pArt - Ein Magazin für Geniesser

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Part 01

Februar 2007 9,50 € Part 1_B #

_auswandern

# Verloren in Amerika # Deutscher als die Deutschen # Ausgewanderte Worte

# Bilder im Gepäck # Niemand ist nur er selbst # Interview mit Gerhard Richter

# Büchner Preis 2007 # Alles eine Frage der Form # Mittagspause auf dem Mekong


_Inhalt

Part #1_2

Thema Seite 4

Thema Seite 12

Verloren in Amerika

In diesem Sinne…

Deutscher als die Deutschen

1957 in Mannheim geboren, studierte Jan Schütte Literatur, Kunstgeschichte und Philosophie, bevor er 1979 seine Arbeit als Fernseh-Reporter begann. Seitzdem drehte er zahlreiche Filme und gehört zu den bekanntesten deutschen Filmemachern. Sein neustes Filmprojekt wird an dieser Stelle beschrieben. Es dikutieren Filmtheoretiker und Cineasten über »Verloren in Amerika«.

Hier erfahren Sie unter anderem ein Rezept der besonderen Art. Zubereien können Sie es mit wenig Aufwand selber. Doch der Erfolg bei Ihren Gösten wird bestätigen, dass hinter diesem Kochgeheimnis ein Meisster seines Handwerkes steckt und ein Künsltler der Sinnlichkeit. Lassen Sie es sich schmecken, bon apétit!

Die beiden jungen Dortmunder Fotografinnen Valeska Achenbach und Isabella Pacini reisten nach Argentinien, Brasilien, Rumänien und Australien, um eine Fotoreprtage über die Nachfahren der ausgewanderten Deutsche zu machen, die vor mehr als einem Jahrhundert ihre Bündel packten. Erstaunt stellten sie fest, dass man in den deutschen Enklaven eine Idylle findet, die es in der alten heimat längst nicht mehr gibt…

Thema Seite 23

Inhalt

In diesem Sinne Seite 8

Thema Seite 27

Thema Seite 28

In neue Welten

Blinde Passagiere im Gleisbett

Bilder im Gepäck

Im Auswandererhaus Bremerhaven schlüpft der Besucher in die Rolle eines Spurensuchers, der mit Hilfe dieses Passes den Lebensweg eines historisch real existierenden Auswanderers in der zugänglichen Datenbank recherchieren kann und zugleich die Atmosphäre an Bord mit allen Sinnen erlebt.

„Der Umgang einer Gesellschaft mit Pflanzen ist ein Spiegelbild ihrer selbst“, meint der österreichische Künstler Lois Weinberger, und inszenierte für die Dokumenta X (1997) den Kampf der Flora als Metapher für die Migrationsprobleme unserer Zeit. Er säte in einem aufgelassenen Gleisbett des Kulturbahnhofs.

Vor drei Jahren standen die Galeristen Tanja Grunert und Klemens Grasser vor der zentralen Frage: Berlin oder New York? Die Entscheidung fiel zugunsten von New York aus, das Paar zog mit Sack und Pack und fast der gesamten Ausstattung, die schon in Stuttgart ihre Galerie bestückt hatte, in den Stadtteil Chelsea.


Part #1_B

Werkstattbesuch Seite 14

Kulturtipp Seite 18

Thema Seite 21

Ausgewanderte WorteundWortwanderungen Ausgewanderte WorteundWortwanderungen Ausgewanderte WorteundWortwanderungen Ausgewanderte Wortwanderung «Werkstattbesuch bei…

«hartware medien kunst verein»

…Tomma Abts« Die Acryl- und Ölbilder von Tomma Abts (*1967) entstehen oft in einem lang andauernden Malprozess. Die strengen, geometrischen Kompositionen der Bilder referieren dabei nicht auf Gesehenes, sondern entwickeln sich aus den übereinander gelagerten, vielfachen Farbschichten. Arne Winter war bei Tomma Abts in ihrem Londoner Atelier zu Besuch und berichtet über diesen interessanten Tag.

Katja Goslar hat einen ganz besonderen Kulturtipp für die Leserinnen und Leser. In Dortmund macht seit 1996 der hartware medien kunst verein mit interessanten Ausstellungen Furore. Seit er sein Domizil in die Phönishalle verlegt haben, kann die Besucherin und der Besucher auch noch die besondere Atmosphäre der Industriekultur genieesen, denn der Ausstellungsraum befindet sich auf einer alten Hochofenanlage…

Thema Seite 30

Ausgewanderte Worte… Schweden entwickeln „Fingerspitzengefühl“, Russen geraten in „Zeitnot“, und Nigerianer fragen sich: „Is das so?“ Wohin sind unsere Worte gewandert, welchen Wortschatz bereichern sie nun und haben sie ihre Bedeutung gewechselt? Diese Fragen werden von dem Sprachforscher Edmund Reichel in diesem Artikel beantwortet.

Verlag artwerk Verlag GmbH Schloßstraße 90 44137 Dortmund

Niemand ist nur er selbst Christoph Peters‘ Geschichten vom „Kommen und gehen, manchmal bleiben“. Der Titel ist Programm: In Peters‘ Erzählungen kommen die Menschen und gehen, und nur selten finden sie die Heimat, die sie zum Bleiben brauchen. Ob in Deutschland oder Afrika - sie wünschen sich alle in ein anderes Land...


_Philosophie pArt nimmt Teil an Kunst und Kultur. Mit jeder Ausgabe werden Teile zeitgenössischer Kultur erschlossen, wie ein Puzzle, das sich zunehmend vervollständigt, aber nie abgeschlossen sein wird. pArt ist kurzweilig. Das Magazin will intelligent unterhalten und zugleich in konzentrierter Form informieren. pArt zeigt Perspektiven auf. Aus unterschiedlichen kulturellen Blickwinkeln wird die ganze Bandbreite künstlerischer Weltzugänge in Wort und Bild vor Augen geführt. pArt regt zum Querdenken und Querlesen an. pArt verzichtet bewusst auf eine strikte Einteilung in kulturelle Sparten, um einem selektiven Leseverhalten entgegenzuwirken. pArt zeigt Gesichter. Hinter jedem Werk, hinter jeder Institution stecken Menschen, pArt lässt sie zu Wort kommen und rückt sie ins Bild. pArt ist auch Forum für den Nachwuchs. pArt will sich in gleicher Weise wie arrivierten Künstler/innen auch dem Nachwuchs widmen .

_Zielgruppe pArt wendet sich an kulturell sehr vielseitig interessierte Leser/innen.

Lifestylemagazine werden durch die vertiefende Herangehensweise von pArt nicht zur Konkurrenz.

_Gestaltung pArt berichtet nicht nur über Kunst, sondern ist auch kunstvoll gestaltet. Ob eine Zeitschrift in der Vielfalt des Angebots überhaupt wahrgenommen wird, ist auch eine Frage des Designs. Häufig entscheidet sich auf den ersten Blick, ob man sich näher einlässt oder nicht. Das Design steht für eine erste Zielgruppenansprache und einen hohen Wiedererkennungswert ein. Optische Strukturierungselemente helfen den Leser/innen bei der Orientierung. Von daher muss die grafische Gestaltung wesentlicher Bestandteil der konzeptuellen Ebene sein. pArt ist schlicht gehalten und legt Wert auf eine eigenständige ästhetische Wirkung. Die Gestaltung lenkt nicht von den Inhalten ab und bietet dem Leser und der Leserin eine klare visuelle Linie, an Hand derer er auf angenehme Weise durch das Magazin „navigieren“ kann. Diese wird die sinnliche Ebene nicht zu kurz kommen lassen. Eine reiche Bebilderung und ein hochwertiges Layout sorgen dafür, dass selbst stressgeplagten Leser/innen nicht die Lust am Lesen ausgeht.

_MediaDaten pArt muss auch wirtschaftlich bestehen können.

Vor allem sollen Leser/innen angesprochen werden, für die das Studium der einschlägigen kulturellen Fachzeitschriften aus zeitlichen Gründen nicht möglich ist, oder die von vornherein ein eher allgemeines Interesse an kulturellen Ereignissen haben.

Geplant ist eine quartalsmäßige Erscheinungsweise in einer Auflage von 15.000 Exemplaren, die vor allem über die Boesner-Vertriebswege, aber auch über den freien Verkauf im Einzelhandel distribuiert werden soll. Da ein nicht geringer Anteil der Kosten über den Verkaufspreis erwirtschaftet werden soll, darf der Preis nicht zu niedrig angesetzt werden.

Neben den Akteuren des Kulturbetriebs, also den aktiv Kulturschaffenden und Kulturvermittelnden selbst, sollen auch jene als Leser/ innen gewonnen werden, die deren Publikum sind. Es handelt sich um eine überwiegend akademisch gebildete Leserschaft, die altersmäßig wohl eher über als unter 30 Jahren anzusiedeln ist. Der Vertrieb über die Boesner-Filialen legt die Tatsache nahe, dass etliche der Leser/innen selbst in irgendeiner Weise kreativ tätig sind.

Gleichzeitig würde ein zu hoher Preis einen Großteil der potentiellen Leserschaft abschrecken. Wir plädieren für einen Preis im mittleren Segment zwischen 7 und 9 Euro. Anzeigenkunden, die eine akademische Zielgruppe und ein niveauvolles Anzeigenumfeld schätzen, sollen sowohl im kulturellen Sektor als auch in lifestylenahen Branchen akquiriert werden. Der Anteil an Fremdwerbung sollte marktorientiert bei 25-30% liegen.

_Positionierung im Zeitschriftenmarkt

_Struktur

pArt vereint verschiedene kulturelle Bereiche unter einem Cover.

Editorial und Inhaltsverzeichnis

pArt platziert sich damit jenseits der kulturellen Fachzeitschriften, die durch ihre fachspezifische Verdichtung der Information in der Regel ein spezialisiertes Interesse voraussetzen. Aber auch andere Formate mit kultureller Berichterstattung wie Stadtmagazine oder

Das Editorial auf der ersten Seite spricht die Leser/innen direkt an und erläutert kurz, was sie in dieser Ausgabe erwartet. Das Inhaltsverzeichnis befindet sich stets im Anschluss an das Editorial und erstreckt sich auf einer Doppelseite, so dass man nicht zum Umblättern genötigt wird, um sich einen Überblick zu verschaffen.


Das Thema

Impressum und Leserbriefe

pArt geht nicht nur in die Breite, sondern auch in die Tiefe. Mit etwa der Hälfte der gesamten Seitenzahl erhält das auf dem Cover veranschaulichte Schwerpunktthema den größten Umfang aller Rubriken. Hier geht es darum, ein aktuelles oder interessant erscheinendes Thema aufzugreifen und zu vertiefen. Voraussetzung ist, dass es sich für eine spartenübergreifende Darstellung eignet, da es auf vielseitige Weise in Beiträgen zu Kunst, Architektur, Design, Sprache und Literatur, Film, Musik etc. beleuchtet wird. Die Bandbreite möglicher Themen verdeutlicht die Liste in der „Vorschau auf die nächste Ausgabe“ auf der vorletzten Seite.

pArt wendet sich an die Leser/innen. pArt ist offen für Anregungen und Kritik. Das Impressum im hinteren Teil des Magazins wird durch die Leserbriefe komplettiert.

Ohne Worte

_ Thema

pArt gibt Bildern einen breiten Raum. Dies unterstreicht die unkommentierte Bildstrecke eines jungen Nachwuchsfotografen/ einer Fotografin in der Heftmitte.

pArt geht nicht nur in die Breite, sondern auch in die Tiefe.

Werkstattbesuch pArt informiert auch über aktuelle Ereignisse und Tendenzen im Kulturbetrieb. Pro Ausgabe werden arrivierte Kulturschaffende wie auch Nachwuchskünstler/innen aus unterschiedlichen Sparten in der Gesamtschau ihrer Werke portraitiert. Auf jeweils 3-5 Seiten wird die Persönlichkeit in einem Interview vorgestellt sowie deren kreativer Schaffensprozess durch Fotos der Arbeitsumgebung und Arbeiten sinnlich erfahrbar gemacht. Mein Kulturtipp pArt fragt bei den Leser/innen nach. Welches Buch liegt bei ihnen auf dem Nachttisch? Welcher Film hat sie zuletzt am meisten beeindruckt? Welches Restaurant ist ihr Geheimtipp? Leser/innen antworten. In diesem Sinne pArt spricht die Sinne an. In diesem Sinne fungiert als eine Art „Vermischtes“. Der Name dieser Rubrik spielt auf die menschlichen Wahrnehmungssinne an, nach denen diese Rubrik geordnet ist. Anders als in vielen Magazinen üblich verzichtet pArt auf eine Sortierung nach kulturellen Sparten. Stattdessen finden sich hier den Sinnen Hören, Sehen, Riechen, Schmecken und Fühlen zugeordnet - Kurznachrichten, Rezensionen, Vorankündigungen etc. in kompakter Form wieder. Institutionelle Kultur pArt klärt über den Kulturbetrieb auf. Wer steckt hinter dem Kunstverein in Gütersloh? Welche Pläne hat der neue Intendant am Hamburger Schauspielhaus? Wer oder was verbirgt sich hinter der Filmförderungsgesellschaft? pArt stellt Kulturinstitutionen aus unterschiedlichen Bereichen, deren Köpfe und Ideen vor.

Part off: 2050, Wortspiel, Die Kolumne pArt gehen auch auf der letzten Seite die Ideen nicht aus. Während viele andere Magazine hier nur noch Werbung oder formale Infos platzieren, widmet sich die letzte Seite in pArt abwechselnd drei redaktionellen Beträgen: 2050, Wortspiel, Die Kolumne.

Daher wird in jeder Ausgabe ein kulturelles Schwerpunktthema vorgestellt, das etwa die Hälfte des Heftvolumens einnimmt. Reportage, Essay, Interview, Portrait, Rezension – hier kann die Vielfalt journalistischer Genres genutzt werden. Das Thema umfasst durchschnittlich etwa 8-10 Beiträge von unterschiedlicher Länge, wobei einzelne Beiträge inhaltlich verbunden sein können, so dass innerhalb des Heftthemas auch einzelne Themenschwerpunkte entstehen können. Das jeweilige Thema ist der rote Faden, der durch kulturelle Highlights und/ oder Geheimtipps aus Vergangenheit und Gegenwart geleitet. Die Themen werden stark variieren, den Ideen werden strukturell keine Grenzen gesetzt. Allerdings soll darauf geachtet werden, dass die Themen für Überraschungen offen gehalten werden und nicht zu speziell sind, damit das Thema auf das Kaufverhalten der Spontankäufer/innen keinen negativen Einfluss hat (Beispiel „Fußball“). Außerdem wird das Thema verschiedene kulturelle Bereiche abdecken, allerdings ohne dass dabei in jeder Ausgabe eine bestimmte Laufstrecke erledigt werden muss. Sollte das Thema zum Beispiel einmal die Konzentration auf überwiegend eine kulturelle Sparte nahe legen, so ist dies als Abwechslung willkommen. Das Schwerpunktthema fungiert auf dem Magazincover als Teaser, was auch durch ein entsprechendes Titelbild verdeutlicht wird.

_Team Thorsten Clauszen, Gesine Märkel, Ulrike Märkel


Part #1_6

Der Filmemacher Jan Schütte 1957 in Mannheim geboren, studierte Jan Schütte Literatur, Kunstgeschichte und Philosophie, bevor er 1979 seine Arbeit als Fernseh-Reporter begann. Er besuchte nie eine Filmschule, sondern machte sich von allein einen Namen. Zuerst mit den Dokumentar-Kurzfilmen „Ugge Bärtle - Bildhauer“ (1982) und „Eigentlich wollte ich ja nach Amerika“ (1984). Als wahrer Selbständiger gründete er seine eigene Produktiosnfirma „Novoskop Film“ und produzierte den Großteil seiner Filme selbst. 1987 führte er Regie, produzierte und schrieb (zusammen mit Thomas Strittmatter) sein Spielfilm-Debüt „Drachenfutter“, der mit einer Vielzahl nationaler und internationaler Preise geehrt wurde; u.a.: Prix Francois Truffaut, Premio Cinecritica und bester deutscher Film des Deutschen Kritikerpreis etc.

„Drachenfutter“ verkaufte sich in 28 Länder. Seit dem drehte Schütte vier weitere Spielfilme: „Winckelmanns Reisen“ (1990), der beim Film Festival Venedig als bester deutscher Film nominiiert war; „Auf Wiedersehen Amerika“ (1994), der in die Sektion „Quinzaine“ des Festivals in Cannes eingeladen war und verschiedene internationale Preise sowie den Deutschen und Bayrischen Filmpreis gewann; „Fette Welt“ (1998), der in Locarno gezeigt wurde, und „Abschied“ (2000), der im September in die Kinos kommt.

Jan Schütte

Zwischen seinen Spielfilmen realisierte Schütte einige hochgelobte Dokumentar- und Essayfilme: „Verloren in Amerika“ (1988), „Nach Patagonien“ (1991), und „Eine Reise ins Innere von Wien“ (1995). Der Regisseur, der mit seiner Frau und Kindern in Berlin lebt, bereitet sich gegenwärtig auf seine Gast Professur am Darmouth College in New Hampshire (USA) vor. In den fünf Spiel- und sieben Dokumentarfimen, die der deutsche Regisseur Jan Schütte über die

letzten zwei Dekaden gedreht hat, ist Heimat kein Ort sondern ein Gemütszustand. Die Menschen in seinen Filmen - ob reale oder fiktive Charaktere sind Reisende, ruhelose Seelen, Wanderer und Underdogs. Menschen am Rande der Gesellschaft, auf der Suche nach der Bedeutung in ihrem Leben. Ihr kleines, unauffälliges Schicksal ist es, dass den Regisseur Schütte fasziniert. Die Räume, die diese Menschen besetzen, erkundet er geduldig. Jan Schütte ist Deutschlands Mann für die verlorenen und gefundenen Seelen. „Irgendwie komme ich immer wieder auf diese Themen zurück,“ sagt Schütte. „Dennoch sind sie für mich für sich stehende Geschichten.“ Sowohl in Verbindung mit seinem Alter - der große, leicht reservierte Regisseur mit einem Schuss ergrauenden Haars ist 42 Jahre alt - als auch in seiner Einstellung zu drehen; Schütte ist eine Art Vermittler zwischen zwei Generationen deutscher Regisseure: Wim Wenders, Rainer Werner Fassbinder und Werner Herzog, die zu Beginn der Siebziger mit ihren scharfen individuellen und einmaligen Filmen den Anspruch hatten, Kunst statt Unterhaltung zu schaffen. Von dieser älteren Generation hat Schütte den Drang geerbt, nur Geschichten zu erzählen, die ihm am Herzen liegen. Gleichzeitig zielt er darauf, eine breite Öffentlichkeit zu erreichen und zu unterhalten - wie seine jüngeren Kollengen Tom Tykwer, Sönke Wortmann und Katja von Garnier. Genau dieses Dazwischen verwehrte dem bescheidenen, ruhigen Schütte leider den öffentlichen Beifall (und Erfolg), den er verdient - zumindest in Deutschland. Für den Rest der Welt sieht das allerdings ganz anders aus. Schüttes Filme haben wahrscheinlich mehr Preise bei internationalen Filmfestivals gewonnen als die anderer zeitgenössischer deutscher Regisseure. Es ist der klassische Fall vom unbeachteten Prophenten im eigenen Land. Vielleicht liegt es an der unglücklichen Tatsache, dass Deutschland in seinen Filmen nicht immer gut davon kommt. In seiner Regiearbeit hat er ein Gespür für die Poesie des Alltäglichen und wenig Sinn für die Schmeichelei. Alles, was sich nicht echt anfühlt, nicht echt aussieht oder schmeckt, wird rausgeschmissen. Seine Filme spiegeln deutlich wider, dass er als Dokumentarfilmer begann und noch heute gelegentlich Dokumentar- oder Essayfilme macht. Die meisten von ihnen, z.B. „Nach Patagonien“ (1991) und „Eine Reise in das Innere von Wien“ (1995) beschäftigen sich mit Fragen um das Reisen, die Identität und mit Orten. In seinem Schwarz-WeißSpielfilmdebüt „Dra chenfutter“(1987) zeichnet der junge Regisseur den Kampf zweier Ausländer - einem Pakistani und einem chinesischen Kellner - nach, die versuchen, in Hamburg ihr eigenes Restaurant zu eröffnen. Die Stadt wird im Film als rau und unwillkommend gezeigt; nur durch Schüttes ironischen Humor und

seinen feinen Sinn für die kleinen Hochs und Tiefs im Leben vermittelt der Film trotzdem Wärme und Optimismus. In Winckelmanns Reisen (1990), seinem nächsten S/W-Spielfilm, ist der Protagonist ein Reisender anderen Formats: Winckelmann, ein kleiner, schrumpeliger Typ in seinen vierzigern, der als Shampoo-Vertreter sein Leben damit verbringt, im Norden Deutschlands von einem trostlosen Schönheitssalon zum nächsten zu ziehen, um hier seine Waren zu verkaufen. Er ist ein verlorener und unbeholfener Mann, dessen Unfähigkeit mit seinem sozialen Umfeld zu interagieren von Schütte empfindsam aufgedeckt wird. „Jedes Leben hat sein Drama,“ meint Schütte, „man muss es nur finden, es benennen und formen.“ Nach „Auf Wiedersehen Amerika“ starb Schüttes langjähriger Kollaborateur, der Filmautor und Dramatiker Thomas Strittmatter unerwartet im Alter von 33. Schütte schob ein Projekt, an dem sie gemeinsam arbeiteten auf und wandte sich stattdessen der Adaption eines erfolgreichen Romans über einen jungen Obdachlosen in München zu. „Fette Welt“ (1998) fehlte es zwar an dem erzählerischen Geschick, das Schüttes früheren Arbeiten unverwechselbar machte - es gelang ihm aber, eine authentische Einsicht in das Straßenleben zu erlangen. Als nächstes ist „Abschied“ geplant, ein Film über den Schriftsteller Bertolt Brecht, der von Joseph Bierbichler, einem der größten deutschen Theater Schaupieler dargestellt wird. „Der Film konzentriert Brechts ganzes Leben auf einen Tag, kurz vor seinem Tod,“ sagt Schütte. „Es scheint sehr simpel, doch wirft der Film viele komplizierten Fragen auf. Was ich dieses Mal machen wollte ist das ganz Einfache und das ganz Komplexe unter einen Hut zu bekommen.“ Susanne Weingarten


Part #1_B

Verloren in Amerika/Lost in America BRD 1988, 30 min., Farbe 16 mm Eine Produktion der Novoskop Film im Auftrag des ZDF 1988. _crew Regie / Jan Schütte Redaktion / Joachim von Mengershausen (WDR) und Andreas Schreitmüller (ARTE) Drehbuch / Thomas Strittmatter und Jan Schütte Kamera / Thomas Mauch Musik / Claus Bantzer Schnitt / Renate Merck Ausstattung, Kostüm / Katherina Wöppermann Ton / Eckhard Kuchenbecker _cast Isaak Aufrichtig / Otto Tausig Moshe Lustgarten / Jakov Bodo Genovefa Lustgarten / Zofia Merle Zofia Steinmann / Christa Berndl Perlmutter / Ben Lang Pfarrer Ladislaus / Aleksander Bardini

Auf eisernen Stelzen rattert die Hochbahn über die Hauptstraße und taucht den Asphalt in ein Gitternetz von Licht und Schatten. Zwischen den Backsteinhäusern aus den Zwanziger Jahren schaut man auf den nahen Atlantikstrand. Brighton Beach liegt versteckt im südöstlichsten Zipfel Brooklyns, hinter den Achterbahnen von Coney Island, eine Stunde U-Bahn Fahrt von Manhattan entfernt, und jeder kennt es nur als Little Odessa. Es ist eine ganz und gar europäische und jüdische Gegend, ein Stadtteil von neuen und alten Immigranten. Der Film porträtiert drei von ihnen: eine junge russische Familie, die gerade erst aus der Ukraine gekommen ist, den Hamburger Juden Irving Lancart, der den Krieg in Shanghai überlebt hat und jeden Abend auf dem Boardwalk steht und über den Atlantik auf Europa ‚schaut‘, sowie Abraham Herzhaft auf Jeschuw in Polen, der mit fünfundsiebzig immer noch mit seinem Rennrad über die Brighton Beach Avenue fährt und in seiner Küche gefillte fish kocht. Ein Film über die Abwesenheit von Heimat. Die beiden Porträtierten wurden die Vorbilder für Moshe und Isaac in „Auf Wiedersehen Amerika“. ‚Auf Wiedersehen Amerika‘ erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Reise. Von New York machen sich Isaak, sein Freund Moshe und dessen Frau Genovefa auf nach Polen. Alle drei in einem Boot, stranden sie in Deutschland, feiern Weihnachten in Berlin und landen am Ende doch noch in Polen. Aber da ist alles anders. Isaak findet eine Frau und Genovefa eine eigene Wohnung. Am Schluss sind alle für einen Moment happy: in Danzig die einen, in Brighton Beach die anderen. Jan Schütte über „Auf Wiedersehen Amerika“:Bei einem Spaziergang auf dem Boardwalk in

Brighton Beach lernte ich einige Emigranten kennen. Sie sprachen jiddisch, polnisch und deutsch durcheinander. Wir haben mit vielen Leuten dort geredet, und aus den vielen Biographien, realen Erlebnissen und - irrealen - Träumen ist unsere Geschichte entstanden. Manchmal kann einem das Leben vorkommen wie ein guter jüdischer Witz. Die Hauptfiguren sind von diesem ungeheuren Humor geprägt, der niemanden verschont, schon gar nicht sich selber. Der Film erzählt vom Schicksal der Heimatsuche, ohne großes Aufheben, mit lakonischem Witz und oft märchenhafter Stimmung. 1957 in Mannheim geboren, studierte Jan Schütte Literatur, Kunstgeschichte und Philosophie, bevor er 1979 seine Arbeit als Fernseh-Reporter begann. Er besuchte nie eine Filmschule, sondern machte

sich von allein einen Namen. Zuerst mit den Dokumentar-Kurzfilmen „Ugge Bärtle - Bildhauer“ (1982) und „Eigentlich wollte ich ja nach Amerika“

(1984). Als wahrer Selbständiger gründete er seine eigene Produktiosnfirma „Novoskop Film“ und produzierte den Großteil seiner Filme selbst. 1987 führte er Regie, produzierte und schrieb (zusammen mit Thomas Strittmatter) sein Spielfilm-Debüt „Drachenfutter“, der mit einer Vielzahl nationaler und internationaler Preise geehrt wurde; u.a.: Prix Francois Truffaut, Premio Cinecritica und bester deutscher Film des Deutschen Kritikerpreis etc. 1957 in Mannheim geboren, studierte Jan Schütte Literatur, Kunstgeschichte und Philosophie, bevor er 1979 seine Arbeit als Fernseh-Reporter begann. Er besuchte nie eine Filmschule, sondern machte sich von allein einen Namen. Zuerst mit den Dokumentar-Kurzfilmen „Ugge Bärtle - Bildhauer“ (1982) und „Eigentlich wollte ich ja nach Amerika“ (1984). Als wahrer Selbständiger gründete er seine eigene Produktiosnfirma „Novoskop Film“ und produzierte den Großteil seiner Filme selbst. 1987 führte er Regie, produzierte und schrieb (zusammen mit Thomas Strittmatter) sein Spielfilm-Debüt „Drachenfutter“, der mit einer Vielzahl nationaler und internationaler Preise geehrt wurde; u.a.: Prix Francois Truffaut, Premio Cinecritica und bester deutscher Film des Deutschen Kritikerpreis etc. „Drachenfutter“ verkaufte sich in 28 Länder. Seit dem drehte Schütte vier weitere Spielfilme: „Winckelmanns Reisen“ (1990), der beim Film Festival Venedig als bester deutscher Film nominiiert war; „Auf Wiedersehen Amerika“ (1994), der in die Sektion „Quinzaine“ des Festivals in Cannes eingeladen war sowie den Deutschen und Bayrischen Filmpreis gewann; „Fette Welt“ (1998), der in Locarno gezeigt wurde, und „Abschied“ (2000), der im September in die Kinos kommt. (1991). Der Regisseur, der in Berlin lebt, bereitet sich gegenwärtig auf seine Gast Professur am Darmouth College in New Hampshire (USA) vor. In den fünf Spiel- und sieben Dokumentarfimen.

Verloren in Amerika...

«Verloren in Amerika»


_In diesem Sinne… pArt spricht die Sinne an. Hier sollen kurze News, Statistiken und kompakte Infos präsentiert werden. Sie können dem Heftthema entstammen oder aber völlig unabhängig davon sein. Sie werden grafisch den jeweiligen Sinnen - Hören, Sehen, Riechen, Schmecken und Fühlen - zugeordnet. Dies geschieht entweder durch mediale Zuordnung (Hören = CD) oder aber durch einen inhaltlichen „Link“. Zum Beispiel kann in der Rubrik „Riechen“ über die Einschaltung des Geruchssinns bei der Partnerwahl berichtet, ein neues Parfum vorgestellt und auch die Süskind-Verfilmung „Das Parfum“ besprochen werden. Feste Icons und Farbführungen rahmen diese Rubrik auf grafische Weise. Sie bietet Platz für originelle Einfälle genauso wie für Tipps oder Kurzmeldungen, die aktuelle Events/ Neuerscheinungen betreffen.


Part #1_10

_Sehen

_Riechen

Der Tote am Strand

Frühlingsgefühle

Das Parfum

Rosa ist Mitte 30 als sie nach über 15 Jahren in den USA zu ihrer Familie an die Ostsee zurückkehrt. Ihre Beziehung ist gescheitert, und so sucht sie einen Neuanfang. Dafür muss sie sich mit ihrem Vater aussprechen, der ihr die Flucht nach San Francisco nie verziehen und seitdem jeden Kontakt zu ihr abgebrochen hatte. Nun steht sein 70. Geburtstag bevor. Ein guter Anlass also, um reinen Tisch zu machen.

Der Krokus, der Vorbote des Frühlings, ist das erste Anzeichen des Erwachens der Natur nach der langen Zeit des Winters. Doch woher kommen unsere Glücksgefühle?

Regie: Tom Tykwer Drehbuch: Andrew Birkin, Tom Tykwer

Der Vater Friedrich Liebmann führt ein strenges Regiment. Menschliche Wärme im Umgang mit seiner Familie ist ihm fremd. Sowohl sein Sohn Achim als auch sein Schwiegersohn Ole und seine Tochter Regina arbeiten für ihn im familieneigenen Immobiliengeschäft. Rosa reist heimlich an, um ihren Vater am frühen Morgen an seinem Lieblingsplatz im Strandkorb zu überraschen. Zu ihrem Entsetzen ist er tot - erschossen. Sofort ruft sie die Polizei. Der ermittelnde Kommissar ist ausgerechnet Finn, der einmal ihre große Jugendliebe war. Die Familie ist schockiert über den gewaltsamen Tod des Vaters, doch niemand scheint wirklich um ihn zu trauern. Wie in all den Jahren versucht die Mutter zu schlichten und zu vertuschen, um nach außen das Bild einer intakten Familie abzugeben. Bald wird klar, dass jeder ein Motiv für den Mord hat. Geldprobleme bei Achim, traumatische Erinnerungen bei den Schwestern Rosa und Regina, eine verheimlichte Affäre der Mutter. In diesem Sinne

_Fühlen

Filmstart: 10.Februar 2007

Mit der steigenden Lichtintensität werden vermehrt Serotonin und Dopamin ausgeschüttet. Diese sorgen für ein allgemein besseres Befinden und bewirken eine leichte Euphorie. Auch der Partnerwunsch steigt bei den meisten Menschen im Frühling, verursacht u.a. durch die vermehrte Ausschüttung dieser und weiterer Hormone. Der Dichter hingegen sieht es auf viel poetischere Weise: Frühling läßt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte; süße, wohlbekannte Düfte streifen ahnungsvoll das Land. Veilchen träumen schon, wollen balde kommen. Horch, von fern ein leiser Harfenton! Frühling, ja Du bist ’s! Dich hab’ ich vernommen! Eduard Mörike, 1829

Bernd Eichinger,

Es ist eine der hochkarätigsten und vielversprechendsten Mischungen des Kinojahres 2006: Der einflussreiche und renommierte deutsche Produzent und Drehbuchautor Bernd Eichinger (Elementarteilchen, Der Untergang, Resident Evil) bandelt mit einem der prominentesten, deutschen Regisseure an – mit Tom Tykwer (Heaven, „Der Krieger und die Kaiserin“, Lola rennt). Zusammen setzten sie Patrick Süskinds Roman „Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders“ in filmische Bilder um und damit den erfolgreichsten in deutscher Sprache verfassten Roman seit Erich Maria Remarques Antikriegsgeschichte „Im Westen nichts Neues“. Paris im Jahre 1738: Auf einem nach Tod und Verwesung stinkenden Fischmarkt bringt eine junge Frau (Birgit Minichmayr) klammheimlich ein Baby zur Welt. Jean-Baptiste Grenouille (Ben Whishaw), wie der Junge später heißen wird, ist mit einer außergewöhnlichen Gabe gesegnet: Er besitzt die beste Nase Frankreichs und kann Millionen von Gerüchen meilenweit erschnuppern. Nach einer harten Kindheit in der Gerberei von Grimal (Sam Douglas) trifft er auf den alternden Parfumeur Giuseppe Baldini (Dustin Hoffman), der sein Talent erkennt und als Gesellen einstellt. Grenouille wähnt sich im Himmel. Unter Baldinis Anleitung lernt Grenouille, Düfte zu extrahieren und zu konservieren...


Part #1_B

_Hören

_Schmecken

Garnitur Die Stiele der Steinpilze mit einem Messer vorsichtig putzen; Pilze unter fließendem Wasser abbürsten, auf einem Tuch trocknen. 2 ganze Steinpilze für später beiseite legen, aus den anderen 24 dicke Scheiben schneiden. Den Rest zur Hälfte grob, zur Hälfte als Brunoise fein würfeln.

Ob in Paris, Monaco, New York, Tokio oder in den anderen Städten auf der ganzen Welt, in denen Alain Ducasse Restaurants eröffnet hat, überall setzt der Meisterkoch Maßstäbe. Nicht nur die insgesamt neun Sterne, die er als einziger Vertreter seiner Branche vorweisen kann, machen ihn zu einer Ausnahmeerscheinung. Alain Ducasse ist der berühmteste französische Koch seiner Generation; er besitzt gleich mehrere Restaurants in der ganzen Welt. Er schöpft aus einem reichen Wissens- und Erfahrungsschatz und misst der Qualität der Zutaten und der Perfektion der Zubereitung größte Bedeutung bei. Zutaten 1 Steinbutt (6 kg) 10 cl Olivenöl 100 g leicht gesalzene Butter 4 Knoblauchzehen 2 getrocknete Fenchelzweige feinstes Salz „Fleur de sel“ Garnitur 24 Steinpilze (ca. 6 cm Durchmesser) 1 Zitrone 2 cl Olivenöl zum Beträufeln 2 g grob gemahlener schwarzer Pfeffer Soßenfonds 100 g frischer Fenchel 1 Knoblauchzehe 20 Körner schwarzer Pfeffer 1 Scheibe Zitrone 1 getrockneter Fenchelstängel 1 l Geflügelfonds Kopf vom Steinbutt

Soßenfonds Den frischen Fenchel mit der ungeschälten Knoblauchzehe anschwitzen, ohne ihn braun werden zu lassen. Pfefferkörner, Zitronenscheibe und Fenchelstängel untermischen und mit dem Geflügelfonds auf kleiner Flamme um die Hälfte einkochen lassen, am Schluss den Steinbutt-Kopf zugeben. Die Soße 30 Minuten lang köcheln lassen (aber nicht zum Kochen bringen) und durch ein Passiertuch abgießen. Letzte Schritte und Anrichten Den Steinpilzsud mit den groben Steinpilzwürfeln auffüllen, in den Mixer geben und danach durch ein feines Haarsieb gießen. Die feingewürfelten rohen Pilze, das Olivenöl, einen Spritzer Zitronensaft und den grob gemahlenen Pfeffer untermischen, um eine feinsämige, homogene Pilzmarmelade-Sauce zu erhalten. Die Teller mit Marmelade bestreichen, darauf die Steinpilz-Tranchen anrichten und die beiden zurückbehaltenen Steinpilze roh darüber hobeln. Die Steinbutt-Rondelle darüber legen, mit Fleur de sel und Pfeffer aus der Mühle würzen. Sofort servieren.

Backstage - Dancehall Divas Montego Bay, im Nordwesten von Jamaika. Beim Dancehall Queen Contest, wird um den Titel der besten Tänzerin des Jahres fleißigst der Booty geshaked. Zur selben Zeit, keine 300 Meter weit entfernt, steigt das elfte Reggae Sumfest. Eine Woche lang, treffen sich hier die Stars der Jamaikanischen Musik-Szene. Darunter auch: Lady Saw. Im Ghetto geboren, ist sie seit 15 Jahren die krasseste unter den Bad Girls. Wegen ihrer unsittlichen Auftritte hatte sie letztes Jahr Sumfest-Verbot, und der Bürgermeister von Montego Bay wollte sie sogar aus der Stadt verbannen. Doch, zu spät! Denn sie hat den Weg bereits geebnet, für eine neue Generation von Ragga-Hyänen : den Dancehall Divas. Seit Anfang dieses Jahres zählt die Landes-Statistik über 1000 Todesfälle durch Gewalt, 20 Prozent der Opfer sind Frauen, die von ihrem Lebenspartner unter dem eigenen Dach ermordet wurden. In der einst puritanischen britischen Kolonie Jamaika, werden die Frauenrechte nur toleriert, wenn diese kuschen. Trotzdem sind Frauen, die im Reggae ein Ventil finden, kein neues Phänomen. Denn 1964 war es eine Frau, Millie Small, die mit „My Boy Lollipop“ den ersten internationalen Hit aus Jamaika schrieb, der sich weltweit 6 Millionen mal verkaufte.

In diesem Sinne

Alain Ducasse - 3 Sterne Koch

Vor- und Zubereitung des Steinbutts Kopf und Schwanz entfernen, die Haut beidseitig anheben. Den Fisch in gleichmäßige Scheiben von je 230 g schneiden und auf beiden Seiten der Fischstücke das erste Glied der Wirbelsäule mit einer Schere abtrennen. Die Rondelle mit Olivenöl in einem Schmortopf auf mittlerer Flamme anbraten, mit dem ungeschälten Knoblauch und den Fenchelzweigen in Butter goldbraun braten, dann aus dem Topf nehmen. Im selben Topf die Steinpilzscheiben mit dem Saucenfonds kurz aufkochen und dann zugedeckt 5 Minuten köcheln lassen. Den Fisch wieder dazu geben, 1 Minute ziehen lassen, dann abtropfen. Die Steinbutt-Stücke sollten jetzt eine leicht goldbraune Farbe und eine sehr zarte Konsistenz haben und in ihrer Mitte etwa 45 ° warm sein. Die Fischscheiben mit Aluminiumfolie abdecken und auf dem Rost warm stellen, bis die Temperatur in der Mitte 52 ° beträgt.


_Ohne Worte pArt gibt Bildern einen breiten Raum. An stets gleicher Stelle, in der Mitte des Magazins, wird eine Fotostrecke von 4-5 Doppelseiten platziert, die jeweils eine bestimmte Arbeit einer Fotografin oder eines Fotografen vorstellt. Dabei kommen die Fotos selbst zur Sprache, ohne dass ein Begleittext die bildliche Ebene kommentiert. Lediglich eine Infobox erläutert, von wem die Fotos sind und in welchem Kontext sie entstanden. Es kann sich dabei genauso um Reportagefotos handeln wie um eine Modestrecke, Portraits oder Architekturfotografie usw. Eine inhaltliche Anbindung an das Heftthema ist denkbar, aber kein Zwang.


Deutscher als die Deutschen.

Deutscher als die Deutschen

Eine Fotoreportage von Valeska Achenbach und Isabella Pacini


Deutscher als die Deutschen

Part #1_B


_Werkstattbesuch pArt informiert über aktuelle Ereignisse und Tendenzen im Kulturbetrieb. Pro Ausgabe werden sowohl arrivierte Kulturschaffende wie auch Nachwuchskünstler/innen aus unterschiedlichen Sparten in der Gesamtschau ihrer Werke portraitiert. Auf jeweils 3-5 Seiten wird die Persönlichkeit in einem Interview vorgestellt sowie deren kreativer Schaffensprozess durch Fotos der Arbeitsumgebung und Arbeiten sinnlich erfahrbar gemacht. Gesprächspartner/innen können bildende Künstler/innen, Architekt/ innen, Designer/innen, Musiker/innen etc. sein. Deren Auswahl erfolgt auch unter dem Gesichtspunkt der Aktualität, z. B. weil er/ sie gerade ein neues Werk veröffentlicht hat, weil er/ sie gerade Stipendiat/ in einer Künstlerstätte ist oder weil er/ sie aus einem anderen Grund gerade in der Debatte steht. An dieser Stelle sind Werkproben in Wort und/ oder Bild vorgesehen, sollen aber keinen eigenständigen Teil bilden, sondern dem Interview zur Seite gestellt werden.


Part #1_18

Tomma Abts Erfolgreich am Boom vorbei Die eleganten Farbkompositionen von Tomma Abts werden in London hoch gelobt. Jetzt zeigt die Tate Britain die Arbeiten in der Turner-Prize-Ausstellung. Die Jury hat sie für den diesjährigen Preis vorgeschlagen, als einzige Malerin neben der Bildhauerin Rebecca Warren, dem Fotografen und Videofilmer Phil Collins sowie dem Installationskünstler Mark Titchner. Die englischen Buchmacher räumen Abts die besten Chancen ein, den Ruhm des Sieges davonzutragen und die 25.000 Pfund Preisgeld abzuräumen.

maskenhafte Gesichter, Architekturstrukturen sowie grafische Ornamentstrukturen erkennen.

Kurz-Biografie

Die Künstlerin verfolgt in ihren Bildern einen Akt der Balance, denn das Bild muss für sie gelingen: In Tomma Abts Bildern trägt jedes Detail und jede Form zu einer innerbildlichen Dramatik bei, bei welcher die Bewegung, das Licht und die changierenden Vorder- und Hintergründe eine grosse Rolle spielen. Obwohl die Bilder durch ihre identischen Formate und die repetitiven geometrischen Elemente an eine Serie erinnern, sind sie immer Einzelbilder. Diese Qualität wird zusätzlich durch die enigmatischen Titel wie Obbe, Noene oder Ert verstärkt, die entfernt noch an Vornamen einer fremden Sprache erinnern.

1983 Assitenz bei Heiner Lüttje

Bei der Auswahl der Namen versucht die Künstlerin die phonetische Verbindung zwischen dem Bild und dem Namen herzustellen, gleichzeitig verleiht dieser Akt der Namensgebung dem Bild einen stark individuellen, porträthaften Charakter. Im Oberlichtsaal der Kunsthalle wird Tomma Abts ihre neuesten kleinformatigen Bilder zeigen. Es ist die erste grosse institutionelle Ausstellung von Tomma Abts, nachdem sie letztes Jahr im Van Abbemuseum in Eindhoven zusammen mit Vincent Fecteau ausgestellt hat.

Mit dem Aufschwung dessen, was auf dem internationalen Markt als „New German Painting“ gehandelt wird, hat dieser Erfolg freilich nichts zu tun. Die 1967 in Kiel geborene Tomma Abts ist 1995 nach London gekommen, hat so den deutschen Boom der Figürlichkeit verpasst - und sich vor seinem Einfluss gerettet. Weiter entfernt von Neo Rauch, Daniel Richter oder Jonathan Meese könnte ihre ruhige Malerei kaum sein, und manche Leinwand dieser Kollegen würde, entsprechend zugeschnitten, Abts für ihre ganze Jahresproduktion von etwa zehn Gemälden - stets im gleichen Format von 48 mal 38 Zentimetern reichen.

Thomma Abts

Galerien: Giti Nourbakhsch, Berlin, Daniel Buchholz, Köln. Ausstellungen: bis 14. Januar, Tate Britain, London, 8. Dezember bis 14. Januar 2007, Galerie Greengrassi, London Die abstrakten Acryl- und Ölbilder von Tomma Abts entstehen oft in einem lang andauernden Malprozess. Die strengen, geometrischen Kompositionen der Bilder referieren dabei nicht auf Gesehenes, sondern entwickeln sich aus der Logik der übereinander gelagerten, vielfachen Farbschichten. Trotzdem lassen sich figürliche Annäherungen wie

Die Künstlerin verfolgt in ihren Bildern einen Akt der Balance, denn das Bild muss für sie gelingen: In Tomma Abts Bildern trägt jedes Detail und jede Form zu einer innerbildlichen Dramatik bei, bei welcher die Bewegung, das Licht und die changierenden Vorder- und Hintergründe eine grosse Rolle spielen. Obwohl die Bilder durch ihre identischen Formate und die repetitiven geometrischen Elemente an eine Serie erinnern, sind sie immer Einzelbilder. Diese Qualität wird zusätzlich durch die enigmatischen Titel wie Obbe, Noene oder Ert verstärkt, die entfernt noch an Vornamen einer fremden Sprache erinnern. Bei der Auswahl der Namen versucht die Künstlerin die phonetische Verbindung zwischen dem Bild und dem Namen herzustellen, gleichzeitig verleiht dieser Akt der Namensgebung dem Bild einen stark individuellen, porträthaften Charakter. Im Oberlichtsaal der Kunsthalle wird Tomma Abts ihre neuesten kleinformatigen Bilder zeigen. Es ist die erste grosse institutionelle Ausstellung von Tomma Abts, nachdem sie letztes Jahr im Van Abbemuseum in Eindhoven zusammen mit Vincent Fecteau ausgestellt hat.

1967 geboren in Kiel 1987 Stipendium in Amsterdam 1991-1997 Studium als der Hochschule der bildenden Künste Berlin 1998 Meisterschülerin bei Gisela Schüttel lebt und arbeitet in London

Einzelausstellungen 2006 Galerie Daniel Buchholz, Köln Kunsthalle zu Kiel 2005 greengrassi, London The Douglas Hyde Gallery, Dublin Kunsthalle Basel 2004 “journal #7”, Tomma Abts, Vincent Fecteau, Van Abbemuseum, Eindhoven Galerie Giti Nourbakhsch, Berlin 2003 The Wrong Gallery, New York Galerie Daniel Buchholz, Köln 2002 greengrassi, London 2001 Galerie Giti Nourbakhsch, Berlin 1999 greengrassi, London 1998 habitat, Kings Road, London Gruppenausstellungen 2005 British Art Show 6, Hayward Gallery, London (Wanderausstellung) 2004 „Formalismus. Moderne Kunst heute“, Kunstverein Hamburg „2004 Carnegie International“, Carnegie Museum of Art, Pittsburgh


Part #1_B

Aus der roten Serie abstracts N0 45

“Müllberg”, Galerie Daniel Buchholz, Köln “Werke aus der Sammlung Boros”, Museum fur Neue Kunst, ZKM Karlsruhe 2003 „Black Rainbow“, Lucky Tackle, Oakland, CA „Honey, I rearranged the collection“, greengrassi/ Corvi Mora, London Kunstpreis der Boettcherstraße in Bremen, Kunsthalle Bremen „Hot, Blue & Righteous“, Galerie Giti Nourbakhsch, Berlin „Deutschemalereizweitausenddrei“, Kunstverein, Frankfurt

Frankfurter

2002 „Richard Hawkins & Tomma Abts, Lecia DoleRacio, Morgan Fisher, James Hayward“, Galerie Daniel Buchholz, Köln „Tomma Abts & Vincent Vecteau“, Marc Foxx, Los Angeles 2001 „The Devil is in the Detail“, Allston Skirt Gallery, Boston Egofugal, 7. Internationale Biennale Istanbul 1999 „Limit Less“, Galerie Krinzinger, Wien „Etcetera“, Spacex Gallery, Exeter

Thomma Abts

Das Atelier in London hat T. Abts seit 1993


Part #1_22

Katja Goslar Der hartware medien kunst verein – seit 1996 Medienkunst im Ruhrgebiet «Die Geschichte des hartware medien kunst verein ist für mich vor allem eine Geschichte über zwei junge Ausstellungsmacher, die mit bewundernswerten Elan und Mut ein Projekt gewagt haben, das es in diser Form im Ruhrgebiet noch nicht gab. Vor allem Ihre Hartnäckigkeit und die Fähigkeit andere von ihrer Idee zu überzeugen, machten Iris Dressler und Hans D. Christ zu einem unschlagbaren Team. Seit dem Ausstellungsprojekt „Orte der Sehnsucht“ in der ehemaligen Unionsbrauerei in Dortmund, haben sich die beiden endgültig die Anerkennung in der Medienkunstszene auch international erobert. Seit 1996 überzeugen Sie durch ein vielfältiges und konzeptionell sehr strakes Ausstelluingsprogramm, das auch immer wieder jungen Künstlern und Künmstlerinnen eine Ausstellungsplattform bietet. Ich kann nur jedem empfehlen, sowohl die Aussetllungen, als auch die zahlreichen Veranstaltungen in der phönishalle zu besuchen.«

Die Geschichte 19 9 6 Der hartware medien kunst verein wurde 1996 von den KuratorInnen Iris Dressler und Hans D. Christ in Dortmund gegründet. hartware versteht sich als offene Plattform für die Produktion, Präsentation und Vermittlung sowie die diskursiven Kontexte von zeitgenössischer bzw. Medienkunst. Der Verein arbeitet auf der Basis eines regional und international verankerten Netzwerks, veranstaltet Ausstellungen, Film- und Videoprogramme sowie Workshops und Tagungen. Darüber hinaus betreut hartware seit 2000 das sechsmonatige Stipendium des Landes NRW für Medienkünstlerinnen aus NRW. Die Ausstellungspraxis von hartware konzentriert sich im Schwerpunkt auf internationale Gruppenausstellungen, die inhaltliche Bezugsfelder der zeitgenössischen Kunst aufgreifen und dabei die vielschichtigen Beziehungen zwischen Medienund anderen Kunstformen reflektieren.

hartware medien kunst verein

2000 Bis 2000 fanden die Ausstellungen und Veranstaltungen des hartware medien kunst vereins an verschiedenen Orten der Stadt Dortmund wie beispielsweise in der Deutschen Arbeitsschutzausstellung, der ehemaligen Union Brauerei oder im öffentlichen Raum statt. 2001-2002

Kaja Goslars Kulturtipp führt in die Phönixhalle West in Dortmund Hörde

In den Jahren 2001 und 2002 nutzte hartware die 400 qm große Halle des Dortmunder Musik- und Kulturzentrums in der Güntherstraße. Hierfür wurde jeweils ein Jahresprogramm konzipiert, das Ausstellungen, Film- und Videoprogramme, Tagungen und Workshops für Jugendliche umfasste. Dabei wurden auch externe KuratorInnen, Netzwerke wie das serverfestival oder der Verein MeX für Intermediale und experimentelle Musik, eingeladen, ihre Projekte vorzustellen. Außerdem wurden die Räume StudentInnen der Fachhochschule und der Universität Dortmund für die Präsentation ihre Di-

plomarbeiten zur Verfügung gestellt. Neben dem Programm in der Güntherstraße kuratierte hartware verschiedenen Ausstellungen in Duisburg, Amsterdam und Kopenhagen. Im Auftrag der Stadt Dortmund und in Zusammenarbeit mit dem Künstler Daniel Garcìa Andùjar hat der hartware medien kunst verein 2001 die Netzkunstplattform art.net. dortmund.de initiiert. Ein weiteres Netzwerk, das durch hartware 2001 mitbegründet wurde, ist das Medienwerk NRW, in dem sich verschiedenen Institutionen aus NRW, die sich mit Medienkunst auseinandersetzen, zusammengeschlossen haben.


Part #1_B

Auf lokaler Ebene entstand 2001 das medien_ kunst_netz dortmund, ein Verbund zwischen dem hartware medien kunst verein, dem Museum am Ostwall, dem Kulturbüro der Stadt Dortmund und der Universität Dortmund, der die Infrastrukturen für Medienkunst in Dortmund stärken möchte. 2003-2004 Nach zwei Jahren der kontinuierlichen Nutzung der Räume in der Güntherstraße, finden die Projekte des hartware medien kunst vereines - im Verbund mit dem medien_kunst_netz dortmund wieder an verschiedenen Orten statt. So wurde die Ausstellung Muntadas. On Translation: Das Museum für das Museum am Ostwall konzipiert. Der Kongress 404 Object Not Found, der sich Problemen des Erhalts von Medienkunst widmete, wurde im Westfälischen Industriemuseum Zeche Zollern II/IV durchgeführt. Ab Oktober 2003 bis Ende 2004 nutzt hartware die 2200qm große PhoenixHalle - das ehemalige Reserveteillager auf Phoenix West, einem Hochofenwerk in Dortmund-Hörde. 2005 Das neue Team Dr. Inke Arns, Susanne Ackers und Francis Hunger führt die Arbeit des HMKV fort. http://www.hmkv.de A U SS T E L L U N G E N     games. Computerspiele von KünstlerInnen Computerspiele von KünstlerInnen 11. Oktober bis 30. November 2003 im Reserveteillager auf Phoenix West

computer / spiel / film Vortrags- und Filmprogramm im Rahmen der Ausstellung „games. Computerspiele von KünstlerInnen“ 21. + 22. November 2003 im Reserveteillager auf Phoenix West     LAN - Party in der Ausstellung „games.Computerspiele von KünstlerInnen“ 8. + 9. November 2003 im Reserveteillager auf Phoenix West     Val und Ralf Schreiber 20. - 24. Oktober 2003 im Reserveteillager auf Phoenix West Dokumentation     MUNTADAS ON TRANSLATION: Das Museum Ausstellung im Museum am Ostwall Dortmund 24. Mai – 13. Juli 2003     ON TRANSLATION: Film- und Videoprogramm im Rahmen der Ausstellung „On Translation: Das Museum“ kuratiert von Eugeni Bonet 4. – 6. Juli 2003

19. – 22. Juni 2003 Zeche Zollern II/IV, Dortmund-Bövinghausen     Bowling am Tiber Regie: Peter Carp, Installation: Jan-Peter E.R. Samstag, 29. November 2003

Fachhochschule Dortmund, FB Design MUNTADAS: Vortrag an der Fachhochschule Dortmund / FB Design Donnerstag, 13. Februar, 18 Uhr     VERANSTALTUNGEN     404 Object Not Found Was bleibt von der Medienkunst? Internationaler Kongress zu Fragen der Produktion, Präsentation und Konservierung von Medienkunst

hartware medien kunst verein Phönixstrasse 10 44236 Dortmund Tel. +40/231-78 99 67 Öffnungszeiten Di - Sa 13:00 - 21: 00 Uhr Montag Einzelführungen nach Absprache

Internationaler Kongress zu Fragen der Produktion, Präsentation und Konservierung von Medienkunst 19. – 22. Juni 2003 Zeche Zollern II/IV, Dortmund-Bövinghausen Die letzte Ausstellung «games».

hartware medien kunst verein

Demnächst: 404 Object Not Found Was bleibt von der Medienkunst?


_Institutionelle Kultur pArt klärt über den Kulturbetrieb auf. In dieser Rubrik werden in jeder Ausgabe zwei unterschiedliche Kulturinstitutionen (Museum, Theater, Filmförderungsgesellschaft etc.) oder auch Projekte, die nicht an eine feste Institution angebunden sind, Thema sein. Dies geschieht durch ein Interview mit dem/ der Leiter/in der Einrichtung, der/ die bei dieser Gelegenheit persönlich vorgestellt wird. Gleichzeitig wird das Interview auf die aktuelle oder zukünftige Entwicklung der Institution eingehen. Auch hier kann ein Aktualitätsbezug gegeben sein (z. B. Wechsel der Intendanz oder Kürzung der Mittel).


Part #1_26

Alles aus einer Hand Interview mit dem Gestalter und Leiter des Auswandererhauses Andreas Heller Das Studio Andreas Heller ist ein Architektur- und Designbüro mit Sitz in Hamburg. Das Büro wurde 1987 von Andreas Heller gegründet und beschäftigt derzeit 28 feste Mitarbeiter. Schwerpunkt sind Planungen und Beratungen für Museen, Freizeiteinrichtungen und Firmendarstellungen.

tern. Seit 1982 ist Andreas Heller für unterschiedliche deutsche Fernsehsender als Filmarchitekt tätig und gestaltet seit Mitte der 80er Jahre Ausstellungen und Museumseinrichtungen für zahlreiche Institutionen und Museen in Deutschland. 2002 erhielt er für die Gestaltung des Buddenbrookhauses den Museumspreis des Europarates.

AH: Hier steht ein Blindtext der eine Interview-antwort ersetzt. pArt: Hier steht ein Blindtext der eine reele Interviewfrage ersetzt? AH: Hier steht ein Blindtext der eine Interview-antwort ersetzt. pArt:Hier steht ein Blindtext der eine reele Interviewfrage ersetzt? Hier steht ein Blindtext der eine reele Interviewfrage ersetzt? Hier steht ein Blindtext der eine reele Interviewfrage ersetzt? AH: Hier steht ein Blindtext der eine Interview-antwort ersetzt. pArt: Hier steht ein Blindtext der eine reele Interviewfrage ersetzt? Hier steht ein Blindtext der eine reele Interviewfrage ersetzt? AH: Hier steht ein Blindtext Antwort ersetzt. pArt: Hier steht ein Blindtext der eine reele Interviewfrage ersetzt? Hier steht ein Blindtext der eine reele Interviewfrage ersetzt? Hier steht ein Blindtext der eine reele Interviewfrage ersetzt?? AH: Hier steht ein Blindtext Antwort ersetzt. Hier steht ein Blindtext Antwort ersetzt. Hier steht ein Blindtext Antwort ersetzt. Hier steht ein Blindtext Antwort ersetzt. Hier steht ein Blindtext Antwort ersetzt. Hier steht ein Blindtext Antwort ersetzt. pArt: Vielen Dank für dieses Gespräch.

Auswandererhaus

Das Interview mit A. Heller führte TC

„SehnSucht“, Wanderausstellung zur Suchtprävention (1997) Buddenbrookhaus, Lübeck (2000) „Verbrechen der Wehrmacht“, Wanderausstellung (2001) Die Erde von oben, Hamburg, Hannover (2001) Günter-Grass-Haus, Lübeck (2002)

Das Büro zeichnet sich durch seine interdisziplinäre Zusammensetzung und Arbeitsweise aus und ist für zahlreiche nationale und internationale Unternehmen und Institutionen tätig. Das Studio Andreas Heller gestaltete sowohl die architektonische Außenhaut des Museums als auch das erlebnisorientierte Ausstellungsdesign im Inneren. pArt: Hier steht ein Blindtext der eine reele Interviewfrage ersetzt?

Weitere Projekte:

NDA, Neue Deutsche Architektur, Wanderausstellung, weltweit (2002) Regenwaldhaus, Dauerausstellung, Hannover (2003) Andreas Heller mit seiner Assistentin Ulla Mainz bei der Ausstellungseröffnung 2005.

Museum für Kommunikation, Frankfurt (2004) HSV-Museum, Hamburg (2004) www.studio-andreas-heller.de


Part #1_B

Wer das 2005 eröffnete Auswandererhaus betritt, erfährt bereits am Eingang, dass es sich um ein Erlebnismuseum der besonderen Art handelt. Die Eintrittskarte ist einem Auswanderer-Pass nachempfunden, wie er zur Zeit der großen Auswanderungswelle Mitte des 19. Jahrhunderts erforderlich war, um an Bord in Richtung Übersee gehen zu dürfen. So schlüpft der Besucher in die Rolle eines Spurensuchers, der mit Hilfe dieses Passes den Lebensweg eines historisch real existierenden Auswanderers in der zugänglichen Datenbank recherchieren kann und zugleich die Atmosphäre an Bord mit allen Sinnen erlebt. Die Eintrittskarte ist einem Auswanderer-Pass nachempfunden, wie er zur Zeit der großen Auswanderungswelle Mitte des 19. Jahrhunderts erforderlich war, um an Bord in Richtung Übersee gehen zu dürfen. So schlüpft der Besucher in die Rolle eines Spurensuchers, der mit Hilfe dieses Passes den Lebensweg eines historisch real existierenden Auswanderers in der zugänglichen Datenbank recherchieren kann und zugleich die Atmosphäre an Bord mit allen Sinnen erlebt. Die Eintrittskarte ist einem Auswanderer-Pass nachempfunden, wie er zur Zeit der großen Auswanderungswelle Mitte des 19. Jahrhunderts erforderlich war, um an Bord in Richtung Übersee gehen zu dürfen. So schlüpft der Besucher in die Rolle eines Spuren-

suchers, der mit Hilfe dieses Passes den Lebensweg eines historisch real existierenden Auswanderers in der zugänglichen Datenbank recherchieren kann und zugleich die Atmosphäre an Bord mit allen Sinnen erlebt. Die Eintrittskarte ist einem Auswanderer-Pass nachempfunden, wie er zur Zeit der großen Auswanderungswelle Mitte des 19. Jahrhunderts erforderlich war, um an Bord in Richtung Übersee gehen zu dürfen. So schlüpft der Besucher in die Rolle eines Spurensuchers, der mit Hilfe dieses Passes den Lebensweg eines historisch real existierenden Auswanderers in der zugänglichen Datenbank recherchieren kann und zugleich die Atmosphäre an Bord mit allen Sinnen erlebt. Die Eintrittskarte ist einem Auswanderer-Pass nachempfunden, wie er zur Zeit der großen Auswanderungswelle Mitte des 19. Jahrhunderts erforderlich war, um an Bord in Richtung Übersee gehen zu dürfen. So schlüpft der Besucher in die Rolle eines Spurensuchers, der mit Hilfe dieses Passes den Lebensweg eines historisch real existierenden Auswanderers in der zugänglichen Datenbank recherchieren kann und zugleich die Atmosphäre an Bord mit allen Sinnen erlebt. Die Eintrittskarte ist einem Auswanderer-Pass nachempfunden, wie er zur Zeit der großen Auswanderungswelle Mitte des 19. Jahrhunderts erforderlich war, um an Bord in Richtung Übersee gehen zu dürfen. So schlüpft der Besucher in die Rolle eines Spurensuchers, der mit Hilfe dieses Passes den Lebensweg eines historisch real existierenden Auswanderers in der zugänglichen Datenbank.

In dem original nachgebaute Kinosaal kann der Besucher historisches Filmaterial ansehen.

Die Eintrittskarte ist einem Auswanderer-Pass nachempfunden, wie er zur Zeit der großen Auswanderungswelle Mitte des 19. Jahrhunderts erforderlich war, um an Bord in Richtung Übersee gehen zu dürfen. So schlüpft der Besucher in die Rolle eines Spurensuchers, der mit Hilfe dieses Passes den Lebensweg eines historisch real existierenden Auswanderers in der zugänglichen Datenbank recherchieren kann und zugleich die Atmosphäre an Bord mit allen Sinnen erlebt. Die Eintrittskarte ist einem Auswanderer-Pass nachempfunden, wie er zur Zeit der großen Auswanderungswelle Mitte des 19. Jahrhunderts erforderlich war, um an Bord in Richtung Übersee gehen zu dürfen. So schlüpft der Besucher in die Rolle eines Spurensuchers, der mit Hilfe dieses Passes den Lebensweg eines historisch real existierenden Auswanderers in der zugänglichen Datenbank recherchieren kann und zugleich die Atmosphäre an Bord mit allen Sinnen erlebt.

Auswandererhaus Bremerhaven Columbusstraße 65 27568 Bremerhaven Tel. 04 71 / 9 02 20-0 Fax 04 71 / 9 02 20-22 E-Mail info@dah-bremerhaven.de Öffnungszeiten April-Oktober So-Fr 10-18 Uhr Sa 10-19 Uhr November-März täglich 10-17 Uhr

www.dah-bremerhaven.de In der Ausstellung wurde die Bibliothek im Maßstab 1: 1 nachgebaut.

Auswandererhaus

Eintritt/Preise Erw. 9,50 €, Erm. 7,50 € Familienkarte 24,- €


_Die Gestaltung pArt berichtet nicht nur über Kunst, sondern ist auch kunstvoll gestaltet. Ob eine Zeitschrift in der Vielfalt des Angebots überhaupt wahrgenommen wird, ist auch eine Frage des Designs. Häufig entscheidet sich auf den ersten Blick, ob man sich näher einlässt oder nicht. Das Design steht für eine erste Zielgruppenansprache und einen hohen Wiedererkennungswert ein. Optische Strukturierungselemente helfen den Leser/innen bei der Orientierung. Von daher muss die grafische Gestaltung wesentlicher Bestandteil der konzeptuellen Ebene sein. Die Gestaltung ist schlicht gehalten und legt Wert auf eine eigenständige ästhetische Wirkung. Sie lenkt nicht von den Inhalten ab und bietet dem Leser und der Leserin eine klare visuelle Linie, an Hand derer er auf angenehme Weise durch das Magazin „navigieren“ kann. Diese wird die sinnliche Ebene nicht zu kurz kommen lassen. Eine reiche Bebilderung und ein hochwertiges Layout sorgen dafür, dass selbst stressgeplagten Leser/innen nicht die Lust am Lesen ausgeht.


Part #1_30

10 mm

6 mm 66 mm

6 mm 66 mm

10 mm 66 mm


Part #1_B


_pArt off 2050, Wortspiel, Die Kolumne pArt gehen auf der letzten Seite die Ideen nicht aus. Die letzte Seite ist ein besonderer Platz innerhalb eines Magazins. pArt nutzt ihn für drei Rubriken, die je nach Länge gemeinsam oder abwechselnd erscheinen: 2050 ist eine spielerische Vorschau auf die Zukunft, bei der z. B. diskutiert wird, was es in Zukunft unbedingt (nicht) geben sollte oder auf jeden Fall (nicht) geben wird. Wortspiel befasst sich mit sprachlichen Kuriositäten oder Assoziationen. Das Wortspiel er/ Alles aus einer Hand Interview mit dem Gestalter und Leiter des Auswandererhauses Andreas Heller Das Studio Andreas Heller ist ein Architektur- und Designbüro mit Sitz in Hamburg. Das Büro wurde 1987 von Andreas Heller gegründet und beschäftigt derzeit 28 feste Mitarbeiter. Schwerpunkt sind Planungen und Beratungen für Museen, Freizeiteinrichtungen und Firmendarstellungen. Das Büro zeichnet sich durch seine interdisziplinäre Zusammensetzung und Arbeitsweise aus und ist für zahlreiche nationale und internationale Unternehmen und Institutionen tätig. Das Studio Andreas Heller gestaltete sowohl die architektonische Außenhaut des Museums als auch das erlebnisorientierte Ausstellungsdesign im Inneren.


Part #1_34

Aus dem Bilderreich der Mitte Die Künstlerhäuser Worpswede sind ein Ort der internationalen Begegnung. Sie fördern professionelle Künstlerinnen und Künstler in den Bereichen Bildende Kunst, Literatur und Musik durch die Vergabe von Anwesenheitsstipendien. Sie unterstützen deren Projekte und stellen ihre Arbeiten in Ausstellungen, Lesungen, Konzerten und anderen Veranstaltungen öffentlich vor. Ein Netz von regionalen und überregionalen Kooperationen mit Galerien und Ausstellungsinstitutionen hat sich bereits entwickelt. 1971 wurden die ersten der inzwischen 11 Atelierwohnungen vom Atelierhaus Worpswede e.V. als Lebens- und Arbeitsraum zur Verfügung gestellt. Seitdem sind über 400 Stipendiaten und Stipendiatinnen aus etwa 35 Ländern zwischen drei und zwölf Monaten Gäste der Künstlerhäuser Worpswede gewesen.. Die Künstlerhäuser Worpswede sind ein Ort der internationalen Begegnung. Sie fördern professionelle Künstlerinnen und Künstler in den Bereichen Bildende Kunst, Literatur und Musik durch die Vergabe von Anwesenheitsstipendien. Sie unterstützen deren Projekte und stellen ihre Arbeiten in Ausstellungen, Lesungen, Konzerten und anderen Veranstaltungen öffentlich vor. Ein Netz von regionalen und überregionalen Kooperati-

onen mit Galerien und Ausstellungsinstitutionen hat sich bereits entwickelt. 1971 wurden die ersten der inzwischen 11 Atelierwohnungen vom Atelierhaus Worpswede e.V. als Lebens- und Arbeitsraum zur Verfügung gestellt. Seitdem sind über 400 Stipendiaten und Stipendiatinnen aus etwa 35 Ländern zwischen drei und zwölf Monaten Gäste der Künstlerhäuser Worpswede gewesen.. Die Künstlerhäuser Worpswede sind ein Ort der internationalen Begegnung. Sie fördern professionelle Künstlerinnen und Künstler in den Bereichen Bildende Kunst, Literatur und Musik durch die Vergabe von Anwesenheitsstipendien. Sie unterstützen deren Projekte und stellen ihre Arbeiten in Ausstellungen, Lesungen, Konzerten und anderen Veranstaltungen öffentlich vor. Ein Netz von regionalen und überregionalen Kooperationen mit Galerien und Ausstellungsinstitutionen hat sich bereits entwickelt. 1971 wurden die ersten der inzwischen 11 Atelierwohnungen vom Atelierhaus Worpswede e.V. als Lebens- und Arbeitsraum zur Verfügung gestellt. Seitdem sind über 400 Stipendiaten und Stipendiatinnen aus etwa 35 Ländern zwischen drei und zwölf Monaten Gäste der Künstlerhäu-

Im Juni 2006 waren drei junge Künstler aus China zu Gast in Worpswede

ser Worpswede gewesen.. Die Künstlerhäuser Worpswede sind ein Ort der internationalen Begegnung. Sie fördern professionelle Künstlerinnen und Künstler in den Bereichen Bildende Kunst, Literatur und Musik durch die Vergabe von Anwesenheitsstipendien. Sie unterstützen deren Projekte und stellen ihre Arbeiten in Ausstellungen, Lesungen, Konzerten und anderen Veranstaltungen öffentlich vor. Ein Netz von regionalen und überregionalen Kooperationen mit Galerien und Ausstellungsinstitutionen hat sich bereits entwickelt. 1971 wurden die ersten der inzwischen 11 Atelierwohnungen vom Atelierhaus Worpswede e.V. als Lebens- und Arbeitsraum zur Verfügung gestellt. Seitdem sind über 400 Stipendiaten und Stipendiatinnen aus etwa 35 Ländern zwischen drei und zwölf Monaten Gäste der Künstlerhäuser Worpswede gewesen..


Part #1_B

pArt 02

Das Heft pArt 2 erscheint im Mai 2007 Schwerpunktthema ist JAPAN. Lesen Sie dazu: # Essen wir Gott in Japan # Geishas als Dienstleisterinnen # Tradition versus Moderne # Die Kunstavantgarde von Keito # und vieles mehr…

# Nix wie weg!

# Mein Herz, so fern...

# Ellis Island

# Pflanzen gehen in die Fremde

# Wortwanderungen

# Auf Wiedersehen Deutschland!

# Ach wie schön ist Panama...

JAPAN

Magazin # 1 · Februar 2007 9,50 e · A 11,90 0 · CH 17,00 0