turi2 edition #14 Social Media

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Als Jugendlicher flieht Cawa Younosi aus Afghanistan nach Deutschland, studiert Jura. Seit 2009 ist er bei SAP

»Seid aufrichtig und spielt nichts vor« Cawa Younosi, Personalchef von SAP Deutschland, präsentiert sich auf Linked-in mit Bienen und Beachvolleyball. Für Arbeitgeberinnen ist das Netzwerk ein Must-have, findet er Auf Linked-in ist SAP unterwegs, weil... wir so zeigen können, wie wir sind. Die Plattform ist ein Spiegel dessen, was wir intern tun. Zudem nutzen wir Linked-in als Kommunikationskanal. Talente sind hier ansprechbar und greifbar. Interessierte Mitglieder können echte Mitarbeiterinnen unkompliziert kontaktieren, ohne lästige anonyme Kontaktformulare auszufüllen.

Fotos: Picture Alliance (2), PR, Holger Talinski

SAP präsentiert sich auf Linked-in als... ein authentisches, der Gesellschaft und Umwelt verpflichtetes Unternehmen mit Menschen im Zentrum. Linked-in bietet Arbeitgeberinnen... eine Kommunikationsplattform zur Ansprache von Talenten. Es gibt konkrete Möglichkeiten zur Geschäftsanbahnung: Linked-in hilft dabei, persönliche Beziehungen zu knüpfen und zu pflegen. Das ist die Basis jeder Geschäftsbeziehung. Mögliche Kundinnen erfahren hier etwas über das Unternehmen, dessen gesellschaftliches und ökologisches Engagement. Einzelne Mitarbeiterinnen können sich zudem als Botschafterinnen positionieren, dem Unternehmen ein Gesicht verleihen. Das hat aber nur Vorteile, wenn die Arbeitnehmerinnen ein Umfeld haben, auf das sie stolz sind und von dem sie gerne öffentlich berichten. Viele unterschätzen den Wert von Linked-in und tun es als Selbstdarstellung, Nice-to-have oder gar Zeitverschwendung ab. Sie vergessen, dass es als effektiver Informationskanal sowie als Karriere- und Employer-Branding-Plattform goldwert ist.

Die Tücke bei Linked-in ist, dass... man an der gewünschten Zielgruppe vorbei kommunizieren kann oder sich in seiner Blase verliert. Glaubwürdigkeit geht verloren, wenn man öffentlich über Themen spricht, sie aber nicht umsetzt. „Fake it till you make it“ ist der schlechteste Rat: Wenn man Angebote erfindet, lässt der Shitstorm nicht lange auf sich warten. Die Menschen sind ja nicht blöd und der Frust wird sich irgendwo entladen, auf welcher Plattform auch immer. Man muss sich bewusst sein, dass Äußerungen der Arbeitnehmerinnen in sozialen Netzwerken einen Einfluss auf das Bild des Unternehmens haben. Es gibt keine Presseabteilung, die die Aussagen jeder Einzelnen nach kritischen Inhalten filtert. Gerade politische Einzelmeinungen können einen großen Schaden für das Image der Arbeitgeberin bringen. Die vermeintlich lockere Atmosphäre auf Social Media kann täuschen. Mein Tipp für Arbeitgeberinnen auf Linked-in: Nutzt die Plattform als Kommunikationskanal zur Ansprache von Talenten und zum Knüpfen und Pflegen von Geschäftsbeziehungen! Auch eigene Mitarbeiterinnen lassen sich mit Linked-in zusätzlich ansprechen, vergesst dabei aber nicht die interne Kommunikation. Gerade in unsicheren Zeiten benötigen Mitarbeitende Transparenz. Ermutigt und befähigt sie, Netzwerke wie Linked-in zu nutzen. Akzeptiert aber auch, dass nicht jede das möchte. Seid aufrichtig und spielt nichts vor, denn das kommt früher oder später sowieso raus.

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