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designer Interview mit Torsten Müller

Fotos: Torsten Müller

In den Spas von Torsten Müller tauchen Sie ein in ein Meer aus Licht und Farben.

OASEN der Entspannung

Torsten Müller holt seine Inspirationen aus der Natur, von Reisen und Kulturen und im Gespräch mit Kunden.

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Licht+Wohnen 0612


designer

Torsten Müller kreiert Wohlfühlräume: Mit Farb- und Lichtspiel werden seine Bäder und Spas zu Oasen der Ruhe.

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Die Interieurs des Designers Torsten Müller sprechen alle Sinne an. Wir sprachen mit ihm über seine Inspirationen und Konzepte.

Herr Müller, das Badezimmer hat sich vom funktionalen Ort zum Raum mit Wohlfühlund Erlebnischarakter entwickelt. Warum nimmt das Badezimmer für uns einen so hohen Stellenwert ein? Torsten Müller: Das ist wohl vielem geschuldet, zum Beispiel dem wachsenden Wohlstand, der nach Neuem sucht. Für mich aber ist der wichtigste Grund das Bedürfnis, einen Ort zu haben, in dem wir alle den Stress des Alltags abstreifen können. Wir sind im digitalen Zeitalter angelangt. Es geht um ständige Erreichbarkeit und darum, immer schneller, immer mehr und jederzeit sofort per iPhone oder iPad alles bedienen zu können. Das spiegelt sich auch im professionellen Lichtdesign, wie zum Beispiel KNX oder LED-RGB, wider. Was gibt es Neues im Spa-Design? Torsten Müller: Ich habe da bestimmte Bilder vor Augen: Der Nutzer befindet sich in der Oper und möchte den Abend mit seiner Begleitung mit einem romantischen Verwöhnprogramm ausklingen lassen. Er gibt per Tastendruck auf seinem iPhone die Wohlfühlparameter an die ferngesteuerte Wanne zuhause und programmiert das Raumthermostat so, dass ihn seine Wunschtemperatur von 24° Grad erwartet. Beim Eintreten wird das Fensterglas undurchsichtig, die Leinwand fährt herab. Nachdem man in der temperierten freistehenden Badewanne Platz genommen hat, verdunkelt sich der Raum, und ein saphirblau illuminierter Vorhang umschließt die Wanne an der Rückseite. Der umgebende duftende MarmorinoWandbelag wird unterbewusst wahrgenommen, die Aromen des Orients strömen leise zu den entspannenden Klängen ein. Das Lichtdesign erzeugt durch die Farbe Tiefmagenta in der Lichtvoute an der Decke, rund um die Wanne und in den Nischen eine tiefe Erdigkeit; das Farbenspiel wechselt langsam ins Korall bis hin zum zarten Rosenpink, der Farbe der Liebe. Dazu ein prickelndes Getränk auf den Lippen. Das Weitere überlasse ich nun dem Leser...

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Im Badezimmer muss das Licht vielen Anforderungen gerecht werden. Welches Licht empfehlen Sie in diesen Räumlichkeiten? Torsten Müller: Zuerst sei dazu gesagt: Das alles ist dem technologischen Fortschritt unterworfen. Moderne LED-Technik lässt einiges zu, was früher noch nicht machbar war. Allerdings ist es noch ein wenig hinderlich, dass die Farbwiedergabe noch nicht perfekt ist. Um ein emotionales professionelles Lichtdesign für den „Raum für die Sinne“ zu konzipieren, ist es in erster Linie wichtig, dass wir verschiedene Stimmungen haben. Oder finden Sie es spektakulär, wenn Sie in die Oper gehen, und es gibt nur eine Grundbeleuchtung, wie es leider immer noch sehr oft zu sehen ist? Den Beruf „Lichtdesigner“ gibt es als Ausbildungsform in diesem Sinn noch gar nicht. Genauso verhält es sich mit dem Badarchitekten. Der frühere Installateur wurde gar nicht für die Anforderungen, die der Kunde heute stellt, ausgebildet, und das hat sich bis heute kaum verändert. Mit welchen „Tricks“ lässt sich ein Badezimmer in eine Wohlfühloase verwandeln? Torsten Müller: Man kann nicht sagen: „Mach das Lichtdesign so und so, und es wird zauberhaft!“ Es hat in erster Linie mit den Menschen

Info Torsten Müller 2006 wurde sein Atelier in Bad Honnef als Top-Badstudio prämiert, inzwischen setzt er europaweit Maßstäbe im Spa- und Raumdesign. Nebenbei hält Torsten Müller auch Fachvorträge. Mehr unter www.design-bad.com.

zu tun, die sich in diesem Wohlfühlraum aufhalten, und dann erst mit dem, was machbar ist. In erster Linie gilt es, den Raum optisch zu strecken – zum Beispiel mit Nischen, die beleuchtet sein müssen. Dadurch entsteht eine gewisse Tiefe. Für mich bedeutet LichtDesign, dass wir die unzähligen Möglichkeiten nutzen, mit Licht besondere Stimmungen zu schaffen oder aber zu verstärken. Zudem sollten alle drei Beleuchtungsvarianten das Konzept unterstützen. Damit meine ich das Stimmungslicht, das Grundlicht und die Zonenbeleuchtung. Woher holen Sie Ihre Inspirationen? Torsten Müller: Es beginnt mit dem Wichtigsten: dem Input, der durch die Bedarfsanalyse mit dem Kunden entsteht – und dem Raum, in dem realisiert wird. Weiter geht es mit Erlebnissen aus der Natur, Messebesuchen und den vielen Reisen auf dieser wunderschönen Welt mit ihren unterschiedlichen Kulturen, die immer wieder Anregungen bieten. Das Entscheidende ist, dass der Raum alle fünf Sinne anspricht. All dies läuft wie ein „Virenscanner“ im Hintergrund ab, und manchmal habe ich das Gefühl, als ob ein anderer diese kreativen Puzzleteile zusammenfügt – wenn ich nur lausche… Wie würden Sie Ihr eigenes Spa kreieren? Torsten Müller: Da stellt sich zuerst die Frage: Wo? Hier in Deutschland oder im heißem Süden am Meer? Der Bungalow mit dem Pool, der am Rand der Klippe mit dem türkisfarbenen Meer in eine horizontale Linie übergeht, oder aber das Loft am Berg mit Blick auf einen schneebedeckten Gipfel? Extreme Unterschiede, oder? Ich mag es sehr, wenn alles extrem puristisch ist. Wenn es allerdings zudem noch in Weiß gehalten ist, wirkt es oft sehr kühl; ohne das Sonnenlicht ist es nicht ganz so aufregend. Vielen Dank für das Gespräch! Das komplette Interview mit allen Antworten finden Sie auf www.lichtundwohnen.de.

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Magazin LICHT WOHNEN Interview mit Designer Torsten Müller  

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