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DIE GRATISZEITUNG FÜR DAS RIED

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SICHERHEIT: Erster Polizeihauptkommissar Florian Mohr wird neuer Dienststellenleiter der Polizeistation Lampertheim-Viernheim

Ein Groß-Gerauer Bremen-Fan für die Polizei im Ried BÜRSTADT – Das historische Rathaus in Bürstadt, in dem einst eine Gefängniszelle untergebracht und das Nachbar einer Polizeistation war, durfte am Donnerstag sozusagen zu seinen Wurzeln in diesem Bereich zurückkehren. Die Polizei- und Bürgermeisterprominenz der Region versammelte sich zur Amtseinführung des Ersten Polizeihauptkommissar Florian Mohr als neuer Dienststellenleiter der Polizeistation Lampertheim-Viernheim. Die Polizeidirektionsleiterin des Kreises Bergstraße, Juliane Ries, hieß die Anwesenden willkommen. Zu den Aufgaben einer Polizeistation gehören die Aufrechterhaltung der (Straßen-)Sicherheit, Gewaltbekämpfung sowie die Gewährleistung von Sicherheit und Ordnung. Dies würde ermöglicht durch ein intensives Zusammenspiel von allen. Gleichzeitig sei dieses Zusammenspiel auch das, was eine Polizeistation ausmacht. Dazu gehört auch eine starke, verlässliche Führungskraft. Der ehemalige Leiter der Lampertheimer-Viernheimer Polizeistation, Matthias Seltenreich, war eine solche, folgte jetzt aber der „höheren Berufung“ nach Darmstadt und hinterließ große Fußstapfen, die es für Florian Mohr

Der Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Südhessen, Björn Gutzeit (r.), führt Florian Mohr (l.) in sein neues Amt als Leiter der Polizeistation Lampertheim-Viernheim ein. Foto: Benjamin Kloos

nun zu füllen gilt – beste Voraussetzungen sind aber gegeben. Und auch nach diesem Führungswechsel bliebe die Botschaft für das Volk aber dieselbe: „Wir sind für euch da.” Eine Stationsleitung sowohl Anlaufpunkt für die Menschen vor Ort als auch Schlüsselstelle für die Zusammenarbeit mit den Nachbarstationen, was hier in der Region auch sehr gut funktionieren würde. Mit diesem Zusam-

menhalt seien die aktuelle Einbruchsserie, aber auch generelle Krisen, wie die Energiekrise, gut überstehbar. Aktuell herrsche unter den Menschen eine große Unsicherheit, die durch Rahmenbedingungen, wie den andauernden Krieg in der Ukraine, hervorgerufen werde. Zudem würden die Einsatzkräfte ein schwindendes Maß an Respekt erleben, man werde beschimpft, bedroht und bes-

RÜCKBAUANLAGE BIBLIS: 80 Meter hoher Turm hinterlässt 15.000 Tonnen konventionellen Bauschutts / Zweiter Turm folgt in wenigen Wochen

Erster Kühlturm erfolgreich zu Boden gebracht BIBLIS – Der erste von insgesamt vier Kühltürmen in der Rückbauanlage Biblis ist Geschichte. Am Donnerstag haben Spezialisten eines renommierten niederländischen Abbruchunternehmens den 80 Meter hohen Turm kontrolliert und erfolgreich zum Einsturz gebracht. „Der erfolgreiche Abbruch des ersten Kühlturms ist ein weiterer Meilenstein am Standort Biblis. Damit wird der kontinuierliche Fortschritt des, seit Sommer 2017 laufenden, Rückbaus der Anlage auch nach außen sichtbar“, unterstreicht Nikolaus Valerius, als Vorstandsmitglied der RWE Power AG zuständig für die Sparte Kernenergie. Der sichere Rückbau des Turms erfolgte durch gezielte Schwä-

chung der Struktur. Dabei wurde das Bauwerk durch das Einbringen von Schlitzen in die Betonschale und durch das Entfernen von Stützen so weit geschwächt, dass es kontrolliert in sich zusammenfiel und die umliegenden Gebäude sowie Hochspannungsleitungen dadurch nicht beeinträchtigt wurden. Der kontrollierte Einsturz des zweiten Kühlturms von Block A ist derzeit für die zweite Februarhälfte 2023 geplant. Die Kühltürme sind in der Betriebsphase nie mit Radioaktivität in Berührung gekommen. Sie dienten zu Betriebszeiten des ehemaligen Kernkraftwerks dazu, den Rhein bei heißen Sommertemperaturen oder Niedrigwasser nicht zu stark mit Wärme zu

belasten. Die je Turm anfallenden rund 15.000 Tonnen des konventionellen Bauschutts werden nach dem Abriss des zweiten Kühlturms in den kommenden Wochen aufbereitet. Die Betonqualität macht es möglich, dass das Material zum größten Teil als Kiesersatz für die Beton-Produktion oder als Zuschlagsstoff in der Zementindustrie wiederverwertet werden kann. Die Kühltürme von Block B folgen ab dem Jahr 2024. „Das Projekt wurde intensiv vorbereitet. Der erfolgreiche Abbruch des ersten Kühlturms zeigt, dass wir die Herausforderungen des Rückbaus sicher angehen und verantwortungsvoll meistern“, so Anlagenleiter Ralf Stüwe abschließend. zg

Spezialisten eines renommierten niederländischen Abbruchunternehmens haben den 80 Meter hohen Turm kontrolliert und erfolgreich zum Einsturz gebracht. Foto: Mirco Metzler / Die Knipser

puckt. Social Media leiste einen großen Beitrag dazu. Aufnahmen von Einsätzen würden geschnitten und bearbeitet werden, sodass ein schlechtes Bild von der Polizei entstehe. Man gestehe sich ein, dass Fehler passieren, aber die Bürgernähe und das Ansprechen von Problemen läge den Ordnungshütern am Herzen, sodass auch gemeinsam eine Lösung gefunden werden kann. Auch der enorme

demografische Wandel wäre im Polizeidienst spürbar. Doch trotzdem: „Die Zahlen sind gut“, wie Florian Mohr es sagen würde, und zeigen, dass der Großteil der Bevölkerung nach wie vor ein großes Vertrauen in die Polizei hat. Dieses Vertrauen gelte es zu bewahren und fehlendes wieder aufzubauen, was nun ebenfalls Teil von seinen neuen Aufgaben ist. Florian Mohr zeichne sich besonders durch sein Engagement aus. Neben dem Polizeidienst, in dem er seit 2002 tätig ist, engagiert er sich politisch, zudem zähle man Verantwortungsbewusstsein, Erfahrung und das Wesen des Teamplayers zu seinen Stärken. Obwohl er aus Groß-Gerau kommt, ist er eingefleischter Werder Bremen-Fußballfan, zudem wandert er gerne. Beides kombinierte er vor zwei Jahren, als er im Rahmen eines Spendenlaufs mit seinem Hund zu Fuß von Dornheim zum Bremer Weserstadion lief und dabei 50.000 Euro sammelte, die er an gemeinnützige Organisationen spendete. Bis Ende Januar war er Leiter der Gernsheimer Polizeistation, von wo man ihn auch nur mit schwerem Herzen losließ, so dass er in Lampertheim sein neues Amt antreten konnte. Fortsetzung auf Seite 2

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Samstag, 4. Februar 2023 · KW 05 · 47. Jahrgang

WIDERSTAND: Gemeinsames Gedenken von Stadt Lampertheim, St.-Andreas-Gemeinde und Alfred-DelpSchülern am Todestag von Jesuitenpater Alfred Delp

Widerstand, Martyrium und Glaubwürdigkeit LAMPERTHEIM – In Lampertheim ist der Name Alfred Delp vielfach gegenwärtig, eine Schule, ein Kindergarten und ein Platz sind nach ihm benannt und an der Pfarrkirche St. Andreas lädt die Alfred-DelpKapelle zum Gedenken ein. Seine ersten Lebens- und Schuljahre hatte der 1907 in Mannheim geborene Alfred Delp in Hüttenfeld und Lampertheim verbracht. Ein Schild am Haus in der Römerstraße mit dem Schwanensaal gibt Auskunft über Alfred Delp, den Jesuitenpater und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, der am 2. Februar 1945 im Hinrichtungsgefängnis Berlin-Plötzensee gehängt wurde. Am berüchtigten Volksgerichtshof war er am 11. Januar 1945 wegen Hoch- und Landesverrats zum Tode verurteilt worden, nachdem ihn die Gestapo am 28. Juli 1944 nach dem Morgengottesdienst in MünchenBogenhausen verhaftet hatte. Seine Asche verteilten die Nazis auf den Rieselfeldern für die Abwässer in Berlin. Am Donnerstag jährte sich sein Todestag zum 78. Mal. Gemeinsam hatten die Stadt Lampertheim und die katholische Pfarrgemeinde Lampertheim die Bevölkerung an seinem Todestag zu einer öffentlichen Gedenkveranstaltung auf dem Europaplatz vor dem Schwanensaal eingeladen. In großer Runde hatten sich zahlreiche Menschen versammelt, die Bürgermeister Gottfried Störmer und Pfarrer Christian Rauch begrüßten.

Die Glocken der nahe gelegenen der St.-Andreas-Kirche läuteten eindringlich, auch später noch einmal, als Dr. Peter Kern, der Vorsitzende der Alfred-DelpGesellschaft Mannheim, seine Gedenkrede hielt. Gemeinsam hielten Bürgermeister, Pfarrer und Kern für eine Gedenkminute am aufgestellten Kranz inne. Die Katholische Kirchenmusik Lampertheim unter Leitung von Markus Niebler leitete die Gedenkveranstaltung mit dem musikalischen „Dankgebet“ ein, später folgte der Choral „Eventide Fall“, zum Abschluss das Stück „Von guten Mächten“. Überall in der Runde leuchteten Kerzen, die Mitglieder der Kirchengemeinde verteilt hatten. Bürgermeister Störmer betonte, dass es wichtig sei, die Botschaft, die Pater Alfred Delp hinterlassen hat, an diesem Tag in Erinnerung zu rufen. Mit ihrem Nachspiel der Gerichtsverhandlung gegen Pater Alfred Delp machten Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen der Alfred-Delp-Schule die Haltung des Geistlichen und Widerstandskämpfer Alfred Delp deutlich, der sich von der brutalen Verhandlungsführung des Volksgerichtshofs nicht beugen ließ. In seinem Vortrag wies Dr. Peter Kern darauf hin, dass Alfred Delp die Gottesnähe gesucht habe, diese sei ihm jedoch immer nur in Verbindung mit der Menschennähe möglich gewesen – sein Lebensthema, dem er am Ende sein Leben opferte. Fortsetzung auf Seite 2

Heimat- u. Carneval-Verein 1959 e.V. Bürstadt DER HCV SAGT DANKE! Wir möchten uns bei allen Mitgliedern, Freunden und Gästen ganz herzlich dafür bedanken, dass Sie nach der hinter uns liegenden Zwangspause unsere Veranstaltungen so zahlreich besucht haben. Ihre Verbundenheit und Ihre Solidarität zu unserem HCV, wissen wir über alle Maßen zu schätzen.

DANKESCHÖN


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