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P.b.b. 14Z039972 M Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien

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Geweberegeneration nach Implantation – 07 Er:YAG-Laserlicht in der regenerativen parodontalen Behandlung – 09 Zirkonoxid und Candida albicans – 12

Das Journal der Universitätszahnklinik Wien

TAG DER OFFENEN TÜR Interessante Vorträge erwarten die Besucher am 20. Oktober 2017 in der Universitätszahnklinik Wien


Editorial

Sehr geehrte LeserInnen!

U

nser Journal DentUnique gibt Ihnen einen exklusiven Einblick in die Tätigkeiten an der Universitätszahnklinik Wien.

Wir berichten über aktuelle Forschungserkenntnisse, schildern PatientInnenfälle und informieren über die zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten an der Universitätszahnklinik Wien. Einer der Schwerpunkte dieser Ausgabe liegt auf der internationalen Forschung rund um Biomaterialien. Am Competence Center Oral Biology arbeitet ein interdisziplinäres Team an der Einheilung von Zahnimplantaten und Biomaterialien mit besonderem Fokusw auf die dentale Implantologie und Parodontologie.

Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz, Vorstand

Wir freuen uns auch darauf, Sie am 20. Oktober zu unserem Tag der offenen Tür an der Universitätszahnklinik Wien willkommen zu heißen. ExpertInnen geben u. a. mit Vorträgen über Krankheiten bei Kinderzähnen, Zahnregulierung, Zahnfleischerkrankungen, Zahnverlust und Implantaten Einblicke in eine der modernsten Zahnkliniken Europas. Nähere Informationen finden Sie auf Seite 15 in dieser Ausgabe von DentUnique. Wir möchten Sie mit dem Journal DentUnique an unserem klinischen Alltag teilhaben lassen und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit Ihnen – zum Wohle der ­PatientInnen!

Impressum: Medieninhaber/Herausgeber: Universitätszahnklinik Wien GmbH, 1090 Wien, Sensengasse 2a, Tel.: +43 1/400 70, Fax: +43 1/400 70-3039, E-Mail: office-zmk@meduniwien.ac.at, www.unizahnklinik-wien.at Herausgeber: Geschäftsführer Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz und Thomas Stock Erscheinungsort: Wien Auflage: 5.000 Verlag: Albatros Media GmbH, Grüngasse 16, 1050 Wien, office@albatros-media.at, www.albatros-media.at Redaktion: Mag. Marianne Kitzler (Leitung), Mag. Andrea Fallent, Mag. Sabine Karrer, Anna Polyzoides Grafik & Produktion: Julia Proyer Verlagsleitung: Otto Koller Designkonzept: Julia Proyer Lektorat: www.onlinelektorat.at Coverfoto: Universitätszahnklinik Wien/Fuchs Fotos: Falls nicht anders angegeben: Universitätszahnklinik Wien Druck: NÖ Pressehaus, 3100 St. Pölten Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz Die Universitätszahnklinik Wien GmbH ist eine 100%-Tochtergesellschaft der Medizinischen Universität Wien, www.meduniwien.ac.at/homepage/info/impressum. Grundlegende Richtung des Magazins: DentUnique informiert Zahnärztinnen, Zahnärzte, Studierende und MitarbeiterInnen der Universitätszahnklinik Wien über Forschung, Fallstudien, Weiterbildungsangebote und die Tätigkeiten der Institution.

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Inhalt

Inhalt

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Forschung 04 Internationale Forschung rund um Biomaterialien 07 Geweberegeneration nach Implantation

Praxis 09 Er:YAG-Laserlicht in der regenerativen parodontalen Behandlung 12 Zirkonoxid und Candida albicans

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13 Damals: Von den Anfängen der Zahnheilkunde in Öster reich: Adam Anton Brunner 14 Buchtipp: The Guidebook to Molar Endodontics

Menschen 16 Revolution des Lächelns 18 Gut zu wissen

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19 In memoriam: Carmen Marsovszky

Lehre 20 Kooperation: Lehre im Land der Pagoden 22 Kongress: SOLA in Peking und Teheran

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In den Kalender Basiskurs Implantologie mit Live-OPs, Vorträgen über Anatomie, Histologie und chirurgisches Vorgehen, Prothetik und Übung am Phantom Leitung: Ao. Univ.-Prof. DDr. Christian Ulm Datum: 17. 11. 2017 Uhrzeit: 7.30–16.30 Uhr Ort: Orale Chirurgie, Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien Anmeldung: oralechirurgie-kurse-unizahnklinik@ meduniwien.ac.at ZFP-Fortbildung: 11 Punkte SOLA-Laser Modul III – in englischer Sprache Kursleitung: Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz Datum: 13.–16. 12. 2017 Ort: Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien Kursdauer: 4 Tage; Ausbildung basierend auf Modul I und II, inklusive Diplom; Kleingruppen (max. 5 Personen) Inhalt: Kennenlernen von verschiedenen Forschungsabteilungen, Hands-on und Demonstration von Therapiemethoden an PatientInnen (live) Information: www.sola-laser.com ZFP-Fortbildung: 30 Punkte Paromaster: Werden Sie SpezialistIn für Parodontologie! 5. Postgradueller Universitätslehrgang Start: Herbst 2018 Ort: Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien Anmeldung: paromaster@meduniwien.ac.at Information: www.meduniwien.ac.at/paromaster

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Forschung

Internationale Forschung und Lehre in der Oralen Biologie Der Schwerpunkt des 2014 etablierten Competence Center Oral Biology liegt auf zellbiologischen Methoden, präklinischen Modellen und klinischen Studien zur Entwicklung kausaler therapeutischer Strategien in der regenerativen Zahnmedizin.

I

m Mittelpunkt der Forschungsinitiativen des interdisziplinären Leistungszentrums steht die Aufklärung molekularer und zellulärer Mechanismen der oralen Wundheilung und Knochenregeneration bei gesunden und bei kranken PatientInnen. Ziel ist es, die klinische Relevanz von natürlichen und synthetischen Molekülen sowie biologischen Flüssigkeiten in der zahnärztlichen Forschung zu ergründen. Ein weiterer Fokus liegt auf der Einheilung von Zahnimplantaten und von Biomaterialien mit besonderem Schwerpunkt auf der dentalen Implantologie und Parodontologie. 04 DentUnique 3/2017

Forschungsmethoden Die Methoden umfassen In-vitro-Zellkulturtechniken mit Fokus auf Mund- und Knochenzellen wie parodontale Fibroblasten, Osteoblasten und Osteoklasten. Basierend auf einem breiten Spektrum an Methoden testen wir die Reaktion von Zellen auf verschiedene Biomaterialien, Knochentransplantate, Speichel und bioaktive Moleküle natürlichen Ursprungs. Das Portfolio umfasst präklinische Modelle mit dem Schwerpunkt der Knochenregeneration. Zusätzlich untersuchen wir den Menschen analoge Syndrome und deren Auswirkung auf den Kiefer- und Gesichtsschädel

Foto: Uwe Y. Schwarze

Abb. 1: Grafische Überlagerung von Schädeln von SOST-Knock-out (blau-grün) und Wildtyp-Mäusen (rot-orange). Die SOSTKnock-out-Mäuse sind demnach kleiner als die entsprechenden Kontrolltiere und weisen eine mandibuläre Prognathie auf. Dieses Bild entstammt einer Studie von Uwe Y. Schwarze et al., die 2016 durchgeführt wurde.


Forschung

in Mausmodellen mit Hilfe von Computertomografie und geometrischer Morphometrie.

Aktuelle Publikationen In der Literaturdatenbank PubMed finden sich für das Jahr 2017 insgesamt 13 Publikationen (Stand 8. September 2017) zu verschiedenen Themen wie beispielsweise der Bindung von Wachstumsfaktoren des Knochens an Kollagenmembranen (Caballé-Serrano et al.) und deren Einfluss auf die Zellen der Gefäßneubildung (Harnik et al.). Es liegen Studien über die Bedeutung von Speichel bei der Entstehung knochenresorbierender Osteoklasten (Müller et al.) und von Makrophagen (Pourgonabadi et al.) vor. Wir haben uns zudem mit der Toxizität von Kinderzahnpasten (Cvikl et al.) und Mundspüllösungen (Müller et al.) beschäftigt. Es wurden in diesem Jahr Arbeiten zur Methylierung der DNA bei oralen Fibroblasten (Sufaru et al.) sowie klinische Studien über die krestale Sinusaugmentation mit BMP-2 (Kuchler et al.) veröffentlicht. Eine Studie zum Parodont und Kiefergelenk bei TNF-transgenen Mäusen wurde zur Veröffentlichung angenommen (Dobsak & Heimel et al.). Hinzu kommen Publikationen, die sich aus nationalen und internationalen Kooperationen ergeben haben. Eine Übersicht über die aktuell 158 gelisteten

Originalarbeiten und Reviews befindet sich in der ORCHID- bzw. Scopus-Datenbank.

Geplante Veröffentlichungen Aktuell zur Veröffentlichung eingereichte Manuskripte liegen zu folgenden Themen vor: Knochenregeneration im Defektmodell mit Kollagenmembranen (Kuchler et al.); Schädelanatomie bei SOST-Knock-out-Mäusen (Schwarze et al.); Zahnanatomie bei miR21-Knock-out Mäusen (Ni et al.) und Knochenqualität im Bezug auf den embryonalen Ursprung (Kia & Mendes et al.). In aktuellen Forschungsprojekten beschäftigen wir uns u. a. mit dem Einfluss von Muttermilch und Milchprodukten sowie von Substanzen in Propolis auf die orale Mundgesundheit. Wir arbeiten daran, die Biologie von Knochentransplantaten und in diesem Zusammenhang die Rolle der Entzündung besser zu verstehen. Internationale Kooperationsprojekte erlauben uns, die Bedeutung von Bluthochdruck auf die Einheilung von Implantaten zu analysieren. ‣

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Forschung

Mit der Berufung von Dr. nat. techn. Reinhard Gruber zum Professor für Orale Biologie im Oktober 2014 hat sich auch das interdisziplinäre Competence Center Oral Biology etabliert.

Das Forschungsteam der Oralen Biologie (von links nach rechts: Lirim Ramadani, Franz Josef Strauß, Alexandra Stähli, Reinhard Gruber, Brigitte Hirschegger, Layla Panahipour, Uwe Schwarze, Ulrike Kuchler)

Zur Person Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Reinhard Gruber, Leiter Orale Biologie

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Univ.-Prof. Reinhard Gruber und sein Team sind aktiv auf wissenschaftlichen Kongressen vertreten, beispielsweise am 44. Kongress der European Calcified Tissue Society in Salzburg (Mai 2017), Annual Symposium der Young Scientist Association der MedUni Wien (Juni 2017), Annual Meeting der Continental European Division of the International Association for Dental Research in Wien (September 2017) sowie beim Österreichischen Zahnärztekongress in Innsbruck (September 2017). Hinzu kommen Tätigkeiten von Gruber als Assoziierter Editor von IJOMI (The International Journal of Oral & Maxillofacial Implants) und BMC Oral Health sowie u. a. im Editorial Board des Journal of Dental Research, Clinical Oral Implants Research und Tissue Engineering. Univ.Prof. Gruber ist Stiftungsrat der Osteology Foundation und im erweiterten Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Osteologie sowie im Wissenschaftlichen Beirat der Österreichischen Gesellschaft für Knochen und Mineralstoffwechsel. Fotos: MedUni Wien

Abb. 2: Histologie (A) und Micro-CT (B) von TNF-transgenen Mäusen. Hervorzuheben sind die Erosionen in der Lamina dura verglichen mit den Wildtyp-Mäusen. Diese Bilder entstammen in modifizierter Ausführung der Arbeit von: Gruber R et al; Impaired periodontium and temporomandibular joints in TNF-α transgenic mice. J Clin Periodontol. 2017 Aug 18. doi: 10.1111/jcpe.12799. [Epub ahead of print] PubMed PMID: 28833486.

Das Leistungszentrum vernetzt nationale und internationale Kontakte im Bereich von Universität und Industrie. Unter diesem Prinzip wurden seit 2014 insgesamt 71 Originalarbeiten und Reviews in internationalen Zeitschriften veröffentlicht. Aktuell führen Dr. Layla Panahipour (Iran), Dr. Franz Josef Strauß (Chile) sowie Mag. Uwe Schwarze (Deutschland) mehrjährige Projekte im Rahmen ihrer Dissertation am Zentrum durch. Assoz. Prof. Ulrike Kuchler ist Kooperationspartnerin seitens der Oralen Chirurgie in Wien und Dr. Viktoriya Hrytsenko seitens der Universitätsklinik für Zahnersatz und Zahnerhaltung Innsbruck. Dr. Alexandra Stähli ist mit einem Stipendium der Schweizerischen Zahnärzte-Gesellschaft bei uns, und Dr. Yuxin Ni (China) wurde von der Eurasia Pacific unterstützt. Valentina Gilmozzi von der Universität Pisa ist eine postgraduelle Studentin im Erasmus-Programm. Dr. Mulinari dos Santos (Brasilien) kam im Sommer 2017 mit einem Stipendium von FAPESP an unser Zentrum. Für 2018 erwarten wir einen Doktoranden aus dem Iran sowie zwei ebenfalls aus dem Iran stammende Forschungsgäste, die einen Teil ihrer Doktorarbeit bei uns abwickeln werden. Das Zentrum steht auch für Studierende unserer Universität offen: Seit 2014 wurden 8 Diplomarbeiten abgeschlossen.


Forschung

Geweberegeneration nach Implantation Aktuelle Projekte des Competence Centre of Periodontal Research versuchen zu klären, wie unterschiedliche Oberflächenmaterialien und Oberflächenstrukturmerkmale den Prozess der harten und weichen Gewebebildung um das Implantat beeinflussen.

Oleh Andrukhov und Christian Behm betreiben Spitzenforschung auf dem Gebiet der Stammzellen und Geweberegeneration.

D

er Erfolg einer Implantattherapie wird hauptsächlich durch den Prozess der Osseointegration bestimmt, d. h. durch die Herstellung eines direkten Kontakts zwischen der Implantatoberfläche und dem Alveolarknochen. Neben der Osseointegration spielt aber auch die Wechselwirkung zwischen GingivaWeichgewebe und Implantat eine entscheidende Rolle bei der Implantatstabilität. Peri-Implantat-Weich-

gewebe bildet eine entscheidende Dichtung um das Implantat, die das darunterliegende Gewebe vor der Invasion von Mikroorganismen schützt. Darüber hinaus ist die Bildung von Weichgewebe um das Implantat auch für den ästhetischen Aspekt der Implantation wichtig. Komplexe Geweberegeneration Geweberegeneration ist ein komplexer Prozess, der eine Reihe von koor-

dinierten und zeitlich überlappenden Ereignissen wie Blutungen und Koagulation, Entzündungen, Zellmigration und Proliferation, Zelldifferenzierung, Angiogenese, Reepithelisierung, ECM-Produktion und Gewebeumbau beinhaltet. Die Implantatoberfläche zur Regeneration bestimmter Gewebetypen konnte durch eine spezifische Oberflächenbehandlung optimiert werden. Interessanterweise ist die Oberflächenbehandlung, die sich am besten auf die Implantat-Osseointegration auswirkt, eine andere als für die Förderung von Regeneration des Weichgewebes um den Implantathals. Der Grund dafür ist nicht ganz klar; weshalb die aktuelle Forschung im Competence Centre of Periodontal Research insbesondere auch darauf ausgerichtet ist, die molekulare Basis der zugrunde liegenden Wechselwirkungen verschiedener Implantatoberflächen mit verschiedenen Geweben und Zellen zu klären. Der Einfluss der Oberfläche Die Wechselwirkung von Oberflächen mit Zellen ist sehr kompliziert. Diese Wechselwirkung hängt weitgehend von Oberflächeneigenschaften wie Material, Rauheit und Hydrophilie ab. Die Oberflächenstruktur ist von besonderem Interesse für unsere Forschung: Das mikrometrische und nanometrische Strukturmerkmal der Oberfläche könnte spezifische Zellrezeptoren aktivieren und somit die Bildung neuer Gewebe fördern. ‣

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Forschung

Unsere aktuellen Projekte zielen darauf ab, zu klären, wie unterschiedliche Oberflächenmaterialien und Oberflächenstrukturmerkmale unterschiedliche Zelltypen im Prozess der harten und weichen Gewebebildung um das Implantat beeinflussen. Die Rolle der Stammzellen Unser besonderer Fokus liegt auf der Wirkung von unterschiedlichen Oberflächen auf mesenchymale Stammzel-

len (MSC). Diese Zellen können in verschiedenen Zelltypen differenzieren und haben daher eine primäre Rolle bei der Prozessregeneration inne. Interessanterweise haben diese Zellen auch immunmodulatorische Eigenschaften und produzieren zahlreiche Wachstumsfaktoren. Die parakrine Aktivität von MSC beeinflusst ihre Fähigkeit zur Geweberegeneration und könnte daher eine wichtige Rolle bei der Weichgewebeheilung um

das Implantat spielen. So scheinen mesenchymale Stammzellen einen komplizierten Prozess der Gewebebildung und Wechselwirkung zwischen verschiedenen Zelltypen zu orchestrieren. Wir wollen herausfinden, wie unterschiedliches Implantatoberflächenmaterial und -strukturen diese Fähigkeit von mesenchymalen Stammzellen beeinflussen können. •

Zur Person Assoc. Prof. Priv.-Doz. Dr. Oleh Andrukhov, Stv. Leiter des Competence Centre of Periodontal Research, Zentrales Forschungslabor Universitätszahnklink Wien

Der diesjährige 93rd Congress of the European Orthodontic Society fand von 5. bis 10. Juni in Montreux, Schweiz, statt. Herrn O. Univ.-Prof. Dr. Hans-Peter Bantleon, Leiter des Bereichs Kieferorthopädie der Universitätszahnklinik Wien wurde die Ehre zuteil, den Sheldon Friel Memorial Lecture, welcher seit 1974 den Kongress der European Orthodontic Society einleitet, zu halten. Die Nominierung für diesen Vor­ trag zählt zu den höchsten Auszeichnungen, die Kieferortho­ pädInnen in ihrer gesamten Karriere zuteil werden kann. Herr O. Univ.­Prof. Dr. Bantleon fokussierte sich in seinem Vortrag auf die aktuellsten Forschungsschwerpunkte seines kieferorthopädischen Bereichs der Universitätszahnklinik Wien. Das erste Thema behandelte den bukkal hochstehen­ den 08 Eckzahn und die Kräfte, die während der Nivellierung DentUnique 3/2017

mit einem durchgängigen Bogen erzeugt werden. Die zweite Thematik handelte von den Auswirkungen einer Stoßwellen­ applikation auf die Zahnbewegung. Im dritten Teil verglich er Multiloop Spee­ und Antispee­Bögen mit TMA Spee­ und Antispee­Bögen auf ihre Wirksamkeit in der Behandlung des offenen Bisses. Seine gebotenen Themen ermöglichten einen exzellenten Einblick in die aktuellsten Forschungs­ schwerpunkte mit klinischer Relevanz für die Tätigkeit in der kieferorthopädischen Ordination. Diese Auszeichnung ist Bestätigung und Siegel für seine her­ ausragende wissenschaftliche Kompetenz im Fach Kiefer­ orthopädie. Die Universitätszahnklinik Wien gratuliert herzlich!


Praxis

Er:YAG-Laserlicht in der regenerativen parodontalen Behandlung Speziell gebaute Laserspitzen ermöglichen ein weitgehend atraumatisches wenig invasives Vorgehen mit gezielter Applikation und geringem Gewebeschaden in der Umgebung.

V

erschiedenste Laser (Diodenlaser, Nd:YAG, CO2, Erbiumlaser) haben das Potenzial, als adjuvante minimalinvasive Therapieoption die Ergebnisse der konventionellen Parodontalbehandlung in Bezug auf Sondierungstiefenreduktion zu verbessern.1–3 Das Laserlicht wird dabei zur Entfernung des Taschenepithels sowie zur bakteriellen Keimreduktion eingesetzt.4 Während Diodenlaser, Nd:YAG- und CO2-Laser nicht zur Wurzeloberflächenbearbeitung in der Parotherapie geeignet sind, können Erbiumlaser auf Grund der hohen Absorption im Wasser und damit verbunden einer geringen Eindringtiefe sicher zur Entfernung von Konkrement5 und zur Oberflächenmodifizierung der Wurzeloberfläche am Zahn verwendet werden. In-vitro-Studien konnten zeigen, dass sich diese leicht angeraute, lasermodifizierte Wurzeloberfläche positiv auf die Anhaftung und Proliferation von parodontalen Ligamentzellen und Fibroblastenzellen und damit auf die Geweberegeneration auswirkt.6, 7 Die Abgabe des Laserlichts über geeignete speziell gebaute Laserspitzen ermöglicht dabei ein weitgehend atraumatisches wenig invasives Vorgehen mit gezielter Applikation des Laserlichtes und geringem Gewebeschaden in der Umgebung.4 ‣

Abb. 1: Ausgangssituation und Kleinbildröntgen Regio 33 bei Befunderhebung

Abb. 2: Klinisches Bild und Kleinbildröntgen 18 Monate nach erfolgter regenerativer parodontaler Behandlung mittels Er:YAG-Laserlicht (160 mg, 10 Hz)

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Praxis

3,0 9,0 9,0

3,0 2,0 3,0

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33

2,0 2,0 10,0

2,0 2,0 3,0

Abb. 3: Parodontale Sondierungstiefen am Zahn 33 bei Befunderhebung (links) und bei Reevaluation nach Laserbehandlung (rechts)

Spezialambulanz Laserzahnheilkunde Der Einsatz neuester Lasertechnologien ermöglicht viele innovative Behandlungsmethoden in der Zahnmedizin. Laser können wirksam bei einer Vielzahl an Indikationen eingesetzt werden: bei Wurzelkanalbehandlungen ebenso wie bei Zahnfleischproblemen, zum Bleichen der Zähne oder bei der Behandlung sensibler Zahnhälse. Das ÄrztInnenTeam der Spezialambulanz Laserzahnheilkunde ist auf dem neuesten Stand der Wissenschaft, allein schon auf Grund der Tatsache, dass die „International Society for Oral Laser Applications“ (SOLA), die internationale Gesellschaft für Dentallaser-Anwendungen, wie die Universitätszahnklinik Wien ihren Sitz in der Sensengasse in Wien hat. Diese Gesellschaft bietet laufend international anerkannte Aus- und Fortbildungen an, an denen auch unsere SpezialistInnen für Laserzahnheilkunde teilnehmen.

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Core Facility Angewandte Physik, Laser und CAD/CAMTechnologie Der Auftrag der Core Facility Angewandte Physik, Laser und CAD/CAM-Technologie ist Grundlagenforschung, die wesentlich dazu beiträgt, aktuelle Fragestellungen vor allem in den Bereichen Material- und Werkstoffkunde bzw. Methodik in der Zahnheilkunde zu beantworten. Hauptaufgaben sind Forschung, Entwicklung und Beratung auf dem Gebiet der Lasertechnologie und CAD/CAM. Eine besondere Stärke liegt in der fachlichen Verknüpfung physikalischer und medizinischer Anforderungen. Aus der engen Zusammenarbeit von SpezialistInnen aus den Anwendungsbereichen, Werkstoffkunde und Physik ergeben sich fachübergreifende Problemlösungen. Weiters ist die CF in ihrer Eigenschaft als Support-Center bemüht, andere Forschungsabteilungen bei der Realisierung ihrer Projekte durch Design und Herstellung von speziellen Test- und Probeaufbauten zu unterstützen.

Fallbericht Im vorliegenden Fallbericht wurde bei einer Patientin nach erfolgter initialer Basistherapie mit Mundhygiene-Einstellung und subgingivalem Debridement eine anhaltend erhöhte parodontale Sondierungstiefe von 10 mm distobuccal am Zahn 33 bei Reevaluation gemessen (Abb. 3). Auch das Röntgenbild zeigt einen spitzwinkeligen vertikalen Defekt distal des Zahnes (Abb. 1). Im Wiener parodontalen Behandlungskonzept ist in dieser Situation regenerative Parodontalchirurgie indiziert. Im vorliegenden Fall wurde nun versucht, Elemente der regenerativen Chirurgie, wie die Elimination des parodontalen Taschenepithels, die komplette Reinigung der Wurzeloberfläche und die Stabilisierung eines Blutkoagels im infraossären Defekt mittels eines Er:YAG-Lasers mit Feedback-Funktion zu erreichen. Wobei der FeedbackMechanismus über einen zusätzlichen 655-nm-Laser funktioniert und dabei die bakterielle Fluoreszenz auf das Laserlicht zur subgingivalen Konkrementdetektion verwendet wird.8

Durchführung der paradontalen Therapie Mit den Lasereinstellungen von 160 mJ, 10 Hz und einer Paro-Applikationsspitze (Kavo Key3) wurde nun minimalinvasiv das Taschenepithel abgetragen und die Wurzeloberfläche mit dem Laserlicht behandelt. Im Regelfall ist durch die kurze Pulsdauer und die geringe Eindringtiefe des Er:YAG-Lasers für diese Art der Behandlung keine Lokalanästhesie notwendig. Ergebnisse Bei postoperativer Reevaluation nach dem Eingriff war eine ausgeprägte Reduktion der parodontalen Sondierungstiefe auf 3 Millimeter festzustellen und auch das Kontroll-Kleinbild 33 wies auf eine knöcherne Regeneration im Defektbereich hin (Abb. 2). Er:YAG-Laser können, wie dieser Fall zeigt, neben anderen Lasern, geeignete Instrumente zur minimalinvasiven parodontalen Behandlung in der Regeneration von infraossären Defekten vor parodontaler Chirurgie sein. •


Praxis

Literatur: 1. Qadri T, Tuner J, Gustafsson A. Significance of scaling and root planing with and without adjunctive use of a water-cooled pulsed Nd:YAG laser for the treatment of periodontal inflammation. Lasers Med Sci 2015; 30:797–800. 2. Roncati M, Gariffo A. Systematic review of the adjunctive use of diode and Nd:YAG lasers for nonsurgical periodontal instrumentation. Photomed Laser Surg 2014; 32:186–197. 3. Cheng Y, Chen JW, Ge MK, Zhou ZY, Yin X, Zou SJ. Efficacy of adjunctive laser in non-surgical periodontal treatment: a systematic review and meta-analysis. Lasers Med Sci 2016; 31:151–163. 4. Mizutani K, Aoki A, Coluzzi D et al. Lasers in minimally invasive periodontal and peri-implant therapy. Periodontol 2000 2016; 71:185– 212.

5. Aoki A, Ando Y, Watanabe H, Ishikawa I. In vitro studies on laser scaling of subgingival calculus with an erbium:YAG laser. J Periodontol 1994; 65:1097–1106. 6. Crespi R, Romanos GE, Cassinelli C, Gherlone E. Effects of Er:YAG laser and ultrasonic treatment on fibroblast attachment to root surfaces: an in vitro study. J Periodontol 2006; 77:1217–1222. 7. Hakki SS, Korkusuz P, Berk G et al. Comparison of Er,Cr:YSGG laser and hand instrumentation on the attachment of periodontal ligament fibroblasts to periodontally diseased root surfaces: an in vitro study. J Periodontol 2010; 81:1216–1225. 8. Folwaczny M, Heym R, Mehl A, Hickel R. Subgingival calculus detection with fluorescence induced by 655 nm InGaAsP diode laser radiation. J Periodontol 2002; 73:597–601.

Das Team DDr. Markus Laky, MSc., Leiter der Spezialambulanz Laserzahnheilkunde Alicia Salarmaaf, Studierende, Unit Mag. Hassan Ali Shokoohi-Tabrizi, Leiter Core Facility Angewandte Physik, Laser und CAD/CAM-Technologie Assoc. Prof. Univ.-Doz. Dr. Xiaohui Rausch-Fan, Stv. Leiterin des Fachbereichs Parodontologie Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz, Fachbereichsleiter Zahnerhaltung & Parodontologie

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Praxis

Zirkonoxid und Candida albicans Einfluss der physikochemischen Materialeigenschaften auf die Adhäsion der häufigsten Pilzarten in der Mundhöhle.

Z

Abb. 1: Um die Bildung des Pellikels zu simulieren, wurden die Prüfkörper zuerst in verschiedenen Testmedien (Gesamtspeichel, Albumin, Muzin und Alpha-Amylase) für zwei Stunden inkubiert. Als Kontrolle galten die unbenetzten Prüfkörper. Nach der Beschichtung mit dem jeweiligen Medium wurden die Prüfkörper mit der C. abicans für 24 Stunden inkubiert. Die Adhäsion wurde durch die Berechnung der koloniebildenden Einheiten (CFU) quantitativ ermittelt.

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Durchführung der Studie Die Untersuchung wurde an zwei Serien von Zirkonoxidprüfkörpern (glasierte vs. polierte) vorgenommen (Abb. 1). Die glasierten Prüfkörper wurden nach Abschluss des Sinter-

Foto: Privat

irkonoxidkeramiken finden aufgrund hervorragender mechanischer Eigenschaften und ihrer Biokompatibilität vielfältige Anwendung in der Zahnheilkunde – vorrangig in der Prothetik, wo Kraft und Ästhetik im Vordergrund stehen. Die Elfenbeinfarbe von Zirkonoxid ähnelt der Farbe von natürlichen Zähnen. Dies ist besonders wichtig für die Lichttransmission in der ästhetischen Zone, an der kritischen Schnittstelle zwischen Zahnfleisch und prothetischen Komponenten. Die Verwendung von Zirkonoxidimplantaten z. B. minimiert solche ästhetischen Beeinträchtigungen und erfüllt den Wunsch vieler PatientInnen nach metallfreien Implantaten. Auch bezüglich seiner Affinität gegenüber Mikroorganismen bzw. Plaque hat sich Zirkonoxid als vielversprechendes Material erwiesen. Ziel einer In-vitro-Studie war es, zu erheben, wie sich die physikochemischen Eigenschaften des Zirkonoxids, Oberflächenenergie (SFE) und Oberflächenrauigkeit (Ra) auf die Adhäsion der Candida albicans auswirken. Candida albicans ist die häufigste Pilzart der Mundhöhle. Zusätzlich sollte der Zusammenhang mit der Proteinzusammensetzung des Speichels geprüft werden.


Praxis

Ergebnisse Die Ra- und SFE-Mittelwerte der glasierten Prüfkörper waren deutlich höher als die entsprechenden Mittelwerte der polierten. Die fungale

Adhäsion an unbenetzten Zirkonoxidprüfkörpern war in der Serie A (glasiert) größer. Wurden aber die Prüfkörper vor der Inkubation mit Candida albicans mit Speichel bzw. mit Proteinlösungen benetzt, gab es keinen signifikanten Unterschied in der Pilzanhaftung und Vermehrung. Die Muzinbeschichtung ergab in der glasierten Serie höhere CFU-Werte im Vergleich zum Gesamtspeichel. Ansonsten gab es keinen relevanten Unterschied in der Anhaftung der Candida-Zellen zwischen den getesteten Speichelproteinen.

Schlussfolgerungen Die Oberflächen mit unterschiedlicher Oberflächenenergie zeigen Unterschiede in der Adhäsion der C. albicans. An unbenetzten, glasierten Zirkonoxidoberflächen, die eine deutlich höhere SFE haben als die polierten, ist die Adhäsion der C. albicans bevorzugt. Nach der Benetzung mit dem Speichel werden diese Unterschiede fast ausgeglichen. Die Beschichtung mit dem Speichel hat also eine ausgleichende Wirkung auf die Unterschiede in der Oberflächenenergie. Muzin zeigt im Vergleich zu Albumin und Alpha-Amylase die Tendenz, die Plaquebildung der Candida albicans zu fördern. Der Einfluss der quantitativen und qualitativen Veränderungen in der Pellikelkonstitution auf die Bildung und die Pathogenität des Biofilms kann erst nach weiteren Untersuchungen verifiziert werden. •

Das Team Univ.-Prof. DDr. Apostolos Georgopoulos, Leiter der Core Facility Oral Microbiology and Hygiene Dr. Lana Zupancic Cepic, Fachbereich Prothetik Dr. Tijana Tosic

Damals Foto: DDr. Johannes Kirchner

prozesses mit einer Glasur überzogen und poliert, so wie es dem üblichen Herstellungsverfahren von Zirkonoxid-Restaurationen im zahntechnischen Labor entspricht. Die Gruppe der polierten Prüfkörper wurde hingegen nach dem Fräsen und Sintern nur poliert. Sie sollte die vom Zahnarzt bei Korrektur der Okklusion beschliffene und nachpolierte Zirkonoberfläche, wodurch die Glasurschicht versehrt bzw. entfernt wird, nachahmen. Diese klinische Bearbeitung des Materials hat vermutlich eine negative Auswirkung auf die Oberflächenbeschaffenheit des Zirkonoxids zur Folge und führt zur Veränderung der physikochemischen Materialeigenschaften. Bei beiden Serien wurden die Werte von Oberflächenrauigkeit (Ra) und Oberflächenspannung (SFE) erhoben. Um die Bildung des Pellikels zu simulieren, wurden die Prüfkörper zuerst in verschiedenen Testmedien (Gesamtspeichel, Albumin, Muzin und Alpha-Amylase) für zwei Stunden inkubiert. Als Kontrolle galten die unbenetzten Prüfkörper. Nach der Beschichtung mit jeweiligem Medium wurden die Prüfkörper mit der C. abicans für 24 Stunden inkubiert. Die Adhäsion wurde durch die Berechnung der koloniebildenden Einheiten (CFU) quantitativ ermittelt.

Von den Anfängen der Zahnheilkunde in Österreich II

Adam Anton Brunner (1737–1819) 1766 veröffentlichte Adam Anton Brunner eine „Einleitung zur nötigen Wissenschaft eines Zahnarztes“, das erste Werk dieser Art im damaligen Österreich. Der erste Teil von der „Zergliederung der Zähne“ beschäftigt sich mit der Anatomie des Gebisses. Obwohl keine neuen Erkenntnisse gebracht werden, überrascht die Kenntnis der Literatur. Im klinischen Teil „Von den Krankheiten der Zähne“ folgt er den Erkenntnissen von Pierre Fauchard (1678–1761) und Etienne Bourdet (1722–1789): Neben dem für das Bleichen genützten Essig verurteilt er das Tabakrauchen. Auch die „Reibung einer irdenen Pfeife“ macht ihn besorgt. Für das gewaltsame Richten „übel gelagerter Zähne“ konstruierte er sogar zwei Instrumente (Bild). Pulpabehandlung erfolgte mit dem Glüheisen, wobei ein „Leintuch“ kofferdamähnliche Wirkung haben soll. Zahnentfernung erfolgt mit Überwurf, Geißfuß und Pelikan, Blutstillung mittels Eichenschwamm (Zunder). Auch über das „Pilsenkraut“ und die durch Jakob Christian Schäffer (1718–1790) widerlegte Mär vom Zahnwurm lesen wir in diesem Werk. 1771 erscheint noch eine „Abhandlung von der Hervorbrechung der Milchzähne“, in der man einige Krankengeschichten tetanischer Kinder findet, die „teils sterben, teils genesen“, je nachdem, ob man das Zahnfleisch über dem Milchzahn gespalten hat oder nicht. • DDr. Johannes Kirchner, Kustos des Zahnmuseums Wien

DentUnique 3/2017 13


Praxis

T

his volume offers readers a pragmatic approach to endodontic therapy for permanent molars, based on up-to-date evidence. All chapters were written by experts in the field, and focus on preparation for treatment, vital pulp therapy, access cavity preparation, root canal shaping, outcome assessment, retreatment, apical surgery, and specific aspects of restorations for root canaltreated molars. The role of micro-CT data in visualizing canal anatomy is compared to cone beam CT, and detailed information on current clinical tools, such as irrigation adjuncts and engine-driven preparation tools is provided. Important steps are il-

THE SCHUDY PRINCIPLE V E RT IC A L D I M E N S I O N AND INITIAL ALIGNMENT; 5 LESSONS

13 October 2017 (8.30 - 14.00)

lustrated in clinical photographs and radiographs, as well as by schematic diagrams. “Molar Endodontics” is an ideal source of guidance for practitioners. Special devices and recent innovations in apex locators and nickeltitanium instruments have, however, made procedures significantly easier and more practical for non-specialists. This book will help conscientious clinicians to master molar endodontics with well-described and established clinical methods. • Herausgeber: Ove A. Peters Springer Verlag, 298 S., illustriert ISBN: 978-3-662-52901-0

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The Guidebook to Molar Endodontics

12 th International Vienna Orthodontic Symposium

December 8 - 9

What are the benefits of early treatment? School of Dentistry – Medical University of Vienna Department of Orthodontics www.unizahnklinik-wien.at

President O. Univ.-Prof. Dr. Hans-Peter Bantleon

Dr. Geor ge Schudy / USA Location: Universitätszahnklinik Wien Seminarraum B1+B2 (Ebene 1) Sensengasse 2a, 1090 Wien www.unizahnklinik-wien.at Online-Registration: www.bit.ly/schudy2017 Information: Maria Strobl +43 1 40 070-4301 E-mail: maria.strobl@meduniwien.ac.at

Congress Management: Maria Strobl +43 1 40070 4301 [maria.strobl@meduniwien.ac.at]

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Tag der offenen Tür Freitag, 20. Oktober 2017, 13:00 – 21:00 Uhr

Vorträge im großen Hörsaal der Universitätszahnklinik, Sensengasse 2a, 1090 Wien Zahnverlust – was nun? Versorgung von Einzelzahnkronen bis zur Implantatversorgung E. Piehslinger / L. Zupancic-Cepic / J. Simatovic Fachbereich Prothetik

Yes we scan! - Neue Entwicklungen und Vorteile durch die digitale Zahnheilkunde A. Moritz / C. Kurzmann / T. Vaskovich Spezialambulanz Digitale Zahnheilkunde

„Beiß die Zähne zusammen!“ – Ein guter Rat? Ursachen und Therapie von Schmerzen, Kiefergelenksgeräuschen und Problemen beim Kauen M. Schmid-Schwap / B. Danilovic Spezialambulanz Funktionsstörungen

Funktion und Ästhetik in Harmonie M. Regoda Spezialambulanz Ästhetische Zahnheilkunde

Gesunde Zähne von Anfang an A. Lackner Fachbereich Kinderzahnheilkunde Rätselhafte Zahnkrankheit – wenn Kinderzähne plötzlich bröseln F. Glanz Spezialambulanz Mineralisationsstörungen Zahnregulierung bei Kindern und Erwachsenen M. Nemec / J. Feldner Fachbereich Kieferorthopädie Welche Zahnfleischerkrankungen gibt es und was kann ich dagegen tun? G. Durstberger Fachbereich Parodontologie Medizinische und ästhetische Zahnfleischkorrektur M. Müller Spezialambulanz Parodontalchirurgie Licht statt Bohrer - Laser in der Zahnheilkunde A. Moritz / M. Laky Spezialambulanz Laserzahnheilkunde

Strahlend weiße Zähne – Möglichkeiten der Zahnaufhellung A. Jankovic-Pejicic / M. Cakarevic Spezialambulanz Bleaching Den Zähnen Saures geben? …wenn Säure Zähnen schadet P. Kotlarenko Spezialambulanz Bulimie Der Wurzel auf den Zahn gefühlt G. Altinkaynak / K. Giannis Spezialambulanz Mikroskopische Zahnheilkunde/ Spezialambulanz Endodontie Wie kommen zahnlose oder teilbezahnte Patienten durch Implantate zu neuen Zähnen? C. Ulm / A. Esfandeyari Fachbereich Orale Chirurgie Zahnimplantate nach Computer-Planung C. Vasak Spezialambulanz Implantologie Angstfrei zum Zahnarzt A. Holzinger Curriculumdirektorin Fachärztin für Psychiatrie

Weitere Programmpunkte Vorträge aus der Forschung, praktische Demonstrationen und Hausführungen

Lächeln Sie lieber!

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Menschen

Ein Lächeln wirkt ansteckend, offen und vertrauenserweckend, manchmal sagt es sogar mehr als tausend Worte. Manchmal aber lässt es auch Raum für Interpretationen, ist gesellschaftlichen und kulturellen Zwängen unterworfen.

Revolution des Lächelns Über viele Epochen hinweg war es wenig üblich, öffentlich zu lächeln. Erst nach und nach änderte sich das; daran ist ein Stück weit auch die Zahnmedizin schuld.

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gleichzeitig ist es ein Reflex auf unsere Umgebung, der bereits bei Babys ausgeprägt ist. Mit dem Phänomen, dass auch Tiere scheinbar lächeln können, beschäftigten sich in der Vergangenheit Charles Darwin und Konrad Lorenz in ihren Forschungen. Menschen lässt ein Lächeln jedenfalls attraktiv, freundlich und vertrauenserweckend erscheinen – und es kann die eigene Laune ebenso wie die der Mitmenschen steigern, was den vor Jahren eingeleiteten Lachyoga-Boom erklärt. Das Geheimnis des Lächelns erforscht die Medizin seit Jahrhunderten. Der Physiologe und Neurologe GuillaumeBenjamin Duchenne fand im 19. Jahrhundert durch Experimente heraus, dass der große Jochbeinmuskel, der „Muskel der Freude“ (Zygomaticus major) gemeinsam mit dutzenden Gesichtsmuskeln für das Entfalten einer

entsprechenden Mimik verantwortlich ist. Benannt nach seinem „Entdecker“ wird das echte Lächeln auch als „Duchenne-Lächeln“ bezeichnet.

Das Lächeln im Wandel der Zeit Lächeln war nicht immer und überall so positiv besetzt, wie es heute und in unserem Kulturkreis der Fall ist. Damit, wie sich das Lächeln im Laufe der Zeit gewandelt hat, beschäftigt sich der Kunsthistoriker Angus Trumble in seinem 2004 erschienenen Buch „A brief history of the smile“. Anlass für seine Reise durch die Geschichte des Lächelns war eine Einladung, vor MedizinerInnen über die menschliche Schönheit zu sprechen. In unserer Gesellschaft ist ein strahlendes Lächeln eng mit Schönheitsidealen verknüpft, aber war das immer so? Mitnichten, stellen wir fest, wenn wir einen Blick

Fotos: ZoneCreative, juripozzi, elnariz, jozefklopacka, Daniel Ernst/fotolia.com

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itte lächeln! Kaum ist eine Kamera auf uns gerichtet, bewegen sich unsere Mundwinkel scheinbar automatisch nach oben. Wie breit wir dabei lächeln, hängt mitunter davon ab, ob es sich um Urlaubsbilder, lustige Selfies oder seriöse Bewerbungsfotos handelt. Schwerer fällt es vielen, wenn sie auf Passfotos keine Zähne zeigen dürfen. Doch weil Lächeln die Mimik verzerrt und das Gesicht verfremdet, macht uns ein ernster Blick bei Passkontrollen leichter erkennbar. Wir lächeln aber nicht nur auf Fotos, sondern wann immer wir Menschen begegnen. Das wirkt wahlweise sympathisch, offen oder herzlich, zufrieden, zurückhaltend, höflich oder strahlend, aber auch naiv, erzwungen oder gespielt. Das Verziehen der Mundwinkel nach oben ist uns teils angeboren,


Menschen

Napoleon vorzustellen. Auch die bekannten Fotografien, die den Psychoanalytiker Sigmund Freud zeigen, kennen wir nur mit ernstem Blick. Ändern sollte sich das, als vor einigen Monaten eine Smartphone-Applikation namens „Face-App“ auf den Markt kam. Mit deren Hilfe konnte jeder abgebildeten Personen nachträglich ein Lächeln ins Gesicht zaubern – und Freud lieferte dafür unfreiwillig beliebte Testmotive. Plötzlich machte eine App sehr deutlich, wie stark eine verzerrte Mimik Gesichtszüge verändern kann.

auf die Gemälde alter Meister werfen. Mit leicht geöffnetem Mund blickt Jan Vermeers Mädchen mit dem Perlenohrring über ihre Schulter und den Maler direkt an, jedoch ohne den geringsten Ansatz eines Lächelns zu zeigen. Es gibt unzählige weitere Beispiele für den damaligen Triumph des neutralen Gesichtsausdrucks, und zumeist hat das auch mit gesellschaftlichen Vorgaben der jeweiligen Epoche zu tun. Lange galten verzerrte Gesichtszüge als wenig attraktiv, besonders im viktorianischen Zeitalter war es als geradezu obszön, mit offenem Mund zu lächeln. Gleichzeitig liefert auch die Technik der Malerei selbst eine Erklärung. Wer über viele Stunden und Tage Modell sitzen musste, konnte nicht durchgehend lächeln; entsprechend schwierig war es, einen solchen Ausdruck zu malen. Es gibt aber auch Gegenbeispiele aus der Kunst vergangener Jahrhunderte. Denken wir nur an den breit lächelnden Buddha. Oder an lächelnde griechische Steinstatuen und andere Ölgemälde, über die Trumble ebenso schreibt. Er erspart aber auch nicht den Hinweis, dass etwa die lauthals lachenden Menschen auf den Gemälden von Frans Hals durchwegs mit Verrücktheit assoziiert werden sollten. Das berühmte Lächeln von Leo-

nardo da Vincis Mona Lisa hingegen ist für den Kunsthistoriker ein perfektes Beispiel für einen Ausdruck, der vieles der Fantasie überlässt. Was drückt Mona Lisas Lächeln aus? Wem gilt es? Die Spekulationen verwundern Trumble nicht, denn er ist überzeugt, dass ein Lächeln immer auch verborgene Wünsche und Gedanken enthält. Gleichzeitig kann es sogar bewusst täuschen, indem es für eine bestimmte Stimmung sorgt. Weiters erinnert der Autor daran, dass Musiker wie SexPistols-Sänger Johnny Rotten die Traditon des Grimassenschneidens, die zunächst während des 19. Jahrhunderts aufgekommen war, fortsetzten, um ihr Publikum anzuheizen. Wer erhaben wirken will, lächelt nicht Gehen wir zurück zu den großen Meistern der Kunstgeschichte, wird noch etwas klar: Gerade die höheren Gesellschaftsschichten, Kaiser, Könige, die großen Eroberer und reichen Kaufleute, wurden kaum lächelnd abgebildet, denn ernster Blick drückt Distanz und Erhabenheit aus, und dieser Effekt sollte wohl auch erzielt werden. Während erst viel später Persönlichkeiten wie John F. Kennedy mit ihrem perfekten, strahlenden Lächeln punkteten, fällt es schwer, sich einen lächelnden

Als Lächeln wieder en vogue wurde Dazu, dass sich der Spruch „Bitte lächeln!“ mit der Zeit durchsetzte, trug auch die Fotografie entscheidend bei. Dank der neuen Technik mussten Porträtierte nur noch über einen sehr kurzen Zeitraum lächeln, bis das Foto „im Kasten“ war. Und nicht zuletzt war es natürlich die Weiterentwicklung der Zahnheilkunde beziehungsweise der Zahntechnik, die ein strahlendes Lächeln oft überhaupt erst ermöglichte. Doch all das hat sich erst mit der Zeit entwickelt, wie alte Familienfotos sehr oft zeigen. Wie stark sich unsere Grimassen auf Fotos im Laufe des 20. Jahrhunderts veränderten, wollten die beiden Forscher Alexei Efros und Shiry Ginosar von der University of California zeigen. Sie werteten viele tausende Porträts aus US-HighschoolJahrbüchern aus und bemerkten, dass die Mundwinkel ab 1905 mehrheitlich nach unten zeigten und erst mit den Jahren nach oben wanderten, um während der 1950er- und ’60er-Jahre erneut nach unten zu gehen. Erst danach lächelten die SchülerInnen wieder vermehrt. Wie sehr ein Lächeln immer auch kulturellen und gesellschaftlichen Normen unterworfen ist, zeigt das Beispiel Japan, wo eher Zurückhaltung gefragt ist und ein Lächeln nicht immer bedeutet, was wir auf Grund unserer kulturellen Prägung hineininterpretieren. Aus einem Japan-Reiseführer zitiert Trumble daher folgerichtig: „Nimm niemals ein Lächeln für ein Ja.“ • DentUnique 3/2017 17


Menschen

Gut zu wissen ANFAHRT: Öffentliche Verkehrsmittel: • 37/38/40/41/42 von Schottentor – Haltestelle: Schwarzspanierstraße • 40/41/42 von Währinger Straße – Volksoper – Haltestelle: Sensengasse • 5/33 Haltestelle: Lazarettgasse • 43/44 Haltestelle: Lange Gasse (kurzer Fußmarsch durch das Alte AKH) Mit dem Auto: Gebührenpflichtige BOE-Parkgarage in der Sensengasse 3. Beachten Sie die Kurzparkzone im gesamten 9. Bezirk! FACHBEREICHE: • Zahnerhaltung und Parodontologie • Unit – Zahnärztliche Ausbildung • Kieferorthopädie • Orale Chirurgie • Prothetik • Radiologie • Kinderzahnheilkunde SPEZIALAMBULANZEN: • Spezialambulanz für ästhetische Zahnheilkunde Ansprechpartnerin: Monika Dangl Tel.: +43 1/400 70-2323

• Spezialambulanz für Bulimie Ansprechpartnerin: Kerstin Geister Tel.: +43 1/400 70-2323 • Spezialambulanz für Endodontie Ansprechpartnerin: Selma Sulejmanovic Tel.: +43 1/400 70-2145

• Spezialambulanz für Funktionsstörungen Ansprechpartnerin: Alexandra Wolfer Tel.: +43 1/400 70-4930 • Spezialambulanz für Implantologie Ansprechpartnerinnen: Maja Strainovic, Zeljka Vasic Tel.: +43 1/400 70-4121 18 DentUnique 3/2017

Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien

• Spezialambulanz für Laserzahnheilkunde Ansprechpartnerin: Monika Dangl Tel.: +43 1/400 70-2323

• Spezialambulanz für Mund- und Schleimhauterkrankungen Ansprechpartnerin: Maja Stainovic Tel.: +43 1/400 70-4121

ANSPRECHPARTNERINNEN – KONTAKTE: Zentrale Aufnahme Natascha Fuchs, Agnes Font, Helga Brixa, Bettina Lackner, Monika Saffer, Cornelia Schmid, Katharina CelarVojtechovsky, Mirija Tosuni Tel.: +43 1/400 70-2000 E-Mail: aufnahme-unizahnklinik@ meduniwien.ac.at Allgemeine Ambulanz Gabriele Pleininger, Karoline Schweinberger Tel.: +43 1/400 70-2020 E-Mail: notfallambulanz-unizahnklinik@meduniwien.ac.at

Klinische Bereiche • Zahnerhaltung und Parodontologie Sekretariat: Edda Gsell Tel.: +43 1/400 70-2101 E-Mail: zahnerhaltung-unizahn klinik@meduniwien.ac.at • Parodontologische Ambulanzen Leitstelle: Nina Filzwieser Tel.: +43 1/400 70-4720 E-Mail: parodontologie-unizahn klinik@meduniwien.ac.at

• Prophylaxe-Center Leitstelle: Tamara Hauptmann Tel.: +43 1/400 70-4725 E-Mail: prophylaxecenter-unizahn klinik@meduniwien.ac.at • Kieferorthopädie Leitstelle: Barbara Lembachner

Tel.: +43 1/400 70-4321 Sekretariat: Maria Strobl Tel.: +43 1/400 70-4301 E-Mail: kfo-unizahnklinik@ meduniwien.ac.at

• Orale Chirurgie Leitstelle, OP-Organisation: Maja Strainovic, Zeljka Vasic Tel.: +43 1/400 70-4121 Sekretariat: Brigitte Kneidinger Tel.: +43 1/400 70-4101 E-Mail: oralechirurgie-unizahn klinik@meduniwien.ac.at

• Prothetik Sekretariat: Bettina Haruksteiner Tel.: +43 1/400 70-4901 E-Mail: prothetik-unizahnklinik@ meduniwien.ac.at

• Radiologie Leitstelle: Christine Niziolek Tel.: +43 1/400 70-2420 E-Mail: radiologie-unizahnklinik@ meduniwien.ac.at • Kinderzahnheilkunde Leitstelle Tel.: +43 1/400 70-2820 Organisation: Susanne Preis Tel.: +43 1/400 70-2825 E-Mail: kinder-unizahnklinik@ meduniwien.ac.at

ÖFFNUNGSZEITEN: Immer nach Terminvereinbarung! • Aufnahme von PatientInnen Zentrale Aufnahme: Montag–Donnerstag 7.30–17 Uhr, Freitag 7.30–15.30 Uhr • Notambulanz mit Trauma versorgung: Montag–Sonntag 8–13 Uhr, • Kieferorthopädie: Montag–Donnerstag 8–17 Uhr, Freitag 8–12 Uhr nach Terminvereinbarung


In memoriam Die Universitätszahnklinik Wien trauert um Carmen Marsovszky, die am 7. Juli 2017 nach langer Krankheit im 45. Lebensjahr verstorben ist.

Richtige Mundhygiene von Anfang an.

MAM Oral Care Produkte für gesunde Kinderzähne.

Carmen Marsovszky schloss ihre Ausbildung 1989 zur zahnärztlichen Ordinationshilfe ab und war seit 2001 für die Universitätszahnklinik Wien tätig. Sie unterstützte als zahnärztliche Assistentin unzählige zukünftige ZahnärztInnen bei deren Ausbildung. Ihre freundliche und zuvorkommende Art wurde von allen MitarbeiterInnen der Klinik sehr geschätzt. Wir werden Carmen als liebenswürdige und verlässliche Kollegin im Herzen behalten. • Liebe Kollegin, liebe Freundin, liebe Carmen. Was hatten wir für schöne Zeiten, nun lässt du uns zurück, du wolltest uns noch weiter begleiten, leider war es nur ein kurzes Stück, oft dachtest du, es wäre genug, doch lange war dein Kampf, und groß war dein Mut! Vieles hast du auf dich genommen, immer gradlinig und nie verschwommen, darum der Abschied von dir fällt so unsagbar schwer, aber dich zu vermissen noch um vieles mehr... Nun groß sind Trauer und Schmerzen, doch du bleibst ewig in unseren Herzen! Gedichtet von Elisabeth Walter

Studien bestätigen: Karies ist eine der häufigsten Erkrankungen im Kindesalter. Bereits ein Drittel der Einjährigen weist ein erhöhtes Risiko auf, an Frühkindlicher Karies (Early ChildhoodCaries, ECC ) zu erkranken.* Aus diesem Grund entstand das prämierte Präventionsprojekt „Vorsorge vor der Sorge“, das MAM von Anfang an unterstützte. Dabei arbeiteten Zahnmediziner und Hebammen intensiv zusammen, um eine frühzeitige Sensibilisierung der Eltern in Punkto Zahngesundheit zu erreichen. Das Vorsorgeprogramm unter der Leitung von Dr. Yvonne Wagner, Zahnärztin am Universitätsklinikum Jena (DE), war ein voller Erfolg: Weil Eltern früher und intensiver mit der Zahnpflege begannen, hatten die Kinder im Präventionsprogramm eine signifikant bessere Mundgesundheit. Das Projekt wurde schließlich mit dem Wrigley Prophylaxe Preis 2014 ausgezeichnet. Die wichtigsten Maßnahmen für Zahngesundheit bei Babys: Schon in der Schwangerschaft mit der richtigen Mundhygiene beginnen. Bereits vor dem ersten Zahn den Mundraum reinigen. Ab dem ersten Zahn mit einer fluoridhaltigen Zahnpaste täglich putzen. Richtige Zahnputztechnik (Kaufläche, dann Zahnaußen- bzw. innenseite). Erster Zahnarztbesuch im 1. Lebensjahr. Eine zahnfreundliche Ernährung verringert das Risiko von ECC zusätzlich. Der MAM Oral Care Rabbit zur Massage des Zahnfleisches trägt zur Gewöhnung an die tägliche Mundpflegeroutine bei. Und die MAM Training Brush mit dem extra langen Griff ermöglicht Eltern und Kind das gemeinsame Halten und Führen der Bürste und damit ein optimales Training für die richtige Zahnreinigung. *Wagner Y., Heinrich-Weltzien R. Oral Health of One-Year-Old Thuringian children, Germany. EADPH 2011 Rom

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Lehre

Lehre im Land der Pagoden Mit Wien kooperiert erstmals eine europäische Zahnklinik mit Myanmar, um in diesem Land allem voran die Lehre voranzubringen und einen regen Austausch zwischen Studierenden und MedizinerInnen beider Länder zu ermöglichen. Mit einer Vortragsreihe in mehreren zahnmedizinischen Einrichtungen wurden im Juli die Weichen gestellt.

Univ.-Prof. DDr. Christian Ulm, Univ.-Prof. Dr. Shwe Toe, Rektor der Universitätszahnklinik Yangon, Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz, Dr. Christoph Kurzmann und Konsul Mag. Philip Schönthal in Myanmar

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Zeitpunkt aufgebaut wird. Denn Myanmar befindet sich im Umbruch und öffnet sich allmählich. Das Team besuchte die zahnmedizinischen Unis in Yangon und Mandalay sowie das von Mönchen betriebene Sitagu Ayudana Hospital in Sagaing. Überall erwarteten sie gut gefüllte Hörsäle mit Studierenden und Lehrenden, allesamt „unglaublich interessiert, engagiert und lernwillig“, wie Univ.-Prof. DDr. Moritz betont. In ihren Vortragsreihen referierten Univ.Prof. DDr. Moritz und Dr. Kurzmann über „Innovative Technologies: Laser And Digital Dentistry“, Univ.-Prof. DDr. Ulm referierte über „The Ma-

xillary Sinus Floor Elevation: Techniques and Case Presentations“.

Aufholbedarf in der Ausbildung Noch besteht in Myanmar im zahnmedizinischen Bereich Aufholbedarf. „Den größten Engpass“, weiß Mag. Schönthal, „gibt es derzeit in der Ausbildung“. Zum Vergleich: Bei mehr als 50 Millionen EinwohnerInnen werden in Myanmar aktuell etwas weniger ZahnärztInnen ausgebildet als in Österreich mit knapp neun Millionen EinwohnerInnen. Auch die Ausrüstung ist selten auf dem modernsten Stand. Der staatliche Krankenhausbereich ist limitiert, und der private Be-

Fotos: Privat

I

n die Republik Myanmar (ehemals Burma), ins „Land der goldenen Pagoden“, reiste eine Delegation der Universitätszahnklinik Wien im Juli. Drei Tage lang waren Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz, Univ.-Prof. DDr. Christian Ulm und Dr. Christoph Kurzmann gemeinsam mit Konsul Mag. Philip Schönthal in dem südostasiatischen Land unterwegs, um Vorträge zu halten und ihr zahnmedizinisches Wissen weiterzugeben. Die Reise war der Startschuss für ein zukunftsweisendes Projekt zwischen der Universitätszahnklinik Wien und Gesundheitseinrichtungen vor Ort, das genau zum richtigen


Lehre

In den besuchten Gesundheitseinrichtungen traf die Delegation der Universitätszahnklinik Wien ...

... immer auf gut gefüllte Hörsäle mit interessierten Studierenden und Lehrenden.

reich steht nur sehr wenigen zur Verfügung. Viele Projekte werden daher von der starken religiösen Gemeinschaft betrieben. Das Mönchsspital in Sagaing etwa wird durch Spenden finanziert, ehrenamtlich tätige ÄrztInnen und PflegerInnen behandeln kostenlos. Immer wieder helfen auch internationale Teams mit – ein nach-

haltiges System, denn das in Theorie und Praxis Gelernte wird immer direkt weitergegeben. Erfolg auf beiden Seiten – mögliche zukünftige Kooperationen Dass erstmals eine so etablierte europäische Zahnklinik wie Wien mit Myanmar kooperiert, ist eine tolle

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Dem Biofilm an den Kragen gehen: „Von Kürette bis Tablette...“

Mit Workshop-Trilogie [1] Nicht-chirurgische Parodontaltherapie [2] Personalmanagement [3] YOUNGSTERS & ART - Deep Space 8K Live SPECIAL EVENT YOUNGSTERS & ART ACTION PAINTING Premium Sponsor

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Chance für alle Beteiligten. Für das asiatische Land, weil Projekte vor allem im Bereich der Lehre entwickelt und nachhaltig betrieben werden können und so nicht zuletzt das Ausbildungslevel verstärkt und angehoben werden kann. Auf der anderen Seite erhalten Studierende und Lehrende der Universitätszahnklinik Wien die Möglichkeit, kulturell in eine völlig andere Welt einzutauchen, ihren Horizont zu erweitern, Internationalität in den Klinikalltag zu holen und ebenfalls viel zu lernen. Gemeinsam mit den Kliniken soll noch in diesem Jahr in Myanmar ein Research-Institut gegründet werden, um gemeinsam Forschung zu betreiben. In der Laserzahnheilkunde wurde der Grundstein für „SOLA Myanmar“ bereits gelegt. Und auch Studierende und Lehrende aus Myanmar sollen nach Wien kommen können, um hier zu lernen. •

Limitiert für 50 Teilnehmer! Frühbucher bis 30.09.17 ÖGP Mitglieder

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Magda Mensi (Brescia) Christine Bischof (Zürich) Monika Süsstrunk (Zürich) Krista Strauß (München) Kristina Bertl (Malmö) Norbert Cionca (Genf ) Hady Haririan (Wien) Roman Weiß (Linz)

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Lehre

SOLA in Peking und Teheran Auch 2017 war das Team der Universitätszahnklinik Wien wieder in vielen Ländern ­unterwegs, um modernstes Wissen weiterzugeben und mit internationalen Partnern ­zusammenzuarbeiten. Zuletzt ging es mit SOLA nach China und in den Iran.

Gut besuchter Kongress im Iran Der SOLA-Kongress in Teheran vom 19. bis 21. April stand unter dem Motto „Lights, Laser and Innovation Technologies – Special Part in CAD/CAM“. Dabei wurden die neuesten Forschungsergebnisse und Trends aus dem Bereich der LaserZahnheilkunde vorgestellt, ein großer Themenkomplex war auch die computerunterstützte Abformung im Zahnbereich. Ihr Wissen vertiefen konnten die BesucherInnen in Workshops, namhafte Firmen stellten ihre Produkte vor. An einem eigenen Stand präsentierte die Universitätszahnklinik Wien ihr Angebot. An dem Kongress nahmen neben Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz als internationale Referenten auch Assoc. Prof. Univ.-Doz. Dr. Xiaohui Rausch-Fan, DDr. Markus Laky und Dr. Christoph Kurzmann teil. „Der Kongress war sehr gut besucht“, sagt Mag. Hassan Shokoohi22 DentUnique 3/2017

Tabrizi, der von Seiten der SOLA für die Organisation zuständig war und dabei eng mit Prof. Reza Fekrazad, dem Vorsitzenden des Kongresses aus dem Iran, zusammenarbeitete. Alleine 300 registrierte BesucherInnen wurden verzeichnet, gekommen waren sogar noch mehr, „wenn man eingeladene Gäste und Studierende dazu zählt“. Für Shokoohi-Tabrizi war es eine sehr schöne und erfolgreiche Veranstaltung, man habe im Iran sehr gute Kontakte knüpfen können, und daraus werden nun auch Projekte entstehen. SOLA-Module in China In die chinesische Hauptstadt Peking führte SOLA im Sommer Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz, Assoc. Prof. Univ.-Doz. Dr. Xiaohui Rausch-Fan

und Dr. Christoph Kurzmann. Anlass waren die beiden ersten von insgesamt drei Modulen, die SOLA auch international anbietet. Die zwei Kurse wurden in Partnerschaft mit dem Peking Union Medical College (PUMC) abgehalten. Im PUMC befindet sich auch das Trainingszentrum der SOLA China. Mit modernstem technischen Equipment wurden den rund 50 KursteilnehmerInnen vertiefendes Wissen – neueste wissenschaftliche Erkenntnisse sowie klinische Tipps – in nur wenigen Tagen näher gebracht. Zu den Inhalten gehörten Lasersicherheit, Laserphysik und Teile der konservierenden Zahnheilkunde genauso wie Paradontologie und Chirurgie. Um das dritte und letzte Modul zu absolvieren, werden die Teilnehmenden im Dezember nach Wien reisen. •

Die Universitätszahnklinik Wien präsentiert sich beim SOLA-Kongress in Teheran.

Foto: IMLA

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m Rahmen der SOLA-Laserakademie reisten Teams der Universitätszahnklinik Wien in diesem Jahr unter anderem nach China und in den Iran. In Teheran fand ein internationaler Kongress statt, der inzwischen neunte der „International Society for Oral Laser Application“, in Peking wurden die ersten beiden Module von SOLA abgehalten. Für die Unizahnklinik sind solche Kongresse ebenso wie vor Ort durchgeführte Module gute Möglichkeiten, um mit anderen Ländern zu kooperieren, Wissen auszutauschen und auch internationale Forschungsprojekte zu starten.


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