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ÖSTERREICH EUR 8.50 DEUTSCHLAND EUR 9.– SCHWEIZ CHF 11.–

ARCHITEKTUR KULTUR FASHION GENUSS

2018 MENSCHEN ORTE

LEIDENSCHAFTEN

DIE STADT IM PORTRÄT.

GESAMTKUNSTWERK SALZBURG: Architektur im Wandel . Traditionsgastronomie . Filmszene als Kulturgut . eindrucksvolle Stadtbilder . Mode neu interpretiert


DER WHISKY AUS DEM SALZBURGER LAND

BRENNEREI GUGLHOF ANTON VOGL • DAVISSTRASSE 13 A-5400 HALLEIN B. SALZBURG

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Fotos: © S. ZENZMAIER / GUGLHOF

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ED ITO R IAL

IN BEWEGUNG Eine KULTURSTADT mit Flair. „Warum ich immer noch in Salzburg lebe, wurde ich gefragt. Weil dieses Land, so reich an Widersprüchen, ein guter Ort ist, um hier zu leben, und es wert ist, dass man ihm, zugeneigt auch in der Kritik und selbst in der Empörung, verbunden bleibe.“ Diese Äußerung des Salzburger Literaten Karl-Markus Gauß stammt aus seiner Festrede zum Auftakt des Jubiläumsjahres „200 Jahre Salzburg bei Österreich“ im Januar 2016. Es ist eine Liebeserklärung an einen Ort, der so voller Gegensätze ist, der changiert zwischen Beständigkeit und Wandel. Ein Ort, an dem Innovation spürbar und Tradition erlebbar ist. Ein Ort mit vielen Facetten. Und genau dies nimmt Top of Salzburg in den Fokus: Über Jahre hinweg etablierte sich das Magazin als ein ansprechendes Jahrbuch für Bewohner, Besucher und Bewunderer der Mozartstadt. Es porträtiert Menschen, erzählt Geschichten und zeigt die Festspielmetropole in den Bereichen Kunst, Kultur, Design und Genuss aus neuen Perspektiven. Die vorliegende Ausgabe 2018 präsentiert kreatives Handwerk, kulturelle Highlights und neue Filmkunst, unvergessliche Genussmomente, inspirierende Mode sowie Hotels und Gastronomie von ihren aufregendsten Seiten. Freuen Sie sich zum Beispiel auf Porträts von jungen Filmschaffenden, die mit wachem Blick und individueller Handschrift die Zukunft des Salzburger Films mitbestimmen, auf einen Rundumblick auf die diesjährigen Festspiele, und lassen Sie sich auf eine kulinarische Reise durch neun Länder inmitten der Salzburger Altstadt entführen. Top of Salzburg rückt die schönsten Plätze, spannende, zukunftsweisende Projekte und Menschen mit Weitblick in den Mittelpunkt. Faszinierende Fotostrecken zeigen die Stadt von ihrer besonderen Seite. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen! Herzlichst, Ihr Top of Salzburg-Team

2.3


Cover: Marcel Gonzalez-Ortiz

Impressum

BESONDERE BLICKWINKEL S. 10 Ansichten einer Stadt mit Atmosphäre

S. 52: Leset!

S. 50: Wenn Bilder laufen lernen

S. 44: Salzburger Film im Fokus

. KULTUR ab S. 43: KUNST

S. 40: Orte des Ankommens

S. 26: Bezaubernde Locations S. 28: Salzburg Congress S. 30: Adrenalinkick inmitten der Altstadt

ab S. 7: ARCHITEKTUR S. 8: Feuilleton: Mut zur Veränderung

S. 3: Editorial

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53

ERLESEN

.. NACHTIGEN IN BESTER LAGE S. 32 Luxus und Extravaganz – Häuser mit Charakter

VERLEGER

UCM Verlag, B2C Corporate Publishing GmbH, Salzweg 17, 5081 Salzburg-Anif CR/KREATIVDIREKTION

Nicolaus Zott (nicolaus.zott@ucm-verlag.at) REDAKTIONELLE LEITUNG

Eva Goldschald (eva.goldschald@ucm-verlag.at) ART DIRECTOR/GRAFIK

Kathrin Machmer (kathrin.machmer@ucm-verlag.at) CHEFIN VOM DIENST

Eva Goldschald (eva.goldschald@ucm-verlag.at) PREPRESS

Anouk Schönemann (anouk.schoenemann@ucm-verlag.at) FOTOGRAFIE

Marcel Gonzalez-Ortiz, Chris Rogl, Rainer Zola, Stefan Mitterwallner, Eva-Maria Mrazek, Klaus Doppler, Kurt Sadjina, Nadine Schachinger, Walter Hirzinger, Chris Oberschneider, Richard Schabetsberger, Bryan Reinhart, Patrick Langwallner, Thomas Geiregger MITARBEITER DIESER AUS­GABE

Alexandra Hawel, Cay Bubendorfer, Jeanette Fuchs, Franziska Lipp, Lisa-Maria Baumgartlinger, Ortwin Neumayer Daniela Stollnberger, Veronika Zangl ANZEIGENLEITUNG/VERKAUF

Anja Werger (anja.werger@ucm-verlag.at) VERLAGSKOORDINATION/VERTRIEB

UCM Verlag, B2C Corporate Publishing GmbH LEKTORAT

Uta Scholl (www.korrifee.at) DRUCK

Sandler print & packaging, Marbach

GANZ GROSSES KINO! S. 46 Drei kreative Köpfe, die Geschichte schreiben


VON HAND GEMACHT S. 112

Kunstwerke, antike Schätze und Freude am Tun – Traditionshandwerk in der Mozartstadt

GASTHAUSTRADITION S. 118

Vier Häuser mit Charme und richtig gutem Essen

4.5

COLOR SPLASH S. 78

Einmalige, extravagante Kompositionen aus den Salzburger Modehäusern

MOMENTUM S. 136

Augenblicke zum Innehalten

S. 144: 24 Stunden mit Martin Hochleitner

S. 133: Das ist so Salzburg S. 134: Stille Nacht! Heilige Nacht!

Direktor der Salzburger Festspiele, über Finanzielles, Persönliches und Kulturelles

S. 128: Kulinarische Weltreise S. 130: Brunchen in Salzburg

S. 126: Zwei für den Genuss

ab S. 117: GENUSS

.. GESCHICHTEN # IM GESPRÄACH S. 58 .. Lukas Crepaz, kaufmännischer ERZÄA HLEN S. 54

Sommerszene Salzburg im Fokus

S. 114: Pioniere der Kreativität

S. 108: Tradition im Mittelpunkt S. 110: Mehr ist mehr

100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 •

. DESIGN

S. 92: Salzburg‘s next Fashion Designers

S. 90: Modern Fashion

ab S. 77: FASHION

S. 72: Salzburger Galerien

S. 62: Im Zeichen der Leidenschaft S. 64: Kulturkalender 2018/2019

54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99

I N HALT

WAS .. LANGE WÄA HRT S. 94

Vielseitig und beständig: Tracht ist Trend


Salzburg Meets Venice Das legendäre Hotel Stein in Salzburg hat wieder seine Pforten geöffnet. Das innovative Hotelkonzept zeichnet sich durch sorgfältig ausgewählte Details und hochkarätige Partner aus. Kompromisslos wurde hier Besonderes geschaffen. Und ebenso kompromisslos wird Qualität gelebt. Ein Konzept, das Eindrücke hinterlässt und Emotionen weckt. Das den Begriff Hotelerlebnis neu definiert. Ein Konzept als Hommage an zwei außergewöhnliche Städte, in denen Schönheit und Zeitgeist zuhause sind. hotelstein.at

Roof Top Bar Fine Food & Drinks. Die Lage, der Ausblick, das Ambiente – die absolute Sensation. Mit ihrem offenen, transparenten Design präsentiert sich die Location nach der Neugestaltung noch spektakulärer. Seven Senses ist mehr als nur ein Name. Es steht für Genuss auf höchster Stufe, für ein Food & Barkonzept, welches alle Sinne anspricht und für Momente, die Eindrücke hinterlassen, die in Erinnerung bleiben. 7-senses.at


ARCHITEK TUR . LANDSCHAFT

Foto: Townhouse Weisses Kreuz

Inhalt

Architektur

LANDSCHAFT

.. MUT ZUR VERANDERUNG Architekt Walter Angonese über die bauliche Entwicklung der Altstadt

BESONDERE BLICKWINKEL Ansichten einer Stadt mit Atmosphäre

BEZAUBERNDE LOCATIONS^ Wer in Salzburg feiern will, findet hier außergewöhnliche Settings für seine Feste.

SALZBURG CONGRESS Ein funktionierendes System

8

ADRENALINKICK INMITTEN DER ALTSTADT

30

Eine Auswahl der angesagtesten Kletterund Boulder-Hotspots

10

.. UÜBERNACHTEN IN BESTER LAGE

32

ORTE DES ANKOMMENS

40

Luxus und Extravaganz – Häuser mit Charakter

26

Verweilen, genießen und entdecken – ein Überblick über die Hotelszene

28

6.7


Fotos: Klaus Doppler, Marco Rieber

MEHR MUT ZUM BETRETEN DES ZWISCHENRAUMES Eine Stadt lebt von Beständigkeit. Dem gegenüber stehen der

Neues zu wagen. Denkmalpfleger und

Wille zur Veränderung und der Mut,

ARCHITEKT WALTER ANGONESE über Hürden

der modernen Architektur und den Versuch, diese zu überwinden. Text: Walter Angonese

Ordentlicher Professor Walter Angonese

1961 in Kaltern geboren, ARCHITEKTURSTUDIUM am Iuav in Venedig. DENKMALPFLEGER und SEIT 1992 SELBSTSTÄNDIG. SEIT 2011 ORDENTLICHER PROFESSOR FÜR ARCHITEKTUR an der Accademia di Architettura der Università della Svizzera italiana in Mendrisio und mit eigenem Büro in Kaltern. SEIT 2012 im GESTALTUNGSBEIRAT der Stadt Salzburg, SEIT 2015 DESSEN VORSITZENDER. 2016 erschien im Quart Verlag Luzern die MONOGRAPHIE „WALTER ANGONESE – KALTERN/CALDARO“.


ARCHITEKTUR . LANDSCHAFT

Feuilleton

großräumlicher und aus einer urbanen Tradition heraus denken.” „Wir müssen uns Stadtteile wieder – Walter Angonese

M

an kann ein noch so abgebrühter „Zeitgenosse“ sein, dem Charme von Salzburg, der „Sirene Salzburg“ (mit Bezug auf Homer) nicht zu erliegen, fällt sichtlich schwer. Das „alte“ Salzburg, die Altstadt, „the frozen city“, wie sie Roman Höllbacher nennt und damit meint, dass stadträumliche Veränderungen im Sinne einer zeitgenössischen Stadtentwicklung im Altstadtbereich nicht oder nur zögerlich möglich sind, diese Altstadt wirkt erstarrt. Die Angst vor Veränderung sitzt den Entscheidungsträgern tief im Nacken, und die Drohungen von ICOMOS, den Status als UNESCO Weltkulturerbe zu verlieren, unterstützen diese Angst. „Es funktioniert ja alles wunderbar“, meinen viele. Und, dass Salzburgs Altstadt nicht auch offen für zeitgenössische Belange sei, könne nicht behauptet werden, man denke nur an die Festspiele mit ihren vielen modernen Interpretationen, an das Landestheater, die Kunstszene, man denke nur an die Kunst im öffentlichen Raum, wird die Kulturbourgeoisie argumentieren. Dennoch, die letztendlich nicht zustande gekommene Neugestaltung des Residenzplatzes durch den „Thomas Bernhard der Salzburger Architekten“ Max Rieder und die oben angesprochene Angst, nicht dem Mainstreamgeschmack der Festspielbesucher gerecht zu werden, den Herrschaften von ICOMOS Österreich (mit ihrer „gottgewollten“ Deutungshoheit) wieder einmal Kritikansätze zu bieten und ihnen zu erlauben, die Aberkennung des Weltkulturerbes zum x-ten Male ins Spiel zu bringen, die Tatsache, dass Salzburg ob seines kulturellen und wirtschaftlichen Erfolges im Altstadtbereich nie aus der Komfortzone herausmusste und schon alleine deshalb eine bedingte Veränderung im Sinne von zeitgenossenschaftlicher Architekturbesetzung schlichtweg nicht braucht, dies alles trägt dazu bei, dass die Altstadt, besonders jene links der Salzach, zwar schön ist, schön für Millionen von Touristen, tausende von Festspielbesuchern, schön und stimmig bleibt als Kulisse für große Oper und Theater, und man sich wirklich nie sicher ist, ob dann nicht plötzlich in der Getreidegasse der große Mozart, aus seinem Wiener Ehrengrab entstiegen, auftaucht und Teil dieser Inszenierung wird, aber eben gerade deshalb sehr „eingefroren“ ist. Auf der anderen Seite, außerhalb des Altstadtgebietes, im neuen Salzburg, ist in den neuen Stadtteilen eine gegensätzliche, dialektisch geprägte Haltung festzustellen. Hier kann es nicht zeitgenössisch genug zugehen! Auch bei der Veränderung historischer Stadtteile, wie Mülln oder Lehen. Schräge, sich verwindende Bauten und Auskragungen, was das statische Rüstzeug so hergibt, und vieles mehr. In den letzten Jahren dann noch der Vollwärmeputz, der die für Salzburg wunderbare Tradition einer Putzkultur zerstört hat und nur mehr mit Allerweltsstereotypen daherkommt, von einer Nachhaltigkeitsdiskussion einmal ganz abgesehen. Einige dieser neuen Bauten sind von höchster architektonischer Qualität (35 Jahre Gestaltungsbeirat haben auch Spuren hinterlassen), immer mit dem Anspruch, zeitgenössisch und „innovativ“ zu sein, was dies heute – Jahrzehnte nach der Moderne und der Postmoderne – architekturphilosophisch auch heißen mag. Aber es gibt leider auch zu viele Beispiele, die meinen, durch ein Überstülpen, Implantieren, jedoch ohne jegliches

„Weiterbauen“ ihre stadträumlichen und architektonischen Qualitäten erreicht zu haben. Phänomene, die wir aus vielen, nicht nur mitteleuropäischen, Städten kennen. Welchen Weg kann es also geben, diesem Dilemma des gegenseitigen Unverständnisses zu begegnen? Zum einen sicherlich jenen im Sinne von Bewusstseinsbildung, von Erzeugung konstruktiver Reibung, auch in der Altstadt sichtbar Neues verstärkt zuzulassen (der AVA-Hof zum Beispiel könnte ein wunderbares Experimentierfeld sein, der Residenzplatz von Rieder gleichfalls), weniger im Sinne von postpubertärer und intellektuell nicht mehr legitimierbarer Dialektik, mehr als ein Weiterspielen, Weiterbauen mit den Mitteln unserer Zeit und mit der Verantwortung für ein großes Ganzes. Nicht jede Veränderung sofort zu torpedieren, sich nicht von der Kronen Zeitung vor sich hertreiben zu lassen, sondern in dieser Veränderung die Chance für die Besetzung von geistigen und stadträumlichen Zwischenräumen zu suchen, die im historischen Salzburg durchaus vorhanden sind. Aber auch nur jene Veränderungen zuzulassen, die von höchster, wirklich höchster gestalterischer Qualität sind. Der Dr.-Franz-Rehrl-Platz, seit Jahrzehnten die Diskussionsplattform schlechthin, wurde dermaßen zerredet, dass das heutige Ergebnis leider nur mehr sehr provinzielle Attitüden aufweist und es wohl noch einer weiteren Suchschleife bedarf, bevor man dort einen für die Stadt so wichtigen Akzent setzt. Und draußen? Die Stadträume der Altstadt sind ein international beachtetes und noch hochaktuelles Beispiel für Zentrums- und Gemeinschaftsbildung sowie urbane Identität. Warum nicht daraus lernen und diese Qualitäten in die Jetztzeit übersetzen? Was könnte man – wäre man der Geschichte gegenüber nicht so negativ eingestellt, wie viele (nicht alle) österreichische Architekten es sind – aus den barocken Vorbildern nicht alles lernen! Vieles war gut, vieles wäre auch in die Jetztzeit übersetzbar, anders, aber zumindest typologisch übersetzbar, die neue Siedlung von ARTEC Architekten in der Saalachstraße am Stadtrand beweist dies hinlänglich. Es braucht Mut, Mut der Architektenschaft, diesen zwischenräumlichen Geschichtsraum zu betreten und mit diesem zu spielen, Mut der Stadtplanung, vielleicht auch unkonventioneller mit raumplanerischen Vorgaben umzugehen, Stadtteile wieder großräumlicher und aus einer urbanen Tradition heraus zu denken, weniger anlassspezifisch und mehr ideologisch zu agieren, Mut des Landes und nicht nur seiner Wohnbauförderung, gleichfalls offener und zwischenräumlich denkend Neues, aus Bewährtem Abgeleitetes entstehen zu lassen, Mut der Salzburger, nicht nur zu jammern, sondern für ihre Stadt auch engagiert zu kämpfen. Den letzten großen Bauvorhaben, wie zum Beispiel der Riedenburg und der Rauchmühle, fehlt wohl auch deshalb schlussendlich der gewünschte Biss. Weniger „zerredet“, weniger von Interessen getrieben und weniger verbürokratisiert, hätte daraus weit mehr werden können als das, was heute erreicht wurde. Und das meine ich durchaus auch selbstkritisch. Zwar nicht schlecht, aber nicht gut genug für diese wunderbare Stadt. 8.9


Foto: Stefan Mitterwallner

VON SCHÖNHEIT UMGEBEN Ein atemberaubendes Panorama, architektonische Meisterwerke, traditionsreiche Kultur, ein besonderes Flair – Salzburg zählt nicht umsonst zu den BELIEBTESTEN STADTEN EUROPAS. Was Besucher wie Einheimische an der Mozartstadt immer wieder begeistert? Hier Impressionen, die die Stadt in ihren schönsten Facetten zeigen. Text: Daniela Stollnberger


ARCHITEK TUR . LANDSCHAFT

Ansichten

10 . 11


Fotos: Walter Hirzinger, Christoph Oberschneider

DIE FESTUNG IM BLITZLICHT Wenn draußen ein starkes Unwetter tobt, lohnt sich ein Blick aus dem Fenster nach oben zur Festung. Bei heftigen Niederschlägen und Gewittern hat es stets den Anschein, als bilde die Hohensalzburg das mächtige Zentrum des Geschehens – Weltuntergangsstimmung und Nervenkitzel pur!


ARCHITEK TUR . LANDSCHAFT

Ansichten

SAGENUMWOBEN Wahrlich märchenhaft – die Festung Hohensalzburg ist nicht nur das Herz der Stadt, sondern auch Gegenstand zahlreicher österreichischer Sagen. Bei Schönwetter wacht sie majestätisch über den vielen verwinkelten Gassen, über den Altstadtwohnhäusern mit ihren Bewohnern. Oftmals liegt sie aber auch verborgen im Nebel und bietet dann einen sehr geheimnisvollen, mystischen Anblick.

12 . 13


Fotos: Stefan Mitterwallner, Eva-Maria Mrazek

MORGENSTIMMUNG In den frühen Morgenstunden lohnt sich ein kleiner Bummel durch die Altstadt. Wenn die ersten Sonnenstrahlen den Himmel in zartes Gold tauchen und eine märchenhafte Atmosphäre schaffen, können Spaziergänger die Ruhe vor dem hereinbrechenden Stadtalltag genießen und das erwachende Salzburg in all seiner Pracht erleben.


ARCHITEK TUR . LANDSCHAFT

Ansichten

14 . 15


Fotos: Eva-Maria Mrazek, iStock


ARCHITEK TUR . LANDSCHAFT

Ansichten

AUS DEM FRUHBAROCK Der Dom ist das bedeutendste sakrale Bauwerk der Salzburger Altstadt. Die beeindruckende Kuppel und die zwei Türme zu beiden Seiten des Hauptportals sind bis in weite Fernen zu sehen und prägen das Stadtbild eindrucksvoll. Das prunkvolle Gotteshaus verfügt über zahlreiche Schätze: In dem darin befindlichen Bronze-Taufbecken wurde beispielsweise bereits Wolfgang Amadeus Mozart getauft.

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Fotos: Kurt Sadjina, Herzflimmern


ARCHITEK TUR . LANDSCHAFT

Ansichten

UBER DEN DACHERN DER STADT Salzburg ist von einem beeindruckendem Bergpanorama umgeben, so sind dies zum Beispiel der Untersberg, Gaisberg, Mönchsberg und der Kapuzinerberg. Letzterer ist mit rund 637 Metern Höhe, 210 Meter über die Stadt Salzburg sich erhebend, leicht zu Fuß über die Imbergstraße oder den Doblerweg zu erklimmen. Eine abendliche Wanderung ist besonders schön, da sich von hier aus das eindrucksvolle Schauspiel der hereinbrechenden Dämmerung gut beobachten lässt.

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Fotos: iStock, Eva-Maria Mrazek

ALTE MELODIEN Im 17. Jahrhundert wurde der Bau des Salzburger Glockenspiels in Auftrag gegeben. Heute ertönen drei Mal pro Tag, hoch oben über den Dächern der Mozartstadt, ihre zarten Klänge. Um 7, 11 und 18 Uhr spielen 35 Glocken über einen Tonumfang von drei Oktaven hinweg bekannte Melodien namhafter Komponisten. Über 100 Stücke können die Glöckchen für Bewohner wie Touristen zum Besten geben. Darunter auch das weltweit bekannte Salzburger Weihnachtslied „Stille Nacht! Heilige Nacht!“.


ARCHITEK TUR . LANDSCHAFT

Ansichten

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Fotos: Richard Schabetsberger

WIE ANNO DAZUMAL „Alles Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde.“ Die Stadt einmal ganz anders erkunden – nämlich hoch zu Ross. Die zahlreichen Fiaker prägen das Salzburger Stadtbild ebenso wie der Dom und die Festung. Am Residenzplatz stehen täglich rund 14 Kutschen bereit, wie sie ursprünglich als persönliche Verkehrsmittel der Fürsterzbischöfe in Verwendung waren. Während einer 20-minütigen Stadtrundfahrt warten die Kutscher mit netten Anekdoten über längst vergangene Zeiten auf.

SALZACHBRUÜCKEN Insgesamt führen in der Stadt Salzburg 13 Brücken vom einen Ufer der Salzach an das andere, einige davon sind nur für Fußgänger und Radfahrer gedacht, andere für den Kraftfahrzeugverkehr und eine davon dient rein dem Schienenverkehr. Die Geschichte der Salzachbrücken führt der Überlieferung zufolge bis in die Römerzeit zurück. Damals hieß die Mozartstadt noch Juvavum.


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Ansichten

DER FESTUNG ZUM GRUSSE Ein Schauplatz barocker Romantik: der Mirabellgarten von Schloss Mirabell. Hier ist Platz für alles Schöne. Von duftenden Rosengärten über Orangerien bis hin zu imposanten Brunnen und üppigen Blumenbouquets. Im Pegasusbrunnen findet man eine faszinierende Pferdeskulptur, die direkt in Richtung der mächtigen Festung Hohensalzburg salutiert.

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Fotos: Patrick Langwallner, Kitzsteinhorn

WELCH EIN ANBLICK Die 1077 erbaute Festung erblickt man von jedem Winkel der Stadt aus – so scheint es. Hoch auf dem Festungsberg thront die Festung Hohensalzburg über ihrer Stadt. Wachend und schützend. Als größte vollständig erhaltene Burg Mitteleuropas ist sie das Juwel und Wahrzeichen Salzburgs, zu dem die Einwohner zu Recht besonders stolz emporblicken.

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ARCHITEK TUR . LANDSCHAFT

Ansichten

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KITZSTEINHORN – TOP OF SALZBURG, 3.029 METER Die Stadt Salzburg ist architektonisch wie aufgrund der facettenreichen Natur ein wahrer Schatz. Und jenseits der Stadtgrenzen finden Besucher viele weitere grandiose Erlebnislandschaften. Das Kitzsteinhorn ist mit TOP OF SALZBURG und der Gipfelwelt 3000 ein fantastisches Ausflugsziel der Superlative: auch im Sommer weht am Gletscher auf 3.029 Metern Seehöhe ein kühles Lüftchen und sorgt für erfrischende Hochgefühle beim Schneerutschen oder auf Salzburgs höchstgelegener Panorama-Plattform, der Nationalpark Gallery Plattform. Das Besucherangebot am Kitzsteinhorn in der Ferienregion Zell am See-Kaprun ist vielfältig und bietet überwältigende Aussichten, spannende Einblicke in den Nationalpark Hohe Tauern und jede Menge Spaß im Schnee. Das Cinema 3000 begeistert Besucher mit atemberaubenden Panoramabildern im Breitwandformat. 24 . 25


Fotos: Locations

RENT YOUR SALZBURG DREAM „Ein Leben ohne Feste ist wie eine lange Wanderung ohne Einkehr.“

Demokrit brachte es um 400 vor Christus auf den Punkt. Über 2.000 Jahre später ist diese Weisheit immer noch allgegenwärtig, gerade in Salzburg. Für FESTE UND FEIERN stehen BEZAUBERNDE LOCATIONS und kreative Settings offen. Text: Veronika Zangl


ARCHITEK TUR . LANDSCHAFT

Ausgewählt

FEIERN WIE DIE LANDESHERREN

MITTELALTERLICHES AMÜSEMENT

SALZBURG CALLING

Die Salzburger Residenz liegt im Zentrum der Altstadt und gilt als eine ihrer Juwelen. Bis heute begeistert der ehemalige Sitz der Fürsterzbischöfe mit Prunk und Gloria: von dem goldenen Dekor an den Wänden und dem Interieur bis hin zu den opulenten Leuchten. Dass diese exklusiven Räumlichkeiten als mondäne Event-Location angemietet werden können, wissen aber nur die wenigsten. Insgesamt stehen dafür neun Räume, der Innenhof und die Arkaden zur Verfügung. Die Preise richten sich nach der Größe des Saals. Platz ist für 20 bis 645 Personen.

Sie thront hoch oben über den Dächern der Stadt und datiert zurück ins Mittelalter: Die Festung Hohensalzburg (sagen Sie bitte niemals Burg zu ihr!) zählt zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Österreichs. Für ihre gotischen Profanräume und das 360-GradPanorama strömen Besucher in Scharen in den Innenhof. Der bildet bei Bedarf auch das stimmige Ambiente für die eigene Feier – Teile der Festung Hohensalzburg können für Veranstaltungen, für 14 bis 800 Gäste, gemietet werden. Die Preise starten bei 180 Euro und sind teilweise individuell abzusprechen.

In Salzburg kurvt von Mitte März bis Mitte November ein englischer Doppeldeckerbus durch die Gegend – und das nicht nur zum Sightseeing. Egal ob Hochzeit, Geburtstag, Firmenfeier oder sonstiger Anlass, der waschechte Brite (Baujahr 1964) bietet genügend Raum für 61 Personen. Zur musikalischen Unterhaltung ist eine Musikanlage an Bord – selbstverständlich mit eigenem Mikrofon. Der Bus ist mit einem Kühlschrank und im oberen Bereich mit kleinen Tischen ausgestattet. Wer möchte, kann den Doppeldecker für das Event auch individuell beschriften lassen. Preis auf Anfrage.

Residenz

Festung Hohensalzburg

London-Bus-Charter

Residenzplatz 1, 5020 Salzburg, www.salzburg-burgen.at/de/residenz/

Mönchsberg 34, 5020 Salzburg, www.salzburg-burgen.at/de/festung-hohensalzburg

www.salzburghighlights.at/de/ stadtrundfahrten/Londonbus

AMADEUS, AMADEUS

PROSIT, DIONYSOS!

HOCH DIE HUMPEN

Der Traum von der eigenen Insel? Steht zur freien Vermietung. Die Amadeus Salzach-Insel-Bar bietet das perfekte Setting für außergewöhnliche Anlässe – und die soll man bekanntlich feiern, wie sie fallen. Egal ob Geburtstage, Jubiläen oder Hochzeiten, mitten in der Altstadt liegt die schwimmende Bar fest vertäut am Ufer der Salzach und lädt zum Feiern ein. Beim Catering schöpfen Gäste aus dem Vollen; natürlich unterstützt das Team der Salzach-Insel-Bar bei Bedarf auch bei der Organisation. Als besonderes Schmankerl kann die Veranstaltung mit einer Schiffsrundfahrt oder einer Amphibienbus-Tour verbunden werden. Preise und Maximalbelegung erfährt man auf Anfrage.

Die ersten Theaterspiele wurden im antiken Griechenland zu Ehren von Dionysos abgehalten – dem Gott des Weins und der Ekstase. Beste Voraussetzungen für rauschende Feste bietet aber auch das OFF Theater in Gnigl. Das kreative Haus abseits des Mainstreams vermietet seine Räume für die unterschiedlichsten Veranstaltungen. Was für eine Feier im OFF spricht? Weitläufige Räumlichkeiten mit eigener Bar und gemütlichen Sofas zum entspannten Konversieren. Der schwarze Tanzboden lädt zur persönlichen Ballnacht oder zur flotten Sohle bei der nächsten Firmenfeier ein. Auf Wunsch stellt das Team ein auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittenes Buffet zusammen.

1492 entdeckte Kolumbus Amerika, und das Bräuhaus auf der Gstätten wurde zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Heute ist Stiegl, die aus dem Bräuhaus hervorgegangene Biermarke, der ganze Stolz der größten Privatbrauerei Österreichs. Die ist längst nach Maxglan übersiedelt und kann neben Bier auch Feste. Im aufwendig renovierten Gärkeller aus dem Jahr 1863 genießen Gäste in brauereitypischer Atmosphäre ein geselliges Zusammensein. Hoch die Humpen, lautet die Devise im Ziegelgewölbe. Egal ob Hochzeiten, Firmenfeiern oder Gala-Dinner, die Stiegl-Brauwelt schafft eine stimmige Kulisse. Die Preise rangieren zwischen 500 und 1.850 Euro; für bis zu max. 350 Personen.

Salzach-Insel-Bar

OFF Theater Salzburg

Stiegl-Brauwelt

Anton-Adglasser-Weg 22, 5020 Salzburg, www.salzburghighlights.at/de/Salzach-Insel-Bar

Eichstraße 5, 5020 Salzburg, www.off.theater

Kendlerstraße 1, 5017 Salzburg, www.stiegl.at

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Fotos: Salzburg Congress

EIN HAUS MIT VIELEN GESICHTERN SALZBURG CONGRESS gilt als der Verwandlungskünstler unter Europas Kongresshäusern: Die moderne Location punktet nicht nur mit maximalen Freiheiten und viel Raum für Individualität. Darüber hinaus gibt es einen weiteren Wettbewerbsvorteil, der in der Branche seinesgleichen sucht: Menschen, die mit Leib und Seele, Leidenschaft und Erfahrung am Werk sind und ein bestens funktionierendes Team bilden. Text: Franziska Lipp


ARCHITEK TUR . LANDSCHAFT

Salzburg Congress

E

in Kongresshaus ist weit mehr als ein technisch ausgeklügeltes Gebäude mit Wänden und einem Dach. Es ist das Leben, das sich in seinem Inneren abspielt – während großer Veranstaltungen ebenso wie das ganze Jahr über –, das es zu etwas Besonderem werden lässt. Salzburg Congress zeichnet sich durch ein Team von Mitarbeitern aus, deren Tätigkeiten wie einzelne Zahnräder ineinandergreifen. Jeder und jede Einzelne versteht sich als Teil eines größeren Ganzen, der Erfolg des Kunden und der Veranstaltung ist dabei oberstes Ziel. Kunden aus der ganzen Welt werden temporär Teil dieser eingespielten Mannschaft. Und die Zusammenarbeit auf Augenhöhe schafft eine vertrauensvolle Basis – damit wird so gut wie alles machbar.

„ICH WEISS, WAS DU TUST“ In Salzburg Congress versteht man sich darauf, Kunden genau zuzuhören und deren Vorstellungen und Wünsche zu realisieren. Auch wenn diese weit mehr als nur das Haus als Veranstaltungslocation betreffen. Mit besten Beziehungen zu Partnern und der Stadt Salzburg, viel Charme, Insider-Wissen, Erfahrung und Kompetenz wird auch das scheinbar Unmögliche möglich. „Die Stammmannschaft unseres 17-köpfigen Teams ist seit Jahren dieselbe. Viele sind seit der Eröffnung des Hauses mit dabei, und das bringt zahlreiche Vorteile mit sich“, erläutert Geschäftsführer Bert Brugger. „Jeder Einzelne kennt das Haus wie seine Westentasche. Alle wissen Bescheid über die internen Abläufe und Strukturen. Zudem ist die langfristige Unternehmenszugehörigkeit nicht nur ein Indikator für das hervorragende Arbeitsklima, sondern auch eine kalkulierbare Konstante für unsere Kunden im Sinne der Planungssicherheit.“ Ganz gezielt spielt sich das kleine und engagierte Team frei für Neues.

Innovationsfreude und Flexibilität schützen vor Routine und erhalten die Freude am Tun. Anstatt auf bürokratische Abläufe setzt man auf couragierten Ehrgeiz. Daraus entsteht eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit persönlicher Note und viel Menschlichkeit. Ein Teamgeist, den der Kunde nicht nur spürt, sondern der ihn auch zum Erfolg führt.

„DAS HAUS SPIELT ALLE STÜCKELN“ Salzburg Congress im Herzen der Mozartstadt wurde im Juni 2001 eröffnet und gilt als eines der modernsten Kongresshäuser Österreichs. Großflächige Fensterfronten bieten einen traumhaft schönen Blick auf den weltberühmten Mirabellgarten mit seinem uralten Baumbestand und auf die Salzburger Altstadt mit ihrer barocken Silhouette. „Alle Säle und Räume von Salzburg Congress sind individuell bespielbar und technisch bestens vernetzt. Auf gut Salzburgerisch würde ich sagen: ,Das Haus spielt alle Stückeln‘“, betont Bert Brugger. „Neben den bis zu 15 Hauptsälen und Konferenzräumen bieten Mietbüros und Besprechungszimmer die Möglichkeit für Rückzug und Arbeitsgruppen in kleinem Kreis. Durch die hervorragende technische Ausstattung lassen sich das Haus und seine Räume – je nach Anlass und Bedürfnis – in eine individuelle Veranstaltungslocation verwandeln.“ Salzburg Congress bietet viel Bewegungsfreiheit: Kurze Wege garantieren optimale Orientierung. Der Verzicht auf Eigenbranding macht jede Veranstaltung zu einem wahrhaft individuellen Event. Und die Mitarbeiter sorgen dafür, dass alles wie am Schnürchen klappt. In der globalen Welt würde man sagen: „eine Win-win-Situation“, in Salzburg aber heißt es: „Wir freuen uns auf Sie. Und erwarten Sie ruhig mehr.“

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Foto und Illustration: iStock

FA C T S BOULDERN,

KLETTERN

Der Sportler wird für gewöhnlich durch seinen Partner mit einem Seil gesichert. Allerdings gibt es auch Freikletterer. Entlang bestimmter Routen geht es ohne Höhengrenze nach oben.

abgeleitet vom englischen Boulder = Felsblock, nennt man das Klettern ohne Seil in sicherer Absprunghöhe über Weichbodenmatten in bis zu 4,5 Metern Höhe.

KLETTERSTEIG

Ein mit Eisenleitern, Trittstufen und Stahlseilen gesicherter Kletterweg, der am Felsen angelegt wurde. Anders als beim normalen Klettern sichert man sich hier selbst mit Hilfe eines Klettersteigsets.

SENKRECHT Aus eigener Kraft ganz nach oben! Immer mehr SPORTBEGEISTERTE suchen die HERAUSFORDERUNG in der Vertikalen – egal ob indoor oder outdoor. Top of Salzburg gibt einen Überblick über die HOT-SPOTS DER KLETTERSZENE in der Mozartstadt und drum herum. Text: Eva Goldschald


ARCHITEK TUR . LANDSCHAFT

Ausgewählt

„Nicht der Berg ist es, den man bezwingt, ”

sondern das eigene Ich. – Edmund Hillary

KURZ UND KNACKIG

GELUNGENE ABWECHSLUNG

ÜBER DEN DÄCHERN

Auf historischem Gelände über der Stadt und nur wenige Gehminuten von der Festung entfernt befindet sich ein kurzer, aber nicht zu unterschätzender Boulder-Hotspot. Zum Aufwärmen eignet sich bereits der etwa 20-minütige Aufstieg zur Richterhöhe am Mönchsberg. Am Felsen angekommen, fordert die lange Vertikale ein hohes Maß an Geschicklichkeit und Fingerkraft. Die lohnt sich aber, denn oben beeindruckt der atemberaubende Blick auf die Festung und das Nonntal.

Der Fels am Neutor sieht aus wie ein zusammengeklebter Kieshaufen. Und genau das macht den Spot für Kletterer so spannend: vor allem auf der Suche nach Abwechslung, weg von Kalkstein und Granit. Es gibt zehn Routen für Fortgeschrittene. Man sichert entweder die vier Routen von unten, oder man steigt über den Klettersteig auf die ausgesetzten Plattformen nach oben, wo weitere sechs Routen gesichert werden können. Wichtig: Zum Schutz der Vögel ist der Spot bis 30. Juni jeden Jahres gesperrt.

Salzburgs erster Stadtklettersteig: Die City Wall am Kapuzinerberg eignet sich mit ihren vier Aufstiegsmöglichkeiten für Anfänger wie auch für Fortgeschrittene, wobei die schwere Originalroute „Kapuziner-Gams Route“ wegen ihrer Überhänge einiges an Kraft erfordert und ausnahmslos von Erfahrenen begangen werden sollte. Die anderen drei Routen führen über Stufen und Leitern hinauf und sind deshalb auch für Anfänger geeignet. Achtung: Auch diese Route ist zum Schutz der Vögel vom 1. März bis 30. Juni gesperrt.

Richterhöhe am Mönchsberg

Kletterfelsen am Neutor

City Wall Salzburg

SZENETREFFPUNKT

AN DER SÜDWAND

DIE KLETTER-ALLROUNDER

900 Quadratmeter Kletterfläche und eine Wandhöhe von viereinhalb Metern, regelmäßige Workshops, Themenvorträge und Partys: Die Boulderbar Salzburg ist eine gelungene Mischung aus Veranstaltungsort und Trainingszentrum. Hier trifft man sich nach der Arbeit zum Auspowern und zum anschließenden Afterwork-Drink an der Bar. Regelmäßig werden Kurse angeboten. Zum Beispiel Yoga-Stunden, die die Balance und die Flexibilität beim Klettern verbessern sollen.

Gezielt gebaut für Einsteiger, Breitensportler und Familien. Die Kletterhalle in Anif befindet sich im 4-Sterne-Hotel Momentum. Auf zirka 500 Quadratmetern Gesamtkletterfläche bietet die Halle rund 50 Kletterrouten mit bis zu 15 Metern Länge. Hinzu kommen 120 Quadratmeter Fläche, die sich nur dem Bouldern widmen. Hallenbetreuer Stefan Schöndorfer ist leidenschaftlicher Sportler und klettert seit 30 Jahren. Als erfahrener Outdoortrainer und Sportkletterer kennt er auch die besten Spots außerhalb der Halle.

Bouldern und klettern auf über 2.500 Quadratmetern. In der größten Kletterhalle Salzburgs treffen sich Anfänger und Profis. Das Sportzentrum bildet, unter Leitung von Stefan Schöndorfer, mit der Kletterhalle in Anif die größte Einrichtung dieser Art in Salzburg. Der Schwerpunkt liegt vor allem auf dem Kursangebot. Wer nicht in großen Gruppen starten möchte, kann auch Einzeltrainings buchen. Diese eignen sich für Anfänger zum Einstieg oder für Profis, die ihre Fähigkeiten erweitern möchten.

Boulderbar Salzburg

Südwand Anif

Kletterhalle Itzling

www.boulderbar-sbg.at

www.suedwand-anif.at

www.kletterhallesalzburg.at

MIT WEITBLICK

HUNDERT PROZENT NATUR

Vom Parkplatz Zistelalm ab folgt man dem Rundwanderweg etwa 20 Minuten bis zur Holzbrücke. Von hier aus führen bemerkenswerte 23 Routen an der steil abfallenden Westflanke (Kapaunwand) nach oben. Die Hauptroute ist nur der absoluten Kletterelite vorbehalten und keineswegs für Anfänger geeignet. Oben genießt man einen unbeschreiblichen Ausblick über Salzburg sowie die Berchtesgadener und Chiemgauer Alpen.

Ein echter Geheimtipp: Normalerweise sind die trockenen Klammen als Ausflugsziel bei Wanderern beliebt. Aber auch Boulderfans kommen in Elsbethen voll auf ihre Kosten. Die Routen sind farblich markiert, teilweise auch mit definierten Startgriffen. Unbedingt Crashpads mitnehmen, da das Absprunggelände sehr schlecht ist. Wenn es geregnet hat, wartet man am besten zwei Tage, bis die Felsen wieder trocken sind.

Klettergarten am Gaisberg

Trockene Klammen Elsbethen

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Fotos: Townhouse Weisses Kreuz, Hotel Stein

DIE HOHE KUNST DER GASTLICHKEIT Ob verstecktes Luxus-Gästehaus oder extravagantes Designhotel in bester Lage – mit Bedacht renoviert und ihrer Vision folgend, beleben charaktervolle Häuser die HOTELSZENE DER MOZARTSTADT. Text: Jeanette Fuchs


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Die hohe Kunst der Gastlichkeit

Mit sehr viel Feingefühl wurde in der Bierjodlgasse ein exklusiver Rückzugsort für höchste Ansprüche geschaffen.

TOWNHOUSE WEISSES KREUZ ERL E SENER LUXUS IN NOS TA L GISCHEM GE WA ND

BIERJODLGASSE 6, 5020 SALZBURG, WWW.TOWNHOUSE-WEISSES-KREUZ.AT

M

an könnte die beschauliche Bierjodlgasse entlangspazieren, ohne das Townhouse Weisses Kreuz überhaupt zu bemerken. Nur ein schlichter Hinweis an einer Wand neben der Hausfassade deutet darauf hin, dass sich hier ein exklusives Gästehaus befindet. Geschaffen für eine anspruchsvolle Klientel, die Diskretion und Privatsphäre ebenso schätzt wie die unmittelbare Nähe zu den Sehenswürdigkeiten und Kulturinstitutionen der historischen Altstadt. Das Wort „Hotel“ ist im Namen ebenso wenig zu finden wie ein herkömmlicher Empfangsbereich im Haus. Die intuitive Suche nach dem Eingang führt zu einem doppelflügeligen Holztor, das einst als Zugang für das Gasthaus zum weißen Kreuz diente. Lange Zeit wohnten hier die geistlichen Herren des Domes, bis das sogenannte Bierjodlhaus um 1685 an eine Gastwirtin verkauft wurde. Somit ist das fünfstöckige Gebäude auch Namensgeber für die Gasse, in der es beheimatet ist. Die Bierjodlgasse gehört zu jenen Gassen im Salzburger Domviertel, die pure Nostalgie verströmen. Die Geräusche der Pferdekutschen, das Läuten der Domglocken und die in heimeliges Licht gehüllten, kopf-

steingepflasterten Gassen – all das gleicht einer Zeitreise in frühere Epochen. Betritt man das Townhouse durch eine unauffällige Seitentüre, die sich als tatsächlicher Eingang entpuppt, taucht man ein in eine Welt, die bewegte Geschichte erzählt und den Charme vergangener Jahrhunderte auf sensible Weise in ein außergewöhnliches Wohnkonzept verpackt.

ZEITLOSES UND NACHHALTIGES DESIGN Nach sehr aufwendigen und ausgefeilten Restaurierungsarbeiten war es der Anspruch seiner Besitzer, das Gebäude wieder zu dem zu machen, was es seiner Lage im Herzen der Salzburger Altstadt schuldet. Nach dieser Vorgabe schuf der belgische Kunstsammler und Interiordesigner Axel Vervoordt einen exklusiven Rückzugsort. Für die perfekte Symbiose aus Design und Komfort kollaborierte er mit den besten Handwerksbetrieben aus der Umgebung. Mit großer Sorgfalt wurden Decken freigelegt sowie alte Holztüren neu in den Bestand eingefügt. Im Sinne der Nachhaltigkeit wurde die vor-

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Zeitloser Luxus: Das Ensemble mit aufwendig renovierten Elementen entstand nach MaĂ&#x;gabe des belgischen Interior-Designers Axel Vervoordt in Zusammenarbeit mit den besten Handwerksbetrieben der Umgebung.Â


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Die hohe Kunst der Gastlichkeit

Ein froher Wirt macht frohe Gäste.”

– Holländisches Sprichwort

handene Bausubstanz so weit wie möglich erhalten und durch Naturmaterialien, wie Stein und Altholz, ergänzt. Die kalkverputzten Wände wurden mit natürlichen Pigmenten eingefärbt und tragen so ihren Teil zu einem natürlichen, wohltuenden Raumklima bei.

RÜCKZUGSORT FÜR GEHOBENE ANSPRÜCHE Über eine Treppe oder mit dem Aufzug gelangt man in die erste Wohnetage. Die Wände im Vorzimmer stammen aus dem 16. Jahrhundert. Drei Doppelzimmer mit Bädern sind hier ebenso zu finden wie ein kleiner Spa-Bereich. Das zweite Stockwerk wartet mit dem Garten am Fuße des Festungsbergs mit einer echten Rarität auf. Auch ein großzügiger Lounge-Bereich mit offenem Kamin ist hier zu finden. Auf Wunsch wird auf der langen Holztafel ein individuelles Frühstück kredenzt. Für alle Gäste steht die offene Küche jederzeit für Kalt- und Warmgetränke zur Verfügung.

Auch hier hebt sich das Luxus-Townhouse, das auch als Gesamtkomplex gemietet werden kann, deutlich von klassischen Hotels ab. Geregelte Frühstückszeiten und standardisierte Services sucht man vergeblich. „Der persönliche Kontakt mit unseren Gästen und die Erfüllung individueller Wünsche liegt uns sehr am Herzen“, erzählt Claudia Binder. Bei Bedarf organisiert die Managerin des Hauses auch Caterings und private Köche. Drei weitere Suiten befinden sich auf der nächsten Etage. Jedes der Zimmer verfügt über seinen eigenen Charme und punktet mit durchdachtem Komfort – von den bereitgestellten iPads in den Badezimmern bis hin zu den speziellen Spiegel- und Lichtkonzepten, die selbst den besonderen Styling-Bedürfnissen der Damen in der Festspielzeit gerecht werden. Abgerundet wird das Ensemble durch die in sich geschlossene Suite im obersten Dachgeschoss. Durch die großen Dachflächenfenster blickt man von hier aus nächster Nähe auf die Festung Hohensalzburg.

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HOTEL STEIN

DIE TR ADITION SA L ZBURGS, DAS LEBENSGEFÜHL VENEDIGS GISELAKAI 3-5, 5020 SALZBURG, WWW.HOTELSTEIN.AT

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in Hotel erfindet sich neu: Nach zweijähriger Umbauphase blieb außer dem Namen und dem denkmalgeschützten Treppenhaus buchstäblich kein Stein auf dem anderen. In exponierter Lage öffnet sich das Hotel Stein nun bewusst nach zwei Seiten – mit der Rezeption und der Lounge zur Salzach sowie mit dem Trendfood-Lokal Green Vanilla in die Steingasse. Die Stein-Philosophie folgt einem internationalen Trend: Hotels dienen demnach nicht nur als Übernachtungsquartier für Besucher, sondern auch als Dreh- und Angelpunkt für Einheimische. Das Stein möchte also nicht nur bloßes Hotel sein, sondern auch ein Lebensgefühl transportieren. Mit anspruchsvoller Lässigkeit inmitten der historischen Altstadt folgt das Konzept einer klar definierten Linie: Ein vielseitiger Ort soll es sein, an dem Tradition und Moderne symbiotisch aufeinandertreffen sowie Rückzug und Geselligkeit kein Widerspruch sind. Die Atmosphäre ist lebendig, die Grenzen sind fließend. Und auch die Kunst darf sich im ganzen Haus entfalten – mit großflächigen Fotografien von Luigi Caputo, den Werken der österreichischen Künstlerin Brigitte Kowanz sowie prächtigen Kunstwerken der venezianischen Glasmanufaktur Barovier & Toso. Dass diese im Besitz der Eigentümerfamilie des Hotel Stein ist, spiegelt sich im gesamten Hotel-Interieur wider. Insbesondere das extravagante Glasobjekt aus weißen und blauen Butzenscheiben, das sich im Stiegenhaus über mehrere Etagen erstreckt, ist eine Hommage an die venezianische Glaskunst.

SALZBURG MEETS VENICE Die im Hotel platzierten Objekte aus Murano sind das wesentliche Verbindungsglied zwischen Salzburg und Venedig. Das ähnliche Stadtbild der beiden bedeutsamen Kunst- und Kulturstädte ist kein Zufall: Ende des 16. Jahrhunderts beauftragte Fürsterzbischof Wolf Dietrich, wie auch später sein Nachfolger Markus Sittikus, venezianische Architekten mit der Erneuerung der Stadt Salzburg. „Zum Konzept passend konnten wir auch das weltbekannte, in Venedig ansässige Stoffhaus Rubelli für die exklusive Produktion von Stoffen gewinnen“, erzählt Margot Weindorfer, die als Hoteldirektorin großes Augenmerk auf feine Details legt und auf die exklusive Zusammenarbeit mit renommierten Partnern setzt. Die Farbe Blau spielt als Symbol für Helligkeit und Leichtigkeit eine wichtige Rolle. Sie soll bei Möbelbezügen, Leuchten und Wandgestaltungen, insbesondere in Verbindung mit der historischen Substanz des Hauses, spannungsreiche Akzente setzen.

SELBSTBEWUSSTE VISION Der bewusste Verzicht auf Vorhänge, um vom Lounge-Sofa aus an der Lebendigkeit der Stadt teilhaben zu können. Urbanes Flair durch die Öffnung zur Steingasse mit einem trendy Food-Lokal und einem hoteleigenen Concept Store. Dazu die legendäre Steinterrasse in neuer und


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Die hohe Kunst der Gastlichkeit

Gastfreundschaft BESTEHT AUS EIN WENIG Wärme, EIN WENIG Nahrung UND GROSSER Ruhe.”

– Ralph Waldo Emerson

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Möbelbezüge, Wandgestaltungen und Glaskunstwerke stehen im spannungsreichen Kontrast zur historischen Substanz des Hauses.

nobler Interpretation. All das sind die Protagonisten eines ausgefeilten Konzepts, das noch nie Dagewesenes in die Mozartstadt bringen soll. „Es ist ein innovativer Weg, den wir unserer Vision folgend sehr selbstbewusst gehen“, erklärt Margot Weindorfer. Neu ist der kleine, feine Spa, der Hotelgästen die Möglichkeit gibt, sich jederzeit aus dem Stadtgeschehen zurückzuziehen, um entspannende Rückzugsmomente zu genießen. Auch die Zimmer und Suiten, die zur Steingasse hin ausgerichtet sind, gleichen heimeligen Mini-Hideaways. Von hier aus lässt sich der Trubel der Stadt nur erahnen, auch wenn er nur einen doppeldeutigen Steinwurf entfernt liegt.

VON AUSBLICKEN UND BLICKFÄNGEN Neben der Rooftop-Location, die den Namen „Seven Senses“ trägt und nach wie vor mit einem der begehrtesten Ausblicke auf Altstadt und Festung sowie anspruchsvoller Kulinarik punktet, ist die Honeymoon-Suite ein weiteres Highlight im Hotel Stein. Im Mittelpunkt steht die opulente Stuckdecke, die mit viel Aufwand und Fingerspitzengefühl von Meisterhand restauriert und von einer teilenden Trennwand befreit wurde. Ein architektonisch ausgefeilter Kubus wurde als Badezimmer in den Raum gesetzt, um das Kunstwerk an der Decke in seiner Gesamtheit von nun an unberührt zu lassen.


ZEIGEN SIE DER WELT IHR WACHES ICH. Seit 1852 sind wir bei Hästens auf einer unermüdlichen Mission: ein perfektes Bett zu entwickeln, dessen Nutzen Sie den ganzen Tag lang spüren. Denn nur daran lässt sich perfekter Schlaf messen. Je erholsamer die Nacht, desto besser können Sie Ihr volles Potenzial entfalten – und jeden Tag als die beste Version Ihrer selbst leben. Für Ihren perfekten Schlaf bauen wir unsere Betten seit Generationen in hingebungsvoller Handarbeit und aus der optimalen Kombination erlesenster Naturmaterialien. Erleben Sie bei einem Probeliegen den Unterschied. www.hastens.com

DER WELTWEITE KLASSIKER

VOLLENDETE PERFEKTION

SA L Z B U R G | E I N R I C H T U N G S H AU S S C H E I C H E R N E U TO R S T R . 1 8 , 5 02 0 SA L ZB U R G , +4 3 (0) 6 62 8 4 5 3 1 3 , O F FI C E @ S C H E I C H E R . N E T 38 . 39


Fotos: iStock, Hotels

ORTE DES ANKOMMENS Ob Einheimische oder internationale Gäste, Kurzurlauber oder Geschäftsreisende – SALZBURGS HOTELSZENE punktet mit facettenreichen, feinen Adressen, die zum Verweilen, Genießen und Entdecken einladen. Text: Jeanette Fuchs


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Zu Gast

STILVOLL

FAMILIÄR

LUXURIÖS

Die Menschen, die in den vergangenen Jahrzehnten im Hotel Pitter ein und aus gegangen sind, prägten den ereignisreichen Weg vom einfachen Bierausschank zum Hotel für gehobene Ansprüche. Diese Transformation wurde in den letzten fünf Jahren konsequent fortgesetzt. So wurde neben dem Restaurant und der aussichtsreichen Sky Bar ein Veranstaltungssaal mit sechs Glaskuppeln geschaffen. Durch die Renovierung der letzten 60 Zimmer und die Erneuerung der Fassade erhielt das Haus ein weiteres Upgrade. Zum Jahreswechsel verabschiedete man sich von der Crowne-Plaza-Kette. Und so schreibt das Imlauer Hotel Pitter seine Chronik seit 2018 unter eigener Flagge weiter.

Ehrliche Gastfreundschaft, das Faible für besondere Details und ein herzliches Team prägen die Atmosphäre im Hotel Auersperg. Bettina Wiesinger führt das Hotel mit ihrem Mann Mark in dritter Generation. Mit viel Feingefühl kreierte das Paar einen Wohlfühlort, an dem man familiäre Werte ebenso spürt wie den modernen Zeitgeist. Nach dem Yoga im Spa unterm Dach wartet das Bio-Frühstück samt Honig, der von den Bienenstöcken im eigenen Garten kommt. Die neue Lounge mit Blick ins Grüne ist Treffpunkt für Hotelgäste und Einheimische. Sei es, um bei einer Tasse Minztee zu plaudern, sich die Mittagspause mit wechselnden Tagesgerichten zu versüßen oder das mobile Office aufzuschlagen.

Salzburgs historisches Grandhotel blickt auf eine 150-jährige Geschichte zurück. Direkt an der Salzach gelegen, sollte es das beste und schönste Hotel am Platz sein. So versprach es Peter Gürtler bei der Übernahme im Jahr 1988. Und behielt Recht. Wie kaum ein anderes Luxushotel steht das weltberühmte Sacher für die Verschmelzung von Tradition und modernem Komfort für höchste Ansprüche. Originalgemälde, Antiquitäten, Kristallluster sowie spezielle Stoffe und Farbkonzepte sind die Interieur-Elemente für das unverwechselbare Sacher-Flair. Trotz aller Beständigkeit steht die Zeit niemals still. Zuletzt wurden die Suiten im vierten Stock umgestaltet und die Fassade erneuert.

Imlauer Hotel Pitter Salzburg

Hotel & Villa Auersperg

Hotel Sacher

Rainerstraße 6, 5020 Salzburg, www.imlauer.com

Auerspergstraße 61, 5020 Salzburg, www.auersperg.at

Schwarzstraße 5-7, 5020 Salzburg, www.sacher.com

TRADITIONELL

EINZIGARTIG

DYNAMISCH

Ein Name, der seit Jahrzehnten untrennbar mit Salzburg verbunden ist: Das Hotel Goldener Hirsch ist nicht nur ein unübersehbarer Anziehungspunkt in der berühmten Getreidegasse, sondern auch eine ruhevolle Oase mitten im geschäftigen Treiben der Mozartstadt. Mit dem Öffnen der antiken Eingangstür begeben sich die Hotelgäste und Restaurantbesucher auf eine romantische Zeitreise ins 15. Jahrhundert: Alte Bauernmöbel und stilechte Details repräsentieren den gehobenen Salzburger Landhausstil von damals. Bereichert durch modernen Komfort und gepflegten Luxus, ist der Goldene Hirsch insbesondere zur Festspielzeit ein beständiger Treffpunkt für Stammgäste aus aller Welt.

Will man über den Dächern Salzburgs übernachten, gibt es kaum einen verträumteren Ort als das Franziskischlössl auf der Kuppe des Kapuzinerbergs. Vor acht Jahren wurde der ehemalige Wehrbau aus dem 16. Jahrhundert, zu dem auch ein Restaurant gehört, von Anton Gruber und Wolfgang Steinmetz aus seinem Dornröschenschlaf geweckt. Die zwei exklusiven Suiten wurden mit erlesenem Interieur, Antiquitäten und Werken von Salzburger Künstlern eingerichtet. Während die Gäste in der Darius Suite Okzident eine Sauna vorfinden, ist die Badewanne mit Panoramablick das Highlight der Cyra Suite Deluxe. Das Bio-Frühstück wird im privaten Kaminzimmer oder im Rosengarten serviert.

Seit März 2018 weht neuer Wind im Hotel Markus Sittikus: Nach den Revitalisierungsarbeiten in den 39 individuell gestalteten Zimmern sind Linda Sebastian und Fabian Sigl die neuen Gastgeber. Beheimatet in einem historischen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, vereint das Hotel Altbauflair mit modernen Stilelementen. Zu den Highlights zählt das Frühstück, das Gäste im Sommer im hoteleigenen Garten genießen. Dass bereits ab 7 Uhr regionale Spezialitäten und selbstgemachte Müslis, Aufstriche und Eiergerichte kredenzt werden, kommt vor allem Businessreisenden gelegen. Das Markus Sittikus punktet darüber hinaus mit seiner Nähe zum Schloss Mirabell, zum Kongresshaus und zum Hauptbahnhof.

Hotel Goldener Hirsch

Franziskischlössl

Hotel Markus Sittikus

Getreidegasse 37, 5020 Salzburg, www.goldenerhirsch.com

Kapuzinerberg 9, 5020 Salzburg, www.franziskischloessl.at

Markus-Sittikus-Straße 20, 5020 Salzburg, www.markus-sittikus.at

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„Die Kunst ist die stärkste Form von Individualismus welche die Welt kennt.“ – Oscar Wilde

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Fotos: Wolfgang Lienbacher

WELTPREMIERE T.H.A.M.O.S. mit La Fura dels Baus bei der Mozartwoche 2019 Mozarts T.H.A.M.O.S. in einer spektakulären Inszenierung der furiosen katalanischen Theatergruppe La Fura dels Baus feiert bei der Mozartwoche 2019 in der Felsenreitschule Weltpremiere. Wolfgang Amadé Mozart liebte das Theater – in allen seinen Formen. Tobias Philipp von Geblers Theaterstück „Thamos, König in Ägypten“ kreist um Ägypten, Freimaurertum und Aufklärung. Mozarts Schauspielmusik zu diesem Drama ist wenig bekannt, gehört aber zu seinen großartigsten Werken. Carlus Padrissa und seine weltweit umjubelten La Fura dels Baus werden dieses selten gezeigte Stück dreimal auf die Bühne der Felsenreitschule bringen. Carlus Padrissa entwickelt dafür ein neues Stück aus der Partitur: eine spektakuläre, dramatisch-theatralische Reise, eng verwoben aus Tanz, Luft-Choreographie, neu gedichteten Texten und Mozarts Partitur, zu der drei Solistinnen und Solisten mit Arien aus anderen Werken hinzutreten. International und hochkarätig ist die Besetzung mit der mexikanischen Dirigentin Alondra de la Parra, Star-Bass René Pape, Sopranistin Fatma Said aus Ägypten sowie dem thailändischen Tenor Nutthaporn Thammathi zusammen mit dem Bachchor Salzburg und der Camerata Salzburg. Die szenische Produktion T.H.A.M.O.S. wird am 24. und 28. Jänner sowie am 1. Februar 2019 in der Felsenreitschule aufgeführt. Karten sind im Ticketbüro der Stiftung Mozarteum, im Mozart-Wohnhaus in der Theatergasse 2, erhältlich, oder auf: www.mozartwoche.at


K U N S T . K U LTU R

Foto: Marcus Castro

Inhalt

KUNST . K U L T U R

SALZBURGER FILM IM FOKUS

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Große Ideen, kleine Budgets und ganz viel Leidenschaft

GANZ GROSSES KINO

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.. IM GESPRAÄCH

Drei kreative Köpfe, die Geschichte schreiben

WENN BILDER LAUFEN LERNEN

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MIT PASSION

Salzburger Regisseure und Filmemacher auf der Überholspur

LESET!

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Lukas Crepaz, kaufmännischer Direktor der Salzburger Festspiele, über Finanzielles, Persönliches und Kulturelles

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Mächtige Gefühle im Zentrum der diesjährigen Festspiele

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Eine literarische Reise durch die Mozartstadt

KULT(U R)STADT

.. GESCHICHTEN ERZAÄHLEN 54

.. .. SCHONE STUCKE

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Veranstaltungs-Highlights 2018/2019

Salzburger Galerien und ihre Ausstellungen

Sommerszene Salzburg im Fokus

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Foto: Karen Zhao

SALZBURGER FILM IM FOKUS Sie arbeiten mit kleinen Budgets, haben große Ideen und Leidenschaft für ihr Metier. JUNGE FILMEMACHER AUS SALZBURG sind erfolgreich auf dem Weg in die weite Welt des Kinos. Produktionen aus der Mozartstadt gewinnen zunehmend an Präsenz – und Preisen – bei den internationalen Festivals. Dahinter steckt nicht zuletzt eine traditionell förderliche Basis für bewegte Bilder. Text: Cay Bubendorfer

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K U N ST . K U LTU R

Feuilleton

I

m Salzburger Filmkulturzentrum DAS KINO sind die Vorbereitungen für das Extraprogramm zum 40-jährigen Bestehen angelaufen. Am 6. Juli wird das Sommerfestival „40 Jahre – 40 Filme“ eingeläutet, das einen Querschnitt durch vier Jahrzehnte im einzigen Programmkino der Stadt und somit ein Wiedersehen mit Meisterwerken der internationalen und österreichischen Filmkultur bietet; teilweise sogar in originaler 35-Millimeter-Version. Neben internationalen Autorenfilmen (grundsätzlich in Originalfassung) abseits des Mainstreams zeigt DAS KINO von Beginn an auch österreichisches und lokales Filmschaffen. Mit gutem Grund, wie Renate Wurm, Geschäftsführerin im DAS KINO, betont: „Die Zahl der Programmkinos schwindet, und Auftrittsmöglichkeiten sind rar. Wir sehen es als eine wesentliche Aufgabe unseres Hauses, eine Plattform und Drehscheibe für junge Filmemacher zu bieten.“ So passiert es dann auch mal, dass der Salzburger Regisseur und Drehbuchautor Adrian Goiginger, Jahrgang 1991, im DAS KINO anruft und sagt: „Ich habe einen super Film gemacht, der muss ins Kino. Spielt ihr den?“ DAS KINO spielte ihn. Obwohl zunächst kein potenter Filmverleih dahinterstand und der Name Goiginger bis vor kurzem nur Insidern bekannt war. Inzwischen ist sein erster abendfüllender Spielfilm „Die beste aller Welten“ – seine eigene Geschichte als Kind einer drogensüchtigen, zugleich unbeirrbar liebenden Mutter – mit einem „Bären“ der Berlinale und neun weiteren Preisen ausgezeichnet und läuft seit Herbst 2017 regulär in den großen Kinos.

NEUE BILDER IN BEWEGUNG Salzburg ist nicht Hollywood, die Nachwuchsszene dennoch hoch produktiv und vielfältig. „Das hat auch mit einem speziellen lokalen ‚Humus‘ für den Film zu tun“, meint Renate Wurm. „Zum einen gibt es ein dichtes Ausbildungsangebot. Die Uni Salzburg bietet einen AV-Schwerpunkt, die Fachhochschule Urstein eine Abteilung für MultiMediaArt, und schon die 15-Jährigen können im Zweig ‚Grafik & Medien‘ an der HTBL, der Höheren Technischen Bundeslehranstalt, in den Filmbereich starten. Letztlich hat es natürlich auch mit den handelnden Personen zu tun – und da gibt es einfach einige total engagierte Lehrer.“ Zum anderen sorgen etablierte Einrichtungen wie das Studio West als Produktionspartner oder das Filmforum Offscreen als professionelle Medienwerkstatt für essentielle Grundlagen; Jungfilmer bauen eigene Netzwerke auf, organisieren Studentenfilmfestivals und Wettbewerbe. Ein inzwischen überregional erfolgreiches Beispiel ist die Nachwuchs-

initiative Cinema Next, das Nachfolgeprojekt des Studentenfilmfestivals „film:riss“, das Dominik Tschütscher und Kollegen als Studenten an der Uni Salzburg 2001 gegründet haben. Als Partner der österreichischen Programmkinos bringt Cinema Next seit 2011 regelmäßig Filme der Nachwuchsgeneration auf die Leinwand – natürlich auch im DAS KINO Salzburg. Ein Team aus dem Umfeld des Community-TV-Senders FS1 organisiert seit dem Vorjahr wieder ein eigenes Salzburger Jungfilmfestival, die Juvinale. Last but not least haben sich die Kulturabteilungen von Stadt und Land Salzburg auf die gezielte Förderung von Nachwuchsfilmern eingeschworen. Subventionen gibt es etwa für die professionelle Ausarbeitung von Drehbüchern – „die erste, und somit essentiell bedeutsame Basis für eine erfolgreiche Produktion“ –, daneben gibt es konkrete Unterstützung bei der Verwertung von Filmen.

MOMENTE UND MENSCHEN UNTER DER LUPE „In Österreich, so auch in Salzburg, ist der Dokumentarfilm traditionell stark“, erzählt Renate Wurm. „Und seit dem Erfolg von Michael Moore’s ‚Bowling for Columbine‘ hat sich da auch in der Rezeption und beim Publikum viel getan. Dokus sind kein Nischenprogramm mehr; sie laufen jetzt ganz selbstverständlich in den internationalen Wettbewerben, bei den wichtigen Festivals – und sie füllen Kinosäle.“ Vor kurzem zu erleben war dies bei dem Dokumentarfilm „Atelier de Conversation“ von Bernhard Braunstein. Der Salzburger Filmregisseur hat aus den Begegnungen von Menschen aus aller Welt, die sich wöchentlich zum Üben der französischen Sprache in einer öffentlichen Bibliothek in Paris treffen, einen ebenso berührenden wie leisen Essay über das „Fremd-Sein“ gemacht, der u. a. mit dem ARTE-Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet wurde. Ihre Stärke beziehen die lokalen Dok-Filme häufig aus der sehr persönlichen Themenwahl und der individuellen Filmsprache. Wenn Richard Rossmann, geboren in Saalfelden, in „Ski Heil“ die Geschichte des Skisports zur NS-Zeit dokumentiert, gewinnt sie ihre Intensität aus der Tatsache, dass es zugleich die Geschichte seines Vaters ist. Dokumentarfilmerin Gabriele Hochleitner kommt den Menschen, über die sie filmisch erzählt, auf einzigartig zurückhaltende Weise näher – und bringt sie damit auch unmittelbar zu den Betrachtern. Regisseur Lukas Valenta Rinner, geboren in Salzburg, hat seine Filmkarriere in Argentinien begonnen. Sein ironischer Blick auf die Gesellschaft von Buenos Aires im Spielfilm „Die Liebhaberin“ brachte ihm, quasi aus dem Stand, den Großen Preis der renommierten Diagonale Graz.

„Das Leben ist vergleichbar mit einem Film.

Du entscheidest, ob du Regisseur bist oder bloß Statist.“ – Robin Müller

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FILM AB! Junger Film aus Salzburg bringt Bewegung ins Kino. Die Regisseure Bernhard Braunstein, Lukas Valenta Rinner, Richard Rossmann und ihre Kollegen gehören zur neuen Generation, die mit wachem Blick und individueller Handschrift für die ZUKUNFT DER FILMGESCHICHTE sorgt. Top of Salzburg proudly presents: Exemplarisch vorgestellte FILMEMACHER aus der Mozartstadt. Text: Cay Bubendorfer Fotos: Rainer Zola


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Große Leute

LUKAS VALENTA RINNER Regisseur

„Komfort langweilt mich.“ – Lukas Valenta Rinner SALZBURG, BARCELONA, BUENOS AIRES UND WIEDER ZURÜCK. Schon in Kürzestform

zeigt sich, dass die Biographie von Lukas Valenta Rinner eine „bewegliche“ ist. Nach dem Regiestudium in Spanien und Argentinien sorgte der 1985 in Salzburg geborene Filmemacher bereits mit seinem ersten Spielfilm „Parabellum“ für Aufmerksamkeit; für den folgenden Film „Die Liebhaberin“ gab es 2017 den Hauptpreis beim Grazer Filmfestival Diagonale. Beide Produktionen entstanden und spielen in Rinners Wahlheimat Argentinien. In seiner Filmsprache vereinen sich Traditionen der lateinamerikanischen und der österreichischen Film- und Kinokultur zu einer außergewöhnlichen Mischung: Der Blick auf die Merkwürdigkeiten der bourgeoisen Gesellschaft ist intensiv, aber nicht verächtlich, leiser Humor und eine Vorliebe für das Absurde gehören dazu. Lukas Valenta Rinner interessiert sich in seinen Filmregiearbeiten für Umbrüche und Veränderungen: Aus dem schüchternen Hausmädchen in „Die Liebhaberin“ wird eine Revolutionsführerin, die bequemen Städter in „Parabellum“ mutieren angesichts einer ungewissen Zukunft zu Kriegern. „Komfort langweilt mich“, bringt der Filmemacher sein Interesse bei der Arbeit auf den Punkt.

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BERNHARD BRAUNSTEIN Regisseur

„Ein Blick, frei von vorgefertigten Erwartungen, damit ich die Menschen neu entdecken kann.“ – Bernhard Braunstein

SEIN DOKUMENTARFILM „ATELIER DE CONVERSATION“ WIRD SEIT DEM ERSCHEINEN IM VORJAHR QUER DURCH EUROPA

bei namhaften Filmfestivals präsentiert und hat u. a. den ARTE-Dokumentarfilmpreis 2017 erhalten. Derzeit arbeitet Regisseur und Autor Bernhard Braunstein am Drehbuch für seinen nächsten Film. „Erstmals ein Spielfilm, aber mit dokumentarischem Zugang.“ Protagonisten sind zwei junge Männer, die neun Monate lang ihren Zivildienst in einer Pflegeeinrichtung leisten und aus dieser Zeit verändert herausgehen. Ein Thema, das Braunstein aus eigener Erfahrung kennt. Drehen will er an Originalschauplätzen, mit Laiendarstellern und unter Verzicht auf die im Spielfilm gebräuchliche „Hochglanz-Ästhetik“. Entscheidungen zur Form bereits in der frühen Entwicklungsphase sind für Braunstein, Jahrgang 1979, essentiell. Dabei spielen auch seine Erfahrungen und praktischen Kompetenzen als Cutter und als Ton- und Kameramann eine Rolle. Und auch im Spielfilm gilt für ihn, was seine Dokumentationen auszeichnet: „Eine neugierige, offene Haltung gegenüber den Mitwirkenden. Ein Blick, frei von vorgefertigten Erwartungen, damit ich die Menschen neu entdecken kann.“ Bernhard Braunstein, geboren 1979 in Salzburg, absolvierte seine Filmausbildung an der Universität Salzburg und in Paris. Seit seinen Studienzeiten arbeitet er wiederkehrend mit seinen Kollegen Martin Hasenöhrl und David Groß im Filmkollektiv „Schaller08“ zusammen.


K U N S T . K U LTU R

Große Leute

RICHARD ROSSMANN Regisseur

„Die entschleunigende Darstellung spielt eine wesentliche Rolle für mich.“ – Richard Rossmann

ALS RICHARD ROSSMANN 2009 SEIN ERSTES WERK ALS SELBSTSTÄNDIGER DOKUMENTARFILMER DREHTE, brachte er bereits jahrelange Erfahrung als Produktionsleiter für Film und Fernsehen mit. Es sei damals an der Zeit gewesen, seine eigenen Geschichten zu erzählen, meint der 1971 in Saalfelden im Bundesland Salzburg geborene Filmemacher. Seine Themen führten ihn nach Jahren in Hamburg und Berlin wieder zurück an seinen Herkunftsort. In seinem Regiedebüt „Ski Heil – Die zwei Bretter, die die Welt bedeuten“ zeichnet er das Leben seines Vaters als Ski-Pionier und Olympiateilnehmer zu NS-Zeiten nach. Es folgte eine Dokumentation über seine 100-jährige Großmutter und ihr Leben als Bäuerin seit Mitte der 1950er-Jahre. In seinem jüngsten Streifen „Äpfel und Birnen“ erzählt er von der archaischen Kunst des Schnapsbrennens, wie sie noch heute auf den Höfen rund um den Zeller See bewahrt wird. Einladungen zu internationalen Festivals und Preise – u. a der Preis für den besten europäischen Dokumentarfilm beim ÉCU-Filmfestival – begleiten seine Dokumentationen. Diese zeichnet eine unverwechselbare Filmsprache aus: „Ich versuche in meinen Filmen Alltag zu erzählen und dabei über die langfristig angelegte Beobachtung meiner Protagonisten ihre Geschichten in einen gesellschaftspolitischen Kontext zu stellen. Dabei spielt die entschleunigende Darstellung eine wesentliche Rolle für mich. Sie ist ein spannendes Stilmittel, um Realismus zu zeigen.“

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Fotos: Sprinz, A. Zwirchmayr, Morgenjungs, G. Hochleitner

WIE DIE BILDER LAUFEN LERNEN Spielfilme und Kurzfilme, Experimentelles und Dokumentationen: FILMEMACHER AUS SALZBURG spielen in allen Genres ganz vorne mit. Top of Salzburg lädt ein zum exemplarischen

Streifzug durch die Bilder- und Gedankenwelt der neuen, vielfach ausgezeichneten Regie-Generation. Text: Cay Bubendorfer

ADRIAN GOIGINGER Geboren 1991 in Salzburg, Studium „Szenische Regie“ an der Filmakademie Baden-Württemberg, Ludwigsburg, Mitbegründer der Filmproduktionsfirma 2010 Entertainment, freischaffender Drehbuchautor und Filmregisseur

Er ist der Shooting-Star der jungen Salzburger Filmszene. Adrian Goigingers Spielfilmdebüt „Die beste aller Welten“ steht seit der Premiere im Februar 2017 im Rahmen der Berlinale im Brennpunkt der internationalen Aufmerksamkeit, wird am laufenden Band mit Preisen dekoriert und tourt durch das weltweite Filmfestivalgeschehen. Die Geschichte, die er erzählt, ist seine eigene. Aus der Perspektive des Achtjährigen, Sohn einer drogensüchtigen, nichtsdestoweniger liebenden, fürsorglichen Mutter, die schließlich für ihr Kind wieder clean wird. Die „Liebe ohne Bedingungen“ sei sein Generalthema, auch für das nächste Filmprojekt, erzählt der Regisseur und minutiös arbeitende Drehbuchautor Adrian Goiginger. Der Stoff stammt wieder aus der Familiengeschichte, der Urgroßvater wird im Fokus stehen. In Zeiten standardisierter Erfolgspraktika-CVs von Mittdreißigern weckt der junge Filmemacher berechtigte Hoffnungen, dass doch noch eigenständig gedacht, beobachtet, berichtet und erzählt wird.


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Filmszene Salzburg

ANTOINETTE ZWIRCHMAYR

BERNHARD WENGER

GABRIELE HOCHLEITNER

Geboren 1989 in Salzburg, Studium „Video und Videoinstallation“ an der Akademie der Bildenden Künste Wien, Filmemacherin, Fotografie- und Videokünstlerin

Geboren 1992 in Salzburg, Studium der Filmwissenschaften, Studium „Regie und Produktion“ an der Filmakademie Wien, freier Filme- und Videomacher, häufige Zusammenarbeit mit Regiekollege Rupert Höller

Geboren 1969 in Salzburg, Studium der Fotografie in Rom, Filmstudium in Dortmund, freie Filmkünstlerin und Dokumentarfilmerin

Sechs Jahre lang hat Antoinette Zwirchmayr an der Trilogie „Woran ich mich erinnere“ (2017) gearbeitet. Gedreht auf 35-mm-Film, verhandelt sie darin ihre eigene Familienbzw. Lebensgeschichte – spektakulär und zugleich reduziert, ohne dramatische Szenen und voyeuristische Bilder, sondern in einem raffinierten Spiel aus Schwarzbildern und Stillleben, Tableaux vivants. Im ersten Teil steht der Großvater, einst berühmter Bordellbesitzer in Salzburg, im Mittelpunkt. Teil zwei widmet sich dem Vater; zuerst jugendlicher Bankräuber, später Besitzer einer Edelsteinmine in Brasilien. Und schließlich richtet sich der Fokus am Sehnsuchtsort Brasilien auf die Frauen der Familie – verwoben mit den Gedanken und der Stimme „des kleinen Mädchens, das ich gewesen sein könnte“. Eine fragmentarisch-experimentelle Autobiographie, die als Dokumentation berührt und dem Betrachter Raum für Assoziationen lässt. Neben der Filmkunst für die Kinoleinwand widmet sich Antoinette Zwirchmayr intensiv der Bewegtbild-Installationskunst.

In der Sparte Kurzfilm gibt es kaum ein europäisches Festival, bei dem er fehlt: Bernhard Wenger spielt virtuos mit dem Format Kurzfilm, das bestätigen bereits mehr als 70 internationale Preise. Im Spielfilm „Jungwild“ (2016) reichen ihm 16 Minuten, um dramaturgisch hoch spannend über einen Vater-Sohn-Konflikt zu erzählen. Der jüngste Streifen „Entschuldigung, ich suche den Tischtennisraum und meine Freundin“ (2018) ist – wie schon der Titel vermuten lässt – leicht skurril und erzeugt mit wenigen Worten und einem Protagonisten, der sich durch seine Umwelt treiben lässt, ein konzentriertes Kammerstück. Beim Max Ophüls Festival gewann der 23-Minuten-Film den Publikumspreis, bei der Diagonale in Graz den Preis für den besten Kurzspielfilm. Die Überzeugungskraft von Bernhard Wengers auf den „springenden Punkt“ verdichteten Drehbüchern zeigt sich nicht zuletzt darin, dass renommierte Schauspieler wie Cornelius Obonya, Julia Gschnitzer, Thomas Maurer oder Erwin Steinhauer für ihn vor die Kamera kamen.

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Lange Einstellungen, Schweigen erlaubt. Dokumentarfilmerin Gabriele Hochleitner lässt das Kinopublikum ihren aufrichtigen Respekt vor der Protagonistin ihres jüngsten Films „Wenn Gott will“ (2016) spüren. Die Dokumentation über die Flucht eines 17-jährigen Mädchens aus Gambia vor der dort gesellschaftlich sanktionierten weiblichen Genitalbeschneidung (FGM), über eine von (männlicher) Gewalt geprägte Fluchtroute bis ins Flüchtlingslager in Süditalien gerät zur stillen, umwerfenden Erzählung. Genauso unmittelbar und zugleich unaufgeregt bestürzend ihre Dokumentation „In der Kurve“ (2014), in der sie die verdrängte Geschichte einer Hetzjagd von ca. tausend SS-Leuten auf sechs NS-Regimeverweigerer erzählt, die sich auf Bauernhöfen in ihrer Heimat versteckt hatten; unter den „Kollateralschäden“ der brutalen Aktion der Tod einer ihrer Onkel als Unterstützer der Verfemten. Reduziert, möglichst nur mit Standkamera, nur wenn nötig mit einem extra Kameramann und Toningenieur, sucht Gabriele Hochleitner die Begegnung mit ihren dokumentarischen Protagonisten. Um ein „Gespräch zu ermöglichen, wo zuvor Rückzug war, um Raum zu geben für bisher Unsagbares“.


Fotos: Colorama Verlag, Residenz Verlag, Verlag Anton Pustet

BESONDERS Prächtig, facettenreich und geschichtsträchtig: Top of Salzburg lädt zu einer LITERARISCHEN REISE durch die Mozartstadt ein. Text: Eva Goldschald

MUSIK ZUM LESEN

AUF VIER RÄDERN

„Ohne die Wiener Philharmoniker gäbe es zwar Festspiele in Salzburg, es wären aber nicht die Salzburger Festspiele.“ So bringt es Helga Rabl-Stadler – Präsidentin dieses international bedeutenden Festivals der klassischen Musik und darstellenden Kunst – auf den Punkt. Autor Clemens Hellsberg, Musiker und Historiker, behandelt in seinem Buch den besonderen Stellenwert der Mozartstadt in der Geschichte der Wiener Philharmoniker sowie vice versa: 1920 spielten diese ein Benefizkonzert für die finanziell notleidende Salzburger Festspielhausgemeinde und brachten zwei Jahre später Opernaufführungen zu den Festspielen. Die Wiener gaben das Niveau vor, für das die Salzburger Festspiele heute berühmt sind. Auf knapp 240 Seiten – versehen mit Abbildungen aus der Historie, von Schriftstücken und alten Konzertplakaten – entführt der Autor auf eine musikalische Reise zurück zu den Anfängen.

Jutta Baumgartner, Knut Rakus und Siegfried C. Strasser machen mit ihrem Bildband eine Zeitreise bis ins Ende des 19. Jahrhunderts, als das Automobil langsam Salzburgs Straßen eroberte. Wie haben sich die Modelle über die Zeit bis heute verändert? Was waren die spannendsten Neuerungen und wer waren die treibenden Persönlichkeiten dahinter? Anhand von historischem Bildmaterial geben die Autoren einen Überblick und berichten auch über so manch kurioses Ereignis, wie über Salzburgs ersten Autounfall oder die verwirrende Regelung der Links- und Rechtsfahrordnung. Ebenso stehen technische Entwicklungen von Auto und Motorrad im Fokus. Ein Kapitel beschäftigt sich zudem ausgiebig mit geschichtsträchtigen Rennen auf den Gaisberg, den Großglockner oder am Salzburgring. In kurzen Porträts stellen die Autoren beeindruckende Größen der Geschichte der Fahrzeugtechnik vor.

Eine glückhafte Symbiose – Die Wiener Philharmoniker und die Salzburger Festspiele, Clemens Hellsberg, Residenz Verlag

Jedermann fährt – Über die Motorisierung in Salzburg von den Anfängen bis heute, Jutta Baumgartner, Knut Rakus und Siegfried C. Strasser, Colorama Verlag


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Ausgewählt

„In Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit.” – Thomas Carlyle

WENN MAUERN FLÜSTERN

HISTORISCH WERTVOLL

Über Jahrhunderte hinweg herrschten die Fürsterzbischöfe über Salzburg. Sie ließen prächtige Gebäude errichten, die spannende Geschichten erzählen und ihre Betrachter immer wieder staunen lassen. Dieser wunderschöne Bildband gibt einen umfassenden Überblick über pompöse Architektur inmitten exklusiver Lage. Erbaut an den schönsten Plätzen des Landes, gibt vor allem die Festung Hohensalzburg den Ton an, gefolgt von den Bollwerken in Werfen, Mauterndorf oder Tittmoning. Weiters beeindrucken die Barockarchitektur Salzburgs sowie die idyllischen Plätze außerhalb der Mozartstadt – wie Hellbrunn, Kleßheim oder Fuschl. Auf knapp 300 Seiten entführt Autor Siegfried Hetz seine Leser auf eine Entdeckungsreise zu 100 Burgen, Schlössern und Klöstern ins Salzburger Land, in Teile Tirols sowie in den Rupertiwinkel im angrenzenden Bayern.

Bereits im Hochmittelalter war sie Handels- und Verkehrsmittelpunkt der Stadt, 1507 erhielt sie mit dem Rathaus ein zentrales, öffentliches Gebäude: Die Getreidegasse ist – auch, weil sie mit Mozarts Geburtshaus eine große Attraktion der Stadt beherbergt – einer der meistbesuchten Orte Salzburgs. Der erste Teil dieses Buches befasst sich mit der Geschichte: Ao. Univ.Prof. DDr. Gerhard Ammerer beschreibt die Entstehung und Entwicklung der Gebäude und gibt einen Einblick in den Alltag der Bewohner sowie in die Geschäfte der Gasse. Im Anschluss geht Mag. Jutta Baumgartner auf die veränderten Besitzverhältnisse wie auch auf die unterschiedliche Nutzung der Räumlichkeiten über die Jahrhunderte ein. Eine spannende Zeitreise zurück zu den Anfängen, veranschaulicht durch authentisches Bildmaterial – zum Nachlesen, Schmökern und Wieder-ins-Gedächtnis-Rufen.

Mit Macht und Pracht – Burgen, Schlösser und Klöster im fürsterzbischöflichen Salzburg, Siegfried Hetz, Verlag Anton Pustet

Die Getreidegasse – Salzburgs berühmteste Straße, ihre Häuser, Geschäfte und Menschen, Gerhard Ammerer, Jutta Baumgartner, Colorama Verlag 52 . 53


Fotos: Sommerszene Salzburg/Jens Sethzman, Krzysiek Krzysztofiak, Widhi Cahya

E I N FA C H GESCHICH T EN ERZÄHLEN L ASSEN Als Intendantin der SOMMERSZENE SALZBURG bringt Angela Glechner jedes Jahr zu Sommerbeginn die Avantgarde der Tanz- und Performanceszene nach Salzburg. Virulente gesellschaftliche Themen, poetische Körpersprache und ironisierende Ansagen beim zwölftägigen PERFORMING ARTS FESTIVAL standen im Juni 2018 unter dem verbindenden Titel „This Way“. Text: Cay Bubendorfer

Hautnah, dennoch abstrakt, eröffnete die dänische Choreographin Mette Ingvartsen die Sommerszene mit „to come (extended)“.


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Feuilleton

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ntstanden ist das Festival Sommerszene vor mehr als 30 Jahren; zu einer Zeit, in der man in Salzburg den Kulturbegriff hauptsächlich noch mit der sogenannten Hochkultur gleichsetzte und die avancierten, zeitgenössischen Kunstformen vorsorglich in eine ferne Schublade steckte, versehen mit warnenden Etiketten wie „Subkultur“ oder „Gegenkultur“. Längst ist die absurde Trennung aufgehoben und die Sommerszene als Festival für zeitgenössischen Tanz und theatrale Formen etabliert – sowohl in Salzburg als auch in der internationalen Wahrnehmung. Seit Juni 2012 verantwortet Angela Glechner das Programm. Wenn man ihre „besonderen Merkmale“ zusammenfassen wollte, könnte sich das vielleicht so anhören: irritieren, den Blick auf die Gegenwart mit den Ausdrucksmitteln der Kunst neu und wach machen, Vergnügen an der Ausdruckskraft von Körpern finden. „Mein erster Zugang zur Kunst war die Literatur“, sagt Angela Glechner. „Dann Film und schließlich Theater und der Tanz. Alles Dinge, wo einfach Geschichten erzählt werden. Mein Zugang zur Choreographie ist letztlich von der Vorstellung geprägt, dass Körper sprechen können. Aus dieser subjektiven Perspektive lese ich auch ganz abstrakte oder formale Tanzstücke als Geschichten, die eine gewisse Dauer brauchen, einen Aufbau, der mich in die Erzählung mitnimmt.“ Einen Kernbereich im Programm 2018 bildete die Auseinandersetzung mit der aktuellen gesellschaftlichen Debatte zum Themengeflecht Sexualität, Rollenbilder und Macht, bzw. zum Machtgefälle zwischen den Geschlechtern. Die dänische Choreographin Mette Ingvartsen untersuchte in der Eröffnungspremiere „to come (extended)“ das unfreiwillige Ineinandergreifen von Öffentlichkeit und Privatheit: Die in Magazinen und auf Plakaten in der Konsumwelt allgegenwärtigen sexualisierten Körper wurden in ihrem Stück zu abstrakten Wesen, weil die 15 Tänzerinnen und Tänzer anstelle von nackter Haut (zunächst) blaue Ganzkörperhüllen trugen. „Glücklicherweise gibt es jetzt auch viele Frauen in der Tanz- und Performanceszene, die solche Themen aufgreifen.“ Eingeladen hat Angela Glechner deshalb auch die vielfach ausgezeichnete polnische Regisseurin Marta Górnicka. Sie dirigierte in ihrem Theaterabend „Magnificat“ einen Chor von 23 Frauen, die aufgebrochen sind, dem traditionellen Frauenbild den Kampf anzusagen. Ausgangspunkt: die Jungfrau Maria, Sinnbild der katholisch geprägten Sicht auf Weiblichkeit. Rhythmisches gemeinsames Sprechen und sakrale Musik legten den markanten Soundtrack, in dem sich aber auch die einzelnen Stimmen der Frauen erhoben. Ein Abend von gleichermaßen poetischer wie politischer Kraft. Wie junge Frauen in ganz anderen kulturellen Umgebungen aus den ihnen auferlegten Rollen ausbrechen, ließ der internationale Star-Choreograph Eko Supriyanto sehen. Seine fünf indonesischen Tänzerinnen eigneten sich in „Balabala“ Elemente der traditionellen Kampfkunst „Pencak Silak“ und traditionell männlicher indonesischer Kriegstänze an – und bahnten sich damit sanft, aber dennoch selbstbewusst den Weg in neue Freiräume. Mit dem – in Zeiten von „me too“ – natürlich virulenten Thema Macht, Geschlecht und Sexualität aus unterschiedlichen, internatio54 . 55

Frauen proben im Chor den Aufstand in „Magnificat“, einem Stück der polnischen Regisseurin Marta Górnicka.


Sanft und selbstbewusst bahnen sich die Tänzerinnen in der Choreographie „Balabala“ von Eko Supriyanto ihren Weg.

nalen Perspektiven wollte es Angela Glechner für die Sommerszene aber nicht bewenden lassen. „Ein Schwerpunkt ist gut, aber ich wollte trotzdem kein monothematisches Festival. Denn ich sehe es auch als meinen Auftrag, die lokale Szene in das internationale Umfeld unseres Festivals mit einzubinden. Mit der Salzburg Experimental Academy of Dance, kurz SEAD, hat Salzburg eine weit über die Grenzen hinaus renommierte Ausbildungsstätte für zeitgenössischen Tanz, eine Art ‚Brutkasten‘, in dem regelmäßig die Basis für bedeutende Karrieren gelegt wird. Diesen ‚Humus‘ in der eigenen Stadt soll man kennen und sichtbar machen.“ Hundert junge Tanzstudierende des SEAD und Mitglieder des hauseigenen Ensembles „Bodhi Project“ präsentierten deshalb bei der Sommerszene einen Abend unter dem Titel „100 invasions ... bodies matter“, der sich fulminant von den Akademieräumen ausgehend in die umgebende „Kulturmeile Schallmoos“ ausbreitete. Weil die Intendantin stets auch den Kontakt und Konnex mit benachbarten Sparten und Künsten sucht, war auch das Salzburger Medienkunstkollektiv „gold extra“ erstmals mit einer interaktiven Performance in der Sommerszene präsent. Mit „Stranger Home“ stellten sie die

Ortskenntnisse des Publikums bei einer Fahrt im „Bus ohne Aussicht“ auf den Prüfstand – und evozierten auf einem multimedialen Trip die Freude am Entdecken des Fremden. Und ganz klar: Wer provokante, unerhörte, wenn auch im Leben des 21. Jahrhunderts alltägliche Themen auf die Bühne bringt, der weckt auch Bedarf an Diskussion und gemeinschaftlicher Reflexion. Diesem Bedürfnis begegnete die Sommerszene 2018 in der begleitenden Reihe „Im Gespräch“ mit Künstlergesprächen, Einführungen, Lectures und dem offenen Treffpunkt in der Escobar, dem Gastro-Bereich im eigenen Haus „republic“. Dazu noch ein erzählerisches i-Tüpfelchen: Der Wiener Künstler und Autor Julius Deutschbauer hat auf Einladung der Sommerszene seine höchstpersönlichen Erlebnisse bei sämtlichen Aufführungen in einem täglichen erscheinenden Festival-Blog erzählt. Unter dem Titel „Heute dreimal in die Sommerszene gefallen“ beschrieb er seine Beobachtungen vom Geschehen – nicht nur – auf der Bühne. Pointiert, subjektiv, erhellend. Nachzulesen sind seine literarischen Gedanken über theatrale Geschichten auf www.szene-salzburg.net.


FOTO & VIDEO | KAMERAS FOTOZUBEHÖR | TV GERÄTE | SOUND FOTO SERVICE | PROFI-EQUIPMENT PASSBILDER | WAND-DEKO

Da wo die Profis sind. www.kuecher.com #dawodieprofissind #da wo die profis sind Foto Video Kücher Gesellschaft m.b.H

Linz, Mozartstr. 27 Salzburg, Innsbrucker Bundesstr. 73 Salzburg, Vogelweiderstr. 66 Foto Video Kücher Gesellschaft m.b.H


Fotos: Salzburger Festspiele/Franz Neumayr, Kolarik

„Kunst ist ein reales Erlebnis im Hier und Jetzt. Eine Aufführung lässt sich nur erleben, wenn man sich analog, physisch in die Vorstellung begibt, sich die Zeit nimmt und diese exklusiv dem Hören und Sehen widmet.“ – Lukas Crepaz


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Feuilleton

EIN EPIZENTRUM DES BESONDEREN Das „Unternehmen“ Salzburger Festspiele funktioniert auf höchstem Niveau. Seit April 2017 hält LUKAS CREPAZ als kaufmännischer Direktor die finanziellen Fäden des künstlerischen Großbetriebes in Händen. Top of Salzburg hat ihn zum Gespräch gebeten. Text: Cay Bubendorfer

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eine erste Reaktion auf die Bestellung nach Salzburg sei große Freude gewesen, wieder nach Hause zu kommen, sagt der gebürtige Tiroler Lukas Crepaz, nach zehn reichen Erfahrungsjahren in Deutschland, davon sechs Jahre als Geschäftsführer der Ruhrtriennale. „Salzburg ist sozusagen genauso Heimat für mich, weil Österreich ja klein ist.“ Dass er beruflich im Bereich von Kunst und Kultur tätig sein will, stand für den Sohn einer von Musik und Kunst geprägten Familie immer außer Zweifel. Dennoch, oder vielleicht gerade deshalb, entschied er sich für ein klassisches Studium der Wirtschaftswissenschaften – „kein Kulturmanagement, keine Event-Ausbildung“ – und erwarb sich damit wohl die besten Voraussetzungen für die kaufmännische Leitung eines Festivals in der Größenordnung der Salzburger Festspiele. „Dass die Salzburger Festspiele nicht nur künstlerisch ein ‚Epizentrum des Besonderen‘ sein sollten, hat schon Max Reinhardt vor mehr als hundert Jahren in seiner Denkschrift zur Errichtung eines Festspielhauses formuliert. Er sprach ganz dezidiert vom ‚Unternehmen Festspiele‘, das auch ökonomischen Nutzen für die 1917 von Krieg und Armut gebeutelte Stadt Salzburg bringen sollte.“ Tatsächlich ist der Salzburger Festspielfonds als Träger einer der größten Arbeitgeber sowie Steuer- und Umsatzbringer in der Festspielstadt, wie die regelmäßig durchgeführten Analysen der Salzburger Wirtschaftskammer belegen. Das Ergebnis des jüngsten Reports in Kurzform: 183 Millionen Euro Wertschöpfung in Salzburg und 215 Millionen Euro in ganz Österreich – jährlich. Lukas Crepaz erläutert dazu: „Das erste Mal wurde jetzt nicht die Umwegrentabilität, sondern die gesamte Wertschöpfung, die durch die Festspiele ausgelöst wird, erfasst. Neben den direkt messbaren wirtschaftlichen Effekten – Übernachtungen und Gastronomie, Einkäufe, in Anspruch genommene Dienstleistungen und natürlich Kauf von

Festspielkarten durch die Gäste – geht es hier auch um die Sicherung von rund 2.800 Arbeitsplätzen in Salzburg, bzw. 3.400 Jobs in ganz Österreich, und last but not least um die damit verbundenen Steuerleistungen.“ Quasi als Nebeneffekt stellt sich die außerordentliche Dichte an Sterne- und Haubenlokalen und hochwertigen Traditionsbranchen ein – die so genannte intangible, nicht direkt messbare aber dennoch effektive Impulse für den Wirtschafts- und Tourismusstandort Salzburg bringen. Aber zurück zum Konkreten: Was hat der kaufmännische Direktor der Salzburger Festspiele zu tun? Wie unterscheiden sich diese Aufgaben von Aufgaben anderswo? „Der große Unterschied zu meinem vorigen Aufgabenfeld bei der Ruhrtriennale sind die eigenen zentralen Spielstätten: das große Festspielhaus, das Haus für Mozart, die Felsenreitschule, die Foyers und Lounges, dazu die Werkstätten. Die Bühnenbilder, Ausstattungen und Kostüme für die Festspielproduktionen entstehen fast ausnahmslos in unseren eigenen Werkstätten – heuer für fünf Opern- und vier Schauspiel-Neuinszenierungen. Einerseits ist es großartig, nicht als Mieter mit den Gegebenheiten fremder, temporärer Orte umgehen zu müssen; auf der anderen Seite trägt man für die eigene Immobilieninfrastruktur enorme Verantwortung. Bis 2021 müssen derzeit sicherheitstechnische Sanierungen im Festspielhaus umgesetzt werden – bei laufendem Betrieb. Eine riesige logistische Herausforderung, weil wir ja nicht nur die eigenen Veranstaltungen der Pfingst- und Sommerfestspiele haben, sondern dazu noch rund 200 Gastveranstaltungen pro Jahr. Natürlich ist das auch finanziell ein Großprojekt, mit einer Gesamtinvestition von 22,5 Millionen Euro, wovon wir mehr als ein Drittel aus Eigenmitteln bestreiten können.“ Womit wir bei einem zentralen Thema gelandet sind: Mit rund 75 Pro-

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„Dann sehen wir, wofür wir das ganze Jahr gearbeitet haben.“ 206 Aufführungen stehen 2018 auf dem Programm, rund 224.000 Tickets wurden dazu aufgelegt.

zent Eigenfinanzierung, davon knapp 46 Prozent aus Karteneinnahmen, liegen die Salzburger Festspiele im kontinentaleuropäischen Spitzenfeld. „Eine Besonderheit ist dabei sicher, dass unser größter Hauptsponsor der Verein ,Freunde der Salzburger Festspiele‘ ist – also lauter Einzelpersonen, die in Summe durch ihre Beiträge jedes Jahr durchschnittlich 2,4 Millionen Euro zum Programm der Festspiele beisteuern.“ Diese außergewöhnlich starke Teilhabe von Menschen aus Salzburg, und darüber hinaus auch von Mitgliedern der internationalen Freunde-Vereine, stehe ebenfalls ganz im Zeichen der Gründeridee von Max Reinhardt, sagt Lukas Crepaz. „Die Idee der Festspiele als Friedensprojekt ist ja entstanden, während der Erste Weltkrieg tobte; als gemeinsame Unternehmung von Künstlern und Bürgerschaft konnten sie dann Wirklichkeit werden. Auch heute sind es engagierte Salzburger Persönlichkeiten, wie Heinrich Spängler als Vorstand des Freunde-Vereins, die für diese kontinuierlich starke Beziehung zwischen den Menschen und den Festspielen sorgen. Das künstlerische Ziel der Salzburger Festspiele, ein „Epizentrum des Besonderen“ zu sein, steht außer Frage. Verwirklichen lasse sich das in einem fruchtbaren Aushandlungsprozess zwischen Intendanz, Präsidium und kaufmännischer Leitung, sagt Lukas Crepaz. „Ich sehe mich im Prozess der Programmentwicklung als Sparringspartner von Markus Hinterhäuser und Helga Rabl-Stadler. Denn natürlich treffen unterschiedliche Logiken aufeinander. Aber die gängige Behauptung, es herrsche ein Krieg ,Geld gegen Kunst‘, ist ein Vorurteil, mit dem man aufräumen muss. Meine Aufgabe könnte ich als eine Übersetzungsfunktion zwischen den verschiedenen Logiken – Verwaltung, Kunst, Logistik – beschreiben. Es geht darum, gemeinsam ein Programm zu ermöglichen.“ Und jenseits der Finanzierungsfragen für Pfingst- und Sommerfestspie-

le sei die strategische Entwicklung der Festspiele als Unternehmen ein wichtiger Faktor für das Direktorium geworden. „Wir sehen aktuell vier kapitale Herausforderungen. Wie auch andere Betriebe stellen wir uns der Frage, wie wir mit der Digitalisierung unserer Welt umgehen – was soll Oper 4.0 sein? Kunst ist ein reales Erlebnis im Hier und Jetzt. Eine Aufführung lässt sich nur erleben, wenn man sich analog, physisch in die Vorstellung begibt, sich die Zeit nimmt und diese exklusiv dem Hören und Sehen widmet. Dennoch gehört die Digitalisierung zu unserer heutigen Welt. Wir nutzen sie, indem wir sie in organisatorischen Prozessen und für die Zugänglichkeit der Festspiele – Karten, Informationen etc. – einsetzen. Dazu kommt die Frage: Wie organisieren wir uns, damit wir die zunehmenden Reglementierungen erfüllen können? Und natürlich die laufende Sanierung der Festspielhäuser und das Generalthema Finanzierung.“ Salzburg ist seit rund eineinhalb Jahren nicht nur Arbeits-, sondern auch Lebensort für Crepaz. Was gab es in der Mozartstadt jenseits des Festspielbetriebs zu entdecken? „Zum Ersten sind die Lebensqualität und die Schönheit der Stadt fantastisch, gerade auch mit Familie. Zum Zweiten hat mich die Dichte, das wirklich breite kulturelle Angebot das ganze Jahr hindurch überrascht. Die Trennung von Hochkultur und alternativen, freien Kulturinitiativen halte ich ohnedies für überkommen. Alle haben dasselbe Ziel: Machen wir gute Kunst! Dennoch erlebe ich Salzburg während der Festspielzeit als nochmals anders; da ist die ganze Stadt von einer vibrierenden künstlerischen, aber auch familiären Atmosphäre erfüllt. Und aus Sicht der kaufmännischen Leitung liebe ich natürlich die Zeit der Aufführungen als ‚Erntezeit‘ – wenn wir sehen, wofür wir das ganze Jahr gearbeitet haben.


Fotos: Festspiele Salzburg/Monika Rittershaus

IM ZEICHEN DER LEIDENSCHAFT „Passion, Ekstase und Leidenschaft “ – mächtige Gefühle, die sich dem rationalen Denken entziehen und die Welt ganz gehörig in Aufruhr versetzen können – stellt Intendant Markus Hinterhäuser in den Mittelpunkt der SALZBURGER FESTSPIELE 2018. An 42 Tagen stehen insgesamt 206 Aufführungen in den Sparten Oper, Schauspiel und Konzert auf dem Programm. Text: Cay Bubendorfer

IRRUNGEN UND WIRRUNGEN

SPIEL AM ABGRUND

Als „organisierten und vollständigen Wahnsinn“ bezeichnete der Schriftsteller Stendhal die Musik von Rossinis Oper „L’Italiana in Algeri“, die ihre Premiere bei den Pfingstfestspielen erlebte und im Sommer wieder aufgenommen wird. Wenn Rossini die Verwirrung der Figuren, die in einer Art irrwitzigem „Clash of Cultures“ aneinandergeraten, erstarren und zu Marionetten werden, beschreibt, kommt das komische Genie des Komponisten zu voller Blüte. Die Geschichte vom alternden Macho Mustafà, der die junge, bei einem Schiffbruch gestrandete Isabella entführt und zu seiner Geliebten machen will, dabei aber von der selbstbewussten Italienerin grandios ausgetrickst wird, verlegt das Salzburger Regieteam in die Gegenwart. Geschlechterrollen- und Kulturklischees von heute sorgen für zusätzliche komödiantische Highlights. Unvergleichlich wieder Cecilia Bartoli – heuer zum siebten Mal künstlerische Leiterin der Pfingstfestspiele – in der Titelrolle.

Insgesamt acht Opernproduktionen setzen sich heuer aus unterschiedlicher Perspektive mit gefühlten Abgründen und mächtigen Obsessionen auseinander, darunter Tschaikowskys Oper „Pique Dame“. Die literarische Vorlage bildet die gleichnamige Novelle von Puschkin; der russische Dichter hatte das scharf umrissene Psychogramm eines jungen Offiziers, der sich im Sog des Kartenspiels und der Liebe verliert, im Jahr 1833 innerhalb weniger Tage und „in kalter Wut“ niedergeschrieben. Tschaikowsky hat diese Zerrissenheit in seine Musik übertragen. Als Regisseur von „Pique Dame“ kehrt der große Hans Neuenfels nach 17 Jahren zu den Festspielen zurück. Wer seine Inszenierung der „Fledermaus“ noch in Erinnerung hat, weiß, dass von ihm Außergewöhnliches zu erwarten ist. Ein hochkarätiges Sänger-Ensemble, die Wiener Philharmoniker und der Staatsopernchor musizieren unter Leitung von Mariss Jansons.

„L’ITALIANA IN ALGERI“

Wiederaufnahme – Premiere am 08.08.2018, Haus für Mozart

„PIQUE DAME“

Premiere am 05.08.2018, Großes Festspielhaus


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Veranstaltungen

MUSIK FÜR DIE SEELE

SCHWARZ WIE TINTE

Die „Ouverture spirituelle“, mittlerweile nicht mehr wegzudenkender Prolog zum Festspielprogramm, steht heuer unter dem Titel „Passion“ und versammelt Werke, die die vielschichtigen Bedeutungen des Begriffes „Passio“, der leidenschaftlichen Hingabe, ausleuchten. Ein eigener Schwerpunkt gilt dabei der russischen Komponistin Galina Ustwolskaja, deren Werk von Leid und Leidenschaft charakterisiert ist. Das Herzstück, die sechs Klaviersonaten, spielt Festspielintendant und Pianist Markus Hinterhäuser im Rahmen der Ouverture am 22. Juli.

Ganz neu auf die Bühne kommt die Dramatisierung des mit dem Man Booker Prize ausgezeichneten Romans „Kommt ein Pferd in die Bar“ von David Grossman. Die Hauptfigur ist der abgehalfterte Stand-up-Comedian Dov Grinstein, der mit brachialem Humor um die Gunst des Publikums kämpft und bei seinem Auftritt zugleich mit seinem Leben, seiner Familie und seinem Jugendfreund abrechnet. Das Kammerspiel ist wunderbar besetzt mit Mavie Hörbiger und Samuel Finzi.

„OUVERTURE SPIRITUELLE“

20.-28.07.2018

Premiere am 08.08.2018, republic

EINE UNMORALISCHE GESCHICHTE

VOM LEBEN UND STERBEN

1643 wurde „L’incoronazione di Poppea“, die letzte Oper von Claudio Monteverdi, uraufgeführt. Für die Festspiele inszeniert Jan Lauwers, legendärer Theatermacher und Gründer des belgischen Kunstkollektivs Needcompany, die exzessive Liebesgeschichte zwischen dem egomanischen Kaiser Nero und seiner machthungrigen Geliebten Poppea. Tyrannisch, intrigant und buchstäblich über Leichen gehend sind beide – dies alles vor dem Hintergrund von Monteverdis herrlichster Barockmusik. William Christie dirigiert Les Arts Florissants.

Vier Neuinszenierungen umfasst das Schauspielprogramm im Sommer 2018, zudem Schauspiel-Recherchen und Lesungen und selbstverständlich „das“ Festspielstück – den „Jedermann“ auf dem Domplatz. Regisseur Michael Sturminger vertieft seine Inszenierung von 2017 mit dem neuen musikalischen Leiter und Komponisten Wolfgang Mitterer und zielt dabei auf eine zeitgenössische Lesart des Klassikers von Hugo von Hofmannsthal ab. Den „Jedermann“ gibt wie im Vorjahr Tobias Moretti, seine Buhlschaft ist die quirlige Stefanie Reinsperger.

„KOMMT EIN PFERD IN DIE BAR“

„L’INCORONAZIONE DI POPPEA“

„JEDERMANN“

Premiere am 12.08.2018, Haus für Mozart

Premiere am 22.07.2018, Domplatz

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Foto: Museum der Moderne Salzburg

EREIGNISREICH Salzburg ist Kult(ur)stadt! Und auch 2018 überrascht sie wieder mit abwechslungsreichen Veranstaltungen in den Bereichen, KUNST, MUSIK UND THEATER. Die folgenden Seiten geben einen Überblick über Sehens-, Hörens- und Wissenswertes.

Text: Alexandra Hawel, Eva Goldschald

MUSEEN UND GALERIEN AKTIV

GESCHICHTSTRÄCHTIG

INDIVIDUELL

KÜNSTLERISCH

Zahlreiche Kunstwerke unterschiedlicher Schöpfer sind auf teils versteckten Pfaden durch die Salzburger Altstadt zu entdecken und machen Kunst fühlbar. Die Künstler setzten sich auf unterschiedliche Weisen mit der Mozartstadt auseinander und schufen so einen einzigartigen Rundgang mit Fokus auf zeitgenössische Kunst.

In Mozarts Geburtshaus und im Mozart-Wohnhaus wird das Musikgenie wieder zum Leben erweckt. Tradition und Moderne werden hier kunstvoll miteinander verwoben: zwei Museen, die Mozart anhand von Ausstellungen, Konzerten und Filmvorführungen erlebbar machen.

Ein flexibel gestaltbarer Raum, der auf rund 270 Quadratmetern Platz für Kunstwerke aller Art bietet, findet sich in unmittelbarer Nähe zum Fotohof. Die Stadtgalerie Lehen widmet sich vor allem der zeitgenössischen Kunst und plant jährlich sechs vielfältige Ausstellungen.

Ein repräsentativer Gründerzeitbau, das Salzburger Künstlerhaus, ist Heimat des Salzburger Kunstvereins. Bei freiem Eintritt können unterschiedliche Ausstellungen und Veranstaltungen internationaler und österreichischer Künstler besucht werden. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Mozart-Museen Stadtgalerie Lehen

Salzburger Kunstverein

www.salzburgfoundation.at

Getreidegasse 9 und Makartplatz 8, 5020 Salzburg, www.mozarteum.at

Inge-Morath-Platz 31, 5020 Salzburg, www.stadt-salzburg.at

Hellbrunner Straße 3, 5020 Salzburg, www.salzburger-kunstverein.at

PRÄCHTIG

ABWECHSLUNGSREICH

BILDGEWALTIG

AVANTGARDISTISCH

Kunst, Architektur und Musik verschmelzen zu einer prachtvollen Erlebniswelt mit rund 2.000 Exponaten. Ein Rundgang durch das DomQuartier entführt in die barocke Welt des fürsterzbischöflichen Salzburg. Wechselnde Sonderausstellungen ergänzen das Programm des außergewöhnlichen Museums.

An unterschiedlichen Ausstellungsorten des Salzburg Museums wird die Kunst- und Kulturgeschichte Salzburgs eindrucksvoll aufbereitet und bearbeitet. Wechselnde Sonderausstellungen ergänzen das vielfältige Programm der Museumsstandorte, zu denen unter anderem die Neue Residenz zählt.

Fotografie als Kunstform: Im Fotohof im Salzburger Stadtteil Lehen steht Fotografie als künstlerisches Bildmittel, aber auch als massenmediales Medium im Fokus. Jährlich stehen etwa sieben Ausstellungen am Programm, die durch variationsreiche Wanderausstellungen ergänzt werden.

Zeitgenössische Kunst in entsprechender Atmosphäre erleben – das ermöglicht die Galerie Frey. Avantgardistische Ausstellungen, kreative Installationen und inspirierende Werke heimischer und internationaler Künstler können hier in Ruhe bestaunt und interpretiert werden.

Walk of Modern Art

DomQuartier

Salzburg Museum

Fotohof

Galerie Frey

Residenzplatz 1, 5020 Salzburg, www.domquartier.at

Mozartplatz 1, 5020 Salzburg www.salzburgmuseum.at

Inge-Morath-Platz 1-3, 5020 Salzburg, www.fotohof.at

Erhardplatz 3, 5020 Salzburg, www.galerie-frey.com


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Ausgewählt

TRADITIONSTRÄCHTIG

EXPERIMENTELL

VIELFÄLTIG

FACETTENREICH

Der Fokus der Galerie liegt auf Werken der internationalen und österreichischen Moderne wie auch auf der Präsentation österreichischer Künstler bis in die Gegenwart. Die Hallen des Palais Kuenburg bieten das optimale Ambiente für die regelmäßig wechselnden Ausstellungen.

Ob bereits international bekannt oder gerade erst noch am Anfang: die Galerie bietet Künstlern aller Art eine Plattform, ihre Kunst lebendig zu präsentieren. Von Installationen bis hin zu großformatigen Arbeiten und Objekten findet in den großzügigen Räumlichkeiten alles seinen Platz.

Die Galerie von Mario und Waltraud Mauroner kann bereits auf über 45 Jahre Bestehensgeschichte und auf ein eindrucksvolles Portfolio an Künstlern zurückblicken. Neben klassischen Kunstwerken finden auch Skulpturenprojekte und Installationen einen Präsentationsort.

Das Museum der Moderne teilt sich auf zwei Standorte auf: Das Rupertinum im Herzen der Altstadt bietet der barocken Kunst ein Zuhause, während auf dem Mönchsberg die moderne Kunst im zeitgenössischen Rahmen präsentiert wird. Ein wahrer Blickfang ist das mit lokalem Marmor vom Untersberg verkleidete Gebäude am Salzburger Stadtberg. Insgesamt befinden sich rund 55.000 Werke in der Obhut des Museums. Darunter finden sich neben Arbeiten auf Papier, die einen Schwerpunkt bilden, auch Fotografien, Gemälde, Skulpturen und Installationen. Ab November 2018 widmet sich eine Ausstellung am Standort Mönchsberg dem österreichischen Künstler Oskar Kokoschka.

MAM Contemporary Art

Galerie Welz

Sigmund-Haffner-Gasse 16, 5020 Salzburg, www.galerie-welz.at

Ignaz-Harrer-Straße 38, 5020 Salzburg, www.eboran.at

Residenzplatz 1, 5020 Salzburg, Ignaz-Rieder-Kai 9, 5020 Salzburg, www.galerie-mam.com

KREATIV

EHRWÜRDIG

JUNG

Kreativität wird bei den ARTgenossen großgeschrieben: Der Verein für Kulturvermittlung setzt sich zum Ziel, Kunst und Kultur anspruchsvoll und lustvoll zu verpacken. Ein vielfältiges Programm mit Ausstellungen und Workshops fördert die eigene Kreativität.

Die Salzburger Landesgalerie wartet in den ansprechenden Räumen des Traklhauses mit einem abwechslungsreichen Kunstprogramm auf. Von Malerei bis zur Fotografie – die Tore der Galerie öffnen sich allen aktuellen künstlerischen Ausdrucksformen.

Die Zielsetzung lautet: aufstrebende Künstler fördern und fordern. Die Galerie periscope stellt einen Projektraum zur Realisierung von junger, zeitgenössischer Kunst dar. Offenheit, Interesse und Diskursfreudigkeit stehen dabei im Mittelpunkt.

ARTgenossen

Kunst im Traklhaus

periscope

Hellbrunner Straße 3, 5020 Salzburg, www.artgenossen.cc

Waagplatz 1a, 5020 Salzburg, www.traklhaus.at

Sterneckstraße 10, 5020 Salzburg, www.periscope.at

Galerie Eboran

Museum der Moderne

Mönchsberg 32, 5020 Salzburg, Rupertinum

64 . 65

Wiener-Philharmoniker-Gasse 9, 5020 Salzburg, www.museumdermoderne.at


Foto: Markus Lackinger

„Die Musik ist der vollkommenste Typus der Kunst:

Sie verrät nie ihr letztes Geheimnis.” – Oscar Wilde


K U N S T . K U LTU R

Ausgewählt

MUSIK UND MEHR UNIVERSAL Das Kulturzentrum republic ist einer der wichtigsten Fixpunkte für Musik und mehr in Salzburg. Besucher erwartet ein bunt gemischtes Programm – angefangen bei Auftritten nationaler und internationaler Musiker über Tanzveranstaltungen bis hin zu spannenden Themenabenden.

PULSIEREND

LEBENDIG

MUSIKALISCH

Wie jedes Jahr eröffnet das Electric Love Festival mit einer imposanten Lichtshow am Salzburgring. Drei Tage lang geben sich internationale und nationale DJs an den Turntables die Klinke in die Hand. Zu den Highlights gehören dieses Mal Steve Aoki, Timmy Trumpet und Alle Farben. Unter dem Motto „Spread the Love“ tanzen Feierwütige zu Dubstep, Electro, Hardstyle oder Drum and Bass.

13 Bühnen rund um den Hauptbahnhof: Die Initiatoren Andreas Neumayer, Inhaber des Jazzit, und Markus Rauchmann möchten mit ihrem Festival nicht die ganz großen Namen in die Stadt holen, sondern Musik an besonderen Orten erlebbar machen. Dazu gehören Konzerte bei Sonnenaufgang mit Panoramablick auf die Altstadt. Klassik, Jazz und Hip-Hop stehen im Mittelpunkt der Veranstaltungen.

Dieser Musikclub in Salzburg ist eine Institution. Seit über 15 Jahren treffen sich Musikbegeisterte in der Elisabeth-Vorstadt zum Feiern, Musik hören und Musik machen. Jeden Dienstag jammen verschiedene Musiker zusammen bei Spontankonzerten. Im Jazzit werden Künstler entdeckt. Neben Jazz gibt’s hier auch elektronische Musik, Alternative und Musik der Neunziger. Ein Fixpunkt der Salzburger Kulturszene.

Electric Love Festival republic

5. bis 7. Juli 2018 Salzburgring 1, 5325 Plainfeld, www.electriclove.at

„Take the A-Train“ Festival

Jazzit

Anton-Neumayr-Platz 2, 5020 Salzburg, www.republic.at

13.-16. September 2018 www.bahnhoffestival.at

Elisabethstraße 11, 5020 Salzburg, jazzit.at

UNABHÄNGIG

KLASSISCH

PRÄGEND

URBAN

Ein Festival mit Schwerpunkt zeitgenössische, darstellende Kunst aus den Bereichen Performance, Tanz, Theater und Musik. Seit über 30 Jahren präsentiert der unabhängige Kulturverein Szene Salzburg Kunst, die Grenzen überschreitet. Neben dem jährlichem Festival finden auch das ganze Jahr über Veranstaltungen aus den Bereichen Musik, Kabarett, Theater, Tanz sowie auch Comedy statt.

Seit 2008 sind die Kavernen im Mönchsberg Schauplatz des „Oper im Berg“-Festivals. Von Opernsänger Ingo Kolonerics als Hommage an Luciano Pavarotti gegründet, entwickelte sich das Festival zur Institution für authentische Inszenierungen. Dieses Jahr finden alle Veranstaltungen in der Großen Aula der Universität Salzburg gegenüber dem Festspielhaus statt.

„Mozart ist unsere Inspiration, Musik unsere Tradition, die Kunst unsere Passion.“ So beschreibt sich die Universität Mozarteum Salzburg selbst. Über 40 Studiengänge bietet die Ausbildungsinstitution und leistet damit einen wertvollen Beitrag zur Weiterbildung von Musiktalenten. Neben Konzerten der Auszubildenden bietet die Universität ein Pre-College für die persönliche Entwicklung und Vorbereitung der Nachwuchstalente.

Wer richtig gute Konzerte sehen will, für den ist das Rockhouse in Schallmoos die erste Anlaufstelle. Über stilistische Grenzen hinaus wird hier Ungewohntes, Unerhö(h)rtes und Neues aufgespürt – von Newcomern bis hin zu ganz großen Musikern, die mehrmals im Jahr beim „Local Heroes“-Contest ihr Talent unter Beweis stellen. Zudem dient der Ort als kreatives Arbeitshaus und (Fort-)Bildungseinrichtung.

Sommerszene Salzburg

Oper im Berg Festival

5. bis 16. Juni 2018 Anton-Neumayr-Platz 2, 5020 Salzburg, www.szene-salzburg.net

21. April bis 21. Dezember Hofstallgasse 2-4, 5020 Salzburg, www.operimbergfestival.com

Universität Mozarteum

Rockhouse

Mirabellplatz 1, 5020 Salzburg, www.uni-mozarteum.at

Schallmooser Hauptstraße 46, 5020 Salzburg, www.rockhouse.at

KULTURELL

HIP

ABWECHSLUNGSREICH

Als größtes unabhängiges Kulturzentrum Salzburgs ist die ARGEkultur Schnittstelle für Kunst, Kultur und Musik. Sie ist darüber hinaus Treffpunkt und Arbeitsplatz für kulturelles Schaffen in Salzburg. Jährlich finden hier bis zu 350 Veranstaltungen mit rund 40.000 Besuchern statt – neben Workshops, Kursen und Seminaren. Poetry Slams und Konzerte verschiedener Genres ziehen Besucher aller Alterskategorien an.

Minerva Records setzt auf Altbewährtes. Jürgen Vonbank bietet in seinem kleinen Laden an der Schallmooser Hauptstraße ein breites Spektrum an Vinyl und Kassetten mit Fokus auf elektronischer Musik. CDs gibt es hier nicht. Jeden Freitag ab 19 Uhr finden die sogenannten In-Store Sessions statt: DJs legen auf, und nebenbei können die Zuhörer durch die Plattensammlung stöbern, Kaffee trinken und sich mit anderen Elektro-Fans austauschen.

Letztes Jahr ein voller Erfolg, startet auch in diesem Jahr wieder die Veranstaltungsreihe Live im Park in Salzburg. Im Volksgarten, im HansLechner-Park, im Baron-SchwarzPark und im Mirabellgarten sowie auch an der Glanspitz und am Salzachsee locken Konzerte, Sommerkino, Live-DJs und ein breites Sportangebot. Absolute Highlights sind die Grillabende als Startschuss für die Veranstaltungsreihe sowie auch das Abschluss-Volleyballturnier am Salzachsee.

ARGEkultur

Minerva Records

Live im Park

Ulrike-Gschwandtner-Straße 5, 5020 Salzburg, www.argekultur.at

Schallmooser Hauptstraße 6, 5020 Salzburg, www.minervarecords.com

Ende Juni bis Anfang September Verschiedene Veranstaltungsorte www.liveimpark.at 66 . 67


Foto: Die Leiden des jungen Werther – Hanno Waldner, © Anna-Maria Löffelberger

THEATER LEBENDIG Das Theater lebt von der Erneuerung und dem Wandel und kennt, wie auch die Kunst, keinen Stillstand. So wächst auch das Landestheater mit der Zeit und prägt die Salzburger Kulturszene mit innovativen Impulsen und einem Mehr an Persönlichkeit. Salzburger Landestheater

Schwarzstraße 22, 5020 Salzburg, www.salzburger-landestheater.at OFFEN Das kleine theater ist ein Haus der freien Szenen und präsentiert sich offen und entdeckungsfreudig gegenüber allen schauspielerischen Einfällen, Projekten und Ideen. Das imposante Gewölbe bietet ausreichend Platz für die Umsetzung. kleines theater

Schallmooser Hauptstr. 50, 5020 Salzburg, www.kleinestheater.at BILDEND Das Schauspielhaus versteht sich als Teil einer lebendigen Kulturlandschaft, stets im Wandel, aber selbstbestimmt und unabhängig. Ein hoher künstlerischer Anspruch verbindet sich mit Offenheit in Programm und Stil; beides kreiert ein sich stetig weiterentwickelndes Theater. Schauspielhaus Salzburg

Erzabt-Klotz-Straße 22, 5020 Salzburg, www.schauspielhaus-salzburg.at PERFORMATIV Die Suche nach Neuem im theatralen und performativen Geschehen prägt die Philosophie des Hauses. Künstlerische Ausdrucksformen wie Tanz, Theater, Performance, Musik, neue Medien und bildende Künste finden eine Bühne zur Darstellung und Umsetzung von kreativen Ideen und Projekten. Toihaus

Franz-Josef-Straße 4, 5020 Salzburg, www.toihaus.at


K U N S T . K U LTU R

Ausgewählt

FÜU R KLEINE LEUTE

WISSBEGIERIG

FACETTENREICH

EINMALIG

Im Haus der Natur treffen kleine Forscher auf beeindruckende Ausstellungen; eine bunte Unterwasserwelt sorgt für strahlende Kinderaugen – und bringt auch so manchen Erwachsenen zum Staunen. Highlight sind die Experimente in Österreichs größtem Science Center: Wie baut man einen Stromkreis, und wie funktioniert eigentlich Solarenergie? All diese Fragen werden mit viel Geduld spielerisch erklärt.

Großes Theater mit kleinen Darstellern: Im Salzburger Marionettentheater werden Werke wie „Die Zauberflöte“, „The Sound of Music“ oder das Ballett „Der Nussknacker“ inszeniert. Für die ganz Kleinen gibt es sogar einstündige Kurzprogramme am Nachmittag. Das Theater, das zum UNESCO Weltkulturerbe gehört, bietet seit diesem Jahr sogar Gruppenführungen mit spannendem Blick hinter die Kulissen an.

Haus der Natur

Erleben und ausprobieren, jede Menge Spaß und lockere Atmosphäre: Im Spielzeug Museum Salzburg dürfen Kinder wirklich Kinder sein. Im Mittelpunkt stehen die Themen „Spielen“ „Erleben“ und „Staunen“: Murmelbahnen werden nicht nur betrachtet, sondern direkt ausprobiert, im Kaufmannsladen schnuppern die Kleinen an echten Gewürzen und sehen, wie ein Supermarkt vor 100 Jahren ausgesehen hat. Action bietet die Rutsche vom zweiten in den ersten Stock.

Museumsplatz 5, 5020 Salzburg, www.hausdernatur.at

Spielzeug Museum

Bürgerspitalgasse 2, 5020 Salzburg, www.spielzeugmuseum.at

Salzburger Marionettentheater

Schwarzstraße 24, 5020 Salzburg, www.marionetten.at

TIERISCH

MOTIVIEREND

ABENTEUERLICH

Über 1.200 Wildtiere nennen den Tierpark Hellbrunn ihr Zuhause. Neben interessanten Bewohnern bietet der Park auch allerlei Wissenswertes: Infos zu Themen rund um Naturschutz, Biologie und Problemlösung machen den Zoo zum wissenschaftlichen Forschungszentrum. Ein paar Meter weiter lädt der Hellbrunner Park mit seinem weitläufigen Gelände und Spielplatz zum Herumtollen und Entspannen ein.

Langes Sitzen bereitet Kindern keinen Spaß. Basierend auf diesem Wissen und dem Wunsch, Kindern ab drei Jahren Theater schmackhaft zu machen, gründete Elisabeth Fuchs vor etwas mehr als zehn Jahren die Kinderfestspiele. Anders als bei den klassischen Festspielen finden die Aufführungen das ganze Jahr über statt. Musiker mischen sich unters Publikum, Zuhörer sitzen am Boden, und jedes Konzert ist in eine Geschichte eingebunden. Bereits Dreijährige singen und klatschen mit und probieren das eine oder andere Instrument aus.

Spielerisch die Natur entdecken: der Antheringer Schaukelweg verbindet Bewegung an der frischen Luft mit einer Menge Schaukelspaß. Die vier Kilometer lange Route geht über sechs Stationen, auf denen die Kleinen auf einem Wildpferd reiten oder einen Piratenkahn erobern können. Genügend Raststationen bieten Platz für die ganze Familie und sorgen für Entspannung in der Natur.

Zoo Salzburg

Hellbrunner Straße 60, 5081 Anif, www.salzburg-zoo.at

Kinderfestspiele

Moosstraße 86, 5020 Salzburg, www.kinderfestspiele.com

68 . 69

Antheringer Schaukelweg

Schmiedingerstraße 3, 5102 Anthering, www.anthering-info.at


Illustration: iStock

FESTE FEIERN ..

Salzburg verspricht im  IM JAHR 2018/FRUHJAHR 2019# eine beeindruckende Programmvielfalt voller Höhepunkte. Hier versammelt: fulminante Veranstaltungen, sehenswerte Festivals und bezaubernde Märkte zu allen vier Jahreszeiten. Text: Alexandra Hawel, Eva Goldschald

.. FRÜU HJAHR

SOMMER

HERBST

KRÄFTIG

LITERARISCH

KLASSISCH

Unter der künstlerischen Leitung von Christian Thielemann steht Wagners Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ im Mittelpunkt der Osterfestspiele. Das Konzertprogramm bietet eine musikalische Reise vom Barock über die Klassik und Romantik bis in die Gegenwart.

Fünf Tage lang steht die Stadt Salzburg ganz im Zeichen der Literatur. Poesie und Belletristik sowie Sach- und Fachbücher werden in Lesungen, Vorträgen oder Gesprächsrunden vorgestellt, diskutiert und thematisiert. Ein Fest, das Lust aufs Lesen macht.

Ein fixer Bestandteil der Festspielkultur in Salzburg sind die von Herbert von Karajan ins Leben gerufenen Salzburger Pfingstfestspiele. Jahr für Jahr begeistern ausgewählte Opern und Konzerte musikalischer Größen die internationalen Besucher.

Salzburger Osterfestspiele 13. bis 22. April 2019

Literaturfest Salzburg Mai 2019

Salzburger Pfingstfestspiele Pfingsten 2019

www.osterfestspiele-salzburg.at

www.literaturfest-salzburg.at

www.salzburgerfestspiele.at

BELIEBT

FREI

GEFÜHLVOLL

Auch dieses Jahr verwandelt sich die Linzer Gasse wieder zur Attraktionenmeile: Das Altstadtfest ist das absolute Juni-Highlight und fixer Termin im Kalender jedes feierfreudigen Salzburgers. Ausgelassen feiern, tanzen und sich von den Cafés und Lokalen kulinarisch verwöhnen lassen.

Unter freiem Himmel Filme schauen: Knapp zwei Wochen lang verwandelt sich der Kapitelplatz in ein Freiluftkino. Vor großartiger Kulisse werden Filme der unterschiedlichsten Kategorien gespielt. Der Eintritt ist kostenlos. Vor Ort lockt ein breites Angebot an Streetfood.

Ein Sommer im Zeichen der Leidenschaft: Intendant Markus Hinterhäuser stellt mächtige Gefühle in den Mittelpunkt der diesjährigen Festspiele. Fünf Opern-Neuinszenierungen sowie vier Schauspielproduktionen setzen sich mit Abgründen und Obsessionen auseinander.

Altstadtfest Linzer Gasse 29. und 30. Juni 2018

Sternenkino am Kapitelplatz 29. Juni bis 8. Juli 2018

Salzburger Festspiele 20. Juli bis 30. August 2018

www.salzburg.info

www.sternenkino-salzburg.at

www.salzburgerfestspiele.at

SEHENSWERT

KULTIG

AUSGELASSEN

Internationale Jazz-Größen und herausragende Künstler: Das Jazz & The City-Festival bietet rund 100 Konzerte an 50 verschiedenen Schauplätzen, unter anderem im republic und an Plätzen in der Altstadt. Der Eintritt ist für alle Konzerte frei.

Die Mozartstadt im Herbst zur Bühne für erstklassige Aufführungen und Konzerte zu machen, das ist seit 1972 die Aufgabe der Salzburger Kulturtage. Hip-HopTänzer dancen zu den größten Musical-Hits, und bekannte Schauspieler geben musikalisch unterlegte Lesungen.

Ca. 130 Aussteller, über 80 Attraktionen und jedes Jahr rund 150.000 Besucher – der Rupertikirtag zählt zu den beliebtesten Festivitäten in Salzburg. Traditionell kommen die Besucher in Tracht. Ein besonderes Schmankerl: die Wahl des Ruperti-Dirndl und des Ruperti-Buam.

Jazz & The City 17. bis 21. Oktober

Salzburger Kulturtage 5. bis 21. Oktober 2018

Salzburger Rupertikirtag 20. bis 24. September 2018

www.salzburgjazz.com

www.kulturvereinigung.com

www.rupertikirtag.at


K U N S T . K U LTU R

Ausgewählt

WINTER

BESINNLICH

STIMMUNGSVOLL

TRADITIONELL

Direkt vor dem Schloss Mirabell findet sich in Salzburg in den Wintermonaten ein besonderes Kleinod: der Weihnachtsmarkt am Mirabellplatz. Die aufwendig dekorierten Hütten bieten Besuchern kulinarische Köstlichkeiten und allerlei Handgearbeitetes bis hin zu kleinen Kunstwerken.

Hoch oben über der Stadt, im Burghof der Festung Hohensalzburg findet bereits seit über zwanzig Jahren der Salzburger Festungsadvent statt. Den Weg zu den ausgewählten Ständen mit Salzburger Schmankerln und heimischem Kunsthandwerk weisen über hundert traditionelle Herrnhuter Sterne.

Einer der ältesten Adventmärkte der Welt ist der historische Salzburger Christkindlmarkt. Ein abwechslungsreiches Brauchtumsprogramm und die ausgewählten Hütten locken jedes Jahr unzählige internationale Besucher an. Zu den Chorgesängen und Klängen der Turmbläser lassen sich die Highlights besonders gut entdecken.

Weihnachtsmarkt am Mirabellplatz 22. November bis 24. Dezember 2018

Salzburger Festungsadvent 23. November bis 16. Dezember 2018

Salzburger Christkindlmarkt 22. November bis 26. Dezember 2018

www.weihnachtsmarkt-salzburg.at

www.salzburg-burgen.at

www.christkindlmarkt.co.at

BERÜHREND

VERLOCKEND

ZAUBERHAFT

Anlässlich des 200-Jahr-Jubiläums des Liedes „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ rief die SalzburgerLand Tourismus GmbH ein besonderes Projekt ins Leben: das Musical Play „Meine Stille Nacht“. In den Hauptrollen spielen unter anderem Milica Jovanovic´ (Musical Play „The Sound of Music“) und Dominik Hees (TV-Serie „Danni Lowinski“).

Zwischen Getreide- und Griesgasse versteckt sich in der Weihnachtszeit der kleine aber feine Sternadvent. Der perfekte Ort, um in besinnlicher Atmosphäre weihnachtliches Backwerk zu genießen und eine Krippe mit lebendigen Schafen und Hasen zu bestaunen. Weihnachtsstimmung pur!

Eine weihnachtliche Märchenwelt. Kleine Holzhütten mit alpenländischen Spezialitäten und traditionellem Handwerk, dazu barocke Grotten und Brunnen der Hellbrunner Wasserspiele sowie eine imposante Lichtinstallation inmitten des Schlossparks: Dies alles verleiht dem Weihnachtsmarkt in Hellbrunn eine bezaubernde Atmosphäre.

Musical „Meine Stille Nacht“ 24. November bis 18. Dezember

Sternadvent 22. November 2018 bis 6. Jänner 2019

Hellbrunner Adventzauber 22. November bis 24. Dezember 2018

www.salzburger-landestheater.at

www.sternadvent.at

www.hellbrunneradventzauber.at

FASZINIEREND

FRIEDLICH

LEBENDIG

Zeitgenössischen Circus in der Vorweihnachtszeit genießen – das Winterfest im Salzburger Volksgarten entführt in eine Welt voll faszinierender Akrobatik, wunderlichem Humor und zarter Poesie. Ein wechselndes Rahmenprogramm und vielfältige kulinarische Verlockungen runden das spektakuläre Angebot ab.

Der 200. Geburtstag des Liedes „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ ist programmgebend für das diesjährige Salzburger Adventsingen. Als eines der meistgesungenen Weihnachtslieder weltweit verkörpert es eine langjährige Tradition, die mit neuen kompositorischen Werken zu einem ganz besonderen Klangerlebnis verschmilzt.

Eine Hommage an Mozart: Rolando Villazón übernimmt als Intendant die künstlerische Gestaltung und erweckt Mozarts Geist in rund 60 Veranstaltungen zum Leben. Im Zentrum stehen die einzigartigen Chorwerke des Genies, allen voran die szenische Erzählung „Thamos, König in Ägypten“. Vergangenes hautnah erleben.

Winterfest 28. November 2018 bis 6. Jänner 2019

Salzburger Adventsingen 30. November bis 16. Dezember 2018

Mozartwoche – das Salzburger Klassikfestival 24. Jänner bis 3. Februar 2019

www.winterfest.at

www.salzburgeradventsingen.at

www.mozartwoche.at

70 . 71


Fotos: Der große Brand der Rechtsstadt von Salzburg am 30. April 1818, Johann Michael Sattler ©Salzburg Museum Outside, 2018, Oil on canvas, Kenton Nelson (courtesy Galerie Nikolaus Ruzicska Salzburg) You, unique, 2017, Oil on canvas, Heiner Meyer (courtesy Galerie 2C for Art) Wurzel, Monika Sobotik (courtesy Galerie eboran)

HABEN SIE DAS SCHON GESEHEN? SALZBURGS GALERIEN und MUSEEN zeigen zur Sommersaison ihre schönsten Stücke. Freuen Sie sich auf Wiederbegegnungen mit Klassikern der Moderne, entdecken Sie neue Blicke auf fremde Welten und lesen Sie in Bildern über außergewöhnliche Momente der Geschichte. Text: Cay Bubendorfer


K U N ST . K U LTU R

Galerien

STADT IN FLAMMEN

Dramatische Szenen im Salzburg des Jahres 1818: Vier Tage lang wütete ein Brand im Stadtteil rechts der Salzach. Ausgelöst durch überhitztes Fett auf einem Küchenherd im ehemaligen Priesterhaus neben der Dreifaltigkeitskirche, das damals als Kaserne diente, sprang das Feuer schnell auf die benachbarten Gebäude über. Kräftiger Südwind und die Tatsache, dass die Holzschindeln der Dächer durch ungewöhnlich heiße Apriltage ausgetrocknet waren, trugen zur rasanten Ausbreitung der Flammen bei. Fast hundert Häuser – praktisch alle Gebäude zwischen der Linzer Gasse und dem Flussufer – brannten nieder, zwölf Menschen starben. In Gemälden, Radierungen und Zeichnungen wurde der „große Stadtbrand“ von Zeitzeugen und späteren Künstlergenerationen festgehalten. Anlässlich des 200. Jahrestages der Brandkatastrophe zeigt das Panorama Museum in der Neuen Residenz eine Reihe dieser dramatischen Illustrationen. Besonders spannend, aber auch reizvoll: Die Sonderschau „Stadt in Flammen“ umgibt auf einer Galerie das namengebende Hauptwerk im Panorama Museum – das berühmte „Sattler-Panorama“. Der Maler Johann Michael Sattler schuf dieses Rundbild der Stadt Salzburg im Jahr 1829.

BACK TO THE ROOTS FLÜSSIG UND STRAHLEND DIESES LICHT

Menschen, Landschaften und Architektur sind die Themen des kalifornischen Malers Kenton Nelson. Und sie alle taucht er in ein fast surreales Licht, das sie aus der Zeit und der Schwere der Wirklichkeit hebt. In seiner Sommerausstellung in der Galerie Ruzicska stellt Kenton Nelson die Architektur in den Fokus: Vor zwei Jahren hat er auf vielen Spaziergängen in Salzburg Motive fotografiert, die ihn zu neuen Werken inspiriert haben – Salzburger Häuser à la californienne, kombiniert mit Porträts und Menschen. Und weil Nelson ein Bündel an Kreativität und Ideen ist, stellt er den urbanen Themen auch einige neue „alpine paintings“ zur Seite: Skifahrerinnen und Skifahrer, die geradewegs aus den Fifties und Sixties des letzten Jahrhunderts kommen könnten. Mit dem Programm in seiner Galerie, einem frei stehenden, ehemals landwirtschaftlich genutzten Gebäude mit (Skulpturen-)Garten, setzt Nikolaus Ruzicska seit 2004 auf Konzentration und zeigt Lichtkunst, Fotografie und experimentelle Malerei.

Christian Gschwandtner und Christoph Haas präsentieren in ihrer Galerie 2C for Art – seit Jahresbeginn am neuen Standort im Festspielbezirk – zeitgenössische Ausnahmekünstler und herausragende Druckgrafik in limitierter Auflage. Im Frühsommer 2018 ist der britische Maler Ian Davenport zu Gast. Der sprechende Titel für die Schau: „Colourfall“. Davenports Markenzeichen sind die sogenannten „Puddle Paintings“ (Pfützenbilder). Für diese Arbeiten bringt er die Farben mittels Spritzen auf den Malgrund auf; eine Technik, die ihm eine präzise Kontrolle der Flüssigkeit ermöglicht. Charakteristisch ist die „Puddle“ – die Pfütze –, in der sich die Farben am unteren Bildrand sammeln. Im August folgen als Teil 2 der Festspielausstellung die neuesten Arbeiten von Heiner Meyer. Höchste malerische Präzision kennzeichnet seine Darstellungen von ikonenhaften Personen und Objekten. Was an der Oberfläche als eindeutige Posen einer glamourösen Welt erscheint, eröffnet bei genauerer Betrachtung eine Tür in die surrealistischen Traumgedanken und Fantasien des Künstlers.

Galerieleiterin Veronika Hitzl sorgt in der urbanen Galerie Eboran immer wieder für Überraschungen – diesen Sommer mit spannenden Dialogen zwischen Kunst und Naturwissenschaft, konkret zwischen der Botanikerin Monika Sobotik und dem Künstler Christian Ecker. Sobotik, eine österreichische Pionierin der Wurzelforschung, hat an verschiedensten Orten der Welt Pflanzenwurzeln „ent-erdet“, in hauchdünnen Scheiben wissenschaftlich unter dem Mikroskop untersucht und dabei die farbenprächtige, abstrakte Schönheit der pflanzlichen Strukturen sichtbar gemacht. Ihr Forscherkollege Erwin Lichtenegger fertigte mit feinstem Strich Zeichnungen der freigelegten Wurzeln an und machte damit „öffentlich“, was sonst unter der Erde liegt und von keinem Auge erblickt, von keiner Kamera festgehalten werden kann. Während die Botaniker also die Kunst als Werkzeug der Wissenschaft nutzten, fokussiert der Künstler Christian Ecker auf die pflanzlichen Reste von Überschwemmungen, setzt in seinen Arbeiten Anfang und Ende von Lebensprozessen miteinander in Verbindung. „Die Wissenschaft sucht nach Antworten, die Kunst stellt Fragen.“

Galerie 2C for Art Panorama Museum

Galerie Nikolaus Ruzicska

Residenzplatz 9, 5020 Salzburg, 18.04.2018 – 13.01.2019 www.salzburgmuseum.at

Faistauergasse 12, 5020 Salzburg, 20.07.2018 – 31.08.2018 www.ruzicska.com

Münzgasse 2, 5020 Salzburg, 19.05.2018 – 28.07.2018 04.08.2018 – 29.09.2018 www.2cforart.at 72 . 73

Galerie Eboran

Ignaz-Harrer-Straße 38, 5020 Salzburg, 02.08.2018 – 31.08.2018 www.eboran.at


Create to Surprise.

Es sind die Momente des Staunens und Geniessens, die den Leser innehalten lassen.


B2C CORPORATE PUBLISHING GMBH | B2B MEDIA GMBH SALZWEG 17 | 5081 SALZBURG-ANIF | +43.6246.8979 WWW.UCM-VERLAG.AT


Foto: Matthew Henry

FA S H I O N . D ES I G N

Inhalt

FASHION FARBE BEKENNEN Einmalige, extravagante Kompositionen aus den Salzburger Modehäusern

MODERN FASHION

An diesen Adressen ist Shoppingvergnügen garantiert.

DESIGNER WERDEN

DESIGN

78

Vielseitig und beständig: Tracht ist Trend.

.. IN BEWAÄHRTER MANIER

110

VON HAND GEMACHT

112

.. JUNGE KUNSTLER

114

Von feiner Kulinarik und formschönen Objekten

Kunstwerke, antike Schätze und Freude am Tun – Traditionshandwerk in der Mozartstadt

90

92

Menschen mit unkonventionellen Ideen, die beeindrucken

Salzburgs Anlaufstellen für künftige Couturiers

.. WAS LANGE WÄA HRT ... …

CONCEPT STORES

94

108

Die Trachtenhäuser der Stadt

76 . 77


Extravagant, pulsierend und aufregend – die MODE DER MOZARTSTADT verfßhrt mit schillernden Farben und spannendem Mustermix.

Top of Salzburg hat einmalige Kompositionen in Szene gesetzt. Fotos: Marcel Gonzalez-Ortiz. Hair und Make-up: Stef Ralbovsky. Styling: Nina Kepplinger. Model: Petra Z./Exit Model Management. Text: Eva Goldschald.


FA S H I O N

Modern Luxury

Corsage gesehen bei MADL Shirt von OUI,.. gesehen bei HAMMERLE Rock von AMUSE, gesehen bei ENNSMANN Ring gesehen bei SWAROVSKI Tasche von ESSENTIEL, gesehen bei ENNSMANN

78 . 79


Bluse von GUCCI, gesehen bei DIVA BY MAKOLE Rock gesehen bei E2 BY ERIKA EIBL Seidenhose von ANINE BING, gesehen bei ENNSMANN Ohrringe gesehen bei

NEW ONE BY SCHULLIN


FA S H I O N

Modern Luxury

Bluse von LUISA .. CERANO, gesehen bei HAMMERLE Tuch/Jupe gesehen bei E2 BY ERIKA EIBL Kleid von ANNI CARLSSON, gesehen bei ENNSMANN

80 . 81


en – Vinc

t va n

Gog h


FA S H I O N

Modern Luxury

Bluse gesehen bei KATHARINA KAESBACH Rock von MARNI, gesehen bei LISKA FASHION

82 . 83


FARBE IST TREND Ein extravaganter Augenaufschlag, der durch und durch mit den Farben der Mode harmoniert.

Blazer von AIRFIELD, .. gesehen bei HAMMERLE Tanktop von DOLCE & GABBANA, gesehen bei DIVA BY MAKOLE


FA S H I O N

Modern Luxury

Bluse von 5 PROGRESS, .. gesehen bei HAMMERLE Hose von ANNI .. CARLSSON, gesehen bei HAMMERLE Wickelrock von 5 PROGRESS, gesehen bei ENNSMANN

84 . 85


Bluse von DANIEL UND MAYER, gesehen bei MADL Hose von ROCHAS, gesehen bei LISKA FASHION

..


FA S H I O N

Modern Luxury

Blazer von KATHARINA V. BRAUN, .. gesehen bei HAMMERLE Kleid von ANNI CARLSSON, gesehen bei ENNSMANN

86 . 87


JUNGLE FEVER Gegensätze, die sich anziehen: Florale Prints und pompöse Accessoires in Kombination.

Kleid von ANNI .. CARLSSON, gesehen bei HAMMERLE Ohrringe gesehen bei

NEW ONE BY SCHULLIN


FA S H I O N

Modern Luxury

Blazer von HUGO .. BOSS, gesehen bei HAMMERLE Rock von RIANI, .. gesehen bei HAMMERLE Hose von ALICE & TRIXIE, gesehen bei ENNSMANN

88 . 89


Foto: Yuni Stahl

MODERN FA SHION VOM LAUFSTEG NACH SALZBURG. Die Mozartstadt hat modisch einiges zu bieten. In verwinkelten Gässchen .. und unauffälligen Boutiquen verbirgt sich WAHRES SHOPPINGVERGNUGEN. Das sind einige der Top of Salzburg-Lieblingsadressen. Text: Daniela Stollnberger


FA S H I O N

Ausgewählt

TRENDY

BELIEBT

VIELSEITIG

Was bei Ennsmann sofort ins Auge springt? Die exklusive Markenvielfalt, präsentiert in sehr exklusivem Ambiente – hier ist guter Stil zu Hause. An gleich zwei Standorten in der Getreidegasse liegt das Hauptaugenmerk der Trendstores auf junger, stylischer und sehr exquisiter Ware. Bei dieser Mischung aus lässigen Freizeit-Styles und hochmodischen Trends ist es fast unmöglich, das Geschäft mit leeren Händen zu verlassen. Accessoires, Schuhe und Handtaschen runden das Angebot ab.

Erst das passende Schuhwerk macht ein Outfit zum Look. Wer noch auf der Suche nach den richtigen Tretern ist, wird bei Mia Shoes fündig werden. Egal ob Flats, High Heels oder lässige Boots – am Rathausplatz 3 wie auch im Europark bietet das Schuhmekka alles, was Fashionistas begehren. Nebst zeitlosen Klassikern gibt es Neues von den Fashion Weeks – und das beinahe jede Woche. Nicht nur die umfangreiche Auswahl ist top, hier wird jeder Kunde ganz individuell beraten.

Wer die Wahl hat, hat die Qual – auf mehreren Stockwerken wartet ein Shoppingerlebnis, das nicht so schnell zu übertreffen ist. Bei Hämmerle am Rathausplatz stehen guter Geschmack, eleganter Stil und Top-Labels im Fokus, und das auf einer riesigen Fläche. Internationale Marken sowie auch heimische Labels sind in dem gut sortierten Haus zu entdecken. Ein Mix aus abendlichen Festlooks, aktuellsten Trends und cooler Business-Wear macht das Sortiment so vielseitig.

Ennsmann

Mia Shoes

Hämmerle

Getreidegasse 21 und 31, 5020 Salzburg, www.ennsmann-fashion.at

Rathausplatz 3 und Europastraße 1, 5020 Salzburg, www.miashoes.at

Rathausplatz 2, 5020 Salzburg, www.haemmerle-mode.at

LEIDENSCHAFTLICH

KLASSISCH

ETABLIERT

„Gutes Design spürt man, ohne hinzusehen. Und dann sitzen manche Teile so, als hätte es nie etwas anderes gegeben.“ Erika Eibl hat Mode im Herzen. Die Designerin gestaltet und fertigt ihre Kollektionen mit so viel Liebe und Hingabe, dass diese Leidenschaft beim Tragen spürbar wird. In der Münzgasse stellt sie ihre Herzensangelegenheiten aus: Gekennzeichnet von schlichtem Stil, beeindrucken die Kreationen mit transparenten Details, die den unverkennbaren Signature-Look von e2 ausmachen.

Gleich an drei Standorten pures Shoppingvergnügen: Bei Dantendorfer finden Modebegeisterte, was das Herz höherschlagen lässt. Mit viel Sorgfalt, Disziplin und Gespür für Trends sowie Klassiker führt Dantendorfer Mode, die besonders hohe Ansprüche erfüllt. Das Sortiment besteht ausschließlich aus hervorragender Qualität, bei den Schnitten und Designs lautet das Motto „Simplicity“ – schlicht und elegant. Klare Schnittführungen, dezente Details und cleane Silhouetten zeichnen diese Mode aus.

Die Geschichte des Ladens beginnt früh – nämlich als Lebensmittelgeschäft! Heute lohnt sich der Besuch bei Eibl am Kajetanerplatz für Modebegeisterte: Hier findet man bei einer Shoppingtour moderne, minimalistische und nachhaltige Mode für Damen und auch Herren. Schmuck und Accessoires ergänzen die Outfits. Neben lässiger Bekleidung gibt es unter anderem auch Home-Dekorationen, außergewöhnliche Kleinmöbel und kleine Mitbringsel der besonderen Art.

e2 by Erika Eibl

Dantendorfer

Eibl

Münzgasse 2, 5020 Salzburg, www.e2-fashion.at

Getreidegasse 33 und 38, 5020 Salzburg, www.dantendorfer.at

Schanzlgasse 4, 5020 Salzburg, www.eibl.or.at

NACH MASS

HIGH FASHION

INDIVIDUELL

Nähmaschinen, Kleiderrollen, Skizzen, Kleiderpuppen – bereits ein Blick durch das Schaufenster genügt, um zu wissen, dass hier echte Schneiderkunst beheimatet ist. Die Schneiderin und Designerin Marlene Scheiber, Inhaberin von „Das Kleid", ist weitum für ihre exquisiten Arbeiten bekannt. Sie konnte sich vor allem durch ihre besonderen Maßanfertigungen und traumhaften Kleiderkreationen einen Namen in der Branche machen – bekannt sind etwa ihre einzigartigen Brautkleider.

Luxus, Luxus, Luxus – Diva by Makole hat sich den edelsten Nobellabels des Fashion-Olymps verschrieben. Von Gucci bis Saint Laurent, von Chloé bis Victoria Beckham, das erlesene Angebot besteht ausschließlich aus HighFashion-Labels und wird auf einer Fläche von 380 Quadratmetern präsentiert. Hier herrscht absolutes Catwalk-Feeling. Kein Wunder, Inhaberin Marianne Köhler akquiriert das Beste der Szene direkt von der Fashion Week – buchstäblich vom Laufsteg sogleich zu Diva by Makole.

Michaela Schirlbauer trägt in ihrem Laden allerlei Schätze aus der Welt zusammen – vorwiegend zeitlose, elegante Modestücke aus dem Norden Europas. Zwischen all den traumhaften Designs und cleanen Silhouetten findet sich aber auch das eine oder andere extravagante Teil. Bei Misc Fashion steht die Individualität der Kundinnen im Fokus – ein Qualitätskriterium. In der feinen Boutique wird man daher fachmännisch beraten, meist von der Chefin höchstpersönlich.

Das Kleid

Diva by Makole

Misc. Fashion

Ernest-Thun-Straße 12, 5020 Salzburg, www.daskleidsalzburg.at

Sigmund-Haffner-Gasse 5, 5020 Salzburg, www.divabymakole.at

Mozartplatz 5, 5020 Salzburg, www.misc-fashion.at

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Fotos: Modeschule Hallein

SALZBURG’S NEX T FA S HION DE SIGNER S Eine MODEKARRIERE von Salzburg aus starten? Ja, das geht, wie international erfolgreiche Designer wie Georg Weissacher von P.O.A.N. zeigen. .. Doch vor Glanz und Gloria gilt: Erst mal das ..

Handwerk lernen. SALZBURGS

ADRESSEN FÜU R ZUKUÜNFTIGE COUTURIERS. Text: Veronika Zangl

E

Individualität und Fashion-Know-how: Salzburgs Ausbildungsstätten bieten das gesamte Portfolio.

in bisschen Geschichte ist vielleicht gar nicht so schlecht, um die Erwartungen an die eigene Karriere in der Mode ins rechte Licht zu rücken. Schneider, Couturiers, Designer, wie man sie auch nennen mag: Für lange Zeit waren sie ausnahmslos anonym. Wer die Roben von Königen und gekrönten Häuptern früher schneiderte? Weiß kein Mensch. Einer, der dieser Anonymität entkam, war Charles Frederick Worth. Mitte des 19. Jahrhunderts trat der Brite als einer der Ersten aus der Masse der anonymen Schneiderscharen hervor und verknüpfte seinen Namen mit der eigenen Linie. Die Haute Couture war geboren – auf Worth folgten Balenciaga, Christian Dior, Yves Saint Laurent oder Coco Chanel. Inzwischen gibt es Modedesigner ohne Ende – einem größeren Kreis namentlich bekannt vielleicht eine Hundertschaft weltweit. Doch man muss kein Ralph Lauren werden, um Modedesigner zu sein. Die Fashion-Karriere gibt es nämlich auch abseits des Rampenlichts – und abseits der Modestädte. Wer sie in Salzburg startet, gibt seiner Laufbahn viel Bodenhaftung, solide Wurzeln – und entfaltet nicht selten Flügel. Wie Salzburgs aktuell vielversprechendster Shootingstar, Georg Weissacher, der mit seinem Avantgarde-Label P.O.A.N. für Gesprächsstoff sorgt. Gelernt hat er wo? Richtig geraten, in Salzburg. In Hallein, genau gesprochen. Wie übrigens auch Philipp Brunner, der nach der Höheren Lehranstalt für Mode den Master an der Akademie für Mode und Design in Berlin anhängte. Es folgten Praktika bei Wolfgang Joop und den Fashion Weeks in Berlin und

New York. Zum 155. Geburtstag von Gustav Klimt präsentierte Philipp Brunner bereits seine eigene Masterkollektion „Gustav“ – und er geht zielstrebig seinen kreativen Weg. KARRIERE MIT LEHRE Mode von der Pike auf lernen: das wollte auch Karl Lagerfeld, der in Paris eine Schneiderlehre absolvierte – der Rest ist Mode-Historie. Wer heute in die soliden Fußstapfen von „King Karl“ tritt, dem stehen viele Möglichkeiten offen: Bekleidungsgestalter sind Experten ihres Handwerks. Sie nehmen Maß, zeichnen Schnittmuster, schneiden zu, heften und nähen. Dabei arbeiten sie mit den verschiedensten Materialien. Während sich Lehrlinge früher zwischen unterschiedlichen Varianten entscheiden mussten – „will ich Damenkleidermacher, Herrenkleidermacher, Hutmacher oder doch Säckler werden?“ –, greifen sie seit 2010 zur Bekleidungsgestaltung. Das heißt, sie absolvieren eine zweijährige Ausbildung im gleichnamigen Grundmodul und wählen dann ein einjähriges Hauptmodul. Dazu zählen neben Damen- oder Herrenbekleidung auch Wäschewarenerzeugung, Modist und Hutmacher oder Kürschner und Säckler. In Salzburg bildet unter anderem der Traditionsbetrieb „Wimmer schneidert“ Lehrlinge aus. Seine Wurzeln reichen zurück bis 1741. 2016 wurde Familienmitglied Leonhard Wimmer zum Lehrling des Jahres gekürt.


FA S H I O N

Feuilleton

Wissenswertes rund um den Lehrberuf bieten das Arbeitsmarktservice oder die Wirtschaftskammer. FASHION MACHT SCHULE Mode und Schule verbindet die dreijährige Fachschule für Mode Annahof in Salzburg mit einem eleganten Brückenschlag. Zum einen vermittelt die Ausbildungsstätte Allgemeinbildung, Sprache und Kommunikation, wirtschaftliche und rechtliche Bildung sowie Medien-, Informations- und Kommunikationstechniken. Zugleich bietet die Modefachschule aber auch den Fashion-Bonus: Produktentwicklung, Produktion, berufsorientierte theoretische und praktische Kenntnisse und Fertigkeiten konstituieren einen Teil des breiten Curriculums. Junge Modemacher freuen sich über Vertiefungen wie Fashion Styling, Schnittkonstruktion mit CAT oder das Erstellen von Farb- und Musterkonzepten. Die Anmeldeformulare finden Interessierte auf der Homepage der Fachschule. Voraussetzungen für den Schulbesuch sind die gängigen gesetzlichen Kriterien und eine Liebe zum Fach – und damit zur Mode. MODEFACHSCHULE HALLEIN Die 5-jährige Höhere Lehranstalt für Mode in Hallein ist Salzburgs Kaderschmiede für künftige Designer. Während in den ersten beiden Jahren der Fokus auf einer fundierten Grundausbildung liegt, wird ab dem dritten Jahrgang der Schwerpunkt „Modedesign und Grafik" angeboten. Im Projektunterricht bearbeiten die Schüler ei-

genständig Werkstücke – vom Entwurf bis zur Endfertigung – und lernen die unterschiedlichen Grafik- und Illustrationstechniken sowie die Grundlagen der digitalen Fotografie und Bildbearbeitung. Auch Fertigkeiten hinsichtlich der Modepräsentation und Vorführtechniken werden vermittelt. Bei Projekten und in Workshops sammeln die Schüler gezielt Praxiserfahrung – zusätzlich umfasst das Curriculum ein vierwöchiges Praktikum in Betrieben der Modeund Textilwirtschaft. Der Abschluss der Fachschule ist mit der Lehre als Bekleidungsgestalter gleichgesetzt. Übrigens, wer es global mag, darf sich freuen: Ab dem Schuljahr 2018/19 gibt es eine internationale Modeklasse mit Fokus auf Sprachkompetenz. Anmeldungen für die Modefachschule Hallein sind jederzeit möglich, statt einer Aufnahmeprüfung findet ein Aufnahmegespräch statt. ZWEITER BILDUNGSWEG Mit beiden Beinen fest im Leben stehend, und trotzdem Lust auf das gewisse Fashion-Etwas? Die Modefachschule Hallein bietet mit ihren Schwerpunkten „Modedesign“ und „nachhaltige Designstrategien“ ein spannendes, berufsbegleitendes Kolleg, das einzigartig in Österreich ist. Der Fokus der Ausbildung liegt auf zeitgenössischem, nachhaltigem Design, Internationalität und dem gesamten Produktlebenszyklus. Am Ende der sechssemestrigen Ausbildung stehen die Diplomprüfung und der Abschluss als Bekleidungsgestalter. Anmeldeformulare für das Kolleg in Hallein können über die Website heruntergeladen werden. Statt einer Aufnahmeprüfung setzt die Modefachschule auf ein Aufnahmegespräch.

Die Abschlussarbeiten zeigen das hohe Niveau der frischgebackenen Designer.

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WAS LANGE WÄHRT . . . Sie ist beständig, vielseitig und immer wieder besonders: Die Mode der SALZBURGER TRACHTENSZENE beweist, dass Tradition Trend ist. Fotos: Marcel Gonzalez-Ortiz. Hair und Make-up: Stef Ralbovsky. Styling: Nina Kepplinger. Model: Linda N. und Roman G./Exit Model Management. Text: Eva Goldschald.


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Tracht

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Er: Gilet gesehen bei SCHNEIDERS HABSBURG, Lederhose von SPIETH & WENSKY, gesehen bei HANNA TRACHTEN Schuhe von MOMA, gesehen bei MIA SHOES Sie: Lederjacke von MEINDL, Rock von MOTHWURF, Schuhe von DIRNDL + BUA, alles gesehen bei FORSTENLECHNER Bluse von HAMMERSCHMID und Socken, beides gesehen bei HANNA TRACHTEN


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Tracht

Hut von ISCHLER HUT, gesehen bei HANNA TRACHTEN Krawatte/Tuch von PLOMO O PLATA, gesehen bei ENNSMANN Bluse von LENA HOSCHEK Gürtel von GOTTSEIDANK Rock von LENA HOSCHEK Alles gesehen bei FORSTENLECHNER

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Hut von ISCHLER HUT, gesehen bei HANNA TRACHTEN Krawatte/Tuch von PLOMO O PLATA, gesehen bei ENNSMANN


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Tracht

Janker und Gilet, beides gesehen bei SCHNEIDERS HABSBURG Hemd von PURE FASHION Lederhose von SPIETH & WENSKY Beides gesehen bei HANNA TRACHTEN

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Tracht

Tradition wird nicht erfunden, sie ist Gegenstand unseres Lebens. Er: Gilet gesehen bei HANNA TRACHTEN Nadelstreifenhose gesehen bei MADL Sie: Bluse von COUNTRY LINE und Dirndl mit SchĂźrze Beides gesehen bei HANNA TRACHTEN

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Tracht

Er: Hut von ISCHLER HUT und Nadelstreifenhose, beides gesehen bei MADL Janker von 2964 GARMISCH, gesehen bei HANNA TRACHTEN Schuhe von MOMA, gesehen bei MIA SHOES Sie: Dirndl von JULIA TRENTINI und Spitzensocken, beides gesehen bei FORSTENLECHNER

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Er: Janker gesehen bei MADL Lederhose von SPIETH & WENSKY, gesehen bei HANNA TRACHTEN Sie: Bluse von WALDORF und Dirndl Beides gesehen bei HANNA TRACHTEN Unterrock von ALMSACH, gesehen bei FORSTENLECHNER


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Tracht

Hut gesehen bei

KATHARINA KAESBACH

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Er: Lederhose von SPIETH & WENSKY, gesehen bei HANNA TRACHTEN Hut gesehen bei KATHARINA KAESBACH Sie: Haarband gesehen bei FORSTENLECHNER, Bluse gesehen bei SUSANNE SPATT Unterrock von H. MOSER und Strickjacke von JULIA TRENTINI, beides gesehen bei HANNA TRACHTEN


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Tracht

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Illustrationen: iStock

TRADITION IM MITTELPUNKT Wer nach Salzburg kommt, muss nicht lange suchen, um traditioneller Tracht zu begegnen. Hierzulande ist sie im Alltag genauso passend wie bei festlichen Anlässen. Wer sich selbst gerne ein schickes Dirndl oder eine Lederhose zulegen mÜchte: Top of Salzburg kennt die besten Adressen. Text: Daniela Stollnberger


FA S H I O N

Ausgewählt

MODISCH

KUNST

KÖNIGLICH

Die Mode entwickelt sich ständig weiter – warum also nicht auch die Tracht? Die Linie von Reinhard und Liane Forstenlechner, den Inhabern des Trachtenhauses Forstenlechner, ist klar: Stil trifft Lässigkeit. Im Herzen der Salzburger Altstadt präsentieren sie mit viel Hingabe, was sie kreiert haben: coole Stücke, extravagante Dirndl und modische TrendPieces nebst zeitlosen Klassikern. Die Tracht ist definitiv in der Moderne angekommen.

Was Tanja Pflaum als Designerin ihrer eigenen Trachtenkollektionen auszeichnet? Ihre bedingungslose Hingabe und Passion zur Kleidermacher- und Schneiderkunst. Den Wert des Handwerks zu schätzen, lernte sie im Laufe ihrer Karriere unter anderem in Indien. Heute verbindet die Designerin im Schaffensprozess aktuelle Modetrends mit altehrwürdiger Trachtenschneiderei – eine gelungene Brücke zwischen Tradition und Moderne.

„So wie der Pfau das Aufplustern seiner Federn, zelebrieren wir es, Sie in Eleganz einzuhüllen“, so das Versprechen der Kleidermanufaktur Habsburg. Wer ein Kleidungsstück des exklusiven Ausstatters besitzt, hat etwas sehr Feines erworben. Erstklassig verarbeitet, sind elegante Stücke gelungen, die eine perfekte Symbiose aus traditionellen Elementen und modernen Impulsen darstellen.

Forstenlechner

Ploom

Habsburg

Mozartplatz 4, 5020 Salzburg, www.salzburg-trachtenmode.at

Ursulinenplatz 5, 5020 Salzburg, www.ploom.at

Aribonenstraße 27, 5020 Salzburg, www.habsburg.co.at

TRADITIONELL

OPULENT

COUTURE

Im herrschaftlichen Gwandhaus an der Morzger Straße residiert der Trachtenausstatter Gössl. Der Leitgedanke des Unternehmens: von Könnern für Kenner. Wertvolle handwerkliche Qualität gepaart mit herausragenden Designs steht im Mittelpunkt. Wer sich nach seinem Einkauf bei Gössl stärken möchte, kann das direkt im Anschluss in der hauseigenen Greißlerei tun. Hier stehen heimische Delikatessen auf der Karte, die im traumhaft schönen Garten vor der Kulisse der Salzburger Natur- und Bergwelt genossen werden können.

Ja, es gibt sie noch, diese kleinen, feinen Läden, an denen man vielleicht schnell vorbeiläuft, die aber definitiv einen zweiten Blick wert sind. Ein Beispiel hierfür: Trachten Stassny, ein Geschäft, in dem der Geist längst vergangener Zeiten noch spürbar ist. Festliche Tracht aus feinsten Materialien wird hier geboten. Das Besondere: eine ordentliche Portion Opulenz fehlt bei keiner der Kreationen. Egal ob üppige Rüschen, raffinierte Details oder auffällige Verzierungen – bei Stassny findet man wahre Schätze!

Leib, Rock, Schürze – und fertig ist das Dirndl? Ganz falsch gedacht, denn im Hause Madl ist Tracht eben nicht nur Tracht. Hier fertigen hochprofessionelle Schneiderinnen ganz besondere Roben an: schillernd, elegant und absolut vom Feinsten. Die maßgeschneiderten Festtags-Dirndln erinnern an edle Haute Couture und werden aus hochwertiger Seide, handgesponnenem Leinen und heimischer Baumwolle gefertigt. Bei Madl entstehen echte Meisterwerke, die zu besonderen Anlässen ausgeführt werden wollen.

Gössl

Stassny

Madl

Morzger Straße 31, 5020 Salzburg, www.gwandhaus.com

Getreidegasse 35, 5020 Salzburg, www.stassny.at

Getreidegasse 13, 5020 Salzburg, www.madlsalzburg.at

SPRITZIG

VORNEHM

AUSSERGEWÖHNLICH

Klassisch, jung und frisch sind die traditionellen Kreationen aus dem Hause Hanna Trachten. An zwei Standorten, nämlich in der Linzer Gasse und in der Goldgasse, können Trachtenliebhaber aus dem Vollen schöpfen. Familie Kurz bietet einen farbenfrohen Mix aus Dirndln, Lederhosen, Accessoires und Hüten. Auch festliche Hochzeitsdirndln, Kinderund Umstandstracht sind hier zu erwerben. Erfreulich: die erschwinglichen Preise!

In der Aigner Straße ist es zu finden, das feine Geschäft von Susanne Spatt. Die Trachtendesignerin zeigt hier ihre filigranen Trachtenentwürfe, die vor allem durch weiblich-zarte Schnittführungen und traumhafte Musterungen auf sich aufmerksam machen. Besonderen Wert legt Spatt dabei auf die Liebe zum Detail und die subtile Betonung der Feminität. Jedes der Unikate wird unter Einhaltung der höchsten Qualitätsanforderungen in Österreich produziert.

Sie suchen noch ein extravagantes Kleidungsstück für Ihren Besuch der Salzburger Festspiele? Dann sind Sie bei Katharina Kaesbach genau richtig. Eleganz und Opulenz treffen hier so gekonnt aufeinander, dass bewundernde Blicke nicht ausbleiben werden. In den schicken Blazern und edlen Kleidern stecken Barock-Flair und trachtige Anmutung – ein wahres Schatzkästchen, versteckt in der Sigmund-Haffner-Gasse.

Hanna

Susanne Spatt

Katharina Kaesbach

Platzl 4, 5020 Salzburg, www.hanna-trachten.at

Aigner Straße 30, 5020 Salzburg, www.susanne-spatt.com

Sigmund-Haffner-Gasse 14, 5020 Salzburg, www.katharina-kaesbach.com

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Fotos: Geschäfte

MEHR IST MEHR Es heißt, man soll nicht mehrere Dinge gleichzeitig tun. In SALZBURGS CONCEPT STORES ist es allerdings erlaubt, sich zur selben Zeit von verlockender Kulinarik und formschönen Designobjekten inspirieren zu lassen. Text: Jeanette Fuchs

FRUCADE UND VINTAGE-MÖBEL

KUCHEN UND KERAMIK

KUNSTHANDWERK UND ESPRESSO

Alles außer gewöhnlich: Neben Vintage-Möbeln und -Leuchten der Fünfziger- bis Siebzigerjahre verkauft Wolfgang Drechsler in seinem Jetlag auch extravagante Retro-Accessoires, alte Küchenuhren, Leder-Fauteuils und bunte Kunststoffobjekte. Aufgrund ihrer Einzigartigkeit werden die Exponate auch für Veranstaltungen, Filmproduktionen und Shootings verliehen. Doch damit längst nicht genug. Die Vinylabteilung überzeugt mit einem musikalischen Mix, der von Jazz und Funk über Easy Listening bis hin zu Soul und Latin reicht. Darüber hinaus dient das in den Shop integrierte Café als Treffpunkt, um bei Kaffee, Frucade oder Esha-Cola über die Welt zu philosophieren.

Das Favorite Kamer ist kein gewöhnliches Geschäft. Vielmehr ist es ein Lieblingszimmer für wertige und ehrliche Produkte. In heimeliger Atmosphäre präsentiert Julia Hoff regionale Handwerkskunst, formschöne Designobjekte und feine Home-Accessoires. Während man es sich auf den Kissen am Fensterbrett oder an einem der Tische mit Cappuccino und selbstgebackenem Kuchen gemütlich macht, schweift der Blick über das stimmige Arrangement aus handgefertigter Keramik, Accessoires aus altem Leinen und nachhaltigen Duftkerzen. So möchte man diesen Ort, der einladender Showroom und gemütliches Café zugleich ist, gar nicht mehr verlassen.

Die einen kommen ins Fachl, um Handgemachtes zu kaufen. Die anderen, um in der Barista-Ecke dem bunten Treiben zuzuschauen – drinnen im Geschäft und draußen in der beschaulichen Gasse. Roland Huber sorgt dafür, dass jedes Detail stimmt – vom kuratierten Sortiment verschiedener Aussteller, das in gestapelten Holzkisten präsentiert wird, bis hin zum perfekt zubereiteten Espresso. Auch Bio-Tees, heiße Schokolade sowie innovative Getränke namens Franzi oder Helga werden angeboten. Dass einige der Produzenten auch Fachl-Mieter sind, unterstreicht die Idee des synergetischen Miteinanders. Gleich nebenan findet man das Riesenfachl – ein Raum, der als Pop-up-Store gemietet werden kann.

JETLAG

FAVORITE KAMER

’S FACHL SALZBURG

Herrengasse 28a, 5020 Salzburg, www.jetlag.at

Paris-Lodron-Straße 12, 5020 Salzburg, www.favoritekamer.com

Kaigasse 13, 5020 Salzburg, www.fachl.at


DESIGN

Design Deluxe

BÜCHER UND BLUMEN

SUPERFOOD UND DESIGN

GENUSS UND ÄSTHETIK

Vis à vis der Doll Kunstgärtnerei öffnet sich der gleichnamige Mikrokosmos, der zum Verweilen einlädt. Coffee Table Books, Interior-Objekte, Taschen und Home-Accessoires werden in hübscher Wohnzimmeratmosphäre präsentiert, so dass es schade wäre, nach dem Einkauf gleich wieder seiner Wege zu gehen. Stattdessen nimmt man drinnen oder im Garten inmitten prächtiger Blumendeko und Orangenbäumchen Platz. Das bunte Kaffeegeschirr, mit dem Espresso und Kuchen liebevoll serviert werden, steht zum Verkauf im Regal. Nicht auszuschließen also, dass man dieses nach einer der schönsten Kaffeepausen in Salzburg ebenfalls mit nach Hause nehmen will.

Von Buddha Bowls bis zu Vitamin-Shots: Im Green Vanilla, das im Erdgeschoss des Hotels Stein beheimatet ist, versammeln sich die internationalen Food-Trends. Der neue HealthyLifestyle-Spot steht für gesunden und unkomplizierten Genuss to-go oder to-stay: Man wählt Süßes oder Herzhaftes aus der Vitrine, Kaffee aus eigener Röstung oder frisches Bio-Brot und Suppen im Glas. Fairtrade-Schokoladen, Teespezialitäten und Gewürzmischungen ergänzen das Angebot. Gleich nebenan schwelgen Designliebhaber in einem feinen Sortiment aus Geschirr, Windlichtern und Kosmetikprodukten. Vieles, was es im Hotel zu sehen gibt, kann man im Stein Shop nämlich auch kaufen.

Ein Restaurant im Felsengewölbe des Mönchsbergs, eine Bar mit Cocktails und Musik, eine Vinothek und mittendrin ein lauschiger Innenhof – das Magazin ist ein Sammelpunkt für die schönen Dinge des Lebens. Erst recht seit unter dem Namen „Magazin Deli“ auch tagsüber italienischer Espresso zu Croissants sowie delikate Sandwiches, Salate und Quiches serviert werden. Während der Gaumen bestens verwöhnt wird, gehen die anderen Sinne auf Entdeckungsreise: Im Spezialitätenladen locken toskanische Salami und portugiesische Sardinen, im Lifestyle-Shop findet sich eine feinsinnige Selektion aus Geschirr, Küchenaccessoires, Seifen und Raumdüften.

VIS-À-VIS DOLL KUNSTGÄRTNEREI

GREEN VANILLA

MAGAZIN

Nonntaler Hauptstraße 108, 5020 Salzburg, www.doll-salzburg.at

Steingasse 4, 5020 Salzburg, www.greenvanilla.at

Augustinergasse 13, 5020 Salzburg, www.magazin.co.at

Fantasie ist wichtiger als Wissen,

denn Wissen ist begrenzt.“ – Albert Einstein

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Fotos: Rainer Zola

MIT LIEBE GEMACHT

Sie schaffen mit ihren Händen wahre Kunstwerke und verleihen antiken Schätzen neuen Glanz: Die TRADITIONSHANDWERKER SALZBURGS beweisen echte Freude an ihrem Tun. Sie alle verbindet dabei die Leidenschaft für ihren Beruf, den sie eher als Hobby denn als Arbeit ansehen. Text: Eva Goldschald

PASSION MIT ÜBERRASCHUNGEN

ÜBER UMWEGE ZUM ERFOLG

Für Fritz Kreis ist das, was er täglich tut, nicht Arbeit, sondern Leidenschaft. Der Salzburger führt zusammen mit seiner Frau Monika seit 1971 das Geschäft „Glaskunst Kreis“. Betritt man den Laden der beiden, ist das Farben- und Lichtspiel überwältigend: Imposante Vasen reihen sich an prunkvoll verzierte Gläser und Glaskugeln, dazwischen schimmert das Tageslicht hindurch. Aber nicht alles hat er selbst gemacht: „Ich reise gerne und möchte wissen, was meine Kollegen erschaffen.“ Deshalb bietet das Ehepaar auch eine breite Palette von Werken anderer Glaskünstler an, von normalen Wassergläsern über Dekoblumen bis hin zu filigranen Tieren. Seine Arbeit steckt voller Überraschungen: „Wenn mir etwas misslingt, werfe ich die Glasreste in den Schmelzofen. Öffne ich die Tür am nächsten Tag, fasziniert mich jedes Mal aufs Neue, wie sich das Material seinen Weg bahnt und sich die Farben vermischen.“ Eigentlich wollte Fritz Kreis Gemüsebauer werden. Weil ihn seine Mutter aber als Handwerker sah, erlernte er 1960 an der HTL in Kramsach den Beruf des Glaskünstlers. Seitdem ist er dabeigeblieben. „Wenn man etwas mit so viel Leidenschaft macht wie ich, dann gibt es dafür kein Ende.“

Bei Peter Svatek ist es ordentlich. In dunklen Schränken aus Holz hängen Geigen, Bratschen und Cellos, genauso akkurat aneinandergereiht wie das Werkzeug in seiner Werkstatt, in der man vergeblich nach Spänen oder anderen Holzresten sucht. Weil er Musikinstrumente von hohem Wert bei sich aufbewahrt, muss es entsprechend aussehen, vor allem wenn Kunden kommen. Und zu denen pflegt Svatek eine enge Beziehung, die er mit der eines Arztes zu seinen Patienten vergleicht. Da kommt es schon vor, dass er Samstagabend zu einem Notfall gerufen wird, wenn einem Musiker vor dem Konzert die Saite reißt. Zum Handwerk kam der gebürtige Salzburger erst über Umwege: Nach einer Ausbildung zum Elektrotechniker und im Anschluss zum Volksschullehrer an der Pädagogischen Hochschule entschied er sich für eine Ausbildung zum Geigenbaumeister in Stuttgart. Im Anschluss an seine Meisterprüfung machte er sich in Salzburg selbstständig. Und wenn Peter Svatek über seine Arbeit spricht, merkt man, dass dies die richtige Entscheidung war: „Mit meinem Handwerk mache ich Menschen glücklich, und das macht mich glücklich.“

GLASKUNST KREIS

GEIGENBAU SVATEK

Sigmund-Haffner-Gasse 14, 5020 Salzburg, www.glaskunstkreis.com

Paris-Lodron-Straße 5, 5020 Salzburg, www.geigenbau-svatek.at


DESIGN

Große Leute

Die Kunst hat das Handwerk nötiger

als das Handwerk die Kunst!” – Franz Kafka

FAMILIENTRADITION GEMEINSAM WAHREN

EINE GLÜCKLICHE FÜGUNG

Mit fünf Jahren beobachtete Leonore Strasser ihren Opa Albert in der Buchbinderei. Sie war fasziniert von den Geschichten der Menschen, die ihrem Großvater haufenweise hohe Stapel Papier und Bücher, aus denen sich die Seiten lösten, in den Laden brachten, die sie in restauriertem Zustand wieder abholten. Mit viel Liebe und handwerklichem Geschick gab er den Büchern und Alben optisch wieder ihren Wert zurück. Heute kümmert sich Leonore zusammen mit Ehemann Rupert um diese filigrane Arbeit in der Buchbinderei Gleichweit-Strasser. Die Tätigkeit des Paares ist mit vielen Emotionen verbunden, zum Beispiel wenn Großeltern ihre Lebensgeschichte aufschreiben und das Werk in einem schönen Einband ihren Enkeln vermachen. Aber die beiden arbeiten auch an alltäglichen Aufträgen wie Einbänden für Abschlussarbeiten oder Schleifen für Grabgestecke. Rupert ist gelernter Konditor und kam erst durch seine Frau zur Buchbinderei. Die Werkstatt führen die beiden mittlerweile seit 20 Jahren. „Das Schönste ist, wenn sich die Kunden sichtlich freuen. Wenn sie nicht einmal wollen, dass wir ihnen das Buch einpacken, weil es die Leute auf der Straße sonst nicht sehen würden.“

Jeder Uhrengröße ist ein eigener Arbeitsbereich zugeteilt, an jedem freien Platz im Raum hängen prächtige Stücke aus der Barockzeit neben Stand- und Wanduhren aus Holz. Da klingt es beinahe wie ein Widerspruch, wenn Uhrmacher Albert Gilli zugibt, dass er bei der Arbeit oft vergesse, auf die Uhr zu schauen. Seit 1982 ist er selbstständig. Sein Geschäft an der Müllner Hauptstraße unterhalb des Müllner Bräustübls führt er seit zehn Jahren mit seiner Frau Ulrike, wegen der es den Niederösterreicher nach Salzburg verschlagen hat. Eigentlich sollte Albert Gilli den elterlichen Müllerbetrieb übernehmen. Weil er jedoch an einer starken Stauballergie leidet, ist er „zum Glück“ – wie er sagt – „nochmal gut davongekommen“. Denn seine Leidenschaft sind mechanische Uhren: „Die haben etwas Ästhetisches. Ich repariere und restauriere sie und erwecke sie quasi zu neuem Leben“. Am längsten tüftelte er an einem Modell aus dem Stift St. Peter – ganze sieben Jahre lang. „Wenn ich so ein Schmuckstück wieder zurückgeben muss, werde ich ein wenig wehmütig. Aber dann weiß ich wieder, wieso ich diesen Beruf so liebe.“

GLEICHWEIT-STRASSER BUCHBINDEREI

UHRMACHER ALBERT GILLI

Hubert-Sattler-Gasse 13, 5020 Salzburg, www.buchbinderei.gs

Müllner Hauptstraße 17, 5020 Salzburg, www.gilli.at 112 . 113


Fotos: Geschäfte

PIONIERE DER K RE ATIVITÄT Sie gehen neue Wege und folgen ihrer Vision. Mit Passion und Entdeckergeist verbinden SALZBURGS KREATIVE TRADITIONELLES HANDWERK mit unkonventionellen Ideen. Text: Jeanette Fuchs

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ÜSSES HANDWERK NEU ENTDECKT

Eine Reise nach Schweden gab den Impuls: Nachdem Maria und Christian Mayer mehrere Stunden staunend in einer Bonbon-Manufaktur verbracht hatten, war die Leidenschaft geweckt und die Geschäftsidee gefunden. Halbe Sachen zu machen, war dabei keine Option. Also besuchte das Paar ehemalige Zuckerlmeister in ganz Österreich, um das fast vergessene Handwerk zu erlernen. Wenige Monate nach der Eröffnung der ersten Zuckerlwerkstatt in der Wiener Herrengasse wurde der zweite Standort in Salzburg eingeweiht. Neben besten Zutaten aus Österreich stecken in jedem handgefertigten Zuckerl viel Liebe und Experimentierfreudigkeit. Ihr Know-how geben die beiden Zuckerlmacher auch an eigene Mitarbeiter weiter, die als Quereinsteiger aus allen Branchen kommen. Auch körperlicher Einsatz ist gefragt, will man die Zuckermasse richtig kneten und zu Schnüren rollen. Während man Christian meist in der Produktion antrifft, wo neue Rezepturen und Sorten entwickelt werden, behält Maria Buchhaltung und Finanzen im Griff. „Wir gehören zu den besten Zuckerlmachern auf der Welt“, sagt Christian Mayer stolz. Wer einmal eine Nascherei aus der Zuckerlwerkstatt probiert hat, wird das bestätigen. Zuckerlwerkstatt Salzburg, Wiener-Philharmoniker-Gasse 3, 5020 Salzburg, www.zuckerlwerkstatt.at


DESIGN

D

Handwerk

ESIGNOBJEKT FÜR JEDEN TAG

Igou ist das leidenschaftliche Herzensprojekt von Romana Schiller, hinter dem sich auch eine pragmatische Entscheidung verbirgt: Nachdem die junge Salzburgerin ihr Lehramtsstudium für technisches und textiles Gestalten am Mozarteum abgeschlossen hatte, aber keine Anstellung bekam, machte sie sich im Herbst 2015 kurzerhand mit ihrem eigenen Label selbstständig. Im Freundeskreis waren ihr die angesagten Botenrucksäcke aufgefallen. Und so begann sie, an einem Modell mit hohen optischen und funktionellen Ansprüchen zu tüfteln. Der Rucksack sollte schlicht in der Optik und variabel in der Größe sein sowie wenig Gewicht haben. Robuste und wasserabweisende Markisenstoffe erwiesen sich als ideal, um den Igou-Rucksack mit seinen verstellbaren Riemen und durchdachten Innenfächern zu realisieren. In ihrem Atelier unter dem Dach einer ehemaligen Garage kommt Romana auch individuellen Farbwünschen nach und produziert Spezialanfertigungen. Trotz großer Nachfrage bleiben die von ihr mit viel Liebe gefertigten Unikate limitiert. Nicht der Verkauf großer Stückzahlen, sondern die Freude an der Sache steht für die Kunstpädagogin, die mittlerweile eine halbe Lehrverpflichtung angenommen hat, an erster Stelle. Igou, Loiger Straße 37, 5071 Salzburg-Wals, www.igou.at

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ACHHALTIG, NATÜRLICH, REGIONAL

Die Mode brachte Petra Schröckeneder zur Bio-Kosmetik: Für die Präsentation ihres Hut- und Beanie-Labels im Rahmen eines Pop-up-Projektes war die Modeagentur-Inhaberin auf der Suche nach einem dazu passenden Pflegeprodukt. So kreierte sie mit der Hilfe einer kundigen Freundin ein Zitronenmelisse-Zirben-Peeling, für das schnell ein Name und ein Logo gefunden werden musste. Der bekannte Ausspruch von Bruce Lee „Be water, my friend“ diente als Inspiration, die unverwechselbaren Präge-Etiketten steuerte eine Salzburger Druckerei bei. Das Peeling kam so gut an, dass die Erweiterung der Pflegelinie um Seife, Lotion und Lip-Balm nicht lange auf sich warten ließ. Petra Schröckeneders Vernetzung in der Fashionszene half dabei, die multifunktionellen Kombi-Produkte nicht nur im eigenen Onlineshop, sondern auch in angesagten Läden und Concept Stores von Berlin bis Hongkong zu platzieren. So wuchs die spontane Idee in den letzten drei Jahren zu einem ausgefeilten Beauty-Konzept heran: Be (…) my Friend versteht sich als veganes Kosmetiklabel, das auf regionale Partner, natürliche Rohstoffe und nachhaltige Verpackungen setzt. Tees, Kerzen und Raumdüfte ergänzen das Sortiment. Be (…) my Friend, Alte Mattseer Straße 14, 5020 Salzburg, www.besoapmyfriend.com

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REUDE AM EXPERIMENTIEREN

Nachdem Martina Mühlfellner an ihrem abstrakten Studium der Architektur wenig Gefallen fand, zog es sie in die Alchimia nach Florenz, eine Schule für zeitgenössische Schmuckgestaltung. Nicht die klassische Goldschmiedekunst stand dort im Mittelpunkt, sondern die experimentelle Arbeit mit unterschiedlichsten Materialien. Fasziniert von der Gestaltung von Objekten mit überschaubarer Größe, blieb Martina Mühlfellner nach ihrem Abschluss in der Stadt der schönen Künste, um als Assistentin für Entwurf und Freihandzeichnen an selbiger Schule zu arbeiten. Zurück in Salzburg, bezog sie ihr Atelier im Künstlerhaus. Den verfügbaren Platz nützt die freischaffende Künstlerin für Zeichnungen und großformatige Nagelbilder. Parallel arbeitet sie an objekthaften Schmuckstücken und bringt dafür Materialien wie geschliffenes Kunstharz und japanisches Papier zum Einsatz. Was wäre, wenn die Kunst nicht Provokation, sondern alltäglicher Blickfang wäre? Aus dieser Frage heraus entwickelte die Künstlerin tragbare Ohrringe, filigrane Ringe und Armreifen. Unter dem Titel „note : haarschmuck“ entstanden zuletzt in Zusammenarbeit mit Valerie Medicus handgefertigte Haaraccessoires aus Gold und Silber. Atelier Martina Mühlfellner, Künstlerhaus, Hellbrunner Straße 3, 5020 Salzburg, www.martina-muehlfellner.at

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NEU: AB JUNI 2018

K + K A M WA AG P L AT Z

Restaurant

Hier geht es um zwanglosen Genuss ge-

KOLLER + KOLLER TA G E S B A R

paart mit Kompetenz und Leidenschaft! Schmecken, trinken und entspannen in einzigartigen Räumlichkeiten, die den Bogen zwischen den historischen Gemäuern sowie zeitgenössischen Elementen spannen. Ob Klassiker der österreichischen Küche oder internationale Köstlichkeiten – gekocht wird jedenfalls mit regionalen und saisonalen Zutaten. Frisch zubereitet mit der richtigen Portion Leidenschaft für Genuss. Das Restaurant wartet mit zahlreichen Möglichkeiten auf: vom romantischen Dinner für Zwei bis hin zu kleinen oder größeren Festen in den gemütlichen Stuben oder dem Kellergewölbe. Und das alles mitten in der Salzburger Altstadt! Geöffnet täglich!

Da trifft sich‘s gut.

SCHMECKEN, TRINKEN, PLAUDERN.

WAAGPLATZ 2, 5020 SALZBURG TEL. +43 662 842156, WWW.KOLLERKOLLER.COM


GENUSS

Foto: Jazmin Quaynor

Inhalt

„Die Welt gehört dem, der sie genießt.” – Graf Giacomo Leopardi

GENUSS PUR GASTHAUSTRADITION IN SALZBURG

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STARKE DUOS

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KULINARISCHE WELTREISE

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BRUNCHEN IN SALZBURG

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Vier Häuser mit Charme und richtig gutem Essen Auf den Spuren ganz persönlicher Erfolgsrezepte

Internationale Highlights der Salzburger Gastronomieszene

Cafés, in denen Frühstückskultur erlebbar wird

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Fotos: Chris Rogl

GASTHAUSTRADITION IN SALZBURG Man sagt, dass die Österreicher eine ganz BESONDERE GASTHAUSKULTUR pflegen: bodenständig, mit dem nötigen Schmäh und natürlich richtig gutem Essen. Top of Salzburg stellt vier besondere Häuser vor. Text: Eva Goldschald

DIE WEISSE

ALS SCHÜLER DER HANDELSAKADEMIE IN DER PARIS-LODRON-STRASSE GING GUST ABSMANN

ein- bis zweimal die Woche an einer unscheinbaren Wirtschaft in der Rupertgasse vorbei – zum Turnen in die Roittnerhalle. Nicht sehr einladend sah das verkommene Gebäude mit der kleinen Holzbaracke samt Brauerei damals aus. Sie war so schlicht, dass sie dem damals 16-Jährigen gar nicht wirklich aufgefallen ist. Aber offensichtlich sollte sich das ändern. Denn heute ist diese Weißbierbrauerei ein fester Bestandteil der Salzburger Gastrokultur – seit 30 Jahren Rupertgasse 10, 5020 Salzburg, geführt von Gust Absmann, dem damaligen Schüler der Handelsakademie. www.dieweisse.at Die Weisse in Salzburg-Schallmoos ist Österreichs älteste Weißbierbrauerei: kultig, hip und dabei trotzdem traditionell, vereint sie urige Gastrokultur mit angesagter Eventlocation. Bevor der gelernte Kaufmann Gust Absmann in Schallmoos landete, arbeitete er im Feinkostladen seiner Eltern in Leopoldskron und führte danach zwei Jahre lang mit seinem besten Freund den Gasthof „Stern“ in Maxglan. Durch Zufall erfuhr er, dass Bierbrauer Hans Georg Gmachl die heruntergekommene Liegenschaft im Schatten des Kapuzinerberges erworben habe und einen Partner für das Wirtshaus suche. Die Entscheidung war schnell getroffen, Gust Absmann und Hansi Gmachl wurden Partner und übernahmen 1987 das kleine Gasthaus in der Rupertgasse. Zum selbstgebrauten Bier servierte man Weißwürste mit Brezen, Essigwurst, Pfefferwurst und die guten Ursprunger Salzstangerl. Mittlerweile hat sich Gmachl zurückgezogen, und Peter Huber ist nun Gust Absmanns Partner: „Peter ist ein perfekter Wirt und auch Entertainer, ihm ist die schwierige Gastgeberrolle offensichtlich angeboren – vom perfekten Service und der Gästeunterhaltung bis zum Einspringen, sollte einer vom Stammtisch zum Karteln fehlen. Und, er hält einfach länger durch.“ Den beiden Gastronomen ist es wichtig, dass jeder trotz der großen Verantwortung auch noch genügend Freizeit hat. „Auch unsere Mitarbeiter schätzen die, für die Gastronomie eher ungewöhnlichen, Arbeitsbedingungen: Eine Fünf- oder gar Vier-Tage-Woche und sonn- und feiertags frei – da ist Die Weiße nämlich zu!“, erklären die frischgebackenen Gewinner der Auszeichnung „Bierlokal des Jahres“. Seit 1901 – dem Jahr, als das erste Mal im Hinterhof in der Rupertgasse Bier gebraut wurde – hat sich also viel verändert: Die kleine, feine Brauerei ist auf dem neuesten Stand der Technik, das kultige Wirtshaus samt Sudwerk-Bar ist größer und moderner, das Bier- und Speisenangebot umfangreicher. Aber eines ist immer noch gleich geblieben: das Grundrezept für das bernsteinfarbene Weißbier mit dem fruchtigen Aroma, das sich Gust Absmann und Peter Huber immer noch gerne nach Feierabend genehmigen. „Qualitätskontrolle“, sagen die Erfolgswirte dazu! Gust Absmann und Peter Huber


GENUSS

Große Leute

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GENUSS

Große Leute

STEINLECHNER – DAS WIRTSHAUS

AM 26. OKTOBER – DEM ÖSTERREICHISCHEN NATIONALFEIERTAG – 2017 eröffneten der Pongauer Thomas Gschwandtner und

Serviceleiterin Melissa Höller das Wirtshaus Steinlechner in der Aigner Straße neu. Ruhiger und bodenständiger ist es, fokussiert auf traditioThomas Gschwandtner und nelle Küche und guten Wein; das Partykonzept des Vorgängers hat man Melissa Höller hinter sich gelassen. Das frühere Credo: „Wenn man freitags zum SteinAigner Straße 4-6, 5020 Salzburg, lechner geht, dann geht man eigentlich nie alleine heim“, gilt nicht mehr, zumindest nicht primär. www.steinlechner-wirtshaus.at Eigentlich wollte der junge Wirt das Lokal zusammen mit einem Freund eröffnen – er zuständig für Bewirtung und Koordination der Mitarbeiter, Freund Florian für Finanzen und Buchhaltung. Als der aber absprang, stand das Projekt kurz auf der Kippe. Mit Hilfe seines Onkels, ein Steuerberater, und großem Rückhalt seiner Eltern wagte er letztendlich doch den Schritt, alleiniger Pächter zu werden. Unterstützt wurde er auch von Serviceleiterin Melissa, die er auf der Burg Hohenwerfen kennenlernte. Damals arbeitete sie in der Burgschenke, während er in der Verwaltung tätig war. „Für so ein Wagnis braucht man starke Stützen, die auch über den Tellerrand blicken können und vor allem anpacken. Da war es super, dass Melissa mitkam.“ Für Thomas ist die Gastronomie ohnehin kein Neuland, denn er wurde regelrecht hineingeboren. „Meine Eltern haben einen Gasthof in Werfen, und meine Tante hat ein Hotel in Lech, da habe ich regelmäßig mitgearbeitet.“ Für ihn bedeutete die Übernahme vor allem: weg vom alten Konzept und hin zu dem, was er kann – ein guter Gastronom sein, eine heimelige Atmosphäre schaffen und den Gast so gut wie möglich zufriedenzustellen. „Es ist uns wichtig, die Produkte direkt aus der Umgebung zu beziehen. Da habe ich meinen Metzger und meinen Gemüsehändler immer in der Nähe.“ Wer im Steinlechner vorbeischaut, sollte auf jeden Fall den Zwiebelrostbraten probieren. Kurz scharf angebraten und dann gedünstet, so isst ihn auch der Wirt am liebsten. Mit dem Steinlechner hat Thomas Gschwandtner ein Restaurant mit großem Namen übernommen. Ein Vorteil und zugleich eine Bürde. Dabei hatte er immer eine Weisheit im Kopf, die ihm seine beste Freundin mit auf den Weg gegeben hat. „Ich kann nicht sagen, ob es besser wird, wenn es anders ist. Aber ich weiß, es muss anders werden, damit es besser wird.“ Das ist sein Leitspruch – der auch über dem Schreibtisch im Büro hängt.

„Wichtig ist, anpacken und

über den Tellerrand blicken.”

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ZWETTLER’S Sophie und Klaus Hohensinn

„WENN WIR AM ENDE DES TAGES SO RICHTIG FERTIG SIND, VIEL GESCHAFFT HABEN UND TODMÜDE INS BETT FALLEN, DANN WAR ES EIN ERFOLGREICHER TAG FÜR UNS.“ Sophie und Klaus Hohensinn

mögen den Trubel, wenn es laut ist und viele Leute da sind, das merkt man, Kaigasse 3, 5020 Salzburg, wenn man das Gasthaus Zwettler’s betritt. Obwohl es erst 10 Uhr am Vormittag ist, ist hier schon einiges los: Obsthändler, Getränkelieferanten, Klausis Mama www.zwettlers.com und die Mitarbeiter, die langsam eintreffen – aber von Stress keine Spur. Klaus macht Witze und Sophie sitzt entspannt vorm Computer. 2011 übernahmen die beiden – nach zweijähriger, sorgfältiger Planung – die Gaststätte in der Kaigasse. Dass die beiden in der Gastronomie Fuß fassen, war wohl vorbestimmt: Klaus’ Mama war selbst Köchin und hat ihm diese Leidenschaft vererbt. Nach seiner Lehre bei den Wirtsleuten Hawranek im Kuglhof durchlief er mehrere Stationen in der Küche, wo er sich bald einen Namen „erkochte“. Sophie hingegen arbeitete nach ihrer Ausbildung an der Tourismusschule Klessheim im Service. Hier lernten sich die beiden auch kennen. Als sie erfuhren, dass im Zwettler’s ein neuer Pächter gesucht wird, haben sie sich auf gut Glück beworben und den Zuschlag bekommen. Mit einem kleinen Team aus fünf Leuten hat es angefangen, heute beschäftigt das Paar über 20 Mitarbeiter. „Man muss definitiv Menschen mögen und sich eine dicke Haut zulegen“, sagt Klaus über seinen Beruf. „Leute kommen zu einem, um sich wohlzufühlen, um Stress abzubauen, da wäre es falsch, welchen zu vermitteln.“ Wenn Stammgäste ins Zwettler’s gehen, dann oft wegen des Schweinebratens, den es nur sonntags gibt. „Wir wollten, dass es etwas Besonderes bleibt und er wirklich immer frisch ist.“ Wie der Schweinsbraten und auch alle anderen Gerichte im Zwettler’s gekocht werden, kann man von der Bar aus beobachten. Hier hängt ein Fernseher, mit Blick in die Küche, der als Kommunikationsgerät dient, weil die Küche im ersten Stock ist. „Das ist quasi wie Showkochen bei uns, so ein unbeschwerter Blick in die Küche ist nicht selbstverständlich, das hören wir oft von unseren Gästen“, sagt Sophie. Und genau das ist den beiden wichtig: den Gästen einen unbeschwerten Aufenthalt ermöglichen, in urigem Ambiente mit gutbürgerlicher, regionaler Küche – ein Ort, an dem man echte Gastfreundschaft spürt.

„Die Gastronomie, das ist

das schönste und vielseitigste Gewerbe, das es gibt.”


GENUSS

Große Leute

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GENUSS

Große Leute

GASTHOF GOLDGASSE

MITTEN IM GESCHEHEN, UND DOCH GANZ RUHIG: Über Jahrzehnte hinweg kannten die Salzburger den Gasthof in der Goldgasse – zwischen Residenzplatz und Altem Markt – unter dem Namen „Goldene Ente“. 2014 eröffnete das Wirtshaus mit angrenzendem Hotel Joachim Mitterer und in neuer Optik und mit neuem Namen. Obwohl das Haus grundsaPhilippe Sommersperger niert wurde, scheint jeder Winkel des „Gasthof Goldgasse“ eine Geschichte zu erzählen: alte Holzbalken, Kupferkessel sowie goldene und Goldgasse 10, 5020 Salzburg, www.gasthofgoldgasse.at bronzefarbene Deko erinnern an die Zeit, als hier noch Kupfer geschmiedet wurde. Diese Geschichte zu bewahren, ist auch Küchenchef Philippe Sommersperger wichtig. Der gebürtige Oberbayer serviert das Gericht des Hauses – Backhendl – noch original im Kupferpfandl. Seit Juli 2014 ist Sommersperger dabei und lebt die Gastronomie mit ganzem Herzen: „Es ist mir wichtig, dass ich das, was ich vorbereite, auch selbst essen möchte. Mir buchstäblich das Wasser im Mund zusammenläuft, erst dann will ich es auch meinen Gästen präsentieren.“ „Und authentisch muss es sein“, ergänzt Restaurantleiter Joachim Mitterer, der seit Oktober 2017 Teil des Teams ist. Er und Philippe bilden eine „Einheit“, wie sie sagen. „Das ist fast wie eine Partnerschaft, man muss sich absprechen, gut ergänzen und füreinander da sein“, sagt Joachim und lacht im gleichen Moment über diese fast schon romantische Beziehung der beiden. Der gebürtige Kärntner l(i)ebt seinen Beruf. Höflich, zuvorkommend, bestimmt und wohlbedacht wählt er seine Worte, 30 Jahre Spitzengastronomie haben ihn geprägt. Gerne besucht er Philippe in der Küche, schaut sich Arbeitstechniken ab und kocht zu Hause dann manchmal etwas davon nach. Seine Inspiration erhält Küchenchef Philippe auch aus einem alten Kochbuch aus dem 18. Jahrhundert, das sein Chef einmal bei einer Auktion in London erstanden hat. Dann wird getüftelt, probiert, kreiert. Und auch außerhalb der Arbeit dreht sich bei den beiden alles ums Essen. Joachim baut in seinem Garten Kräuter, Obst und Gemüse an und geht zur Entspannung fischen. Philippe probiert neue Gerichte aus oder geht auch mal bei Kollegen essen. Die Goldgasse ist für die beiden nicht nur ein Arbeitsplatz, sondern ein kreativer Schaffensbereich, ein Ort mit Tradition inmitten der Salzburger Altstadt.

Wir sind eine Einheit,

das ist fast wie in einer Paarbeziehung.”

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Fotos: Interviewpartner

ZWEI FÜR DEN GENUSS Für die Verwirklichung gastronomischer Konzepte braucht es Ideen, Mut und Tatendrang. Wie man Erfahrung, Charakter und Talent geschickt vereint, zeigen SALZBURGS KULINARISCHE POWER-PAARE. Top of Salzburg begibt sich auf die Spur ihrer ganz persönlichen Erfolgsrezepte. Text: Jeanette Fuchs

AN EINEM STRANG ZIEHEN

EIN BRÜDERLICHES PROJEKT

Die Philosophie des Hauses rankt sich um den zwanglosen Genuss, um Entspannung ohne Langweile und ein Restaurant, in dem man Kontraste liebt und lebt. Und doch sind es weniger die Gegensätze, es ist vielmehr die Harmonie, die über all dem steht. Seit 2015 führen Norbert und Claudia Koller das K+K am Waagplatz, seit 1969 ist das historische Haus in Familienbesitz. Das Paar hat es sich zur gemeinsamen Aufgabe gemacht, die traditionsreiche Geschichte schrittweise mit einem zeitgemäßen Image zu verbinden. Reibungspunkte gibt es dabei kaum. „Wir denken einfach in die gleiche Richtung“, verrät Claudia Koller. Während ihr Mann die operative Verantwortung trägt, liegt das äußere Gesamtbild in ihren Händen.

So unterschiedlich die Charaktere, so klar die Verteilung der Aufgaben: Während Johannes Absmann in der Fuxn tagsüber Service und Office managt, ist sein Bruder Luis als leidenschaftlicher Wirt abends im Lokal präsent. Die Liebe zur Gastronomie wurde beiden in die Wiege gelegt. Schon in jungen Jahren haben die Brüder ihren Vater Gust Absmann, Pächter des Lokals „Die Weisse“, unterstützt.

Neue Ideen, wie das Speakeasy-Event im Freysauff Keller oder das Rupertifest, entstehen bei spontanen Gesprächen, oftmals auf gemeinsamen Reisen. So manches Projekt wurde auch schon in geselliger Runde mit Freunden geboren. Überhaupt setzt man im K+K auf Teamarbeit. „Das wertschätzende Miteinander überträgt sich ja auch auf den Gast“, weiß Norbert Koller. Eine wichtige Schnittstelle ist Claudia Wolf, die als rechte Hand des eingespielten Duos viele Entscheidungen mitträgt. So bleibt dem Paar trotz ambitionierter Vorhaben – aktuell ist es der Umbau des Erdgeschosses – noch Zeit für die Familie.

Während Luis seinen Karriereweg mit Ausbildungen zum Koch, Kellner und Metzger direkt ansteuerte, studierte Johannes nach dem Gymnasium Eventmanagement und Wirtschaft in Wien und in Norwegen. Ehe er sich’s versah, waren seine Talente beim Aufbau der Fuxn gefragt: Marketing, Technik, Logoentwicklung und Budgetverwaltung lagen in seiner Hand. Statt in die Fußstapfen des Vaters zu treten, war es für Johannes und Luis wichtig, ein neues, eigenständiges Konzept aufzubauen. So gibt es in der Fuxn ein junges Team und flache Hierarchien, im Garten gackern die Wanderhühner, und eine E-Tankstelle wird gebaut. Die größte Herausforderung? Beim gemeinsamen Frühstück nicht übers Geschäft zu reden. An den Ruhetagen gönnt man sich dann eine Pause vom Familien-Business. Während Johannes zum Golfen oder Fischen geht, kümmert sich Luis um die tierischen Neuzugänge: die beiden Minipigs Fix und Foxi.

K+K am Waagplatz Claudia und Norbert Koller

Fuxn Salzburger Volkswirtschaft Luis und Johannes Absmann

Waagplatz 2, 5020 Salzburg, www.kollerkoller.com

Vogelweiderstraße 28, 5020 Salzburg, www.fuxn.at


GENUSS

Ausgewählt

WIEDERGEBURT EINER VISION

QUEREINSTIEG AUS LEIDENSCHAFT

„Wir selbst sind zwar älter geworden, aber das Magazin hat nun die Jugendlichkeit bekommen, die unserer Vision entspricht“, erklärt Raimund Katterbauer, erleichtert darüber, dass das eigene Tun seit der Neuausrichtung nicht mehr von Hauben und Michelin-Sternen bestimmt ist. Das Publikum ist jung, der Service unkompliziert, die Stimmung leger.

In den Ludwig-Burger-Restaurants steckt viel Herzblut. Angela Hauser, die zuvor mit ihrem Mann Erich zehn Jahre in der Finanzbranche in London tätig war, hält im Lokal in Innsbruck die Zügel in der Hand. Das Salzburger Pendant steht unter der Führung ihres Bruders Jörg Kallinger. Vorerst verantwortete der Grafik-Designer den optischen Auftritt beider Restaurants, doch, von Anfang an in alle Prozesse involviert, fand auch Jörg Kallinger rasch Gefallen am Gastronomendasein.

Durch die Erfahrung gereift, bringen die Katterbauers neue Klarheit in ihr Konzept: „Das fängt bei den Schürzen der Mitarbeiter an und hört bei der Auswahl der Speisen auf“, weiß Claudia Katterbauer, die großes Augenmerk auf Feinheiten legt. Während ihr Mann neben Zahlen und Budgets auch die Vinothek und die Bar unter seinen Fittichen hat, verantwortet sie die Küchenlinie und das ästhetische Lebensgefühl im Magazin. Die Affinität für Genuss und gutes Essen verbindet das Paar, das mit dem Magazin seit 15 Jahren für die Verwirklichung gemeinsamer Ideen brennt. Alles begann mit der Suche nach einer Küche für Claudias Catering-Unternehmen, aus dem das heutige Magazin mit seiner extravaganten Architektur direkt am Mönchsberg gewachsen ist. Die Arbeit ist ideal verteilt: Während Raimund Katterbauer die groben Strukturen mit vorausschauender Planung erstellt, feilt Claudia Katterbauer mit Vorliebe an kreativen Ideen und raffinierten Details.

„Wir lieben es einfach, Gastgeber zu sein. Hätten wir keine Restaurants, würden wir unsere Freunde eben ständig zu uns nach Hause einladen. Genau genommen tun wir das weiterhin“, scherzt Angela Hauser. „Auf der Karte stehen ausschließlich Gerichte, die uns auch selbst schmecken“, ergänzt Jörg Kallinger und unterstreicht den hohen Qualitätsanspruch bei den Speisen. Das Erfolgsgeheimnis? Das Urvertrauen zwischen Geschwistern, das eine klare und direkte Kommunikation ermöglicht. Gemeinsam werden Ideen kreiert, und falls etwas danebengeht, dann hat es zumindest Spaß gemacht. Gefragt nach dem Namensgeber für die Burger-Restaurants, herrscht humorvolle Uneinigkeit. Die Geschichte vom Urgroßvater Ludwig, der mit Vorliebe „Fleischlaberl“ gegessen hat, klingt auf jeden Fall glaubhaft.

Ludwig Das Burger Restaurant Jörg Kallinger und Angela Hauser

Magazin Raimund und Claudia Katterbauer

Bruderhof/Linzer Gasse 39, 5020 Salzburg, Museumstraße 3, 6020 Innsbruck, www.ludwig-burger.at

Augustinergasse 13, 5020 Salzburg, magazin.co.at

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Fotos: iStock

KULINARISCHE W ELT REISE Wozu eine Reise um die Welt machen, wenn man sich .. in Salzburg durch die KULINARISCHEN HIGHLIGHTS ALLER LAÄN DER kosten kann? Dabei wird klar: Wo mit Liebe gekocht wird, wird mit Fernweh gewürzt! Text: Eva Goldschald

SÜDAMERIKA

VIETNAM

KOREA

Wer mit Liebe kocht, hat sein Herz am rechten Fleck! So lautet das Credo von Piedad Borowicki-Bauer, die mit ihren Arepas, Pandebonos und Salsas südamerikanisches Temperament in die Mozartstadt bringt. Die gebürtige Kolumbianerin lebt schon seit 30 Jahren in Salzburg. Auf einer Landkarte an der Wand ihres Bistros zeigt sie den Besuchern ihre Heimatstadt Cali und die Ursprungsorte einzelner Gerichte. Die typischen Arepas bietet sie in vielseitigen Variationen an – mit Hühnchen, Avocado, Käse oder Cashewpesto. Auch das Pandebono sollte man probieren. Die kleinen Brötchen aus Maniokmehl werden mit Käse oder Guaven-Konfitüre gefüllt. Zum Abschluss locken hausgemachte Schokopralinen, sogenannte Brigadeiros.

Dass Gesundes auch gut schmecken kann, stellt Uncle Van an allen Wochentagen unter Beweis. Das Konzept der schnellen, leichten und frischen vietnamesischen Küche hat Van Xuan Phung an zwei Standorten in Salzburg und an einem weiteren in Hallein etabliert. Die Gerichte folgen dem Prinzip der Vielfalt: Das Lieblingsgemüse wird im Wok gebraten, wahlweise um Fleisch, Fisch oder Tofu ergänzt und mit der gewünschten Sauce abgerundet. Statt mit Zusatzstoffen werden die Köstlichkeiten mit einer Prise Fernweh gewürzt. Auch der kulinarische Klassiker, die vietnamesische Pho-Suppe, darf auf der Menükarte nicht fehlen. Eilige genießen die kurzweilige Kochshow und nehmen ihre Bestellung mit ins Büro oder nach Hause.

Ein Besuch im Hibiskus Restaurant am Mirabellplatz lässt erahnen, dass die Esskultur in Korea einen hohen Stellenwert hat. Neben Geschmack und Genuss spielen auch die Aspekte Gesundheit und Wohlbefinden eine wichtige Rolle. Essen ist Medizin – so die Überzeugung der Koreaner. Um diesem Anspruch auf authentische Art gerecht zu werden, sind im Hibiskus ausschließlich koreanische Köche am Werk. Ob Fisch, Fleisch oder vegetarische Tofu- und Nudelgerichte – kaum ein koreanisches Mahl kommt ohne Kimchi aus. Auch auf der Menükarte des Hibiskus ist die vergorene Nationalspeise vertreten. Und selbst die Desserts, wie Reiskuchen oder Grüntee-Eis, überzeugen mit hoher Bekömmlichkeit und geringem Fettanteil.

Bistro de Márquez

Uncle Van

Hibiskus

Schrannengasse 6, 5020 Salzburg, www.bistrodemarquez.at

Lederergasse 1 und Pfeifergasse 2, 5020 Salzburg, www.uncle-van.at

Mirabellplatz 1, 5020 Salzburg, www.koreaskueche.at


GENUSS

Ausgewählt

ITALIEN

PORTUGAL

MEXIKO

Etwas abseits vom Trubel der Salzburger Altstadt findet man in der Osteria Cavalli ein lebendiges und authentisches Stück Italien vor: Mit unverfälschten Gerichten aus hochwertigen Zutaten ist die Osteria die erste Wahl für italophile Genießer. Die Pizzen kommen aus dem Steinofen, die Nudelspezialitäten werden von Hand gefertigt, und die Fischgerichte werden nach bewährten Familienrezepten zubereitet. Dazu kredenzt man Weine aus den renommierten Weinregionen Italiens. Bei schönem Wetter bitten die aus Ischia stammenden Gastgeber, die Brüder Michael und Sebastian Fiorentino, ihre Gäste in den Gastgarten. Dort lässt man sich die Spaghetti Vongole zum Aperol Spritz und das Tiramisu zum Espresso schmecken.

Kaum öffnet sich die Tür zur Casa Portuguesa, wird man von Fado-Musik und dem freundlichen Wesen von Maria Fatima Gouveia de Abreu empfangen. Eine breite Auswahl an portugiesischen Weinen zeigt hier in heimeliger Atmosphäre Präsenz: Rotweine aus dem Douro-Tal und dem Alentejo sowie Portwein und Vinho Verde. Dazu kredenzt Fatima kulinarische Häppchen, die mit den Weinen bestens harmonieren: Bolinhos de Bacalhau, mit Ziegenkäse überbackenes Brot und köstliche Oliven. Auch die süßen Pastéis de Nata zu einer Bica, dem portugiesischen Espresso, dürfen nicht fehlen. Das perfekte Andenken an den kleinen Portugalausflug mitten im Salzburger Kaiviertel sind die kunstvoll verpackten Dosensardinen.

Mit Herzenslust – ¡a pedir de boca!, wie es auf Spanisch heißt, führen Eva und Abraham Cabrera ihr Restaurant, das zugleich Bar und Shop ist. Schon vor drei Jahren erfüllte sich das Paar – sie Salzburgerin, er Mexikaner – den Traum vom eigenen Lokal am Ursulinenplatz. Nach dem Umzug an die rechte Salzachseite gibt es nun noch mehr Platz für Genuss, Geselligkeit und mexikanische Lebensfreude. Die Guacamole kommt aus dem Lavamörser, Tacos und Quesadillas werden aus Maistortillas zubereitet – mit Leidenschaft setzt Abraham die Traditionen seiner Heimat um. Wer von Salsas, Tequila & Mezcal nicht genug bekommen kann, hat im Shop Gelegenheit, die Kulinarik Mexikos mit nach Hause zu nehmen.

Osteria Cavalli

Casa Portuguesa

Die Cabreras

Leopoldskronstraße 1, 5020 Salzburg, www.osteria-cavalli.at

Krotachgasse 5, 5020 Salzburg, www.facebook.com/casaportuguesasalzburg

Priesterhausgasse 20, 5020 Salzburg, www.diecabreras.com

INDIEN

ÖSTERREICH

JAPAN

Beim Spaziergang über den Mirabellplatz könnte der Duft von exotischen Gewürzen und frisch gebackenem Naan-Brot zum silberglänzenden Foodtruck von Lakhi Dass locken. Mit großer Leidenschaft und nach ayurvedischen Prinzipien bereitet die gebürtige Inderin hier Gemüsecurrys, scharf gewürzte Samosas und orientalische Wraps zu. Übersetzt bedeutet Lakhi übrigens Glück. Das Glück ist ganz auf der Seite hungriger Stammgäste und zufällig Vorbeikommender, die sich von der würzigen Küche Indiens verzaubern lassen möchten. Caterings für Filmproduktionen und ein „Drivein“, bei dem die bestellten Gerichte direkt ins Auto gereicht werden, zählen zu den Spezial-Services von Lakhi.

Heimatverbunden, bodenständig und ehrlich – so kennt man den Weiserhof seit vielen Jahren. Der neue Wirt Julian Grössinger, der das Zepter von Roland Essl übernommen hat, bleibt diesen Werten weiterhin treu. Sucht man die Klassiker österreichischer Wirtshauskultur, wird man sie auf der Menükarte des Weiserhofs finden: Leberknödelsuppe, Blutwurst mit Sauerkraut, Backhendlsalat oder Kalbsrahmbeuscherl mit Serviettenknödel stehen dort neben Weinen ausgewählter Winzer zur Auswahl. Das qualitätsvolle Fleisch kommt aus der Region und wird nach dem Nose-to-tail-Prinzip verarbeitet. Auf diese Weise kommen fast vergessene Speisen, wie Kutteln, Nieren und Hirn, wieder auf den Tisch.

Im historischen Zentrum Salzburgs genießen Gäste authentische japanische Küche in unprätentiöser Atmosphäre. Ob Miso-Suppe, Frühlingsrollen, Tempura oder Teppanyaki: Die kulinarischen Japan-Klassiker werden aus frischen Zutaten zubereitet und mit einem Lächeln kredenzt. Auch Sushi-Liebhaber kommen in dem seit 1998 bestehenden Restaurant auf ihre Kosten. Kunstvoll mit Thunfisch, Lachs, Garnele, Gurke oder Avocado angerichtet, sind die Seetang-Rollen schon optisch ein Genuss. Auch auf Speisen in der traditionellen Bento-Box trifft man im Nagano: Hühnerspieße, gegrillter Lachs oder knusprige Ente werden darin zusammen mit Reis, Salat und Miso-Suppe akribisch angeordnet.

Lakhi’s Indian & Ayurvedic Diner

Der Weiserhof by Jules

Nagano

Mirabellplatz 5, 5020 Salzburg, www.lucky-food.at

Weiserhofstraße 4, 5020 Salzburg, www.weiserhof.at

Griesgasse 19a / Getreidegasse 24, 5020 Salzburg, www.nagano-salzburg.com

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Fotos: iStock, Cafés

BRUNCHEN IN SAL ZBURG Österreich ist für seine Kaffeehauskultur weltberühmt, aber ist diese deshalb auch antiquiert? Nein! Bester Beweis dafür ist Salzburg, das mit seiner BUNTEN BRUNCH-SZENE begeistert. Text: Veronika Zangl


GENUSS

Ausgewählt

Die Arbeit kann warten –

EXOTIC VIBES Sehen, riechen, schmecken, fühlen – das Afro Cafe setzt mit Fair-Trade-Produkten und afrikanischen Designs auf exotische Lebensfreude. Die spiegelt sich nicht nur im farbenfrohen Interieur wider, das zum Teil direkt aus den Townships stammt. Auch die Speisekarte ist vom African Vibe inspiriert: Würzige Gerichte und exotische Desserts versüßen jeden Start in den Tag. Der passende Soundtrack sorgt für RundumUrlaubsfeeling. Dazu noch eine Tasse Fair-Trade-Kaffee, und der stressige Alltag ist endgültig Vergangenheit.

das Frühstück nicht!

ÜBER DEN WOLKEN

BRUNCH AROUND THE CLOCK

Einheimische und Salzburg-Besucher fieberten dem Ereignis gespannt entgegen: Die legendäre Steinterrasse feierte 2018 als „Seven Senses” Wiedereröffnung. Was ist neu an der Top-Location? So ziemlich alles: vom schicken Design über das elegante Interieur bis zur erlesenen Frühstückskarte. Die hat sich mit Angeboten wie „Morning Shape“, „De-Luxe De-Light“ oder „A Gentle Start“ dem exklusiven Genuss und Lifestyle verschrieben. Seven Senses verpflichtet! Und eines ist dann doch unverändert: der atemberaubende Panoramablick vom Dach des Hotel Stein.

Extravagantes Frühstücks(er)leben hoch über den Dächern Salzburgs. Dafür fahren die Taxis nicht nur zur Festspielzeit regelmäßig auf den Mönchsberg; auch im restlichen Jahr lassen sich Einheimische und Besucher das M32 gerne gefallen. Das bietet seinen Gästen einen einzigartigen Ausblick über die Stadt: Perfekt in den Tag starten sie mit Frühstücksschmankerln aus der Region, die nahtlos in ein mediterranes Mittagessen oder einen Businesslunch übergehen können. Dann steht auch dem Verdauung s spa zier gang bergabwärts nichts mehr im Wege. Wer will, nimmt aber auch einfach den Lift (Zugang im Museum der Moderne).

Bei Erwähnung des Stadtcafes schlagen die Herzen eingefleischter Brunchianer höher – tatsächlich serviert das junge Kaffeehaus im Zentrum der Altstadt ganztägig Frühstück. Dabei tragen die Gerichte klangvolle Namen wie „Updown“, „Sweettown“ oder „Altstadt“. Ein echter Geheimtipp sind allerdings die Waffeln; egal ob süß, sauer oder à la Saison, das Stadtcafe lässt keine Frühstücks-Wünsche offen. Da kann es dann auch schon vorkommen, dass die Frühstücksgäste bis zum späten Nachmittag bleiben – das moderne, bunte Ambiente lädt zum Verweilen und Entspannen ein; übrigens mit sonniger Terrasse. Hier bin ich Gast, hier darf ich’s sein.

Seven Senses

M32

Stadtcafe

ELEGANTER ROOFTOP-CHIC

Afro Cafe

Bürgerspitalplatz 5, 5020 Salzburg, www.afrocafe.at

BEACH FEELING Im Sommer die Füße in den Sand strecken, in der Lounge entspannen oder auf der sonnigen Terrasse die Frühstücks-Seele baumeln lassen? Das Café am Kai an der Salzach erfüllt alle diese und noch viel mehr Wünsche urbaner Brunch-Fans. Zum reichhaltigen Frühstück serviert das junge Team regionale Produkte vom Bio-Bauernhof. Wer danach immer noch Appetit auf mehr hat, greift zu einer der frischen Torten, Strudel oder Kuchen – hausgemacht in der eigenen Konditorei. Dabei lässt sich das Urlaubsgefühl direkt an der Salzach ganz besonders genießen.

Café am Kai

Giselakai 3-5, 5020 Salzburg, www.7-senses.at

Mönchsberg 32, 5020 Salzburg, Museumsplatz 5, 5020 Salzburg, www.m32.at www.stadtcafe-salzburg.at

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Müllner Hauptstraße 4, 5020 Salzburg, www.cafeamkai.eu


A B S PA N N

Fotos: Interviewpartner

Ausgewählt

DAS IST SO SALZBURG Sie kommen aus aller Welt und haben als „Zuagroaste“ (Salzburger Dialekt für „Zugezogene“) einen ganz INDIVIDUELLEN BLICK AUF DIE STADT. Was ist Salzburg für Expats – jenseits von Mozartkugeln, Sound of Music oder anderen Klischees? „Neo“-Salzburger im Gespräch. Text: Veronika Zangl

CAITRIONA HILL Inhaberin von The Nail Bar Leben in Salzburg? Das ist für Caitriona Hill wie „in einer Postkarte zu wohnen“. Die Irin kommt ursprünglich aus Galway und ist von den Bergen ihrer neuen Heimat fasziniert. „Vermutlich, weil ich in der Nähe vom Meer aufgewachsen bin“, schmunzelt Caitriona Hill. Außerdem schätzt sie die zentrale Lage mitten in Europa. Salzburg entdeckte sie zufällig, auf einer Backpacking-Tour mit ihrem Mann. Vom obligatorischen PubJob arbeitete sich Caitriona Hill zur eigenen Nail Bar hoch. Mittlerweile hat sie vier Mitarbeiter und feierte 10-jähriges Jubiläum. Als Freelancerin pendelt der kreative Kopf zwischen den Fashion Weeks in Paris, London und Mailand. „Schaun ma mal?“ – das trifft höchstens auf Caitriona Hills Salzburger Lieblingsfloskel zu.

NOLITA LOBO-MUTSCHLECHNER Regional Director Marketing für Puma EEMEA Indische Powerfrau? Das beschreibt Nolita Lobo-Mutschlechner zu einhundert Prozent. 2011 führte sie der Job von Bangalore (Südindien) nach Salzburg – und das fast ohne Culture Clash. Nolita Lobo-Mutschlechner musste sich nur erst einmal daran gewöhnen, dass auf Schlag 11.30 Uhr plötzlich die ganze Stadt „Mahlzeit“ grüßt. Aber Mensch ist flexibel – „g’rod no amol guat g’ongen“, gerade noch einmal gut gegangen also. Nolita Lobo-Mutschlechners dialektaler Lieblingsausdruck trifft die Situation auf den Punkt. Was ihr an Salzburg am besten gefällt? „Wie gut hier alles erhalten ist und die Natur.“ Die strahle diesen inneren Frieden und diese große Ruhe aus.

MAX PFNÜR Schauspieler und Theatermacher

JIANZHEN SCHADEN Leiterin des China-Büros Salzburg

Salzburg und Max Pfnür? „Das war eigentlich Bestimmung“, reüssiert der Theatermacher schmunzelnd. Tatsächlich verschlug es den kreativen Bayern schon früh immer wieder in die Mozartstadt ans Theater; egal ob mit dem Kindergarten oder der Schule – irgendwann blieb er ganz hängen und absolvierte am Schauspielhaus Salzburg seine Ausbildung zum Schauspieler. Längst ist Max Pfnür fixer Bestandteil des OFF Theaters in der Eichstraße 5. An seiner Wahlheimat schätzt das ehemalige Landkind die Nähe zur Natur, bei gleichzeitig zentraler Lage. Im Handumdrehen ist man gleich am Bahnhof und von dort in Wien oder in München. Lieblingsdialektwort? Hat Max Pfnür keines. „Schließlich“, fügt er verschmitzt hinzu, „is Bayern des boarische Soizburg.“

Zwischen der Stadt Salzburg und Guangzhou Shì liegen 8.855 km Luftlinie und 16 Stunden Flugzeit. Eine Entfernung, die man nicht mal eben als „um die Ecke“ bezeichnet. Trotzdem zog es Jianzhen Schaden vor über 30 Jahren vom südchinesischen Kanton nach Oberösterreich und etwas später nach Salzburg – der Liebe wegen. Deutsch lernte sie mit einem Sprung ins kalte Wasser und an der Universität. Heute hat Jianzhen Schaden den Salzburger Regiolekt voll verinnerlicht. „Schaun ma mal.“ Das ist die Lieblingsphrase der Wahl-Salzburgerin, die an der Stadt vor allem „die Schönheit der Architektur und ihre Beständigkeit“ liebt. Seit 2002 ist Frau Schaden Leiterin des China-Büros; sie gilt als wichtige Mittlerin zwischen China und Österreich.

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Foto: SalzburgerLand Tourismus, Eva-Maria Repolusk

200 JAHRE

STILLE NACHT! HEILIGE NACHT! Auf Spurensuche in den SIEBEN STILLE--NACHT--ORTEN:. Das von Joseph Mohr getextete und von Franz Xaver Gruber komponierte Lied „STILLE NACHT!! HEILIGE NACHT!“ feiert im Jahr 2018 SEINEN 200. Geburtstag. Grund genug, sich die Entstehungsgeschichte etwas näher anzuschauen und das Jubiläum gebührend zu feiern. Text: Eva Goldschald


A B S PA N N

Stille Nacht! Heilige Nacht!

JOSEPH MOHR

FRANZ XAVER GRUBER

Verfasser des Liedtextes

Komponist der Melodie

V

or über 200 Jahren, 1816, verfasste der Salzburger Priester Joseph Mohr ein Gedicht mit dem Titel „Stille Nacht! Heilige Nacht!“. Auf seinen Wunsch hin, dieses zu vertonen, komponierte Franz Xaver Gruber zwei Jahre später die Melodie dazu. Am 24. Dezember 1818 sangen die beiden das Lied zum ersten Mal gemeinsam in der St.-Nikola-Kirche in der Gemeinde Oberndorf. Bis heute wurde es in mehr als 300 Sprachen übersetzt und wird jedes Jahr in der Weihnachtszeit erneut zum Leben erweckt. Die Botschaft, die es vermittelt, ist in allen Sprachen und Kulturen die gleiche: Es ist die Botschaft vom Frieden.

GESCHICHTE UND GEGENWART Salzburg erwartet zum Jubiläum eine Vielzahl an Besuchern. Nicht nur wegen des Geburtstages selbst, sondern auch wegen der zahlreichen Veranstaltungen, die dieses Ereignis mit sich bringt. Am 24. November 2018 feiert das Musical Play „Meine Stille Nacht“ in der Felsenreitschule Salzburg Premiere. Ebenso schlossen sich neun Museen und Gemeinden zu einer dezentralen Landesausstellung unter dem Titel „200 Jahre Stille Nacht! Heilige Nacht! Österreichs Friedensbotschaft an die Welt“ zusammen, die am 29. September eröffnet. Das Salzburg Museum zeigt anlässlich des Jubiläums Wissenswertes zur Geschichte, Botschaft und gegenwärtigen Rezeption des Liedes „Stille Nacht! Heilige Nacht!“. Die Ausstellung gliedert

sich – in Anlehnung an die sechs Strophen des Werkes – in sechs Kapitel und zeigt unter anderem das von Joseph Mohr handschriftlich verfasste Originaldokument der Vertonung. Durch den Hinweis auf Franz Xaver Gruber im rechten oberen Eck kann die Melodie eindeutig der Feder des Komponisten zugeschrieben werden. Alle Ausstellungen beleuchten bis zum 3. Februar 2019 die unterschiedlichsten Facetten rund um Schöpfung und Verbreitung des Liedes.

AUF DEN SPUREN DES FRIEDENS Wer sich noch weiter auf die geschichtsträchtigen Pfade Joseph Mohrs begeben möchte, besucht die Steingasse 31. Hier wohnte der berühmte Sohn Salzburgs während seiner Kindheit. Bei einem Spaziergang über die Staatsbrücke wandert man weiter zum Salzburger Dom. In dessen historischem Taufbecken – wo bereits Mozart getauft wurde – empfing auch der Priester seinen ersten kirchlichen Segen. Aber auch außerhalb der Stadt Salzburg bietet sich die Möglichkeit, geschichtsträchtige Spuren zu entdecken. Auch der Stille-Nacht-Ort Ried im Innkreis ist eng mit dem Lehrer und Komponisten Franz Xaver Gruber verbunden, denn hier wurde er geboren. In Steyr entstand zum Beispiel der früheste bekannte Textdruck des Liedes. Und aus Tirol stammten die „Zillertaler Nationalsänger“, die dem Lied zu internationaler Bekanntheit verhalfen. Weitere Infos finden Sie unter: www.stillenacht.com

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Fotos: Thomas Geiregger

MOMENTUM

Ein Augenblick, nur ein kurzer Moment. So flüchtig und leicht zu übersehen. „Die schönen Dinge siehst du nur, wenn du langsam gehst ...“, lehrt uns der koreanisch-buddhistische Mönch Haemin Sunim. Also haben wir innegehalten, das rasante Tempo aus unserem Leben herausgenommen und auf die kleinen Dinge Acht gegeben. Ergebnis: GANZ BESONDERE BLICKWINKEL, für immer in unserer Bildstrecke festgehalten. Text: Daniela Stollnberger


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Momentum

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Fotos: pxHere, Thomas Geiregger

HAUPTBAHNHOF Ein: „Schön, dass du wieder da bist“, eine herzliche Umarmung, ein liebevolles Lächeln. Ja, Wiedersehen macht Freude! Vor allem am frisch renovierten, sehr modernen Hauptbahnhof. Täglich fahren hier rund 500 Züge ein, davon 370 Personenzüge – das macht circa 25.000 Reisende. Wie viele dieser liebevollen Szenen es wohl jeden Tag zu beobachten gibt?


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Momentum

FLUGHAFEN Um 7 Uhr morgens startet die erste Maschine in Richtung Frankfurt, danach geht’s im Minutentakt weiter. Fliegen gehört für viele Geschäftsleute zum gewohnten Alltag. Für andere aber bedeutet es Faszination pur! So auch für den frühmorgendlichen Besucher, der mit seiner Kamera hinter der Absperrung zum Rollfeld Abflüge und Landungen festhält.

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Fotos: Bryan Reinhart

FESTSPIELHAUS Das Amt des Billeteurs ist ein ganz besonderes für Hans Neumann – eine Tätigkeit mit Tradition nämlich. Seit acht Jahren steht er nicht nur an der linken Rangstiege im Festspielhaus, um den feinen Gästen die Plätze zu weisen. Er läutet auch die Glocke vor dem Haus, um den Beginn der Vorstellung anzukündigen. Drei Mal wird geläutet, danach beginnt das Bühnenstück.


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Fotos: Kurt Sadjina, Thomas Geiregger

RESIDENZPLATZ Ein Plausch unter Kollegen – so viel Zeit muss sein. Die traditionellen Fiaker gehören einfach zum Salzburger Stadtbild dazu. Täglich warten die Kutscher am Residenzplatz, drehen ihre Runden in der Altstadt und unterhalten ihre Gäste mit allerlei Hintergrundinfos rund um die Mozartstadt. „Stehzeiten“ werden gut genutzt – nämlich um mit den Arbeitskollegen die Sonne zu genießen und ein wenig zu plauschen.


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Momentum

CAFÉ TOMASELLI Früher war alles besser? Darüber lässt sich streiten. Was sich die Familie Tomaselli aber da bewahrt hat, darüber sind sich Salzburger und Salzburgerinnen einig: ein gutes Stück Historie. Das Café ist das älteste noch betriebene Kaffeehaus österreichweit. Die Geschichte reicht bis ins Jahr 1700 zurück. Für einen Besuch hier nimmt man sich Zeit, genießt und taucht ein in die jahrhundertealte Kaffeehauskultur.

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Foto: Salzburg Museum/Bryan Reinhart

24 Stunden mit Martin Hochleitner

ZUKUNFT FÜR DIE GESCHICHTE Martin Hochleitner, DIREKTOR DES SALZBURG MUSEUM, begeistert als innovativer Forscher, Ausstellungsmacher und Manager für Kunst- und Kulturgeschichte. Text: Cay Bubendorfer

06:40 UHR

Ein Arbeitstag startet mit klassischem Weckerläuten, Morgenkaffee und Zeitung in meiner Wohnung in der Salzburger Altstadt. Ich schaue zwar nicht direkt auf das Salzburg Museum am Residenzplatz, das Glockenspiel um 7 Uhr höre ich allerdings perfekt und meistens auch sehr bewusst. 07:45 UHR

Mein Weg ins Büro ist für viele Gäste wahrscheinlich eines der Highlights ihres Salzburgbesuchs: Alter Markt, Residenz- und Mozartplatz. Ich genieße diese Atmosphäre, und sie hat am Morgen auch fast dörflichen Charakter. Man kennt fast alle Menschen auf der Straße. Viele Morgengrüße gehören dazu. 08:30 UHR

Die Arbeitswoche startet mit unserer Dienstbesprechung. Wichtige Themen aus allen Bereichen des Museums werden diskutiert und besprochen – vom Aufbau der aktuellen Ausstellung bis zum Zeitplan für die Übersiedelung in unsere neuen Depoträumlichkeiten in der Alpenstraße. Tagesordnung und Protokoll schaffen auch eine Form der Verbindlichkeit, die ich sehr schätze. 10:00 UHR

Schloss Mirabell: eine intensive Stunde steht bevor. Es gilt die morgige Aufsichtsratssitzung mit Bürgermeister-Stellvertreter Bernhard Auinger vorzubereiten. Seit Februar 2018 ist er unser neuer Vorsitzender des Aufsichtsrates der Salzburg Museum GmbH. Wichtige Themen stehen am Programm. Stichwort Budget. Aber auch die Planungen des Museums bis 2021 und vor allem das Jubiläum „100 Jahre Salzburger Festspiele“ 2020. Dazu bereiten wir mit den Festspielen eine große Jubiläumsausstellung vor. 11:30 UHR

Im Bürgerspital treffe ich Architektin Heide Mühlfellner. Mit der Leiterin des Spielzeug

Museums, Karin Rachbauer-Lehenauer, erörtern wir die aktuellen Pläne für die barrierefreie Hofgestaltung. Für uns ein ganz wichtiges Thema auf unserem Weg, das Salzburg Museum in umfassender Weise barrierefrei zu gestalten. Der österreichische Inklusionspreis 2017 für unser Projekt „Leichte Sprache“ war hierfür schon eine ganz tolle Auszeichnung. 12:15 UHR

Hinauf auf die Festung. Heute mit der Bahn. Sonst auch gerne zu Fuß. Im Musikraum unseres Festungsmuseums erfolgt die Abnahme der neuen Videoscreens. Bis Juni 2019 werden wir das Festungsmuseum völlig neu gestaltet haben und die Geschichte des Mittelalters in Salzburg sehr, sehr cool erzählen. Mehr als 600.000 Menschen besuchen dieses Museum pro Jahr. Eine besondere Herausforderung im Hinblick auf das Konzept, die Gestaltung und die Vermittlung der Inhalte. Mittagspause heißt für mich Obst am Markt vor der Kollegienkirche. Eine gelbe Banane, vier Datteln und eine Pink Lady. Ich liebe Obst und genieße die Qualität des Angebots. 13:40 UHR

Im Büro hat Maria Hager die Postmappe vorbereitet. Termine werden abgestimmt. Die Rückrufliste ist abzuarbeiten. Meine Bürotür ist (fast) immer offen. Unkomplizierte Abstimmungen und direkte Kommunikation mit den Kolleginnen und Kollegen sind mir wichtig. 15:00 UHR

Führung durch die Ausstellung „Anschluss, Krieg & Trümmer“ in der Kunsthalle. Nach wie vor mache ich gerne und wenn es die Zeit erlaubt auch noch persönliche Führungen im Museum. Damit hat in den späten 1980er-Jahren auch meine Beziehung zum Museum begonnen. Die Begegnung mit dem Publikum ist extrem wertvoll. Ich versuche auch sehr

bewusst, meine eigene Museumsarbeit immer wieder aus der Perspektive eines Besuchers zu reflektieren. Ein Blick in unser Gästebuch in der Neuen Residenz und ein direkter Austausch mit dem Team Besucherservice „erden“ das eigene Tun. 16:00 BIS 19:00 UHR

Zeit für Büroarbeit, Briefe, Texte. Ich arbeite mit einer To-do-Liste, analog auf einem Block, den mir mein Sohn jedes Jahr zum Geburtstag schenkt. Krawatten kaufe ich mir selbst und trage sie auch gerne. Dann Abendessen zu Hause. 20:00 UHR

Noch schnell zur Eröffnung einer Ausstellung. Drei bis vier Abendveranstaltungen pro Woche sind die Regel. Gerne bin ich dabei auch im Bundesland unterwegs. Kultur ist in Salzburg identitätsstiftend, und es ist schön, mit dem Salzburg Museum Teil davon zu sein.


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Top of Salzburg 2018  
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