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VENEDIG VIERTEL, GASSEN, KLEINE UND GROSSE PLÄTZE AM CANAL GRANDE UND AM MARKUSPLATZ


VENEDIG

D

as Festland ist vier Kilometer entfernt, das Meer zwei, dazu über hundert Inseln, ebenso viele Kanäle, mehr als vierhundert Brücken, aber nur eine Piazza (die anderen Plätze heißen nämlich Campi und Campielli). Die gesamte Stadt und ihre Lagune sind von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden. In dieser weltweit einzigartigen Umgebung bewegt man sich fast im gesamten Stadtgebiet an Bord einer der zahlreichen Schifffahrtslinien, den Canal Grande oder den Canale della Giudecca entlang, aber auch zum Lido, zu den Inseln San Giorgio, San Michele, Murano, Burano, Torcello und anderen mehr.

Der Canal Grande

Die Route erstreckt sich über die ganze Länge des Canal Grande, vom Piazzale Roma bis zum Markusbecken, mit Beschreibung der wichtigsten Gebäude am Kanal. Canal Grande**. Er ist die größte interne Wasserstraße, welche die Stadt von Nordwesten nach Südosten durchquert und die einzelnen Teile miteinander verbindet. Er ist 3.800 m lang, zwischen 30 und 70 m breit und hat die Form eines umgekehrten S. In den Anfängen hatte er die Funktion eines Hafens und diente zum Transport der Waren zum Markt von Rialto, doch im 16. Jh. begann der venezianische Adel, hier seine prachtvollen Villen zu errichten. So ist er denn von einer fast ununterbrochenen Abfolge herrlicher Bauten gesäumt, vom 13. (die byzantinischen ‚Case Fondaco‘, d.h. Handelshäuser, aus dem 13. und 14. Jh.) bis zum 18. Jh.


Brücken Ponte degli Scalzi (A1, a.K.), aus Stein, 1934 neu errichtet, ist eine der vier Brücken, die den Canal Grande überspannen. Ponte della Costituzione (A1, a.K.). Vom berühmten spanischen Architekten Santiago Calatrava entworfen, wurde diese Brücke 2008 eingeweiht und verbindet Piazzale Roma mit dem Bahnhof Santa Lucia. Die Flachbogenbrücke hat 74 Rippen, die alle verschieden sind, ist 94 m lang, an ihrer höchsten Stelle 10 m hoch und hat an den Widerlagern eine Breite von 6 m, in der Mitte von 9 m. Die Struktur der Brücke ist aus Stahl, der Boden aus Glas und Istria-Stein, die Brüstungen aus Glas und der Handlauf aus Bronze. Rialtobrücke* (C4). Die bekannteste Brücke Venedigs wurde 1591 von Antonio da Ponte errichtet. Sie ist 48 m lang und 22,10 m breit, besteht aus einem einzigen Bogen mit einer lichten Weite von 28 m und einer Durchfahrtshöhe von 7,50 m. Eine Reihe von Bögen bildet den oberen Abschluss. Ponte dell’Accademia (F2), aus Holz, 1934 an Stelle der Eisenbrücke aus dem 19. Jh. errichtet.

Linkes Ufer Bahnhof Venezia-S. Lucia (A1, a.K.), in der zweiten Hälfte des 19. Jhs dort gebaut, wo sich früher der Klosterkomplex S. Lucia befand. 1954 neu errichtet. Anlegebrücke Degli Scalzi. Gli Scalzi* (A1, a.K.), Barockkirche, von B. Longhena für eine Gemeinschaft Unbeschuhter Karmeliten errichtet, die Mitte des 17. Jhs von Rom nach Venedig gekommen war. Canale di Cannaregio (A1), nach dem Canal Grande der größte Kanal, wird von der charakteristischen Brücke Ponte delle Guglie überspannt. Links die Kirche S. Geremia (A1) aus dem 18. Jh., Erweiterung der Fassade 1871, mit romanischem Glockenturm aus Backstein. Daneben liegt Palazzo Labia (A1), 17. Jh., Sitz der italienischen Hörfunk- und Fernsehanstalt RAI. Der prachtvolle Festsaal ist mit Fresken von G.B. Tiepolo (ca. 1745-56) geschmückt. Palazzo Correr Contarini (A1), prunkvoller Bau aus dem 17. Jh., der aufgrund des Familienwappens auch Ca‘ dei Cuori (Haus der Herzen) genannt wird. Anlegestelle S. Marcuola. Palazzo Vendramin Calergi* (A2), in eleganten Formen des Rinascimento, nach einem Entwurf von Mauro Codussi, vollendet von den Lombardo (1509). Er ist Sterbeort von Richard Wagner (13. Februar 1883) und ständiger Sitz des Spielkasinos. Palazzo Erizzo alla Maddalena (A2), gotisch, 15. Jh., aber später umgebaut. Palazzo Gussoni (A3), in eleganten Formen des 16. Jhs, dem Sanmicheli zugeschrieben. An der Fassade befanden sich Fresken von Tintoretto. Palazzo Fontana-Rezzonico (A-B3), im späten Stil des Sansovino, errichtet im16.- 17. Jh. Ca’ d’Oro** (B3), prunkvoller gotischer Bau aus dem 15. Jh., im 19. Jh. umgestaltet, heute Sitz der Galleria Giorgio Franchetti. Anlegestelle Ca’ d’Oro. Palazzo Sagredo (B3), gotischen Ursprungs, das Innere wurde im 18. Jh. neu gestaltet. Palazzo Michiel dalle Colonne (B4), Ende des 17. Jhs erneuert, mit Bogengang im Erdgeschoss und eleganten Loggien. Ca’ da Mosto (B4), eine typische Casa-Fondaco (Handelshaus) aus dem 13. Jh., umgestaltet unter Hinzufügung von zwei weiteren Stockwerken. Im Inneren sind byzantinische Elemente erhalten. Vom 16. - 18. Jh. war das Haus Sitz des berühmten Hotels Leon Bianco. Fondaco dei Tedeschi (C4)‚Handelshaus der Deutschen‘, 1505-08 vom Scarpagnino und von Giorgio Spaventa nach einem Entwurf von Girolamo Tedesco neu errichtet, mit Bogengang im Erdgeschoss; seine Fassade war mit Fresken von Giorgione und Tizian geschmückt. Anlegestelle Rialto. Palazzo Dolfin-Manin (C4), Bau aus dem Rinascimento von Jacopo Sansovino (1536-73), mit Bogengang im Erdgeschoss. Sitz der Banca d’Italia. Palazzo Bembo (C-D4), spätgotischer Bau, auf einem venetisch-byzantinischen Vorgängerbau errichtet, von dem noch Spuren erhalten sind.


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VENEDIG Palazzo Loredan und Ca’ Farsetti (D3; Rathaus), venetisch-byzantinische Bauten aus dem 12.-13. Jh., im ersten Geschoss mit durchgehenden Loggien. Palazzo Grimani* (D3), imposanter dreistöckiger Bau aus dem Rinascimento, mit weiten, von Lisenen und Säulen gesäumten Bogen, ein Meisterwerk von Michele Sanmicheli (1556-75); heute Gerichtsamt. Palazzo Corner Spinelli* (D2), schöne Architektur aus dem frühen Rinascimento, zwei Stockwerke mit großen zweibogigen Fenstern; Entwurf von Mauro Codussi (Ende des 15. Jhs). Anlegestelle S. Angelo. Palazzi Mocenigo (D1-2), ein Komplex aus vier Gebäude (16.-18. Jh.). Hier haben Giordano Bruno (1592) und Byron (1818) gewohnt. Palazzo Contarini delle Figure (D1), ein Bau des Rinascimento, aus der ersten Hälfte des 16. Jhs, der seinen Namen den Karyatiden über dem Portal verdankt. Palazzo Moro-Lin (D-E1), aus dem 17. Jh., auch als „Palazzo der 13 Fenster“ bezeichnet. Palazzo Grassi (E1), barock, mit imposanten klassizistischen Formen, ein Werk von Giorgio Massari (18. Jh.); wird zu bedeutenden Veranstaltungen und Kunstausstellungen genutzt. An der großen Treppe lebendige Fresken von Michelangelo Morlaiter (18. Jh.). S. Samuele (E1), Kirche aus dem 11. Jh., mit malerischem romanisch-venetischen kleinen Glockenturm (12. Jh.); heute für Ausstellungen genutzt. Ca’ del Duca (E1-2), aus dem 19. Jh., mit Überresten des Vorgängerbaus aus dem 15. Jh. Jetzt zu einem Hotel umgebaut. Palazzo Giustinian Lolin (E1-2), barocker Bau, Entwurf von Baldassarre Longhena (1630 ca.), mit zwei Stockwerken mit hohen Loggien. Palazzo Cavalli Franchetti (F2), 15. Jh., Ende des 19. Jhs erneuert und erweitert. Palazzo Corner della Ca’ Granda* (F2-3), grandiose Architektur von Jacopo Sansovino (1533-53 ca.), mit einer klassischen, in drei Reihen angeordneten Fassade. Heute ist der Palazzo Sitz der Präfektur. Anlegestelle S. Maria Zobenigo. Palazzo Contarini Fasan (F3), schönes Beispiel für die Spätgotik (1475), auch als das „Haus der Desdemona“ bezeichnet. Palazzo Treves de’ Bonfili (F4), Bau aus dem 17. Jh., mit klassizistischer Fassade, das Innere mit Einrichtung und Schmuckwerk in der Art des Neoklassizismus, Anfang 19. Jh. Ca’ Giustinian (E-F4), spätgotischer Bau (1474), mit drei Reihen von Fenstern und Loggien; Hauptquartier der Biennale d’Arte. Anlegestelle S. Marco.

Rechtes Ufer Anlegestelle S. Chiara, am Piazzale Roma (C1, a.K.), wo die Brücke Ponte della Libertà (1933) beginnt, die Venedig mit Mestre verbindet. Giardini Papadopoli (C1, a.K.), öffentliche Anlagen, dort eingerichtet, wo sich früher der Klosterkomplex S. Croce befand. S. Simeon Piccolo (B1, a.K.), klassizistische Kirche (1738), mit einer Kupferkuppel. Fondaco dei Turchi (A2), ‚Handelshaus der Türken‘, in venetisch-byzantinischen Formen; 1858-69 radikal erneuert; Sitz des Museo di Storia Naturale. Depositi del Megio (A2), antiker Getreidespeicher (Hirse) der Republik, ein strenger Ziegelbau mit Zinnen aus dem 15. Jh. Palazzo Belloni Battagia (A2), Bau aus dem 17. Jh. von Baldassarre Longhena, mit großer Loggia in der Hochetage. Anlegestelle S. Stae. S. Stae (S. Eustachio; A-B2), Kirche aus dem 17. Jh., mit lebhafter Barockfassade von Domenico Rossi (1709). Ca’ Pesaro* (B2-3), prunkvolles Beispiel des venezianischen Barock, begonnen von Baldassarre Longhena (1628) und erst im nachfolgenden Jh. von Antonio Gaspari (1710) vollendet; Sitz der Galleria Internazionale d’Arte Moderna und des Museo d’Arte Orientale.


Risi e Bisi Zubereitungszeit: 10 Minuten Kochzeit: 1 Stunde und 15 Minuten Schwierigkeitsgrad: niedrig Zutaten für 4 Personen: 250 g Reis 1 kg frische Erbsen in der Schote 1 Liter Brühe 50 g Butter Natives Olivenöl Extra 3 EL gehackte Petersilie 1 Zwiebel Zubereitung: Die Erbsen aus den Schoten streifen und die leeren Hülsen in 2 Liter Salzwasser für etwa eine Stunde

bei niedriger Hitze kochen. Danach die Hülsen wegwerfen und die Brühe aufbewahren. In der Zwischenzeit die gehackte Zwiebel mit 2 EL Öl und 1 EL Butter bei schwacher Hitze glasig dünsten. Den Reis hinzufügen und kurz anschwitzen lassen. So viel von der aus den leeren Hülsen gekochten Brühe angießen, bis der Reis bedeckt ist. Nach 5 Minuten die Erbsen zugeben und bei schwacher Hitze unter häufigem Rühren köcheln lassen, bis die Brühe vollständig aufgesogen ist. Den Rest der Brühe nach und nach angießen. Wenn der Reis gar ist, vom Herd nehmen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und die restliche Butter und die Petersilie unterrühren. Nach Belieben mit Parmesan bestreuen.

Ca’ Corner della Regina (B3), imposanter klassizistischer Bau von Domenico Rossi (1724), mit zwei Etagen mit Loggien; bis 2008 Sitz des Historischen Archivs der Biennale, dann in den wissenschaftlich-technologischen Park VEGA in Ponte Marghera umgezogen. Palazzo Brandolin-Morosini (B3), gotischer Bau (15. Jh.), auf einem byzantinischen Vorgängerbau, mit zwei eleganten Loggien; im 16. Jh. umgebaut. Pescheria (B3), neugotischer Bau (1907) mit Bogengang, Mittelpunkt des Fischmarktes. Fabbriche Nuove (B4), nach einem Entwurf von Jacopo Sansovino (1554-56), mit einem langen Bogengang im Erdgeschoss; Sitz des Gerichts. Fabbriche Vecchie (B4), ausgedehnter Bau mit Bogengängen, Teil des vom Scarpagnino 1522 errichteten Gebäudekomplexes; heute Sitz des Gerichts. Palazzo dei Camerlenghi (C4), eleganter Bau aus dem Rinascimento, vielleicht von Guglielmo Bergamasco (1528), mit zwei Stockwerken mit Bogenloggien. Palazzo dei Dieci Savi (C4), Bau aus dem Rinascimento mit Bogengang, 1521 vom Scarpagnino errichtet. Uferpromenade Riva del Vin. Anlegestelle S. Silvestro. Palazzo Papadopoli (C-D3), prunkvoller Wohnbau aus der Hälfte des 16. Jhs, mit zwei großen Loggienreihen. Palazzo Bernardo (D2), gotisch (15. Jh.), mit reichem Schmuckwerk. Palazzo Grimani-Marcello (D2), elegante Formen aus der lombardischen Zeit (Anfang des 16. Jhs), mit dreibogigen Loggien in den beiden oberen Stockwerken. Palazzo Pisani-Moretta (D2), gotisch (erste Hälfte des 15. Jhs), mit zwei schönen Loggien mit ineinander verschränkten Bogen. Palazzo Giustinian-Persico (D2), aus dem Rinascimento, 16. Jh. Palazzo Marcello dei Leoni (D1), so bezeichnet aufgrund der romanischen Löwen zu beiden Seiten der Tür. Anlegestelle S. Tomà. Palazzo Balbi (D1), auch bezeichnet als „Palazzo an der Kanalbiegung“; grandioser Bau in klassischen Formen, 1590 nach einem Entwurf von Alessandro Vittoria errichtet; heute Sitz der Region Venetien. Ca’ Foscari* (D-E1), 1452 begonnen, mit zwei schönen achtbogigen Loggien, einer


VENEDIG der prunkvollsten Wohnbauten der venezianischen Gotik, heute Sitz der Universität. Palazzi Giustinian (E1), elegante gotische Bauten aus der zweiten Hälfte des 15. Jhs, lange Fassade mit mehrbogigen Fenstern. In einem dieser Palazzi komponierte Wagner Tristan und Isolde. Ca’ Rezzonico* (E1), prunkvoller Barockbau, begonnen von Baldassarre Longhena (1649), fertig gestellt von Giorgio Massari (ca. 1750); Sitz des Museo del Settecento Veneziano (Museum des Venezianischen 18. Jhs). Anlegestelle Ca’ Rezzonico. Palazzo Loredan dell’Ambasciatore (E1), spätgotisch (15. Jh.), in zwei Nischen der Fassade zwei lombardische Figuren mit einem Schild (15. Jh.). Palazzo Contarini degli Scrigni (E-F1), bestehend aus zwei Baukörpern: einer ist spätgotisch, dem anderen liegt ein Entwurf von Vincenzo Scamozzi (1609) zu Grunde. Die Gallerie dell’Accademia (F1-2) haben ihren Sitz im ehemaligen Klosterkomplex S. Maria della Carità. Anlegestelle Dell’Accademia. Palazzo Contarini Dal Zaffo (F2), schöner Bau aus dem frühen venezianischen Rinascimento, vielleicht das Werk von Giovanni Buora. Palazzo Cini (F2), dessen Fassade aus dem Rinascimento auf den kleinen Kanal Rio S. Vio geht, ist Sitz der Sammlung Vittorio Cini; mit Gemälden aus der toskanischen und Ferrareser Schule vom 13.-15. Jh. sowie kunstgewerblichen Gegenständen. Palazzo Da Mula (F2), spätgotisch (Ende des 15. Jhs), mit drei vierbogigen Loggienreihen. Palazzo Venier dei Leoni (F2), Entwurf aus dem Jahr 1749; hier befindet sich heute die bedeutende Sammlung Peggy Guggenheim zeitgenössischer Kunst. Palazzo Dario (F2-3), aus dem Rinascimento, Pietro Lombardo (1487) zugeschrieben; Fassade mit dreifacher vierbogiger Loggia. Ehemalige Abtei S. Gregorio (F3), 1160 gegründet und mehrfach umgebaut, mit gotischem Portal (14. Jh.). Anlegestelle Della Salute. S. Maria della Salute* (F3), barockes Meisterwerk von Baldassarre Longhena (1631-87). Punta della Salute oder della Dogana (F4) ist der eindrucksvolle Eingang zum Markusbecken, mit dem langen, niedrigen Bau der Dogana da Mar (Zollbehörde), der im 15. Jh. als Waren-Ausladestelle eingerichtet und mehrere Male umgebaut wurde.

Bereich des Markusplatzes

Der Markusplatz war das Herz des venezianischen Staates: Vom Glockenturm rief die ‚Trottiera‘ zur Ratsversammlung, der Doge machte seine Prozession um den Platz, die Basilika war die Zoll-Kapelle. Im Palazzo wurden die Beschlüsse der Regierung besprochen und gefasst, dort wohnte der Doge, Angeklagte wurden verurteilt, manchmal wurden sie auch zwischen den Säulen der Piazzetta hingerichtet; unter den Bogengängen wurden die Schiffsmannschaften angeheuert, die Schiffe hatten am Kai festgemacht. Die vorgeschlagene Route beschränkt sich auf den Markusplatz und die anliegende Piazzetta. Markusplatz** (D-E4-5). Wahrzeichen der Stadt und zu jeder Zeit Mittelpunkt des öffentlichen Lebens, ist der Platz von Palästen mit durchgehenden Bogengängen gesäumt, unter denen Cafés und Geschäfte eingerichtet sind. Im Hintergrund die Markuskirche** (D-E5) mit dem abseits stehenden, hohen Glockenturm (E5). Im 9. Jh. gegründet, um die 828 in Alexandria (Ägypten) geraubten Gebeine des Evangelisten Markus, des Schutzpatrons der Stadt, aufzunehmen. Sie war Mittelpunkt des religiösen und öffentlichen Lebens der Stadt, der Ort, wo die Dogen dem Volk präsentiert wurden, und ist eines der bedeutendsten Wahrzeichen Venedigs und seiner Geschichte. Mehrfach umgebaut, hat sie im Laufe der Zeit die charakteristischen Formen einer byzantinischen Kirche angenommen, mit großer zentraler Kuppel und weiteren halbkugelförmigen Kuppeln, mit kleinen Zwiebelkuppeln darauf. Im Kircheninne-


ren die Mosaiken** auf Goldgrund, welche die oberen Wandflächen und die Kuppeln ausschmücken und den besonderen Reichtum der Basilika darstellen. Hinter dem Hochaltar die berühmte Pala d’Oro** (Goldene Altartafel), ein Werk der byzantinischen und venezianischen Goldschmiedekunst (10.-14. Jh.), und der Altar des Sakraments. Vom Ende des rechten Querschiffs erfolgt der Zugang zum Tesoro di S. Marco (Markusschatz), mit liturgischen Gegenständen (byzantinische Goldschmiedearbeit). Auf der Ebene der Galerien befindet sich das Markusmuseum mit bebilderten Choralbüchern und Fragmenten von Mosaiken aus der Basilika. Die Alten Prokuratien, ein langer Bau mit zwei Loggienreihen, an dessen Ostseite der Uhrturm steht, bilden die Nordseite der Piazza, die Begrenzung der Südseite erfolgt durch die Neuen Prokuratien (E4-5), mit einigen Sälen des Museums Civico Museo Correr* (E4) und des Museo Archeologico Nazionale. Unter den Bogengängen hat das historische Caffè Florian (18. Jh., im 19. Jh. umgebaut) seinen Sitz, einer der berühmtesten Treffpunkte der Stadt. An der kürzeren Seite der Piazza steht der Verbindungsflügel zwischen den Alten und den Neuen Prokuratien, die Ala Napoleonica (E4), die 1810 hinzugefügt wurde. In ihrem Inneren führt eine monumentale Treppe zum Napoleonsaal (1822) im klassizistischen Stil. Die kleine Piazzetta S. Marco* (E5) wird vom Dogenpalast und der Libreria Sansoviniana gesäumt und geht auf den Markus-Kai, mit Blick auf die Insel San Giorgio im Hintergrund. Am Ufer stehen zwei monolithische Säulen aus dem 12. Jh., auf Sockeln aus dem 16. Jh., auf denen die antiken Statuen des Markuslöwen und des Hl. Theodorus, des ersten Schutzpatrons der Stadt (eine Kopie, das Original befindet sich im Dogenpalast), stehen. Zwischen diesen beiden Säulen wurde einst das Gerüst für Hinrichtungen errichtet. Der Dogenpalast** (E5) war Wohnsitz des Dogen, Sitz der höchsten Magistraturen und Wahrzeichen der Macht und der Herrlichkeit der antiken Republik. Unter den zahlreichen Werken in den Sälen sind zu nennen: ein Beweinter Christus * von Giovanni Bellini; ein Fresko von Tizian mit dem Hl. Christophorus (1524), der Markuslöwe von Carpaccio, Gemälde von Domenico Tintoretto, Paolo Veronese, Palma dem Jüngeren und Hieronymus Bosch. Die Libreria Sansoviniana** (E5) ist ein Meisterwerk der venezianischen Architektur des 16. Jhs, ein Werk von Jacopo Sansovino, das nach dem Tode des Architekten (1570) von Vincenzo Scamozzi beendet wurde. Antiker Sitz der Biblioteca Marciana (Markus-Bibliothek). An die Libreria Sansoviniana anschließend, am Kai, der Palazzo della Zecca (E5). Ein strenger Bau von Jacopo Sansovino (1537-66), in dem früher die Münzen geprägt wurden und der heute Sitz der Biblioteca Nazionale ist. Die Brücke Ponte della Paglia („Stroh“-Brücke; E5) trägt diesen Namen, weil früher hier das Stroh für die Gefängnisse und die Pferdeställe des Dogenpalastes abgeladen wurde. Sie führt über den kleinen Kanal Rio di Palazzo. Nach der Brücke beginnt die Riva degli Schiavoni*, eine breite, belebte Promenade, die so benannt wurde, weil hier früher das Schiffsvolk aus der Schiavonia oder Slavonia (dem heutigen Dalmatien) landete, mit seinen Schiffen anlegte und seine Geschäfte machte.


Die Inhalte sind Auszüge aus dem Werk ‚Guida Rapida d’Italia – Bd. Nord‘ herausgegeben von Touring Editore. Graphische Durchsicht, Seitenlayout, Anpassung für das Internet: Alcos Pr&pressoffice s.r.l. - Milano www.alcoscomunicazione.com Übersetzung: Studio Queens srl, Milano Umschlagfoto: Thinkstock Von der Abteilung „Iniziative Speciali“ von Touring Editore unterstützte Ausgabe Corso Italia 10 – 20122 Milano Tel: 028526509, Fax 028526503 Iniziative.speciali@touringclub.com In Zusammenarbeit mit © 2014 Touring Editore Corso Italia 10 – 20122 Milano www.touringclub.com Touring Club Italiano ist ein eingetragenes Markenzeichen des Touring Club Italiano (Corso Italia 10, Milano, www.touringclub.it) und wird in Lizenz von Touring Servizi srl an Touring Editore srl vergeben.


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