Top Magazin Ruhr Frühjahr 2017

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Ausgabe 1 | 31. Jahrgang Frühjahr 2017 | 6,– €

BOCHUM | BOTTROP | DUISBURG | ESSEN | GELSENKIRCHEN | MÜLHEIM | OBERHAUSEN

RUHR

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Grüne Hauptstadt Europas

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Editorial

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Genau wie das Top Magazin Ruhr mit seiner langjährigen Erfolgsgeschichte blicken auch wir bei BMW Essen auf eine über 50-jährige Tradition zurück. Seit jeher liefern wir innovative Neuheiten, über die das Lifestyle-Magazin berichtet. Immer up to date, immer fortschrittlich, immer für eine neue Top Story gut. So entwickelt BMW zukunftsorientierte Automobile wie den neuen BMW 5er. Die Evolution der traditionellen Business-Limousine. Der beste BMW 5er, den es je gab. Vollständig vernetzt, elegant, leistungsstark. Besuchen Sie uns in Ihrer BMW Niederlassung Essen und erobern Sie die digitale Welt bei einer Probefahrt mit dem neuen BMW 5er.

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VOM FERNWEH, SPANNENDEN MENSCHEN UND DER GRÜNEN HEIMAT Sagen Sie doch einmal – ist das bei Ihnen auch so: Manchmal erfasst Sie einfach Fernweh?! Vor allen Dingen nach den langen und dunklen Wintermonaten erwachen die Träume von Sonne, Palmenstränden und exotischen anderen Welten. Da haben wir etwas ganz Besonderes für Sie entdeckt: Ralf Schultheiß ist auf Expedition in ferne Paradiese gegangen und hat für das TOP MAGAZIN RUHR phantastische Fotos mitgebracht. Um die Sehnsucht perfekt zu machen, gibt es dazu eine spannende Geschichte von Belinda Steiert über diese so ganz andere SchiffsReise. Gott sei dank dürfen wir uns aber auch hier wieder auf und über die schöne helle Jahreszeit freuen. Dazu passt eine neue frische Mode, die wir Ihnen gerne vorstellen. Oder Sie haben einfach mal Lust auf eine exklusive Spritztour: Wie wäre es da mit dem AMG GT S* – ein fast schon futuristisches Erlebnis mit einem sportlichen Überflieger. Präsentiert an einem passenden Ort: Dem Flughafen in Mülheim. Natürlich haben wir auch wieder viele faszinierende Menschen getroffen, um Sie Ihnen vorzustellen. Hätten Sie zum Beispiel gedacht, dass der Chefentwickler der Mercedes-S-Klasse aus Gelsenkirchen stammt? Apropos Gelsenkirchen: 20 Jahre ist es nun her, dass die Schalker Knappen im Fußball ihren größten Erfolg

einfuhren: Den Gewinn des UEFA-Pokals. Daran erinnert Sportreporter-Legende Werner Hansch. Und der FC Schalke erinnert daran am 21. Mai mit einem Jubiläums-Spiel. Und noch ein Jubiläum wird in diesem Jahr groß gefeiert – deutschlandweit: 500 Jahre Reformation. Darüber Gedanken gemacht hat sich ein bekannter Essener Autor: Wulf Mämpel hat ein Interview mit Martin Luther, dem großen Reformator, für Sie ersonnen. Gar nichts erfinden müssen wir dagegen, wenn wir nach Mülheim an der Ruhr blicken und zeigen, was dort top ist. Und da sind wir dann ja aus den exotischen Träumen schon wieder in der Heimat angekommen. Die hat eben auch wieder viel zu bieten. In diesem Jahr etwas ganz Besonderes: Die Grüne Hauptstadt Europas 2017. Dazu wurde Essen auserkoren. Eine grüne Oase mitten im Ruhrgebiet. Gehen Sie doch mal auf Entdeckungsreise. Ganz nach Wunsch: Durch fremde Länder oder in der Heimat. Auf jeden Fall aber mit TOP RUHR, das lohnt sich immer! Viel Spaß bei der Lektüre Herzlichst Ihre

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Inhalt

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Expeditionen am Rand der Welt

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REISE

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Dr. Matthias Maurer – Ein Astronaut in Bochum Ralf Schultheiß Archiv – Wolfgang Joop Birte Glang – Kolumne topjobs Werner Hansch – Sportreporter im Ruhrgebiet Sandra Schneider – Die Pferdeflüsterin Claudia Carpendale – Your Style Code

MODE

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Marion Küpper im neuen Ambiente

GESUNDHEIT

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Dr. Karl Schuhmann – Schönheits-Experte Peter Feldmann – Osteopathie

KULTUR

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Buch Tipps Wulf Mämpel interviewt Martin Luther Ehrung für Schauspielerin Silvia Weiskopf Klavier-Festival Ruhr 2017 Kultur-Szene

TOP TEN

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Tipps und Trends von der TOP Promotion Verlags- und Marketing GmbH

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BUSINESS

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20.7 Media – Filme im Revier Business News Blüten-Träume bei Blumen Kilb

RUHRREVIER

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Was ist top an Mülheim Nachrichten Mülheims Oberbürgermeister Ulrich Scholten Der längste Radschnellweg der Welt Essen – Grüne Hauptstadt Europas

RUBRIKEN

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Editorial Abonnement Impressum

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ESSEN & TRINKEN

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Schlosspark Hugenpoet Trends & Events

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Text: Belinda Steiert Fotos: Ralf Schultheiß

Auf den entlegenen Trobriand-Inseln im Westpazifik, einst von Anthropologen wegen ihrer unschuldigen Freizügigkeit als „Liebesinseln“ bezeichnet, haben die Eingeborenen ihre traditionellen Riten und Tänze gegen den Einfluss der Missionare bewahrt

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EXPEDITIONEN AM RAND DER WELT PARADIESE ABENTEUER EXOTIK Frühjahr 2017 · top magazin RUHR

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Es ist acht Uhr am Morgen, der Himmel präsentiert sich strahlend blau, die Luft in Äquatornähe heißfeucht. Die See ist ein wenig bewegt von dem gestrigen Erdbeben auf Papua-Neuguinea – keine Seltenheit an den westlichen Ausläufern des pazifischen Feuerrings. Ein Schiff ist der sicherste Ort, wenn sich wieder einmal die australische Kontinentalplatte um ein paar Millimeter verschiebt. Auf der luxuriösen „Austral“ finden sich knapp 200 Passagiere wohlbehütet, umfassend instruiert und voll ausgerüstet zu dem Abenteuer ihres Lebens zusammen. Das Frühstück wird serviert, lässig im Freien auf dem Oberdeck oder gediegen im großen Salon. Kleine rote Schwimmwesten hängen über fast jeder Stuhllehne. Nicht größer als ein Kragen sind sie von nun an fester Bestandteil der Staffage. Keiner der täglichen Zodiacfahrten geht ohne sie. Heute wird es ein „wet landing“ geben. Die Gäste gleiten barfüßig vom Schlauchboot auf den weißen Sandstrand der Insel Deka Deka, wo die Stammesmädchen mit Blütenkränzen im Arm warten. Das Scout-Boot hat bereits vor Stunden mit den Chiefs verhandelt, welches Strandstück am Nachmittag zum Schnorcheln betreten werden darf. Ein größerer Gegensatz als die Erlebnisse auf einer Expeditionskreuzfahrt ist kaum vorstellbar. Am Tag Abenteurer, Entdecker und Meeresforscher, am Abend zurück zu klimatisierten Kabinen, heißen Duschen und Cocktails an der Bar.

„Wet landing“ am Strand von Kaoula Island, Neukaledonien. Die Passagiere gleiten vom Schlauchboot ins flache Uferwasser des Korallenatolls.

Wendig, luxuriös und mit einem Hightech-Sonar für die Riffgebiete ausgestattet, liegt „L´Austral“ vor Tiga, Teil der Loyalisten-Inseln

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Die Häuptlingstochter der Oros aus dem Dorf Kofure hat ihr Festtags-

Auslegerboote befahren die Regenwaldfjorde von Tufi, Papua-Neuguinea

gewand angelegt

Tufi ist das tropische Skandinavien Neuguineas. Spektakuläre Fjorde durchteilen den undurchdringlichen Dschungel bis tief ins Landesinnere. Die Flussläufe sind 90 Meter tief und an den Ufern dicht bewaldet bis zu einer Höhe von 150 Metern. Unter den schattigen Spitzbögen der sich berührenden Baumkronen hallt jedes Geräusch wie in einer Kathedrale. Der OroClan hat sich bereit erklärt, die fremdländischen Besucher den Fluss bis zum Dorf Kofure hinauf zu paddeln. Wir nehmen komfortabel im Schneidersitz Platz auf der hölzernen Plattform zwischen Einbaum und Ausleger. Es ist unwirklich still, nur die Ruderblätter tauchen in stetigem Rhythmus platschend ins grüne Wasser. Die Kanuführer sind muskulös, kahl geschoren und tragen Lendenschurz. Undurchdringlicher Urwald gleitet rechts und links vorbei, nirgends ein Zeichen menschlicher Besiedlung. Obwohl mitten am Tag, ist es dämmrig. Ab und zu kommt uns ein beladenes Auslegerboot entge-

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gen. Junge Mädchen grüßen die Paddler. Ihre fröhlichen Rufe ziehen ein kleines Echo nach. Dort, wo das Blätterdach der majestätischen Palmkronen Licht in die Schluchten einfallen lässt, wachsen Orchideen und Mangroven. Nach einer halben Stunde ist der Landeplatz für die Kanus in Sicht: ein wild überwuchertes Ufer, an dem das Gegacker der Paradiesvögel mit den Schreien der Stammeskrieger konkurriert. Wir werden empfangen von Oros in Kriegsbemalung und Mädchen mit Muschelketten und Federkopfschmuck. Häuptling Ramsey strahlt eine natürliche Autorität aus. Es wird getanzt, Sago-Küchlein werden aus Sak-Sak Mehl zubereitet, es wird gesungen und es werden frisch gepflückte Mangos und selbst hergestellte Artefakte angeboten. Manche Dorfbewohner haben Preisschilder gemalt. Die Mangos sind natürlich gratis. Warum sollte man Geld verlangen für etwas, das man nur vom Baum zu pflücken braucht? Die Tapa-Taschen aus der Rinde des Maul-

beerbaums haben, wie die meisten anderen Gegenstände auf dem improvisierten Markt, zwei Preise: einen Wunschpreis und einen Musspreis. Letzterer bezeichnet das Minimum, das der Handwerker für Zeit, Mühe und Material veranschlagt hat, um keinen Verlust zu machen. Es liegt bei den Besuchern, ihren Preis zu wählen. Handeln ist auf Papua-Neuguinea ein unbekanntes Konzept. Der Regenwald ist feucht und heiß und geheimnisvoll. Wir befinden uns inmitten einer vergessenen Welt, abgelegen und verwunschen. Just in diesem Moment macht ein Grüppchen von europäischen Passagieren die Erfahrung, wie es sich anfühlt, einmal im Leben durch die Zeit zu reisen, Traum und Realität genau deckungsgleich zu erleben. Selten, kostbar und nicht wiederholbar. Der Idealismus des Expeditionsteams wird nachvollziehbar. „Du schützt das besser, was du einmal erleben durftest,“ haben sie uns am Anfang als ihr Motto mit auf den Weg gegeben.

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Einst verteidigten die Krieger der Oros mit geschwärzter Haut und Speeren ihr Dorf tief in den Dschungeln von Tufi

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Der Fischertanz der Frauen auf dem Vulkanstrand von Tanna Island bittet die Götter um einen guten Fang und eine heile Rückkehr ihrer Männer

Ein gezähmter Flughund und ein Edelpapagei sind die Haustiere der Kinder von Alotau, Papua-Neuguinea

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Die Inselwelt Ozeaniens hat eine ausgeprägte Willkommenskultur. Es ist undenkbar, auf einer der rund 7500 Atolle anzulanden, ohne dass die Ankunft der Besucher mit Musik und Tanz gefeiert wird. Die Festlichkeiten unterscheiden sich je nach Lage des Archipels und der Dörfer

in großem Maße. Die musikalische Begleitung reicht von steinzeitlichem Trommeln bis zu vielstimmigen Chören der Missionsschulen – inbrünstig auf Pidgin-Englisch vorgetragen. Auf Sandfly Island, in der Roderick Bay, wo das sagenumwobene Wrack der „World Discoverer“ umschnorchelt

werden kann, werden überdimensionierte Panflöten als Schlag- und Blasinstrumente bearbeitet, und die Mädchen tragen BikiniOberteile aus Palmblättern. Auf Neubritannien im Bismarck-Archipel feiern die Baining im Dorf Raptok die Ankunft von Gästen mit einem nächtlichen Feuertanz.

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Die Gastgeber in den Dschungeldörfern und auf den Inseln schmücken sich traditionell mit Grasröcken, Blütenkränzen, Muschelketten und kunstfertiger Körperbemalung, die oft, wie beim enthusiastischen Wassertanz der Waschfrauen von Espiritu Santo, einiges aushalten muss. Nicht selten übersteigt selbst die kleine Zahl der Passagiere der „Austral“ die der Dorfbewohner. Auf Tiga Island, Neukaledonien, ganze 12 km2 groß mit rund 160 Einwohnern, wird jeder Gast mit einem handgeflochtenen Palmblatthut beschenkt, um die Feierlichkeiten auf dem Dorfplatz ohne Sonnenstich zu überstehen. Stolz verkündet der Stammesälteste in seiner Ansprache, dass sich Tiga an diesem Tag durch die Vielzahl der Besucher als wahrhafte Weltmetropole fühlt. Auf Malakula (von James Cook despektierlich „mal au cul“ benannt) konkurrieren im Dorf Linbenwen die „Small Nambas“ mit den „Big Nambas“ um die Ehre, das erste Mal Besucher willkommen zu heißen. Die Stämme sind benannt nach der Größe ihrer Lendenschurze. Den Passagieren der „Austral“ wurden Tribünen aus Mangoholz gezimmert, von denen aus sich die rituellen Initiationsund Fruchtbarkeitstänze bequem verfolgen lassen. Die Darsteller tragen außer den imposanten Blütenmasken nur kleine Penisschoner aus Palmblättern, sodass die Vermutung nahe liegt, dass dieses Jahr die „Small Nambas“ den Wettbewerb um die Begrüßungszeremonien gewonnen haben.

Die Waschfrauen von Espiritu Santo führen ihren Wassertanz vor und entlocken dem Meer erstaunliche Rhythmen Auf Sandfly Island in der Roderick Bay bereiten sich die jungen Männer auf ihren schweißtreibenden Auftritt als Panflöten-Drummer vor

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Lächeln ist einfach. Wenn einem der Finanzpartner spontan mit einem Kredit helfen kann. Sparkassen-Privatkredit.

Feierlich tanzt die junge Generation am Strand von Kitava, einer der kleineren Trobriand-Inseln östlich von Papua-Neuguinea

Seit Wochen haben sich die Bewohner von Kitava Island auf den großen Tag vorbereitet. Die kleine Trobrianden-Insel weit draußen im pazifischen Ozean hat ihr kulturelles Erbe gegen die hartnäckigen Bemühungen der Missionare seit ihrer Entdeckung im Jahre 1793 erhalten. „Liebesinseln“ wurden die verstreuten Korallenatolle nicht zuletzt wegen der offenherzigen Auftritte ihrer Eingeborenen genannt. Groß ist die Vorfreude auf beiden Seiten – den Reisenden und den knapp 300 Inselbewohnern. Die europäischen Gäste sollen mit einem Tanz der Generationen am weißen Sandstrand begrüßt werden. Kurze Baströcke, Federkronen für die jungen Burschen, Blumenschmuck für das Haar der Mädchen, aufwendige Gesichtsbemalungen und Armbänder aus geflochtenem Gras

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verleihen auch den Allerkleinsten einen Grad an Wichtigkeit, den sie bei aller Tapsigkeit mit Würde verkörpern. Auch hier hat das Exkursions-Team vorab mit dem Clan-Chief verhandelt. Welcher Teil des Strandes ist betretbar? In Neuguinea ist Staatseigentum nicht populär. Jedes Fleckchen gehört irgendjemanden, irgendein Stein oder eine Muschel ist immer heilig, irgendein Ort garantiert tabu. Welche Tänze werden aufgeführt, wem gebührt welche Ehrerbietung und wie sollen sich die Passagiere während der Zeremonie verhalten? Nachdem man sich geeinigt hat, setzen die Zodiacs über. Die Jugendlichen des Dorfes begrüßen die Passagiere schüchtern mit Kränzen aus Jasminblüten. Zu Beginn der Feierlichkeiten werden Geschenke zwischen Kapitän Régis Daumesnil, der schweren Herzens

seine Brücke verlassen musste, und dem Häuptling ausgetauscht. Ein in Glas graviertes Schiff gegen einen geschnitzten Fisch und eine Krone aus Hühnerfedern. Der Jubel ist groß, das Dorf hat Ehren erlangt. Auf dem weißen Sand tanzen die Kinder nach Alter gruppiert einen Reigen. Ihre Eltern stehen am Rand und zittern, ob die kleinsten die komplizierte Schrittfolge wohl hinbekommen und applaudieren frenetisch, wenn etwas besonders gelungen ist, ganz wie bei einer westlichen Schulaufführung. Später erzählt Pahdi, stolzer Vater zweier kleiner Tänzer, dass er der Sohn des Dorfgitarristen ist, der, überall wo er hinkam, „Party“ gemacht hat. „Pahdi“ wurde er dann auch entsprechend als Erstgeborener genannt. Mit seinem roten Betelnussgrinsen winkt er den Dingis der Gäste bis zum Schiff hinterher.

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Ureinwohner von Tanna Island haben sich inmitten der Mondlandschaft auf dem Weg zum Krater des Mount Yasur niedergelassen. Mit mystischen Gesängen soll der Vulkan milde gestimmt werden.

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HALLE 6 Er spuckt Asche, Rauch und heiße Lava: Mount Yasur auf Tanna Island ist einer der aktivsten Vulkane der Welt

Unerschrocken erklimmt ein kleines Grüppchen Expeditionsreisender die letzten Meter zum Kraterrand. Mount Yasur, der „Leuchtturm der Südsee“, grollt und rumpelt auf der melanesischen Insel Tanna seit 800 Jahren ohne Unterlass. Als erster Europäer landete Kapitän James Cook im Jahre 1774 an der südöstlichen Spitze des Eilandes und gründete Port Resolution. Den Vulkan durfte er jedoch wegen eines Tabus nicht besteigen. Die wendige Passagieryacht „L'Austral“ ankert im Osten der Insel vor den unerschlossenen schwarzen Stränden Waisisis, wo zuvor noch nie ein Kreuzfahrtschiff Halt gemacht hat. Die Kinder der kleinen Siedlung sind außer Rand und Band. Zappelnd vor Aufregung haben sie sich bereits am Morgen mit jedem auffindbaren Stück Treibgut in die Brandung geworfen und ihre Body-Boarding-Talente vorgeführt – wobei die ankommenden Zodiacs auf-

fällig ignoriert wurden. Nun kauern sie wie verstreute Früchte auf den Ästen der uralten Riesenfeige am Rande des Festplatzes und lassen die Fremden nicht aus den Augen. Während der traditionellen Fischertänze rollt eine Reihe von Pritschenwagen heran und signalisiert den Aufbruch zum Vulkan. Die Ladeflächen sind mit kleinen Holzbänkchen versehen, auf denen die wagemutigeren der Gäste Platz nehmen. Waisisis Bewohner haben wegen der schweren Regenfälle vor vier Tagen bis zu diesem Augenblick gebangt. Aber nun ist alles gut: Die Wege sind befahrbar, Schlaglöcher inbegriffen. Ascheböen fegen über die Wagenkolonne hinweg. Der vulkanische Boden ist extrem fruchtbar. Ein urzeitliche Flora mit gigantischen Schachtelhalmen und Kokospalmen lässt ahnen, dass sich hier nicht viel seit der Ankunft der ersten Menschen verändert hat. Plötzlich verdüstert die Land-

schaft ihr Gesicht. Die Fahrzeugkarawane nähert sich dem Berg. Flussläufe durchbrechen die baumlose, karge Ebene. Mount Yasur ist in Sicht. Dröhnend steigen pyroklastische Pilzwolken auf. Am Ende des steilen Pfades zum Gipfel tut sich ein wahrhafter Höllenschlund auf. Glühende Magmablasen zerplatzen bei 1000 °C und versprühen bösartig rote Lavafetzen. Unfassbar nah stehen die Besucher am Rande des Geschehens und beobachten, wie die herabsinkende Dämmerung das Schauspiel in dramatisches Licht setzt. Nach Sonnenuntergang wird es auf 360 Metern Höhe auch in der Südsee zu frisch zum Verweilen. Auf der Rückfahrt sind in der undurchdringlichen Dunkelheit ein paar Autoscheinwerfer die einzige künstliche Lichtquelle. Wie zum Abschied ergießt sich ein glühender Lavastrom über den Rand des Kraters. Yasur lässt noch einmal die Insel erbeben.

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Das Barrier Reef Neukaledoniens ist weitaus unberührter als sein großer Namensvetter und ein submariner Garten Eden auf 24000 km²

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Rund um Njari Island, eine der Salomonen-Inseln, sind die Schnorchelerlebnisse dank der Korallenfische, Delfine, Rochen und Seeschildkröten von Weltklasse

Das Expeditionskreuzfahrtschiff „L´Austral“ stets im Blick, genießen die Schwimmer und Schnorchler das unberührte Eiland Marea, Vanuatu

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Traumstrände auf unbewohnten Inseln, kristallklares Wasser und intakte Korallenriffe sind auf den Expeditionskreuzfahrten der französischen Ponantflotte in tropischen Gefilden die Nachmittagszerstreuung. Die Route der „Austral“ von Cairns am Great Barrier Reef über Papua-Neuguinea, die Salomonen, Vanuatu in Melanesien, Neukaledonien und Neuseeland bietet grenzenlose Schnorchelausflüge und menschenleere Strände. Das Schiff ist zierlich genug, um sich auch in flachen Gewässern bis an die Küsten der einzigartigen Paradiese der südlichen Hemisphäre heranzutasten. Kitava, Deka Deka, Kamoa Beach, Pigeon Island, Njari Island, Espiritu Santo, Marea, Tiga und Kaoula Island sind wegen der häufig fehlerhaften Seekarten nicht ohne Weiteres anzulaufen, erzählt Kapitän Régis

Daumesnil, seit 22 Jahren im Dienste der Reederei Ponant. Nicht selten sind die Karten der Region veraltet, verwechseln Meter mit Kilometer oder Meilen mit Seemeilen. In den korallenreichen Gebieten sendet das Schiff vorsichtshalber ein Sonar 300 Meter voraus, um eine Fahrrinne zwischen den Riffen zu orten. Flache Gewässer sind bei dem geringen Tiefgang der „Austral“ weitaus weniger herausfordernd als die enormen Tiefen, die sich häufig gerade vor den unberührten Inseln auftun. Den Anker zu werfen wird dann unmöglich. Kapitän Daumesnil lässt sein Schiff bei solchen Gelegenheiten vor der Küste driften, damit die insgesamt zwölf Zodiacs im Pendelmodus die Schnorchler und Strandliebhaber zu den Inseln übersetzen können. Auf einem großen Kreuzfahrtschiff mit über tausend Passagieren

ein undenkbares Unterfangen. Auf der „Austral“ besteigt tatsächlich jeder Expeditionsteilnehmer die Schlauchboote nach ein paar Einweisungen so selbstverständlich wie in der Heimat ein Taxi. Flossen, Taucherbrille und Handtuch – mehr Vorbereitung braucht es in der Regel nicht, um sich wie Robinson am Strand einer Vogelschutzinsel zu fühlen, Meeresschildkröten zu beobachten und zwischen den bunten Schwärmen der Doktor- Zebra- und Anemonenfische hindurchzugleiten. Es ist ein PrivatyachtFeeling, das die Reisenden an den tropischen Stränden genießen. Die sanfte Seite der Abenteuer auf den Expeditionsreisen der Ponant-Linie ist ebenso authentisch und akribisch vorbereitet wie die verwegenen Ausflüge tief in unentdeckte Dschungellandschaften.

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Neuseeland war eine der letzten Gegenden unseres Planeten, die von Menschen besiedelt wurden. Erst im 13. Jahrhundert eroberten die Polynesier mit ihren Auslegerbooten die Inseln, die später unter Kolonialherrschaft stehen sollten. Als grimmiges und kriegerisches Volk beschrieben, verstanden es die Maoris dennoch, sich knappe 500 Jahre später mit den Besatzern zu arrangieren und unterzeichneten den Waitangi-Vertrag, der eine friedliche Koexistenz der Europäer und Ureinwohner in Neuseeland besiegelte. Nahe dem eleganten Strandort Russel, einst wegen seiner gesetzlosen Walfänger und Piraten als das Höllenloch des Pazifik bezeichnet, liegen an der oberen Spitze der Nordinsel der Gedenkort dieses historischen Ereignisses, die Waitangi Treaty Grounds. Auf dem weitläufigen Parkgelände organisiert die Maori-Gemeinde beeindruckende Darbietungen ihrer Kultur, inklusive akrobatischer Tänze (Hakas) und furchteinflößender Grimassen, die auch bei den freundlichsten Besuchern ein mulmiges Gefühl erzeugen.

Masken und Schnitzereien auf den großen Langbooten künden von dem Jahrhunderte alten Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit der Maoris

Die Maoris von Neuseeland rühmen sich ihrer polynesischen Abstammung und pflegen ihre kriegerische Kultur bis zum heutigen Tage. Whetero (Zunge herausstrecken) und das Pukana (Augen aufreißen) versetzen die Feinde in Angst und Schrecken.

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Whakaari oder White Island, der Kegel eines 1.600 Meter auf den Ozeangrund reichenden Stratovulkans, wird normalerweise von Helikoptern angeflogen. Das Expeditionsschiff „L´Austral“ kommt nah genug heran, um seine Passagiere mit dem Dingi überzusetzen.

In der Bay of Plenty, 48 Kilometer von der Ostküste der Nordinsel Neuseelands entfernt, rumort Whakaari seit 150000 Jahren. Das Magma des Stratovulkans ist mit 700 °C – 900 °C relativ kühl, die Eruptionen jedoch aufgrund des hohen Gasanteils umso gewaltiger. Das schwefelige Ungeheur von White Island hat bei seinem letzten Ausbruch im Jahre 1914 Asche bis in 40 Kilometer Höhe in die Erdatmosphäre geschleudert und eine gesamte Kraterwand in den Ozean gerissen. Durch die klaffende Lücke in der Kegelflanke betreten die Passagiere der „Austral“ mit Helmen und Masken ausgestattet den gigantischen Einbruchkessel. Vorbei an Schwefelquellen und dampfenden Geysiren reduziert sich die Welt auf Schattierungen von gelb, grau und weiß mit Gerüchen, die eine olfaktorische Grenzerfahrung sind. Das Zischen emporbrechender Dampf-

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wolken und der überwältigende Duft des Schwefels verstärken den Eindruck eines surrealen Spazierganges auf extraterrestischem Gelände. Irgendwo in dieser Mondlandschaft zeugen die Ruinen einer alten Minenanlage von der infernalischen Eruption im Jahre 1914, die auch die letzten Versuche, die Schwefelvorkommen auszubeuten, beendete. Zehn Arbeiter starben damals bei dem Ausbruch, verglühten zu Asche oder wurden ins Meer geschwemmt. Die neuseeländischen Guides verteilen Bonbons gegen das beißende Schwefelaroma, während die korrodierten Gerippe der Förderanlagen gespenstisch vor dem tiefblauen Himmel aufragen. Es ist in Wahrheit ein gleißend heller Tag, die Sonnenstrahlen werden vom hellen Gestein reflektiert, wie vom Schnee eines Gletschers. Schönheit und Verderben liegen auf White Island nah beieinander, wie die ungleichen Zwillinge einer Naturgewalt.

Expeditionsreisen mit Yachtcharakter LE LAPÉROUSE & LE CHAMPLAIN, Reederei Ponant, ab Sommer 2018, 131 Meter lang, 92 Kabinen • SILVER CLOUD, Silversea Cruises, 296 Passagiere, Meeres- und Flussfahrten • HANSEATIC NATURE & HANSEATIC INSPIRATION, Hapag Lloyd Cruises, zwei neue Expeditionsschiffe ab 2019 im Luxussegment Flussexpeditionen MV AQUA UND MV ARIA, Aqua Expeditions, 24 Gäste, 12 vollklimatisierte Suiten, Amazonas und seine Seitenarme, Mekong Delta Safari Kreuzfahrt ZAMBEZI QUEEN, Ama Waterways, 10 Suiten, 4 Master-Suiten, Chobe River, Botswana, Wildlife Safaris • ALILA PURNAMA, Alila Group, Phinisi-Segelschiff, 10 Passagiere, Komodo, Indonesien, Tauchexpeditionen • AMANIKAN, Aman Cruises, Traditionelle Motoryacht, 6 Passagiere, Küstenkreuzfahrten im indischen und pazifischen Ozean

mit Fingerspitzengefühl ... Wir sind stolz auch in diesem Jahr Sponsor und Förderer des Klavier-Festivals Ruhr sein zu dürfen. Geben Sie mit uns gemeinsam dieser bedeutenden Institution auch in der Spielzeit 2017 eine glanzvolle Perspektive. www.duisport.de


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Die letzte plinianische Eruption des Schichtvulkans Whakaari ließ eine bizarre Landschaft aus Schwefelgeysiren und erstarrter Lava entstehen

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Autorin Belinda Steiert und Fotograf Ralf Schultheiß begleiteten die Expeditionsreise der „Austral“

Schmidt & Partner Reisebüro in Bochum Kreuzfahrten sind neuerdings der Renner. Und weil das so ist, hat sich ein extrem unübersichtlicher Markt entwickelt. Für Reiseprofi Verena Verena Weigelt Weigelt gibt es keine unvom Schmidt & möglichen Reisewünsche. Partner Reisebüro beginnt daher mit den Wünschen und der Bedürfnislage ihrer Kunden, um eine maßgeschneiderte Reise zusammenzustellen. Für diesen Bericht sollte das Team des Lufthansa City Center (Tel. 0234-96180-60) das Unmögliche wahr werden lassen: Abenteuer, unerforschte Welten, Umweltverträglichkeit, Luxus und überragender Service, gepaart mit einem hohem Maß an Sicherheit und Organisation zu einem angemessenen Preis. Was sich anhört wie „Holidaymission impossible“, setzen die Profis von Schmidt & Partner mit viel Spaß und Akribie um – in weniger Zeit als man fürs Kofferpacken benötigt. Ganz klares Fazit: Wie macht Ihr das nur? Unter der flatternden Tricolore der „Austral“ holen die letzten Zodiacs die Gäste von White Island. Der Blick zurück tut weniger weh, wenn Abschied gleichzeitig Aufbruch zu neuen Abenteuern bedeutet.

Die „Austral“, Expeditionskreuzfahrtschiff der Ponant Linie, segelt unter französischer Flagge. Entsprechend raffiniert sind Komfort, Küche und Weinkeller. Der große Unterschied zu anderen Luxus-Seereisen ist jedoch der minutiös zusammengestellte Expeditions-Anteil jeder Etappe. Ob in der Antarktis, der Südsee oder auf dem Amazonas – Jahre im Voraus ziehen handverlesene Experten los, um mit Kanu, Zweirad oder Segelyacht die entlegensten Gebiete

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des Planeten zu erkunden und an neuen Routen zu feilen. Die Expeditions-Teams an Bord bestehen aus einer ausgewogenen Mischung von Wissenschaftlern und Weltenbummlern, die nicht selten über Jahre in den zu bereisenden Gebieten unter den Eingeborenen gelebt haben. Sie alle eint eine gehörige Portion Idealismus und Abenteuerlust. Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit werden auf der als „Clean Ship“ zertifizierten Flotte von Ponant groß

geschrieben. Die Begegnung mit Naturvölkern und Naturwundern soll das intakt lassen, was die Besucher vorgefunden haben. Tägliche Briefings an Bord bereiten die Passagiere optimal auf Landessitten und Gebräuche vor. Vertiefende Vorträge über Landessprachen, Völkerwanderungen und Flora und Fauna der Destinationen werden angeboten. Mit Achtung und Achtsamkeit wird jede fremde Küste betreten. Die Expeditionsschiffe bieten jeden erdenklichen

Komfort, sodass die Gäste während der Zeit der Landgänge ohne zu darben als einziges westliches Equipment Wasserflaschen bei sich tragen und selbst die werden ohne Ausnahme wieder mit an Bord genommen. Dabei ist das Verwöhnprogramm an Deck, die großzügige Ausstattung der Kabinen, das Spa, der Pool und die abendlichen Entertainments immer nur eine kurze Dingifahrt entfernt. Der Erfolg gibt der Strategie von Ponant recht. Faktenchecker infor-

mieren sich unter de.ponant.com. In den nächsten zwei Jahren werden vier weitere Expeditionsyachten in Dienst genommen. Ausgestattet mit 92 oder 132 Luxus-Kabinen, umweltfreundlichem Anstrich, Infinity Pool und flexibler Marina wird die Flotte unter dem Motto „small is beautiful“ im Amazonasgebiet, in der Seychellen- und Kimberley-Region und natürlich in beiden Polarkreisen kreuzen, um Natur und Mensch zusammenzubringen.

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Auto | Anzeige

Ü B E R F L I E G E R M I T S T E R N WER IN DEN AMG GT S* EINSTEIGT, WÄHNT SICH OB DER FUTURISTISCHEDLEN ANMUTUNG FAST WIE IN EINEM MODERNEN FLUGZEUG-COCKPIT. UND WER PER TASTENDRUCK DAS HIGH-PERFORMANCE-TRIEBWERK DES SUPERSPORTLERS ZUM LEBEN ERWECKT UND VON SATTEN 522 PS IN DEN SITZ GEPRESST WIRD, WOHL ERST RECHT. Fotos: Ralf Schultheiß Art Direction: Schaber Advertising

Geballte Power für Sportwagen-Enthusiasten: Das High-Performance-Triebwerk des AMG GT S zeichnet sich durch überragende Kraftentfaltung, Leistungswerte auf Rennsportniveau und Leichtbauweise aus

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Auto | Anzeige

Sportwagen in Reinform: Klare Heckantriebsproportionen, eine lange Motorhaube und fließende Linien schaffen einen modernen Sportler, der den Geist glorreicher Mercedes-Sportwagen in sich trägt.

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Anzeige | Auto

Für den Mercedes-AMG GT S gibt es daher kaum eine passendere Location als einen Flughafen – außer einer Rennstrecke selbstverständlich. Denn mit seinem charakterstarken Design, optimaler Gewichtsverteilung, Aluminium-Leichtbau und seinem 522 PS starken V8-Biturbomotor knüpft der GT S gekonnt an die lange Rennwagentradition der Fahrzeuge mit Stern an. Bereits aus niedrigen Drehzahlen tritt er extrem kraftvoll an, sprintet in nur 3,8 Sekunden von null auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von rasanten 310 km/h. Nicht umsonst ist der Mercedes-AMG GT S seit 2015 als Official Safety Car in der FIA Formel 1 Weltmeisterschaft und in der DTM im Einsatz und sorgt dort für Sicherheit auf den Rennstrecken. Gleichzeitig ist der Zweisitzer aber auch komfortabel im automobilen Alltag einsetzbar: dank praktischer Heckklappe, gut nutzbarem Kofferraum, hohem Langstreckenkomfort und den umfangreichen Mercedes-Benz Intelligent Drive Assistenzsystemen. Live zu bewundern gibt es den LuxusSportler im AMG Performance Center Essen, welches die Kompetenzen von Vertrieb und Service für die Sportwagen aus Affalterbach auf einzigartige Weise bündelt. In einem separaten Gebäude auf dem Gelände der Fahrzeug-Werke LUEG AG offeriert das Center ein exklusives Ambiente, erstklassige Servicequalität und einzigartiges Know-how. Überdimensionale, beleuchtete Impressionen des Hockenheimrings schaffen MotorsportAtmosphäre und spiegeln gemeinsam mit der edlen Einrichtung perfekt die Einzigartigkeit der dort ausgestellten Fahrzeuge. Für eine persönliche und ungestörte Beratung sorgt eine spezielle Lounge-Ecke, für erstklassigen Service erfahrene und speziell für AMG geschulte Service-Experten. Mehr unter www.lueg.de/mercedes-amg *Kraftstoffverbrauch (l/100 km) innerorts/außerorts/kombiniert: 12,2/7,8/9,4; CO2-Emissionen kombiniert: 219 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei DAT Deutsche Automobil Treuhand GmbH unentgeltlich erhältlich ist.

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Infopoint | Messe Essen

TECHNO CLASSICA ESSEN WIEDER GANZ GROSS Vergangenheit und Zukunft: Auf der Techno Classica wird in der Messe Essen alles rund um das Thema Old- und Youngtimer geboten. Dort treffen sich vom 5. bis 9. April Prominenz aus Film und Fernsehen, Stars aus der Historie und Gegenwart des Motorsports sowie die wichtigsten Entscheidungsträger aus der Klassik-Szene. Das attraktive Ausstellungsspektrum macht die Techno Classica Essen zum Infotainment-Ereignis für die ganze

Top Hot Spots

Familie – zur Weltausstellung des Automobils. Die nun „29. Weltmesse für Oldtimer, Classic- & Prestige-Automobile, Motorsport, Motorräder, Ersatzteile, Restaurierung und Welt-Clubtreff “ präsentiert mehr als 1250 Aussteller aus über 30 Nationen. Mit aufwendig inszenierten

Klassiker ihrer Geschichte zeigt Mercedes auf einem Stand bei der Techno Classica in Essen

The next 100 years ist das Motto von BMW zum 100. Firmen-Geburtstag

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Präsentationen von über 25 deutschen und internationalen Automobilherstellern ist die Klassik-Weltmesse erneut die größte Historien-Schau der Automobilindustrie weltweit und dazu Treffpunkt und erfolgversprechendster Handelsplatz der internationalen Klassiker-Szene. 2500 Klassiker, Sammler- und Liebhaberfahrzeuge stehen zum Kauf. Top-Restauratoren und Zulieferer aus allen Bereichen runden das Angebot ab. Die Techno Classica präsentiert auch den ausgesprochenen Connaisseurs unter den Klassiker-Kennern jedes Jahr mit einer spektakulären Sonderschau automobilhistorische Leckerbissen. Im Mittelpunkt der Klassik-Weltmesse, in Halle 6, präsentiert die S.I.H.A. 2017 unter dem Thema „Grand Prix Monaco – Die Goldenen Fünfziger“ auserlesene Rennwagen, die eine Gemeinsamkeit haben: Sie alle starteten beim Großen Preis von Monaco. Zudem können die Besucher der Techno Classica Essen einen Blick zurück in die Zukunft werfen. In einer Sonderschau ruft die Klassik-Weltmesse eine in Vergessenheit geratene Tatsache ins Gedächtnis zurück: Bereits in den Jahren 1900 bis 1920 gab es einen erstaunlich hohen Anteil an Automobilen mit Elektromotoren – erst ab dem Jahr 1912 begann sich der Benzinmotor im Automobilbau nach der Erfindung des elektrischen Anlassers endgültig durchzusetzen. Das erste batterie-elektrisch angetriebene Auto der Welt von Ayrton & Perry aus dem Jahr 1882, ein Detroit Electric von 1915, ein Stanley Steamer Dampfauto von 1919 sowie ein Mercedes Simplex von 1903 illustrieren eindrucksvoll den Stand der Technik unterschiedlicher Antriebssysteme in der automobilen Frühzeit.

Talbot Runhof · Caliban · Herno · Friendly Hunting · Peserico · Bogner · Handstich · St. Emile · van Laack Nice Connection · Closed · Amina Rubinacci · Beatrice Argonne · Fabiana Filippi · Armani Collezioni Iris von Arnim · Cambio · Adriano Goldschmied · Le Sarte Pettegole · Thomas Rath · u.v.m. Main Store: Essen-Bredeney · Bredeneyer Straße 112 Store: Essen-Rüttenscheid · Rüttenscheider/Ecke Emmastraße 1 Outlet: Essen-Holsterhausen · Gemarkenstraße 78 Mo. – Fr. 9.00 – 18.30 Uhr · Sa. 9.00 – 16.00 Uhr

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Auto

Beim Daimler dem SternenOlymp so nah Text: Katrin Kroemer

Dr. Hermann Storp hat in der Stuttgarter Mercedes-Zentrale eine Aufgabe, von der schon kleine Jungs träumen Das beste Auto, das man für Geld kaufen kann, das ist die neue S-Klasse. Der das so einfach sagt, weiß, wovon er spricht: Bodo Buschmann, Erfinder und Gründer von Brabus in Bottrop. Bekennender Ruhrgebietsmann und Autonarr. Beides teilt er mit seinem Gegenüber. Dem gilt das Kompliment. Dr. Hermann Storp. Arztsohn aus Gelsenkirchen. Heute in Stuttgart Chefentwickler der S-Klasse bei Mercedes. Wenn er in die Heimat kommt, dann hat Storp immer zwei Ziele: Das Elternhaus in Resse und den großen Autoveredler in Bottrop. Die Kollegen schätzen ihn, wenn er durch die großzügigen Hallen der Firma streift, die sich in Bottrop längst einen eigenen Straßennamen verdient hat: Brabus-Allee. Denn eines kennt der Mann aus

der Mercedes-Entwicklung so gar nicht: Dünkel. Seinen Platz ganz oben im SKlasse-Olymp hat er sich eben auch selber ehrlich erarbeitet, ganz in der Tradition des Reviers. Ehrlich, und ein bisschen auch mit dem Schalk im Nacken – klar, auch Schalker ist er geblieben. Und so wissen es die Kollegen selbst in Stuttgart schon ganz genau: Wenn Herr Dr. Storp die Zunge rollt und flötet, dann erklingt unweigerlich sein Schlachtruf: Schaaaalke. Dann müssen sie alle lachen. Immer noch, denn seit fast 30 Jahren kultiviert Storp dort schon diesen Spleen. Bewusst. „Man muss unbedingt ein bisschen verrückt bleiben“, grinst er. Auch ein Geheimnis auf der kontinuierlichen Erfolgsleiter nach oben.

Der Leiter der S-Klasse-Entwicklung hält für Mercedes auch den engen Kontakt zum Autoveredler Brabus in Bottrop. Da hat der gebürtige Gelsenkirchener nahezu ein Heimspiel.

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Auto

Dr. Hermann Storp ist als Chefentwickler der S-Klasse bei Mercedes in Stuttgart auch für den Maybach-Pullmann zuständig

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Denn sein 1. Schreibtisch beim „Daimler“, wie die Insider das eigene Haus nennen, ist 1989 mehr als unspektakulär. Im Großraum der Jung-Ingenieure darf der frisch promovierte Maschinenbauer einen Platz beziehen. Am Gang. Storp rollt nicht mit den Augen, sondern typisch seine Zunge und erkennt den Vorteil: Bei mir muss jeder vorbei. So ist es, und schon bald hat sich der Kollege aus „Schalke“ mit DoktorTitel im Qualitätswesen „beim Daimler“ einen Namen gemacht. Es dauert nur drei Jahre, und Dr. Hermann Storp wird Teamleiter, erst in der Konstruktion und Motorkühlung, dann im Versuch. Rasante Zeiten, denn dass sind die Experten, die die Prototypen auf den Rennstrecken in der ganzen Welt testen. Hochgeschwindigkeit im süditalienischen Nardó, Bergprüfung in Südfrankreich oder im kalifornischen Death Valley, wo Storp als Fachmann für Motorkühlung ganz besonders gefragt ist. Seine Berichte an das Direktorium fallen auf, der Teamleiter steigt zum Abteilungschef Entwicklung für die C-Klasse auf. Alle Aspekte eines Autos von der Achse bis zum kleinsten Zahnrad laufen nun in seinen Händen zusammen, beste Vorbereitung für den nächsten Karriereschritt zum strategischen Projektleiter der S-Klasse. Er entwickelt eine ganze Modellreihe von der 1. Idee bis zur Kundenreife. Immer dem Vorstand direkt verantwortlich. Wieder steht am Ende ein Schritt nach oben zum Chief Engineer. In dieser Rolle verantwortet Dr. Hermann Storp nun seit zehn Jahren alles, was die Technik der Luxus-Klasse betrifft. Die Konstruktion der Karosse: Länge, Höhe, Breite von außen, der Platz im Fahrgastraum, Ergonomie. Dazu passen muss der Motor. Und auch die weiteren Fahrzeug-Inhalte in der S-Klasse spezifischen Ausprägung: Rückhalte- und Crashsystem, Klimaanlage und vor allem Bedienkomfort. Selbst Details wie die Innenbeleuchtung zählen dazu. Zuerst ist alles graue Theorie, doch dann wird das erste Entwicklungsmodell gebaut. Schon für den echten Einsatz: Macht es Geräusche, ist es windschnittig. Und bewähren sich die erdachten Innovationen? Nicht nur in Untertürkheim, sondern in Barcelona auf der Rennstrecke und dann noch einmal, ganz anders, im Februar in Schweden oder bei minus 20 Grad in Alaska. Springt das Auto immer noch an, heizt die Klimaanlage, was passiert beim

Fahrtest auf dem gefrorenen See? Das neue Modell, jedes, muss die HardcoreSchule bestehen, bis es präsentiert wird. Erst dem Vorstand: Da hält Dr. Hermann Storp den Kopf für sein Team hin. Denn der Vorstand selber steht für die Freigabe an die Kunden. Mehr als eine Form-, aber eine absolute Vertrauenssache: Stellt Herr Dr. Storp ein Modell vor, dann bekommt es den Segen. Das klingt schnell und einfach, der Weg dahin dauert Jahre. Mit vielen Stunden am Schreibtisch und Highlights für den Chefentwickler: Autos, die noch

Der sich genauso über diese Auszeichnung freut wie über die Sympathien der Kollegen, die ihm bei den regelmäßigen Rundgängen in der Produktion zufliegen. Auf dem Boden zu bleiben, ist wichtig – vielleicht ist das noch ein Erfolgsgeheimnis des Mannes, so nahe am SternenOlymp. Besser gesagt: Mitten drin. Die Höhenluft verträgt er dabei durchaus. Klar, S-Klasse, Maybach-Pullman – alles fällt in seine Zuständigkeit. Mehr geht eigentlich nicht. Und der, der das alles verantwortet, kennt noch immer

Ein S-Coupé mit 630 PS und 12 Zylindern – das hat Dr. Storp „gezähmt“. Nun ist das Auto ein wenig weicher und „brüllt“ durch eine neue Abgasanlage nicht mehr.

keiner kennt, steuert er persönlich über die Straßen. Er muss schließlich beurteilen, ob sie den Ansprüchen standhalten. Den höchsten. Also seinen. Am Ende für die Kunden. Ihm beschert das einen Job, von dem kleine Jungs nur träumen können. Sagt er selber, und kann das laxe Wort „Job“ nur in den Mund nehmen, weil eben echte Arbeit dahinter steckt. Seine, die er investiert, hat ihm inzwischen beim „Daimler“ größte Hochachtung eingebracht – und einen besonderen Ritterschlag: Das „Du“ mit Vorstands-Chef Dieter Zetsche. Das wird nicht verschenkt, sondern echt durch harte Arbeit und Anerkennung erworben. Das ehrt den bodenständigen Ruhrpottler.

Superlative: „Das S-Klasse-Coupé, das ist das Geilste, das ich je auf die Straße gebracht habe.“ Er muss es wissen: 35 Mercedes-Autos hat er in den nun 27 Dienstjahren beim „Daimler“ auch privat gefahren. Immer auch auf dem Weg in die angestammte Heimat. Nach Gelsenkirchen. Ein Weg dort über den Markt hält dem feinsten Einkauf in Stuttgart für den leidenschaftlichen Hobbykoch noch immer stand. „Mänsch Ährwin – watt hasse da heute für Tomaten? Datt Zeuch, datt kauf ich dich echt nich ab!“ Genau so, so klingt Heimat. In Gelsenkirchen. Und das, das mag Dr. Hermann Storp bis heute. So nah am Sternen-Himmel.

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Menschen

AUS BOCHUM INS ALL DEUTSCHER ASTRONAUT TRAINIERT IM PLANETARIUM Nun ist es offiziell: Das europäische Astronautenteam hat ein neues Mitglied, und es ist ein Deutscher. Dr. Matthias Maurer, Werkstoffwissenschaftler aus dem Saarland. Dass der Wissenschaftler den Weg ins All antreten kann, verdankt er unter anderem auch dem Planetarium in Bochum. Denn in der Ruhrstadt absolvierte der Astronaut einen Teil seines Trainings. Bereits im Februar vor einem Jahr meldete sich die Europäische Weltraumorganisation ESA bei den Bochumern, und zwar mit dieser Botschaft: Es gebe einen neuen Astronauten-Kandidaten. Der Bewerber solle auch ein Training in Astronomie absolvieren. Ob das Bochumer Planetarium dabei helfen könne? Selbstverständlich waren die Bochumer dazu sehr gern bereit. Am 18. April war es dann soweit: Matthias Maurer kam nach Bochum, um im Planetarium den Abschlusstag seines „Himmelstrainings“ abzuleisten. Zuvor wurde ein detaillierter Arbeitsplan entwickelt. Ziel des Trainings war, vieles von dem, das der neue Astronaut zunächst in der Theorie über den Himmel und das Universum erfahren hatte, nun anschaulich und greifbar zu machen. So nutzte die ESA die Stärken des Planetariums, die auch die „normalen“ Besucher täglich

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erleben. Im Mittelpunkt stand die Orientierung am Sternenhimmel. Da aber die Astronauten etwa in der Raumstation nur durch eher kleine Fenster in den Himmel schauen, wurde auch diese Situation simuliert. Dazu bauten die Mitarbeiter der ESA in der Sternenkuppel ein Zelt mit zwei kleinen Fenstern auf. Sich anhand der dadurch sichtbaren Himmelsausschnitte zu orientieren, war eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe – auch für Matthias Maurer. Natürlich stand auch ein virtueller Flug hinaus ins Sonnensystem auf dem Programm. Zumindest auf seiner Trainingsmission im Planetarium ist Matthias Maurer dabei dem Mond so schon sehr nahegekommen, und hat auch den Mars und die anderen Planeten des Sonnensystems erreicht. Prof. Susanne Hüttemeister, die Leiterin des Planetariums hofft auf eine Rückkehr: „Wenn Matthias Maurer heute den Mond als den Ort nennt, den er gern besuchen möchte, aber auch an Ziele ‚darüber hinaus‘ denkt, dann kann er auf die eine oder andere Erfahrung zurückgreifen, die er in Bochum gemacht hat. Wir hoffen natürlich, dass er als Astronaut diese Ziele wirklich erreicht, und dann vielleicht nach Bochum zurückkehrt, um uns allen davon zu berichten.“

Dr. Matthias Maurer ist der neue Astronaut aus Deutschland. Er trainierte für diese Mission im Bochumer Planetarium.

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Menschen

WOLFGANG JOOP Ein Besuch beim prominenten Modedesigner im Atelier an der Außenalster

Wolfgang Joop (72) gilt neben Karl Lagerfeld und Jil Sander als erfolgreichster deutscher Modedesigner. Seine Karriere begann 1970, als er gemeinsam mit seiner Frau Karin an einem Modewettbewerb der Constanze teilnahm und die ersten drei Preise gewann. Er wurde Moderedakteur beim Frauenmagazin Neue Mode, später arbeitete er dann als freiberuflicher Designer. Mitte der 1980er-Jahre ist der Essener Fotograf und heutige TOP RUHR-Herausgeber Ralf Schultheiß zu Gast bei Wolfgang Joop in seinem Hamburger Atelier, nahe der Außenalster. Ralf Schultheiß kommt im Auftrag des FAZ-Magazins, das erst wenige Jahre zuvor aus der Taufe gehoben wurde und höchste Ansprüche an Design und Fotografie stellte – ChefGestalter war der renommierte Designer Willy Fleckhaus, Professor für Visuelle Kommunikation in Essen und Wuppertal. Ralf Schultheiß erinnert sich: Joops Atelier ist nicht wirklich pompös, sondern

So präsentierte das FAZ-Magazin Mitte der 1980er-

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Wolfgang Joop, das ewige Wunderkind: „Lachen ist

Jahre den Modedesigner mit Bildern von Ralf

lächerlich“

Schultheiß

eher karg, zugleich aber sehr kreativ eingerichtet. Zum Beispiel steht dort ein Sofa mit Zebra-Look. Joop trägt einen lässigen Troyer aus heller Wolle und eine Cordhose. Er ist damals relativ frisch mit Edwin Lemberg liiert, der für das Joop-Logo das „Ausrufe-Zeichen“ erfunden hat. Inzwischen, nach 37 Jahren Partnerschaft, haben Joop und Lemberg im vergangenen November geheiratet. Als Fotograf und „Abgesandter“ der FAZ wird Ralf Schultheiß entsprechend würdig empfangen – vom damals schon prominenten Gastgeber, aber auch mit einem kleinen Schalk im Nacken. Denn da steht plötzlich noch ein Mann – ein Wolfgang Joop ziemlich ähnliches Double. Das Shooting findet dann natürlich nicht mit der Kopie, sondern mit dem Original statt. Erst entstehen dabei zahlreiche Fotos im Atelier, dann möchte Schultheiß aber auch Porträts bei Tageslicht. Dazu sucht er einen neutralen Hintergrund und findet ihn: Die weiße Wand einer Tankstelle direkt neben Joops Atelier an der Badestraße im Stadtteil Rotherbaum zwischen NDR und Außenalster. Das Foto von Wolfgang Joop vor der rauen Wand im schlichten Pulli, aus dem am Ärmel ein Fädchen guckt, wird zuerst im FAZ-Magazin veröffentlicht und geht dann um die ganze Welt. Wolfgang Joop selber macht jüngst nicht nur wegen seiner Heirat Schlagzeilen, sondern auch mit dem Verkauf seiner Potsdamer Villa am Heiligen See an SAPGründer Hasso Plattner (73). Joop will mit Lemberg auf das Familienanwesen im Potsdamer Ortsteil Bornstedt umziehen.

EINBLICKE IN DAS ARCHIV VON FOTOGRAF RALF SCHULTHEISS

Er studierte an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Der Mann mit dem Blick fürs Detail ist freischaffender Fotograf und Blattmacher aus Profession von ganzem Herzen geworden. Fotoproduktionen für Getty Images oder Corbis sowie die Mitarbeit bei großen Magazinen wie dem STERN sind nur einige Meilensteine auf seinem Weg als Fotokünstler und Herausgeber. Dabei ist er seiner Heimatstadt Essen bis heute treu geblieben und setzt nun seine Professionalität und Erfahrung für TOP RUHR und Ruhr Metropole geht aus, einem weiteren Produkt des FORMA Verlags, ein.

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NEW Anzeige | Mode

links: Mantel Peserico • Schal friendly hunting • Strickjacke Iris von Arnim • Top Iris von Arnim • Jeans Closed • Schuhe Peserico

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MARION KÜPPER IM NEUEN AMBIENTE

rechts: Mantel Herno • Blazer

Großzügig, modern und elegant präsentiert sich

Peserico • Shirt Peserico • Hose

Marion Küpper nach dem gelungenen Umbau in ih-

Argonne • Sneaker Candice Cooper

rem Mainstore an der Bredeneyer Straße 112 in Essen

Zwei bisher getrennte Geschäftsbereiche hat Marion Küpper nun zu einem ebenso großzügigen wie gleichermaßen individuellen Einkaufserlebnis mit Wohlfühl-Atmosphäre zusammengeführt. Italienische Designer-Leuchten tauchen die edle Mode ins richtige Licht. Dabei bleibt Marion Küpper ihrem Versprechen „Wir ziehen die Kundin an, wir verkleiden nicht“ für Kundinnen jeden Alters treu. 40 namhafteste Designer von Armani über friendly hunting, Herno oder Iris von Arnim bis zu Peserico und Talbot Runhof zählen zum Angebot. Kompetente, typgerechte

Beratung ist selbstverständlich garantiert. Frische Farben und hochwertige Materialien können die Damen nun in der neuen Frühjahrs- und Sommer-Kollektion entdecken. Cashmere geht mit Seide eine feine Liaison ein, Blautöne in allen Facetten, schmeichelndes Rosé oder feines Taupe sind angesagte Trends. Zu allem gibt es nun auch die passenden Designer-Schuhe aus italienischen Manufakturen. Die erste Etage wurde ebenfalls neu gestaltet. In einer privaten Atmosphäre werden hier Cocktailkleider und Kleider für den festlichen Anlass präsentiert.

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Mode | Anzeige

NEW links: Weste Herno • Bluse friendly hunting • Schal friendly hunting

rechts: Cape friendly hunting • Sweater friendly hunting • Jogginghose friendly hunting

Jeansbluse Aglini • Hose Hale Bob

links: Blazer Peserico • Bluse Peserico • Hose Peserico • Schal Peserico rechts: Kleid Thomas Rath • Strickjacke Peserico

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NEW Anzeige | Mode

links: Blazer Reinwald • Bluse Iris von Arnim • Schal Iris von Arnim • Hose Cambio

rechts: Gehrock Jan Mayen •

Tunika Artise Fortune • Chino AG • Sneaker Candice Cooper

links: Strickjacke Incencitve • Bluse Peserico • Schal friendly hunting • Jeans AG rechts: Strickacke Lana D`Oro • Bluse St. Emile • Jeans Closed • Sneaker Candice Cooper • Schal friendly hunting

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Mode | Anzeige

Nicht von

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Designmöbel aus dem Revier – natürlich von

dieser Welt.

Wir lassen Ihre Möbel-Träume Realität werden. Als Spezialisten für Designmöbel der Extraklasse bieten wir Ihnen alles aus einer Hand. Wir designen und fertigen ausschließlich aus edelsten Materialien. In Premiumqualität und ehrlicher Handarbeit. links: Blazer Reinwald • Bluse Seide Iris von Arnim • Schal Iris von Arnim • Hose Cambio

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Gerbener & Staubach GmbH | Designmöbel | Hängebank 5 | 45307 Essen | 0201 1259320 | www.gs-tischlerei.de 58

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Gesundheit | Anzeige

DER MANN, DER MENSCHEN SCHÖNER MACHT Besser geht es nicht: Dr. Karl Schuhmann, der als Ästhetischer Chirurg weiß, wie er Menschen einfach schöner machen kann, hat den Titel als Beste Weiterbildungsstätte Deutschlands für Plastische Chirurgie vom Fachverband DGPRÄC verliehen bekommen. Der Schönheits-Experte Dr. Schuhmann vermittelt jungen Ärzten perfekt seine hohe Kunst. Das funktioniert auch, weil seine Klinik für Plastische/Ästhetische Chirurgie und Handchirurgie im Evangelischen Krankenhaus Hattingen, klein, intim und dabei eben fein ist. Neben der Klinik in Hattingen und seinem Standort am Brustzentrum des Bochumer Augusta-Krankenhauses empfängt Dr. Schuhmann seine Besucher auch in der Fachpraxis an der

eleganten Düsseldorfer „Kö“. Vor allen Dingen in Hattingen und Düsseldorf bietet er den Patienten seine Expertise für ihre persönliche Schönheit. Gerade zum Sommer stehen bei seinen anspruchsvollen Patientinnen die perfekte Bikini-Figur und eine professionelle Falten-Behandlung für ein schönes glattes Gesicht im Zentrum aller Wünsche. Und da kann der erfahrene Chefarzt individuell in seiner Klinik oder seiner Fachpraxis zum Wohlfühl-Feeling verhelfen. In seiner Fachpraxis KÖ MEDICALS kann Dr. Schuhmann kleinere Eingriffe direkt im OP vor Ort vornehmen. Größere Operationen finden in Zusammenarbeit mit der renommierten chirurgischen Privatklinik Bel Etage in Düsseldorf statt.

Klinik für Plastische/Ästhetische Chirurgie und Handchirurgie Evangelisches Krankenhaus Hattingen Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Duisburg/Essen Bredenscheider Straße 54 Ruf: 02324/502-5511 E-Mail: plastische-chirurgie@krankenhaus-hattingen.de, www.dr-schuhmann.de Fachpraxis KÖ MEDICALS Königsallee 88, Düsseldorf, Ruf: 0211/86 399 033 E-Mail kontakt@koe-medicals.de www.koe-medicals.de

Den Traum von der neuen eigenen Schönheit erfüllt Dr. Karl Schuhmann von der ersten indiviuellen Beratung bis zum perfekten Ergebnis

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Gesundheit

Peter

Feldmann

Heilen, sagt Peter Feldmann, kann keiner. Das macht der Körper von ganz alleine. Aber man muss ein gutes Händchen haben, um ihm dabei zu helfen. Und das hat Peter Feldmann zweifelsohne. Er hilft mit Osteopathie Menschen, wieder gesund zu werden.

Eigentlich wohnen seinen Händen beinahe Zauberkräfte inne. Davon jedenfalls sind die Patienten seines Therapiezentrums in Heiligenhaus absolut überzeugt. Ob der Fuß scheinbar gar nicht mehr zum Körper gehört, der Rücken quält oder das kleine Baby hilflos schreit und schreit – bei Peter Feldmann suchen und finden die Patienten oft genug Hilfe. Es ist einfach der ganzheitliche Blick auf ein Problem, auf den Menschen an sich, verrät der Mann, den viele für sich persönlich förmlich als „Wunderheiler“ entdeckt haben, seinen Ansatzpunkt. Und genau darum schafft er mehr als die Schulmedizin oder auch die reine Physiotherapie. Wie einmal bei dem 12-jährigen Jungen mit einer lebensbedrohlichen Gehirnhautentzündung. Nur ein Medikament, das durch den Wirbelkanal zu geben ist, wird noch helfen. Die Ärzte verzweifeln – der Weg buchstäblich funktioniert nicht. Da ruft der Chefarzt der Kinderklinik Peter Feldmann zu Hilfe. Der findet die Ursache: Eine Wirbelblockade. Als die gelöst ist, kann endlich die Medizin zum Einsatz kommen und ihre Wirkung entfalten. Heute ist der Junge von einst Student, und für Peter Feldmann noch immer viel mehr als nur ein Fall, sondern eine ganz besondere Erinnerung. Und dazu noch ein klassisches Beispiel für die eigentliche Kunst des Osteopathen: „Man muss mehr als die Krankheit, als die Symptome sehen. Ich muss oft praktisch um die Ecke denken, um zum Ziel zu kommen.“ Das ihm das gelingt, beschert dem Mann einen übervollen Arbeitstag – Termine sind heiß begehrt. Von den klassischen

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Rückenschmerzen über den Menschen, der nicht mehr richtig auftreten kann, bis zur Mutter mit dem vier Wochen alten Baby, das sich die sprichwörtliche Seele aus dem Hals schreit, und dem keiner zu helfen weiß. Da ist es dann wieder der ganzheitliche Blick Feldmanns, der die Koliken sieht und die Ursache in der Halswirbelsäule oder im Knochen des Hinterköpfchens identifiziert, oft eine einfache Folge von Lageanomalien während der Schwangerschaft oder Folgen des Geburtsvorgangs. Kleine Ursache, große Wirkung, lächelt Peter Feldmann und weiß, dass das auch bei Erwachsenen so sein kann. Wie bei der Dame mit der scheinbar nicht zu heilenden Blasenschwäche, weil ein eingeklemmter Nerv auch solche Folgen nach sich ziehen kann. Kein Wunder, dass eine solche Arbeit glücklich macht. „Dieser Beruf macht Hölle Spaß“, sagt der Mann mit den helfenden Händen, der seine Patienten wieder ihrem ganz persönlichen Himmel näher bringt. Und ihrer Einsatz- und Leistungsfähigkeit. Schlicht im Alltag oder im Sport. Selbst Spitzenathleten aller Disziplinen suchen in seinem Therapiezentrum Rettung, wenn die eigenen Teams mit ihrer Kunst am Ende sind. Wie Jermaine Jones, der sich bei Peter Feldmann für den Einsatz auf dem grünen Rasen bei Schalke 04 wieder fit machen ließ. Mit Wunderheilung hat das nichts zu tun. Sagt Peter Feldmann ganz bescheiden. Es ist einfach die genaue Diagnose, und dann der richtige Einsatz seiner Kunst. Und dann, dann kann sich der Körper eben selber helfen. Und tut das auch. Dank Peter Feldmann.

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Menschen

Als Gangsterbraut macht Birte in „Alarm für Cobra 11 – die Autobahnpolizei“ viele ihrer Stunts selbst. Im Mai im TV!

Vom Ruhrgebiet in die weite Welt und zurück BIRTE GLANG kolumne

Wadenbeinbruch, Schießerei aus fahrenden Autos und Nächstenliebe ...

Sport ist Mord! Dieser Ausspruch hat manchmal definitiv seine Berechtigung – auch, wenn man vielleicht nicht sofort tot umfällt. Mich ereilte ein ebensolches kleines Unglück (und das noch nicht einmal an einem

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Freitag, dem 13.): Beim Kickboxen mit einem übermotiviertem Trainer in Los Angeles brach ich mir das Wadenbein. Aber ganz Indianer-kennen-keinen Schmerz-mäßig (und ich wusste auch nicht, dass es so war) flog ich lieber nach

Deutschland, um an einem – für mich – wichtigem Casting teilzunehmen. Danach ging es direkt weiter für eine stramme Termin-Woche nach New York. Mit Schmerzen. Erst zurück in Deutschland wagte ich mich zum Arzt und bekam die Schreckensdiagnose vom Orthopäden in Berlin. Falls ihr euch jetzt fragt, wie man mit einem gebrochenen Bein noch sieben Tage durch die Gegend spaziert: das Gleiche fragte der Arzt – und ich mich im Nachhinein – auch. Aber als Schauspielerin bin ich einiges Leid gewöhnt und bewege mich trotz Schmerzen auf High-Heels meist noch recht grazil ... bis die Kamera ausgeht! Das Ende vom Lied war: 6 Wochen kein Sport, 6 Wochen keine High-Heels – was dann auch heißt, 6 Wochen keine Schauspielengagements und danach

beginnt ja erstmal die Rehabilitationszeit. Alles nicht, wie ich es geplant hatte, zumal da die Anfrage von ALARM FÜR COBRA 11 – DIE AUTOBAHNPOLIZEI auf dem Tisch lag, eine Episodenhauptrolle zu spielen, angelehnt an die amerikanische Martial-Arts-Expertin Ronda Rousey! Die Produktion sagte, dass ich mir viele Fights mit der Kommissarin Jenny, gespielt von Katrin Heß, liefern werde und sie mich aufgrund meiner Kickbox-Erfahrungen gerne buchen würden. Machen wir uns nichts vor: Normalerweise sind die Frauen hübsches Beiwerk bei Deutschlands erfolgreichster Action-Crime-Serie und dürfen meist nur das Opfer oder die Geliebte des Bösewichts spielen. Aber eine richtige Gangsterbraut, die mit Waffen aus fahrenden Autos schießt und sich knallharte Zweikämpfe liefert, gibt es äußerst selten. So eine Chance absagen? Oder irgendwie hoffen, dass der Dreh erst stattfindet, nachdem der Fuß verheilt ist? Diesmal hatte ich jedoch Glück: Der Dreh wurde teilweise verschoben, weil die Produktion plötzlich ihre Drehgenehmigung für ein Waldstück im Rheinland verlor. Ich war also meinen „Skywalker“ – diesen klobigen Gips-Ersatz-Schuh gerade zwei Tage los, als ich dann auch schon zum Kampfchoreografie-Training nach Köln musste. Dazu muss man wissen: Jeder Schlag im Film ist genau einstudiert. Dazu gibt es extra einen Stuntkoordinator. Doch während man für amerikanische Blockbuster eher mehrere Wochen trainiert, erledigen wir das hier in einem Schnellkurs von 2 Stunden. Die Dreharbeiten standen dann in Köln direkt eine Woche später an. Das schmerzverzehrte Gesicht war dann beim Dreh selbst nicht nur wegen des Fußes echt, sondern ein Schlag meiner Kollegin saß tatsächlich und sieht deshalb bestimmt richtig „authentisch“ aus. Ihr fragt euch vielleicht, wie so etwas passieren kann. Geht Sicherheit nicht vor? Ein Blick hinter die Kulissen zeigt: Kamera und Regie versuchen immer den Kampf noch echter aussehen zu lassen, d. h. noch näher am Gesicht des anderen vorbeischlagen, noch kürzer vor der Nase stoppen. Da muss man als Schauspieler schon mal selbst die Reißleine ziehen oder nimmt den Schlag in Kauf, so nach dem Motto „alles für die Kunst“. Zu diesem Thema passt auch, dass meine Kollegin Katja Woywood, die die Chefin der Autobahn-

polizei spielt, in Slip und Hemdchen barfuß bei 3 Grad Kälte durch den Wald rennen sollte, für den wir dann statt im August erst Ende Oktober eine Drehgenehmigung bekamen. Irgendwie konnte sie die Produktion überzeugen, dass – obwohl schon so im August angedreht – sie nun eine Jeans und Schuhe tragen durfte. Alles in allem sehr turbulent, doch die Schießerei bei 50 km/h auf der Autobahn aus dem Schiebedach eines kleinen Vans ließ alles Leid wieder verblassen, es hat so viel Spaß gemacht! Wenn man dann noch die wahnsinnigen und waghalsigen Stuntfahrten der Stuntleute mit eigenem Auge live erleben darf, muss ich schon

Koffer umpacken, Kolumne schreiben und einen

nun die Therapeutin, die mit Drogen zugepumpt und mit verzaustem Haar im Nachthemdchen und auf Socken völlig verstört und halluzinierend durch eine U-Bahn-Station in Berlin läuft: für jeden erkennbar, dass diese Frau Hilfe braucht ... Zumindest sollte das mein Spiel rüberbringen. Alles wurde nur durch eine winzig kleine Kamera verfolgt, um später den Eindruck einer Überwachungskamera wiederzugeben. Die Passanten waren keine Komparsen, sondern echte Passanten. Wir befürchteten, dass wir nicht „in Ruhe drehen könnten“, da mir zu viele Menschen helfen wollen würden und sich somit ins Bild „drängen würden“. Aber weit gefehlt: Leute versuchten, mich bewusst zu ignorieren. Vielleicht lag es ja an mir, aber ich bin ja nun kein großer, starker, angsteinflößender Mann. Und selbst dann, irgendjemand könnte doch 110 oder 112 rufen, oder? Am Ende war ich umso gerührter, als die einzige Helferin, eine Japanerin, sich erbarmte, mir ihren Schal umzulegen. Diese Frau brach wenige Minuten später in meinem Arm in Tränen aus, als sie erfuhr, dass wir hier lediglich einen Fernsehfilm drehen. Mein Beruf ist ziemlich verrückt, Engagements sind unplanbar und trotzdem bin ich dankbar für all diese Erlebnisse und ich freue mich, euch ein wenig mit auf diese Reise vom Ruhrgebiet in die weite (und nahe) Welt zu nehmen und wieder zurück.

Moment innehalten

gestehen, dass ich einen wundervollen Job habe. Und wieder einmal wurde mir bewusst, wie sehr ich doch Action liebe! Aber auch das Wandelbare – und das kam kurze Zeit später. Für die ZDF-Produktion LETZTE SPUR BERLIN übernahm ich die Episodenhauptrolle einer Sexualtherapeutin, die mit sich selbst den schwierigsten Fall zu lösen hat. Und hier wurde ich mit einer ganz anderen Situation konfrontiert. Gerade die Leute aus dem Ruhrgebiet können sich bestimmt noch an den Vorfall erinnern, als ein 82-Jähriger vor dem Bankautomat in Essen letzten Oktober zusammenbrach. Statt zu helfen oder 112 zu rufen, kletterten die anderen Menschen über ihn drüber, um in aller Seelenruhe Geld abzuheben. Bei unseren Dreharbeiten spielte ich

Von den Ergebnissen könnt ihr euch übrigens im Mai überzeugen: 11. Mai, 20.15 Uhr Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei, Folge: „B-Team“, RTL 19. Mai, 21.15 Uhr Letzte Spur Berlin, Folge „Liebesreigen“, ZDF

Birte Glang – Schauspielerin, Model, Juristin. Aufgewachsen im Kreis Recklinghausen, nun Pendlerin zwischen Berlin, Los Angeles und dem Ruhrgebiet. 2010 wurde sie mit ihrer Rolle in „Unter Uns“ (RTL) bekannt. Zwei Jahre später feierte sie bereits als weibliche Hauptrolle ihr Kinodebüt neben Comedian Kaya Yanar und Hollywoodstar Rutger Hauer.

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BUCH TIPPS

DIE STURMROSE

Eine Studie der Yale University School of Public Health kommt zu dem Ergebnis, dass Lesen das Leben um durchschnittlich 23 Monate verlängert. Der Vorteil von Leseratten gegenüber Nichtlesern zeigt sich bei Magazinen ab mehr als sieben Stunden Schmökerzeit pro Woche; Bücher wirken dagegen schon ab 3,5 Stunden. Also: das Top Magazin Ruhr zu Ende lesen, dann auf in die Buchhandlung, zur Bücherei oder den offenen Bücherschränken und zu weiteren „lebensverlängernden Maßnahmen“ greifen. Maria Janßen, zuständig bei innogy für die offenen Bücherschränke

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… ist der Name eines alten Fischkutters, mit dem Annabel ein neues Leben beginnen möchte: frisch geschieden ist sie mit ihrer kleinen Tochter Leonie umgezogen. Den Kutter entdeckt sie zufällig und Corina Bomann möchte ihn zu einem Café umbauen. Dabei erhält sie Unterstützung von Christian – ebenfalls eine Zufallsbekanntschaft. Gemeinsam erforschen und entwirren sie die DDR-Vergangenheiten des Kutters und ihrer Familien.

NEW BUSINESS ORDER

HOCHZEIT MACHEN IST SCHRITT FÜR SCHRITT: SOOO SCHÖN WANDERUNGEN DURCH DIE WELTGESCHICHTE

Für alle, die Inspiration suchen, ganz anders arbeiten, aber dennoch Geld verdienen wollen. Es liest sich leicht, wie Start-ups Wirtschaft und Gesellschaft verändern können. Sicherlich – es wird nicht Christoph Giesa alles genau so funktionieren, aber Visionen waren schon oft der Antrieb für neue Wege. Neugierde und Offenheit sind Voraussetzung, dann machen die Tipps zur weiterführenden Literatur am Ende jeden Kapitels auch Appetit auf mehr.

Kinder erklären die Welt – oder in diesem Fall Ehe, Kinderkriegen und Familie. Erwachsene Jan Kuhl können darüber schmunzeln, manchmal auch laut lachen und bisweilen werden sie sogar nachdenklich. Nette, schlichte Kinderzeichnungen ergänzen die Ö-Töne aus Kindermund, der ja bekanntlich immer Wahrheit kund tut. Dieses Geschenkbüchlein ist für Frischvermählte und „Langvertraute“ lesenswert.

IM FRÜHLING STERBEN

EMMA KAUFT EIN

Der Sohn wüsste so gerne mehr über seinen Vater und den Zweiten Weltkrieg. Doch der alte Mann kann oder will auch Jahrzehnte danach nicht über das Erlebte sprechen. Dann wechselt Ralf Rothmann der Roman die Perspektive und ist mittendrin: Zwei 17-jährige Freunde werden im Frühjahr 1945 zwangsrekrutiert und geraten in das unmenschliche und unsinnige „letzte Aufgebot“. Ja, es gibt Antworten, doch es bleibt die Frage: „Was hätte ich getan?“

Das Bilderbuch erzählt in Reimen von Emmas ungewöhnlicher Einkaufsliste. Für die zehn recht unterschiedlichen Dinge geht sie nicht in den Supermarkt, sondern besucht zehn verAlice Melvin schiedene Läden. Diese sind alle schon von außen eine liebenswerte Sehenswürdigkeit, aber innendrin (Kläppchen öffnen) finden sich so viele wundersame und interessante Dinge, dass aus Betrachten schnell Suchen, Zählen und Erzählen wird.

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Auf 16 verschiedenen Wanderrouten führt Manuel Andrack den Leser durch die Weltgeschichte von den Anfängen bis in die Gegenwart. Unterhaltsam, lehrreich und mit viel Humor. Auf dieManuel Andrack sen „Zeitreisen“ geht es manchmal mehr meditativ als sportlich zu, aber nie langweilig. Ein Buch für geschichtsinteressierte Wanderer, sportliche Historiker oder für Schüler, die sich den Lernstoff erlaufen.

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WIE DIE HELENE ZUR BIRNE KAM Dieses Buch ist weder ein Schnäppchen noch eine Fast-Food-Sammlung. Zu 50 lukullischen Klassikern gibt es Unterhaltsames zu Namensgebung, EntsteJames Winter hung (mal aus der Not heraus, mal aus Zufall) und Hintergründe. James Winter liefert neben der Kochanleitung Stoff fürs Tischgespräch. Schön bebilderte Gerichte vor allem aus dem englischsprachigen Raum.

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Impressum

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IMMOBILIENMAKLERIN Ausbildung, Studium und eine echte Leidenschaft: Der Weg zum Traumarbeitsplatz bei Sotheby’s Sie ist jung, sie ist hübsch und mit ihrem offenen Lächeln begegnet sie den Menschen, die sie bei einem entscheidenden Schritt ihres Lebens begleitet. Menschen, die ein eigenes Heim anschaffen. Oder gerade den Entschluss gefasst haben, sich davon zu trennen. Paula Münstermann ist Immobilien-Maklerin und im Auftrag des weltweit renommierten Labels Sotheby’s in Essen im Einsatz. Die blonde Frau mit dem geraden Blick ist erst 24 Jahre alt und dabei doch schon ausgewiesene Expertin mit einer Menge Erfahrung, weiß Peter Junker als Geschäftsführer von Sotheby’s in NRW zu schätzen. Denn Paula Münstermann kommt nicht nur aus einem Unternehmer-Elternhaus, das selber eng mit dem Immobiliengewerbe verwoben ist, sondern hat ihren Beruf auch noch wirklich von der Pike auf gelernt. Schon nach ihrem ersten Praktikum bei einem Makler weiß die junge Frau aus Heek im Münsterland sofort: Das ist genau mein Fall. So sucht sie eine Ausbildungsstelle und findet sie im Ruhrgebiet. In Mülheim. Sie schlägt ein, weil es ihr dort wirklich gut gefällt, zieht in die Stadt an der Ruhr. Neben dem praktischen Einsatz absolviert sie ihre Ausbildung am European Business Zentrum in Bochum. Dort bekommen angehende Immobilien-Experten vermittelt, was sie für ihren künftigen anspruchsvollen Beruf brauchen. Und Paula ist von Beginn an klar: Sie will über das normale Pensum hinaus lernen. Also sattelt die Abiturientin auf ihre zweijährige verkürzte Ausbildungszeit noch ein Studium am EBZ obendrauf, vier Jahre insgesamt investiert sie damit in ihr großes Ziel. Vieles gibt es hier von Beginn an zu lernen: Kaufmännisches von der

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Verwaltung bis zur Hausverwaltung, technisches Know-how von der Dämmung über die Heizung bis zum Dachaufbau, Immobilien-Bewertung oder Facility-Management mit allen seinen Facetten. Paula lernt viel und bleibt nach dem Einblick in das gesamte Spektrum der Immobilien-Kaufleute bei ihrer ursprünglichen Idee und Leidenschaft: Sie möchte als Maklerin arbeiten. Ihrem Traumberuf darf sie heute auch bei ihrem Traum-Arbeitgeber nachgehen: Ihr Schreibtisch steht bei Sotheby’s NRW Immobilien an der Frankenstraße 278 im Essener Süden. Von hier aus betreut sie die Menschen, die ihren Rat suchen und brauchen: Weil sie liebgewordene vier Wände verkaufen möchten, weil sie ein neues Heim suchen oder weil sie Unterstützung bei einer klugen Investition auf dem Immobilienmarkt als Anleger erwarten. Paula Münstermann und das Team von Sotheby’s helfen dabei immer gerne, sagt Peter Junker und umspannt dabei das gesamte Spektrum von der 85-QuadratmeterEigentumswohnung über das Einfamilienhaus bis hin zum luxuriösen Schlösschen oder dem Millionen teuren Anlagenprojekt. Paula Münstermann, die junge blonde Frau, fasziniert diese Aufgabe. Sie bringt Menschen zusammen, die anbieten und suchen. Dafür braucht sie neben dem Know-how vor allen Dingen ein gepflegtes Auftreten und das richtige Gespür für die Beteiligten in ihren ganz unterschiedlichen Lebenslagen. Und genau das hat Paula. Nicht umsonst ist sie Maklerin aus Leidenschaft. Paula Münstermann hat ihren Abschluss als Betriebswirtin in der Tasche und in der Sotheby’s Dependance am Essener Stadtwald als Immobilien-Maklerin ihren Traumberuf gefunden

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ZELTE MIT LEIDENSCHAFT

Meister-Coiffeur Erwin Waeijen mit den strahlenden Finalistinnen der Essener Stadtschönheiten: Anke, Beate, Christina, Dina, Eva, Ilse, Mieke, Solveig, Stefanie und Tamara

TITEL BELOHNT DEN MUT ZUM NEUEN LOOK Mut zur Veränderung ist Trumpf, wenn Meister-Coiffeur Erwin Waeijen Frauen einlädt, sich als Essener Stadtschönheit zu bewerben. Seit der Erfindung 2012 durch den Inhaber des edlen Salons Oliver Schmidt Hairdesign in der Theaterpassage ist der Contest eine echte Tradition in der Stadt, sodass sich zur 5. Auflage mehr denn je Frauen um einen der zehn Finalplätze bewarben. Ein gelungenes Zusammenwirken von

Stefanie traute sich den Wandel von brünett zu blond und wurde mit dem Titel der Stadtschönheit belohnt

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Strahlen um die Wette: Die drei Erstplatzierten Anke, Stefanie und Eva

Farbe, Schnitt, Haartyp und Gesicht ist das Geheimnis der gelungenen Veränderung und die Kunst des Spitzen-Stylistenteams rund um Erwin Waeijen. So hätte sich Stefanie aus Essen niemals selber für blond entschieden. Doch die einst Brünette vertraute ihrer Stylistin und traute sich. Ihr Lohn: Die 44-Jährige ist neue Stadtschönheit Essens. Mit ihr auf dem Siegertreppchen die begeisterte Großmutter Anke. Die 50-Jährige mag die Kombination von Bewährtem und Erneuerung und freute sich echt über die neue kompakte Frisur im warmen Goldblond. Dritte im Bunde: Eva (43). Die glückliche Mutter ist nun auch glücklich über ihren neuen Look mit lebendigen Locken im satten Rotbraunton.

Jan de Boer (43 Jahre), gebürtiger Niederländer und im Ruhrgebiet tätiger Unternehmer, ist kein Camping-Liebhaber im klassischen Sinne und doch ist er mit Zelten groß geworden. Keine andere Familie ist mit der Zelt- und Eventbranche so eng verknüpft wie die de Boers. In mehr als 80 Jahren hat sich die Familie in Sachen Zelte weltweit einen großen Namen gemacht. „Zelte“, so der dynamische Zeltexperte dritter Generation, „sind auch für mich eine Leidenschaft.“ Jan de Boer war bereits an verschiedenen Orten der Welt beruflich „sesshaft“ und hat in seinem Leben schon viel gesehen. Heute steckt er die ganze Energie in sein eigenes Unternehmen. Bei „COSMOPOLITENT“ geht es um „Klasse statt Masse“. Ein Segment mit wachsender Bedeutung. „Wir liefern Zelte auf qualitativ hohem Niveau, für alle Anlässe, die es privat oder geschäftlich zu feiern gilt und bieten Komplettlösungen für eine wirklich exklusive Location an“, so Jan de Boer. „Dabei sind den Wünschen unserer Kunden nahezu keine Grenzen gesetzt. Wir setzen uns zusammen, planen, beraten und suchen gemeinsam nach Wegen, um eine Veranstaltungsidee so erfolgreich wie möglich umzusetzen. Das Ergebnis sind Lösungen mit sehr persönlichem Zuschnitt. Und gerade darin sehen wir auch unsere Stärke. Wir denken in allen Dimensionen und haben für jeden Anlass die perfekte ‚Raum‘Lösung. Das wird honoriert.“

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Kultur

EXKLUSIV-INTERVIEW MIT MARTIN LUTHER ZUM 500. JAHRESTAG DES THESENANSCHLAGS

Der Mönch, der den Himmel teilte WULF MÄMPEL SPRACH MIT DEM MUTIGEN REFORMER, DER VOR 500 JAHREN DIE CHRISTLICHE WELT REVOLUTIONIERTE Fotos: Ralf Schultheiß

Als der kritische Augustinermönch Martinus Luther im Jahr 1517 seine 95 Thesen an die Tür der Schloss­kirche zu Wittenberg nagelte, löste er damit die fundamentale Spaltung der christlichen, abendländischen Welt aus. Martin Luther teilte vor 500 Jahren den Himmel, denn die bisher römisch–katholische Welt wurde erschüttert, denn aus der geplanten Reformation wurde eine Revolu­tion. Die evangelische, die reformierte Kirche entstand aus der Kritik am Feudalismus, der von Rom ausging und sich in Europa eben nicht nur an den Höfen des Adels, sondern auch in den Palästen der Kirchenfürsten ausbreitete. Bis heute hat Dr. Martin L ­ uther die christliche Welt nachhaltig beeinflusst. Wulf Mämpel sprach mit Martin Luther aus Anlass des L ­ uther–Jahres 2017. Beide trafen sich in dem Zimmer der Wartburg in ­Eisenach, in dem Luther voller Verzweiflung das Tintenfass gegen den Teufel schleuderte und die Wand traf.

Der abtrünnige Mönch Martin Luther veröffentlicht 1517 seine 95 Thesen und begründet damit die Reformation. 500 Jahre später wird darum das „Lutherjahr“ begangen.

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Die erste vollständige Bibelübersetzung von Martin Luther 1534, Druck Hans Lufft in Wittenberg

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Mämpel: Haben Sie Erinnerungen an diese Stube, in der sie 1521 für ein Jahr ­Zuflucht fanden? Luther: Aber natürlich. Ich wurde praktisch aus dem Verkehr gezogen, da die Anfeindungen gegen mich Überhand zu nehmen drohten. Hier begann ich inkognito unter dem Decknamen Junker Jörg die ersten Teile der Bibel zu übersetzen. Es war nicht leicht für mich, obwohl ich sehr motiviert war und hier meine Ruhe fand. Doch Satan stürzte sich immer wieder auf mich, ich warf sogar ein Tintenfass nach ihm. Aber Spaß beiseite: Ich war so gut in Form, dass ich in nur elf Wochen das Neue Testament ins Deutsche übersetzte. Aber: Dass die Pilger heute immer noch hierher kommen, wundert mich doch. Es ist kein attrak-

tiver Raum. Und dann noch Weltkulturerbe – das konnte ich damals nicht ahnen! Mämpel: Der Anschlag Ihrer 95 Thesen in Wittenberg hat die christliche, die abendländische Welt erschüttert, die Spaltung war dadurch eingeleitet. War das wirklich Ihr Ziel? Luther: Nein, um Gottes willen, nein! Ich wollte ja nur die Umstände, die Auswüchse­ innerhalb der katholischen Kirche, die ja meine Kirche war, reformieren. Das war das Ziel: die Erneuerung des Glaubens und die Rückbesinnung auf das Wort Gottes. Die Bibel sollte wieder das Buch der Bücher sein. Ich war gegen den unerträglichen Ablasshandel meines Mitbruders Tetzel, der Geld eintrieb, damit der Papst in Rom den Petersdom

bauen konnte. Das brachte mich auf die Barrikaden, aber auch das feudale Leben der Kirchenmänner, die Scheinheiligkeit und bigotte Heuchelei. Mämpel: Wie beurteilen Sie die evan­ge­ lische Kirche heute im Jahr des Jubi­läums? Luther: Darf überhaupt eine Kirche feiern, deren Mitgliederzahlen rückläufig sind? Die nicht länger Volkskirche ist, sondern eine Minderheit der Gesamtbevölkerung abbildet, für die Glaube, Kirche und Gott wenig Relevanz hat? Ich persönlich halte gerne dagegen: Ja – wir haben allen Grund zu feiern. Im Mittelpunkt steht für mich die Lerngeschichte einer Kirche, die veränderungserfahren und veränderungsmutig ist!

Auf die Wartburg in Eisenach schickt der mächtige Kurfürst Friedrich den Reformator im Jahre 1521, auch um ihn aus dem Rampenlicht zu nehmen und die Angriffe auf die Reformation dadurch zu mildern

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„Hab Mut zur Veränderung“ – es ist diese Botschaft, die ich damals und heute den Christen zurufe. Gewissensfreiheit, Interpretationsfreiheit, Unabhängigkeit von der Deutungsmacht papsttreuer Theologen und die Gleichheit vor Gott – das waren die Erkenntnisse, die ich in die Debatten vor 500 Jahren einbrachte. Heute aber feiern wir kein heldenverehrendes Lutherjubiläum, sondern wir feiern, dass wir die Judenfeindschaft überwunden haben. Wir feiern, dass gerade in einer Zeit des Fundamentalismus Glaube und Bildung zusammengehören. 500 Jahre später wissen wir als Protestanten und Katholiken: Es ist gut, gemeinsame Wege nach vorn zu gehen. Wir feiern, dass wir eine Lerngeschichte der Reformation haben und nicht bei 1517 stehengeblieben sind. Wo müssen wir heute den Grenzübertritt wagen, um die Botschaft von der freien ­Gnade Gottes an das Volk auszurichten? Welche neue Sprache und Spiritualität müssen wir lernen, damit der Geist Gottes wirken kann? Reformation ist kein Zustand, sondern eine Bewegung, ein Prozess, den wir alle gemeinsam gestalten. Jede Kirche, gleich welcher Konfession, ist semper reformanda – immer neu zu reformieren. Aber: Ich wünsche der evangelischen Kirche mehr Freude im Alltag und in den Gottesdiensten. Es wird zu wenig gelacht in unseren Gottesdiensten. Unser Gott ist nicht nur streng, er ist auch ein lachender Gott!

Fleisches. Jeder Mann sollte eine Familie gründen. Aber Scheidungen sind Ausdruck von Flucht aus der Verantwortung. Ein handfester Krach gehört zu einem gesunden Eheleben. Mämpel: Viele Menschen verlassen heute die Kirche. Steuert das Abendland in einen Abgrund? Luther: Wer aus der Kirche austritt, flieht vor Gott. Warum tut er das? Ein Leben ohne Gott muss scheitern. Ich bin aber sicher, dass es eines Tages eine Renaissance des christlichen Glaubens geben wird. Kein Mensch kommt ohne Gott aus, gerade heute nicht! Mämpel: Wie finden Sie Deutschland heute? Luther: Mein Heimatland ist eine starke Nation im neuen Europa der 28 Staaten. Wer an einem gemeinsamen Tisch sitzt und diskutiert, der schießt nicht. Also: Nur das vereinte Europa freier Staaten hat Zukunft. Die Kleinstaaterei produziert nur kleine Geister. Die Welt ist enger zusammengerückt, da kommt es auf Kooperation und nicht auf Konfrontation an. Wo Menschen wirken, werden Fehler gemacht. Wir alle sind Sünder. Doch aus Fehlern muss man lernen, wir sollten sie nicht wiederholen. Ist das denn so schwierig? Noch immer gilt: Ohne Herkunft keine Zukunft!

Mämpel: Werden eines Tages die christ­ lichen Kirchen wiedervereint sein? Luther: Es gibt da viele gute Ansätze, die mich optimistisch stimmen. Ich bete für eine Wiedervereinigung weltweit. Papst Franziskus ist auf einem guten Weg, ich schätze ihn und seine Gedanken sehr. Mämpel: Sollten Pfarrer und Priester ­heiraten? Luther: Ja, ich selbst bin ein glücklicher ­Familienvater. Mämpel: Was würde Jesus sagen, wenn er heute auf die Welt zurückkäme und sähe, was in seinem Namen 2000 Jahre passiert ist? Luther: Das ist eine harte Frage. Aber ich glaube, er wäre nicht sehr enttäuscht. Vieles hat sich doch zum Guten gewendet, auch wenn es immer neue Probleme zu lösen gilt. Das ist unser Schicksal, unsere ständige­Prüfung. Doch als gottesfürchtiger Optimist sage ich: Das Gute wird immer

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Das Neue Testament übersetzt Luther in seiner „Verbannung“ auf der Wartburg in nur elf Wochen aus dem Griechischen ins Deutsche

das Böse überwinden. So war es, so wird es immer sein. Hätte das Böse gesiegt, wir lebten schon lange nicht mehr auf unserem schönen Erdball. Ich denke also: Er wäre zufrieden! Denn Probleme sind dazu da, gelöst zu werden. Immer und überall in der Welt! Vieles, von dem wir glauben, es sei sooo bedeutend, ist doch schnell sehr vergänglich. Das gilt für Besitz, für Politiker und Manager. Wie sagt man heute: up and down! Der Mensch sucht sich immer neue Götzen: Gold, Öl, Besitz, das dolce far niente. Doch was kommt danach? Die Leere

derjenigen, die alles besitzen, macht nicht glücklich. Ohne mitmenschliche Aufgaben, ohne Soli­darität den Schwachen gegenüber ist das moderne Leben sinnlos. Neid und Hass wachsen immer dann, wenn ein großer Teil der Menschen sich verlassen fühlt. Dann haben die Populisten das Sagen. Die Menschen brauchen Teilhabe am Wohlstand, dann sind sie zufrieden. Also gebt ihnen Teilhabe! Mämpel: Sind Sie ein politischer Kopf? Luther: Eigentlich nicht. Eher ein mu-

sikalischer, ein wortliebender Mensch. Wer aber Politik machen will, muss Macht haben, sonst herrscht das Chaos. Doch immer ist Vorsicht geboten: Die Rattenfänger sind unterwegs, die modernen Gurus, die die Leichtgläubigen auf ihre Leimspur locken. Daher ist ein fester Glaube eine feste Burg für jeden. Sorge bereitet mir die Gleichgültigkeit der Eliten. Sie müssten mehr Verantwortung innerhalb der Gesellschaft übernehmen und sich nicht nur um ihr Gold sorgen. Sie müssten Vorbild sein für die

Menschen, die sich immer mehr von Gott abwenden und aus der Kirche austreten. Vorbild bedeutet ja immer auch Wegweiser, denn Gott ist nach wie vor eine sichere Bank. Das galt damals, das gilt auch noch heute. Die Kirche muss den Menschen dienen, nicht die Menschen der Kirche. Mämpel: Luther und die Frauen – Sie sind ja kein Eremit … Luther: … weiß Gott nicht. Ich liebe das pralle Leben. Als Mönch träumte ich davon, als Ehemann genoss ich die Lust des

Mämpel: Was wünschen Sie sich für das Jahr 2017, das ja Ihr ganz spezielles Jahr wird? Luther: Ich wünsche mir die Freiheit aller Menschen auf der Welt. Mehr Toleranz und weniger Hass. Mehr Liebe und weniger Streit. Mehr Solidarität und weniger Egoismus. Mehr Bildung für alle und weniger Dummheit in der Welt. Vor allem aber wünsche ich mir, dass die christlichen Kirchen wieder näher zusammenrücken. Wir glauben doch alle an einen Gott, das sollte uns einen und nicht trennen. Vielleicht hat meine Reformation dann doch etwas bewirkt, wenn wir wieder zurückkehren zum wahren Glauben, mutig, gottesfürchtig und stark. Denn nur so können wir den Populisten und Rattenfängern begegnen. Ein Christ ist kein Angsthase, sondern ein Mensch mit Menschenrechten. Das war mein Ziel. Wartet nicht weitere 500 Jahre auf die Verwirklichung der Ökumene. Also: Wer etwas anfangen will, der sollte es beizeiten tun! Lieber Herr Dr. Luther, wir danken Ihnen für das Gespräch!

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Kultur

Silvia Weiskopf – Ehrung für eine magische Schauspielerin Freundeskreis Theater und Philharmonie Essen zeichnet vielseitige Darstellerin mit dem „Aalto-Bühnenpreis für junge Künstler“ aus – Felicitas Funke aus den USA spendet das Preisgeld

Trommelwirbel für den Aalto-Bühnenpreis des Freundeskreises Theater und Philharmonie – die Preisträgerin Silvia Weiskopf, die Stifterin des Preises Felicitas Funke, OB Thomas Kufen, Intendant Christian Tombeil und am Schlagzeug Hans Martz, Vorsitzender des Freundeskreises.

Der TUP-Freundeskreis, Essener Bürger, die sich für Oper, Ballett, Musik und Schauspiel einsetzen, vergibt den Aalto-Bühnenpreis für junge Künstler an Silvia Weiskopf

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Die Essener Schauspielerin Silvia Weiskopf erhält den „Aalto-Bühnenpreis für junge Künstler“ des Freundeskreises Theater und Philharmonie Essen. Der Preis wird alle zwei Jahre und nunmehr zum 14. Mal vergeben. Neben dem Freundeskreis spenden auch Privatpersonen und Essener Unternehmen das Preisgeld von 10000 Euro. In diesem Fall wurde Felicitas Funke, Enkelin des großen Essener Unternehmers Jakob Funke und dazu Mitglied im Freundeskreis, als Mäzenin gewonnen. Silvia Weiskopf gehört seit 2010 zum Essener Ensemble. Die 1980 in Mainz geborene Schauspielerin absolvierte ihr Studium von 2002 bis 2006 an der Schauspielschule Bochum. In der JahrgangsabschlussInszenierung am Schauspielhaus Bochum spielte sie die Hermia in Shakespeares „Sommernachtstraum”. 2006 trat sie ihr erstes Gastengagement am Schauspielhaus Zürich an. Ihr erstes Festengagement erhielt sie 2006 bis 2008 am Schauspiel Leipzig. Danach folgten zwei Jahre am Theater Bielefeld. Seit Beginn der Inten-

danz von Christian Tombeil 2010 gehört sie fest zum Essener Ensemble und hat in über 30 Produktionen die große Bandbreite ihres schauspielerischen Könnens unter Beweis gestellt. Hans Martz, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Essen, heute als Vorsitzender des Freundeskreises: „Diese junge Schauspielerin begeistert nicht nur ganz junges Publikum wie z. B. als Peter Pan und ein jugendliches Publikum wie als Lotte in ‚Die Leiden des jungen Werther‘, sondern Silvia Weiskopf brilliert ebenso als Lady Macbeth, als Gudrun Ensslin oder als Gerda in Manns ‚Buddenbrooks‘. Sie zieht ihr Publikum in ihren ganz eigenen, magischen Bann.“ Der auf einen Zusammenschluss von Mäzenen vor über 150 Jahren zurückgehende Freundeskreis Theater und Philharmonie Essen setzt sich für die Förderung von Kunst und Kultur in Essen ein. Als einer der ältesten Kulturvereine der Stadt un-

terstützt er zahlreiche Produktionen von Oper, Schauspiel, Ballett, Philharmonie und Orchester materiell und ideell. In den vergangenen 30 Jahren stellte er über dreizehn Millionen Euro zur Verfügung. Hans Martz: „Der Freundeskreis trägt so dazu bei, das kulturell hochwertige Angebot in Essen auf Spitzenniveau zu erhalten.“ Auch die Nachwuchsförderung ist dem gemeinnützigen Verein ein wichtiges Anliegen. Mitglieder des Freundeskreises können an Einführungen und Künstlergesprächen teilnehmen, Proben besuchen, „Blicke hinter die Kulissen“ werfen und haben nicht zuletzt das Gefühl, hochklassige Kunst zu unterstützen. Den AaltoBühnenpreis für junge Künstler erhielten zuletzt 2012 der Dirigent Wolfram-Maria Märtig sowie der Tänzer und Choreograph Denis Untila und 2014 der Tenor Abdellah Lasri.

Neue Runde für „Die Leiden des jungen Werther“ Es ist wohl der Briefroman schlechthin: Johann Wolfgang Goethes „Die Leiden des jungen Werther“. Am Schauspiel Essen hat Regisseur Karsten Dahlem 2014 daraus eine bemerkenswerte Theaterinszenierung geschaffen. „So jugendgerecht sah man Goethes berühmten Roman lange nicht: Essens Schauspiel lässt für ein junges Publikum sogar die Werther-Boys rocken und verrät doch dabei nicht dieses große Stück deutscher Literatur“, lobt die Presse vor Ort. Nun gibt es im Grillo-Theater ein Wiedersehen mit den drei mehr oder weniger glücklichen Figuren dieser ebenso mitreißenden wie traurigen Geschichte: Während eines Tanzvergnügens auf dem Lande lernt Werther die reizende Charlotte kennen und verliebt sich Hals über Kopf in sie. Lotte ist zwar mit Albert verlobt, begegnet seiner Zuneigung aber immerhin mit freundschaftlicher Sympathie, und so verbringen die zwei viel Zeit miteinander – bis ihr zukünftiger Bräutigam auf der Bildfläche erscheint. Nach kurzer Zeit reist Werther ab, nimmt eine Stelle an, kündigt sie wieder, besucht seine Heimat, überlegt Pilger zu werden, aber kein Vorhaben ist von Dauer. Eines Tages kehrt Werther zu Lotte und Albert, die mittlerweile ein Ehepaar sind, zurück, das Herz voller Liebe und Verlangen … Es spielen Stefan Diekmann, Johann David Talinski und Silvia Weiskopf sowie die „Werther-Boys“ Jörg Marc Buttler, Pascal Wenske und Justin Nestler. Aufführungen sind am 28. März und am 6. April jeweils um 19.30 Uhr.

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Kultur

KLAVIER-FESTIVAL 05.Mai RUHR 20.Juli

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Die Musik der „beiden Amerikas“ steht im Mittelpunkt des Klavier-Festivals Ruhr 2017. In 69 Veranstaltungen auf 36 Podien in 22 Städten – darunter erstmals im neuen Anneliese Brost Musikforum Ruhr in Bochum – feiert das Klavier-Festival zwischen 5. Mai und 20. Juli die Vielfalt der Musik der Neuen Welt. Amerika steht nach 2002 und 2012 zum dritten Mal im Fokus. Anlass ist nun der 80. Geburtstag von Philip Glass im Jahre 2017. Der Mitbegründer der Minimal Music wird selbst zu Gast sein: Am Mittwoch, 12. Juli, spielt er im Weltkulturerbe Zeche Zollverein gemeinsam mit Maki Namekawa und Dennis Russell Davies ein Programm mit eigenen Werken. Wegen ihres Einsatzes für zeitgenössische Klaviermusik werden die drei Künstler mit dem Preis des KlavierFestivals Ruhr geehrt.

Mit dem Akzent Amerika will Intendant Franz Xaver Ohnesorg an die humanistischen Werte dort beheimateter Künstler erinnern, etwa Philip Glass, John Adams, Leonard Bernstein und George Gershwin. Ohnesorg: „Sie haben mein Bild von Amerika weit mehr geprägt als die Ereignisse der letzten Monate.“ Es werden über 60 Werke von 31 nord- und südamerikanischen Komponisten erklingen, darunter die Originalfassung für Klavier der Rhapsody in Blue George Gershwins ebenso wie Gershwins Cuban Ouverture oder die Ouvertüre zu Candide von Leonard Bernstein. Besonderes Anliegen ist dem Klavier-Festival Ruhr seit seiner Gründung die Förderung junger Pianisten in der Reihe „Die Besten der Besten“. Mit acht Konzerten nimmt der Jazz erneut eine prominente Rolle im Programm ein. Die JazzLine eröffnet Michel Camilo mit dem Gitarristen Tomatito am Dienstag, 9. Mai, im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen. Hilario Durán spielt mit Chucho Valdés und der WDR Big Band Köln in der Philharmonie Essen (31. Mai) ein Konzert für zwei Klaviere und Big Band. Für seine von Intendant Prof. Franz Xaver Ohnesorg initiierte außergewöhnliche Education-Arbeit wurde das Klavier-Festival Ruhr zuletzt mit dem ECHO Klassik 2016 ausgezeichnet. Die Stiftung Mercator und Klöckner & Co SE ermöglichen die Education-Arbeit maßgeblich. Little Piano School und KlavierGarten führen inzwischen ganzjährig mehr als 300 Kinder zwischen zwei und sechs Jahren in die Welt der Musik.

Der Intendant

Olga Scheps hat 2007 beim Klavier-Festival Ruhr ihr Debüt gegeben. Zehn Jahre später nun bestreitet sie am 3. Advent im Wasserschloss

Prof. Franz Xaver Ohnesorg (69), war Orchesterdirektor der Münchner Philharmoniker, Gründungsintendant der Kölner Philharmonie, erster nichtamerikanischer Leiter der Carnegie Hall in New York, Intendant der Berliner Philharmoniker und schon von Berlin aus seit 1996 Künstlerischer Leiter des Klavier-Festivals Ruhr, dem heute weltweit bedeutendsten Klavierereignis. 2005 wurde Franz Xaver Ohnesorg Intendant des Klavier-Festivals Ruhr. NRW ernannte Franz Xaver Ohnesorg 1999 zum Professor.

Gartrop ab 17 Uhr das Weihnachtskonzert.

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Kultur News

LYRIKBAND NICHT DIE MACHT DER STEINE

WULF MÄMPEL KARL: KAISER "UND GOTTES SCHWERT"

Eigentlich begreift sich Heinrich Peuckmann als Erzähler, der Romane oder Krimis verfasst. Doch sein Herz gehört auch der Lyrik. So hat der Mann aus dem Revier nun den Gedichtband „Nicht die Macht der Steine“ vorgelegt. Er ist im renommierten Münsteraner Aschendorff Verlag erschienen. Peuckmann beschreibt darin Orte, Begebenheiten und auch Menschen, die ihn berührt haben und die noch immer in ihm fortwirken. Es sind scheinbar alltägliche, soziale Themen, die er aufgreift und an denen er zeigt, dass auch solche Inhalte poetisch gestaltet werden können. Es sind erzählende Gedichte, die viel mit seiner Heimatstadt Kamen zu tun haben, mit Orten, die man noch vorfinden kann und mit Menschen, die hier gelebt haben. Auch mit dem Thema Antifaschismus setzt er sich, wie schon so oft, auseinander, sodass seine Gedichte zeitaktuell sind, obwohl sie doch Vergangenes aufgreifen. Seine Botschaft letztlich ist, bei aller Melancholie, die in den Gedichten mitschwingt, optimistisch. Das letzte Wort, meint Peuckmann, hat nicht die Macht der Steine.

Mit diesem dritten Roman über das Leben und die Zeit Karls des Großen ist die vor über zehn Jahren begonnene Trilogie des Jahrhunderts 700 bis 800 abgeschlossen. Nach den beiden Romanen „Im Zeichen des Roten Falken“ und „Die Gotteskrieger“ ist mit dem Roman „Karl: Kaiser und Gottes Schwert“ die Entwicklung des Judentums, des Christentums und des Islam vor 1200 Jahren beleuchtet worden – und das Verhältnis der drei Buchreligionen zueinander.

Der neue Gedichtband von Heinrich Peuckmann

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Kultur News

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Starke Frauen im Revier aus dem Suhrkamp-Verlag

Machtansprüchen, Gewalt, Abhängigkeiten, Willkür und Neid, aber auch von Heldenmut, Romantik, Liebe und Erfolg. Die nun vorliegende Trilogie soll dazu beitragen, sich mit der Geschichte Europas zu beschäftigen, um die aktuellen Probleme besser zu verstehen. Die Menschen Europas können nur durch gelebte Toleranz voneinander lernen. Nur durch das Wissen darüber, was war, sind die vermeintlichen Gegensätze als Kitt für die Zukunft der Vereinigten Staaten von Europa zu begreifen. Der Bau des „Hauses Europa“ begann bereits vor über 1200 Jahren. Nach dem Untergang des Römischen Reiches bekam Europa durch die Karolinger die einstige Größe der Antike in Ansätzen zurück. Das Römische Reich Deutscher Nationen ging erst 1806 unter.

STARKE FRAUEN IM REVIER Es ist ein Buch mit Lebensgeschichten der besonderen Art: „Starke Frauen im Revier – Alles, nur nicht zimperlich.“ Voller Mut, Zuversicht, Kampfgeist und Weitsicht haben sich die Frauen im Ruhrgebiet Freiräume und einen Platz in der Geschichte erobert. Bilder von Kumpels und hartgesottenen Stahlkochern haben einen Mythos von Industrie und raue Arbeit hervorgebracht, der lange Bestand hatte. Frauen fanden in dieser Männerwelt kaum Platz, dabei haben sie nicht nur Alltag und gesellschaftliches Leben organisiert, sondern auch über die Grenzen der Region hinaus in Wirtschaft, Kultur, Politik, Wissenschaft oder Sport Spuren hinterlassen. In 30 Kurzbiografien würdigt das Buch die Lebensleistung beeindruckender Frauen. Die Autorinnen Sabine Durdel-Hoffmann und Anita Brockmann sind selber waschechte „Ruhrpottlerinnen“ und stellen Frauen von Kochbuchautorin Henriette Davidis über Unternehmerin Louisa Catharina Harkort bis zur Zeitungsverlegerin Anneliese Brost vor. Auch Christa Kleinhans als Pionierin des Frauenfußballs und Kioskbesitzerin Emmy Olschewski haben ihren Platz.

Wulf Mämpel der kritische Patriot und Kunstfreund war langjähriger Lokalchef der WAZ-Stadtredaktion

Abschluss der Triologie über das Leben und die Zeit Karls des Großen

Der Autor hat versucht, in spannender, kenntnisreicher und erklärender Form die Gemeinsamkeiten der drei Weltreligionen zu beschreiben und nicht nur das Trennende zu wiederholen, sondern das Verbindende zu beleuchten. Die frei erfundene Familiensaga der Herzogsfamilie aus Cornwall war dabei hilfreich – es entstand ein buntes Sittengemälde aus der Zeit des frühen Mittelalters, ihrer Menschen, ihrer Sorgen und Glücksmomente. Es war eine Welt, geprägt von

DIE ABBIEGER STAU AUF DER A40 MIT KRIMINELLEN FOLGEN Den Dauerstau auf der Autobahn A 40 hat Thomas Schweres zum Thema seines neuen Krimis „Die Abbieger“ gemacht: Sein Protagonist Klaus-Werner Lippermann dreht durch angesichts all der verschwendeten Lebenszeit im Auto, und die Kripo wird mit der Entführung des Straßen. NRW-Chefs konfrontiert. Klaus-Werner Lippermann hat es satt: Von Juli 2012 bis März 2016 hat er abzüglich Urlaubs- und Krankheitstagen auf den knapp sechzig Kilometern zwischen Dortmund und Duisburg 209 Stunden im Stau gestanden. Für diese größtenteils sinnlos vergeudete Lebens- und Leidenszeit soll jetzt jemand bezahlen. Als der Chef von Straßen.NRW entführt wird, staunt Kommissar Georg Schüppe nicht schlecht: Eine Organisation, die sich TuS-V! nennt, fordert in ihrem Bekennerbrief nur 55000 Euro, dafür aber Maßnahmen zur Verkehrsflussverbesserung. Trotz intensiver Suche bleibt der Entführte verschwunden, dafür macht die Bildzeitung mit unerwarteten Schlagzeilen auf:

Ein Kriminalroman aus dem Grafit Verlag: Die Abbieger

„Vorbild für ganz Deutschland: Straßen. NRW will Staus abschaffen!“ Reporter Tom Balzack ahnt, dass hinter dieser Botschaft kein Pressesprecher steckt. Aber sein Versuch, dem Geheimnis der Geschichte auf den Grund zu gehen, führt ihn erst mal zu einer ganz anderen Leiche … Klug und saukomisch: Wer entwickelt nicht bei den täglichen Staus schon mal Mordgelüste? Ein Kriminalroman aus dem Dortmunder Grafit Verlag.

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IM SCHLOSSPARK FEIERN, FLANIEREN UND GENIESSEN Von Wassergräben umflossen, steht nicht weit vom Naturschutzgebiet Untere Kettwiger Ruhraue" am " Rande der Stadt Essen und nur 20 Minuten vom Flughafen Düsseldorf entfernt das Schlosshotel Hugenpoet. Das prachtvolle Erbstück des Freiherrn von Fürstenberg ist ein elegantes Refugium für Privatgäste und Geschäftsleute mit 36 feinen Zimmern und Suiten, zwei Restaurants, einer Bar, Festsälen und Salons Egal ob Tagung, Wochenend-Workshop, mehrtägiges Incentive oder die private Feier – eine professionelle Beratung in der Planungsphase der Veranstaltung gehört ebenso zum Service wie die perfekte Durchführung und persönliche Betreuung durch das erfahrene Veranstaltungs-Team des schönen Wasserschlosses. Dazu ist Genuss pur garantiert: Das Team rund um Spitzenköchin Erika Bergheim bietet Kochkurse an oder lädt zu einer Küchenparty ein. Mit der Sommelière des Hauses können ganz professionell die Weinkenntnisse aufgefrischt oder erweitert werden. Seit 1955 werden im Schloss die schönsten Hochzeiten gefeiert – hier ist das Know-how für die Gestaltung dieses ganz besonderen Tages zu Hause: Der weitläufige Schlosspark dient dabei als Kulisse für Empfänge,

und ein rauschendes Fest wird nach Ihren Wünschen gestaltet, wenn Sie den schönsten Tag im Leben rund um das Schloss verbringen. Auch eine freie Trauung ist jederzeit im Schlosspark möglich. Für sportliche und teambildende Aktivitäten oder einfach zur Präsentation Ihres Produktes – der große private Schlosspark bietet dafür einen ebenso entspannten wie einzigartigen Rahmen. Denn: Die Arbeit macht richtig Spaß, wenn man die Pausen intensiv erleben und genießen kann, weiß das Organisationsteam des Schlosses und bietet darum gemeinsam mit einem Partner Entspannungstraining bis hin zu Bogenschießen an. Den Gästen steht auch ein eigener Tennisplatz im Schlosspark zur Verfügung. Oder Sie treffen sich einfach zum Barbecue im Park. „Picknick im Schlosspark“ steht in

dieserm Jahr ganz neu auf dem Programm. Die Sonne scheint, die Luft duftet nach Sommer und frisch gemähtem Gras – besser als im Schlosspark von Hugenpoet lässt sich stilvolles Picknick mit einem Korb voll herrlicher Köstlichkeiten kaum genießen. Übrigens ist auch dieses Angebot voll im Trend: Auf Wunsch gibt es das Picknick natürlich gerne in einer vegetarischen Variante. Termin: Jeden Sonntag, vom 7. Mai bis 3. September 2017 (auf Vorbestellung).

Highlights aus dem Veranstaltungsplan 13. April Osterbäckerei für Kinder 16. April Osterbrunch 14. Mai Muttertags-Brunch im Festsaal 20. Mai „Wine & Dine“ mit Theresa Breuer 20. August Tag der offenen Tür

Der Schlosspark von Hugenpoet im Festgewand, als TOP RUHR dort das 30-jährige Bestehen mit Unter den hohen alten Bäumen des Schlossparks

Autoschau, Musikband und Feuerwerk feierte

lassen sich wunderbare Feste zelebrieren

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Essen & Trinken News

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PLACEBO ERÖFFNEN DAS ZEHNTE ZELTFESTIVAL RUHR! Das Zeltfestival Ruhr feiert seinen ersten runden Geburtstag und zündet dafür in der weißen Stadt am See ein echtes Feuerwerk aus Programm-Highlights. Schon der Auftakt des Jubiläums-Festivals hat es echt in sich: Die Kultband Placebo kommt am 18. August an den Kemnader Stausee mit den Songs ihres aktuellen Platin-Albums „In a place (for us) to dream“. Die Band feiert übrigens selber Geburtstag und geht zu ihrem 20-jährigen Bestehen auf Welttournee – mit einer Station im Revier bei der „20 Years of Placebo“-Tour. Damit haben die Initiatoren des Zeltfestivals, Heribert Reipöler, Lukas Rüger und Björn Gralla, wieder einmal einen ganz besonderen Act geschaffen – und sie sind stolz darauf, seit zehn Jahren Weltstars der Musikszene für einen Auftritt bei ihrem Festival zu gewinnen. Neben den Weltstars Placebo ist auch die Auswahl der nationalen Künstler vielfältig: „Wir möchten unsere Besucher in jedem Jahr mit auf eine besondere Reise nehmen und

Hoch hinaus: Hugo und Jürgen Fiege mit Christian Eggert, dem Träger der Moritz-Fiege-Bierkutschermütze 2017

EHRENMÜTZE DER FIEGEBRAUEREI FÜR BOCHUMS URBANATIX WARTISTEN Bochum hat ein einmaliges Kultur-Projekt: „Urbanatix“, eine Form von Streetartistik, die die Stadt nicht nur in der Kreativszene weit über ihre Grenzen hinaus bekannt gemacht hat. Den Gründer und Leiter Christian Eggert hat die Privatbrauerei Moritz Fiege dafür jetzt als 15. Preisträger mit der „Bierkutschermütze“ geehrt. Die Show „Urbanatix“ ist ein Projekt der

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Bochumer Veranstaltungsagentur „DACAPO – Kultur offensiv!“, die Christian Eggert seit mehr als 25 Jahren leitet. Die ursprünglich von der Ruhr.2010 für das Europäische Kulturhauptstadtjahr abgelehnte und als einzige nachnominierte Produktion entwickelte sich zu einem der größten und nachhaltigsten Publikumserfolge. Seit 2010 findet „Urbanatix“ im November in der Jahrhunderthalle statt und begeistert ein breites Publikum und die gesamte Familie. Seit 2014 trainieren die jungen Show-Artisten Trampolin, Tricking, Breakdance, Parkour und Akrobatik mit und ohne BMX-Rädern in den Hallen einer ehemaligen Spielefabrik mitten in Bochum. Unter dem Dach dieser Trainingsstätte „Open Space“ an der Bessemer Straße, getragen vom Verein Open Space e. V., gefördert vom Land NRW und der Stadt Bochum, entdecken mittlerweile mehr als 1500 Jugendliche aus 18

Nationen ihre Lust an der Bewegung, die meisten sind Jungs ab 16 Jahre. „Mit Urbanatix und Open Space haben Christian Eggert und sein Team nicht nur der Stadt Bochum, sondern dem gesamten Ruhrgebiet ein Riesengeschenk gemacht. Sie geben jungen Menschen aller Nationen und jeglicher Herkunft die Chance, sich persönlich positiv weiterzuentwickeln, Ziele zu erreichen und neue Perspektiven zu finden“, so Jürgen und Hugo Fiege, Inhaber der Privatbrauerei Moritz Fiege in ihrer Preisbegründung. Der Erfolg von Urbanatix mache das unterschätzte Potenzial des Ruhrgebiets deutlich. „Urbanatix ist nicht nur eine künstlerisch brillante Bühnenshow und ein sozial herausragendes Projekt für junge Menschen, sondern Ausdruck einer positiven Aufbruchstimmung in unserer Region, der wir uns als Privatbrauerei und Familienunternehmen in besonderem Maße verbunden fühlen.“

Headliner des Festivals in diesem Jahr: Die Band Placebo

an 17 Veranstaltungstagen zumindest einen Lieblingsort eines jeden passieren“, erklärt Lukas Rüger. Einer dieser Acts: die 257ers, sie spielen am 2. September. Die Essener, die ihrem Namen der Postleitzahl des Stadtteils Kupferdreh verdanken, stürmten 2014 mit dem Song „Baby, du riechst“ erstmals die Radio-Sender und sahnten nur zwei Jahre später die 1LiveKrone für „Die Beste Band 2016“ ab. Die ZfR-Initiatoren schicken am 23. August einen weiteren 1Live-Krone-Gewinner ins Rennen: Max Giesinger begann 2016 mit seinem Song „80 Millionen“, mit „Wenn sie tanzt“ legt der Karlsruher einen zweiten Radio-Hit nach.

Die Hiphopper aus Essen – die 257er spielen in der weißen Stadt am See

Mit von der Partie besondere Frauen: Top-Star Sarah Connor kommt am 26. August, Yvonne Cutterfield präsentiert Songs ihres neuen Albums „Guten Morgen Freiheit“ am 22. August und am 25. August spielt die Band Jennifer Rostock Songs des Albums „Genau in diesem Ton“. Ihr viertes Album präsentiert nach langer Pause jetzt im Frühjahr Joy Denalane. Allen im Ohr ist noch „Mit dir“. „Mit euch“ heißt es am 19. August beim ZfR mit Songs ihres neuen Albums „Gleisdreieck“. Für einen Ausflug nach Schweden sorgt dann am 31. August die Rock-Band Royal Republic. Die deutsche Rock-Band SILLY tourt seit 1978 durch Deutschland – am 20. August mit Stopp beim Zeltfestival. Ebenfalls nicht fehlen darf unter den weißen Zelten die Comedy: Frank Goosen, Jochen Malmsheimer, Der Dennis aus Hürth oder Gerburg Jahnke sind nur einige, die in den Tagen bis zum 2. September allerbeste Unterhaltung garantieren. Und rundherum auch zum 10. Festival-Geburtstag: Kulinarik und Kunsthandwerk an der Kemnade – und das alles ist gewiss einen Besuch wert.

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The Culture of Total Beauty

STEMBERG & ROSIN IN DER HORNSTEINLISTE 2017

Köstlichkeiten zaubern in Mintrops Kochschule im Essener Stadthotel Margarethenhöhe

RUHRPOTTKÜCHE UND VIEL MEHR IN MINTROPS KOCHSCHULE Das kann nur eine Kochschule sein: In diesen Unterricht kommen die Lehrlinge freiwillig. Wie in Mintrops Kochschule im Stadthotel Margarethenhöhe. Eine wunderbare Anlaufstelle für alle, die gerne in der Küche Köstlichkeiten zaubern. Entweder sammelt man bei einem der ThemenKochkurse neue Inspirationen für den eigenen Herd oder tauscht die heimische Küche gegen die professionelle Einrichtung auf der Margarethenhöhe. Denn: Mintrops Kochschule kann man mieten für ein feines Privat-Dining oder ein besonderes Firmen-Event. Bei privaten Küchenpartys können sich die Gäste von einem Koch mit frisch in der Pfanne zubereiteten Kleinigkeiten und einem Glas Wein verwöhnen lassen. Übers Jahr bieten die Mintrops fixe Kochkurstermine an. Donnerstags ab 18 Uhr erschaffen die Kochschüler unter Anleitung eines gut ausgebildeten Kochs ganz entspannt ein Drei-Gänge-Menü.

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Dabei gibt es eine absolut vielfältige Themenpalette: „Ruhrpott – Tradition und Moderne“, italienische oder vegetarische Küche, „Fleisch meets Fisch und Meeresfrüchte“, Spargel, Wild, Gans, „Lamm trifft Pilze“ oder Gourmetküche. Die Mintrop-Küchenchefs teilen sich den Einsatz in der Kochschule nach ihren Vorlieben. Aber alle ziehen an einem Qualitätsstrang. Dass Güte und Frische, etwa der Produkte aus dem landeigenen Gemüseanbau, und Hochwertigkeit beim Einkauf von Fisch, Fleisch und Gewürzen gleichbleibend und verlässlich ist, garantieren alle Köche. Bis zu 14 Teilnehmer können einem Koch bei den fünfstündigen Kochkursen über die Schulter blicken, sich Tricks und Kniffe abschauen und selbst mit kochen. Die Rezepte zum Nachkochen gibt es für die Teilnehmer in einem kleinen Kochbuch. Immer stehen neben dem klassischen Angebot von „Mintrops Kochschule am Kleinen Markt“ noch besondere Events auf dem Programm. Für dieses Jahr verspricht Harald Mintrop: „Als Gast kommt Küchenchefin Daniela Noia, eine kenntnisreiche Spezialistin und Buchautorin zu dem Thema ,Vegan‘. Und wir werden in diesem Jahr erneut die Gourmet-Events Grill to thrill, Hummer Nummer und Feuerwerk der Düfte jeweils in Stadt und Land Hotel veranstalten.“

Zwei Restaurants aus der Region sind in der Hornstein-Liste 2017 der besten Restaurants vertreten: Das Rosin in Dorsten und Haus Stemberg, Velbert. Das Ranking, von Wolf Freiherr von Hornstein 1981 begründet, fasst die Bewertungen von Guide Michelin, Gault Millau, der Zeitschrift Feinschmecker, dem Aral-Schlemmeratlas, dem Varta-Führer sowie dem Restaurant & Hotel Guide zusammen. Frank Rosin eröffnete mit 24 sein Restaurant. 2007 begann seine TV-Karriere. Die ProSiebenSat1-Gruppe hat ihn exklusiv unter Vertrag. „Rosins Restaurants – ein Sternekoch räumt auf“ ist auf Kabel Eins in der 9. Staffel zu sehen: Seit 2009 ist er unterwegs, um verzweifelte Gastronomen vor dem Ruin zu retten.

Sascha Stemberg vom Haus Stemberg in Velbert

Walter Stemberg entwickelte eine alte Gastwirtschaft zum renommierten Haus Stemberg. Sohn Sascha kehrte nach Lehrund Wanderjahren 2003 wieder zurück. Das 150 Jahre alte Haus führt er mit seiner Frau Coren seit 2015 in fünfter Generation weiter. Jahrelang war er im „Kochalarm“ der „Aktuellen Stunde“ des WDR unterwegs. Im Hornstein-Ranking werden alle Bewertungen analysiert und nach einem Punkte-System aufgeschlüsselt. Wolf Freiherr von Hornstein (1918–2008) führte auf Föhr das „Alte Pastorat“. Fortgeführt wird das Ranking von Thomas Schreiner, Champagne Laurent-Perrier, Wiesbaden.

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Brauereichef Dr. Thomas Stauder mit seiner Frau Ricarda Stauder beim neuen Veranstaltungsformat „Stauder erzählt Stauder“

2017 WIRD DAS STAUDER-JAHR DIE PRIVATBRAUEREI AUS ALTENESSEN FEIERT IHREN 150. GEBURTSTAG Es ist ein außergewöhnliches Jubiläum: 2017 feiert die Privatbrauerei Jacob Stauder ihr 150-jähriges Bestehen. Gerade in Zeiten, wo zumeist Großkonzerne Biermarken steuern, trotzt das Familienunternehmen aus Essen-Altenessen erfolgreich dem allgemeinen Trend. Und setzt gerade im Jubiläumsjahr auf das Konzept, mit dem Stauder schon seit Jahren die eigene Marktposition konsequent ausbaut: Persönliche Nähe zum Kunden. „Wir wollen mit den Menschen in unserer Heimat auf das Jubiläum anstoßen und mit ihnen ins Gespräch kommen“, erklären die Brauereichefs Axel und Thomas Stauder. Extra dafür braut Stauder natürlich auch sein eigenes Jubiläumsbier. Mitte März

ist es endlich soweit, dann präsentiert die Stauder-Brauerei seinen „Jacob“. Über mehrere Monate hat Axel Stauder mit seinen Braumeistern an dem Festbier gearbeitet: „Wir möchten damit unseren Ur-UrGroßvater Jacob Stauder würdigen.“ Die Resonanz hätte nicht besser laufen können: Beide Premierenverkostungen waren in nur wenigen Tagen restlos ausgebucht. Ähnlich prima ist die Resonanz auch bei den anderen Veranstaltungen: Bei „Stauder erzählt Stauder“ nehmen Thomas Stauder und seine Frau Ricarda die Gäste mit auf eine kleine Zeitreise durch die 150-jährige Familien- und Firmengeschichte und präsentieren dabei teils unveröffentlichtes Fotomaterial. Dazu gibt es bei „Stauder zeigt Stauder“ exklusive Brauereiführungen mit den Brauereichefs höchstpersönlich. Trost für alle Stauder-Fans, die im ersten Quartal bisher keinen Termin ergattern konnten: Im zweiten Quartal geht es mit den Veranstaltungen natürlich weiter. „Dazu werden wir uns weitere tolle Aktionen einfallen lassen“, verspricht Thomas Stauder. Der persönliche Kontakt zu den Brauereichefs ist stets garantiert. „Damit heben wir uns bewusst von den Großbrauereien ab. Mit uns kann man noch ganz entspannt bei einem frisch gezapften Pils ins Gespräch kommen. Das stellen wir im Jubiläumsjahr unter Beweis.“

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Menschen

DIE STIMME

Ein Reporter wie aus dem Bilderbuch: Mit Schirmmütze und Mikro kennen die Menschen Werner Hansch als die „Stimme des Ruhrgebiets“

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DES REVIERS Wenn seine Stimme erklingt, dann wenden sich alle Köpfe. Suchen die Quelle. Dezent, aber spürbar neugierig: Wo ist er, ist er es wirklich, er muss es doch sein. So unverkennbar der Klang. Vor allen Dingen für Schalker. Jawohl: Er ist es. Werner Hansch, die Stimme des Ruhrgebiets. Legendärer Kommentator aus den Fußballstadien der Bundesliga, der Welt. Spross des Reviers, ihm bis heute treu. Und ein wandelnder Schatz an ganz besonderen Erinnerungen. Wie an jenen 21. Mai 1997. Der FC Schalke 04 tritt bei Inter Mailand an. Es geht um nichts weniger als den UEFA-Pokal. Das Hinspiel hat Gelsenkirchen 14 Tage zuvor schon 1:0 gewonnen, doch vor eigenem Publikum gelten die Italiener als Favorit. Am Mikrophon Werner Hansch, 13,6 Millionen Menschen haben SAT.1 eingeschaltet und lauschen seinem Kommentar. 1:0 für die Gastgeber nach 90 Minuten, eine torlose Verlängerung. Elfmeterschießen. Die Spannung ist kaum auszuhalten, der Mann am Mikrophon wird immer ruhiger, gibt fast nachdenklich seine Kommentare. Und beweist das richtige Gespür des erfahrenen Fußball-Reporters. Als sich Aron Winter den Ball gegen Schalke-Keeper Jens Lehmann zurechtlegt, wagt Hansch die Prognose: Warum bloß Winter, an dem ist doch das Spiel bisher vorbeigelaufen?! Er behält Recht: Der Mailänder verschießt, Schalke bejubelt den Pokal. Und der Reporter bekommt für seine Leistung in diesem denkwürdigen Spiel den renommierten Telestar-Fernsehpreis. 20 Jahre ist es nun genau her, dass das Fußball-Revier Kopf steht: Denn genau eine Woche nach dem Coup der Königsblauen gelingt Borussia Dortmund gegen Juventus Turin in München der Gewinn der Champions-League. „Das wird es in 1000 Jahren nicht wieder geben“, sagt Werner Hansch, „dass zwei westdeutsche Fußball-Clubs nur 20 Kilometer Luftlinie entfernt in nur einer Woche die beiden wichtigsten europäischen Fußball-Trophäen gewinnen.“ Recht behalten wird er – „schon rein statistisch“, sagt er selber ein wenig verschmitzt. Und weiß ja, wenn es um Fußball geht, so genau wovon er spricht, wie kaum ein anderer. Dabei war dieses Spiel mit dem runden Leder nicht immer seine Leidenschaft.

Seine ersten Sporen verdient sich Werner Hansch als gebürtiger Recklinghäuser im Pferdesport, genauer als Sprecher bei Trabrennen. Das prägt. Wie sehr, bekommt der junge Mann zu spüren, als er einen unvermuteten Sondereinsatz leisten muss. Hans Schneider, Chef der Gelsenkirchener Trabrennbahn ist gleichzeitig Sprecher auf Schalke, noch in der altehrwürdigen Glückauf-Kampfbahn. Schneider ist eines schicksalhaften Tages 1973 unvorhergesehen verhindert und schickt Hansch kurzentschlossen als Vertretung los. So fremd dem auch dieser Fußball ist, die Ansagen beherrscht er ja von der Rennbahn und hebt also an: „Meine sehr geehrten Damen und Herren …“. Das Publikum stutzt. „… mit der Startnummer 1 sehen Sie Norbert Nigbur“. Die Fußballfans schütten sich aus vor Lachen und Werner Hansch hat etwas gelernt. Auch wer der Gegner bei diesem denkwürdigen ersten Sprecher-Einsatz im Februar 1973 ist. Der FC Bayern München. Mit Spieler-Legenden wie Katsche Schwarzenbeck, Gerd Müller, Sepp Maier und Franz Beckenbauer. Die Partie endet 1:1 und Hansch hat seine Visitenkarte so abgegeben, dass ihn der FC Schalke 04 später regelmäßig bei Heimspielen der Mannschaft ans Mikro bittet. Der Beginn einer neuen Freundschaft. Doch Hansch bleibt auch dem Pferdesport treu. Bis 1978. Da legt sich im Spätsommer beim Trabrennen in Gelsenkirchen eine Hand auf seine Schulter. Die gehört Kurt Brumme, Sportchef beim WDR-Hörfunk. Dem haben es die scharfen Augen des Kommentators angetan, und nicht nur die. „Sie haben eine tolle Stimme. Sie sollten sich bei mir bewerben“, spricht er und hinterlässt eine Visitenkarte. Am 4. November 1978 ist es soweit: Brummes Entdeckung von der Trabrennbahn kommentiert auf dem Sender sein 1. Fußballspiel: Eine Zweitliga-Partie zwischen Bayer Leverkusen und Preußen Münster vor 23000 Zuschauern. Kein Tor, aber vier rote Karten. All das schnurrt der heute 78-Jährige immer noch runter, wie aus einem Lexikon. Lange bleibt er nicht in der 2. Liga, beim WDR wird er die „Stimme des Ruhrgebiets“. Die holt schließlich Reinhold Beckmann

1992 in sein neues SAT.1-Fußballteam. Die ersten Tage dort hat Hansch in nahezu gruseliger Erinnerung: Das Studio residiert im Souterrain eines ehemaligen Schwimmbades im Dortmunder Norden. So unerträglich, dass die Reporter-Legende mit eigenen Kontakten eine neue Location akquiriert, am südlichen Rand der Stadt. Das bleibt sein Büro, noch über die Zeit beim Sender hinaus. Mitten drin im Revier erlebt er hautnah, als die Fußball-Euphorie 1997 nach zwei internationalen Erfolgen den gesamten Pott erfasst. Dem FC Schalke ist der 21. Mai in diesem Jahr ein doppeltes Gedenken wert: Dem sensationellen UEFA-PokalSieg vor 20 Jahren und dem nicht minder sensationellen Trainer, der die Gelsenkirchener über viele Jahre erfolgreich coachte: Huub Stevens, der den Trainerbänken der Welt endgültig den Rücken kehrt. „Bedankt Huub“ ist darum das Jubiläums- und Abschiedsspiel überschrieben, auf den Tag genau am 21. Mai in der Schalke-Arena. Die dankt ihre Existenz einem weiteren „Urgestein“: Rudi Assauer. Nach Mailand trieb er den Bau voran, erinnert sich Werner Hansch, und legte damit den Grundstein für die erfolgreiche Zukunft des Clubs. Als Hommage an den großen Manager engagiert sich Hansch heute in der AssauerInitiative für all diejenigen, denen die Demenzkrankheit ihre Erinnerung raubt.

Es sind seine typischen Kommentare, die im WDRRadio und später bei SAT.1 im Fernsehen Werner Hansch berühmt und unvergessen machten. Unter dem typischen Titel „Alles andere ist Schnulli Bulli!“ hat er Erinnerungen an „Mein verrücktes Reporterleben“ aufgeschrieben. Erschienen im Verlag die Werkstatt. Drei handsignierte Exemplare gibt es bei TOP RUHR zu gewinnen. Email mit dem Stichwort „Hansch“ an ruhr@ top-magazin.de genügt. Teilnahmeschluss ist der 20. Mai. Aus allen Einsendungen werden drei Gewinner gezogen, die das Buch per Post erhalten. Darum: Eigene Anschrift nicht vergessen!

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Menschen

PFERDE

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Sie ist zertifizierte Pferdekommunikationstrainerin und erfolgreiche Westernreiterin. Vor allem liegt ihr eine partnerschaftliche Beziehung zwischen Mensch und Pferd am Herzen. Und so schafft es Sandra Schneider, Pferden mit viel Empathie und fundiertem Fachwissen auf der gleichen Kommunikationsebene zu begegnen. Ihre Devise ist es, die Tiere besser zu verstehen und in der Beziehung zwischen dem Menschen und ihrem vierbeinigen Partner durch wichtige Hilfestellungen zu vermitteln. Dafür begibt sich die Ausbilderin, die bereits durch die TV-CoachingDoku „Die Pferdeprofis“ bekannt ist, auch selber auf Tournee und kommt dabei an die Ruhr. Ihr „Problempferde-Demotag“ steht am 10. September in der Hengststation Rohmann in Marl auf dem Programm. Dafür können sich Menschen melden, die in der Beziehung zu ihrem Pferd an einer Problemstelle angekommen sind, an der sie sich keinen Rat mehr wissen. Sandra Schneiders Mission ist, Pferdehaltern zur Seite stehen, Lösungswege aufzeigen und einen Trainingsplan für die Zukunft zu erarbeiten. Dabei kennt sie Mensch-TierTeams vorher nicht, erst am Demotag lernt sie Pferd und Halter kennen. Dennoch gelingt es der Pferdekommunikationstrainerin dann, vor Publikum Lösungswege für Problemstellungen wie Ängste vor Schafen, Komplikationen beim Verladen oder aber die Furcht vor Sattel und Trense aufzuzeigen. Sandra Schneider will im Rahmen ihrer Live-Tour zeigen, dass man auch liebevoll, gewaltfrei und schonend mit Pferden arbeiten und sie gesunderhaltend mit Rücksicht auf ihre individuelle Anatomie reiten und ausbilden kann. Interessierte können sich und ihr Pferd verbindlich unter www.sandra-schneiderlive. de/anmeldung-problempferde anmelden. Die Teilnahme ist kostenlos, die Pferdebesitzer müssen lediglich die Kosten für die Anreise und die Pferdebox am Veranstaltungstag in Eigenregie begleichen.

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Sandra Schneider ist zertifizierte Pferdekommunikationstrainerin und will Menschen helfen, wenn sie Probleme mit ihren vierbeinigen Partnern haben. Dafür ist sie im September in Marl zu Gast.

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Menschen

Ruhrrevier

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claudia arpendale´s style code

„Wenn ich eine Frau sehe, dann sehe ich das Potenzial in ihr.“ Das ist das Erfolgskonzept der Frau, die mit Howard Carpendale verheiratet war und den großen Barden entscheidend bei seiner Karriere begleitet hat. Bis heute verbindet die beiden der gemeinsame Sohn Wayne und eine große innige Freundschaft. Und das funktioniert vor allen Dingen, weil Claudia Carpendale mit spannenden Ideen und Konzepten für die Damenwelt auf ganz eigenen Füßen steht. Nach einem eigenen Mode-Label mit ExklusivStore im Herzen von Köln hat sie jetzt die Idee für „Your Style Code“ entwickelt. Dahinter steckt der Wunsch, Frauen ihr besonderes Strahlen von innen heraus zu vermitteln – beziehungsweise wieder zu schenken. Individuelle Beratungen

Claudia Carpendale ist immer gerne auf Schloss Hugenpoet zu Gast. Zum Beispiel zu einer Begeg-

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nung mit langjährigen Freunden wie Klaus Busch,

Exklusiv für den Termin mit TOP RUHR kommt

dem bekannten Tennis-Mäzen aus Essen.

Claudia Carpendale nach Essen

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oder Workshops in einer exklusiven Umgebung aber dabei intimen Atmosphäre wie unter Freundinnen sind ihr Weg, um Damen zu ihrem ganz persönlichen und genau auf die eigne Persönlichkeit zugeschnittenen Look zu verhelfen. Das exklusive Personal-Styling – das umfasst in dem Konzept von Claudia Carpendale die ganze Frau von der Frisur über das Make-up bis zu den High Heels. „Natürlich ist jede Frau anders. Und darum auch jeder Look. Aber die lässige Eleganz meines Stils erkennt man immer“, weiß Claudia Carpendale um ihren sicheren und geschulten Blick für „Your Style Code“. Ziel für die Teilnehmerinnen an Workshops oder individueller Beratung ist, den eigenen Stil zu finden, denn „Dein Style ist Dein Statement“. Mit einem Team aus Hair- und Make-up-Artists werden die Grundlagen des ganz persönlichen Stils entwickelt. Und zwar ganz gleich, ob lässig, stylish, sportlich oder für den Roten Teppich. „Machen Sie jeden Look zu Ihrem Look! Unverwechselbar und einzigartig“, empfiehlt Claudia Carpendale mit all ihrer Erfahrung als Modedesignerin und Coach nationaler und internationaler Prominenz. So weiß sie genau wie es geht, die schönsten Seiten bei sich selber neu zu entdecken. Nach einem wunderbaren Fun-Wochenende ist krönender Abschluss ein persönliches Fotoshooting – für Ihr exklusives Look-Book. „Verschiedene Outfits inszenieren die unterschiedlichen Facetten Ihres Styles, ganz auf Sie zugeschnittene Tipps und Tricks helfen Ihnen bei der Umsetzung im Alltag“, verrät Claudia Carpendale allen Frauen, die es sich wert sind, auch in sich selber zu investieren – und dabei auch noch wirklich Spaß zu haben.

DIE NEUE TOP ADRESSE in Kettwig für Dich! Hauptstraße 101–105 45219 Essen Tel.: 02054 – 87 58 370 SIE FINDEN UNS AUCH:

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20.7

Business

MEDIA

Er ist auf Mallorca unterwegs und dreht Filme für Pixx, die exklusive Agentur von Axel Khan, dem Bruder des großen Fußball-Keepers. Und er macht Filme im Revier: Ingo Musial ist mit seiner Kamera Geschichten-Erzähler und Werbefachmann.

Mit seiner Kamera ist Ingo Musial immer auf den Beinen, um aus optimaler Perspektive die Szenen einzufangen

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Ob auf den Balearen in der Pixx-Lounge mit Stars und Sternchen, in Baden-Baden, Frankfurt, Berlin oder vor Ort im Revier mit Event-, Mode- oder Autoproduktionen gemeinsam mit TOP RUHR: Ingo Musial dreht Filme aus Profession und mit Leidenschaft. 20.7 Media heißt seine Agentur, unter der der Filmproduzent seinen Service anbietet: Ein Film über das eigene Unternehmen oder unvergessliche Erinnerungen an die Hochzeit oder ein exklusives Event. Das klingt simpel, doch es braucht Knowhow und die Fähigkeit, sich gleichermaßen in den Absender der Botschaft wie in seinen Empfänger hineinzudenken. „Da kann ich mich nur auf mein Feeling verlassen“, sagt der Profi mit dem richtigen Gespür. So macht er sich zum begleitenden Auge, fasst anschließend die eingesammelten Eindrücke zur perfekten Geschichte im Film zusammen. Dazu gehört sicheres Handwerk, für Musial eine absolute Selbstverständlichkeit. Und dazu modernste Technik. Die macht heute freihändig wackelfreie Aufnahmen möglich, wenn der Ingo Musial mit seiner Kamera den Szenen folgt. Noch vor fünf Jahren, sagt der Profi, war das ohne aufwendigste Aufbauten gar nicht denkbar. Heute ist das bei ihm nicht nur denkbar, sondern Realität. „Und es macht Spaß, die Möglichkeiten für die eigene Arbeit zu entdecken und dann auch zu verwenden“,

Mit seiner Kamera schaut Ingo Musial Essens OB Thomas Kufen bei der Arbeit über die Schulter

…. und mit seinem Profi-Team bei Fashion-Aufnahmen mit Anja-Katharina Baudeck

Impressionen vom Modeshooting für Marion Küpper mit TOP Ruhr im Schloss Hugenpoet …

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Business

Auf Teneriffa testet die bekannte Golf-Bloggerin Anja-Katharina Baudeck (lifestylegolfclub) die Golfanlage unter Palmen. Ingo Musial ist mit seiner Kamera für einen Imagefilm dabei.

Für die besten Golftipps hebt das Golfmotion A-Team sogar mit dem Helikopter ab – und Ingo Musial hält das für den Imagefilm fest

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bekennt der Profi. Immer im Sinne seiner Auftraggeber, die sich den perfekten Film wünschen. Dazu gehört neben Handwerk und Technik für Ingo Musial, sich vor dem ersten Dreh intensiv mit der Philosophie, der Arbeit und den Wünschen auseinanderzusetzen. Denn Musial als Creativ Direktor von 20.7, bringt seine Philosophie so auf den Punkt: „Erfolgreiche Kommunikation ist eine Balance zwischen Wagnis und Zurückhaltung.“ Dabei nutzt er seine langjährige Erfahrung als Fotograf, Filmer, Werbefachmann und Kommunikationsstratege für die schlichte Erkenntnis: Eine einzige Minute Film, so viele Informationen wie 1,8 Millionen Wörter. Ob Imagefilm, Produktvideo oder Eventdokumentation – „im Gedächtnis bleiben“, lautet das Motto. Denn: Audiovisuell aufbereitete Inhalte einer Webseite bleiben zu 95 Prozent auch nach 72 Stunden im Gedächtnis, bei Bildern und Texten allein liegt der Anteil dagegen nur bei 65 Prozent. Zahlen, die für sich sprechen, wie auch diese: Durch Einbindung eines Videos wird die Besuchszeit einer Webseite von 48 Sekunden auf

Im neu gestalteten Mainstore von Marion Küpper in Bredeney: Musial und die Mode-Models

fast 6 Minuten gesteigert, hat eine Studie ergeben. Dabei sind Online-Videos keineswegs, wie vielfach angenommen wird, eine Spezialität für junge Leute: Fast zwei Drittel aller Deutschen nutzen gelegentlich Video-Plattformen. 20.7 übernimmt einen Rundum-Service von Konzept bis Regie, also die gesamte Filmproduktion einschließlich Schnitt, Text und Grafik, Animationen und Luftaufnahmen. „Wir

sind eine äußerst engagierte Filmproduktion für Unternehmenskommunikation, sind Zuhörer, Analysten, Berater und manchmal sogar unbequem“, sagt der Chef mit einem Lächeln. Denn das gehört für Musial einfach zum Full-Service-Konzept – damit am Ende das Ergebnis wirklich stimmt. Denn nur dann schauen die Menschen auch hin. Und das garantiert Musial mit 20.7 Media.

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Business News

Business News

einig: Wer immer noch standhaft gegen notenbankverordnete Nullzinsen anspart und damit gleichzeitig etwas Gutes für seine Stadt tut, der hat einen amüsanten und stimmungsvollen Abend wie die Sparkassen-Schlagernacht verdient.

METROPOLE RUHR ALS REISEZIEL

Isabel Varell und Vorstandsvorsitzender Volker Behr

SPAREN, GEWINNEN, FEIERN UND GUTES TUN

echt große Party. Die stieg auch in diesem Jahr wieder als Schlagernacht in der Essener Grugahalle und neben der Auslosung durften sich die rund 4500 Gäste auch noch auf ein echt tolles Programm freuen. Isabell Varell moderierte die Live-Show, die neben der spannenden Auslosung die Schlager-Ikonen Andy Borg und Claudia Jung zu bieten hatte. Bürgermeister

„Sparen, gewinnen und Gutes tun ist seit über 60 Jahren die Erfolgsformel“, kennt Volker Behr, Vorstandschef der Sparkasse Essen, die richtigen Zutaten für das PSSparen. „Da die Sparkassen das PS-Sparen ohne eigenen Profit betreiben, verbleiben von je 1 Euro Losbeitrag 25 Prozent in der Region und werden für gemeinnützige Projekte zur Verfügung gestellt. Das waren im letzten Jahr fast eine Million Euro.“ Und alleine das ist neben den Gewinnen, die die PS-Sparer auch für sich selber verbuchen können, immer ein Anlass für eine

Claudia Jung bei Ihrem Auftritt

Andy Borg vor begeistertem Publikum

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Franz-Josef Britz und Stadtdirektor HansJürgen Best überwachten die Ziehung und zeigten sich beeindruckt. Neben dem großen Plus für die Essener Bürger gab es bis zu 250000 Euro zu gewinnen. Am Ende des Abends waren sich dann alle Gäste

Die Metropole Ruhr wird bei den Menschen als Reiseziel immer beliebter. So haben sich in den letzten zehn Jahren die Übernachtungszahlen beinahe verdoppelt. So freut sich die Ruhr Tourismus GmbH (RTG) über das siebte Rekordjahr in Folge: Insgesamt 3928841 Gäste besuchten 2016 die Metropole Ruhr. Sie blieben im Durchschnitt zwei Tage in der Region, sodass sich 7703763 Übernachtungen ergaben. Spitzenreiter dabei ist Essen mit 1383934 Übernachtungen. Steigern konnte sich Bochum um zwei Prozent auf 642217 Übernachtungen. Das Ruhrgebiet wird auch bei ausländischen Gästen immer beliebter: Aus den Niederlanden, Großbritannien, Österreich, Frankreich und Polen kommen die Menschen gerne ins Revier. „Die stetig wachsende Nachfrage führt zu Investitionen bei Hotelneubauten. Allein in Essen, Dortmund und Duisburg entstehen mehrere Hundert neue Hotelzimmer“, so RTG-Geschäftsführer Axel Biermann. Die touristische Entwicklung steigere darüber hinaus auch die Lebensqualität für die Menschen vor Ort.

Kombination von strategischer Ausrichtung und operativer Umsetzung entwickelte sich die Tiemeyer-Gruppe mit 18 Betrieben in NRW zu einer der größten Automobilhandelsgruppen in Deutschland“, blickt Vorstand Heinz-Dieter Tiemeyer auf die Basis für den Rekordumsatz von 516 Mio. Euro. 1023 Mitarbeiter, davon 148 Auszubildende, wirkten daran mit. Und Tiemeyer wächst weiter: 2017 wurde die Schauerte-Gruppe an vier Standorten im Sauerland, erstmals außerhalb des Ruhrgebietes, integriert. Weitere Investitionen sind für 2017 geplant: Am AudiZentrum Bochum wird der Gebrauchtwagen-Bereich umgestaltet und erweitert, in Recklinghausen steht ein Umbau des Nutzfahrzeuge Tradeports mit Verdoppelung der Fläche an. Etwas ganz Neues steht in Bochum an der Porschestraße bevor: Ab Sommer wird im aktuellen Volkswagenbetrieb die Marke Škoda ein Zuhause unter dem Tiemeyer-Dach finden.

Im Audi-Zentrum Bochum präsentierten die Vorstände Heinz-Dieter Tiemeyer (l.) und Michael Evers (r.) die erfolgreiche Bilanz der Gruppe.

BMW 5ER EROBERT DIE DIGITALE WELT „So sportlich war noch kein 5er“, sind sich die Experten einig über die siebte Modellgeneration. Und in der Tat, nicht nur sportlich, sondern elegant und stilsicher tritt der 5er von den Bayerischen Motorenwerken weltweit an. Nochmals gesteigerte Fahrdynamik, ein Höchstmaß an Assistenzsystemen, ein unerreicht hoher Vernetzungsgrad und ein neues, innovatives Bediensystem definieren die wichtigsten Neuerungen. Damit ist die neue BMW 5er Limousine bestens gerüstet, den einzigartigen Erfolg ihrer Vorgänger fortzuführen. In den ersten sechs Generationen wurden rund 7,9 Millionen Fahrzeuge der 5er-Reihe verkauft. „Die siebte Generation weist den Weg in die Zukunft, wie wir sie mit unserer Strategie NUMBER ONE NEXT definiert haben. Technologieführerschaft, hochemotionale Produkte und Digitalisierung sind für uns maßgebliche Erfolgsfaktoren. Ich bin sicher, der neue BMW 5er setzt nicht nur technologisch neue Maßstäbe, sondern wird auch emotional begeistern. Er ist und bleibt die Business-Limousine schlechthin“, sagt Harald Krüger, Vorsitzender des Vorstands der BMW AG. Mit einer Vielzahl an Assistenzsystemen bietet die 5er-Reihe dem Fahrer maximale Unterstützung – nicht nur bei kritischen,

Die neue BMW 5er Limousine – Leichter, dynamischer, sparsamer und rundum vernetzt

sondern auch in fahrerisch wenig anspruchsvollen Situationen wie Stau und zähfließendem Verkehr oder auf monotonen Autobahnabschnitten. Dazu verfügt sie serienmäßig über eine Stereokamera, die zusammen mit optionalen Radar- und Ultraschallsensoren die Umgebung des Fahrzeugs überwacht. Neu in der BMW 5er Reihe sind neben einer Ausweichhilfe und der Querverkehrswarnung auch der Spurwechselassistent sowie der Spurhalteassistent mit aktivem Seitenkollisionsschutz. Letzterer überwacht die Fahrspuren und das Verkehrsgeschehen neben dem Fahrzeug und unterstützt den Fahrer bei drohenden Kollisionen aktiv. „Ein Akustik-Dachhimmel und die strömungsoptimierte Karosserie machen Wind- oder sonstige Störgeräusche einfach so platt wie ein Bayer einen Preußen in einer Bierzelt-Schlägerei beim Oktoberfest“, schrieb der Focus. www.bmw-essen.de

TIEMEYERGRUPPE BLICKT AUF REKORDJAHR Ein Umsatz auf Rekordniveau, Zuwachs beim Neu- und Gebrauchtwagenverkauf und eine Steigerung des Umsatzes im Service – die Tiemeyer-Gruppe zieht eine positive Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr. „Durch eine wohldurchdachte

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Blüten-Träume Stefan Kilb zaubert mit meisterlicher Hand feinste Dekorationen für alle Wünsche

Er ist der absolute Spezialist für feinste Dekorationen, und das hat Stefan Kilb sogar zum Schloss-Lieferanten gemacht. Mit seinem edlen Blumenhaus in Ratingen-Hösel, den berühmten Steinwurf von der Grenze zum Essener Süden entfernt, hat der Floristen-Meister ein blühendes

Paradies geschaffen. Von hier aus beliefert er das Kettwiger Wasserschloss Hugenpoet, hier werden wundervolle Blumenkreationen Wirklichkeit, vom einfachen Strauß bis zur perfekten individuellen Dekoration. Egal ob Firmen-Event oder große Familienfeier, mit hochwertigen, anspruchsvollen und natürlichen Materialien zaubert Stefan Kilb mit seinem Team das passende Ambiente. Seit 22 Jahren hat sich die meisterliche Kunst des Floristen nun einen besonderen Namen in Ratingen gemacht. Das beschert Stefan Kilb viele Stammkunden. Sie schätzen neben der guten Beratung und dem immer perfekten Ergebnis auch die

Erreichbarkeit des Blumenhauses an der Bahnhofstraße und die bequeme Parkplatzsituation. Vor allen Dingen aber ist es die Gewissheit, dass sich jeder Kunde mit ganz individuellen Wünschen bestens betreut fühlt. Eine passende Tischdekoration für den Geburtstag oder die Kommunion/Konfirmation, ein prächtiger Strauß als Geschenk zum Jubiläum oder individuelle Tipps für einen schönen Garten vom gelernten Gärtner Stefan Kilb lassen wirklich keine Wünsche offen. Dazu bietet das Team neben den immer jahreszeitlich frischen Blumen anspruchsvolle Deko-Artikel von gefragten Herstellern wie Fink, Dutz oder Guaxs.

Stefan Kilb begrüßt gemeinsam mit DalmatinerDame Lotte seine Besucher und entführt sie in eine zauberhafte bunte Blumenwelt

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Ruhrrevier

Ruhrrevier

WAS IST

AN … TOP_Titelschriftzug_SOLO_1508_Versandstrichstärke_ZW.indd 29

08.10.2015 15:52:15

MÜLHEIM Mülheim an der Ruhr ist eine Stadt mitten im Ruhrgebiet – der Metropole Ruhr, die sich 2010 gemeinsam mit 53 Städten als Kulturhauptstadt Europas präsentierte. Es ist die grünste Stadt im ganzen Ruhrgebiet. Der Fluss, der zu ihrem Namen gehört, fließt mitten durch die Stadt. „Ruhrbania“, das Stadtentwicklungsprogramm, bringt die knapp 170000 Einwohner und ihre zahllosen Besucher noch näher ans Wasser. Vom Wasserbahnhof auf der Schleuseninsel fahren Ausflugsund Konferenzschiffe der Weißen Flotte durch das Ruhrtal bis nach Kettwig, Sonderfahrten führen bis zum Baldeneysee oder bis auf den Rhein nach Xanten. Bei Ruderern, Kanuten und Freizeitkapitänen von Segel- und Motorbooten sind die 14 Flusskilometer sehr beliebt. Und mit dem Drachenboot-Festival oder dem Programm „Voll die Ruhr“ gehen der Fluss, die Stadt und ihre Kultur eine Symbiose ein. Auf einer sieben Kilometer langen Strecke ist auf dem Gebiet der Landesgartenschau 1992 ein Stadtpark mit Wiesen, Gärten, Spielplätzen und Veranstaltungsflächen entstanden. Unweit der Innenstadt am westlichen Ruhrufer dehnt sich die MüGa zwischen Schloss Broich im Süden und der Rheinischen Bahn im Norden aus. Es waren Bahnanlagen und Industrieflächen, die für die Landesgartenschau Anfang der 1990er-Jahre renaturiert wurden. Über zehn Hektar umfasst das Gebiet, auf dem einige Überreste und Landschaftsformen noch an die ursprüngliche Nutzung erinnern. Zentrum des im Zuge der MüGa renovierten Ringlokschuppens bildete eine im

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Zweiten Weltkrieg zerstörte Drehscheibe. An deren Stelle befinden sich heute eine Bühne bzw. der kreisrunde, tribünenartig abgesenkte Platz vor dem Schuppen. Ringlokschuppen und Platz werden als über Mülheim hinaus bekannte Location für Kulturveranstaltungen genutzt. Der benachbarte Broicher Wasserturm ist zeitgleich entstanden und ebenfalls erhalten geblieben. Der markante Turm ist ca. 38 Meter hoch und diente der Wasserversorgung von Dampflokomotiven. Kabarett, Theater, Disco und Kleinkunst – ein vielfältiges Kulturangebot lockt heute Besucher von nah und fern. Die „Drehscheibe“ vor dem Ringlokschuppen ist attraktiver Spielort für Open-Air-Events. So wird das Klima in Mülheim wesentlich von Natur und Kultur geprägt. Hinsichtlich des Klimas auch im tatsächlichen Sinn: Der flächenmäßig größte Teil des Stadtgebietes wird von Freiflächen eingenommen, zusammen mit den Waldflächen ist etwa die Hälfte des Stadtgebiets Freiland- beziehungsweise Waldklima. Das Stadtklima ist einerseits geprägt von Industrie und dichter Bebauung im Bereich der Innenstadt und der nördlichen Stadtteile, andererseits von großen unbebauten Flächen sowie den ausgedehnten Waldbereichen im Süden der Stadt. Die Ruhr, beziehungsweise das Ruhrtal, dient als übergeordnete Luftleitbahn. Wichtig für die Belüftung der Innenstadt ist auch das Rumbachtal, das Kaltund Frischluft von den Ruhrhöhen bis ins Zentrum transportiert. Fazit: Das Klima in Kultur und Natur macht Mülheim top und steht für die Lebensqualität in dieser Stadt.

International School Ruhr Kritisch denken – global handeln

Klaus Herting schätzt seine Geburtsstadt Mülheim an der Ruhr, der er bis heute treu ist

Der Autor, Klaus Herting, ist gebürtiger Mülheimer und stolz darauf. Der Heilpraktiker versteht sich als Spezialist für wohldosierte Fürsorge und gilt mit seiner Kunst als letzte Hoffnung für viele Schmerzpatienten. Damit hat er sich einen Ruf weit über die Grenzen erworben. ZEIT ONLINE: „Der Leibarzt der Ruhrgebietsprominenz pflegt seinen guten Ruf mindestens so wie seine Patienten.“

Natürlich bereiten wir unsere Schüler fachlich hervorragend auf ihr Studium im In- oder Ausland vor. Darüber hinaus ist es unser wichtigstes Anliegen, ihnen die notwendigen Fähigkeiten für ein glückliches, erfolgreiches Leben zu vermitteln. Unsere Schüler werden von Beginn angeleitet, Sachverhalte auf ihre Richtigkeit und ihre Auswirkungen zu hinterfragen. Sie lernen, Problemstellungen und mögliche Lösungen

Moltkeplatz 1 & 61 . 45138 Essen . www.is-ruhr.de

zu definieren. Zudem werden sie ermutigt, über Neugelerntes zu reflektieren und Zusammenhänge zu erkennen. Anderssein und anders Denken ist an unserer Schule mit rund 120 Schülern aus 22 Nationen Selbstverständlichkeit. Ganztagsschule von 7.30 bis 17.00 Uhr Einstieg im laufenden Schuljahr möglich

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Ruhrrevier

MÜLHEIMER THEATERTAGE ZEIGEN STÜCKE 2017 Sie gelten als Forum deutschsprachiger Gegenwartsdramatik – die Mülheimer Theatertage NRW, die in diesem Jahr zum 42. Mal in der Stadt an der Ruhr buchstäblich über die Bühne gehen. Für die „Stücke“ gibt es zwei Kategorien: Den Dramatikerpreis und die „Kinder-Stücke“. Die „Stücke 2017“ finden vom 13. Mai bis zum 3. Juni statt, die „KinderStücke 2017“ vom 15. bis zum 19. Mai. Für den mit 15000 Euro dotierten Mülheimer Dramatikerpreis 2017 wurden folgende Autoren und Autorinnen und Stücke nominiert: Olga Bach „Die Vernichtung“ (Konzert Theater Bern), Elfriede Jelinek „Wut“ (Münchner Kammerspiele), Konstantin Küspert „europa verteidigen“ (ETA Hoffmann Theater Bamberg), Anne Lepper „Mädchen in Not“ (Nationaltheater Mannheim), Milo Rau „Empire“ (IIPM/ Zürcher Theater Spektakel/Schaubühne am Lehniner Platz/steirischer herbst), Ferdinand Schmalz „der thermale widerstand“ (Schauspielhaus Zürich) und Clemens J. Setz „Vereinte Nationen“ (Nationaltheater Mannheim). Um den mit 10000 Euro dotierten KinderStückePreis 2017 konkurrieren: Marc Becker „Die Glücksforscher“ (Oldenburgisches Staatstheater), Tina Müller „Dickhäuter“ (Theater Fallalpha, Zürich), Julia Penner „Der dicke Sternschnuppe“ (Theater Osnabrück), Georg Piller, Nadja Sieger und Ensemble „Aus die Maus“ (Grips Theater

„Die Biene im Kopf“ vom Gelsenkirchener ConsolTheater ist nominiert für die „Kinder Stücke 2017“

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Ruhrrevier

Berlin) sowie Roland Schimmelpfennig „Die Biene im Kopf“ (Consol Theater Gelsenkirchen). Die Gastspiele der nominierten Stücke und Kinderstücke werden von einem umfangreichen Rahmenprogramm flankiert: Zum 18. Mal findet die Internationale Übersetzerwerkstatt in Kooperation mit dem Internationalen Theaterinstitut ITI statt. Ein von Studierenden verfasster Blog begleitet das Festival ebenso wie die „Szenentaucher“ der Essener Folkwang Universität der Künste. Das Staatliche Puppentheater „Tęcza“ aus Polen gastiert mit seiner Inszenierung von Carsten Brandaus Kinderstück „Dreier steht Kopf“, für das Brandau den KinderStückePreis 2015 gewann. Und mit „Es bringen“ vom Jungen Schauspielhaus Düsseldorf wird der Gewinner des Heidelberger JugendStückePreises 2016 gezeigt. Der Kartenvorverkauf beginnt am 25. März 2017.

WEISSE FLOTTE FEIERT 90. GEBURTSTAG Zum 90. Geburtstag der Weißen Flotte Mülheim an der Ruhr gibt es in diesem Jahr regelmäßige Schnapper rund um die Jubiläumszahl „9“: Zum Beispiel bei der „Frühlingshaften Spargelfahrt“ am 29. April – solange der Vorrat reicht, für alle, die bis Ende März in der in der Touristinfo im MedienHaus und im Schifffahrtsbüro im Wasserbahnhof buchen. Diese erste Genießerfahrt begrüßt den Frühling kulinarisch, mit einer saisonalen Delikatesse: Ein abwechslungsreiches Menü stimmt mit frischen Spargel-Spezialitäten auf der Fahrt in Richtung Kettwiger Stausee perfekt auf die Saison 2017 ein. Die vierstündige Tour startet um 16 Uhr am Wasserbahnhof. Die Weiße Flotte Mülheim lädt in der kommenden Saison alle Flussfreundinnen und Flussfreunde zu vielen weiteren Gelegenheiten ein, den 90. Geburtstag auf Ruhr, Rhein oder Kanal mitzufeiern – mit feuchtfröhlichen Feten, spannenden Sonderfahrten zum Thema (Ess-)kultur und entspannten, regelmäßigen Linienfahrten. Party-Time ist zum Beispiel bei diesen Touren angesagt: Ruhr-Disco

Bei den Fahrten mit der Weißen Flotte Mülheim gibt es Natur pur mitten im Ruhrgebiet

(6. Mai), die brandneue Vinyl-Party am Wasserbahnhof (2. Juni), die neue MottoParty „White Night“ ( 3. Juni), die Schlager-Party (7. Juli), Rock the Boat mit LiveBand (23. Juli mit Niedeggen/Vanscheidt und 1. September mit „Boat People“), die Ü-30-Party mit aktuellen Chart-Hits (14. Juli), die Ü-40-Party mit dem Sound der 80er- und 90er-Jahre (9. September), die Fahrt zu „Ruhrort in Flammen“ (mit DJ, 18. August) sowie entspanntes „Chill-out in der Hafenoase (22. Juni, 13. Juli, 10. August und 7. September). Im Jubiläumsjahr geht es auch um die Geschichte, zum Beispiel bei einer sommerlichen Foto-Ausstellung im Haus Ruhrnatur. Mehr Infos unter www.weisse-flotte-muelheim.de

STADTHALLE BESONDERE LOCATION FÜR EVENTS Die Stadthalle Mülheim an der Ruhr: Das heutige Kultur- und Kongresszentrum – im Stil eines venezianischen Uferpalastes direkt an der Ruhr gelegen – verbindet Tradition und Moderne auf hervorragende Weise. In der Stadthalle, die im vergangenen Jahr ihren 90. Geburtstag feierte, sind hochkarätige Events wie die „Stücke“ oder das Klavier-Festival Ruhr regelmäßig zu Gast. Ob Fest- und Theatersaal, Kammermusiksaal, Tagungsräume, Ruhrfoyer, Bistrolounge oder gar die Bühne selbst – Multifunktionalität wird groß geschrieben. Dabei hat sich die Stadthalle neu aufgestellt, die Mobilität im Haus hat sich verändert. So bietet die Stadthalle den Kunden zudem den Service mit der

Innenansicht über Google Maps für die Räume im Erdgeschoss. Seit 2012 erreicht die Stadthalle stets einen Platz unter den Top Ten von rund 80 bis 100 Locations in der Kategorie „Besondere Eventlocation“ und „Besondere Tagungslocation“. 2013 belegte sie gar den 2. Platz als „Besondere Eventlocation“. Dafür ist eine Menge geschehen – und immer noch geplant. Eine neue, multimediale Variante bespielt die vier Bildschirme im Eingangsfoyer. Hier lassen sich neben Bildern auch individuell gesteuerte Videos, PDFs und PowerpointPräsentationen zeigen. In der Videotechnik ist nun FullHD im Format 16:9 und HDMI Standard. Im neuen digitalen TonMischpult ist eine Vielzahl von Hilfsmitteln zur Tonverarbeitung integriert. Daher entfällt der zusätzliche Aufbau von Equalizern, Kompressoren, Effektgeräten, und es kann nahezu vollständig mittels iPad bedient werden. 2017 soll die Veranstaltungs-Licht-Technik auf modernes LEDLicht umgestellt werden. Die Stadthalle nimmt am Projekt ÖKOPROFIT® der Stadt Mülheim an der Ruhr teil. Insgesamt ist

das Kultur- und Kongresszentrum Stadthalle Mülheim somit für die Anforderungen der Zukunft gut aufgestellt.

„RUHR:HUB“ FÜR EINE DIGITALE ZUKUNFT Zusammen die digitale Wirtschaft in der Metropole Ruhr auf ein neues Level bringen – mit diesem Ziel haben sich die Städte Bochum, Dortmund, Essen, Duisburg, Gelsenkirchen und Mülheim an der Ruhr sowie die Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH gemeinsam beim Land NRW für die Ansiedlung eines digitalen Hubs beworben. Und das mit Erfolg. Ergebnis ist der neue „Digital ruhr:HUB“ im Essener Deutschland-Haus. Hier wird die Geschäftsleitung von zwei Projektmanagern

und einem Team von Community-Managern aus Industrie, Digital-Wirtschaft und der Start-up-Szene unterstützt. Ziel ist, zur Vernetzung und Digitalisierung von Industrie, Mittelstand und Start-ups beizutragen. Geschäftsführer Oliver Weimann will eine Zentrale für die Digitalisierung in der Region schaffen: „Die Start-up-Szene im Ruhrgebiet hat über die letzten zwei Jahre eine enorme Dynamik entfalten können. Aufgrund des starken B2B-Fokus ist die frühzeitige Verknüpfung mit der ansässigen Industrie ein kritischer Erfolgsfaktor und genau dieses wollen wir mit dem ruhr:HUB und den lokalen Camps leisten.“ Diese lokalen Camps sind in den sechs Partner-Städten angesiedelt oder im Aufbau. „Dort bieten wir Start-ups in der Aufbau- und Wachstumsphase auch branchenorientierte und spezialisierte Camps an. In Mülheim für Start-ups aus dem Bereich E-Commerce und E-Business in Zusammenarbeit mit der Hochschule Ruhr West und großen Handelshäusern aus der Region“, sagt Jürgen Schnitzmeier, Geschäftsführer Mülheim & Business.

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Ruhrrevier

„Artgerechte Haltung“ in den ersten Amtsmonaten

Über den Dächern „seiner“ Stadt: OB Scholten l(i)ebt Mülheim Text: Volker Wiebels

Ulrich Scholten auf dem 60 Meter hohen Rathausturm.

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Kennt sich auf dem gesellschaftlichen Parkett aus: OB Scholten mit Moderatorin Jana Ina Zarrella bei einem Mode-Event an der

Die enge Begleitung durch meine engsten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den ersten Tagen und Wochen nach meinem Amtsantritt am 21. Oktober 2015 haben mir den Einstieg in meine neue berufliche Herausforderung leicht gemacht. „Ich wurde artgerecht gehalten.“ So umschreibt Mülheims Oberbürgermeister Ulrich Scholten (59) schmunzelnd den Übergang von seiner Tätigkeit als Personalchef beim Industrieunternehmen Mannesmann zum Chef der Stadtverwaltung. Und mit den Worten des neuen Bundespräsidenten umschreibt er seine Gefühle vor dem Amtsantritt: Ich freue mich auf die neue Aufgabe und gehe mit großem Respekt an die Tat … „Die Freude an der Aufgabe ist geblieben,

Meisenburgstraße

Mit dem Kinderprinzenpaar 2016/17 auf dem Rathausturm

der Respekt ist gewachsen“, so Ulrich Scholten. „Ich habe gewusst, dass eine gut funktionierende Stadtverwaltung lebenswichtig für die Daseinsvorsorge einer Stadt ist. Aber wie viele Rädchen da gut geölt in einander greifen müssen, erlebe ich täglich neu.“ Diese Erkenntnis dokumentiert sich alleine schon in der Tatsache, dass er sich „als neuer Chef “ vorgenommen hatte, möglichst alle seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihren diversen Amtsbereichen persönlich kennenzulernen. Geplant hatte er hierfür die Wochen bis Weihnachten, daraus wurden letztlich sechs Monate. „Trotz meiner 16-jährigen Tätigkeit als SPD-Ratsmitglied ist mir in der ganzen Zeit die Produktionstiefe einer Stadtverwaltung nicht vollständig bewusst geworden.“ „Ob der guten Haltung“ habe er sich schnell in seine neue Rolle einfinden können. Und so konnte er sich einigen wichtigen Themen widmen und sie zur Chefsache machen. Lange dümpelte zum

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„Hautnah“: Der OB beim Sommerfest 2016 im Stadthallengarten

Beispiel die „Überlebensfrage“ des Flughafens Essen-Mülheim vor sich hin: Divergierende Interessen, komplizierte Rechtszusammenhänge, unterschiedliche politische Ausrichtungen. Wenn der alte Spruch Gültigkeit hat, dass „neue Besen gut kehren“, dann hier: Denn gemeinsam mit seinem „neuen“ Amtskollegen Thomas Kufen aus Essen hat Scholten wieder Drive in die Entwicklung gebracht und Strukturen geschaffen, an denen „man sich jetzt abarbeite“. Ähnlich sieht es beim Thema „ÖPNV der Zukunft“ aus: Was möchte der Kunde, fragt sich Ulrich Scholten. Pünktlichkeit, Sauberkeit und Preisstabilität ist die Antwort. Wie schafft man das? Durch Konzentration der Ressourcen, Kostenbewusstsein, pfiffige Ideen. Derzeit befindet man sich in einem Fusionsprozess der Verkehrsunternehmen von Mülheim und Essen (MVG und EVAG). Und auch hier spielen die beiden Oberbürgermeister der Nachbarstädte eine entscheidende Rolle: Sie haben es sich parteiübergreifend zum Ziel gesetzt, die Fusion voranzutreiben. Lob kommt vom NRW-Verkehrsminister: Als Beispiel für weitere Zusammenarbeiten stellt er die laufenden Bemühungen in den Focus.

Der passionierte Skifahrer Ulrich Scholten mit Freunden in Österreich

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GROSSE NEUERÖFFNUNG

Ruhrrevier

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*

6. APRIL

Weiß die Professionalität seine Kolleginnen und Kollegen zu schätzen

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verwurzelt.“ Ehefrau Marion, die beiden Töchter und Enkel bilden seinen privaten Lebensmittelpunkt. Und natürlich Milka, die Flat Coated Retriever-Hündin, die nie müde wird, ihr Herrchen auch in seiner Freizeit zu fordern. Übrigens: Gemäß dem Motto „Diese Freiheit nehme ich mir“ verzichtet Ulrich Scholten nicht auf sein liebstes winterliches Hobby, dem alpinen Skifahren mit Familie und Freunden. Und in Mülheim pflegt er dienstlich wie privat „Tradition und Moderne“: Der „bekennende“ Karnevalist ist ebenso bibelfest wie liedertextsicher, kennt die Spielregeln vieler Sportarten und ist gern gesehener Gast bei eben diesen Sportveranstaltungen. Wie sagt man so schön: Ulrich Scholten ist beim repräsentativen Bevölkerungsdurchschnitt bestens bekannt – und er findet: „Das ist auch gut so!“

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ansieht, Interessen verknüpfen kann, ohne das Ziel aus dem Blick zu verlieren. „Ein gut funktionierender ÖPNV ist entscheidend für die weitere Entwicklung des Reviers. Unsere Klimaziele sind bei einer weiteren Steigerung des konventionellen Individualverkehrs nicht zu erreichen.“ GLOBAL DENKEN, LOKAL HANDELN, dies könnte man 1:1 auf Ulrich Scholten anwenden. „Ich bin zwar in einem Duisburger Krankenhaus geboren, aber ab dem fünften Lebenstag in Mülheim aufgewachsen und damit tief in meiner Heimat

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„Die Begleitung des Themas ÖPNV-Fusion setzt voraus, dass man auf mehreren Stühlen gleichzeitig Platz nimmt“, so Mülheims Oberbürgermeister. „Wir vertreten die öffentliche Hand und sind für die Defizitminimierung des ÖPNV verantwortlich. Gleichzeitig sehen wir die berechtigten Wünsche der Fahrgäste und haben als Personalverantwortliche auch die Zukunft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ihrer Familien im Auge zu haben.“ Da kommt Ulrich Scholten zugute, dass er sich als „konsensual handelnder Mensch“

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Ruhrrevier

DER LÄNGSTE RADSCHNELLWEG DER WELT

ÜBER DIESE BRÜCKE MUSST DU FAHREN

Das Teilstück des Radschnellweges in Mülheim vom Hauptbahnhof bis zur Ruhr wird als Mischverkehrsfläche für Fußgänger und Radler mit möblierten Aufenthaltsbereichen, Aussichtspunkten und Grünelementen gestaltet

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Radschnellweg Ruhr, RS1, Radweg Rheinische Bahn. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und NRW-Verkehrsminister Michael Groschek besichtigen die Strecke des RS1. Oberbürgermeister Ulrich Scholten, Baudezernent Peter Vermeulen. Endpunkt der bestehenden Strecke in Mülheim am Hauptbahnhof.

Es wird das Verbindungsband für das gesamte Ruhrgebiet, und es hat dabei Vorbildcharakter: Das Projekt Radschnellweg von Hamm über Essen und Mülheim nach Duisburg. Der RS1 wird der bundesweit erste und mit 101 Kilometern wohl weltweit bisher längste Radschnellweg. Manches davon ist noch Zukunftsmusik, aber zwischen Essen und Mülheim können die Räder bereits über die fertige Trasse flitzen. Wenn der RS1 fertig ist, können mit dem Fahrrad auf schnellstem und direktem Weg zehn Zentren, davon vier „Oberzentren“, mit vier Universitäten und weiteren Hochschulstandorten angesteuert werden. Das ist spannend für Studierende: 150000 von ihnen leben im Einzugsbereich zwei Kilometer um die künftige Trasse. Gebaut und in Betrieb ist bereits das Herzstück der Strecke: Der Radweg „Rheinische Bahn“ zwischen Essen und Mülheim. Der Regionalverband Ruhr (RVR) hat den Abschnitt auf Mülheimer Stadtgebiet als Radschnellweg ausgebaut. Der fünf Kilometer lange und sechs Meter breite Rad- und Fußweg verläuft von der Brücke Reuterstraße bis zum Mülheimer Hauptbahnhof. Die ehemalige Trasse „Rheinische Bahn“ soll im Endausbau auf

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einer Gesamtlänge von 21 Kilometern von der Universität Essen über den Hauptbahnhof Mülheim bis zum Rheinpark Duisburg führen. Das folgende Teilstück hat einen interessanten Streckenverlauf: In Hochlage führt der Weg auf dem ehemaligen Eisenbahnviadukt mitten durch die Innenstadt an die Ruhr. Die denkmalgeschützte Ruhrbrücke und das Stadtviadukt sind besonders prägnant für das Stadtbild. Der Hauptbahnhof wird als Verkehrsknotenpunkt inszeniert, mit direktem Anschluss von „Ruhrbania“, dem Campus der Hochschule Ruhr West, der MÜGA und dem „RuhrtalRadweg“.

Über die ehemalige Eisenbahnbrücke zur Hochschule Rhein West und weiter Richtung Duisburg führt der Radschnellweg in Mülheim

Dieser Abschnitt verfügt mit den Bauten des ehemaligen Ausbesserungswerks Speldorf, dem Ringlokschuppen, dem Broicher Wasserturm – der Camera Obscura – sowie dem Brückenzug über die bedeutendsten industriekulturellen Objekte der Rheinischen Bahn. Zugleich ist dieser Bereich als Kreuzungspunkt mit dem RuhrtalRadweg von besonderer Bedeutung im (über)regionalen und radtouristischen Netz der Metropole Ruhr. An der Ruhr werden Anschlüsse an den RuhrtalRadweg und die neue Ruhrpromenade über Fahrradaufzüge sichergestellt. Der Weg vom Hauptbahnhof bis zur Ruhr wird als Mischverkehrsfläche mit möblierten Aufenthaltsbereichen, Aussichtspunkten und Grünelementen gestaltet. Die Finanzierung übernimmt das Städtebauministerium gemeinsam mit dem RVR. Saniert und gebaut wird bis zum Herbst aus Richtung Ruhrbrücke kommend auf den Bahnbögen bis zur Brücke Löhstraße. Anschließend wird die Löhstraßenbrücke saniert und der Netzanschluss Richtung Hauptbahnhof gebaut. Schon jetzt, im Frühjahr 2017, soll die alte Eisenbahnbrücke über die Ruhr in Angriff genommen werden.

= kreative

Idee

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ESSEN DIE GRÜNE H A U P T S TA D T EUROPAS

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ERLEBE DEIN GRÜNES WUNDER: UNTER DIESEM MOTTO HAT DIE STADT ESSEN EIN PROGRAMM AUFGELEGT, DAS DIE GRÜNE HAUPTSTADT FÜR DIE MENSCHEN ERLEBBAR MACHT Fotos: Wildes Ruhrgebiet - Uwe Hilsmann, Alexander Krebs und Peter Schütz; Jochen Tack

Das scheue Reh im blauen Feld – aus seinem Versteck beobachtet es die große Welt. Auch ein wunderbares Symbol für die Grüne Hauptstadt Europas.

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Seit mehr als 40 Jahren durfte in der Ruhr, die durch Essens Süden fließt, nicht mehr gebadet werden. Das ändert sich im Frühjahr 2017: Dank eines Frühwarnsystems, das die Wasserqualität umfassend kontrolliert, entsteht am Baldeneysee am Seaside Beach die europaweit erste rechtskonforme Badestelle in einem größeren natürlichen Fließgewässer. Und auch der Fluss im Norden der Stadt wandelt sich: Im Jahr 2020 wird die Emscherrenaturierung abgeschlossen sein. Die Emschergenossenschaft baut unterirdische Abwasserkanäle, die den Fluss und seine Nebenläufe vom Abwasser befreien – eines der größten Infrastrukturprojekte Europas mit zahlreichen technischen Innovationen.

Ab Frühjahr 2017: Baden in der Ruhr am Seaside Beach Baldeney In diesem Jahr wird es wahr – der Sprung ins Wasser des Baldeneysees. Dieser Pilotbadestelle sollen zum Thema „Baden in der Ruhr“ weitere Stellen in Steele und Werden folgen.

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Das Ruhr Museum präsentiert vom 21.5. bis zum 27.8. die Ausstellung „Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“ in Halle 5 des UNESCO Welterbes Zollverein.

Mehr als die Hälfte des Stadtgebietes sind Grün- und Freiflächen. Wasser, Wälder, Äcker und Stadtgrün sorgen für ein gutes Stadtklima. Parks wie der über 150 Jahre alte Stadtgarten sind Orte der Begegnung, Aktivität und Erholung. Eine große Rolle spielt auch die Industrienatur, z. B. im Zollverein-Park. Hier erobert sich die Natur Schritt für Schritt die Flächen zurück – 540 Farn- und Blütenpflanzenarten, etwa 100 Flechtenarten, rund 60 Vogel- und 20 Schmetterlingsarten sowie 6 Amphibienarten aus aller Welt sind inzwischen heimisch auf dem Areal des Welterbes. Zum Beispiel nutzen Hausrotschwänze, die eigentlich im Gebirge heimisch sind, die Nischen des stillgelegten Kokereigebäudes.

Einen Maikäfer auf dem Gartentisch zu finden ist ein nicht mehr alltägliches Ereignis – aber im Ruhrgebiet noch immer möglich, so wie hier im Essener Stadtteil Fischlaken

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9000 Kleingärtner, 14 Hofläden und 10 Gemeinschaftsgärten – in der Grünen Hauptstadt Europas spielt das Thema Gärtnern in der Stadt eine große Rolle. Essen bietet naturnahe Erfahrungen für Menschen ohne eigenen Garten, die sich dennoch an der frischen Luft aufhalten und selbst Gemüse und Obst anbauen oder ihr eigenes Blumen- und Pflanzenparadies anlegen möchten. Ob die eigene Scholle in einem Kleingarten, ein Selbsterntefeld bei einem Bauern oder Gärtnern im Gemeinschaftsgarten – da ist für jeden etwas dabei. Und wer sich im Dschungel der alltäglichen Optionen nachhaltig verhalten möchte, ist bei der App greenApes gut aufgehoben. Wer z. B. regionale Lebensmittel einkauft oder einen grünen Tipp an andere weitergibt, wird mit sogenannten Nuts belohnt. Und die kann man in der realen Welt gegen Prämien eintauschen.

An den drei Aktionstagen „säen, ernten, Essen“ am 14. Mai, 9. Juli und 1. Oktober werden die lokale Produktion und der nachhaltige Konsum von Lebensmitteln in der Stadt vorgestellt. Projekte, die sich mit der Natur und ihrem Schutz auseinandersetzen, laufen zur Grünen Hauptstadt in allen 49 Essener Kitas. Da legen Kinder Hochbeete an, pflanzen und pflegen bunte Gärten, setzen sich mit Mülltrennung und -vermeidung auseinander, beobachten gemeinsam die Natur und vieles mehr.

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Das Projekt „Wildes Ruhrgebiet“ hat sich zur Aufgabe gemacht, die Menschen für die schöne Natur des Ruhrgebiets zu begeistern, die häufig im Verborgenen liegt (Fotos S. 134–135, 138–139, 142–143). Fotograf Peter Schütz wird bei der Messe Photo+Adventure im Landschaftspark Duisburg-Nord am zweiten Juni-Wochenende den Besuchern mit seinem Vortrag „Stadtnatur – (k)ein Lebensraum?!“ überraschende Einblicke in das tierische Leben an der Ruhr bieten.

„Erlebe dein grünes Wunder“ lautet das Motto des Titeljahres. Das Programm ist gegliedert in die fünf Lebenswelten „Meine Flüsse“, „Meine Wege“, „Mein Grün“, „Mein Einkauf “ und „Meine Zukunft“. Und zu allen gibt es zahlreiche Aktionen und infrastrukturelle Projekte. Eine große Rolle spielen auch die Bürgerprojekte. In zwei Ideenbörsen konnten Bürgerinnen und Bürger ihre Beiträge zur Grünen Hauptstadt Europas einreichen – Beispiele sind eine Hummelautobahn, ein Sensenmähkurs oder Green-Shopping-Touren rund um nachhaltige Mode. Und es geht auch nach 2017 weiter in eine grüne Zukunft: Die Stadt Essen, die als einzige europäische Stadt die Titel Kulturhauptstadt (2010) und Grüne Hauptstadt Europas trägt, startet 2017 mit der Metropole Ruhr in eine grüne Dekade: Der Emscherumbau wird 2020 abgeschlossen sein, im Jahr 2022 findet die Ergebnispräsentation der KlimaExpo.NRW statt und im vergangenen Dezember erhielt die Region den Zuschlag für die Internationale Gartenbauausstellung 2027.

So nahe liegen Natur und Großstadt beieinander – und die Tiere zählen selbstverständlich zu den Bewohnern der Region.

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Beim Tag der Bewegung am 2. Juli wird ein Teil des Rings um die Essener Innenstadt zum grünen Erlebnisfeld. Auf der Bewegungsmeile können die Themenfelder der Grünen Hauptstadt hautnah erlebt werden. In den vergangenen zehn Jahren sind 150 Kilometer Fuß- und Radwege zwischen dem Emschertal im Norden und dem Ruhrtal im Süden geschaffen worden, die die stadträumliche Trennung von Nord und Süd im Essener Stadtgebiet aufgehoben haben. Auf 15 Essener Thementouren und -routen bilden Parkanlagen, Kirchen, ehemalige Zechen, aber auch gemütliche Biergärten interessante und erfrischende Stationen. Besonders beliebt sind dabei die Routen über ehemalige Trassen der Zechenbahnen. Mit dem bereits zwischen der Essener Universität und dem Mülheimer Hauptbahnhof verwirklichten Radschnellweg Ruhr (RS1) kommen die Bürger in Fahrt. Aber auch die Nutzung von Bus- und Bahnlinien und Elektroautos soll im „Grüne Hauptstadt“-Jahr gefördert werden.

Freizeitspaß in Steele an der Ruhr – an Land und auf dem Wasser gibt es vielfältige Möglichkeiten

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Editorial

Abwarten wird Durchstarten. Energie wird innogy.

Ein Blick auf die Eröffnung der Grünen Hauptstadt Europas im Januar 2017 im Grugapark. Der Film der Grünen Hauptstadt Europas - Essen 2017, zeigt über 40 grüne Orte aus der Vogelperspektive. Erhältlich ist er im Buchhandel und in der EMG-Touristikzentrale.

Im Jahr 2017 blickt ganz Europa nach Essen: Die Ruhrmetropole ist Grüne Hauptstadt Europas – ernannt von der EU-Kommission. Der Wandel von einer Kohle- und Stahlstadt zur grünsten Stadt in NRW und drittgrünsten Stadt Deutschlands hat die Jury letztlich überzeugt. Essen ist heute durch und durch grün – das beweisen nicht nur die 376 km Radwege im Stadtgebiet, sondern auch 14 Hofläden und 3100 ha Grün- und Waldflächen. Über 300 Aktionen – darunter viele Veranstaltungen und Projekte zum Thema Mobilität und Umweltbildung – werden über das Jahr hinweg geboten.

Paradise und Utopien gibt es vom 7. bis 9. Juli im Stadtgarten. Zuerst wird er mit den Philharmonikern zum Klanggarten, am Wochenende zum kreativen Hauptquartier mit Kulturprogramm, mobilen Bürgerund spannenden UpcyclingProjekten. 146

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innogy.com

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Editorial

Wir haben ihn gebaut, weil wir an Sie glauben. Der neue 911 Carrera GTS. Die neuen 911 GTS Modelle sind ab sofort bestellbar und können erstmalig live bei unserem Aktionstag „Faszination Porsche“ am Samstag, 01.04.2017 im Porsche Zentrum Essen erlebt werden. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

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Porsche Zentrum Essen Gottfried Schultz Sportwagen GmbH & Co. KG Altendorfer Straße 52 45143 Essen Tel.: +49 201 63400-0 Fax: +49 201 63400--90 info@porsche-essen.de www.porsche-essen.de

Kraftstoffverbrauch (in l/100 km): innerorts 12,9–10,7 · außerorts 7,3–6,9 · kombiniert 9,4–8,3; CO2-Emissionen kombiniert 212–188 g/km