Wie: Wo:

jeden 1. Montag im Monat (nächste Termine: 1. Juli, 2. September und 7. Oktober 2013) nach Voranmeldung in der Geschäftsstelle bei Carmen Kaufmann, Tel. 05576 74633, E-Mail info@vjagd.at Geschäftsstelle der Vorarlberger Jägerschaft, Markus Sittikus-Str. 20/2. OG, 6845 Hohenems

Für telefonische Auskünfte durch Landesjägermeister, Rechtsbeirat oder einen anderen Funktionär der Vorarlberger Jägerschaft hinterlassen Sie bitte Namen sowie Telefonnummer bei der Geschäftsstelle der Vorarlberger Jägerschaft. Sie werden baldmöglichst zurückgerufen.

#

BEITRITTSERKLÄRUNG Ich erkläre hiermit meinen Beitritt zur Vorarlberger Jägerschaft, der gesetzlich anerkannten Interessenvertretung der Jäger in Vorarlberg. Der Mitgliedsbeitrag beträgt EUR 30,– für Jäger bzw. EUR 25,– für Jagdschutzorgane. ……………….........…………, den…………......…… …………...…………...…………………. Unterschrift Meine Personalien: Titel: ……………………….

Geb. Datum: …………..………….

Beruf: ..…………....………....

Vor- u. Zuname: ………………………………………………………………..................…………….… Straße und Hausnummer: ……………………………...............……………………….……………..… Postleitzahl: …………………

Ort: ………………………..……………………..............………….....

Tel: ..……………….………….

E-Mail: ……………...............………………………..…………..……

BITTE LESERLICH SCHREIBEN und die Beitrittserklärung an die Geschäftsstelle der Vorarlberger Jägerschaft, Markus-Sittikus-Str. 20/2.OG, Postfach 64 in 6845 Hohenems senden oder per FAX an 05576 / 74677. Ein Beitritt ist auch Online unter www.vjaegerschaft.at möglich. JAGD

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Termine www.vjaegerschaft.at

Oktober 2013 n Samstag, 19. Oktober: Erschwerte Schweiss­ prüfung des ÖJGV in Vlbg.

November 2013 n Samstag, 23. November: Landeshubertusfeier in Dornbirn, Kirche „St. Martin”

Jänner 2014 n Montag, 27. Jänner: Österr. Jägerball vom „Grünen Kreuz” in der Hofburg in Wien, Patronanz: Vorarlberg

Februar 2014 n Freitag, 28. Februar: Jägerkränzle Bezirk Dornbirn

März 2014 n Freitag, 7. März: Hegeschau und Bezirksversammlung Bezirk Dornbirn n Samstag, 15. März und Sonntag, 16. März: Oberländer Jägertage

Reiseziel Museum im zukünftigen Jagdmuseum der Vorarlberger Jägerschaft Von hier nach dort und umgekehrt! Wir machen uns auf die Reise. Museen in Vorarlberg und Liechtenstein laden zur Entdeckungsreise für die ganze Familie. Das zukünftige Vorarlberger Jagdmuseum in der Vorarlberger Museumswelt in Frastanz ist ebenfalls dabei!

dene Tiere genauer unter die Lupe. Erkennst du den Unterschied zwischen Gamsbock und Gamsgeiß? Fühlst du den Unterschied zwischen einer Adler- und einer UhuFeder? Und hast du schon einmal versucht, das Röhren eines Hirsches nachzuahmen?

Sonntag, 7. Juli 2013 Sonntag, 4. August 2013 Sonntag, 1. September 2013 Jeweils von 10:00 bis 17:00 Uhr Durchgehend Programm Führungen zu jeder vollen Stunde von 10:00 bis 16:00 Uhr

Auf den Spuren der Tiere! Welches Tier hat immer einen Spiegel dabei und welches zwei Löffel? Wer wird auch Knochenbrecher genannt? Warum verliert der Hirsch sein Geweih, der Gams aber nicht seine Krucken? Und welche der Vorarlberger Wildtiere packen im Herbst ihre Koffer und verreisen in den Süden? Komm mit auf einen Streifzug durch die Vorarlberger Tierwelt und nimm gemeinsam mit der Jägerin verschie-

Wir gratulieren zur Vollendung... des 100. Lebensjahres: Wilhelm Graf, Schoppernau des 94. Lebensjahres: Oswald Sutter, Mellau des 92. Lebensjahres: Ernst Metzler, Mellau Ing. Rudolf Scherrer, Feldkirch-Gisingen des 88. Lebensjahres: Guntram Rhomberg, Dornbirn des 85. Lebensjahres: Alt-LJM KommR Guido Bargehr, Bludenz des 84. Lebensjahres: HM Herbert Eberle, Hittisau Hubert Kündig, Mellau Lothar Rhomberg, Dornbirn Herbert Meyer, Nüziders

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Vorarlberger Jagd

JAGD

des 83. Lebensjahres: Helmut Längle, Altach Othmar Zimmermann, Frastanz Ing. Franz Waltl, Partenen des 82. Lebensjahres: Rudolf Bickel, Schlins des 81. Lebensjahres: Adolf Buhmann, Bregenz des 80. Lebensjahres: Armin Bitschnau, Bartholomäberg Walter Kast, CH – Berneck Johann Assmann, Schruns Adolf Winder, Alberschwende des 75. Lebensjahres: Josef Schmid, D – Oberstaufen Josef Schöch,

Feldkirch-Altenstadt Hubert Kohler, Dornbirn Dr. Franz Karl Hammerer, Hohenems Wernfried Stüttler, Tschagguns Elmar Risch, FL – Schaan Karl Branner, Rankweil Edwin Kaiser, FL – Schellenberg Hans Oberhauser, Götzis Eugen Meyer, Brand Raimund Juen, St. Gallenkirch Edelbert Lechthaler, St. Gallenkirch Christian Fiel, Schruns Heinrich Kouveld, NL – HL Barendrecht des 70. Lebensjahres: Hubert Jäger, Klaus Walter Neher, Vandans Mag. Werner Hennig, Feldkirch Primar Dr. Klaus Michael Hugl, Bludenz

Walter Frey, CH – Zürich Ing. Wolfgang Malin, Feldkirch-Tisis Gebhard Geiger, Gurtis des 65. Lebensjahres: Josef Ledinek, Dafins Hubert Telitschko, Hard Walter Fleisch, Dornbirn Josef Fischer, Thüringerberg Hubert Sinnstein, Langen bei Bregenz Hannes Marte, Nenzing Werner Grote, Frastanz Othmar Amann, Koblach Ignaz Natter, Hittisau Reiner Brunner, Höchst Erich Marxgut, Sibratsgfäll


Abschied von Ferdinand (Azi) Kinz

Völlig unerwartet verstarb im Frühjahr dieses Jahres im hohen, gesegneten Alter von 93 Jahren, eine der außergewöhnlichsten und jagdlich größten Jägerpersönlichkeiten unseres Landes, Jagdkamerad Ferdinand (Azi) Kinz vom Pfänder.

Beinahe achtzig Jahre übte Azi Kinz auf seinem geliebten heimatlichen Pfänder die Jagd als passionierter und leidenschaftlicher Jäger aus, davon allein 67 Jahre Pfänderjagd als Pachtjagd der GJ Lochau, wo er über viele Jahrzehnte von seinem treuen Jagdschutzorgan Martin Haselwanter begleitet wurde. Gerne und oft unternahm Azi Kinz auch abenteuerliche Jagdreisen zu und mit Jagdfreunden auf der ganzen Welt, wobei er eine ganz spezielle Beziehung zu Alaska hatte. Azi Kinz war aber nicht nur passionierter Jäger, sondern

auch Heger und gerade mit der Gründung und Installierung des Alpen-Wildparks und der Adlerwarte am Pfänder, wollte er den Menschen die Wildtiere näherbringen, was ihm auch sehr erfolgreich mit tausenden von Besuchern im Laufe der Jahre gelungen ist. Der Vorarlberger Jägerschaft war Azi Kinz 66 Jahre ein treues und aktives Mitglied und so wurde er für seine Verdienste um das Jagdwesen 1994 mit dem Goldenen Bruch ausgezeichnet. Die Jagd hatte nicht nur einen hohen und maßgeblichen Stellenwert in Azis Leben,

sondern die Jagd war sein Leben. Eine große Trauergemeinde, darunter auch die Ordensritter vom Silbernen Bruch, die Jagdhornbläser vom Kreisjagdverband Lindau, viele Jagdkameraden aus nah und fern, sowie Trauergäste aus Bregenz und Umgebung geleiteten den Verstorben von der Pfarrkirche St. Gallus zur letzten Ruhestätte auf den städtischen Friedhof Blumenstraße. Den ehrenden Nachruf für die Vorarlberger Jägerschaft hielt BJM-Stv. Roland Moos. Weidmannsdank und Weidmannsruh‘.

Revierjäger Alois Gantner

Nach längerer Krankheit ist am 25. Mai 2013 unser Freund und Berufskollege Revierjäger Alois Gantner im Kreise seiner Familie entschlafen. Ein letzter Wunsch des Verstorbenen war, eine sehr schlichte Verabschiedung in der Pfarrkirche Dalaas ohne Grabreden und ohne Jagdhornklänge. So wie „Luis“

immer war, bescheiden im Hintergrund wirkend. Er suchte nie das Rampenlicht. Revierjäger Alois Gantner war über 45 Jahre Berufsjäger in den Klostertaler Gebirgsrevieren. Seine große Liebe galt der Dalaaser Schattseite mit all ihren wunderschönen Naturjuwelen. Geboren am 21.06.1931 in Dalaas, wurde er am 29.6.1951 als Hilfsjäger für die Reviere GJ Bludenz und die EJ Mason Bitschi angelobt. Am 29. Mai 1954, nach Ablegung der Jagdaufseherprüfung, übernahm er diese beiden Reviere als Berufsjäger. Anfang der 60er Jahre führte ihn sein Berufsweg zurück in seine Heimatgemeinde Dalaas, wo er als Berufsjäger bis

zu seiner Pensionierung tätig war. Am 4. Juli 1972 erhielt er die Bewilligung zur Führung des Berufstitels „Revierjäger“. Revierjäger Alois Gantner war ein Mann der ersten Stunde, in Sachen Organisation und Gründung des Verbandes der Vorarlberger Jagdschutzorgane. Im Jahre 1964 gründete er mit einer Handvoll Berufsjägerkollegen verteilt über das ganze Land den Vorarlberger Berufsjägerverband. Zweck des Verbandes war der Zusammenschluss von Personen, die sich der Förderung dieser Berufsgruppe widmeten.

wichtig, deshalb war er, vor genau 50 Jahren, einer der Gründer der Jagdhornbläsergruppe Bludenz. Es war ihm wichtig, auch hier als Berufsjäger ein Vorbild zu sein. Alle Jagdfreunde und Berufjägerkollegen verteilt über das ganze Land möchten sich schlicht, so wie es Dein Wunsch war, bei Dir bedanken. Weidmanndank und Weidmannruh‘ Verband Vorarlberger Jagdschutzorgane Jagdhornbläsergruppe Bludenz Hegegemeinschaft Klostertal

Auch das Thema Jagdmusik und Brauchtum waren ihm

JÄGERINNEN & JÄGER

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Auf einen Blick – DIE BESTEN FÜNF

Roland Moos

Vorarlberger Jagd

JAGD

Punkte

Alter

Hirschname Revier / Finder

203,38 202,86 202,18 201,87 201,67

12. Kopf 10. Kopf 11. Kopf 9. Kopf 7. Kopf

Julius Luis Engenkopfer Elch Lipp

EJ Ifer / Hubert Egender EJ Vorderhopfreben / Pirmin Moosbrugger EJ Mahdtal Höfle / Andi Fritz EJ Schönenbach / Markus Egender EJ Schönenbach / Markus Egender

Josef Moosbrugger, DI Hubert Malin, DI Hubert Schatz, BJM HM Hans Metzler u.v.a.m. Erstmalig mit dabei waren die frischgebackenen Jungjäger und Jungjagdschutzorgane des Bezirkes. Erstaunlich war die wiederum beinahe lückenlose Vorlage der frischen Abwürfe und die Vorlage der dazugehörenden Stangenserien. Insgesamt 25 Rotwildreviere legten die frischen Abwürfe von 370 Hirschen vor. Mit den dazu mitgelieferten Stangenserien lagen schlussendlich 1.302 Abwurfstangen auf dem Platz. Die verantwortlichen Jagdschutzorgane und deren fleißi-

Foto: Roland Moos

Ein im Mai gar seltenes Zwischenhoch sorgte für herrliches Frühlingswetter, welches zur Folge hatte, dass nicht nur Jäger und Jagdschutzorgane, sondern auch eine Vielzahl von Besuchern und Interessierte die diesjährige Abwurfstangenschau in Schönenbach regelrecht stürmten. Die Fachveranstaltung wird alljährlich von den Rotwild-Hegegemeinschaften des Bezirkes Bregenz unter der Organisationsleitung von HO HM Bartle Muxel und HM RJ Hubert Egender durchgeführt Bedingt durch die gleicherorts stattgefundene Parallelveranstaltung – JHV des Verbandes der Vlbg. Jagdschutzorgane – waren eine ganze Reihe von prominenten Vertretern der Landespolitik, der Verwaltung, der Kammern und Gäste als interessierte Beobachter und Kenner der Veranstaltung vor Ort., allen voran LJM Dr. Ernst Albrich, LR Ing. Erich Schwärzler, LWK Präsident

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Fotos: Monika Dönz-Breuß

Abwurfstangenschau platzte aus allen Nähten

Die besten drei Hirsche bei der Abwurfstangenschau in Schönenbach: v.l. JO Pirmin Moosbrugger mit Hirsch „Luis“, JO Markus Egender mit Hirsch „Julius“, JO Andi Fritz mit Hirsch „Engenkopfer“.

ge Revierhelfer hatten wieder einmal ganze Arbeit geleistet. Die besten 28 Hirsche wurden vom Auswertungsteam unter HO RJ Diethelm Broger „ausgepunktet“, wobei die besten zehn Hirsche im Durchschnitt immerhin über der 200er CIC Punktemarke lagen. Somit werden fürs kommende Jagdjahr 2013/14 insgesamt 174 Hirsche ins Hirschbüchle fotografisch aufgenommen, wobei 47 Ier Hirsche in der Ernteklasse ausgewiesen sind.

Der schwerste Hirsch war der Hirsch „Josef“ von der EJ Rubach mit 7,14 kg Stangengewicht im 9. Kopf. HM RJ Hubert Egender hatte, wie schon seit vielen Jahren, bei der abschließenden Preisverteilung nicht nur für einen übervollen Gabentisch, sondern auch mit seiner Gattin Mariette und dem bewährten Gastro-Team für allerbeste Bewirtung gesorgt. Weidmannsdank!


Abwurfstangenschau Bludenz Altersstruktur beim männlichem Rotwild Robert Häusle Bei der diesjährigen Abwurfstangenschau des Bezirk Bludenz am 1. Juni in Dalaas wurden insgesamt 166 Hirsche ab dem 6. Kopf, verteilt über alle Hegegemeinschaften, von einer stattlichen Anzahl sogar die jeweilige Abwurfserie der letzten Jahre, ins „Hirschbüchle 2013“ aufgenommen. KR RJ Manfred Vonbank, Obmann des Verband Vorarlberger Jagdschutzorgane: „Der Sinn dieser Veranstaltung hat sich in den letzten Jahren verändert, galt der ursprüngliche Gedanke des „Hirschbüchle“ als Ansprechhilfe für weniger vertraute Rotwildjäger, so geht es nun hauptsächlich um die Erfassung und Entwicklung der Alterstruktur im gesamten Bezirk beim männlichem Rotwild. Gerade durch die massiv erhöhten Abschüsse gilt es, eine intakte Struktur (Alterspyramide) in unseren Rotwildbeständen zu beobachten und rechtzeitig auf Fehlentwicklungen zu reagieren. Aus diesem Grund

ist eine jährliche Erfassung von großer Bedeutung. Neben Rotwildbeständen, welche dem Lebensraum angepasst sind, gilt es auch, ein Auge auf die Struktur dieser Bestände zu werfen. Auch dies dient der Wildschadensvermeidung. Die Tatsache, dass bei der letztjährigen Trophäenschau zirka 40% der Hirsche nicht im „Hirschbüchle“ dokumentiert waren, führte zu Diskussionen über die Sinnhaftigkeit solcher Veranstaltungen. Kritiker führen ins Treffen, dass die Altersbestimmung lediglich anhand der Abwurfstangen nur näherungsweise erfolgen könne, hierbei die körperlichen Altersmerkmale stärker zu gewichten seien und deshalb diese Art zu hinterfragen sei. Gerade hier müssen wir Umdenken, es geht nicht darum, ob ein Hirsch genau acht oder neun Jahre ist, es geht auch nicht darum, ob ein Revier mehr oder weniger starke oder schwache Hirsche hat. Der Sinn einer zeitgemäßen Abwurfstangenschau muss es sein, den Trend, die Ent-

wicklung unserer Rotwildbestände zu erkennen und daraus Rückschlüsse auf unsere weitere Bejagung zu ziehen. Hier brauchen wir Daten, die Behörde hat diese Daten nicht – wer sonst wenn nicht wir sollte dieses Datenmaterial sammeln und fotografisch festhalten. Derzeit bildet diese Art der statistischen Erfassung der vorgelegten Abwurfstangen sicher die einzige Möglichkeit zu einer objektiven Aussage, wie es um die Struktur der heimischen Rotwildbestände steht.“

Alterspyramide Abwurfstangenschau 2013 Bezirk Bludenz 17. Kopf 16. Kopf 15. Kopf 14. Kopf 13. Kopf 12. Kopf 11. Kopf 10. Kopf 9. Kopf 8. Kopf 7. Kopf 6. Kopf

1 1 2 6 3 8 12 21 37 24 22 29 Anzahl der vorgelegten Abwurfstangen

Erfreulich bei der diesjährigen Abwurfstangenschau war die nach wie vor hohe Anzahl von Abwurfstangen älterer Hirsche, es wurden Stangen bis zum 17. Kopf vorgelegt. Wie sich die stark erhöhten Abschüsse der beiden vergangenen Jahre sowie auch im heurigen Jahr auf die Alterspyramide auswirken werden, ist noch nicht voll absehbar, die Zahl der Abwürfe vom 6. bis zum 8. Kopf liegt jedenfalls unter der Zahl jener vom 10. Kopf. Das Durchschnittsalter zu allen vorgelegten AbwurfstangenHirschen (6.-17. Kopf) lag bei 8,99. Bei den besten fünf Hirschen lag die Punktezahl zwischen 196 und 205 Punkten. Zu danken ist dem Team von KR RJ Manfred Vonbank und RJ Gilbert Meyer für die Organisation mit allen Helfern, sowie jenen Jagdschutzorganen, welche die Abwurfstangen bereitgestellt haben. Für das leibliche Wohl sorgte einmal mehr die Schützengilde Klostertal im Schützenhaus Dalaas. Die Gelegenheit, mit Jagdkameraden wieder zusammenzukommen, wurde genutzt, die gute Bewirtung hat ihren Teil dazu beigetragen. JAGD

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Foto: Sandra Vonier

Blick vom Hohen Kasten (CH) in die Hegegemeinschaft 1.2

Abwurfstangenschau der HG 1.2 Christian Ammann Die diesjährige Abwurfstangenschau der HG 1.2 fand am 14. Juni in der GJ Fraxern statt. Hegeobmann BJM Reinhard Metzler konnte die Gelegenheit nutzen, sich bei der Familie Palmers, deren Jagdschutzorgane RJ Josef Summer und RJ Adam Keckeis sowie bei Bürgermeister Reinhard Nachbaur für die Durchführung der Veranstaltung zu bedanken. Ein wichtiger Punkt einer Abwurfstangenschau ist die einheitliche zur Verfügung Stellung der gefundenen Abwurfstangen durch die Jagdnutzungsberechtigten und Jagdschutzorgane. HO BJM Reinhard Metzler gehe davon aus, dass lückenlos alle diesjährigen gefunden Abwurf-

stangen der Klassen I, II und III zur Abwurfstangenschau gebracht wurden. Dafür gebühre allen ein großer Dank. Das so begehrte „Hirschbüchle“ wurde in „Rotwildbewirtschaftung der HG 1.2“ umbenannt und kostenlos an die Jägerinnen und Jäger verteilt. Neu ist, dass keine Punkte mehr bei den jeweiligen Abwürfen angeführt wurde, dafür eine Alterspyramide von den aufgenommenen Hirschen im Büchle aufgezeigt wird. Im Vorwort des Büchle weist der Hegeobmann auf die große Verantwortung bei der Bewirtschaftung des Schalenwildes hin. Aber ebenso auf die Verantwortung für die Fauna und Flora und einem dem Lebensraum angepassten und gesunden Wildbestand. Aktuell

Klasse II + I = 30 Stk.

Stk.

Klasse II = 19 Stk. 10 6 2

Klasse I = 11 Stk.

8

8 4

5

5 2

3

3

2

2 0

5

6

7

8

9

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Alterspyramide Abwurfstangenschau 2013 in der Hegegemeinschaft 1.2

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bedeute dies für eine gemeinsame Rotwildbewirtschaftung, dass in Teilregionen der Hegegemeinschaft die Bestände nach unten angepasst werden müssen, zum anderen dabei konsequent Rücksicht auf die Lebensraumbedürfnisse, die soziale Struktur dieser edlen Wildart genommen werden müsse. Alle Jäger sollten wissen, dass Rotwildbewirtschaftung in

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Alter/Jahre

unseren klein strukturierten Revieren nicht an den Reviergrenzen enden darf. Die zukunftsweisende Rotwildbewirtschaftung setze gemeinsames Denken und Zusammenarbeit über Reviergrenzen und Interessensgruppen hinaus voraus. Im gleichen Maße ist Disziplin und bei Unwissenheit auch einmal Zurückhaltung eines jeden von uns gefordert, wenn es um die Erlegung der Ier und IIer Hirsche geht. Die musikalischen Klänge der Jaghornbläser aus Feldkirch trugen zu einer gelungenen und sehr gut besuchten Veranstaltung bei. Die Einnahmen der Abwurfstangenschau wurden von der Firma Metzler verdoppelt und an die Familie Bereuter aus Nüziders zur Unterstützung einer Reha ihres Sohnes gespendet. Weidmanndank gilt all jenen, die unzählige Stunden für die Hegegemeinschaft 1.2 im Einsatz sind.


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Mit dem Schweißhund auf der Wundfährte

Helmut Huber Bis zu 150 Nachsuchen im Jahr hat Helmut Huber mit seinem außergewöhnlichen Bayerischen Gebirgsschweißhund „Gero von Gahrenberg“ durchgeführt. Landauf und landab war das Nachsuchengespann berühmt. Durch einen dramatischen Unglücksfall kam schließlich der BGS-Rüde im Zuge einer Nachsuche ums Leben. 468 Nachsuchen standen zu diesem Zeitpunkt für Gero bereits zu Buche. Der erste Teil des Buches erzählt von den denkwürdigsten dieser Nachsuchen. Manche der Geschichten mag übertrieben klingen: Sie sind aber alle wahr. Fest steht jedenfalls: Jeder an Schweißarbeit Interessierte wird aus diesen Schil-

derungen eine Menge lernen können. Im zweiten Teil des Buches beschreibt der Autor dann detailliert, wie er seinen nächsten Nachsuchenhund, den Hannoveraner-Rüden „Orgo Gütefay“ an die Arbeit auf der Schweißfährte heranführt und wie er letztlich auch mit diesem zum traumwandlerisch sicher arbeitenden Gespann auf der Wundfährte zusammenwächst. Er zeigt anhand des jungen Hannoverschen Schweißhundes aber auch, wie Hundeausbildung einmal anders stattfinden kann. Und der Erfolg seiner Hunde gibt dem Autor recht. Eine lange Zeit hat Helmut Huber sich um die Ausbildung und Führung von Schweißhunden gekümmert „Mit dem Schweißhund auf der Wundfährte“ ist daher ein Buch aus erdiger Praxis. Mit Verständnis gelesen, kann es aus diesem Grund auch gut in die eigene Praxis übertragen werden. Einzige

Voraussetzung: sich an einem verregneten Samstagnachmittag oder an einem kalten Winterabend bei Neumond zwei oder drei Stunden Zeit nehmen und das Buch lesen! „Ein überaus interessantes, praxisbezogenes Buch, dass in einer spannenden Art die hohe Kunst, Verantwortung und Anforderung an den Jagdhundeführer, diesem unbeschreibliche Glücksgefühl einen fermen Schweißhund, diesem Wunderwerk der Natur, als besondere Gabe und Gnade in einem besonderen Zusammenspiel immer wieder neu erleben zu dürfen, beschreibt. Richtig auch seine Meinung, dass alle Nachsuchenarbeit auf drei Eckpfeilern steht: auf edler Absicht, ehrenamtlichen Tierschutz und Weidgerechtigkeit. Nicht zuletzt aber all dieser Schmerz einen solchen treuen Jagdkameraden durch besondere Umstände beim Einsatz verlieren zu müssen. In seinen vielen Beschreibungen bestätigt sich die alte Hundeführerweisheit, dass der Schweiß-

hund immer recht hat und dass es im Leben zwei Dinge gibt, deren Ende nicht vorhersehbar ist: eine Ehe und eine Nachsuche. Die allgemeinen Empfehlungen zur Hundeführung und Ausbildung, die Verwendung von neuen, technischen Ortungshilfen und wichtige Erfahrungen können allen Schweißhundeführer, gleich welchem Wissensstand, eine wertvolle Unterstützung und Bestätigung sein. Ein empfehlenswertes Buch mit der Gefahr, dass man nach den ersten Seiten nicht mehr aufhören kann.“ Christian Fiel, ÖJGV Leistungsrichter, langjähriger Schweißhundeführer

144 Seiten Exklusiv in Leinen Format 14 x 21,5 cm ISBN: 978-3-85208-109-0 Preis: EUR 29,– Österr. Jagd- und Fischerei-Verlag, 1080 Wien, Wickenburggasse 3, Tel. (01) 405 16 36/39, verlag@jagd.at, www.jagd.at

Wölfe – Jäger der Nacht orts behauptet. Meist leben in unseren Wäldern noch Einzelwölfe, hier und da sind es aber auch schon kleinere Rudel.

Jaroslav Vogeltanz & Paolo Molinari Der Wolf kehrt zurück. Ob in der Steiermark, im Salzburger Lungau, in Kärnten, im niederösterreichischen Schneeberggebiet oder in der deutschen Lausitz und im Bayerischen Wald – überall dort ist der Wolf in den vergangenen Jahren aufgetaucht und hat sich sogar mancher54

Vorarlberger Jagd

JAGD

Die Rückkehr des Wolfes löst gemischte Gefühle aus: Die einen fürchten, die anderen feiern ihn. Für die Schafbauern ein Schreckgespenst, für die Naturschützer ein heiliges Tier: für sie kehrt mit dem Wolf ein Stück „echte Natur“ zurück, oft im Unwissen, wie unberechenbar und wild echte Natur sein kann. Der Jäger kann vom Wolf nur lernen. Denn der Wolf ist beim Jagen ein Vollprofi.

Wenn er sich einmal für ein Beutetier entschieden hat, jagt er entschlossen, mit großem Können und eisernem Willen. Der Wolf verkörpert Jagd pur. Er liest und deutet Spuren, schätzt Situationen in Windeseile ein und vertraut auf seine körperliche und geistige Fitness. Und er jagt nie mit halbem Herzen. Wie gesagt: Der Jäger kann vom Wolf in vieler Hinsicht wieder lernen. Über allem steht aber eines: Der Wolf fasziniert. Auch die beiden Menschen, die für dieses Buch verantwortlich zeichnen: Jaroslav Vogeltanz, der begnadete Naturfotograf aus der Tschechischen Republik,

und Paolo Molinari, der italienische Wildbiologe und exzellente Kenner des europäischen Großraubwildes. Aus ihrer gemeinsamen Leidenschaft ist etwas entstanden, das wie kaum zuvor tiefe Einblicke in das faszinierende Leben der Wölfe gibt: das Buch „Wölfe – Jäger der Nacht“.

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Verleihung der Jagd-Journalistenpreise 2012 Jagd-Journalistenpreise 2012
gingen an Servus TV und an die OÖ Nachrichten der Jagd“ nahezu alle jagdlichen Stationen im Jagdjahr beleuchtet, die Themen reichten von jagenden Frauen über die Bockjagd, Hirschbrunft und Schwarzwildregulierung bis hin zur Wildküche – vielfältig und kompetent.

Hans-Friedemann Zedka Zentralstelle Österr. Landesjagdverbände Der Journalistenpreis 2012 der österreichischen Landesjagdverbände in der Kategorie Radio/Fernsehen in der Höhe von EUR 1.500,– wurde an Andrea Albrecht – Servus TV verliehen. In dem aufwendig gestalteten Beitrag „St. Hubertus – Montafoner Jagdgeschichten“ aus der Volkskultur-Reihe „Hoagascht“ hat Andrea Albrecht den Sehern viele wertvolle Informationen über die Jagd im Jahreslauf vermittelt. Positiv wurden die gründliche Recherche und das stimmungsvolle Bild gewertet. So

V.l. Dr. Franz Ferdinand Wolf, Andrea Albrecht, LJM Dr. Ernst Albrich und LJM Josef Pröll.

lautete die Begründung der Jury. Der Journalistenpreis 2012 der österreichischen Landesjagdverbände in der Kategorie Printmedien in der Höhe

von EUR 1.500,– wurde an Valerie Hader – OÖ Nachrichten verliehen. Laut Begründung der Jury hat Valerie Hader in ihrer monatlichen Kolumne „Auf

Die Preise wurden am 23. Mai 2013 im Rahmen der Delegiertenkonferenz der österreichischen Landesjagdverbände im Hotel Untersberg, St. Leonhard bei Salzburg, im Beisein der österreichischen Landesjägermeister und zahlreicher Prominenz aus Politik und Wirtschaft überreicht. Die Laudatio hielt der Vorsitzende der Jury, Dr. Franz Ferdinand Wolf.

100. Geburtstag des Naturschutzbund Österreich Das war ein rauschendes Fest! Mit knapp 300 Gästen aus dem In- und Ausland feierte der Naturschutzbund vor Kurzem seinen hundertsten Geburtstag im Palmenhaus im Wiener Burggarten.

Die Gästeliste spannte sich von „Urgesteinen“ des Naturschutzes wie Freda MeissnerBlau und Bernd Lötsch über Vertreter von Ämtern, Institutionen und Organisationen bis hin zu Partnern aus der

Wirtschaft, die alle – oft schon seit vielen Jahren – mit uns zusammenarbeiten. Besondere Höhepunkte waren die Verleihung des Österreichischen Naturschutzpreises an den Anti-Atom-Aktivisten

Peter Weish und die Tiroler Band Bluatschink sowie die Präsentation einer Jubiläumsbriefmarke der Österreichischen Post AG. Diese 90-CentMarke ist ab sofort in jedem Postamt erhältlich.

Freunde und Sponsoren des Naturschutzbund Österreich, in der Mitte LJM Dr. Ernst Albrich, offizieller Vertreter der Österreichischen Landesjagdverbände.

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Vorarlberger Jagd

JÄGERINNEN & JÄGER


Interessierte Schüler im Klauser Jagdrevier Hubert Jäger Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 2a und 2b der Volksschule Klaus besuchten Anfang Mai den Jagdpächter Hubert Jäger im Klauser Jagdrevier. Mit dabei war auch der Spezialist für Jagd und Tradition, Otto Vonblon. Bei wunderschönem Wetter konnten wir bei den 36 Kindern Neugierde und Interesse für den Wald und die heimischen Wildtiere wecken. Hubert Jäger brachte Präparate von Wildtieren, wie z.B. Dachs, Fuchs, Marder, Birkhahn, Enten, Habicht und Schleiereule zum Anschauen und vor allem zum Angreifen mit. Geweihe von Hirsch, Reh und Gams gab es auch zu sehen. Es war eine Freude, wie interessiert und aufmerksam

die jungen Leute bei der Sache waren. Nach dem Rundgang zur Rehfütterung und dem Fuchsbau, gemeinsamem Fährtenlesen und natürlich ein Aufstieg auf die Ansitzkanzel wurden die beiden Referenten mit unzähligen Fragen geradezu überschüttet. Die Durchsuchung des Jägerrucksackes war dann für die Schüler von besonderem Interesse. „Warum brauchst du eine Taschenlampe? Für was brauchst du das Messer? Was ist das für ein großes Fernrohr? Können wir da mal durchschauen? Und wo hast du das Gewehr?“ Für uns Referenten war dieser Anschauungsunterricht mit den Kindern auch ein ganz besonderes Erlebnis. Zum Schluss

gab es dann noch eine kleine Überraschung – Äpfel, Limo und für jeden einen WildtierKalender 2013. Nicht nur für die Kinder und die Lehr- und Begleitpersonen, sondern auch für uns Jä-

ger waren es zwei schöne und informationsreiche Stunden bei der Schutzhütte im Klauser Wald. Vielen Dank auch an die Lehrpersonen, die Interesse für die Anliegen der Jagd zeigen.

Tiere im Wald – Ein Projekt im Kindergarten Mozartstraße in Hohenems Geht es nach der Vorstellung vieler Kinder, leben in unseren Wäldern Krokodile, Bären und Wölfe. Kaum ein Kind kennt das Murmeltier, den

Rehbock oder die Hirschkuh. Die Pädagoginnen Doris Sauer und Sabine Böckle begaben sich mit den Kindern daher auf eine Entdeckungsreise in

den Wald, den Lebensraum von Tieren wie Fuchs, Dachs, Reh und Hirsch. Doch weil diese Tiere in freier Wildbahn nicht oft zu sehen sind, luden sie zwei Jäger ein. Die Jagdaufseher Arno Jäger und Werner Gächter folgten der Einladung. Wie staunten die Kinder über die Größe des Hirschgeweihs, strichen fasziniert über das Fuchsfell, berührten das Murmeltier und lauschten gebannt den Erklärungen der beiden Jäger. Nicht nur die Kinder, auch die Pädagoginnen hörten viel Neues über den Lebensraum Wald, über die vielen Tiere und das richtige Verhalten der Besucher im Wald. Ein gelungenes Beispiel dafür, wie Kinder schon in frühen

Jahren den Lebensraum Wald und die vielfältigen Aufgaben des Jägers kennenlernen können. Die Pädagoginnen und die Kinder bedanken sich ganz herzlich bei den beiden Jägern, die sich die Zeit genommen haben und so einen abwechslungsreichen und interessanten Vormittag im Kindergarten gestaltet haben. Große Freude bereitete den Kindern der Taschenkalender mit Wildtieren und das Leseund Malbuch „Auf Entdeckungsreise im Wald“. Danke dafür! Wir freuen uns auf eine weitere Zusammenarbeit! Gertraud Gächter, Kindergartenreferat Hohenems

JÄGERINNEN & JÄGER

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P... wie Pfauenauge Von Monika Dönz-Breuß

Kennst du das Pfauenauge? Pfauenaugen sind verschiedene Schmetterlingsarten, welche Augenflecken auf ihren Flügeln aufgemalt haben. Das wohl bekannteste Pfauenauge ist das Tagpfauenauge.

Tagpfauenauge

Das Tagpfauenauge ist ein relativ großer und

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Vorarlberger Jagd

wunderschöner Schmetterling mit einer Flügelspannweite von fünf bis sechs Zentimetern. Auf seinen braun gefärbten Flügeln ist auf der Oberseite jeweils ein großer, schwarz und blau gefärbter Augenfleck aufgezeichnet. Dadurch kann er mit keiner anderen Art verwechselt werden. Mit diesen Augen kann der Falter nicht sehen. Aber

KINDERSEITE

wenn das Tagpfauenauge seine Flügel öffnet, dann meint der Feind, dass ihn die groß­ en Augen eines Vogels anschauen. Und oftmals gelingt es ihm dadurch, seinem Feind zu entkommen – dadurch hat der Schmetterling eine größere Überlebenschance. Die Flügelunterseite des Tagpfauenauges ist schwarz. Wenn das Tagpfauenauge ruht, dann legt es seine Flügel aneinander und ist dann auf einer dunklen Unterlage, z.B. auf einer Baumrinde, fast unsichtbar.

Das Tagpfauenauge lebt gerne in offenen Landschaften und zählt bei uns gar zu den häufigsten heimischen Schmetterlingen.

Eine „brennende“ Futterpflanze

W ie v ie le a nd e r e Schmetterlingsarten auch, braucht das Tagpfauenauge jene Pflanze, welche wir oftmals lieber nicht in unseren Gärten haben, zum überleben – die Brennnessel. Die ersten Falter fliegen nach der Winterpause von April bis Mai aus. Nach der Paarung legen die Weibchen die Eier in Gelegen von 50 bis 100 Eier an die Blattunterseite der neuen Triebe der Brennnessel. Die Eier sind nicht viel größer als einen Millimeter und weiß. Nach zwei bis drei Wochen schlüpfen die zirka drei Millimeter langen Raupen aus den Eiern. Zuerst haben die Raupen eine weiß-grünliche Farbe und eine glänzende, schwarze Kopfkapsel. Schon nach wenigen Tagen häuten sich die Raupen zum ersten Mal.


ganz aus der Hülle heraus. Danach krallt er sich an der leeren Haut fest und streckt die zuerst herabhängenden Flügel aus – und fliegt los.... Die geschlüpften Falter fliegen dann noch bis in den Spätherbst. Sie leben jetzt gesellig in einem weißen Gespinst. Bei Spaziergängen an Waldrändern sieht man diese Gespinste schon von Weitem in größeren Brennnesselfeldern. Nach der ersten Häutung sind sie graubraun, nach weiteren drei Häutungen sind sie ausgewachsen und tief schwarz mit weißen Punkten.

Raupen mit Dornen

und suchen einen geeigneten Platz, wo sie sich verpuppen können – z.B. an einem dürren Ast oder Zweigstück. Die Raupe spinnt sich jetzt ein kleines, weißes Kissen, hält sich daran mit dem letzten Beinpaar fest und lässt sich kopfüber nach unten baumeln. So bleibt die Raupe etwa zwei Tage hängen, bis sie zur Puppe wird.

Nun hat die Puppe eine etwa 14tägige Puppenruhe, während welcher sich die Puppe in einen Schmetterling verwandelt. Am Tag vor dem Schlüpfen schimmert die Flügelfärbung bereits durch die Puppenhülle durch. Wenn es dann soweit ist, klappt der Schmetterling den unteren Teil der Puppenhülle ab und gleitet in wenigen Sekunden

Das Tagpfauenauge überwintert an dunklen, feuchten Orten, z.B. in Höhlen oder in Bauen erdbewohnender Säugetiere. Ab und zu kann man die überwinternden Falter auch in Treppenhäusern oder geschützten Nischen in Gebäuden finden.

Bildquelle: Pareys Buch der Insekten, Ein Feldführer der europäischen Insekten. Michael Chinery. Paul Parey Verlag.

Sobald die schwarzen mit Dornen behafteten Raupen eine Brennnessel kahlgefressen haben, wandern sie weiter und verteilen sich dann auf das ganze Brennnesselfeld. Droht den Raupen Gefahr, dann rollen sie sich zusammen und lassen sich auf den Boden fallen.

Puppen

Die Schmetterlinge spielen nicht etwa mit Puppen, sondern die Raupen verpuppen sich, um sich in einen Schmetterling verwandeln zu können. Etwa drei bis vier Wochen nachdem sie die Eihüllen verlassen haben, hören sie auf zu fressen, zerstreuen sich KINDERSEITE

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Vorarlberger jagdzeitung juli august 2013  

Generalversammlung Vbg. Jägerschaft, Jahreshauptversammlung Verband Vbg. Jagdschutzorgane, Die Wildkatze in Österreich, 12 Punkte Tbc-Vorbeu...