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Samstag, 28. Januar 2023 · KW 04 · 47. Jahrgang
TEILHABE: Bewilligungsbescheid für Aktionsplan Inklusion in Höhe von rund 108.000 Euro zugeteilt
LAMPERTHEIM – Lampertheim ist auf dem Weg zu einem Gemeinwesen, in dem es normal ist, verschieden zu sein, einen wichtigen Schritt weitergekommen: Durch die „Aktion Mensch” wurde für den „Aktionsplan Inklusion” ein Bewilligungsbescheid in Höhe von rund 108.000 Euro übermittelt. Durch diesen Betrag kann der Plan nun rückwirkend zum Jahr 2021 und bis ins Jahr 2026 für einen Zeitraum von fünf Jahren weiterentwickelt und vor allem auch Ziele aus diesem umgesetzt werden. „Inklusion hat für uns einen hohen Stellenwert – dies zeigt auch die Tatsache, dass ein Inklusionsplan für eine Stadt unserer Größenordnung sehr selten ist, üblicherweise wird ein solcher nur in größeren Städten erstellt”, betonte der Erste Stadtrat Marius Schmidt bei der Vorstellung des Bescheides. „Mitte Dezember haben wir durch die ‚Aktion Mensch‘ die Förderzusage erhalten. Danke für die tolle Arbeit, die hier im Vorfeld geleistet wurde und so die Förderung möglich machte, unter anderem an die Lebenshilfe, die Verwaltung und natürlich auch an den Behindertenbeirat für den Anstoß zu diesem wichtigen und sinnvollen Aktionsplan.” Günther Baus, Vorsitzender der Lebenshilfe Lampertheim und Ried e.V., freute sich über die sehr gute Zusammenarbeit bei der Antragsvorbereitung und dankte allen Beteiligten. „Dies ist ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann. Wir hatten ein Konzept in Höhe von einer Gesamtsumme von 120.000 Euro eingereicht, 90
Durch eine gelungene Inklusion sind alle Menschen Gewinner – gerade auch im Sport.
Prozent werden von der ‚Aktion Mensch‘ übernommen.” Ein Hauptteil der Fördersumme fließt für die genannten fünf Jahre in Personalkosten für Inklusionsnetzwerkerin Chantal Schwarz, aber auch in die Öffentlichkeitsarbeit und natürlich auch in die Projekte selbst. Welche dies für das Jahr 2023 sind stellten die Vertreter der fünf Arbeitsgruppen des „Aktionsplan Inklusion” anschließend vor, nachdem sich Jochen Halbauer, Vorsitzender des Behindertenbeirates, darüber freute, dass das Thema Inklusion auf breitere Beine gestellt werden konnte. „Das Thema ist sehr wichtig. Ohne die finanzielle Unterstützung wäre eine Umsetzung des Planes rein auf ehrenamtlicher Basis nicht möglich gewesen – ebenso wenig wie ohne die Partner die mit eingebunden
Eine klare Botschaft: Lampertheim (ist) inklusiv.
sind.” Andreas Dexler, Leiter der Stabsstelle Soziales der Stadt Lampertheim, erläuterte als Vorsitzender des Arbeitskreis Wohnen dessen Ziele für dieses Jahr. So ist eine jährliche Informationsveranstaltung zum barrierefreien Wohnen geplant, ebenso wie Informationen über das Angebot für ambulant betreutes Wohnen. Für den Arbeitskreis Kultur, Freizeit und Sport betonte Günther Baus, dass ein Höhepunkt des Jahres bereits kurz vor der Tür
Foto: Aktion Mensch e.V.
Foto: oh
stehe: Am 12. März findet in der Altrheinhalle ein Sportinklusionstag für alle Kinder von 4 bis 16 Jahren statt. Ziel ist dabei auch, die Vereine für Inklusion zu sensibilisieren und ihr Angebot entsprechend anzupassen oder zu erweitern. Darüber hinaus ist in diesem Jahr der Aufbau einer Koordinationsstelle Inklusion geplant, ebenso wie der Aufbau eines inklusiven Ensembles in Zusammenarbeit mit der Musikschule Lampertheim. Hierfür werden aus den Mitteln der
Förderung seitens der „Aktion Mensch” Tischharfen finanziert. Und auch eine barrierefreie Laufveranstaltung mit Handbiker Ansgar Schneider ist in Planung. „Darüber hinaus wollen wir einen Inklusionspreis ins Leben rufen, entweder als eigenen Preis oder in Anlehnung an den Kulturpreis”, so Günter Baus. Für die Arbeitsgruppe Arbeit gibt es laut Chantal Schwarz ein großes Ziel: Beim Unternehmerfrühstück soll ein Netzwerk mit Unternehmen aufgebaut werden, gleichzeitig sollen diese beraten werden, Menschen mit Beeinträchtigung in diesen einzustellen und eine Chance zu geben. Jochen Halbauer, Sprecher der AG Barrierefreiheit und Mobilität, erläuterte die Ziele seines Arbeitskreises. Hier hat der Leitfaden oder auch Wegweiser Gesundheit für alle Menschen mit Mobilitätseinschränkung oberste Priorität. Dieser soll darstellen, wie barrierefrei Arztpraxen, Apotheken, Zahnärzte, aber auch Ergo- und Physiotherapeuten sind und wo Handlungsbedarf besteht. Auch die Behindertenparkplätze stehen gerade mit Blick auf das Parkraumkonzept in der Kernstadt im Fokus. Und auch der barrierefreie Umbau von Bushaltestellen wird im Blick behalten, da hier erst 10 bis 15 Prozent entsprechend umgebaut wurden. Im Arbeitskreis Bildung, vertreten durch Marius Schmidt, stehen 2023 die Kitas im Mittelpunkt, um hier den entsprechenden Umgang mit Integrationskindern zu begleiten und unterstützen. Benjamin Kloos
GmbH
„Bauplan für ein inklusives Lampertheim” dank Aktion Mensch wichtigen Schritt weiter
Winter-Angebot:
SCHILLERSCHULE BÜRSTADT: Der YOLO-Day stand im Zeichen der Gesundheit
BÜRSTADT – YOLO: ausgeschrieben „You Only Live Once“, übersetzt „Man lebt nur einmal“. Ein Ausdruck, der meist von Jugendlichen genutzt wird, und aussagt, dass man tun soll, was man will und die eventuellen Konsequenzen einfach mal ignoriert. Doch der YOLO-Day des Kreises Bergstraße verleiht dem Akronym noch eine weitere Bedeutung: Man lebt zwar nur einmal, aber dieses eine Mal soll so erfüllt und gesund wie möglich sein, sodass das eine Mal lange hält. Und das soll vermittelt werden. In verschiedenen Workshops erfahren die Kinder und Jugendlichen, was ein gesundes Leben bedeutet. Ins Leben gerufen wurde der YOLODay im Jahre 2015 an der AlfredDelp-Schule in Lampertheim. Seitdem findet er jährlich, bis auf die erzwungene Corona-Pause, statt und war schon an allen Schulformen vertreten. Ein Tag, bei dem ein gesundes Leben im Vordergrund steht und der zur Prävention dient. Der YOLO-Day fand am Donnerstag in der Schillerschule Bürstadt statt. Diesmal besonders im Fokus: Hygiene. In vielen Workshops konnten die Schülerinnen und Schüler erleben, was ein gesundes Frühstück ausmacht, wie man richtig Zähne putzt und Hände wäscht, was richtige Wundbehandlung bedeutet, wie man erkennt, ob ein
Unter Leitung von Michael Keller fand ein Selbstvereteidigungsworkshop statt.
Lebensmittel noch gut ist, und wie man Grenzen setzt und mit Konflikten umgeht. Und dieses Jahr erstmals an einer Grundschule dabei: Letzte Hilfe und der Umgang mit Abschied, Tod
und Verlust. „Im Fokus steht die Gesundheit in allen Bereichen und das spielerische Lernen. Die Kinder sollen die Themen verstehen, aber nicht trocken auswendig lernen, sondern an-
Dass eine Rettungsdecke eigentlich durchsichtig ist, sorgte für Verwunderung.
wenden. Es geht um Spaß und die Erziehung der Kinder zum mündigen Bürger.“, erklärt die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz. Man freue sich sehr, dass man wieder in Person an die Schulen kommen darf. Die Wiedermöglichmachung des YOLO-Days habe nach der Pandemie ebenfalls eine große Portion Kraft gekostet. Während der Pandemie gab es nur eine „Hygienekiste“ überreicht, die aber durch gedrehte Videoclips der „Netzhelden“ der Erich-Kästner-Schule (EKS) vom heutigen Tag noch ergänzt werden soll. „Ein gesundes Leben in unserer Stadt. Unsere Kinder sollen gesund aufwachsen und wir gesund alt werden.“, meint Bürstadts Bürgermeisterin Barbara
Fotos: Benjamin Kloos
Schader. Mit Kreativität werden wichtige Themen vermittelt, „es ist liebevolle Arbeit, die uns weiterbringt.“. Dass der YOLO-Day auch nachhaltig wirke, zeige die Erfahrung der letzten Jahre. Erste Kreisbeigeordnete Stolz teilte eine Anekdote, in der das Kind beim YOLO-Day zum ersten Mal Vollkornbrot probiert habe, dies zuhause erzählte und seitdem nur noch Vollkornbrot gegessen werde. „Es ist ein Tag, der in Erinnerung bleibt und den die Kinder auch nach Hause tragen.“ Einen wichtigen Beitrag zum Gelingen des YOLO-Days leistet das Gesundheitsamt, dessen Mita rbeiter den Kindern die Werte eines gesunden Lebens vermitteln. Aber auch Privatpersonen sind beim YOLO-Day dabei. So konnten die Kinder herausfinden, dass eine Rettungsdecke eigentlich durchsichtig ist, was ein Hospiz ist und was die Arbeit von Lebensmittelkontrolleuren bedeutet, aber auch, was artgerechte Tierhaltung ausmacht, sogar veranschaulicht durch echte Hühner. Konsequenzlehre und Gesundheitsaspekte altersgerecht vermitteln. Die Erziehung zu verantwortungsbewussten Bürgern, aber mit Spaß verbunden – das ist das Ziel des YOLO-Days. Man lebt nur einmal, also soll dieses eine Mal auch genutzt werden. Leonie Theil
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Man lebt nur einmal – aber gesund
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