PORTFOLIO Okt 2017

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PORTFOLIO

K AT H A R I N A K A P S A M E R



ARBEITEN

2012-2017


FILL IN THE BLANKS.

Fill in the Blanks : Handlungs_RAEUME 1.0 gliedert sich in eine Ausstellungsreihe in Leerständen der Stadt Salzburg und weiteren vorwiegend europäischen Städten. Das Thema Leerstand und dessen Potenzial als kultureller Frei- und Handlungsraum werden mittels Projektionen & Installationen beleuchtet und zugänglich gemacht. In der ersten Edition im Juni 2016 wurden im Rahmen des Interlab Festivals die Räumlichkeiten der leer stehenden Rauchmühle mittels Multimedia-Projektionen bespielt. Der Begriff Leerstand evoziert ein historisch besetztes und ökonomisch-gesellschaftlich geschaffenes Konstrukt. Im Rahmen der Ausstellung sollen Fragen diskutiert werden über jene ökonomischen Verhältnisse und Überlegungen, die Räume letztlich zu Leerständen MACHEN, sowie über Möglichkeiten der temporären Nutzbarmachung; im Zentrum steht aber vor allem die Leerstelle als Handlungsspielraum, als Handlungsfeld, als Denkraum. 1_ GROSSRAUM_PROJEKTION | Poetisch aufgeladene Aufnahmen der leerstehenden Räumlichkeiten der Rauchmühle, die der Öffentlichkeit verschlossen sind, werden mittels Bildbearbeitung und VVVV-Programmierung mit sich bewegenden weißen Kacheln versehen und bespielen großflächig die Wände des ehemaligen Mühlwerkes. Weiße Felder wandern über die projezierten Aufnahmen und Wände, öffnen bzw. verschließen den Blick in den Bildraum und den dahinter liegenden rohen Sichtbeton. „Blanks“ im Bildraum fordern uns und unsere Sehgewohnheiten heraus. Der Blick gleitet über die Bildfläche und wird immer wieder unterbrochen. Die LEER_Stellen irritieren unser Bedürfnis nach Vollständigkeit und fungieren als Störfaktoren, sie fordern von uns, die Lücken in unserer Vorstellungskraft zu schließen. Sie sind Risse, Brüche, Oberflächenerscheinungen in unseren räumlichen Denkkategorien. Ein Spiel mit dem Bild im Bild. 2_ VIDEO_INSTALLATION | Bilder von leeren Räumen und Korridoren muten an wie Liveschaltungen zu Überwachungskameras. Im Staccato wechseln einzelne Bilder und machen die Betrachter.innen zu LIVE.Voyeur.innen & Eindringlingen in die unzugänglichen Sektoren des Areals. Was im Augenblick des Betrachtens passiert, OB etwas passiert und ob das scheinbare Standbild zum Schauplatz und die BetrachterInnen zu ZeugInnen von Geschehnissen werden, bleibt dem Eigenleben des Leerstandes und dem Zufall überlassen.

INSTALLATION Mai bis Juni 2016, SALZBURG


GroĂ&#x;raumprojektion mit VVVV-Programmierung. 5x16m Videoinstallation. 3,5x1,5m


RAUCHMÜHLE

Die Geschichte der Rauchmühle geht zurück bis ins 14. Jahrhundert, als große hölzerne Wasserräder die Mahlgänge & Backöfen angetrieben haben. Seit den 1933 war die Mühle im Besitzer der Innsbrucker Unternehmerfamilie Rauch, unter deren Führung die Mühle zur größten des Landes anwuchs. Trotz der jährlichen Vermahlungsmenge von 25.000 Tonnen Getreide wurde die Mühle mit ihren historischen Gebäudeteilen im Jahr 2011 stillgelegt. 2015 wurde die Liegenschaft der ehemaligen Rauchmühle in die „An der Glan Investment GmbH“, ein Gemeinschaftsunternehmen der PRISMA Unternehmensgruppe und der Familie Bernhard Rauch, übertragen. Das Areal wird unter dem neuen Namen „An der Glan“ durch die PRISMA Zentrum für Standort- und Regionalentwicklung GmbH mit Sitz am STADTWERK in Salzburg unter Einbindung von DI Bernhard Rauch und dem gemeinnützigen Partner Salzburg Wohnbau weiter entwickelt.

FOTOSERIE Mai 2016, SALZBURG



THRESHOLD. A DOOR IN THE WOODS.

INSTALLATION Seit September 2013, ST.-JEAN-DE-MATHA, QC, CAN

die Tür quietscht, klemmt, knarrt, schließt nicht richtig, ist geschlossen || eine Tür [ab]schließen, aushängen, anlehnen || die Tür hinter sich zumachen || er hörte, wie die Tür ging (geöffnet oder geschlossen wurde) || an die Tür klopfen || einen Brief unter der Tür durchschieben || sie wohnt eine Tür weiter (nebenan) || sie wohnen Tür an Tür (unmittelbar nebeneinander) || <in übertragener Bedeutung>: das wird dir so manche Tür öffnen (manche Möglichkeit eröffnen) ||


Installation. In den Wäldern Kanadas in der Region Lanaudière, Québec, CAN. 2013. Holz, Blech, Stoff. 90x200x20cm.


FADING Prints

Found Footage, monotypische Linoldrucke und banale Off-Set-Verfahren bilden die Grundlage für den Projektzyklus „FADING“, der seit 2015 laufend erweitert wird. In Anlehnung an die Livres d’Artiste der französischen Fluxusbewegung werden im DIY-Modus Einzelseiten zu kohärenten Kunstbänden zusammen geklammert, gebunden und in Kleinstauflage vervielfältigt. Während in den Editionen „FADING Prints“ vorrangig analoge Druckverfahren abstrakte Farbflächen erzeugen, liefern in den Bänden „FADING Foundling“ Zitate, Fotografien und Löcher in Buchseiten die Grundlage für poetische Assoziationsfelder, die in ihrer wie beliebig collagiert wirkenden Arrangierung an die Bilder- und Bedeutungsfluten eines fragmentarisierten Weltwissens erinnern. In der Serie „FADING Artefacts“ werden Fächer aus Butterpapier zusammengeheftet & mit Kleinstgegenständen gefüllt: Actionfiguren, Streichholzschachteln, Plastikmüll, alte Haarnadeln & vergilbte Postkarten lassen an ein Archiv persönlicher Erinnerungsstücke denken, die das intimst Private in seiner Abhängigkeit von Fließbanderzeugung und Massenproduktion erscheinen lässt. Die gespenstische Nivellierung von Sinn & Bedeutung, die hier als Folge einer Welt permanenter Reproduktion gezeigt wird, korrespondiert mit den analogen Druckverfahren, bei denen Stempel solange auf neue Seiten gedruckt werden, bis keine Tinte mehr Spuren hinterlässt. Christian D. Winkler

LIVE d‘ARTISTE Juli 2015, fortlaufend

“Learn to read art“ est un précepte qui ne doit pas faire oublier que la lecture de l‘art commence par la vision, et continue sans doute avec elle, que le lecteur est aussi un spectateur, celui-ci faisant d‘ailleurs l‘objet de tous les soins de l‘artiste dans les livres au graphisme de plus en plus raffiné, au point qu‘il deviennent parfois décoratifs, quand le design semble l‘emporter sur le contenu. Anne Moeglin-Delcroix


“LEARN TO READ ART // LEARN TO SEE BOOKS“

Lawrence Weiner

Künstlerbuch. Papierbeutel. Metallklammern. Behandelte Offset Prints. Klebeband. 2015. 10 pages. 10,8x15,3cm.


KĂźnstlerbuch. 2016. Recycelte Found Footage Prints, teilweise versehen mit Papierschnipseln. 42 Seiten. 10,5x14,8cm.


FADING Foundling

LIVRE d‘ARTISTE März 2016


TRACES AND MAPS

Gouache auf Papier und Permanentmarker auf Transparentpapier, 10x11cm

MALEREI & ZEICHNUNG Dezember 2016



WERK I

Fotodrucke. 2016. 20x20cm.

FOTOSERIE Dezember 2016



WERK II

Fotodrucke. 2016. 20x20cm.

FOTOSERIE Dezember 2016



WERK III

Fotodrucke. 2016. 20x20cm.

FOTOSERIE Dezember 2016



WERK IV

Fotodrucke. 2016. 20x20cm.

FOTOSERIE Dezember 2016



STRANDED

MALEREI & TEXT Mai 2017 Serie von Gouache auf Papier. 14,8x21cm




Serie von Gouache auf Papier mit Bleistift. 29,7x21cm


Serie von Gouache auf Papier. 14,8x21cm


Serie von Gouache auf Papier mit Bleistift. 21x29,7cm


LEHMBAUTAGE 2017/18

Installationsentwürfe, 2017. Collage, Druck auf Papier, Bleistift auf Transparentpapier, 29,7x21cm.

INSTALLATIONSENTWÜRFE Juli 2017 INSTALLATION April 2018, Eröffnung Architekturhaus SALZBURG In Kooperation mit den Architekt.innen DI Eva Brunnaer (Adam Architektur) & Stefano Mori (Anna Heringer Architecture).



LEHMBAUTAGE 2017/18

INSTALLATIONSENTWÃœRFE September 2017 Salon Franziska, Salzburger Kunstverein



42 Bleistiftzeichnungen auf weiĂ&#x;en, halbdurchscheinenden Papierbeuteln. 12x14cm


Installation im Rahmen des Festivals „Les Beaux-Arts s‘invitent au Musée“ zur bevorstehenden Schließung und Renovierung des ältesten Museums Frankreichs.

Les Beaux-Arts s‘invitent au Musée

Limitierte Auflage von Bleistiftzeichnungen auf Papierbeuteln für Postkarten. Sujet: Place de la Révolution mit den Konturen des Museums. Besucher.innen und Passant.innen, die in der nahegelegenen Trafik eine Postkarte des Platzes mit dem Museum kaufen, erhalten diese verpackt in einem Papierbeutel inkl. einer „gratis“ Zeichnung aus der Serie von 42 Stück. Alle 42 Zeichnungen „ausverkauft“.

Musée des Beaux-Arts et de l‘Archéologie, Place de la Révolution, Besançon, France

Bureau de Tabac José Cebrian, 3 Rue des Granges, Besançon, France, Verkaufsort während des Festivals, 23.-25. November 2012.

INSTALLATION 23.-25. November 2012, BESANÇON, FR


THE GAMES WE PLAY

INTERVENTIONEN November 2015, SALZBURG Serie von Interventionen im öffentlichen Raum entwickelt für den Workshop am Symposium “Making Art - Taking Part?!“ in Zusammenarbeit mit Marko Dinic am Schwerpunkt Wissenschaft & Kunst, Universität Salzburg & Universität Mozarteum.


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PICK ME

Kärtchen für Pflegehinweise und Kontaktbögen. 5. Februar 2013.

INSTALLATION 2013, SALZBURG


23. Jänner - 28. Februar 2013, SALZBURG ÖH-Kunstförderpreis 2013 Galerie DAS ZIMMER Partizipative Installation mit Pflanzen in einer Galerie mit Öffentlichkeitscharakter. Besucher.innen und Passant.innen sind eingeladen, alte und ungeliebte Pflanzen zur Ausstellungseröffnung und während der gesamten Ausstellungsdauer mitzubringen und sie gegen Pflanzen von anderen Teilnehmer.innen zu tauschen. Es besteht die Möglichkeit, Kommentare und Pflegehinweise, sowie Kontaktinformationen zu hinterlassen, um mit den neuen Besitzer.innen in Kontakt zu treten. Ergebnis: Über 40 Teilnehmer.innen. Alle Pflanzen fanden ein neues Zuhause.

Installation, Salzburg 2013. Holz, Töpfe, Pflanzen, Gießkanne, Infokärtchen, Kontaktbögen. 1,5x0,5x2,3m.


Installation, Salzburg 2016. 20 Polyethylenbeutel mit Anweisungen, Gesundheitshinweisen und „dada-Pillen“. 7x10cm.


NEHMEN SIE DADA. Prenez Dada. Pillules contre la Réalité. Im Rahmen des Festivals DADA : C anlässlich 100 Jahre Dada in Zusammenarbeit mit disposed.

INSTALLATION Februar 2016. SALZBURG


UTOPIE IM GLAS Bauchladen-Tour an verschiedenen Schauplätzen in Salzburg und Montréal. Das Sortiment beinhaltet Gratisportionen von Utopien im Glas, wie etwa Weltfrieden. Die neuen Besitzer.innen bestätigen mit ihrer Unterschrift, dass sie die Utopie behalten möchten und verpflichten sich in weiterer Folge zu deren Pflege und Erhaltung.

Salzburg, 26. Mai 2013

INTERVENTION 2013 SALZBURG & MONTRÉAL

Verschiedene Modelle von geflochtenen Körben, ca. 50x30x12cm. Einmachgläser, Gummi, Metall. In verschiedenen Formen und Größen: 5x10cm - 10x15cm. Permanentmarker auf Papier. 3x7cm - 7x12cm. Rechnungsblock mit Kohlepapier. Kugelschreiber. Schild: Karton. Papier. Klebeband. Permanentmarker. 40x25cm. Begleitung Salzburg: Mag. Sarah Spenlingwimmer Begleitung Montréal: Gianhi Tran, MSc. Montréal, 21. September 2013



KONTEXT ÖFFENTLICHER RAUM Öffentlicher Raum ist ein Sozialraum, der gemeinhin der Bevölkerung offen zugänglich ist. Dazu zählen Straßen, Gehsteige, öffentliche Plätze, Parks und Strände. Öffentliche Räume sind Orte für bewusste und unbewusste Ansammlungen von Menschen. Interaktion zwischen Unbekannten findet jedoch nur selten statt. Passant.innen sind in Gedanken versunken, auf ihre Begleitung fokussiert oder auf ihr Ziel konzentriert.

Am Geldautomaten, Grand Central Station, New York City, 18. Mai 2010

Picadilly Line, London Underground, 27. February 2012

Grand Central Station, New York City, 18. Mai 2010




KONTEXT INTERAKTION & KOMMUNIKATION Interaktion ist eine Art von Aktion, die auftritt, wenn zwei oder mehrere Subjekte oder Objekte eine gegenseitige Wirkung aufeinander haben. Dass der Effekt dabei wechselseitig ist, ist essentiell. Interaktion meint Kommunikation jeglicher Art, zum Beispiel Menschen, die sich unterhalten. Kommunikation ist die Aktivität des Übertragens von Information durch Austausch von Gedanken, oder Nachrichten in Form von gesprochener Sprache, Bildsprache, Signalen, Schriftsprache oder Verhalten. Kommunikation benötigt einen Sender, eine Nachricht und einen Empfänger. Paul Watzlawick

Fischmarkt, Alter Hafen, Marseille, Frankreich, 5. März 2012 In bestimmten Kontexten tritt Interaktion sehr wohl auch zwischen Unbekannten im öffentlichen Raum auf: Märkte, Straßenfestivals, Begegnungen zwischen Locals und Besucher.innen.... Was unterscheidet diese Orte, Situationen und Menschen von anderen, wo keine Interaktion zwischen Unbekannten auftritt?

Operation „Ruelle Verte/Green Alley“, Montreal, Canada, 2013. Einander unbekannte Nachbar.innen lernen sich kennen und begrünen gemeinsam ihre Hinterhofstraße.

Karneval, Montpellier, Frankreich, 8. März 2012



KONTEXT STREET ART & STREET COMMUNICATION Street art ist eine im öffentlichen Raum entwickelte Kunstform. Der Begriff kann verschiedene Techniken und Formensprachen beinhalten wie Graffiti, Stencil Art, Wheatpasting, Guerilla Art, Plakatkunst, Skulptur/Plastik, Videoprojektion, Installation. Seit dem 20. Jh. fordern und ebnen Künstler.innen weltweit neue Wege in der Kunst, indem sie sie in nicht-institutionalisierte Räume situieren. Ziel von Street Art und Kunst im öffentlichen Raum ist es, die vorliegende Umwelt in situ in ihrer eigenen Sprache zu hinterfragen. Sie versuchen, ihre Arbeit mit Passant.innen in Kontakt treten zu lassen und gesellschaftlich relevante Themen zu adressieren.

Graffiti, Montreal, Canada, 17. Oktober 2012

Wheatpasting, Lyon, Frankreich, 12. Februar 2012

Fotoplakat und Schrift, Düsseldorf, Deutschland, 14. Oktober 2011



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