12.3.2019
Erbach widmet Marstall für immer der Gastronomie
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Wer auch immer das Gebäude des ehemaligen Cafés „Schlossmühle“ am Marktplatz in Erbach nutzt, muss dies mit einem Bewirtungsbetrieb tun.
Zum Verweilen in Erbach gedacht ist die Kombination aus „Schlossmühle“ samt Pavillon (vorne) und dem Traditions-Gasthaus „Zum Hirsch“ mit seinen drei unterschiedlich ausgeprägten Lokalen (rechts im Hintergrund). Foto: Dirk Zengel
ERBACH - Für die Entwicklung ihres Marktplatzes bedient sich die Stadt Erbach aller Stellschrauben der Marktsteuerung, die staatliche Institutionen in der freien Marktwirtschaft zur Hand haben: Vom Erlass eindeutiger Nutzungsvorschriften bis zum Einkauf ins Immobilien-Aufkommen reichen die Werkzeuge, die der Fläche vor dem Schloss eine für ihren Gemeinnutzen gedeihliche Umgebung sichern sollen. Und die sehen die lokalpolitischen Gremien und Gruppierungen übereinstimmend in einem gastronomisch-touristischen Angebotsmix, der passende Handwerks- und Handelsgeschäfte einschließt.
Hinter diesem Bestreben steckt die Idee der Neuausbildung einer Symbiose zwischen Marktplatz und Schloss: Die Chance zu Einkehr und Einkauf sowie die Belebtheit des Vorplatzes sollen der ehemaligen https://www.echo-online.de/lokales/odenwaldkreis/erbach/erbach-widmet-marstall-fur-immer-der-gastronomie_20010039
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Residenz mit ihren beiden Museen zusätzliche Attraktivität verschaffen, die wiederum den angrenzenden Stadtbezirk mit mehr Gästen versorgt. Ausdrücklich vermeiden will die Lokalpolitik in diesem Sinne die Verwandlung des Marktplatzes in ein Wohn- und Büroviertel. Seit dem Neubezug des ehemaligen Spielwarengeschäfts Steibert im erweiterten Einzugsgebiet des Schlosses als SPD-Parteizentrale haben sich die städtischen Gremien deshalb solchen Ansinnen entschieden entgegengestellt. Während hier zuletzt die jenseits der Mümling an den Marktplatz anschließende Orangerie in den Blickpunkt gerückt ist, ist mit der jüngsten Stadtverordnetenversammlung der eigentliche Ausgangssowie Dreh- und Angelpunkt der Diskussion noch einmal aufgegriffen und zugleich zu Ende gebracht worden: der Marstall schräg gegenüber dem Schloss.
Mit dem heute fast geläufigeren Namen „Schlossmühle“ assoziieren Erbacher und Gäste nach wie vor die bisher letzte Blütezeit des Marktplatzes, als das gleichnamige Café der Familie Mohr dort sowohl Einkaufs- als Flanier- und Einkehrpublikum anzog. Die generationenbedingte Schließung des Betriebs führte dann zu einer spürbaren Entleerung des gesamten Viertels vor allem in den Wintermonaten, der erst die Eröffnung eines griechischen Restaurants entgegenwirkt. Selbst dieser noch fragile Neuanfang wäre freilich gescheitert, wenn sich die Stadt ordnungspolitisch zurückgehalten hätte.
DIE VERKEHRSFRAGE Zur Ausbildung des Marktplatzes als Publikumsfläche gehört für Bürgermeister Dr. Peter Traub auch für die städtischen Gremien die Eindämmung des Kraftfahrzeug-Verkehrs. Mit dem Verwaltungschef sind sich die Gremien einig in der Einschätzung, dass die großflächige Beparkung der Attraktivität von Platz und Bauensemble schadet. Umgekehrt müsse eine Parkbeschränkung dem Viertel insofern nichts von seinem Zuspruch nehmen, als in nächster Nähe ausreichend Abstellmöglichkeiten zur Verfügung stünden. (gg)
Denn der neue Eigentümer hatte bereits zur Umnutzung des ehemaligen Cafés in einen Bürotrakt angesetzt, als die Stadtverordnetenversammlung ihm in den Arm fiel: Mit einer Veränderungssperre setzte sie die https://www.echo-online.de/lokales/odenwaldkreis/erbach/erbach-widmet-marstall-fur-immer-der-gastronomie_20010039
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Beibehaltung des seitherigen Verwendungszwecks durch, woraus sich nach geraumer Wartezeit die Verpachtung als Speiselokal ergab. Weil eine solche Veränderungssperre allerdings nur befristet wirkt, hätte der „Schlossmühle“ bei jedem weiteren Wechsel in der heute oft kurzlebigen Bewirtung das gastronomische Aus gedroht. Deshalb leitete das Stadtparlament gleichzeitig ein Bebauungsplanverfahren ein, das die publikumswirksame Nutzung dieses Gebäudes und des anschließenden Elfenbein-Pavillons absichern soll.
Nach dem Beschluss als Satzung in der jüngsten Parlamentssitzung steht diese Vorgabe nun unmittelbar vor der Rechtsgültigkeit. Per Gesetz erreicht die Stadt damit in erster Reihe am Marktplatz jene Richtung, in die sie für die Orangerie auf andere Weise drängt: Hier hat die Kommune zur Disposition stehende Gebäudeteile einfach aufgekauft, um unerwünschten Änderungen vorzubeugen. Mit dem kommunikativen Elfenbeinkünstler Bernhard Röck ist hier für den Westflügel bis auf Weiteres jene den Zielen entsprechende Besetzung geglückt, mit deren Umsetzung auch an anderer Stelle das Vorgehen der Stadt steht und fällt. Denn die beste Nutzungsvergabe nützt nichts, wenn sich niemand findet, der damit eine dauerhafte Existenz begründen kann. Kommentare
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