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DIE GRATISZEITUNG FÜR DAS RIED

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Samstag, 1. Oktober 2022 · KW 39 · 46. Jahrgang

PRAXISERFAHRUNG: Feierabend um halb sieben Uhr morgens

Auf Nachtschicht bei der Lampertheimer Polizei KREIS BERGSTRASSE – Im Eingangsbereich der Polizeistation in Lampertheim-Viernheim geht es wuselig zu. Die Tagschicht geht, die Nachtschicht kommt. Zum Wachwechsel begrüßen Stationsleiter Matthias Seltenreich und sein Stellvertreter Nico Dinopoulos an diesem Abend den Landtagsabgeordneten Alexander Bauer (CDU), der einen „Praxistag“ bei „seiner Polizei“ absolvieren möchte. Bauer ist seit 2008 im Hessischen Landtag und dort für die Bereiche Polizei und innere Sicherheit zuständig. Mit einem Dank für die „Mitfahrgelegenheit“ bekräftigt der Landespolitiker, dass er mit der Teilnahme an einer 12Stunden Nachtschicht seine Anerkennung für die erfolgreiche Kriminalitätsbekämpfung der Polizei ausdrücken, die konkreten Arbeitsbedingungen der Beamtinnen und Beamten kennenlernen und die Belastungen im Nacht- und Schichtbetrieb einmal am eigenen Leibe miterleben wolle. Der diensthabende Schichtleiter erklärt dem Gast noch den Funktisch für die Einsatzleitung und überreicht eine passende Schutzweste, die Bauer fortan die ganze Schicht hindurch tragen wird. Mehrere Polizeistreifen sind in der Nacht im Einsatzgebiet in Lampert-

Alexander Bauer (links) nutzte die Nachtschicht, um sich mit den Polizisten über die Personalsituation,Technik und Ausstattung und die aktuellen Herausforderungen zu informieren. Foto: oh

heim, Viernheim, Biblis, Bürstadt und Groß-Rohrheim unterwegs. Im Einsatzfahrzeug der Polizeioberkommissare Verkühlen und Burkhard sitzt Alexander Bauer gut angeschnallt auf der Rückbank. Die beiden erfahrenen Polizeibeamten lassen sich fortan bereitwillig über ihre Schultern schauen und

geben profunde Einblicke in ihren Beruf. Dann kommt für das Team das erste Ziel: Eine Aufenthaltsermittlung in Nordheim. Der Auftrag wird gelassen abgearbeitet. Ergebnis: Die gesuchte Person ist unter der zu überprüfenden Adresse nicht mehr anzutreffen und wird nun

von Amts wegen abgemeldet. Deutlich lebhafter wurde es beim anschließenden Einsatzruf anlässlich einer gemeldeten häuslichen Gewalttat. Da der Täter mit einem Messer gesichtet wurde, unterstützen in dieser Situation alle verfügbaren Kräfte die für Lorsch zuständigen Kollegen aus Heppenheim. Am Ende wird der merklich aufgebrachte und uneinsichtige Ehemann von den besonnen agierenden Polizeikräften in Gewahrsam genommen. Dann endlich Zeit für einen starken Kaffee in der Station. Die Tasse ist nicht mal halb leer, als ein weiterer Einsatz reinkommt: Einbruchsalarm in einem Gebäude in Biblis. Sofort wird eine Einsatzfahrt mit Blaulicht und Martinshorn eingeleitet. Spätestens jetzt erfährt Alexander Bauer, dass Polizeibeamte für solche Anlässe ein spezielles Fahrtraining absolvieren. Da die Lage am Einsatzort zunächst unklar war, wird das Objekt mit Unterstützung einer zweiten Streife gesichert und ein Polizeihund angefordert. Für Alexander Bauer war das: „Adrenalin pur um Mitternacht.“ Vorläufiges Ergebnis nach der Durchsuchung mit dem Spezialisten auf vier Pfoten: Die Täter sind nicht mehr im Gebäude. Fortsetzung auf Seite 10

TAG DER NACHHALTIGKEIT: Litauisches Gymnasium beteiligte sich mit vielfältigen Aktionen / Auch Feinstaub, regenerative Energien und Schulgarten im Blickpunkt

Gefahren durch Plastik in Flüssen und Meeren anschaulich verdeutlicht HÜTTENFELD – Der 7. Hessische Tag der Nachhaltigkeit am 29. September machte mit der Rekordzahl von über 1.000 Aktionen auch dieses Jahr Nachhaltigkeit vor Ort erlebbar – so auch im Litauischen Gymnasium in Hüttenfeld. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich dabei an diesem besonderen Tag mit gleich mehreren Projekten. Ein Hauptaugenmerk richtete sich auf das Projekt „Plastikpiraten“, dessen Ergebnisse anschaulich im Foyer präsentiert wurden. Im Gespräch mit dem TIP erläuterten die engagierten Jugendlichen die Hintergründe und richteten eine klare Botschaft an alle: Den Müll, gerade auch aus

Plastik, richtig entsorgen und nicht einfach in der Natur liegen lassen. Denn alles, was in Bächen und Flüssen landet, kann mit dem Wasser in die Meere geschwemmt werden – mit gravierenden Auswirkungen für Mensch und Tier. Die nahe Weschnitz war dabei das Ziel des Projektes gewesen, sowohl im, am und auf dem Wasser und in fünf Gruppen aufgeteilt wurde erschreckend viel Müll gefunden – auch auf dem Boden der Weschnitz und auf dem Wasser treibend. Flaschen, Plastiktüten, Kleidung und sogar Schuhe wurden entdeckt, und dies nahe am Naturschutzgebiet. Doch der Müll verbleibt wenn er nicht

rechtzeitig entsorgt wird nicht am Ufer oder im Wasser, sondern macht sich in kleinen wie auch in größeren Teilen auf den Weg in die Ozeane. Anhand von Schautafeln verdeutlichten die Schülerinnen und Schüler, wie leicht das Plastik über das Wasser den Weg von der Weschnitz über den Rhein bis ins Meer findet – dabei waren sie selbst überrascht, in welch kurzer Zeit dies passiert. Denn im Rahmen der „Plastikpiraten“-Aktion wurde auch die Geschwindigkeit des Flusses selbst berechnet. „Es dauert nicht so lange, bis Plastikteile aus einem kleinen Fluss ins große Meer gelangen, es war sehr interessant zu sehen, wie schnell das geht”, so die Projekt-

Auf die Gefahren von Müll und besonders von Plastik für unsere Flüsse und Meere machten Schülerinnen und Schülers des Litauischen Gymnasiums mit ihrem Projekt „Plastikpiraten” im Rahmen des „Tag der Nachhaltigkeit” aufmerksam. Foto: Benjamin Kloos

gruppe. Das Problem dabei: Gerade die kleinen Mikroplastikteile stellen nicht nur für Tiere, sondern auch für uns Menschen eine Gefahr dar: „Alles, was wir Menschen in die Flüsse werfen, kommt wieder bei uns an, da die Fische das Mikroplastik fressen, bevor sie auf unseren Tellern landen”, so die mahnenden Worte der Projektgruppe. „Wir schaden uns damit allen!”, lautet die Warnung, verbunden mit einem Appell an die Vernunft jedes Einzelnen. Aber auch das sogenannte Makroplastik – etwa Feuerzeuge, Teile von Fischernetzen oder auch Flipflops – ist für die Natur und besonders die Tierwelt gefährlich. Denn viele Fische halten die im Wasser treibenden Plastikteile für Nahrung und verschlucken diese – da das Plastik jedoch nicht verdaut werden kann, müssen die Tiere daran sterben. Oder aber sie verheddern und verletzten sich in herumtreibenden alten Netzen, die schnell auch zur tödlichen Falle werden können. Dass der Müll zudem eine starke Geruchsbelästigung darstellt, hatten die Schüler des Litauischen Gymnasiums bereits in den vergangenen Tagen festgestellt – doch während dieser Geruch durch entsprechende Lagerung und vor allem die fachgerechte Entsorgung schnell behoben werden kann, bleibt er in der Umwelt bei unbedacht weggeworfenen Plastik erhalten. Fortsetzung auf Seite 2

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