turi2 edition #14 Social Media

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Wie wichtig Social Media für die Karriere ist, bleut Heidi ihren Nachwuchsmodels ein. Auf Twitter trendet derweil #GNTM

»Du und dein Twitter« ProSieben ist 2008 der erste deutsche TV-Sender im ZwitscherNetzwerk. Sender-Vize Christoph Körfer ist seit Tag eins dabei

Fotos: ProSieben, Screenshot

D Streberin unter den Twitter-Kanälen

Arte würde locker ein 1,0erAbi schaffen, mit Französisch und Kunst als LKs. Dieses Image pflegen die Bilingualen lange auch auf Twitter, korrigieren mal die Rechtschreibung von RTL oder dissen Vox. Zuletzt ist Arte dort aber auffällig brav unterwegs. Wir wünschen uns wieder mehr Aufmüpfigkeit im Twitter-Kulturprogramm, s’il vous plaît!

en ersten Tweet des Tages schreibt Christoph Körfer immer selbst. „Einen Morgen, einen guten“ wünscht der Sprecher und Vize-Chef von ProSieben von Tag eins an, „Weihnachten, Ostern oder Intensivstation – egal“. Als Körfer ProSieben 2008 als ersten deutschen TV-Sender auf die Plattform bringt, wird sein Engagement noch belächelt. „Ich habe häufiger gehört: Du und dein Twitter. Irgendwann änderte sich das und es gab bei neuen Shows Anrufe: Was sagt Twitter?“ Die Bilanz nach 13 Jahren @ProSieben: mehr als 87.000 Tweets und 1,8 Millionen Followerinnen, Platz eins im Bereich Fernsehen. Inzwischen bekommt Körfer vor allem bei viel diskutierten Abendprogrammen Unterstützung eines weiteren Kollegen, für #NFL twittert eine Football-Expertin. Besonders bei Quotenbringern wie „Germany’s Next Topmodel“ und „The Masked Singer“ oder bei TV-Ereignissen wie der Doku „Rechts.Deutsch.Radikal“ ist @ProSieben im regen Austauch mit der Community. Auch in Krisen ist Twitter ein schnelles Kommunikationstool. Außerdem hat der Sender hier die Chance, über das Programm hinaus Haltung zu zeigen: „Bei rassistischen und beleidigenden Tweets zeigen wir die Rote Karte. Gerne auch öffentlich“, sagt Christoph Körfer. Heute ist das noch wichtiger als früher: „Twitter hat mit dem Erstarken von Trump vor fünf Jahren viel an Höflichkeit und guten Umgangsformen verloren.“ Feedback aus dem Feed spiegeln Körfer und sein Team in die einzelnen Redaktionen. „Trotzdem darf man nicht vergessen: Twitter spielt in einer Bubble. Hochrechnungen auf ein großes Publikum sind mindestens gefährlich – vielleicht sogar töricht“, sagt Körfer. Ihm macht das Netzwerk vor allem Spaß, wenn man es spielerisch angeht. Zum 1. April hat er dort mal eine Show angekündigt, in der Joko und Klaas gegen ProSieben antreten. „Das haben alle Fans lange für einen Scherz gehalten. Sehr lange.“

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