TOKI 2.0 Re-Thinking TOKIstanbul
TOKI 2.0 Re-Thinking TOKIstanbul
Herausgeber KIT Karlsruher Institut für Technologie Institut IESL - Entwerfen von Stadt und Landschaft Lehrstuhl für Städtebau und Entwerfen Prof. Alex Wall, Dipl. AA Englerstraße 11 / 76128 Karlsruhe Telefon: +49 (0)721 - 608 2171 www.stba.iesl.kit.edu Redaktion Prof. Alex Wall Ulrich Gradenegger
Entwurfsbetreuung Prof. Alex Wall Ulrich Gradenegger Kerstin Faber Grafische Gestaltung Marcia Singer Ulrich Gradenegger © 2012 Institut Entwerfen von Stadt und Landschaft Alle Rechte vorbehalten
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TOKI 2.0 - RETHINKING TOKISTANBUL Ulrich Gradenegger
STRATEGIE I: TRANSFORMATION 12
Urbaner Katalysator Ella Wolfram
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Produktive Vielfalt Elena Cuntz, Anna Noack
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Next Generationen Lisa Dehoust, Lisa Nowak
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possess-process-progress Gina Neidhardt, Sofie Schulz
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Stadtzimmer Annika Schuster, Janna Tzoulakis
STRATEGIE II: EVOLUTION 52
Re-Connecting TOKIstanbul Jeremie Jamet, Marie Stemmel
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Stadtg채rten Eva Dahlke
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Agrarkondu Cigdem Aksu, Meryem Bahadir
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CargoKondu Oguzhan Aydin
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RESISTanbul Marc Bitz, Moritz Maria Karl, Stefan Uhl
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Ulrich Gradenegger
Istanbul wird häufig als Europas Megacity bezeichnet, als einzige europäische Metropole, welche bezüglich Größe und Wachstum dem Vergleich mit den asiatischen und südamerikanischen Megastädten standhält. Im Zuge des rasanten Wachstums der vergangenen 50 Jahre hat sich die Stadt mehrmals aus sich selbst heraus radikal erneuert. Symbol für diesen ungeplanten Transformationsprozess ist die Entwicklung der Gecekondus von Gartenstadt ähnlichen Siedlungen zu urbanen Stadtquartieren (Post-Gecekondus) mit der höchsten Einwohnerdichte in Europa. In den letzten 10 Jahren allerdings erreichte das Stadtwachstum einen neuen Maßstab. Gefördert durch die markt-liberale Politik der Regierung und angetrieben durch den Aufstieg zur Global City an der Schnittstelle zwischen Europa und dem Nahen Osten entwickelte sich Istanbul zu einem attraktiven Standort für intenationale Investitionen, vor allem auch im Immobiliensektor. Allerdings bedrohen das spekulative Wachstum und die aggressiven Transformationsprozesse inzwischen sowohl die ökologischen als auch die sozialen Ressourcen der Stadt. Eine Vielzahl von Research Projekten dokumentierten in den letzten Jahren die sozialen Konflikte, welche durch diese Verdrängungspolitik generiert wurden, und rückten Istanbul in das Zentrum eines international geführten Diskurses über Alternativen zu dieser Art neo-liberaler Stadtentwicklung. Die am andere Ende dieses Transformationskreislaufs schnell und in großer Zahl erstellten spekulativen Bauprojekte erfuhren allerdings nur wenig Beachtung. Wie aber werden wir in Zukunft mit den ‘Produkten‘ dieser spekulativen Wachstumsphase umgehen? Was bedeutet nachhaltige Stadtentwicklung in Bezug auf die (Weiter-) Entwicklung dieser autistischen, dysfunktionalen Stadterweiterungsprojekten? Gerade angesichts des andauernden Wachstums der Stadt, sowohl flächenmäßig als auch in Bevölke-
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rungszahlen, bedarf es alternativer Strategien, die sich bewusst dem spekulativ-ökonomischen Wachstumszwang entziehen und statt dessen Wege für die Transformation und Integration bereits bestehender Strukturen in den Organismus der Stadt aufzeigen. TOKI: „We are building future‘s cities for the future of Turkey“ TOKI, die nationale Massenwohnungsbaubehörde, wurde 1984 durch den türkischen Staat als Antwort auf das unkontrollierte Wachstum der türkischen Städte eingerichtet. Als Folge der in den 50er Jahren einsetzenden Landflucht, bedingt durch Industrialisierung der Städte einerseits und Mechanisierung der Landwirtschaft andererseits, waren in den Jahren zuvor an den Rändern vieler Türkischer Städte, ins besondere in Ankara und Istanbul, informelle Siedlungen, sogenannte Gecekondus, entstanden. Unfähig der Zuwanderung und dem rasanten Wachstum mit planerischen Mitteln Herr zu werden, wurde das Enstehen informeller Siedlungen auf staatlichem Land toleriert. Im Zusammenspiel von politischen Interessen der Lokal-Politiker (Wählerstimmen) und den Interessen der Siedler (Legalisierung) entwickelte sich eine informelle Dynamik, welche die Entwicklung und Verdichtung der Gecekondus duldete und sogar förderte. Diese „populistische Stadtpolitik“ ersetzte gewissermaßen die nicht existente Sozialpolitik und eröffnete vielen Zuwanderern die Möglichkeit eines sozialen Aufstiegs. Dies änderte sich mit der marktliberalen Ausrichtung der türkischen Politik nach dem Militärputsch 1980. Mit der Gründung von Toki verband die Politik die Hoffnung die informelle in Besitznahme von staatlichem Land eindämmen und die Neuankömmlinge zu modernen Stadtbewohnern formen zu können. In den ersten 15 Jahren konnte Toki jedoch die gesteckten Ziele nicht annähernd erreichen. Die errichteten Wohngebäude konnten weder den zahlenmäßigen Bedarf nach Wohnraum decken noch das Preisniveau erreichen, welches es Gecekondubewoh-
Abb.01: Vertikale Verdichtung, Istanbul, 2012
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Abb.02: Toki Atakent, Kücükcekmece (Google Earth)
nern erlaubt hätte dort zu wohnen. Aus diesem Grund wurde Toki ab 2001 durch die Regierung Erdogan komplett umstrukturiert. Mit dem Ziel der Effizienzsteigerung, wurde die staatliche Behörde in ein Gewinn orientiert agierendes Unternehmen transformiert und mit weitreichenden finanziellen Mitteln sowie rechtlichen Sonder-Kompetenzen ausgestattet. In der Folge konnte Toki einerseits die Produktion an Wohnungen massiv steigern und andererseits den marktliberalen Transformationsprozess von Istanbul beschleunigen und steuern. Innerhalb nur weiniger Jahre wurden fast alle türkischen Städte mit einer Flut identischer Toki Apartmentblocks überzogen. Das Repertoire von Toki umfasst etwa 10-15 Typologien, welche auf einem sehr eindimensionalen Ideal von Modernität basieren und überall in der Türkei gleichermaßen angewandt werden. Die starren und unflexiblen Grundrisse sind zumeist an den Bedürfnissen und der Lebensweise der Nutzer, insbesondere der niedrigen Einkommensgruppen, vorbei geplant. In Copy-Paste Manier werden gleiche Typologien allein nach quantitativen und ökonomischen Aspekten zu Siedlungen gruppiert, sozio-ökonomische Faktoren spielen bei der Planung kaum eine Rolle. Die zumeist an der Peripherie entstehenden monofunktionalen Großsiedlungen entbehren jeglicher übergreifenden städtebaulichen Strategie und können das Versprechen nach Stadt(-erweiterung) nicht einlösen. Der zweideutige Status von Toki, als Institution mit direktem Zugriff auf staatliches Land und Enteignungsrechten einerseits, und als gewinnorientiert agierender Immobilienentwickler andererseits, beschleunigte den aggressiven Gentrifizierungssprozess in Istanbul. Mit der Hilfe von Toki ist es dem Staat nun indirekt möglich lukrative, zentrumsnahe Gecekondugebiete zu räumen und für gewinnbringende Investitionsprojekte zu erschließen. Gleichzeitig erstellt Toki an der Peripherie dysfunktionale Groß-
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siedlungen für die Gecekondubewohner. Die gewinnbringenden Investitionsprojekte, welche eigentlich nur den Sozialwohnungsbau unterstützen sollen, stellen mittlerweile das Haupttätigkeitsfeld von Toki dar. Der einseitige Transformationsprozess zu Lasten der Einkommensschwachen birgt allerdings ein beträchtliches soziales Konfliktpotential. Häufig verlieren die Gecekondubewohner durch die Umsiedlung ihr soziales Umfeld ebenso wie die Grundlage für ihre Erwerbstätigkeit, und werden durch Kreditabzahlungen in finanzielle Abhängigkeiten gedrängt. Noch funktioniert das System Toki, da die abseits des Zentrums gebauten Siedlungen unter dem Bevölkerungsdruck zu lukrativen Anlagemodellen für die Mittelschicht werden. Allerdings ist aktuell schon eine Umkehrbewegung zurück in die Stadt oder in Gated Communities in attraktiver landschaftlicher Lage zu beobachten. Wenn dieser Prozess anhält, ist es nur eine Frage der Zeit bis die überhastet und ohne nachhaltige städtebauliche Strategie errichteten Toki Siedlungen an Attraktivität verlieren und ein Filtering down-Prozess einsetzt. Das Schicksal der gescheiterten Visionen der 60er und 70er Jahre in Westeuropa und den USA sollte hier mahnendes Beispiel für eine verfehlte und kurzfristige Wohnungsbaupolitik sein.
Reality demands a vision Die Verdrängungs- und Gentrifizierungsprozesse in den Gecekondus und im historischen Zentrum Istanbuls waren in den vergangenen Jahren Thema zahlreicher Forschungsprojekte. Die in der Peripherie wie Pilze aus dem Boden schießenden Toki Siedlungen, welche das anderen Ende des gleichen Transformationskreislaufes darstellen, erfuhren, über reine Kritik hinaus, jedoch nur wenig Beachtung. Angesichts der offensichtlichen städtebaulichen und architektonischen Mängel und der großen Zahl der in den letzten Jahren erstellten Toki Großsiedlungen stellen diese jedoch eine enorme Herausforderung für die zukünftige Stadtent-
Abb.03: Kayabasi New Town, Istanbul, 2012
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Abb.04: Toki Bezirganbahce, Kücükcekmece, 2010
wicklung dar. Um Szenarien vergleichbar zu den sozialen Unruhen in den Banlieus von Paris im Jahr 2005 entgegenzuwirken, gilt es schon heute Strategien für die Transformation und Integration dieser Siedlungen zu entwickeln. Darüber hinaus bedarf es in Istanbul, gerade wegen des andauernden Wachstums und Entwicklungsdrucks, Strategien, welche sich dem ökonomischen Wachstumszwang entziehen und Wege für eine effizientere und nachhaltigere Weiterentwicklung der Stadt aus dem Bestand heraus aufzeigen.
Re-Thinking Toki Ist es möglich das Erbe des Toki-Urbanismus trotz seiner Mängel als Chance zu begreifen? Als gebaute Ressource, dessen Potentiale es opportunistisch zu nutzen gilt, um die Siedlungen zu einem vielfältigen Stadtquartier weiterzuentwickeln und in die Stadt zu integrieren? Im Rahmen des Entwurfsstudios waren die Studenten gefragt, zunächst mit unvoreingenommenen Blick die Abhängigkeiten, Defizite und Potentiale des Toki Modells zu identifiziert und zu hinterfragen. Die vergleichende Auseinandersetzung mit dem Erfolgsmodell Gecekondu ist wichtiger Bestandteil der Untersuchung des Toki-Modells. Eine Rückkehr zum Modell des Gecekondus ist ebenso unrealistisch wie nicht wünschenswert, dennoch liegen in der Entwicklungsgeschichte der Gecekondus Qualitäten und Strategien, die möglicherweise Ansätze zu neuen Modellen und Visionen geben können. Dabei sollen Potentiale und Probleme der konträren städtebaulichen Modelle kritisch und frei von romantischer Idealisierung hinterleuchtet werden. Darauf aufbauend entwickelten die Studenten ideenreiche und dennoch realistische Visionen und Strategien, die aufzeigen wie die monofunktionalen, autistischen Toki Großsiedlungen zu vielfältigen, urbanen, programmatisch durchmischten und räumlich vernetzten Stadtbausteinen transformiert und weiterentwickelt
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werden könnten. Dabei sollte über die rein formale Überarbeitung der Architektur hinausgegangen werden und echte Alternativen und Visionen für den Umgang mit bzw. Neuausrichtung von Toki entwickelt werden. Im Zentrum der Aufgabe stand die Auseinandersetzung mit dynamischen, entwicklungsoffenen Strategien und die Positionierung im Spannungsfeld zwischen Formell - Informell, Kontrolle - Laissez Faire, Massenproduktion - Identität, Kontext - System. Gerade bei der Auseinandersetzung mit den dialektischen Begriffspaaren galt es nicht in naive Schwarz-Weiß Strategien zu verfallen. Vielmehr liegt das Interesse darin die Zwischentöne, sozusagen die Graubereiche, zu erforschen: Nicht “entwederoder“ sondern “sowohl- als auch“, hybride Strategien, die es schaffen neue Modelle aufzuzeigen.
Abb.05: Toki Kayabasi, 2010
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Abb.06: Metropolregion Istanbul Abb.07: Entwurfsgebiet K端c端kcekmece (Google Earth)
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Planungsgebiet Als Experimentierfeld für das Studio Projekt diente ein Areal in Kücükcekmece, etwa 15 Kilometer westlich des Zentrums. Das Gebiet wurde in den frühen 90er Jahren vom schnellen Wachstum der Stadt erreicht und rasch urbanisiert. In Kücükcekmece befinden sich die größten Siedlungsprojekte von Toki, für niedrige ebenso wie für hohe Einkommensklassen. Die benachbarten Toki-Siedlungen Bezirganbahce (low-income) und Göl (high income) in Kücükcekmece dienen als Testgebiet für das Studio. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich eine landwirtschaftlich genutzte Restfläche, welche sich im Besitz der Marmara University befindet. Im aktuellen Masterplan ist das Areal als Zone für Forschung und Business ausgewiesen. Das Nebeneinander der freien Entwicklungsfläche und bestehenden Toki Siedlung ermöglicht die Bearbeitung unterschiedlicher, komplementärer Entwurfs Ansätze. Strategie I: Transformation Wie können die autistischen und dysfunktionalen Toki Siedlungen in den Organismus der Stadt integriert werden? Die Studenten sollten Strategien und Szenarios entwickeln, die zeigen wie die Siedlungen durch Adaption, Verdichtung, programmatische Diversifizierung, typologische Transformationen, Aneignungsstrategien, Inkulturnahme der öffentlichen Aussenräume, etc., zu einem urbanen, vielfältigen und sozial wie ökologisch nachhaltigen Stadtquartier transformiert werden könnten. Strategie II: Evolution Wie können der starre Planungsapparat und die typologischen Katalog von Toki durch innovative Strategien, Prozesse, Typologien und Regelwerke erweitert und überarbeitet werden? Ziel sollte sein auch unter dem hohem Entwicklungsdruck des Massenwohnungsbaus sozial und ökologisch nachhaltige, räumlich spannende und programmatisch vielfältige Stadtquartiere zu entwickeln.
Abb.08: Toki Bezirganbahce, Kücükcekmece, 2010
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Urbaner Katalysator 12
Ella Wolfram
Die intensive Auseinandersetzung mit dem Kontext in Bezirganbahce und der Kultur in Istanbul führte zu dem übergeordneten Thema der Grenzüberwindung kontrastierender Gebiete, durch sensible Eingriffe in die Bestandsituation. Das Planungsgebiet zeigt die starke Grenzausbildung zwischen bestehenden Gecekondustrukturen und relativ neuen TOKI-Siedlungen , sowie die allgemeine Abgrenzung dieser TOKI-Siedlungen vom Kontext. Das Sackgassenprinzip der Straßen, ebenso wie die Zentralisierung der alltäglichen öffentlichen Einrichtungen und Dienstleistungen, die jeweils direkt einem TOKI Gebiet zuzurechnen sind, verstärken diese Abgrenzung. Dieser Entwurf zeigt eine Strategie auf, die sich mit ihren Maßnahmen im wesentlichen auf bestehende ungenutze Zwischenräumen beschränkt und trotzdem eine großräumige Verbesserung in verschiedenen angrenzenden Gebieten generiert. Das vernetzen mit der Umgebung, die Erweiterung an urbanem Angebot, Dienstleistungen und Arbeitsplätzen, sowie die punktuelle Nachverdichtung führen zu einer Aufwertung der allgemeinen Lebenssituation, sowie eine soziale Durchmischung im Neugenerierten öffentlichen Raum. Die Ausbildung der Ringstraße und deren Anbindung an das bestehende Straßensystem verstärkt die Vernetzung zu den bestehenden Nachbarschaften. Zudem wird wird durch die Querverbindungen, eine kontinuierliche Durchwegung der Fußgänger gewährleistet. Die geplante Nachverdichtung durch Punkthäser findet in der definierten Zwischenone statt und schafft neuen Wohnraum ohne bestehenden zu entfernen. Die wichtigeste Maßnahme, die auch den Ausgangspunkt der Transformation bildet, ist der urbane Katalysator. Dieses Element formt den Straßen-, sowie Platzraum der Ringstraße und aktiviert diesen. Es ist ein flexibel auf den Kontext reagiertendes
Element, der auf Straßenniveau einsetzbar ist, verschiedene Teilbereiche verbindet und zum halböffentlichen Grünraum, im Inneren des Ringes, hin ausläuft. Dieses Sockelelement bildet einen öffentlichen Breich aus, der vom Schattenspender, bis hin zum Geschäftraum nutzbar ist und somit verschiedene soziale Gruppen zusammenführt. Dieses Element kann verbinden, aber auch zeitgleich Schwellen ausbilden und somit private von öffentlichen Bereichen durch eine neue Zwischenzone unterscheiden.
HAUS
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Durch dieses Ringefüge entsteht ein neuer öffentlicher, urbaner Bereich, der jeweils die angrenzenden Gebiete miteinander verbindet und ihren Freiräumen einen differenzierteren Charakter verleiht. 01
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Abb.01: Analyse Öffentlicher Raum in Istanbul: „öffentlich - privat“ (oben), „Aneignung“ (unten) Abb.02: Grenzräume: Kontext Abb.03: Grenträume als Potentialraum Abb.04: Schwarzplan Bestandssituation
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Abb.07: Straßennetz Bestand: Sackgassen Abb.08: Neues Erschließungskonzept: Ringstraße zur Aktivierung der Grenzräume Abb.09: Räumliche Nachverdichtung entlang Ring: Bildung Straßenraum Abb.10: Nachverdichtungselemente: Sockelelement (oben) und Punkthaus (unten) Abb.11: Programmatische Nachverdichtung entlang Ring
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Abb.12: Schwarzplan Bestand Abb.13: Schwarzplan Entwurf Abb.14: Situationsschnitt Markthalle Abb.15: Situationsschnitt Schule Abb.16: R채umliche Variationen des Sockelelements Abb.17: Situationsschnitt am Hang Abb.18: Situationsschnitt im Tal
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Abb.19: Konzeptmodell
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Abb.20: Perspektive - Blick auf die Markthalle Abb.21: Perspektive - Blick zur kleinen Moschee Abb.22: Perspektive - Platzsituation zwischen den TOKI T端rmen
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Produktive Vielfalt 20
Elena Cuntz Anna Noack
Mit Hilfe einfacher, jedoch präziser Maßnahmen wird die monofunktionale und unflexible Struktur der TOKI-Siedlung auf architektonischer, programmatischer und stadträumlicher Ebene aufgebrochen und Prozesse angestoßen, die ein dichtes, urbanes und vernetztes Stadtquartier entstehen lassen. Architektur Mittels architektonischer Gestaltung soll die Vertikalität der Wohntürme subtil geteilt werden. Durch das „Aufbrechen“ der Fassaden, das Anfügen von „Raumschichten“, das Hinzufügen von „neuen Typologien“ und die elegante Nutzung der „Topografie“ für neue Erschließungsebenen wird die Wahrnehmung der homogenen Türme differenziert. Programm Die Ansiedelung von Gewerbe- und Dienstleistungsnutzung sowie Gemeinschaftsflächen im Erdgeschoss ermöglicht die Aktivierung der angrenzenden Freiflächen und die Gestaltung eines differenzierten Übergangs von öffentlich zu privat. Analog zum EG werden die neu geschaffenen öffentlichen Ebenen in den oberen Geschossen programmatisch aktiviert. Die erweiterten Funktionen generieren Arbeitsplätze und neue Akteure erweitern die soziale Durchmischung in Bezirganbahce. Aussenraum Der bisher kaum genutzte Aussenraum wird neu organisiert und als komplett homogene, frei zugängliche Shared-Space Fläche ausgebildet. Auf dieser Fläche werden zwischen den Toki Türmen differenzierte Inseln definiert, die als private Gärten, gemeinschaftliche Anbauflächen oder öffentliche Pocket-Parks genutzt und individuell gestaltet werden können. Der Negativraum, der zwischen den Inseln durch das gesamte Quartier fließt, und ist Bewegungs- und Begegnungsfläche zugleich. Die uneingeschränkte Bewegunsgfreiheit fördert die fuß-
läufige Erschließung und Nutzung des Gebietes. Eine im Zentrum des Gebiets angeordnete neue Bushaltestelle sowie die verbesserte Verbindung des Bahnhofs optimieren die Anbindung an das Verkehrsnetz von Istanbul. Trotz der Heterogenität und Kleinteiligkeit der einzelnen Massnahmen generiert das Projekt ein kohärentes städtebauliches Leitbild und eine differenzierte Identität. Anstelle eines starren Masterplans entwickelt das Projekt ein Leitbild und heterogene Tools und Prozesse, welche es ermöglichen die Siedlung entsprechend dieses Leitbildes zu transformieren. privat
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Abb.01: Architektur - Aufbrechen/Aktivierung der vertikalen Monifunktionalität Abb.02: Programm - Vertikale Nutzungsmischung Abb.03: Programm - Diversifizierung der Nutzer Abb.04: Aussenraum - Shared Space mit Programmatischen Inseln
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Abb.05: Umgebungsmodell Aufsicht 1:1000 Abb.06: Katalog bauliche Transformation: architektonische Gestaltung (oben und mitte) und EG-Aktivierung (unten) Abb.07: Katalog Freiflächen: Privat, Gemeinschaft, Öffentlich, Parkflächen Abb.08: Umgebungsmodell Gesamtübersicht 1:1000 Abb.09: Collage der einzelnen Massnahmen
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Abb.10: Stadt der kurzen Wege! Tagesablauf verschiedener Nutzergruppen, bspw. Hausfrau (oben) und B端roarbeiter (unten) Abb.11: Perspektivische Situationen der einzelnen Nutzergruppen in der Stadt der kurzen Wege: Industriearbeiter, Hausfrau, B端roarbeiter und Schulkinder Abb.12: Gebietsschnitt Abb.13: Schnitt Abb.14: Ausschnitt Lageplan Abb.15: Variationen der EGGrundrisse Abb.16: Schnittmodell 1:500 Abb.17: Zoom In - Lageplanausschnitt Erdgeschossebene
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Next Generation 28
Lisa Dehoust Lisa Nowak
Die Mehrheit der Toki Bewohner von Bezirganbahce wurden hierhin umgesiedelt als ihr Gecekondu einem Neubauprojekt weichen musste. Innerhalb weniger Generationen mussten diese Familien oft mehrmals ihr Wohnhaus verlassen. An ihren neuem Wohnort bieten die starren Typologien der Toki Siedlungen den Bewohnern jedoch keinen Raum ihre Wohnungen entsprechend den sich ändernden Ansprüchen ihrer Familie anzupassen oder weiterzuentwickeln. Das Projekt entwickelt Strategien für eine schrittweise Erneuerung, Transformation und Nachverdichtung aus dem Bestand heraus, ohne die hierhin umgesiedelten Bewohner erneut an einen neuen Standort umztusiedeln. Die Weiterentwicklung der Toki-Siedlungen ist somit eine Generationenfrage. Eines der größten Probleme in Bezirganbahce besteht in dem einseitigem Wohnungsangebot sowie in den undefinierten und ungenutzten Freiflächen. Das Projekt erweitert das Wohnungsangebot der Toki Türme, um auf die verschiedenen Lebensphasen der Bewohner reagieren zu können und um jedem Bewohner in seiner jeweiligen Situation einen angemessenen Lebensraum zu bieten. Ergänzt wird das erweiterte Wohnungsangebot durch die räumliche Definition von Aussenräumen mit hoher Aufenthaltsqualität, welche der Aneignung und Nutzung durch die Bewohner offen stehen. Wichtigstes Element des Projekts ist ein räumliches „Band“, welches sich zwischen und um die Türme legt und dabei Straßenund Platzräume ausbildet wo sich vorher undefinierter Zwischenraum befand. Das zweigeschossige Band wird als rohe (Infra-) Struktur ausgebildet und bietet Raum für Gewerbe, Dienstleistungen und gemeinschaftliche Einrichtungen, also all die Funktionen, welche aktuell dort keinen Platz finden. Gleichzeitig bietet das Band Raum und infrastrukturelle Anschlüsse für den Bau von Wohnraum für Selbst-(Aus-)bauer. Auf diese Weise kann das Gebiet mit neuen Typologien schrittweise nachverdichtet werden.
Abb.01: Band - Bildung von Straßen- und Platzräume Abb.02: Programmatik - Aktivierung der Höfe und Straßenräume Abb.03: Analyse - Typische Familiengeschichte in Bezirganbahce Abb.04: Wohnformen/Typologien für unterschiedliche Generationen und Familienmodelle 01
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Umsiedlung in TOKI Siedlung
TOKI Bausubstanz Sanierungsbedürftig
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Geschosswohnung
Geschosswohnung + Anbau (auf Band)
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Abb.05: Lageplan Abb.06: Modellfoto 1:2000 Abb.07: neues Straร enraster und Programmatik der Hรถfe Abb.08: Reaktion auf Randbedingungen Abb.09: Schnittperspektive Entwurf Topografie Abb.10: Schnittperspektive Entwurf Plateau
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Abb.14: Modellfoto 1 : 2000 Abb.15: Schottenstruktur und Laubengangprinzip des Sockelbandes Abb.16: Konzept Höhenentwicklung - Zonierung gemäß Besonnung und Blickbezüge Abb.17: Konzept Rückbau Erhalt des Sockels für Sonderprogramm Abb.18: Konzept programmatische Nutzungsmischung
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possess – process – progress 36
Gina Neidhardt, Sofie Schulz
In Bezirganbahce leben etwa 10 000 Menschen verteilt auf 2400 identische Wohnungen. Typologie und Größe der Wohnungen bestimmt Toki in Relation zum Kaufpreis für die Wohnungen: Je günstiger die Wohnung desto kleiner und weniger Zimmer. Der Ausstattungs- und Ausbaustandard bleibt in dieser Gleichung unverändert. Selbst die günstigsten Wohnungen verfügen z.B. über eine voll ausgestattete Einbauküche. Doch gerade die Bewohner mit dem niedrigsten Einkommen leben häufig in großen Familien und benötigen mehr Raum als der Standardwohnungsgrundriss bietet. Gleichzeitig verfügt die Siedlung zwischen den Türmen über sehr viel ungenutzten Außenraum, dessen Aneignung und Bespielung den Bewohnern allerdings untersagt ist. Das Projekt aktiviert diesen Potentialraum als zusätzlichen „Nutzraum“, welcher von den Bewohnern individuell und ihren Bedürfnissen entsprechend als Baugrund zur Nachverdichtung, als produktive Gartenfläche oder als gemeinschaftliche Fläche genutzt werden kann. Mit Hilfe eines zwischen den Türmen aufgespannten, engmaschigen Rasters wird der Aussenraum neu parzelliert. Die kleinen Parzellen können von den Bewohnern individuell gepachtet und genutzt werden. Die Nachverdichtung erfolgt als individueller Prozess, wird aber durch die Vorgabe eines flexiblen Moduls und eines festen Regelwerkes für die Positionierung der Gebäude kontrolliert und geleitet. Das Basis-Modul besteht aus einer flexibel bespielbaren Skelett Konstruktion, welche über einen zentralen Treppenhauskern und eine vorgelagerte breite Laubengang-/ Balkonzone erschlossen wird. Über diese Erschließungszone können die Module vielfältig miteinander sowie mit den Toki Türmen kombiniert und verbunden werden. Auf diese Weise wird ein Nachverdichtungsprozess in Gang gesetzt der sehr flexibel auf die Bedürfnisse der Bewohner reagieren kann. Die Module werden
den Bewohnern als unausgebauter Rohbau zur Verfügung gestellt, der Ausbau erfolgt individuell entsprechend deren Budget und Ansprüchen. Im Vordergrund steht somit die Versorgung mit (Nutz-)Raum. Innerhalb des Systems sind vielfältige Grundrisstypen und Größen möglich. Die breite Erschließungszone bietet Raum für Kommunikation und für einen differenzierten Übergang in den privaten Bereich der Wohnung. Das Regelwerk garantiert daß Abstandsflächen eingehalten werden und die Erschließung gewährleistet wird. Das Projekt zeigt einen möglichen Verlauf des Nachverdichtungsprozesses bis zu einer doppelt so hohen maximalen Dichte.
Abb.01: Wachstumsprinzip Abb.02: Bestand Abb.03: neue Erschließung Abb.04: Enges Raster durch Projektion der Toki Türme Abb.05: Parzellierung/Privatisierung für Nachverdichtung und produktive Gartennutzung
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Der Ausbau der Rohbauskelette erfolgt eigenständig durch die Bewohner 06
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Abb.06: Regelwerk für Nachverdichtung Abb.07: Modulgrundrisse und Andockmöglichkeiten Abb.08: Wachstumsprozess Abb.09: Nachverdichtung: Bestand - Entwurf
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Bebauung Straße Außenraum
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Bebauung Straße Nutzflächen, Gärten Wege
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Abb.10: Schnitte durch das Quartier Abb.11: Masterplan Abb.12: Modellbilder Abb.13: Schnitt-Collage: Rohbau - Selbstausbau Abb.14: Zoom-in:Grundriss Obergeschoss Abb.15: Zoom-in:Grundriss Erdgeschoss Abb.16: Modellbilder
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Stadtzimmer 44
Annika Schuster Janna Tzoulakis
Die Analyse der städtebaulichen Struktur der Gecekondus offenbart die große Bedeutung der linearen, räumlich gefassten Straßenräume, die von den Bewohnern fast wie ein zweites Wohnzimmer genutzt werden, für das soziale Leben im Quartier. Die Zweiseitigkeit der Gebäudetypologie, welche sich zur Straße und zum kleinen Hinterhof öffnen, fördert zudem eine starke soziale Vernetzung mit den Nachbarn. Aus den Erkenntnissen der Analyse wurde eine Strategie und eine städtebauliche Form entwickelt, welche es erlaubt durch Nachverdichtung und Transformation die Qualitäten des Gecekondus in der Toki Siedlung Bezirganbahce zu erzeugen. Gleichzeitig wird die Integration und Vernetzung der Toki Siedlung mit der bestehenden Umgebungsbebauung gefördert und identitätsstiftende Räume und Strukturen geschaffen, die es den Bewohnern ermöglichen, sich ihr Wohnumfeld anzueignen. Ein neues, lineares Straßenraster legt sich über die bestehende Sackgassenstruktur und vernetzt Türme und Menschen miteinander. Die ungenutzten Zwischenräume werden entlang des neuen Rasters mit linearen Reihenhaustypologien nachverdichtet, welche eine Struktur erzeugt, die einer klassischen Blockrandbebauung gleicht, welche die Toki räumlich fassen. Erschließung und Zonierung zwischen öffentlichen und privaten Räumen funktioniern allerdings invers zum klassischen Blockrand: Während der Straßenraum zu einem halbprivaten Hinterhof zwischen den doppelten Reihenhauszeilen geschrumpft ist, ist der Block-Innenhof ein öffentlicher Platz, welche über Einschnitte in den Ecken miteinander verknüpft sind. Durch die Nachverdichtung entsteht auf diese Weise eine Struktur von miteinander verbundenen öffentlichen Stadtzimmern und ohne richtigen Straßenraum. Diese Stadtzimmer haben alle eine spezifische Nutzung und fungieren als Picknickplatz, parzellierter Gartenplatz, Marktplatz, Busplatz, Kulturplatz, etc. als urbane, soziale Treffpunkte und Nutzräume
für die Bewohner des Quartiers. Die Bebauung der Nachverdichtung gliedert sich in drei Typologien: die einzeilige Bebauung, die zweizeilige mit Dachgarten und der Blocktyp. Die Typologien können sowohl im Eigenbau und als auch durch Investoren erstellt werden. Sie bieten Wohnungen und Parzellen in unterschiedlicher Größe und Art, um so eine soziale Durchmischung im Gebiet zu generieren und Wohn-und Gartenraum für alle bereit zu stellen.
Abb.01: Konzept a Vernetzung: offenes, enges Straßenraster b Blockrand: Private Höfe, öffentliche Straßen c Inverser Blockrand - Stadtzimmer: Öffentlicher Platzhof, private Hintergärten
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5 Geschosse 4 Geschosse 3 Geschosse 02
Abb.02: Axonometrie Gebäudehöhen (3-, 4- und 5-Geschosse) Abb.03: Abbruch Abb.04: Stadtzimmer definieren Abb.05: Stadtzimmer fassen Abb.06: Parzellierung Abb.07: Strassennetz Abb.08: Private Aussenräume Abb.09: Lageplan 03
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Abb.10: Collaeg „Wald-Platz“ Abb.11: Programmierung der Stadtzimmer (Busplatz - Urbaner Platz - Moscheeplatz - Marktplatz - Gartenplatz - Grüner Platz - Schulplatz Kulturplatz)
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Abb.12: Collage Terrassierung Abb.13: Modellausschnitt 1 : 2000 Abb.14: Modell 1 : 2000
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Abb.15: Typologie I: Offene Zeile (2-3 Geschosse, Garten, Eigenbau) Abb.16: Typologie II: Doppelte Zeile (4-5 Geschosse, Garten, halb Üffentliche Durchwegung, Baugruppen) Abb.17: Typologie III: Block (3 Geschosse, Dachgärten, Eigenbau) Abb.18: Axonometrie
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Schlüsseldienst
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Wohnen
Wohnen
Schlafen
Schlafen
Schlafen
Schlafen
Wohnen
Schlafen
Wohnen
Schlafen
Buchhandlung
Metzgerei Imbiss
Imbiss
Cafe
Wohnen
Schlafen
Wohnen
Schlafen
Wohnen
Wohnen
Wohnen
Bäcker
Wohnen
Wohnen
Parken
Wohnen
Schreibwaren
Bäckerei
Copy-Shop
Wohnen
Wohnen
Schlafen
Wohnen
Wohnen
Wohnen
Wohnen
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Obst, Gemüse
Parken
Parken
Wohnen
Apotheke
Arzt
Textilien
Wohnen
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Gewerbe
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Kiosk
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Apotheke
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Arzt
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Re-Connecting TOKIstanbul 52
Jérémie Jamet Marie Stemmel
Das größte Problem des Toki-Urbanismus liegt zunächst einmal weniger in der Architektur sondern auf städtebaulicher Ebenen in dem autistischen, auf sich selbst bezogenen Charakter der innerhalb der urbanen Landschaft Istanbuls wahllos positionierten Toki Siedlungen. Ziel des Projektes ist es die Siedlungen in den urbanen Organismus Istanbuls zu integrieren um ihnen dadurch die Möglichkeit zu eröffnen sich zu einem lebendigen Stadtteil zu entwickeln. Die Strategie der Vernetzung wird unter Einbeziehung ungenutzter Potentiale des Ortes auf drei Massstabsebenen verfolgt. Makro-Netzwerk: Metropole In Küçükçekmece werden aktuell mehrere repräsentative Sportund Freizeiteinrichtungen geplant. Bezirganbahce liegt zwischen dem Olympiapark im Norden und dem Projekt von KenYeang im Süden. Durch die Verlagerung des Logistikbahnhofes Halkali an die Autobahn werden im Tal westlich von Bezirganbahce große Flächen frei, die zu einem renaturierten Landschaftspark transforniert werden können. Zusammen mit den anderen Projekten bildet dieser Park eine attraktive Sequenz unterschiedlicher Natur- und Freizeiträume, die durch die Verlängerung der S-Bahn miteinander und mit dem Zentrum Istanbuls verknüpft sind. Die regionale Anziehungskraft der Park-Achse wird die Attraktivität auch von Bezirganbahce steigern. Meso-Netzwerk: Stadtteil Um die angrenzenden Quartiere, darunter auch Bezirganbahce, mit dem neu geschaffenen Landschaftspark zu verknüpfen werden in den ungenutzten Übergängen und Grenzräumen zwischen den Nachbarschaften „grüne Finger“ eingefügt. Als öffentliche Grünräume strukturieren sie die Übergänge zwischen den Quartieren, generieren einen gemeinsamen Kommunikationsraum und bilden fussläufige Verbindungskorridore zum Landschaftspark und zur S-Bahn aus. An der Überlagerung von „Grünen
Fingern“ und der S-Bahn Linie werden neue Haltestellen eingerichtet, welche die Anbindung der Quartiere verbessern. Mikro-Netzwerk: Quartier Zur besseren Vernetzung der einzelnen Quartiere untereinander werden die Elemente durch eine neue Fußgängerpromenade überlagert, welche in Nord-Süd Richtung bis zum Meer führt. Diese Promenade führt mitten durch die Quartiere und definiert einen neuen linearen Schwerpunkt. An dieser Achse werden vielfältige öffentliche Nutzungen konzentriert.
Makro - Netzwerk
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Abb.01: Istanbul Metropole: drei vernetzte Zentren Abb.02: Verlagerung des Logistik Zentrums Abb.03: Hatboyu Park und Verlängerung Metrolinie Abb.04: Grüner Korridor Abb.05: Hatboyu Park Abb.06: atmosphärische Eindrücke des Parks
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Meso - Netzwerk
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Abb.07: Schnitte „Grüne Finger“ Abb.08: Heterogenes Stadtgefüge Abb.09: „Grünen Finger“, Verbindung mit Hatboyu Park Abb.10: Metrolinie, Stops an den „Grünen Fingern“ Abb.11: Masterplan Quartier Abb.12: Schnitt & Perspektive
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Mikro - Netzwerk 17
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Abb.13: „Ramblas“ für Fussgänger und ÖPNV Abb.14: Überlagerung mit Grünen Fingern, Haltestellen Abb.15: Öffentliches Programm entland Ramblas Abb.16: Masterplan Abb.17: Schnitt Ramblas in Gecekondu Abb.18: Schnitt Ramblas in Toki Abb.19: Schnitt Ramblas am Park Abb.20: Perspektiven
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Abb.21: Masterplan Abb.22: Zoom-in Gr端ner Finger Abb.23: Zoom-in Ramblas/ Toki Abb.24: Zoom-in Ramblas/Park
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Agrarkondu 58
Cigdem Aksu, Meryem Bahadir
Die Freiraumplanung ist Teil einer umfassenden Umweltpolitik, die immer mehr an Bedeutung gewinnt. Ein wesentliches Ziel ist dabei die Sicherung und Entwicklung der Nachhaltigkeit der natürlichen Ressourcen. Ein großer Teil der Bewohner des Entwurfsgebietes stammen ursprünglich aus dörflichen Verhältnissen und erwirtschafteten sich ihren Unterhalt als Kleinbauern. Die Selbstversorgung mit dem zum Leben Notwendigen, wird durch die steigenden Lebensmittelpreise in der Zukunft auch in den urbanen Metropolen wieder eine zunehmende Rolle spielen. Agrarland wird wieder wertvoller, und in dem Maße, in dem Öl- und damit auch die Transportwege sich verteuern, ist es natürlich ökonomisch als ökologisch klug, dass Städte wieder auf ihre eigenen Ressourcen zurückgreifen. Deshalb sollte Landwirtschaft als wichtiges Element für eine nutzbringende und ebenso attraktive Gestaltung der Freiflächen innerhalb der Stadtregionen integriert werden. Der Entwurf Agrarkondu versucht dieses Ziel durch eine dichte Matrix von urbanen Quartieren und vielfältigen landwirtschaftlichen Nutzungen unterscheidlichen Maßstabs und Intensität zu erreichen. Städtisches Grün dient dabei nicht mehr lediglich als Erholungsraum sondern als landwirtschaftliche Nutzfläche, als kreativer Raum des Selbermachens, des Selberproduzierens. Dieses Modell wirkt sich dabei sowohl auf die soziale Performance, durch die Schaffung von Beschäftigung in Anbau und Weiterverarbeitung, als auch auf die ökologischen Performance, durch effiziente Nutzung von Energie, Wasser, Wärme und Abfälle, des Quartiers positiv aus. Grundlage des Projekts ist eine gleichmäßiges Erschließungsraster, welches durch strategische Anschlüsse und Zugänge das städtische Umfeld anbindet und integriert. Im Zentrum des Areals wird ein Nord-Süd Korridor rein agrarisch genutzt und von Bebauung freigehalten um die landschaftliche Durchgängig-
keit vom See im Süden bis zur Landwirtschafts-Universität im Norden zu gewähren. Die übrigen Felder der Matrix werden mit einem vielfältigen Mix unterschiedlicher Gebäude- und GartenTypologien bespielt: Der durchgängige Nord-Süd Korridor sowie einige weitere Felder werden durch intensive Landwirtschaft bewirtschaftet. In Zusammenarbeit mit der Landwirtschafts-Universität wird hier Forschung betrieben und dabei gleichzeitig Arbeit für die Anwohner in Anbau und Weiterverarbeitung der Erzeugnisse geschaffen. In der Verlängerung der Quartiersstraße in Ost-West Richtung über das Areal wird verarbeitendes Gewerbe und Verkauf angesiedelt. ‘Community gardens‘ werden von einer selbstorganisierten Gemeinschaft beweirtschaftet, dienen der Aktivierung der Bürgerschaft und tragen zum Austausch zwischen Bewohnern der alten und neuen Quartier bei. Bewohner, Träger kultureller Institutionen, Initiativen und Vereine können für Einzelflächen (Claims) im Landschaftszug Verantwortung übernehmen und nach eigenen Vorstellungen gestalten. Kleingärten und Kleingartenanlagen bieten den Bewohnern die Möglichkeit individuelle, private Gartenflächen zur Bewirtschaftung oder als Erholungsraum zu pachten und damit fehlende Außenraumflächen in der eigenen Etagenwohnung auszugleichen. Ergänzt und überlagert werden die produktiven Gärten von einem puntuellem Netz öffentlicher kultureller und sozialer Einrichtungen, wie z.B. Kindertagesstätten, Schulgärten, Teestuben, Sportanlagen, etc., Die Bebauungstypologien der Siedlungsbausteine decken ein weites Spektrum ab und reichen von individuell erstellten Einzelhäusern zu Reihenhäusern, verdichteten Blockrandtypologien bis hin zu kleinen Kommunen mit privatem Aussenraum. Ziel ist es ein möglichst breites Angebot an unterschiedlichen Lebensmodellen und Einkommensstufen an dem neuen Quartier teilhaben zu lassen.
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Abb.01: Kleingärten Clapham Common, 1940
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Abb.02: Grünflächen in der Umgebung Abb.03: Waldgebiete in Istanbul 1973 Verhältnis 2/1 Abb.04: Grünräume in Istanbul 1988 (nach der 2. Brücke) Verhältnis 1/2 Abb.05: Grünräume in Istanbul 2015 (Bau der 3. Brücke) Verhältnis 0/3 Abb.06: Entwurfsgebiet in Kücükeekmece
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61 Abb.07: Gemeinschaftsg채rten Abb.08: 40% Bebauung Abb.09: 60% Gr체nraum
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Abb.09: Modellfotos 1 : 2000 Abb.11: Lageplan Abb.12: Parzellierung Abb.13: Agrarfl채chen Abb.14: Fl채chennutzungsplan
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Stadtgärten 64
Eva Dahlke
Bedingt durch die geographische Lage ist das Entwurfsgebiet als übergreifender Grünzug für das Makroklima der umliegenden Quartiere von großer Bedeutung. Durch die Nord-Süd Ausrichtung wird ein Wind-Korridor ausgebildet und unterstüzt so im Sommer die natürlich Kühlung der Quartiere. Darüber hinaus bietet das Gebiet unversiegelte Flächen für agrarische Nutzungen und Blickbezüge auf den See und bis zum Meer. Der Entwurf versucht diese landschaftlichen und klimatischen Qualitäten bei Nachverdichtung des Gebietes zu erhalten. Ein durchgängiger grüner Korridor, welcher auch bei maximaler Verdichtung von Bebauung freigehalten wird, bildet das Rückgrad des Masterplanes. Zwischen Korridor und Siedlungsrand sieht der Entwurf einen Wechsel von verdichteter Bebauung und Grünbereichen vor, welcher einem Reißverschluß ähnlich sowohl alte und neue Quartiere als auch Quartiere und intensiv genutzte, produktive Gärten eng miteinander vernetzt. Durch maximale Verdichtung in den urbanen Inseln ist es möglich die Zwischenräume als Gärten von Bebauung freizuhalten. Die gemeinschaftliche Nutzung und Pflege der Gärten als Community Gardens und Schulgärten fördert die Kommunikation und Interaktion zwischen den Anwohnern. Durch die Transformation der unbespielten Aussenräume zu produktiven Gärten wird das Motiv der Verzahnung auch in der bestehenden Toki Siedlung fortgeführt. Die schrittweise Nachverdichtung des Areals wird durch die Organisation der großen Agrarflächen in den Zwischenräumen vorgezeichnet. Während potentielle Baufelder durch saisonale Feldwirtschaft mit schnellem Fruchtwechsel genutzt ist, wird der N-S-Korridor durch produktive Forstwirtschaft als LangzeitAgrarzone unbebaubar gemacht. Der Entwurf zeichnet mit diesen Maßnahmen das Bild einer dichten Stadtlandschaft, welche Urbanität und Landwirtschaft gleichberechtigt vereint.
niemand besitzt ein Beet als Eigentum!
3. oder günstig Obst kaufen
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gemeinnützige Organisation = Universität für Landwirtschaft
1. jeder kann helfen; anbauen, säen und ernten
4. gesammeltes Geld kann für neue Samen, Kurse oder Lernprojekte für Schüler verwendet werden, die von den Studenten der Universität geleitet werden können TL TL TL
TL TL TL
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Uni
-> Interaktion zwischen Garten und Nachbarschaft -> Einsparung von Lebenshaltungskosten -> Freizeitbeschäftigung -> Gemeinsam Lernen und sich austauschen
2. oder auf begrenzte Zeit (z.B. 1 Jahr) ein Beet gegen Geld mieten TL TL TL
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Abb.01: Prinzip Community Gardening Abb.02: Konzept: Wechselseitige Verzahnung der Qualitäten Abb.03: Konzept: Grüner Korridor für Durchlüftung Abb.04: Konzept: Entwicklung von neuen Quartieren aus dem Kontext Abb.05: Konzept: Verzahnung mit Grünzonen für Community Gardens 02
Norden
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Abb.06: Masterplan: Straßennetz Abb.07: Masterplan: Siedlungsflächen
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Abb.08: Masterplan: Phase 1 mit G채rten und Agrarfl채chen Abb.09: Masterplan: Phase 2 mit Nachverdichtung Abb.10: Bildsequenz Entwicklungsprozess
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Abb.11: Parzellierung Abb.12: Nutzungsverteilung Abb.13: Hรถhenentwicklung Abb.14: Zoom-in Quartier Abb.15: Konzept Typologie I: Gemeinschaftshof (Baugruppe) Abb.16: Konzept Typologie II: Privater Hof (Eigenheim) Abb.17: Perspektiven
Toki
Gecekondu
Typologie I
Toki
Gecekondu
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CargoKondu 70
Oguzhan Aydin
Vorrangiges Ziel der Konzeption und Realisierung der Toki Typologien und Siedlungen ist die laut eigenen Angaben die Maximierung der Wirtschaftlichkeit mit dem Ziel bezahlbare Wohnungen für die untere Einkommensschicht zu schaffen. Allerdings ist die Reduktion der Kosten gleichbedeutend mit einer Verringerung des Raumangebotes der Wohnungen. Zudem verlassen viele der Mieter die Wohnung sobald sie eine Alternative geboten bekommen. Das Projekt macht sich diese Problemstellung zum Thema und entwickelt eine Strategie, welche dem Kostendruck nicht durch Verknappung des Raums sondern durch die Wiederverwertung gebrauchter Cargo-Containern als Konstruktionsmodul für den Hausbau begegnet. Cargo Container haben eine Lebensdauer von etwa 10 Jahren, anschließend können sie als flexibles Konstruktionsmodul einer zweiten Nutzung zugeführt werden. Die Bauweise mit den gebrauchten großformatigen Containermodulen reduziert Kosten und Graue Energie und erlaubt die Beschleunigung des (Auf-) Bauprozesses ebenso wie des Abbauprozesses. Mit diesem Modell als ‘Puffer‘ ist es möglich schnell auf akuten Wohnungsbedarf oder Wohnungsüberangebot zu reagieren. Die Wohntypologien basieren auf zwei unterschiedlichen Modulgrößen (6m x 2.4m x 2.9 m und 12m x 2.4m x 2.9m). Diese werden zunächst im Werk mit den nötigen infrastrukturellen (Leitungen, Anschlüsse, etc.) und konstruktiven Anpassungen (Fassadenverkleidung, Fenster, etc.) ausgestattet, bevor sie per LKW zur Baustelle transportiert und dort per Kran aufgebaut werden. Mittels einfacher Verbindungsteile werden die Module fixiert und aneinander angeschlossen. Durch die versetzte Anordnung der Module entstehen einerseits auf jedem Geschoss private Aussenräume und anderseits verschattete Zwischen- und Straßenräume mit hoher Aufenthaltsqualität. Die städtebauliche Struktur des temporären Quartiers basiert auf
einem einfachem Straßenraster der angrenzenden Gecekondus und differenziert zwischen öffentlichen Straßenräumen und halböffentlichen Quartierswegen. Die Dichte des Quartiers fördert die Aneignung und Nutzung der Straße als Erweiterung des Wohnraums. Nach etwa 10 bis 15 Jahren haben diese Low-Cost Gebäude ihre Lebenszeit erreicht und können für die endgültige Recyklierung dekonstruiert werden. Alternativ können die Verschleißmaterialien der Oberflächen und Fassaden auch in Eigenbau erneuert werden.
Abb.01: Montageprozess CargoKondu
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Abb.02: Situationsplan Abb.03: Schnitt A & B Abb.04: Bestehende Straßenhierarchie Abb.05: Erweiterung des Straßenrasters Abb.06: Bebauungsstruktur Abb.07: Diagonale Achse mit Zonierung (rot= öffentlichen Nutzungen, gelb= Fussläufige Verbindungsachse mit Plätzen)
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Abb.08: Typ I: Straßentypologie Abb.09: Typ II: Ecktypologie Abb.10: Perpektive von Dachterrassen Abb.11: Perspektive HalbÖffentlicher Fussweg Abb.12: Perspektive Straßenraum
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RESISTanbul Vitalisierung durch produktive Renaturierung 76
Marc Bitz Moritz Maria Karl Stefan Uhl
Die Stadtentwicklungspolitik der staatlichen Wohnungsbaubehöre TOKI fördert das Enstehen immer neuer Massenwohnsiedlungen am Stadtrand Istanbuls. Als rein zweckökonomisches Modell entstehen monofunktionale Wohnsiedlungen, ohne kontextuelle städtebauliche Einbindung. Identitätslose Wohntürme drängen sich dicht in der Peripherie. Endstation TOKI. Die von TOKI praktizierte und durch die türkische Politik legitimierte Stadtentwicklung könnte für die Megacity Istanbul in naher Zukunft grosse soziale und ökologische Folgen besitzen. Das Entstehen immer neuer Wohnsiedlungen in der Stadtperipherie führt zu einem unkontrollierten Weiterwachsen der Stadt und einem Zerstören des der Stadt umgebenden Grünraumes. Dies hat direkte Auswirkung auf das Ökosystem der Region Istanbul. Immer mehr versiegelte und weniger entsiegelte Fläche führt dazu, dass die Stadt nicht mehr widerstandsfähig gegenüber Umwelteinflüssen, wie Starkregenereignissen ist. Mikro - und Makroklima der Stadt verändern sich. In den letzten 20 Jahren ist ein starker Anstieg der Oberflächentemperatur zu erkennen (Abb. 03). Strategie Periphere, die Stadt umfassenden Grünräume, werden mit den letzen, meist brachen innerstädtischen Grünräumen vernetzt. Gleichzeitig werden die innerstädtischen Grünräume untereinander verbunden, dadurch enstehen innerhalb der Stadt grüne Entwicklungsachsen (Abb. 05). Diese ermöglichen erstens eine strategisch kontrollierte Stadtentwicklung, zweitens kann ein der Stadt fehlendes ökologisches Rückgrat ausgebildet werden. Stadtentwicklung Die das Stadtbild prägende Baustruktur der Gecekondus zeichnet sich durch eine relativ niedrige, 1-3 Geschosse, aber flächenintensive Bebauung aus. Durch punktuelles Nachverdichten entlang der Entwicklungsachsen wird die meist minderwertige Bausubstanz aufgewertet, gleichzeitig können fehlende Infrastruktur-
systeme wie Stromversorgung, eine Grau- und Regenwassernutzung,, dezentrale Energieproduktion und ein Müllsystem in die Gecekondus implementiert werden (Abb. 07). Grundlage diese Systems ist ein 'Urbaner Katalysator', welcher Infrastrukturen zusammenführt und weiterleitet. Unprogrammierte Flächen in diesem Hybriden bieten den Gecekondubewohnern die Möglichkeit sich diese selbst anzueignen, dadurch entsteht ein hohes Identifikationspotential (Abb. 08). Das gezielte Aufwerten innerhalb der Gecekondus stabilisiert mikroökonomische Systeme und erhält das gewachsene Sozialgefüge. Resilienz Die Grünkorridore bilden eine wichtige mikro- und makroökologische Grundlage für das städtische Ökosystem. Regenwasser kann kontrolliert abgeleitet , gereinigt und direkt vor Ort wieder in den Grauwasserkreislauf zurückgeführt werden. Renautierte Flächen garantieren einen Erhalt der reichhaltigen, natürlichen Flora und Fauna Istanbuls. Das Entsiegeln von Fläche führt zu einer Verringerung der städtischen Hitzeinseln, Heat Islands Effect, gleichzeitig senken evaporative Kühlprozesse innerhalb der Grünkorridore die Oberflächentemperatur in der Stadt. In der Stadtstruktur sind drei charakteristische räumlich-, programmatische Konstellationen ablesbar. Das Gecekondu, Industrieflächen und Massenwohnsiedlungen. Für diese Flächen wurde ein exemplarischer Katalog erarbeitet, welcher gezielte Eingriffe definiert (Abb. 06). Das Entwurfsgelände, eine ungenutze, brache Grünfläche, bietet das Potential einer neuartigen Form von Wohnsiedlungen. Aktiviert und programmiert wird das Gelände phasenweise durch urbane Landwirtschaft (Abb. 11), welche einen weiteren Beitrag zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung leistet und eine Win-Win Situation für Investor und Bewohner der Siedlung erzeugt.
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GRUENFLAECHEN INDUSTRIEFLAECHEN ÖPNV ACHSEN GRUENFLAECHEN
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79 URBANER KATALYSATOR Vernetzung von Bestand und Korridor
WASSERLANDSCHAFT Wasserreinigung
RETENTIONSFLÄCHE Regenwasser
GRÜNDACH Mikroklima
TIERE Ökologisches Gleichgewicht
GRAUWASSERREINIGUNG Wasseraufbereitung
KATALYSATOR Energieübergabe Wasserspeicherung Öffentlicher Raum
BLOCK HEIZKRAFTWERK Dezentrale Energie produktion
STROMVERSORGUNG Energie
INFRASTRUKTUR Energie Wasser
WASSERTANK Speicherung des überflüssigen Wassers
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REGIONALKONZEPT Entwicklungsachsen
EVAPORATIVE KÜHLUNG Mikroklima
GEBÄUDEKÜHLUNG
ENERGIE Übergabestation Verteiler
REGENWASSER Reinigung in natürlicher Klärung
E-BUS MUELL
Haltestelle an “Urban Catalyst”
Muellsystem
GRAUWASSER Natürliche biologische Reinigung GRUENFLAECHEN INDUSTRIEFLAECHEN ÖPNV ACHSEN GRUENFLAECHEN INDUSTRIEFLAECHEN ÖPNV ACHSEN
NATUR Tierwege Makroklima
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Abb.01: Stadtwachstum Abb.02: Freiflächen Abb.03: Strategiematrix Abb.04: Vitalisierung Abb.05: Vernetzung Abb.06: Versorgung Abb.07: Schnitte Abb.08: Katalysator Abb.09: Ăœbergabe
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TYPEN Neubau Ausgehend von der typischen
Schmale Parzelle. Dichte Reihenbebauung. Grüner Freiraum.
Schmale Parzelle. Terrassierte Reihenbebauung. Grüner Freiraum.
Schmale Parzelle. Einseitige Terrassenbebauung. Treibhausnutzung.
Breite Parzelle. Offene Blockbebauung. Treibhausnutzung.
Breite Parzelle. Terrassiert Blockbebauung. Treibhausnutz
Schmale Parzelle. Dichte Terrassenbebauung. Halbprivater Weg.
Breite Parzelle. Einfamilienreihenhäuser. Treibhausnutzung.
Breite Parzelle. Dichte Reihenbebauung. Treibhausnutzung.
Breite Parzelle. Geschlossene Blockbebauung. Treibhausnutzung.
Treibhausnutzung.
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PHASIERUNG Neubau Nach der Revitalisierung des Istanbuler Stadtkörpers ist der erste Schritt zur Vorbereitung des Stadtweiterbaus eine Parzellierung in städtischem Maßstab. Die erste Investition zur akj_l_[hkd] Z[h d[k[d IjWZjÓ Y^[ dient der Entwicklung schnell [hh_Y^j[j[h" Ó Y^[d_dj[di_l[h Treibhäuser. Das neuerschlossene Gebiet wird in das neue ökologische Netzwerk der Stadt eingebunden und bereitet damit den Prozess der Zivilisierung des noch monofunktional produktiv genutzen Gebiets vor. Die Transformation eines strategisch zentral gelegenen Treibhauses zu einem Gemeinschaftsort (Casino) bietet verschieden Interressensgruppen wie Inverstoren und Bewohner eine Plattform gemeinsam eine Nachverdichtung des Gebiets durch Wohnraum zu planen. Das neue entstandene hybride Quartier aus Produktivität und ökologischer Wohnbebauung wird mit kommerziellen, städtischen Kopfbauten an der Entwicklungsachse ergänzt und gliedert sich als neuer Stadtbaustein in das Städtische Netzwerk ein.
REVITALISIERUNG
PARZELLIERUNG
INVESTITION
PHASE 1
PHASE 2
PHASE 3
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15 12m 24m
100 qm
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3m 3m 3m
OPTION 1 4 PERSONEN
OPTION 2 2 PERSONEN
3m
1X SCHLAFZIMMER 2X KINDERZIMMER + WOHNRAUM
1X SCHLAFZIMMER + WOHNRAUM
3m
TYP 1 2 WOHNEINHEITEN PRO ETAGE WOHNFLÄCHE:
640 qm
LADEN/NUTZFLÄCHE:
160 qm
EINBINDUNG NETZWERK
ZIVILISIERUNG
NACHVERDICHTUNG
ÖKONOMISIERUNG
PHASE 4
PHASE 5
PHASE 6
PHASE 7
16
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INFRASTRUKTUR/ OEFFENTLICHER NAHVERKEHR
BUSNETZ BUSHALTESTELLE RADIUS 500M
SCHIENENNETZ BAHNHOF
ENERGIENETZ
WIND BIOMASSE BIOMASSE
GRUEN
LANDW. FORSCHUNG AGRARFLAECHE RETENTIONSFLAECHE
LAGEPLAN
HUB
Abb.10: Vertiefung Abb.11: Typologien Abb.12: Phasierung Abb.13: Bausteine Abb.14: Typ I Abb.15: Variante I Abb.16: Masterplan Abb.17: Explosionszeichnung
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danke Wir danken für die Unterstützung bei Vorbereitung und Durchführung des Studios und der Exkursion sowie für die herzliche Gastfreundschaft. Prof. Ipek Akpinar, Istanbul Technical University Ayse Cavdar Tolga Islam, Yildiz Technical University Tuna Kuyucu, Bogazici University Demet Mutman, Maltepe University Banu Tantan, Toki Istanbul Gergers Tang Thomsen, Superpool Özlem Ünsal, Bogazici University Emre Yilmaz, Hiwi Lerstuhl Städtebau und Entwerfen
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2012
KIT Karlsruher Institut f端r Technologie Institut f端r Entwerfen von Stadt und Landschaft Lehrstuhl f端r St辰dtebau und Entwerfen / Prof. Alex Wall www.stba.iesl.kit.edu