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Landschaftspark Landschaftspark Landschaftspark Bettenburg Bettenburg Bettenburg

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Vielfalt und Wandel im

Landschaftspark Bettenburg gegründet 1789 - beendet mit der napoleonischen Besatzung 1811

Detail Stahlstich Bettenburg 1850

G ARTENKUNST IM H ERZEN DER H A ß BERGE


Dem Parkgründer

Christian Truchseß zu Wetzhausen

zum 200. Todesjahr 1826 - 2026

Die Bettenburg - Rückzungsort und Sitz der von Christian Truchseß zu Wetzhausen gegründeten Tafelrunde.

D IE G ARTENKUNST ODER D ER M UT N ATUR NEU ZU DENKEN


Vorwort

A

ls ich im Frühjahr 2020 begann,

mich mit dem Landschaftspark Bettenburg zu beschäftigten, suchte ich nach einer Beschreibung der Anlage als Werk der Gartenkunst. Ich wurde leider nicht fündig, aber es gab Originalquellen und Literatur zu den Gartenkünstlern. Die noch vorhandenen steinernen Denkmäler und ihre kunsthistorische Bedeutung standen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Sie wurden eigeteilt in "Familien- und Ritterzyklus" und ein Bezug zur "Bettenburger Tafelrunde" wurde hergestellt. Dem Gründer des Parks, Christian Truchseß zu Wetzhausen, war Gartenkunst und die Auseinandersetzung mit der Natur ein wichtiges Anliegen. Darauf verwies das Denkmal für die "Beförderer der Gartenkunst", das er am Eingang zur Bettenburg aufgestellt hatte. Diese "Beförderer der Gartenkunst", Schwarzkopf und Hirschfeld, waren zu ihrer Zeit bedeutende Praktiker und Theoretiker. Ihr Wirken ist ein Meilenstein in der Geschichte der deutschen Gartenkultur. Mit ihnen und ihren Ideen hatte Truchseß vor seiner Bettenburger Zeit, in Kassel, engen Kontakt. Sie prägten seine Sicht auf die Natur und seine Vorstellung einer Gartenanlage.

Für Sabine

Gartenkunst - Naturschutz zur Lebensfreude des Menschen In seiner "Theorie der Gartenkunst" beschrieb C.C.L. Hirschfeld einen eigenständigen Standpunkt zur naturnahen Gartengestaltung. Er grenzt sich nicht nur vom Barock sonder auch vom englischen Landschaftspark ab.

Für ihn ist die Gartenkunst, wie er die Gestaltung des Gartens nennt, als eine den anderen Kunstformen überlegene Kunst. Der Gartenkünstler nutzt Veränderung, Bewegung und alle Sinnesreize um sein Werk zu gestalten. Die Gestaltung beginnt mit der Auswahl des Standortes, führt über Formen, Farben und Klänge bis zu scheinbaren Zufällen. Neues, Unerwartetes, aber auch bewegte Aussichten sollen auf die Stimmung des Gartenbesuchers einwirken. Die bewusste Auswahl des Ortes lässt uns heute noch immer die ursprüngliche Wirkung der Bettenburger Waldanlage nachempfinden. Dank der Unterstützung der Familie Truchseß, zu deren Vorfahren der Parkgründer, der kaiserlich freie Reichsritter Christian Truchseß zu Wetzhausen, gehört, konnte ich Einblick nehmen in das Skizzenbuch eines Porzellanmalers. Dieser hatte 1816 die Waldanlage mit Bleistift skizziert und seine Rundwege darin beschrieben. Das danach als Unikat gefertigte Porzellan befindet sich noch heute im Besitz der Familie Truchseß. Obwohl heute viele der früheren Elemente verschwunden sind, weist die Bettenburger Waldanlage noch immer eine Vielfzahl von Eindrücken auf. Ursprünglich barg sie u.a. wertvolle nordamerikanische Bäume aus der Baumschule Daniel August Schwarzkopfs, dem hessischen Hofgärtner, der mit der Bepflanzung der Kasseler Wilhelmshöhe betraut war. Der Baumbestand im Landschaftspark ist inzwischen vom waldwirtschaftlichen Nutzen geprägt. Dank der Wahl ihres Standortes fasziniert die Bettenburger Waldanlage, so die ursprüngliche Bezeichnung, auch heute noch mit ihrer Vielfalt und Mannigfaltigkeit in allen Jahreszeiten.


"Freude trinken alle Wesen an den Brüsten der Natur "

Friedrich Schiller, An die Freude, 1785

Zwischen Ausklang des Mittelalters und Aufbruch in die Moderne

Als Teil der Salon- und Buchkultur der Aufklärung teilte Christian Truchseß die Diskussionen und Widersprüche vom Aufbruch in die Moderne. Die Denkmäler der Waldanlage spiegeln seine soziale Stellung. Sie zeigen den Wert der Familie des Reichsritters im Kontext des Untergangs des "Hlg. römischen Reiches deutscher Nation". Christian Truchseß steht mit den freiheitlichen Ideen der Aufklärung, der Vernunft, der Philosophie von Ursache und Wirkung und seiner Sicht auf die Natur am Beginn der Aufklärung. Deren Fragen und Widersprüche, begleiten uns bis heute. Seine Haltung gegenüber der Natur, deren Wirkung auf den Menschen, die durch den Gartenkünstler noch gehoben werden kann ist modern. Natur bekommt einen eigenen ästhetische Wert, jenseits des reinen Geldwertes. Diese Haltung zu würdigen ist das Anliegen dieses Buches.

Foto Maira Falconi

Mich fasziniert die Bettenburger Waldanlage zu allen Jahreszeiten. Mit dem Buch zum Landschaftspark Bettenburg möchte ich diese Faszination mit den Lesern teilen.

Reinhard Schneider

Gästeführer Gartenerlebnis Bayern

DANKSAGUNG Besonders bedanken möchte ich mich bei der Familie Christian Truchseß zu Bundorf für die freundliche Unterstützung.


I n h a lt

Der Parkgründer Die Beförderer der Gartenkunst

8 9

1 . Gartenkunst

DIE VIELFALT Von der Größe und Mannigfaltigkeit Der sanft-melancholische Garten Das Unerwartete Bewegliche Aussichten Einsiedeleien, Kapellen und Ruinen Inschriften Ruhesitze

2. Erkundungen 10 12 16 20 22 23 24

DENKMÄLER Denkmäler heute Denkmäler 1816

26 32

HISTORISCHE SKIZZEN EINES PORZELLANMALERS Die Bettenburg 34 Stationen auf den Wegen eines Porzellanmalers 36 1. Rundweg im sanft- melancholischen Garten

Eingang zu den Anlagen Die Morgenhütte Die große Eiche

38 40 42

Der erste Bauabschnitt

Die Seckendorf Kapelle 46 Denkmal der Geschwisterliebe 48 Die Eremitage 52 Die Betstelle des Eremiten 56 Die Säule am Scheideweg 58 Die Inschrift am Weg zum Denkmal der Auferstehung 60 Das Sinnbild der Auferstehung 62 Die Totenkapelle 64 Der Philosophengang 70 Der zweite Bauabschnitt

Denkmal des Ulrich von Hutten Der Minnesängerplatz

74 78

Die Alte Burg Denkmal des Götz von Berlichingen und Franz von Sickingen Der Lieblingsplatz des Burgherrn Das Kreuz am Wege Der Wegweiser Der Trübe See

82 86 90 92 94 95

2. Rundweg am Huttenberg mit überraschenden und reizenden Aussichten

Der Sitz unter dem großen Ahorn Das Lusthaus - Das Dichterhaus Die Strohhütte - Die Jagdhütte

3. Rundweg zur Hütte der Genügsamkeit und dem Freundschaftsplatz

Die Hütte der Genügsamkeit Der Freundschaftsplatz

98 102 110 112 114


3. Die Jahreszeiten DER WANDEL Der Frühling Der Sommer Der Herbst Der Winter

118 138 166 204

ANHANG Der Baumbestand Weiter Bilder aus dem Skizzenbuch eines Porzellanmalers Quellen - Literatur Der Autor / Impressum / Förderer

226 228 230 231


Der Parkgründer

CHRISTIAN TRUCHSEß ZU WETZHAUSEN (1755 - 1826) , kaiserlich freier Reichsritter und Gestalter Bettenburg die einmalige Umsetzung der theoretischen der Bettenburger Waldanlage. Als Major des hessischen Vorgaben der "Theorie der Gartenkunst". Kurfürsten war er in Kassel stationiert. Hier freundete er sich mit dem hessischen Hofgärtner Daniel August Schwarzkopf an. Durch Ihn konnte er die Bepflanzung der Kasseler Wilhelmshöhe aus erster Hand verfolgen, sowie die "Theorie der Gartenkunst" von C.C.L Hirschfeld kennenlernen.

Bekannt ist Christian Truchseß auch als Kirschenbaron . Er sammelte eine Vielzahl an Kirschensorten und pflanzte sie im Umfeld der Bettenburg auf. Diese Sammlung hatte er, u.a. mit Hilfe Schwarzkopfs zusammengestellt. Seine Erkenntnisse fasste Christian Truchseß zu Wetzhausen in dem 860 Seiten umfassenden Werk "Systematische Classification und Beschreibung der Kirschensorten" (1819) zusammen. Eine herausragende wissenschaftli-

che Arbeit!

Christian Truchseß schuf mit dem Landschaftspark

8 | Gartenkunst


Die Beförderer der Gartenkunst DANIEL AUGUST SCHWARZKOPF Der hessische Hofgärtner Daniel August Schwarzkopf war maßgeblich mit der Neupflanzung der Wilhelmshöhe in Kassel betraut, die heute zum Weltkulturerbe zählt. Durch Reisen nach England war er mit den dortigen Landschaftsgärten und ihren amerikanischen Gehölzen vertraut. Christian Truchseß von Wetzhausen und Schwarzkopf waren Anhänger der "Theorie der Gartenkunst", des Kieler Professors Christian Cay Lorenz Hirschfeld.

CHRISTIAN CAY LORENZ HIRSCHFELD Er verfasste die erste deutschsprachige Schrift zur Gartenkunst. In seiner "Theorie der Gartenkunst" beschreibt Hirschfeld u.a. einen sanft-melancholischen Garten, der Vorbild für die Bettenburger Waldanlage wurde. Hirschfeld blieb die Möglichkeit der praktischen Umsetzung seiner Theorie verwehrt. Zu Lebzeiten war er der bedeutendste deutsche Gartentheoretiker. Goethe beschäftigte sich mit seinem Werk und ließ seine Ideen in den "Park an der Ilm" einfließen. Hirschfeld selbst nahm in seinem Werk bezug auf den Park an der Ilm, der heute Teil des Weimarer Weltkulturerbes ist. Hirschfeld, Schwarzkopf und derTruchseß betrieben Baumschulen, die für die Entwicklung des Wohlstandes ihrer Region bedeutend waren. Blick auf die Einfahrt zur Bettenburg. Davor befindet sich rechts das Denkmal für die "Förderer der Gartenkunst" Schwarzkopf und Hirschfeld.

Denkmal für die Beförderer der Gartenkunst

Gartenkunst | 9


1 . DIE GARTENKUNST - Die Vielfalt VON DER GRÖSSE UND MANNIGFALTIGKEIT

Das enge, tief eingeschnittene Eremitental.

Die Bettenburg liegt auf der Westseite des von Nord Östlich liegt eine Ebene, die bis zum Ort Manau reicht. Von nach Süd verlaufenden Kamms der Haßberge. Auf der Höhe von Hofheim kreuzt ein Tal den Kamm von West nach Ost. Südlich, oberhalb der engsten Stelle des Tals, liegt die Bettenburg auf einer Anhöhe, dem Burgberg (318 m). Nach West-Südwest, Richtung Hofheim, fällt der Burgberg ab.

"... Die Landschaft ist, ... von der Natur bestimmt, um uns diese Ergötzungen, die aus der Größe entspringen, zu gewähren. ... Mit der Größe ist die Mannigfaltigkeit verwandt. ... Mannigfaltigkeit scheint fast noch unentbehrlicher für das Bedürfnis des Geistes, als Größe. ... Schon nach dem Gesetze der Mannigfaltigkeit ist zum Gartenbau ein Platz geschickter, der Anhöhen, Absätze, Vertiefungen hat, welche die Gegenstände aus verschiedenen Gesichtspunkten zeigen und eine Abwechselung der Prospecte geben. Das Offene soll mit dem Verschloßenen, das Helle mit dem Dunklen, das Reizende mit dem Melancholischen, das Sanfte mit dem Erhabenen, das Wilde und Romantische mit dem Zierlichen abwechseln; die leeren Stellen sind zu bepflanzen, die Anhöhen mit Buschwerk, Wasserfällen und Gebäuden zu beleben; und selbst mehrere Gegenstände von einer Art müssen durch ihren Charakter, durch ihre Form, durch ihre Lage von einander unterschieden erschienen."

dort gelangt man zur Burg. Bei der Anlage eines Parks oder Gartens ist die Auswahl des Geländes entscheidend. Die Wahl fiel nicht auf das flache Gelände um die Burg, sondern ganz bewusst auf ein, für die Gegend ungewöhnlich enges, tief eingeschnittenes Seitental, das sich im oberen Teil verzweigt. Hier fließt, kaum sichtbar, das ablaufende Wasser der Hochebene dem Haupttal entgegen und mündet in den, künstlich aufgestauten, Trüben See. Östlich des Seitentals, dem Eremitental, befindet sich der 317 m hohe Margaretenberg. Ihm gegenüber, nach Westen, liegt der Huttenberg (330 m) . Es folgt ein breites Tal, mit dem Weinberg (350 m) auf der anderen Seite. Diese drei Höhen mit ihren Tälern bilden die abwechslungsreiche, mannigfaltige Gegend , die in der "Theorie der Gartenkunst" für die Anlage eines Gartens empfohlen ist. Entstanden ist um das Seitental herum ein "sanftmelancholischer Garten" . Auf den Höhen wurden weitere Elemente der Gartenkunst verwirklicht, wie z.B. der Platz mit "erhebenden Aussichten" in die Ebenen.

Theorie der Gartenkunst, Erster Teil, Erster Abschnitt, Von den Gegenständen der schönen ländlichen Natur überhaupt. S. 74

Waldwiesen mit Wildgräsern und -stauden

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Enge, von Gehölzen zugewachsene Wege, umstanden von hohen dunklen Nadelbäumen.

Lichtdurchfluteter Höhenkamm mit niedrigem Grasbewuchs

Im Tal das ruhende Wasser des Trüben Sees.

Auf der Höhe der Ausblick über die Ebene in die Ferne.

Dichter Bewuchs mit niedrigen Sträuchern und Stauden zwischen den Gehölzen.

Gartenkunst | 11


Theorie der Gartenkunst DER SANFT-MELANCHOLISCHE GARTEN

Die Gartenkunst ..."gibt selbst ein längeres und dauerhafteres Vergnügen, als Statuen, Gemälde und Gebäude; denn ein Garten erhält durch den Fortgang des Wachstums, durch Veränderung der Jahreszeiten und der Witterung, durch die Bewegung der Wolken und des Wasser, durch die Dazwischenkunft der Vögel und Insekten [...] immer eine Mannigfaltigkeit der Erscheinungen [...]" C.C.L. Hirschfeld, Theorie der Gartenkunst 1779

stillstehendes schweigendes Gewässer Trüber See

dumpf murmelndes Gewässer Eremitental "Seltener sind in der Natur sanftmelancholische, romantische und feyerliche Gegenden; aber auch kräftiger in ihrer Einwirkung. Die angenehmen Gegenden schwinden mit einer leichten Berührung vor der Seele vorüber; diese aber ergreifen sie, halten sie an. Sie sind anziehend, bezaubernd, erschütternd und erhebend; Eindrücke, die für Leute von Geschmack und feiner Empfindung weit interessanter sind, als tausend Belustigungen von dem gemeinen Schlag. Eine sanftmelancholische Gegend bildet sich durch Versperrung aller Aussichten; durch Tiefen und Niedrigungen; durch dickes Gebüsch und Gehölz, oft schon durch bloße Gruppen von hohen starkbelaubten nahe an einander gedrängten Bäumen, in deren Gipfel ein hohles Geräusch schwebt; durch stillstehendes oder dumpfmurmelndes Gewässer, dessen Anblick versteckt ist; durch Laub von einem dunklen oder schwärzlichen Grün, durch tiefherabhängende Blätter und überall verbreitete Schatten; durch die Abwesenheit alles dessen, was Leben und Wirksamkeit ankündigen kann. In einer solchen Gegend fallen sparsame Lichter nur durch, um den Einfluß der Dunkelheit vor dem Traurigen oder Fürchterlichen zu beschützen. Die Stille und die Einsamkeit haben hier ihre Heimat. Ein Vogel, der ungesellig umherflattert, ein unverständliches Gescherre unbekannter Geschöpfe, eine Holztaube, die in dem hohlen Gipfel einer entlaubten Eiche girrt, oder eine verirrte Nachtigall, die ihre Leiden oder Einöde klagt ist zur Ausstaffierung der Scene schon hinreichend. " Theorie der Gartenkunst, Erster Teil, Zweiter Abschnitt - Von den verschiedenen Charakteren der Landschaft und ihren Wirkungen I I . Charakterisitk verschiedener Gegenden, 3., S. 105

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sparsame Lichter Finsternis labyrinthische Gänge

Gartenkunst | 13


„Bey so manchen Scenen der Vergänglichkeit, die auch bey dem schnellsten Vorüberschwinden Thränen oder doch Trübsinn zurücklassen, bey so vielfältigen Täuschungen unserer Hoffnungen oder Leidenschaften, scheint nichts dem Bedürfnisse unserer Natur angemessener als zuweilen den Trost der Einsamkeit und die Weisheit stiller Betrachtungen zu suchen . … Diese Betrachtungen, die trüben und doch erhellen, dieses Empfindungen, die erweichen und doch stärken, unterstützt die Natur sowohl durch tausend Erscheinungen der Vergänglichkeit, als auch durch besondere Gegenden von einem einsamen und ernsten Charakter. …

„Für den, der ein unbefangenes Herz in die Einsamkeit mitbringt, erhöht sich jede Freude des Lebens.“ rührende Inschrift Erinnerung an die Vergänglichkeit Minnesängerplatz

rührende Inschrift Lehren der Weisheit Lusthaus

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rührende Inschrift Erinnerung an die Vergänglichkeit Steintafel bei der ehem. Eremitage

"Um das Licht zu hemmen und die Schatten zu verstärken, müssen die Anpflanzungen, wo sie nöthig sind, in dicken Wildnissen, in gedrängten Gruppen oder verschlossenen Haynen bestehen. … Unter der Finsterniß von solchen Gruppen und Haynen und Waldstücken windet der melancholische Garten seine labyrinthischen Gänge umher, bald in dunkle Tiefen hinab, bald unter dem Schatten herüberhängender Berge oder Felsen hin, bald neben einem schweigenden Gewässer vorbey, worauf die umherstehenden Bäumen eine ewige Nachte werfen, bald zu einem freyen Platz, den von allen Seiten her die Gebüsche mit einer sanften Dämmerung füllen, bald zu einer Bank, über welche sich undurchdringliche Laubdecken herabneigen, bald zu einem Moossitz unter einer gekrümmten, von Zeit und Sturm halb zerstörten Eiche, bald zu einer wilden von Gesträuch überdeckten Felsmasse, worin die dumpfen Klagen verborgener Wassergüsse ertönen. … Die Werke der Baukunst, die Anlagen vom melancholischen Charakter zukommen und ihre Wirkungen verstärken, sind Einsiedeleien, Trauergebäude, Ruinen; die Bildhauerkunst liefert Grabmäler, Urnen, Säulen und andere Denkmäler, die einer abgestorbenen Freundschaft oder Liebe geheiligt sind, und deren Anblick die Seele mit einer sanften Schwermuth erfüllt; die Poesie gibt rührend Inschriften, welche die Erinnerungen an Vergänglichkeiten mit Lehren der Weisheit begleitet. Inschriften scheinen insbesonders in einem sanftmelancholischen Garten fast unentbehrlich. “ Hirschfeld, C.C.L., Theorie der Gartenkunst, 4. Band Kiel 1782, I I . Kapitel Sanftmelancholischer Garten, S. 81-83


sparsame Lichter Finsternis labyrinthische Gänge Eremitental Platz der ehemaligen Eremitage

Werk der Bau und Bildhauerkunst Denkmal der Geschwisterliebe

Werk der Baukunst Ruine Alte Burg

Werk der Bau und Bildhauerkunst Denkmal Huttendenkmal

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Theorie der Gartenkunst DAS UNERWARTETE

"... Mit dem Neuen ist DAS UNERWARTETE zwar nicht einerlei, aber doch nahe verwandt. Die Wirkung des Neuen bei angenehmen Gegenständen ist Verwunderung, die belustigt; die Wirkung des Unerwarteten bei eben einer solchen Art von Gegenständen ist Überraschung, ein lebhafteres Gefühl, das in einem höheren Grade belustigt ...Der Gartenkünstler ... Je mehr er verbergen kann, desto lebhafter wird die plötzliche Erscheinung bewegen. Wo man am wenigsten vermutete, da ist die Überraschung am angenehmsten. ..." Theorie der Gartenkunst. Erster Teil. Erster Abschnitt. IV. Von der Neuheit und dem Unerwarteten. S 86

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Die Wahl der Gegend, mit den drei Bergen gegenüber der Bettenburg, bot die Gelegenheit drei solcher Unerwarteter Blicke zu ermöglichen. Die Bergspitzen der Margarethenhöhe, des Huttenrangen und des Weinbergs auf der gegenüberliegenden Talseite boten beste Aussicht auf die Bettenburg. Die dichte Bepflanzung auf den Hügeln verhinderte den freien Blick, bis ein ausgewählter Platz mit einem Blick auf die nahe Bettenburg überraschte. Auf der Margarethenhöhe war es der Platz unter der alten Eiche, auf dem Weg zur Seckendorf Kapelle, und von der Seckendorf Kapelle selbst, die den ersten dieser Blicke boten. Die Alte Burg auf dem Huttenrangen gab durch ihr Tor den Blick auf die Bettenburg frei. Schließlich war der Blick aus dem mittleren Fenster des Lusthauses so inspirierend, dass Friedrich Rückert hier oft verweilte.


DAS UNERWARTETE: Die Bettenburg im mittleren Fenster des Lusthauses

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DAS UNERWARTETE: Die Bettenburg im Tor der Alten Burg

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DAS UNERWARTETE: Die Bettenburg nahe der ehemaligen großen Eiche und der Seckendorf Kapelle

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Theorie der Gartenkunst BEWEGLICHE AUSSICHTEN

"... Es ist in der Macht des Gartenkünstlers, durch das Auge, durch das Ohr und durch den Geruch zu ergötzen. ... " "2. Bewegung 1) So viel von seiner Wahl abhängt, finde er zu seinem Garten einen Platz, bei welchem die umliegende Gegend BEWEGLICHE AUSSICHTEN (vues mouvantes) gewährt, Aussichten auf Dörfer, Hügel, Felder und Wiesen, wo Herden weiden und der Landmann arbeitet ... auf Landstraßen in der Ferne, die mit hin und her wandelnden Figuren bedeckt sind u.s.w. "

"...und dann auf einen Hügel auf welchem eine mit Stroh bedeckte Hütte steht, welche die Morgenhütte heist, in welcher man eine freie Sicht gegen Morgen hat." Skizzen und Notizen eines Porzellanmalers 1816

BEWEGLICHE AUSSICHT von der Morgenhütte mit freier Sicht am Morgen zum Sonnenaufgang

Theorie der Gartenkunst, Erster Teil, Erster Abschnitt. Von den Gegenständen der schönen ländlichen Natur überhaupt. , S. 74 und S. 84

Beispiele für diese Beweglichen Aussichten fanden sich an der Morgenhütte, der Strohhütte bzw. Jagdhütte und dem Sitz unter dem Ahorn. Von der Morgenhütte schaute man auf das Dorf Manau und hatte freien Blick auf die sich wandelnde Stimmung zum Aufgang der Sonne. Ein erhebender Blick in das weite Hofheimer Land , z.T. bis zum Main, öffnete sich von der Strohhütte und vom Sitz unter dem Ahorn. Hier konnte man dem Treiben im Tal zur Abendstunde zuschauen. BEWEGLICHE AUSSICHT von der Strohhütte über das Hofheimer Tal, mit Sicht zum Sonnenuntergang

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"... führt der Weg als auf der Höhe der Hofheimer Weinberge, zu einer großen Strohhütte auf der äußersten Spitze des Huttenberg, wo sich dem Auge eine weit ausgedehnte Aussicht über das Hofheimer Tal zeigt, in welchem man unzählige Ortschafte erblickt, das Auge reicht hier bis zum Mainstrom. ..." Skizzen und Notizen eines Porzellanmalers 1816


BEWEGLICHE AUSSICHT vom Sitz unter dem großen Ahorn in das Hofheimer Tal, mit Sicht zum Sonnenuntergang

"... wo man zu einem Sitz unter einem großen Ahorn kommt welcher am Wege nach dem Huttenberg steht und wo man eine herrliche Aussicht in das Hofheimer Tal hat." Skizzen und Notizen eines Porzellanmalers 1816

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Theorie der Gartenkunst EINSIEDELEIEN, KAPELLEN UND RUINEN

Hütte der Einsiedelei

"... die EINSIEDELEI ist eine Hütte, ein einfältiges Haus, von der Hand des Menschen gebauet, ... die Einsiedelei ist auf einen Einzelnen eingeschränkt, indem mit zwo Personen schon die Geselligkeit anfängt. ...nachgeahmte Einsiedeleien ... legt man ... am besten in verwachsenen Winkeln und in schattigen Vertiefungen an, wo sie den Charakter der Einsamkeit, den sie verlangen, leichter gewinnen ... Die umliegende Gegend oder Scene muß ... nachlässig und bescheiden sein, in stiller Einfalt,

"RUINEN Zurückerinnerung an vergangene Zeiten und ein gewisses mit Melancholie vermischtes Gefühl des Bedauerns, sind die allgemeinen Wirkungen der Ruine ... Schwerer bleibt es immer für den Gartenkünstler, Ruinen auf eine vollkommen täuschende Art nachzuahmen; und weil so viele Versuche ... mißlingen, so möchte man fast veranlaßt werden, ihre Fortsetzung lieber abzuraten, als zu empfehlen. ..." Hirschfeld, C.C.L., Theorie der Gartenkunst Ruine Alte Burg

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ohne Lebhaftigkeit und ohne auffallende Schönheit ... Das ganze Ansehen muß Einfalt, Dürftigkeit, Verläugnung ankündigen. " Hirschfeld, C.C.L., Theorie der Gartenkunst


INSCH RIFTEN "Einige Werke der Baukunst, Säulen und andere Monumente würden oft ohne Aufschrift unverständlich sein ... Zum klugen Gebrauch der Inschriften gehört, daß sie überhaupt in einem Garten nur überaus sparsam angebracht werden. ..."

"... die Poesie gibt rührend Inschriften, welche die Erinnerungen an Vergänglichkeiten mit Lehren der Weisheit begleitet. Inschriften scheinen insbesonders in einem sanftmelancholischen Garten fast unentbehrlich."

Hirschfeld, C.C.L., Theorie der Gartenkunst

Hirschfeld, C.C.L., Theorie der Gartenkunst, 4. Band Kiel 1782, I I . Kapitel Sanftmelancholischer Garten, S. 81-83

Denkmal Götz von Berlichingen und Franz von Sickingen

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Theorie der Gartenkunst RUH ESI TZE "Ruhesitze sind ein Bedürfniß, um sich wieder von der Ermüdung zu erholen, die das Umher wandeln verursacht. Sie müssen also in gewissen Entfernungen von einander weder zu häufig, noch gar zu sparsam, verteilt werden; ... Die Bequemlichkeit verlang, daß Ruhesitze an kühlen und schattigen Stellen, unter einem Dach von Laubwerk, an der Seite einer Anhöhe, ... angelegt werden,... [...] Eine kleine Rasenbank oder eine Erderhöhung, der die Natur das Moos zum Teppich schenkt, v. Haller. war die gewöhnliche Art von Sitzen, die man in der ersten Einfalt der Gärten kannte; ..." Theorie der Gartenkunst, C.C.L. Hirschfeld Alte Burg

"Bänke und Sitze von Holz verdienen den Vorzug, weil sie nicht die Unbequemlichkeit der Rasen und Steine haben, ... Je einfacher und leichter die Form der Bänke und Stühle ist, desto besser; Verzierung wäre hier Verschwendung ..." Theorie der Gartenkunst, Dritter Teil, Von den Werken der Kunst in Gärten. Vierter Abschnitt. Von Ruhesitzen, Brücken und Toren. 1 . RUHESITZE

Minnesänger Denkmal

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Am Freundschaftsplatz

Die Morgenhütte

Unter dem großen Ahorn

Hütte der Genügsamkeit auf dem Charlottenplatz

Am Philosophenpfad

Lieblingsplatz des Burgherrn

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2. ERKUNDUNGEN - Denkmäler heute

DENKMÄLER HEUTE Der Garten entstand von 1789-1811 . Waren die Bauten englischer Landschaftgärten Nachbauten klassisch antiker Vorbilder, so wird hier erstmalig auf eine "deutsche" Vergangenheit, die Gotik, zurückgegriffen. Auch inhaltlich wendet sich der Blick von den antiken Helden auf Familie, Freunde und die soziale Herkunft und Stellung als kaiserlich freier Reichsritter. Ausgehend von der Eremitenhütte im Talgrund entstanden nachfolgend die Denkmäler auf dem Margarethenhügel mit Bezug zu Familie und Freunden. Ihre Inschriften handeln vom Sinn des Lebens, des Todes und der Auferstehung bzw. ewigen Wiederkehr. Dieser Abschnitt wird als "Familienzyklus" bezeichnet.

Der nächste Abschnitt, der "Ritterzyklus", spiegelt die Auseinandersetzung mit der sozialen Stellung als kaiserlich freier Reichsritter und der politischen Situation der napoleonischen Besatzung wider. Als dritten Abschnitt kann der Weinberg mit dem Lusthaus bzw. dem Dichterhaus erscheinen. Dieser handelt von Poesie, der Gartenkunst und erhebenden Ausblicken in die Landschaft

• 1 Denkmal der Gartenkunst, o 1789o Trüber See sog. "FAMILIENZYKLUS" • 16 Steintafel an eine Tanne gelehnt • 5 Denkmal der Geschwisterliebe • 6 Totenkapelle • 9 Säule am Scheideweg

sog. "RITTERZYKLUS" • 10 Denkmal des Ulrich von Hutten • 11 Minnesängerplatz • 12 Ruine Alte Burg • 13 Denkmal Götz von Berlichingen und Franz von Sickingen • 14 Lusthaus / Dichterhaus, zu Ehren von Friedrich Rückert

26 | Erkundungen


6 Totenkapelle Säule am Scheideweg

9 Erkundungen | 27


Trüber See Steintafel

16 Denkmal der Geschwisterliebe

5 28 | Erkundungen


10 Denkmal des Ulrich von Hutten Minnesänger Denkmal

11 Berlichingen Sickingen Denkmal

13 Erkundungen | 29


14 Lusthaus / Dichterhütte Ruine Alte Burg

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30 | Erkundungen


Bettenburg Google Maps 2021


1 Denkmal der Gartenkunst, 1789 o Stein vor der Weggabelung o Freundschaftsplatz - für die hessischen Freunde o Trüber See 2 Hütte der Genügsamkeit am Charlottenplatz 3 Morgenhütte sog. "FAMILIENZYKLUS" o Eremitental 16 Eremitage o Betstelle des Eremiten o Kreuz am Wege o Steintafel an eine Tanne gelehnt o Ein Sitzplatz „Lieblingsplatz“ des Barons 4 Margarethen-, Seckendorf Kapelle o die große Eiche 5 Säule der Geschwisterliebe 6 Totenkapelle 7 Wegweiser zum Denkmal der Auferstehung 8 Denkmal der Auferstehung o Philosophengang 9 Säule am Scheideweg

sog. "RITTERZYKLUS 10 Huttendenkmal 1 1 Minnesängerplatz 12 Ruine Alte Burg 13 Denkmal Götz von Berlichingen, Franz von Sickingen o Lusthaus später Dichterhaus zu Ehren von Friedrich Rückert o die Strohhütte o Sitz unter dem großen Ahorn


Karte der BettenburgerWaldanlage auf der bayerischen Uraufnahme von 1808 -1864


Die Truchseßsche Bettenburg in Franken, Hofzufahrt aus Richtung Manau

Einfahrt von Manau

Die Truchseßsche Bettenburg in Franken von der Nordseite

Abb. Porzellan


von der Südostseite

von der Nordwestseite

Die Truchseßsche Bettenburg in Franken von der Südseite 1815, Blick auf die Hofeinfahrt

Abb. Porzellan

Erkundungen | 35


Die größten Veränderungen des Parks kamen durch den Bau der Kreisstraße HAS 40 nach Manau, der den "Trüben See" nahezu verschüttete.


1. RUNDWEG IM SANFT-MELANCHOLISCHEN GARTEN

Der Eingang zu den Anlagen. Bei dem Schloße Bettenburg in Franken 1816

"Der Berg auf dem das von Truchseßsche Schloß Bettenburg steht, ist zwar durchaus im englischen Gartengeschmack, vom Burgherrn, dem Meyer von Truchseß, angelegt; allein, die Hauptanlagen befinden sich in einem Walde, nördlich vom Schloße gelegen und welcher mit den Anlagen des Schloßes in Verbindung steht. Am Eingang dieser Waldanlagen findet man einen Stein, gegen zwei Birken gelehnt, welcher folgende Inschrift führt:"

"Die gütige Natur ermüdet nie ihre Freunde zu ergötzen"


Erkundungen | 39


"Vom Eingang der Bettenburger Waldanlagen führt ein schattiger Weg durch einen Teil des Waldes allmählich den Berg herunter und dann auf einen Hügel auf welchem eine mit Stroh bedeckte Hütte steht, welche die Morgenhütte heist, in welcher man eine freie Sicht gegen Morgen hat. Auf einer an einem Pfeiler der Hütte befestigten Zettel liest man folgende Inschrift:"

„O Morgen ! Deine Jugend verwelckt nimmer, die meinige welckt in kurzem. Nicht lange, siehe, so suchest du mich vergebens im Felde, rufst vergebens den Schlummerer. Tief im Staub ist mein Schlaf, niedrig mein grünendes Haus, taue Tränen darauf, mein Holder, und hüth es sanft, bis dein himmlischer Bruder mich zum ewigen Tage weckt."


Die Morgenhütte in den Bettenburger Waldanlagen von der Abendseite 1816 Abb. Porzellan

Erkundungen | 41


DIE GROSSE EICH E

"Von der Morgenhütte in den Bettenburger Waldanlagen Schlucht auf die Mitternachtsseite des Schloßes Bettenburg führt ein angenehmer Weg bei einer schönen großen Eiche darbietet. An der großen Eiche liest man auf einer Tafel vorbei, so sich dem Auge ein herrlicher Blick durch eine folgende Inschrift:" "Ich möchte Toll werden, wenn ich Leute vor einer schönen Aussicht, vor einer schönen Blume, vor einem schönen Weibe, ganz kalt und gefühllos vorübergehen sehe, gleich als ob sie mit Achselzucken sagen wollten: wozu nützt das? wird man dadurch reicher? – Sie sehen mir dann immer aus, als ob sie mit der linken Hand nach der Goldwaage, und mit der rechten nach der Kreide griffen, um uns das Vergnügen, welches ihnen solche Dinge auch vielleicht wider ihren Willen machen, nach dem Passierstein zu wiegen, oder um uns vorzurechnen, wieviel es gegen Louis d'ors zu fünf Thalern tut. So spricht der alte Onkel des Huldreichen Wurnsanen".

42 | Erkundungen

Die große Eiche am Weg nach der Seckendorf Kapelle in den Bettenburger Waldanlagen 1816


Die Seckendorf Kapelle in den Bettenburger Waldanlagen von der Mittagseite 1816

Abb. Porzellan

"Von der großen Eiche in den Bettenburger Waldanlagen wo man den schönen Blick auf das Schloß Bettenburg hat, windet sich rechts ein Weg den Berg hinan wo eine Kapelle steht. deren Fenster mit bunten und gemalten Glasscheiben geziehrt ist. Über dem Eingang steht folgende Inschrift:"

"Erbauet von Seckendorfs Margaret. So den alten Dietz Truchseß und Hauswitzbet Mutter von zwei Buben und Mädlein Sie war. Und nur Witib zwanzig lange Jahr. anno Dom 1455"

"Es fügte sich, sonderbar, daß der älteste Neffe des Burgherrn, welcher ebenfalls mit dem Vornamen Dietz (Dietrich) , heißt, sich mit einer von Seckendorf versprach. Dieses bewog den Burgherrn die Anstalt zu lassen, daß die Trauung in dieser Kapelle vollzogen wurde."


Erkundungen | 45


Die Secken-dorf Kapelle in den Bettenburger Waldanlagen von der Nordseite 1816


"Nördlich von der Seckendorf Kapelle führt ein Weg durch die Waldanlagen der Bettenburg. Hat man denselben aber betreten, und tritt bei den ersten Bäumen rechterhand einige Schritte vom Wege ab, und wendet seine Blicke zurück, so zeigt sich den Augen ein herrlicher Blick auf die Nordseite des Schloßes Bettenburg, welches über die Bäume hervorzeigt."

Erkundungen | 47


Abb. Porzellan


Das Denkmal der Geschwisterliebe in den Bettenburger Waldanlagen 1816

Erkundungen | 49


DENKMAL DER GESCHWISTERLIEBE

"Von der Seckendorf Kapelle führt in den Bettenburger Waldanlagen ferner ein ebener Weg zum Denkmal der Geswisterliebe, wo von anstehend die Zeichnung zu sehen. Auf diesem Denkmal stehen oben in eigener Reihe acht ovale Schilder, mit denen Namen, des Vaters und derselben Geschwister des Burgherrn, nämlich: 1 Charlotte 1697 - 1754 2 Gottlieb 1701 - 1749

5. Gotthard 1709 - 1745 7. Christian 1712 - 1785 3. Gottfried 1699 - 1730 4. Friederica 1703 - 1758 6. Heinrich 1710 - 1748 8. Ferdinand 1714 - 1758"

Dieser letzere war der Vater des Burgherrn. Von demselben geht eine Kette herunter, welche sich in die Stränge teilt, an denen drei ovale Schilder hängen und zwar zweie in einer Reihe, welche die Namen der Geschwister des Burgherrn führen. Charlotte 1743 - 1789 Christian 1759. Das dritte Schild, welches den Namen des Burgherrn führt, hägt direkt unter jenen beiden

Gottlob 1758

Von dem Schilde, welches den Namen des Bruders des Burgherrn führt, geht wieder eine Kette herunter, welche sich in drei Stränge teilt. Daran hängen in einer Reihe, drei leere ovale Schilder, welche den Burgherrn für die Namen der drei Söhne seines Bruders bestimmt hat, wenn sie nach einer bestimmten Reihe von Jahren das thun, daß sie in brüderlicher Einigkeit miteinander gelebt haben.

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Abb. Porzellan

Abb. Porzellan


Die Eremitage in den Bettenburger Waldanlagen 1816

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DIE EREMITAGE

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"Von dem Denkmal der Geschwisterliebe in den vor welchem ein Jäger knieend betet. Dem Kamin Bettenburger Waldanlagen führt ein Weg den Berg herunter linkerhand über dem Tisch liest man folgende Inschrift:" über eine Brücke in eine Gegend, wo unter einer Baumgruppe eine Einsiedelei steht. Die Möbel derselben sind 1 . ein Tisch, 2. eine Bank, 3. ein Stuhl und 4. eine hölzerne Pritsche als Schlafstelle. Der Haustür gegenüber steht ein Kamin, über demselben ein Frescogemälde, welches eine Einsiedelei vorstellt, vor selbiger ruht ein Eremit, nicht weit von ihm sieht man einen getöteten Hirsch

„Der Clausner Paul aus Mähren kam die Witib Margareth ihn freundlich uf nam und baut im Kirchli und Clause nit vern vom Ritterhause. Doch jre Freud da wart nit lang (anno D MCCCCLVII) der grimmig Tod beid verschlang.“

"Wer schaut es dies Konterfey Der lang net, nit das er es sei Drum malts auch seinem Blick hiermit sein Schüler Claus der Eremit"

"Hier steh ich Claus der Eremit Nach mir wird hier auch diese Hütt Das Menschen Kind verart ist sehr Drum ich find keine Jünger mehr In Paul tat schauen bester Zeit Dir erst in die Himmels Freud ipse fecit".

"Unter diesem Reime steht das Bildnis des Clausners Paul und darunter:"

"Rechts dem Kamine steht das Bildnis des Clausners Claus und unter dem selben"

"Dieser Einsiedelei zur rechten führt ein Weg den Berg hinauf. Nach einigen Schritten gelangt man nach dem Scheideweg, wo ein Stein gegen einen Baum gelehnt ist, welcher folgende Inschrift führt:"

"Für den der ein unbefangenes Herz in die Einsamkeit mitbringt, erhöhet sich jede Freude des Lebens."

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Abb. Porzellan

"Rechterhand der Eremitage in den Bettenburger Eremiten, welcher vor einigen Eichen steht; vor dem Altare Waldanlagen führt ein Weg den Berg hinauf; hat man auf ist ein freier Platz mit Tannenbäumen bepflanzt, vor selbigen einige Schritte zurückgelegt, so kommt man an welchen Sitze von Baumstücken angebracht sind." einen Scheideweg, wo ein Stein mit einer Inschrift an einen Baum gelehnt befindlich. Geht man auf den rechter Hand führenden Weg fort, so kommt man zum Betaltar des


Die Betstelle des Eremiten in den Bettenburger Waldanlagen 1816

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Abb. Porzellan

Die Säule am Scheideweg in den Bettenburger Waldanlagen 1816


Wenn man zum Betaltar des Eremitten in den Bettenburger "Die welche nach dem Wege Waldanlagen gekommen und den Weg rechter Hand linkerhand zeigt, lautet:" einschlägt, so gelangt man abermals an einen Scheideweg wo eine viereckte steinerne Säule steht. An dem Kopfstück derselben stehen zwei Inschriften: „Prüfend wandle den Weg, der zu Genuß dich lockt.“

"Die welche nach dem Weg rechter Hand zeigt, lautet:"

„Ruhig betrittst du dann den, welcher zum Ziele dich führt“

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"Wenn man von der steinernen Säule am Scheideweg in den Bettenburger Waldanlagen den Weg rechts einschlägt, so gelangt man zu einem Waldbereich, wo links am Wege eine Tanne steht, an welcher ein Stein angelehnt ist, welcher folgende Inschrift führt:" „Der Mensch werde am Morgen des Lebens abgerissen oder er falle im Alter gleich einer reifen Aehre, so fällt er immer zur rechten Zeit, nach dem Plane der Natur, wenn er der Vernunft gelebt hat und als ein Mann gestorben ist.“

Abb. Porzellan


"Als wichtiges Kennzeichen der Aufklärung

gelten die Berufung auf die Vernunft als universelle Urteilsinstanz, mit der man sich von althergebrachten, starren und überholten Vorstellungen und Ideologien gegen den Widerstand von Tradition und Gewohnheitsrecht befreien will." Wikipedia, Aufklärung

1881 erscheint die "Kritik der reinen Vernunft" von Immanuel Kant

Die Inschrift am Wege nach dem Denkmal der Auferstehung in den Bettenburger Waldanlagen 1816

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"Wenn man von der Eremitage in den Bettenburger Waldanlagen, rechter Hand den Berg hinaufsteigt und seinem Weg bei dem Betaltar des Eremiten vorbei zur Säule der Wegescheide nimmt, und hier den Weg rechts einschlägt; so führt derselbe bei einer Tanne vorbei, an welcher ein Stein mit einer Inschrift angelehnt ist. Nicht weit davon führt eine Brücke über einen Waldbach zum

Abb. Porzellan

Sinnbild der Auferstehung zur ewigen Fortdauer, welches umstehend abgebildet ist. Es stellt einen Schmetterling vor, der sich aus einer Puppe entwickelt hat, und einer, in einen Zirkel gebogene Schlange welche ihren Schwanz im Mund hält und von einer Glorie umgeben ist, sich emporschwingt."


Das Sinnbild der Auferstehung zur ewigen Fortdauer, in den Bettenburger Waldanlagen 1816

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"Vom Sinnbild der Auferstehung zur ewigen Fortdauer in den Bettenburger Waldanlagen führt ein Weg zur Totenkapelle über deren Vorhalle Worte stehen:"

"Der Erinnerung und Hoffnung"


Innenraum der Totenkapelle

"Rechts neben der Tür der Kapelle ist der Tod in der Gestalt eines Menschengerippes abgebildet, und darunter stehen die Worte:" „Unter diesem widrigen abschreckenden Bilde stellen wir Deutschen und andere Nationen den Tod dar.“

"Neben der Tür zur linken liest man folgendes:" „Den Griechen, die unter einem milderen Himmel wohnen, verdanken wir eine beruhigendere Darstellung des Todes. Es ist ein holder Knabe, blühend wie sie den Liebesgott malen, nur nicht so tückisch als er; ein stiller, dienstbarer Genius, der der erschöpften PilgrimSeele den Arm bietet, über den Graben mit ihr an die Gefilde der ewigen Herrlichkeit tritt, die Fackel löscht, freundlich winkt, und verschwindet.“

"Dieser Genius steht im Hintergrund der Kapelle und auf dessen Fußgestell liest man folgende Worte:" "Wir waren sind und werden sein."

"Hinter dem Genius liest man folgendes:" "Mache dir deine Lebende Freunde täglich neu und werden, damit du nicht erst nach ihrem Tode, zu spät entdeckest, wie viel du an ihnen hattest. Sei willfährlich deinem Widersager, weil du noch mit ihm auf einem Wege bist, denn der Tote kann dir die rechte nicht mehr zur Versöhnung darreichen."

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DIE TOTENKAPELLE

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"Zu beiden Seiten des Genius sieht man große Tafeln. Auf der Rechten, stehen die verstorbenen Verwandten des Burgherrn aufgezeichnet, als:" "1. Ferd:Dit: Truchseß von Wetzhausen zu Bundorf geb. 1714 gest. 1758 2. Joh:Wilh:Ros: Truchseß von Wetzhausen geb. von Schaumburg geb. 1722 gest. 1783 3. Chr:Gottl: Truchseß von Wetzhausen geb. 1712 gest. 1783 4. Reg:Char:Soph:Joh: von Rademacher von Radehausen geb. Truchseß geb. 1742 gest. 1789 5. Bern:Christ: von Heitser geb. 1753 gest. 1808 6. Ferd: Truchseß von und zu Wetzhausen geb. 1752 gest. 1812"

"Auf der Tafel zur linken stehen die verstorbenen Freunde des Burgherrn aufgezeichnet als:"

"1. Fried: Wehner von Offenbach geb. 1745 gest. 1794 2. Hiron: Ries geb. 1748 gest 1798 3. Wilh: Hein: von Eschwege geb. 1742 gest. 1802 4. George Herzog z.S. Meinungen geb. 1761 gest. 1803 5. Johann Cramer geb. 1745 gest. 1805 6. Ernst Wagener geb. 1769 gest. 1812 7. Ludw: Künersdorf geb. 1748 gest. 1812 8. Georg Neuberg geb. 1781 gest. 1813"

"Wenn man in die Totenkapelle eintritt, so steht linker Hand das Simpolum des Nachdenkens, und rechter Hand das Simpolum der Verschwiegenheit"

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DIE TOTENKAPELLE

Abb. Porzellan

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Die Totenkapelle in den Bettenburger Waldanlagen 1816

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"Naturwissenschaften

Der Raum der Natur-wissenschaften im Alltag blieb bis in das späte 18. Jahrhundert hinein undefiniert. ... Die Naturwissenschaften wurden dagegen im philosophischen Grundstudium abgehandelt, ..." Wikipedia - Aufklärung

"Wenn man von der Totenkapelle in den Bettenburger Waldanlagen seinen Weg zum Sinnbild daselbst über die Brücke geht und sich links wendet, so kommt man zu einer Tanne an der ein Stein mit einer Inschrift angelehnt ist. Hier führt der gerade fortlaufende Weg den Berg herunter zur Einsiedelei. Rechts führt aber ein Weg den Berg herauf und oben auf der Bergebene zum Philosophen Gang. Ein breiter gerade laufender Weg an dessen beiden Enden zwei große Kiefern stehen. Vor der Kiefer zu der man auf diesem Weg zu erst kommt, steht eine Ruhebank über welcher man auf einer Tafel folgende Worte liest"

"Die Natur geht Schritt vor Schritt; hat keine Wirkung ohne Ursachen, und in ihr wird jede Wirkung notwendig wieder zu einer neuen Ursache, die wieder Wirkungen hervorbringt, und so geht sie beständig fort."

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Abb. Porzellan


Der Philosophengang in den Bettenburger Waldanlagen 1816

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"Wenn man in den Bettenburger Waldanlagen bis zum Philosophengang gekommen, solchen durchwandelt, sich links wendet, und gut auf der Höhe im Walde fort geht, so führt ein Weg links nach dem Denkmal welches der Burgherr dem Ulrich von Hutten hat errichten lassen, und welches umstehend abgebildet ist. Auf der viereckten Pyramide desselben ist auf der vorderen Seite ein Schild mit folgenden Worten angebracht:"

"Den Manen Ulrich von Hutten" Auf der rechten Seite befinden sich zwei Ritter-Handschuh und ein Schwert.

Auf der hinteren Seite befindet sich eine Leier und darunter das von Huttensche Familien Wappen.


Ulrich von Hutten, geb. 21. April 1488 Sieger der Hermannsschlacht als „ersten

gest. 29. August 1523, war ein deutscher Renaissance-Humanist, Dichter, Kirchenkritiker und Publizist. Er wird auch als erster Reichsritter bezeichnet. Als Angehöriger einer ritterschaftlichen Familie sah Hutten im (bewaffneten) Kampf gegen Rom, den Papst, die vornehmste Aufgabe für seine Standesgenossen. In seiner Schrift Arminius – die allerdings erst nach seinem Tod erschien – feierte er den

unter den Vaterlandsbefreiern“, der „das römische Joch“ abgeworfen und Germanien von der Fremdherrschaft befreit hätte" Wikipedia

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DENKMAL DES ULRICH VON HUTTEN

"Auf der linken Seite steht ein Palmenzweig und eine Geissel."

"Und oben ist die Pyramide mit einem Lorbeer Kranz umwunden."

Abb. Porzellan

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Denkmal des Ulrich von Hutten in den Bettenburger Waldanlagen 1816

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"Vom Denkmal des Ulrich von Hutten kommt man zum Minnesängerplatz wo eine Tribüne erbaut ist wie umstehende Zeichnung zeigt. Ganz oben an der selben sieht man eine Kanne, darunter ein Rittergelage, wo zwei Minnesänger mit einenander wetteifern, beide in erhabener Arbeit. Hierunter steht folgende Inschrift:"

"Kehrst du nicht mehr wieder Alte Ritterzeit ? Zeit der MinneLieder ! Zeit der Biederkeit ! Wollt nur deutsche Brüder und sie wird erneut. Von Hang für diesen Platz als der Burgherr kommt weg 12 Freunden am 5. Okt: 1810 in Stutgart ein gar frohes geistreiches Mahl mit denen feierte die da sagten: Jung sind wir Jung waren wir Jung bleiben wir zur ewigen Jugend erwachen wir"


"Das heilige römische Reich deutscher Nation Das Reich bildete sich im 10. Jahrhundert. . . . Es konnte seit der Mitte des 18. Jahrhunderts seine Glieder immer weniger gegen die expansive Politik innerer und äußerer Mächte schützen. Dies trug wesentlich zu seinem Untergang bei. Durch die Napoleonischen Kriege und die daraus resultierende Gründung des Rheinbunds, dessen Mitglieder aus dem Reich austraten, war es nahezu handlungsunfähig geworden. Das Heilige Römische Reich erlosch am 6. August 1806 mit der Niederlegung der Reichskrone durch Kaiser Franz II. " Wikipedia

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Der D er Minnesängerplatz Minnesängerplatz in in den den Bettenburger Bettenburger Waldanlagen Waldanlagen 1816 1816


"Vom Minnesängerplatz in den Bettenburger Waldanlagen kommt man zu der Ruine der Alten Burg, welche zwei wohnbare Zimmer hat, in dem unteren Zimmer liest man folgendes"

Könnt ihr im Panzerhemd nach Ritterart Die alte deutsche Kraft nicht mehr beweisen? Doch heil, wer in der Zeit von Eisen Ein altes deutsches Herz bewahrt

"Mit gutem Vorbedacht sind die Hunderte im dritten des eine immer kleiner als das vorhergehende angeben, weil mit jeder der letzteren Jahrhunderte die deutsche Kraft immer mehr sank und 1811 ganz unter dem Joche Napoleons seufzte."


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DIE ALTE BURG

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Die Alte Burg in den Bettenburger Waldanlagen 1816

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"Geht man durch das Tor der Alten Burg in den Bettenburger Waldanlagen, so kommt man an das Denkmal welches der Burgherr dem Götz von Berlichingen und Franz von Sickingen hat setzen lassen, woran er folgendes hat setzen lassen" "Mit eurem Zeitalter ihr Edlen! lief eine große glänzende Periode in der Geschichte des deutschen Adels zu Ende"

„Und wo ist der Forscher, der uns sagt, wie unser Zeitalter sich enden wird. Im Sommer 1793“


"Götz von Berlichingen.

Die historische Person war Vorlage für das gleichnamige Schauspiel von Johann Wolfgang von Goethe, das 1774 uraufgeführt wurde. Von Berlichingen enstammt der mittelalterlichen Welt des Faust- und Fehderechts, agiert aber auch Stände übergreifend, indem er z.B. den Bauern in den Bauernkriegen hilft. Mit seiner Figur stößt das auf gewachsenem Naturrecht und Treue gegründete freie Rittertum auf die dem abstrakten römischen Recht verpflichtete Welt des intriganten Adels."

"Reichsritter Franz von Sickingen

geb. 1481 gest. 1523 war Anführer der rheinischen und schwäbischen Ritterschaft. In der Zeit des Übergangs vom Mittelalter zur Neuzeit stritt er als Unterstützer von Anhängern der Reformation für die Säkularisation der kirchlichen Güter und führte seine Standesgenossen im Ritterkrieg an." Wikipedia

Wikipedia

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DENKMAL GÖTZ VON BERLICHINGEN UND FRANZ VON SICKINGEN

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Denkmal des Götz von Berlichingen und Franz von Sickingen in den Bettenburger Waldanlagen 1816


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"Wenn man von der alten Burg in den Bettenburger Waldanlagen nach dem Denkmal des Götz von Berlichingen und Franz von Sickingen gekommen und sich rechts wendet, so führt ein Weg den Berg herab, zu einem angenehmen Sitz an einem Waldbach, welcher der Lieblings Aufenthalt des Burgherrn ist. Hier geht eine Brücke über dem Bach; bei einem Kreuzweg erblickt man ein Steinernes Kreuz an dem eine Axt und ein Schwert eingehauen ist. Geht man von da den Weg linker Hand; so kommt man an einen Wegweiser, und von da führt ein Weg zum See, welcher am Fuße des Berges liegt."


Abb. Porzellan

Der Lieblingsplatz des Burgherrn in den Bettenburger Waldanlagen 1816

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Das Kreuz am Wege in den Bettenburger Waldanlagen 1816


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DER WEGWEISER

Der Wegweiser in den Bettenburger Waldanlagen 1816

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DER TRÜBE SEE

"Vom Wegweiser in den Bettenburger Waldanlagen führt ein Weg den Berg herunter nach dem See, dessen Wasser nie hell wird, sondern stets eine rötliche Farbe hat. Von diesem See führt ein Weg den Berg herauf, längs dem Holzweg nach dem Schloße Bettenburg zurück."

Der See in den Bettenburger Waldanlagen 1816

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Abb. Porzellan

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2. WEG ZUM HUTTENBERG MIT ÜBERRASCHENDEN UND REIZENDEN AUSSICHTEN

"Um vom Schloße Bettenburg den nächsten Weg nach dem Huttenberg zu nehmen geht man durch die Anlagen des Schloßberges zum Eingang in die Waldanlagen. Diesen Rechts lassend am Walde her den Berg hinunter, bei dem See vorbei und am Walde weg den Berg herauf, da man denn zur Burg gelange. Von da geht man bei dem Minnesängerplatz und dem Denkmal des Ulrich von Hutten vorbei, wo man zu einem Sitz unter einem großen Ahorn kommt welcher am Wege nach dem Huttenberg steht und wo man eine herrliche Aussicht in das Hofheimer Tal hat."


DER SITZ UNTER DEM GROSSEN AHORN

Der Sitz unter dem großen Ahorn am Wege nach dem Huttenberg in den Bettenburger Waldanlagen 1816

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rechts Abb. Porzellan

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DAS LUSTHAUS / DAS DICHTERHAUS "Auf dem Weg nach dem Huttenberg in den Bettenburger Anlagen kommt man zu einem Lusthaus. Tritt man der Tür desselben gegenüber, so hat man einen überraschenden Blick auf das Schloß Bettenburg welches sich im mittleren Fenster zeigt. Im Lusthause liest man folgende Inschriften:"

"Der Dichter Ihm gaben die Götter das reine Gemüt Wo die Welt sich, die ewige, spiegelt: Er hat alles gesehen was auf der Erde geschieht, Und was uns die Zukunft versichert: Er seis in der Götter ältesten Rat Und behsorgte der Dinge geheimste Saat Er breitet es kräftig und glänzend aus Das zusammen gefaltete Leben zum Tempel schmückt er das irdische Haus Ihm hat es die Muse gegeben. Kein Dach ist so niedrich, keine Hütte so klein Er führt einen Himmel von Götter hinein Schiller"

„Wer in der kleinsten Blume keine SchönheitsReitz auffinden kann, der bewirtschafte seine Erdscholl blos als wuchernder Pächter, oder er verlasse sie ganz und eile zur eidlen egoistischen Menge und verkaufe sie um Gold.“

"An die Muse Was ich ohne Dich wäre? ich weiß es nicht, aber mir graut, sehe ich daß ohne Dich, Hundert und Tausende sind."

"Die Anmuth prächtiger Natur Vergnügt mich auf geblümter Flur, Auf Hügeln und dunklem Haine Ich jauchz an stiller MusenBrust So fröhlich als bei Zyperns Weine. Ja, wenn ich Thoren einsam scheine Vertraut sich mir die reinste Lust"

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DAS LUSTHAUS / DAS DICHTERHAUS

"In der Zeiten Unschuld Hülle Ein liebliche Idylle Tritt die Kindheit vor uns her Bald als Ode braust die Jugend Oder schmilzt in Elegien, Wenn der Liebe und der Sehnsucht Aetherstrahlen Stunden weichen Jetzt des Mannes Tage gleichen, Eng gebunden von der Pflicht, Oft dem trocknen Lehrgedicht. Seelig! wenn Gott gegeben Wenn die Muse es beschert Daß sich in sein ganzes Leben Rein als Poesie verklärt. Conz"

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Abb. Porzellan

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DAS LUSTHAUS / DAS DICHTERHAUS

Das Lusthaus am Wege nach dem Huttenberg in den Bettenburger Waldanlagen 1816

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Abb. Porzellan

Die Strohhütte auf dem Huttenberg in den Bettenburger Waldanlagen 1816


"Vom Lusthaus am Wege nach dem Huttenberg in den Bettenburger Anlagen führt der Weg als auf der Höhe der Hofheimer Weinberge, weg zu einer großen Strohhütte auf der äußersten Spitze des Huttenberg wo sich dem Auge eine weit ausgedehnte Aussicht über das Hofheimer Tal zeigt, in welchem man unzählige Ortschafte erblickt, und das Auge

reicht hier bis zum Mainstrom. Von hier kann man seinen Weg durch schattige Spaziergänge der Waldung am Huttenberg und dann durch die Waldanlagen nach dem Schloße Bettenburg zurück nehmen."

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3. RUNDWEG ZUR HÜTTE DER GENÜGSAMKEIT UND DEM FREUNDSCHAFTSPLATZ

"Wenn man an der Abendseite des Bettenburger Schloßes den Schlossberg herabsteigt, so gelangt man zur Hütte der Genügsamkeit in welcher man nachstehende Inschrift liest:"

„Suche das ganz zu genießen, was du hast – und genießen wollen, was du nicht hast, wird dir vergehen – Hörs! daß nicht dein Arm haltlos werde, und lahm vom vergeblichen Ausstrecken, auch nicht mehr vermöge zu umfassen, was vor dir ist.“


Abb. Porzellan

Die Hütte der Genügsamkeit in den Anlagen am Bettenburger Schloßberg 1816

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"Von der Hütte der Genügsamkeit in den Anlagen am Bettenburger Schloßberg, führt ein Weg zu einer Felsengrotte am Fuß des Berges, welche der Burgherr seinen hessischen Freunden gewidmet hat. Sie befindet sich unter schattigen Bäumen, und vor ihr her fließt ein Bach in einen Wiesengrund herunter. Auf einer großen steinernen Tafel welche in den Felsen eingmauert ist, liest man folgendes" „Wem der große Wurf gelungen eines Freundes Freund zu seyn wer ein holdes Weib errungen mische seinen Jubel ein. Ja! wer auch nur eine Seele sein nennt auf der Erdenrund und wer´s nie gekonnt, der stehle weinend sich aus diesem Bund. „ aus Schillers "Ode an die Freude"

"Unter dieser Tafel stehen folgende Worte:" "Hessischen Freunden" "Zu beiden Seiten der Tafel sind in den Felsenstücke die Namen derer eingehauen, welche der Burgherr während seines hessischen Dienstes als Freunde hat kennen gelernt."


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DER FREUNDSCHAFTSPLATZ

Abb. Porzellan

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Der Freundschaftsplatz am Fuße des Schloßberges in den Bettenburger Anlagen 1816

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Die Jahreszeiten - D ER FRÜHLING

D ER A PRIL MIT DEM FRISCHEN MICH EINE BESONDERE Z EIT .

AUSTRIEB

IM

L AUBWALD

IST FÜR

Ein sonniger Tag lockte mich, den Landschaftspark Bettenburg für mich zu entdecken. Meinen Rundweg begann ich dabei an dem ausgewiesenen Parkplatz. Eine aufgestellte Tafel zeigte die Karte des Parks mit den eingezeichneten Denkmälern. Der Rundweg begann mit der Totenkapelle, die mit mich mit ihrem leuchtenden Gelb beeindruckte. Einer Steinsäule mit einem Stammbaum folgte eine Steintafel, tief im engen Tal. Es ging vorbei an einer Burgruine zur steinernen Bühne am Minnesängerplatz, vorbei an einem Denkmal für Götz von Berlichingen und einem , mir unbekannten, Franz von Sickingen. Weiter ging es auf unbefestigtem Weg, vorbei an der Säule an einer Weggabelung. Auch wenn das Dichterhaus einige hundert Meter unbefestigte Wegstrecke bedeuteten, wollte ich doch sehen, was es diesen Orte besonders machte. Die Denkmäler reihten sich in der lichtdurchfluteten Landschaft aneinander, ohne dass ich ihren inneren Zusammenhalt erkennen konnte. Wo war der Zusammenhang? Wo endete der Park? Warum war er aufgeführt im Buch der "Bayerischen Gartenschätze" und was hatte es mit einem "Trüben See" auf sich? Fragen die mich neugierig machten - wo war der Anfang dieses Rätsels?

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"Die Natur hatte den Menschen gebildet, die Freuden der schönen Jahreszeiten zu genießen, und die Vortheile des Landlebens mußten sich ihm bald zum frühen Genuß ankündigen. ..." Theorie der Gartenkunst. Erster Abschnitt I . Ursprung der Gärten, S. 10

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In leuchtendem Gelb erstrahlt die Totenkapelle unter dem vermoosten Dach.

Vinca Minor, das giftige kleine Immergrün kommt ursprünglich aus dem Mittelmeer Raum und wurde seit der Römerzeit durch den Menschen verbreitet. Es verwildert gern im üppigen Laub und Buchenwäldern und hat das ganze Tal des Wasserlaufs begrünt.

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Denkmal der Geschwisterliebe mit Blick über ein Tal.

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Vom Denkmal der Geschwisterliebe führt der steile Weg hinab in ein enges dunkles Tal, um gleich wieder auf der anderen Seite steil anzusteigen.

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Vor der Alten Burg, Blick ins Tal

Ajuga reptans, der kriechende Günsel wird wegen seiner Gerbstoffe gern in der Medizin eingesetzt. Er wächst auf Wiesen und in frischen, lichten bis halbschattigen Laubwäldern.

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Blick von der Alten Burg, über das Tal zur Bettenburg. Die Reichsritter des Ritterkantons Baunach legten besonderen Wert darauf, auch durch ihre Bauten auf die Herkunft und Geschichte der Ritter hinzuweisen. Damit sollte der Anspruch auf Eigenständigkeit manifestiert werden.

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Von der Alten Burg führt der Weg zum Minnesängerplatz. Die Bühne auf dem Minnesängerplatz.

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Vom Minnesängerplatz gehe ich zurück und folge dem Weg zum Denkmal für Götz von Berlichingen und dem mir unbekannten Franz von Sickingen.

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Die Säule an Weggabelung,"Säule Scheideweg"

der am

Lamium galeobdolon, die gewöhnliche Goldnessel wächst gern in feuchten Laubwäldern und bildet dort oft ausgedehnte Flächen.

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Auf dem Weg zum Lustbzw. Dichterhaus. Das Licht in den Wipfeln der Buchen läßt ein weites Tal erahnen.

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Das Lust- bzw. Dichterhaus tauchte nach einigen hundert Metern auf zerfahrenem Waldweg unvermittelt am Wegrand auf.

Dryopteris filixmas

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Die Jahreszeiten - D ER S OMMER B IS ZUM S OMMER HATTE I NFORMATIONEN ZU SAMMELN .

ICH

DAS

G LÜCK

VIEL

MEHR

Das Denkmal für die Beförderer der Gartenkunst war der Schlüssel zum Garten. Das Denkmal steht auf Privatgelände vor der Bettenburg. Wer waren Schwarzkopf und Hirschfeld? In Hirschfelds "Theorie der Gartenkunst" fand ich die Beschreibung des sanft-melancholischen Gartens, die perfekt auf die Bettenburger Waldanlage passte. Um diese Stimmung einzufangen, wartete ich bis zu einem Julimorgen, der das perfekte Licht haben sollte. Die Hitze des Sommers hatte die Landschaft aufgeheizt. Ein nächtlicher Regen stieg als Nebel langsam auf und hielt sich in der Enge des Tals besonders lange. Diesmal wollte ich meine Tour dort beginnen, wo ich den historischen Eingang in die Waldanlage vermutete. Ein kurzer Besuch am Denkmal für die Förderer der Gartenkunst, dann ging es einen engen aber bequemem Weg hinunter ins Tal zum Trüben See. Der dichte Bewuchs ließ keinen Sonnenstrahl zum Trüben See oder in das Tal. Vom Trüben See führte mich der Weg ins Eremitental. Hier an der Wegekreuzung stand einst die Eremitage. Dort lag ein Stein mit einer Inschrift von Moos überwachsen. Der Weg rechts führte mich auf die Margarethenhöhe zum "Familienzyklus". Nach links gingen zwei Wege auf den Huttenrangen mit dem "Ritterzyklus" oder zur Totenkapelle. Die Einteilung in "Familien- und Ritterzyklus" ist erst im Nachhinein entstanden und gibt eine Interpretation vor. Die Anlage war über mehrere Jahre ohne Konzept gewachsen. Die Aufzeichnung des Porzellanmalers war für mich Leitfaden, die Gedanken des Parkgründers Christian Truchseß zu aufzuspüren. Die Inschriften handeln von hohen ethisch moralisch, philosophischen Werten, eine eigene Sicht auf das persönliche Leben, den Tod sowie der Respekt vor der Natur. Das Naturerlebnis war die Quelle aus der der Parkgründer seinen Mut schöpfte.

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"Die Anlage der Gärten aber erforderte eine Denkungsart, die der heroischen entgegen war, die Ruhe der Leidens-chaften, die Liebe der Stille und des ländlichen Vergnügens. [...] Je mehr sich die heroischen Zeiten verloren, desto mehr breitete sich wirklich der Geschmack an Gärten aus." Theorie der Gartenkunst, Erster Abschnitt. I . Ursprung der Gärten, S. 10

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Das Denkmal für die "Beförderer der Gartenkunst Schwarzkopf, Hirschfeld", vor der Einfahrt zur Bettenburg auf Privatgelände.

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Nahe dem ehemaligen Eingang zur Waldanlage führte ein Weg ins Tal zum "Trüben See".

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Blick auf den Rest vom "Trüben See". In der Mitte eine Insel, auf der eine Trauerweide, Salix, wächst, wie sie früher dort stand. Schön ist ihr sibriges Laub vor dem dunklen Grün der Bäume.

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Vom Ufer des "Trüben Sees" führte ein schmaler Weg ins Eremitental. Dazu war die Kreisstraße zu queren. Der Pfad führte zur Wegkreuzung an der ehemals die Eremitenhütte stand. Von dort ging der Blick ist Eremitental. Rechts führte ein steiler Pfad den Margarethenhügel hinauf.

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Blick ins Eremitental von der Stelle der ehemaligen Eremitenhütte.

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Auf der Margarethenhöhe, Blick über das Eremitental Richtung Huttenrangen.

Stein mit Inschrift am Grunde des Eremitentals

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Auf der Margarethenhöhe nahe dem Denkmal der Geschwisterliebe, Blickrichtung über das Eremitental. Der Weg führte mich weiter zur Totenkapelle.

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Mitten im Grün der Laubblätter stand ich vor der Totenkapelle.

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Der Weg von der Totenkapelle zur Säule am Scheideweg führt eine Brücke über das Seitental des Eremitentals.

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Der Weg führte mich zur Säule am Scheideweg. Von hier ging ein bequemer Weg ins Tal zurück zur Burg, der andere, Rechte Weg führte über das Denkmal für Götz von Berlichingen und Franz von Sickingen zur Alten Burg auf dem Huttenrangen.

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Auf dem Weg zur Alten Burg ging der Blick zurück zum Denkmal für Götz von Berlichingen und Franz von Sickingen.

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Das gleißende Licht der Morgensonne drang durch den Nebel. Der Schritt durch das Tor der Alten Burg schien ins grelle Licht zu führen. Kühl und düster wirkten die Mauern der Alten Burg.

Mauerreste und versteute Felsblöcke luden zu einer Rast ein.

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Von der Alten Burg führte mich ein Weg über die Ebene zum Minnesängerplatz und weiter durch dichtes Laub zum Huttendenkmal. Dicht von Bäumen umstanden ragte das in gotischem Stil erbaute Denkmal empor.

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Vom Huttendenkmal ging ich weiter auf den Weinberg. Links schweifte der Blick in ein weites Tal, erfüllt vom gleißenden Nebellicht an diesem Morgen.

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Unvermittelt tauchte nach achthundert Metern das Lusthaus zwischen den Bäumen auf. Hier in dieser Abgeschiedenheit hielt sich der Dichter Friedrich Rückert gern auf, um Verse aufzuschreiben. Daher wird das Lusthaus auch Dichterhaus genannt.

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Hier stand einst der große Ahorn und die Strohhütte. Orte, die erhebende Blicke in die belebte Landschaft boten. Heute erfreut uns eine Wiese von Anthericum ramosum, der Rispigen Graslilie.

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Die Jahreszeiten - D ER H ERBST

WIE IM FRÜHLING ÄNDERT SICH DER WALD VON T AG ZU T AG . Begeisterte mich das bunte Laub mit seinen satten Farben im Sonnenlicht, so würde sein Farbenkleid bald transparent und neue Aussichten freigeben. Der Herbst hält ein besonderes Erlebnis bereit: Zum Waldkonzert auf dem Minnesängerplatz lädt der Zweckverband Deutscher Burgenwinkel ein.

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"Gärten sind die Plätze, auf welchen der Mensch alle Vortheile des Landlebens, alle Annehmlichkeiten der Jahreszeiten mit Bequemlichkeit, mit Ruhe genießen kann." Theorie der Gartenkunst, Vierter Abschnitt. Von der Bestimmung und Würde der Gärten. S. 56

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Der Herbst zog am "Trüben See" ein. Unter der sommerlichen Trockenheit hatte der See gelitten. Herbstliche Farben vor dem silbernen Laub der Trauerweide markierten die Insel im See.

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Die melancholische Stimmung aus dem Eremitental und herbstilche Farben erheiterten die Szene an diesem sonnigen Herbsttag.

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Das grün bemooste Denkmal der Geschwisterliebe. Goldenes Laub umhüllte mich am Denkmal.

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Weiter auf dem Weg zur Totenkapelle blickt schwarz das runde Giebelfenster aus dem gelben Meer des Laubwaldes.

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Die herbstliche Sonne taucht die Totenkapelle in eine fast heitere, südliche Stimmung. Eine Stimmung, die vielleicht durchaus beabsichtigt war, stellte von Wetzhaussen doch der düsteren deutschen Vorstellung des Todes die heitere Erscheinung des griechischen Jünglings gegenüber, der lachend den Arm reicht, den Menschen froh begleitet, bis er sanft die Fackel löscht.

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Von der Totenkapelle ging mein Weg zur Säule am Scheideweg.

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Fast schaute ich daran vorbei. Das Grau der Säule mischte sich unter die Stämme der umgebenden Eichen.

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Ich ging vorbei am Denkmal für Götz von Berlichingen und Franz von Sickingen. Fast schien es, als spiegelte sich der Glanz der Herbstbelaubung auf dem Denkmal.

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Über die Ebene des Huttenrangen gelangte ich zur Alten Burg. Die hohen herbstlichtdurchfluteten Eichen schufen einen gotischen Raum der die Vorhalle zum Portal der Alten Burg bildet. Die Stille war fast greifbar.

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Von der Alten Burg ging es hinüber zur Bühne auf dem Minnesängerplatz. Das gelbe, lichte Herbstlaub der Buchen schuf die wunderbare Atmosphäre, die dem jährlichen Klavierkonzert des Burgenwinkel Vereins ihren Glanz verleiht.

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Jetzt im Herbst war der Weg vom Minnesängerplatz zum Huttendenkmal vom ersten gefallenen Laub bedeckt. Ich ahnte schon den Platz, der im Sommer erst zu sehen ist, wenn man unmittelbar davor steht.

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Moosüberwuchert steht das gotische Huttendenkmal im herbstlichen Wald.

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Am Grund des Eremitental lag der moosüberwucherte Stein mit einer Inschrift, wie aus einer fernen Vergangenheit.

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Wenige Tage später, nach dem ersten Herbststurm war der "Trübe See" leicht gefroren. Immer noch trug die Trauerweide ihr silbriges Laub.

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Das sonst so lichtscheue Eremitental zeigte sich versöhnlich und klar. Letzes Herbstlaub leuchtete von den Bäumen, die dem Herbstwind getrotzt hatten.

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Im Spätherbst wurde der Eingang der Totenkapelle von der Sonne direkt beleuchtet. Durch das runde Fenster fiel Licht ins Innere der Kapelle.

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Der Platz vor der Alten Burg lag unter dem blauen Himmel. Die melancholische Stimmung des Sommers hatte sich in eine freundliche Milde gewandelt.

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Auch das Huttendenkmal erstrahlte im milden Herbstlicht. Allgegenwärtiges Moos zeichnete im Gegenlicht eine golden leuchtende Silouhette des gotischen Treppengiebels

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Die Jahreszeiten - D ER WINTER E IN WINTEREINBRUCH IM N OVEMBER LOCKTE MICH ERNEUT IN DIE B ETTENBURGER WALDANLAGE . Die Bäume waren fast kahl und der Blick ging weit in den Wald hinein. Neue Ausblicke und Sichtbeziehungen überraschten mich mit der Nähe Denkmäler zueinander.

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Alle diese Veränderungen in der Natur, die wir hier unter dem Namen der Zufälligkeiten begreifen, scheinen neue Lagen, oft neue Gegenstände selbst zu bilden. Sie erfrischen durch eine beständige Abwechslung in der Beleuchtung und Beschattung der Scene, in den Spiegelungen des Lichts und der Farben; und sind für die Mannigfaltigkeit und das Leben in der Landschaft ungemein fruchtbar. Sie überraschen das erstaunte Auge oft mit Erscheinungen, die sich keine Phantasie blendender, zauberischer und vorübereilender bilden kann." Theorie der Gartenkunst, Zweiter Abschnitt, I I . Zufälligkeiten S. 99

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Die Trauerweide hatte ihr silbernes Laub abgelegt. Ihre gelben Triebe leuchteten über der Insel des"Trüben Sees". Der Blick ging hoch zum Huttenrangen, zur Alten Burg. Fast glaubte ich sie zwischen den Bäumen zu erkennen.

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Oben auf der Margarethenhöhe angekommen ging ich vom Denkmal der Geschwisterliebe ein paar Meter auf der Ebene zurück. Hier etwa war der Platz unter der alten Eiche und die ehemalige Seckendorf Kapelle stand nicht weit von hier. Geblieben ist der Ausblick auf die Bettenburg, vom Wald freigegeben wurde.

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Ich wendet mich vom ehemaligen Platz der großen Eiche zurück zum Denkmal der Geschwisterliebe, vor mir tauchte die Totenkapelle neben dem Denkmal auf.

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Der ganzen Baukörper der Totenkapelle stand frei vor mir. Die vertikalen Formen der Gotik traten deutlich hervor.

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Auf dem einsamen Weg zur Säule am Scheideweg wandte ich meinen Blick zurück in das Eremitental. Die Nähe der Totenkapelle überraschte mich. Oberhalb des Eremitentals war auch das Denkmal der Geschwisterliebe klar zwischen den Bäumen zu erkennen.

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Vor dem Denkmal für Götz von Berlichingen und Franz von Sickingen wandte ich meinen Blick zurück. Ich war überrascht ist die Totenkapelle zu sehen. Auch die Säule am Scheideweg war rechts vom Denkmal erkennbar. Wie nah die Denkmale beieinander lagen!

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Schon auf dem Weg vom Denkmal für Götz von Berlichingen und Franz von Sickingen war über dem Bergrücken der Alten Burg die Bettenburg deutlich sichtbar.

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An einem sonnige Spätwintertage lag das Seitental des Eremitentals deutlich vor mir. Links auf der Höhe war die "Säule am Scheideweg" deutlich sichtbar.

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In den letzen Wintertagen füllt sich der "Trübe See" wieder als wollte er sich noch einmal in seiner alten Größe zeigen.

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Zum Ausklang des Winters hoffte ich, durch die Fenster des Lusthauses den Blick auf die Bettenburg zu erleben. Tatsächlich - jetzt konnte ich Friedrich Rückert verstehen.

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Anhang BAUMBESTAND In wie weit der Baumbestand von Schwarzkopfs Baumschule der Kasseler Wilhelmshöhe in die Bepflanzung der Waldanlage eingeflossen ist, ist noch nicht geklärt. Freigiebig war Schwarzkopf mit Kirschreisern für die Studien des Christian Truchseß von Wetzhausen. Von einem Reisenden wird über den Baumbestand 1810 berichtet.

Landesverbesserung und botanische Wissensvermehrung : Die Baumschule am Weißenstein in Kassel, Urte Stobbe: "3. Schwarzkopfs Pflanzenverzeichnis von 1776 – ein

Überblick über das Pflanzensortiment Schwarzkopfs auf den 6.Januar 1776 datierte ‚Specification derer Pfläntzlinge, welche gegenwärtig in der Weissensteiner Baumschule vorräthig, und seit verschiedenen Jahren angezogen worden‘ enthält insgesamt 36 Positionen, die unterschiedlich stark differenziert sind. Die Bäume werden teilweise nach Alter gestaffelt aufgeführt. (Staatsarchiv Marburg)

In der Schrift "Landschaftspark Bettenburg von 1789" von Diese, im Folgenden transkribiert wiedergegebene Silke und Nikolaus Knapp wird der Reisende Deneken Aufstellung legt Zeugnis vom Baumbestand und den von 1810 zur Bepflanzung wie unten zitiert: Schwerpunkten in der Frühphase der Baumschule ab: "Die Wirkung welche gewisse Bäume, vorzüglich die zwischen den Eichen und Tannen , und dann die Pappeln, Akazien, Lebensbäume und Weihmuths-Kiefern , theils in einzelnen Gruppen, theils in Verbindung mit den dunklen Wäldern, theils isolirt auf dem Wiesen-Grunde hervorbringen, sind vortrefflich berechnet. Die Einförmigkeit wird durch eine solche liebliche Farbenmischung angenehm unterbrochen, und die Schattierungen des verschiedenen Grüns sind dem Auge äußerst wohltätig. Im Thale zwischen den beyden Bergen, wird ein Teich von mannigfachen Bäumen und Gesträuchen beschattet."

Birken

1,

2,

3,

4,

5,

Der gleiche Deneken gibt im Aufsatz "Der Kranz der Zeit" von Wolf Eiermann in "Die Gartenkunst 2/1999" folgenden Hinweis zur Bepflanzung der Anlage: "Am Freundschaftsplatz sind Felsen an Blutbuche und gelehnt. Auf der Insel im Trüben See befinden sich 2 Silberpappeln und ein Sumax (Salix , R. Schneider) besondere Herbstfärbung.

Silberpappel

6,

7, 8, 9,

Deneken, Bemerkungen eines Reisenden über die Bettenburg im Landgerichte Hofheim, Fränkisch-Würzburgische Chronik, 1810, S. 383

226 | Die Jahreszeiten

10,

Einheimische Kiefern , Einiährigte 1500 dergleichen zweiiährigte 12150 dergleichen dreiiährigte 1014 Lerchen Bäume, Einiährigte 900 dergleichen zweiiährigte 3300 dergleichen dreiiährigte 1174 Lord Weymouths Kiefern , Einiährigte 300 dergleichen zweiiährigte 659 dergleichen dreiiährigte 112 dergleichen vieriährigte 250 Platanus, der Americanische, einiährigte 560 dergleichen dreiiährigte 170 Rothtannen oder Fichten zweiiährigte 24000 dergleichen vieriährigte 2912 Weiß- oder Edelltannen dreiiährigte 4000 dergleichen fünfiährigte 17500 Ahorn , der große. Vieriährigte 1200 Esche, einheimische, einiährigte 3000 Zahme Castanien , einiährigte 188 dergleichen zweiiährigte 36 dergleichen vieriährigte 60 Wilde Castanien , einiährigte 4500 dergleichen vieriährigte 600


In ihrem Buch "Die Bettenburg Wahrzeichen Hofheims" Im Skizzenbuch des Porzellanmalers von 1987 gibt Lieselotte Sörgel-Füglein folgenden finden sich folgende Hinweise zur Bepflanzung: Hinweis: Eingang Birken S. 33 "Schwarzkopf ... Züchter der ersten in Deutschland Die große Eiche Eiche gezogenen Rose, der "Perle vom Weißenstein" [die alte Betstelle des Eremiten Eichen, Tannen Burg der Kasseler Wilhelmshöhe]. Von ihm wurden Inschrift am Weg zum zahlreiche Rosenbüsche für den Burggarten ... und ein Denkmal der Auferstehung Tanne Kirschsortiment geliefert. Als Kultivateur dürfte er in Sinnbild der Auferstehung Tanne erster Linie das Pflanzenmaterial ... ausgewählt haben." Philosophengang Kiefern S. 34 "Die letzten Exemplare eines Kastanien-Wäldchens Der Trübe See Trauerweide werfen noch heute im Herbst ihre Früchte auf den Sitz unter dem großen Waldboden". A horn

11,

12,

13,

Ulmen , einheimische,

zweiiährigte 500 dergleichen Vieriährigte 735 Balsam Pappell, einiährigte 350 dergleichen vieriährigte 130

Italienische Pappell,

einiährigte 360 dergleichen dreiiährigte 500 14,

15, 16,

17, 18, 19, 20,

21, 22,

23,

Americanische VogellCirsche,

einjährigte 400 dergleichen zweiiährigte 200 dergleichen fünfiährigte 270 Hochwachsender Buxus , dreiiährigte 750 Arbor vitae, zweiiährigte 810 dergleichen Sechsiährigte 80 Sybirische Kiefern , dreiiährigte 90 Hülsen- oder Stechpalmen , Vieriährigte 210 Tyroler Kiefern , einiährigte 120 Tulipifera , einiährigte 108 dergleichen zweiiährigte 100

Weiße Cedern

einiährigte 200 Rothe Cedern , einiährigte 150 dergleichen dreiiährigte 66 Wacholder, einiährigte 400

24, 25, 26, 27, 28,

29, 30, 31,

Ahorn

Seite 38 42 56 60 62 70 95 98

Immergrünender Weißdorn , Einiährigte 200 Seven Baum , einiährigte Ableger 60 Linsen Bäume, Vieriährigte 300 Els- oder Darmbeeren , zweiiährigte 200 Nordische Mastkiefer, einiährigte 300 dergleichen dreiiährigte 270 Zwei oder Dreiblättl. Americ. Kiefer, dreiiähr. 70 Einheimische Eichen , um fremde Sorten darauf zu pfropfen 500

Taxus,

einiährigte 250 32,

Cornell Cirschen , zweiiährigte 200

33,

34,

Italienische Platanus, ausländische Linden, Ulmen, Ahorn, Erlen, Bircken, Pappelln 1791 Fremde Weiden in zwölf Sorten 300

35,

Wilde Kirschen, Apfell und Pflaumen ,

36,

Blühende Stauden

um ausländische Sorten anzuziehen 300

in mehr denn 100 Sorten 65

Die Jahreszeiten | 227


WEITERE BILDER PORZELLANMALERS

AUS

DEM

SKIZZENBUCH

EINES

Das Schloß Heldburg im Hildburghausischen Amte Heldburg bey der Stadt Heldburg von der Abendseite, un unter dem Schloße die Seemühle 1820

Das Schloß Heldburg im Hildburghäusische Amte Heldburg bey der Stadt Heldburg von der Morgenseite 1820

Sie Sichtenburg im Weimarischen Amte Ostheim 1820

Der Strengmann im Hildburghausischen Amte Heldburg 1820

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von Hansteinsches Rittergut Haubinder im Hildburghäusischen von der Ostseite 1817

von Hansteinsches Rittergut Haubinder im Hildburghäusischen von der Nordseite 1817

Schloß Bundorf des Herrn von Truchses von der Mittagseite 1816 Schloß Bundorf des Herrn von Truchses von der Morgenseite 1819 Die Schäferei bei Haubinder im Herzogthum Hildburghausen von der Mittagseite 1819

Die Jahreszeiten | 229


Quellen

Literatur

"Skizzenbuch eines Porzellanmalers" , 1816

"Christian Cay Lorenz Hirschfeld 1742-1792, Eine Biographie" , Wolfgang Kehn, Wernersche

Familie Truchseß zu Bundorf

Verlagsgesellschaft, "Der Kranz der Zeit - Zur Ikonographie der 1992, ISBN 3-88462-095-9 Bettenburger Waldanlagen (1789-1811)" , Wolf "Systematische Classification und Beschreibung der Eiermann, Die Gartenkunst, Wernersche Verlagsgesellschaft, 11. Jahrgang, Heft Kirschensorten" (1819) - Truchseß von Wetzhausen, Christian, 2/1999, S. 1755-1826, Bayerische Staatsbibliothek (bsb268 muenchen.de) "Theorie der Gartenkunst" , "Schlossbauten des 18. Jahrhunderts im Ritterkanton Christian Cay Laurenz Hirschfeld, 1779, Ausgabe Union Verlag Berlin, 1990, ISBN 3-372- Baunach" , Volker Rößler, 2000, Kommissionsverlag Degener & 00239-5 Co., Neustadt/Aisch "Hofheim i.UFr., Amtliche Topographische Karte" , Bayern, 1:25 000, Landesamt für Digitalisierung, Breitbrand und Vermessung, München, 2017

"Karten der Uraufnahme Bayerns 1808-1864" , Geoportal Bayern und den BayernAtlas, Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, www.geodaten.bayern.de "Daniel August Schwarzkopf (1738-1817): Hofgärtner und Garteninspektor am Kasseler Hof zur Zeit der Gartenkunstdebatte Ende des 18. Jahrhunderts" ,

Urte Stobbe Die Gartenkunst, Wernersche Verlagsgesellschaft, 21. Jahrgang, Heft 2/2009, S. 213

„Landschaftspark Bettenburg von 1789“ – Ein Spaziergang durch Vergangenheit und Gegenwart – von Silke und Nicolaus Kapp, Altenstein Mai 2017, Zitate aus Bemerkungen eines Reisenden über die Bettenburg im Landgericht Hofheim, Deneken 1810, Neue Fränkisch-Würzburgische Chronik "Satellitenbilder" 2021 GeoBasis-DE/BKG.GeoContent,

Maxar Technologies, Kartendaten, 2021 GeoBasisDE/BKG (2009) Deutschland über Google Maps

"Die Bettenburg Wahrzeichen Hofheims" , Liselotte Sörgel-Fügleiein, 1989, Verlag Holldruck GmbH, Hofheim

230 | Die Jahreszeiten


Reinhard Schneider Mit freundlicher Unterstützung

Jahrgang 1959. Als Diplom Industrie-Designer verfolgt er einen ganzheitlichen Ansatz mit Interessen an Architektur, Biologie, Kultur und Kunst, Philosophie und Wirtschaftswissenschaften. Unterfränkische Kulturstiftung

Seit 2010 lebt er mit seiner Frau Sabine PecoraroSchneider in Knetzgau. Seitdem entwickeln beide ihren Garten, mit dem Anspruch, andere für das Gärtnern zu begeistern. Dazu betreiben sie einen Blog über ihren Garten:

(Förderung beantragt)

www://pecoraroschneider.com.

Seit 2017 ist er künstlerisch tätig. Dabei ist der Garten für ihn Kunst. Seine Skulpturen und Plastiken aus Beton sind im eigenen Garten ausgestellt. In 2018 nahm er bei der Bayerischen Gartenakademie in Veitshöchheim an der Ausbildung zum "Gästeführer Gartenerlebnis Bayern" teil. Seitdem bietet er Gartenführungen im eigenen Garten, im Landschaftspark Bettenburg, sowie im zisterziensischen Barockgarten Schloß Oberschwappach an. Mit seiner Ehefrau Sabine organisiert er das Gartennetzwerk "Gartenparadiese Haßberge und nördlicher Steigerwald" mit eigenem Blog:

www://gartenparadiesehassberge.com

I MPRESSUM Originalausgabe Atelier Schneider J.-v.-Wolnberg-Str. 54, 97478 Knetzgau pecoraro-schneider@t-online.de www.pecoraroschneider.com © 2021 Alle Rechte vorbehalten 1. Auflage Juli 2021 100 ISBN 978-3-00-069512-4

Konzept, Text, Layout, Fotografie Dipl. Des. Reinhard Schneider Gästeführer Gartenerlebnis Bayern KONTAKT 09527-9520755 pecoraro-schneider@t-online.de

RECHTE

DIESESER BILDBAND wurde mit aller Sorgfalt zusammengestellt. Unvollkommenheiten lassen sich nie ganz ausschließen. Ich bitten dafür um Verständnis. DIE URHEBERRECHTE an Fotos und Texten bitte ich zu respektien. Gern können Sie mich wegen einer, auch auszugsweisen, elektronischen oder fotomechanischen Wiedergabe ansprechen. Fotos Dipl. Des. Reinhard Schneider, Knetzgau Hainert, erstellt. 2020.

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232 232 232 Seiten Seiten Seiten 159 159 159 Fotos Fotos Fotos 3 grafische 3 grafische 3 grafische Karten Karten Karten 1 historische 1 historische 1 historische Karte, Karte, Karte, 2626 historische 26 historische historische Routenkarten Routenkarten Routenkarten 1 Satellitenbild 1 Satellitenbild 1 Satellitenbild 7878 historische 78 historische historische Dokumente Dokumente Dokumente

Dem Dem Dem Parkgründer Parkgründer Parkgründer Christian Christian Christian Truchseß Truchseß Truchseß zuzuWetzhausen zuWetzhausen Wetzhausen Der Der Der thoretischpraktischen thoretischpraktischen thoretischpraktischen schönen schönen schönen Gartenkunst Gartenkunst Gartenkunst und und und ihren ihren ihren Beförderern Beförderern Beförderern

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zum zum zum 200. 200. 200. Todesjahr Todesjahr Todesjahr 1826 1826 1826 ­ 2026 ­ 2026 ­ 2026

mitmitmit seinen seinen Kommentaren Kommentaren und und seinen Kommentaren und "Der "Der "Der Mut Mut Mut Natur Natur Natur neu neu neu zuzudenken" zudenken" denken" verfasste der Kieler Professor verfasste verfasste der der Kieler Kieler Professor Professor allen allen Inschriften Inschriften des des Gartens Gartens allen Inschriften des Gartens ististist aktueller aktueller aktueller den den den je.je.je. Kein Kein Kein Tag Tag Tag C.C.L. C.C.L. C.C.L.Hirschfeld Hirschfelddiediedieerste erste Hirschfeld erste abgedruckt. abgedruckt. Anhand Anhand von von Karten Karten abgedruckt. Anhand von Karten vergeht vergeht vergeht ohne ohne ohne Nachrichten Nachrichten Nachrichten über über über deutschsprachige deutschsprachige "Theorie "Theorie der der deutschsprachige "Theorie der der derbayerischen bayerischenUraufnahme Uraufnahme der bayerischen Uraufnahme diediedie Zerstörung Zerstörung unserer unserer Zerstörung unserer Gartenkunst". Gartenkunst". Darin Darin formulierte formulierte Gartenkunst". Darin formulierte wird wird diediedie Waldanlage Waldanlage mitmitmit ihren ihren wird Waldanlage ihren natürlichen natürlichen Lebensgrundlage. Lebensgrundlage. natürlichen Lebensgrundlage. ererer eine eine Gartenkunst, Gartenkunst, diediedie diediedie eine Gartenkunst, noch noch vorhanden vorhanden und und verscholle­ verscholle­ noch vorhanden und verscholle­ Höchste Höchste Zeit Zeit unser unser Verhältnis Verhältnis zurzurzur Höchste Zeit unser Verhältnis Wirkungen Wirkungen der der Natur Natur aufaufauf den den Wirkungen der Natur den nen nen Bauten Bauten erlebbar. erlebbar. nen Bauten erlebbar. Natur Natur neu neu zuzu denken! zu denken! Natur neu denken! Menschen Menschen ininin den den Mittelpunkt Mittelpunkt Menschen den Mittelpunkt Das DaseineineinBesuch Besuchdes desLand­ Land­ Das Besuch des Land­ Der Der Landschaftgarten Landschaftgarten Bettenburg Bettenburg Der Landschaftgarten Bettenburg stellte. stellte. Damit Damit ging ging siesiesie weit weit über über stellte. Damit ging weit über schaftsparks schaftsparks Bettenburg Bettenburg zuzujeder zujeder jeder schaftsparks Bettenburg entstand entstand inineiner ineiner einer Zeit, Zeit, ininder inder der das das entstand Zeit, das diediedievorherrschende vorherrschendeenglische englische vorherrschende englische Jahreszeit Jahreszeit eineinein wundervolles wundervolles Er­ Er­ Jahreszeit wundervolles Er­ Verständnis VerständnisMensch Mensch und und Natur Natur Verständnis Mensch und Natur Gartengestaltung Gartengestaltung hinaus. hinaus. Gartengestaltung hinaus. lebnis lebnis ist,ist, belegen ist, belegen lebnis belegen zahlreichen neu neu definiert definiert wurde. wurde. InInIn den den neu definiert wurde. den diedie zahlreichen die zahlreichen Mit Mit der der einzigartigen einzigartigen Umsetzung Umsetzung Mit der einzigartigen Umsetzung Abbildungen. Lesezirkeln Lesezirkeln wurde wurde diediedie "Kritik "Kritik der der Lesezirkeln wurde "Kritik der Abbildungen. Abbildungen. dieser dieser Ideen Ideen imimLandschaftspark imLandschaftspark Landschaftspark dieser Ideen REINHARD REINHARD REINHARD SCHNEIDER SCHNEIDER SCHNEIDER Zeit den Mut Natur neu reinen reinen Vernunft" Vernunft" des des Philosophen Philosophen reinen Vernunft" des Philosophen Zeit Zeit fürfürfür den den Mut Mut Natur Natur neu neu zuzuzu Bettenburg Bettenburg kann kann der der Besucher Besucher Bettenburg kann der Besucher Dipl. Dipl. Dipl. Industrie Industrie Industrie Designer, Designer, Designer, denken. Immanuel Immanuel Kant Kantund und Goethes Goethes Immanuel Kant und Goethes denken. denken. auch auch heute heute noch noch diediedie Wirkungen Wirkungen auch heute noch Wirkungen Gärtner, Gärtner, Gärtner, Gartenkünstler Gartenkünstler Gartenkünstler und und und Evolutionstheorie Evolutionstheorie der der Urpflanze Urpflanze Evolutionstheorie der Urpflanze Garten imimsanft­melancholischen imsanft­melancholischen sanft­melancholischen Garten Garten Gästeführer Gästeführer Gästeführer Gartenerlebnis Gartenerlebnis Gartenerlebnis diskutiert. diskutiert. diskutiert. nach­vollziehen. Erstmalig wird nach­vollziehen. nach­vollziehen. Erstmalig Erstmalig wird wird Bayern Bayern Bayern imim Landkreis im Landkreis Landkreis vorliegenden imimimvorliegenden vorliegendenBuch Buchdas das Buch das Haßberge. Haßberge. Haßberge. InInIn dieser dieser dieser Zeit der Aufklärung, Zeit Zeit der der Aufklärung, Aufklärung, vollständige vollständige Skizzenbuch Skizzenbuch eines eines vollständige Skizzenbuch eines www.pecoraroschneider.com www.pecoraroschneider.com www.pecoraroschneider.com dem Anfang der Moderne, dem demAnfang Anfangder derModerne, Moderne, zeitgenössischen zeitgenössischen Porzellanmalers Porzellanmalers zeitgenössischen Porzellanmalers www.gartenparadiese-hassberge.com www.gartenparadiese-hassberge.com www.gartenparadiese-hassberge.com

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