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Z e i t s c h r i f t f 체 r M i t a r b e i t e r I n n e n d e r Te c h n i s c h e n U n i v e r s i t 채 t W i e n

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Sondernummer | TU Univercity 2015: Autonome Universit채t | Ein starkes Zeichen | Baugeschichte | Mehr als ein Bauprojekt | Areal Getreidemarkt | Erneuerung TU Karlsplatz | Optimierung TU Gusshaus | Freihaus & Co. | Science City | Sicherheit | Nachbarschaft

P.b.b. Verlagspostamt 1040 Wien, 07Z037245M

Nummer 3/2007

frei.haus


„Wir gestalten die Zukunft der Technik!“ Vor ziemlich genau einem Jahr wurde eine richtungweisende Entscheidung für die TU Wien getroffen. Die „Technik“ bleibt in der Stadt und damit wurde der Grundstein für eine innerstädtische Neuausrichtung der TU Wien gelegt, welche in der Geschichte der österreichischen Universitätslandschaft einmalig ist.

TU Univercity 2015 Editorial/Inhalt/Impressum . . . . . 2 Autonome Universität . . . . . . . . . 3 Ein starkes Zeichen . . . . . . . . . . . 4 Baugeschichte . . . . . . . . . . . . . . . 5

Die Standortentscheidung war kein Votum gegen andere Alternativen, sondern vielmehr der Auftrag die Vorteile der einmaligen Lage im Herzen Wiens, mit seinem Ambiente und besonderem Flair zu nutzen und hier ganz neue Qualitäten für Forschung und Lehre zu ermöglichen. Während der intensiven Auseinandersetzung der letzten Monate, mit der Unterstützung von über 100 TU-Angehörigen, wurde uns erst so richtig bewusst, welches Potential in unseren Objekten steckt. In dieser Sondernummer von TU|frei.haus haben wir einige der Ergebnisse für Sie zusammengestellt.

Mehr als ein Bauprojekt. . . . . . 6, 7 Areal Getreidemarkt . . . . . . . . 8, 9 Erneuerung TU Karlsplatz . . 10, 11 Optimierung TU Gusshaus. . . . . 12 Freihaus & Co. . . . . . . . . . . . . . . 13 Science City . . . . . . . . . . . . . . . 13

„TU Univercity 2015“ bietet die Möglichkeit, ein „TU-Projekt“ aktiv zu entwickeln, zu gestalten und zu verwirklichen und somit die Identifikation der TU-Angehörigen mit der Gesamtorganisation zu stärken.

Sicherheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 Nachbarschaft . . . . . . . . . . . . . . 15

Seit der Standortentscheidung verfolgen wir die Vision der Neuausrichtung der TU Wien mit voller Leidenschaft und sind überzeugt – heute mehr denn je – dass das Projekt ein voller Erfolg für unsere Universität wird. Impressum: Die Realisierung der Vision „TU Univercity 2015“ bis zur 200Jahr Feier, ist nicht nur eine Frage der finanziellen Mittel, sondern bedarf Ihres Engagements für die TU Wien. Deshalb lade ich Sie alle ein: „Gestalten wir gemeinsam die Zukunft der Technik!“

Herausgeber: TU Wien, Karlsplatz 13, 1040 Wien Für den Inhalt verantwortlich: Werner F. Sommer, PR und Kommunikation, Operng. 11/011, 1040 Wien, T. +43/1/58801-41020, M. +43/699/10254817, F. +43/1/58801-41093, freihaus@tuwien.ac.at, www.tuwien.ac.at/pr Redaktion: Werner F. Sommer (WS), Bettina Neunteufl (BN)

Gerald Hodecek Projektleiter TU Univercity 2015

Fotos (Seite): (2) Foto Blazina; (3) Foto Blazina; (4) mira4; (5) Universitätsarchiv, Foto Blazina; (6) mira4; (7) mira4, J. Zinner, Architekten - Hiesmayr- Waldbauer - Zeinitzer; (8, 9) Architekten Hiesmayr- Waldbauer - Zeinitzer; (10, 11) Pläne: Architekten Nehrer + Medek u. Partner ZT GmbH | Architekt Neumayer ZT GmbH; Visualisierungen: www.schienerdigital.com, (12) Architekt Helmut Neumayer; (13) TU Wien; (14) UVEX Deutschland; (15) Mair & Laggner, Vienna Convention Bureau Anzeigen: )!(quattro, Martin Petrak, Kaiser Franz Josef Str. 21, 1230 Wien, T +43/1/8860460-24, M. +43/699/81628436, F. +43/1/8860460-28, petrak@quattro.co.at, www.quattro.co.at

Ergänzung und Nachtrag: Das Foto auf Seite 12 in der TU|frei.haus-Ausgabe #01 zeigt ein Ergebnis der Kooperation zwischen der Diamond Airborne Sensing GmbH in Wiener Neustadt und der RIEGL Laser Measurement Systems GmbH in Horn, nämlich einen Diamond DA42 MPP mit belly pod, bestückt mit zwei RIEGL LMS-Q560.

Seite 2 | Juni/2007

Layout: Sanja Jelic, typothese.at – m. zinner grafik, 1150 Wien Druck: Resch KEG, 1150 Wien, www.resch-druck.at Auflage: 6.000

Cover: Logo TU Univercity 2015, mira4

T U | f r e i . h a u s – Z e i t s c h r i f t f ü r M i t a r b e i t e r I n n e n d e r Te c h n i s c h e n U n i v e r s i t ä t W i e n


TU Univercity 2015

autonome Universität = autonome Entscheidung Die Entscheidung für den Verbleib am innerstädtischen Standort setzt auf intensive Vorarbeiten auf und wurde begleitet von hitzigen politischen Debatten. Das Alles ist natürlich nichts im Vergleich dazu, was uns bei der Realisierung von „TU Univercity 2015“ noch erwartet. Peter Skalicky Die Standortprobleme der TU Wien sind und waren hinlänglich bekannt: Sicherheitsrisken in der Chemie, Dislozierung des Maschinenbaus, Raumnot bei der Architektur, … Pläne gab es viele – so ist der Maschinenbau-Neubau seit 90 Jahren (!) ein Thema –, realisiert wurden nur wenige. Das entscheidende Jahr ist sicher 2004: einerseits erlangte die TU Wien durch das Universitätsgesetz weit reichende Autonomie, andererseits bekundete das Land Niederösterreich Interesse an der Ansiedlung von zwei Fakultäten in Tulln. Dieses durchaus attraktive Angebot hat die Stadt Wien auf den Plan gerufen. 2005 wurde umgehend ein ganzes Dutzend an möglichen Standorten für den Bau einzelner Fakultäten bis hin zur gesamten TU ins Spiel gebracht. Natürlich riefen die mittlerweile auch medial ausgebreiteten Absiedlungsüberlegungen auch andere Anbieter auf den Plan. Eine TU-Arbeitsgruppe unter Leitung von Professor Hierzegger bewertete all diese Angebote und verengte das Spektrum auf die geeignetsten. Schlussendlich blieben 2006 zwei Varianten übrig: ein kompletter Neubau der TU Wien auf dem Flugfeld Aspern oder eine innerstädtische Verdichtung und Standortoptimierung einschließlich eines neuen Laborstandorts. Das Rektorat hat sich im Juni 2006 uni sono dazu entschieden, nur noch die letztere Möglichkeit weiter zu verfolgen. Der Universitätsrat schloss sich dieser Entscheidung an. Ausschlaggebend hierfür waren die hohe Akzeptanz für diese Varian-

te unter den TU-Angehörigen und die größeren Realisierungschancen. Gefordert war allerdings die gleiche Funktionalität, die ein Neubau bieten würde. Im Herbst 2006 wurde das Projekt aufgesetzt und Arbeitsgruppen arbeiteten mit vollem Einsatz – dafür an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön! – an der Detaillierung des Projekts. Das erarbeitete Ergebnis übertraf noch unsere Erwartungen: beste Standards für Forschung und Lehre, Konzentration aller Fakultäten auf einen, maximal zwei Standorte (Labors), Öffnung dem städtischen Umfeld gegenüber, richtungweisende Ideen für Umweltschutz, Barrierefreiheit und einiges mehr. Das Projekt firmiert seit kurzem unter dem klingenden Titel „TU Univercity 2015“. Untertitel: „Wir gestalten die Zukunft der Technik.“ Ein ambitioniertes Ziel. Gelegentlich habe ich den Eindruck, dass uns manche das nicht zutrauen. Das ist nicht unwichtig, aber keinesfalls ausschlaggebend. Wichtig ist, dass wir uns selbst das zutrauen und die Chance wahrnehmen, die das Projekt uns bietet. Wir sind eine autonome Universität und damit für unser Geschick aber auch selbst verantwortlich.

Impressionen vom Karlsplatz, wo bereits seit April gewerkt wird.

In diesem Sinne muss ich Sie natürlich auch bitten, die gegenwärtigen und künftigen Beeinträchtigungen durch Lärm, Staub und Umsiedelungen in Kauf zu nehmen und das Projekt zu unterstützen, wo immer Sie können. Niemand hat gesagt, dass es einfach wird … aber es wird sich auszahlen! n

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TU Univercity 2015

Ein starkes Zeichen für ein starkes Projekt Abb. 1

Abb. 2

Abb. 3

Abb. 4

Abb. 5

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Wahrnehmbarkeit ist in Zeiten des „information overkill“ eine Erfolgsvoraussetzung. Daher war es auch von Beginn an klar, dass das Projekt einen prägnanten Titel und Claim sowie ein eindrucksvolles Zeichen braucht. Mission completed! Gerald Stangl und Werner F. Sommer Eine etwas schwierige Aufgabenstellung stand am Anfang: Wir wollen uns über die Arbeit am Projekt gerade neu definieren, brauchen aber jetzt schon ein Zeichen dafür, wie wir uns sehen. Klingt nach Quadratur des Kreises. Die Corporate IdentityGruppe hatte den Auftrag von der Projektleitung, Titel, Claim und Logo für das Projekt zu erarbeiten. Die Betonung liegt auf für das Projekt, weil das TUCorporate Design von den Überlegungen vorerst nicht betroffen ist. Das Projekt soll eine gewisse Eigenständigkeit an den Tag legen, auch beim Erscheinungsbild. Eine Agentur wurde eingeladen, ein Markenworkshop durchgeführt, ein Vorschlag vorgelegt. Allerdings stießen weder das visuelle Ergebnis (Logo) noch der – wenig partizipative – Prozess auf viel Gegenliebe. Wenigstens Titel („TU Univercity 2015“) und Claim („Wir gestalten die Zukunft der Technik“) konnten konsensual abgehakt werden. Aber alles kein Problem! Kurzes Re-Briefing von nun drei Agenturen, Einladung zu einer für alle TUAngehörigen zugänglichen Veranstaltung, Diskussion und Abstimmung per Mail durch die Anwesenden. Klingt nach Basisdemokratie, geht aber auch.

Diesmal wurde der Prozess akzeptiert und von insgesamt 9 vorgeschlagenen Logos erhielt eines beachtliche 62 Prozent der abgegebenen Stimmen! Was am Vorschlag der Wiener Agentur mira4, www.mira4.com, so überzeugte? Einerseits die gelungene Umsetzung der Projektidee, andererseits die vorgelegten Anwendungsbeispiele. Das Logo setzt auf den beiden Buchstaben „TU“ des bestehenden Logos auf (Abb. 1). Dieses wurden stellvertretend für die vier innerstädtischen Standorte Karlsplatz, Freihaus, Getreidemarkt und Gusshaus in vier Bestandteile zerlegt und dekonstruiert (Abb. 2), eingefärbt (Abb. 3), anschließend um ein weiteres Element (stellvertretend für das Science Center) ergänzt (Abb. 4) und neu zusammengesetzt (Abb. 5). Zusätzlich kann es mit dem Projektfortschritt wachsen und wurde als Zeichen für ein ganzheitlich funktionierendes Informationssystem entwickelt. Die Elemente eignen sich für Leitsysteme, Baustellenabsperrungen, Hinweisschilder, Gebäudebeschriftung, Drucksorten, interaktive Medien … ja sogar Bordsteinkanten können damit eingefärbt werden. Klingt einfach, ist aber – ganz unbescheiden – genial! Es ist gut schwarz/weiß darstellbar, prädestiniert zur Animation und ist sogar geeignet, in dreidimensionale Sitzgelegenheiten umgewandelt zu werden. Uns gefällt’s, Ihnen hoffentlich auch! n

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TU Univercity 2015

Von der Peripherie ins Zentrum: Zur Baugeschichte der TU Wien Am 27. 11. 1814 erfolgte die Genehmigung zum Ankauf der „Losé’schen Gründe“ auf der Wieden aus dem Besitz des Großhändlers Georg v. Sina durch die öffentliche Hand für die Errichtung des zukünftigen „k. k. polytechnischen Instituts in Wien“. Damit war eine Standortentscheidung getroffen worden, die die Geschichte der TU Wien bis heute prägt. Juliane Mikoletzky

Ursprünglich hätte das Institut im ehemaligen Palais Kaunitz (heute Wien I., Johannesgasse 5) untergebracht und die Labors und Lehrsammlungen der Universität Wien mitbenutzt werden sollen. Johann Joseph Prechtls anspruchsvoller und auf Expansion ausgerichteter Organisationsplan (endgültig genehmigt 1818) hätte dort allerdings nicht realisiert werden können. Der damals außerhalb der Stadt gelegene Grund bot dagegen nicht nur Platz für ein großzügiges Institutsgebäude, sondern auch Raum für zukünftige Erweiterungen. Tatsächlich sollte es fast ein Jahrhundert dauern, bis die spätere TU Wien sich über diesen Standort hinaus ausdehnte. Das Institutsgebäude wurde vergleichsweise in Rekordzeit errichtet: Die Grundsteinlegung erfolgte am 14.10.1816, und bereits im Herbst 1818 konnte der Unterricht im neuen Domizil aufgenommen werden. Nur die Ausgestaltung des Festsaales nach Entwürfen von Peter Nobile und Joseph von Klieber zog sich noch bis 1842 hin. Inzwischen war das Institutsgebäude erheblich erweitert worden: Bereits 1821 wurde der östliche Seitenflügel zur Unterbringung der mathematischastronomischen Werkstätte errichtet, 1836-39 folgte der Anbau des Westflügels, des Mitteltraktes, des Panigltraktes, des Lammtraktes sowie eines Pavillons im 2. Hof (heute u.a. Lise-Meitner-Hörsaal). Anlass für diese Erweiterung war die Abhaltung der 2. österreichischen Gewerbsproduktenausstellung 1839, die Entwürfe stammten von Joseph Stummer, Prof. für Land- und Wasserbaukunst. Der Raumbedarf des Instituts (seit 1872 Technische Hochschule) war damit allerdings nicht lange gedeckt. Bereits ab 1867 wurde das Gebäude nach und nach um ein 3., später ein 4. und im 20. Jh. auch noch um ein 5. Geschoss aufgestockt. 1907-09 wurde nach Plänen von Prof. Karl König der sog. Karlstrakt angebaut, 1910-12 entstand im 2. Hof das Aeromechanische Laboratorium mit einem der weltweit ersten Windkanäle (heute Lokal „Nelson’s“). Dennoch blieb das „Raumproblem“ ein ständiges Thema für die Hochschule. 1902-04 wurde auf einem Teil des Areals der Kunsterzgießerei in der Gußhausstraße, und damit erstmals außerhalb des Standorts „Karlsplatz“, das

Elektrotechnische Institut nach Plänen von Christian Ulrich und Karl Hochenegg errichtet. Es wurde 1928 um das Schwachstrominstitut und 1967-1973 um das „Neue“ Elektrotechnische Institut (Entwurf: Erich Boltenstern) erweitert. Gegen Ende des I. Weltkrieges gelang es, die Widmung der sog. Aspanggründe (1917) sowie von Gebäuden des ehemaligen k.u.k. Technischen Militärkomitees am Getreidemarkt (1919) für Zwecke der Hochschule zu erreichen. Der Getreidemarkt-Komplex konnte trotz wirtschaftlicher Probleme in der Zwischenkriegszeit adaptiert und um Gebäude für den Maschinenbau und die Chemisch-technische Fakultät erweitert werden, nach dem II. Weltkrieg von 1958 bis 1995 nochmals um das „Chemie-Hochhaus“. Dagegen kam die Nutzung der Aspanggründe, trotz zaghafter Anfänge 1921, kaum wirklich über das Planungsstadium hinaus.

Das k.k. polytechnische Institut in Wien um 1825

Dafür wurde 1975-1987 auf dem Grund des ehemaligen „Freihauses“ für die nunmehrige (seit 1975) TU Wien ein neues Institutsgebäude errichtet, in das ab 1984 zahlreiche, v.a. mathematischnaturwissenschaftliche Institute und Serviceeinrichtungen einzogen. 1984-1987 erhielt angrenzend die Universitätsbibliothek einen Neubau mit markanter Eckgestaltung. Darüber hinaus wurden im Laufe der 2. Hälfte des 20. Jhs. zahlreiche weitere Gebäude für Zwecke der TU Wien angekauft oder angemietet (Standorte Favoritenstraße, Floragasse, Karlsgasse, Argentinierstraße, Operngasse/Treitlstraße u.a.). Mit wenigen Ausnahmen liegen sie alle im näheren Einzugsbereich des Hauptgebäudes am Karlsplatz, der sich inzwischen längst von der „Vorstadt“ in einen zentralen innerstädtischen Standort gewandelt hat. Dessen Qualitäten haben in den wiederholten Diskussionen um eine Absiedelung der gesamten Institution auf einen „Campus“ am Stadtrand seit Ende des 19. Jhs. (der Lainzer Tiergarten wurde ebenso vorgeschlagen wie die „Donau City“ oder das ehemalige Flugfeld Aspern) den Ausschlag für einen Verbleib am gegenwärtigen Standort gegeben. Es war also doch eine zukunftsweisende Wahl, die vor fast 200 Jahren getroffen wurde. n

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Das alte Hauptgebäude der TU Wien am Karlsplatz, 2007.

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TU Univercity 2015

Viel mehr als ein Bauprojekt … Studierende, die auf der Treppe sitzen … MitarbeiterInnen, die mit veraltetem Gerät hantieren müssen … Forschungsaufträge, die wegen inadäquater Räume nicht angenommen werden können. All dies soll künftig der Vergangenheit angehören. Diese Probleme könnte man auch mit einem klassischen Sanierungsprojekt beseitigen. Gerald Hodecek, Werner F. Sommer „TU Univercity 2015“ ist aber viel mehr: Bis zur 200 Jahr-Feier 2015 sollen flächendeckend ganz neue Qualitäten etabliert werden. Oberste Projektprämisse ist die Schaffung optimaler Rahmenbedingungen für Menschen, die an der TU Wien studieren und arbeiten. Deswegen wurden Schwerpunkte des Projektes auf Themen wie Barrierefreiheit, Nachhaltigkeit, Kunst/Kultur und Corporate Identity gelegt. Die TU Wien hat hier und heute die Gelegenheit ihre Zukunft selbst zu bestimmen. Durch die gewonnene Autonomie und die Mittel aus der Generalsanierung hat die TU Wien die Möglichkeit genutzt, die Weichen für die nächsten Jahrzehnte selbst zu stellen. In hochkarätig besetzten Arbeitsgruppen wurden wesentliche Themen zur Neupositionierung diskutiert und Lösungsansätze erarbeitet. Ziel dieses Prozesses waren die Erarbeitung von übergreifenden Projektqualitäten und Pla-

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nungsvorgaben, um eine faire und ausgewogene Realisierung bis zur letzten Etappe des Projektes gewährleisten zu können. Hier einige Ergebnisse aus den einzelnen Bereichen: Corporate Identity Erstmals wird eine ganze Universität im Bestand neu konzipiert. Das bietet natürlich die enorme Chance, die Identifikation der MitarbeiterInnen und Studierenden mit der TU zu stärken. Interdisziplinarität und die Wahrnehmbarkeit nach innen und außen sollen verbessert werden und schlussendlich soll sich ein „TU-blauer Faden“ durch Gebäude und Freiräume ziehen. Strategische Ansätze für die Arbeitsgruppe waren die Öffnung der TU, das Ermöglichen von Kommunikation, die Berücksichtigung der Lebensrealitäten, die Wahrung der Authentizität sowie Corporate Architecture. Als Maßnahmen sind ein innovatives Informations- und

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TU Univercity 2015 Leitsystem, Kommunikationszonen, Orte mit hoher Attraktivität (auch für Sport-/Freizeitaktivitäten), attraktive und einladende Zu- und Durchgänge sowie die Stärkung des Zusammenhalts der Areale (Stichwort: Campus) ins Auge gefaßt worden. Kunst und Kultur Kunst ist ein wichtiger Anknüpfungspunkt für das Umfeld: einerseits ist sie – v. a. an der Architektur – ein Erkenntnisprinzip am Haus, andererseits sind wir von Kulturinstitutionen umringt. Kunst soll aber nicht „aufgesetzt“ werden und statisch bleiben. Neben großen Wettbewerben soll es auch temporäre Projekte, Kooperationen mit den TU-Nachbarn sowie ein attraktives Veranstaltungsprogramm mit Ausstellungen, Konzerten usw. geben. Die TU soll als kulturelle Institution positioniert werden. Umweltschutz Im Bereich Umweltschutz kann die TU ihre Forschungskompetenz optimal einbringen. Gefragt sind nachhaltige Lösungen, Ressourcenschonung und die besondere Beachtung der forschenden, lehrenden und lernenden Menschen am Haus. Dabei soll rational mit dem Thema umgegangen werden, und keine „Augenauswischerei“ erfolgen. U. a. werden ein Abfallwirtschafts- und ein Mobilitätskonzept erarbeitet und die Energieeffizienz soll erhöht werden. Raumtypen und -qualitäten Für alle Raumtypen – Büros, verschiedene Labors, Werkstätten, Hörsäle und Seminarräume, Bibliothek usw. – wurden Qualitätsstandards entwickelt. Alle Räume sollen optimal ausgestattet und möglichst flexibel nutzbar sein. Die Standards gelten für die gesamte TU. Es bekommen also alle die selbe, hohe Qualität. Die Erneuerungszyklen der Ausstattung wurden definiert und „intelligente“ Haustechnik kommt zum Einsatz. Flächenbedarfsermittlung und -management Jährlich gibt die TU über 30 Millionen Euro für ihre Flächen aus. Jeder schlecht genutzte Raum kostet also bares Geld. Mit anderen Worten: die Ressource muss effizient genutzt werden! Die Zuteilung von Flächen soll sich am aktuellen und künftigen Bedarf orientieren. Das schließt eine Neubewertung der „gewachsenen“ Strukturen ein. Hierzu werden internationale Vergleichszahlen, die aktuelle Nutzung und die Entwicklungspläne herangezogen. Das einheitliche Flächenkennzahlenmodell hat fachspezifische Raumprofile und bezieht gewichtete MitarbeiterInnen- und Studierendenzahlen ein. Das führt zu einer neuen Fairness bei der Raumverteilung. Flexible Raumstrukturen für Mehrfachnutzungen sind ebenso vorgesehen wie eine zentrale Bewirtschaftung von Hörsälen und Seminarräumen und eine transparente Raumvergabe. Studierendenbereiche Studierende haben heute an der TU kaum Platz. Das soll sich grundlegend ändern. Lern- und Aufenthaltsbereiche, Veranstaltungsräume, Spinde, Abstellflächen für Räder u. ä. sollen geschaffen werden. Der zeitliche Zugang – z. B. zu Internet-

räumen – soll verbessert werden. Schlussendlich soll ein innerstädtischer Campus-Charakter entstehen, durch den sich die Studierenden an ihrer Uni auch wohl fühlen. Zutrittswesen, Objekt– und Personenschutz Die ins Auge gefasste zeitliche und räumliche Öffnung der TU – einzelne Bereiche werden rund um die Uhr zugänglich sein – macht im Gegenzug auch „Schutzmaßnahmen“ erforderlich. Es sollen öffentliche, halböffentliche (z. B. Institutsbereiche) und interne Räume (z. B. Forschungslabors) unterschieden und die Raumkategorien auch entsprechend angeordnet werden. Angedacht ist ein modernes, berührungsloses Zutritts- und Schließsystem (TU-Card) mit weiteren Funktionen (IT, Telefonie usw.). Das muss im Einklang mit Betriebsrat und der HochschülerInnenschaft erfolgen. Es soll zentrale Sicherheitseinrichtungen geben, die Portiere sollen neben Rezeptions- und Auskunftsauch Bewachungsaufgaben übernehmen. Angestrebt ist also eine Öffnung der TU bei gleichzeitiger Verbesserung der Sicherheitssituation.

Auch Baustellen können Identität transportieren.

ArbeitnehmerInnenschutz Fühlen sich MitarbeiterInnen und Studierende an ihren Arbeitsplätzen wohl, ist das gut für Forschung und Lehre. Daher soll ein aktiver ArbeitnehmerInnenschutz praktiziert werden, der Leistungsorientiertheit in einem motivierenden Umfeld ermöglicht. Attraktive Kommunikations- und Sozialbereiche sollen geschaffen, die Studierenden in den ArbeitnehmerInnenschutz einbezogen und Vorsorge- und Ergonomieprogramme angeboten werden.

Bereits heute muss die IKT für die nächsten Jahrzehnte geplant werden.

Barrierefreiheit … … kommt allen zu Gute! Das Projekt bietet die Möglichkeit, „Accessibility“ über die einschlägigen Vorschriften hinaus zu verwirklichen und so – nicht nur für behinderte TU-Angehörige – optimale Rahmenbedingungen zu schaffen. Barrierefreiheit bezieht sich nicht allein auf bauliche, sondern auch auf organisatorische Maßnahmen. Das geht hin bis zu einem taktilen, optischen und akustischen Leitsystem, zu ausreichenden Studien- und Arbeitsplätzen für behinderte Personen und ähnlichem. Die Umsetzung von barrierefreien, zukunftsweisenden Maßnahmenkonzepten soll unter Beiziehung von Accessibility Consultants zur Planung, Umsetzung, und Durchführung auf der Grundlage der Ö-Normen, ergänzt durch den Maßnahmenkatalog der Arbeitsgruppe „Barrierefreies Bauen“, erfolgen. Inkludiert sind Maßnahmen für seh- und hörbehinderte Personen, barrierefreier Brandschutz, Standards der individuellen Studienunterstützung und Informationstechnologie.

Kunst am Bau als gelungene Mischung von Design und Funktion.

Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) Im Bereich der IKT sollen teure, klimatisierte Räume (Server) effizienter genutzt, die Telefonie auf Voice-over-IP und „kabellos“ vorbereitet, Wireless LAN flächendeckend zur Verfügung gestellt und die Ausfallsicherheit der Systeme verbessert werden. Studierende sollen optimale Bedingungen für das Arbeiten mit Notebooks erhalten. n

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Mehr Raum für Studierende ist ein wichtiges Ziel.

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TU Univercity 2015

Areal Getreidemarkt Architekten – Hiesmayr – Waldbauer – Zeinitzer

Historisches Luftbild des Areals

Der historische Bestand Auf den Gründen, genannt „Getreidemarkt“, waren bis 1918 zwei voneinander unabhängige Gebäudegruppen in offener Bauweise situiert: das technische Militärkomitee am Getreidemarkt und die Kriegsschule an der Lehargasse. Im 19. Jahrhundert entstanden, wurden beide nach dem 1. Weltkrieg der Technischen Hochschule gewidmet und bilden seitdem einen Standort der Chemie- und Maschinenbau-Fakultäten. Projekt Karl Kupsky um 1960

Originalplan von Kupsky: gelb die abzubrechenden Gebäude

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Professor Kupsky war der Raumbeauftragte der Technischen Hochschule. Er wollte in einer ersten Phase die massiven Ansprüche von Chemie und Maschinenbau befriedigen. In seinem ersten Erneuerungskonzept in den 60er Jahren hatte Prof. Kupsky ein Wechselspiel von hohen Häusern und sehr niedrigen, langgestreckten Baumassen begonnen. Beim Chemie- und Maschinenbauhochhaus wurde nur der erste Bauabschnitt d.h. je eine Hälfte errichtet. Er war überzeugt, dass die zweite Hälfte zur Vollendung der Hochhausgruppe sofort in Angriff genommen wird. Der Abbruch des SemperDepot verklärte sich ins Gegenteil, die Zeit setzte andere Prämissen.

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TU Univercity 2015 Projekt Hiesmayr 1984 1984 war die Aufgabe, Chemie und Maschinenbau auf dem Getreidemarkt gemeinsam unterzubringen, ohne das Hochhauskonzept von Karl Kupsky weiterzuverfolgen. Der Bebauungsplan wurde auf die Bauklasse V (21-26 m) der bestehenden Umgebung heruntergezont. Das Konzept sieht eine Randbebauung im Maßstab der Umgebung vor. Es strebt eine Wiederherstellung des Straßenraumes an. 1989 ein neues Konzept ohne Maschinenbau mit folgenden Zielen: Neue Identität der Fachgruppe Chemie durch Überwindung des Zustandes ungeordneter Bauten verschiedener Epochen. Integration und Öffnung der Universität zur Stadt. (Fußgängerdurchgang). Grundlage Projekt 1984

Projektskizze von Hiesmayr

Der Bauteil BI zwischen Winkelbau und Hochhaus

Realisierung: Konzept 1989 Der Entwurf versucht, Ordnung und Orientierung am Universitätsstandort Getreidemarkt zu schaffen. Der neue Verbindungstrakt setzt die Bauflucht der zum Getreidemarkt parallelen Hochhausfassaden fort, schließt an den Winkelbau an, indem vor das Altgebäude eine schmale Bauscheibe gesetzt wird. Die notwendigen Fluchtbalkone überspannen in filigraner Konstruktion die Gebäude verschiedenster Entstehungszeiten und schaffen so eine Ebene einheitlicher Geometrie. Die äußere Gestaltung des neuen Institutsgebäudes spiegelt einerseits die innere Hochhaus- und Labortypologie wider, andererseits jedoch auch den Anspruch an die Elegance einer innerstädtischen Fassade. Die Bauetappe endete mit dem Abbruch der verwinkelten HinterhofBauteile und der Gestaltung des Joseph-Lohschmid-Platzes – architektonisch der Platz der vier Bauepochen. Neubau Lehartrakt Die nun aktuelle Errichtung des Lehartrakts (Bauteil BC) bildet einen weiteren Schritt des mehrstufigen Phasenplanes zur Verdichtung einer funktionell geordneten, wirtschaftlich konzipierten und stadträumlich befriedigenden Gesamtlösung für die Fakultät der technischen Chemie. Dabei werden konkrete unaufschiebbare Probleme einzelner Bereiche gelöst: n Beseitigung extrem veralteter Arbeitsbedingungen in Altgebäuden für Lehrende und Studierende. n Abdeckung von Raumdefiziten für Institute, die seit Jahrzehnten keine Möglichkeit der Verbesserung ihrer Raumsituation besaßen. Aktuelle Realisierungen und Studien

Plan und Frontansicht für den Lehartrakt-Neubau

Neues Schulungszentrum und aktuelle Visualisierung mit Neubau

Auf der Grundlage einer 2006 für das gesamte Areal Getreidemarkt erarbeiteten Masterplanvorlage begannen im letzen Jahr, nach der Standortentscheidung im Juli bereits punktuelle Generalsanierungen in einzelnen Bestandsobjekten. Fertig gestellt sind bereits Institutsadaptierungen im Maschinenbauhochhaus in den Geschossen 3 bis 6 und die Errichtung eines Schulungszentrums für die MitarbeiterInnen der TU Wien im Wirtschaftsgebäude. Aktuell in Vorbereitung ist eine Mustergeschoßadaptierung im Bauteil BE. Die Ausführung erfolgt unter Berücksichtigung der aus den Arbeitsgruppen hervorgegangenen Qualitätsvorgaben in den Monaten Juli bis September. n

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TU Univercity 2015

Erneuerung TU Karlsplatz Architekten Nehrer + Medek u. Partner ZT GmbH | Architekt Neumayer ZT GmbH

Schaubild Masterplan: 1) Zubau Lammtrakt AG 2) Zubau Resseltrakt AD 3) Aufstockung Gartentrakt AS 4a) Spange Dachgeschoss AC-AD-AG 4b) Aufstockung Mitteltrakt AC 5) Unterbauung Hof 1 6) Überbauung Hofpavillon AH

AUSGANGSPUNKT

Die wichtigsten Ziele im Einzelnen:

Im Herbst 2005 wurde von der BIG ein 2-stufiger, europaweiter Wettbewerb zur Erneuerung und Erweiterung des Universitätsgebäudes am Karlsplatz ausgeschrieben. Im Februar 2006 wurde das Projekt des Planungsteams Nehrer + Medek und Partner und Arch. Neumayer als Sieger prämiert. Im Zuge der Standortentscheidung 2006 wurde durch das eindeutige Votum der TU für den Verbleib am bestehenden, innerstädtischen Standort die Wichtigkeit einer umfassenden, zukunftsorientierten Erneuerung des Hauptgebäudes der Technischen Universität Wien fixiert.

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Ziel ist nun, im Sinne einer Standortbereinigung am Karlsplatz die Fakultäten Architektur und Raumplanung, Bauingenieurswesen und die Zentrale Verwaltung zu konzentrieren. Im Gegenzug können verstreute Standorte aufgelassen werden. MASTERPLAN Als erster Schritt wurde für das gesamte Gebäude der TU am Karlsplatz ein Masterplan erstellt. Dieser soll die Möglichkeiten an diesem Standort ausloten. Ziel war – neben der erforderlichen baulichen Generalsanierung des historischen Universitätsgebäudes – die Verbesserung der Gebäudestruktur und Erweiterungsmöglichkeiten am Standort Karlsplatz zu untersuchen. EG Masterplan

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Erweiterungen sind durch neue Zubauten im Rahmen der bestehenden Flächenwidmung möglich. Dadurch kann Raum für künftige Entwicklungen der Universität am Standort bereitgestellt werden. Die Erneuerung ist durch etappenweise Bauführung bei vollem Universitätsbetrieb möglich. Hierzu wurde ein Bausteinsystem von 6 möglichen Erweiterungen entwickelt, aus dem flexibel gewählt werden kann. Der genaue Umfang der Maßnahmen ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt dabei noch nicht festgelegt.

Bauliche Generalsanierung des Gebäudes für die funktionellen Anforderungen an ein Universitätsgebäude des 21. Jahrhunderts. n Büro – und Universitätsgebäude mit zeitgemäßem, zukunftsorientiertem und flexiblem Standard n Schaffung funktioneller und haustechnischer Flexibilität unter Berücksichtigung der historischen Strukturen des Gebäudes. n zeitgemäße Zubauten zur Flächenmehrung, gleichzeitig Schaffung von Rangierflächen im Bauablauf n Beseitigung der Kopflastigkeit des Gebäudes: besucherintensive Nutzungen im Erdgeschoss – dadurch auch für Drittnutzungen leicht zugänglich n Schaffung eines Hörsaalzentrums im Erdgeschoss – auch als Kongresszentrum geeignet n Situierung allgemeiner Studieneinrichtungen in einem Uni-Service-Center am Haupteingang Mittelrisalit n Ringförmige Erschließung aller Obergeschosse: Öffnen der Gänge durch Entfernung gewachsener Einbauten n Die Nutzbarkeit der Obergeschosse wird durch die verbesserte Erschließung und die Zubauten aufgewertet n Vertikale Erschließungskerne: Stiegenhaus in Verbindung mit Lift, Sanitär – und Haustechnikräumen zur Verbesserung der Orientierung, Entfluchtung und des Brandschutzkonzepts n Behindertengerechte Erschließung sämtlicher Gebäudeteile n Ergänzung fehlender Funktionen und Neuordnung zur Optimierung funktioneller Abläufe n Neugestaltung der Innenhöfe, zum Teil campusartig n Reduzierung des Instandhaltungs- und Wartungsaufwands haustechnischer Anlagen und Leitungsführungen VORGEZOGENE MASSNAHME MITTELRISALIT Als erstes Zeichen für diese „Erneuerung TU Karlsplatz“ soll ein Teilbereich des Gesamtprojekts

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vorgezogen werden. Der Mittelrisalit als Hauptzugang der TU mit sehr repräsentativen Funktionen ist hierfür bestens geeignet. Er beherbergt vorwiegend öffentliche Nutzungen und ist somit weitgehend unabhängig von den restlichen Funktionen und dem laufenden Studienbetrieb der TU.

1. Obergeschoss

Schaubild Aula

Der Festsaal bleibt vorerst unberührt. Hofseitig wird durch den Abbruch sämtlicher Räume ein geräumiges Lift-Foyer vor dem Festsaal geschaffen. Dies steht zukünftig als Aufenthaltsbereich vor und nach Veranstaltungen zur Verfügung.

Gestaltungskonzept 2.Obergeschoss Generelles Ziel ist es, diesen „Eingangsbereich“ zu öffnen, heller, großzügiger und übersichtlicher zu gestalten. Die vorhandene historische Substanz soll dabei von nachträglichen Einbauten befreit und dadurch räumlich besser erlebbar werden. Die Eingriffe werden mit zeitgemäßen Mitteln hergestellt und sollen als solche erkennbar sein. Die wichtigsten Maßnahmen im Einzelnen: Erdgeschoss Die bestehende Aula des ursprünglichen „Polytechnikums“ aus dem Jahr 1816 soll an die kontinuierlich gewachsene Größe einer „Technischen Universität“ angepasst werden. Die Aula wird dazu wesentlich erweitert und neu gestaltet. Hierzu werden sämtliche Einbauten – der Portier inkl. Nebenräumen, die Garderobe Precht-Saal, die ehemal. Cafeteria – entfernt und große neue Wandöffnungen für eine weitläufige Durchgängigkeit hergestellt. Wesentliches Ziel ist auch die umfassende Behindertengerechtheit dieses Haupteingangs zur TU: durch Anhebung des Fußbodens entfallen alle bestehenden Niveausprünge. Der vorhandene, zu kleine Lift in der Hauptstiege wird abgebrochen und ein neuer Liftanbau mit zwei behindertengerechten Panoramaliften im Hof geschaffen. Die Aula wird durch den Einbau von Windfängen bei den Portalen und einer Fußbodenheizung ein besseres Raumklima erhalten. Die Beleuchtung wird erneuert und deutlich heller ausgelegt. Zum Prechtl-Saal wird ein neuer, zentraler Zugang direkt aus der Mittelachse der Aula geschaffen. Dabei entsteht durch die neue Erweiterung ein zusätzlicher Vorbereich innerhalb der Aula und weiters ein Vorraum mit Garderobe. Direkt gegenüber diesem Zugang wird ein neuer Portierbereich mit einer Portierloge errichtet. Dies wird zukünftig die zentrale Schalt- und Sicherheitsstelle für sämtliche Standorte der TU. Elektronische Info-Systeme und Projektionen an den Wänden dienen der Information und Orientierung für Besucher.

Entfernung der hofseitigen Werkstätten und Errichtung eines neuen Seminarraums. 3. Obergeschoss Abbruch des hofseitigen Hörsaals inkl. Nebenräumen und Umbau des bestehenden Karl von Terzaghi-Hörsaals in zwei neue Seminarräume. Diese sind mittels einer großen Verbindungstür zusammenschließbar und werden ohne ansteigende Sitzreihen ausgeführt. Umbau der ostseitigen Nebenstiege in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt.

Aula Bestand (o.) Aula neu (u.)

4. Obergeschoss / Dachgeschoss Den obersten Abschluss des Mittelrisalits bildet eine Holz-Kuppelkonstruktion aus sog. De L’Ormschen Bogenbindern mit darauf aufgesetztem Mansard-Dach. Zur Zeit ist diese Konstruktion auf Grund vieler eingebauter Räume nicht sichtbar. In Abstimmungen mit dem Bundesdenkmalamt, Baubehörden, der Feuerwehr und dem Institut für Tragwerkslehre und Ingenieurholzbau / Prof. DDI Winter konnte folgendes erreicht werden: Durch Entfernung sämtlicher Räume und Einbauten aus der Kuppel wird diese bis in den Kuppelscheitel geöffnet. Die historische Holzkonstruktion wird freigelegt, saniert und zukünftig offen gezeigt. Es entsteht so ein großer Kuppelsaal für multifunktionale Nutzungen, in dem zusätzlich ein seltenes Beispiel von Holz-Ingenieurbaukunst gezeigt wird.

Schnitt Mittelrisalit

Es wurde vorgeschlagen, diesen neuen Raum „Ernst Hiesmayr Kuppelsaal“ zu benennen. Die Erneuerung des Mittelrisalits soll bis Ende Wintersemester 2007/2008 abgeschlossen sein. Ab dem Sommer 2007 wird auf Basis des nun vorliegenden Raum- und Funktionsprogramms der TU mit den weiteren Planungsarbeiten fortgesetzt. n

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Schaubild Kuppel

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Raumoptimierung Erneuerung TU Gußhausstrasse 25–29 Baugeschichte: Der Gebäudekomplex Gußhausstrasse 25-29 besteht aus dem Altbau (errichtet um 1900), dem Neubau (errichtet zwischen 1967 und 1973 von Architekt Boltenstern) dem Makartschlössl (errichtet um 1750) und den Bauhallen. Insgesamt stehen derzeit ca. 38.490 m2 Nutzflächen zur Verfügung. Architekt Helmut Neumayer

1) Hörsaal – Seminar – Laborzentrum 2) Mall 3) Laborzentrum 4) Aufenthalts- und Lernbereich für Studierende

Nutzer Die Gebäude in der Gußhausstrasse beherbergen die elektrotechnischen Institute der TU Wien sowie einen Teil der Technischen Versuchs – und Forschungsanstalt . Sanierungen 2000–2007

Schnitt: Hörsaal - Seminar - Laborzentrum (Abb. o.) Überbauung Hörsaal 7, Makartschlössl, Hörsaal Seminar - Laborzentrum (Abb. u.)

In den Jahren 2000–2007 wurden hauptsächlich haustechnische Infrastrukturen instand gesetzt und erneuert, brandschutztechnische Maßnahmen durchgeführt sowie die Fassaden des Historismusgebäudes generalsaniert. Derzeit wird die Aula zeitgemäß gestaltet und mit Studentenarbeitsbereichen und neuer Mensa sowie multifunktionalen Einrichtungen ergänzt. Die desolaten Bauhallen wurden nicht saniert und haben mit Ausnahme des historischen und denkmalgeschützten Gußhauses Abbruchreife. Masterplan

Grundriss Erdgeschoß

Schaubilder: Außenansicht (o.), Innenansicht (u.)

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Der Masterplan, erstellt durch die Architekt Neumayer ZT GmbH, sieht künftig für den Standort eine weitestgehende Neuordnung der funktionellen Bereiche vor. Der künftige Raumbedarf, zeitgemäße Gestaltung durch das Gegenüberstellen alter und neuer Gebäudeteile, übersichtliche horizontale und vertikale Erschließungswege sind ebenso Leitgedanke, wie auch eine moderne haustechnische Infrastruktur, behindertengerechtes Bauen und das Aufzeigen von Raumpotential für künftige Erweiterungen.

zwischen den Gebäuden die großen Hör – und Konferenzsäle des Gebäudes sowie bindet das Restaurant im Makartschlössl an. Obergeschosse Durch die an der Stelle der derzeitigen Bauhallen und über dem Hörsaal VII geplanten Zubauten können die Anbindungen zu den einzelnen Trakten nicht nur im Erdgeschoß optimiert erfolgen, sondern auch die ringförmige Erschließung der Obergeschoße und Verbindung der einzelnen Gebäude wird hergestellt. In den oberen Stockwerken werden die Institute, Seminarräume und Labors eingerichtet. Auf die notwendigen studentischen Aufenthaltszonen mit EDV- Infrastruktur wurde besonderes Augenmerk gelegt. Dachgeschoss Auf den derzeitig ungenützten Flachdächern werden verglaste multifunktionale Aufbauten geschaffen, die für Seminare, Vorträge, Events und zur temporären Vermietung zur Verfügung stehen. Keller Unterirdisch sind eine Zentralbibliothek, Reinstlabors sowie Infrastrukturräume geplant. Raumpotential Masterplan Insgesamt stehen auf dem Standort Gußhausstrasse nach Fertigstellung mehr als 50.000 m2 Nutzflächen zur Verfügung.

Erdgeschosszone

Gestaltungskonzept

Die Anordnung von Hörsälen, Konferenz- und Vortragsräumen sowie Studentenaufenthaltsbereiche im Erdgeschoßbereich unter Einbeziehung von campusähnlich gestalteten Freibereichen in den Innenhöfen beleben diese Zone und werden noch zusätzlich durch öffentliche Einrichtungen wie Cafes und Shops ergänzt. Die „Mall“ verbindet als überdeckter Freibereich

Eine zeitgemäße Fassadengestaltung mit Niedrigenergiestandard im Bereich der Gußhausstrasse 27-29 bildet den gestalterischen Kontrast zu dem denkmalgeschützten Historismusbau Gußhausstrasse 25 und integriert die neu geschaffenen Zubauten. Nach Abschluss der Erneuerungen werden sich die Gebäude der Gußhausstrasse und Favoritenstrasse in das neue Ensemble der TU Wien als vierter großer innerstädtischer Standort einfügen. n

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Freihaus & Co. Vorerst stehen die Vorhaben der Generalsanierung im Vordergrund: das Hauptgebäude am Karlsplatz und der Lehartrakt-Neubau am Getreidemarkt. Sukzessive werden aber alle Areale der TU Wien „drankommen“. Werner F. Sommer Die grundlegenden Prämissen des Projektes wurden vom Lenkungsausschuss, bestehend vor allem aus dem Rektorat und den Dekanen, am 26. April abgesegnet. Darauf aufbauend wird nun der aktuelle und künftige Raumbedarf in die bestehenden (und zu errichtenden) Gebäude „eingebaut“. Dabei stehen alle knapp 9.000 TU-Räume mit insgesamt 275.000 Quadratmetern zur Disposition, auch in jenen Objekten, die noch nicht konkret in Planung sind. Ein solches Objekt ist das Freihaus. Es wurde 1987 eröffnet und kommt aufgrund seines hohen Technisierungsgrades schneller in die Jahre als andere Objekte. Bei seiner Fertigstellung hat das Freihaus über zwei Milliarden Schilling verschlungen und erweist sich auch seither im Betrieb als sehr kostspielig. Das Atominstitut zählt auch zu jenen Adressen, die der TU Wien sicher erhalten bleiben. Und das nicht

Science Center Die im Juni 2006 vom Rektorat getroffene Entscheidung für die innerstädtische Standortverdichtung schließt als zentralen Bestandteil des Projektes die Schaffung eines TU nahen, möglichst innerstädtischen Laborstandortes als Entwicklungs- und Hoffnungsgebiet der TU Wien mit ein. Norbert Krouzecky Ziel dieses sogenannten „Science Centers“ ist die Aufnahme der für das Projekt „Eurogate“ voraussichtlich zu räumenden Labors auf den Aspanggründen, Areal B, sowie weiterer Großund Sonderlabors aller

Fakultäten der TU Wien. Zusätzlich soll das „Science Center“ Platz für Erweiterungsflächen der TU Wien (zusätzliche Institutsflächen, Clusterbildungen, Kompetenzzentren, ...), sowie Entwicklungsflä-

Das vor 20 Jahren eröffnete Freihaus kommt in die Jahre.

nur aufgrund des dort befindlichen Reaktors. Durch die Berufung von Professor Schmiedmayer wurde schon ein wesentlicher Teil neu adaptiert. Aber das Atominstitut hat auch schon 45 Jahre „auf dem Buckel“. Unter der Leitung von Architekt Simlinger wurden hier schon die Planungen in Angriff genommen. Dislozierte Standorte und Einzelanmietungen – etwa die Karlsgasse oder die Engerthstraße – sollen naturgemäß im Zuge von „TU Univercity 2015“ aufgegeben werden. Erweiterungspotential ist in den Hauptstandorten genügend vorhanden: 50.000 Quadratmeter könnten im Rahmen der bestehenden Bauordnung bei Bedarf am Karlsplatz, am Getreidemarkt, in der Gusshausstraße und am Atominstitut gebaut werden. Im Vordergrund steht freilich, alle Objekte bis Projektende auf denselben hohen Standard zu bringen. Schließlich soll das Prinzip der Fairness nicht dadurch konterkariert werden, dass die letzten von den Hunden gebissen werden. n chen für Kooperationen mit Fremdfirmen (Spin Offs) bieten. Basis für die Beurteilung der möglichen Grundstücke hinsichtlich der erforderlichen Grundstücksfläche stellt die Flächenbedarfsermittlung dar. Diese wird unter Berücksichtigung des vom Lenkungsausschuss beschlossenen Flächenkennzahlenmodells der Fakultäten und zentralen Einrichtungen in ein Raum- und Funktionsprogramm übergeführt. Im Anschluss daran erfolgt nach der Durchführung einer Kostenschätzung und

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der Erstellung eines Finanzierungsplanes die Entwicklung eines Masterplans „Science Center“. Zusätzliche Kriterien für die Auswahl der angebotenen Grundstücke sind deren Verfügbarkeit und Widmung, die Erfüllung der technischen Anforderungen und die Erreichbarkeit vom Zentrumsstandort. Zur Errichtung des Standortes „Science Center“ wurden der TU Wien von der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) und von weiteren Grundstücksbesitzern im Laufe der letzten Monate mehrere

Grundstücke angeboten. Bezugnehmend auf die oben erwähnten Kriterien gibt es derzeit zwei Grundstücke, die diesen weitgehend entsprechen. Es handelt sich dabei um ein Grundstück der BIG im Bereich des Arsenals Süd und um eine Liegenschaft der ÖBB in der Nähe des Südtiroler Platzes. Nach einer Festlegung betreffend jener Fakultätsflächen, die in das „Science Center“ kommen, ist eine endgültige Entscheidung hinsichtlich des Standortes für Herbst diesen Jahres geplant.

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Sicherheit an der TU Wien – TU GUTes und rede darüber! gen und der Installierung der Sicherheitsorganisation stellt sich die GUT umfassend und nachhaltig dieser Verantwortung. Der zentrale Ansatz ist dabei die Förderung des Sicherheitsbewusstseins eines jeden Nutzers der Technischen Universität. Im Herbst 2005 wurde deshalb seitens der GUT ein Sicherheitstechnisches und Arbeitsmedizinisches Zentrum (STZ und AMZ) eingerichtet, das – unterstützt von externen Fachkräften – die erforderlichen organisatorischen Rahmenbedingungen entwickelte und institutionalisierte. Angeboten wird ein umfassendes Ausbildungs-, Schulungs- und Übungsprogramm wie z.B. Ausbildung zur Sicherheitsvertrauensperson, Ausbildung zum Brandschutzwart, Durchführung von Evakuierungsübungen, Erste Hilfe-Kurse, Schulung im Umgang mit Handfeuerlöschern und Bildschirmarbeitsplatz-Ergonomie-Seminare.

Mit dem UG 2002 erhielten die österreichischen Universitäten die Vollrechtsfähigkeit. Dies bedeutete nicht nur Unabhängigkeit und mehr Handlungsspielraum, sondern auch zahlreiche Verpflichtungen als Arbeitgeber und Arbeitsstätte. Markus Fellner Sicherheit ist ein Grundbedürfnis jedes Menschen. Die Technische Universität Wien ist nicht nur aufgrund ihrer Stellung als Arbeitgeber, sondern gerade als technische Forschungs- und Bildungseinrichtung verpflichtet, mehr als nur den Stand der Technik im Bereich der Sicherheit zu gewährleisten. Deshalb wurde die Organisationseinheit Gebäude und Technik (GUT) mit der Aufgabenstellung „Sichere Universität“ betraut und ist für alle an der TU Wirkenden kompetenter Ansprechpartner für alle Fragen des Sicherheitsmanagements. Der Bereich Sicherheit ist dabei ein integraler Bestandteil des Facility Managements und gliedert sich grob in folgende Teilbereiche: n ArbeitnehmerInnenschutz (Safety) n Brand- und Katastrophenschutz n Gebäude-, Personen- und Sachschutz (Security) n Umweltschutz

Bei Fragen wenden Sie sich an: Gebäude und Technik DI Markus Fellner Ing. Thomas Schopper Resselgasse 3/010C, 1040 Wien T: +43-1-58801 41211 F: +43-1-58801 41296 gut@gut.tuwien.ac.at http://www.gut.tuwien.ac.at

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Die geltenden ArbeitnehmerInnenschutzbestimmungen zielen darauf ab, Gefährdungen und Belastungen der ArbeitnehmerInnen sowie mögliche Ursachen von Arbeitsunfällen bereits frühzeitig zu erkennen und durch umfassende und präventive Maßnahmen die Sicherheit und Gesundheit der TU-Angehörigen zu wahren. Neben den ca. 4000 Beschäftigten der TU Wien liegt damit auch die Sicherheit von ca. 18.000 Studierenden in den Händen der GUT. Diese vielfältigen Aufgaben können nur erfüllt werden, wenn es eine breite Akzeptanz der Sicherheitsmaßnahmen gibt und die Umsetzung durch alle MitarbeiterInnen erfolgt: denn Sicherheit betrifft uns ALLE! Mit den entwickelten und bisher gesetzten Maßnahmen im Bereich der Sicherheitstechnik, dem Angebot an Betreuung, Schulungen und Ausbildun-

Weiters erfolgen durch das STZ und AMZ auch die derzeit laufenden sicherheitstechnischen und arbeitsmedizinischen Begehungen und Abnahmen (Arbeitsplatzevaluierung, Neuinstallierung von Geräten, Baumaßnahmen, usw.) um Gefahrenbereiche zu erkennen und Vorschläge/Anregungen für Sanierungen zu formulieren. Dies um Ihren Arbeits- und Forschungsplatz nicht nur sicherer, sondern auch angenehmer zu gestalten. Bis zum Frühjahr 2008 werden in allen Gebäuden Räumungsübungen und Ersterhebungen zur Sicherheit durchgeführt. Es wird an der Erweiterung der Sicherheitsorganisation gearbeitet. Ziel ist es, dass für jede Organisationseinheit, für jedes Stockwerk, für jeden Gebäudeteil Brandschutzwarte und Sicherheitsvertrauenspersonen sowie Ersthelfer zur Verfügung stehen. Ergänzt wird dies durch die geordnete Abfallsammlung und –entsorgung, dem sorgsamen Umgang mit gefährlichen Stoffen, Luftreinhaltung und Abwasserentsorgung. Um den Servicelevel weiter zu steigern wird derzeit intensiv daran gearbeitet eine Sicherheitsplattform in TUWEL zu erstellen, um die gesammelten Informationen aus dem Bereich der Sicherheit einem möglichst breiten Personen- und InteressentInnenkreis bereitzustellen. Sie soll sowohl als Kommunikationsplattform als auch als Anmeldesoftware für diverse Ausbildungsvorhaben genutzt werden. Viele organisatorische und vorbeugende Maßnahmen sind am entstehen. Jedoch kann das System nur durch Ihre Mitwirkung wirklich funktionieren! Bitte unterstützen Sie uns mit Meldungen von Missständen und Mängeln, Meldung von Arbeitsunfällen (auch von Beinahe-Unfällen!) z.B. über das TU GUT – Servicecenter (Ticketsystem). Werden Sie ein Teil des Sicherheitssystems der TU Wien und nehmen Sie an den Erste Hilfe-Kursen, den Feuerlöschübungen und sonstigen Unterweisungs- und Informationsveranstaltungen teil. Übernehmen Sie die Funktion einer Sicherheitsvertrauensperson und/oder eines Brandschutzwartes und erhöhen Sie aktiv die Sicherheit für MitarbeiterInnen, Studierende und Gäste. n

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Breite: 48° 11’ 56” Nord Länge: 16° 22’ 12” Ost Obige Lageangabe verweist auf eine sehr edle Adresse: nämlich die der TU Wien. 1815 war es Stadtrand, heute ist es einer der am höchsten mit Kulturinstitutionen bepackten Plätze der Welt. Werner F. Sommer „TU Univercity 2015“ sieht eine Öffnung der TU Wien vor. Das schließt auch die benachbarten Institutionen ein. Und derer gibt es viele und prominente: Östlich ans Hauptgebäude – quasi dem wissenschaftlichen Herzstück des Grätzels – schließt das spirituelle Zentrum, die Karlskirche an. Weiter geht es mit dem Museum der Stadt Wien. Über der Straße haben wir den Musikverein, weltweit berühmt für das Neujahrskonzert. Eine Hausnummer weiter befindet sich das Künstlerhaus. Durch die gleichnamige Passage geht es zur Staatsoper. Vom Karlsplatz nach Westen dockt an Freihaus und Bibliothek die Expositur der Kunsthalle an. Nicht weit davon die Secession. Über den Naschmarkt geht es zum Getreidemarkt. Über der „2er-Linie“ befindet sich die Akademie der bildenden Künste, in Verlängerung der 2er-Linie das Museumsquartier. Alles „within walking distance“.

Die TU Wien muss sich – über die bloße physische Präsenz hinaus – ihren Platz sichern. Wir haben in dieser Hinsicht einiges zu bieten: Ausstellungen, Konzerte, spannende Einblicke in die Forschung usw.. Wir müssen es „nur“ koordinieren, professionell präsentieren und kommunizieren. Dann ist der TU Wien die ihr zustehende Aufmerksamkeit gewiss. n

Musikverein (oben) Karlskirche (unten) Secession (links)

So viel institutionelle Prominenz im Umfeld bietet einerseits die Chance zur Kooperation, andererseits auch die Notwendigkeit zur Positionierung.

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www.big.at University Mozarteum Salzburg Architecture by Robert Rechenauer BIG Art by Franz Graf

Photo by Andrew Phelps


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