turi2 edition #14 Social Media

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»Das Netz ist ein guter Ort, um selbst zu lernen« Profi-Netzwerkerin Tijen Onaran gibt Tipps, wie Führungskräfte sich in sozialen Netzwerken behaupten

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Zuhören ist auch im Netz das A und O

Gerade für Führungskräfte ist das Netz ein guter Ort, um selbst zu lernen und am Wissenstransfer der jüngeren Generationen zu partizipieren. Social Media ist auch ideal, um die Stimmung in Communities mitzubekommen. Diese Informationen helfen dabei, die eigene Haltung zu überprüfen, zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Die Voraussetzung: zuhören.

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Selbst machen statt PR-Maschine

Profile von Führungskräften, die nur ein verlängerter Arm der PRAbteilung sind, fallen schnell auf. Statt die PR-Maschinerie anzuwerfen, lautet hier die Devise: selbst machen. Das heißt nicht, dass jeder einzelne Post selbst geschrieben sein muss – aber es macht einen Unterschied, ob man sich eigenhändig mit den eigenen Inhalten und dem Medium auseinandergesetzt hat oder nicht.

Stellung beziehen und Diskurs eingehen

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Keine Positionierung ohne Glaubwürdigkeit

Reine Sender-Kommunikation ist in Social Media fehl am Platz. Wer präsent ist, muss nicht nur eine klare Meinung vertreten, sondern vor allem den Diskurs darüber aushalten. Bei Führungskräften ist es sehr wahrscheinlich, dass sie gesellschaftspolitische Themen streifen. Neben der eigenen Haltung dazu ist es essenziell, in Diskussionen darüber einzusteigen und auch auf direkte Fragen zu antworten.

Sowohl die Inhalte als auch die Tonalität, mit der Führungskräfte sie in den sozialen Netzwerken wiedergeben, müssen glaubwürdig sein und zur eigenen Persönlichkeit passen. Spätestens, wenn Kolleginnen und Mitarbeiterinnen zu den Followerinnen gehören, fallen Ungereimtheiten in digitalem und analogem Auftreten unangenehm auf.

»Wer präsent ist, muss nicht nur seine Meinung vertreten, sondern vor allem den Diskurs darüber aushalten«

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Externe treibt interne Visibilität

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Eine gesunde Fehlertoleranz leben

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Keine reine IchKommunikation

Führungskräfte sollten sich bei ihrer Positionierung in Social Media immer vor Augen halten, dass sie in zwei Richtungen wirken. Denn nicht selten steigert dabei die Sichtbarkeit nach außen die interne Wahrnehmung. Über Social Media können Führungskräfte auch die Mitarbeitenden erreichen, die zwar selten das Intranet nutzen, aber regelmäßig auf den beruflichen Netzwerken unterwegs sind.

In den sozialen Netzwerken hemmt Perfektionismus mehr, als dass er nutzt. Es wird fast unter Garantie der Punkt kommen, an dem etwas schiefläuft. Der „Shitstorm“ ist hier natürlich das ultimative Schreckensszenario. Dabei ist das Wichtigste: nicht kapitulieren und auf keinen Fall alles aufgeben. Es gilt vielmehr: Fehler eingestehen und weitermachen.

Social Media lebt von der NetzwerkIdee. Darum ist es wichtig, keine reine Ich-Kommunikation zu pflegen, sondern immer wieder auch andere Menschen über die eigenen Kanäle sichtbar zu machen. Wer das Scheinwerferlicht auch auf andere richtet – sei es auf derselben Ebene oder auf Mitarbeiterinnen – zeigt damit Wertschätzung und macht die Vielfalt des eigenen Themas sichtbar.

Foto: Holger Talinski

Podcast-Tipp: Im turi2. de/clubraum spricht Tijen Onaran über Diversität und ihre Jonglage-Skills

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