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Zeitschrift des VCP | Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder 1 P 1963 Nr. 1/2012 | ISSN 1651-2441

anp Gemeinschaft

Leben

Jugend

Abenteuer

Besinnung

auf neuem Pfad

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Alle inklusive


n, wie ihr

Fotos: peter brümmer

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Ein völlig neues Thema? Ganz viele Comics? Lauter Hüttentipps? Abenteuerstorys? 16 Seiten Foto-Love-Story? Oder oder oder …

JETZT BEWERBEN -a n p s h c u w h Die Nac

Es gibt heute etliche Gruppen, die integrativ arbeiten. Im Laufe der Zeit wurden viele Freizeiten und Seminare zu verschiedenen Themen durchgeführt. In der Langau in Bayern war es beispielsweise Rollstuhlfahrerinnen und -fahrern möglich, am Rafting auf dem Lech teilzunehmen. Klar – das hat allen viel Spaß gemacht. Inzwischen hat sich unsere Arbeitsweise verändert. Wir verstehen uns als Dienstleister für integrative Gruppen und solche, die es werden wollen. In den letzten Jahren waren wir aktiv auf den Kirchentagen in Bremen und Dresden. Die Begegnungsjurte war unser Standort. Dort konnte man sich über unsere Arbeit informieren, einen Rollstuhl­parcours ausprobieren oder an einem Quiz teilnehmen.

Wenn ihr schon immer mal eine anp selber machen wolltet, dann bewerbt euch jetzt für die Nachwuchs-anp! Ihr wählt das Thema und baut ein ganzes Wochenende lang die Zeitschrift für Pfadfinderinnen und Pfadfinder. Natürlich lassen wir euch damit nicht alleine. Die anp-Redaktion zeigt euch in zwei kurzen Workshops, wie es geht und bleibt – wenn ihr das wollt – an eurer Seite.

Ihr solltet mindestens 14 Jahre alt sein und von einer volljährigen Gruppenleitung begleitet werden. Bewerbt euch mit euren Ideen oder eurem Thema bei anp@vcp.de

Termin: 01. bis 03. Juni 2012 Ort: VCP-Bundeszentrale, Kassel

Ein tolles Wochenende wartet auf eine Gruppe bis zu zehn Personen: Viel Spaß, viel Arbeit und unsere berühmten Wundertüten …

Auch auf dem Bundeslager waren wir mit einer kleinen Ausstellung und dem Rollstuhlparcours vertreten. Dort herrschte immer großer Andrang.

Fahrtkosten werden nach den Richtlinien der Reisekostenordnung des VCP erstattet. Übernachtung und Verpflegung ist inklusive.

P ist der Vc Inklusiv? mehr dazu auf Seite 21

In Zukunft möchten wir gerne mit integrativen Gruppen in Kontakt kommen. Ein paar Adressen haben wir schon, aber es gibt sicher noch viel mehr. Uns ist auch klar, dass viele, die nur eine(n) Behinderte(n) in ihrer Gruppe haben, dies als völlig normal ansehen. Für sie besteht aus ihrer Sicht kein Grund, sich mit uns in Verbindung zu setzen. Wir bitten aber trotzdem darum, um einen Überblick zu bekommen.

Un-behindert Pfadfinden? Die Fachgruppe (FG) „Pfadfinderinnen und Pfadfinder mit Behinderung“ (früher PTA – Pfadfinden trotz allem) wurde 1981 gegründet. Das Ziel war, Pfadfinden für Menschen mit Behinderungen selbstverständlich zu machen. Das ist uns gut gelungen.

Über Fragen oder Anregungen freuen wir uns! Kontakt: Jürgen Trojahn juergen.trojahn@web.de


vcp aus dem Verband

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VORNEWEG Impressum ISSN 1615-2441 anp (seit 1921) ist die Zeitschrift für die Mitglieder des Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP). Sie erscheint fünfmal im Jahr. Anschrift: VCP-Bundeszentrale Wichernweg 3 D-34121 Kassel Tel.: 0561/7 84 37-10, Fax: 05 61/7 84 37-40 E-Mail: anp@vcp.de, Internet: www.vcp.de Verleger: Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) e. V. Herausgegeben im Auftrag der Bundesleitung Chefredaktion: Diane Tempel-Bornett Ständige Redaktionsmitglieder: Christian van den Boom (Kellertreppe), Peter Brümmer, Jascha Buder, Marc Forkmann, Sandra Grünewald (KrimsKrams), Sarah Landenberger, Chris Pollak, Niklas Tüpker, Andreas Witt (Himmelsleiter), Philipp Zedelius. Mitarbeit an dieser Ausgabe: Julia Freye, David Radtke, Esther Koch

Liebe Pfadfinderinnen, liebe Pfadfinderinnen, liebe Leserinnen, liebe Leser, alle(s) inklusive? Tatsächlich? Bietet Pfadfinden oder zumindest der VCP die pfadfinderische Rundumversorgung für alle? Sind alle gleich und glücklich? Inklusion ist mehr als ein Modewort, auch wenn es als solches gern und viel genutzt wird. Wir haben versucht, herauszufinden, was dahinter steckt und – um ganz andere Begriffe zu nutzen – auch zu sehen, wie Menschen mit Handicaps in unserer Mitte leben. Auf dieses Schwerpunktthema konnten wir nur Schlaglichter werfen, aber wir hoffen trotzdem, dass ihr Neues, Wichtiges und Interessantes erfahren könnt. Natürlich gibt es noch einiges mehr in dieser Ausgabe zu lesen. Auch, wenn diese anp etwas textlastiger als sonst ist – wir sind sicher – das Lesen lohnt sich und wir hoffen, ihr habt genauso wie Freude und Erkenntnisgewinn wie wir beim Schreiben!

Herzliche Grüße, Eure anp-Redaktion

Illustration: Jascha Buder (www.jabu.de) Fotoredaktion: Peter Brümmer Satz und Layout: Chris Pollak (chrispollak.com) und Peter Brümmer (drazilgraphix.de) Druck: Druckerei Strube, Felsberg Anzeigenverwaltung: Dirk Rumpff Mit Namen gekennzeichnete Artikel geben nicht immer die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich die Kürzung von Artikeln und Leserbriefen vor. Die Redaktion behält sich in Einzelfällen unter Berücksichtigung der gesetzlichen Grundlage entsprechende Bearbeitungen von Veröffentlichungen vor. (Informationen: www.vcp.de) Der Umwelt zuliebe wird anp auf 100 % Recyclingpapier gedruckt, das mit den Umwelt-zeichen „Blauer Engel“ und „Nordischer Schwan“ ausgezeichnet ist. Die Herstellung dieser Zeitschrift erfolgt mit freundlicher Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Foto: peter brümmer

Titelbild: 5.000 VCPerinnen und VCPer vor dem Beginn des Lagergottesdienstes auf dem Bundeslager 2010 in Almke, Fotograf: Peter Brümmer


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vcp aus dem Verband

Wien-delegation

wir holen das Friedenslicht aus wien und bringen es euch!

Fotografen: Olaf Eybe, Andreas Kläger

es ist am 3. Advent wieder in deutschland angekommen, das Friedenslicht aus bethlehem. Wir, die delegation der ringverbände sind am 8. dezember, begleitet von zwei luxemburger pfadfindern von FNel wieder nach Wien aufgebrochen, um das licht bei der zentralen Aussendefeier abzuholen – und auch um dort internationales pfadfinden zu erleben. übernachtet haben wir – wie in den letzten Jahren auch – im pfarrheim am Accon-platz. Von dort starteten die ganzen Unternehmungen wie zum beispiel auch die stadtführung. bei der Aussendefeier war der VCp an der reihe, für deutschland das licht abzuholen. maiti djamila aus Nordrhein-Westfalen, mit 12 Jahren eine unserer jüngsten teilnehmerinnen vom VCp übernahm das. Abends fand der traditionelle internationale Abend in der mozart-stube statt. so viele pfadfinderinnen und pfadfinder aus verschiedenen Nationen nahmen daran teil, das die kleine Gastwirtschaft aus allen Nähten zu platzen drohte. dort wurde gegessen, badges geswoppt – das heißt Abzeichen getauscht – und sich in allen möglichen sprachen unterhalten. schön war, dass der VCp wieder stärker vertreten war. Kommt auch 2012 wieder mit nach Wien. es ist ein erlebnis. Und wir brauchen euch, damit das Friedenslicht wieder den Weg nach deutschland findet! Von essen aus wird die Friedensbotschaft weltweit gefunkt.


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Fotos: diANe tempel-borNett

RÜCkBLICk

vcp aus dem Verband

tim Gelhaar präsentiert pädagogische bausteine.

lernen auf dem Ökopfad

Der VCP war auf dem „Fachtag kindesschutz“ der aej vertreten.

Hannover dieses Gesetz ist am 1. Januar 2012 in Kraft getreten und aktualisiert die bestehenden Kinder- und Jugendhilfegesetze (sGb Viii). die Änderungen haben auch für die Kinder- und Jugendarbeit in deutschland weit reichende Folgen. prof. dr. dr. hc. reinhard Wiesner, der maßgeblich an der entwicklung des Gesetzes beteiligt war, stellte in seinem Vortrag Hintergrund und struktur des neuen bundeskinderschutzgesetzes vor und schlüsselte auf, wo und wie auch Jugendverbände von der neuen Gesetzeslage betroffen sein können. Kindesschutz sehe er als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, so prof. Wiesner, die in der debatte leider sehr oft auf die Kinder- und Jugendhilfe abgeschoben wird. der Generalsekretär der aej, mike Corsa, betonte die Notwendigkeit, mitarbeiterinnen und mitarbeiter der evangelischen Jugend stärker für dieses thema zu sensibilisieren und zu qualifizieren. in zwei Workshop-runden mit sechs praxisimpulsen erhielten teilnehmerinnen und teilnehmer Anregungen für die Umsetzung des neuen Gesetzes bei ihrer Arbeit vor ort. tim Gelhaar aus der VCp-bundeszentrale präsentierte in seinem gut besuchten Workshop „pädagogische bausteine für präventionskonzepte“. die methoden, so betonte er, müssen zur Zielgruppe passen. es sei klar, dass man über prävention mit eltern anders als mit Gruppenleitungen oder auch mit jüngeren Kindern sprechen müsse. Wichtig sei auch, dass man vorher sein Ziel formuliere und die methoden zeitnah entwickelt und vermittelt. in schulungen solle prävention nicht „isoliert“ behandelt werden. Viele hilfreiche methoden, mit denen das thema gut vermittelt werden kann, bietet z.b das projekt prätect (www.praetect.de) oder die von der aej

tim Gelhaar, Gunnar Czimczik, Willi duckstein.

herausgegebene schulungsmappe „sex. sex! sex? – Umgang mit sexualität und sexueller Gewalt“. Am Fachtag nahmen referentinnen und referenten aus der bundeszentrale, dem VCp-land Niedersachsen, dem VCp-land baden, dem VCp land rheinland-pfalz/saar sowie dem VCp-bezirk Hannover teil. der VCp beschäftigt sich schon lange mit dem thema Kindesschutz und hat umfangreiche materialien zur prävention herausgegeben. Kostenlose bestellmöglichkeit für VCp-mitglieder unter www. vcp.de/materialbestellung

Ein Zertifikat für unseren „Zeltplatz im norden“. Dass wir mit unserem Bundeszeltplatz inmitten einer Seenlandschaft ein einzigartiges Bundeszentrum haben, um das uns viele beneiden, wissen wir ja und nun ist es auch eines von weltweit 14 „wOSm SCEnES Centres“. Großzerlang scenes ist eine Zertifizierung der World organization of the scout movement (Wosm) für Zeltplätze von pfadfinderinnen- und pfadfinderverbänden, die über ein Umweltmanagementsystem sowie umweltpädagogische inhalte verfügen und außerdem in Natur belassener Umgebung liegen. das Konzept des bundeszeltplatzes haben wir schriftlich dargestellt und intern wie auch extern begutachten lassen. diese begutachtung verlief positiv und so wurde der bundeszeltplatz als Wosm sCeNes Centre anerkannt. Nun wissen nicht nur wir es, sondern theoretisch die gesamte pfadfinderinnen und pfadfinderwelt: Unser bundeszeltplatz ist nicht nur attraktiv, sondern auch nachhaltig und unsere Gäste können dort eine menge über die Natur lernen! damit hat er für andere Zeltplätze eine Vorbildfunktion und nebenher steigt auch der internationale bekanntheitsgrad.

Fotos: peter brümmer

Am 24. Januar 2012 veranstaltete die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej) in Hannover einen „Fachtag kindesschutz“ zum neuen Bundekinderschutzgesetz, abgekürzt: BkiSchG.

Wenn man Glück hat, sieht man in dem teich sogar Wasserschildkröten.

Schon bald wird unter www.scout.org/scenes neben - blue springs scout reserve / ontario - Kanada - mount Nemo scout Camp / ontario - Kanada - the Florida sea base / Florida - UsA - Campo escuela Nacional iztarú (CeNi) / Costa rica - eprapah / Queensland - Australien - mafikeng sCeNe / südafrika - Houens odde international scout Centre / dänemark - Naesbycentret / dänemark - stevninghus / dänemark - misaershaff, Youth training centre / luxemburg - Neihaischen / luxemburg - Kandersteg international scout Center / schweiz - techuana / Österreich - Westernohe / deutschland (dpsG) das „VCP Guide and Scout Centre Grosszerlang“ als weiterer deutscher Platz zu finden sein.

Herzlichen Glückwunsch nach Großzerlang. das ist nach dem Zertifikat zum „one scout / one tree“ projekt der brasilianischen pfadfinderinnen und pfadfinder die 2. internationale Auszeichnung für unseren bundeszeltplatz. Wir wollen den platz noch attraktiver machen – rechnen wir doch jetzt mit mehr internationalen Gastgruppen. dafür bitten wir weiterhin um eure Unterstützung. Wir freuen uns über spenden und Zuwendungen: spendenkonto bei der eKK: VCp e.V. stichwort bZG: der Zeltplatz im Norden. Kontonummer: 256, blZ 520604 10.


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vcp aus dem Verband

RÜCkBLICk

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die VCp-stämme mit den meisten neuen mitgliedern

Tim Gelhaar im Vorstand der aej Tim Gelhaar, seit 2007 Bildungsreferent in der VCP-Bundeszentrale, wurde von der 122. mitgliederversammlung der aej (Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland) als Beisitzer in den Vorstand der aej gewählt. anp Tim, du bist in den Vorstand der aej gewählt worden. Dazu herzlichen Glückwunsch! was macht die aej eigentlich? Tim Vielen dank! die aej ist der Zusammenschluss der evangelischen Jugend in deutschland. das heißt, sowohl evangelische Jugendverbände (wie der VCp) sind mitglied, aber auch die Jugendarbeit der evangelischen landes- und Freikirchen. dabei vertritt die aej die interessen von mehr als 1,2 millionen jungen menschen – gegenüber bundesministerien, der Kirche, Fachorganisationen oder internationalen partnern. inhaltliche schwerpunkte der Arbeit der aej sind zum beispiel Kinder- und Jugendpolitik, entwicklungspolitik und Fairer Handel, migration und integration, internationale Jugendarbeit und Ökumene, aber auch die mitgestaltung von Förderpolitik evangelischer Jugendarbeit – also eine große bandbreite an themen. anp was hat der VCP davon, dass du im Vorstand bist? Tim Als Vorstandsmitglied gestaltet man in zentraler position die Geschicke der evangelischen Jugendarbeit in deutschland mit. ich finde es wichtig, dass der VCp als einer der großen evangelischen

Johann Heinrich wichern, Region Frankenjura, Bayern

24 neue mitglieder

maria von maltzan, Bez. Paul Schneider, niedersachsen

21 neue mitglieder

Franz von Sickingen, Rheinland-Pfalz/Saar, Gau nassau Oranien

20 neue mitglieder

Siedlung Lüneburg, Schleswig-Holstein

18 neue mitglieder

neugründung Reinbek, Bez. Alstergau, Hamburg

17 neue mitglieder

Hasalah, Gau neu Burgund, Rheinland-Pfalz/Saar

16 neue mitglieder

Ulrich von Hutten, westfalen

15 neue mitglieder

Geronimo, Gau Unterland, württemberg

15 neue mitglieder

Franz von Sickingen, Gau neu Burgund, Rheinland-Pfalz/Saar

15 neue mitglieder

St. michael, Schleswig-Holstein

14 neue mitglieder

Blauer Turm, Gau Unterland, württemberg

14 neue mitglieder

Jugendverbände in deutschland dort vertreten ist. im Vorstand kann ich mich dafür einsetzen, dass die evangelische Jugend als starker Akteur wahrgenommen wird (z.b. in der politik) und mich entsprechend dafür stark machen, dass sie eine stimme bekommt – und auch entsprechende ressourcen. in der letzten Zeit hat sich die aej zum beispiel mit dem Kirchentag beschäftigt oder mit der Frage, was die zunehmend flächendeckende einführung der Ganztagsschule für die außerschulische evangelische Jugendarbeit bedeutet. das ist auch für den VCp interessant und es ist wichtig, hier mitzureden. anp wie wirst du dich dort einbringen? Tim der Vorstand tagt etwa sieben mal im Jahr. dann werden alle Anliegen besprochen und diskutiert. mir ist es wichtig, dabei jeweils die sicht der Jugendverbände und speziell des VCp einzubringen. dabei geht es sowohl um inhalte (Womit soll sich die aej beschäftigen? Wie können wir die themen für den VCp zugänglich machen?) als auch um finanzielle rahmenbedingungen der Förderung von evangelischer Jugendarbeit. Alle Vorstandsmitglieder arbeiten in sogenannten Fachausschüssen intensiv in einem bestimmten themenbereich mit. ich habe den Fachausschuss für „Frieden, Gerechtigkeit und bewahrung der schöpfung“ gewählt, da dies gut zum thema Nachhaltigkeit passt, das im VCp eine große rolle spielt. der VCp-bundesleitung berichte ich regelmäßig von den im aej-Vorstand behandelten themen und stimme mit ihr die Haltung des VCp ab.

wer sind die besten Stämme? Der beste Stamm ist natürlich für jede und jeden ein anderer. Aber hier werden die 10 Stämme mit den höchsten Zuwachszahlen ausgezeichnet und mit einem Einkaufsgutschein von F&F belohnt. Kassel es gelten die bereinigten Zahlen, d.h. Anmeldungen abzüglich der Abmeldungen. in diesem Jahr sind das elf stämme, weil st. michael und blauer turm die gleiche Zahl an neuen mitgliedern vermelden konnten. Zukünftig werden jedes Jahr die zehn stämme mit dem stärksten mitgliederwachstum ausgezeichnet und erhalten einen einkaufsgutschein von F&F. der stamm mit den meisten neuen mitgliedern kann für 250 euro bei F&F einkaufen, der stamm mit der zweithöchsten Neuanmeldezahl für 200 euro und für den 3. platz auf der liste gibt es einen Gutschein über 150 euro. Alle anderen erhalten einen einkaufsgutschein über 100 euro. oben seht ihr die liste der besten stämme! Wir wünschen allen neuen mitgliedern viel Freude beim pfadfinden, glückliche erlebnisse und eine wunderbare Zeit.


vcp aus dem Verband

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RÜCkBLICk/AUSBLICk

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was schlummert da im Archiv oder auf dem Dachboden?

Der VCP spielt mit – und zwar in Potsdam Potsdam seit 2011 ist der VCp Kooperationspartner des „bildungsforums internationaler spielmarkt potsdam“ – kurz „spielmarkt“. der spielmarkt ist eine jährlich am ersten maiwochenende stattfindende bildungsveranstaltung „aus der praxis für die praxis“ von überwiegend christlichen trägern und partnern und bringt seit 1991 gezielt spielpädagogische elemente in die inner- und außerschulische Kinder- und Jugendarbeit ein. der spielmarkt verbindet ziemlich einzigartig Fortbildung, messe, spielfest, Austausch und Vernetzung - national und international. über 60 Ausstellerinnen und Aussteller präsentieren dort ihre spiele, Arbeitshilfen und literatur. mehrere Ausbildungsstätten nutzen den spielmarkt als ergänzung zu studieninhalten und als Weiterbildung für lehr- und Fachkräfte. der VCp nutzt die pädagogische methode, sich spielerisch an themen anzunähern, ebenso hat das spiel für uns einen eigenen wichtigen Wert. der Nutzen der Zusammenarbeit ist gegenseitig: für den spielmarkt ist der VCp ein kompetenter und international vernetzter partner im bereich spiel- und erlebnispädagogik, gleichzeitig bietet der spielmarkt eine wichtige plattform für Vernetzung und Kommunikation mit Akteuren der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit, Kirche und diakonie. praxisnahe Workshops und seminare bieten viele Anregungen, die auch für die pfadfinderische Gruppenarbeit interessant sind. Auch F&F wird wieder mit einem stand dabei sein. der VCp berlin-brandenburg nimmt schon seit mehreren Jahren als Akteur am spielmarkt teil. das Jahresthema des spielmarktes 2012 lautet „Wagnis spiel“ – ein passendes thema für den VCp. seid dabei am 4.-5. mai in potsdam. mehr infos unter www.spielmarkt-potsdam.de

Zukunft braucht Erinnerung – ein Aufruf der PG Aufarbeitung der Geschichte der Vorgängerbünde Kassel „übergabe einer Hakenkreuzfahne an die Christliche pfadfinderschaft durch bürgermeister müller“ so titelt ein Artikel des Hannoverschen Anzeigers im sommer 1933. Viele Jugendorganisationen werden in den folgenden Jahren nach der machtübernahme der Nationalsozialisten „gleichgeschaltet“ und in die Hitlerjugend überführt. manche gehen in den Widerstand. Was bedeutet es, wenn die Cp in Hannover die Hakenkreuzflagge überreicht bekommt – und darüber auch ein ganzseitiger Artikel in der anp von 1933 erscheint? dass die Cp in Hannover sich durchaus mit den neuen machthabern arrangieren kann? die Cp sieht sich 1933 als nationale Jugendorganisation und erhält vom bürgermeister – der bei der Geheimpolizei arbeitet – die Fahne mit dem Hakenkreuz. Und was hat das mit euch zu tun? Wisst ihr, was in eurer Gegend, in eurem stamm oder eurer Kirchengemeinde zwischen 1933 und 1945 passiert ist? Vielleicht erinnern sich noch ältere pfadfinderinnen und pfadfinder, vielleicht findet ihr auch noch materialien – im Kirchenarchiv oder auch auf dem dachboden … die pG Aufarbeitung hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte der Vorgängerbünde zu recherchieren. Vielleicht interessiert ihr euch auch dafür, was eure Vorgänger in dieser Zeit gemacht haben? Welche Geschichte hat euer stamm? diese spurensuche ist auch ein anspruchsvolles projekt für die Gruppenstunde. braucht ihr Hilfe beim suchen oder habt ihr etwas gefunden? Wir möchten zukünftig in jeder Ausgabe von anp ein historisch wertvolles Fundstück vorstellen. Wenn ihr ebenfalls fündig geworden seid, meldet euch bei anp@vcp.de

soll dein stamm auch so gut drauf sein? leiten kann man lernen!

Letzte Chance, um schlau(er) zu werden! Im Frühjahr finden zwei wichtige Schulungen für Pfadfinderinnen und Pfadfinder statt: Internationale Begegnungen Vom 16.-18. märz 2012 könnt ihr im ib-seminar auf burg rieneck alles lernen, was für die durchführung internationaler begegnungen wichtig ist. Train 4 Stammesleitungen in der Villa Kunterbunt in Goltorf lernt ihr vom 10.-15. April, wie man einen stamm richtig leitet – so, dass es Freude macht. Wenn ihr noch teilnehmen möchtet, meldet euch bitte gleich in der bundeszentrale und fragt nach freien plätzen. Kontakt: info@vcp.de, 0561/78437-10

beim UNGUVU-projekt machen elf Nationen und – drei pfadis vom VCp – mit.


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vcp vcpchristliches aus dem Verband Leben

Foto: FAbriZio brANCA

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woodbadge

die Halstücher sind alt – der Gesang ist frisch :-)

Gesucht: Frische Texte und starke Gebete! wir schreiben ein neues Andachtsbuch Hast du schon mal eine Andacht gehalten? Oder eine Andacht miterlebt, von der du dachtest: Die ist richtig gut! Dann haben wir eine Bitte an dich: kannst du uns das Thema und die Texte dieser Andacht zukommen lassen? Kassel in der bundeszentrale arbeiten wir gerade an einer neuen Arbeitshilfe zum thema „Andachten“. in dieser Arbeitshilfe wollen wir eine reihe von bausteinen wie Gebete, lieder, texte, bibelstellen und ideen sammeln, mit denen man ganz einfach und unkompliziert eine Andacht zusammen bauen kann. Wenn du also texte, Gebete, lieder oder bibelstellen hast, die dir gut gefallen und dich ansprechen, dann lasse sie uns doch bitte zukommen. schicke sie an die VCp bundeszentrale an Christian Coenen (christian.coenen@vcp.de). Vielen dank!

von Andreas Witt, Hamburg Viele pfadfinderinnen und pfadfinder sind verrückt nach badges – sie sammeln stoffaufnäher wie andere menschen briefmarken, bierdeckel oder bravoHefte. doch das Woodbadge („Holzabzeichen“) ist ein ganz besonderes „badge“. es ist - wie der Name schon sagt – tatsächlich aus Holz und das Zeichen dafür, das sog. Woodbadge-training erfolgreich absolviert zu haben – und dieses trainingsprogramm hat es in sich. das Woodbadge-training geht auf badenpowell zurück, der schon 1911 erkannte, dass eine gute Ausbildung für leitungskräfte ganz wichtig ist! 1919 gilt als Geburtsjahr des Woodbadgetrainings: in diesem Jahr schenkte nämlich die Familie mc laren der pfadfinderbewegung den Gillwell-park bei london als Zelt- und Ausbildungsgelände. Hier startete bp am 8. september 1919 das erste leitungstraining. deswegen werden die Woodbadge-Kurse bisweilen auch „Gilwell-Kurse“ genannt. Zum Abschluss dieser schulung überreichte bp den teilnehmern eine lederschnur mit zwei Holzperlen - das sog. Woodbadge. die perlen selbst stammten von einer langen Kette, die bp aus Afrika mitgebracht hatte. seit 1969 liegt die Verantwortung für das Woodbadge-training bei den einzelnen nationalen pfadfinderinnen- und pfadfinderverbänden - und so veranstaltet auch der VCp regelmäßig WoodbadgeKurse, auf denen sich „erwachsene“ pfadfinderinnen und pfadfinder speziell und individuell für ihre leitungs-Aufgaben im bereich des pfadfindens weiterqualifizieren.

Wenn dieses umfangreiche trainingsprogramm – es besteht nämlich aus drei teilen: dem Woodbadgekurs, dem Woodbadgeprojekt und der schriftlichen dokumentation und reflexion dieses projektes – abgeschlossen ist, gibt es am ende eine feierliche Verleihung. Ab diesem Zeitpunkt darf dann das Woodbadges zusammen mit dem „sandfarbenen“ Gilwell-Halstuch getragen werden. Woodbadgetrainings werden weltweit von anerkannten pfadfinderinnen- und pfadfinderverbänden durchgeführt – und daher kann man auf großen internationalen treffen viele leiterinnen und leiter mit dem Woodbadge antreffen.


vcp christliches Leben

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mein kreuzweg das Kreuz wiegt schwer auf meiner schulter. ich war selber dabei, als sie es zusammen gebunden haben – gestern. ein grobes seil, zwei wuchtige Holzstangen, ein wenig Geschick beim Knoten und fertig ist das Kreuz. über Nacht muss es geregnet haben, jedenfalls färbt die

AUs seiNer siCHt: ÖlberG © JUGeNdHAUs düsseldorF 2010, bildreCHte bei steFAN WeYerGrAF GeN. streit (AdelsCHlAG)

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feuchte rinde meine Hände und die Jacke an der stelle, wo es nun auf meine schulter drückt. die letzten 10 minuten haben zwei Jugendliche es gemeinsam getragen, jetzt weiß ich warum. Von Christian Coenen, zur Zeit kassel

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Stationen liegen noch vor uns – insgesamt sind es sieben. Ich erinnere mich an die katholische Kirche in meiner Heimatstadt. Dort hatte der Kreuzweg 14 Stationen: kleine Holztafeln, jede ein Kunstwerk für sich. Bis ins winzigste Detail sauber geschnitzt, so dass man alleine durch Fühlen bis in ungeahnte Tiefen des Geschehens eintauchen konnte.

KreUZWeGe Gibt es sCHoN lANGe. Alles hatte damals vor vielen Jahrhunderten mit zwei Stationen in Jerusalem an der „Via Dolorosa“ angefangen, jenem Prozessionsweg, auf dem – angeblich – schon Jesus sein Kreuz nach Golgatha getragen hat. Die Tradition verbreitete sich in der ganze Welt, bald hatten viele Orte eine kleine „Via Dolorosa“. Nach und nach kamen immer mehr Stationen dazu. Schließlich verlegte man das Geschehen dann in die Kirchen. Beinahe jeder Innenraum einer katholischen Kirche bekam einen solchen Weg. Beim ökumenischen Jugendkreuzweg sind es nur sieben. Mein Rücken wird es danken. Sieben Stationen sind deutsche Tradition. Nur hier – und in den Niederlanden – finden sich alte Kreuzwege mit sieben Stationen. Sie werden auch „Sieben Fußfälle“ genannt, weil die Betenden einst auf ihrem Weg an jedem dieser Haltepunkt auf die Knie fielen.

eiNiGe meiNer beGleiter GeHeN sCHWeiGeNd, Viele redeN. Ich beschließe auch zu schweigen. Wenn ich wollte, könnte ich das schwere Kreuz einfach loswerden. „Niemand muss – alle dürfen tragen“, so hieß es heute in der Eröffnungsandacht. Um sieben Uhr hat alles in der katholischen Kirche angefangen: ein paar Lieder, eine kurze Einweisung und ein Gebet – schon ging es los. Der Weg wird uns zur evangelischen Kirche des

Nachbardorfes führen. Er selbst ist ein gutes Symbol für eine ökumenische Veranstaltung. Übrigens auch der Rückgriff auf die „Sieben Fußfälle“, denn die stammen aus der Zeit, bevor sich die Kirchen getrennt haben. Wir halten an. Ich richte mein Kreuz auf. Meine Schulter beginnt zu schweben. Irgendjemand liest einen Text, dann noch einer, alle singen aus dem ausgeteilten Liederheft. „Kyrie, kyrie eleison.“ Ich gebe mein Kreuz ab. Das Schwebegefühl meiner Schulter weicht einem dumpfen Pochen. Drei Konfirmandinnen wollen es nun tragen. Sie kichern.

spAss HAbeN die meisteN JUGeNdliCHeN Hier. Vielleicht nicht die angemessenste Emotion angesichts des Leidens und Sterbens Jesu. Vielleicht aber auch doch. Die meisten Menschen hier spüren, dass Gott irgendwie unser Leiden versteht, weil er selbst gelitten hat. Aber das ist nur die eine Seite der Kreuzigung, die andere ist, dass er es für uns getan hat. Das wir darum nicht mehr in dieser Gottesferne leben müssen und deswegen all unser Leid höchstens vorläufiges Leid ist. Stumme Gedanken angesichts der unpassend passenden Freude dreier Konfirmandinnen. Der Zug lässt sich durch all dies nicht beeindrucken. Er setzt sich wieder in Gang auf zur nächsten Station. Drei werden es noch sein an diesem sich dem Ende zuneigenden Tag. Danach noch eine Andacht in der Kirche, dann Schnittchen und Früchtetee. An diesem Abend komme ich spät nach Hause. Das Kreuz steht jetzt im Pfarrgarten. Die Nacht ist kurz, aber erholsam. Am nächsten Morgen bemerke ich die grünbraunen Flecken auf meiner Jacke. Es wird mir schwerfallen, sie auszuwaschen.


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Glaube funktioniert nicht mit Argumenten! Ralf Meister, Landesbischof von Hannover hatte im März letzten Jahres die Nachfolge von Margot Käßmann angetreten. Anfangs wurden Fragen laut, wer die charismatische Bischöfin ersetzen könne. Ralf Meister gilt als eloquent und wortgewandt, ist dabei profiliert und bezieht auch bei unangenehmen Themen deutlich Stellung. Er kann es also. Da sind sich inzwischen nicht nur protestantische Medien einig. Ob es daran liegt, dass er Pfadfinder war? Hat Pfadfinden ihn geprägt? Dies wollten Diane Tempel-Bornett und Andreas Witt bei ihrem Besuch in der Kanzlei in Hannover herausfinden.

anp: Erzähle doch mal, wie deine pfadfinderische Karriere verlief Ralf Meister: Klassisch, würde ich sagen. 1971, mit neun Jahren nahm ich an der ersten Fahrt teil und 1984 beendete ich meine „Laufbahn“ als Stammessprecher, mit 22 Jahren. 1990 nahm ich an dem Landeslager in Schweden teil und 1992 war ich als geistliche Begleitung auf dem Bundeslager in Ferschweiler. anp: Wie reagieren die Leute auf deinen pfadfinderischen Hintergrund? Ralf Meister: Sehr positiv. Ich habe mal in einem Pfadfindergottesdienst in einer Berliner Kirchengemeinde im Osten gepredigt, da gaben mir die älteren Herren alle die linke Hand, sozusagen als geheimes Zeichen, wie bei einer Bruderschaft. Sie waren alte CPer. anp: Manche sagen Pfadfinderorganisationen schon mafiöse Strukturen nach ... Ralf Meister: (lacht) Natürlich haben sie keine kriminellen Absichten, aber Pfadfinder sind wirklich sehr stark vernetzt. Allerdings sind sie in keiner Weise stra-

tegisch. Da gibt es andere Gruppen, die sind da deutlich besser. Aber natürlich kann man mit dieser Gemeinsamkeit viel schneller Kontakt aufbauen. Wenn ich jemanden etwas frage, von dem ich weiß, dass er auch Pfadfinder ist, gehe ich davon aus, dass ich ihm vertrauen kann. anp: Was verbindet Pfadfinderinnen und Pfadfinder denn noch miteinander? Ralf Meister: Zur größten freien Jugendbewegung der Welt zu gehören, gibt ein Identitätsgefühl – über Grenzen und auch über Jahre hinweg. Eigentlich müsste jeder Pfadfinder auf der Welt zu jedem anderen gehen können und dort aufgenommen werden. Auch die Musik verbindet sehr stark. Bei vielen Liedern denke ich sofort an Pfadfinder. Wenn ich hier schaue (blättert in der Jurtenburg) und sehe: „Elche treten …“, dann denke ich sofort an die Herbstfahrten nach Schweden. anp: Welche Erlebnisse beim Pfadfinden haben dich geprägt? Ralf Meister: Da gibt es sehr viele Facetten: die Gemeinsamkeit, die Energie, die

wir dabei hatten, die Kreativität und die Freude beim Ausprobieren. Zwei Grunderfahrungen sind ganz wichtig: Du kannst immer mehr als du glaubst. Das ist eine unglaubliche Ermutigung, auch gerade körperliche Grenzen zu überwinden. Das funktioniert natürlich gut in der Gruppe. Wenn man denkt, man kann einfach nicht mehr und schafft es dann trotzdem noch, fünf Kilometer weiter zu wandern. Gleichzeitig – und das meine ich nicht als Kehrseite der Medaille – jedes Team ist nur so stark wie sein schwächstes Mitglied. Diese Erfahrung wirst du immer wieder machen – in der Gruppe, in der Familie, die du dann mal gründest … Manchmal denkt man ja schon, wenn man mit einer Gruppe durchs Jura geradelt ist … das hätte ich alleine auch in der Hälfte der Zeit geschafft. Aber das ist nicht das Kriterium. Es geht um die Gemeinschaft einer Sippe mit allen ihren Möglichkeiten und Gaben. Ganz stark prägt aber auch das Erlebnis der Freiheit. Wir dachten damals, uns gehört die Welt, selbst wenn wir irgendwo in einer finsteren Ecke landeten … Pfadfinden ist die Jugendbewegung, die die größtmögliche Freiheit bietet – und gleichzeitig darin zur Verantwortung ruft. Das ist ein großer Wert. Heute sieht die Pfadfinderarbeit ja anders aus. Es gibt andere Ängste, vieles, was wir damals machten, würde man sich heute, nicht nur als Erwachsener, auch gar nicht mehr trauen. Es gab natürlich auch viele Erlebnisse, die tiefe Eindrücke hinterlassen haben. Zum Beispiel, als uns 1977, wenige Jahre nach dem Jom-Kippur-Krieg israelische Pfadfinderinnen und Pfadfinder in Ham-


vcp christliches Leben

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Foto: bisCHoFsKANZlei

burg besuchten. Ihre Lebensfreude, ihre Energie haben mich sehr fasziniert und mit dazu geführt, später in Jerusalem zu studieren. Natürlich erinnere ich mich auch an andere Sachen, die ich heute nicht mehr so gelungen finde. Unser Stamm war berüchtigt für die „harten Geländespiele“. Wir wollten unsere Grenzen austesten, möglichst hart sein. Bei einem Nachthajk im Winter dann noch mal raus zu einem Kanu schwimmen und so etwas … Ein Glück, das niemanden dabei etwas passiert ist. Da würde ich heute sagen: „Gott hat uns behütet“. Aber auch: „Da hätte uns wirklich was Klügeres einfallen können“. anp: Hat deine Zeit beim VCP auch deine Berufswahl beeinflusst? Ralf Meister: Für mich gab es drei Gründe, Theologie zu studieren und einer davon war Pfadfinden. Das pastorale Amt ist eine gewisse Art von Pfadfinden mit anderen Möglichkeiten. Du bist in gutem Geist in einer Gemeinschaft unterwegs. Der Geist Gottes wird auf einem Lager ja manchmal fast körperlich spürbar. Ganz nebenbei: In unserem Stamm herrschte auch das Gesetz der Serie. Fünf Stammessprecher hintereinander sind Theologen geworden. anp: In Norddeutschland gibt es immer mehr Gemeindepfadfindergruppen. Wo siehst du den Unterschied zum VCP? Ralf Meister: Da gibt es schon etliche Unterschiede, auch gerade was die Bereiche Internationalität und auch freiheitliche Strukturen angeht. VCP-Gruppen arbeiten meist selbstverwaltet, während die

Ralf meister, Landesbischof der Evangelisch-lutherischen kirche Hannovers

Gemeindepfadfinder üblicherweise von der Kirchengemeinde verwaltet werden. Da steht natürlich viel mehr Hauptberuflichkeit dahinter. Ich nehme sie weniger als Pfadfinder, sondern eher als … sagen wir mal, lebendige Gemeindejugend wahr.

wenn man Gott in den Menschen erlebt. Ich würde ihm erzählen, von Glücksmomenten, in denen es keine Fragen mehr zu Gott gibt. Man weiß es. Und auch von anderen Momenten, wo man verzweifelt nach Gott fragt. Und diese Frage zeigt auch, dass er da ist.

anp: Von einer christlichen Gesellschaft, die sich an christlichen Werten orientiert, kann man Gerechtigkeit erwarten. Hast du ein Vorbild, jemand oder eine Gruppe, deren Denken oder Aktionen du als gerecht empfindest? Ralf Meister: Für mich gibt es da zwei. Eine Autorität ist Amartya Sen, der indische Wirtschaftsphilosoph. Von ihm stammt das Buch: „Die Idee der Gerechtigkeit“ Darin kannst du jetzt nicht lesen, wie man unbedingt gerecht leben kann, aber es gibt viele wichtige Denkanstöße. Ein Beispiel: Drei Kinder streiten sich darüber, wem von ihnen eine Flöte gehören sollte. Das erste Kind hat Musikunterricht gehabt und kann als einziges von den drei Kindern die Flöte spielen. Das zweite ist arm und besitzt kein anderes Spielzeug als diese Flöte. Und das dritte Kind hat die Flöte mit viel Ausdauer selbst angefertigt. Wem also gehört diese Flöte. Oder besser, wem würden wir sie geben? Das ist eine Frage nach der Gerechtigkeit. In der Praxis ist mein Vorbild in Sachen Gerechtigkeit Attac. Die haben meinen Respekt.

anp: Gab es denn Situationen, in denen du dir vorstellen konntest, den christlichen Glauben zu verlassen und zu konvertieren? Ralf Meister: (Pause) Als ich in Jerusalem studierte, war ich vom tiefen Glauben der orthodoxen Juden stark beeindruckt. Doch dann wurde mir klar, dass ich meine geistliche Heimat im Christentum habe.

anp: Wenn ein 14-Jähriger zu dir sagt: Ich glaube nicht an Gott. Überzeuge mich! Was würdest du ihm erzählen? Ralf Meister: Glauben funktioniert nicht mit Argumenten. Glauben kann man nur,

anp: Wenn du ein Bibelwort in den deutschen Bundestag hängen dürftest, das alle Abgeordneten lesen müssten – und wir hoffen mal, sie nehmen es sich zu Herzen - welches würdest du auswählen? Ralf Meister: Wenn du dir die Welt gerade ansiehst, erkennst du, dass wir von Gerechtigkeit und Frieden weit entfernt sind. Aber das eine funktioniert nicht ohne das andere. Deswegen würde ich den Psalm 85, Vers 11 in Bundestag aufhängen: „Wo Güte und Treue einander begegnen, und Gerechtigkeit und Friede sich küssen;“ anp: Herzlichen Dank für deine Zeit und dieses aufschlussreiche Gespräch!


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Inklusion – was ist das? fragen Esther Koch und Diane Tempel-Bornett, Kassel

Der Duden erklärt inklusion mit den Begriffen einbeziehung, einschluss oder auch Dazugehörigkeit. exklusion?

Eigentlich ist Inklusion die Vision einer neuen Gesellschaft. Keine Gesellschaft, in der zwischen denen, die viel und denen, die wenig haben, zwischen Kranken und Gesunden, Schlauen und Dummen, zwischen denen, deren Ururgroßeltern schon in Deutschland lebten und denen, die gerade erst hier angekommen sind, zwischen Alten und Jungen, zwischen irgendeiner Mehrheit und irgendwelchen Minderheiten, zwischen Menschen mit und ohne Handicap differenziert wird, sondern eine Gesellschaft, in der Menschen leben, die eben verschieden sind. Und diese Verschiedenheit ist normal!

Separation?

ache: leichter Spr n i t r ä l k r e und - hier Inklusion? h c i l t n e g i e Was heisst inklusion ist ein Fremdwort. Das heißt, das Wort kommt aus einer anderen Sprache. inklusion kommt aus der lateinischen Sprache. Das Wort bedeutet: - eingeschlossen sein oder - dazu gehören. Wir benutzen das Wort inklusion, wenn wir über unsere gesellschaft reden. Alle Menschen sind verschieden. Das ist gut so. Sonst wäre unser Leben langweilig. Bei inklusion gehören alle Menschen zur gesellschaft dazu. niemand wird ausgeschlossen.

Dieser text wurde erstellt vom Büro für Leichte Sprache des Lebenshilfe Landesverbandes Sachsen e.V. e-Mail: post@inklusion-in-sachsen.de internet: www.inklusion-in-sachsen.de

Frauen gehören dazu. Ausländer gehören dazu. Alte Menschen gehören dazu. Kinder gehören dazu. Menschen mit Behinderung gehören dazu. Zum Beispiel rollstuhlfahrer. Oder Menschen mit Lern- Schwierigkeiten. ALLe gehören zu unserer gesellschaft. Alle Menschen sollen die gleichen rechte haben. Menschen mit Behinderung sollen selbst entscheiden, wie sie leben wollen. Behinderte und nicht behinderte Menschen leben dann zusammen.


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Alle Menschen haben die gleichen Rechte. Eigentlich selbstverständlich, oder? Doch gerade Menschen mit Handicaps werden häufig eingeschränkt oder sogar diskriminiert. Dagegen wendet sich die UN- Konvention und fordert, dass alle Menschen ihre Rechte uneingeschränkt in Anspruch nehmen und den gleichen Zugang zu Institutionen und Dienstleistungen haben. Seit 2008 ist die UN-Behindertenrechtskonvention in der Bundesrepublik Deutschland rechtskräftig. Zwei Jahre zuvor wurde sie von der UNOGeneralversammlung verabschiedet.

Wie sieht eine inklusive Gesellschaft aus? Alle Kinder gehen, ganz gleich welche Beeinträchtigung sie haben könnten, auf die Regelschule. Alle Jugendliche können eine Ausbildung absolvieren. Alle Erwachsene verdienen Geld auf dem regulären Arbeitsmarkt und alle können ihren Wohnort selbst wählen und ihre Freizeit selbst bestimmen. Große Einrichtungen der Behindertenhilfe, wie wir sie jetzt noch kennen, mit Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, Sonderschulen und großen Wohnheimen wird es dann nicht mehr geben.

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Eine Vision? Aber sind Visionen nicht nötig, damit man den Mut zu Veränderungen hat? Deutschland muss nun diese Konvention umsetzen. Die Regierung hat deshalb einen umfangreichen Aktionsplan beschlossen, der mit vielen Einzelmaßnahmen diesem Ziel näher kommen will. Aber auch wir müssen unsere Bilder und Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderungen überdenken und abbauen. Erst wenn es für alle selbstverständlich ist, dass Menschen mit Behinderung an allen Aktivitäten auf allen Ebenen und in vollem Umfang teilnehmen, kann Inklusion gelingen.

Inklusion!

Integration?

Sie machen mehr zusammen, als heute. Behinderte Kinder dürfen selbst entscheiden, in welche Schule sie gehen wollen. Sie können auf die gleiche Schule gehen, wie alle anderen Kinder.

Für inklusion muss alles für Menschen mit Behinderung zugänglich sein. Zugänglich heißt: Menschen mit Behinderung müssen überall mitmachen können. Dazu müssen Barrieren abgebaut werden.

Und sie bekommen in der Schule Unterstützung.

Barrieren sind Hindernisse.

Behinderte Menschen dürfen selbst entscheiden, was sie arbeiten wollen.

treppen können Barrieren sein. Schwere Sprache kann eine Barriere sein.

Sie dürfen auch selbst entscheiden, wie sie wohnen wollen. Und mit wem sie zusammen wohnen wollen.

Bis inklusion Wirklichkeit wird, ist es noch ein weiter Weg.

Behinderte Menschen können entscheiden, welche Hobbys sie haben. Sie können zum Beispiel im Kegel-Verein mitmachen.

Viel Zeit wird vergehen. Aber es gibt immer mehr Menschen, die inklusion wollen.


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Von der Selektion zur Inklusion

von Esther Koch und Diane Tempel-Bornett, Kassel

Der Umgang mit Menschen mit Handicap im Laufe der Zeit

in Konstantinopel entsteht 330 v. chr. das erste „Haus für Verstümmelte“.

in den römischen Zwölftafelgesetzen wird die tötung missgebildeter neugeborener ausdrücklich empfohlen. Der Vater des Kindes entscheidet darüber. Missgebildete oder behinderte Menschen werden auf „narrenmärkten“ zur Belustigung des Volkes zusammengetrieben und verkauft.

römisches reich Antike

in fast allen Ländern der Antike ist die tötung oder Aussetzung körperlich oder geistig behinderter Kinder erlaubt – außer in theben. in Sparta entscheidet der ältestenrat darüber, ob ein Kind stark genug ist, in die gemeinschaft aufgenommen zu werden. Wenn nicht, wird es im taygetosgebirge ausgesetzt. Das antike griechenland schätzt die schöne gestalt und verachtet die Missbildung. Der Arzt Hippokrates klärt auf, dass Missbildungen und Krankheit keine Folge von persönlicher Schuld seien. Doch medizinische Behandlung solle nur der erhalten, bei dem sich die Mühe lohnen würde. Die griechischen Philosophen Aristoteles und Platon fordern die Schaffung des idealen Menschen.

im Mittelalter sterben weit über die Hälfte der neugeborenen – am häufigsten missgebildete Babys und Mädchen. Dies lässt darauf schließen, dass man sie nicht versorgt und sterben lässt. Behinderte Menschen entsprechen nicht dem ebenbild gottes, deshalb sind sie geschöpfe des Satans, das glaubten viele. Missgebildete Kinder gelten als „Wechselbälger“.

Wohlhabende Familien können geistig behinderte Verwandte in Klöstern unterbringen. in thomas von Aquins Almosenlehre gelten Arme und Behinderte als teil der sozialen Ordnung. Mit den Almosen, die die gläubigen an kranke oder behinderte Bettler geben, verdienen sie sich das Himmelreich. in vielen Städten tragen Behinderte ein „narrenkleid“, das gleichzeitig ein Freibrief und ein Schutzbrief zum Almosen sammeln ist. Aber häufig werden sie auch zusammengetrieben und in „narrentürme“ oder „tollhäuser“ gesteckt. Andernorts werden sie auf Jahrmärkten zur Belustigung des Publikums zur Schau gestellt, an manchen königlichen Höfen leben „Hofzwerge“.

Konstantinopel Mittelalter ägypten Altes und neues testament 16. Jhr.

in ägypten und Mesepotamien gilt Behinderung als Strafe gottes. Die geburt behinderter Kinder gilt als schlechtes Omen für die Zukunft. gleichzeitig findet sich in der Weisheitenlehre des Amenemopes, 1200 v. chr., einer grundlage altägyptischer ethik der Hinweis „Lache nicht über einen Blinden und verhöhne nicht den Zwerg…“ Der Spott über Behinderte wird als unmoralisch bewertet.

im Alten testament gilt der Zusammenhang zwischen Schuld und Krankheit. Dem widerspricht Jesus im neuen testament, Johannes 9,1.-3.

19. Jhr.

im 16. Jahrhundert gilt Arbeit als menschliche Berufung. Behinderte sollen in Anstalten – im rahmen ihrer Möglichkeiten – arbeiten, um selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. 1533 gründet Landgraf Philipp in Hessen in drei säkularisierten Klöstern die „hohen Hospitäler für Arme, Alte, gebrechliche.“

im 19. Jahrhundert ziehen in den USA sog. „Freakshows“ umher. Dort werden Menschen mit Missbildungen präsentiert, so z.B. der sogenannte „elefantenmensch“. gleichzeitig entstehen erste einrichtungen der Behindertenhilfe, die eine medizinische, eine schulpädagogische und eine karitative Ausrichtung haben. Das Wort „Krüppel“ etabliert sich in der Fachsprache.


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Mit dem „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchs“ schuf das nationalsozialistische Regime die Voraussetzung für die Zwangssterilisationen von mehr als 400.000 Menschen mit psychischer oder geistiger Behinderung. Der Widerstand in den Einrichtungen der Behindertenhilfe blieb begrenzt. Mit Kriegsbeginn startete der Massenmord an Menschen mit Behinderungen. Gegen die erste Aktion, der rund 70.000 Anstaltsbewohner zum Opfer fielen, gab es zahlreiche laute Proteste, vor allem von kirchlichen Amtsträgern. Die offizielle Aktion wurde 1941 eingestellt, doch die Tötung ging weiter. Die NS-Regierung ging dabei lediglich weniger öffentlich vor. Viele evangelische Einrichtungen gestehen heute ein, dass sie viel entschiedener für ihre Schutzbefohlenen hätten eintreten müssen.

1933 - 1945 Anfang 20. Jhr.

Mit der Industrialisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts nimmt die Zahl der Invaliden durch Arbeitsunfälle zu. Die bäuerliche Großfamilie, die eine Versorgungsinstanz für Behinderte war, zerfällt durch die Verstädterung, auch eine Folge der Industrialisierung. Mit der Heimkehr der Kriegsversehrten aus dem I. Weltkriegs kann die Gesellschaft nicht mehr wegsehen. Gesunde Söhne, Brüder, Freunde, Ehemänner und Väter sind in den Krieg gezogen und haben Leben und Gesundheit auf den Schlachtfeldern gelassen. Invalide, blind, verstümmelt sind sie nun auf Hilfe angewiesen. Im Zuge dessen wird 1920 das „Krüppelfürsorgegesetz“ erlassen. Menschen mit Körperbehinderung haben Anspruch auf medizinische Behandlung und Ausbildung. Im gleichen Jahr schreibt Karl Bindung über die „Freigabe von Vernichtung lebensunwerten Lebens“. Alle politischen Parteien diskutieren über die Schaffung einer gesetzlichen Grundlage für freiwillige Sterilisationen aus finanziellen und „wohlfahrtspolitischen“ Gründen.

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1992 wird im neuen Betreuergesetz die automatische Entmündigung von volljährigen Menschen mit geistiger Behinderung aufgehoben. Sie haben nun die gleichen Rechte und Pflichten. 1994 findet der Kongress der Lebenshilfe zum Thema „Selbstbestimmung“ statt. Wie können Menschen mit Handicap ohne bevormundende Fachlichkeit oder institutionalisierte Zwänge individuell – mit oder ohne Assistenz ein selbstbestimmtes Leben führen? Im Grundgesetz wird verankert, dass kein Mensch aufgrund seiner Behinderung benachteiligt werden darf.

1953 wird das Schwerbeschädigtengesetz verabschiedet. Ziel ist es, die Kriegsversehrten des II. Weltkriegs wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Menschen mit geistiger Behinderung werden von den Leistungen ausgeschlossen.

50er Jahre Nachkriegszeit

2006 verabschiedet die UN Vollversammlung das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderung. Mit der Ratifizierung der Konvention durch den Bundestag, wurde Inklusion als Leitlinie für das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung geltendes Recht.

90er Jahre 60er Jahre 70er/80er Jahre

Nach dem II. Weltkrieg bestimmen Fürsorge, Verwahrung und Betreuung die Arbeit der Behindertenhilfe. Menschen mit Behinderung werden in Großeinrichtungen versorgt, vor der Gesellschaft geschützt – und umgekehrt.

Der Einfluss der Pädagogik wächst. Menschen mit Handicap sollen pädagogisch und therapeutisch unterstützt werden – mit Krankengymnastik, Ergotherapie und Heilpädagogik. Sonderschulen entstehen. Die entscheidenden Impulse kommen von Elternverbänden, wie z. B. Lebenshilfe für das behinderte Kind e.V. aus.

heute

Im Zuge der gesellschaftlichen Reformbewegungen der 70er Jahre erreicht die Forderung nach Normalisierung über Italien und Skandinavien auch Deutschland. Menschen mit körperlichen, geistigen und psychischen Beeinträchtigungen sollen die gleiche Lebensqualität wie nichtbeeinträchtigte Menschen haben können. Viele neue und ausdifferenzierte Angebote entstehen. Dabei leben Menschen mit Handicap weiterhin in ihren eigenen Bereichen. Kritisiert wird am Normalisierungsprinzip, dass von Menschen mit Handicap eine enorme Anpassungsleistung an die „Normalität“ gefordert wird - die Gesellschaft sich aber nicht ändern muss, um die Integration der Betroffenen zu erleichtern. Ende der 80er Jahre beginnt die Diskussion um die Selbstbestimmung der Menschen mit Behinderung.


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immer wieder das gleiche café zu besuchen, das wurde raul Krauthausen und seinem Freund zu langweilig.

von Marc Forkmann, Kastel

Sieben Zentimeter machen den Unterschied

7 Doch so einfach lässt sich ein anderes Café nicht finden. Raul ist auf seinen Rollstuhl angewiesen und eine sieben Zentimeter hohe Bordsteinkante kann für ihn zu einen unüberwindbares Hindernis werden. Schaut man in die Geschichtsbücher, so wird man feststellen, dass Rollstühle den Menschen schon sehr lange dienen. Älteste Hinweise stammen aus der Zeit um 1300 vor Christus. Ein Modell zum Selbstantreiben konstruierte der gelähmte Uhrmacher Stephan Farfler im Jahr 1655. Aber Rollstuhl fahren ist eine schweißtreibende Angelegenheit und geht ziemlich in die Arme. Die Fahrerin oder der Fahrer bringen eine Leistung von durchschnittlich 210 Watt auf. Im Vergleich: beim Radeln bringt man im gleichen Zeitraum nur 65 Watt auf. Kein Wunder, dass die Ansprüche für die Befahrbarkeit der Wege hoch sind. Der befestigte Weg muss mindestens 90 cm breit sein – besser wären 120 cm. Zudem darf die Steigung nicht mehr als 6 % betragen und damit man im Rollstuhl nicht umkippt, sollte die Querneigung nicht mehr als 3 % sein. Bordsteinkanten sind idealer weise 3 cm hoch und oben abgerundet. Das sind Bedingungen, die noch nicht mal die Städte im norddeutschen Flachland vollständig erfüllen. Damit Raul und viele andere trotzdem ihr Ziel erreichen können, initiierte er im Jahr 2010 das Projekt wheelmap.org, ein Kartendienst speziell für alle, die mit Rädern unterwegs sind. Also auch Eltern mit ihren Kinderwagen oder ältere Menschen mit ihren Gehwagen.

Das Prinzip ist einfach und basiert auf der Idee von Wikipedia. Alle dürfen mitmachen und markieren die Orte, die sie kennen: von grün – für Räder geeignet bis bis rot (nicht geeignet). Je mehr mitmachen, desto lückenloser wird die Karte. Aktuell sind ca. 190.000 Orte markiert und täglich werden es mehr.

Der nächste Schritt dürfte ein Navigationssystem für Mobilitätseingeschränkte sein. Das Projekt rollstuhlrouting.de widmet sich dieser Aufgabe. Wie bei den bekannten Kartendiensten gibt man Start und Ziel ein. Anschließend wird ein Streckenvorschlag angeboten, den man auf seinen GPS-Empfänger (siehe anp 5/2007) laden kann. Doch so einfach geht es nicht, da das Kartenmaterial inklusive der notwendigen Informationen über Gehwegbreite, Bordsteinkanten und anderen Hindernissen noch lückenhaft ist. Aber auch hier gilt das erfolgreiche Prinzip von Wikipedia: Jede und jeder steuert die ihm bekannten Geobasisinformationen bei und am Ende profitieren alle - nicht nur Mobilitätseingeschränkte.


Quelle:bildungsklick.de – Hier findet ihr auch nochmal alle Zahlen zum nachlesen.

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Ende Februar 2009 hat die Bundesrepublik Deutschland das „Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ unterzeichnet. Doch mit der Umsetzung dieser Verpflichtungen tut sich die Bundesrepublik Deutschland, gerade im schulischen Bereich, schwer. Warum? Fragt Marc Forkmann, Kastel

Inklusion in der Schule Viele reden, wenig taten

Das Ziel ist klar im Artikel 24 der UNBehindertenrechtskonvention definiert. Niemand darf vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werden. Folglich besteht ein individueller Rechtsanspruch auf gemeinsamen Unterricht in Regelschulen. Schwierig wird es für die betroffenen Schülerinnen und Schüler bzw. deren Eltern, diesen Rechtanspruch durchzusetzen. Die örtlichen Gerichte sind hierfür nicht zuständig. Folglich haben die Verantwortlichen aus Politik und in den jeweiligen Kultusministerien keine Eile. Kein Wunder, dass die Erhebung des „Sozialverband Deutschland“ Ende 2009 kein gutes Bild abgibt. Spitzenreiter im inkludierten Unterricht ist der Stadtstaat Bremen, wo fast jedes zweite behinderte Schulkind (44,9%) eine Regelschule besucht. Im benachbarten Niedersachsen sind es gerade mal 4,7 %. Acht Bundesländer erreichen die 15 %-Hürde nicht. Sicher sind nicht alle behinderten Schülerinnen und Schüler in der Lage, eine Regelschule zu besuchen. Gehörgeschädigte oder querschnittgelähmte Schülerinnen und Schüler benötigen unterschiedliche Unterstützung - um ein Beispiel zu nennen. Daher gibt sich die UN-Konvention mit dem Erreichen einer Quote von 80% behinderten Regelschülerinnen oder -schülern zufrieden.

Fakt ist trotzdem, dass auch vielen „geeigneten“ behinderten Kindern der Regelschulbesuch verwehrt wird. Warum? In vielen Fällen entscheiden die Eltern eines behinderten Kindes gegen den Besuch einer Regelschule. In Bremen waren dies – trotz guter Schulbedingungen – 90 von 227 Eltern zu Beginn des Schuljahres 2010. Sie fürchten, dass ihr Kind den Anforderungen nicht gerecht wird. Gemeinsamer Unterricht hat in Deutschland keine Tradition. Das dreigliedrige Schulsystem aus Hauptschule, Realschule und Gymnasium hat sich fest in der Gesellschaft etabliert. Für Schülerinnen und Schüler, die nicht in dieses Raster passen, wurde die Sonderschule eingerichtet. In einzelnen westlichen Bundesländern wurden – meist von SPD geführten Regierungen – Gesamtschulen eingerichtet. Befürworter betonen geringere Kosten durch gemeinsamen Unterricht in vielen Fächern, die Stärkung von Begabungen, gleichzeitig werden auch Schwächere durch die höheren Ansprüche gefordert. Kritiker dagegen argumentieren, dass durch das mittlere Unterrichtsniveau starke Schülerinnen und Schüler unterfordert bleiben und eine schlechtere Bildung erfahren, als wenn sie in einem Gymnasium unterrichtet würden. Betrachtet man diese Diskussion um Gesamtschulen, so wird klar, wie gering die Erfolgaussichten eines gemeinsamen

Unterrichts von Behinderten und Nichtbehinderten sind. Behinderte benötigen meist eine besondere Förderung. In Bremen wurde deshalb die Klassenstärke auf 17 nichtbehinderte und bis zu fünf behinderte Schüler reduziert, dazu kommt eine zweite, speziell ausgebildete Lehrkraft. Kleinere Klassen, mehr Lehrpersonal – für viele Länderhaushalte eine große finanzielle Belastung. Dazu kommen Kosten für behindertengerechten Umbau der alten Schulgebäude. Das sind nicht nur Aufzüge und Rampen für Rollstühle, sondern auch Tonübertragungsanlagen für Hörgeschädigte und veränderte Lichtverhältnisse und Sehhilfen für Sehbehinderte. Das alles ist in den etablierten Sonderschulen bereits vorhanden, argumentieren die Kritiker der inkludierten Schulbildung. Befürworter rechnen dagegen vor, dass in einem Industrieland wie Deutschland, qualifizierte Fachkräfte dringend gebraucht werden. Dieses Niveau können viele Behinderte, denen die Regelschulbildung verweigert wird, auf Sonderschulen nicht erreichen. Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind deshalb schlechter und so werden sie auf staatliche Transferleistungen angewiesen sein. Mit guter Bildung sind sie in der Lage, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen und entlasten die Sozialversicherung erheblich. Ein wichtiges Ziel der UN-Konvention bleibt bei dieser Diskussion außer Betracht. Kinder sollen früh den Umgang mit den „besonderen“ Mitmenschen lernen. So entwickeln sie eine positive Einstellung zu ihren behinderten Mitmenschen. Dies kann man mit teuren Werbekampagnen kaum erreichen.


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HAMBURG

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Inklusion ist visionär! Anne Wippermann, geschäftsbereichsleiterin der Behindertenhilfe in Hephata sprach mit esther Koch und Diane tempel-Bornett

von David Radtke, Hamburg „Eine inklusive Schule nimmt alle Kinder ihres Wohngebiets unterschiedslos auf und sondert niemanden aus. Jedes Kind hat das Recht alles zu lernen, was es in dieser Welt braucht, und mit anspruchsvollen Inhalten konfrontiert zu werden. Jedes Kind zählt und verdient Unterstützung.“ Diesen Leitsätzen hat sich die Schule Langbargheide (Hamburg-Lurup) verschrieben. So werden hier alle Kinder in jahrgangsübergreifenden Gruppen unterrichtet, d.h. die Gruppen werden jeweils aus den Jahrgängen 0, 1, 2, 3 und 4 zusammengesetzt. So können die Kinder nach ihrer individuellen „Lernkurve“ gefördert werden und durch Weitergeben ihres Wissens an Jüngere ihre Lernerfahrungen reflektieren. Behinderte und nicht behinderte Kinder lernen in gemeinsamen Lerngruppen. Dabei werden alle Kinder individuell und intensiv durch ein Team von Grundschullehrerinnen, Sonderpädagoginnen und Heilerzieherinnen betreut. Diese wiederum sind darauf bedacht, einen Teil der Betreuung an die Kinder abzugeben, um so den sozialen Umgang der Kinder untereinander zu fördern. Vor allem für ihren vorbildlichen gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern, wurde die Schule nun Ende Januar mit dem „Jakob Muth-Preis“ der Bertelsmann Stiftung ausgezeichnet.

die notwendige Assistenz fehlte. Oder auch bei einer Aufnahme in eine Einrichtung. Ein Mensch, der einen Wohnplatz suchte, bekam den Platz zugewiesen, wo noch ein „Bett frei“ war. Der Wohnungssuchende hatte keine Wahl- oder Mitbestimmungsmöglichkeiten. anp: Und dies hat sich inzwischen geändert? Anne Wippermann: Aber ja. Die Selbstbestimmung der Menschen hat oberste Priorität. Wir tun alles, damit die Menschen nach ihren Wünschen und Vorstellungen leben können. anp: Wie kann man sich das vorstellen? Anne Wippermann: Wir haben seit fünf Jahren eine Wohn- und Freizeitberatung. In Kürze soll auch eine Berufsberatung dazu kommen. In diesen Beratungsstellen können die Ratsuchenden ihre Wünsche äußern und wir suchen gemeinsam nach einem Weg, diese umzusetzen. anp: Was geschieht, wenn ein Mensch mit Handicap zu Ihnen kommt und sagt: Ich will hier ausziehen? Anne Wippermann: In Hephata sind wir dabei, unsere großen Wohneinrichtungen auf dem Stammgelände in SchwalmstadtTreysa zu dezentralisieren. Das heißt, wir lösen unsere großen Wohnkomplexe auf und schaffen stattdessen kleinere Wohneinrichtungen in Städten und Ortschaften in der Region, in anderen Landkreisen. Beispielsweise das Haus Bethanien, erbaut um die Jahrhundertwende, hier auf dem Gelände, hat noch den für frühere Zeiten typischen Anstaltscharakter: langer Flur, links und rechts geht es in die Zimmer, ein Bad für 16 Leute. Zwar wurde das Haus FOtOS: MeLAnie ScHMitt

Angewandte Inklusionspädagogik

anp: Frau Wippermann, seit Verabschiedung der UN-Behindertenrechtskonvention wird viel über Inklusion diskutiert. Können Sie für uns zusammen fassen, was sich in der Behindertenhilfe geändert hat? Anne Wippermann: Lange prägten Versorgung und Fürsorglichkeit die Behindertenhilfe. Nahezu jeder Mensch mit Handicap war in einer Großeinrichtung untergebracht. Und es war fast die Regel, dass diese Menschen ihr ganzes Leben dort verbrachten. In den 70er Jahren wurde – ausgehend von Skandinavien – dann auch in Deutschland die Forderung nach einer „Normalisierung“ laut. Menschen mit Körperbehinderungen in den sogenannten „Krüppelbewegungen“ verlangten für sich die gleichen Rechte und Möglichkeiten, wie sie für nichtbehinderte Menschen selbstverständlich sind. Etwas später machte man sich dann auch Gedanken über die Selbstbestimmung von Menschen mit geistiger Behinderung. In den 80er Jahren wurde in den Einrichtungen diese Frage immer stärker reflektiert. Wir müssen heute zugeben, dass das Leben der Menschen mit Behinderungen damals mehr durch die Organisationen und deren Belange als durch ihre Wünsche und Bedürfnisse geprägt war. anp: Wie äußerte sich das? Anne Wippermann: Zum Beispiel, dass gerade am Wochenende, wenn die Bewohner frei hatten, nur wenig Personal eingesetzt war. So wurden sie behindert, ihre Freizeit nach ihren Vorstellungen und Wünschen zu gestalten, einfach, weil


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FOtOS: HePHAtA-inFOFLYer

teilweise renoviert, genügt aber trotzdem nicht mehr den heutigen Standards. Viele Bewohner sind schon ausgezogen, bis zum Sommer soll das Haus endgültig leer stehen. Die neuen Wohnhäuser in der Region, die wir mieten, kaufen oder bauen, haben nun den Komfort, wie ihn jeder von uns als Standard empfinden würde. Sie bieten die Chance einer wirklichen Privatsphäre. Wir prüfen aber auch bei Veränderungswünschen, ob betreutes Wohnen in einer eigenen Wohnung möglich ist. Wir haben dafür auch Wohnungen, in denen ein selbständiges Leben mit unserer Unterstützung für eine bestimmte Zeit ausprobiert werden kann. anp: Und wenn jemand sagt: Ich möchte unbedingt nach Hamburg? Anne Wippermann: Dann nehmen wir den Kontakt zu andern Einrichtungen auf und klären, ob sie ein Zimmer oder eine Wohnung für unseren Klienten haben. In Hamburg wäre das beispielsweise die Stiftung Alsterdorf. anp: Es gibt auch kritische Stimmen. Sie fürchten, dass durch das dezentrale Wohnen Menschen mit Handicaps sozial isoliert werden. Große Einrichtungen wie Hephata bieten einen kompletten Service an. Die Menschen werden versorgt und leben in einem geschützten Rahmen. Das sind sie „draußen“ nicht. Anne Wippermann: Sicher, in einer „Sonderwelt“, wie wir sie auf dem Gelände von Hephata haben, ist alles vorhanden. Aber es ist keine heile Welt. Nur weil man selber ein Handicap hat, heißt das nicht, dass man den ganzen Tag, ja das ganze

Leben nur mit anderen Menschen mit Handicap umgeben sein will. Bei der Regionalisierung sollen die Menschen in ihrer neuen Heimat integriert werden. Wir nehmen Kontakt mit den örtlichen Kirchengemeinden und Vereinen auf und begleiten unsere Bewohner zu den Angeboten, an denen sie teilnehmen wollen. Wir haben tolle Erfahrungen gemacht. Die Menschen sind sehr offen, unsere Bewohner integrieren sich schnell und fühlen sich wohl. Es ist ihnen wichtig, als ein „normales“ Mitglied des Vereins gesehen zu werden und nicht mehr als Mensch mit Handicap. anp: Sie verwendeten eben den Begriff Integration. Ist das was Sie tun, Integration oder Inklusion? Anne Wippermann: Was wir bislang tun, ist Integration. Wir wollen Menschen, die aufgrund ihrer Behinderung lange aus der Gesellschaft ausgeschlossen waren, integrieren. Inklusion ist zurzeit noch visionär. Dafür muss sich die ganze Gesellschaft ändern. Aber wir sind auf dem Weg dorthin. anp: Welche Veränderungen konnten Sie bislang beobachten? Anne Wippermann: Das Bild gegenüber Menschen mit geistiger Behinderung hat sich stark gewandelt. Ihnen wird z.B. in der Rechtssprechung vielmehr Selbstbestimmung zugestanden als früher. Früher fragte man nach Aufsichtspflicht, heute nach Schuldfähigkeit. Auch bei unseren Mitmenschen erleben wir Veränderung. Sie fragen nach, wie sie mit Menschen mit Handicap umgehen können. Und wir klären auf. Auch

Hephata heißt „öffne dich“. Das sagte Jesus, als er einen Taubstummen heilte. Markus 7, 32-37 Hephata ist ein diakonisches Unternehmen mit Sitz in Schwalmstadt-Treysa mit über 2.000 Mitarbeitenden und ist Mitglied im Diakonischen Werk.

um zu vermeiden, dass aus Ängsten Widerstände werden. Und die Offenheit in den Gemeinden macht uns Mut. anp: Besteht für die Menschen mit Handicap, die nun außerhalb der Einrichtung leben nicht die Gefahr, dass sie aufgrund von Vorteilen und Ängsten schlecht behandelt werden? Anne Wippermann: Natürlich das kann passieren. Aber glauben Sie nicht, dass wir hier in Hephata die heile Welt haben. Auch in Einrichtungen der Behindertenhilfe passiert Gewalt oder geht man miteinander unfreundlich um, wie überall. Ich bin sicher, dass die Menschen außerhalb der Einrichtungen nicht schlechter leben. Die soziale Kontrolle ist größer, als man denkt. anp: Wie sieht es mit der beruflichen Eingliederung aus? Anne Wippermann: Die Chancen für eine Integration auf dem ersten Arbeitsmarkt sind so gut wie nie. Menschen mit Handicaps besitzen Können und Engagement. Angesichts des aktuellen Fachkräftemangels und der älter werdenden Gesellschaft werden Unternehmer nicht auf die Fähigkeiten dieser Arbeitnehmer verzichten können. Wir sehen auch, dass z.B. Arbeitnehmer mit Handicap inzwischen in den Unternehmen direkt tätig sind, die früher den Werkstätten Aufträge gegeben haben. anp: Sind dann Einrichtungen wie Hephata überhaupt noch notwendig? Anne Wippermann: Ja – als Steuerungsund Beratungseinrichtung. Uns gibt es hier seit 110 Jahren in der Region. Ich bin sicher, unser Know how ist gefragt. anp: Frau Wippermann, wir bedanken uns für das informative Gespräch.


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Foto: Marc Forkmann

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Hauptjob: Vermitteln! Der Vertrauensmann der Schwerbehinderten von Marc Forkmann, Kastel

In Deutschland sind rund 709.000 Menschen mit einer Schwerbehinderung erwerbstätig. Gut 26% sind in der öffentlichen Verwaltung beschäftigt, dicht gefolgt vom verarbeitenden Gewerbe (24%). Nicht jeder behinderte Erwerbstätige ist in der Lage, die stetig wachsenden Herausforderungen in seinem Arbeitsleben zu meistern. Im Gegenteil: Meist verschlechtert sich ihr Gesundheitszustand mit zunehmendem Alter. Die vereinbarte Arbeitsleistung kann nicht erbracht werden. Eine schwierige Situation für den betroffenen Menschen und seinen Arbeitgeber. Oft sieht man eine Trennung als letzten Ausweg. Soweit muss es nicht kommen! Es gibt viele Fördermöglichkeiten, die bei den örtlichen Integrationsämtern abgerufen werden können. Finanziert werden diese Maßnahmen aus den Erlösen der „Ausgleichsabgabe“, die jeder Betrieb ab einer bestimmten Größe für nicht eingestellte Schwerbehinderte abführen muss. Auf solche Fördermöglichkeiten hinzuweisen und zwischen den Betroffenen zu vermitteln, ist die wichtigste Aufgabe des Vertrauensmanns der Schwerbehinderten. Zahlreiche Vertrauensfrauen machen natürlich das auch.

Seine Arbeitsgrundlage findet sich im „Neunten Sozialgesetzbuch“ (SGB IX) ab § 93. Er wird von allen schwerbehinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für vier Jahre gewählt und übt dieses Amt ehrenamtlich neben seinen normalen Tätigkeiten im Beruf aus. Er selbst muss nicht schwerbehindert sein. Da er oft durch seine Tätigkeit in Konflikt mit seinem Arbeitgeber steht, genießt er wie ein Betriebs- bzw. Personalratsmitglied während seiner Amtszeit einem besonderen Kündigungsschutz. Laut Gesetz ist er immer dann zu beteiligen, wenn der Arbeitgeber Veränderungen an seiner Personalstruktur vornehmen möchte und schwerbehinderte Mitarbeitende betroffen sind. Zum Beispiel bei Einstellungen, Umsetzungen oder Freisetzungen – wie Entlassungen gerne bezeichnet werden. Trotz gesetzlicher Vorgaben funktioniert die Kommunikation nicht immer reibungslos. Der Arbeitgeber vergisst den Vertrauensmann zu informieren oder aber der Betroffene traut sich nicht, sich zu melden. Daher heißt sein oberstes Gebot „Augen auf und Ohren spitzen“, damit der „Flurfunk“ abgehört werden kann. Hier kann der Vertrauensmann mitbekommen, dass seine Hilfe nötig ist.

Schwerbehinderte sind übrigens nicht unkündbar. Der Arbeitgeber muss aber im Vorfeld zusammen mit dem örtlichen Integrationsamt prüfen, ob eine alternative Beschäftigung möglich ist. Die Herausforderungen als Vertrauensmann sind vielfältig. Mal streikt der Aufzug, dann steht der für einen Rollstuhlfahrer reservierte Parkplatz unter Wasser oder für eine sehbehinderte Mitarbeiterin muss die Arbeitsplatzausstattung angepasst werden. Aber was passiert, wenn die Zusammenarbeit nicht klappt? Der Vertrauensmann beginnt ein Vermittlungsgespräch. Im Hintergrund recherchiert er nach Lösungsmöglichkeiten und prüft, ob Fördergelder abgerufen werden können. Die Arbeitgeber scheuen gerne teuere Investitionen mit dem Ziel einer Weiterbeschäftigung eines Schwerbehinderten. Oft sind es nur kleine Änderungen am Arbeitsplatz, die eine dauerhafte Weiterbeschäftigung ermöglichen. Eine „winwin-Situation“: Der Arbeitgeber kann den eingearbeiteten Mitarbeiter weiter beschäftigen, die oder der Betroffene bleibt im Arbeitsverhältnis. Kosten? Meist keine, da sie vom Integrationsamt übernommen werden.


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Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder e.V. „Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder – VCP“ geschrieben in Blindenschrift-Zeichen nach Braille

VCP Inklusion

Das heißt: Jungen haben andere Bedürfnisse als Mädchen, eine Rollstuhlfahrerin braucht andere Unterstützung als ein Blinder, eine Muslima hat andere Gebetszeiten als eine Christin. Alle Menschen sind verschieden, aber alle sollen gleichberechtigt behandelt werden. Wir möchten alle dazugehören und ein Teil der Gesellschaft sein. Ein Konzept hierfür ist die Inklusion. Das heißt, anzuerkennen, dass alle Menschen unterschiedliche Wünsche und Bedürfnisse haben. Es heißt auch dafür einzustehen, dass alle die gleichen Rechte und Möglichkeiten haben. Einige Menschen brauchen dafür mehr Hilfe, andere weniger – aber alle müssen die Hilfe bekommen, die sie benötigen und wollen.

Inklusion, Integration – ist das nicht das Gleiche? Wenn Menschen anders sind als wir, betrachten wir sie oft nur noch als Gruppe und nicht mehr als Individuen. Wir reden von „den Muslimen“, „den Schwulen“, „den Menschen mit Behinderung“. Oft versuchen wir nicht mehr jedem Einzelnen zu helfen, sich in der Gesellschaft wohl zu fühlen, sondern nur noch den vermeintlichen Gruppen. Wir nehmen an, dass wir allen Mitgliedern einer solchen „Gruppe“ mit den gleichen Dingen helfen könnten.

Ist der VCP inklusiv?

Nein! Aber er arbeitet an einer inklusiven Gesellschaft! von Janek Roisch, Berlin

Oft wird Inklusion mit Integration gleichgesetzt. Der Unterschied ist, dass bei der Integration Menschen als eine Gruppe zusammengefasst werden, der geholfen werden soll. In dem Moment, in dem Menschen zu einer besonderen Gruppe zusammengefasst werden, ist diese nicht mehr Teil der Mehrheit. So sehr wir uns bemühen, irgendwie bleiben sie eine Gruppe in der Gruppe.

Die Inklusion setzt anders an. Dass wir so vielen Menschen nicht gerecht werden, zeigt sich, wenn wir den VCP als Beispiel nehmen: Wir sind alle Teil eines Verbandes. Wir haben eine Menge gemeinsam, aber schon auf einem Lager haben wir viele unterschiedliche Bedürfnisse: die einen essen Fleisch, die anderen vegan, manche wollen jeden Tag heiß duschen, die anderen können gut drauf verzichten, die einen lieben laute Musik vom Band, die anderen nur handgemachte … Was für uns gilt, gilt auch für Menschen mit Behinderung, aus anderen Kulturen, oder mit einer anderen Sexualität als der unseren.

Wenn wir davon ausgehen, dass jeder Mensch besondere Bedürfnisse hat, brauchen wir alle eine besondere Behandlung. Viele Menschen in unserem Bekanntenkreis haben Bedürfnisse, die sich ähnlich sind. Da merken wir die Verschiedenheit eher in kleinen Dingen. Bei Menschen, die wir nicht gut kennen, fallen uns die Unterschiede zu uns eher auf, oft finden wir sie seltsam. Wenn wir aber immer mal wieder daran denken, welch unterschiedliche Bedürfnisse wir haben, hilft das, fremde Angewohnheiten besser verstehen und akzeptieren zu können.

Was hat das mit dem VCP zu tun? Der VCP kann nicht inklusiv werden, aber er kann zu einer inklusiveren Gesellschaft beitragen. Als Jugendverband wollen wir Angebote für Kinder und Jugendliche schaffen. Dabei allen gerecht zu werden, kann der Verband weder leisten noch wollen. Der VCP ist ein Verband unter vielen und für viele der Richtige. Wichtig ist, dass es genug unterschiedliche Angebote gibt, damit alle Menschen das Passende für sich finden können.

Was der VCP für die Inklusion tun kann, ist, Menschen DenkanstöSSe mitzugeben: Die Lust, eine gerechtere Gesellschaft zu schaffen, die Fähigkeit dabei genau hinzusehen, die Neugierde am Unterschiedlichsein und die Handlungskompetenzen, um etwas zu verändern. Das alles sind Dinge, in denen der VCP jetzt schon sehr gut ist und in denen er immer besser wird. Daran sollten wir weiterarbeiten, dann tragen wir einen wichtigen Teil zu einer inklusiven Gesellschaft bei!


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vcp Pfadfinden

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begonnen. n neues Jahr ei t ha r 12. de ie schon w n Start für 20 ch einen gute no ch eu n Wir wünsche ren dieses mal eu ms könnt ihr ra t sK m ri K r Fü Wer keinen ha r Truhe holen. de s au ab st nn es Zauber und dann ka l noch einen el hn sc klein – t el st ba ob groß oder -– n en D . en sgeh auch schon lo was dabei. ist für jeden n er ub Za im be der usprobieren Spaß beim A el vi ch eu n Wir wünsche Köcheln. Rätseln und im be , Sarah ks ic tr Zauber Eure Sandra und

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uchst: 1 S treichholz schachtel, 1 Streichh olz, 1 Edd in g (s ch Du nimm warz) st ein Str eichholz und mals roten Kop t den f des Stre ichholzes schwarze g a n z g enau mit r Farbe a us, natürl Zuschaue ich ohne r dabei si dass die nd. Nun k Für dein a n n e s losgehen Publikum . sieht es so du aus de aus als w r Streichh ü rd e st o lzschachte benutzte l ein bere s Streichh its o lz herausho schwarze len (da d Kopf auss er ieht als h einmal ge ätte es sc brannt). A hon ber gena du zum B u dieses b rennen. F ringst ü h re diesen nur im Be Z a u b e isein von rtrick Erwachse nen durch !

1 Telle uchst: Du bra Tisch er f einen u lv a u r p r e e s as en Pfeff r mit W ihn seh en Telle ss alle d a d e , ll e o t s S kum uer m Publi Zuscha e e in e in d e d du vor mit den rzählst hast du . Nun e n n e e n r n h n a ö J k fürchte : Vor Seither . chichte t s b e a G h u e ge st d ein n Streit n streu körner dir. Nu r o v r e Pfeffer Vorher körn Wasser. Pfeffer s a e d ll a f u h sic ippt. er a tel get ferpulv it f e f lm P ü p s eines r in S einige tung d n Finge h e c a in b e o d Be hast du diesem – unter che mit hrst du ä ü r fl r e e b b vor dir. sero Dann ie Was r flieht d e f – f s e f m P der Publiku chlich: d tatsä n u r e Fing

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1 Münze, 1 Postkarte, Du brauchst: 1 Glas, 1 Flasche mit Wasser das Glas. Wenn du Lege eine Münze unter nnst du versuchen, es ganz geschickt bist, ka , als ob du die Münze so aussehen zu lassen s st. Jetzt befüllst du da ins Glas gelegt hätte st einen Zauberspruch Glas mit Wasser, du sag s mit einer Postkarte auf und deckst das Gla ist tzlich unsichtbar, sie ab. Die Münze ist plö verschwunden. FOtO: SergeJ KHAcKiMULLin - FOtOLiA

K

s m a r K rims Hallo ihr Lieb


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KrimsKrams 23

TrÄTsEL

KrEUZWOr

1. Wird aus dem Hut gezaubert.

Du hast das Lösungswort errätselt?

2. Weibliche Märchengestalt, die zaubern kann

Super! Du kannst ein Buch aus

3. Anderes Wort für Zauber

unserer Buchecke gewinnen. Schick

4. „… öffne dich“

uns das Lösungswort, dein Alter

5. Tragen viele Zauberer und zaubern daraus

und deine Adresse an:

6. Aus ihr liest eine Wahrsagerin 7. Ein bekannter Zauberer mit Blitznarbe auf der Stirn

anp, VCP-Bundeszentrale

(Vorname)

Wichernweg 3

8. Jede Hexe besitzt dieses Tier

34121 Kassel

9. Ein langer Stoff, den man um die Schultern bindet

oder anp-krimskrams@vcp.de

10. Anderes Wort für Zauberkunststück

(Betreff: anp Kreuzworträtsel)

11. Diesen Gegenstand braucht jeder Magier 12. Hiermit fliegen Zauberer und Hexen

Viel Glück! Das Lösungswort in anp

13. Vor ihm stellt ein Magier seine Kunststücke vor

05|11 war TEMPERATUR TEMPERATUR.

14. Eine bedruckte Pappe, mit der man Zaubertricks

Vielen Dank an alle, die mitgerät-

vorführen kann

selt haben. Je ein Buch gewonnen

15. Dieser senkt sich nach einer Vorstellung

haben: Anton Hanser und Jule Baur!

16. Ein Lotterieschein

Herzlichen Glückwunsch!

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vcp Pfadfinden

ZYLiNDEr

BasTELN

ft, ein

llen Sti s Tonpapier, einen he Du brauchst: schwarze d Klebstoff Lineal, eine Schere un

s dem schwarcm langen Streifen au 20 x 50 en ein ide ne Sch jeweils mit den 50 cm Seiten ziehe zen Tonpapier aus. An Linie. von 1,5 cm eine lange dem Lineal im Abstand am Tonten eifen oben und un Unterteile nun die Str cm. t einer Länge von 1,5 papier in Quadrate mi n Seiide be n Randstreifen an Jetzt kannst du deine das Papier itze einritzen, so dass ten mit der Scherensp n kann. besser geknickt werde später an dieser Stelle nd solltest du iner Quadrate am Ra Die kurzen Linien de schneiden. nun mit der Schere ein te auf der falte die Rand-Quadra Wenn du fertig bist, nach und auf der anderen einen Seite nach oben rat auf das letzte Randquad unten und schneide beiden Seiten ab. linder inem Streifen einen Zy Jetzt kannst du aus de lebst, miss sen aber zusammenk formen. Bevor du die s Zylinders. den Durchmesser deine Kreis mit dem iteres Tonpapier einen Nun male auf ein we rum noch einen Zylinders und drum he Durchmesser deines ide beide Kreise aus. größeren Kreis. Schne ßeren Kreis n Zylinder auf den grö Jetzt kannst du deine st du den kleinen en. Zum Schluss kann stülpen und festkleb tig ist dein linder kleben und fer Kreis oben auf den Zy Zauberhut.

ZaUBErsTaB

Du brauchst: tra

nsparenten Tesa film, farbiges Kl beband, transpa erente Bücherfolie von einer Rolle, Korken oder Stift e für eine Heißkl ebepistole, Kuge Perlen, Glitzerpu ln, lver. Du nimmst ein St ück Buchfolie vo n der Rolle und schneidest sie ab . Die Folie sollte sich danach von selbst rollen un d sich dabei vers chließen. Damit Zauberstab stab der il genug ist, sollt e di e Fo lie doppelt liegen. An eine Seite st eckst du nun de n Korken oder Kl stift und versch ebeließt das ganze mit farbigem Kl ebeband. Fülle nun Kugeln, Perlen od er andere Dinge hinein. Mach de n Stab nicht zu voll, damit sich später alles noch beweg en kann. Zum Schluss vers chließt du das En de mit dem Kork wie vorher. Du en kannst dann no ch die Seitennah dem transparent t mit en Tesafilm vers chließen. Viel Spaß beim Zaubern.


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WiTZE

rEZEPTE FÜr DiE ZaUBErParTY

Neulich war ich auf einem Friedho f. Da fielen mir drei neben einander liegende gleich aussehende Gräber auf. Alle Details der Gräber war en gleich, sogar die Blumen waren gleichmäßig ges chnitten. Auf dem mittleren Grabstein stand: „Hie r ruht BOSCO, der berühmte Hütchenspieler.“ Auf dem linken Grabstein stand: „Oder hier?“ Auf dem rech ten stand: „Oder vielleicht doch hier?“

ca. 15 Gläser enlimonaTraubensaft, 1L Zitron Zutaten: 2 L dunklen -Würmer uben, 10 Weingummi de, 20 – 25 dunkle Tra em Hed die Limonade in ein Vermische den Saft un ßend gibst ch ein Topf). Anschlie xenkessel (es geht au ist der Würmer dazu. Fertig du die Trauben und die Hexentrank.

ZaUBErTraNK – für

en seiner eim Zersäg b f ie rl te n rer u ssistenDem Zaube hick. Die A sc e sg is M leider ein Berlin und Assistentin nd zog nach u in fh u ra te da tin kündig Hannover

HEXENKOPF

Zutaten ( für eine

Person): 1 kleine r Teller, 1 Kugel Eis, 1 Waf feleistüte, Smar ties, Schokostäbchen, Schoko streusel Setze auf den Te ller eine große Ku gel Eis. Die Waffeleistüt e drehst du um und setzt sie oben auf da s Eis. Die Eiskug el wird das Gesicht der Hexe und die Waffel der Hut. Für das Gesicht kann st du die Smartie s als Augen verwenden und ein Schokostäbch en als Nase. Die Schokostreus el kannst du als Ha are verwenden und an den Rand der W af fe leistüte anbringen. Gute n Appetit.

Ein Zauberer beim Vo rstellungsgespräch. Fra ge an den Zauberer: „Welches ist Ihr Spezialgebiet?“ Antw ort : „Ich zersäge Frauen!“ Die nächste Frage an den Zaubere r: „H aben Sie Geschwister?“ Antw ort: „Ja. Zwei Halbschw estern.“ r in Ruhe, Alle Kinder ließen den Zaubere rg. Zwe nur nicht Jörg, der wurde zum

Gr Lehrer: „Wie nenn

t man einen Mensch en, der stiehlt, Paul? Paul: „Weiß ich nicht“. Le hrer: „Denke doch nach ! Wenn ich meine Hand jetzt in deine Tasche ste cke und einen Euro herausziehe, was bin ich dann?“ Paul: „Ein großer Zauberer, Herr Lehr er!“

EN

DENiDE

sTUN UPPEN

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besuchen zeigen - Zaubershow gegenseitig erlernen und ks ic tr er ub - Za nde, Familie, show für Freu er ub Za ne - eine eige twickeln den Stamm en ng basteln - Zauberumha aufstellen miteinander ln ge re er ub - Za che erfinden - Zaubersprü ke brauen - Zauberträn


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„Ein Wort über Toleranz. Wir sind alle unterschiedlich und dürfen nicht denken, dass andere Kameraden, weil sie uns geringer als wir erscheienen, zu verachten seien. Beispielsweise kannst du ein guter Athlet und Smith mag ein schlechterer sein, weiß dafür aber sehr viel über Bücher. Blicke nicht auf ihn herab, sondern sage: ,Leben und leben lassen‘.“ Robert Baden-Powell

aus dem Hordentopf Heute: Spaghetti con Aglio e Salvia Heute:

Norwegens Nisser in der Telemark

von Saskia Bläsing, Berlin Über Dänemark geht es mit der Fähre nach Norwegen. Wenn die Fähre aus Hirtshals in Kristiansand angekommen ist, muss man noch ca. drei bis vier Stunden Serpentinen einplanen, bis man endlich das Ziel erreicht: den Nisser, den größten See der Telemark. An dessen Westküste hat man einen wunderbaren Ausblick Auf Großer Fahrt auf den See und die umliegenden Berge und Wälder. Für ausreichend Mückenschutz sollte allerdings gesorgt sein.

nur zur Orientierung: Das ist italienisch und ein einfaches, herrliches, leckeres Gericht für Fahrt und lager: nudeln mit Knoblauch und Salbei.

Für acht Personen braucht Ihr: 1 kg nudeln, 4 Stangen lauch, 6 Zehen Knoblauch, 2 Töpfe, Salbei, Olivenöl, Pfeffer und Salz

Wenn man in die umliegenden Berge hinein wandert, dann muss man mit einem Anstieg von bis zu 600m rechnen, ehe man den Gipfel erreicht hat und sich mit dem atemberaubenden Panorama belohnen kann. Der Weg führt an vielen Seen vorbei, an Quellen aus denen rotes, eisenhaltiges Wasser sprudelt, aber er kann einen auch tief durch Moor-und Heidelandschaften führen. Dort nicht den Überblick zu verlieren ist daher nicht immer leicht. Dennoch ist es ein lohnendes Reiseziel für Naturliebhaber und Leute, die das Abenteuer suchen. Wart ihr auch im Sommer mit der Sippe oder dem Stamm unterwegs und habt Abenteuer erlebt? Dann macht es wie der Stamm Otto Witte aus Berlin und sendet euren Fahrtentipp an anp-kellertreppe@vcp.de.

Die Spaghetti werden al dente (mit Biss) gekocht und der Lauch in etwa 1 cm breite und 5 cm lange Streifen geschnitten. Knoblauch fein würfeln und den frischen Salbei zupfen, die Hälfte der Blätter klein schneiden. In einem Hordentopf reichlich Olivenöl erhitzen und den Lauch sowie die Hälfte des Knoblauchs und den geschnittenen Salbei hinzufügen. Bei geringer Hitze so lange schmoren, bis der Lauch weich ist, es sollte nichts braun werden, ggf. noch etwas Öl zufügen. Das Gemisch mit Pfeffer und Salz kräftig abschmecken. Wenn alles weich ist, die bissfesten Spaghetti sowie die restlichen Salbeiblätter und Knoblauch zufügen und alles noch mal erhitzen. Bei Bedarf noch mal Öl zufügen. Dazu passt ein frischer, grüner Salat. Buon Appetito!


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Fragen aus der Gruppe

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das pfaDing Kurioses fürs moderne Pfadfinden

Heute:

Geknüllte Landkarten…

Heute: Wie

funktioniert eigentlich g ps?

Durch Geo Caching, Navigationssysteme, soziale Netzwerke, Smartphones oder moderne GPS-Geländespiele, die wir in einfacher Form zu Kindertagen als Schnitzeljagden kennenlernten, sind wir mittlerweile recht gut mit dem „Global Positioning System“ vertraut. Aber wie funktioniert eigentlich dieses GPS? Durch den Einsatz von Satelliten im Weltraum, Bodenstationen und dem Satellitenempfänger in der Hand (z.B. im Telefon), wird eine dreidimensionale Positionsbestimmung (geographische Länge und Breite sowie die Höhe) ermöglicht. Hierzu braucht man mindestens vier verschiedene Satelliten, die die Entfernung zwischen dem Benutzer und den Satelliten bis auf wenige Meter genau berechnen können. Beim Betrieb muss das Gerät wegen der geringen Sende-Leistung der Satelliten und den verwendeten Frequenzen jedoch stets einen freien Blick zum Himmel haben. Deshalb funktionert GPS in der Regel nicht unter Brücken und in Gebäuden sowie nur schwer in engen Bergtälern und in dichten Wäldern. Dennoch ist die Technik, die ihre Geburt in den Siebzigerjahren im U.S. Verteidigungsministerium feierte und 1995 öffentlich wurde, weltweit einsetzbar und wie das Internet mittlerweile fester Bestandteil unseres Lebens: zuhause und auf Fahrt.

Dass Navigation auch auf herkömmlichem Wege gut funktionert, ist uns Pfadfinderinnen und Pfadfindern wohl bekannt. Dennoch sind wir trotz aller Fahrtenerfahrung nicht vor lästigen Begleiterscheinungen gefeit: wenn die Sippe aus dem Stamm die Landkarte nach ihrer letzten Fahrt völlig versifft, aufgeweicht und zerknüllt wieder in die Stammesbibliothek gelegt und zur genauen Bestimmung unbrauchbar gemacht hat, freut sich die nächste Gruppe auf ihrer Fahrt in die gleiche Region… Für alle Anhänger dieser oder ähnlicher Phänomene, gibt es nun ein passendes Produkt: die Crumpled City Maps sind von vornherein total zerknüllt und leicht in der Hosentasche verstaubar.

Damit zählen sie zu den leichtesten und widerstandsfähigsten Karten, die es momentan käuflich zu erwerben gibt. Sie sind wasserfest und weichen daher weder auf, noch gehen sie schnell kaputt. Wem das klobige Kirchentagsinformationspaket inklusive Kartenmaterial schon immer ein Gräuel war, empfehlen wir deshalb schon heute den Kauf einer Hamburg Stadtkarte für das nächste Jahr! Denn „nach dem Kirchentag“ ist ja bekanntlich „vor dem Kirchentag“ und bis nächstes Jahr kann man die Karte schon mal auf vielen Gruppenfahrten in den Rucksack knüllen und zur Probe tragen. Gesehen auf www.palomarweb.com/ web/tienda/products/view/5 .


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Tabitha Suzuma

forbidden – Wie kann sich etwas so Falsches so richtig anfühlen

Arnulf Zitelmann

Patrick Mc Ginley

nur dass ich ein Mensch sei

Das Bootshaus

Beltz und gelberg

Beltz und gelberg, Weinheim und Basel, 2012

„Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen?“ sind die ständigen Fragen des kleinen immanuel, der als viertes von elf Kindern im preußischen Königsberg am 22. April 1724 das Licht der Welt erblickte. Schnell stellte sich heraus, dass er – heute würden wir ihm als gehandicapt oder körperbehindert bezeichnen – nicht den harten Anforderungen in der väterlichen riemenmanufaktur gerecht wird. Doch immanuel hatte glück. Seine Mutter Anna regina, selbst streng pietistisch, weckte in ihm schon früh das interesse an naturwissenschaften und schickt ihn als einziges seiner geschwister aufs gymnasium. Folglich schrieb sich immanuel in der Königsberger Universität zum Studium der naturwissenschaften ein und machte später seinen Magister der Philosophie. Obwohl er viele rufe an renommierte Universitäten erhielt, blieb er immer in Königsberg. Auch sein Freundeskreis war nicht unbedingt von gelehrten geprägt, sondern von Kaufleuten und Bankiers, gebildeten Damen und Schöngeistern. So wurde er zu der Person, die als eine der führenden größen der geistesgeschichte bekannt wurde: der Philosoph immanuel Kant. Das Jahrhundert der Aufklärung ist nicht denkbar ohne seine Definition: “Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit“. Der Autor Arnulf Zitelmann ist ein begeisterter Kant-Kenner und Herausgeber verschiedener philosophischer Untersuchungen. er hat seine 1996 erschienene Kant-Autobiographie erst kürzlich gründlich überarbeitet und dabei ist ihm ein außergewöhnlich lesenswertes Werk gelungen. Selbst wenn man sich nicht unbedingt für Philosophie und immanuel Kant interessiert, lohnt es sich, ein Blick in das Buch zu werfen. es ist ein ticket für eine Zeitreise, in der man alle Facetten der aufstrebenden großstadt Königsberg kennenlernt.

Die achtzehnjährige Alma fährt mit ihrer Mutter zum Urlaub auf den Bauernhof. nicht unbedingt ihr traumziel, aber beide haben ein schreckliches Jahr hinter sich und brauchen ruhe. Almas kleiner Bruder roberto wurde bei einem Autounfall getötet, daran zerbrach die ehe der eltern. Der Urlaub auf dem Land verspricht trotz Almas Bedenken idylle und entspannung. Und da ist auch noch der ebenso attraktive wie nette Peter, der Sohn der gastgeber. im Dorfweiher, in dem die Jugendlichen gerne schwimmen gehen, ertrank im letzten Sommer ein Mädchen unter ungeklärten Umständen. Die idylle bekommt risse. Warum liegen überall tote Kaninchen? Was verbirgt der unangenehme Förster Brasse? Wer tötete Peters geliebten Hund? nachts wird Alma von schrecklichen Alpträumen geplagt. in einem folgt sie ihrem toten Bruder an den Weiher. Und dort geschieht das Unfassliche: eine Mädchenleiche steigt aus dem Wasser und küsst die streckensstarre Alma auf den Mund. es kribbelt, als ob unendlich viele insekten in sie eindringen. ein ekliger traum, kein Wunder, dass ihr morgens übel ist. Als sie jedoch Käfer erbricht, ahnt Alma, dass ihre Alpträume wahr sind. Das tote Mädchen hat von ihr Besitz ergriffen: Sie will, dass ihr gewaltsamer tod gerächt werden und dazu nutzt sie Alma… in diesem roman tauchen viele Szenen und gestalten auf, die thriller-Fans sicher kennen werden: der Mord an einer Fremden, eine schweigende Dorfgemeinschaft, tote, die gerächt werden wollen, die guten und die Bösen, eine idylle, die zerbricht und das grauen zeigt, eine attraktive Heldin, die mutig alles aufklärt und dabei selbst fast stirbt. Zum glück erspart uns Mc ginley ein eindimensionales Happyend. Wer sich von den typischen Versatzstücken nicht abschrecken lässt, wird hier mit einem spannenden und gut geschriebenen thriller für Jugendliche ab 14 bedient.

Verlag Oetinger Hamburg 2011 Wollt ihr eure Lieblingsbücher mal vorstellen oder uns alle vor purer Zeitverschwendung warnen? Dann schickt eure Buchvorstellungen an anp@vcp.de. Die eselsohren: 1 = absoluter Schrott! 2 = naja! 3 = ganz nett! 4 = echt gut! 5 = Das müsst ihr lesen!

irgendwo in einer tristen englischen Siedlung leben Lochan, 18 und Maya, 16 mit ihrer Mutter und ihren drei jüngeren geschwistern am rande des existenzminimums. Der Vater ist mit seiner neuen Familie ausgewandert, die Mutter lebt mit reichlich Alkohol und ihrem jüngeren Freund rücksichtslos ihre dritte Pubertät aus und kümmert sich nicht um ihre Kinder. Lochan und Maya versuchen, ihren geschwistern Vater und Mutter zu ersetzen, um den Schein einer funktionierenden Familie aufrecht zu erhalten. Lochan ist hochintelligent, gleichzeitig extrem schüchtern. Viele Mädchen sind in ihn verliebt und seine Schwester Maya ist zwischen Stolz und eifersucht hin- und hergerissen. Während die beiden aufopferungsvoll die Fassade aufrechterhalten, schleicht sich ein gefühl zwischen ihnen ein, das mehr als innige Vertrautheit und geschwisterliche Liebe ist. Auch wenn sie versuchen, es zu verdrängen, wird es immer stärker und lässt sich nicht aufhalten. Als sie es sich endlich eingestehen, versuchen Maya und Lochan zwischen dem beschwerlichen Alltag ihre Liebe – ein tabu – heimlich auszuleben. Die Spirale zwischen Alltag mit Armut und Schulstress, Angst vor entdeckung und leidenschaftlicher Liebe dreht sich immer schneller – und endet in einer Katastrophe. Beim Lesen fühlte ich mich ein bisschen an Antonia Michaelis „Märchenerzähler“ erinnert. Doch während Michaelis genial fabuliert und Fantasie mit grausamer realität verwebt, dokumentiert tabitha Suzuma exakt die geschichte einer mehrschichtigen Familienkatastrophe, in der die inzestiöse Liebe von Lochan und Maya die Hauptrolle spielt. Das Buch lässt ein jüngeres Lesepublikum sicher einigermaßen fassungslos zurück, deshalb empfiehlt Diane tempel-Bornett es ab 14 und vergibt 4 eselsohren.

findet Marc Forkmann vergibt Diane tempel-Bornett


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Stämme vor Ort 29

Baden-Württemberg. Auf dem Weg durch das Filstal von Stuttgart nach Ulm, ca. 25 km vor einem der bekanntesten Albaufstiege Deutschlands: Wir befinden uns mitten im Gau Teck, in der schwäbischen Kreisstadt Göppingen. Hier sind wir seit nun 65 Jahren beheimatet: der Stamm Alemannen.

Der Stamm Alemannen aus Göppingen

Text: Mathias Pettinger, Schwaikheim Fotos: Stammesarchiv, VCP Göppingen Wir, das sind knapp 50 aktive Mitglieder. Die Hälfte lässt sich gleichmäßig auf die Kinderstufe und die Pfadistufe verteilen. Sie treffen sich wöchentlich in den Jugendräumen der Göppinger Reuschkirche. Aber auch die andere Hälfte, die Mitarbeitenden im Ranger/Rover- und Erwachsenenalter treffen sich jede Woche, um den Stamm durch das Jahr zu bringen. Das erste Halbjahr 2011 wurde fast vollständig von der Planung unseres Stammeslagers ausgefüllt. Es ging für knapp zwei Wochen nach Techuana, Österreich. Im Herzen von Kärnten verbrachten wir bei fast immer perfektem Wetter abwechslungsreiche Tage. Höhepunkt war schließlich ein Blind-Hajk, bei dem wir mit Marschgepäck für zwei Tage und verbundenen Augen eine gute halbe Stunde durch die Gegend „irgendwohin“ gefahren und abgesetzt wurden.

Aufgabe war, am Tag darauf pünktlich zum Abendessen wieder vollständig am Zeltplatz einzutreffen. Dank guter Vorbereitungs-Workshops im Umgang mit Karte und Kompass konnten die Mitarbeiter den Gruppenkindern diese Aufgabe vollständig übertragen und sich aufs Hinterherlaufen beschränken. Ein echtes Highlight war unsere 17-tägige Jubiläumsfahrt nach Schweden. Nach einem Tag Anreise per Bahn und Bus waren wir an unserem Ziel angekommen: auf einem Gelände der schwedischen Pfadfinder in der Nähe von Linköping. Mitten im bewaldeten Nirgendwo liegt „Farmen“ – ohne warmes Wasser, ohne Dusche, ohne fest installierte Toilette. Dafür mit großem hauseigenen See und jeder Menge Pfadfinder-Flair.

Ein Ausflug an die Ostseeküste, Kanu fahren im strömenden Regen, eine Schleusenfahrt über den „Kinda Kanal“, Bauen und Benutzen einer Seewasserdusche und 13 Kilometer mit dem Fahrrad zum nächsten Laden machten diese Fahrt unvergesslich. Gemeinsam haben wir schon viele Abenteuer erlebt, manche schwierige Aufgabe gemeistert und nie den Spaß daran verloren. Dass dies noch viele Jahre so weiter geht wünscht sich der Stamm Alemannen aus Göppingen.

Und nun? Wollt ihr auch euren Stamm hier vorstellen? Schickt euer Porträt an die anp-Redaktion: anp@vcp.de


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30 geWinnSPieL

Die Firma Icebreaker ist spezialisiert auf hochwertige Funktionskleidung und verarbeitet Merinowolle von neuseeländischen Schafen – ein nachwachsender, biologisch abbaubarer Rohstoff.

Wir verlosen …

JeTZT GeWInnen

Jedes Kleidungsstück trägt einen sog. BAACode, mit dem man auf www.icebreaker.com/baacode herausfinden kann, auf welcher Farm das Merinoschaf lebt, das geschoren wurde. anp verlost gemeinsam mit dem VCP-Ausrüster F&F und der Firma icebreaker 10 hochwertige Merionowolle-Sets.

10 Icebreaker-Sets bestehend aus einem VCPShirt und einem Paar Socken aus Merinowolle!

Preisfrage: Wie heißen die Farm und der Farmer zu denen unser BAACode führt?

Der BAACode besteht aus drei Buchstaben und vier Ziffern. Die Zahlen verraten wir Euch – die Buchstaben dürft ihr herrausfinden.

„My name is ...?“

Buchstabe 1: Seit wievielen Jahren heißt der Ausrüster des VCP „Freizeit und Fahrtenbedarf GmbH (F&F)“? N: 40 jahre Q: 64 Jahre A: 51 Jahre

fahrtenbedarf.de

„My farm is called ...?“

Buchstabe 2: Was nennt Icebreaker auf der BAACode-Website (www.icebreaker. com/baacode) als eine der fünf Tierschutz-Bedingungen? H: Sorgenfreiheit B: Schmerzfreiheit S: Bleifreiheit

Buchstabe 3: Wie lautet das Thema der nächsten anp (anp 02|12)? L: Fehler K: Falschgeld U: Flaschenpost

Die Lösung:

6761

BAAcode auf www.icebreaker.com/baacode eingeben, Weg der Merinowolle zurückverfolgen und eine e-Mail mit den gesuchten namen der Farm und des Farmers an anp@vcp.de schicken. einsendeschluss ist Freitag, der 9. März 2012. Die gewinner werden aus allen einsendungen gelost und in der nächsten Ausgabe bekannt gegeben. Der rechtsweg ist ausgeschlossen.


Termine auf Bundesebene ab dem 15. Februar 2012 Veranstaltungen/Schulungen/Seminare 41. Deutschsprachigen Konferenz

24.02.-26.02.12

Wien

Pfadfinderinnen österreich

anp-Redaktionssitzung 02

09.03.-10.03.12

Bundeszentrale

referat Kommunikation

22. Fachgruppensitzung Bundesarchiv

16.03.-18.03.12

Bundeszentrale

referat inhalte

Seminar Internationale Begegnungen

16.03.-18.03.12

Bundeszentrale

Fg internationales

Internationale Musische Werkstätten (IMWe) 2012

01.04.-09.04.12

Burg rieneck

referat internationales

TRAIn4leadership Stammesleitung

10.04.-15.04.12

goltorf

referat Schulung

Fachgruppe BZG

28.04.-30.04.12

großzerlang

referat inhalte

Woodbadgekurs 2011

16.05.-20.05.12

Burg rieneck

referat Schulung

anp-Redaktionssitzung 03

01.06.-03.06.12

Bundeszentrale

referat Kommunikation

Sommerfest Archiv

29.06.-01.07.12

Bundeszentrale

referat inhalte

Textwerkstatt Bundeslied

05.07.-08.07.12

Felsberg

Bundesleitung

name des Gremiums

Datum

Ort

Veranstalter

Bundesleitung 02

02.03.-04.03.12

Bundeszentrale

Bundesleitung

Bundesrat 02

23.03.-25.03.12

Burg rieneck

Bundesratsvorsitz

Bundesleitung 03

20.04.-22.04.12

Bundeszentrale

Bundesleitung

Fachgruppentagung 02

11.05.-13.05.12

Burg rieneck

Bundesleitung

Bundesleitung 04

01.06.-03.06.12

Verden

Bundesleitung

40. Bundesversammlung

15.06.-17.06.12

Burg rieneck

Bundesversammlungsvorstand

Bundesleitung 05

29.06.-01.07.12

Bundeszentrale

Bundesleitung

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SerVice 31

SeRVICe

vcp Pfadfinden

Gremien

MMer

FOtO: Peter BrÜ

? ngen, Wünsche Fragen, Meinu über Post an: Wir freuen uns anp@vcp.de

„Wenn ich mein leben noch einmal leben könnte, würde ich die gleichen Fehler machen. Aber ein bisschen früher, damit ich mehr davon habe“ sagte Marlene Dietrich. Aus Fehlern lernt man, Fehler können aber auch tödlich sein. Fehler macht jeder. Und was wäre eine Zeitschrift ohne Fehlerteufel? Wir widmen eine ganze Ausgabe dem Thema Fehler! Fällt euch dazu was ein? Wir freuen uns über fehlerhafte und natürlich auch fehlerfreie Zuschriften!

Per Mail an anp@vcp.de oder mit der Schneckenpost an die VCP-Bundeszentrale, anp-Redaktion Wichernweg 3 34121 Kassel

DIe AnP 02|12 THeMATISIeRT …

Fehler

FOtO: Peter BrÜMMer


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Adress-Etikett bitte hier anbringen

Gemeinschaft | Alle inklusive

Inhalt

v Aus dem Verband VORNEWEG ……………………………………………………… 03 Rückblick | ausblick Friedenslicht…………………………………………………………… 04 Fachtagung der aej zum Kinderschutz…………………………… 05 Bundeszeltplatz zertifiziert……………………………………… 06 ……………………… 08

c Christliches Leben

„Alles hatte damals vor vielen Jahrhunderten mit zwei Stationen in Jerusalem an der „Via Dolorosa“ angefangen, jenem Prozessionsweg, auf dem – angeblich – schon Jesus sein Kreuz nach Golgatha getragen hat. Die Tradition verbreitete sich in der ganze Welt, bald hatten viele Orte eine kleine „Via Dolorosa“.“ Aus: C. Coenen: Mein Kreuzweg. S. 9

HIMMELSLEITER Mein Kreuzweg…………………………………………………… 09

Glaube funktioniert nicht mit Argumenten………………………… 10

p Pfadfinden Breitgetreten Inklusion – was ist das………………………………………………… 12 Von der Selektion zur Inklusion – Zeitreise………………………… 14 Sieben Zentimeter – der Rollstuhlroutenplaner…………………… 16

„Schaut man in die Geschichtsbücher, so wird man feststellen, dass Rollstühle den Menschen schon sehr lange dienen. Älteste Hinweise stammen aus der Zeit um 1300 vor Christus. Ein Modell zum Selbstantreiben konstruierte der gelähmte Uhrmacher Stephan Farfler im Jahr 1655.“ Aus: M. Forkmann: Sieben Zentimeter machen den Unterschied. S. 16

Inklusion in der Schule?…………………………………………… 17 Inklusion ist visionär……………………………………………… 18 Was macht der Vertrauensmann?………………………………… 20

Großes l Gewinnspie ! 0 3 auf Seite

Ist der VCP inklusiv? Ein Fazit…………………………………… 21 Krimskrams………………………………………………… 22

kellertreppe…………………………………………………… 26 Buchecke……………………………………………………… 28 STÄMME VOR ORt | Stamm Alemannen aus Göppingen…………… 29 Service | Termine, etc.…………………………………………… 38

„Sicher, in einer „Sonderwelt“, wie wir sie auf dem Gelände von Hephata haben, ist alles vorhanden. Aber es ist keine heile Welt. Nur weil man selber ein Handicap hat, heißt das nicht, dass man den ganzen Tag, ja das ganze Leben nur mit anderen Menschen mit Handicap umgeben sein will.“ Aus: Inklusion ist visionär. Ein Interview mit Anne Wippermann. S. 18


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