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DAS TOURISMUSMAGAZIN

2020

#ME HRALSDAS


64 SEITEN EINER EINLADUNG

Wir haben da dieses Europäische Herzklopfen. Können Sie es hören? Als Kulturstadt mit industriellem Puls macht sich Chemnitz auf den Weg zur Kulturhauptstadt Europas 2025. Wir zeigen Ihnen gern, was uns ausmacht, was uns stark macht und wobei wir immer wieder schwach werden könnten. Seien Sie bereit, von einer starken Stadt mit ungeahnten Schätzen und feinen Menschen überrascht zu werden – typisch, leicht trotzig und dennoch stets temperamentvoll, außer manchmal montags.


VISIT CHEMNITZ


S05

Die 5 Seiten der Theater Chemnitz Oper, Philharmonie, Schauspiel, Ballett und Figurentheater

Räder,Rollen,Fü e & Fingerspitzengefühl

Extrem- und Funsport in Chemnitz und Region

S11

ZWEI ARENEN Im Gespräch mit Sabrina Sadowska & Rodrigo Pastore

K U N S T & K U LT U R

05

18

MUST SEE

19

20

I N D U S T R I E K U LT U R

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UNTERWEGS

29

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CHEMNITZ CITY

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E I N K AU F S K U LT U R

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TOUREN

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K U LT U R R E G I O N

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N AT U R

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SPORT

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KULINARIK

58

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SERVICE & ADRESSEN

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65

S29


S21

WIEGE DER DYNAMIK Von Chemnitz aus 500 Jahre Industriekultur in Sachsen entdecken

S53

unterwegs Empfehlungen von Isabelle Weh und Uwe Dziuballa

Chemnitz ist grün

S49

Zumindest grünt es auf fast 80 Prozent der Fläche

S37

fein und ganz besonders

Klein,

Entdecken Sie Chemnitzer Einkaufskultur

Festivals & Events

Kulinarisch, musikalisch, kulturell, mit und ohne Hut oder einfach so

S33


SCHWANENSEE - Ballett von Eno Peci und Sabrina Sadowska mit Teilen der Originalchoreografie von Lew Iwanow und Musik von Peter Tschaikowsky


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Die Seiten der Theater Chemnitz Im kulturellen Herzen der Stadt laufen die fünf musischen Stränge der Theater Chemnitz zusammen: Oper, Philharmonie, Schauspiel, Ballett und Figurentheater. Kraftvolle Inszenierungen, mutige Interpretationen, spektakuläre Bühnenbilder und internationale Kooperationen lassen so manchen Kunstliebhaber mit Vorfreude nach Chemnitz pilgern. Wohlstand und Kunstsinn waren unter der Chemnitzer Bürgerschaft des 19. Jahrhunderts so weit verbreitet, dass das Chemnitzer Opernhaus durch großzügige Geldspenden erbaut und 1909 eröffnet werden konnte. Das Schauspiel in Chemnitz ist als Sparte viel älter und hatte seinen festen Platz seit 1838 im eigenen Theaterhaus. Dieses wurde im Februar 1945 vollständig zerstört, das Schauspiel zog daraufhin interimsmäßig in die Aula eines Altersheimes am jetzigen Standort ein. Im Jahr 1976 brannte dieser Teil ab. An gleicher Stelle wurde dann ein eigenständiges Schauspielhaus gebaut und 1980 eröffnet. Den künstlerischen Anspruch auf einem hohen, international anerkannten Niveau zu halten, gelingt den Theatern Chemnitz in jeder Spielzeit aufs Neue. Es ist der wieder und abermals geprobte Perspektivwechsel, der Produktionen zu großen Erfolgen werden lässt. Was sich lohnt, ist ein Streifzug durch die gestalterische Vielfalt der einzelnen Bühnen.

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Johann Wolfgang von Goethe - FAUST I

Richard Wagner - LOHENGRIN Johann Strauß - DIE FLEDERMAUS

1 — Opernhaus Schon im Eröffnungsprogramm von 1909 spielte das Ensemble des Chemnitzer Opernhauses Werke von Richard Wagner. Damit begann eine Tradition, die in den letzten Jahren einen künstlerischen Höhepunkt erreichte: 2018 inszenierten vier Regisseurinnen den gesamten „Ring des Nibelungen“ neu. Das lohnte sich. Für die „Götterdämmerung“ wurde Elisabeth Stöppler mit dem wichtigsten deutschen Theaterpreis DER FAUST 2019 in der Kategorie „Regie Musiktheater“ ausgezeichnet. Der „Ring“ wird auch 2021 zu Ostern und Himmelfahrt zyklisch aufgeführt. Am Pult steht dabei stets Guillermo García Calvo, der sich zu seinem Wagner-Faible bekennt und von Publikum und Presse gleichermaßen für seine Interpretationen gefeiert wird. Das Gesamtrepertoire der Oper Chemnitz ist breit gefächert und umfasst Kinderopern genauso wie klassische Opernliteratur von Verdi, Rossini, Bizet oder Mozart. Aufführungen selten gespielter Werke wie Franco Faccios „Hamlet“ oder Arrigo Boitos „Mefistofele“ gehören ebenfalls zum Programm und auch Musicals wie „My Fair Lady“ oder „Evita“ begeistern in wunderschöner Kulisse.


2 — Schauspiel

Laura Ertimo und Satu Kontinen - YÖ - GEHEIMNISSE DER NACHT

Zu Karl-Marx-Stadt-Zeiten war das Schauspielhaus eines der profiliertesten und fortschrittlichsten Häuser der DDR. Hier inszenierte Frank Castorf, hier begann die Laufbahn von Schauspiellegenden wie Ulrich Mühe, Michael Gwisdek und Corinna Harfouch. Auch für Theatermacher wie etwa Michael Thalheimer, Armin Petras oder Hasko Weber war das Haus ein wichtiger Start- und Entwicklungspunkt. Letzterer kehrt gern zurück, führte 2017 Regie bei „Homo faber“ nach Max Frisch. Schauspieldirektor Carsten Knödler lädt aber nicht nur namhafte Gastregisseure ein. Er inszeniert auch selbst im eigenen Haus. Seine Vorliebe gilt den amerikanischen und russischen Realisten wie Arthur Miller oder Anton Tschechow, aber auch den deutschen Klassikern sowie Bearbeitungen der Weltliteratur und musikalischen Produktionen. Als Markenzeichen kann gelten, was in der Presse mehrfach über Knödlers Inszenierungen zu lesen war: dass er sensible Themen ohne den erhobenen Zeigefinger des Moralisten auf die Bühne bringt. Aber auch unbeschwerte Unterhaltung für die ganze Familie, die Weihnachtsmärchen und das jährliche Open-Air-Theater auf der Küchwaldbühne haben sich hervorragend etabliert.

3 — Figurentheater An Fäden, Stäben oder direkt mit den eigenen Fingern führen die Spieler des Figurentheaters jede Art von Puppen und Objekten durch spannende Geschichten – und neben diesen Figuren sind sie meist auch selbst auf der Bühne sichtbar. Nicht nur für Kinder reicht das Repertoire des Ensembles von Märchenklassikern über Adaptionen bekannter Kinderbücher bis hin zu utopischen, historischen oder generationsübergreifenden Produktionen. Ein besonderes Anliegen sind dem Team unter Leitung der Direktorin Gundula Hoffmann herausfordernde Themen wie etwa Mobbing oder Flucht und Migration sowie ein Erfahrungsaustausch der Generationen. So geht es beim „Aufstand der Dinge“ etwa um die Wendezeit und kürzlich kam die

Uraufführung „Juri – Die erste Reise“ dazu. Darin werden Zukunftsentwürfe der optimistisch auf die Technik fixierten Generation des Kosmonauten Juri Gagarin mit der ökologisch geprägten von heute verglichen. Zunehmend baut das Figurentheater auch seine Spielplanangebote für Teenager und Erwachsene aus. Für sie arbeitet es Geschichte auf, etwa mit „Wenn mich einer fragte…“, einem Abend über Stefan Heym und seine Geburtsstadt Chemnitz und schon zuvor mit „Beate Uwe Uwe Selfie Klick“ über den NSUKomplex.

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Katarzyna Kozielska, Marco Goecke und Alexander Ekman - NORDLICHT Eno Peci und Sabrina Sadowsk - SCHWANENSEE

4 — Ballett 20 Tänzer, 15 Nationen, vier Kontinente: Seit 2017 ist Sabrina Sadowska Direktorin dieses internationalen Ballettensembles. Klassisches Handlungsballett, wie „Schwanensee“ und „Der Nussknacker“, getanzt auf Spitze, gehören ebenso ins Programm wie Familienstücke und zeitgenössischexperimenteller Tanz. Hierfür lädt Sabrina Sadowska international gefragte Choreografen der Spitzenklasse wie etwa Alexander Ekman und hochkarätige Newcomer wie Katarzyna Kozielska ein – beide waren am gefeierten Tanzabend „Nordlicht“ beteiligt. Im Ballettsaal tanzt die Company beim Format „Showcase“ ganz dicht am Publikum zu Themen, die Diskussionen anregen. So geht es etwa um die Beziehungen zwischen Individuum und Gesellschaft. Beim internationalen Festival für zeitgenössischen Tanz, TANZ | MODERNE | TANZ, wird auch der öffentliche Stadtraum bespielt, wodurch Zuschauer neue Dimensionen des Tanzes erleben können.


Guillermo García Calvo ist seit Beginn der Saison 2017/2018 Generalmusikdirektor an den Theatern Chemnitz.

5 — Robert-Schumann-Philharmonie Die Robert-Schumann-Philharmonie gehört zu Deutschlands traditionsreichsten Orchestern. Ihren heutigen Namen erhielt sie 1983 anlässlich ihres 150-jährigen Bestehens. Im Jahr 1833 hatte Wilhelm August Mejo das Stadtorchester gegründet, den Weg zur überregionalenBedeutung bereiteten Oscar Malata, von 1910 bis 1931 der erste Generalmusikdirektor, und dessen Nachfolger. Zu Opern-, Operetten- und Ballettaufführungen spielt die Philharmonie im Orchestergraben des Opernhauses und mit ihren Konzerten beweist sie ihr breites sinfonisches und kammermusikalisches Repertoire. Bei anderen Konzertprojekten, etwa in der Reihe „Klasse Klassik!“, spielt das Orchester an ungewöhnlichen Orten in Chemnitz – auch mal im Straßenbahndepot.

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ZWEI

ARENEN

IM GESPRÄCH MIT SABRINA SADOWSKA & RODRIGO PASTORE Die Bühne im Opernhaus und die Halle 1 der Messe Chemnitz. Hier können mit Exzellenz und Emotionen magische Momente erschaffen werden. Das sind zumindest die Ziele sowohl des Balletts der Theater Chemnitz als auch der Basketballer der Niners Chemnitz. Wir sprechen mit der Ballettdirektorin, Sabrina Sadowska, und dem Cheftrainer der Niners Chemnitz, Rodrigo Pastore, darüber, was ihre Berufe verbindet und wie herausragende Leistungen entstehen. Ein Gespräch über die Kulturund Sportstadt Chemnitz und wie lebenswert die Stadt für beide ist. VISIT CHEMNITZ: Zu Beginn einen herzlichen Glückwunsch an Sie beide zum bisherigen Verlauf Ihrer jeweiligen Saison. Die Niners Chemnitz sind mit einem Saisonrekord so gut wie ungeschlagen. Ihre Kompanie, Frau Sadowska, hat in diesem Jahr - wie in der Vergangenheit - herausragende Arbeit geleistet, die Kritiken feiern sie. Was macht Ihre Teams so stark und erfolgreich? Was ist individuelles Talent, was harte Arbeit, was sind äußere Umstände? SABRINA SADOWSKA: Zunächst einmal muss man die Menschen verstehen. Wir alle haben ein Ziel. Und was ist das Ziel einer Aufführung? Ist es nur Schönheit? Die Bewertung, eine gute Leistung gezeigt zu haben, verändert sich beständig. Wir haben ein Team. Wir haben so viele verschiedene Nationalitäten, verschiedene Altersgruppen. Und man muss alle gemeinsam zu etwas bewegen, damit jeder seinen Platz kennt. Jeder muss wissen, was von ihm erwartet wird. Man wird respektiert, aber auch herausgefordert. Okay, das war gut, aber das kann ich noch lernen. Wichtig ist auch: Was bringe ich in die Gemeinschaft ein? Die Gemeinschaft ist sehr wichtig. Sie können nicht als Solist auf der Bühne stehen, wenn Sie kein Team haben, das Sie unterstützt. RODRIGO PASTORE: Ein sehr guter Punkt. Ich möchte noch eine Frage hinzufügen: Was ist Erfolg? Die Öffentlichkeit definiert Erfolg oft als Sieg. Wir sprechen aber über verschiedene Dinge. Und ich verstehe, dass Siege als Erfolge gelten, aber das ist es nicht, was unsere Saison erfolgreich macht. Unser Team ist größer als die Mannschaft. Es sind viele Leute, deren Namen und Bilder nicht in die Zeitungen kommen. Man spricht nicht über sie. Und dennoch sind sie sehr, sehr wichtig innerhalb unserer Organisation. Dass wir das zusammen schaffen, das ist unser Erfolg. Wir verstehen auch, dass es sich hier um einen Profisport handelt, bei dem die Spieler für Geld spielen. Sie konkurrieren als Verein mit vielen anderen Mannschaften, die vielleicht mehr Ressourcen haben als sie, und sie müssen Spieler davon überzeugen, dass dieser Verein der richtige Ort für sie ist. Das berührt die zweite Frage: Was wollen sie? Wenn wir mit unseren


Spielern sprechen, erklären wir ihnen, warum wir ihnen für ihre Entwicklung etwas geben können. Wir sehen in ihnen die Spieler, die sie unserer Meinung nach werden können. Das ist neben ihrer individuellen Qualität vor allem die Zugehörigkeit zu etwas, das größer ist als der Einzelne. Wir sind eine sehr starke Organisation, geleitet von der Mentalität „das Team zuerst“. Es geht nur darum. Das Wir steht über dem Ich. VISIT CHEMNITZ: Sie beide leiten internationale, sehr vielfältige Teams. Was ist in diesem Umfeld der wichtigste Erfolgsfaktor, welche Barrieren stehen Ihnen im Weg und wie werden sie überwunden? RODRIGO PASTORE: Die Unehrlichkeit steht oft im Weg, darum sind wir sehr ehrlich mit allen, die wir hierher bringen wollen. Wir sprechen mit ihnen vor der Vertragsunterzeichnung ganz klar, erklären ihnen genau, was sie erwartet und dass es keinen roten Teppich gibt. Es liegt harte Arbeit vor ihnen. Und es gibt kein Geheimnis, wenn man jemand werden will. Wenn Sie der Beste sein wollen, können Sie das werden. Sie werden es aber nicht, indem Sie zu Hause Videospiele spielen. Und darum zeichnen wir ein sehr klares Bild davon, wie es aussehen wird. Wir sagen, wenn Du nicht einverstanden bist, unterschreibe nicht, dann komm nicht, weil wir nichts anderes wollen. Wer zu uns kommt, der verpflichtet sich zu 100 Prozent. SABRINA SADOWSKA: Ich stimme Ihnen zu 100 Prozent zu. Ich frage meine Tänzer zweimal pro Saison: ´Wollen Sie wirklich dabei sein? Ist es immer noch das, was Sie tun wollen?´ Und wenn sie das nicht tun oder plötzlich herausfinden, dass sie eine persönliche Krise haben, dass sie eigentlich etwas anderes wollen, dann müssen wir schnell eine Lösung finden. Weil es das ganze Team zu Fall bringt, wenn sie Dinge mit zur Arbeit bringen, die nicht dorthin gehören, weil sie persönliche Probleme mit Dingen haben, die sie nicht erwähnt oder nicht selbst geregelt haben.

SABRINA SADOWSKA: In der Schweiz ist alles perfekt, alles zu einem optimalen Lebensstandard organisiert. Aber ich war noch sehr jung. Ich war zwanzig, als ich fortging. Ich wollte Mauern einreißen und etwas Neues aufbauen. Ich wollte selbst experimentieren. Aber in einer Umgebung, die so perfekt ist, wird das sehr schwierig, weil es sich nicht lohnt, Mauern einzureißen. Es ist zu schön. In Deutschland habe ich in vielen Städten gelebt, vor allem in der DDR, bereits Ende der 80er Jahre. Und als ich vor sieben Jahren nach Chemnitz kam, war das wie ein Garten mit vielen Schätzen, aber niemand sieht sie mehr, weil es zu viele gibt. Man sieht vielleicht nur die Kräuter und Dinge, die darüber wachsen. Ich gehe jeden Tag hin und versuche, wieder etwas zu entdecken, nehme etwas heraus, pflanze vielleicht neue Blumen oder einen Baum oder so etwas. Von hier aus entfaltet sich ein lebendiger Dialog über die Faszination sowie über die (noch) unverstandenen Aspekte des jeweils anderen Berufes. Im Laufe des Gesprächs wird sogar eine gemeinsame Projektidee geboren, welche die Niners in die Sphären des Balletts führen soll. Wollen Sie erfahren, was Sabrina Sadowska und Rodrigo Pastore verabredet haben? Hören Sie das gesamte Gespräch als Podcast auf linktr.ee/chemnitz. Am Ende wollten wir noch wissen, welches die Lieblingsplätze unserer Gesprächspartner in Chemnitz sind... RODRIGO PASTORE: Für mich ist es sehr einfach. Wenn ich mit meinem Hund im Stadtpark spazieren gehe, kommen wir immer an einem sehr schönen Baum vorbei. Besonders im Sommer ist der magisch, aber eigentlich zu jeder Jahreszeit. Ich bin gesegnet, dass ich ganz in der Nähe wohne. Das wird also mein Lieblingsplatz sein. Schön sind auch die Wälder um die Stadt herum, ebenfalls für friedliche Spaziergänge. SABRINA SADOWSKA: Für mich ist es der Schloßteich, vielleicht sogar direkt auf einem Boot. Wenn Sie nach einem Platz drinnen fragen, dann freue ich mich, in den Kunstsammlungen auf einen Kaffee zu sitzen.

Wir bedanken uns herzlich für dieses Gespräch! Das Gespräch wurde am 17. Februar 2020 geführt.

VISIT CHEMNITZ: Sie haben eine weitere Gemeinsamkeit, die Schweiz. Sie, Frau Sadowska, sind in Basel geboren und aufgewachsen. Herr Pastore, Sie haben in der Schweiz als Spieler erfolgreich gespielt und Ihre Trainerlaufbahn dort begonnen. Sie haben also beide einen Blick auf Chemnitz aus beiden Perspektiven. Was macht die Stadt für Sie jeweils aus? RODRIGO PASTORE: Das ist sehr einfach. Als ich das erste Mal nach Chemnitz kam, war es unser damaliger Präsident Martin Schuster, der mir mehrfach sagte: ´Das ist eine Stadt mit hart arbeitenden Menschen.´ Und ich sagte: ´Perfekt. Ich werde hier sehr gut hineinpassen, denn das ist genau meine Eigenschaft.´ Ich bin verwandt mit dieser Mentalität, mit diesem Typ von Menschen. So bin ich. Und ich muss Ihnen sagen, ich habe es vom ersten Tag an gespürt.

Sabrina Sadowska und Rodrigo Pastore im Interview

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www.pochen.eu

Als multimediales Ausstellungsformat erzählt die „POCHEN – Biennale“ Geschichte und Geschichten rund um die Chemnitzer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Alle zwei Jahre will POCHEN multimediale Ausdrucksformen der Kunst mit den Themen zusammenführen, die Menschen der Region und Ostdeutschland nachhaltig bewegen. Malerei, Klang, Worte, Installationen, Licht, Performance und darstellende Szene als künstlerische Formate stellen sich kritisch der Vergangenheit, und laden die Öffentlichkeit zu Fragen, Reflektion und Spekulation ein. Begleitet von einem Rahmenprogramm aus Vorträgen und Diskussionen, Inszenierungen und Konzerten lädt POCHEN seine Gäste ein, lokal verankerte Themen interdisziplinär und global zu betrachten und gemeinsam Handlungsoptionen für Gegenwart und Zukunft zu diskutieren.

POCHEN - Biennale 2020

22.10. - 01.11.2020

www.begehungen-chemnitz.de

Wichtig und dem Festivalname verpflichtet ist die Tradition des jährlich wechselnden Ortes: Besucher können bei diesem Kunst- und Kulturfestival Orte begehen, die sonst verschlossen bleiben und darin eine temporäre Kunstausstellung erleben. Doch nicht nur das – mit einem umfangreichen Rahmenprogramm, bestehend aus Performances, Lesungen und Konzerten, sind die Begehungen auch ein sozialer Treffpunkt für Menschen unterschiedlichster Prägungen. Seit 2003 erobern die Begehungen als größtes Off-Kultur-Event der Stadt den Raum und bieten eine unkonventionelle und niederschwellige Herangehensweise an Kunst. Die Begehungen sind ein inklusives und barrierearmes Festival mit umfangreichen Angeboten, bei dem Besucher jährlich am dritten Augustwochenende einen Ort in der Stadt neu erleben können. Der Eintritt ist übrigens frei!

Begehungen

13. - 16.08.2020

FESTIVALS FESTIVALS


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Das Hand in Hand Soli-Ticket zur Unterstützung der Chemnitzer Club- und Kulturszene in der Corona-Krise kann man erwerben unter city-ticket.de

www.kosmos-chemnitz.de

KOSMOS macht gesellschaftlichen Diskurs in Chemnitz sichtbar. Im Zusammentreffen von regionalen und internationalen Akteuren werden unterschiedliche Formate aus den Bereichen Kunst, Kultur, Musik, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft präsentiert. Der KOSMOS versteht sich als eine Plattform für den Austausch zukünftiger Fragen und verhandelt dabei Themen, wie wir unser Miteinander gestalten möchten. Der Innenstadtraum von Chemnitz ist der Austragungsort, dabei werden geübte Plätze, Leerstand sowie öffentliche Flächen und Straßen bespielt. Lesungen, Konzerte, Vorträge, Diskussionen, Ausstellungen und Informationsstände laden dazu ein, die Stadt neu zu entdecken und aktiv zu werden. Mit über 40 Spielflächen an vielen ungewöhnlichen und teilweise neuen Orten konnte sich dieses Format sofort in die Herzen vieler Chemnitzer spielen.

KOSMOS Chemnitz

Juli 2021

www.fuegoalaisla.de

Wenn eine Vision ins Leben gebracht wird und wenn Menschen Hand in Hand für sie gehen, entfaltet sie die Kraft eines Magneten. Diese Vision heißt für die Macher dahinter: Fuego a la isla. Auf einer Insel unweit der Chemnitzer Innenstadt werden die Besucher jährlich in eine kulturelle Parallelwelt abseits des Mainstreams entführt. Unkommerziell, werbefrei und im DIY-Spirit eröffnen sich kreative Räume: von der Slackline-Landschaft über DJ-Areas, vom Kids Space bis zu aktivierenden Workshops. Verschiedene Bühnen werden bespielt, besungen, belebt von internationalen Bands und Performancekünstlern, von Songwriter und Poetry-Slammer. Die einzigartige Dekoration entrückt die Insel der Wirklichkeit und intelligente Feuershows spiegeln das Herzfeuer der Macher für dieses Festival wider. Das fuego a la isla ist kein Konsum-Event. Es verbindet Menschen. Verbinde dich.

Fuego a la isla

21. - 22.05.2021


300.000 Jahre auf drei Etagen: Das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz. SMAC

GREIFBARE KULTURGESCHICHTE SMAC – ein Geschichtsbummel durch 300.000 Jahre Kulturgeschichte mit 6.200 Exponaten auf 3.000 Quadratmetern über drei Etagen: Das ist das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz. Eine multimediale sowie beeindruckend greifbare Ausstellung zeigt den Besuchern, wie der Mensch das werden konnte, was er heute ist. Gleich einer dynamischen Welle integriert sich eine Ikone der Architektur in das zentrale Stadtbild. Entworfen und erbaut vom Stararchitekten Erich Mendelsohn, blickt das ehemalige Kaufhaus Schocken neben internationalem Prestige auch auf eine über 70-jährige Kaufhausgeschichte zurück. Statt zu einem Einkaufsbummel lädt seit 2014 hier das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz zum Geschichtsbummel ein. Auf drei Etagen durchstreift der Besucher die Entwicklung seiner Spezies vom Jäger und Sammler bis ins Heute. Beeindruckendes Herzstück der Dauerausstellung ist das schwebende Sachsenmodell. Über die gesamte Vertikale des Museums durchläuft

es per Videoprojektion die Jahrtausende wie im Zeitraffer. Die archäologischen Exponate verraten manchmal erstaunliche Details und illustrieren anschaulich die Lebenswelten der damaligen Menschen im Gebiet des heutigen Freistaats. Wer weiß denn schon, dass die Menschen in der Region des heutigen Markkleeberg – also direkt um die Ecke – schon vor 280.000 Jahren ihre Lieblingssouvenirs sammelten?

Und plötzlich versteht man: Das sind unsere Vorfahren! Ü b r i g e n s: Im Erkerbereich der Ausstellungen bekommt man neben einem der besten Panorama-Ausblicke über Chemnitz auch einen sehr guten Einblick in die Geschichte des Hauses. Die geschwungenen, langen Räume, die durch fließend weiße Wände von der Dauerausstellung getrennt sind, zeigen im ersten Stock die Geschichte des Architekten Erich Mendelsohn, im zweiten die des Warenhaus-Konzerns Schocken und im dritten des Kaufmanns Salman Schocken.


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www.chemnitzer-hof.de

Erstklassig logieren im Herzen von Chemnitz Er gilt als einer der schönsten Plätze der Stadt: der Theaterplatz. Mehr als ein architektonisches Glanzstück der Stadt ist er umgeben von Opernhaus, den Kunstsammlungen und der Petrikirche und nicht zuletzt dem Hotel Chemnitzer Hof. In seiner eleganten Schönheit feiert das exklusive 4-Sterne-Superior-Hotel in diesem Jahr sein 90-jähriges Jubiläum. Erbaut wurde das Haus als Industriehotel im Jahr 1930. Die Bauzeit betrug gerade einmal anderthalb Jahre, rekordverdächtig zu damaliger Zeit. Der Architekt Prof. Dr.-Ing. Heinrich Straumer ließ dabei Tradition, Architektur der Moderne und Luxus miteinander verschmelzen. Auf diese Weise ist ein besonderer Baustil entstanden. Zu seinen Charakteristika zählen Marmor und Sandstein ebenso wie der lichtdurchflutete Innenhof des Gebäudes. Nach einer umfassenden Modernisierung seit 2012 gilt der Chemnitzer Hof heute als exklusives Haus in urbaner Lage. Die gelungene Kombination von klassischen Elementen des Bauhausstils mit einer modernen, luxuriösen Inneneinrichtung zählt zu den besonderen Merkmalen des Hauses. Insgesamt verfügt das Hotel

über 88 Einzel- bzw. Doppelzimmer sowie drei Suiten und ein Appartement. Alle Zimmer sind komfortabel, je nach Kategorie aber unterschiedlich umfangreich ausgestattet. Zur Ausstattung gehören Boxspringbetten, indirekte Lichtkonzepte und bequeme Sitzgelegenheiten. Kostenloses WLAN, Sky Sport und Bundesliga, eine hauseigene Sauna, Wellnessangebote sowie ein erstklassiger Service runden das Angebot ab. Für das leibliche Wohl der Hotelgäste sorgt das angeschlossene „Opera Restaurant & Lounge“. Den Besucher erwarten hier eine abwechslungsreiche Küche, Cocktails oder auch klassische Drinks. Genau das Richtige, um einen Opernabend oder einen erlebnisreichen Tag mit ausgiebigen Museumsbesuchen in entspannter Atmosphäre ausklingen zu lassen. Im Sommer lädt die Außenterrasse dazu ein, das Treiben auf dem Theaterplatz zu genießen. Dank seiner zentralen Lage eignet sich das Hotel Chemnitzer Hof perfekt für eine Städtereise. Zum Hauptbahnhof sind es nur 500 Meter, die Autobahn ist mit dem Auto in wenigen Minuten erreicht. Hotel Chemnitzer Hof, Theaterplatz 4, 09111 Chemnitz Telefon: +49 (0) 371 684-0, Fax: +49 (0) 371 6762587 E-Mail: info@chemnitzer-hof.de

Für Hotelgäste besonders attraktiv: Gäste des Hauses können den Chemnitzer ÖPNV kostenlos nutzen, um die Stadt mit ihren Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Wer besonders flexibel unterwegs sein möchte, kann auf kostenlose Leihfahrräder des Hotels zurückgreifen.


Hervorgegangen aus verschiedenen bürgerlichen Vereinen, gehören die Kunstsammlungen Chemnitz heute zu den größten und wichtigsten kommunalen Kunstsammlungen in Deutschland. Im Jahr 1909 wurden sie unter dem Dach des König-Albert-Museums zusammengefasst und seit 1920 als städtisches Museum geführt. Die industriellen Entwicklungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts begünstigten einen Reichtum der Stadt, durch welchen sich ein kulturell bedeutendes Mäzenatentum etablierte. Diesem haben auch die Kunstsammlungen Chemnitz viele ihrer Sammlungsschätze zu verdanken. Heute umfassen die Kunstsammlungen Chemnitz die Kunstsammlungen am Theaterplatz mit dem Carlfriedrich Claus Archiv, das Museum Gunzenhauser, das stadtgeschichtliche Schloßbergmuseum mit der Burg Rabenstein sowie das Henryvan-de-Velde-Museum in der von van der Velde gestalteten Villa Esche. Jedes der Häuser lockt mit einem ganz eigenen Stil und Schwerpunkt – und auch der öffentliche Raum steht im Jahr 2020 im Fokus der Kunstsammlungen.

Museum Gunzenhauser


In diesem Zusammenhang spielt auch die Arbeit, die eine solche Institution macht, eine Rolle: Beim Format „Blick hinter die Kulissen“ präsentieren Mitarbeiter monatlich ihre Arbeit in öffentlichen Gesprächsrunden.

Museum Gunzenhauser Häufig werden in Chemnitz Gebäude neu genutzt – so auch in diesem Fall. Das Museum Gunzenhauser, welches nach seinem Schenker, dem Kunstsammler und Galeristen Alfred Gunzenhauser, benannt wurde, befindet sich in den Räumlichkeiten des ehemaligen Hauptsitzes der Sparkasse Chemnitz. Von Fred Otto im Stil des Neuen Bauens entworfen, passt es hervorragend zur Sammlung: Neben zahlreichen Werken von Conrad Felixmüller, Ernst Ludwig Kirchner, Paula Modersohn-Becker oder Gabriele Münter gehören auch große Sammlungen von Otto Dix und Alexej von Jawlensky zum Bestand.

Villa Esche, Innenansicht der Halle

Heiliges Grab

Caspar David Friedrich, Segelschiff

Kunstsammlungen am Theaterplatz Das Jahr 2020 steht ganz im Zeichen des 100-jährigen Bestehens der Kunstsammlungen Chemnitz als städtisches Museum. Darüber hinaus jährt sich zum 160. Mal der Jahrestag der Gründung der Kunsthütte zu Chemnitz, dem bürgerlichen Kunstverein, auf dessen Sammlungsinitiative hin das Museum einst gegründet wurde. Anlässlich dieses doppelten Jubiläums wird im gesamten Haus eine repräsentative Auswahl aus den umfangreichen Beständen der Kunstsammlungen Chemnitz gezeigt.

Schloßbergmuseum Als Museum für Stadtgeschichte befindet sich das Schloßbergmuseum selbstverständlich in einem historischen Gebäude: erst Kloster und Gründungsort der Stadt, dann Jagdschloss und heute Ausstellungsfläche – die Geschichte hinter dem Ort ist mindestens genauso spannend wie die der einmaligen Sammlung. Das vielleicht spannendste Objekt in der Präsentation ist das sogenannte „Heilige Grab von Chemnitz“ – ähnliche Ensembles gibt es in Europa nur noch drei Mal. Doch auch die Sonderausstellungen faszinieren in vielerlei Hinsicht und geben Einblicke in teils noch unentdeckte Gebiete der Stadtgeschichte.

Henry-van-de-Velde-Museum Der Textilfabrikant Herbert Eugen Esche beauftragte 1902 den Designer und Architekten Henry van de Velde, eine Villa samt Interieur zu entwerfen. In diesem Gesamtkunstwerk sind heute das zu den Kunstsammlungen gehörende Henry-van-de-VeldeMuseum, Veranstaltungsräume und ein Restaurant untergebracht.

Gegenwarten | Presences. Burg Rabenstein Sie gilt als kleinste mittelalterliche Burg Sachsens und ist mit dem Burgmuseum, zumindest verwalterisch, Teil des Schloßbergmuseums. Von Mai bis Oktober kann man die Innenräume besichtigen und zu Ostern lockt das Mittelalterfest jährlich viele Menschen an. Berühmtester Bewohner der Burg ist wohl der 1645 dort geborene Hans Carl von Carlowitz, der „Begründer der Nachhaltigkeit“.

Kunst Stadt Chemnitz Bei diesem von der Kulturstiftung des Bundes maßgeblich unterstützten Ausstellungsprojekt im öffentlichen Raum wird die Chemnitzer Innenstadt im Sommer 2020 zum Interventionsraum für zeitgenössische Kunst. Mehr als 20 renommierte internationale Künstler und Kollektive sind eingeladen, sich mit der Geschichte der Stadt und ihrer Gesellschaft auseinanderzusetzen und für den Stadtraum ortsspezifische Arbeiten – Interventionen und Skulpturen, Installationen und Performances – zu entwickeln. Veranstaltet wird das Projekt von den Kunstsammlungen Chemnitz.

K U N S T & K U LT U R

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1 - Altes und Neues Rathaus

6 - Esse

11 - Karl-Marx-Monument

16 - Villa Esche

Die Frage ist berechtigt: Welches

Mit 302 Metern Höhe ist die um-

Er schaut stets etwas grimmig

Damals auf dem Acker erbaut,

ist welches? Ganz einfach: Das

gangssprachlich „Lulatsch“ ge-

und hat inzwischen auch schon

thront die Villa der Familie Esche

Alte sieht neuer aus. Das Neue

nannte

vermutlich

viel gesehen. Der Nischel, das

heute

Rathaus wurde bei den Luftan-

höchste

der

Wahrzeichen

War

oberhalb des Chemnitzer Stadt-

griffen im Jahr 1945 verschont,

Die 18.000 Quadratmeter große

er zwischen 1971 und 1989 vor

parks. Der erfolgreiche Textil-

das Alte Rathaus und die dahin-

Außenhülle des Heizkraftwerk-

allem Kulisse für sozialistische

fabrikant Esche verpflichtete den

terliegende Jakobikirche nicht.

Schornsteins wurde nach einem

Jubelfeiern, so ist der 40-Tonnen-

Designer Henry van de Velde, das

Die

Inneren

Entwurf des französischen Künst-

Koloss

Haus als Gesamtkunstwerk zu

des Doppelrathauses können bei

lers Daniel Buren gestaltet, der

Chemnitzer Fotomotiv, Skater-

einer Rathaus- und Turmführung

sieben etwa gleichgroße farbige

treffpunkt und die wohl schwerste

ebenso erkundet werden wie der

Abschnitte vorsieht. Von Aqua-

Deko für die Konzerte am Kopp.

Hohe Turm.

marin bis Verkehrsgelb strahlt sie

Kostbarkeiten

im

Esse

das

Kunstwerk

Welt.

der

heute

Stadt.

das

beliebteste

auf

dem

Kapellenberg

gestalten. 17 - Rabenstein - Burg, Felsendome, Stausee

nachts dank 168 LED-Leuchten

12 - DAStietz

Im Chemnitzer Westen lassen

2 - Roter Turm

weit über die Stadtgrenzen hin-

Kultur im Keller, Bildung unterm

sich nachhaltig Eindrücke sam-

Ob der Name vom roten Porphyr-

weg.

Dach. Das Kulturkaufhaus hält in

meln, schließlich wurde mit Carl

jeder Etage eine neue Entdeckung

von Carlowitz der Begründer der

tuff oder der langen Nutzung als Kerker stammt, ist der Fantasie

7 - Schönherrfabrik

parat. Der Club Atomino im Keller,

Nachhaltigkeit auf der Burg Ra-

überlassen. Offensichtlich regte

Eine gelungene Verbindung von

der versteinerte Wald im Atrium

benstein geboren. Die kleinste

der Turm auch die Fantasie eines

Industrie und Kultur, Arbeit und

und darüber alles für Wissens-

sächsische Burg ist ein beliebtes

Produktdesigners an, der die Form

Entspannung: Das ist die Schön-

hungrige und Kunstinteressierte:

Ausflugsziel und liegt sozusagen

bereits 1968 für ein bekanntes

herrfabrik. Fitness oder Wellness,

die Stadtbibliothek, die Volks-

in der Chemnitzer Entspannungs-

Spülmittel fit machte.

danach ein kulinarisches Erlebnis

hochschule,

für

oase – viel Wald inklusive Tier-

im Max Louis oder entspannt

Naturkunde

Neue

park, Wildgatter und Kletterwald,

3 - Siegertsches Haus

im Café ankh Freunde treffen –

Sächsische Galerie.

Das Haus mit seiner verschnör-

das und noch viel mehr geht in

kelten rosa Barockfassade am

dem historischen Ensemble.

das

Museum

und

die

dem beliebten Stausee und der Felsendome Rabenstein.

13 - Atomino Quasi die Mutter aller Clubs und

18 - Clubkino

gar nicht in die Zeit und irgendwie

8 - Theaterplatz

Brutstätte einer brodelnden – ja

Gemütlich im Drehsessel Platz

auch nicht zu dieser Stadt. Und

Was diesen Platz so besonders

was eigentlich? Der bekannteste

nehmen und schon vor dem Film

doch ist zumindest sein Namens-

und sehenswert macht, sind seine

Chemnitzer Club ist immer für

das Kino genießen – das ist das

geber entscheidend für die Chem-

„Ränder“: das König-Albert-Mu-

eine Überraschung gut, egal ob

Clubkino Siegmar: ausgesuchte

nitzer Geschichte, war es doch

seum mit den Kunstsammlungen,

Konzert, Bingo, gepflegte Tanz-

nationale und internationale Filme

Johann Georg Siegert, der sieben

das Opernhaus, die St. Petrikirche

veranstaltung

abseits vom großen Mainstream-

mazedonischen Kaufleuten den

und das im Bauhausstil errichtete

Disko.

Cinema.

Weg ebnete, damit sie den Grund-

Hotel Chemnitzer Hof. Im Sommer

stein für die Chemnitzer Textil-

ist es der schönste Platz für Open-

14 - Museum Gunzenhauser

19 - Zeisigwald

industrie legen konnten.

Air-Konzerte und Filmnächte.

Für dieses Haus gibt es nur ein

Erholungsfaktor garantiert: Der

Wort:

Zeisigwald

Rande des Marktplatzes passt so

oder

einzigartig.

PingPong-

Fast

2.500

zählt

durch

seine

4 - Stadtbad

9 - Kunstsammlungen

Werke von 270 Kunstschaffenden

Wanderwege, zahlreiche Wald-

Beim Schwimmen muss der Mund

Außerhalb der aufsehenerregen-

der

die

teiche und den Ausblick über die

ja möglichst geschlossen bleiben.

den Sonderausstellungen bedient

Sammlung des mit klaren Linien

Stadt bis ins Erzgebirge zu den

Im Stadtbad kann es passieren,

sich das Museum am Theaterplatz

im Stil des Neuen Bauens von

absoluten Natur-Highlights. Mit-

dass er vor Faszination offen

aus dem Bestand von mehr als

Fred Otto errichteten ehemaligen

ten im 600 Hektar großen Misch-

bleibt. Die klaren Linien der

100.000 Objekten wie Gemälden,

Sparkassengebäudes,

wald lädt die Zeisigwaldschänke

Fassade setzen sich auch im

druckgrafischen Blättern, Plas-

heute das Museum beherbergt.

Inneren fort und machen den

tiken, Stoffen und der weltweit

Besuch in einem der einst größten

einzigen Museumssammlung von

15 - Marianne-Brandt-Haus

und

Strumpfkollektionen der Jahre

Produktdesign in höchster Voll-

1880 – 1910.

endung. Die Entwürfe der meist

20 - Schauplatz Eisenbahn

in Metall gehaltenen Gebrauchs-

Immer wieder taucht in Chemnitz

10 - Industriemuseum Chemnitz

gegenstände

Designerin

der Name Richard Hartmann auf.

5 - Schloßviertel

Das lebendigste Zeugnis sächsi-

Marianne Brandt sind bis heute

Kein Wunder – der sächsische

Unterhalb des alten Benediktiner-

scher Industriegeschichte. Die

stilprägend. In den öffentlich zu-

Eisenbahnkönig hat die Industrie-

klosters stehen die ältesten er-

aufwändig zum Museum umge-

gänglichen Studienräumen auf

geschichte der Stadt entschei-

haltenen Wohnhäuser der Stadt.

baute ehemalige Gießerei Escher

dem Kaßberg befindet sich ein

dend

Dafür sollte man Zeit und Appetit

überzeugt mit modernem Ausstel-

Archiv zur Arbeit der renommier-

Dampfloks sind Teil der Sammlung

mitbringen, denn die Restaurants

lungskonzept und erzeugt beim

ten Künstlerin.

des größten noch funktionsfä-

in den Häusern sind eine kulinari-

Besucher den einen oder anderen

higen

sche Pause wert.

Aha-Effekt.

werks Europas.

modernsten

Hallenbäder

Europas zu einem besonderen Erlebnis.

Moderne

umfasst

welches

wahlweise mit ausgezeichnetem Eis oder leckerem Glühwein zur

der

Rast ein.

geprägt.

Einige

seiner

Dampflok-Bahnbetriebs-


20mustsee2020. 1

6

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20

MUST SEE

20


WIEGE DER DYNAMIK

Wirkbaugelände mit Lichtinstallation „Europa“


Die fast beispiellose Entwicklung der Industrie in der Region Chemnitz hat ihre Wurzeln im Willen zur Veränderung. Sich aus Kreativität oder wandelnden Bedingungen heraus immer wieder neu zu entdecken, zu definieren und aufzustellen, ist in ihrem energiereichen Schwung eine Spezialität, gewissermaßen der Treibriemen für sinn- und erfolgsstiftende Veränderungen hierzulande. Und diese Dynamik ist industriegewordene Kultur in der Region. Hier haben aus dem Textilmaschinen- und Automobilbau, der Rohstoffgewinnung gemeinsam mit Erfindergeist und Forscherdrang begehrte Produkte den Weg in die Welt gefunden. Aber was bleibt, wenn die Dinge sich einmal mehr ändern und neue Wege gegangen werden müssen? Man ist der Dynamik treu und pflegt diese besondere Industriekultur der Industrieregion Chemnitz mit einem frischen Blick nach vorn.

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Von Chemnitz aus 500 Jahre Industriekul in Sachsen entdecken Seit 500 Jahren ist Sachsen von Bergbau und Industrie geprägt. Angelockt von Silberfunden Ende des 15. Jahrhunderts, befeuert durch Steinkohle, harte Arbeit und Erfindungsgeist entstand hier eine einzigartige europäische Kulturlandschaft auf Basis der Industrie. Die 4. Sächsische Landesausstellung „Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen“ widmet sich im Jahr 2020 diesem elementaren Bestandteil sächsischer Identität. Die Zentralausstellung in Zwickau und sechs vertiefende Schauplatzausstellungen in Chemnitz, Oelsnitz, Zwickau, Crimmitschau und Freiberg präsentieren die sächsische Industriekultur von der Vergangenheit bis in die nahe Zukunft. Mit dem Begriff „Industriekultur“ kann dabei die sächsische Mentalität und Kultur ganz neu verstanden werden. Industriekultur bezieht sich dabei nicht allein auf die Geschichte von Unternehmen und Produktionen, sondern schließt auch die Folgen von industriellen Innovationen auf Menschen, Kultur und Umwelt mit ein. Wie Schimanski und Trinkhalle zur Industriekultur des Ruhrgebietes zählen, so gehören Räuchermann und Revolution, Audi und Trabi zu Sachsen. Die alte Weisheit, dass alles vom Berge her kommt, ist dabei die Basis, mit der sich die sieben Ausstellungen zusammenführen lassen. Die Entdeckung gewaltiger Silbervorkommen im westlichen Erzgebirge vor über 500 Jahren führte zu einem enormen Boom in Sachsen und schuf die Basis für die Industrieregion. Damit begann hier eine Erfolgsstory, die bis in die Gegenwart andauert und sich durch alle Kriege, Revolutionen und Umbrüche immer wieder neu erfand. Kontinuierlich seit zwei Jahrhunderten ist Chemnitz wirtschaftlicher Motor in Deutschland und heute innovativer Wirtschaftsstandort. Die Stadt ist damit ein idealer Ausgangspunkt für einen Besuch der Sächsischen Landesausstellung, die vom 11. Juli bis 31. Dezember erstmals nicht nur an einem Ort, sondern dezentral an verschiedenen Orten in der Region Südwestsachsen stattfindet. Die Zentralausstellung in Zwickau erzählt diese Geschichte von Traditionen und permanenten Aufbrüchen. Auf 2.500 m² wird die Industriekultur in Sachsen vom Silberbergbau im Mittelalter, die Klassenkämpfe im Kaiserreich, bis in die nahe Zukunft zu künstlicher Intelligenz beleuchtet. Über 500 Exponate erzählen und belegen die reiche Industriekulturgeschichte Sachsens. Die Schätze der Zentralausstellung

August Horch Museum in Zwickau

Schauplatz Eisenbahn in Chemnitz


Industriemuseum Chemnitz

ltur

So geht es beim SilberBoom in Freiberg 150 m unter Tage darum, die Ursprünge des sächsischen Reichtums zu erkunden. Ein direktes Produkt des Bergbaus in Sachsen ist die Steinkohle, die es in Westsachsen reichlich gab und die im 19. Jahrhundert einen KohleBoom auslöste. Dadurch wurde Sachsen zu einem Kernland der Industriellen Revolution. Im Schatten des ehemaligen Förderturms im Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge kann man ab April in einer runderneuerten Ausstellung die Abbaubedingungen und dessen Folgen bis heute nachvollziehen. Die Kohle aus dem Berg wurde zum „Brot der Industrie“ und zur Nahrung für viele Maschinen in der Zeit der Industrialisierung. Dadurch wurde Sachsen zur Wiege des deutschen Maschinenbaus. Hier werden seit mehr als 200 Jahren Maschinen konstruiert und produziert: vom filigranen Uhrwerk aus Glashütte bis zum Hightech-Bearbeitungszentrum aus Chemnitz. Doch was ist eine Maschine und welche Rolle spielen Maschinen in unserem Leben? In der Schauplatzausstellung MaschinenBoom ergründet das Industriemuseum Chemnitz das vielfältige Verhältnis zwischen Mensch und Maschine.

Die bekanntesten und beliebtesten kohlebetriebenen Maschinen sind die Eisenbahnen, deren Bau in Sachsen ebenfalls eine lange Tradition hat. Inmitten einer einzigartigen Atmosphäre auf einem der größten Rangierbahnhöfe Europas erzählt der Eisenbahn Boom in Chemnitz-Hilbersdorf die wichtige Bedeutung der Eisenbahn für den Menschen. Auf dem Gelände des Schauplatz Eisenbahn kann man zwischen historischen Dampf- und Dieselloks in der rußigen Atmosphäre eines Ringlokschuppens die industrielle Vernetzung von Mensch, Rohstoffen und Produkten in einem industriehistorischen Freilichtmuseum erkunden. Der Bergbau in Sachsen schuf Wissen, Rohstoffe und Infrastrukturen, von denen wichtige andere Industriezweige profitierten. So auch die Textilindustrie, die in Sachsen bis zur Wende 1989/90 eine Leitindustrie war. Dieser TextilBoom wird an dem einzigartigen Schauplatz der Tuchfabrik Gebr. Pfau in Crimmitschau spürbar. Dort ermöglicht der original erhaltene Maschinenbestand aus 100 Jahren eine Zeitreise in die Textilgeschichte. Ein weiterer wichtiger Industriezweig ist die Automobilindustrie, die bis heute für viele Menschen in der Region Arbeit und Identität birgt. Legendäre Marken wie Audi, DKW und Trabant wurden in Südwestsachsen geboren. In der Ausstellung AutoBoom beleuchtet das August Horch Museum in Zwickau die Geschichte der Automobilität und fragt nach deren Zukunft. Insbesondere steht dabei die in Sachsen beheimatete Autoproduktion im Fokus. Zusätzlich zu den Ausstellungen bieten die Chemnitzer Schauplätze ein umfangreiches Begleitprogramm.

Dampfmaschine im Industriemuseum Chemnitz

werden in einem authentischen Gebäude präsentiert: dem traditionsreichen Audi-Bau in Zwickau. Authentisch sind auch die Orte der Schauplatzausstellungen: Sechs Industriemuseen stellen jeweils eine für die sächsische Industriegeschichte wichtige Branche vor, wo sie einst jeweils betrieben wurden.

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„Kultur gibt es nicht ohne Industrie“ Gleich zwei Standorte der Sächsischen Landesausstellung „Boom 2020“ befinden sich in Chemnitz: der Schauplatz Eisenbahn in Chemnitz-Hilbersdorf und das Industriemuseum Chemnitz an der Zwickauer Straße. Beide Museen werden im Jahr 2020 durch Ausstellungen und Aktionen ihre Sicht auf die Industriegeschichte der Stadt zeigen. Mit dem Zug sind es drei Stationen – und genau dort treffen Sven Liebold, Mitglied des Vorstandes beim Schauplatz Eisenbahn und Jürgen Kabus, Sammlungsleiter des Industriemuseums, aufeinander. Wir treffen uns am Bahnhof ChemnitzHilbersdorf. Ein Dienstag im Dezember, es ist kalt und der Zug ist pünktlich. Auf uns warten 14 Minuten Bahnfahrt und ein Glas voller Fragen. Einsteigen, Fahrkarte zeigen, Setting einrichten, los. Man könnte meinen, die Protagonisten haben sich farblich aufeinander abgestimmt. Der Zug ist angefahren, die Kamera läuft und Jürgen Kabus zieht die erste Frage für Sven Liebold. Jürgen: Sven, Bahn und Chemnitz – was fällt dir spontan dazu ein? Sven: Viel! Einer der größten Rangierbahnhöfe Europas war mal hier. Mit dem Schauplatz Eisenbahn gibt es hier nicht nur einen Landesausstellungspunkt, sondern auch ein wunderschönes, riesengroßes Museum. Ansonsten: Reisen und die Anbindung an viele schöne Städte. Nächste Frage! Sven fischt eine für Jürgen aus dem Glas. Sven: Wen wünschst du dir als Besucher nächstes Jahr? Jürgen: Alle! Als Museum habe ich keinen Lieblingsbesucher. Ich wünsche mir ganz viele Menschen, die nach Chemnitz kommen.

Ich denke, es gibt nicht DAS Highlight, es gibt viele Highlights.

Die Tour mit Sven Liebold (links) und Jürgen Kabus endete im Industriemuseum Chemnitz - vor einer orgininalen Hartmann-Lok.

Ein Interview auf dem Weg zur Landesausstellung 2020


Klare Antwort, weiter geht’s. Jürgen zieht für Sven. Jürgen: Warum sollte niemand Boom 2020 verpassen? Sven: Weil es toll und interessant ist. 500 Jahre Industriegeschichte in Sachsen – da werden wirklich fast alle Bereiche abgedeckt, für die man sich wenigstens ein bisschen interessieren sollte! Jürgen: Das finde ich gut — Boom ist Verstehen. Man ist sich einig. Vielleicht ein bisschen viel Harmonie an Bord; aber das ist ja erst der Anfang. Nächste Frage für Jürgen.

Sven: Ein aktuelles Beispiel ist ja auch der Thales-Triebwagen, der im oberen Erzgebirge als Versuchsträger für moderne Technologien dient, Stichwort: autonomes Fahren. Noch funktioniert das nicht ganz autonom, es sitzt noch immer ein Mensch dabei, aber es geht um unterstütztes Fahren durch Computertechnik. Dialog statt Fragespiel. So hatten wir uns das vorgestellt. Sven: Fahrschein – klassisch Automaten oder per App?

Jürgen: Die Frage ist nicht einfach zu beantworten. Chemnitz steht ja für Produktion – aber Produktion ohne Mobilität bringt nichts. Damit kommen wir wieder zur ersten Frage: Ohne Eisenbahn kein Warentransport und ohne Warentransport kein Verkauf. Beides hat die Chemnitzer Industriegeschichte maßgeblich geprägt. Deswegen gibt es ja den Eisenbahn- und den Maschinenboom hier. Produktion und Mobilität. Durchsage. Wir sind am Hauptbahnhof angekommen. Davon lässt sich im Zug aber niemand beirren. Das Prinzip ist jetzt klar und so langsam nimmt das Gespräch an Fahrt auf. Jürgen: Museum – ein Ort für Geschichte oder Ort für die Zukunft? Sven: Beides. Geschichte, das ist der Anker in Museen. Aber es gibt immer auch Perspektiven in die Zukunft, die man dort genauso darstellen kann und sollte. Jürgen: In Bezug auf die Eisenbahn? Sven: Ja, wir haben aktuell dazu noch keine Ausstellung, aber perspektivisch könnte ich mir vorstellen, dass das auch kommt. Gerade in Hinsicht auf Berufsperspektiven oder Berufe bei der Bahn. Jürgen: Das halte ich für eine gute Idee. Unser Ausstellungskonzept basiert zu einem großen Teil auf der Zukunft, wir wollen verhandeln, wo es hingeht, welche Rolle Maschinen in der Gesellschaft spielen und ob eine Maschine gut oder schlecht ist.

Die Eisenbahnfans, das merkt man, kennen sich aus. Optimismus pur – auch zwischen den Zeilen. Zeit für eine vorerst letzte Frage vor dem Zielbahnhof. Jürgen zieht für Sven.

am

Jürgen: Fahrschein? Wir brauchen einen Fahrschein? Sven: Ich weiß es nicht.

Sven: Was hat die Chemnitzer Industriegeschichte mehr beeinflusst: Produktion oder Mobilität?

Sven: Bei uns ist das ähnlich. Wir haben die Landesausstellung und dann das Heizhausfest im Oktober. Es gibt Sonderausstellungen und eine ordentliche Grundausstellung, in der es auch darum geht, wie die Eisenbahn das Leben verändert hat.

Gelächter. Zeit für etwas mehr Historie. Frage an Sven. Jürgen: Wenn du in die Chemnitzer Geschichte zurück reisen dürftest – wohin würdest du reisen? Sven: Ich glaube, ich hätte mir das Hartmann‘sche Werk mal live angesehen. Die Anfänge der Industriegeschichte hier in Chemnitz – das fände ich sehr interessant. Aus dem Off interessiert uns ja jetzt auch Jürgens Antwort. Jürgen: Ich glaube, ich würde Chemnitz gerne um 1800 besuchen und mir die erste Spinnerei ansehen. Aber auch die Auf- und Umbrüche, die Akteure der Stadt, Schönherr zum Beispiel, fände ich auch sehr spannend. Zu sehen, wie Schönherr und Hartmann miteinander gearbeitet und sich in die Wolle bekommen haben – man kriegt das ja so nur aus den Akten mit. Zurück in die Gegenwart: Boom 2020. Und Sven ist dran mit fragen. Sven: Was ist das Highlight 2020 in deinem Haus? Jürgen: Das Highlight ist natürlich die Landesausstellung – aber wir haben noch mehr im Programm. Beispielsweise die Museumsnacht oder die Tage der Industriekultur. Ich denke, es gibt nicht DAS Highlight, es gibt viele Highlights ab dem 11. Juli.

Jürgen: Industrie oder Kultur? Sven: Industriekultur – irgendjemand hat mal gesagt, den Begriff gibt’s gar nicht. Der hat sich allerdings in den letzten Jahren sehr etabliert und ich denke es passt zusammen. Und das, was jetzt hier grade passiert, ist Industriekultur. Jürgen: Aber du kannst doch nicht das „oder“ aus der Frage streichen. Sven: Doch. Industrie und Kultur können sich ergänzen. Wir haben hier in Chemnitz Industrie, auch moderne Industrie. Und die Kultur setzt sich auch aus dem zusammen, was die Industrie mal hervorgebracht hat und gewesen ist. Das geht von der Erinnerung in Museen bis hin zur Kunst. Jürgen: Ich bin da ganz deiner Meinung. Das „oder“ in der Frage ist falsch. Und wenn Industriekultur, dann natürlich in Chemnitz. Sven: Sowieso, wir haben es gewissermaßen erfunden. Chemnitz-Mitte: Zielbahnhof. Es ist kalt, aber Sven und Jürgen haben sich warm geredet. Zu Fuß geht es weiter ins Industriemuseum. Dabei werden noch einmal die großen Themen verhandelt und natürlich wird auch noch einmal zurück gefragt: Warum wurde das „oder“ aus der letzten Frage gestrichen?

Die Antworten und Diskussionen dazu gibt es im Web unter:

www.industriekultur-chemnitz.de

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Wer sich dem Herbergsgebäude nähert, wird schnell auf die besondere Architektur im Stil der klassischen Moderne aufmerksam. Das 1908 erbaute Gebäude wurde in den 1920er Jahren nach Entwürfen des Architekten Friedrich WagnerPoltrock zu einem Transformatorenwerk umgebaut. Von 2009 bis 2012 ließ der Energieversorger „eins“ das architektonisch bedeutende Industriebauwerk aufwändig sanieren. Dabei wurde die ehemalige Werkhalle zu einem 12 Meter hohen Foyer mit LoftCharme umgestaltet. Eine alte Kranbahn an der Hallendecke und eine 3,5 Tonnen schwere, aus dem Boden ragende Schwungradhälfte aus dem Jahr 1929 verstärken den ursprünglichen IndustrieCharakter. Seit dem 1. Juni 2012 können Gäste aus nah und fern in der Jugendherberge Chemnitz „eins“ übernachten, welche neben dem besonderen Flair mit einer modernen Ausstattung überzeugt. Insgesamt verfügt die Unterkunft über 131 Betten in 3- bis 8-Bettzimmern sowie fünf Familien- und drei barrierefreien Zimmern. Alle Zimmer sind mit Dusche und WC ausgestattet. Ein einladender Speisesaal, zwei moderne Konferenz- und Schulungsräume, Freizeiträume sowie eine Open-Air-Lounge, ein BBQ-Platz und Tischtennisplatten im Innen- und Außenbereich machen die Herberge zu einer idealen Unterkunft für Schulklassen, Studierende, internationale Gäste und Familien. Übernachtungen werden grundsätzlich inklusive Frühstück angeboten, Halb- und Vollpension sind ebenfalls erhältlich. Für Veranstaltungen, Seminare und Tagungen lassen sich Räume auch separat mieten. Besondere Angebote zu günstigen Preisen macht die barrierefrei und als familienfreundlich zertifizierte Herberge für Gruppen- und Familienreisen sowie für Ferienfreizeiten. Dank der zentralen Lage bietet das Hostel im Herzen Chemnitz‘ einen idealen Ausgangspunkt für Ausflüge und Erkundungen im Stadtgebiet und darüber hinaus.

Buchungen und Reservierungsanfragen unter:

chemnitz-city@jugendherberge.de www.chemnitz-city.jugendherberge.de

Wandels Wandels

Das Jahr 2020 steht im Freistaat Sachsen ganz im Zeichen der Industriekultur. Auch Chemnitz und das Umland haben viele industrielle Highlights zu bieten. Eine passende Unterkunft ermöglicht die Jugendherberge Chemnitz „eins“ unmittelbar im Chemnitzer Stadtzentrum am Getreidemarkt.

Hauptstadt des

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Industriekulturelles Übernachten „Jugendherberge Chemnitz eins“

Sich immer wieder neu erfinden unter den Bedingungen von historischen Entwicklungen, das lässt sich mit Blick auf die Chemnitzer Metamorphosen der vergangenen Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte als eine besondere Spezialität der Stadt beschreiben.

Vielleicht ist gerade diese Wandlungs- und Anpassungsfähigkeit ein wichtiger Fixpunkt in der sich immer wieder neu zu entdeckenden Identität der sächsischen Metropole am Fuße des Erzgebirges. So schreibt denn die Stadtgeschichte von Chemnitz bis heute ihre ganz eigenen Epochenbegriffe, die sich alle unter einem Dach wiederfinden können, nämlich dass sich am Ufer des gleichnamigen Flusses eine Hauptstadt des Wandels und der Möglichkeiten etabliert hat.


Wirkbau

Schönherrfabrik

Der vor dem 2. Weltkrieg im Volksmund als Schubert und Salzer bekannte Industriekomplex, unmittelbar am Ufer der Chemnitz gelegen, bestimmt auch heute nicht nur durch seinen architektonisch interessanten Glockenturm die Silhouette des Chemnitzer Stadtbildes. Vielmehr gehört er zu einem der größten noch vorhandenen seiner Art und ist geradezu modellhaft für den Umgang in der Stadt mit ihrem industriellen Erbe. Gänzlich anders geartet in Architektur und Gebäudeaufteilung als andere noch erhaltene Industrieareale dieser Art, bekommt man beim Betreten des Geländes des früheren Wirkmaschinenbaus einen besonderen Eindruck von der Wucht der industriellen Kraft dieser Stadt. Lässt man sich beim Gang durch die schluchtenartigen Wege zwischen hochaufragenden und denkmalgeschützt modernisierten Werkstattgebäuden und Hallen auf das Areal ein, kann man mit einem phantasiebegabten Ohr noch das Stampfen der Strumpfwirkmaschinen hören und deren nimmermüden fertigenden Puls sowie die Geschäftigkeit jener Hochzeit der Industrieproduktion in Chemnitz spüren. Die Geschäftigkeit und der wirtschaftende Puls sind zurückgekehrt auf das Gelände zwischen Annaberger Straße, Gleisbogen und dem heute als Partylocation bekannten Südbahnhof.

Etwas weiter im Norden und doch auch in unmittelbarer Nähe zum Fluss hat an der Schönherrstraße die ehemalige Schönherrfabrik zu neuen Bestimmungen gefunden. Architektonisch anders als der Wirkbau folgt sie doch ebenfalls der Chemnitzer Umnutzungsidee früherer, heute jedoch erhaltenswerter Industriebauten. In der ehemaligen Sächsischen Webstuhlfabrik des Louis Ferdinand Schönherr haben zahlreiche kleine Unternehmen wie eine Eventagentur, IT- und Software-Entwickler, das gemütliche Café ankh, das für seine exzellente Küche gerühmte Restaurant maxlouis, die gleichnamige und nicht minder gut kochende Kantine, Fotostudios, Künstler mit ihren Ateliers und sogar eine bekannte Chemnitzer Punkband mit ihren Proberäumen neue Domizile gefunden. Ein Fitnessstudio für Frauen, ein exklusives Sportgeschäft und auch ein Wellnessstudio lassen sich hier finden. Und so kommt die Umnutzung der Schönherrfabrik ebenfalls einer Wellnesskur gleich, die nicht nur dem Gelände und den historischen Industriegebäuden eine neue Frische mitgegeben hat.

Zahlreiche kleine Gewerke und Unternehmen, Künstler wie Osmar Osten und das Restaurant Nomad haben sich hier angesiedelt und füllen den Komplex wieder mit Leben und wirtschaftlichen Ambitionen. Und so werden im Wirkbau, ganz im Sinne des in der Stadt sesshaften Glaubens an die Erneuerung durch den Wandel, keine Strümpfe mehr gewirkt, sondern neue, auch unternehmerische Träume verwirklicht. Und wer weiß, vielleicht gehören Strümpfe auch bald wieder dazu. Uhrenturm im Wirkbau

Schönherrfabrik

Restaurant Nomad im Wirkbau-Gelände I N D U S T R I E K U LT U R

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SCHLENDERN DURCHS LEBEN

Chemnitzer Empfehlungen von Isabelle Weh und Uwe Dziuballa Streifzüge beginnen mit dem Wunsch nach der ungeplanten Entdeckung. Und manchmal schlummert dieser Wunsch im Aufbruch, in der Suche nach den kleinen Ungewöhnlichkeiten im Dasein. Er ruht auch im kreativen Impuls, vielleicht völlig gegensätzliche Dinge miteinander in Verbindung zu bringen. Wenn man dann so will, ist Chemnitz geradezu prädestiniert, als eine Big-City der gelebten und angewandten Kreativität zu gelten. Selten ist zu finden, dass eine Stadt ein fast unerschöpfliches Reservoir an Entfaltungsmöglichkeiten bietet. Das ist hier so, weil die Bedingungen und die Ausgangslagen so unterschiedlich in dieser Stadt nebeneinander stehen und oft nicht auf den ersten Blick ins Auge des Betrachters fallen. Gar nicht so viel anders ist es bei der Begegnung von Isabelle Weh mit Chemnitz geschehen. Und man kann nicht unbedingt feststellen, dass es sofort um sie geschehen war. Mit dem Wunsch im Herzen, ein eigenes Theater leiten zu können, geriet ihr, ein Jahrzehnt ist es jetzt her, eine Anzeige vor die Augen, in der das heutige Fritz Theater damals nach neuen Pächtern suchte. Gerade erst in München angekommen fiel ihr denn auch ein weiterer Artikel in der Süddeutschen Zeitung in den Blick, über einen Herrn Uwe Dziuballa, der in der Stadt mit dem Wunschtheater das jüdische Restaurant „Schalom“ schon viele Jahre führte. Man kannte Chemnitz nicht, aber wenn ein solches Restaurant in dieser Stadt zu den bekannten kulinarischen Adressen gehörte, dann könne es da auch mit einem weiteren Theater funktionieren. Man schrieb ihn also an, diesen Herrn Dziuballa und fragte, wie es denn sei, in dieser Stadt und bekam als Antwort, ganz und gar typisch für die Chemnitzer Art, die nicht ausschließlich euphorisch die eigenen Dinge beschreibt, eine in jeweils zehn Punkten ausgewogene Pro- und Kontra-Liste zur Beschreibung der designierten neuen Heimat.

Der Rest ist Geschichte. Es müssen wohl doch die ProArgumente das stärkere Gewicht gehabt haben, denn heute gehört das unabhängige Fritz-Theater zu den etablierten Spielstätten in Chemnitz. Geleitet in erster Instanz von Isabelle Weh, Alicia Weirauch und Hardy Hoosman, hat es seinen Standort in einem überwiegend von Wohnbebauung geprägten Siedlungsgebiet am nordwestlichen Rand der Stadt. Dabei beginnt hier schon die nächste, die Möglichkeitendichte von Chemnitz aber durchaus bezeichnende, ungewöhnliche Geschichte. Denn dass sich ein solches Theater, im Grunde fernab der kulturelle Angebote bietenden City, etablieren konnte, hat viel mit Kreativität, dem Spielwitz und -vermögen des Ensembles, dem über die Jahre stets gewachsenen Freundeskreis, mit Ausdauer und immer wieder neu erkämpftem Mut zu tun. Denn die Spielstätte befindet sich im ehemaligen Kulturhaus und Kino der früheren Wismut AG. Weiß man heute um das Leben in diesem Haus mit seinen 250 Plätzen, dann leuchtet es wie ein durch eigene Kraft glänzender Solitär nicht nur in diesem eher ruhigen Wohngebiet, sondern auch in der ebenfalls sehr beachtlichen Chemnitzer Kulturlandschaft. Dabei war der Start, wie Isabelle Weh es beschreibt, absolut heftig. „Aber,“ so Weh, „man hat gemerkt, dass es stetig bergauf geht, dass immer mehr Zuspruch kam.“ Man habe eine Hilfsbereitschaft gespürt, die man zum Beispiel in München nicht so erlebt hätte. So viele Menschen hätten Unterstützung nicht nur zugesagt, sondern dazu beigetragen, dass es immer weiter ging und das ohne, wie Isabelle Weh es ausdrückt, gleich die Hand aufzuhalten. „Man hat das Projekt kaum ausgesprochen, schon standen fünf Leute da und hätten gesagt, ja, komm, ok, machen wir´“, beschreibt Weh die Anfangsjahre. Das Repertoire des Theaters bietet nicht erst seit heute unter anderem bekannte Krimi-Klassiker, frech-frische Komödien und viel gelobtes und hochprofessionelles, wie Uwe Dziuballa es bezeichnet, Kinder-Theater. Den Charakter, die Art dieses Hauses, diese Herzlichkeit finde man andernorts nicht ohne Weiteres, schwärmt Dziuballa. Liest man gelegentlich Rezensionen zu den Stücken dieser Bühne, kann man, schon vor einem Besuch, die herrlich fröhliche Leichtigkeit der Inszenierungen spüren, die sich später auch bei einem Besuch erleben lässt. Man erfährt den Wunsch dieser Theatermacher, in perfektionistischer Lebendigkeit Schauspielerlebnisse zu schaffen. Solche, die nicht nur in die Stadt wirken wollen, sondern den Besuchern Aha-Erlebnisse, charmante Erkenntnisse und Begegnungen und einen Abend, vollgepackt mit der Lust auf Theater, bieten können.

UNTERWEGS

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Uwe Dziuballa im Restaurant Schalom

Isabelle Weh auf der Bühne im Fritz Theater

Restaurant Schalom Natürlich ist das Restaurant „Schalom“, geführt seit zwanzig Jahren von Uwe Dziuballa und mittlerweile am dritten Standort in der Heinrich-Zille-Straße 15, in guter Nähe zum Brühl, angekommen, unbedingt eine Empfehlung. Von Isabell Weh. Nicht nur, weil Uwe Dziuballa ihr nicht abgeraten hat von Chemnitz und sie seither einen gemeinsamen Draht pflegen. Man trifft ihn hier, den Hausherren und wenn man Glück hat, auch den einen oder anderen Prominenten nicht nur aus Chemnitz. Gäste aus der ganzen Bundesrepublik kann man bisweilen und in Ruhe reden und genießen sehen. Ein Bummel durch Chemnitz lässt sich also gut bei leckerem jüdisch-koscherem Essen und sehr ausgiebigen Gesprächen beginnen, in einem Ambiente, das dafür erfunden werden müsste, wenn es hier nicht zu finden wäre. Uwe Dziuballa beschreibt die Grundlage Chemnitzer Erfolge so: „Wenn man ein Konzept hat, und Du ehrlich Deine Arbeit machst, Dich nicht beeinflussen lässt durch viele äußere Suggestionen, dann kannst Du innerhalb einer großen Gruppe sehr wohl Erfolg haben, in Chemnitz.“

Interview auf der Bühne im Fritz Theater

Als sich Isabelle Weh und Uwe Dziuballa an einem heiteren Januar-Tag treffen, sind sie sofort wieder im Gespräch. Wie vertraute Bekannte, die sich für ihr Engagement in Chemnitz schätzen und eine gemeinsame Geschichte geschrieben haben. Ganz unbemerkt und nicht einfach nur à la Carte oder nach Spielplan, ist man zügig auf dem gedanklichen Bummel durchs Leben in Chemnitz. Ein Gespräch über die Heiterkeit und eigene Entdeckungen und Empfehlungen von Isabelle und Uwe.


Staatliches Museum für Archäologie (SMAC) Das Staatliche Museum für Archäologie ist ein Vorschlag des Schalom-Betreibers und insofern eine spannende Empfehlung, als dass die tiefergehende Erkenntnis jüdischer Kultur nicht nur auf Überlieferungen beruht, sondern eben auch in archäologischer Erforschung der Geschichte. Das kurz SMAC genannte Haus im ehemaligen Kaufhaus Schocken beschäftigt sich mit 300.000 Jahren sächsischer Menschheitsgeschichte. Es präsentiert in der Dauerausstellung und auf 3.000 Quadratmetern die Geschichte der Region Sachsens von der Zeit der ersten Jäger und Sammler vor rund 300.000 Jahren bis zur frühen Industrialisierung. Es gibt mit rund 6.200 Exponaten ebenso Einblick in die Arbeit des Landesamtes für Archäologie Sachsens und macht mit seiner museumspädagogisch sehr modernen Aufmachung Lust auf diese Entdeckungsreise von den Jägern und Sammlern bis zur Industrialisierung in Sachsen. Es lässt sich schon beim Betreten eintauchen in diese Welt, in der sich ganz und gar leicht lernen lässt, wie der Mensch die Kulturlandschaft hierzulande formte und ist auch für Kinder nicht nur an verregneten Nachmittagen durchaus ein Erlebnis. Zumal immer wieder spannende Sonderausstellungen die außergewöhnliche Erlebbarkeit abrunden. „Man kann das SMAC immer empfehlen,“ so Uwe Dziuballa, „nicht nur wegen der beachtlichen Dauerausstellung und den Sonderausstellungen, sondern auch wegen des Einblicks in die Geschichte des ehemaligen Kaufhauses.“ Der Brühl Zurück führt der Weg der Empfehlungen auf den Brühl, den beide nahezu schwärmerisch den Besuchern für einen Streifzug ans Entdecker-Herz legen. Hier habe sich in den letzten Jahren so viel getan, seien unterschiedlichste Cafés eingezogen, hat sich eine bunte Vielfalt an Läden angesiedelt. Da ist zum Beispiel das für besten Eierlikör gerühmte Eierlikörz-Geschäft zu finden oder ganz in der Nähe der köstliche Fleischladen. Es ließe sich gerade im Frühling, Sommer oder Herbst durch viele kleine und große Veranstaltungen bummeln, veranstaltet von den Anwohnern, die diesen Boulevard zu dem gemacht haben, als das er einst geplant war: ein vor Ideen und Aktivitäten sprudelnder Lebensraum in der Stadt.

Areal an der Pelzmühle Isabelle freut sich indes über die Entwicklung der Pelzmühle. Dieses Areal im Stadtteil Rabenstein habe sich toll entwickelt und gerade mit Kindern sei das immer einen Ausflug wert. Ein schöner Spielplatz sei entstanden und wenn man an einem Samstag dahin käme, entstünde schnell der Eindruck, hier sei der Nabel der Welt. So viele Chemnitzer nutzen mit ihrem Nachwuchs oder auch zum Entspannen dieses Gelände am nahen Tierpark mit dem gleichnamig schönen Teich, eingebettet in einen hübschen kleinen Park. Restaurant Janssen Einen Bummel ausklingen lassen sollte man im Restaurant Janssen, so Uwe Dziuballa. Allein schon wegen der Terrasse, die, sei sie eines Tages nicht mehr da, sich vor seinem Restaurant befände, erklärt er schmunzelnd. Nach einer langen Tour durch die Stadt könne man hier köstlich entspannen und angeregt genießen und mit einem gut gemachten Kaffee einen sich selbst erfüllenden Entdecker-Streifzug durch die Stadt abschließen.

Schlossteich Fußläufig beim Bummeln nicht nur vom Brühl, sondern auch von den umliegenden Hotels, lässt sich auch der Schlossteich erreichen, den Uwe Dziuballa als Ziel wärmstens empfiehlt. Man müsse dorthin, so der Ur-Chemnitzer, weil uns manche für diese ausgesprochen schöne, innerstädtische Kulturlandschaft beneiden würden. Der Schlossteich, am Fuße des Schlossbergs gelegen, auf dem heute die Chemnitzer Schlosskirche weithin sichtbar thront, ist ein Stück städtischer Urgeschichte und wurde angelegt von Benediktiner-Mönchen des angesiedelten gleichkonfessionellen Klosters. Ein Fischteich ist er gewesen, diente einst der Ernährung und der Wirtschaftlichkeit des Klosters und seiner Bewohner. Im Heute erobert einmal im Jahr das sehr charmant-junge Musikfestival Fuego a la isla die Insel mitten im Teich und ansonsten die Chemnitzer und ihre Gäste seine Ufer. Museum für sächsische Fahrzeuge an der „Museumsmeile“ Es lässt sich auch zu Fuß von der Innenstadt aus erreichen, das Fahrzeug-Museum an der Zwickauer Straße, die manche leicht euphemistisch auch Museumsmeile nennen. Aber warum sollte man nicht auch die modernen Chemnitzer Škoda-Straßenbahnen nutzen, die mit großartig stiller Eleganz durch die Stadt rollen. Uwe Dziuballa empfiehlt das Museum nicht ausschließlich wegen seiner mobilen Exponate. Vielmehr stecke hier auch der Spirit eines Fritz-Theaters bei den Machern des Museums: „Da ist soviel Enthusiasmus bei den Betreibern, die nicht nur erhalten wollen. Das ist toll und von viel professionellem Engagement geprägt“, gerät der Gastronom ins Schwärmen.

UNTERWEGS

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Stand Juni 2020

Sommerbesuche Alle Informationen zu den Veranstaltungen in der Chemnitzer Innenstadt finden Sie auf www.chemnitzcity.de

Menschen treffen sich in der Chemnitzer Innenstadt, vor dem Rathaus, vor der Stadthalle, auf dem Markt, auf den Straßen, auf dem Theaterplatz, auf der Schloßteichinsel, im Stadtpark oder im Küchwald – und haben gemeinsam Spaß! Das liegt nicht nur an dem vielen Platz in der Stadt und dem vielen Grün drumherum. Denn bei so viel Platz ist auch Platz genug für Festivals, Feste und Konzerte: kulinarisch, musikalisch, kulturell, mit und ohne Hut oder einfach so. Größe ist dabei nicht alles, viel beliebter ist die thematische und kulturelle Vielfalt: jazzig, interkulturell, rockig, poetisch, tänzerisch, alternativ, klassisch, kulinarisch, flüssig, weihnachtlich oder alles zusammen. Ideale Bedingungen also für den einen oder anderen entspannten City-Besuch.


25. September 2020 | Innenstadt

FÊTE DE LA MUSIQUE In Chemnitz begeistern Musiker an jeder Ecke, auf jeder Kante – wo immer Platz und Menschen zum Zuhören, Mitsingen und Applaudieren sind, wird kostenfrei Musik gespielt.

18. Juni - 30. August 2020 | Theaterplatz

FILMNÄCHTE AM THEATERPLATZ Er ist einer der schönsten Plätze in Chemnitz. Glaubt man den Machern der Filmnächte, ist es gar der schönste Platz für Open-Air-Kino in Deutschland und deshalb wie geschaffen für bewegende Filme. Zwischen Blockbustern, Kultstreifen und DirtyDancing-Nacht findet jeder seins auf dem Theaterplatz.

16. Juli – 16. August 2020 | Stadthallenpark

PARKSOMMER CHEMNITZ Im nunmehr vierten Jahr hat sich das Kunst- und Kulturfestival Parksommer seinen festen Platz in den Herzen der Chemnitzer erobert. Erleben und genießen lässt sich das Ganze im Juli und August täglich (außer montags): als idealer Start in den Abend oder als kleinkulturelles Intermezzo beim Spaziergang, mit der Yogamatte oder der Picknickdecke auf der Wiese, tanzend vor der Bühne, manchmal laut, manchmal leise, aber immer entspannt.

9. – 11. Oktober 2020 | Innenstadt

HUTFESTIVAL Das wohl charmanteste der vielen kleinen Festivals ist gar nicht mehr so klein. Straßenkunst, Streetfood und der Markt der schönen Dinge: Die Musiker, Sänger, Artisten, Jongleure, Erzähler, Clowns, Zauberer, Tänzer, Köche und Kunsthandwerker verwandeln die Chemnitzer City zum Hutfestival in eine große quirlige Bühne und die Besucher werden Teil des Spektakels. Die behuteten Gäste danken es den Künstlern wiederum mit reichlich Geklimper, das in den herumgereichten Hüten klingelt.

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Weihnachtsbesuche


27. November - 23. Dezember | Innenstadt

WEIHNACHTSMARKT Für viele beginnt der Chemnitzer Weihnachtsmarkt bereits mit der Aufstellung des großen Baumes Mitte November. So wird dieser Moment traditionell gebührend gefeiert – mit der ersten Roster und dem ersten Glühwein des Jahres. Es ist selbstverständlich der schönste und oft auch größte Weihnachtsbaum in Sachsen, der Chemnitzer Weihnachtsmarkt wurde mehrfach als Sachsens schönster ausgezeichnet. Den Auftakt gestalten jedes Jahr am Vortag des ersten Advents über 1.000 Mitwirkende aus 30 Bergbrüderschaften und Knappschaften bei einer der größten Bergparaden des Erzgebirges. Die 200 festlich geschmückten Buden, Stände und Fahrgeschäfte leuchten jedes Jahr den Platz zwischen Innerer Klosterstraße, Marktplatz, Düsseldorfer Platz und Rosenhof weihnachtlich aus. Die gesamte Innenstadt strahlt dank tausender Lichter aus sich selbst heraus, gebannt warten die Kinder vor der Bühne auf den Weihnachtsmann. An den Buden finden sich Geschenke aus der Region oder von weither und immer kann man neue Überraschungen finden. Denn es ist der reizvolle Mix, der die Neugier jedes Jahr aufs Neue anfacht. Erzgebirgische Volkskunst, auch ganz modern, neben russischen Mützen, Bratwurst neben Krokodilgulasch, Griene Kließ neben Elsässer Flammkuchen, Crêpes neben Eierkuchen, Winzerglühwein neben Glühbier – auf dem Chemnitzer Weihnachtsmarkt ist die ganze Welt zuhause. Eine andere Welt öffnet sich auf der Inneren Klosterstraße. Passend zum Straßennamen unterhalten Musiker mit mittelalterlichen Klängen den geneigten Besucher, Kinder jauchzen auf den Schiffsschaukeln und üben sich im Armbrustschießen, an den offenen Feuern wird geschmiedet, gebraten, gesotten oder sich in geselliger Runde gewärmt. Das Wasser im großen Badezuber dampft in der kalten Winterluft, während wagemutige Badegäste darin mit einem Becher Met anstoßen. Die Klosterweihnacht hat ihren festen Platz auf dem Chemnitzer Weihnachtsmarkt und bei den Besuchern gefunden.

Lichterfahrt ins Weihnachtsland Wer in der Weihnachtszeit das Erzgebirge besucht, erlebt ein beeindruckendes Fest der Lichter: Schwibbögen in allen Fenstern, beleuchtete Pyramiden auf den Marktplätzen malerischer Bergstädte und prächtig geschmückte Straßen und Gassen soweit das Auge reicht. Erleben Sie in der Adventszeit die Schönheit und Einzigartigkeit dieser Region, gleichzeitig können Sie entlang der „Silberstraße“ Bergbaukultur und Brauchtum im Erzgebirge kennenlernen. Termine: 29.11.2020 und 13.12.2020, 15 Uhr bis 19 Uhr Die Tourist-Information Chemnitz berät Sie gern unter 0371-690680 oder info@chemnitz-tourismus.de

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fein und ganz besonders. Klein,

EINKAUFEN IN CHEMNITZ Wenn jemand eine Reise tut… dann will er oder sie sich meist auch eine schöne Erinnerung mitbringen. Und Chemnitz hat da ein paar ganz ausgefallene Ideen, was Sie sich selbst oder Ihren Liebsten Zuhause mitbringen können. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Eierlikör nach originalem Karl-Marx-Städter Rezept? Oder mit einem Hut, der wie angegossen sitzt? Aber nicht nur kulinarisch Begeisterte oder modisch affine Menschen kommen hier auf ihre Kosten, auch LiteraturFans und Papier-Liebhaber finden sicher etwas Passendes. Lassen Sie sich überraschen und entdecken Sie Chemnitzer Einkaufs-Kultur! Sie wollen weitere Chemnitzer Orte und Persönlichkeiten kennenlernen? Und noch #mehralsdas? Folgen Sie @chemnitz auf Instagram.

HAAMIT Schönes und Alltagskultur: Die Haamit (erzgebirg. für Heimat) schreibt das Kiezgefühl groß. Die Papeterie führt Papier, Stoff, Holz und Glas zum Hinhängen, Aufbewahren, Sammeln und Schreiben – sowie jede Menge mehr. Einzigartige Geschenke und Gemütlichkeit bietet Götz Weigel im Herzen des Chemnitzer Gründerzeit- und Jugendstilviertels. HAAMIT Ulmenstraße 61, 09112 Chemnitz www.haamit.com

CAFÉ & TEE CONTOR

PEACEFOOD - UNVERPACKT

Guter Geschmack: Über 150 verschiedene TeeSpezialitäten und mehr als 60 Sorten feinsten Gourmet-Kaffee aus Amerika, Afrika, Asien und Australien warten auf der Gastromeile der Inneren Klosterstraße darauf, entdeckt zu werden – zum Mitnehmen, Verschenken oder direkt-vor-Ort-trinken.

Plastikfrei und nachhaltig: Der Laden von Ina Hoyer ist nicht nur für den nachhaltigen Einkauf einen Besuch wert. In den Räumen einer ehemaligen Fleischerei bietet Peacefood neben einem reichhaltigen Lebensmittelangebot von hoher Bioqualität auch ein integriertes Bistro mit wechselnder Mittagsküche.

Café & Tee Contor Börnichsgasse 2a, 09111 Chemnitz www.cafe-tee-contor.de

Peacefood - Unverpackt Uhlandstraße 30, 09130 Chemnitz www.peacefood-chemnitz.de


HUT- FÖRSTER

EIERLIKÖRZ

Die Qual der Wahl: Über 10.000 Hüte bietet Kathrin Steinert im Traditionsgeschäft „Hut-Förster“ an. Seit über 100 Jahren findet hier jeder dank kompetenter Beratung eine individuelle Kopfbedeckung. Auch überregional hat der Laden im Reitbahnviertel – nur wenige Schritte vom Zentrum entfernt – eine feste Stammkundschaft.

Eine echte Eierlikör-Manufaktur? Ja, klar! Vom klassischen „Blue Steel“ bis zur Haselnussvariante „Häzel Hoff“ hat Felix Adler im Ladengeschäft auf dem Brühl verschiedenste Spezialitäten im Angebot. Aus hochwertigen Zutaten und Bioeigelb wird hier in einem traditionellen Verfahren und mit viel Liebe zum Detail Eierlikör zum Trendgetränk erklärt.

Hut-Förster Reitbahnstraße 23, 09111 Chemnitz www.hut-foerster.de

Eierlikörz Brühl 48, 09111 Chemnitz www.eierlikoerz.de

RIINSTOK

LESSING UND KOMPANIE

eco - friendly - fair: Das sind Kirsti Daume-Kirchhof und Tino Kirchhof, sowie ihr 2019 eröffneter Laden „riinstok“. Neben nachhaltiger Mode und Accessoires gibt’s hier auch Naturkosmetik und Drogeriebedarf. Natürlich mitten auf dem Kaßberg.

Klaus Kowalke und Susanne Meysick lieben Bücher und Buchliebhaber lieben ihre Buchhandlung: Lessing und Kompanie zählt zu den besten Buchläden Deutschlands und wurde dafür schon mehrfach ausgezeichnet. Neben einer einzigartigen Auswahlgeschichte und der Präsenz der vorhandenen Bücher, finden dort auch regelmäßig Lesungen und Veranstaltungen statt.

Riinstok Walter-Oertel-Straße 31, 09112 Chemnitz www.riinstok.de

Lessing und Kompanie Franz-Mehring-Straße 8, 09112 Chemnitz www.lessingundkompanie.buchkatalog.de E I N K AU F S K U LT U R

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Sie haben noch ein bisschen Zeit, ehe Sie ins Theater gehen? Vor dem Abendessen möchten Sie noch etwas erleben? Sie lieben es, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden?

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Alles kein Problem: Auf den nächsten Seiten nehmen wir Sie mit durch die Stadt – lassen Sie sich inspirieren von Facetten der Industriekultur, von ostmodernen Bauten und der Anmut des Jugendstils. Wenn Sie Lust auf mehr haben, können Sie besondere Highlights auch in Form einer geführten Tour erleben. Nähere Informationen dazu erhalten Sie in der TouristInformation Chemnitz unter der 0371 690680 oder unter info@chemnitz-tourismus.de

OSTMODERNE SEITE 45 - 46 TOUREN

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INDUSTRIE KULTUR am Besten mit dem Rad ca. 90 Minuten

Mit der Errichtung der ersten Baumwollspinnereien um das Jahr 1798 begann die Industrielle Revolution der Chemnitzer Region. Die Stadt Chemnitz wuchs und mit Richard Hartmann und Louis Ferdinand Schönherr siedelten sich gleich zwei Großindustrielle an, die dazu beitrugen, dass Chemnitz zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einer der reichsten Städte Deutschlands wurde. Zahlreiche eindrucksvolle und repräsentative Gebäude, zum Teil monumentale Fabrikanlagen, entstanden – Kathedralen der Industrie, die noch heute das Stadtbild von Chemnitz prägen.

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1 - ALTE AKTIENSPINNEREI — UNIVERSITÄTSBIBLIOTHEK Straße der Nationen 33 In unmittelbarer Nähe zum Chemnitzer Hauptbahnhof gelegen, bildet die Alte Aktienspinnerei nach ihrer umfassenden Sanierung einen stattlichen Anblick. Ehemals Spinnerei, dann Hauptsitz der Stadtbibliothek und Bühne des Figurentheaters, wird das Gebäude jetzt als Universitätsbibliothek und Archiv genutzt.

2 - SCHÖNHERRFABRIK Schönherrstraße 8 Louis Ferdinand Schönherr startete hier ab 1851 die industrielle Serienproduktion von Webstühlen – bereits 20 Jahre später produzierte er den 10.000sten Webstuhl. Eine eigene Gießerei, eine Betriebsfeuerwehr und eine auf Spul- und gar Baumaschinen ausgeweitete Produktion – all das befand sich auf dem ca. 83.000 Quadratmeter großen Areal. Nach schrittweiser Sanierung entstand seit 1990 ein breites Konvolut neuer Ideen, Nutzungen und Mietmöglichkeiten.

3 - HAASE-FABRIK Rochlitzer Straße 19 Mit der Verleihung des Bleichprivilegs 1357 wurde die Grundlage für die Entwicklung von Chemnitz zum Textilstandort gelegt. Webereien, Spinnereien und Trockenhäuser entstanden, aber auch Färbereien, wie die des Industriellen Theodor Haase. Behutsam saniert, ist dieser imposante Backsteinbau heute wieder ein mittelständischer Firmensitz.

4 - JANSSEN-FABRIK Schloßstraße 12 Direkt gegenüber der Haase-Fabrik, auf der anderen Flussseite, liegt die ehemalige Strumpfwirkerei William Janssen aus dem Jahr 1894. Heute kann man darin wohnen, shoppen – oder im Restaurant „Janssen“ gut speisen.

5 - JUGENDHERBERGE „EINS“ Getreidemarkt 1

9 - INDUSTRIEMUSEUM CHEMNITZ Zwickauer Straße 119

Ein Umformwerk für die Straßenbahnen in der Innenstadt musste her – deshalb entstand um 1908 ein entsprechendes Gebäude am Rande der Chemnitzer Innenstadt. Ein Zweckbau mit Ecken und Kanten im Stil moderner Sachlichkeit wurde in den Goldenen Zwanzigern ergänzt – und überlebte die Bombenangriffe 1945. Heute kann man darin übernachten oder auch tagen: die Jugendherberge „eins“ bietet genügend Raum dafür!

In den ehemaligen Räumlichkeiten mehrerer Gießereien angesiedelt, zeigt das Sächsische Industriemuseum an seinem Standort in Chemnitz einen guten Einblick in über 200 Jahre sächsischer Industriegeschichte. Als ein Schauplatz der Landesausstellung 2020 liegt der Fokus hier auf Maschinen.

6 - VIADUKT BECKERBRÜCKE Beckerstraße / Annaberger Straße Als Nachfolger einer Steinbrücke über die Chemnitz wurde das Viadukt in seiner heutigen Form bis 1909 fertiggestellt. Es steht als Sinnbild der Vernetzung und des engagierten Bürgertums noch heute und ist ein herausragendes und identitätsstiftendes Industriedenkmal.

7 - WIRKBAU Annaberger Straße 73 Der Grundstein für den Wirkbau wurde bereits 1883 gelegt – es folgte die Bebauung eines komplexen Gebäudegeländes unter anderem mit dem markanten Uhrenturm. Carl Schubert und Bruno Salzer etablierten hier Deutschlands größtes Werk für Textilmaschinen. Heute sind viele Teile großzügig saniert und neue Heimat vieler Untenehmen, Künstler und gastronomischer Einrichtungen.

10 - POELZIG-BAU Ulmenstraße 3 Auch in diesem, derzeit noch in Sanierung befindlichen, Objekt war einst die Textilindustrie beheimatet. Der vom Architekten Hans Poelzig entworfene Bau steht als Schlüsselobjekt der Industriegeschichte an der Schwelle zwischen Expressionismus und Sachlichkeit stellvertretend für die Moderne in Chemnitz. Nach dem Umbau entstehen hier großzügige Wohnungen.

11 - VILLA ESCHE Parkstraße 58 Florierende Industrie führt teilweise zu großem Reichtum, weshalb es nicht verwunderlich ist, dass der Textilfabrikant Herbert Eugen Esche im Jahr 1902 den belgischen Architekten Henry van de Velde mit dem Bau seiner Villa beauftragte. Das Ensemble ist weitgehend erhalten geblieben und dient heute als Museum und Veranstaltungsort.

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8 - MUSEUM FÜR SÄCHSISCHE FAHRZEUGE Zwickauer Straße 77 Geschichte lässt sich am besten an historischen Orten nachvollziehen. Deshalb ist es nur logisch, dass sich das Museum für sächsische Fahrzeuge in einem Parkhaus befindet. Konkret: in den 1928 errichteten Stern-Garagen, einer der ältesten erhaltenen Hochgaragen Deutschlands.

TOUREN

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G RÜ N D E R Z E I T&

JUGENDSTIL Chemnitz als Industriemetropole war Anziehungspunkt und Heimat vieler Industrieller, die ihren Erfolg auch in repräsentativen Firmenbauten, noblen Jugendstilvillen und dekorativen Gründerzeitbauten zum Ausdruck brachten. Dadurch zählt der Kaßberg heute zu einem der größten zusammenhängenden Jugendstil- und Gründerzeitviertel Europas. Dekorative Fassaden mit viel Liebe zum Detail prägen ganze Straßenzüge. Zentrumsnah und in exponierter Höhenlage, zählt das Viertel heute nicht nur bei jungen Familien zu den beliebtesten Wohnquartieren und lässt kulinarisch keinen Wunsch offen.

zu Fuß erlebbar ca. 60 Minuten


4 - MARIANNE-BRANDT-HAUS Heinrich-Beck-Straße 22

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Das Anwesen, in dem die Bauhaus-Künstlerin Marianne Brandt von 1954 bis 1976 wohnte, wurde 1889 von Paul Doederlein im Neorenaissance-Stil errichtet. Heute befindet sich im Haus die Geschäftsstelle der Marianne-Brandt-Gesellschaft, welche in zwei Galerieräumen auf das Leben und das Werk der Künstlerin eingeht und dieses facettenreich darstellt.

5 - MAJOLIKA-HÄUSER Barbarossastraße 48-52

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Der Architekt und Bauunternehmer Reinhold Siebert errichtete die sogenannten „Majolika-Häuser“ 1897/98 als frühe Jugendstilbauten beinahe auf der Spitze des Kaßbergs. Diese Bürgerhäuser gehören zu den markantesten Gebäuden und sind ein Glanzstück städtischer Baukunst.

6 - HELENENHOF W.-Oertel-Straße/E.-Mühsam-Straße/G.-Landgraf-Straße Die Wohnanlage „Helenenhof“ wurde 1926/27 durch den genossenschaftlichen Zusammenschluss von Handwerkern und Architekten errichtet und gilt als wegweisend für großzügiges Bauen in den 1920er Jahren.

4 1 - VILLA RICHARD HARTMANN Kaßbergstraße 36 Einer der bekanntesten Industriellen der Stadt war Richard Hartmann. Als sogenannter „Lokomotivkönig“ ging er in die Geschichte ein und hinterließ unter anderem die 1868 errichtete Fabrikanten-Villa. Dieses herrschaftliche Symbol des Hartmann-Imperiums diente von 1890 bis 1930 als Direktorenvilla und wird seit 1956 als Jugendzentrum genutzt.

2 - KARL-SCHMIDT-ROTTLUFF-GYMNASIUM Hohe Straße 25 Das ehemalige „Königliche Gymnasium“ wurde 1871/72 von Bezirksbaumeister Hugo Nauck im Stil des Historismus erbaut. Dort gingen unter anderem Karl Schmidt-Rottluff, Stefan Heym und Stephan Hermlin zur Schule. Gleich nebenan kann man im Kulturhaus Arthur in der Bar „aaltra“ abends gemütlich sitzen, etwas trinken und die Seele baumeln lassen.

3 - OBERPOSTDIREKTION Reichsstraße 11 Dieses Bauwerk aus dem Jahr 1904 ist ein Meisterwerk der gotischen Fassadenornamentik. Kunstvolle Glasmosaike, sächsische und Chemnitzer Wappen sowie Sinnbilder von Post und Telegrafie verweisen auf die Historie dieses Gebäudes.

7 - KYFFHÄUSERBURG Hübschmannstraße 19 Dieses Ensemble wurde 1909/10 im wilhelminischen Zeitgeist errichtet – mit Anknüpfungen an die Kyffhäuser-Sage. In unmittelbarer Nähe dazu (Gustav-Adolf-Straße 23-25) befinden sich die sogenannten „Märchenhäuser“ im Jugendstil.

8 - STEFAN-HEYM-HAUS Hoffmannstraße 58-60 Das Gebäude in der Hoffmannstraße wurde 1912 mit luxuriösen Wohnungen von bis zu 300 m² Grundfläche erbaut. Von 1919 bis 1931 wohnte dort im Erdgeschoss einer der berühmtesten Söhne der Stadt, der Schriftsteller Stefan Heym. Mehr als Architektur

Der Kaßberg ist nicht nur wegen seiner Architektur beliebt – auch als Ort des Zusammenlebens erfreut er sich größter Beliebtheit. So gibt es hier einige exklusive Geschäfte und kleine Lädchen, wie etwa die Papeterie Haamit (siehe dazu auch Seite 37). Wenn Sie nach Ihrer Tour noch Zeit haben oder zwischendrin eine Pause machen wollen, dann kehren Sie doch bei Emmas Onkel ein. Gemütlich wie ein Wohnzimmer und so lecker wie bei Oma: Kaffee, Kuchen, Tee, aber auch kleine herzhafte Speisen lassen dem kleinen Hunger keine Chance. Und wenn es dann doch etwas später wird, finden Sie auf der Cocktailkarte im Maroon garantiert den perfekten Abschluss für Ihren Chemnitz-Abend.

TOUREN

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DIE KULTUR DES AUFBRUCHS Haben Sie das schon gewusst? In Chemnitz sind die Spurbreiten von Zug und Straßenbahn identisch. Aus diesem Grund kann man auf den Schienen des Chemnitzer Modells die Kulturregion bequem und umweltfreundlich mit der City-Bahn erkunden. Alle Linien fahren entweder von der Zentralhaltestelle oder vom Hauptbahnhof in diese Richtungen: C11 in Richtung Stollberg, über Altchemnitz (z. B. zum Wasserschloß Klaffenbach) C13 in Richtung Burgstädt, über Chemnitz-Küchwald (z. B. zur Parkeisenbahn oder zum Kosmonautenzentrum) C14 in Richtung Mittweida (z. B. zum Museum „Alte Pfarrhäuser“) C15 in Richtung Hainichen, über Frankenberg und Braunsdorf-Lichtenwalde (z. B. zum Schloss und Barockgarten Lichtenwalde)


Hauptbahnhof Chemnitz

Ob mit dem Auto oder der Bahn oder gar zu Fuß: Bevor man die Stadt mit ihrem reichhaltigen industriekulturellen Erbe betritt, hat man bereits eine durch viele Sehenswürdigkeiten geprägte Kulturregion durchquert, deren Zentrum die Stadt ist. Und so kommt es, dass die Bewerbung von Chemnitz um den Titel Europäische Kulturhauptstadt 2025 von vielen Kommunen der Region mitgetragen und unterstützt wird. Die vielfältigen kulturellen Angebote der Region rund um Chemnitz korrespondieren eng mit denen der Stadt selbst und so findet diese Unterstützung einen vielfältigen Ausdruck. Die Kulturregion Chemnitz weckt in der gemeinsamen Bewerbung ihre Potenziale und verbindet sich noch enger mit Europa. Die Geschichte der Stadt und die der Region hätte sich anders entwickelt, wenn das Abbiegen auf den Weg zur ersten und wohl bekanntesten Chemnitzer Identität – die einer imposanten Industriemetropole – nicht in erster Linie von kultureller Offenheit und Neugier geprägt worden wäre. Dass die Stadt sich über die Jahrhunderte sogar zu einem Champion der deutschen Industriestandorte bis ins 20. Jahrhundert entwickeln konnte, ist unter anderem der historischen Tatsache zu verdanken, dass sich sieben mazedonische Tuchhändler, in der bis dahin noch stark mittelalterlich geprägten Stadt Chemnitz, zunächst nur kurz niederlassen wollten. Abgewiesen unter anderem in Leipzig und Halle an der Saale und auf dem Weg in die Heimat, fanden sie hier Ruhe und Gastfreundschaft, die sie einen erneuten Versuch unternehmen ließ, ihre Tuchwaren unter die Menschen zu bringen. Die weitere Geschichte, und mit ihr auch das eingangs beschriebene Abbiegen vom Weg der mittelalterlichen Kleinstadt hin zur eindrucksvollen sächsischen Industriemetropole, lässt sich so zusammenfassen: Es gibt in der Stadt und in der Region eine bis heute fest verwurzelte Kultur des Aufbruchs und der Neugier. Diese versetzt die Menschen immer wieder in die Lage, sich bietende Chancen zu entdecken und, später dann, aus widrigen Bedingungen ein ums neuerliche Mal, einen noch besseren Weg zu finden und ihn zu gehen. Aus der Neugier an den Stoffen der mazedonischen Händler entstand der Gedanke, man müsse Stoffe auch selbst produzieren können. So entwickelten sich Webereien in der Stadt am gleichnamigen Fluss und in der näheren Umgebung. Nicht nur, weil hier ebenfalls Flüsse, wie zum Beispiel die Zschopau oder die Zwickauer Mulde in Städten wie Flöha, Aue-Bad Schlema, Mittweida, Burgstädt oder Hainichen, malerisch durch die schöne Natur mäandern. Vielmehr wurde schnell am nahen Chemnitzer Beispiel erkannt, dass in diesen Flüssen die Energie steckt, die Bewegung schafft und Maschinen antreiben kann, dass sich mit Textilien einträglicher Handel treiben lässt. So finden sich gegenwärtig in Chemnitz und in der Region, die sich zu Recht auf ihr industriekulturelles Erbe beruft, vielerorts Baudenkmale ehemaliger Baumwollspinnereien und Webereien. Eindrucksvoll wie zum Beispiel die in Hohenfichte, nahe der Kleinstadt Augustusburg oder im schon erwähnten Flöha, wo das Gebäude heute sogar mit vielfältigen Angeboten das kulturelle Zentrum der Stadt bildet. Dass man Webstühle und später dann Spinnmaschinen selbst bauen, dass man die Werkzeuge dafür selbst herstellen kann, dass aus jeder weiteren technischen Entwicklung neue wirtschaftliche Kraft und neue Ideen entstehen, ist dabei die logische Abfolge und in ihrer erfinderischen Kultur eine Chemnitzer Spezialität. Dass diese wirtschaftliche Kraft die Stadt geradezu prädestiniert für das Niederlassen jeder Art von Kunst und künstlerischer Betätigung, ist nicht nur wegen eines bedeutsamen Mäzenatentums Teil einer weiteren Chemnitzer Identität. Dem wohnt auch ein starkes Argument inne, welches die Bewerbung der Stadt Chemnitz um den Titel der europäischen Kulturhauptstadt im Jahr 2025 unverwechselbar mit einer hier und in der Region wohnenden Kultur des Aufbruchs verknüpft. Es schließt sich also kein Kreis, wenn man davon ausgeht, dass die aktuellen Transformationen einen nicht von heute auf morgen gelingenden Aufbruch in ein neues industriekulturelles Kapitel in der Stadt und der Region eröffnen – es bleibt einfach alles in Bewegung. Dass die Kulturregion Chemnitz sich in schöner Nachbarschaft zur erst kürzlich zum UNESCOWelterbe ernannten Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří befindet, ist den sich gegenseitig ergänzenden und doch unterschiedlichen Bedingungen zu verdanken. Die unter anderem durch die Entstehungsgeschichte des amerikanischen Dollars oder ihre Kulturgeschichte des Lichts berühmte Region Erzgebirge, die, ausgehend vom hier heimischen Bergbau, ganz ähnliche Geschichten wie die Chemnitzer Region erzählen kann, erweitert den Blick auf die Größe eines ganzen Kulturlandstriches. Und so fügen sich beide Regionen wunderbar in Geschichte, Kultur und Kunst aneinander.

K U LT U R R EG I O N

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Chemnitz ist grün.

Chemnitztal Radweg

In jeder Richtung. Zumindest grünt es laut Satellitenbildauswertung auf fast 80 Prozent der Fläche. Der Ruf vom Rußchamtz ist mit den Schloten verschwunden, die Stadt hat Luft geholt und ihre grünen Lungen auf 1.000 Hektar ausgedehnt – das macht 60 Quadratmeter für jeden Einwohner. Platz genug also für Picknickjunkies, Fitnessverrückte, Grillverliebte, Schloßteichruderer oder was auch immer man in der Natur so tun möchte. Urban bedingtes Manko: Die Parkanlagen werden ab und zu von Gebäuden und Straßen unterbrochen, so auch der Stadtpark. Mit seinen sechs Kilometern Länge ist er trotzdem um ein Drittel größer als der New Yorker Central Park.


Schloßteich Chemnitz

Kultur und Golf im Süden Das Wasserschloß Klaffenbach

Wasserschloß Klaffenbach

Malerisch. Dieses eine Wort reicht eigentlich, um das von einem künstlichen See und einer Parkanlage umgebene Wasserschloß Klaffenbach zu beschreiben. Besonders auffällig am quadratischen, viergeschossigen Renaissanceschloss aus dem 16. Jahrhundert ist die einzigartige Dachgestaltung in Form zweier gekreuzter Kielbögen. Wer genau hinschaut, erkennt darin umgedrehte Schiffsrümpfe. In seiner ganzen Schönheit offenbart es sich nach dem Gang durch das Portal in den Schlosshof. Direkt gegenüber wartet dann der Golfclub mit Panorama- und Schlosskurs sowie gleich zwei Wegen zum 18. Loch. Doch vorher lohnt es sich, die Golfschläger kurz im Clubhaus zu parken und durch das Schlossgelände zu schlendern. Beim Stöbern in den Ateliers und Kreativläden kann es schon einmal vorkommen, dass aus dem Golfnachmittag spontan ein Kunsthandwerksworkshop mit anschließendem Konzertbesuch auf dem Schlosshof wird. Ach ja: Achtung bitte vor rosenblätterwerfenden Kindern! Das Wasserschloß ist eine der beliebtesten Hochzeitslocations in Chemnitz.

N AT U R

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Erholung im Chemnitzer Westen

Burg besuchen, Baden gehen, Seele baumeln lassen Wildromantisch geht es im Chemnitzer Westen zu: Hier thront die Burg Rabenstein als kleinste mittelalterliche Burg Sachsens auf ihrem steinernen Sockel. Sie wurde vermutlich um 1170 erbaut und fand ihre erste Erwähnung im Jahr 1336. Das beliebte Ausflugsziel und Fotomotiv hinterlässt nachhaltige bis bleibende Eindrücke. Kein Wunder, erblickte doch 1645 hier einer der großen Söhne der Stadt, der spätere Oberberghauptmann und Begründer der Nachhaltigkeit, Hans Carl von Carlowitz, das Licht der Welt. Mitunter tummelt sich hier das Volk bei Ritterspielen und Mittelalterhochzeiten. In einem neuen Licht glänzt etwas hügelaufwärts das barocke Schloss Rabenstein, 1776 vom damaligen Burgbesitzer Johann Georg Siegert als Familiensitz erbaut. Heute lassen sich dank liebevoller und detailgenauer Restaurierung die Gäste des Hotels und Restaurants in den Salons und Zimmern verwöhnen. Ein guter Ausgangspunkt also für weitere Entdeckungen. Wem nach Burgbesichtigung und Pause im Schloss der Sinn nach Frische und Erholung steht, ist oberhalb der Burg genau richtig. Der Gesundheitspark Golfbad lockt mit Sauna und Wellness, noch etwas weiter oben der Stausee Oberrabenstein mit großen Liegewiesen und viel Wasser zum Baden. Das beliebte Naturfreibad wurde bereits 1976 als Talsperre zum Hochwasserschutz eröffnet und ist heute durch seine unberührte Schönheit und die idyllische Lage der ideale Platz für Sonnenhungrige, Freizeitplanscher und, mit eigenem Bereich, Nacktbader.

Mountainbikerennen im Rabensteiner Wald

Burg Rabenstein

Im ausgedehnten Wald rund um den Stausee verbergen sich jedoch noch andere Freizeitfreuden. Neben den hervorragend ausgebauten Wander- und Fahrradwegen, entdecken Mountainbiker auch außerhalb des jährlichen Radsporthöhepunktes Heavy 24 interessante Trials, Höhentaugliche die ein oder andere Herausforderung im Kletterwald und Naturverliebte die heimische Tierwelt im Wildgatter. Wer es eher lurchiger und tierisch international mag – ein Abstecher in den Chemnitzer Tierpark und das dortige Vivarium lohnt sich in jedem Fall.


Schloss Rochsburg

Im und am Wasser Richtung Norden

Mit dem Fahrrad durch Chemnitztal und Muldental Das Günstige an Flüssen ist, dass sie oft durch Täler fließen. Wenn nun also, wie im Chemnitztal, direkt am Fluss ein Radweg entlangführt, sind recht wenige Berge zu erwarten. Somit steht einer entspannten Radtour in Richtung Norden nichts mehr im Weg. Die Strecke führt zum Teil auf alten Bahndämmen entlang und unterwegs lohnen sich kleine Abstecher, wie etwa zum Taurasteinturm oder dem kleinen Naturschutzgebiet „Am Schusterstein“. Und weil die Chemnitz kurz vor Wechselburg in die Zwickauer Mulde fließt, kann man auch gleich noch ein Stückchen bis nach Rochlitz weiterradeln oder an der Brücke in Wechselburg das Gefährt wechseln und in ein Kanu oder Schlauchboot umsteigen. Aber erst nach einem kurzen Abstecher ins Benediktinerkloster in Wechselburg, das seit 1993 wieder durch die Benediktiner selbst als Kloster genutzt wird. Die spätromanische Basilika gilt als eine der besterhaltenen romanischen Großbauten der Region. In Rochlitz wartet das imposante Schloss auf die erlebnishungrigen Paddler und Radler. Besonders beliebt sind die Themenführungen, allen voran „Drauf geschissen… - Geschichte und Geschichten rund um das stille Örtchen“. Wem das zu anrüchig ist, informiert sich bei den Dauerausstellungen über die Geschichte des Schlosses und über seine starken Frauen.

Versteinerter Wald im Kulturkaufhaus DAStiez

Mittendrin und voll dabei Das Museum für Naturkunde

Im Chemnitzer Zentrum steht mitten im Kulturkaufhaus DAStietz der Versteinerte Wald. Er ist Teil des Sterzeleanums, einer der wertvollsten Sammlungen fossiler Pflanzen und die Hauptattraktion des Museums für Naturkunde. Einst aus einer Schenkung naturkundlich interessierter Chemnitzer an die Stadt entstanden, ist es heute ein modernes Museum und beherbergt eine bedeutende Sammlung paläobotanischer Schriften, ein Insektarium und einen stündlich ausbrechenden Vulkan. Das Museum betreibt außerdem auf dem Sonnenberg eine begehbare Ausgrabungsstätte.

N AT U R

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Räder, Rollen, Fü e & Fingerspitzengefühl

Es mag ziemlich überraschend klingen, doch auch beim Thema Extremund Funsport muss man in Chemnitz wieder einmal bei der (Industrie-) Geschichte anfangen. Wo einst weltbekannte Radmarken wie Wanderer, Presto und Diamant entstanden, gedeihen offensichtlich besonders gut berühmte Radfahrer, Mountainbiker oder Kletterexperten. Sie haben sich ihre ganz eigenen, ganz neuen Betätigungsfelder gesucht und geschaffen.

Seinen Namen verdankt der Konkordiapark übrigens dem Industriellen Johann von Zimmermann, der 1839 in Chemnitz die Erste Werkzeugmaschinenfabrik (ERMAFA) und

1874

hier

die

Konkordia-Aktien-Gesellschaft

gründete. Die Gebäude der ERMAFA gegenüber des Parks haben eine neue Bestimmung erhalten und werden gewerblich genutzt. Einen schönen Blick auf den Park und die ERMAFA hat man, wenn man es in der gegenüberliegenden Kletterhalle bis ganz nach oben geschafft hat.


Dreckig auf YouTube

Rund um den See Die kräftezehrenden Runden um den Stausee Oberrabenstein halten nicht alle Sportler durch. Das 24-Stunden-Mountainbikerennen Heavy24 gilt als eines der härtesten Rennen in Deutschland. Die Strecke und das Wetter fordern Mensch und Material, manchmal über die Belastungsgrenzen hinaus. Doch genau das macht den Reiz des Rennens aus, das inzwischen zu den etablierten und größten Veranstaltungen dieser Art in Deutschland gehört und zu einer festen Größe in der Mountainbike-Szene geworden ist. Heavy 24 25. - 27. Juni 2021 | www.mtb-chemnitz.de Geradeaus und hoch hinaus Pedalritter besteigen sogar Berge: Beim Fichtelbergradmarathon wagen rund 900 gut trainierte Radsportler aus ganz Deutschland den „Ritt“ von Chemnitz hinauf auf den höchsten Berg Sachsens, den Fichtelberg. Nach etwa 90 Kilometern Fahrstrecke und über 1.800 Höhenmetern werden die Sportler mit einem atemberaubenden Blick auf das Erzgebirge belohnt. Fichtelberg Radmarathon

Lukas Knopf macht sich gern dreckig und springt dabei noch ziemlich halsbrecherisch über Hügel und alle anderen möglichen Hindernisse. Das Ganze macht der Mountainbiker und Slopestyler auch noch ganz öffentlich auf YouTube. Im Slopestyle gehört er zur Weltspitze. Seine ersten Sprungversuche und Tricks hat er in der Skatehalle an der Schönherrfabrik und auf den Skatespots in Chemnitz gelernt – die Dirtstrecke im Konkordiapark hat sicher auch ihren Anteil an seinem Erfolg. Der Skatepark ist selbst eine kleine Erfolgsgeschichte. Irgendwie fing wohl alles um das Jahr 2000 einmal mit einem Haufen Dreck an – einer kleinen Dirt-Strecke für BMX-Fahrer, die auch heute noch von den Fahrern gut genutzt und gepflegt wird. Die Stadt Chemnitz hatte ebenso schon Pläne für einen größeren Skatepark und die Szene brachte sich begeistert ein. So entstand zuerst ein Park mit Holzrampen, 2013/14 wurde der Skatepark komplett neu konzipiert und die alten Holzrampen wichen einem Paradies für Boarder und Biker – mit Pool und alles aus Beton. Fans der Anlage preisen sie aufgrund ihrer Möglichkeiten als bundesweit einzigartig, da sie für Anfänger und Profis, Boards, Skates, BMX oder Scooter gleichermaßen geeignet ist und entsprechend genutzt wird. Während der Jahre kamen auf dem Areal ein Basketballplatz, eine Parcours-Übungsfläche, ein Bolzplatz, ein künstlerisch wertvolles riesiges Vogelnest und, auch wichtig, eine Wildblumenwiese dazu. Das Areal wurde schnell beliebt und hat inzwischen weltweit in der Skaterszene Bekanntheit erlangt. Es ist Austragungsort verschiedener Skate-Events und Contests. So hat sich das Festival „Bring da Truckaz“ zum größten unabhängigen Skateboard-Contest in Deutschland gemausert – mit internationaler Beteiligung und musikalischem Rahmenprogramm. Eine besondere Herausforderung ist der „Spotfight“. Das Event vereint seit 2017 den ältesten Spot am Jugendklub B-Plan, eine Lförmige Minirampe, mit dem größten. Ein spontaner Besuch des Parks lohnt sich immer und lässt sich hervorragend mit einer kleinen Tour an den Schloßteich und das Schloßviertel verbinden, ob nun mit oder ohne Rollen oder Räder unter den Füßen.

jährlich im Juni | www.fichtelberg-radmarathon.de

SPORT

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Chemnitz mit Griff und Seil Dass die Stadt eine der sich wechselseitig inspirierenden Gegensätze ist, wird den Besuchern spätestens dann bewusst, wenn sie sich den Themen Bouldern, Klettern oder Bergsteigen widmen. Zugegeben, auf den ersten Blick mag nicht viel darauf hindeuten, dass in Chemnitz seit vielen Jahrzehnten eine feine Kletterszene ihre Heimat und der vermeintliche Freizeittrend Bouldern eine ganz eigene Geschichte haben. Öffnet man den Blick über die Stadtgrenzen hinaus und nimmt Chemnitz als Ausgangspunkt für Entdeckungen mit Seil und Kletterschuh, versteht man schnell, warum das so ist. Denn in den nur eine halbe Autostunde entfernten Greifensteinen oder der ebenfalls mit anspruchsvollen Kletterrouten versehenen und als Geheimtipp unter ambitionierten Kletterern geltenden Wolkensteiner Schweiz, können Anhänger dieser Art Bewegung durchaus ins gedankliche und sportliche Schwitzen kommen. Im Unterschied zum „weichen“ Sandstein der östlicheren Schweiz im Freistaat, der sächsischen also, lassen sich am Gneis- und Granitgestein des Erzgebirges ebenfalls, nicht nur vom Gestein aus betrachtet, gänzlich anders geartete „harte“ Brocken erobern. Es ist nicht verwunderlich, dass der deutschlandweit und international bekannte Extrembergsteiger Jörg Stingl, geboren und aufgewachsen in der sächsischen Großstadt, in den Kletterrevieren des Umlandes trainierte, bevor er als erster deutscher Bergsteiger mit den Seven Summits die jeweils höchsten Berge aller sieben Kontinente mit einem persönlichen Besuch überraschte. Den Mount Everest erklomm Stingl sogar ohne zusätzlichen Sauerstoff. Folgerichtig ist es also, wenn es mit der Boulderhalle in Altchemnitz und dem Kletterzentrum am Konkordiapark zwei Häuser gibt, die dieser Art des sportlichen Aufwärtsstrebens Raum und Routen geben. Boulderlounge Chemnitz


Boulderlounge Chemnitz Mit dem Bouldern und dem Klettern verhält es sich wie mit zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dennoch ist Bouldern seit 1970 eine anerkannte, aber eigene Disziplin des Sportkletterns und erstmalig wurden 1990 bei den Kletterweltmeisterschaften in Winterthur Wettbewerbe darin ausgetragen. Im Unterschied zum klassischen Sportklettern wird beim Bouldern grundsätzlich ohne Kletterseil und Klettergurt durch die Routen gegangen. Überhaupt steht nicht das Erreichen eines Gipfels im Vordergrund der sportlichen Aktivität, sondern das Klettern eines Weges an natürlichen Felsen oder eben künstlichen Felswänden in einer Absprunghöhe ohne größere Verletzungsgefahr. Diese niedrige Zugangsschwelle hat dafür gesorgt, dass das Bouldern seit den 1990er Jahren zu den Sportarten mit ständig wachsendem Interesse gehört und in Chemnitz seit 2010 eine Boulderlounge ihr Domizil hat. Chemnitztypisch dabei: Der einzigartige Charme des beliebten Boulder-Indoor-Areals erschließt sich im ehemaligen Industriekomplex des früheren Spinnereimaschinenbaus an der Altchemnitzer Straße. Im rauen und dennoch einladenden Ambiente lassen sich, unter einer scheinbar aus der Zeit gefallenen Werksuhr und stillgelegten Krananlagen, Wege unterschiedlichsten Schwierigkeitsgrades durchsteigen. Heute kommen auf rund 850 Quadratmetern Fläche Freizeit- und Hobbykletterer ebenso auf ihre Kosten, wie Sportler mit höheren Ansprüchen an den Schwierigkeitsgrad. Etwa 150 Routen in sechs verschiedenen Schwierigkeitsgraden bieten für jedes Interesse und Können eine Herausforderung. Nicht zuletzt können auch junge und jüngste Kletterer im

ca. 250 Quadratmeter großen Kinderkletterbereich unterschiedliche Wege zum eigenen Können finden. Tom Petzold ist einer der Inhaber der Boulderlounge, die Teil einer ganzen Unternehmensgruppe rund um das Bouldergeschäft ist. Hört man ihm zu, versteht man sofort die Begeisterung für diesen Sport, der, anders als das reine Sportklettern, ganz allein und ohne Seilpartner zu bewältigen ist. Bouldern, erklärt Petzold, sei eine Fitnesssportart, die man mit einem Besuch in einem Fitnessstudio eher vergleichen könne, als in den ebenfalls einen Boom erlebenden Sprung- oder Trampolinhallen. „Wir haben sehr viele Besucher“, so Petzold, „die regelmäßig einmal pro Woche, oder sogar mehrmals in der Woche zu uns kommen.“ Man sei eine Gruppe befreundeter Kletterer gewesen, beginnt Petzold eine weitere Chemnitzer Machergeschichte, die in ihrer Freizeit und im Winter nach Dresden oder Leipzig gefahren sei, um in den dortigen Indoorangeboten ihrem Sport nachzugehen. Dann sei man auf die Suche nach Räumen in Chemnitz gegangen und im Areal des Spinnereimaschinenbaus fündig geworden. Zunächst habe man nur für den eigenen Spaß erste Routen und Wege gebaut. Heute, das ist schon eine neue Geschichte, ist die Blocz-Unternehmensgruppe, zu der die Boulderlounge gehört, ein weltweit agierendes Handwerksunternehmen, welches sich mit rund 170 Mitarbeitern der Produktion und dem Vertrieb sowie dem Aufbau von Boulderwänden widmet und deutschland- und weltweit weitere Boulderhallen betreibt oder an ihnen beteiligt ist.

Kletterzentrum Chemnitz Zu den Kletter-Indoor-Arealen gehört auch das Kletterzentrum am Fuße des Schloßberges und in unmittelbarer Nähe eines der beliebtesten Outdoor-Freizeitbereiche der Stadt, dem Konkordiapark. Hier geht es ebenfalls um Routen und Wege, von denen einige wöchentlich neu geschraubt werden. Auffällig: Die Routen gehen deutlich höher und ohne Seil und Klettergurt geht fast nichts. Dabei verlangen einige Wege von der Kletterin oder dem Kletterer jede Menge Können und ohne Seilpartner, der hier zwingend zu Sicherung vorgeschrieben ist, geht kein Sportler an die Wand. Aber jeder fängt mal vorsichtig und jung an und so gibt es einen Kinderkletterbereich mit Boulderhöhle, Dschungelwand oder BalancePfad. Angeboten werden zudem unterschiedliche Kurse vom Einsteigerund Grundkurs bis hin zu Technik- oder Vorstiegskursen.

SPORT

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eat sleep visit repeat Köstlich duftend, einladend gemütlich, herrlich direkt, mit dem typischen La Dolce Vita einer frischen Pizza aus dem italienischen Ofen – in Chemnitz haben sich Cafés mit anderen Ideen, eine KaffeeRösterei, ein sprichwörtlicher Fleischladen und eine urgemütliche Pizzeria neu etabliert oder neu erfunden. Ein Spaziergang durch den Genuss.

KULINARIK

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DREAMERS

ess

COFFEE & WHOLEFOOD

Der Brühl: Eine Fußgängerpromenade, in dem insbesondere durch bürgerschaftliches Engagement und mit jeder Menge glühendem Enthusiasmus ein neues Leben und ein progressiver Puls spürbar sind. Entdeckt man in Chemnitz an vielen Orten moderne, innovative Urbanität, hat sie auf diesem, sich selbst zurückerobernden Boulevard, eine ihrer Quellen. Ein Café wie das Dreamers musste sozusagen hier entstehen, wo die Dinge neu gedacht werden. Und so ist im Dreamers Food nicht gleich Essen, vegan keine Ideologie, sondern ein Angebot für bewusstes Genießen, wird Kaffee nicht nur serviert, sondern von einer Barista präsentiert und Tee ist kein Getränk sondern ein Ritual. Liest man die Menükarte, hat man Lust auf all die kulinarischen Ideen, die den Gedanken an bewusst leichtes Genießen in sich tragen.

DER FLEISCHLADEN FEINKOST & RESTAURANT

Fleisch in schönster Würde: So ist der Fleischladen schon im Namen anders als herkömmliche Metzgereien oder, noch profaner, Fleischereien. Vielmehr ist er eine Genussboutique denn ein Feinkostgeschäft. An der Chemnitzer Hermannstraße, in unmittelbarer Nähe zum Urbanitätshotspot von Chemnitz, dem Brühl, kommen die Produkte nach eigenen Angaben mit Sinn und Verstand auf die Theke oder werden im hauseigenen Restaurant zu vielfältigen Köstlichkeiten verarbeitet. Und der Gedanke, dass nichts übrig bleibt, ist nicht nur vom Geschmack gewünscht, sondern trägt Nachhaltigkeit als Konzept in sich. Fair geht es denn auch zu, wenn das Fleisch direkt vom Erzeuger bezogen wird und aus Freilandhaltung stammt. Von genüsslicher Vorfreude angetrieben, betritt man diesen Altar der Fleischeslust und verlässt ihn mit guten Gefühlen im Bauch, auf der Zunge und im Gewissen.


sen

BOHNENMEISTER KAFFEERÖSTEREI

Duft in einer seiner schönsten Varianten: Betritt der koffeinsehnende Mensch die Kaffeerösterei Bohnenmeister im Wirkbau, umhüllt ihn sofort und in sanfter Weise das besondere Aroma. Angesiedelt direkt unter dem imposanten Glockenturm des in vielfältiger kulturell und geschäftstüchtiger Weise neu genutzten ehemaligen Wirkmaschinenbaus, bietet die schon heute als ehrwürdig zu bezeichnende und vor allem gläserne Kaffeemanufaktur alles, was des Menschen Herz rund um das inspirierende, heiße Getränk begehren mag. Geröstet und anschließend zum Verzehr angeboten werden vor allem Rohbohnen der Sorte „Coffea Arabica“. Erstehen kann man auch spezielle Kaffees für unterschiedliche Zubereitungsarten und ganz und gar außergewöhnliche Kaffee-Utensilien. Und es ist so: Irgendwann muss man dieses duftende Reich wieder verlassen, nicht aber ohne eine bereits beim Verlassen entstehende, im Genuss begründete, kleine Sehnsucht.

EMMAS ONKEL Umgebaut und sich charakterlich treu geblieben hat das Emmas Onkel seinen angestammten Platz auf dem Kaßberg nach einer Renovierungszeit nicht erst verteidigen müssen. Selbstgebackene Kuchen, selbstgemachtes Eis und selbstverständliche Fröhlichkeit haben an der Ecke West- und Ulmenstraße ihr Zuhause. Auf der frisch gestrichenen Karte lässt sich für lustiges Abendessen ein Knackermenü selbst gestalten und finden sich ansonsten vegane und vegetarische Köstlichkeiten. Die Idee für Emmas Onkel entstand aus der ungewöhnlichen Idee, italienischen Kaffee aus einem schick umgebauten Bauwagen heraus anzubieten. Den Bauwagen gibt es noch. Er ist Kern und Anlaufpunkt von zahlreichen Veranstaltungen, die von Emmas Onkel im Stadtgebiet mit Leckerbissen und bestem Kaffee versorgt werden. Apropos Veranstaltungen: Zweimal im Jahr ist das Emmas Onkel Zentrum von zwei über die Kaßberg-Hood hinaus bekannten Festen: Der 100-Meter-Weihnachtsmarkt und der 100-Meter-Sommer, der von der Buchhandlung Lessing & Kompanie und der Badischen Winzerstube in unmittelbarer Umgebung zu Emmas Onkel organisiert wird, sind Highlights im Veranstaltungskalender von Chemnitz.

AUGUSTO

PIZZA — PASTA — INSALATA Klein und sehr fein: Italienische Pizza, wie es sie nur in Italien geben kann, gibt es auch in Chemnitz. Unmittelbar am südlichen Fuße des Sonnenberges findet sich, gut überschaubar, großartige mediterrane Lebensart in ihrer charmantesten Form nördlich des Erzgebirgskamms. Man muss die Augen nicht schließen, um sich im Augusto ans Mittelmeer träumen zu können. Das Ambiente ist so gemütlich, dass es sich leicht wie in Bella Italia anfühlt. Köstliche Pizza mit frischen und guten Zutaten verlassen hier den Ofen und streben unmittelbar zum Gaumen des Genießers. Auf der Karte stehen neben Kuchen und köstlichen Kaffees ausschließlich Pizzen in einem überraschenden Variantenreichtum. Aufgetankt mit Urlaubsgefühlen und italienischem Genuss verlässt man das Augusto mit dem Gedanken, dass der nächste Urlaub auch geografisch nicht weit weg ist.

KULINARIK

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Restaurant max louis

Dem Wunsch nach kulinarischen Erlebnissen kommen die Chemnitzer Gastronomen international, mediterran, exotisch und, wenn gewünscht, auch bürgerlich-deftig nach. Zahlreiche Restaurants mit ganz verschiedenen Konzepten haben sich in den vergangenen Jahren ein eigenes Publikum in Chemnitz erobert oder begeistern mit charmanter Einzigartigkeit. Kommen Sie mit auf eine gaumenfrohe Weltreise durch Chemnitz.

RESTAURANTS UND KNEIPEN AM SCHLOSSBERG

Kellerhaus am Schloßberg

KELLERHAUS, AUSSPANNE, SCHLOSSVORWERK, SPEISEKAMMER, MIRAMAR, GASTHAUS AN DER SCHLOSSMÜHLE Sollte einem der Sinn nach deftiger Traditionsküche stehen, dann fühlt man sich im Restaurant- und Kneipenviertel am unteren Schloßberg wie zu Hause. Denn obwohl Chemnitz kein Schloss mehr beherbergt, beschwört das spätabendliche Flanieren durch die anmutigen Fachwerkhäuser eine wärmende Romantik herauf, bei der man sich vielleicht nicht nur in die Stadt verliebt.

ALEXXANDERS

VILLA ESCHE

BRASSERIE . BISTRO

RESTAURANT

RESTAURANT

Ein wenig versteckt auf dem Sonnenberg begrüßt das alexxanders die Genusssuchenden. Das Restaurant ist mit seiner hervorragenden leichten deutschen Küche, garniert mit italienischen und asiatischen Einflüssen, ein echter Geheimtipp. Das alexxanders ist jedoch noch mehr – wer ein wenig länger sitzen bleiben und die Weinkarte oder die ausgesuchten Teearrangements ausgiebig verkosten möchte, bucht am besten eines der großzügigen und stilvoll eingerichteten Zimmer des dazugehörigen Hotels. Oder man reserviert gleich mehrmals im Jahr, um sich immer wieder aufs Neue von den saisonal wechselnden Gerichten verzaubern zu lassen.

LA BOUCHÉE

Wenn man dem freundlichen jungen Team des Restaurants Villa Esche begegnet, wird schnell klar: Hier gibt es frische Ideen auf die Zunge, denn die Küchencrew sucht und findet ihre Produkte in der Region und weltweit. Die Remise der Villa Esche ist also genau das Richtige vor oder nach einem Besuch des benachbarten Henry van de Velde-Museums. Der helle Raum lädt, unbeeindruckt von der Hektik der Stadt, zum genussvollen Innehalten ein – alles ganz entspannt und ohne Effekthascherei, egal ob man sich nun ganz klassisch für die Roulade oder die Jakobsmuscheln oder beides entscheidet. Zeit mitbringen lohnt sich auch anderweitig – die Kochkurse sind heiß begehrt.

Französische Lebensart findet sich nur wenige Meter entfernt, gegenüber der Stadtkirche St. Jakobi. Die Brasserie La Bouchée in der Inneren Klosterstraße ist mehr ein Restaurant und empfängt den Gast mit der typisch französischen Lebenslust. So geht man hier hin, um sich zu treffen und über das Leben im Allgemeinen und Besonderen zu plaudern. Vor dem inneren Ohr hört man die Titelmelodie der Fabelhaften Welt der Amélie und fühl die beschwingte Leichtigkeit des Seins. Dazu bietet die Karte ausgewählte französische Weine. Besonders in den Sommermonaten prickelt herrlich spritziger Cidre und locken saisonale Spezialitäten, die sich nicht nur auf Austern und Käse beschränken. Das Glück wird perfekt beim französischen Frühstück mit Croissants und Café au Lait.


essen MAX LOUIS

HECK-ART

Ein besonderes Gastronomie-Highlight mit industriekulturellem Ambiente gibt es in der Schönherrfabrik zu erleben. Das Restaurant Max Louis ist architektonisch in eine ehemalige Fabrikhalle integriert und lässt den Gast mit Blick auf die roten Klinkersteine und verschiedene Elemente des Webstuhlbaus die Geschichte des Hauses erahnen. Die Karte besticht mit ausgesuchten Grillgerichten auf Gourmetniveau. Die Köche kennen die Erzeuger ihrer Zutaten oft persönlich, hier trifft Qualität aus der Region auf internationale Ideen. Empfehlenswert ist der Abstecher in den Norden der Stadt jederzeit, schon der wechselnden Wochenkarte wegen. Der großzügige Raum ist zudem wie geschaffen für kulturelle Veranstaltungen – und wird für LiveJazz, Theater oder thematische Menüs auch rege genutzt.

Einen Galeriebesuch mit Kunst à la carte bietet das HECK-ART. Synästhetiker und Genussmenschen lassen sich in dem Haus mit historischen und architektonischen Wurzeln beides schmecken. Von der Idee her eine Galerie, überträgt sich die inspirierende Stimmung des Hauses auf den Herd. Die 2016 mit 13 Punkten vom Gault-Millau Deutschland ausgezeichnete Küche unterstreicht mit ihrer Kochkunst den hohen künstlerischen Anspruch des Hauses. Mit dem Elbling von Schloss Proschwitz zur Lippe ist ein opulenter Tropfen auf der Weinkarte, den man am besten an lauen Abenden auf der grünen Terrasse vor dem Haus genießt und so schnell mit der kauzigoriginellen Institution der Chemnitzer Kunstkultur vertraut wird.

SCHALOM

JANSSEN

Der angenehme Eindruck von außen setzt sich innen mit gemütlicher Gastlichkeit fort. Das Schalom am Rand des Brühls hat als einziges koscheres Restaurant in der Region eine bewegte Geschichte hinter sich und überzeugt mit authentischer koscherer Küche und jüdischer Lebensart. So weiß auch der Wirt viele Geschichten rund um das jüdische Leben in Chemnitz zu erzählen. Nicht nur die koschere Zubereitung garantiert, dass die Köche wissen, woher ihre Zutaten kommen. Unbedingt empfehlenswert: das hauseigene Simcha-Bier. Ein Getränk, das übersetzt „Freude“ bedeutet, muss man einfach probieren.

Industriekultur mit großem Genuss zu verbinden, schafft in Chemnitz auf einem hohen Niveau das Restaurant Janssen. Direkt am Fluss Chemnitz gelegen, in der ehemaligen Strumpfwirkerei von William Janssen, nimmt man mit feinen euro-asiatisch ausgerichteten Gourmetideen auch einen Hauch dessen auf, was Chemnitz einst zu einer der reichsten Städte Deutschlands gemacht hat: Unternehmergeist. So ist es auch kein Zufall, dass das Janssen auf seiner herrlich großen Terrasse zahlreichen Businessgesprächen diskreten Raum bietet und ansonsten mit Liebe zum eigenen Anspruch überzeugt.

Turm-Brauhaus

RESTAURANT

TURM-BRAUHAUS RESTAURANT

Restaurant la bouchée

Ein atmosphärisches Stimmungsbild der ganzen Stadt erhält man im TurmBrauhaus, das sich mitten in der City mit selbst gebrautem Bier und deftiger Küche einen Namen gemacht hat. Hier sitzen Student neben Professor, jung neben reif, Familie neben Frauenrunde, Junggesellenabschied neben Philosoph. Hat man sich je gefragt, wie viele Jahrzehnte zuvor Bierhallen mit eigenem Ausschank funktioniert haben, erhält man im Turm-Brauhaus die lebendige Antwort. Stimmengewirr und fröhliches Lachen empfangen die Gäste bereits beim Betreten des urigen Gasthauses. Man wird schnell selbst Teil dieser Geräuschkulisse und stimmt in das vorfreudige Gläserklirren mit dem selbst gebrauten Bier des Hauses ein. Das gibt es in den Varianten naturtrüb, braun oder dunkel und es macht vor allem eins: Appetit auf ein zweites oder drittes. Die Speisekarte bietet vom leichten Salat bis zur deftigen Brauhaus-Haxe nicht nur Speisen, die zum Frischgezapften passen. Auf jeden Fall passt sich das Angebot dem Bierambiente an und so verlässt man das Lokal viele Stunden später mit dem Gefühl, seine Zeit mit Gesprächen, gutem Bier und deftigem Essen sinnvoll verbracht zu haben.

RESTAURANT

RESTAURANT

RESTAURANT · CAFÉ . BISTRO

KULINARIK

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Hotel Röhrsdorfer Hof Limbacher Str. 14 09247 Chemnitz Telefon 03722 621600 www.roehrsdorfer-hof.de Hotel & Restaurant Sächsischer Hof Brühl 26 09111 Chemnitz Telefon 0371 461480 www.saechsischer-hof.de Hotel Schloss Rabenstein Thomas-Müntzer-Höhe 14 09117 Chemnitz Telefon 0371 4446640 www.hotel-schloss-rabenstein.de

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Miramar Chemnitz Schloßberg 16 09113 Chemnitz Telefon 0371 3301521 www.miramar-chemnitz.de Moe‘s Bar Hartmannstraße 7 09111 Chemnitz Telefon 0371 40474979 www.moesbar69.de NOMAD Restaurant Lothringer Str. 11 09120 Chemnitz Telefon 0173 4740058 www.nomad-chemnitz.de Ponytail Barclubbing Innere Klosterstraße 1 09111 Chemnitz Telefon 0371 273 372 60 www.ponytail-bar.de

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Ratsstube Chemnitz Johannisplatz 1 09111 Chemnitz Telefon 0371 6949875 www.ratsstube-chemnitz.de

Clubkino Siegmar Zwickauer Str. 425 09117 Chemnitz Telefon 0371 851971 www.clubkino-siegmar.com

Kulturkaufhaus DAStietz Moritzstr. 20 09111 Chemnitz Telefon 0371 4884366 www.dastietz.de

Parkeisenbahn Chemnitz Küchwaldring 24 09113 Chemnitz Telefon 0371 3301100 www.parkeisenbahn-chemnitz.de

Restaurant Pelzmühle Pelzmühlenstraße 17 09117 Chemnitz Telefon 0371 523567 www.pelzmuehle.de

Das Chemnitzer Kabarett An der Markthalle 1 – 3 09111 Chemnitz Telefon 0371 675090 www.das-chemnitzer-kabarett.de

Schauplatz Eisenbahn Frankenberger Str. 172 09131 Chemnitz - Hilbersdorf Telefon 0371 46400622 www.schauplatz-eisenbahn.de

Restaurant Villa Esche Parkstr. 58 09120 Chemnitz Telefon 0371 2361363 www.restaurant-villaesche.de

Deutsches Spielemuseum e.V. Neefestr. 78A 09119 Chemnitz Telefon 0371 306565 www.deutsches-spielemuseum.eu

Kunstsammlungen Chemnitz MUSEUM AM THEATERPLATZ Theaterplatz 1 09111 Chemnitz Telefon 0371 4884424 www.kunstsammlungen -chemnitz.de

Restaurant Sachsofon Augustusburger Str. 244 09127 Chemnitz Telefon 0371 4014785 www.sachsofon.de

Felsendome Rabenstein Weg nach dem Kalkwerk 4 09117 Chemnitz Telefon 0371 8080037 www.felsendome.de

Schalom Restaurant Heinrich-Zille-Str. 15 09111 Chemnitz Telefon 0371 6957769 www.schalom-chemnitz.de

Fritz Theater Chemnitz Kirchhoffstr. 34-36 09117 Chemnitz Telefon 0371 8747270 www.fritz-theater.de

SPEISEKAMMER Chemnitz Schloßberg 14 09113 Chemnitz Telefon 0371 33507425 www.speisekammer-chemnitz.de

Galerie artECK Moritzstr. 39 09111 Chemnitz Telefon 0371 4027112

Tillmann‘s Restaurant Brückenstr. 17 09111 Chemnitz Telefon 0371 3558763 www.tillmanns-chemnitz.de Turm-Brauhaus Neumarkt 2 09111 Chemnitz Telefon 0371 9095095 www.turmbrauhaus.de Uferstrand Chemnitz Falkestr. 2 09112 Chemnitz Telefon 0371 4819088 www.uferstrand.de VAPIANO Chemnitz Straße der Nationen 12 09111 Chemnitz Telefon 0371 35597301 www.vapiano.de Wenzel Prager Bierstuben Chemnitz Jakobikirchplatz 4 09111 Chemnitz Telefon 0371 35597588 www.wenzel-bierstuben.de

VISIT Boulderlounge Chemnitz Altchemnitzer Str. 5 09120 Chemnitz Telefon 0371 67600790 www.boulderlounge-chemnitz.de Chemnitzer Gewölbegänge Fabrikstraße 6 09111 Chemnitz Telefon 0371 3346056 www.chemnitzer-gewoelbegaenge.de

Galerie Borssenanger Straße der Nationen 2 – 4 09111 Chemnitz Telefon 0371 331 42 70 www.borssenanger.de Galerie Hinten Augustusburger Str. 102 09126 Chemnitz www.galeriehinten.de Galerie Oben Heinrich-Beck-Str. 35 09112 Chemnitz Telefon 0371 6661569 www.galerieoben.com Galerie Schmidt-Rottluff Markt 1 09111 Chemnitz Telefon 0371 6761107 www.schmidt-rottluff.de Galerie Weise Rosenhof 4 09111 Chemnitz Telefon 0371 694444 www.galerie-weise.de Industriemuseum Chemnitz Zwickauer Str. 119 09112 Chemnitz Telefon 0371 3676140 www.saechsisches -industriemuseum.com Kletterzentrum Chemmitz Matthesstraße 20 09113 Chemnitz Telefon 0371 33498888 www.kletter-zentrum.de

Kunstsammlungen Chemnitz BURG RABENSTEIN Oberfrohnaer Str. 149 09117 Chemnitz Telefon 0371 853353 www.burg-rabenstein.info Kunstsammlungen Chemnitz HENRY VAN DE VELDE-MUSEUM Parkstr. 58 09120 Chemnitz Telefon 0371 4884424 www.kunstsammlungen -chemnitz.de Kunstsammlungen Chemnitz MUSEUM GUNZENHAUSER Stollberger Str. 2 09119 Chemnitz Telefon 0371 4887024 www.kunstsammlungen -chemnitz.de

Schauspielhaus und Figurentheater Zieschestr. 28 09111 Chemnitz Telefon 0371 4000430 www.theater-chemnitz.de Schönherrfabrik Schönherrstr. 8 09113 Chemnitz Telefon 0371 4949700 www.schoenherrfabrik.de smac Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz Stefan-Heym-Platz 1 09111 Chemnitz Telefon 0371 9119990 www.smac.sachsen.de Stadtbad Chemnitz Mühlenstr. 27 09111 Chemnitz Telefon 0371 4885248 www.chemnitz.de

Kunstsammlungen Chemnitz SCHLOSSBERGMUSEUM Schloßberg 12 09113 Chemnitz Telefon 0371 4884501 www.schlossbergmuseum.de

Stadthalle Chemnitz Theaterstr. 3 09111 Chemnitz Telefon 0371 4508722 www.stadthalle-chemnitz.de

Messe Chemnitz Messeplatz 1 09116 Chemnitz Telefon 0371 4508722 www.messe-chemnitz.com

Straßenbahnmuseum Chemnitz Zwickauer Str. 164 09116 Chemnitz Telefon 0371 4006060 www.strassenbahn-chemnitz.de

Kino Metropol Chemnitz Zwickauer Str. 11 09112 Chemnitz Telefon 0371 304604 www.metropol-chemnitz.com

Tierpark Chemnitz Nevoigtstr. 18 09117 Chemnitz Telefon 0371 850028 www.tierpark-chemnitz.de

Museum für Naturkunde Moritzstr. 20 09111 Chemnitz Telefon 0371 4884551 www.naturkundemuseum -chemnitz.de

Wasserschloß Klaffenbach Wasserschloßweg 6 09123 Chemnitz Telefon 0371 266350 www.wasserschloss -klaffenbach.de

Museum für sächsische Fahrzeuge Zwickauer Str. 77 09112 Chemnitz Telefon 0371 2601196 www.fahrzeugmuseum -chemnitz.de

Wildgatter Oberrabenstein Thomas-Müntzer-Höhe 12 09117 Chemnitz Telefon 0371 850708 www.tierpark-chemnitz.de Wirkbau Chemnitz

Neue Sächsische Galerie Moritzstr. 20 09111 Chemnitz Telefon 0371 3676680 www.neue-saechsische-galerie.de Opernhaus Chemnitz Theaterplatz 2 09111 Chemnitz Telefon 0371 4000430 www.theater-chemnitz.de

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VISIT CHEMNITZ (de)  

// Das Tourismusmagazin für Chemnitz // Wir haben da dieses Europäische Herzklopfen. Können Sie es hören? Als Kulturstadt mit industriellem...

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