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Das Magazin der Tobler-Gruppe mit tobler dossier Nr. 2, Juli 2012

Komfortlüftung Der Fachmann Heinrich Huber spricht Klartext und gibt praktische Tipps

Innovative Umwelt Arena Im neuen Bauwerk mit dem zukunftsweisenden Konzept steckt viel Tobler

Kraftpakete in Klingnau Zwei Wärmepumpen versorgen die Landi seit Kurzem mit Wärme: effizient, ökologisch und wirtschaftlich


Inhalt 3 4 6 11

Editorial Diskussionspunkt KWL: Was ist wirklich dran an der Kritik? News Neuigkeiten und Kurzinformationen aus dem Hause Tobler Komfortlüftung Der Fachmann Heinrich Huber spricht Klartext und gibt praktische Tipps Dienstleistungsausbau mit Swissnet Strategie in die richtige Richtung

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Aus der Praxis JET-FROST Zisternenbefüllung – ein Service mit Zukunftspotenzial Bedarfsgerecht heizen mit Pelletskesseln Optimale Lösung dank gutem Teamwork Scheffelhaus Seon nach der Fertigstellung Hervorragende Heizleistung für Patrizierhaus und Neubau Fachbeitrag Gefahr der Vereisung im Wärmetauscher der KWL-Anlage im Winter

12 28 Umwelt Arena Spreitenbach

In diesem wegweisenden Bauwerk steckt viel ­Haustechnik von Tobler

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Installationssockel von Cerapur Gas-Brennwertgeräte neu mit Bodenhaftung

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Regulierventile Cocon Q von Oventrop Die Hydraulik wird dynamisch

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Die neuen Grundfos-Pumpen Gut für die Zukunft gerüstet

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Ein Power-Duo für LandiGrossmarkt in Klingnau

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Energiequelle Biogas Abfälle effizient und ökologisch nutzen

Impressum haustechnik.ch ist eine Publikation der Tobler Haustechnik AG. Abdruck nur mit Erlaubnis des Herausgebers. Gestaltung/Text: TBS Identity, Zürich Druck: Vollkomm, Seon, Gesamtauflage: 20 000 Ex.

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Neue Sixmadun Luft/Wasser-Wärmepumpe SMLI-XP-TES Die neue Generation ist noch effizienter und leiser

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Elektrohydraulische Pressmaschine Romax 3000 von ROTHENBERGER Kompaktes Kraftpaket Sixmadun SMLA-XP-6TU / Komfortlüftung Jet C350 Das Wichtigste zu den beiden Neuheiten in Kürze

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Thermostellantriebe ABN von Danfoss Schonen Portemonnaie und Umwelt

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Die Letzte Anpfiff fürs Tobler-Jubiläum!


Editorial

Diskussion um die KWL: Was ist wirklich dran an der Kritik? Liebe Leserin, lieber Leser Wo nach Minergie-Standard gebaut wird, ist die kontrollierte Wohnungslüftung (KWL) nicht weit – eine Errungenschaft, die auch ihre Kritiker hat. Von Zugluft oder gar Schimmelbildung ist die Rede, was manche Diskussion über dichte, energieeffiziente Gebäudehüllen trübt. Was ist wirklich dran an diesen Meldungen? Und wie können allfällige Nachteile der KWL verhindert werden? Wir haben einem Profi auf den Zahn gefühlt. Der Dozent für Gebäudetechnik und stellvertretende Leiter der MINERGIE Agentur Bau, Heinrich Huber, nimmt Stellung im Interview ab Seite 6 und gibt praktische Tipps, die Ihnen im Alltag helfen. Wie Sie Vereisungen im Wärmetauscher der KWL verhindern, erläutert Ihnen zudem unser Spezialist Stefano Zonzini im Fachbeitrag auf Seite 26. Innovationen im Bereich Bauen und Wohnen sind eines der Hauptthemen in der Umwelt Arena Spreitenbach, die im August eröffnet wird. Ein zukunftsweisendes Projekt, bei dem auch Tobler mit von der Partie ist als Lieferant von Haustechnik-Komponenten und als Aussteller. Details lesen Sie ab Seite 12. Ein jüngeres Thema in der Energiedebatte ist die Nutzung von Biogas, einem CO2-neutralen Treibstoff aus organischem Abfall. Warum die Umstellung von Erdgas auf Biogas zu Heizzwecken ohne Investition in die Heizanlage funktioniert, erfahren Sie auf Seite 19. Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre von haustechnik.ch.

Heinz Wiedmer, CEO Tobler-Gruppe

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News Planer-Apéro: ­Fachgespräche und ­Gaumenfreude Es war eine Premiere und gleich ein Erfolg. Am 15. März fand der erste Planer-Apéro von Tobler statt. Das Motto des ­An­lasses im Regionalcenter Oberentfelden lautete Komfortlüftung. Der Dozent für Gebäudetechnik Professor Heinrich Huber hielt einen Vortrag zum aktuellen Thema. «Die Komfortlüftung hat sich in der Schweiz etabliert. Aber grosse Teile der Branche befinden sich noch in der Pionier- und Lernphase», sagt Huber, der auch stellvertretender Leiter der MINERGIE Agentur Bau ist. Fragen nach dem Stand der Dinge, nach technischen Lösungen und Systemen für die Zukunft waren Gegenstand seines Exklusivvortrags. Rund 45 Planer, Ingenieure und Architekten folgten der Einladung, erfuhren mehr vom Fachmann, tauschten sich gegenseitig und mit Haustechnikberatern von Tobler aus. Dies alles ganz entspannt und mit kulinarischem Rahmenprogramm. Bald sollen weitere ähnliche Anlässe folgen. Tobler plant pro Regionalcenter jährlich drei Planer-Apéros. Sie sollen den Besuchern eine Begegnungsplattform, Fachinformationen und nicht zuletzt leckere Häppchen bieten.

Persönlich Bruno Schüpbach, Marketing Messebau, Urdorf

Immer dann, wenn Tobler irgendwo in der Schweiz einen Messestand auf- oder abbaut, ist Bruno Schüpach an erster Stelle mit dabei. Und das ist rund 120 Mal im Jahr der Fall, rechnet man alle Messen mit ein – von den grossen wie Swissbau, Olma oder Bea bis hin zu den kleineren wie Bauen+Wohnen in Wettingen oder ein Kundenjubiläum. Trotz dem enormen Pensum kommt Bruno Schüpbach ins Schwärmen, wenn er von seiner beruflichen Tätigkeit spricht: «Jede Messe hat ihren eigenen Charakter. Das finde ich spannend, auch wenn mein Hauptaugenmerk nicht auf der Messe selbst liegt, sondern jeweils auf dem Auf- und Abbau.» Mindestens ebenso glücklich ist er aber, wenn bei einer Messe alles geklappt hat. «Dies ist immer eine Bestäti-

gung, dass man ein Super-Team im Rücken hat.» Seine positive Art schätzt man auch im Unternehmen. Obwohl er immer wieder unterwegs ist, ist Bruno Schüpbach als Mitarbeiter bestens integriert. «Man kennt mich hier auch unter meinem Spitznamen «Nöggi», meint der Messe-Profi mit einem Schmunzeln. Nach seinem Eintritt bei Tobler im Jahr 2007 war Bruno Schüpbach vor allem für den Versand der Prospekte zuständig. Auch damals war eine gute Organisation Gold wert, um die ganze logistische Kette von der Bestellung, über die Lagerbetreuung bis zur Auslieferung im Griff zu behalten. Natürlich sieht man Bruno Schüpbach auch heute immer wieder im Büro. «Dann sind die Tage etwas weniger lang. Statt um 6 Uhr gehe ich zuhause erst zwischen 7.30 und 8 Uhr los.» An Frischluft fehlt es aber auch an solchen Tagen nicht. Denn sobald Bruno Schüpach am Abend die Tiefgarage bei Tobler verlässt, steuert er nach Möglichkeit in Richtung Campingplatz. Ganz gleich, ob bei einem leichten Frühlingsregen, in einer lauen Sommernacht oder nach einem Herbststurm – hier, mitten in der Natur, hält sich Bruno Schüpbach gerne auf. Denn hier hat er seine CampingLeidenschaft und zugleich sein zweites Zuhause entdeckt.

Aufgefallen Befriedigend bis gut – die aktuellen Prognosen der Schweizer ­Planungsbüros Eine kürzlich publizierte Umfrage der ETH-Konjunkturforschungsstelle (KOF) gibt Auskunft darüber, wie Schweizer Planungsbüros ihre Geschäftslage beurteilen. Das Fazit der im Auftrag des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA) durchgeführten Befragung: Ein Grossteil der 739 Architektur- und Ingenieurbüros erwartet in den kommenden Monaten eine Stagnation auf hohem Niveau. Lediglich die Gebäudetechnik-Ingeni-

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eure schätzen die Aussichten weniger optimistisch ein. Vier von fünf der befragten Planungsbüros gehen davon aus, dass in den nächsten Monaten keine signifikante Veränderung der Geschäftslage stattfinden wird. Diese Einschätzung basiert auf den Erfahrungen der Vergangenheit: Die hohe Nachfrage nach Planungs-Dienstleistungen blieb in den letzten drei Monaten stabil und die Anzahl der Angestellten konnte

sogar, wenn auch nur teilweise, erhöht werden. Während bei den Gebäudetechnik-Ingenieuren eine Baisse zu verzeichnen ist, sieht sonst die Auftragslage eher positiv aus: Insbesondere bei den Architekten wird sich der Stand der Beschäftigten sogar erhöhen. Wir hoffen, dass sich die ganze Branche im Zweithalbjahr auf eine positive Grosswetterlage freuen kann!


Wir übernehmen (soziale) Verantwortung, auch in schwierigen Zeiten

Wie jedes Unternehmen strebt auch ­Tobler ständig nach innovativen Produkten, neuen Marktanteilen und guten Umsatzzahlen. Dabei gehen andere Ziele, zum Beispiel gesellschaftliche, leicht unter. Das wollen wir nicht. Deshalb engagiert sich Tobler in einer langfristigen Zusammenarbeit mit Sozialinstitutionen. Eine davon ist Solvita, eine Stiftung für Menschen mit Behinderung. Sie gehört mit Arbeitsplätzen und Wohnraum für über 600 Betroffene zu den bedeutendsten Sozialinstitutionen der Schweiz. Sie vermittelt Arbeitskräfte für unterschiedliche Bereiche, beispielsweise für Büro, Gastronomie oder Industrie. Die Organisation ist auch zuständig für die professionelle Begleitung der Arbeitskräfte, die an körperlichen, geistigen oder psychischen Erkrankungen leiden. Die Stiftung hat eine Zweigstelle in Urdorf, ganz in der Nähe des Tobler Hauptsitzes. Die rund 150 Menschen seien quasi Nachbarn, sagt Ivan Widmer, Leiter Marketing Services von Tobler, der verantwortlich ist für das Projekt mit Solvita. «Wir arbeiten seit 15 Jahren mit Arbeitskräften von Solvita, zur vollen Zufriedenheit auf beiden Seiten», sagt Widmer. «Die Menschen führen Jobs aus, für die wir keine Ressourcen haben, zum Beispiel das Updaten unserer technischen Dokumentation für Wärmeerzeugung – eine sehr zeitaufwändige und präzise Arbeit. Fehler können wir uns nicht erlauben, weil die Unterlagen an unsere Kunden verteilt werden. Deshalb war ich anfangs etwas

skeptisch. Meine Bedenken haben sich aber sofort aufgelöst: Die Arbeitskräfte sind super motiviert und zeigen viel Engagement. Sie wollen nicht einfach nur arbeiten, sie wollen ihren Job perfekt machen.» Rund vier Mal pro Jahr nimmt Tobler die Dienste von Solvita in Anspruch. «Die Menschen mit Behinderung produzieren auch kleinere Teile, zum Beispiel Prospekthalter, oder sie kümmern sich um Mailings», erläutert Widmer. «Wenn wir diese Arbeitskräfte auf dem regulären Arbeitsmarkt rekrutieren würden, wäre das weder günstiger noch teurer. Durch das Outsourcing an Solvita unterstützen wir eine fantastische Organisation und ein wertvolles soziales Projekt.»

Neuorganisation im Bereich Marketing-Services Um interne und externe Aufgaben klar abzugrenzen und Doppelspurigkeiten zu vermeiden, hat sich Tobler zu einer Neuaufteilung der Marketingaufgaben entschieden. Was heisst das konkret? Während die Tobler Gruppenleitung für die Definition der Marketing-Strategie – also der Marktsegmente und Produktelinie – zuständig ist, legt die Leitung «Verkauf und Marketing» neu die Marketing-Taktik fest. D.h. sie definiert die Schwerpunkte innerhalb der vorgegebenen Strategie. Produkteinführungen und Markteinführungskonzepte übernimmt die Leitung Sourcing & Supply Chain SSC; die Organisation und Koordination der definierten Marketing-Taktik ist hingegen Sache der Abteilung Marketing-Services. Diese innerhalb der Swissnet-Strategie erfolgte Neuorganisation setzt ganz auf flache Hierarchien: 3 bis 4 Marketing-Koordinatoren fungieren künftig als Projektleiter, die alle Zugriff auf ein Poolteam haben. Je nach Bedarf, etwa für Gestaltungsaufgaben, Übersetzungen oder beim Messestand, wird dieses von externen Partnern unterstützt. Nebst der Lancierung eines Service-Katalogs sowie eines Standardverfahrens für sich wiederholende Aufgaben wird auch die Kommunikation gestrafft – dies, um Absprachen mit den Spartenmanagern und den Regionalcentern zu erleichtern.

Messe Corner An folgenden Messen ist Tobler mit einem eigenen Stand vertreten: Bauen & Modernisieren Messe Zürich Do 30.8. bis So 2.9.2012 Halle 5, Stand F08 www.fachmessen.ch

OLMA Olma Messen St.Gallen Do 11.10. bis So 21.10.2012 Halle: 1.1, Stand: 1.1.42 www.olma-messen.ch

Bauen & Wohnen Allmend Luzern Do 4.10. bis So 7.10.2012 Halle: 2, Stand: B34 www.fachmessen.ch

Hausbau & Energie Expo Bern Do 8.11. bis So 11.11.2012 Halle: 3.2, Stand: 3.2-F05 www.hausbaumesse.ch

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Branchenthema 

Komfortlüftung unter der Lupe: Komfort oder Ärger? Über die Komfortlüftung – oder Kontrollierte Wohnungslüftung (KWL) – hört man an den schweizerischen Stammtischen mal Lob und mal Tadel. Wie steht es um diese Technologie? Bringt sie tatsächlich einen höheren Wohnkomfort? haustechnik.ch führte zu dieser Frage ein Gespräch mit dem anerkannten Fachmann und Dozenten Heinrich Huber.

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in kurzes Zitat aus der Grossrats­ debatte des Kantons Basel-Stadt vom 3. März 2011 bringt die herrschenden Vorurteile gegen Minergie-Standard und KWL auf den Punkt. In der Auseinandersetzung um energetische Mindestanforderungen rief der SVP-Kantonsrat Roland Lindner in den Saal: «Hätten wir den Minergie-P-Standard wie beantragt verbindlich festgesetzt, hätten wir einen Fehlentscheid getroffen. Es sind jetzt neuste Untersuchungen vorhanden, die zeigen, dass Minergie-P enorme gesundheitliche Probleme mit sich zieht.» Der Minergie-Skeptiker Lindner verweist dabei explizit auf Schimmelbildung in einem Minergie-P-Gebäude mit Komfortlüftung. Nicht nur bei Politikern, auch unter Architekten halten sich hartnäckige Vor­ urteile gegen die KWL. Oft hört man das Stichwort vom unnatürlichen Raumklima, von unangenehmen Zugerscheinungen, von Schimmel oder umgekehrt

Unser Gesprächspartner Heinrich Huber ist Dozent für Gebäudetechnik an der Fachhochschule Nordwestschweiz und stellvertretender Leiter der MINERGIE Agentur Bau. Er gilt in der Schweiz als der namhafteste KWL-Fachmann.

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von Trockenheit. Dichtung oder Wahrheit? Unser Gespräch mit Heinrich Huber will in diesen Fragekomplex etwas Licht bringen. haustechnik.ch: Herr Huber, erklären Sie unseren Lesern in wenigen Worten den Zusammenhang zwischen Minergie-Standard und kontrollierter Wohnungslüftung. Heinrich Huber: Der Minergie-Standard will nicht allein Energie sparen, er will auch einen Beitrag zu einem höheren Wohnkomfort leisten. Eine gute Raumluftqualität gehört hier zu den wichtigsten Komfortfaktoren. Allein mit einer manuellen Fensterlüftung ist eine gleichbleibend gute Luftqualität nicht erzielbar. Die Komfortlüftung sorgt dafür, dass gebrauchte Luft kontinuierlich mit Frischluft ersetzt wird – auch bei geschlossenen Fenstern. Dies ist gleichzeitig auch gelebter Lärmschutz: Bei der Fensterlüftung dringt immer auch Lärm in die Wohnung. Mit der Komfortlüftung kommt die Frischluft rein und der Lärm bleibt draussen. Dann hat die Komfortlüftung ­keinen Zusammenhang mit ­Energieeffizienz? Doch, das hat sie: Denn die Komfortlüftung gewinnt die Wärme der Abluft zurück. Im Winter werden so ganz beachtliche Energieeinsparungen erzielt. Der Minergie-Standard setzt tatsächlich strenge Ziele hinsichtlich der Energieeffizienz. Die geforderte Energiekenn­ zahl kann aber auch ohne Komfortlüftung erreicht werden. Allerdings leistet die Komfortlüftung hier einen willkommenen Beitrag. Doch gerade in der Altbaumodernisierung, wo der Komfortlüftung manchmal bauliche Limiten gesetzt sind, können auch andere automatisierte Lüftungssysteme zum Zug kommen, ohne dass man so die Anfor-

derungen an die Energieeffizienz verfehlt. Dass eine Lüftung überhaupt gefordert ist, hat nur indirekt mit dem energetischen Standard zu tun: Die Norm SIA 180 fordert in erster Linie aus bauphysikalischen Gründen eine dichte Gebäudehülle. Die daraus resultierende kleinere Infiltration ist energetisch vorteilhaft, die Konsequenz ist aber, dass gemäss dieser Norm zwingend ein Lüftungskonzept erstellt werden muss. Minergie ist lediglich in einem Punkt schärfer als die SIA 180: Die Lüftung muss automatisch funktionieren, eine handbetätigte Fensterlüftung genügt dem Minergie-Standard, im Gegensatz zur SIA 180, nicht. Die Komfortlüftung ist hier eine der Optionen. Im Neubaubereich hat sie sich als Standard durchgesetzt. Ist im Minergie-Gebäude das ­Öffnen der Fenster gar nicht mehr möglich? Selbstverständlich ist ein Öffnen der Fenster immer noch möglich. Wie dieses hartnäckige Vorurteil entstanden ist, können wir nicht rekonstruieren. Seit der Geburt des Minergie-Standards ist in keinem einzigen Dokument irgendeine entsprechende Bemerkung zu finden. Tatsächlich gibt es ein paar wenige Minergie-Gebäude der ersten Stunde, bei denen sich die Fester nicht öffnen liessen. Das beruht aber auf einem Missverständnis der Architekten, denen der Standard noch neu war. Aus jüngerer Zeit kenne ich kein einziges entsprechendes Beispiel. Die Bewohnerinnen und Bewohner sollen die Fenster jederzeit öffnen dürfen, wenn sie Lust dazu verspüren. Sie müssen aber die Fenster nicht öffnen, um eine gute Raumluftqualität zu erreichen. Im Sommer ist eine Fensteröffnung in der Nacht für das Erzie-


len einer behaglichen Raumtemperatur sogar sehr wichtig, falls nicht ein Kühlsystem – z. B. mittels Erdsonde und Fussbodenheizung – installiert ist. An Schweizer Stammtischen – aber auch bei Politikern – hält sich ein hartnäckiges Vorurteil gegen die kontrollierte Wohnungslüftung. Einer der Vorwürfe betrifft lästige oder sogar gesundheitsschädigende Zugerscheinungen in Minergie-Häusern und -Wohnungen. Man fühle sich angeblasen wie im Flugzeug. Was entgegnen Sie? Hier kann ich mit bestem Gewissen Entwarnung geben. Die Luftbewegungen, die für den geforderten Luftaustausch nötig sind, sind um Faktoren tiefer, als die Luftbewegungen, die durch Radiatoren, Fussbodenheizungen oder durch den Sonneneinfall verursacht werden. Die Luftbewegung, die die Komfortlüftung verursacht, lässt sich aber nur in unmittelbarer Nähe des Luftauslasses überhaupt feststellen. Wenn ein Planer just über der Polstergruppe oder unter dem Esstisch einen Lufteinlass plant, kann es vorkommen, dass empfindliche Personen dies spüren. Wenn die Luftauslässe umsich-

tig platziert werden, ist dieses Problem in jedem Fall vom Tisch. Tatsächlich sind entsprechende Klagen selten – obwohl in der Schweiz heute schätzungsweise 120 000 Wohnungen über eine Komfortlüftung verfügen. Warum sich das Vorurteil so hartnäckig hält, ist schwer nachzuvollziehen. Möglicherweise wirken da noch die schlechten Erfahrungen mit Klimaanlagen hinein und werden mit der Komfortlüftung vermischt. Eine Klimaanlage muss tatsächlich sehr grosse Luftmengen umwälzen und hier sind entsprechende Klagen berechtigt. Nicht so bei der Komfortlüftung. Nichtsdestotrotz müssen Reklamationen und Problemfälle natürlich ernst genommen werden. Denn nicht jede KWL-Anlage ist auch optimal geplant und ausgeführt. Ein zweiter Vorbehalt: Die KWL fördere die Entstehung von Schimmel – was, wenn wahr, gesundheitlich ja tatsächlich ­bedenklich wäre. Schimmel darf im Wohnbereich tatsächlich nicht akzeptiert werden. Er ist in der Regel Resultat eines schlechten Baustandards und kommt zustande, wenn an kalten Stellen die relative

Feuchte über 80 % steigt und so Schimmel prächtig gedeiht. In den energe­ tischen Bausünden der 1960er- und 1970er-Jahren begegnet uns dies ziemlich oft. Wenn nun ein solches Gebäude saniert wird, kann das Problem bestehen bleiben: die Gebäudehülle ist nun dicht und eine kontinuierliche Lüftung nicht mehr gewährleistet. So kann die Luftfeuchte stark ansteigen. Ein kontrollierter Luftaustausch, wie ihn die Komfortlüftung oder eine andere automatisierte Lüftungsoption gewährleistet, schafft hier gründliche Abhilfe. Der Vorwurf, die Komfortlüftung trage zur Schimmelpilzbildung bei, ist also paradox. Das Gegenteil ist der Fall. Nun muss ich allerdings einräumen, dass wir tatsächlich schon Gebäuden mit Komfortlüftung begegnet sind, in denen Probleme mit Schimmel auftraten. Das ist immer ein Zeichen, dass die Anlage nicht funktionsfähig ist und der geforderte Luftaustausch nicht stattfindet. Das ist nicht ein Problem der Komfortlüftung, sondern Resultat eines Baupfusches. Zum Glück ist die Branche heute gut ausgebildet und Problemfälle sind nur noch selten anzutreffen.

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Oft hört man auch das genaue Ge­ genteil: In Wohnungen mit kon­ trollierter Wohnungslüftung sei die Luft unangenehm trocken. Eine richtig geplante Komfortlüftung, die den korrekten Luftaustausch gewährleistet, sorgt während rund 90 % der Nutzungszeit für eine Raumluftfeuchte zwischen 30 und 60 %. Diese Werte gelten im Wohnbereich als ideal. Kurzzeitige Über- oder Unterschreitungen sind aber gesundheitlich unkritisch und lassen sich auch mit einer idealen Fensterlüftung nicht vermeiden. Trockene Luft in KWL-Anlagen insbesondere im Winter ist nun tatsächlich ein Thema. Dies ist vor allem deshalb ärgerlich, als sich das Problem einfach vermeiden liesse. Denn zu trockene Luft deutet auf einen zu hohen Luftwechsel, das heisst auf eine Überdimensionierung der Anlage hin. Tatsächlich tendieren die Planer nicht selten dazu, auf sicher zu gehen und einen etwas höheren Luftaustausch zu gewährleisten, als nötig wäre. Insbesondere in Wohnzimmern werden unverständlich grosse Luftmengen zugeführt, obwohl ein offener Wohnbereich gar keinen Zuluftdurchlass braucht. Ob-

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wohl das Wissen vorhanden und in Fachliteratur und Normen publiziert ist, kommen wir hier nur langsam voran. Von Seite Minergie wird man aber am Ball bleiben. Teilweise besteht die Irrmeinung, dass eine Feuchterückgewinnung den Effekt eines zu hohen Luftvolumenstroms kompensieren kann. Dies ist aber leider nicht so. Um es vereinfacht zu sagen: Wo keine Feuchte vorhanden ist, kann auch nichts zurückgewonnen werden. Der Nutzen einer Feuchterückgewinnung ist nur wahrnehmbar, wenn die Luftvolumenströme richtig geplant sind und die Anlage optimal betrieben wird. Ein zweiter Grund für zu hohe Luftwechsel liegt bei der Steuerung: Die Bewohner müssen gut instruiert werden, dass bei tiefen Aussentemperaturen und bei Abwesenheit tiefe Betriebsstufen eingestellt werden sollen. Zudem soll auch in Mehrfamilienhäusern der Luftvolumenstrom in jeder Wohnung von den Benutzern eingestellt werden können. Ich bin der Meinung, dass das in Zukunft von Minergie und den Normen sogar verlangt werden müsste.

Tatsächlich ist eine korrekte Luftfeuchtigkeit ein Gesundheitsfaktor: in zu feuchten Räumen leiden Hausstaub­ allergiker, zu trockene Luft ist für Asthmatiker ungünstig. Von einer aktiven Befeuchtung der Raumluft rate ich aus hygienischen Gründen klar ab. Ohne dabei auf technische Details einzugehen: Welche Grundregeln muss man bei der Planung einer KWL-Anlage unbedingt beachten? Als erstes sind die hygienischen Anforderungen konsequent zu beachten. Hier ist die korrekte Platzierung der Aussenluftfassung sehr wichtig. Eine Anordnung in einem Lichtschacht etwa oder die Platzierung in unmittelbarer Bodennähe sind zu vermeiden. Als zweites ist ein geeigneter Feinstaubfilter zu wählen. Standard ist hier ein Filter der Klasse F7 (oder besser). Und natürlich ist ein regelmässiger Filterwechsel zu gewährleisten. Für die Reinigung muss auf eine gute Zugänglichkeit der Zuluft- wie auch der Abluftkanäle geachtet werden. Nebst den hygienischen Anforderungen ist das A und O die Gewährleistung des angemessenen Volumenstroms. Sowohl Unterversorgungen wie eine Über-


Das kleine Lexikon Komfortlüftung Diesen Begriff verwendet der Verein MINERGIE für eine einfache, qualitativ hochwertige Lüftungsanlage mit Rückgewinnung der in der Abluft vorhan­ denen Wärme. Eine Komfortlüftung ist energieeffizient und erfüllt bezüglich des Wohnkomforts (Lärm, Luftzug, Temperatur) höchste Ansprüche. Kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL) Die Bezeichnung ist bedeutungsgleich mit dem oben definierten Begriff ­Komfortlüftung. Kontrollierbarer Luftwechsel Der Minergie-Standard setzt einen kontrollierbaren Luftwechsel voraus. Dazu eignen sich verschiedene Systeme: Komfortlüftung (siehe oben), Abluftanlage mit Aussenluftdurchlässen, Einzelraum-Komfortlüftung oder die automatisierte Fensterlüftung. Im Neubaubereich ist die Komfortlüftung heute anerkannter Standard.

Heinrich Hubers Tipps für den KWL-Planer Fünf Themenbereiche mit einem Dutzend Merkpunkten reichen aus, um eine einwandfreie Komfortlüftung zu planen:

dimensionierung wirken sich ungünstig aus. Die Abluft wird in Nasszellen und Küche gesammelt, die Zuluft wird in den Wohn- und Schlafzimmern zugeführt. Für die Planer habe ich hier einen wichtigen Tipp: offene Wohn- und Essbereiche brauchen keine Zuluft (ausführliche Tipps: siehe Kasten). Die korrekte Planung kann durch gut dokumentierte und anerkannte Normen heute rundum gewährleistet werden. Heute gibt es diverse Dokumente, die diese Punkte abdecken. N ebst dem Merkblatt SIA 2023 und ­ der Fachliteratur ist hier speziell auf die Leistungsgarantie Komfortlüftung (www.leistungsgarantie.ch) zu verweisen. Dieses Instrument steht kostenlos zur Verfügung. Installateure und Planer können sich das Wissen auch in Kursen aneignen. Auf der Webseite von Minergie finden sich immer die aktuellen Daten. Durch den Besuch dieser Kurse kann die Minergie-Fachpartnerschaft erlangt werden. Damit finden Bauherren und Architekten kompetente Partner.

1. Hygiene Die Aussenluftfassung muss bei EFH mind. 0,7 m über Boden sein. Bei MFH 1,5 bis 3 m. Aussenluftfassungen in Lichtschächten müssen als Mangel ­bezeichnet werden. Die Zuluft muss mit einem Feinstaubfilter der Klasse F7 gereinigt werden. Sämtliche Anlagenteile müssen für Inspektion und ­Reinigung zugänglich sein. Verteilerkästen ohne Revisionsöffnungen darf es nicht mehr geben. 2. Angemessene Luftmengen Nicht überdimensionieren. In offenen Wohn-/Essbereich braucht es keinen Luftdurchlass. Bedarfssteuerungen sollen auch bei Mehrfamilienhäusern ­eingesetzt ­werden. 3. Schall Bei Kleinanlagen ist eine Berechnung schwierig. Hier soll man sich auf die ­A ngaben und Anforderungen von Systemanbietern verlassen. Das heisst, z. B. die Schalldämpfer einsetzen, die der Gerätelieferant vorschlägt. 4. Energie Moderne Geräte sind in der Regel energetisch gut. Die Luftgeschwindigkeit in den Zu- und Abluftleitungen der einzelnen Zimmer soll höchsten 2,5 m/s ­betragen. Dies führt zu einem kleinen Stromverbrauch und ist auch für den Schallschutz vorteilhaft. 5. Inbetriebsetzung und Betrieb Die Anlage muss vor der Inbetriebnahme auf Sauberkeit kontrolliert werden. Bei Bedarf ist eine Reinigung durchzuführen. Leider werden immer noch viele Anlagen nicht einreguliert, obwohl das in Normen klar verlangt wird. Die ­Einregulierung muss auch protokolliert werden. Benutzer und Betreiber ­müssen instruiert werden, damit sie die Anlage richtig verstehen und warten können.

Kann man bei einer objektiven Betrachtung den Spiess gegenüber den hartnäckigen Kritikern

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Der regelmässige Filteraustausch ist wichtig für eine einwandfreie Funktion.

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also umdrehen und sagen, dass die KWL – falls richtig geplant – auf die Gesundheit positive Einflüsse hat? Aber natürlich! Genau das muss die Komfortlüftung leisten! Die permanente Frischluftzufuhr dient am Tag einer besseren Konzentrationsfähig­ keit und sorgt in der Nacht für einen tieferen Schlaf, was wissenschaftlich erwiesen ist. Die Feinstaubfilter halten praktisch 100 % der Pollen zurück, was für Pollen-Allergiker (rund 20 % der Bevölkerung) eine Wohltat ist. Aber auch Hausstaubmilben-Allergiker profitieren: indem die Luftfeuchte einen kritischen Wert nicht mehr übersteigt, wird die Vermehrung von Hausstaubmilben ganz wesentlich reduziert. Zudem hält die Filterklasse F7 rund 30 – 50 % des Feinstaubs zurück. An exponierten Verkehrslagen ist dies ein wichtiger Gesundheitsfaktor. Und schliesslich nimmt auch die Lärmbelastung dramatisch ab, wenn in der Nacht die Fenster geschlossen bleiben. Ruhe ist bekanntlich auch eine wichtige Voraussetzung für die Gesundheit.

jährliche Sichtkontrolle zu empfehlen, was ein Fachmann, ein instruierter Hauswart oder ein interessierter Hauseigentümer vornehmen kann. Alle fünf Jahre gehört in jedem Fall ein Fachmann auf die Anlage, der entscheidet, ob eine Reinigung nötig ist. Dabei ist in der Regel allein die Abluftseite verschmutzt. Falls eine Reinigung nötig ist, erfolgt im Anschluss immer eine Messung des Luftstroms. Alle 10 Jahre sollte der Luftstrom auf jeden Fall gemessen werden. Je nach Lüftungsgerät ist nach 12 bis 25 Jahren mit einem Gerätewechsel zu rechnen (etwa im selben Intervall, in dem ein Kühlschrank ausgetauscht werden muss). Die Verteilleitungen weisen in der Regel eine Lebenszeit von 80 Jahren und mehr auf. Es ist dem Geschmack des Eigentümers überlassen, ob er für die geforderten Wartungsintervalle jeweils eine Fachfirma aufbietet oder ob er mit einer Serviceorganisation einen Servicevertrag abschliesst, womit die Kontrollen und Wartungsmassnahmen automatisch und unaufgefordert stattfinden.

Welche Anforderungen stellt eine KWL-Anlage im Hinblick auf die Wartung? Wichtig ist der regelmässige Filteraustausch. Je nach Produkt und je nach Exponiertheit der Lage erfolgt dies einbis dreimal jährlich. Zudem ist eine

Gibt es im KWL-Bereich technische Neuerungen – oder anders gefragt: Wie sieht die Zukunft dieser Technologie aus? Eigentlich kann man denken, die Technologie sei heute erfunden. Doch in einem Bereich gibt es zurzeit interes-

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sante Entwicklungen: jenem der Altbaumodernisierung. Es ist schwierig, in ein bestehendes Gebäude eine Luftverteilung einzubauen. Machen wir nun aber Fenster und Gebäudehülle dicht, wie dies energetisch sinnvoll ist, muss die Lüftung in der einen oder anderen Weise gewährleistet werden. Und hier deuten sich interessante Optionen an, zum Beispiel mit sogenannten aktiven Überströmern: Das System kommt mit weniger, im Extremfall sogar ohne wohnungsinterne Luftverteilkanäle aus. Der Zulufteinlass liegt im Korridor, die Abluft in Küche und Bad. Der Luftaustausch in den einzelnen Zimmern wird durch in die Türe ein­ gelassene Überströmer gewährleistet. Hier verzeichnen wir die ersten guten Pilotanlagen. Interessant sind auch die Entwicklungen bei Einzelraumgeräten. Ein Wettbewerb des Bundesamts für Energie hat hier zu einer Qualitätssteigerung bei Schall und Energie geführt. Ich meine, dass auch die Bedarfssteuerung an Bedeutung gewinnen wird. Das betrifft die wohnungsweise Steuerung bei zentralen Anlagen in Mehrfamilienhäusern, wie auch Lösungen für Einzelwohnungsanlagen. Neben der technischen Produkteentwicklung wird es Anstrengungen bei der Qualitätsverbesserung geben. Dieses und nächstes Jahr ist dies ein Schwerpunkt bei Minergie. Es wird aber auch nachher weitergehen. Das heisst mehr qualitative Kontrollen bei Komfortlüftungen in Minergie-Gebäuden, Schulung von Fachleuten und Promotion von Systemlösungen. Zum Schluss möchte ich hier eine Lanze für die schweizerische Komfortlüftungsbranche brechen. Bis vor etwa zehn Jahren waren wir eher ein Entwicklungsland und haben vor allem von nordischen Ländern gelernt. Unterdessen hat die Branche, zu der ich Systemanbieter, erfahrene Planer und Ausführende sowie unsere Fachhochschulen zähle, aber gewaltig zugelegt. Ich behaupte, dass wir nun zu den europaweit führenden Ländern gehören, was Qualität, Quantität und Innovation betrifft. Herr Huber, wir danken Ihnen herzlich für dieses Gespräch!


Dienstleistungsausbau mit Swissnet

Strategie in die richtige Richtung! Unter dem Projektnamen Swissnet hat Tobler seine Dienstleistungen gegenüber Installateuren, Planern und Architekten gezielt verstärkt, die Schnittstellen zur eigenen ­Serviceorganisation Sixmadun geklärt und auch die Dienstleistungen im Servicebereich erweitert. Nun ist das Projekt umgesetzt – Zeit für einen abschliessenden Blick.

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it einem gezielten personellen Ausbau und mit organi­ sa­ to­ rischen Verbesserungen setzte man alles daran, der Installateur-Kundschaft, den Planungspartnern und im Servicebereich auch den Anlageeigentümern die optimale Dienstleistung zu ermöglichen. Der Mut hat sich gelohnt, das Projekt wird abgeschlossen und der neu geprägte Dienstleistungsalltag bringt genau jene Resultate, auf die man gesetzt hat: Die Kunden sind vom Kompetenzausbau und der verstärkten Unterstützung begeistert. Dazu Thomas Greutert, Leiter Verkauf & Marketing und Sixmadun: «Unsere Neuerungen funktionieren genau deshalb, weil wir den Kompetenzausbau aus der Region heraus organisiert haben. Denn Dienstleistungsbereitschaft und Kundennähe sind die zwei Seiten der gleichen Medaille!» Urs Stäger, Leiter Zentrale Verkaufsbereiche, erläutert nochmals in knappen und klaren Worten die wichtigsten Fundamente des Projekts Swissnet: «Haustechnikplaner und Architekten waren seit jeher wichtige Partner, denn sie reden sowohl im Sanierungswie im Neubaubereich ein entscheidendes Wort mit, wenn es darum geht, welche Systeme zum Einsatz kommen. Bis vor Kurzem wurde dieses Publikum von unserem Aussendienst, der auch die Installateure betreut, bedient. Da die Haustechniksysteme stets komplexer werden und einiges an Spezialisierung erfordern, entschieden wir uns, in den Regionen verankerte Teams mit hoher Systemkompetenz aufzubauen, die ganz dem Planer und Architekten zur Verfügung stehen. Davon profitiert auch der Installateur, der den bestehenden Aussendienst und im Systemgeschäft erfahrene Spezialisten zur Verfügung hat.» Auch Sixmadun war von Anfang an in die Optimierung der Betreuungs-

strukturen einbezogen. Dazu Sixmadun Geschäftsleiter Thomas Mohler: «Unsere Disponenten wurden von allen weiteren administrativen Aufgaben entlastet und stehen nun einzig und allein im Dienst reibungsloser Einsatzpläne sowohl für den regulären Servicealltag wie für den Notfall. Zudem haben wir die Schnittstellen zum Installateur zur Zufriedenheit aller Partner geklärt: Ein Servicetechniker von Sixmadun zeichnet für die Inbetriebnahme verantwortlich. Danach ist Sixmadun gegenüber dem Anlageeigentümer ganz für den After-Sale-Service verantwort-

lich. Die Inbetriebnahme wird mittels Protokoll dokumentiert und dem Installateur mit den nötigen Infos zur Ver­ fügung gestellt. Einen zusätzlichen Schritt taten wir bei der Schulung der Servicetechniker, die – bereits vorher auf hohem Niveau – nochmals intensiviert wurde. Zudem werden basierend auf dem bestehenden Ausbildungs- und Erfahrungsniveau individualisierte Schulungspläne erstellt.» Nun sind die Verkaufsorganisation und der Kundendienst Sixmadun von Tobler auf absolutem Top-Niveau.

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Aus der Praxis 

In der Umwelt Arena Spreitenbach steckt viel Haustechnik von Tobler Die Umwelt Arena in Spreitenbach gehört zu den innovativsten Bauwerken der Schweiz. Die Ausstellungs- und Eventplattform für modernes und bewusstes Leben ist eine Idee des Bauunternehmers Walter Schmid, der sich seit 30 Jahren mit umweltrelevanten Themen beschäftigt. Die Tobler Haustechnik AG ist in der Umwelt Arena gleich mehrfach vertreten. Einerseits als Lieferant wichtiger Haustechnik-Komponenten, andererseits auch als Aussteller.

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um Handeln motivieren, das will Walter Schmid, der Initiant der Umwelt Arena, die am 24. August ihre Tore öffnet. Das innovative Bauwerk in Spreitenbach beherbergt unter seiner spektakulären Hülle, die gleich-

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zeitig die grösste gebäudeintegrierte Photovoltaikanlage der Schweiz ist, 25 erlebnisorientierte Ausstellungen zu den Themen Bauen, Finanzierung, Haustechnik, Mobilität, Energie, Haushalt, Ernährung und Recycling. Statio-

näre und temporäre Ausstellungen zeigen die effizientesten Systeme, Geräte und Technologien. Das Informationsund Kompetenzzentrum zu Energieund Umweltfragen ist aber nicht einfach Ausstellungsort, auch die Umwelt


Arena selber ist nach den Prinzipien höchster Energieeffizienz gebaut und mit dem Minergie-P-Standard ausgezeichnet. Der Betrieb des Gebäudes mit über 11000 m2 Nutzfläche wird CO2neutral sein. Tobler von Beginn weg mit dabei Tobler ist einer von 20 Fachpartnern, die einen Teil der Haustechnik-Produkte liefern konnten. «Wir haben in der Planungsphase klar definiert, welche Bedürfnisse die einzelnen Produkte abdecken müssen, und eine ganze Reihe von Anforderungen zusammengestellt», sagt Paul Rüedi, der für die Projektentwicklung und Koordination auf Seiten des Bauherrn verantwortlich ist. Schon während der Planung, die Mitte 2009 begann, war auch André Leder, der bei Tobler die Grossprojekte akquiriert und betreut,

mit von der Partie. «Zuerst ging es vor allem um die Lieferung der acht TLT Brandgasventilatoren BVD F400, die Tobler exklusiv in der Schweiz vertreibt», erzählt André Leder. Und Jörg Lewin, der bei der W. Schmid AG als Leiter Haustechnik tätig ist und in dieser Funktion auch für die Gesamtplanung der Haustechnik in der Umwelt Arena zuständig ist, ergänzt: «Ich habe bereits bei anderen Projekten gute Erfahrungen mit TLT-Geräten gemacht, und darum haben wir mit Tobler eine Kooperation vereinbart.» Breites Sortiment gab den ­Ausschlag Dass Tobler viel mehr in der Pipeline hat, als erstklassige und hocheffiziente Brandschutzprodukte, war den Verantwortlichen auf Bauherren- und Installateurseite schnell klar. Tobler bietet

Walter Schmid, Initiant Umwelt Arena Treibende Kraft hinter der Umwelt Arena ist Walter Schmid, der auch Inhaber des Bau- und Generalunternehmens Walter Schmid AG ist. Der Erfinder des Kompogas-Ver­ fahrens zur CO2-neutralen Energiegewinnung aus Bioabfällen beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit umweltrelevanten Themen und hat auch das erste Minergie-zertifizierte Mehrfamilienhaus der Schweiz realisiert.

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Sorgen für Sicherheit im Brandfall: die acht TLT Brandgasventilatoren von Tobler.

eine äusserst breite Produktpalette und darüber hinaus sämtliche Dienstleistungen: von der Beratung im Anfangsstadium über die schnelle Lieferung der Produkte bis hin zu Inbetriebnahme, Service und Wartung. Und so hat Tobler eine ganze Reihe von Produkten liefern können, mit denen die Umwelt Arena vom Keller bis zum Dach ausgestattet ist: Von den Sanitärprodukten vor der Wand und hinter der Wand in den Toiletten und Künstlergarderoben über Armaturen wie Kugelhähnen, Ventile, Volumenstromregler, VSH-Presssysteme in C-Stahl bis hin zu den acht Brandgasventilatoren auf dem Dach. Darüber hinaus steht eine Wärmepumpe im Ein-

Für René Klemenz, Gesamtprojektleiter auf Seiten der Cofely AG, ist die Umwelt Arena nicht das erste Projekt, bei dem er eng mit Tobler zusammenarbeitet.

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satz, die einerseits ihre volle Leistung erbringt und andererseits Ausstellungsobjekt ist. «Wir betreiben verschiedene Wärmeerzeuger als multivalente Anlage und können die Geräte bedarfsgerecht regulieren», sagt Jörg Lewin. Grundidee der Umwelt Arena ist es, den Besuchern Möglichkeiten aufzuzeigen, die einen direkten Praxis­bezug haben, die man anfassen, ausprobieren und erleben kann. Die Besucher – ob Fachleute oder Laien – sollen die Lösungen vergleichen, begreifen und daraus einen konkreten Nutzen für den Alltag ziehen können. Selbstverständlich entsprechen die gezeigten Geräte und Systeme dem State of the Art. Nebst der Wärmepumpe ist ein weiteres, seit Jahren bewährtes und nach wie vor höchst aktuelles Produkt von Tobler in der Ausstellung zu finden: Im Musterhaus «Sanierung» ist eine Fussbodenheizung R25 integriert, die zugleich Bodensanierung ist. Diese Flächenheizung hat sich zu einem Klassiker bei Sanierungen entwickelt und erfüllt auch heute noch höchste Ansprüche an Effizienz und Technologie. Schnelle Logistik «Alles aus einer Hand.» Dass dieser viel gehörte Ausspruch bei Tobler keine leere Versprechung ist, weiss auch Jörg

Lewin: «Tobler ist für uns in diesem Projekt nicht nur Lieferant, sondern bietet auch Beratung. Die Spezialisten von Tobler haben uns die Funktionsweisen der Geräte und Installationen erläutert und sind auch da, wenn es um die Inbetriebnahme, um Wartung oder Unterhalt geht.» Für René Klemenz von der Cofely AG, die für sämtliche Installationen der Tobler-Produkte verantwortlich ist, gibt es einen weiteren entscheidenden Vorteil, den die Zusammenarbeit mit dem langjährigen Partner Tobler bringt: «Auf grossen Baustellen sind die Termine oft knapp. Aus diesem Grund hat eine absolut prompte Lieferung höchste Priorität. Grosse Materiallager wollen wir nicht aufbauen, was bestellt wird, wird sofort verbaut.» Die schnelle Logistik von Tobler nach dem Motto «am Vorabend bestellt, am Folgetag geliefert» weiss René Klemenz im Alltag auf dem Bau zu schätzen. «Zudem hat Tobler einfach alles, was wir brauchen.» Die Bestellungen macht Cofely vorwiegend elektronisch über den e-Shop oder mit SAP, das bringt weitere Zeitersparnis und vereinfacht das Prozedere. Jörg Lewin fügt an: «Auf Baustellen läuft nicht immer alles rund, da ist es einfacher, wenn man nur einen einzigen Ansprechpartner hat. Und genau in diesen


Umwelt Arena

Die Sanitärprodukte hinter der Wand sind bereits in den Toiletten installiert und werden in Kürze mit den neuen Sanitärapparaten aus dem Tobler-Sortiment ergänzt.

Die Umwelt Area ist die zentrale Plattform für verantwortungsbewusste Anbieter und Käufer von Produkten, Systemen und Dienstleistungen, die Wert auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit legen. Unter einem Dach finden die Besucher alle Informationen und Produkte rund um das Thema «Umweltbewusst leben». Das Angebot deckt alle Bereiche des Alltags ab: von Ernährung, Haushalt, Freizeit und Ferien über Textilien und Mode bis hin zu Mobilität, Hausbau, Energieeffizienz und Ökonomie.

Facts & Figures Über 11000 m2 Nutzfläche davon: – 5000 m2 Dauerausstellungsfläche auf drei Etagen – 5300 m2 Wechselausstellungen und Event-Arena für 1500 P ­ ersonen – 400 m2 Konferenz-/Seminarräume – 350 m2 Gastronomie «Alles aus einer Hand»: Jörg Lewin (links) und Paul Rüedi (rechts) schätzen es, einen einzigen Ansprechpartner zu haben. Mitte: André Leder.

Fällen ist es extrem wichtig, auch kurzfristig Material bestellen zu können.» André Leder weiss, welche hohen Anforderungen ein Grossprojekt bei Tobler intern stellt: «Die jeweiligen Spezialisten bei uns werden nach Bedarf zugezogen. Die Umsetzung muss oftmals schnell gehen und erfordert einiges an Koordination.» Bis jetzt läuft der Bau der Umwelt Arena im vorgegebenen Zeitrahmen. Das wegweisende, innovative Projekt von Walter Schmid ist von nationaler Bedeutung. So wird denn auch die Eröffnungsrede am 23. August standesgemäss von Bundesrätin Doris Leuthard gehalten. Dass Tobler beim Bau der Umwelt Arena mit von der Partie ist, belegt, dass der führende Haustechnik-Anbieter in der Schweiz seinen Platz an der Spitze sehr wohl verdient.

Tobler Grossprojekte Bauherren stehen in engem Kontakt mit dem Architekten, dem Installateur oder dem Planer. Für sie ist die Tobler Haustechnik AG der erste Ansprechpartner, wenn es um Lösungen für die gesamte Haustechnik geht. Der Spezialbereich Grossprojekte der Tobler-Gruppe betreut Bauwerke von der ersten Planungsphase über die Beratung, bis zu Wartung und Service nach der Inbetriebnahme. Die Referenzliste lässt sich sehen: Rolex Learning Center, ETH Lausanne; Flughafen Dock B, Zürich; Stade de ­S uisse, Bern; Hotel Park Hyatt, ­Z ürich. Tobler in der Umwelt Arena Die Tobler Haustechnik AG ist nicht nur mit ihren Produkten im Gebäude der Umwelt Arena vertreten, sie ist auch mit einem eigenen Stand in der permanenten Ausstellung mitten im Geschehen. Thema des Standes ist die Systemtechnik: Tobler als zuverlässiger Partner mit einem lückenlosen Sortiment in der Haustechnik.

Die Eröffnung der Umwelt Arena für die Besucher findet am 24. August 2012 statt. www.umweltarena.ch

Cofely AG Cofely entwickelt und realisiert energieeffiziente und umweltfreundliche Lösungen für den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden und Anlagen. Als Unternehmen mit langer Tradition in der Schweiz optimiert Cofely sämtliche Supportprozesse und schafft so einen entscheidenden Mehrwert für seine Kunden. Damit leistet Cofely einen Beitrag für die Erhaltung unserer Umwelt und für die Lebensqualität kommender Generationen. Zu Cofely AG gehört das Unternehmen Caliqua AG. Cofely beschäftigt 1415 Mitarbeitende, davon sind 90 Lernende. Cofely ist Teil des Bereichs Energy Services von GDF SUEZ, einem der führenden Energiekonzerne der Welt. In 20 Ländern weltweit realisiert Cofely Lösungen, die es privaten Unternehmen und Institutionen der öffentlichen Hand ermöglichen, ihren Energiebedarf zu optimieren und gleichzeitig einen Beitrag zur Reduktion von Umweltbelastungen zu leisten. www.cofely.ch

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Aus der Praxis 

Ein Power-Duo für LandiGrossmarkt in Klingnau Die Luft/Wasser-Wärmepumpe SMLA-XP-60TU gilt derzeit als der leistungsfähigste Typ auf dem Schweizer Markt. In der neuen Landi Klingnau sorgen seit Anfang Jahr gleich zwei dieser Power-Wärmepumpen für massgeschneiderte Raumtemperaturen in den grosszügig dimensionierten Lager- und Einkaufshallen – eine Investition, die sich nicht nur hinsichtlich Heizkosten lohnt.

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ie Landi Klingnau ist nicht zu übersehen, wenn man vom malerischen Städtchen Klingnau flussabwärts fährt. Kein Wunder, immerhin ist der Neubau stolze 72 Meter lang, 30 Meter breit und 8 Meter hoch. Bei diesen Dimensionen macht es durchaus Sinn, dass die Bauherren bei der Beheizung nicht nur eine ökologische und effiziente, sondern auch eine wirtschaftliche Lösung suchten. Gas war vor Ort aber nicht vorhanden, und auch Öl aus diversen Gründen keine

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Option. Da eine Erdsonde aber den vorgegebenen Budgetrahmen überschritten hätte, suchte man nach anderen Möglichkeiten. «Nach eingehender Analyse empfahl man uns, zwei der besonders leistungsfähigen Luft/Wasser-Wärmepumpen des Typs SMLA-XP-60TU von Tobler einzusetzen», erklärt LandiGeschäftsleiter Wilhelm Enz, der uns beim Parkplatz empfängt. Die beiden Wärmepumpen, die seit Anfang Januar dieses Jahres in Betrieb sind, sorgen für rundum fröhliche Gesichter: «Die An-

lage schafft es, die ganz spezifischen Heizbedürfnisse unseres Grossmarktes abzudecken. Was natürlich besonders erfreulich ist: Die Investitionskosten waren moderat und die Betriebskosten bewegen sich auf konstant tiefem Niveau», bilanziert Wilhelm Enz. Kaskadenschaltung – für Wärme nach Mass Die hinter dem Gebäude aufgestellten Wärmepumpen wirken überraschend klein. Wie ist es möglich, dass diese


Die beiden Luft/Wasser-Wärmepumpen SMLA-XP-60TU in Kaskadenschaltung

beiden nur mannshohen Türme im Stand sind, die gigantischen Hallen im Inneren der Landi zu beheizen? Laut Roman Huber, Haustechnik-System­ berater bei Tobler, sind dafür mehrere Komponenten verantwortlich: «Die hohe Heizleistung von bis zu 60 kW pro Maschine erreicht die Anlage einerseits durch den eingebauten Hochleistungsverdampfer und durch das elektronische Expansionsventil. Dazu kommt, dass hier zwei Wärmepumpen hintereinander geschaltet sind, wobei jede Pumpe über zwei Stufen verfügt.» Diese sogenannte Kaskadenschaltung erlaubt es, nach Mass zu heizen, je nachdem, wie gross der Heizbedarf ist. Wie Roman Huber weiter erläutert, arbeitet die Anlage nach dem Master/ Slave-Prinzip. Für eine bestimmte Zeit übernimmt die erste Pumpe die Füh-

rungsrolle, während die zweite die Zusatzlast trägt. Danach wird automatisch gewechselt. Dies garantiert einen ausgeglichenen und somit schonenden Betrieb der modernen HochleistungsWärmepumpen. Obwohl die Master/ Slave-Anlage enorme Leistungen bringt, verursacht sie praktisch keinen Lärm. Für den flüsterleisen Betrieb sorgen zwei langsam laufende EC-Ventilatoren und eine frei schwingende VerdichterGrundplatte, die der Körperschallentkoppelung dient, d.h. Vibrationen verhindert. «Auch wenn hier auf der Rückseite des Gebäudes Lärm kein Problem wäre, schätzen wir diesen zusätzlichen Komfort», meint Wilhelm Enz dazu.

Kocher Heizungen Die Firma Kocher Heizungen aus Brugg wurde 1992 gegründet. Sie bietet eine umfassende Palette an Dienstleistungen im Bereich Heiztechnik. Dazu gehören die Planung und Projektierung von Objekten mit verschiedenen Anforderungen bezüglich der Wärmenutzung und -erzeugung sowie die fachmännische Installation der Anlage. Die ökologische Wärmeerzeugung bildet ein Kernpunkt jeder Projektierung. Je nach Bedarf werden Gas- oder Ölheizungen, Wärmepumpen, Fernwärme-, Solar- oder Holzheizungen eingesetzt. www.kocher-heizungen.ch

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Im Technikraum befindet sich unter anderem der Pufferspeicher. Er bildet eine neutrale Zone zwischen dem konstanten Wärmepumpen-Kreislauf und dem stark variierenden Heizsystem-Kreislauf.

Kältetest erfolgreich bestanden Sobald wir die Lagerhalle betreten, wird verständlich, warum man sich für eine Anlage in Aussenaufstellung entschied: jeder Quadratmeter hier wird intensiv genutzt, auch wenn der Raum riesig ist. Abgepackte Gartenerde, Harassen mit Most und Wein sowie übereinander gestapelte Säcke mit Holzkohle lassen kaum Platz, um mit dem Gabelstapler durchzukommen. Beim Übertritt in den deutlich stärker beheizten Ladenbereich zeigt Projektleiter René Senn hinauf zu den Luftheizapparaten an der Decke: «Während in der kühlen Lagerhalle lediglich ein Industrie-Luftheizapparat nötig ist, kommen hier 6 Komfort-Raumheizer sowie ein Türluftschleier zum Einsatz.» Einzig das Büro, das oberhalb des Einkaufsbereichs situiert ist, verfügt über Heizkörper. «Es ist schon eine Leistung, dass die zwei Hallen von nur zwei Wärmepumpen mit Wärme versorgt werden. Sogar während der Kältewelle im Februar 2012, als die Temperaturen über mehrere Wochen hinweg unter minus 10 °C fielen, bewies die Anlage, dass sie auch dann noch voll funktionsfähig ist. Etwas anderes haben wir auch gar nicht erwartet», bemerkt René Senn nicht ohne Stolz. Gerade im Lagerraum, wo konstant eine Tempera-

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tur von nur 5 °C herrscht, hätte auch nur eine geringe Abweichung nach unten äusserst negative Konsequenzen gehabt: Bei einem Ausfall der Heizung wären viele edle Tropfen der frostigen Kälte zum Opfer gefallen. Haustechnik-Beratung setzt Swissnetstrategie um Zum Schluss besuchen wir den erstaunlich kleinen Technikraum, der sich bei der Trennwand zwischen den

beiden Haupthallen befindet. Ausser dem Speichertank und dem kleineren Expansionsgefäss gibt es hier wenig zu sehen – lediglich ein paar isolierte Röhren und drei kleine weisse Kästchen springen ins Auge. Hier, an der Schnittstelle zwischen dem Wärmepumpenkreislauf und dem Heizsystemkreislauf, befindet sich laut Rolf Joachim, Systemberater bei Tobler, der Kaskadenregler. Temperaturfühler informieren diesen darüber, wo wie viel Wärme nötig ist. Dem entsprechend kann er die Leistung der Wärmepumpen regulieren. Sämtliche Daten werden permanent ausgewertet, sodass die Anlage immer den tiefst möglichen Stromverbrauch aufweist und eine effiziente Speicherbewirtschaftung möglich ist. Beim intensiven Gespräch über technische Details wird klar: Rolf Joachim und Roman Huber von Tobler sowie René Senn von Kocher Heizungen aus Brugg sind ein gut eingespieltes Team. Roman Huber dazu: «Als HaustechnikSystemberater ist für mich die enge Zusammenarbeit hier in Klingnau ein gutes Beispiel dafür, wie man die Swissnet-Strategie von Tobler ganz konkret umsetzen kann. Neben der Vermittlung unseres Produktewissens war es nämlich entscheidend, dass wir die Bedürfnisse des Kunden vor Ort analysierten und im Austausch mit dem regional verankerten Heizungsprofi René Senn blieben, den wir bereits von früheren Projekten her kennen.» Genau diese Strategie schuf letztlich die Basis für eine Lösung, die wohl Vorbildcharakter für andere Projekte dieser Grössenordnung haben wird.

Ein gut eingespieltes Team: René Senn von Kocher Heizungen aus Brugg (Mitte) mit Rolf Joachim, Systemberater Tobler (rechts), und Roman Huber, Haustechnik-Systemberater von Tobler (links).


Energiequelle Biogas – Abfälle effizient und ökologisch nutzen Biogas ist eine Energie mit Zukunftspotenzial. Es eignet sich für unterschiedliche Nutzung, vom Heizen übers Autofahren bis zur Stromproduktion. Wer sie zu Heizzwecken nutzen will, braucht keine Änderungen an der bestehenden Anlage vorzunehmen. Die von Tobler vertriebenen Junkers-Gasgeräte eignen sich auch für Biogas. Weitere Vorteile: Biogas ist beinahe CO2-neutral und unterstützt die Unabhängigkeit von Erdgas-Förderländern.

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ie Förderung von Biogas liegt im Trend. Das zeigt sich beispielsweise in der Entwicklung, die die Stadt Zürich zielstrebig vorantreibt. Bisher wurden die Küchenabfälle in der Stadt Zürich zusammen mit dem übrigen Abfall in zwei Kehrichtheizwerken verwertet. Ab 2013 sollen Küchenabfälle nicht mehr im Abfallsack landen, sondern zusammen mit pflanzlichem Gartenabfall eingesammelt und vergärt werden. Anschlies­ send wird es zu umweltfreundlichem Biogas aufbereitet und ins Erdgas-Netz eingespeist. Es kann zum Heizen, Kochen, Autofahren und zur Stromproduktion genutzt werden.

Erneuerbare Energie aus ­Abfallstoffen Biogas bietet zahlreiche Vorteile. Im Gegensatz zur Kompostierung weist die Vergärung eine positive Energiebilanz auf: Aus einer Tonne organischem Abfall können 100 m3 bis 160 m3 Biogas erzeugt werden, was etwa 65 bis 100 Li-

tern Benzin entspricht. Mittels Wär­ mekraftkopplung können daraus rund 170 kWh Strom und 340 kWh Wärme in Form von Warmwasser mit etwa 70 °C erzeugt werden. Nur etwa 10 % bis 20 % der Biogas-Energie werden für den Prozessenergiebedarf der Anlage aufgewendet. Die Hauptstrommenge wird ins Netz eingespeist. Nahezu CO2-neutraler Treibstoff Zudem ist Biogas nahezu CO2-neutral und unterliegt nicht der CO2-Abgabe. Die pflanzlichen Ausgangsstoffe zur Biogaserzeugung nutzen die Energie der Sonne und das Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre sehr effektiv zum Aufbau von Biomasse und zur Erzeugung von Sauerstoff. Damit schliesst sich ein natürlicher Kreislauf. Ansonsten verfügt Biogas über dieselben Vorteile wie Erdgas: Es weist einen hohen Anwendungskomfort auf, der Betrieb ist wartungsarm und die Verbrennung rückstandsfrei. Ausserdem wird auch kein zusätzlicher Lagerraum bean-

sprucht. Langfristig stärkt Biogas die Unabhängigkeit von Erdgas-Förderländern und leistet einen wichtigen Beitrag zur Reduktion des CO2-Ausstosses. Keine Investitionen bei der ­Heizanlage Wer für Heizzwecke von herkömmlichem Erdgas auf Biogas umstellt, muss keine Investitionen an der Anlage tätigen. So sind auch die Junkers-Geräte im Tobler-Sortiment Biogas-tauglich. Der Bezug und die Nutzung von Biogas sind für Nutzer von Erdgas sofort möglich – und zwar in der ganzen Schweiz. Der Gaslieferant ist dafür verantwortlich, dass die vorgeschriebenen Normen eingehalten werden. Die Biogas Zürich AG garantiert, dass die gekaufte Menge Biogas auch wirklich ins Erdgas-Netz eingespeist wird. Für die Biogas-Produktion verwendet das 2011 gegründete Unternehmen ausserdem keine nachwachsenden Rohstoffe, wie etwa Mais, die in Konkurrenz zu Nahrungsund Futtermitteln stehen.

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Aus der Praxis 

JET-FROST Zisternenbefüllung – ein Service mit Zukunftspotenzial Besuch beim Datacenter EBM in Münchenstein bei Basel. Zwei Speichertanks der firmeneigenen Server-Kühlanlage werden gerade von einem Zisternenwagen aus mit dem Kühlmittel JET-FROST befüllt. Die im Auftrag von Tobler angelieferte Glykolmischung sorgt in Zukunft für optimale Temperaturen im Serverraum und damit für mehr Sicherheit der eingelagerten Kundendaten. Der neue Lieferservice per Tankwagen bietet viele Vorteile für Tobler-Kunden.

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in Zisternenwagen steht vor einem mehrstöckigen Gebäude mitten in der Industriezone von Münchenstein. Neben dem Geräusch eines Kompressors fallen armdicke Schläuche am Boden auf, die von der Zisterne aus nach hinten in den Hauptraum führen. Zwei mehrere Meter hohe Speichertanks ragen an der Seitenwand bis zur Decke hinauf. «Diese beiden Tanks befüllten wir während der letzten zwei Stunden mit JET-FROST-N – einer Wasser /GlykolLösung, die speziell für Kühlanlagen entwickelt wurde», erklärt Stefan ­Affolter, Chef der gleichnamigen Firma

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aus Kerzers, die das Kühlmittel im Auftrag von Tobler neu auch per Tankwagen an Tobler-Kunden liefert. Befüllung per Tankwagen bringt Kundenzufriedenheit Die Nachfrage nach Glykol-Fertigmischungen von Tobler ist in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Kein Wunder, denn in immer mehr Heiz- und Kühlanlagen – in Solaranlagen, Erdsonden, Wärmepumpen oder in Kühlsystemen für Serverräume wie hier im Datacenter von EBM – benötigt man qualitativ hochwertige Wärmeübertragungsflüssigkeiten bzw. frostresistente Kühlmit-

tel, die genau auf die Bedürfnisse des jeweiligen Anlagentyps zugeschnitten sind. Aufgrund dieser Nachfrage bietet Tobler als neuen Service die Lieferung per Zisternenwagen an. Bei Anlagen mit einem Fassungsvolumen ab 6 000 Liter ist diese Lieferart die einfachste, schnellste und kostengünstigste Möglichkeit, Objekte mit dem speziell angefertigten Glykolgemisch zu befüllen. Felix Bernet, Produktmanager vom EBM Datacenter, beobachtet das Befüllprozedere vor Ort mit sichtlicher Spannung. «Der Service von Tobler ist wirklich einzigartig: Dank der professio­ nellen Befüllung sparen wir nicht nur


viel Zeit – auch die Entsorgung des Leergebindes fällt weg. Da das Kühlmittel bereits gemischt ist, erhalten wir auch einen Garantieanspruch auf das Produkt», erklärt Felix Bernet zufrieden. JET-FROST – das Herzblut der EBM-Serveranlage Felix Bernet weiss, weshalb es sich lohnt, bei der Wahl des Kühlmittels auf höchste Qualität zu setzen. Die in den mietbaren EBM-Serverräumen gelagerten Kundendaten erfordern ein absolut sicheres Kühlsystem, ein Ausfall wäre fatal. Kern der Anlage bildet deshalb ein weit verästeltes Netz von Röhren, das in Zukunft mit dem Produkt JET-FROST-N gespiesen wird und so auch bei Minustemperaturen zuverlässig funktioniert. Damit die in den Röhren zirkulierende Wasser/Glykol-Lösung ihre optimale Leistung bringt, sorgt eine Umwälzpumpe in den Speichertanks für eine ständige Durchmischung der Flüssigkeit. Ein besonderer Stellenwert kommt der Überwachung der Temperaturen zu. Kältefühler stimmen die Daten in den Tanks im Untergeschoss, in der Zentrale und den Serverräumen im 1. und 2. Stock sowie in der Rückkühl-Anlage auf dem Dach permanent aufeinander ab. Immer wenn im Serverraum mehr Kälte benötigt wird, beginnt der Kühlkompressor, die Flüssigkeit in den Speichertanks auf Vorrat herunterzuküh-

len. Über mehrfach geschaltete Kühl­ einheiten wird darauf abgekühlte Luft in den sogenannten Kaltgang im Serverraum gelassen. EBM setzt auf Energieeffizienz Sämtliche sicherheitsrelevanten Komponenten der Anlage sind doppelt vorhanden – von der Stromversorgung, über Zutrittsschleusen und Kälteeinspeisung bis hin zur gesamten Netzwerkkommunikation. Nebst der Sicherheit der Kundendaten ist bei EBM auch die Optimierung der Energieeffizienz ein zentrales Thema. Beim aktiven Herunterkühlen wird zwar immer Abwärme produziert, ähnlich wie bei der Aussenseite des Kühlschranks. Diese wird via Leitungen auf das Dach transportiert und dort abgeführt. Doch erst bei 17 °C und mehr Aussentemperatur setzen die Kompressoren ein, der Grossteil der benötigten Kälte wird durch die Aussenluft gewährleistet. Somit fällt der Stromverbrauch zur Kühlung der Anlage nur in Wärmeperioden hoch aus. Tobler-Service auch in Zukunft gefragt Auch wenn die Kunden von EBM kaum merken, welch komplexes Zusammenspiel von Produkten, Technik und Know-how es braucht, bis eine Kühlanlage funktioniert – Ivan Widmer von Tobler freut sich, dass das Datacenter EBM seinen Kunden Datensicherheit

auf höchstem Niveau gewährleisten kann, und dies nicht zuletzt dank dem erstklassigen Tobler-Service. Nach einem Rundgang durch die ganze Kühlanlage zieht Felix Bernet von EBM ein vorläufiges Fazit: «Der neuartige Tobler-Service bringt eine ganze Handvoll Vorteile. Vor allem sparen wir Zeit und Geld. Nicht nur jetzt beim Abfüllen, sondern auch langfristig, da das Kühlmittel perfekt auf die Anlage abgestimmt ist und somit auch die Sicherheit des Systems erhöht.» Mit seiner Hand zeigt Felix Bernet durchs Fenster zu einem grossen turmartigen Gebäude und erklärt: «In diesem momentan leerstehenden Industriekomplex planen wir in den nächsten Jahren weitere Serverräume. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir auch dort den Service von Tobler nutzen werden.»

Zum Unternehmen AFFOLTER Die Firma AFFOLTER mit Hauptsitz in Kerzers hat sich auf die Gebiete der «Schmierung» und «Wärmeübertragung» spezialisiert. Das 1996 gegründete Unternehmen verfügt über ein umfangreiches Sortiment an Spezialprodukten für die Kälte-, Bauund metallbearbeitende Industrie. Nebst Kältemaschinenölen und Metallbearbeitungsölen bietet AFFOLTER Frostschutzmittel sowie Wärmeübertragungsflüssigkeiten für sämt­ liche Anwendungen an. Alle Ethylensowie Propylenglykole sind als Konzentrat oder als Fertigmischung in den verschiedensten Gebindegrössen oder als Zisternenlieferung erhältlich. www.affolterchem.ch

Zum Unternehmen EBM

Im Inneren der Speichertanks sorgt eine Umwälzpumpe für eine ständige Durchmischung der Flüssigkeit.

Im Technikraum wird die Kühlflüssigkeit an die einzelnen Verbraucherstationen im Gebäude verteilt.

Das Unternehmen EBM ist seit 1897 im Energiesektor tätig. Die Geschäftsfelder umfassen heute die Bereiche «Strom und Netz», «Wärme», «Telecom und IT» sowie «Erneuerbare Energien und Elek­ troinstallationen». Neben ihrem Kerngeschäft Strom ist die EBM Marktführerin in der dezentralen Stromversorgung schweizweit sowie im süddeutschen und elsässischen Raum. www.ebm.ch

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Aus der Praxis 

Optimale Lösung dank gutem Teamwork Zwischen Wald und Flugplatz Emmen werden zwei Mehrfamilienhäuser mit 40 Mietwohnungen gebaut. Beheizt werden sie von zwei Pelletkesseln P4 von Fröling, die ihre Leistung bedarfsgerecht erbringen. Doch dass es zu dieser effizienten Lösung kam, mussten Installateur und Tobler am gleichen Strang ziehen.

A

n der Kolbenstrasse in Emmen entstehen derzeit zwei Mehrfamilienhäuser mit 40 Mietwohnungen. So richtig zum Leben erweckt wird die Überbauung mit dem Einzug der Bewohner im Juli und August. Obwohl die Wohnungen noch leer stehen, die Heizanlage im Keller hat ihre Arbeit bereits aufgenommen. Die 2-Kessel-Pelletanlage in Kaskade mit je 100 kW Leistung ist die erste Heizzentrale in diesem Leistungsbereich, die bis heute durch Tobler geliefert werden konnte. Ursprünglich geplant war eigentlich ein 200-kWSchnitzel-Heizkessel, der für die Verwendung von Pellets umgebaut werden sollte. Doch weder Installateur Markus

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Peter vom Sanitär- und Heizungsunternehmen Vinzenz Peter AG, Inwil, noch HLK Ingenieur Josef Moser, Inhaber der gleichnamigen Firma in Cham, waren ganz glücklich mit dieser Vorgabe des Bauherrn. Also suchten sie nach einer besseren Lösung und sties­sen in Zusammenarbeit mit Tobler auf den Pelletkessel P4 des österreichischen Branchenleaders Fröling. In intensivem Austausch mit dem Techniker von Tobler wurde ein Heizsystem ausgearbeitet, das gegenüber der Einkesselanlage mit diversen Vorteilen auftrumpfen kann: Die Fröling 2-Kesselanlage bietet einerseits eine höhere Betriebssicherheit, da das redundante System auch bei Revisionen oder bei einem Be-

triebsunterbruch weiterbetrieben werden kann. Auch für die Warmwasserproduktion – in einem Mehrfamilienhaus sehr wichtig – kann mit nur einem Kessel gefahren werden, wodurch sich grosse Stillstandverluste massiv re­ duzieren. Natürlich kann auch in der Übergangszeit im Frühling und Herbst leistungsoptimiert und energiesparend gefahren werden. Modulierender Betrieb bringt ­Effizienz «Die Anlage mit den beiden P4 bringt einige Vorteile in Bezug auf die Energieeffizienz», erklärt Markus Peter, der das 1968 vom Vater gegründete Geschäft heute führt. «Der Einsatz von


Vinzenz Peter AG Die Vinzenz Peter AG wurde im Jahr 1968 vom heutigen Verwaltungsratspräsidenten Vinzenz ­Peter gegründet. Geführt wird das Unternehmen heute vom mittleren der 3 Söhne, Markus Peter. Ebenfalls in der Geschäftsleitung sind Fabian Peter sowie Rita Peter. Mit der 2-Kessel-Anlage lässt es sich effizienter und sicherer heizen.

zwei Kesseln erlaubt es, die Leistung besser zu modulieren. Werden lediglich 90 kW benötigt, muss nicht ein 200-kWKessel auf Temperatur gehalten werden.» Die Geräte lassen sich von 24 kW bis auf ihr Maximum bei 200 kW bedarfsgerecht regeln. Aus diesem Grund und weil durch die verminderten Einund Ausschaltungen weniger Emissionen zu erwarten sind, können insgesamt bessere Abgaswerte gemessen werden. Kommunizierende Boiler «Die ganze Anlage ist massgeschneidert», erklärt Roman Huber, System­ berater bei Tobler. Dies war nötig, da der Heizraum sehr knapp bemessen war. Dank der Pelletaustragung mittels Saugschnecke lassen sich die beiden Kessel flexibel im Raum platzieren. Der 3000-Liter-Pufferspeicher mit dem Heizwasser musste vor dem Betonieren der Decke geliefert werden, da er nicht durch die Tür passt. In jedem Mehrfa-

milienhaus ist ein Boiler mit 2000 Litern platziert, verbunden sind sie mit einer Fernleitung. Um das Brauchwasser möglichst effizient zu erwärmen, sind sie so verschaltet, dass sie miteinander kommunizieren und nur so viel Leistung abrufen wie nötig. Die Anlage in Emmen ist nicht nur ein Musterbeispiel in Sachen effiziente Heiztechnik. Auch die Zusammenarbeit zwischen der Vinzenz Peter AG und ­Tobler ist wie immer hervorragend verlaufen. Dank einem bereichernden Aus­ tausch zwischen Markus Peter, Roman Huber, Systemberater Wärmeerzeugung Tobler, und Urs Leuenberger, Systemberater HLKS, der seit 16 Jahren die Regionen Luzern und Freiamt für Tobler betreut, war es möglich, die Bauherrschaft für die heute realisierte Lösung zu gewinnen. Alle Beteiligten sind überzeugt, mit dieser Anlage einen zukunftsweisenden Weg beschritten zu haben.

Kompetenzen: – Sämtliche Installationen im Bereich Sanitär-Heizung-Lüftung – Beratung für rationelle Energieanwendung in Wohn-, Dienstleistungs- und Industriebauten – Beratung, Planung und Ausführung von Umbauten oder ­Renovationen im Bereich SanitärHeizung-Lüftung – Service, Wartung und Instand­ haltung Die Vinzenz Peter AG steht für hohe Qualität, kompetente Beratung und termingerechte Ausführung zu einem hervorragenden Kosten-NutzenVerhältnis: Das Unternehmen bildet Lehrlinge aus und ist Mitglied in folgenden Berufsverbänden: – SBV (Schweizerischer Brunnenmeister Verband) – Suissetec (Schweizerischer Gebäudetechnikverband) – Anzahl Mitarbeiter: 14, davon sind 3 Lehrlinge

Gutes Teamwork hat zur besten Lösung geführt: Markus Peter, Geschäftsführer der Vinzenz Peter AG (Mitte), Roman Huber (links) und Urs Leuenberger (rechts).

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Aus der Praxis 

Hervorragende Heizleistung für Patrizierhaus und Neubau Seitdem wir in der Herbstausgabe 2011 über die Installation der Sole/Wasser-Wärmepumpe im altehrwürdigen Scheffelhaus in Seon berichtet haben, hat sich einiges getan: Der neben dem historischen Gebäude projektierte Neubau ist errichtet und wird bereits durch die benachbarte Wärmepumpe mit Energie aus dem Erdreich versorgt – unseren aktuellen Besuch vor Ort nutzen wir für ein vorläufiges Fazit.

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nsere wiederholte Visite beim Scheffelhaus im aargauischen Seon beginnt bereits mit einer äusserst positiven Überraschung: Der fertiggestellte Einfamilien-Neubau ist so geschickt in das bestehende Ensemble von Natur und Architektur eingebettet, dass man dessen Konturen in keiner Weise als störend wahrnimmt. Die Bauherrin Bea Sager empfängt uns auf der breiten Steintreppe vor der Türe, wo sich Roman Huber, Systemberater bei Tobler, mit dem verantwortlichen Installateur André Häusermann über die im Garten verlegten Wärmepumpensonden unterhält. Auch Wärmepumpen-Projekte beginnen zuerst im Kopf Beim Rundgang im Scheffelhaus rekapituliert André Häusermann, weshalb heute in diesem Keller eine Wärmepumpe in Betrieb ist, wo über Jahr-

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zehnte hinweg eine Elektrospeicherheizung stand. «Nachdem bereits länger klar war, dass die alte Heizung aus den Sechzigerjahren weder ökologisch noch ökonomisch war, entschloss man sich vor einigen Jahren dazu, ein neues Heizsystem anzuschaffen. Dieser erste Schritt war matchentscheidend, denn die wichtigste Phase bei jedem Wärmepumpen-Projekt ist der gedankliche Prozess im Kopf.» Danach standen bei der Familie Sager aus­ser Öl fast alle Optionen zur Diskussion. Nach eingehender Beratung entschied man sich für eine Sole/Wasser-Wärmepumpe des Typs SMS-XP-30ZE. Dies nicht nur, weil das landeigene Quellwasser für eine Wasser/Wasser-Wärmepumpe nicht ausreichte. Ebenso ausschlaggebend war die enorm hohe Leistung, die man mit diesem zweistufig laufenden Typ erzielen kann – schliesslich wusste man, dass nebst dem Brauchwasser

und den drei geräumigen Stockwerken des stattlichen Patrizierhauses in Zukunft auch noch der EinfamilienhausNeubau zu beheizen war. Erstklassiges Zeugnis für ­Anlagebetrieb im Altbau Während dem sich die ganze Gruppe in den grosszügig konzipierten Altbau begibt, erörtern wir mit der Bauherrin Bea Sager, welche Erfahrungen sie seit Inbetriebnahme der Wärmepumpe Ende September 2011 im historischen Gebäude gemacht hat. Wie hat die Anlage während der Kältewelle reagiert? Gab es Störfälle zu beheben oder Anpassungen, die gemacht werden mussten? Und wie steht es mit dem Handling der komplexen Anlage? Bea Sager antwortet auf alle Fragen der Reihe nach, immer mit einem Lächeln auf den Lippen: «Das System funktionierte selbst bei den anhaltenden Minustem-


Der traditionelle Kachelofen hat auch im neuen Heizkonzept des Scheffelhauses seinen festen Platz.

peraturen im Februar einwandfrei, und auch sonst hat sich die Anlage dank dem Wärmepumpen-Manager automatisch und problemlos an die Temperaturschwankungen angepasst. Mein Fazit: Aus meinen bisherigen Erfahrungen verfügen wir nun über eine Heizung, die keine hohen Rechnungen generiert und an die man weder im Alltag noch am Wochenende denken muss – für mich genau das Richtige!» Als sinnvolle Ergänzung nutzen Bea Sager und ihre Familie im Altbau manchmal auch die beiden mit Holz betriebenen Kachelöfen im ersten Stock. Doch die Zeiten, als die Temperaturen in diesen schwer isolierbaren Gemäuern förmlich in den Keller fielen, seien zum Glück jetzt definitiv vorbei. Optimale Neubaubeheizung dank regeltechnischer Präzisionsarbeit Der Kontrast zwischen Alt- und Neubau ist faszinierend. Dort heimelige Kachelöfen, hier klassisch-moderne Bodenheizung. Bedenkt man, dass rund 150 Jahre zwischen dem Baujahr des ersten und zweiten Gebäudes liegen, verwundert es wenig, dass der Leistungsanteil im Neubau nur knapp einen Fünftel gegenüber dem Altbau ausmacht. Anders als im Altbau, wo sich die Wärmepumpe und der Speicher befinden, stehen hier im Keller seit Ende November 2011 lediglich ein Boiler, ein kleiner Wärmetauscher sowie ein zweiter Wärmepumpenmanager in Betrieb, der mit der Anlage im Altbau kommuni-

ziert. Nach dem Besuch im eleganten Neubau zieht Roman Huber bezüglich dem ganzen Projekt seine Bilanz aus fachlicher Sicht: «Die präzise Analyse der Gesamtsituation in Zusammenarbeit mit André Häusermann war für den Erfolg dieses Projekts enorm wichtig. Bei der zusätzlichen Beheizung des Neubaus ging es weniger um die Frage, ob die Anlage genug Leistung bringen kann. Vielmehr war es eine Herausforderung, das Optimum unter Berücksichtigung maximaler Energieeffizienz herauszuholen. Und das, meine ich, ist uns sehr gut gelungen.» Der grösste Knackpunkt bei der ganzen Berechnung bot laut Roman Huber aber das altehrwürdige Scheffelhaus. Die alten Mauern, die grosse Kubatur, die Holzböden … all das entspreche nicht einem modernen Wohnstandard und biete deshalb viele Unwägbarkeiten. Nachdem wir uns bei der Bauherrin verabschieden, folgt Roman Hubers persönliches Statement: «Mich freut es umso mehr, dass das ganze Projekt zur grössten Zufriedenheit aller Beteiligten zu Ende gebracht werden konnte – zumal die Bauherren doch eine höhere Startinvestition zu leisten hatten als es bei einem normalen Einfamilienhaus der Fall ist.»

Der kompakte Wärmetauscher neben dem Boiler sorgt für maximale Energieeffizienz auch im Neubau.

Anlagedaten Heizung und Warmwasser für Scheffelhaus und Neubau: – 1 Sixmadun Sole/Wasser-Wärmepumpe SMS-XP-30ZE, – Erdsondentiefe 3 x 180 m – 1 Energiespeicher PU 8-8T, 850 l in Altbau – je 1 Standboiler B500 ELT in Altbau und Neubau – Steuerung WPM 2007 im Altbau und 1 Fernbedienung im Neubau

André Häusermann, Heizung-Sanitär, Seon Die Seoner Firma mit zwei Mitarbeitern übernimmt die Planung und Ausführung von Heizungs- und Sanitäranlagen. Der Inhaber und Geschäftsführer André Häusermann ist HLK-Ingenieur HTL und gelernter Heizungsmonteur. Zudem ist er Minergie-Fachpartner und nimmt Zertifizierungen vor. www.die-heizungsinstallateure.ch

Informationen zum Scheffelhaus sowie zum dortigen Bed&Breakfast-Angebot finden Sie unter: www.seetaltourismus.ch

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Fachbeitrag 

Gefahr der Vereisung im Wärmetauscher der KWL-Anlage im Winter Bei Minustemperaturen können Wärmetauscher vereisen. Erdwärmetauscher und ­Defrosterheizung schliessen eine Vereisung weitgend aus und erhöhen gleichzeitig den Wohnkomfort. Von Stefano Zonzini * Weshalb besteht eine Vereisungs­ gefahr des Wärmetauschers? Die Aussenluft, die im Winter – je nach Aus­ sentemperatur mit bis zu minus 10 °C und tiefer – angesogen wird, muss vorgeheizt werden, da ansonsten der Wärmetauscher auf der Abluftseite einfrieren kann. Die Abluft ist viel wärmer als die kalte und trockene Aussenluft und trägt daher viel mehr Wasser mit sich, das an den kalten Tauscherflächen kondensiert und gefrieren kann. Die Abtauautomatik überwacht die Temperaturen im KWL-Gerät und übersteuert im Vereisungsfall die automatische Bypassklappe und Ventilatorsteuerung. Der Aussenluftvolumenstrom wird reduziert oder ganz abgestellt, bis die Vereisung aufgetaut ist. Dieser Betriebszustand, der in den Wintermonaten auftreten kann, kann dazu führen, dass während der Abtaufunktion im Wohnbereich ein Unterdruck entsteht.

1. Luft-Erdwärmetauscher – Erdregister-Typ : Verlegt im umlaufenden Erdreich – Erdregister-Typ : Verlegt in der Baugrube des Gebäudes – Erdregister-Typ  (wenn Typ  +  nicht möglich): Verlegt unterhalb des Fundamentes/der Bodenplatte des ­Gebäudes Verlegebeispiel

4 2   3

Info: Die Abtaufunktion ist geräteabhängig. Nachfolgende drei Möglichkeiten schliessen unter anderem eine Vereisung des Wärmetauschers weitgehend aus und erhöhen den Wohnkomfort.

2

4

1

1

5

1 Gefälle der Register-Leitungen 2 – 3 °

Erdwärmetauscher/Register Beim Erdwärmetauscher unterscheiden wir zwischen dem Luft-Erdwärmetauscher und dem Sole-Erdwärmetauscher. Mit beiden Erdwärmetauschern kann im Winter die Aussenluft vorgewärmt und die Vereisung der WRG weitgehend ausgeschlossen werden. Im Sommer wird die warme Aussenluft leicht abgekühlt. Der Kühleffekt darf allerdings nicht überschätzt werden, da die zur Verfügung stehenden Luftmengen sehr begrenzte Leistungen zulassen.

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2 Aussenluft-Anschluss (AUL) 3 Kondensat-Ablauf 4 Aussenluft-Fassung 5 Sickerleitung

Info: Mass Abstand zur Erdoberfläche, Empfehlung: 150 – 200 cm. Ein sinnvoller Wärme- bzw. Kältegewinn wird erst ab ca. 150 cm Tiefe erzielt. Mass Abstand der Erdre­ gisterrohre: 5-facher Rohrdurchmesser (800 mm bei DN160)


2. Sole-Luft-Erdwärmetauscher Der Sole-Erdwärmetauscher kann dazu verwendet werden, mittels Vorwärmen der Aussenluft das Vereisen von Wohn­ raumlüf­tungsanlagen zu verhindern. Das Register kann weiterhin zum Abkühlen der Aussenluft bei ho­hen Aussentemperaturen verwendet werden. Es muss dazu in der Aussen­luftZuführung an­geordnet sein. Verlegebeispiel

Die Sole-Erdleitung besteht aus einem Rohrnetz, das in einer Tiefe von ca. 1,5 bis 2,0 Metern in das Erdreich verlegt wird. Mittels einer Pumpe zirkuliert die Sole (Glykol-Wasser-Gemisch) in einem geschlossenen Kreislauf. Vom Erdreich wird die Energie von der Sole aufge­ nommen/abgegeben und fliesst durch das Soleregister. In diesem wird die Aussenluft temperiert und als Zuluft zum Gerät für die kontrollierte Wohnraumlüftung geführt.

3. Elektro-Defroster/Vorwärmer Die Defrosterheizung ist eine in die Aussenluftleitung integrierbare Zusatzkomponente für alle Lüftungsgeräte und Wärmetauscher. Sie dient dazu, das Gefrieren des auf der Abluftseite des Wärmetauschers auftretenden Kondensates zu verhindern. Um dies zu gewährleisten, darf die Luft im Abluft-Fortluft-Trakt des Wärmetauschers nicht unter den Gefrierpunkt sinken. Um die Frostschutzmassnahme an die wechselnden ZUL Bedingungen von Aussenund Fortluft anzupassen, FOL wird die Temperatur ständig erfasst und ausgewertet. Sinkt z. B. die Temperatur der Fortluft auf einen WT Wert unter 1 °C (Vereisungsgefahr), wird die Aussenluft so lange erwärmt, bis die ABL Temperatur der Fortluft den AUL kritischen Wert übersteigt. Je nach Steuerung kann Defroster (optional) auch nur die Aussenlufttemperatur überwacht werden, die dann den Defroster ansteuert. Der Defroster bildet mit der eigens dafür konzipierten Regelung eine Einheit und ist mit den entsprechenden Sicherheitskomponenten ausgerüstet. Einbaubeispiel

Info: Für Bauten im Minergiestandard sind die Grenzwerte im Energieverbrauch zu beachten resp. einzuhalten. Der Fachplaner/Architekt erstellt in diesem Zusammenhang eine individuelle Energiebilanz.

Info: Bei kalter Aussenluft ent­steht Kondensat, das am Sole-Register abzuführen ist. In unserem nächsten Fachbeitrag erfahren Sie alles zum Thema Heizungswasserbefüllung. * Stefano Zonzini ist seit Juli 2011 als Sachbearbeiter Product Manager bei der Tobler Haustechnik AG für den Bereich KWL verantwortlich. Zuvor war er bei der ­Tobler System AG als Projektleiter für kontrollierte Wohnungslüftungen tätig.

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Sixmadun SMLI-XP-TES: Die neue Luft/Wasser-Wärmepumpengeneration Erhöhte Energieeffizienz und ein leiser Betrieb sind nur zwei Vorteile der neuen ­Sixmadun Luft/Wasser-Wärmepumpengeneration TES. Die Produkterweiterung bringt weitere Pluspunkte mit sich – ein Überblick. Tobler hat das Sortiment der Sixmadun Wärmepumpen um die Baureihe TES ergänzt. Die neuen Luft/Wasser-Wärmepumpen sind noch effizienter und leiser im Betrieb und bieten optimalen Komfort. Die Regelung WPM 2007 für die Wärmepumpen-Heizungsanlage eignet sich zur Installation in frostfreien Räumen. Das grosse abnehmbare und hintergrundbeleuchtete LC-Display erlaubt eine zeitgesteuerte Absenkung und Erhöhung der Heizkennlinien und verfügt über Zeitfunktionen für die bedarfsgerechte Warmwasserbereitung über die Wärmepumpe.

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Die Betriebsart «Bivalent regenerativ» dient der Kom­bination der Wärmepumpe mit weiteren erneuerbaren Energien wie Holz oder Solar. Ein automatisiertes Programm erlaubt das gezielte Trockenheizen des Estrichs. Hohe Leistungszahlen erreichen die neuen Maschinen durch einen für den Heizbetrieb optimierten Verdampfer und eine energieeffiziente Abtauung durch Kreislaufumkehr. Fernschaltungs- und Fernüberwachungsmöglichkeiten sind über Modbus, LAN und KNX/EIB Erweiterungsmodule möglich.


Luft/Wasser-Kompaktwärmepumpe SMLIK-XP-8TES für ­Innenaufstellung Der praktische Vorteil der Luft/ Wasser-Wärmepumpe SMLIKXP-8TES für Innenaufstellung liegt genau wie beim Vorgängermodell SMLIK-XP-8E/EL hauptsächlich in der Kompaktbauweise, die eine einfache, schnelle und sichere Installation ermöglicht. Die Einbaumasse sind die gleichen wie beim Vorgängermodell. Die 90°-Luftumlenkung der SMLIK-XP-8TES erlaubt die Eckplatzierung im Gebäude ohne zusätzliche Luftkanäle. Für noch mehr Flexibilität bei der Aufstellung sorgt die Luftführung im Gerät. Mit wenigen Handgriffen kann der Luftausblas der Wärmepumpe vor Ort von rechts auf links geändert werden. Die Schalloptimierung wird durch den geräuscharmen Axialventilator und den schwingungsentkoppelten Verdichter erreicht. Die Produkterweiterung befähigt die neue SMLIK-XP8TES durch die Verwendung des Kühlmittels R 410A zu höheren Vorlauftemperaturen von bis zu 60 °C. Bei einer Aussenlufttemperatur von – 10 °C werden noch Vorlauftemperaturen von bis zu 53 °C erreicht. Ausserdem kann der Mindestvolumenstrom mittels eines Durchflussschalters überwacht werden und so den Wärmepumpen-Betrieb dauerhaft sichern. Ein grosser Pluspunkt ist die energieeffiziente Arbeitsweise dieser Wärmepumpe: eine elektrisch geregelte, integrierte Umwälzpumpe der Energieeffizienzklasse A sorgt für eine noch höhere Ressourceneinsparung. Die werkseitig eingebaute Heizungsumwälzpumpe erfüllt alle Kriterien und Anforderungen der ab 2013 europaweit geltenden Öko­ design-Richtlinie, die für eine verbesserte Energieeffizienz und allgemeine Umweltverträglichkeit von energieverbrauchsrelevanten Produkten steht. Der COP-Wert konnte im Vergleich zum Vorgängermodell SMLIK-XP-8E/EL noch gesteigert werden. Die Vorteile auf einen Blick: – Vorlauftemperaturen von max. 60 °C bis zu einer Aussentemperatur von 0 °C –E  ckaufstellung auch ohne Kanäle möglich (Lippendichtungen im Lieferumfang der WP) – Interne elektronisch geregelte Umwälzpumpe (Effizienzklasse A) –G  eräuscharmer Betrieb durch Axialventilator und schwingungsentkoppelten Verdichter –D  urchflussschalter und Schmutzfänger serienmässig zur Erhöhung der Betriebssicherheit –U  mkehrung der Luftführung mit wenigen Handgriffen vor Ort möglich –G  leiche Einbaumasse wie Vorgängermodell SMLIK-XP-8E – Integrierte Heizungskomponenten (Pufferspeicher mit Elektroheizeinsatz, Ausdehnungsgefäss,…) zum direkten Anschluss an das Heizsystem –H  eizleistung/Leistungszahl nach EN 14511 A2/W35: 6,6 kW / 3,5 (COP)

Luft/Wasser-Wärmepumpe SMLI-XP-9TES, 11TES und 16TES für Innenaufstellung Um möglichst wenig Platz im Keller zu beanspruchen, lassen sich die Wärmepumpen SMLIXP-9TES–16TES einfach auf dem dazu passenden Unterstellspeicher installieren. Die Einbaumas­se sind die gleichen wie bei den Vorgängermodellen. Die 90°-Luftumlenkung der SMLI-XP-9TES erlaubt die Eckplatzierung im Gebäude ohne zusätzliche Luftkanäle. Für noch mehr Flexibilität bei der Aufstellung sorgt die Luftführung im Gerät. Mit wenigen Handgriffen kann der Luftausblas der Wärmepumpe vor Ort von rechts auf links geändert werden. Die Schalloptimierung wird durch den geräuscharmen Axialventilator und den schwingungsentkoppelten Verdichter erreicht. Die Produkterweiterung befähigt die neue SMLI-XP9TES – 16TES durch die Verwendung des Kühlmittels R 410A zu höheren Vorlauftemperaturen von bis zu 60 °C. Bei einer Aussenlufttemperatur von – 10 °C werden noch Vorlauftemperaturen von bis zu 53 °C erreicht. Zur Heizungsunterstützung verfügen die Wärmepumpen serienmässig über einen integrierten Elektroheizeinsatz. Aus­ serdem kann der Mindestvolumenstrom mittels eines Durchflussschalters überwacht werden und so den Wärmepumpen-Betrieb dauerhaft sichern. Die jeweiligen COP-Werte wurden im Vergleich zu den entsprechenden Vorgängermodellen SMLI-XP-9E/EL, SMLI-XP-11E/EL und SMLI-XP-16E/EL noch gesteigert. Die Vorteile auf einen Blick: – Vorlauftemperaturen von max. 60 °C bis zu einer Aussentemperatur von 0 °C – Eckaufstellung nur für SMLI-XP-9TES ohne Kanäle möglich (Lippendichtungen im Lieferumfang der WP) – Schalloptimiert durch geräuscharmen Axialventilator und schwingungsentkoppelten Verdichter – Durchflussschalter und Schmutzfänger serienmässig zur Erhöhung der Betriebssicherheit – Eingebaute Rohrheizung nutzbar als Reserve für den Heizbetrieb – Umkehrung der Luftführung mit wenigen Handgriffen vor Ort möglich – Gleiche Einbaumaße wie Vorgängermodell SMLI-XP-9E, SMLI-XP-11E, SMLI-XP-16E – Heizleistung / Leistungszahl nach EN 14511 SMLI-XP-9TES: A2/W35: 6,6 kW / 3,5 (COP) SMLI-XP-11TES: A2/W35: 8,3 kW / 3,6 (COP) SMLI-XP-16TES: A2/W35: 12,6 kW / >3,2 (COP)

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EC-Eulenflügel-Ventilator: Innovative Aerodynamik von der Natur übernommen, gepaart mit altbewährter ­Flugzeug-Technik Der neue Ventilator in den Sixmadun SMLA-XP-TUWärmepumpen für Aussenaufstellung bietet eine verbesserte Akustik, einen besseren Flügelwirkungsgrad und eine geringere Stromaufnahme. Bereits bei der Entwicklung von Luft-/Wasser-Wärmepumpen setzten die Hersteller auf schalloptimierte Ventila­ toren mit möglichst natürlichen Luftgeräuschen. Bei der Sixmadun SMLA-XP-TU-Baureihe beispielsweise sind die Rotorblätter der Form von Eulenflügeln nachempfunden, um besonders geräuscharm und dabei natürlich klingend zu arbeiten. Bei Hocheffizienz-Wärmepumpen der SMLAXP-TU Generation kann der Ventilator durch die gross­ zügig dimensionierten Wärmetauscher um ca. 30 % langsamer laufen und reduziert dadurch zusätzlich die Schall­ emission.

Die Schalldruckpegel unserer Geräte im Überblick: Wärmepumpentyp SMLA-XP-6TU SMLA-XP-9TU SMLA-XP-12TU SMLA-XP-17TU SMLA-XP-25TU SMLA-XP-40TU SMLA-XP-60TU

Schalldruckpegel in 10 m Entfernung 29 dB (A) 30 dB (A) 32 dB (A) 37 dB (A) 40 dB (A) 43 dB (A) 50 dB (A)

1 W inglet 2 Bionik 3 Profilierter Flügel 4 Sichelung

4

3 1 2 Aufbau und Funktion Wie bei einem Eulenflügel wird auch am Ventilator durch die gezackte Abström-Kante die Flügel-Abströmung ­verbessert. Dadurch werden Abströmwirbel verkleinert und die Schallabstrahlung reduziert. Vorteile: – Optimale Strömung über einen weiten Betriebsbereich – Verbesserte Akustik – Geringere Stromaufnahme – Besserer Flügelwirkungsgrad

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Winglet Als Winglet wird die abgewinkelte Flügelspitze bezeichnet. Bei Flugzeugtragflächen wird diese Konstruktion ­bereits seit Jahren eingesetzt. Das Winglet verbessert die Strömungseigenschaften.


Installationssockel, 500 mm hoch, mit Einbauraum für Kondensatpumpe oder Neutralisationsbox

Neuer Installationssockel: Die Gas-Brennwertgeräte von Cerapur mit Bodenhaftung Zwei neue Zubehörteile bringen die gesamte Baureihe Cerapur auf den Boden. Denn die Gas-Brennwertgeräte, die bisher ausschliesslich an der Wand montierbar waren, lassen sich neu auch auf dem Boden installieren. Ab sofort gibt es zwei neue Zubehöre für die wandhängenden Gas-Brennwertgeräte der Baureihe Cerapur. Damit ­stehen im Leistungsbereich 3 – 42 kW neu bodenstehende Gerätevarianten zur Verfügung. Das bedeutet eine noch ­g rössere Angebotsvielfalt und höchste Flexibilität bei der Planung und Installation. Mit der Entwicklung eines Standsockels haben die Cerapur-Geräte den Weg vom Wand- zum Standgerät gemacht. Dies, weil die Wandinstallation nicht immer möglich ist und bei der Modernisierung sehr häufig bodenstehende Kessel in bestehende Heizsysteme eingebunden werden müssen. Sämtliche Vorteile auf einen Blick: – Sockellösung ermöglicht bodenstehenden Einsatz aller wandhängenden Cerapur-Geräte mit 440 mm Breite. – Design fügt sich harmonisch in das bestehende Produktprogramm ein. – Sockellösung benötigt ca. 44 % weniger Stellfläche im ­Vergleich zu einem bodenstehenden Gas-Brennwertkessel von Junkers. – Zwei Installationsmöglichkeiten: Sockel mit 500 mm oder flacher Sockel mit 87 mm Bauhöhe.

–H  ervorragende Kombinationsmöglichkeiten mit Junkers Solarsystemen durch neue Reglergeneration mit Solar­ Inside-ControlUnit. – Erstmalig können auch Kombigeräte (ZWB) als boden­ stehende Kessel eingebaut werden. Innenansicht: Gas-Brennwertgerät Cerapur mit ­Installationssockel, 500 mm hoch Wartungsfreundlich durch gute Zugänglichkeit aller Komponenten von vorne in angenehmer Arbeitshöhe Einbaumöglichkeit z.B. für Kondensatpumpe KP1, Kondensatpumpe KP 600 mit integrierter Neutralisationsbox oder Neutralisationsbox NB 100 Montagefreundlich durch kreuzungsfreien Anschluss der Rohrleitungen. Der Geräteanschluss kann je nach Einbausituation rechts, links, oben oder nach hinten erfolgen. Einstellbare Füsse

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Die Hydraulik wird dynamisch: Die Regulierventile Cocon Q von Oventrop Die Cocon Q Regel- und Regulierventile vereinen zahlreiche Vorteile in sich. Sie sind in unterschiedlichsten Abmessungen erhältlich und mit mehreren Ventilfunktionen kombinierbar. Zudem überzeugen sie durch beste Materialqualität. Die Ventile der Baureihe Cocon Q sind kombinierte Regelund Regulierventile mit automatischer, differenzdruckunabhängiger Durchflussregelung. Sie bestehen aus einem Durch­ flussregler, dessen Sollwert mittels eines frei zugänglichen Handrades eingestellt wird, und einem Regulierventil. Das Regulierventil kann je nach Dimension mit Stellantrieben, Temperaturreglern oder Handregulierköpfen betrieben werden. Vorteile: – konstante, hohe Ventilautorität – das Ventil arbeitet differenzdruckunabhängig – Kombination mehrerer Ventilfunktionen – dynamischer, hydraulischer Abgleich erfordert lediglich die Einstellung des gewünschten Durchflusswertes

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– k leine Abmessungen – eingestellter Sollwert auch bei aufgesetztem Stellantrieb und unterschiedlichsten Einbaulagen gut ablesbar – Voreinstellungen mittels Plombierung blockierbar und ­gegen Verstellung geschützt – auch bei Anlagenerweiterungen bzw. -veränderungen muss die Einstellung der bereits eingebauten Ventile nicht angepasst werden – Anlageteile können in der Werkstatt vormontiert und die dabei eingebauten Ventile bereits auf die entsprechenden Durchflusswerte eingestellt werden – Materialien genügen höchsten Qualitätsansprüchen


Die Voreinstellungen können plombiert und vor Verstellen geschützt werden.

Auch bei aufgesetztem Stellantrieb können die gewünschten Sollwerte von Hand eingestellt werden.

Der Sollwertbereich der Armatur ist direkt auf dem Handrad aufgedruckt.

Die Sollwerte können ohne Umrechnung direkt und in praktisch jeder ­Montagelage abgelesen werden.

Es steht ein breites Sortiment unterschiedlicher Dimensionen (DN15 – DN150), Regelbereiche (30 l/h – 150 m3/h) und Ausführungen (verschiedene Gewinde oder Flansch) für den dynamischen hydraulischen Abgleich bereit. Zusätzlich bieten sie die Möglichkeit, die Temperatur von Verbrauchern oder An­ lageteilen in Heizungs,- Klima- oder Kühlanlagen zu regeln.

Cocon QFC (Gewindeventile DN 15 – DN 32) Gehäuse aus entzinkungsbeständigem Messing, Dichtungen aus EPDM bzw. PTFE, Ventilspindel aus nichtrostendem Stahl. Die Ventile der Baureihe Cocon Q besitzen eine linear verlaufende Kennlinie. Das ist vorteilhaft bei der Verwendung von Stellantrieben mit ebenfalls linearem Hubverhalten über Steuerspannungen oder Bus-Systeme. Durch die Messung und das Einstellen des Regeldruckes am ungünstigsten gelegenen Ventil kann die Anlage sehr ­effizient optimiert werden. Alle Ventile sind hierzu mit den entsprechenden Messventilen erhältlich. Die Messung erfolgt mit dem bekannten Oventrop Messsystem «OV-DMC2» oder einem anderen geeigneten Differenzdruckmessgerät.

Cocon QFC (Flanschventile DN40 – DN150) Gehäuse aus Grauguss, Dichtungen aus EPDM bzw. PTFE, Innenteile aus entzinkungsbeständigem Messing, ­wartungsfreie Spindelabdichtung durch doppelten O-Ring. Cocon QTR (Gewindeventile DN 40 – DN50) Gehäuse aus Rotguss, Dichtungen aus EPDM bzw. PTFE, Innenteile aus entzinkungsbeständigem Messing, ­wartungsfreie Spindelabdichtung durch doppelten O-Ring.

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Die neuen Grundfos-Pumpen: Profitieren Sie schon heute von morgen Energiefressern geht es an den Kragen: Ab 1. Januar 2013 dürfen Pumpenhersteller nur noch elektronisch geregelte Hocheffizienzpumpen auf den Markt bringen. Das schreibt die ErP-Richtlinie vor (siehe Box). Warum also nicht jetzt schon auf die Energiesparer von Grundfos setzen, bei denen die Zukunft bereits eingebaut ist? Ein Gewinn für alle Zögern Sie nicht, wenn Sie Ihren Kunden einen Vorsprung verschaffen wollen: Entscheiden Sie sich für die hocheffizienten Umwälzpumpen von Grundfos. Denn damit schlagen Sie mehrere Fliegen mit einer Klappe. Während Ihre Mitbewerber noch gebannt aufs Jahr 2013 blicken, sind Sie längst im ­Geschäft und zwar mit hochwertigen Pumpen, die entscheidende Vorteile bieten: Ihr Kunde spart bares Geld, denn gegenüber ungeregelten haben die hocheffizienten elektronisch geregelten Pumpen von Grundfos einen bis zu 80 Prozent geringeren Stromverbrauch. In zwei bis drei Jahren ist die Investition bereits amortisiert. Unter dem Strich profitieren also alle: Sie, Ihre Kunden und nicht zuletzt die Umwelt.

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Der Zeit weit voraus Mit der Installation einer Grundfos Umwälzpumpe gehen Sie auf Nummer sicher und noch einen Schritt weiter. Denn die Pumpen der Baureihen ALPHA2 für Ein- bis Zweifamilienhäuser und MAGNA für grössere Gebäude erfüllen nicht nur die Richtwerte für 2013: Sie liegen sogar deutlich unter den noch strengeren Anforderungen, die ab 2015 gelten! Die vor Kurzem neu lancierte MAGNA3 markiert dabei die Spitze – sie ist die Umwälzpumpe mit der höchsten Energieeffizienz ihrer Art. Ein weiterer Pluspunkt ist ihre äusserst einfache ­Installation.


Grundfos erfüllt die strengen Anforderungen von 2015 schon heute

Die Hocheffizienzpumpen von Grundfos machen das mühsame manuelle Einstellen überflüssig: Dank intelligenter Funktionen wie AUTOADAPT oder FLOWADAPT passen sich die Pumpen in den meisten Fällen automatisch den Anlagebedingungen an. Der Markt ist riesig Experten schätzen, dass rund die Hälfte aller installierten Heizungspumpen veraltet ist. Ein riesiges Potenzial und eine grosse Chance für Sie. Warten Sie nicht länger und schalten Sie um auf Hocheffizienzpumpen von Grundfos! Weitere ­Informationen zur Auswirkung der EuP-Richtlinie und eine Übersicht über die vielfältigen Austauschmöglichkeiten ungeregelter Pumpen gegen die zukunftssicheren Energiesparer von Grundfos finden Sie in der Broschüre «Sind Sie bereit?» in dieser haustechnik.ch-Ausgabe.

EuP- respektive ErP-Richtlinie Die EuP- oder auch Ökodesign-Richtlinie wurde 2005 von der Europäischen Union ins Leben gerufen. Sie ist ein wichtiges Instrument für den Umweltschutz im Produktbereich und stellt klare Anforderungen an die Gestaltung energiebetriebener Produkte. 2009 wurde die EuP-Richtlinie (EuP steht für «Energy using Products») angepasst und der Geltungsbereich ausgeweitet auf «energieverbrauchsrelevante» Produkte (Energy related Products), weshalb man heute von der ErP-Richtlinie spricht. Die Schweiz hat die europäische Regelung mittels Energieverordnung übernommen. Deshalb müssen seit 1. Juli 2011 die Elektro­ motoren der Trockenläufer-Umwälzpumpen für Heizung und Klima der Effizienzklasse IE2 entsprechen. Ab 2013 dürfen nur noch Umwälzpumpen verkauft und installiert werden, deren Energieeffizienzindex unter 0.27 liegt. Nach einer weiteren Etappe darf der Index ab 2015 höchstens 0.23 betragen.

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Kompaktes Kraftpaket: Die neue elektrohydraulische ­Pressmaschine Romax 3000 von ROTHENBERGER Die Romax 3000 ist handlich, wirtschaftlich und vielseitig. Damit ist die Press­ maschine, die ihren Erstauftritt an der SHK Essen hatte, ein Fall für jede Baustelle. Das Standard-Verpressgerät für Akku- und Netzbetrieb von ROTHENBERGER ist in jeder noch so verschiedenen Baustellensituation einsetzbar: Ob bei grossräumiger Kellerverteilung, schwer zugänglichen Vorwandinstallation oder beengten Schachtmontagen. Ein Wechsel der Pressmaschine ist mit der Romax 3000 nicht mehr notwendig. Mit ihren 3,66 Kilogramm ist sie ein kompakt gebautes Leichtgewicht, das über viele serienmässige Ausstattungen verfügt, welche die Arbeit des Installateurs auf der Baustelle erleichtern. Mehr Leistung, mehr Komfort Mit dem Gerät können Kupfer- und Edelstahlfittings sowie Kunststofffittings mit verschiedenen Durchmessern in knapp 5 Sekunden verpresst werden. Die bewährte Constant Force Technology garantiert dabei eine konstante axiale Schubkraft und der li-Ion-Akku sorgt für hohe Produktivität. Der Akku

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erlaubt bis zu 160 Verpressungen (28 mm Edelstahl) oder 90 Verpressungen (54 mm Edelstahl). Der automatische Zwangsablauf stellt sicher, dass der Kolben erst nach Erreichen der erforderlichen Presskraft zurückfährt. Selbst ­widrige Umgebungsbedingungen können der Romax 3000 nichts anhaben. Ihre einwandfreie Leistung erbringt die ­Maschine bei Temperaturen von – 10 °C bis + 60 °C. Ein wichtiges Plus für den Handwerksbetrieb ist ein auf 20 000 Press­ zyklen erweitertes Serviceintervall. Zusätzliche Features runden die Leistung ab. So erleichtert ein Soft-Grip und die ergonomische Form der Maschine das Handling, zwei LEDs bringen Licht in versteckt liegende Arbeitsstellen und ein Not-Aus-Schalter sorgt für Sicherheit. Für das Arbeiten in schwer zugänglichen Bausituationen gibt es ein zusätzlich ­erhältliches Pressringe-Set für Metallrohre bis 35 Millimeter.


Wärmepumpe SMLA-XP-6TU: Das praktische Aussengerät fürs Niedrigstenergiehaus Die Luft/Wasser-Wärmepumpe aus der neuen TU-Baureihe punktet mit besonders ­hohen Leistungszahlen – dies selbst bei kleinen Heizleistungen. Dank des ­Wärmepumpenmanagers EconPlus kann die individuelle Jahresarbeitszahl des ­sparsamen TU-Geräts exakt ermittelt werden. Aufgrund ihrer hohen Effizienz eignet sich die Sixmadun Wärmepumpe SMLA-XP-6TU optimal für den Einsatz in Niedrigstenergiehäusern. Für hohe Arbeitszahlen und geringe Betriebskosten sorgen u.a. das elektronisch geregelte Expansionsventil und der langsam laufende EC-EulenflügelVentilator. Ein weiterer Vorteil: Die spezielle Bauform des Gehäuses ermöglicht eine wandnahe Aufstellung und spart ­somit Platz im Garten. Detaillierte Angaben zur Wärmepumpe SMLA-XP-6TU finden Sie in der haustechnik.ch-Ausgabe 1/2012. Die Vorteile auf einen Blick: – Besonders leise durch den Einsatz eines EC-EulenflügelVentilators mit natürlich leisem Luftgeräusch (Schalldruckpegel bei 10 m Entfernung dB(A) 29) – Elektronisches Expansionsventil für hohe Jahresarbeitszahlen und geringe Betriebskosten – WPM EconPlus mit integrierter Wärmemengenzählung und Durchflussschalter für hohe Betriebssicherheit

Komfort-Lüftungsgerät Jet C350: Effizient, bedienerfreundlich und platzsparend Ein leistungsstarkes Lüftungssystem mit einem Wärmerückgewinnungsgrad von 90 %, eine bedienerfreundliche Digital-Steuerung sowie funktional konzipierte Einbauteile haben Jet C350 von Tobler auf dem Markt als effizientes und innovatives Komfort-Lüftungsgerät etabliert. Das moderne Schrankgerät von Tobler besticht primär durch seine Konzeption: Die in der Abluft gespeicherte Wärmeenergie wird via Kreuzgegenstrom-Wärmetauscher zurückbehalten, sodass im Gebäude praktisch keine Energie ver­ loren geht. Bei sommerlichen Temperaturen kann der Wärme­ rückhalt über die Digitalsteuerung leicht durch kühle Aussenluft ersetzt werden. Dazu kommen andere Pluspunkte wie besonders leise Ventilatoren, eine hohe Funktionalität sowie optionale Aufsätze z. B. gegen Vereisung und Luftunterdruck. Kein Wunder, gilt Jet C350 von Tobler als Synonym für effiziente, und platzsparende Komfortlüftung. Detaillierte Angaben zum Lüftungssystem Jet C350 finden Sie in der haustechnik.ch-Ausgabe 1/2012.

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Die neue Generation der thermischen Antriebe von Danfoss schont Portemonnaie und Umwelt Die Qualitäten der Thermostellantriebe ABN werden ergänzt mit einem weiteren Plus: Die neuen Produkte verbrauchen nur noch halb so viel Energie wie die bestehenden Modelle. Mit der Lancierung der fünften Generation bleibt Danfoss seinem Leitmotto treu: nämlich bei der Produktentwicklung nach innovativen Lösungen im Bereich Klima und Energie zu suchen. Das gilt auch für die neuen ABN-Thermoantriebe für die Fussbodenheizung, die im Juli auf den Markt kommen. Die Ingenieure legten das Hauptaugenmerk auf den Stromverbrauch und entwickelten ein Produkt, das nur noch rund 50 Prozent der elektrischen Energie seines Vorgängers benötigt. Das entspricht etwa einem Drittel des Energieverbrauchs von durchschnittlichen Thermoantrieben in Europa und ergibt eine Einsparung von rund 2 Franken pro Antrieb und Jahr. Ausgehend von 300 000 solcher Thermoantriebe, die in der Heizungs- und Klimatechnik in der Schweiz pro

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Jahr neu verbaut werden, resultiert daraus eine Reduktion des elektrischen Energieverbrauchs von 24 Millionen kWh über die nächsten 10 Jahre Betriebszeit: so viel wie eine Kleinstadt mit 20 000 Einwohnern jährlich konsumiert. Die markante Energieeinsparung ist nicht nur ein Gewinn für die Umwelt, sondern auch für den Investor, setzen sich die Gesamtkosten (Life Cycle Kosten) von Thermoantrieben doch in etwa wie folgt zusammen (siehe Grafik auf nächster Seite). Ein weiteres Plus der neuen ABN-Thermoantriebe ist ihre um 3,5 Millimeter reduzierte Bauhöhe. So kann engen Platzverhältnissen in einem Fussbodenheizungsverteilerkasten noch besser Rechnung getragen werden. Das bewährte Adapter-


Danfoss ABN Thermoantrieb mit festem (FBH) Kabel

Danfoss ABN Thermoantrieb mit steckbarem (RAD) Kabel

Weiterhin mit bewährtem Adapterkonzept

360 ° Montagelage dank patentiertem Dichtungs­verfahren

konzept bleibt weiterhin bestehen und erlaubt eine Anwendung dieses Antriebes in Grau auf praktisch allen handel­ süblichen Verteilern und Ventilen, auch im «über Kopf» 360 ° Einbau mit 100 Prozent Wasserschutz. Der Thermoantrieb für den Fussbodenheizungsverteilkasten ist mit einem festen Kabel ausgestattet. Für einen Einsatz am Radiator ist das Modell in Weiss hingegen mit einem steckbaren Kabel ausgerüstet. Dasselbe gilt für alle 0 bis 10 Volt Varianten des Antriebs, die jetzt mit 5 Millimeter Stellweg ausgerüstet sind; proportional oder Puls-Pausen modulierend oder mit Wechsel- oder Gleichstromspeisung. Die neuen Antriebe lösen bei Tobler die bisherige Generation des erfolgreichsten Thermoantriebes der Schweiz ab.

Gesamtkosten (Life Cycle Kosten) für einen Thermoantrieb CHF 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 Handelsüblicher Thermoantrieb   Energieverbrauch 10 Jahre 

Danfoss ABN Thermoantrieb

 Montagekosten 

 Kaufpreis

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Die Letzte 

Anpfiff fürs Tobler-Jubiläum!

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b Juli 2012 ist es endlich soweit: Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 55-jährigen Bestehen des führenden Schweizer Haustechnik-Unternehmens kommen geladene Gäste von Tobler in den Genuss eines exklusiven Gala-Abends im «Das Zelt». Das Jubiläumsprogramm wartet mit einem hochkarätigen Mix aus Kul-

Tobler Haustechnik AG 8902 Urdorf Steinackerstrasse 10 Telefon 044 735 50 00 Telefax 044 735 50 10 Regionalcenter 3053 Münchenbuchsee Moosrainweg 15 Telefon 031 868 56 00 Telefax 031 868 56 10 Regionalcenter 5036 Oberentfelden Industriestrasse 23 Telefon 062 737 60 60 Telefax 062 737 60 61

tur und Kulinarischem auf. An insgesamt neun verschiedenen Orten der Schweiz bringen bekannte Komiker, Musiker und Entertainer ihre speziell auf das Unternehmen Tobler zugeschnittene Show zum Besten. Dazu gibts alles, was das Feinschmeckerherz begehrt – vom Empfang mit VIPWillkommensdrink bis zum entspann-

Regionalcenter 7000 Chur Schönbühlstrasse 8 Telefon 081 720 41 41 Telefax 081 720 41 68 Regionalcenter 8404 Winterthur Harzach-Strasse 1 Telefon 052 235 88 70 Telefax 052 235 88 89 Centre Régional 1023 Crissier Ch. de la Gottrause Téléphone 021 637 30 30 Téléfax 021 637 30 31 Centro regionale 6814 Lamone Ostarietta - via Serta 8 Telefono 091 935 42 42 Telefax 091 935 42 43

ten Ausklang in der Zelt-Lounge. Ermöglicht wurde der über acht Monate hinweg laufende Grossanlass durch die tatkräftige Unterstützung von insgesamt 61 Tobler-Lieferanten. Deren Porträts finden Sie im aktuell erschienen Tobler Jubiläumsmagazin. Herzlichen Dank!

Logistikcenter 4658 Däniken Hauptstrasse 1 Tobler-Marchés in: Aarburg, Bachen­bülach, Basel, Bern, Bern-Liebefeld, Biberist, Birmenstorf, Brügg, Carouge, Castione, Chur, Crissier, Dübendorf, Givisiez, Hinwil, Kriens, Lamone, Lausanne, Luzern, Marin-Epagnier, Martigny, Niederurnen, Ober­ent­felden, Oensingen, Pratteln, Rüschlikon, Samedan, Schaffhausen, Sion, St. Gallen, St. Margrethen, Sursee, Thun, Trübbach, Urdorf, Villeneuve, Visp, Wil, Winterthur, Zug, Zürich City

Der Heizungsservice der Tobler-Gruppe mit 20 Service-Stützpunkten und 150 Servicestellen. Sixmadun AG 4450 Sissach Bahnhofstrasse 25 Telefon 061 975 57 11 Telefax 061 971 54 88 Service-Hotline: 0842 840 840 www.haustechnik.ch www.sixmadun.ch


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