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hoch³ #1/2026

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Die Zeitung der Technischen Universität Darmstadt

TEMPO, TEMPO

Mit „Particle Accelerator Science“ bündeln die RMU ihre Expertise in der Beschleuniger-Wissenschaft –  einem von zwei neuen RMU-Studiengängen.

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KRISENFESTE SCHLAUE KISTE

Die im LOEWE-Zentrum emergenCITY entwickelten „Heinerboxen“ erfassen jetzt im Darmstädter Martinsviertel Umweltdaten und Verkehr und testen neue Kommunikationswege.

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NEUGIERIG AUF NEULAND

TU-Professor Christian Hasse hat den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis erhalten, der als wichtigster deutscher Forschungspreis gilt.

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LIEBE LESERIN, LIEBER LESER,

willkommen zur ersten hoch³-Ausgabe 2026! Als Verbund der RheinMain Universitäten (RMU) blicken wir gespannt voraus auf ein ereignisreiches Jahr. Vor wenigen Monaten haben wir als TU Darmstadt gemeinsam mit unseren Partnerinnen in RMU, der Goethe-Universität Frankfurt und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, unsere Bewerbung um den Status als Exzellenzverbund eingereicht. Viele TU-Mitglieder waren an der Entstehung des Antrags mit dem Titel „RMU-EXCITE – Excellent. Collaborative. Transformative.“ beteiligt. Ich danke Ihnen herzlich, dass Sie mit Ihrem großen Engagement, Ihrer umfassenden Expertise und Ihren innovativen Ideen zur Erreichung dieses Meilensteins beigetragen haben!

Möglich geworden ist die Antragstellung durch den großen Erfolg unserer drei Universitäten in der Förderlinie Exzellenzcluster, in der im Mai 2025 fünf Clusterinitiativen der RMU, darunter zwei an der TU Darmstadt, für eine Förderung ab 2026 bewilligt wurden. Als nächstes fiebern wir nun dem April entgegen: Dann wird unser Verbund vor Ort von internationalen Expertinnen und Experten begutachtet. Und im Oktober entscheidet schließlich die Exzellenzkommission über unsere Bewerbung. Lassen Sie uns für diese anstehenden Meilensteine alle gemeinsam die Daumen drücken!

Ein lebendiges Miteinander und eine enge Kooperation sind für uns als RMU indes schon heute ganz selbstverständlich. Das zeigt aktuell der Start von zwei neuen zukunftsweisenden RMU-Studiengängen. In dieser hoch³ erfahren Sie mehr über das trilaterale Angebot „Particle Accelerator Science“ sowie den Masterstudiengang „Stadtforschung – Urban Studies“ von TU Darmstadt und GoetheUniversität.

Einen weiteren Schwerpunkt legt die Ausgabe auf renommierte Preise und Auszeichnungen für Forschende und Studierende der TU. Wir würdigen die Auszeichnung von Professor Christian Hasse mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis und von Professorin Georgia Chalvatzaki mit dem Alfried Krupp-Förderpreis. Wir stellen Ihnen die Preisträger:innen des Dr. Hans Messer Stiftungspreises, der AthenePreise für Gute Lehre und des DAADPreises vor.

Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre!

IHRE TANJA BRÜHL

Präsidentin der TU Darmstadt

THEMEN / Ausgabe 1/2026

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PHÄNOMENE DER URBANITÄT

TU und Goethe-Uni starten den gemeinsamen Masterstudiengang „Stadtforschung – Urban Studies“.

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POLITISCHE RÜCKENDECKUNG

Hessen und Rheinland-Pfalz stärken die länderübergreifende Zusammenarbeit der RMU.

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TRÜGERISCHE SICHERHEIT

Ein Forschungsteam der TU Darmstadt hat Sicherheitslücken bei einer weit verbreiteten KinderSmartwatch aufgedeckt.

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ARCHITEKT DER MASSORDNUNG

Die „Zeitmaschine“ erinnert an das Wirken von Ernst Neufert in Darmstadt.

21 ALTE ELEMENTE, NEUE ENERGIE

Metalle als Speicher: Die TU Darmstadt hat den neuen Metal Energy Hub eröffnet.

24 GROSSE ANERKENNUNG

TU-Präsidentin Tanja Brühl wurde als „Hochschulmanagerin des Jahres 2025“ ausgezeichnet.

Texte vor. hoch3 erscheint jährlich in vier Ausgaben. Auslagestellen: www.tu-darmstadt.de/nimmhoch3 GESTALTUNG: ANKER, Frankfurt am Main, www.anker-design.de / Illustration: Rosa Viktoria Ahlers und Linda Voß DRUCK AC medienhaus GmbH, Wiesbaden, www.acmedien.de anzeigen: vmm Wirtschaftsverlag, Augsburg, barbara.vogt@vmm-wirtschaftsverlag.de Das Druckpapier erfüllt die Anforderungen des Umweltzeichens Blauer Engel nach RAL-UZ-14. Das Titelfoto zeigt die Hochspannungsversorgung der Elektronenquelle des S-DALINAC. Foto: Jan-Christoph Hartung

Foto: Katrin Binner

KI MIT SCHWEIGEPFLICHT

Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei psychischen Krankheiten

Teams um die Informatik-Professorin Iryna Gurevych (TU Darmstadt) und des Indian Institute of Technology (IIT) Delhi bearbeiten eine zentrale Frage: Wie lassen sich KI-gestützte Werkzeuge im Bereich psychischer Erkrankungen entwickeln, die die Privatsphäre von Patientinnen und Patienten zuverlässig schützen? Nun haben sie eine Roadmap für die Entwicklung von Unterstützungssystemen vorgelegt, die Diagnostik und Therapie verbessern, ohne sensible Informationen preiszugeben.

Psychische Erkrankungen gehören weltweit zu den häufigsten Ursachen für gesundheitliche Einschränkungen. Sie haben schwerwiegende Folgen für Betroffene, deren Familien sowie für Gesellschaft und Wirtschaft. Bisher sind für die Erkennung psychischer Erkrankungen aufwändige Untersuchungen durch Spezialistinnen und Spezialisten notwendig. Zudem gibt es nicht genügend ausgebildete Therapeutinnen und Therapeuten, um den Bedarf zu decken. In frühen Stadien einer psychischen Erkrankung, in denen Interventionen am wirksamsten sind, könnte Künstliche Intelligenz die Diagnose und Behandlung deutlich verbessern.

DATENSCHUTZ ALS ENTSCHEIDENDE HÜRDE

KI-Systeme könnten Therapeutinnen und Therapeuten unterstützen, indem sie feine Signale in Sprache, Mimik und Wortwahl ihrer Patientinnen und Patienten analysieren. Das Training dieser Systeme erfordert allerdings hochsensible Daten aus realen Therapiesitzungen. Solche Sprach- und Videodaten könnten Rückschlüsse auf die Identität

von Patientinnen und Patienten zulassen, und die mit ihnen trainierten Modelle bergen das Risiko, persönliche Informationen unbeabsichtigt zu speichern und offenzulegen.

Forschende am Ubiquitous Knowledge Processing (UKP) Lab am Fachbereich Informatik der TU Darmstadt und am IIT Delhi haben nun in „Nature Computational Science“ Forschungsergebnisse veröffentlicht, die einen neuen Weg aufzeigen. Sie beschreiben, wie KI-Systeme im Bereich psychischer Erkrankungen so entworfen werden können, dass sie die vertraulichen Informationen von Patientinnen und Patienten wahren.

Die Forschenden schlagen dafür eine EntwicklungsPipeline für datenschutzbewusste KI-Systeme vor, die auf verschiedenen Lösungsansätzen basiert. Dazu gehört das Entfernen personenbezogener Informationen, die Anonymisierung von Stimmen und Gesichtern, die Erzeugung synthetischer Daten sowie ein datenschutzorientiertes Training von Modellen.

INTERNATIONALE ZUSAMMENARBEIT

Der Erstautor der Studie, Aishik Mandal, ist Teil der NLPsych-Gruppe am UKP Lab, einem Zusammenschluss von Forschenden, die an der Schnittstelle zwischen natürlicher Sprachverarbeitung (NLP) und psychischer Gesundheit arbeiten, um datengestützte Lösungen im Bereich der psychischen Gesundheit sowohl für Hilfesuchende als auch für Hilfeleistende zu entwickeln. Co-Autor:innen sind Professor Tanmoy Chakraborty vom IIT Delhi, der als Gastwissenschaftler am UKP Lab tätig war und durch ein HumboldtForschungsstipendium für erfahrene Forschende der Alexander von HumboldtStiftung gefördert wurde, sowie die Leiterin des UKP Labs, Professorin Iryna Gurevych.

Publikation: doi.org/10.1038/s43588025-00875-w

BESCHLEUNIGERWISSENSCHAFT STUDIEREN

NEUER PHYSIK-MASTERSTUDIENGANG DER RHEIN-MAIN-UNIVERSITÄTEN

Mit dem trilateralen Masterstudiengang „Particle Accelerator Science“ bündeln die Rhein-Main-Universitäten ihre europaweit einzigartige Expertise in der BeschleunigerWissenschaft. Ab dem Sommersemester 2026 erhalten Studierende erstmals Zugang zu einem gemeinsamen, international ausgerichteten Studienangebot an drei Standorten. Der eng verzahnte Austausch von Forschung, Lehre und Großinfrastruktur schafft ein in Deutschland einmaliges Qualifikationsprofil.

Im Universum der Beschleuniger-Wissenschaft ist das Rhein-Main-Gebiet ein heller Stern. Nirgendwo sonst in Deutschland und Europa finden sich Großanlagen, Forschungseinrichtungen und auf diese Disziplin spezialisierte Universitäten in einer solchen Dichte wie in der Region um Frankfurt, Darmstadt und Mainz. „Gemeinsam verfügen wir über eine Beschleuniger-Expertise, die einzigartig ist“, sagt Holger Podlech, Professor am Institut für Angewandte Physik der Goethe-Universität Frankfurt. Um ihre Kräfte zu bündeln, abzustimmen und eine passgenaue Ausbildung für Forschung und Industrie zu schaffen, bieten die Rhein-Main-Universitäten (RMU) zum Sommersemester 2026 den neuen trilateralen Masterstudiengang „Particle Accelerator Science“ an. Studierende belegen in diesem englischsprachigen Studiengang erstmals zugleich Vorlesungen, Seminare und

Praktika an der TU Darmstadt, der GoetheUniversität und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Das in dieser Form einmalige Studienangebot „Beschleuniger-Wissenschaft“, betont Professor Joachim Enders, Experimental-Physiker an der TU Darmstadt, bringt fünf Fachbereiche an drei Universitäten in den zwei Bundesländern Hessen und Rheinland-Pfalz zusammen.

Mehrere Jahre haben die Initiatoren und Verantwortlichen an den Rahmenbedingungen und Inhalten des Studiengangs gearbeitet, der auch eine Kooperation mit dem GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung umfasst, auf dessen Gelände in Darmstadt derzeit mit FAIR eine der weltweit größten BeschleunigerAnlagen entsteht.

EXPERIMENTIEREN AN GROSSGERÄTEN

Forschen können die neuen Masterstudierenden jedoch ebenso an Beschleuniger- und Testeinheiten der jeweiligen Physik-Fachbereiche der drei RMU-Universitäten. „Zusammen bieten wir ein deutlich umfassenderes Studium der Beschleuniger-Wissenschaft, als jede Universität das allein leisten könnte“, unterstreicht Enders die Potenziale des gemeinsamen Studienangebotes. Gelehrt werden sollen unterschiedliche Blickwinkel und Anwendungen in einem sehr breit und interdisziplinär angelegten Lehrangebot, das auch ingenieurswissenschaftliche Aspekte etwa der Elektrotechnik oder Materialwissenschaft umfasst. „Unser Ziel ist“, sagt Professor Kurt Aulenbacher vom Institut für Kernphysik der Universität Mainz, „Studierenden ein generelles, nicht nur ein Spezialwissen mitzugeben. Wer den Studiengang ,Particle Accelerator Science‘ erfolgreich meistert, hat einen dreifachen Studienabschluss in Frankfurt, Darmstadt und Mainz. Das ist einzigartig.“

Foto: Jan-Christoph Hartung

Geplant sind zunächst 20 Studienplätze pro Semester – ein persönlicher und intensiver Studiengang. Adressiert werden Bachelorstudierende der RMU-Universitäten, Interessierte anderer Unis sowie internationale Bewerber:innen. Die Studierenden werden umworbene Fachkräfte von morgen sein. „Wir haben zu wenig Expert:innen, die sich mit BeschleunigerWissenschaft auskennen“, sagt Podlech. Die Anwendungsfelder sind vielfältig: In der Grundlagenforschung der Kern- und Teilchenphysik werden Beschleuniger genutzt, um nach dem Ursprung des Universums zu suchen, nach dem Higgs-Boson oder etwa Dunkler Materie.

DUNKLE MATERIE, KREBSTHERAPIE, KLIMAWENDE

Anwendungen gibt es ebenso in der Biologie, Biophysik, Medizintechnik, und auch neue Krebs- und Tumortherapien oder Medikamente wurden so entwickelt. Mithilfe der Beschleuniger-Wissenschaft können Saatgut von schädlichen Keimen befreit und ein Röntgenlicht von unglaublicher Brillanz- und Laserqualität sowie Neutronen erzeugt werden, die unter anderem in der Materialforschung neue Werkstoffe, Schweißvorgänge oder Fusionsmaterialien ermöglichen.

„Beschleuniger-Technik lässt sich für die Klimaforschung, Energiewende oder für Sicherheitsaufgaben einsetzen. Die Zahl der Anwendungen ist beliebig groß“, sagt Podlech. Studierende des RMU-Masterstudiengangs, ist sich sein TU-Kollege Enders sicher, „werden gut ausgebildet sein für Forschung, Hochschule oder Wirtschaft.“

ASTRID LUDWIG

Was die drei Studiendekane und Vertreter des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung am Studiengang „Particle Accelerator Science“ schätzen: is.gd/Ut3V8V

SELBSTBEWUSSTE BEWERBUNG FÜR RMUEXZELLENZVERBUND

Klare Vision für ein weltweit führendes Zentrum der Spitzenforschung

In der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder haben die Rhein-Main-Universitäten (RMU), bestehend aus GoetheUni Frankfurt, TU Darmstadt und Gutenberg-Uni Mainz, einen gemeinsamen Antrag als Exzellenzverbund in der Förderlinie Exzellenzuniversitäten eingereicht.

Der Antrag, mit dem sich die RMU um den Status als Exzellenzverbund bewirbt, trägt den Titel „RMU-EXCITE – Excellent. Collaborative. Transformative.“ Er unterstreicht die gemeinsame Zielsetzung, die Allianz der Rhein-Main-Universitäten zu einem international führenden Zentrum für Spitzenforschung auszubauen, das wegweisende Antworten auf komplexe wissenschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen entwickelt. Zugleich bekennt sich der Verbund zu einer Forschungskultur, die Wissenschaft und Gesellschaft stärker miteinander verbindet, indem er den Dialog, die Teilhabe und die gemeinsame Gestaltung von Wissen als integrale Bestandteile wissenschaftlicher Exzellenz versteht.

GUTES AUS GESUNDHEIT UND GESELLSCHAFT

Die Rhein-Main-Universitäten (RMU) haben erstmals die Auszeichnung RMU Awards vergeben. Damit würdigen die RMU besondere wissenschaftliche Leistungen in den Profilbereichen Health und Society. Dr. Cristian Prieto-Garcia (Goethe-Universität) erhielt den RMU Award im Bereich Health für seine Forschung zur RNA-Reifung in Krebszellen. Seine Arbeiten eröff-

Professor Christian Wiese (ebenfalls Goethe-Uni) wurde mit dem Sibylle KalkhofRose RMU-Preis für Geistes- und Sozialwissenschaften im Bereich Society ausgezeichnet. Er forscht zur jüdischen Geistes- und Kulturgeschichte und bringt seine Expertise aktiv in gesellschaftliche Diskurse ein. Die Preisverleihung fand an der Johannes GutenbergUniversität Mainz statt. Die Laudationen hielten Professor Felix Hausch von der TU Darmstadt und Professorin Catherina Wenzel von der Goethe-Universität Frank-

Möglich wurde die Antragsstellung dank des großen Erfolgs der drei Universitäten in der Förderlinie Exzellenzcluster, in der im Mai 2025 fünf Clusterinitiativen der RMU für eine Förderung ab 2026 bewilligt wurden. Bei ihrem Antrag als Exzellenzverbund wird die RMU als länderübergreifender Verbund von ihren Sitzländern Hessen und Rheinland-Pfalz entschlossen unterstützt.

ENTSCHEIDUNG IM HERBST

Die antragsstellenden Universitäten werden im April im Rahmen von Ortsbesuchen durch internationale Gutachtenden-Panels begutachtet. Im Oktober 2026 entscheidet die Exzellenzkommission über die Förderung von bis zu 15 Exzellenzuniversitäten beziehungsweise Exzellenzverbünden für den Zeitraum von 2027 bis 2033.

Ein Erfolg im Exzellenwettbewerb ist nicht nur wegen der finanziellen Unterstützung aus Bundes- und Ländermitteln wichtig. Er dient auch der nationalen und internationalen Sichtbarkeit, da das Programm international als Elite-Förderprogramm angesehen wird. Die Rhein-Main-Universitäten wol-

len als Allianz ihre Attraktivität durch vielfältige gemeinsame und komplementäre Angebote in Forschung und Lehre stärken, Wissenschaftler:innen und Beschäftigte besser fördern und Synergien bei Infrastruktur und Transfer heben. Damit wollen sie auch dazu beitragen, die Region als international sichtbares Wissenschaftszentrum zu profilieren. Dafür wäre ein erfolgreicher Antrag als Verbund im Exzellenzuniversität-Wettbewerb eine außerordentliche Stärkung, insbesondere im internationalen Kontext.

PHÄNOMENE

DER URBANITÄT

„Städte sind seit jeher Knotenpunkte in der globalen Zirkulation von Kapital, Wissen und anderem. Im Zeitalter der planetaren Urbanisierung weiten sich städtische Lebensformen über die Erde aus und werden zur treibenden Kraft hinter den Veränderungen des Anthropozäns. Solche geografischen Bezüge und Maßstäblichkeiten stehen im Masterstudiengang im Fokus –wie auch die politischökologischen und sozialen Herausforderungen, die sich daraus ergeben.“

PROFESSOR ROBERT PÜTZ, HUMANGEOGRAPHIE, GOETHE-UNIVERSITÄT FRANKFURT

„Moderne Städte sind Ankerpunkte einer urbanen Lebensweise. Der Masterstudiengang ermöglicht einen einzigartigen Einblick in die soziale Dynamik urbanisierter Gesellschaften, ihre Alltagspraktiken und Gemeinschaftsformen –aber auch ihre Ungleichheiten und Konflikte. Gebaute und geplante Städte sind ein Resultat sozialer und politischer Aushandlungen. Es ist die Aufgabe soziologischer Stadtforschung, die zugrunde liegenden Machtverhältnisse, sozialen Strukturen und Wertvorstellungen zu analysieren und kritisch zu reflektieren.“

PROFESSORIN SYBILLE FRANK, STADT- UND RAUMSOZIOLOGIE, TU DARMSTADT

„Die Stadt der Zukunft entsteht jetzt: Zwischen Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit, Smart City und Klimakrise – unser Masterstudiengang bereitet darauf vor, diesen Wandel historisch einzuordnen, aber auch mitzugestalten. Selten entstehen Städte neu: Jede Transformation baut auf alten Strukturen auf. Im Masterstudiengang wird daher auch die Kompetenz zur historischen Analyse erlernt.“

PROFESSOR NICOLAI HANNIG, NEUERE GESCHICHTE, TU DARMSTADT

NEUER GEMEINSAMER STUDIENGANG DER TU DARMSTADT UND UNI FRANKFURT

Die TU Darmstadt und die Goethe-Universität
Frankfurt starten im Sommersemester 2026 den gemeinsamen Masterstudiengang

„Stadtforschung – Urban Studies“.

An der Universität Frankfurt bringt das Institut für Humangeographie seine Expertise für globalisierte Urbanisierungsprozesse in das Studienprogramm ein. Module der Planungs-, Wirtschafts- und Sprachwissenschaft sowie der Philosophie beider Universitäten ergänzen das Angebot.

LANGJÄHRIGE KOOPERATION

Hier sind Studierende richtig, wenn sie sich vertiefend mit der rasanten Entwicklung von Städten, ihrem vielfältigen Alltag, komplexen Planungsprozessen und zukünftigen Herausforderungen auseinandersetzen möchten: In dem von der TU Darmstadt und der Goethe-Universität konzipierten deutschsprachigen Masterstudiengang Stadtforschung kann man eine in Deutschland einmalige gesellschaftswissenschaftliche Perspektive auf Städte entwickeln. Der Abschluss wird durch beide Universitäten verliehen.

SPANNENDES BERUFSFELD

Der Masterstudiengang richtet sich an Bachelor-Absolvent:innen der Sozial- und Geschichtswissenschaften, der Humangeographie sowie der Architekturwissenschaft, die ihr Grundwissen in einem praxisnahen Forschungsfeld vertiefen möchten. Der Studiengang qualifiziert Studierende für ein wachsendes Berufsfeld, das sich mit den komplexen Herausforderungen von Städten im Bereich Stadtmanagement, städtischer Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, Bürger:innenbeteiligung, Quartiersentwicklung, der städtischen Denkmalpflege und dem Archivwesen sowie beratender Stadtplanung auseinandersetzt.

ZWEI PROFILIERTE STANDORTE

Der Studiengang verbindet die Kompetenzen zweier profilierter Standorte der Stadtforschung im deutschsprachigen Raum. An der TU Darmstadt sind unter anderem die Institute für Soziologie, Geschichte und Politikwissenschaft sowie der Fachbereich Architektur beteiligt, die auf eine langjährige Zusammenarbeit in stadtbezogener Forschung aufbauen können.

Die Initiative für den Kooperationsstudiengang geht auf die Darmstädter AG „Interdisziplinäre Stadtforschung“ zurück, die die langjährige gemeinsame Forschungszusammenarbeit nun mit einem gemeinsamen Studienangebot vertieft und weiterentwickelt. Die Kooperation mit der Frankfurter Humangeographie bestand zunächst in gemeinsamen Forschungszusammenhängen (z.B. des DFG-Graduiertenkollegs „Architekturen Organisieren“). Hier entstand die Idee, die Sichtweisen und Kompetenzen des gesellschafts- und geschichtswissenschaftlichen Fachbereichs der TU Darmstadt durch geografische Perspektiven zu ergänzen und so ein attraktives Studienangebot für Studierende zu schaffen.

Urban Studies: Zulassung, Studienplan und Berufsaussichten: is.gd/Wo9sc6

EINER VON ZEHN

Der Studiengang Stadtforschung – Urban Studies ist einer von zehn gemeinsamen Studiengängen der RheinMain-Universitäten (RMU), der Allianz aus TU Darmstadt, Uni Frankfurt und Uni Mainz. Mit diesem kombinierten Portfolio bündeln die drei Universitäten zusätzlich ihre Forschungsstärken und schaffen international attraktive Angebote. Die Universitäten bringen in die jeweils kooperativ organisierten Studiengänge Lehrveranstaltungen ein und betreuen gemeinsam Abschlussarbeiten. is.gd/kxTBBt

POLITISCHE RÜCKENDECKUNG

Länderübergreifende Kooperation der RMU gestärkt

Die Wissenschaftsminister der Länder Hessen und RheinlandPfalz, Timon Gremmels und Clemens Hoch, haben ein Verwaltungsabkommen unterzeichnet, das die Kooperation zwischen der Goethe-Universität Frankfurt, der Technischen Universität Darmstadt und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz weiter fördern und länderübergreifende Vorhaben vereinfachen soll. Die drei Universitäten bilden die Allianz der Rhein-Main-Universitäten (RMU).

„Der RMU-Verbund ist ein Motor für Innovationen, schafft neue Chancen für junge Talente und stärkt die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Rhein-Main-Region“, so Hessens Wissenschaftsminister Timon Gremmels. „Durch das Verwaltungsabkommen können die Universitäten über die Ländergrenzen hinweg noch effizienter und unbürokratischer zusammenarbeiten.“

„Wir werden die Entwicklung der RMU auch in Zukunft weiter aktiv unterstützen. Wenn sich eine noch weitere Angleichung des Rechtsrahmens der Partneruniversitäten der RMU als hilfreich erweist, beabsichtigen wir perspektivisch einen Staatsvertrag zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen zu diesem Zweck abzuschließen“, so

der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Clemens Hoch.

Mit dem Verwaltungsabkommen wird die Finanzierung von gemeinsamen Aktivitäten erleichtert. Die drei Universitäten dürfen Mittel aus der Grundfinanzierung der beiden Länder in den RMU-Verbund einbringen. Die Universitäten entscheiden über die Höhe der Mittel, die zu gleichen Anteilen beigesteuert werden sollen. Die Mittel dienen der Umsetzung von Maßnahmen, die auf die Weiterentwicklung und Leistungsfähigkeit der RMU einzahlen und können flexibel an den drei Standorten verausgabt werden.

Die Vereinbarung legt zudem den Grundstein für die Harmonisierung der Hochschulzugangsvoraussetzungen für Studierende, die die RMU-Lehrangebote nutzen (RMU-Studium oder Kooperationsstudiengänge). Darüber hinaus stellen Hessen und Rheinland-Pfalz in der Vereinbarung den Abschluss eines Länderstaatsvertrags in Aussicht, um den Rechtsrahmen der Verbundpartnerinnen noch umfassender anzugleichen. Des Weiteren beabsichtigen die Länder, Aufsichts- und Genehmigungsprozesse – etwa im Bereich Datenschutz – zu harmonisieren. Damit sollen doppelte Aufsichtsund Genehmigungsprozesse nach Möglichkeit reduziert werden.

Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung des Instituts für Physik kondensierter Materie der TU Darmstadt hat den zweidimensionalen, magnetischen Halbleiter Chrom-Sulfid-Bromid (CrSBr) experimentell untersucht. Die Studie zeigt, wie sich die Magnetisierung einzelner atomar dünner Schichten gezielt beeinflussen und optisch auslesen lässt – ein Ansatz mit Potenzial für künftige Speichertechnologien. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im renommierten Fachjournal „ACS Nano“. is.gd/s8PsPM

Forschende der Technischen Universität Darmstadt und der Technischen Universität München haben untersucht, wie Text-zu-Bild-Generatoren in verschiedenen Sprachen mit Geschlechterrollen umgehen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Modelle Geschlechterstereotype nicht nur abbilden, sondern sogar verstärken. Die Richtung und Stärke der Verzerrung sind dabei abhängig von der jeweiligen Sprache.

is.gd/ODZnZJ

Forschungsteams der Universität Kassel und der Technischen Universität Darmstadt haben die Wassergewinnung papierbasierter Nebelkollektoren durch gezielt erzeugte, benetzbare Sammelstellen um mehr als zehn Prozent gesteigert. Die entwickelte Methode ist ein vielversprechender Baustein für kostengünstige Trinkwasserlösungen in niederschlagsarmen Regionen. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Advanced Materials Interfaces“ veröffentlicht.

is.gd/WEcLXR

LAND PUSHT KI IN DER LEHRE

Für das Projekt „AI Literacy Studium und Lehre stärken“ erhält die TU Darmstadt 809.000 Euro aus einer neuen KI-Förderlinie des Programms „Hohe Qualität in Studium und Lehre, gute Rahmenbedingungen des Studiums“ (QuiS). Der hessische Wissenschaftsminister Timon Gremmels überreichte im November 2025 im Rahmen der Verleihung der Athene-Preise für Gute Lehre an der TU den Förderbescheid. Das Projekt soll hochschulweit Wirkung entfalten. Geplant ist die Beteiligung von sieben Fachbereichen, mehreren Zentralen Einrichtungen –Hochschuldidaktische Arbeitsstelle, Hochschulrechenzentrum, Schreibcenter –, Dezernaten sowie Expert:innen aus dem Hessischen Zentrum für Künstliche Intelligenz hessian.AI. Unter anderem soll zum Beispiel der Prototyp eines KI-gestützten Chatbots entwickelt werden. HMWK/sip

Ein Forschungsteam unter Leitung der TU Darmstadt hat erstmals Hinweise auf eine dreiachsige Struktur im Verlauf der Kernradien kurzlebiger Rutheniumkerne entdeckt. Mithilfe einer neuen Hochpräzisions-Anlage konnten die Forschenden winzige Unterschiede im Atomradius messen – ein wichtiger Schritt zum besseren Verständnis der Formenvielfalt von Atomkernen. Die Ergebnisse sind in „Physical Review Letters“ zu lesen.

is.gd/aamIXX

Künstliche Intelligenz verändert Wirtschaft und Arbeit schneller, als viele Unternehmen Schritt halten können. Doch die größte Herausforderung liegt oft nicht in der Technologie selbst, sondern im Umgang mit ihr. TU-Wirtschaftsinformatiker Professor Alexander Benlian zeigt in einer neuen Studie, wie Organisationen KI-Kompetenz systematisch aufbauen und zu einer strategischen Fähigkeit entwickeln können. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Business Horizons“ veröffentlicht.

is.gd/CfAITv

In winzigen Hohlräumen von Energiespeichern bilden sich kleine Wirbel, die beim Aufladen helfen: Das fand ein Forschungsteam unter Leitung der TU Darmstadt heraus. Das bislang unbekannte Phänomen könnte die Entwicklung schnellerer Speicher voranbringen, wie in dem Artikel in „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ zu lesen ist.

is.gd/jBLBYl

Winzige Öltropfen können sich einer Strömung widersetzen und auf der Stelle verharren. Das konnten TU-Forschende nun erstmals dokumentieren und untersuchen. Zunutze machten sie sich dabei den sogenannten Ouzo-Effekt. Der Artikel erschien in „Soft Matter“.

is.gd/1Z8qRR

Die genaue Beschreibung von Materie unter extremen Bedingungen, wie sie im Inneren von Neutronensternen vorkommt, ist bis heute ein ungelöstes Problem. Die Dichte dieser besonderen Materie entspricht der von etwa 100.000 Eiffeltürmen auf einen Kubikzentimeter komprimiert. Besonders die Eigenschaften sogenannter Quarkmaterie, die aus den fundamentalen Bausteinen des Universums, den Quarks, besteht und in extrem dichten Regionen existieren kann, spielen dabei eine zentrale Rolle. Forschende der TU Darmstadt und der Goethe-Universität Frankfurt untersuchten diese Materie sowie deren thermodynamische Eigenschaften. Ihre Ergebnisse wurden in dem renommierten Journal „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

is.gd/pi2HQf

OHNE

SIE LÄUFT WENIG

TU-Beschäftigte im Porträt

FELIX HEYER

ALTER: 32 / EINRICHTUNG: Institut für Kernphysik / AUFGABENGEBIET: Wartung und Instandhaltung des S-DALINAC / LETZTE BERUFLICHE

STATION VOR DER TU: Da gibt es keine, ich wurde nach der Ausbildung direkt übernommen / DIENSTJAHRE AN DER TU DARMSTADT: 15

Können Sie Ihre Tätigkeit bitte kurz beschreiben?

Ich bin zusammen mit meinen Kollegen für die technische Betreuung, Instandhaltung und Wartung des SDALINAC zuständig. Das ist der supraleitende Elektronenbeschleuniger der TU Darmstadt. Als Mechatroniker-Meister liegt der Schwerpunkt meiner Arbeit im Überwachen und Reparieren der Maschinen, Pumpen und anderen Geräte im direkten Umfeld des Beschleunigers. Darüber hinaus müssen hin und wieder vorhandene Anlagen oder Teile angepasst oder erweitert werden, was sich insofern anspruchsvoll gestaltet, als dass fast alle bestehenden Anlagen Sonderanfertigungen sind und es nahezu keine Möglichkeit gibt, Anbau- oder Ersatzteile irgendwo zu beziehen. Das wiederum ist eine der Herausforderungen, die ich an dieser Tätigkeit sehr schätze.

Was möchten Sie in Ihrem Aufgabengebiet nicht missen?

Wie schon erwähnt ist es zum einen die Herausforderung, selbstständig neue Maschinenteile oder auch Sicherheitskonzepte – beispielsweise für den Personenschutz – zu entwerfen und nach der Erprobung auch umsetzen zu können. Zum anderen ist es sehr interessant, fast alle in meinem Berufsbild vorhandenen Tätigkeiten als Mechatroniker in meinem alltäglichen Berufsleben vereinen zu können. Dazu gehört die Elektrik, Mechanik, Pressluftsysteme, das Planen und die Installation von Kühlwassersystemen oder auch das Arbeiten mit sensiblen Hochvakuumpumpen und anderen Bauteilen.

Anhand welcher Beispiele erklären Sie Außenstehenden, wie Ihr Arbeitsalltag konkret aussieht?

Ein Großteil der Arbeit beschäftigt sich mit der Wartung und Instandhaltung der einzelnen Komponenten an und um den Beschleuniger selbst. Da während des Betriebes in den vorher abgesperrten und gegen Fremdzugang verriegelten Hallen auch eine gewisse radioaktive Strahlung auftritt, sind wir mit unseren Arbeiten vor Ort oftmals auch eingeschränkt, da eine gewisse Zeit abgewartet werden muss, bevor mögliche aufaktivierte Metallteile bearbeitet werden können. Das ist auch der Grund, warum die Arbeitsablaufplanung einen Teil der Zeit einnimmt und damit definitiv fest zum Alltag dazugehört. Der beste Ausgleich zu einem stressigen Arbeitstag ist … … auf jeden Fall etwas Handwerkliches! Auch in meiner Freizeit bin ich eher der Schrauber. Ich beschäftige mich gerne mit Holz, bin sehr interessiert an verschiedensten 3D-DruckVerfahren oder CNC-Technik. Hin und wieder restauriere ich alte Werkzeugmaschinen oder schraube an Autos. Was ist Ihr hilfreichstes Werkzeug? Ich würde sagen, das ist meine Neugier. Sobald ich irgendetwas in die Finger bekomme, was ich noch nicht kenne, will ich wissen, wie es funktioniert und am liebsten erstmal reingucken oder es auseinanderschrauben.

SCHLAUE KISTE

Resiliente Technik in einem Darmstädter Quartier

Ein Team der TU Darmstadt hat Sensorboxen, die im LOEWEZentrum emergenCITY entwickelt wurden und bei Krisenereignissen ein Notfallnetz aufspannen können, im Darmstädter Martinsviertel installiert. Die sogenannten Heinerboxen erfassen Umweltdaten und Verkehr und testen neue Kommunikationswege. So entsteht in einem Quartier ein Reallabor für Notfallkommunikation und nachhaltige Stadtentwicklung.

Rund 40 Boxen wurden im Viertel an Straßenlaternen in etwa vier Metern Höhe installiert. Sie messen das Mikroklima, Lärmemissionen und den Verkehr. Sie verfügen über die nötige Technik, um im Ernstfall ein Notfallnetz etablieren zu können. Das Anwendungs- und Transferzentrum Digital Resilience Xchange (DiReX), das ebenfalls zur TU Darmstadt gehört, begleitet unter anderem die Weiterentwicklung der Boxen im Praxisbetrieb. Der hessische Wissenschaftsminister Timon Gremmels lobte: „Mit den Heinerboxen zeigt Darmstadt, wie exzellente Forschung direkt im Alltag der Menschen ankommt. Was Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im LOEWE-Zentrum emergenCITY entwickelt haben, wird hier im Lichtenbergblock zum gelebten Transfer: Modernste Messtechnik hilft, das Stadtviertel besser zu verstehen und kann im Ernstfall Leben schützen. Die Verbindung von Wissenschaft, Stadt und Zivilgesellschaft macht aus dem Quartier ein Reallabor für nachhaltige Stadtentwicklung und resiliente Krisenkommunikation –und damit zu einem Vorbild weit über Hessen hinaus.“

GUTE SEITEN DER DIGITALISIERUNG

Matthias Hollick, wissenschaftlicher Koordinator von emergenCITY und Professor für Informatik an der TU Darmstadt, ergänzte: „Mit der Heinerbox zeigen wir, dass Digitalisierung den Menschen vor Ort dient und gleichzeitig die Resilienz der Stadt erhöht. Dass dabei alle gewünschten Daten in anonymisierter Form erhoben werden, war uns schon beim Entwurf der Heinerbox ein zentrales Anliegen.“

Zum Reallabor in den Straßenzügen gehört neben der Heinerbox auch die Litfaßsäule 4.0, der Prototyp einer Warnsäule auf dem Riegerplatz, die seit April dort steht. Die energieautarke Säule kann auch bei einem Stromausfall noch Informationen und Warnmeldungen anzeigen. Auch sie ist aus der emergenCITY-Forschung hervorgegangen, die das Land Hessen über das LOEWE Förderprogramm ab 2020 bis Ende 2026 mit rund 32 Millionen Euro fördert.

Die Sensorboxen sind so gestaltet, dass sie auch in Krisensituationen funktionieren. Selbst wenn Strom, Internet oder Mobilfunk für mehrere Tage ausfallen, erfassen sie weiter Daten, dank der Integration einer Batterie und verschiedener Funktechnologien wie LoRa, WiFi und Bluetooth. Gerade in einer Krise werden die Heinerboxen besonders wertvoll: Ihre Messwerte können Einsatzkräften entscheidende Hinweise liefern. So weisen zum Beispiel erhöhte Feinstaubwerte auf einen Brand hin, und Verkehrsdaten unterstützen die Planung von Hilfsmaßnahmen. Solche praktischen Einsatzmöglichkeiten wird auch das Anwendungs- und Transferzentrum DiReX in den kommenden Jahren weiterverfolgen. „Resilienz entsteht nicht im Labor, sondern im Miteinander“, so Michèle Knodt, Direktorin von DiReX und Professorin für Politikwissenschaft an der TU Darmstadt. „Wenn Menschen verstehen, mitreden und mitgestalten, wird digitale Technik zur echten Stärke in Krisen. Genau das wollen wir mit DiReX und der Heinerbox erreichen – gemeinsam mit der Stadt, der Politik und den Bürgerinnen und Bürgern.“

Mehr Infos: heinerbox.tu-darmstadt.de data.heinerbox.tu-darmstadt.de www.emergencity.de

DIE

AUSZEICHNUNG

Der Dr. Hans Messer Stiftungspreis, verliehen von der Hans und Ria Messer Stiftung (bis 2024 Dr. Hans Messer Stiftung), wird jährlich zur Förderung von Forschung und Lehre für Wissenschaftler:innen in einer frühen Karrierephase mit hervorragenden Leistungen auf den Gebieten der Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften sowie Wirtschafts-, Sozial- und Geisteswissenschaften vergeben und war 2025 mit 100.000 Euro dotiert.

Die Hans und Ria Messer Stiftung fördert bundesweit Aus- und Weiterbildung sowie Wissenschaft und Forschung. Die Stiftung wurde im Jahr 1978 von Dr. Hans Messer ins Leben gerufen und ist seit dem Jahr 1979 als gemeinnützige Stiftung aner kannt. Unter dem Vorsitz von Dr. Hans Messer wurde auch der Stiftungs preis an der TU Darmstadt einge führt, der regelmäßig seit 1994 verliehen wird. Er ist die derzeit höchstdotierte Auszeichnung für Early Career Researchers an der TU Darmstadt.

Zum ausführlichen Artikel: https://is.gd/nocNjC

MATHE IM FLUSS

Dr. Hans Messer Stiftungspreis für Mathematik-Professorin Tabea Tscherpel von der TU Darmstadt

Tabea Tscherpel vom Fachbereich Mathematik der TU Darmstadt hat den Dr. Hans Messer Stiftungspreis 2025 der Hans und Ria Messer Stiftung erhalten. Die 34-jährige Assistenzprofessorin entwickelt numerische Verfahren zur Simulation komplexer Strömungen.

Das Schwimmverhalten von Fischen, der Blutfluss in unseren Adern und die Bewegung von Gletschern haben eins gemeinsam: Sie lassen sich mit denselben mathematischen Grundgleichungen beschreiben. Und das bald noch genauer als zuvor, denn Tabea Tscherpel, Professorin in der Arbeitsgruppe Numerik und Wissenschaftliches Rechnen an der TU Darmstadt, entwickelt für solche Zwecke stabile Algorithmen. Die Hans und Ria Messer Stiftung hat ihr dafür im November 2025 den mit 100.000 Euro dotierten Dr. Hans Messer Stiftungspreis verliehen. Das Preisgeld wurde zu Ehren des Hauptgründers und

Stifters Dr. Hans Messer, der im vergangenen Jahr 100 Jahre alt geworden wäre, 2025 verdoppelt. Tscherpels Forschungsschwerpunkt liegt auf der Berechnung von komplexen Strömungen. Zwar haben die Mathematiker Stokes und Navier schon im 19. Jahrhundert Strömungsgleichungen aufgestellt, aber diese lassen sich trotz ihrer universellen Bedeutung nur für idealisierte Fälle exakt lösen. Sie müssen daher näherungsweise berechnet werden. Bei komplexen Strömungen geraten herkömmliche Verfahren aber an ihre Grenzen. Hier kommt Tscherpels Forschung ins Spiel, denn sie entwickelt hochpräzi-

se und über einen langen Simulationszeitraum stabile numerische Verfahren zur näherungsweisen Lösung der Stokes- und Navier-Stokes-Gleichungen.

FASZINATION SEIT DER SCHULZEIT

Die fundamentale Bedeutung der Mathematik, die in den unterschiedlichsten Disziplinen von den Naturwissenschaften über die Medizin bis zur Klimaforschung eine Rolle spielt, fasziniert Tscherpel schon seit ihrer Schulzeit. Nach dem Mathematik-Studium an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg und der University of Cambridge ging sie an die University of Oxford, wo sie 2019 promoviert wurde. Seit drei Jahren lehrt und forscht Tscherpel an der TU Darmstadt.

UTA NEUBAUER

Zum ausführlichen Artikel: is.gd/nocNjC

Foto: Gerd Keim
Foto: Claus Völker

TECHNOLOGIE-VERTRAUEN

TU-Informatikerin Georgia Chalvatzaki mit Alfried Krupp-Förderpreis ausgezeichnet

Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung hat die Informatik-Professorin Georgia Chalvatzaki mit dem Alfried Krupp-Förderpreis 2025 ausgezeichnet – einer der bedeutendsten wissenschaftlichen Auszeichnungen in Deutschland. Die feierliche Verleihung fand Ende 2025 in der Villa Hügel in Essen statt.

TRÜGERISCHE SICHERHEIT

FÖRDERN

Georgia Chalvatzaki ist seit 2023 Professorin für Interaktive Roboterwahrnehmung und Lernen am Fachbereich Informatik der TU Darmstadt. Dem Auswahlgremium der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung hatten insgesamt 42 Kandidat:innenvorschläge aus ganz Deutschland vorgelegen.

Die mit 1,1 Millionen Euro dotierte Auszeichnung überreichte Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes NordrheinWestfalen, im Rahmen einer festlichen Veranstaltung in der Villa Hügel. Die Festrede hielt Professorin Mirjam Wenzel, Direktorin des Jüdischen Museums Frankfurt, zum Thema „The situation calls for a courageous effort. Albert Einsteins Reflexionen über die Welt von heute und morgen“.

„Wir freuen uns sehr, Professorin Georgia Chalvatzaki mit dem Alfried Krupp-Förderpreis 2025 auszuzeichnen“, so Professorin Ursula Gather, die Kuratoriumsvorsitzende der Krupp-Stiftung. „Ihre ambitionierte Forschung in KI, maschinellem Lernen und Robotik hat das Potenzial, effektiv in Bereiche wie Gesundheitswesen, Logistik oder nachhaltige Landwirtschaft hineinzuwirken. Mit ihrem innovativen Ansatz betrach-

tet sie Roboter und Menschen ebenso wie ihre Umwelt als integriertes System, mit dem Ziel, Roboter zu entwickeln, die aus Erfahrung lernen und ihr Verhalten kontinuierlich anpassen. Dieser Ansatz befördert Vertrauen in die Technologie.“

Chalvatzaki forscht an Robotern, die aus der Interaktion mit ihrer Umwelt und dem Menschen in Echtzeit lernen können. Dieser Ansatz ist richtungsweisend für eine Robotik, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt, und ebnet den Weg für eine neue Generation von Robotern. Mit ihrer Forschung ist Chalvatzaki Teil des Exzellenzclusters RAI. Unter Federführung der TU Darmstadt widmet RAI sich der Entwicklung einer neuen Generation von KI-Systemen, die auf vernünftiger Ressourcennutzung, Datenschutz und kontinuierlicher Verbesserung basieren. Mit vier Forschungsbereichen arbeiten multidisziplinäre Teams an der Gestaltung der Zukunft der KI.

KRUPP-STIFTUNG/PG

Team der TU Darmstadt deckt gravierende Schwachstellen bei Kinder-Smartwatches auf

Ein Forschungsteam der TU Darmstadt hat Sicherheitslücken im aktuellen Modell einer weit verbreiteten Kinder-

Smartwatch identifiziert. Die Ergebnisse wurden im Dezember 2025 auf dem Chaos Communication Congress in Hamburg vorgestellt.

Smartwatches für Kinder werden als Einstieg in die digitale Welt immer beliebter. Der mit mehr als 1,5 Millionen Smartwatches in Europa stark vertretene norwegische Hersteller Xplora wirbt mit Spielspaß und Abenteuer für die Kinder. Für die Eltern steht jedoch die Sicherheit im Vordergrund: Die Kinder können nur mit ausgewählten Kontakten über Text und Sprachnachrichten kommunizieren, und in der Eltern-App lässt sich der Standort der Kinder überwachen – so zumindest die Werbeaussage des Herstellers. Aber wie viel Wahrheit steckt hinter diesen Versprechungen? Und machen diese TrackingSmartwatches den Alltag der Kinder tatsächlich sicherer? Diese Frage beschäftigte ein Team des Fachgebiets Sichere Mobile Netze (SEEMOO) am Fachbereich Informatik der TU Darmstadt. „Wir wollten untersuchen, wie es um die Sicherheit und den Datenschutz von Smartwatches für Kinder bestellt ist“, erklärt Fachgebietsleiter Professor Matthias Hollick. „Immer mehr Eltern nutzen diese bereits im Kindergarten- oder Grundschulalter ihrer Kinder, um stets digital mit ihnen verbunden zu sein.“

EINEN SCHLÜSSEL AUSLESEN, AUF ALLE UHREN ZUGREIFEN

Im Rahmen einer Masterarbeit wurde ein aktuelles Modell des Marktführers Xplora genauer analysiert. Malte Vu, der seine Abschlussarbeit im Frühsommer 2025 unter der Betreuung von Nils Rollshausen, Doktorand am Fachgebiet SEEMOO, abgeschlossen hat, konnte innerhalb weniger Tage den Entwicklermodus der Uhr aktivieren und Xploras Software extrahieren. Anschließend stellte er fest, dass ein Angreifer durch das Auslesen eines einzigen Schlüssels tiefgreifenden Zugriff auf eine Vielzahl von Uhren erlangen konnte. „Besonders kritisch war, dass man mit dem Auslesen des Schlüssels aus einer einzigen Uhr den vollen Zugriff auf sämtliche Uhren des gleichen Typs erlangen konnte”, sagt Rollshausen.

Weitere Tests zeigten, dass Angreifer Zugriff auf die privaten Chats, Bilder und Sprachnotizen erlangen können, die zwischen der ElternApp und der Kinder-Smartwatch ausgetauscht werden. Dies ermöglichte es Angreifern unter anderem, Nachrichten im Namen von Kindern an die Eltern-App zu senden und die Standortdaten zu manipulieren.

Die Ergebnisse wurden im Mai 2025 an Xplora übermittelt. Xplora implementierte im August und Oktober 2025 erste Verbesserungen, die jedoch die grundlegenden Schwachstellen nicht behoben. Aufgrund der Dringlichkeit des Problems schalteten die Forschenden das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ein. Xplora hat als Reaktion inzwischen angekündigt, eine umfassende Sicherheitsaktualisierung für den Januar 2026 bereitzustellen. Dieses Update sollte zeitnah installiert werden. Darüber hinaus werde ein überarbeitetes Programm zur Meldung von Sicherheitslücken implementiert.

„Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung unabhängiger Überprüfungen der Sicherheit von Geräten für Kinder im digitalen Raum”, betont Hollick. Da eine direkte Prüfung der Sicherheit durch Eltern in der Regel nicht möglich ist, sei es ratsam, sich auf unabhängige Bewertungen und Berichte von Expertinnen und Experten zu verlassen, um fundierte Entscheidungen über den Einsatz von Smartwatches für Kinder zu treffen.

SEEMOO/CST/MIH

DIE NEUEN

Frisch berufene Verstärkungen in Fachbereichen der Universität Jahr für Jahr werden rund zwei Dutzend neue Professorinnen und Professoren an die TU Darmstadt berufen. Woher kommen sie, und welche Impulse wollen sie setzen? Was sind ihre Schwerpunkte in Lehre und Forschung? Und was würden sie tun, wenn sie noch einmal in die Rolle der Studierenden schlüpfen könnten? In jeder Ausgabe der hoch³ stellen wir einige der Neuen in Kurzporträts näher vor. Nachgefragt bei ...

ALTER: 36 / FACHBEREICH: Bau- und Umweltingenieurwissenschaften / FORSCHUNGSGEBIET: Geotechnik wasserbaulicher Infrastruktur / VORHERIGE WISSENSCHAFTLICHE / BERUFLICHE

STATIONEN: Mein Studium habe ich am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) absolviert, wo ich auch für meine Promotion im Bereich der numerischen Geotechnik geblieben bin. Nach einem Zwischenstopp an der Ruhr-Universität Bochum bin ich an die TU Darmstadt als Leiter der Arbeitsgruppe Numerik gekommen und habe mich dort in Forschung und Lehre der numerischen und theoretischen Geotechnik gewidmet. / WICHTIGSTER WISSENSCHAFTLICHER / BERUFLICHER MEILENSTEIN: Ohne Zweifel die Berufung auf die Kooperationsprofessur „Geotechnik wasserbaulicher Infrastruktur“ Warum sollten Studierende sich für Ihre Themen interessieren? Was ist das Spannende daran?

Die Geotechnik im Wasserbau befasst sich mit einer der zentralen Infrastrukturaufgaben unserer Zeit: Viele Schleusen, Wehre und Uferbauwerke sind überaltert, müssen im laufenden Betrieb ertüchtigt oder ersetzt und zugleich an die schwer zu beziffernden Auswirkungen des Klimawandels angepasst werden. Wer sich für meine Themen interessiert, arbeitet damit ganz konkret an der Frage, wie unsere Wasserstraßen auch in 30 oder 50 Jahren noch sicher und funktionsfähig sind.

„Reale Fragestellungen aus der Praxis der Bundeswasserstraßen fließen direkt an die TU Darmstadt und motivieren dort theoretische Analysen und methodische Entwicklungen.“

Spannend ist dabei vor allem die enge Verknüpfung von Wasserbau und Geotechnik. Beides wird häufig getrennt betrachtet und gelehrt; für viele Fragestellungen gehören Boden, Wasser und Bauwerke jedoch untrennbar zusammen und stehen in wechselseitiger Wirkung. Genau an dieser Schnittstelle setzt mein Fachgebiet an: Die Herausforderungen liegen in der Komplexität des gekoppelten Systems und darin, dieses System so zu verstehen, dass wir belastbare Prognosen treffen und Wasserbauwerke sicher und nachhaltig planen, bemessen und betreiben können. In der Lehre vermitteln wir den Studierenden die dafür erforderlichen Kernkompetenzen.

Die Kooperationsprofessur mit der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) bietet hierfür in Forschung und Lehre eine in Deutschland besondere Umgebung. Reale Fragestellungen aus der Praxis der Bundeswasserstraßen fließen direkt an die TU Darmstadt und motivieren dort theoretische Analysen und methodische Entwicklungen. Methodisch stützen wir uns dabei auf experimentelle Untersuchungen, die Entwicklung und Anwendung fortschrittlicher numerischer Methoden sowie auf datenbasierte Prozessanalysen mit modernen statistischen und KIgestützten Verfahren. Die gewonnenen Erkenntnisse werden anschließend überprüft und in die Praxis zurückgeführt. Studierende erhalten so Einblick in den gesamten Weg von der konkreten Problemstellung über theoretische Analyse und methodische Entwicklung bis hin zu Modellierung, Berechnung und anwendungsorientierter Lösung. Wenn ich heute Student wäre, würde ich ... … manches gleich machen und manches anders. Was ich anders machen würde: Ich würde die Möglichkeiten viel stärker nutzen, über den Tellerrand meines eigenen Studiengangs hinauszuschauen. Konkret hieße das, bewusst mehr Grundlagenvorlesungen aus anderen Fachrichtungen zu hören – etwa aus der Mechanik, Informatik, Physik oder Umwelt(ingenieur)wissenschaften. Während meines Studiums habe ich diesen interdisziplinären Blick ehrlich gesagt nicht ausreichend zu schätzen gewusst; heute sehe ich, wie wichtig ein breites methodisches Fundament ist, um komplexe ingenieurwissenschaftliche Fragestellungen zu verstehen und neue Lösungsansätze zu entwickeln.

Was ich wieder so machen würde: Ich würde mir frühzeitig ein konkretes Projekt in meiner Fachrichtung suchen, idealerweise in einer studentischen Initiative, die eigenständig Bauprojekte plant, die Finanzierung organisiert und den Bau vor Ort begleitet. Während meiner Studienzeit am KIT habe ich ein solches Projekt bei der Gruppe „Engineers without Borders“ gefunden: Wir haben eine Hängeseilbrücke in Sri Lanka geplant, die Mittel eingeworben und die Umsetzung begleitet. Die Erfahrungen aus diesem Projekt – Verantwortung zu übernehmen, im Team zu arbeiten, mit anderen Kulturen zusammenzuarbeiten und zu erleben, wie aus einer Idee vor Ort ein reales Bauwerk wird – waren für mich mindestens so prägend wie viele Vorlesungen. Der beste Ausgleich zu einem stressigen Arbeitstag ist ...

… Zeit mit der Familie und Sport. Wenn etwas mehr Zeit bleibt, gewinne ich auf mehrtägigen Wander- oder Radtouren den nötigen Abstand zum Arbeitsalltag.

HOLGER

MARSCHALL

ALTER: 45 / FACHBEREICH: Maschinenbau –Kooperationsprofessor für „Simulation mehrphasiger Strömungen in Ingenieuranwendungen“ im Umfeld Fluidmechanik und Aerodynamik (SLA) sowie Simulation reaktiver Thermofluid Systeme (STFS) / FORSCHUNGSGEBIET: Computerbasierte Mehrphasenströmungen in industrierelevanten Anwendungen, insbesondere Transportprozesse an und auf Grenzflächen, gekoppelte Wärme und Stoffübertragung und High Performance Computing / VORHERIGE WISSENSCHAFTLICHE / BERUFLICHE STATIONEN: Seit 2024 Chief Product & Innovation Officer, IANUS Simulation GmbH; 2018/19 Gastwissenschaftler am Institut de Mécanique des Fluides de Toulouse (IMFT); seit 2011 Leiter der Forschergruppe „Computational Multiphase Flow“ und Postdoc an der TU Darmstadt, Mathematische Modellierung und Analysis (MMA), TU Darmstadt; 2007–2010 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Catalysis Research Center, Lehrstuhl 1 für Technische Chemie, TU München / WICHTIGSTER WISSENSCHAFTLICHER / BERUFLICHER

MEILENSTEIN: Die Entwicklung leistungsfähiger Methoden für die Simulation von Mehrphasenströmungen und maßgeblicher Beitrag dazu, dass die Open-Source-Plattform OpenFOAM® in der Industrie eingesetzt wird.

Warum sollten Studierende sich für Ihre Themen interessieren? Was ist das Spannende daran? Mehrphasenströmungen spielen eine zentrale Rolle in vielen gesellschaftlich relevanten Systemen – von der Wasserstoff-Elektrolyse für die Energiewende über Starkregenereignisse infolge des Klimawandels bis hin zur ressourceneffizienten Lebensmittelverarbeitung. Weil Gas-, Flüssigund Festphasen dort komplex miteinander interagieren, sind solche Systeme physikalisch anspruchsvoll und wissenschaftlich spannend. Studierende lernen bei uns modernste numerische Methoden und arbeiten direkt an realen Fragestellungen mit – eine Kombination aus wissenschaftlicher Arbeitsweise und konkretem Nutzen, die in Forschung und Industrie gleichermaßen gefragt ist.

An der TU Darmstadt wird Interdisziplinarität großgeschrieben. Wo gibt es in Ihrem Arbeitsfeld Schnittstellen zu anderen Fachgebieten?

Meine Arbeit verbindet Strömungsmechanik, Chemie, Materialwissenschaft und Informatik. Für präzise Mehrphasensimulationen benötigen wir Modelle und Daten zu Grenzflächen, Fluidrheologie sowie thermischen und strukturmechanischen Eigenschaften – daher arbeiten wir eng mit diesen Disziplinen zusammen. Die Modelle laufen auf Hochleistungsrechnern und nutzen moderne HPC-Verfahren. Inhaltlich verknüpft die Professur fortgeschrittene Simulationstechniken mit industriellen Herausforderungen in Energie-, Prozess- und Umwelttechnik.

In welchen Fachbereich der TU würden Sie gerne mal einen Tag schnuppern? Warum?

Ich habe viele Jahre im Fachbereich Mathematik gearbeitet, aber ebenso reizt mich der Fachbereich Informatik. Viele Fortschritte in der Strömungssimulation entstehen heute durch datengetriebene Modellierung, maschinelles Lernen und hardwarenahe Beschleunigung. Diese Kombination aus datenzentrierten Ansätzen, algorithmischer Innovation und effizienter Rechenarchitektur treibt das Feld maßgeblich voran –und macht die Informatik zu einem natürlichen und spannenden Ergänzungsumfeld.

Wenn ich heute Student wäre, würde ich … … viel früher auf meinen inneren Antrieb achten: Wofür habe ich wirklich Passion? Kenntnisse in der Technik und Fachwissen bleiben wichtig, aber ich würde genauso bewusst lernen, wie man motiviert und überzeugt, wie man gemeinsam vorankommt. Dies entscheidet am Ende stärker über die eigene Entwicklung als jedes fachliche Vermögen. Man sollte bewusst üben, gut zu kommunizieren, Menschen mitzunehmen und Projekte wirtschaftlich sinnvoll und nachhaltig zu gestalten. Wer versteht, was einen selbst motiviert und was das Umfeld braucht, kommt an und letztendlich schneller weiter.

„Man sollte bewusst üben, gut zu kommunizieren, Menschen mitzunehmen und Projekte wirtschaftlich sinnvoll und nachhaltig zu gestalten. Wer versteht, was einen selbst motiviert und was das Umfeld braucht, kommt an und letztendlich schneller weiter.“

Der beste Ausgleich zu einem stressigen Arbeitstag ist ...

Ehrlich gesagt bleibt in der Doppelrolle zwischen IANUS Simulation und der TU Darmstadt wenig Zeit für klassischen Ausgleich. Was mich wirklich erdet, ist meine Familie: Mit meinen zwei Kindern nutze ich jede Gelegenheit für Ausflüge in den Odenwald, ins Schwimmbad oder zu ihren Vereinsaktivitäten. Und den Begriff Work-Life-Balance finde ich ohnehin schwierig –schließlich lebt man ja während der Arbeit auch, idealerweise mit Menschen, die einen bereichern und mit denen man gerne Zeit verbringt. Wenn ich einmal allein abschalten möchte, setze ich mich für eine Stunde in ein Co-Working-Café – dort arbeite ich zwar meist auch oder recherchiere etwas, aber mit Musik, einem Cappuccino und in einer entspannteren Atmosphäre.

TILL FRÖMLING

ALTER: 44 / FACHBEREICH: Materialwissenschaften / FORSCHUNGSGEBIET: Funktionskeramiken / VORHERIGE WISSENSCHAFTLICHE / BERUFLICHE STATIONEN: Abteilungsleiter im IET-1 am Forschungszentrum Jülich, Leiter der Division Materials des Fraunhofer Leistungszentrums GreenMat4H2, Gruppenleiter an der TU Darmstadt, Projektmanager bei Bosch Battery Systems, Doktorarbeit an der TU Wien. / WICHTIGSTER WISSENSCHAFTLICHER / BERUFLICHER MEILENSTEIN: Wenn ich einen Aspekt nennen sollte, dann wäre es die direkte Übertragung grundlegender physikalischer Erkenntnisse auf eine bestimmte Klasse von Ferroelektrika auf anwendungsrelevante Themen, die zeitnah zu neuen elektronischen Bauteilen, wie beispielsweise Kondensatoren, führen kann. Als forschende Person ist es für mich schön zu sehen, dass Grundlagenforschung in der Entwicklung schnell Relevanz finden kann.

Warum sollten Studierende sich für Ihre Themen interessieren? Was ist das Spannende daran? Funktionskeramiken sind für mich die Schlüsselmaterialien der Zukunft. Sie sind Kernmaterial für die Energiespeicherung und für die Nutzung von KI und Quantencomputing unverzichtbar. Allerdings ist die Herstellung von Funktionskeramiken oft energieintensiv, und viele seltene Erden werden verwendet. Wichtige Zukunftsthe-

JAN MACHAČEK

men sind also auch in diesem Bereich: nachhaltige Synthese, hohe Energieeffizienz und Substitution kritischer Materialien. Das Studium dieser Materialien eröffnet somit den Zugang zu innovativen Technologien und schafft vielfältige Berufs- und Forschungschancen. So gestalten Studierende aktiv die Technologien von morgen mit.

An der TU Darmstadt wird Interdisziplinarität großgeschrieben. Wo gibt es in Ihrem Arbeitsfeld Schnittstellen zu anderen Fachgebieten?

Die Materialwissenschaften sind grundlegend auf Interdisziplinarität ausgerichtet, was für mich die Arbeit im Fachbereich besonders interessant macht. Ich hoffe, für mein Fachgebiet Kooperationen in den Bereichen Maschinenbau/ Werkstofftechnik, Chemie, Physik oder Elektrotechnik aufbauen zu können.

In welchen Fachbereich der TU würden Sie gerne mal einen Tag schnuppern? Warum?

Die Forschung und Bestrebungen im Fachbereich Informatik finde ich derzeit besonders interessant. Gerne möchte ich verstehen, welche Strategien zu einer „Reasonable AI“ führen können. Wenn ich heute Student wäre, würde ich ... … die breiten Lernangebote der TU nutzen und Erfahrungen in unterschiedlichen Bereichen sammeln. Spezialisieren kann man sich später. Oft sind die neuen Forschungs- und Entwicklungsgebiete an Schnittstellen zwischen Fachgebieten zu finden.

Der beste Ausgleich zu einem stressigen Arbeitstag ist … … eigentlich immer Sport oder ein Brettspiel mit der Familie.

TOBIAS IDE

ALTER: 40 / FACHBEREICH: Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften, gemeinsame Berufung mit dem PRIF (Peace Research Institute Frankfurt). Professur „Friedens- und Konfliktforschung: transnationale Akteure“ / FORSCHUNGSGEBIET: Friedens- und Konfliktforschung / VORHERIGE WISSENSCHAFTLICHE / BERUFLICHE STATIONEN: Universität Leipzig (Studium), Universität Hamburg (Promotion), Leibniz-Institut für Bildungsmedien, TU Braunschweig (Habilitation), University of Melbourne, Murdoch University Perth / WICHTIGSTER WISSENSCHAFTLICHER / BERUFLICHER

MEILENSTEIN: Am zufriedensten bin ich mit den Ergebnissen meiner Arbeit, wenn sie nicht nur wissenschaftlich fundiert sind, sondern auch Einsichten für Entscheidungsträger bieten. In den letzten Jahren habe ich zum Beispiel mit der Weltbank, der NATO und diversen Ministerien gearbeitet – das waren tolle Erfahrungen.

Warum sollten Studierende sich für Ihre Themen interessieren? Was ist das Spannende daran?

Meine Forschung befasst sich zurzeit mit den Auswirkungen von Umwelt- und Klimawandel auf die Dynamiken von Frieden und Konflikt. Das sind leider zwei der größten Herausforderungen unserer Zeit. Die Zahl der bewaffneten Konflikte ist auf einem Höchststand seit dem Zweiten Weltkrieg. Gleichzeitig sind wir auf dem besten Weg, den relativ sicheren Bereich von 1,5 Grad globaler Erwärmung zu verlassen.

„Die Zahl der bewaffneten Konflikte ist auf einem Höchststand seit dem Zweiten Weltkrieg. Gleichzeitig sind wir auf dem besten Weg, den relativ sicheren Bereich von 1,5 Grad globaler Erwärmung zu verlassen.“

An der TU Darmstadt wird Interdisziplinarität großgeschrieben. Wo gibt es in Ihrem Arbeitsfeld Schnittstellen zu anderen Fachgebieten?

Die Friedens- und Konfliktforschung ist ja ohnehin, interdisziplinär und ich greife regelmäßig auf Ansätze aus der Politikwissenschaft, der Geografie und der Soziologie zurück. Um die Folgen von Umwelt- und Klimaveränderungen abschätzen zu können, sind natürlich die Naturwissenschaften unverzichtbar. Aktuell lote ich zudem gemeinsam mit Kollegen Möglichkeiten aus, Ansätze aus der Informatik für mein Forschungsfeld zu nutzen. Und da ich gleichzeitig auch den Programmbereich Transnationale Politik am Peace Research Institute Frankfurt (PRIF) leite, kommt da auch nochmal einiges an interdisziplinärer Kooperation hinzu.

In welchen Fachbereich der TU würden Sie gerne mal einen Tag schnuppern? Warum? Informatik. Der Bereich ist mit Blick auf KI, soziale Medien, Big Data und digitale Sicherheit höchst spannend.

Wenn ich heute Student wäre, würde ich …

… wieder meinen Schwerpunkt auf internationale Politik und Friedens- und Konfliktforschung legen. Das Thema interessiert mich einfach und ist in den letzten zehn Jahren nochmal deutlich dringender geworden. Wahrscheinlich würde ich auch versuchen, ein Auslandssemester in Asien einzubauen – und natürlich ein Praktikum am PRIF.

Der beste Ausgleich zu einem stressigen Arbeitstag ist …

… Sport. Vor allem Tischtennis, Tennis, Joggen und Schwimmen.

DEBORA CLEVER

ALTER: 45 / FACHBEREICH: Maschinenbau / FORSCHUNGSGEBIET: Robotische Systeme / VORHERIGE WISSENSCHAFTLICHE / BERUFLICHE STATIONEN: Kooperationsprofessorin TU Darmstadt, Principal Scientist ABB / WICHTIGSTER WISSENSCHAFTLICHER / BERUFLICHER MEILENSTEIN: Die Berufung zur W3-Professorin Warum sollten Studierende sich für Ihre Themen interessieren? Was ist das Spannende daran? Robotik und Künstliche Intelligenz sind Themen, die nicht nur Experten, sondern auch die Gesellschaft faszinieren – teils aber auch verunsichern. KI-gestützte Robotik, als Kombination der beiden Themen, eröffnet große Potenziale, den aktuellen Herausforderungen zu begegnen und Probleme zu lösen. Absolventinnen und Absolventen der Ingenieurwissenschaften mit kreativen Ideen und Freude an einer verantwortungsvollen Umsetzung sind Talente, die unsere Zukunft braucht.

An der TU Darmstadt wird Interdisziplinarität großgeschrieben. Wo gibt es in Ihrem Arbeitsfeld Schnittstellen zu anderen Fachgebieten?

Schnittstellen und sich ergänzende Themenbereiche gibt es mit verschiedenen Forschungs-

gruppen in der Informatik – vor allem im Bereich der KI-basierten Robotik und den Robotik-Gruppen am Fachbereich Elektrotechnik. Aber auch innerhalb des Fachbereichs Maschinenbau selbst ergänzen sich zahlreiche Forschungsaktivitäten. Wie zum Beispiel Produktionstechnik, Datenökosysteme und Robotik. Anknüpfungspunkte gibt es außerdem zur Regelungstechnik und zu Aktivitäten im Bereich Mensch-Maschine-Zusammenarbeit an unterschiedlichen Fachbereichen. Letztlich gibt es auch Schnittstellen mit der Biologie und der Mathematik – zum Beispiel im Bereich Numerik und Optimierung.

„Robotik und Künstliche Intelligenz sind Themen, die nicht nur Experten, sondern auch die Gesellschaft faszinieren – teils aber auch verunsichern. KI-gestützte Robotik, als Kombination der beiden Themen, eröffnet große Potenziale, den aktuellen Herausforderungen zu begegnen und Probleme zu lösen.“

In welchen Fachbereich der TU würden Sie gerne mal einen Tag schnuppern? Warum?

Als Studentin der Technomathematik habe ich Anfang der Nullerjahre Veranstaltungen der Mathematik, Informatik und Elektrotechnik besucht. Aus Zeiten der Promotion kenne ich auch die Graduiertenschule CE und den Maschinenbau. Als Gast- und Kooperationsprofessorin bekam ich Gelegenheit in die Fachbereiche Architektur und Biologie sowie ein wenig in die Geisteswissenschaften zu schnuppern. Was mir noch fehlt, ist der Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften. Hier würde ich gerne mal tiefere Einblicke bekommen und das Potenzial von der Zusammenarbeit mit der Robotik entdecken.

Wenn ich heute Studentin wäre, würde ich … … Maschinenbau studieren. Mit viel Mathe und Informatik dabei.

Der beste Ausgleich zu einem stressigen Arbeitstag ist … … Zeit mit der Familie zu verbringen und Theater spielen.

PERSONALIA

DIENSTJUBILÄEN

40 JAHRE

Dipl.-Ing. Knut Berg Institut für Arbeitswissenschaft, Fachbereich Maschinenbau, am 24. November 2025

Dr.-Ing. Christoph Thies Akademischer Oberrat, Fachbereich Informatik / Dekanat, am 15. Dezember 2025

25 JAHRE

Prof. Dr. rer. nat. Felix Wolf Universitätsprofessor, Fachbereich Informatik / FG Parallele Programmierung (PARA), am 15. Dezember 2025

Jörg Giegerich Dezernat IV, IVC Brandschutz, IVC – RL Infrastrukturelles Gebäudemanagement Arbeitsbereich 1, am 20. Dezember 2025

Theodor Saniel Dezernat V, VF – Sanitär, VF –Betriebsgruppe HKLS, am 1. Januar 2026

Prof. Dr. rer. pol. Volker Nitsch Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften / FG VWL – Internationale Wirtschaft, am 1. Januar 2026

Dipl.-Ing. Hans-Christian Walther Fachbereich Maschinenbau, FG Werkstoffkunde, am 4. Januar 2026

Prof. Dr. Ralf Galuske Fachbereich Biologie / Systemische Neurophysiologie, am 30. März 2026

EINTRITT IN DEN RUHESTAND

Wolfgang Vogt

Bibliotheksoberrat, ULB / Bestandsentwicklung und Erschließung, zum 31. Dezember 2025

Fotos: Patrick Bal

BEREIT FÜR ENTDECKUNGEN

Visual Stories machen Themen aus der hoch³ zur digitalen Lesereise

Campus Lichtwiese – Raum für Zukunft: So lautet der Titel der neuen Visual Story, die ab März unter www.tu-darmstadt.de/ hoch3-visualstory zu finden ist.

Der Campus Lichtwiese ist Synonym für ungeheure innovative Dynamik, für Top-Forschung, für zukunftsgerichtete konkrete Antworten auf globale Herausforderungen. Ein Freiraum zum Experimentieren, eine hervorragende Basis für die universitären Forschungsfelder Energy and Environment, Matter and Materials, Information and Intelligence, eine erste Adresse für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Auch in jüngster Zeit ist wieder viel los auf dem Campus. Der Metal Energy Hub, vorgestellt in dieser hoch³-Ausgabe, ist ein gutes Beispiel dafür. Kommen Sie mit auf eine Entdeckungstour.

Schon die anderen Visual Stories gesehen? Ingenieurwissenschaft trifft Medizin. Die nächste Generation – Athene Young Investigator im Porträt. Perspektiven für wissenschaftliche Karrieren schaffen.

Hier geht’s lang: www.tu-darmstadt.de/ hoch3-visualstory

Von Studierenden für Studierende!

konaktiva

Unternehmenskontaktmesse

Die konaktiva bietet als eine der größten studentisch organisierten Unternehmenskontaktmessen Deutschlands eine optimale Plattform zur Kontaktaufanahme zwischen Studierenden und Unternehmen.

In vorterminierten Einzelgesprächen besteht die Möglichkeit, Bewerbende für Praktika, Abschlussarbeiten, Traineeprogramme oder den Direkteinstieg abseits vom Messetrubel näher kennen zu lernen.

Weitere Angebote sind Unternehmensvorträge zum Thema Berufseinstieg und Bewerbung und career chats, Debatten zwischen verschiedenen Unternehmen über aktuelle Themen.

Bewerbungstraining — summer warm up

Vom 20. – 24. April bietet das konaktiva summer warm up (swu) zahlreiche Einzelberatungen, Vorträge und Workshops rund um den Bewerbungsprozess sowie spannende Einblicke in einzelne Branchen für Studierende an.

Anmeldeschluss:

» Einzelgespräche

» summer warm up 16. April 16. April

Veranstaltungszeitraum:

» summer warm up

» Karrieremesse

05. – 07. Mai 2026

» Einzelgespräche

» career chats

» CV-Checks

» Bewerbungsfotos

» kostenlos

» Workshops

» Einzelberatung

» Vorträge

20. – 24. April 05. – 07. Mai

Weitere Infos unter: https://linktr.ee/konaktiva

ZUKUNFT DENKEN

DFKI-Labor an der TU Darmstadt wird dauerhafter Standort

Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) hat 2022 an der TU Darmstadt ein KI-Labor eingerichtet. Mit Unterstützung des Landes wird das Labor nun in einen dauerhaften Standort umgewandelt.

Das DFKI forscht zu innovativen Technologien auf der Basis von Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI). Das Land Hessen hat den Aufbau des Standortes an der TU Darmstadt von 2022 bis 2024 mit insgesamt rund sechs Millionen Euro gefördert. Für 2025 bis 2029 kommen nun 9,4 Millionen Euro aus dem Digitalisierungsbudget des Hessischen Ministeriums für Digitalisierung und Innovation hinzu. Dieses Geld ist vor allem für die Gewinnung von exzellenten Forschenden geplant.

FORSCHUNGSBEREICHE

AM DFKI-STANDORT AN DER TU DARMSTADT

Am DFKI-Standort an der TU Darmstadt konzentrieren sich die Mitarbeitenden auf die Grundlagen der Systemischen KI (Forschungsbereich SAINT), Systemische KI für Lernende Ro -

SAINT will KI-Systemen beibringen, in unbekannten oder ungewohnten Situationen handeln zu können. Dies erfordert Allgemeinwissen über die konkrete Aufgabe hinaus sowie die Möglichkeit, Zusammenhänge zu erkennen und Schlüsse daraus zu ziehen.

SAIROL entwickelt KI, um Robotern das eigenständige Lernen zu ermöglichen. Ein Ziel ist, dass KI-gestützte Systeme Code oder CodeFragmente selbstständig entwickeln. So sollen Programmierungen verbessert werden.

SAIDE legt seinen Schwerpunkt auf die Entscheidungsunterstützung. Immer mehr Menschen übernehmen die Antworten generativer KI wie ChatGPT weitgehend ungeprüft. Deshalb müssen die Ausgaben der KI zukünftig auf bessere Grundlagen sowie Transparenz und Nachvollziehbarkeit ausgerichtet sein. Im Fokus stehen hier die zugrunde liegenden Datenbanken und Datenformate sowie der Zugriff darauf.

Stimmen zum neuen Standort des DFKI an der TU Darmstadt: is.gd/jJWBZh

ZEITMASCHINE

ARCHITEKT DER MASSORDNUNG

ERNST NEUFERTS SPUREN IN DARMSTADT

Ernst Neufert (1900–1986) zählt zu den bedeutendsten Architekten und Architekturtheoretikern des 20. Jahrhunderts. Sein Wirken verbindet praktische Baukunst mit dem Anspruch, Planung und Gestaltung durch Normen und mathematische Ordnung zu systematisieren.

Geboren am 15. März 1900 in Freyburg an der Unstrut absolvierte Neufert ab 1915 zunächst eine Lehre als Maurer, Zimmerer und Betonierer. Nach seiner Gesellenprüfung lernte er an der Baugewerkenschule Weimar. Als das Bauhaus 1919 in Weimar eröffnet wurde, trat Neufert als einer der ersten Studenten ein. Entscheidende Impulse erhielt er dort durch seinen Lehrer Walter Gropius, in dessen Büro er schon während seines Studiums Aufgaben übernahm. Am Bauhaus Weimar entwickelte sich sein Interesse an der Rationalisierung des Bauens, das ihn lebenslang begleiten sollte. Von 1922 bis 1925 war Neufert als Bauleiter für Gropius tätig. Er war für den Umbau des Jenaer Stadttheaters, den Ausbau der Fagus-Werke in Alfeld a. d. Leine sowie die Errichtung des Bauhausgebäudes und der Meisterhäuser in Dessau mitverantwortlich.

1926 wurde Neufert an die Staatliche Bauhochschule Weimar als Professor berufen. Er leitete die Bauabteilung bis zur Schließung der Hochschule durch den nationalsozialistischen Innenminister Thüringens 1930. Anschließend leitete er die Bauabteilung der privaten Kunstschule Itten in Berlin. Das Jahr der Machtergreifung erlebte Neufert überwiegend im Ausland. Er arbeitete in den folgenden Jahren als Architekt und widmete sich seinem Vorhaben, ein umfassendes Nachschlagewerk zu erarbeiten, das standardisierte Maßordnungen und Planungsgrundlagen bereitstellen sollte. 1936 erschien Neuferts „Bauentwurfslehre“, ein Grundlagenwerk, das weltweit Verwendung fand und bis heute in der 44. Auflage (2025) fortgeführt wird. Darin stellt Neufert Bau- und Gestaltungsstandards vor, die vom Wohnungsbau bis zu Industrieanlagen reichen. Diese Publikation weckte das Interesse der nationalsozialistischen Regierung an Neufert. Ab 1938 arbeitete er mit Albert Speer zusammen. Er wurde 1942 zum Beauftragten für die Reichshauptstadt für Normenfragen ernannt. Ab 1944 wurde er an Planungen für den Wideraufbau kriegszerstörter Städte beteiligt.

Nicht zuletzt aufgrund seiner weltweiten Bekanntheit und auf eigenen Wunsch wurde Ernst Neufert schon im September 1945 auf ein halbes, 1946 auf ein volles Ordinariat für Baukunst an die TH Darmstadt berufen. Er unterrichtete Entwerfen, Normung im Bauwesen und Städtebau, ab Mitte der 1950er Jahre Entwerfen, Baugestaltung und Industriebaukunde.

Auch nach seiner Berufung arbeitete Neufert als Architekt und realisierte zahlreiche Privat-, Verwaltungs- und Industriebauten, zum Beispiel für die Dyckerhoff-Portland-Zementwerke.

Die Zerstörung Darmstadts bot Neufert die Möglichkeit, sich am Wiederaufbau zu beteiligen. Neben dem Ledigenwohnheim, einem 1952 bis 1955 realisierten Meisterbau, zählt die für das Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft der TH Darmstadt errichtete Wasserbauhalle („Ernst-Neufert-Halle“) zu seinen prominentesten Werken. Sie wurde in den Jahren 1954–55 gebaut. Das verglaste Gebäude ohne Stützen im Innenraum zeichnet sich durch eine Leichtigkeit der Konstruktion aus, zu der die Transparenz der Fassade beiträgt. Besonders herausstechend wirkt der Bau durch seine geschwungene, dünne Dachstruktur, die an Wellen erinnert. Ein weiterer prominenter Bau ist das Institut für Nachrichtentechnik der TH (seit 1972 „HansBusch-Institut“). Gemeinsam mit dem Architekten Wolf Rösel führte Neufert zwischen 1969 und 1973 den Entwurf, die Planung und die Bauleitung durch. Die L-förmige Baugruppe, eine Stahlbetonkonstruktion, besteht aus drei flachen Bauten, in denen unter anderem drei Hörsäle untergebracht sind. Die Gebäude wurden mit gelben Klinker-Fertigteilfassaden verkleidet. Vielfach geehrt, starb Ernst Neufert am 23. Februar 1986 in seinem Haus im schweizerischen Bugnaux-sur-Rolle.

ANDREAS HOFFMANN

Der Autor studiert im B.A.-Studiengang Politikwissenschaft an der TU Darmstadt und arbeitet als studentische Hilfskraft im Universitätsarchiv.

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NACHHALTIGKEIT AUF DEN WEG GEBRACHT

Forschungsverbundprojekt ENIPRO mit knapp 3,5 Millionen Euro gefördert

Produktionsbetriebe stehen einerseits unter dem Druck wachsender Beschaffungskosten für Energie, andererseits müssen sie nationale und selbst gesetzte Emissionsziele erreichen. Die Steigerung der Energieeffizienz sowie die Erhöhung der Energieflexibilität in der Produktion sind dabei wesentliche Hebel, um beiden Herausforderungen nachhaltig zu begegnen. Hier setzt das Forschungsprojekt ENIPRO unter Koordination der TU Darmstadt an. Die Aufgabe: die Industrie auf dem Weg der Transformation mit Erkenntnissen aus der Wissenschaft zu unterstützen.

Das Konsortium – neben der TU Darmstadt bestehend aus vier Industrieunternehmen, zwei Start-ups und einem Energieversorger – wird dafür vom Wirtschaftsministerium mit bis zu 3,5 Millionen Euro gefördert. Die Forschungsgruppe Energietechnologien und Anwendungen in der Produktion (ETA) am Institut für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen (PTW) unter der Leitung von Professor Matthias Weigold entwickelt mit ihren Projektpartnern aus unterschiedlichen Branchen eine softwaregestützte Methodik, die erstmals die Optimierung von Versorgungstechnik und Produktionsplanung sowie die energetische Prognose der Produktionsprozesse zusammen betrachtet.

Während in den vergangenen Projekten KI4ETA und Phi-Factory in den beiden Teilsystemen Versorgung und Produktion Einsparpotenziale bis 50 Prozent (Teilsystem Versorgung) beziehungsweise bis 15 Prozent (Teilsystem Produktion) erfolgreich identifiziert und in der ETA-Fabrik umgesetzt werden konnten, konzentriert sich das Verbundprojekt ENIPRO nun darauf, die beiden Systeme erstmals gemeinsam zu optimieren.

ERPROBUNG IM GROSSDEMONS TRATOR ETA-FABRIK

Die entwickelte Methodik zur Steigerung der Energieeffizienz und -flexibilität soll im Laufe des Projekts zunächst im Großdemonstrator ETA-Fabrik am Campus Lichtwiese erprobt und danach zu den Partnern aus den Branchen Glasproduktion, Metall- und Kunststoffverarbeitung sowie Betrieb von Rechenzentren transferiert werden. Gleichzeitig werden auch mit einem Partner aus der Energieversorgung neue Geschäftsmodelle zur Anreizung von Energieflexibilität erforscht.

Der enge Austausch innerhalb des Projektkonsortiums eröffnet den beteiligten Unternehmen die Möglichkeit, direkt an einem praxisrelevanten Thema zur Reduzierung der Energiekosten durch Erhöhung der Energieeffizienz und Energieflexibilität mitzuwirken. Zudem können sie Impulse an relevante Akteurinnen und Akteure der Energie- und Wirtschaftspolitik geben.

Das Forschungsverbundprojekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des 8. Energieforschungsprogramms und durch den Projektträger Jülich betreut. PTW/BJB

Das Projektteam in der ETA-Fabrik: Professor Matthias Weigold, Jerome Stock, Andreas Clement (v. l. n. r.)

Wir

bauen auf Sie. Im Team.

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Als Teil der weltweit agierenden STRABAG SE und Nummer eins im deutschen Hoch- und Ingenieurbau hat ZÜBLIN die stärksten Teams in vielen unterschiedlichen Baubereichen. Ob im Hoch- und Ingenieurbau, Schlüsselfertigbau, Spezialtiefbau, Tunnel- und Holzbau oder in der Baulogistik, wenn es darum geht, Projekte erfolgreich und partnerschaftlich umzusetzen, ist jede und jeder Einzelne von uns gefragt. Im Team zusammenarbeiten und sich persönlich weiterentwickeln: So vielfältig wie unsere Aufträge sind auch die Karrieremöglichkeiten bei ZÜBLIN. Bei ZÜBLIN kannst du deinen Traumberuf erlernen und wertvolle Berufserfahrung sammeln. Für eine fundierte Ausbildung mit Zukunft.

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FOKUSSIERTE FUSION

TU-Start-up Focused Energy erhält 20 Millionen Euro vom Land Hessen

Der hessische Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori hat dem aus der TU Darmstadt ausgegründeten Laserfusionsunternehmen Focused Energy einen Förderbescheid über 20 Millionen Euro überreicht. Das Land Hessen unterstützt damit Maßnahmen, die die Grundlagen für den künftigen Bau und Betrieb eines Fusionskraftwerks legen sollen.

Mit der offiziellen Übergabe des Förderbescheids durch den hessischen Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori stellt das Land Hessen weitere 20 Millionen Euro für die Weiterentwicklung der Laserfusionstechnologie bereit. Die Entscheidung signalisiert das klare wirtschaftspolitische Ziel des Landes, Hessen als führenden Standort für Laserfusion zu etablieren. Die Förderung unterstreicht das Vertrauen in das große technologische Potenzial von Focused Energy und die Erwartung langfristiger ökonomischer Effekte für das Land Hessen.

TU-Präsidentin Professorin Tanja Brühl betonte in einem Grußwort die Bedeutung eines gemeinsamen Engagements von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, um Zukunftstechnologien für den Standort Deutschland zu stärken. An der TU Darmstadt werde von der Grundlagenforschung bis in die Anwendung im industriellen Maßstab gedacht, sagte sie. Focused Energy sei ein leuchtendes Beispiel dafür, wie dieser Anspruch erfolgreich Realität werde. Dass diese Erfolgsgeschichte ihre Keimzelle an der TU habe, mache sie sehr stolz, erklärte Brühl. Zur ideellen, aber auch finanziellen Umsetzung solcher Zukunftstechnologien seien jedoch starke Partnerschaften notwendig. Hightech made in Deutschland – und made in Hessen – sei eine Gemeinschaftsaufgabe, unterstrich sie.

Minister Mansoori sagte: „Die Entwicklung der Fusionsenergie ist eine strategische Zukunftsaufgabe für unser Land. Um sie voranzubringen, braucht es einen engen Schulterschluss zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Hessen bietet mit leistungsstarker Infrastruktur sowie seiner innovationsfreundlichen und partnerschaftlichen Politik beste Voraussetzungen, damit Zukunftstechnologien wie die Fusionsenergie hier entwickelt werden und wachsen können.“

HESSEN ALS MODELLREGION

FÜR

NEUE EUROPÄISCHE FUSIONSINDUSTRIE

Die Landesförderung dient zugleich als Signal an Industrie und Wissenschaft: Hessen soll zur Modellregion für eine neue europäische Fusionsindustrie werden. Ein Teil der Fördermittel des Landes Hessen steht für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten am Standort des ehemaligen Kernkraftwerks Biblis zur Verfügung. Spitzenforschung und Industrie sollen zusammenwirken, um einen neuen Industriezweig zur wirtschaftlichen Nutzung der Laserfusion zu schaffen.

Gemeinsam mit RWE als wichtigstem strategischen Partner entwickelt Focused Energy am ehemaligen Kernkraftwerksstandort in Biblis einen Fusionsforschungs- und Innovationscampus mit dem Ziel, das weltweit erste Laserfusionskraftwerk zu bauen. RWE hat sich vor Kurzem in einem ersten Schritt mit zehn Millionen Euro an Focused Energy beteiligt. Dieser Einstieg markiert den Beginn einer umfassenden Zusammenarbeit, die auch das industrielle Know-how und das gewachsene Netzwerk des Energieunternehmens einbezieht. Als früherer Betreiber des Standorts Biblis unterstützt RWE die Transformation des bisherigen Kernkraftwerks in ein Laserfusionskraftwerk und begleitet den Aufbau der industriellen Strukturen, die für die schnelle Kommerzialisierung dieser Technologie erforderlich sind.

ERFOLGSJAHR FÜR FOCUSED ENERGY

Die Bescheidübergabe markierte den Abschluss eines für Focused Energy sehr erfolgreichen Jahres. Zu den wichtigsten Fortschritten zählen die Unterzeichnung des Memorandum of Understanding im März in Biblis, der Beginn der Zusammenarbeit mit RWE sowie der Ausbau des Ökosystems für die Fusionsindustrie mit vielen namhaften Partnerunternehmen. Zudem gewann die Fusionsenergie durch die Verankerung im Koalitionsvertrag, die Aufnahme auf die Hightech-Agenda der Bundesregierung

und den Aktionsplan „Deutschland auf dem Weg zum Fusionskraftwerk“ weiter an Bedeutung.

Mit der neuen Förderung erhält das Projekt zusätzliche Planungssicherheit für die nächste Entwicklungsphase, in der der Übergang von der Forschung in die wirtschaftliche und industrielle Umsetzung im Mittelpunkt steht. HMWVW/CST Mehr Stimmen: is.gd/llMNz0

HESSEN STÄRKT FUSIONSFORSCHUNG

FusionsCampus Biblis

FOCUSED ENERGY

Focused Energy ist ein 2021 aus der TU Darmstadt ausgegründetes deutsch-amerikanisches Unternehmen, das in Darmstadt das Potenzial der Fusionsenergie erforscht und erprobt. Markus Roth, Professor für Laser- und Plasmaphysik an der TU Darmstadt, ist Mitgründer und wissenschaftlicher Leiter.

Mit dem geplanten FusionsCampus Biblis wird Hessen Teil einer neuen länderübergreifenden Allianz zur Entwicklung der Fusionsenergie. Ziel einer entsprechenden Vereinbarung, die Vertreter:innen von sechs Bundesländern unterzeichneten, ist der Aufbau eines industriellen Fusionskraftwerks. Der Schwerpunkt in Hessen liegt auf der Erforschung der Laserfusion – einem Forschungsfeld, in dem die TU Darmstadt zentrale Beiträge leistet. An der TU Darmstadt gibt es ein dynamisches Forschungs- und Innovationsumfeld, in dem an neuen Ansätzen gearbeitet wird, um Fusionsprozesse effizient zu kontrollieren und für die Energiegewinnung nutzbar zu machen. Die TU kooperiert dabei mit ihrem Spin-Off Focused Energy, das als weltweit führend im Bereich Laserfusion gilt. Auch das PHELIX-Lasersystem am GSI Helmholtzzentrum liefert wichtige Impulse für die Weiterentwicklung dieser Technologie. Der geplante FusionsCampus in Biblis bringt Forschung, Industrie und Politik zusammen. Neben der wissenschaftlichen Arbeit sollen dort auch der Aufbau von Lieferketten, neue Ausbildungspfade und wirtschaftliche Konzepte entstehen – bestmögliche Rahmenbedingungen auf dem Weg zum weltweit ersten Fusionskraftwerk. MHO

Professor Markus Roth, Wirtschaftsminister
Kaweh Mansoori, CEO Thomas Forner Foto: HMWVW

NEUGIERIG AUF NEULAND

PROFESSOR CHRISTIAN HASSE VON DER TU DARMSTADT ERHÄLT LEIBNIZ-PREIS

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat TU-Professor Christian Hasse mit einem Gottfried Wilhelm LeibnizPreis ausgezeichnet. Die Ehrung ist mit 2,5 Millionen Euro verbunden und gilt als wichtigster deutscher Forschungspreis. Die DFG würdigt damit Hasses Leistungen im Bereich der reaktiven Thermofluiddynamik. Seine Arbeiten erschließen neue wissensbasierte Wege für eine klimaneutrale Energiezukunft.

In seinen Arbeiten zeigt Christian Hasse neue wissensbasierte Wege für eine klimaneutrale Energiezukunft auf – ein entscheidender Beitrag zur Bewältigung der globalen Klimakrise und zur Dekarbonisierung der Energieversorgung. Dabei setzt er Maßstäbe mit der Entwicklung wegweisender mathematischer Modelle und numerischer Methoden für die hochauflösende Simulation dreidimensionaler, instationärer und reaktiver Strömungen auf Supercomputern. Seine Forschung bringt Thermofluiddynamik mit Hochleistungsrechnen, Materialwissenschaften und Chemie zusammen und erschließt an den Schnittstellen wissenschaftliches Neuland.

ÜBER CHRISTIAN HASSE

Christian Hasse leitet seit 2017 das Fachgebiet Simulation reaktiver ThermoFluid Systeme am Fachbereich Maschinenbau der TU Darmstadt. Sein Weg führte ihn nach dem Studium an der RWTH Aachen und der University of California, Davis (USA), sowie seiner Promotion an der RWTH Aachen zunächst in die Industrie –dort arbeitete er unter anderem als Forschungs- und Entwicklungsingenieur bei der BMW Group München – und später zurück in die universitäre Grundlagenforschung an die TU Bergakademie Freiberg. Als einer der international führenden Wissenschaftler im Bereich der reaktiven Thermofluiddynamik kann er auf eine Vielzahl hochkarätiger Publikationen verweisen, wirkt als Herausgeber renommierter wissenschaftlicher Journale und Mitglied in Fachgesellschaften und akademischen Gremien.

Als Ingenieur kombiniert der Maschinenbau-Professor praxisnahe Herausforderungen mit wissenschaftlicher Neugier, etwa indem er erforscht, wie Turbulenz die Struktur und Stabilität von Wasserstoffflammen beeinflusst. An der TU Darmstadt arbeitet Hasse höchst erfolgreich an der Modellierung und Simulation innovativer Energieumwandlungsprozesse. Der Fokus seiner aktuellen Forschung liegt auf Wasserstoff und Metallen als kohlenstofffreie Energieträger. Als erster Wissenschaftler entwickelte und validierte er Flamelet-Modelle für die Reaktionszonenstruktur instabiler Wasserstoffflammen und setzt diese richtungsweisend in seinen Simulationen ein. Christian Hasse und sein Team gehören zu den wenigen Gruppen weltweit, die sich für die Nutzung von Europas erstem Exascale-Super-

computer „JUPITER“ qualifiziert haben. Ihre laufenden direkten numerischen Simulationen entschlüsseln die komplexe Dynamik magerer turbulenter Wasserstoffflammen auf Nanosekunden- und Mikrometerskalen unter realistischen Betriebsbedingungen. Diese Forschung liefert zentrale Erkenntnisse etwa zu sicherheitskritischen Phänomenen wie Flammenrückschlag und schafft die Grundlage für den sicheren und effizienten Betrieb zukünftiger CO2-freier Wasserstoffgasturbinen.

Auch in der Forschung zu Metallen als recyclebaren Energieträgern hat sich Christian Hasse als herausragender Wissenschaftler erfolgreich etabliert. Als Initiator und Leiter des interdisziplinären Verbundprojekts „Clean Circles“, das mehr als 20 Principal Investigators vereint, treibt er dieses dynamisch wachsende Forschungsfeld maßgeblich voran. Seine exzellente disziplinäre Forschung verbindet er systematisch mit den Materialwissenschaften und der Chemie. Christian Hasses internationale Spitzenstellung belegt auch der 2024 eingeworbene ERC Advanced Grant „A-STEAM“ (Aluminum steam combustion for clean energy), in dem er die thermofluiddynamischen Grundlagen für die Reaktion von Aluminiumpartikeln mit Dampf erforscht – ein innovativer und in hohem Maße vielversprechender Ansatz zur sauberen Erzeugung von Hochtemperaturwärme und Wasserstoff.

Christian Hasses Begeisterung und sein Wille, an der Spitze zu forschen, prägen auch seine Rolle als Mentor und Förderer. Seit 2010 betreute er mehrere Dutzend erfolgreiche Promotionen. Sechs seiner ehemaligen Doktorand:innen und Postdoktorand:innen haben in den vergangenen fünf Jahren ebenfalls Professuren übernommen.

Der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis wird seit 1986 jährlich von der DFG an in Deutschland arbeitende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen verliehen. Pro Jahr können bis zu zehn Preise mit einer Preissumme von jeweils bis zu 2,5 Millionen Euro vergeben werden. Für die Preise 2026 wurden zehn Wissenschaftler:innen aus 144 Vorschlägen vom Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgewählt. Das Preisgeld können die Preisträgerinnen und Preisträger nach ihren eigenen Vorstellungen und ohne bürokratischen Aufwand für ihre Forschungsarbeit verwenden.

Die Preise werden im März 2026 feierlich verliehen. SIP

„Ich gratuliere Christian Hasse sehr herzlich zur Auszeichnung mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2026. Die Arbeit von Christian Hasse ist ein leuchtendes und inspirierendes Beispiel für unsere Mission als Technische Universität. Mit seiner Forschung erschließt er Neuland für die Welt von morgen und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Bearbeitung der großen Veränderungsaufgaben für eine klimaneutrale Energiezukunft – getragen von großer Neugier und lebendiger interdisziplinärer Kooperation. Ich freue mich auf weitere visionäre Lösungen, die spürbare Wirkung entfalten.“

TU-PRÄSIDENTIN PROFESSORIN TANJA BRÜHL

„Ich freue mich sehr, dass Christian Hasse diese renommierte Auszeichnung für seine wegweisende Forschung im Bereich der Energieverfahrenstechnik erhält. Sie würdigt die wissenschaftliche Exzellenz, mit der er die grundlagenorientierte mit der anwendungsnahen Forschung vorbildlich verschränkt. Ich gratuliere Christian Hasse von Herzen zu diesem großartigen Erfolg. Wir sind stolz, ihn als Kollegen an der TU Darmstadt zu wissen.“

PROFESSOR MATTHIAS OECHSNER, VIZEPRÄSIDENT FÜR FORSCHUNG

EISEN ALS SCHLÜSSEL FÜR DIE ENERGIEWENDE

Erneuerbare Energieüberschüsse aus dem Sommer für den Winter nutzbar machen –das gelingt mit Eisenpulver als CO₂-freiem Energiespeicher. Das Konzept ist ebenso einfach wie genial: Eisenpulver wird verbrannt, wobei Energie in Form von Hitze freigesetzt wird – ohne CO₂-Emissionen. Es entsteht

Eisenoxid, das mithilfe von grünem Wasserstoff oder Elektrolyse wieder in Eisen zurückverwandelt werden kann. Dieser Kreislauf

lässt sich beliebig oft durchlaufen und ermöglicht eine langfristige Energiespeicherung, die im Gegensatz zu Batterien keine Selbstentladung kennt.

Mehr Informationen: metalenergyhub.de

ALTE ELEMENTE, NEUE ENERGIE

TU Darmstadt eröffnet Metal Energy Hub

Wie können erneuerbare Energien über längere Zeit sicher und klimaneutral gespeichert werden? Mit dieser und weiteren wichtigen Zukunftsfragen beschäftigen sich Forschende der TU Darmstadt nun im neuen Metal Energy Hub.

Für eine umweltfreundliche Speicherung von Energie: Die TU Darmstadt bündelt ihre Forschungsaktivitäten zu metallischen Energieträgern in einem neu gegründeten Metal Energy Hub (MEH). Das Zentrum, das kürzlich auf dem Campus Lichtwiese eröffnet wurde, wird mit drei Millionen Euro vom Land Hessen und der EU gefördert.

Im Metal Energy Hub sollen künftig metallbasierte Energiespeicher als innovative Lösung für das sogenannte Langzeitspeicher-Problem in Deutschland entwickelt werden. Dieses entsteht, weil erneuerbare Energiequellen massive Speicherkapazitäten erfordern und bestehende Lösungen wie Batterien und Pumpspeicher für die saisonale Speicherung über längere Zeiträume nicht ausreichen. Die Darmstädter Forschenden setzen daher auf Metalle als chemische Energieträger.

Die neue, universitär einmalige Pilotanlage ermöglicht dabei die Verbrennung von mehreren Hundert Kilogramm Eisenpulver pro Stunde, um eine Energiefreisetzung von einem Megawatt und damit die sogenannte semi-industrielle Skala zu erreichen. Eisenpulver hat den Vorteil, dass es über lange Zeiträume sicher und verlustfrei gelagert und einfach transportiert werden kann. Bei der Verbrennung entsteht CO2-freie Wärme – für eine Stromerzeugung in Kraftwerken und Industrie- oder Fernwärme. Die neue Technologie ermöglicht es, ehemalige Kohlekraftwerke zu CO2-freien Eisenkraftwerken umzurüsten, bestehende Infrastrukturen weiter zu nutzen und so die Energiewende zu beschleunigen.

SCHLÜSSELROLLE IN DER ENERGIEWENDE

„Insbesondere bei hoch relevanten Themen wie der Energiewende ist es wichtig, den Forschungstransfer parallel zur Grundlagenforschung zu betreiben“, sagt Professor Thomas Walther, Vizepräsident für Innovation und Internationales der TU Darmstadt. „Der Metal Energy Hub ist ein perfektes Beispiel dafür, dass Forschungsstärke und xchange Hand in Hand gehen und sich so Innovationen mit echtem Impact entwickeln.“ Eisen sei einer der ältesten Werkstoffe der Menschheit und könne nun eine Schlüsselrolle in der weltweiten klimaneutralen Energieversorgung übernehmen, erklärt Koordinator Professor Christian Hasse vom Fachgebiet Simulation reaktiver Thermo-Fluid Systeme (STFS), der kürzlich mit dem renommierten Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis ausgezeichnet wurde: „Wir bauen auf die erfolgreiche Forschung mit unseren Partnern, etwa dem Karlsruher Institut für Technologie, im Projekt Clean Circles auf. Mit dem Metal Energy Hub schaffen wir nun die Plattform, um metallische Energieträger zur industriellen Anwendung zu bringen, als skalierbare Lösung für Transport und Speicherung von erneuerbarer Energie.“

Technologiemanager Marius Schmidt betont, im MEH solle gezeigt werden, dass metallische Energieträger nicht nur im Labor funktionieren, sondern auch im industriellen Umfeld: „Die Ein-Megawatt-Pilotanlage ist ein entscheidender Schritt dahin. Über unser Partnernetzwerk bringen wir Forschung, Industrie und Politik zusammen – damit aus der Technologie schnell marktfähige Lösungen werden“, sagt er. „Es geht dabei nicht nur um eine neue Technologie – sondern darum, bestehende Infrastrukturen in Deutschland intelligent zu transformieren, statt sie abzuschreiben.“

Am MEH sind neben dem STFS auch die Fachgebiete Reaktive Strömungen und Messtechnik (RSM; Professor Andreas Dreizler) und Energiesysteme und Energietechnik (EST; Professor Bernd Epple) beteiligt sowie das Institut für Technische Thermodynamik (TTD; Professor Peter Stephan) und Professorin Michèle Knodt vom Institut für Politikwissenschaft.

MEH/MIH

Christian Hasse Foto: Patrick Bal

TU DARMSTADT BESCHLIESST KÜRZUNGEN

Sportwissenschaft und Geowissenschaften betroffen

Aufgrund der massiven finanziellen Einschnitte der Landesfinanzierung durch den Hessischen Hochschulpakt 2026–2031 hat das Präsidium der TU Darmstadt Beschlüsse für strukturelle Kürzungen gefasst: Das Institut für Sportwissenschaft (IfS) wird geschlossen, das Institut für Angewandte Geowissenschaften (IAG) wird verkleinert und neu verortet. Die Entscheidungen des Präsidiums vom Dezember 2025 bilden den Abschluss eines mehrmonatigen Diskussionsprozesses.

Die Schließung des am Fachbereich Humanwissenschaften angesiedelten IfS ist zum 31. Dezember 2026 vorgesehen. Freie oder im Laufe des Jahres 2026 freiwerdende Professuren am IfS werden nicht wiederbesetzt. Die verbleibenden Professoren werden ihre Lehr- und Forschungstätigkeit in anderen Bereichen der TU fortsetzen.

Das am Fachbereich Materialund Geowissenschaften verortete IAG wird zum 31. Dezember 2026 geschlossen. Die Professuren des IAG werden zum 1. Januar 2027 im Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften neu verortet. Geowissenschaftliche Expertise bleibt in verkleinerter Form an der TU erhalten. Die Integration der Geowissenschaften in die Bau- und Umweltingenieurwissenschaften ermöglicht eine Weiterentwicklung und zukunftsfähige Profilierung in Forschung und Lehre.

Die sportwissenschaftlichen Studiengänge sowie der Bachelor- und der Masterstudiengang Angewandte Geowissenschaften werden zum jeweils nächstmöglichen Zeitpunkt geschlossen. Die TU wird sicherstellen, dass alle in diesen Studiengängen bereits eingeschriebenen Studierenden die Möglichkeit haben, ihr Studium in der Regelstudienzeit plus zwei Semester abzuschließen.

In beiden Bereichen initiiert das Präsidium im Austausch mit den betroffenen Mitarbeitenden einen Prozess zur Umsetzung der nun anstehenden Veränderungen und begleitet diesen mit Unterstützung der Fachabteilungen der Universität.

Der Hessische Hochschulpakt 2026–2031 verursacht für die Hochschulen des Landes massive Sparzwänge. Die durch den Pakt gesetzten finanziellen Rahmenbedingungen machen eine dauerhafte Kostensenkung notwendig. Dies ist nur durch langfristig wirksame, strukturelle Einsparungen erreichbar. Das Präsidium der TU Darmstadt initiierte zu diesem Zweck das „Projekt Focus“, um eine Fokussierung auf die Stärken und das Kernprofil der Universität umzusetzen. Mit den nun beschlossenen strukturellen Maßnahmen steuert das Präsidium den Spardruck mit dem Ziel, den Schaden für die Universität als Ganze zu begrenzen. MIH

BRÜCKENBAUERIN ZWISCHEN KULTUREN

Stipendien für beeindruckende internationale Studierende

Die TU Darmstadt hat erneut Träger:innen internationaler Stipendien mit einem Festakt geehrt, darunter auch die Preisträgerin des DAAD-Preises 2025 für hervorragende Leistungen internationaler Studierender, Mireille Kroon. Die Auszeichnung würdigt Kroons exzellente akademischen Leistungen in der Wirtschaftsmathematik und ihr außergewöhnliches soziales und interkulturelles Engagement.

Die Schweizerin Mireille Kroon engagiert sich seit Jahren bei Erasmus Student Network Darmstadt e. V. (ESN Darmstadt) – einer Studierendenorganisation, die internationalen Studierenden den Einstieg ins Leben und Studium in Darmstadt erleichtert. Besonders am Herzen lag ihr, Begegnungen zwischen lokalen und internationalen Studierenden zu schaffen und das Miteinander auf dem Campus zu stärken: „Ich möchte, dass sich internationale Studierende in Darmstadt willkommen fühlen – so wie ich es selbst erlebt habe“, sagt sie rückblickend auf ihr Engagement.

AUSGEPRÄGTE EIGENINITIATIVE

Auch in ihrem Studium überzeugt Kroon durch hervorragende Leistungen und ausgeprägte Eigeninitiative. Am Fachbereich Mathematik unterstützte sie Lehre und Forschung, erstellte Lernmaterialien und betreute Studierende. Internationale Erfahrungen sammelte Kroon in Bildungs- und Sozialprojekten zum Beispiel in Bodhgaya (Indien) und Hebron (Palästina), bei denen sie sich unter anderem für Sprachförderung und den Zugang zu Bildung einsetzte.

Die Auswahlkommission der TU Darmstadt würdigte Kroon als „authentische, integrative und vorbildhafte Persönlichkeit“. In der Begründung heißt es: „In ihrer Person vereinen sich herausragende akademische Leistungen mit einem bemerkenswerten gesellschaftlichen und interkulturellen Engagement. Sie steht stellvertretend für eine internationale Studierendenschaft, die durch Kompetenz, Engagement und Wertebewusstsein überzeugt.“ Der DAADPreis ist mit 1.000 Euro dotiert.

WEITERE NAMHAFTE

STIPENDIEN

Ein „Stipendium für mehr Chancengerechtigkeit“ erhielten elf Studierende. Die Unterstützung gilt internationalen Studierenden, die besondere Herausforderungen im Studium bewältigen müssen, etwa Versorge- und Pflegeverantwortung von Kindern, Behinderungen oder chronische Krankheiten. Das Stipendium wird in sechs Monatsraten in Höhe von jeweils 500 Euro (insgesamt 3.000 Euro) ausgezahlt.

Mit dem „HessenFonds-Stipendium“ unterstützt das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur begabte und leistungsstarke geflüchtete Studierende, Promovierende und Forschende sowie verfolgte Promovierende und Wissenschaftler:innen. Gefördert werden aktuell an der TU Darmstadt ein Forscher aus dem Sudan und zwei aus Afghanistan, zwei Promovierende aus Afghanistan sowie ein Masterstudierender aus Syrien, eine Masterstudierende aus der Ukraine

Das „Studienabschluss-Stipendium“ wurde im Wintersemester 2024 insgesamt 36 Studierenden aus 22 Ländern zuteil, im Sommersemester 2025 insgesamt 20 Studierenden aus 14 Ländern zuerkannt. Dieses Stipendium fördert internationale Studierende in der Abschlussphase ihres Studiums.

und ein Bachelorstudierender aus Syrien. Seit Oktober 2025 werden außerdem eine Forschende aus der Ukraine und zwei Masterstudierende aus Afghanistan und aus der Ukraine gefördert.

Das „Studienstart-Stipendienprogramm“ der Carlo und Karin Giersch Stiftung fördert internationale Bachelor-Studienanfänger:innen an der TU. Es soll Absolvent:innen der deutschen Auslandsschulen und Teilnehmenden des PreCIS-Programms („Preparatory Course and Support Programme for International Students“) den Studieneinstieg erleichtern. Das Stipendium in Höhe von insgesamt 2.400 Euro wird für ein Semester gewährt. Im vorigen Wintersemester wurden vier junge Leute aus dem PreCIS-Programm aus Albanien, Indien, Serbien und Tunesien gefördert.

Foto: Natalie Wocko

DAS STÄRKT EUROPÄISCHE SOUVERÄNITÄT

Offenes KI-Grundlagenmodell für die industrielle Nutzung

Europa verfügt bislang nicht über ein ei genes offenes Basis-Sprachmodell für anspruchsvolle industrielle KI-Anwendungen. Viele Unternehmen greifen deshalb auf Systeme aus den USA oder aus Asien zurück. Das neue EU-Projekt SOOFI soll diese Abhängigkeiten verringern und eine verlässliche technologische Grundlage für die Industrie schaffen. Von der TU Darmstadt ist das Fachgebiet von Informatik-Professor Kristian Kersting beteiligt. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das Projekt mit 20 Millionen Euro.

Im Rahmen von SOOFI („Sovereign Open Source Foundational Models for European Intelligence“) entsteht in Deutschland ein offenes KI-Grundlagenmodell für die industrielle Anwendung mit rund 100 Milliarden Parametern. Es soll speziell für die Anforderungen aus dem EU AI Act entwickelt werden und europäischen Wertvorstellungen entsprechen.

BOOST FÜR QUANTENTECHNOLOGIEN

Professor Kristian Kersting und sein Team sind konkret in drei Aufgaben eingebunden: Die Forschenden werden eine innovative Datenpipeline aufbauen, die mithilfe KI-gestützter Qualitätsprüfungen („LLM-Judges“) verlässliche, europäische Trainingsdaten sammeln soll. Zudem entwickeln und trainieren die Forschenden ein Reasoning-Modell, das besser logisch schlussfolgern kann. Solche Systeme könnten etwa Behördenprozesse verständlicher machen, Handwerksbetriebe bei Angeboten unterstützen oder Start-ups bei technischen Entscheidungen begleiten.

Forschungsprojekt SUPERARRAY unter Leitung der TU Darmstadt mit 3,6 Millionen Euro gefördert

Die TU Darmstadt koordiniert das Verbundprojekt SUPERARRAY, in dem neue Techniken zur präzisen und stabilen Steuerung von Quantenprozessoren mit vielen Recheneinheiten entwickelt werden. Im Fokus steht eine Plattform, die Laserquellen und atomare Speicherplätze so verbindet, dass deutlich größere und zuverlässigere Quantensysteme entstehen können – auch außerhalb des Labors.

Je mehr Speicherelemente und je mehr Rechenkerne, desto leistungsfähiger – was für klassische Computer gilt, trifft auch auf Quantencomputer und Quantensimulatoren zu: Systeme mit vielen Recheneinheiten versprechen mehr Rechenleistung – eine Fähigkeit, die als Skalierbarkeit bezeichnet wird. Allerdings macht die Anwendung von quantenphysikalischen

Prozessen die beteiligten Quantensysteme gegenüber äußeren Störungen sehr empfindlich.

Für den wirtschaftlichen Einsatz solcher Quantencomputer sind daher stabile Lösungen erforderlich. Zudem müssen die Systeme nicht nur im Labor funktionieren, sondern auch unter realen Bedingungen bestehen. Damit dies gelingt, müssen die Geschwindigkeit der quantenlogischen Operationen (Taktrate), die Stabilität und die Betriebszeit ohne erneute Anpassung der Systeme deutlich steigen. Gleichzeitig erfordert der Aufbau leistungsfähiger Quantenprozessoren auch eine deutlich höhere Zahl von Qubits. Je mehr Qubits genutzt werden können, desto komplexere Rechenaufgaben lassen sich bearbeiten –vorausgesetzt, die Fehleranfälligkeit bleibt gering.

Drittens arbeitet die Gruppe an energieeffizienten Alternativen zu klassischen Transformern, um langfristig kostengünstigere KI-Dienste zu ermöglichen. Das Projekt soll Expertise entlang der gesamten Entwicklungskette großer KIModelle aufbauen, von Daten- und Softwarekompetenz über das Training bis zur Frage, welche Teams, Prozesse und Infrastrukturen solche Vorhaben be -

„Durch unsere Beteiligung an SOOFI legen wir in Hessen wichtige Bausteine für eine europäische KI-Entwicklung, die langfristig zur technologischen Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit beiträgt“, sagt Kersting, Co-Direktor des Hessischen Zentrums für Künstliche Intelligenz (hessian. AI) und Mitglied im TUProfilthema Artificial Intelligence.

Weltweit wird intensiv daran geforscht, die Anzahl der Qubits zu erhöhen. Diese quantenmechanischen Informationseinheiten lassen sich für Rechenoperationen nutzen und bilden die Grundlage für die Funktionalität von Quantencomputern. Gleichzeitig sollen Rechenfehler durch stabile und rauscharme Technologien reduziert werden.

OPTISCHE PRÄZISION MIT QUANTENPHYSIKALISCHER KONTROLLE

Hier setzt das Projekt SUPERARRAY an. Die Arbeitsgruppe „Atome – Photonen – Quanten“ um Professor Gerhard Birkl am Fachbereich Physik der TU Darmstadt bringt ihre im internationalen Vergleich besonders ambitionierte Architektur für Quantenprozessoren ein und entwickelt diese gemeinsam mit den Projektpartnern FiberBridge Photonics, planqc und MuniQC-Atoms weiter.

SUPERARRAY kombiniert dabei modernste optische Technologien mit Methoden der Quantenoptik. Ziel ist es, Quantenzustände präzise und fehlertolerant zu manipulieren. Dabei entsteht eine modulare Plattform, in der multiple Laserquellen über Wellenleiter mit atomaren Quantenarrays verbunden werden – ein erheblicher Schritt in Richtung von anwendungstauglichen Quantencomputern. Für das Projekt werden vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Rahmen des Forschungsprogramms „Quantensysteme“ insgesamt 3,6 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

APQ/CST

TU-PRÄSIDENTIN BRÜHL IST HOCHSCHULMANAGERIN DES JAHRES 2025

INTERVIEW ZUR AUSZEICHNUNG VON CHE CENTRUM UND „ZEIT“

Große Anerkennung für Tanja Brühl: Die Präsidentin der TU Darmstadt ist vom gemeinnützigen Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) und der Wochenzeitung „Die Zeit“ als „Hochschulmanagerin des Jahres 2025“ ausgezeichnet worden. Im Interview spricht sie über die Ehrung, ihr Verständnis von teamorientierter und reflektierter Führung sowie die strategische Entwicklung der Universität zwischen Sparzwang, Exzellenz strategie und KI-Zukunft.

Sie sind „Hochschulmanager:in des Jahres 2025“, ausgezeichnet vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) in Kooperation mit der „Zeit“. Was bedeutet Ihnen diese Ehrung?

Brühl: Ich freue mich riesig. Die Auszeichnung zeigt, dass die Entwicklung der TU Darmstadt in allen Missionen, Forschung, Lehre und xchange, bundesweit wahrgenommen wird. Dass wir als Universität so gut dastehen, ist Ergebnis des überzeugten Zusammenwirkens aller Mitglieder unserer Universität. Dafür möchte ich allen Kolleg:innen und Studierenden herzlich danken! Die Auszeichnung ist für mich daher auch eine Auszeichnung für unsere Arbeitsweise. Hochschulleitung gelingt, davon bin ich überzeugt, nur als Team.

Das CHE nimmt Inhalte und Formen strategischer Leitung in den Blick –Schwerpunktsetzungen bezüglich des Profils und der Strukturen von Hochschulen, die Gestaltung von Prozessen, aber auch Aspekte von Beziehungsmanagement. Wie skizzieren Sie Ihr Führungsverständnis?

Hochschulen sind Expert:innenorganisationen. Ich führe die TU Darmstadt daher lateral: sowohl das Präsidiumsteam wie auch die Universität als Ganze. Ich lege großen Wert auf ein klares Führungsverständnis –von mir selbst wie auch von allen anderen Führungskräften.

Ich kann dabei auf den Führungsleitlinien der TUDa aufbauen – Wertschätzung und Verantwortung sind ebenso zentrale Elemente wie die regelmäßige Reflexion des eigenen Handelns. Gelegenheiten zur Reflexion sind wesentlich für gute Führung.

Die aktuelle politische Auseinandersetzung um den Hessischen Hochschulpakt zeigt beispielhaft, dass eine Uni-Leitung auch konfliktbehaftete Entscheidungen treffen muss. Wie lautet Ihre Maxime in dem Spannungsfeld von konsequentem Handeln und Akzeptanz?

Als Universität haben wir gemeinsam für einen Hochschulpakt gekämpft, der die Leistungen der Hochschulen für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes angemessen würdigt und eine auskömmliche Finanzierung in den kommenden Jahren sichert. Das Ergebnis sieht leider anders aus. Der Hochschulpakt sieht deutliche Budgetkürzungen für die Hochschulen vor.

Nun gilt es, mit den von der Landes-

Fotos: Katrin Binner

regierung gesetzten Rahmenbedingungen verantwortlich umzugehen. Wir müssen in allen Bereichen der Universität Einsparungen vornehmen. Neben Maßnahmen in Zentraler Verwaltung und Zentralen Einrichtungen und den Fachbereichen zählen dazu auch strukturelle Maßnahmen, die wir als Hochschulleitung initiieren.

Dabei haben wir stets die Institution TU Darmstadt in ihrer Gesamtheit im Blick –mit dem Ziel, unsere Universität in einer Situation unzureichender Finanzierung bestmöglich für die Zukunft aufzustellen. Die Einschnitte in bestehende Strukturen sind schmerzhaft. Sie werden nicht bei allen auf Verständnis stoßen – das müssen wir als Hochschulleitung aushalten.

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz wird auch in Hochschulen immer selbstverständlicher. Auch darauf zielten die Auswahlkriterien des CHE. Wie ist die TU Darmstadt auf dem Feld der KI-Forschung und im Hinblick auf einen verantwortungsvollen und innovativen Einsatz von KI positioniert?

An der TU Darmstadt gibt es ein starkes und sich dynamisch entwickelndes Ökosystem rund um Forschung an und mit Künstlicher Intelligenz. International ausgewiesene Kolleg:innen befördern unsere große Stärke in diesem Themenfeld und bringen sehr engagiert ihre Expertise in einer stetig größer werdenden Zahl an Projekten und Initiativen ein. Leuchttürme sind beispielsweise unser gemeinsames hessisches Zentrum für Künstliche Intelligenz, hessian.AI, oder der Standort des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) an unserer Universität.

Ein Meilenstein in diesem Jahr war zweifellos unser Erfolg als TU Darmstadt in der Exzellenzstrategie. Wir konnten mit RAI und TAM zwei neue Exzellenzcluster in der KI und der von uns so verstandenen Zwillingsdisziplin der Kognitionswissenschaften einwerben. Wichtig ist mir aber auch, dass wir neben exzellenter KI-Forschung auch in unseren weiteren Kernmissionen, in der Lehre und im xchange, den verantwortungsvollen und innovativen Einsatz von KI befördern.

Worauf liegt der Fokus der „Hochschulmanagerin des Jahres“ für die TU Darmstadt im Jahr 2026?

Wir werden den Veränderungsprozess für unsere Universität infolge des Hessischen Hochschulpakts weiter bestmöglich ausgestalten. Im Verbund der RheinMain-Universitäten haben wir einen Antrag auf Förderung als Exzellenzuniversitätsverbund eingereicht. Im April wollen wir die Gutachtenden bei der Vor-Ort-Begehung von unserer Vision als RMU, die wir mit EXCITE zusammengefasst haben, überzeugen – und hoffen auf gute Nachrichten zur Entscheidung im Oktober. Kommen Sie gerne alle zur öffentlichen Vorstellung von RMU-EXCITE am 15. April um 8 Uhr nach Frankfurt. Die Fragen stellte Jörg Feuck.

Ausführliches Interview: is.gd/YkLsCB

Pressemitteilung des CHE: is.gd/V6xLUY

„Zeit“-Porträt von Tanja Brühl: is.gd/veNvWR

KONTINUITÄT UND NEUE KOMPETENZ

Das neue Präsidiumsteam ist im Amt

Eine Vizepräsidentin neu gewählt, vier Vizepräsidenten im Amt bestätigt: Die Universitätsversammlung der TU Darmstadt hat im Dezember 2025 das neue Präsidiumsteam gewählt und ist dabei den Vorschlägen von Präsidentin Tanja Brühl gefolgt.

Brühl dankte der Universitätsversammlung für deren Vertrauen in die Mitglieder des Präsidiumsteams. Die Arbeit des Präsidiums wird weiterhin auf fünf Ressorts verteilt. Lediglich bei den Zuständigkeiten gibt es leichte Veränderungen: Das Themenfeld Diversität, das bislang dem Vizepräsidenten für Studium und Lehre zugeordnet war, gehört künftig in ein gemeinsames Ressort mit dem Themenfeld Akademische Karrieren.

Neue Vizepräsidentin für diesen Bereich wird Petra Grell, seit 2013 Professorin für Allgemeine Pädagogik mit dem Schwerpunkt Medienpädagogik am Fachbereich Humanwissenschaften. Sie folgt auf Franziska Lang, Professorin am Fachbereich Architektur, die dieses Amt drei Jahre lang innehatte. Brühl dankte Lang, die sich zum 31. Dezember 2025 in den nächsten Lebensabschnitt verabschiedete. Im Amt bestätigt wurden die bisher amtierenden Vizepräsidenten Professor Matthias Oechsner (Forschung), Professor Peter Pelz (Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Infrastruktur), Professor Thomas Walther (Innovation und Internationales) und Professor Heribert Warzecha (Studium und Lehre). Die Amtszeit der Vizepräsident:innen dauert drei Jahre.

Ausführlicher Artikel: is.gd/ m2JvBM

„Unter der Leitung von Tanja Brühl hat sich die TU Darmstadt zu einer der profiliertesten Technischen Universitäten Deutschlands entwickelt.

Durch strategische Maßnahmen und starke Vernetzung mit Wissenschaft, Politik und Wirtschaft

[hat]

Tanja Brühl sowohl die wissenschaftliche Exzellenz als auch die gesellschaftliche Verantwortung der TU Darmstadt gestärkt […].“

Vizepräsidentin Professorin Petra Grell (Akademische Karrieren und Diversität) Foto: Patrick Bal

LOB UND PREIS

Die TU Darmstadt ist für ihre nachhaltige Campusentwicklung mit dem Klimapreis 2025 der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall geehrt worden. Der dritte Platz ging an die Regenwasserbewirtschaftung am Campus Lichtwiese. Die Jury lobte die innovative Kombination aus Versickerung, Brauchwassernutzung und Begrünung.

Laut einer Studie des CHE Centrums für Hochschulentwicklung gehört die TU Darmstadt zu den zehn am besten vernetzten Hochschulen in Deutschland. In der Erhebung wurde untersucht, mit wem Hochschulen in Projekten mit Bundesförderung zusammenarbeiten.

Das aktuelle Master-Hochschulranking des CHE bescheinigt mehreren Fächern der TU Darmstadt Ergebnisse über dem Bundesdurchschnitt. Bewertet wurden die Masterstudiengänge in den Bereichen Bau- und Umweltingenieurwissenschaften, Elektrotechnik und Informationstechnik, Maschinenbau, Psychologie sowie Material-/Werkstoff- und Prozessingenieurwissenschaften. Die Studierenden stuften die zugehörigen Fächer und Studiengänge in zahlreichen Kriterien über dem bundesweiten Mittel ein.

Im THE World University Ranking 2026 hat die TU Darmstadt im Bereich Industrietransfer weltweit erneut einen Spitzenplatz belegt. In der Kategorie „Industry“ liegt sie weltweit auf Platz 52. Darüber hinaus konnte sie in der Kategorie „International Outlook“ ihre Platzierung seit 2023 konstant verbessern und liegt hier nun unter den Top-20-Prozent. Im Gesamtranking der Hochschulen steht die TU weltweit weiterhin in der Ranggruppe 251–300 und ist damit international gut sichtbar positioniert.

Die seit vergangenem Jahr in neuem Design erscheinende Universitätszeitung hoch³ der TU Darmstadt hat den renommierten German Design Award erhalten.

Die Publikation wurde mit dem Preis 2026 als „Winner“ in der Kategorie „Excellent Communications Design – Editorial“ ausgezeichnet.

Für ihr nachhaltiges Engagement in den Bereichen Diversität und Inklusion in der Cybersicherheit ist die TU Darmstadt mit dem Women4Cyber Recognition Award ausgezeichnet worden. Die Women4Cyber Foundation würdigt mit dieser Auszeichnung Anstrengungen zur Förderung von Geschlechtervielfalt in der IT-Sicherheit mit dem Ziel, eine inklusive und chancengerechte Zukunft der Cybersicherheit mitzugestalten.

Die Prozesslernfabrik CiP (Center für industrielle Produktivität) der TU Darmstadt ist vom Stifterverband als „Hochschulperle“ des Monats Dezember 2025 ausgezeichnet worden. Die Jury würdigt die Lernfabrik als herausragendes Beispiel für praxisnahe Weiterbildung und gelungenen Wissenstransfer zwischen Hochschule und Industrie.

TU-Professor Markus Roth ist von der Publikation „Research.Table“ als einer der „100 entscheidenden Köpfe der Wissenschafts-Szene“ ausgewählt worden. Der Physiker zähle zu den führenden Pionieren der Laserfusionsforschung und stehe mit seinem Start-up Focused Energy „für die erfolgreiche Verbindung von Spitzenforschung und Unternehmertum“, hieß es.

TU-Professorin Regine von Klitzing ist mit dem Lectureship Award 2025 der Chemical Society of Japan ausgezeichnet worden. Mit der Auszeichnung würdigt die Fachgesellschaft herausragende Beiträge von Klitzings und ihres Teams auf dem Gebiet der Kolloid- und Grenzflächenforschung.

Die TU-KI-Forscherin Dr. Sara Jourdan (Fachgebiet Wirtschaftsinformatik | Software & AI Business) ist vom Wirtschaftsmagazin „Forbes“ als eines der 30 spannendsten Talente unter 30 ausgewählt worden. In der Liste „30 under 30“ wird Jourdans Überzeugung gewürdigt, „dass sich große Projekte durch Initiative und Vision realisieren lassen“.

Die TU-Historikerin Julia Engelschalt ist mit dem Georg-Uschmann-Preis für Wissenschaftsgeschichte 2025 ausgezeichnet worden. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina würdigte mit der Auszeichnung Engelschalts Dissertation „The Great Obsession: Tropicality in US-American Colonial Medicine and Domestic Public Health, 1898–1924“.

Daniel Palenicek, Doktorand am Intelligent Autonomous System Lab der TU Darmstadt, ist einer von fünf Finalist:innen des NVIDIA Graduate Fellowship Programms für das akademische Jahr 2026–2027. Das renommierte Förderprogramm richtet sich an Promovierende, deren Forschung sich auf innovative Themen wie Robotik, KI und maschinelles Lernen konzentriert.

Jan Philipp Hofmann, Bettina Wagner und Corinna Caspar-Terizakis von der TU Darmstadt haben für ihren Einsatz zur Förderung von Early Career Researchers den Unite! Award 2025 erhalten. Die Auszeichnung würdigt herausragende Beiträge von Einzelpersonen oder Gruppen innerhalb der Allianz.

Laut einer Studie von Startup-Verband und startupdetector verzeichnete Hessen 2025 mit 247 Neugründungen ein Plus um 29 Prozent. Im Bundesvergleich liegt Hessen auf Platz fünf, Darmstadt kommt im Städtevergleich auf Rang sieben. Sechs Teams sind beim TU-Ideenwettbewerb 2025 für ihre herausragenden Projekte geehrt worden. In der Kategorie Wissenschaftler:innen ging der erste Preis an Lukas Kluy und Nick Philippi für ihr Projekt „NanoTi – Titan neu gedacht“. Das Team erhielt zusätzlich den Sonderpreis Wissenschaft der Thomas WeilandStiftung. Den zweiten Platz belegten Tim Jefferys (TU Darmstadt) und Hakan Evcek (Goethe-Universität Frankfurt) von Zenaris. autonomIQ um Erkut Sarikaya und Felix Hoffmann erreichte Platz drei. In der Kategorie Studierende überzeugte Emanuel Nowak mit Coalymer und erhielt den ersten Preis sowie den Merck Nachhaltigkeitspreis. Der zweite Platz ging an Julius Zwickler und Marius Merten für ZM WirePrint. Coach AEye von Markus Reuter und Tobias Lingenberg erhielt den dritten Preis.

Das TU-Start-up autonomIQ hat beim Gründungswettbewerb „Hessen Ideen“ den dritten Platz erreicht. Das Team um Dr.-Ing. Felix Hoffmann, Erkut Sarikaya, Erik Ebert, Eduardo Reis, Julius Frenzel, Franziska Lange und Young-Min Kong will die Programmierung von Werkzeugmaschinen einfacher, schneller und intelligenter machen.

Das Darmstädter Deep-Tech-Start-up Energy Robotics hat eine Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 13,5 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Die Mittel fließen in die Skalierung der KI-basierten Plattform für autonome Inspektionen in Energie-, Chemie-, Industrie- und Sicherheitsumgebungen. Das Energy-RoboticsGründerteam um Marc Dassler, Dorian Scholz, Stefan Kohlbrecher, Alberto Romay und Professor Oskar von Stryk hat seine Wurzeln im Fachbereich Informatik der TU Darmstadt.

Das Spin-off etalytics der TU Darmstadt hat seine Series-A-Finanzierung auf 16 Millionen Euro ausgeweitet. Angeführt wurde die Finanzierungsrunde vom Venture Fund M12 von Microsoft. Dieser investierte acht Millionen in die KI-gestützte Energieoptimierung von etalytics und verdoppelte somit das Volumen der Finanzierungsrunde.

Die TU-Ausgründung Focused Energy ist als „Hessen-Champion 2025" in der Kategorie „Innovation“ ausgezeichnet worden. Focused Energy ist ein 2021 aus der TU Darmstadt ausgegründetes deutschamerikanisches Unternehmen, das in Darmstadt das Potenzial der Fusionsenergie erforscht und erprobt. Markus Roth, Professor für Laser- und Plasmaphysik an der TU Darmstadt ist Mitgründer und wissenschaftlicher Leiter.

Im Finale des Hessischen Gründerpreises 2025 wurden gleich drei Ausgründungen der TU Darmstadt für ihre wissenschaftliche und unternehmerische Stärke ausgezeichnet. In der Kategorie „Gründung aus der Hochschule“ belegten MimoSense, PanocularAI und Zenaris die vorderen Plätze. Den ersten Preis erhielt MimoSense. Die TU-Ausgründung Illutherm ist beim Frankfurt-Forward-Wettbewerb als „Startup of the Year 2025“ ausgezeichnet worden. Das Unternehmen entwickelt leistungsstarke blaue LEDs, die in Sekundenschnelle Temperaturen über 1.400 Grad Celsius erzeugen können. HCP Sense stand als weiteres Spin-off der TU Darmstadt im Finale.

Die Stiftung Giersch hat im Jahr 2025 insgesamt elf junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TU Darmstadt mit Giersch Excellence Awards für wissenschaftlichen Nachwuchs ausgezeichnet. Die folgenden acht Forschenden erhielten die Ehrung für ihre Promotionsprojekte: Amelia Jansen van Vuuren, Malte Benje, Luca Lunati, Sarah Jane Grimm, Peter Dick, Julian Palmes, Jeroen Bormans, Johan Emil Linnestad Larsson und Yevhen Kozymka. Zwei Awards für Doktorarbeiten gingen an Jörn Kleemann und Mohan Li.

Bei der Verleihung des Georg-MollerPreises 2025 an Studierende des Fachbereichs Architektur der TU Darmstadt erhielt Leonela Duque den ersten Preis. Gina Tetecher erreichte den zweiten Platz, während sich Amélie Marocke und Izet Ramadani den dritten Platz teilten. Mit Anerkennungen ausgezeichnet wurden zudem Vanessa Kalteier, Leonard Stahr und Shelia Jap

Bei der Verleihung der IANUS-Preise 2025 für herausragende Qualifikationsarbeiten im Bereich naturwissenschaftlich-technischer Friedens- und Konfliktforschung ging der erste Platz mit jeweils 500 Euro Preisgeld an Dr. Johanna Berger (Biologie) und Dr. Lukas Struppek (Informatik). Den zweiten Platz mit je 250 Euro Preisgeld teilten sich Dr. Tom Biselli (Informatik) und Anna-Maria Kugler (Cognitive Science).

Der PhD Award der Graduate School of Computational Engineering der TU Darmstadt ging 2025 an Dr.-Ing. Magnus Kircher für seine Dissertation mit dem Titel „Modeling and scale-resolving simulations of knocking combustion initiation in a spark ignition engine“. Die Arbeit wurde betreut von Professor Christian Hasse, Leiter des Fachgebiets Simulation of reactive Thermo-Fluid Systems (STFS) am Fachbereich Maschinenbau der TU Darmstadt. Folgende Absolventinnen und Absolventen am Fachbereich Chemie sind im Jahr 2025 für ihre herausragenden Abschlüsse mit einem Preis der Dr. Anton Keller Stiftung ausgezeichnet worden: Tilman Laurenz Arndt, Anh Quan Pham, Noah Simon Murmann, Antonia Maria Dirr, Patrick Manuel Ihle, Roman Kornievskii, Kai Jonah Kabuth, Armin Hamedvaran und Nina Elisabeth Dieminger. Die Auszeichnung beinhaltet ein Preisgeld sowie eine zweijährige Mitgliedschaft in der Gesellschaft Deutscher Chemiker.

Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt (NHW) hat zum 17. Mal den mit 10.000 Euro dotierten Ernst-May-Preis an Studierende der TU Darmstadt vergeben. Den ersten Platz erhielt Katharina Lore Meyer, die zweiten Preise gingen an Simon Kallfaß und Franziska Schäfer, den dritten Platz belegte Thomasz Iwanek. Eine Anerkennung erhielt Luzie Geißler

Die Preise sind mit insgesamt 46.000 Euro dotiert. Überreicht werden sie traditionell im Anschluss an den „Tag der Lehre“, der jährlich stattfindet und in diesem Jahr unter dem Leitmotiv „Zukunftskompetenzen in der Lehre“ stand.

HAUPTPREIS

Mit dem Hauptpreis für Gute Lehre 2025 ehrte die TU Darmstadt die Studierenden Jonas Bingel und Deborah Gradl vom Fachbereich Informatik für ihr Engagement in der Gestaltung einer interaktiven Hörsaalübung sowie der Konzeption und Durchführung eines Klausurvorbereitungskurses. Beide sind als Tutor:innen tätig und ha-

ben weit über ihre regulären Aufgaben hinaus neue Lehrformate etabliert. Der Hauptpreis für Gute Lehre ist mit 5.000 Euro dotiert.

SONDERPREIS DIGITALE LEHRE

Joachim Enders, Professor am Fachbereich Physik, erhielt den mit 5.000 Euro dotierten Sonderpreis für digitale Lehre. Über mehrere Semester hinweg hat er ein hybrides Lehrkonzept entwickelt, das den unterschiedlichen Bedürfnissen von Studierenden Rechnung trägt. Enders‘ Ansatz kombiniert aufgezeichnete Vorlesungsvideos mit Präsenzformaten und interaktiven Elementen.

ENGAGIERT, REFLEKTIERT, PRAXISNAH

Athene-Preise für Tutor:innen, Lehrende und studentische Initiativen

An der TU Darmstadt sind die Athene Preise für Gute Lehre verliehen worden. Seit 2010 würdigt die Carlo und Karin Giersch-Stiftung mit der Auszeichnung das besondere Engagement von Einzelpersonen, Gruppen oder Organisationseinheiten in der Lehre.

SONDERPREIS INTERDISZIPLINÄRE LEHRE

Dr.‘in Lisa Rhein, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften wurde für ihr Seminar „Corona im Rückspiegel – Wissenschaftskommunikation in den Medien“ mit dem Sonderpreis für interdisziplinäre Lehre ausgezeichnet. Im Wintersemester 2024/25 brachte Rhein Studierende aus zehn Fächern zusammen, um über Rollen, Diskurse und Vermittlungsstrategien von Wissenschaft während der Pandemie zu reflektieren. Der Sonderpreis Interdisziplinäre Lehre ist mit 5.000 Euro dotiert.

SONDERPREIS GENDERUND DIVERSITY-SENSIBLE LEHRE

Der Sonderpreis für Gender- und Diversity-sensible Lehre ging an die wissenschaftliche Mitarbeiterin und dezentrale Gleichstellungsbeauftragte

Johanna Moraweg und die Studierendeninitiative „gloss“ („group lab of social sustainability“: Hannah Buick, Meret Goldstein, Sarah Knechtel, Eva Rosalia Neveril, Marlène Souche, Pauline Tonn, Julia Margert, Bea Engelmann und Hannah Gerules) am Fachbereich Architektur. Mit dem Seminar „Feminist city ft. gloss“ schufen sie einen Raum für die Auseinandersetzung mit der Frage, wie Gender- und Diversity-Aspekte die Stadt-

und Raumplanung prägen. Im Zentrum stand die kritische Reflexion des gebauten Raums aus intersektionaler Perspektive – angeregt durch theoretische Impulse aus Werken wie „Feminist City“ und „Gendergerechte Stadtentwicklung“. Der Sonderpreis ist mit einem Preisgeld von 5.000 Euro verbunden. SIP

Zum ausführlichen Artikel mit weiteren Preisen: is.gd/JFQJJ8

Bild: Hauptpreis für Gute Lehre 2025: Jonas Bingel und Deborah Gradl; Foto: Klaus Mai

Nazrin Chamseddine, Mitarbeiterin DZ BANK

GESTALTER

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MEHR DATEN, MEHR DENKEN

Forschungsteam entwickelt Methode zur Beschleunigung von Reinforcement Learning

Roboter können lernen, Aufgaben zu erledigen. Dieser Lernprozess erfordert jedoch oft große Mengen an Daten und Rechenzeit. Forschende der TU Darmstadt haben nun einen Algorithmus entwickelt, der auch bei komplexen Aufgaben effizient arbeitet. Die Forschung ist Bestandteil des Exzellenzclusters „Reasonable Artificial Intelligence (RAI)“.

Ähnlich wie Menschen können Roboter durch „Versuch und Irrtum“ lernen – sie probieren Dinge aus und erhalten dazu eine Rückmeldung: Richtige Entscheidungen führen zu einer Belohnung, falsche zu einer Bestrafung. So finden sie eine Strategie, die Belohnungen maximiert und zu kontinuierlicher Verbesserung führt. Mit dieser „Reinforcement Learning“ genannten Methode können Roboter selbstständig lernen, Aufgaben zu lösen.

Ein Nachteil dieser Art des Lernens ist die sehr große Anzahl an Interaktionen, die das System sammeln muss, um davon zu lernen. Sie liegt oft bei mehreren Millionen. Dies ist zeitintensiv und teuer, führt zu Verschleiß bei den Robotern und verhindert zudem, dass diese für das Lösen komplexer Aufgaben eingesetzt werden.

VORSTELLUNG AUF KI-KONFERENZ

Forschende um Daniel Palenicek vom Fachgebiet Intelligente Autonome Systeme (IAS) des Fachbereichs Informatik an der TU Darmstadt haben einen Algorithmus entwickelt, der es ermöglicht, den aufwändigen Trainingsprozess zu stabilisieren und zu beschleunigen. Dies gelang ihnen, indem sie ein häufiges Problem behoben haben, den sogenannten „Verlust der Plastizität“. Ähnlich wie ein Mensch, der sich auf eine bestimmte Denkweise „festgefahren“ hat und keine neuen Informationen mehr aufnehmen kann, wird die KI durch intensives Training auf früheren Erfahrungen „lernresistent“ und kann nicht mehr von neuen Daten lernen. Um dem entgegenzuwirken und die Lernfähigkeit der KI zu erhalten, integrierten die Forschenden eine Kombination aus zwei verschiedenen Normalisierungs-Methoden. Zusammen wirken diese regulierend und stabilisierend auf das Training und helfen dabei, die Lernfähigkeit zu erhalten und schlussendlich die Dateneffizienz einer Vielzahl von Aufgaben deutlich zu steigern.

Der Ansatz, Datenmengen und Interaktionen für das Reinforcement Learning zu reduzieren, ist ein wesentlicher Bestandteil des Exzellenzclusters RAI. Forschende arbeiten hier an der Entwicklung einer neuen Generation von KI-Systemen, die unter anderem auf vernünftiger Ressourcennutzung und kontinuierlicher Verbesse -

rung basieren. „Wir versuchen, die Menge der benötigten Daten durch das Design unserer Algorithmen zu reduzieren“, sagt Palenicek. „Das spart sowohl Interaktionen mit dem echten System als auch Zeit, Rechenleistung und damit am Ende Energie und CO2 .“

Die Studie „Scaling Off-Policy Reinforcement Learning with Batch and Weight Normalization” wurde im Dezember 2025 auf der renommierten Conference on Neural Information Processing Systems (NeurIPS) in San Diego (USA) vorgestellt. CST

Daniel Palenicek, Florian Vogt, Joe Watson, Jan Peters: „Scaling Off-Policy Reinforcement Learning with Batch and Weight Normalization“, in: „Advances in Neural Information Processing Systems 38“ (NeurIPS 2025): is.gd/imGUJ8

FORSCHEN IM VERBUND

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat drei Sonderforschungsbereiche (SFB) mit Beteiligung der TU Darmstadt verlängert. Der SFB/Transregio 326 „Geometry and Arithmetic of Uniformized Structures“ (GAUS) untersucht fundamentale Strukturen an der Schnittstelle von Geometrie und Zahlentheorie. Sprecherhochschule ist die GoetheUniversität Frankfurt.

Ebenfalls verlängert wurde der SFB/ TRR 211 „Stark-wechselwirkende Materie unter extremen Bedingungen“, getragen von den Universitäten Bielefeld (Sprecherin), Frankfurt und der TU Darmstadt. Ziel ist es, extreme Materiezustände zu verstehen, wie sie etwa kurz nach dem Urknall oder bei der Verschmelzung von Neutronensternen auftreten.

Der internationale Sonderforschungsbereich/Transregio (SFB/TRR) 361 „CREATOR – Computergestütztes elektrisches Maschinenlabor”, der von der TU Darmstadt gemeinsam mit dem strategischen Partner TU Graz getragen wird, ging ebenfalls in eine weitere Förderperiode. Forschende aus den Bereichen Elektrotechnik, Maschinenbau, Materialwissenschaften und Mathematik arbeiten an Fragestellungen im Zusammenhang mit der zunehmenden Nutzung elektrischer Antriebe und erneuerbarer Energien. Das Konsortium um Sprecher Professor Sebastian Schöps von der TU Darmstadt hat das Ziel, theoretische Grundlagen und rechnergestützte Werkzeuge zu entwickeln, die eine neue Generation des Maschinendesigns ermöglichen.

Der SFB/TRR 361 wird länderübergreifend von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) gefördert.

Sonderforschungsbereiche sind von der DFG auf bis zu zwölf Jahre angelegte Verbundprojekte, in denen Wissenschaftler:innen fächerübergreifend zusammenarbeiten. Sie ermöglichen anspruchsvolle, langfristig konzipierte Forschungsvorhaben und dienen der Schwerpunkt- und Strukturbildung. Während klassische SFB schwerpunktmäßig an einer Universität verortet sind, werden SFB-Transregios (TRR) von mehreren Hochschulen gemeinsam beantragt und getragen. Die neue Förderperiode begann MHO/CST

Drei SFB verlängert

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