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gesundheit & schönheit

„Ein perfektes

Blond

bekommt nur der Profi hin“ Ob Marlene Dietrich, Jean Harlow, Marilyn Monroe, Doris Day, Brigitte Bardot, Pamela Anderson oder Heidi Klum, ob Howard Hawks’ Film „Blondinen bevorzugt“ von 1953 oder Rod Stewarts Song „Blondes have more fun“ von 1978: Keiner anderen Haarfarbe haftet bis heute ein solcher Mythos an wie dem Blond. Und das nicht nur im positiven Sinn, sondern auch negativ, wie unter anderem die unzähligen Blondinen-Witze zeigen. Dessen ungeachtet ist der Farbton nach wie vor absolut „in“. Da aber nur zwei Prozent der Weltbevölkerung von Natur aus blond sind, wird teilweise kräftig nachgeholfen, um dem jeweils gewünschten Traumblond so nahe wie möglich zu kommen. Worauf beim Färben zu achten ist und wie es mit der Pflege aussieht, darüber sprachen wir mit dem Hairstyling-Spezialisten Oliver Scholz, der in Stuttgart und der Region mit 14 Salons Präsenz zeigt. top: Herr Scholz, viele Frauen wünschen sich einen natürlichen Blondton. Warum ist das – wie man oft sieht – in der Realität so schwierig umzusetzen? Scholz: Zunächst sollte immer erst die Frage beantwortet werden, was für die Kundin überhaupt ein natürlicher Blondton ist, welches Blond ihr steht und wie sie aussehen möchte. Außerdem muss der aktuelle Zustand des Haares analysiert werden. Ganz wichtig ist es auch zu wissen, wie oft die Haare in den vergangenen Jahren bereits gefärbt wurden. Auf dieser Basis entwickeln wir dann die richtige Vorgehensweise beziehungsweise den Behandlungsplan. Unter allen Umständen steht die schonende Behandlung von Kopfhaut und Haar im Vordergrund. Ein perfektes Blond, das dem natürlichen Hautton schmeichelt und die Haarstruktur so wenig wie möglich angreift, bekommt nur der Profi hin. top: Woher weiß ich, welcher Blondton mir am besten steht? Scholz: Das werden wir immer wieder von unseren Kundinnen gefragt. Um den

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richtigen Blondton herauszufinden, sollten auf jeden Fall der Hautton, die Lippenfarbe und die Augenfarbe miteinbezogen werden. Erfahrungsgemäß lässt sich sagen: Je rosagrundiger der Teint ist, desto heller und kühler darf das Blond sein. Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen drei Blondrichtungen: dem warmen, eher dunkleren Sahara-Blond, wie es zum Beispiel Jennifer Aniston trägt; dem changierenden, hellen Gold-Blond etwa von Heidi Klum und dem kühlen Nordic-Blond.

top: Was ist zu tun, wenn man sehr dunkles Haar blond färben will? Scholz: Hierbei muss stets Zeit vor Geschwindigkeit gehen, eine schnelle Umsetzung bringt meist nicht das gewünschte Ergebnis. Je nach Ausgangshaarfarbe und Haarstruktur sind in der Regel zwei bis drei Friseurbesuche bis zum Wunschergebnis erforderlich. Die schonende Aufhellung erfolgt in einzelnen Schritten und wird im Vorfeld mit der Kundin besprochen. Das hat den angenehmen Nebeneffekt, dass sich die Kundin sowie auch ihre Umgebung langsam an die Veränderung gewöhnen. top: Stimmt es, dass blondhaarige Menschen mehr Haare auf dem Kopf haben als braun-, schwarz- oder rothaarige Menschen? Scholz: Die Anzahl der Haare ist tatsächlich unterschiedlich. Blonde Frauen haben in unseren Breitengraden deutlich mehr und feinere Haare – gefolgt von brünetten, dann schwarzhaarigen und rothaarigen Frauen. Auf Männer muss dies nicht unbedingt zutreffen, wie man zum Beispiel an US-Präsident Donald Trump sieht. Insgesamt kann man sagen, dass die Haarmenge Rückschlüsse auf die Haarstärke zulässt. Dieser Aspekt ist überaus wichtig, um eine passende und schonende Blondbehandlung durchzuführen.

top: Viele Frauen wünschen sich ein sehr helles Blond, ja fast ein Weißblond. Die Haare wirken dann aber häufig spröde, kraftlos und ohne Glanz. Was empfehlen Sie in diesem Fall? Scholz: Hier empfehlen wir einen reflektierenden Unterton, der das helle Blond wieder zur Geltung bringt und Leben in das Haar zaubert. Je „glatter“ das einzelne Haar ist, desto glänzender wirkt es, da das Licht gleichmäßig reflektiert wird. Nur ein optimal gepflegtes und versiegeltes Haar hat den gewünschten Glanz und eine natürliche Sprungkraft. Oliver Scholz

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