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Samstag, 1. April 2023 · KW 13 · 47. Jahrgang
SPARGELRAT: Einstimmiges Votum für künftige Repräsentantin Lampertheims / Inthronisation am 9. Juni im Rahmen des Spargelfestes
LAMPERTHEIM – Das am besten gehütete Geheimnis des Jahres in Lampertheim ist gelüftet: Ayleen Häse wird das Amt der 19. Spargelkönigin bekleiden. Am Mittwoch stellten Bürgermeister Gottfried Störmer, der Vorsitzende des Spargelrates Marius Schmidt und Fachdienstleiter Dirk Eichenauer die zukünftige Hoheit, die unter den Namen Ayleen I. regieren wird, vor. Diese habe den elfköpfigen Spargelrat in dessen Sitzung so überzeugt, dass ihr einstimmig die Krone zugesprochen wurde, wie Marius Schmidt in seiner Funktion als Spargelratsvorsitzender betonte. Den weiteren Kandidatinnen musste leider abgesagt werden. Denn Ayleen Häse habe bereits durch ihr Motivationsschreiben und auch bei der persönlichen Vorstellung mehr als beeindruckt. Daher stellte Marius Schmidt heraus, dass es „ein Vergnügen war, die diesjährige Auswahl zu treffen. Am Montag hat der Spargelrat einstimmig beschlossen, dass Ayleen Häse die neue Spargelkönigin wird. Dabei wird sie dem Amt dank ihrer sozialen Art eine ganz neue Handschrift und Facette geben. Sie macht nicht nur eine Ausbildung zur Notfallsanitäterin, sondern engagiert sich ehrenamtlich aktiv bei der Feuerwehr. Sie ist Lampertheimerin durch
und durch und identifiziert sich mit der Stadt. Damit ist Ayleen die ideale Repräsentantin der Stadt Lampertheim.” Die 22-jährige künftige Spargelkönigin überzeugte auch bei der Pressevorstellung durch ihre offene, freundliche und sympathische Art – und durch ihre Verbundenheit zu ihrer Heimatstadt. So war sie fünf Jahre beim Jugendrotkreuz aktiv, bevor sie im Alter von 16 Jahren zur Feuerwehr gewechselt ist, bei der sie in der Einsatzabteilung aktiv ist und darüber hinaus die Jugend-
feuerwehr betreut. Dem DRK ist sie dennoch treu geblieben, denn 2019 hat Ayleen Häse eine Ausbildung zur Notfallsanitäterin begonnen, die sie zum 1. September diesen Jahres abschließen wird. Zuvor besuchte sie die AlfredDelp-Schule in Lampertheim. „In diesem Jahr wurde das Jugendrotkreuz neu gegründet und ich bin gerne bereit, hier Erste-Hilfe-Kurse durchzuführen”, so die engagierte Lampertheimerin. Über den Spargel selbst besitzt sie nach eigenen Angaben
Grundkenntnisse, so hat sie bereits einmal gemeinsam mit ihrer Familie Spargel gestochen. Die Kenntnisse wird sie aber nun noch erweitern, denn als Nebenjob wird sie in der noch jungen Spargelsaison in den Spargelverkaufshäuschen von Gemüsebau Schmitt anzutreffen sein. Das Lieblingsspargelgericht der künftigen Hoheit, die ihre Freizeit vor allem der Feuerwehr widmet, zeigt, dass neben der Verbundenheit zu ihrer Heimatstadt besonders auch ihre Familie sehr wichtig ist: Denn seit ihrer
Die zukünftige Spargelkönigin Ayleen I. (Mitte) wird am 9. Juni im Rahmen der Eröffnung des Spargelfestes inthronisiert. Bürgermeister Gottfried Störmer (r.) und der Vorsitzende des Spargelrates Marius Schmidt (l.) freuen sich, wieder eine passende Repräsentantin für Lampertheim gefunden zu haben. Foto: Benjamin Kloos
Kindheit liebt sie die Spargelsuppe ihres Vaters Reiner. An ihre Amtszeit als Spargelkönigin, die mit der Inthronisation am 9. Juni im Rahmen des Spargelfestes beginnt, hat Ayleen positive Erwartungen: „Ich freue mich auf viele tolle Erlebnisse, viele Menschen kennen zu lernen und die Stadt hoffentlich gut zu repräsentieren”, strahlte die sympathische junge Lampertheimerin bei ihrer Vorstellung. Bürgermeister Gottfried Störmer hatte betont, dass „wir uns freuen, heute die neue Spargelkönigin vorstellen zu können. Die Spargelkönigin ist nicht mehr aus Lampertheim wegzudenken. 1965 wurde Karin I. zur 1. Spargelkönigin, 2004 wurde die Idee nach 39 Jahren Pause wieder aufgegriffen. Seitdem konnte jedes Jahr eine neue Spargelkönigin inthronisiert werden – mit einer Ausnahme, als Alina-Sophie I. aufgrund von Corona das Amt drei Jahre lang begleitete. Mit Ayleen haben wir wieder eine junge Frau gefunden, die die Stadt repräsentieren und an ihren Aufgaben wachsen wird.” Ihre Vorgängerin, die amtierende Spargelkönigin Stella Svenja I., wird das Amt noch bis zum Spargelfest begleiten und die Stadt bei zahlreichen Veranstaltungen wie etwa der Spargelwanderung am 30. April vertreten. Benjamin Kloos
FLÜCHTLINGSUNTERKUNFT: 220 Flüchtlinge werden in Unterkunft in „Die Lächner“ untergebracht / Anwohner äußern Bedenken / Bürger werden weiter informiert
„Sozialer Zusammenhalt ist gefragt” BÜRSTADT – Es ist für alle Beteiligten keine einfache Situation: Immer mehr Flüchtlinge kommen nach Deutschland und für diese müssen Unterkünfte bereit gestellt werden. Nachdem der Kreis Bergstraße mit dem Luisenkrankenhaus in Lindenfels, der Känguruinsel in Groß-Rohrheim und der Zeltstadt in Bensheim drei große Flüchtlingsunterkünfte betreibt, wird nun in Bürstadt eine weitere hinzukommen, wie Bürgermeisterin Barbara Schader und der zuständige Dezernent im Kreis, Matthias Schimpf, am Dienstag im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung im Bürgerhaus erläuterten. Die Anwohner des betroffenen Gebietes „Die Lächner“ zeigten sich angesichts der neuen Unterkunft – in vielen Punkten durchaus verständlich, wie auch Bürgermeisterin Schader und Kreisdezernent Schimpf zustimmten – besorgt und äußerten in einer regen Diskussion und teils heftiger Debatte Kritik am Vorgehen und an der Unterbringung an sich. Die erste Informationsveranstaltung zur geplanten großen Flüchtlingsunterkunft in „Die Lächner”, die vom Kreis geplant wird, sorgte für großes Interesse, auch wenn nicht alle 300 Plätze gefüllt waren. Die Anwohner waren per Brief zu der Versammlung eingeladen worden. Auch die Integrationskommission sowie Vertreter der Stadtverwaltung waren vor Ort, um Fragen klären zu können. Bürgermeisterin Schader erläuterte, dass seit dem UkraineKrieg das Thema Flüchtlingsun-
terbringung alle überrollt habe und noch kein Ende in Sicht sei. „Sozialer Zusammenhalt ist gefragt”, forderte sie gleich zu Beginn der Veranstaltung. In Bürstadt sei man gut aufgestellt, durch die Integrationskommission aber auch die Integrationslotsen. Matthias Schimpf erläuterte, dass der Kreis für die geplante Unterkunft in „Die Lächner” verantwortlich und nun der Vertrag über die Nutzung des Grundstückes unterzeichnet sei. Wichtig ist, dass das Gelände erschlossen ist, bis Mitte/Ende Mai soll hier nun eine Containerstraße entstehen, insgesamt sollen etwa 220 Personen hier eine neue Unterkunft finden. „Dies ist für alle keine angenehme Situation, aber wir müssen uns der Frage der Unterbringung stellen. Unser Ziel ist es, hier vor
allem Flüchtlinge unterzubringen, die ein Bleiberecht haben – in erster Linie Ortskräfte aus Afghanistan und Resettlements (Anm. d. Red.: Die ‚Umsiedlung‘ von Geflüchteten, die eine organisierte und dauerhafte Aufnahme von Flüchtlingen aus Drittstaaten ermöglichen soll. Die Betroffenen haben in dem Land ihrer ersten Zuflucht weder die Perspektive auf Integration noch auf eine Rückkehr in ihr Herkunftsland).” Das gesamte Gelände wird eingezäunt werden, der Zugang wird nur von der Straße aus möglich sein. Zudem wird es durch Security gesichert sein. „Bei den bisherigen Einrichtungen haben wir festgestellt, dass es keine Kriminalitätssteigerungen oder Gewalt im Umfeld gab”, erläuterte Matthias Schimpf. Streitigkeiten hätten sich bisher nur innerhalb der Einrichtungen
abgespielt – insbesondere in der Zeltstadt in Bensheim, hier herrsche aber auch eine absolute Ausnahmesituation, die mit Bürstadt nicht vergleichbar sei –, hierzu sei aber auch die Security vor Ort. In den Doppelcontainern werden Küchen zur Verfügung stehen, so dass sich die Geflüchteten selbst versorgen können. Das Gelände ist zunächst für ein Jahr mit Verlängerungsoption angemietet, zu genauen Zahlen wollte und konnte der Kreisdezernent nichts genaues sagen – sie lägen allerdings im unteren Bereich.
Befürchtungen seitens der Anwohner In der anschließenden Diskussion äußerten die Anwohner und Anlieger viel Kritik und Befürch-
Stellte sich den Fragen und den Ängsten der Anwohner: Der Kreisbeigeordnete Matthias Schimpf. Foto: Benjamin Kloos
tungen – beispielsweise bezüglich des mit den Flüchtlingen zu erwarteten Zuzugs von Kindern und damit verbundenen Auswirkungen auf Schulen und Kindergärten. Bezüglich der Kindergärten erklärte Bürgermeisterin Barbara Schader, dass am Nachmittag ein Termin stattgefunden habe, bei dem erörtert wurde, wo entsprechend erweitert werden könne und man habe eine Lösung gefunden. Für die Schulen sei der Kreis als Schulträger zuständig. Die Kinder werden zwar bei der Kommune angemeldet, aber über den Schulträger an die Schulen verteilt – etwa in die Intensivklasse der Schillerschule. Ein eindringlicher Wunsch aus den Reihen der Besucher war, dass grundsätzlich der Zuzug von Geflüchteten begrenzt oder gestoppt werden müsse. „Dies liegt leider nicht in unserem Kompetenzbericht”, bedauerte Matthias Schimpf und stellte klar: „Wir haben hier als Kreis gemeinsam mit den Bürgermeistern klar Stellung bezogen.” Bürgermeisterin Schader ergänzte hierzu: „Wir haben klar und deutlich gesagt dass es reicht und so nicht weitergeht.” Klar sei dabei: Es bedarf seitens des Bundes einer aktiven Steuerung und damit auch Begrenzung des Zugangs von Flüchtlingen. Auch bezüglich möglicher Steuererhöhungen zur Finanzierung der Flüchtlingsunterkünfte wurden Bedenken geäußert – diese wird es aber nicht geben, der Haushalt sei genehmigt, so Bürgermeisterin Schader. Fortsetzung auf Seite 3
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Ayleen Häse wird 19. Lampertheimer Spargelkönigin
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