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!ticket Österreichs Eventmagazin Nr.1

musik show 2 0 1 9 sport theater kabarett

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Ausgabe 227

2,90 €

Damit sind Sie live dabei!

das nunstück Humor ist keine Frage des Alters, manchmal aber der Herkunft

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Österreichische Post AG / MZ 15Z040254 M, CTS Eventim Austria GmbH, Mariahilfer Straße 41–43, 1060 Wien

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ÖFB-Teamkapitän JULIAN BAUMGARTLINGER über den Erfolgsdruck im Fußball

mensch! HERBERT GRÖNEMEYER

Wien, Graz und Schladming: Zwischen März und September beehrt Herbert Grönemeyer gleich vier Mal Österreich, im Gepäck seine geschätzten Klassiker und ganz viel Tumult!


DAS MUSICAL MIT DEN HITS VON

© THE BODYGUARD (UK) LTD. Designed by DEWYNTERS

RAINHAR D FE ND RICH

Foto VBW © Oliver Gast 2018

BUCH Titus Hoffmann Christian Struppeck

REGIE Andreas Gergen

THE ROCK-MUSICAL IN CONCERT LYRICS BY TIM RICE MUSIC BY ANDREW LLOYD WEBBER MIT

DREW SARICH

12. APRIL

BIS

ALS JESUS

22. APRIL 2019

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JULIAN BAUMGARTLINGER Die Erwartungshaltung der Fans an Sportler ist groß – mitunter auch bei Österreichs Fußballnationalteam. Teamkapitän Julian Baumgartlinger sprach mit uns über interne und externe Druck-situationen von öffentlichen Personen in einer permanenten Leistungsgesellschaft.

42 EDITORIAL

Der Gag-Ball

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liver Polak ist ein deutscher Komiker. Und Jude. Das Jüdische ist auch Thema seiner Programme, das hat er mit vielen anderen Juden gemeinsam – von Woody Allen bis zum Schweizer Autor Charles Lewinsky, der das Buch „Ein ganz gewöhnlicher Jude“ geschrieben hat. Zum Anfang seiner Karriere probierte er im renommierten Quatsch Comedy Club etwa das „Judenspiel“ aus, das ging so: Polak nennt den Namen eines Prominenten und das Publikum muss dann raten, ob es sich um einen Juden oder um einen „normalen Menschen“ handelt. „Bei Iris Berben rufen sie ,normal‘, bei Alfred Biolek ,Jude‘, bei Alf sind sie sich nicht sicher.“ Das „Judenspiel“ endete immer gleich: „Ich sage: Oliver Polak. Die Leute rufen: ,Jude!‘ Darauf sage ich: Nein, ich bin normal, ich mache das nur wegen des Geldes.“ Für jeden anderen (zumindest deutschsprachigen) Komiker wäre diese Pointe brand-

gefährlich, ob der historischen Vorbelastung selbst im geschützten Rahmen der Kunst eine beinah unverzeihliche Grenzüberschreitung. Polak hingegen – so frohlockte er auch in seinem ersten Buch – ist Jude, also darf er das. Obwohl Polak „kein jüdischer Komiker sein will“, ist er es dennoch, denn „das Jüdische“ ist sein Tummelplatz, ebenso wie „das Türkische“ Kulisse für Kaya Yanar oder Bülent Ceylan, vor der sie ihre Geschichten erzählen. Das Jüdische ist auch Thema seines dritten Buches: „Gegen Judenhass“ wurde letztes Jahr veröffentlicht. In ihm beklagt sich Polak, dass ihn ein berühmter (im Buch aber ungenannter) TV-Moderator antisemitisch beleidigt habe. Es dauerte nicht lange, bis die investigative Presse wusste: Beim Namenlosen handelt es sich um Jan Böhmermann. Die Vorwürfe gehen acht Jahre zurück, auf einen gemeinsamen Auftritt zahlreicher Kabarettisten zum 25. Bühnenjubiläum des Deutsch-Türken

Serdar Somuncu, der sich mit satirischen „Mein Kampf“-Lesungen einen Namen gemacht hatte und seinen Ehrentag an nur einer Richtlinie festmacht: „Jede Minderheit hat ein Recht darauf, beleidigt zu werden“ – darunter Frauen (die anwesende Carolin Kebekus), Schwarze (der gastierende Dave Davis), Türken (Somuncu selbst) und eben Juden. Der ganze Abend scheint ein Einverständnis vorauszusetzen: Im Rahmen satirischer Provokationsexzesse gibt es kein Tabu – nicht nur für den eifrig geifernden Polak allein. „Wir lassen uns von Nazis nicht das Spielen verbieten“, sagt Somuncu zu Showende. Nun kann man das provokante Spiel mit Klischees lahm finden, darf aber trotzdem nicht vergessen: Satire hat gerade in ihrer radikalen Überhöhung eine aufklärerische Kraft und muss eingedenk des Kontexts gemessen werden. Stefan Baumgartner (Chefredakteur)

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JAN FEB MAR APR MAI JUN JUL AUG SEPT OKT NOV DEZ

IN DIESER AUSGABE [14] Ernst-Happel-Stadion Die größten Rock- und Pop-Konzerte des Jahres [18] Elevate Der Spagat zwischen Musik, Kunst & Gesellschaft [20] Ybbsiade Humor ist keine Frage des Alters [22] Das Nunstück Über kollektives Humorempfinden [40] Cavalluna Die mitreißende Pferde-Show [45] Thrasher Brewery Musik zum Trinken [52] Masters Of Dirt Der Jungspund

Roger Waters vs. Donald Trump Pink Floyd. Anlässlich der Ausstellung „Pink Floyd – Their Mortal Remains“, die im Augenblick in Dortmund zu sehen ist, sprach die Pink-Floyd-Legende Roger Waters mit der Presse und machte auch klar, was er von Trumps geplanter Mauer zu Mexiko hält. Waters’ Vorschlag ist es, Konzerte mit dem Album „The Wall“ an der Grenze zu spielen. Nicht zum ersten Mal positioniert er sich gegen Trump: Schon 2016, während des US-Wahlkampfs, konnte man während Konzerten von Waters zum Beispiel den projizierten Satz „Trump is a pig“ lesen. Es wäre auch nicht das erste Mal, dass Waters das gesamte Album „The Wall“ zu einem politischen Anlass aufführt: 1990 spielte er es, um den Fall der deutschen Mauer zu feiern. Der Musik von Pink Floyd wird auch von The Austrian Pink Floyd Tribut gezollt: Im Frühjahr und im Herbst in Österreich!

Lisa Eckhart. In der Männerdomäne des Kabaretts ist die Steirerin Lisa Eckhart eine willkommene Ausnahme, glänzt mit einer bitterbösen, gefinkelten Dekonstruktion der Sozietät, die zudem in einen pathetischen Sprachkoloss gewandet ist, der zuerst feingeistig um den Stein des Anstoßes mäandert, in extenso gickst, bevor er das Hackebeil zuckt und sich dem Blutrausch ergibt. Während bei ihren Bühnenauftritten das Säuseln zwischen den Zeilen überhört werden mag, so lässt die Verschriftlichung 17 ihrer Bühnentexte und fünf pointierter, zynischer Stellungnahmen zur Zeit genügend Luft, in den Mahlstrom zwischen Eleganz und Schweinerei einzutauchen. Als Appendix gibt es zudem ein Gespräch mit Michael Niavarani, der fragt: „Hast du jemals daran gezweifelt, ob du Künstlerin bist, oder nicht?“ Darauf Eckhart, wahrlich wahrheitsgemäß: „Also ich war immer überzeugt davon, dass ich ein Publikum verdiene.“ Lisa Eckhart spielt „Die Vorteile des Lasters“ laufend in ganz Österreich, ihre Kolumne findet sich in jeder !ticket-Ausgabe auf Seite 62!

28 Bibi Blocksberg Das MitmachMusical verspricht viel Spaß, Zauberei und Schabernack

LIFESTYLE 30 Ohrenschmaus vs Ohrensaus Das neue Jahr startet mit Partylaune und Rock-Legenden

HEIMAT 32 Destroyed But Not Defeated schrecken nicht vor Ausgefallenem zurück

LOCATION 36 Haus der Musik Innsbruck wagt, wovon andere träumen und schafft Platz für Kultur

KULTOUR 38 Komödie Ernst ist schon das Leben, umso erfrischender wirkt die Komödie auf uns ein

SPORT 42 Fußball Im Gespräch mit Julian Baumgartlinger über Erfolgsdruck im Sport

GCHECKT 46 Musik, Filme, Equipment und Spiele DJ Ötzi, White Lies, „Alita“, „Metro Exodus“ u. v. m.

Fotos: Schultz & Schirm, Metallica, CEPA-pictures.com; llustration: baes

Metallica. Nach AC/DC und Iron Maiden bringen jetzt auch Metallica ihren eigenen Hopfentrunk auf den Markt. Zusammen mit der Brauerei Arrogant Consortia von der Stone-Brewing Marke haben Hetfield & Co. ein eigenes Bier namens „Enter Night Pilsner“ kreiert, augenscheinlich benannt nach den Refrain-Lyrics aus „Enter Sandman“ vom „schwarzen Album“, dem erfolgreichsten Album der Band. Das Bier soll laut Definition geschmacklich „dem harten Sound der Band entsprechen“ und wird in Europa ab Frühjahr erhältlich sein. Metallica gastieren im Rahmen ihrer „WorldWired“-Tour am 16. August im Wiener Ernst-Happel-Stadion.

KINDER

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SCHEINWERFERLICHT

Mag. Roberta Scheifinger Chefredakteurin und Herausgeberin

Während das halbe Land im Schnee versinkt – auch „Night Rocker“ David Hasselhoff war im Jänner in Saalbach-Hinterglemm eingeschneit –, macht sich in unseren Köpfen bereits Freiluft-Stimmung breit. Zumindest das Konzert-Barometer verspricht uns einen extra heißen Sommer, erwarten uns immerhin nicht nur wieder zahlreiche Mega-Festivals wie das Nova Rock (Die Ärzte! Slipknot!) und das FM4 Frequency (Twenty One Pilots!), sondern auch über ein Dutzend (!) Stadionshows in Wien, der Steiermark und Kärnten (!) – teils bereits ausverkauft, oder zumindest so gut wie. Wie viele Male Ed Sheeran und Rammstein wohl „ihre“ Stadien hätten füllen können, wenn man sie nur ließe?! In der Jetzt-Zeit, sprich Februar, erwartet uns ein bunter Live-Mix mit Snow Patrol, Twenty One Pilots, Pete International Airport, David Duchovny, Philipp Poisel, Shakin’ Stevens, Bastille, Slash und vielen mehr. Kabarettistisch freuen wir uns im 1. Quartal auf neue Programme von u. a. Mike Supancic, Klaus Eckel, Reinhard Nowak & Roman Gregory, Martin Kosch, Klaus Eckel, Werner Brix, Ludwig Müller, Weinzettl & Rudle, Alf Poier und Lukas Resetarits. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine unterhaltsame Faschingszeit!

• Highlights Februar • Highlights Februar • Highlights Februar •

Pete International Airport Das The Dandy Warhols-Sideprojekt mit „Safer With The Wolves“ im Gepäck 11., Arena Twenty One Pilots Mit ihrem neuen Album „Trench“ im Gepäck. Restkarten! 17., Wiener Stadthalle (D)

David Duchovny am 12. Februar in der Arena Wien.

Dire Straits Experience Die legendären Hits in einer Zeitreise u. a. mit Chris White & Terence Rais 16. & 18., Linz & Wien

Jason Mraz Mit im Gepäck viele Hits des GrammyGewinners und das Album „Know“ 26., Gasometer

Bastille 2019 soll auch das neue Album „Doom Days“ folgen 23., Gasometer

Snow Patrol Nach sieben Jahren Funkstille die Wiederkehr mit „Wildness“ 9., Gasometer

Dendemann Der aus dem Neo Magazin Royal bekannte Rapper kommt auf den Punkt 20. bis 22., Salzburg, Wien & Linz

Madrugada Die fantastische Indie-Rock-Band aus Norwegen ist endlich wieder zurück! 27., WUK

06| highlights

Fotos: Barracuda Music (David Hasselhoff), Dave Meyers (Ariana Grande), Sean McGlynn (David Duchovny)

Parkway Drive Nach dem Nova Rock kommen sie mit „Reverence“ lautstark zurück 17., Gasometer


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Ariana Grande Sweetener Mit ihrer kraftvollen Stimme und ihrem außergewöhnlichen Vocal-Range gilt Ariana Grande als eine der erfolgreichsten PopKünstlerinnen der heutigen Zeit. Mit stetiger Präzision erschuf der ehemalige Broadway-Star über die Genres hinweg aus Elementen des Pop, R&B, Soul und der elektronischen Musik etwas unverkennbar Neues.

3. September, Wiener Stadhalle (D)

David Hasselhoff Freedom! The Journey Continues Bekannt aus den Fernsehserien „Knight Rider“ und „Baywatch“ war David Hasselhoff einer der größten Stars in den Achtzigern und Neunzigern. Aber auch als Sänger hat er ein ordentliches Resümee vorzuweisen. Songs wie „Limbo Dance“, „Crazy For You“ oder „Looking for Freedom“ sind jedem ein Begriff. Nach vielen Höhen und Tiefen ist „The Hoff“ auch heutzutage immer noch unterwegs und absoluter Kult. Konzert des Jahres! Pflichttermin!

8. bis 12. Oktober, Innsbruck, Wien und Graz

highlights

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Ich hab d S

uperstar und Ausnahmekünstler Herbert Grönemeyer hält bekanntlich in Sachen Politik und humanitäres Zusammenleben mit seiner Meinung nicht hinterm Berg – und sicher auch nicht hinter dem österreichischen, wie wir uns noch heuer überzeugen können! Denn 2019 gibt der erfolgreichste Musiker im deutschsprachigen Raum (mehr als 20 Mio. verkaufte Tonträger!) nach vier Jahren Pause neben Graz und Wien auch in Schladming ein Konzert der Extraklasse. Vor atemberaubender Kulisse werden Fans und jene Menschen, die ihr Herz am rechten Fleck haben, Zeuge davon, wie der Volksvertreter der Herzen kollektives Glücksgefühl verbreitet und uns weit über das eigentliche Konzert hinaus daran glauben lässt, dass die Welt tatsächlich eine bessere werden kann. Denn das Anprangern von gesellschaftlichen Missständen, das Grübeln über Politik spielt bei Grönemeyer seit (beinahe) jeher eine besonders wichtige Rolle: Wenn andere schweigen, wird er zur Stimme der Nation, wenn andere bekehren, klärt er auf und nimmt an die Hand. Seine Al-

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ben halten der Gesellschaft einen Spiegel vor, der das Schönste, vor allem aber das Hässlichste im Land zeigt. Seine gesellschaftskritisch-zeitlosen Texte regen zum mitschunkelnden Nachdenken an, „fasst die deutsche Mentalitätsgeschichte mit seinen Liedern in prägnante Bilder und Situationen“, wie der Schriftsteller Michael Lentz einst so schön meinte. Eine Werkschau Grönemeyers ist, mehr als bei jedem anderen Künstler, also immer auch ein beachtliches Stück Zeitgeschichte. Die Anfänge: Von „Grönemeyer“ bis „Gemischte Gefühle“ (1979–1983) Gründung der deutschen Grünen, Großdemo gegen Kernkraft und RAFVerurteilungen: In Deutschland stehen 1979 alle Zeichen auf Veränderungen und humanitäre Offenheit. Fügung oder Zufall, dass Grönemeyer just damals sein Debütalbum herausbringt? Damals gilt der 23-Jährige als „Schauspieler, der auch singt“, ist vor allem aus Wolfang Petersons Kinoknüller „Das Boot“ bekannt. In den deutschen Charts regiert Disco-Sound a la Boney M., Village People oder Blondie, mit

„deutscher Realsatire“, wie Grönemeyer seinen Erstling heute distanzierend nennt („Kein Text war von mir!“), kann man wenig anfangen. Harmlose Arrangements mit sperrigen Texten, hüpfend zwischen verschiedenen Genres: „Grönemeyer“ ist Liedermacherei, aber nicht Grönemeyer. Die Platte floppt, heimst immerhin den Preis als „hässlichstes Cover des Jahres“ ein. Der Musiker aus Leidenschaft gibt aber nicht auf und veröffentlicht Anfang der 1980er die Folgeplatten „Zwo“, „Total Egal“ und „Gemischte Gefühle“, die ebenfalls keine kommerziellen Erfolge werden, immerhin aber die Klassiker „Currywurst“ und „Ich hab dich lieb“ hervorbringen – letzteren wird Grönemeyer zukünftig ausschließlich in Österreich singen. Weil nur bei uns der Song ein Riesenhit wurde, die Deutschen hatten’s mit der Liebe weniger. Eigentlich hatte Grönemeyer das Lied „schon längst vergessen“, meinte er mal – bis das Wiener Publikum bei einem Konzert einst „I hob di lieb!“ schrie. Seitdem wird bei jedem (!) Österreichkonzert gekuschelt. Das Album „Gemischte Gefühle“ lässt bereits

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2019 hören wir endlich wieder, wie lieb er uns hat: Superstar Herbert Grönemeyer sorgt mit vier Österreichkonzerten – unter anderem in Schladming! – für das vielleicht größte musikalische Highlight des Jahres. Zu Herberts Ehren unternehmen wir eine zeitgeistige Reise und erinnern uns: Album für Album. TEXT: MANUEL SIMBÜRGER


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dich lieb! mit popmusikalisch aufbereiteten Themen wie Behinderung, Suizid oder Gastarbeiter aufhorchen – bis dahin vor allem Punkbands vorbehalten.

Fotos: Antoine Melis

Herbert Grönemeyer Eine Werkschau verspricht der deutsche Ausnahmekünstler für seine vier Österreichkonzerte. Natürlich, wie immer, bei uns exklusiv: „Ich hab dich lieb“.

Der Aufstieg: Von „4630 Bochum“ bis „Ö“ (1984–1988) Seine neue Plattenfirma EMI lässt Herbert endlich Herbert sein: In „4630 Bochum“ zeigt er bereits, wenn auch noch nicht formvollendet, seine Gabe, poetische Bildsprache für die breite Masse minimalistisch aufzubereiten, ein bisschen kitschig, nie verkopft, aber immer mitten ins schuldoder sonstwie behaftete menschliche Herz treffend. Als „ein Stück Heimat“ wird die Platte empfunden, vor allem aber als Startschuss für den beliebten Grönemeyer-Stil: Bodenständigkeit verpackt in eingängigen Melodien und „lyrische[r] Mixtur aus punktgenauen Fingerzeigen und frei Interpretationsfähigem“, die „die hiesige Musiklandschaft einst über Nacht auf den Kopf [stellte]“, so ntv. Die aufbrausenden und hungrigen 80er-Jahre hatten ihren Vater, Bruder, Gefährten gefunden – zumindest in Deutschland: Dort war nicht, wie überall sonst, Jacksons „Thriller“ die erfolgreichste Platte des Jahres, sondern eine Scheibe über Männer, Alkohol und Flugzeuge im Bauch, kurz: über das Leben im Pott. Mit „Sprünge“, nur gering an den damals beliebten Deutschrock angelehnt“, wagt sich Grönemeyer 1986 endgültig aufs politische Parkett. Er wird zum Künstler, der sich an heikle Themen heranwagt – und der sich in Folge zum Volksdichter, zur Stimme der Nation, ja gar zum „fleischgewordene[n]

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Licht im Dunkeln“ (© ntv) wandelt. Harsche Kommentare und unmissverständliche Worte zur damaligen Helmut-Kohl- und Maggie-ThatcherÄra finden sich auf der Platte genauso wie zur Anti-AKW-Bewegung oder zur Apartheid in Südafrika. Weg vom Eskapismus, hin zum Hinsehen! Die deutsche Politik ist nicht erfreut, die Bevölkerung aber bekommt (unwissentlich), was sie braucht: Auch der Nachfolger „Ö“, auf dem Grönemeyer seiner politischen Meinung weiterhin freien Lauf lässt, wird zum durschlagenden Erfolg. Allen voran die CDU und insbesondere Ministerpräsident Uwe Barschel bekommen ihr Fett weg. „Die Zeit“ betitelt Grönemeyer als „deutschen Rock-Poeten“, dessen Lieder „von Manneskraft bibbern.“ Andere tun es ihm ähnlich, Fendrichs „Macho Macho“ stürmt die Charts, genauso übrigens „(I’ve had) The Time Of My Life“. Auch auf „Ö“ dominieren die Liebeslieder. „Meine letzte unbeschwerte Platte, mit aller Wucht und Kraft, die ich hatte“, wird Grönemeyer später sagen. Die Selbstfindung: Von „Luxus“ bis „Bleibt alles anders“ (1990–1998) Die 1990er-Jahre sind vor allem: laut, schrill, bunt! Wo möchten wir hin, wer sind wir? Für viele Künstler sind sie ein Jahrzehnt der Identitätssuche, des Neubeginns und Abschiednehmens, des Nicht-so-genau-Wissens, auch der Wertelosigkeit. Auch musiktechnisch probiert man alles aus, das Heimatlose der 80er wird auf die nächste Stufe gehoben: Von Grunge über Techno, Britpop und Bubblegum-Pop bis hin zu krachenden Partyhits, Heavy-MetalHeadbanger und Larger-than-life-Diven gibt’s für jeden etwas. Dann auch noch das wiedervereinigte Deutschland und der MTV-Hype samt alles verän-

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derndem Musikvideo-Trend: Chaos! Die Zäsur: Von „Mensch“ bis „SchiffsAuf „Luxus“ (1990) steht der bodenverkehr“ (2002–2011) ständige Grönemeyer all den VeränNach dem Tod seiner beiden geliebten derungen skeptisch gegenüber, es doMenschen kehrt Grönemeyer besser miniert eine ernste, verbitterte, gar bosund gewaltiger denn je zurück, verhafte Grundstimmung (beispielsweise wandelt Trauer und Schmerz in Stärke singt er über die drohende Ausbeutung und Kreativität und kämpft sich vor des Ostens, womit er recht behalten unser aller Augen ins Leben zurück: sollte). Folgerichtig und pointiert be„Mensch“ wird Grönemeyers bis dato titelt er das nächste Album, das drei größter Erfolg, das Album sein emoJahre später erscheint: „Chaos“. Heißt tionalstes und persönlichstes, penbei Herbert: Noch mehr Rock, noch delnd zwischen Schmerz und der Sumehr Politik! „Die Härte“ ist einer jener che nach neuer Lebensfreude. Wieder Songs, auf dem er sich am deutlichsten einmal zeigt Grönemeyer: Er fühlt, gegen den erneut aufkeimenden denkt, trauert wie wir. Und doch ist Rechtsradikalismus positioniert, „Grönes auch die tragische und doch so beland“ befasst sich mit der Situation junkannte Geschichte des gefallenen Suger Arbeitsloser in Ostdeutschperstars, der phönix-gleich aus land. Der Künstler erkennt der dunklen Asche in das seine Macht: Erhebt er grelle Licht der Öffentdie Stimme, hört die lichkeit zurückkehrt. (deutschsprachige) Besser als je zuvor Welt zu. Mit „Bleibt bündelt er seelische Wir verlosen eine signierte Fanbox alles anders“ (1998) Zustände mit wenivon „Tumult“. Mehr Informationen und schließt Grönemeyer gen Worten zu einem Teilnahmebedingungen: das Jahrhundert ab: berührenden Gesamtwww.ticketmagazin.com Elektronische Beats domipaket. Auf „12“ (2007) nieren, was überrascht, auch wird’s wieder ein bisserl opweil die Fanta 4 und Fettes Brot mit timistischer, an Politik- und Geselldurch und durch deutschem Sound schaftskritik wagt sich Grönemeyer die Charts dominieren. Statt eine Reise aber nur langsam wieder heran, wesnach Außen gibt’s eine ins Innere: halb diese auch etwas inhaltsleer und Klare politische Statements fehlen, ohnehin limitiert daherkommen. Bestattdessen geht’s um Grönemeyers rührend und im Kontext folgerichtig Gefühlsleben, wobei der Sänger sich seine Auseinandersetzung mit Gott, selbst und dem Zuhörer gegenüber Religion und Mutter Erde im pathosdistanziert bleibt. Während der Aufgeschwängerten „Lied 1 – Stück vom nahmen kämpfen seine Frau und sein Himmel“. Mit „Schiffsverkehr“ (2001) Bruder gegen den Krebs, Grönemeyer ist die Trauer verarbeitet, ein Neubescheint im emotional-verwirrenden ginn steht an – mit einem Blick zuNimbus zwischen Angst und Sehnrück: Die Scheibe ist Grönemeyers sucht nach Nähe gefangen. Im „SpieRückkehr zu seinen deutsch-rockigen gel“-Interview gibt er zu: „Es gibt inWurzeln. Deutlich abgeklärt und nerhalb von fünf Jahren immer ein selbstbewusst klingt er. Die Situation paar Minuten, in denen das Leben klasDeutschlands mit seiner Eurokrise se ist. Dazwischen ist Frust und Deund der Wulff-Affäre ist zweitrangig, pression und Tragik und Drama.“ eher spricht Grönemeyer vom Mut,

GEWINN SPIEL


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damals in den 80ern und auch 90ern, was eigentlich wiederum ein politisches Statement ist. „Auf dem Feld“ handelt vom Krieg am Hindukusch, „Deine Zeit“ von der Demenzerkrankung seiner Mutter. Das Hier und Jetzt: „Dauernd Jetzt“ und „Tumult“ (2014–2018) In den letzten Jahren ist sich Grönemeyer seiner Rolle als Sprachrohr des Volkes, der Personifizierung des guten Gewissens wieder bewusst(er) geworden. Auf „Dauernd Jetzt“ (2014) besingt er leise, aber eindringlich das Leid afrikanischer Flüchtlinge, widmet Deutschland eine patriotische Ode mit kritischen Anklängen, warnt zusammen mit Apocalyptica und untermalt von einem Schweineorgelsolo vor der Diktatur der digitalen Medien

und betont auch mal, wenn etwas super ist – wie Weltmeistertrainer Joachim Löw zum Beispiel. Vor allem aber geht es beim Album um „die Dankbarkeit und Demut fürs Leben“, erklärt Grönemeyer, der endlich wieder lachen kann. „In der Platte steckt unverhohlene Freude.“ Die Lebensfreude ist gekommen, um zu bleiben, allerdings auf typische GrönemeyerArt: Während Helene Fischer die heile Welt besingt und zur Realitätsflucht einlädt, blickt Grönemeyer auf seinem aktuellen Album „Tumult“ (nicht zufälligerweise erinnert der Titel an sein 1993er-Album) mutig und spitzzüngig wie eh und je der Realität in ihre angsteinflößende, nervöse Fratze: Es ist ein Album zur Lage der Nation, will warnen und dabei nicht auf eine lebensbejahende Leichtigkeit vergessen. Wir

hängen an seinen Lippen, wenn er darüber spricht, wie es um die Welt nun wirklich bestellt ist. Fast so, als erwarte man vom Meister höchstpersönlich Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit. Populismus, Humanismus, Werteverfall: „Tumult“ ist ein Album mit Haltung, das auch noch eingängig klingt. Vorgetragen von einem, der sein Geschichteerzählen auch auf seinem 15. Album dazu nutzt, die Welt besser zu machen. Grönemeyer ist der Philosoph unserer Zeit, ist Du, Ich, Wir. Die Zeiten bleiben turbulent – das nächste Album kommt also bestimmt … n Herbert Grönemeyer gastiert am 22. März und 12. September in der Wiener Stadthalle (D), am 30. März in der Stadthalle Graz und am 13. September im Planai-Stadion in Schladming.

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Cher

Here We Go Again Cher wird ihrem Publikum neben einer Reihe von Hits aus ihrem riesigen Repertoire auch neue Songs aus dem aktuellen Album „Dancing Queen”, Chers Hommage an die Musik von ABBA, darbieten. Die perfekte Fortsetzung also für ihre umschwärmte Darbietung in „Mamma Mia 2 – Here We Go Again“! 7. Oktober, Wiener Stadthalle (D)

Never Ending Tour Er gilt als einer der wichtigsten EinzelInterpreten der RockÄra, als Inkarnation einer Gegenkultur und wird heute als einer der wichtigsten Songschreiber des Jahrhunderts gefeiert. Das USNachrichtenmagazin Newsweek bezeichnet ihn als für die PopMusik gleichbedeutend, wie „Einstein für die Physik“. Dabei weigert er sich, sich auf seinem Legendenstatus auszuruhen und erfindet sich mit seiner kongenialen Begleitband auf der Bühne Abend für Abend neu!

Bob Dylan

16. bis 19. April, Wien und Innsbruck Mit Band Mit Gefühl für inszenatorische Weite und berührende Intimität erzählt Fatoumata Diawara in ihrer Muttersprache Wassoulou von gesellschaftlichen Missständen und besingt tief verwurzelte Motive ihrer Heimat. Auf der Bühne ist sie die perfekte Verbindung aus Weltoffenheit und Tradition: Mit ihrer „Fender“E-Gitarre in Händen und gekleidet in farbenfrohes Gewand, legt sie ihre Stimme zerbrechlich und doch intensiv auf die fein konstruierten Akkordfolgen.

Cirque Èloize Hotel Zu ihrem 25-jährigen Jubiläum taucht die Erfolgscompagnie aus Montréal in die märchenhafte Welt der mondänen Grandhotels des frühen 20. Jahrhunderts ein. Mit atemberaubender Akrobatik, expressivem Theater, verspieltem Tanz und Live-Musik zeichnet der Cirque Éloize ein farbenfrohes Bild von jenem geheimnisumwitterten Ort. 22. bis 24. März, Festspielhaus St. Pölten

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Fatoumata Diawara 15. Februar, Festspielhaus St. Pölten


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Fotos: Sony BMG (Bob Dylan); Machado Cicala (Cher), Barracuda Music (ZAZ), Axel Martens (Max Goldt), Benjamin Hardman (Ólafur Arnalds), Marikel Lahana (Sophie Hunger), Aida Muluneh (Fatoumata Diawara), Cirque Éloize (Cirque Éloize)

Ólafur Arnalds re:member Von Pop, Weltmusik, Techno, isländischer Volksmusik und Klassik reichen die Stile, die Multiinstrumentalist Ólafur Arnalds auf seinem aktuellen Tonträger „re:member“ einfließen lässt. Beibehalten hat „der Pionier der Neoklassik“ seine Vorliebe für Minimalismus und atmosphärische Klangflächen. Live ist als Percussionist Manu Delago dabei, sowie BegleitmusikerInnen an Violine, Viola und Violoncello. 3. März, Wiener Konzerthaus Molecules „Technoider Pop oder eher Berghain-Blues? Die Schweizerin leistet Aufräumarbeiten in neuen elektronischen Kleidern“, so der Musikexpress über Hungers neues Album „Molecules“. Nachdem die Schweizerin nach Berlin gezogen war, entdeckte sie die elektronische Musik für sich und ordnet ihre neuen Stücke dem Genre „minimal electronic folk“ zu, übrigens ihr erstes Album, das komplett auf Englisch verfasst wurde.

Sophie Hunger

19. und 20. März, Linzer Posthof und Rockhouse Salzburg

Max Goldt Weltstars im Nadelwald Dass Max Goldts Werk sehr komisch ist, weiß ja nun jeder gute Mensch zwischen Passau und Flensburg. Dass es aber, liest man genau, zum am feinsten Gearbeiteten gehört, was unsere Literatur zu bieten hat, dass es wahre Wunder an Eleganz und Poesie enthält und dass sich hinter seinen trügerischen Gedankenfluchten die genaueste Komposition und eine blendend helle moralische Intelligenz verbergen, entgeht noch immer vielen, die nur aufs Lachen und auf Pointen aus sind. Max Goldt gehört gelesen, gerühmt und ausgezeichnet. 11. April, WUK

ZAZ Effet Miroir ZAZ beweist immer wieder, dass Musik grenzenlos ist. Frankreichs weltweit erfolgreichste Sängerin veröffentlichte im November ein neues Album „Effet Miroir“ und kombiniert hierauf Elemente von Chanson, südamerikanischen Gitarren, Pop, Salsa und Rock. Es ist ein Album der Hoffnung und Ausdruck der Überzeugungen von ZAZ, die das Album in Paris, Brüssel und Montreal aufnahm. Live stellt sie uns das Album im Juli im großartigen Ambiente des Steinbruchs in St. Margarethen vor! 31. Juli, Steinbruch St. Margarethen highlights

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Das RockOval

Praterstadion Das Oval, das 1932 noch Praterstadion hieß, ist heute unter dem Namen Ernst-Happel-Stadion Bühne für zahlreiche Stars, mit oder ohne Fußball.

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s waren Jimmy Cliff, Van Morrison und Carlos Santana, die am 8. Juli 1980 im Rahmen des „Musikalischen Sommers“ das Oval mit dem schlichten Namen „Praterstadion“ für den Rock and Roll entjungferten. Damals war es in Europa noch ein Novum, dass Superstars in Sportstadien auftraten oder diese – wie in Wien – für Festivals genutzt werden. Es dauerte zwei weitere Jahre, bis die Rolling Stones die Serie der Stadion-Gigs mit ihrer „Still Live“-

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Tournee endgültig lostraten. Seit 1987, das mit Genesis und David Bowie für zwei Highlights im Prater sorgte, wird es mit wenigen Ausnahmen jedes Jahr als Konzertarena genutzt. Das seit 1992 unter dem Namen ErnstHappel-Stadion firmierende Stadion sollte bereits 1987 hundert Jahre alt sein, doch dem geplanten Baubeginn 1915 machte der für Österreich-Ungarn nicht sonders günstig verlaufende Erste Weltkrieg einen Strich durch die Rechnung. Also legte man den Grund-

stein erst 1928 zum zehnjährigen Gründungsjubiläum der Ersten Republik, eröffnet wurde das damals modernste Stadion Europas im Jahr 1931 mit Platz für bis zu 60.000 Personen. Politische Veranstaltungen zweckendfremdeten den Neubau bereits in den Anfangstagen, nach dem Anschluss quartierte sich das Planungsbüro der Wehrmacht in der Sportarena ein, später internierten die Nazis Juden in den Gängen unter den Tribünen bis zu ihrem Abtransport in Konzentrationslager. Nach der Reparatur von schweren Bombenschäden fanden sogar 90.726 (!) Personen im Praterstadion Platz, nach diversen Umbauten und der Überdachung der Sitzplätze wurde das Fassungsvermögen bei Fußballspielen auf 50.000 reduziert. Bei Großkonzerten hängt die mögliche Besucheranzahl von der Bühnen-Konstruktion ab: Im Normalfall können etwa 56.000 Fans ihren Idolen huldigen, 2010 bei U2 mit einer ovalen Stage etwas mehr als 70.000. Im Laufe der Jahre hat sich die Popund Rock-Royalty im Happel-Stadion die Garderobentürklinke in die Hand gegeben. Von Tina Turner, Michael Jackson, Pink Floyd, Herbert Grönemeyer, Elton John, den Dire Straits bis zu Bon Jovi, Guns N’ Roses, R.E.M., Bruce Springsteen, U2, AC/DC und

Fotos: Barracuda Music, Stuart Wood, Walter Mittelholzer, Olaf Heine

In zwei Jahren könnte das Ernst-Happel-Stadion im Wiener Prater seinen 90. Geburtstag feiern. Wenn kein Neubau dazwischenkommt. Bis dahin bleibt es die bevorzugte Spielstätte der Superstars, mit Fußball und E-Gitarre. TEXT: ALEXANDER HAIDE


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GEWINN SPIEL Wir verlosen 1×2 Tickets für Phil Collins am 2. Juni in Wien! Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen: www.ticketmagazin.com

Phil Collins Der 1951 geborene Londoner hat als Solokünstler über 150 Millionen Platten verkauft – nachdem er mit seiner Band Genesis bereits zum Weltstar geworden war: Collins stieß 1970 zur Band, zunächst als Drummer, dann ersetzte er Peter Gabriel als Leadsänger.

AUSGEZEICHNETE STARS Es finden sich im Großen und Ganzen zwei Kategorien von Auszeichnungen, die die Queen an Rockund Pop-Stars verleiht: Der MBE – „The Most Excellent Order of the British Empire“ – ist ein Verdienstorden und der am häufigsten verliehene Ritterorden. Auch ohne Ritterschlag gelten die Träger als geadelt und führen den Titel Dame oder Sir. Der „Knight Bachelor“ wiederum ist der niedrigste Rang eines Ritters, zu dem die Queen einen ihrer Untertanen schlagen kann und wird ebenfalls gerne an Stars verliehen. Phil Collins ist Lieutenant of the Royal Victorian Order (für seine Verdienste um die Charity-Organisation „Prince’s Trust“).

Elton John ist seit 1995 Commander of the Order of the British Empire, 1998 wurde er für seine Charity-Arbeit zusätzlich zum Ritter geschlagen. Mick Jagger adelte die Queen 2003 für seine Verdienste um die Populärmusik (Knight Bachelor), Keith Richards ist deshalb angeblich eifersüchtig. Paul McCartney & Ringo Starr bekamen als Beatles bereits 1965 den MBE-Orden, später wurde McCartney (1997), Ringo erst im Vorjahr zum Knight Bachelor geschlagen. Rod Stewart, Commander of the British Empire. Bob Geldof darf als Knight Commander of the Order of the British Empire nach seinem Namen die Buchstabenfolge KBE führen. Da er kein Bürger des

Commonwealth ist, ist ihm das Tragen des Titels „Sir“ nicht gestattet, auch wenn sein Spitzname „Sir Bob“ oft genutzt wird. Van Morrison ist seit 1993 Träger des OBE (ähnlich des MBE) für seine Verdienste in der Kunst, und – in Frankreich – ein Officer de l’Ordre des Arts et des Lettres. Bono trägt wie Geldof den Titel eines Knight Commander of the Order of the British Empire und bekam den portugiesischen „Order of Liberty“ für seine Verdienste um Frieden, Demokratie und Menschenrechte. David Bowie lehnte 2003 seine Erhebung in den Adelsstand mit der Begründung ab, dass das nicht das Ziel seiner Arbeit gewesen wäre.


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Madonna, Ed Sheeran und Helene Fischer – um nur einige zu nennen – konzertierten viele Superstars in der Arena. Freilich geht es im Wiener Prater nicht immer so profan zu: Religionen – von den Katholischen Jugendtagen über Versammlungen der Zeugen Jehovas bis zu Massenhochzeiten der MoonSekte – nutzten das Stadion als Freiluft-Kirche. Dass vor einem Jahrhundert erste Pläne

From Genesis to Revelation. 1995 schimpfte Nick Hornby in seinem Poproman „High Fidelity“: Mit einer Frau, die Phil Collins höre, könne man keine Beziehung führen. Spätestens seitdem gilt Collins als der König des Uncoolen – obwohl (oder: gerade weil!) er mit Genesis längst zum Weltstar geworden war. Genesis. Sie waren neben Pink Floyd, Yes und Emerson, Lake & Palmer eine derjenigen Bands, die Ende der Sechziger das Spätwerk der Beatles aufgriffen und den Rock ’n’ Roll mit einer links-intellektuellen Alternativkultur verknüpften. Prog Rock zu spielen galt damals schon in weiten Kreisen als Beleidigung, widersprachen die artifiziellen Ansätze der vermeintlich einzig wahren Motivation der Rockmusik, der wüsten Rebellion gegen die konservative Elterngeneration. Selbst als das internationale Leitmedium der Szene, der amerikanische Rolling Stone, vor wenigen Jahren eine Liste der 500 besten Alben aller Zeiten veröffentlichte, war denn auch der Prog völlig unterrepräsentiert. Und eine Vielzahl an weiteren Bestenlisten, die seit Jahren versuchen, Popmusik zu kanonisieren und das Wertvolle vom Veraltenden zu scheiden, vergessen auf das opulente, Geschichten erzählende Genre. Dabei hat der Prog bis heute eine inspirierende Kraft. Gegenwärtig erfährt er durch Bands und Solokünstler wie Steven Wilson, Tool und

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für das Wiener Oval als gigantisches Multifunktionsstadion mit Autorennstrecke und Schwimmbad gar nicht so weit hergeholt waren, zeigten erste Gedanken des heutigen Sportministers zu einem Um- oder sogar Neubau des in die Jahre gekommenen Praterstadions: Bis hin zu einer integrierten Schisprungschanze reichen die Überlegungen. Doch wie sagt man in Wien so schön: „Schaun mer mal, dann sehn mer scho.“

n Neben den Heimspielen des ÖFB (u. a. am 21. März gegen Polen) gastieren im Ernst-Happel-Stadion: Phil Collins am 2. Juni, Bon Jovi am 17. Juli, Pink am 24. Juli, Metallica am 16. August, Rammstein am 22. und 23. August und Andreas Gabalier am 31. August. Tickets gibt es bei oeticket.com, für Metallica gibt es ticketPLUS+ Hotel-Angebote, für Phil Collins, Bon Jovi und Metallica VIPPackages.

Opeth Die Stockholmer haben Anfang der Neunziger als reine Death-Metal-Band ihre Karriere gestartet, begannen jedoch sukzessive, Einflüsse aus Progressive Rock zu verarbeiten. Seit „Heritage“ (2011) ist von den brachialen Wurzeln nichts mehr über geblieben.

Opeth eine ästhetische Wandlung und erlangt eine neue Aktualität – auch wenn freilich der liebliche Folk Rock und der bündige Post Punk als die unangefochtenen Spielarten der modernen Populärmusik gelten. Die größte Krux für die breite Masse liegt einerseits in der Ernsthaftigkeit des Genres begründet – nicht selten ein Synonym für „Langeweile“, die in der kunterbunten, effekthascherischen, nicht selten banalen Popwelt einst wie heute wenig zu suchen hat. Und natürlich in der Langatmigkeit: Speziell für die gegenwärtige ADHS-Generation an Musikrezipienten ist es ein Graus, wenn nicht unverzüglich auf den Punkt (Singalong-Chorus) gekommen wird und anstatt eingängiger, linearer Melodien krumme Metrik den Ton angibt. Im Gegensatz zum Hitfabrikat ist progressive Musik, so Steven Wilson (Porcupine Tree), „etwas Verschwommenes und Episches, das den Hörer mit auf eine Reise nimmt, die seine Aufmerksamkeit für längere Zeit beansprucht.“ Dabei ste-

hen die musikalische Virtuosität und die unkonventionellen Arrangements nicht im Fokus, sondern sind erzählerisches Mittel. Mikael Åkerfeldt (Opeth) betont, es sei eben nicht erklärtes Ziel, möglichst viele verquere Noten zu spielen, sondern „eine Mischung frischer Stile und Einflüsse“ zu erlangen. Adam Jones (Tool) möchte dabei „weiter die eigenen Grenzen testen.“ Prog ist letztlich, im Gegensatz zum Eskapismus der Popmusik, progressiv nicht aus musikalischer Perspektive allein, sondern versteht sich vollinhaltlich auch für den sozialen und kulturellen Fortschritt der Gesellschaft mitverantwortlich. Und wie das Leben ist auch sein Soundtrack manchmal sperrig. Stefan Baumgartner n Opeth sind am 11. Mai Headliner am Vienna Metal Meeting in der Arena Wien, ebenda spielen am 8. April Crippled Black Phoenix. Tool spielen am 5. Juni in der Wiener Stadthalle (D), Steven Wilson am 11. Februar im MuseumsQuartier (Halle E).


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Inspiration im A

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Programmierung Zusätzlich ist es den Machern des Elevate natürlich auch wichtig, ein innovatives Musikprogramm zu bieten. Dank Acts

wie den musikalischen Grenzgängern von DAF oder den Drone-Rockern Sunn O))) ist auch dieser Anspruch gelungen. Wie Steirer erzählt, steht bei der Festivalplanung zunächst das Erarbeiten des thematischen Schwerpunkts im Vordergrund, ehe danach die Bands gebucht werden. „Bei unserer Programmierung achten wir darauf, interessante und aktuelle KünstlerInnen zu buchen, die sowohl international als auch für Graz relevant sind. Dem finalen Booking geht ein reger Austausch im Team voran, das dann gemeinsam Entscheidungen trifft.“ Dabei soll vor allem „ein möglichst breites Spektrum der Musiklandschaft“ abgebildet werden. Der Themenschwerpunkt „schwingt dann natürlich auch beim Booking mit“, so Steirer. Daher gibt es natürlich auch Gründe, warum etwa DAF und Sunn O))) gebucht wurden. „Bis heute steht DAF für Provokation und das Spiel mit Tabus, die von ihnen oftmals gebrochen wurden. In ihrer Musik und ihrem Auftreten spielen sie gezielt mit faschistoider Symbolik, wie Uniformen, Marschmusik und Texten, die für das Publikum nicht immer eindeutig zu lesen sind. Dieses Ausloten der Grenzen passt wunderbar zu unserem Wahrheits-Schwerpunkt. Bei den US-Amerikanern von Sunn O))) ist es vor allem „die körperliche Grenz-

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Schwerpunktfindung Heuer findet das Festival vom 27. Februar bis 3. März statt. Der Schwerpunkt lautet dieses Mal „Truth“, englisch für „Wahrheit“. Ein Thema, welches in Zeiten gefühlter Fakten und sogenannter „Fake

News“ relevanter nicht sein könnte. Auch das Thema „Social Media“ wird bei diesem Themenkomplex zwangsläufig behandelt. Die sozialen Netzwerke sind dabei schon seit mittlerweile zehn Jahren Gegenstand diverser Diskussionen im Rahmen des Festivals. Generell ist es den Organisatoren wichtig zu vermitteln, dass im Bezug auf neue Technologien nicht nur in Schwarz-Weiß-Schemata gedacht wird, denn der Diskurs sei ja dadurch auch lebendiger geworden. Die Findung der jährlichen Schwerpunkte des Festivals ist dabei eine Gemeinschaftsproduktion des gesamten Elevate-Teams. „Wir diskutieren im Team sehr oft und intensiv – es gibt Vorschläge und dann wird abgewogen, was relevant ist und als Festivalkonzept gut funktioniert“, so Daniel Erlacher, Diskurs-Leiter des Festivals. „Das ganze Team ist generell sehr aktiv und interessiert – an künstlerischen Entwicklungen, wie auch diskursiven und politischen Tendenzen. Wir reflektieren und wählen dann mit Bedacht aus, was relevant ist und eben nicht schon im Mainstream breitgetreten ist.“

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inen möglichst offenen Diskurs innerhalb der Gesellschaft zu führen scheint wichtiger denn je – gerade da die Fronten zwischen denen, die für mehr Offenheit plädieren, und denen, die sich in der eigenen Welt verschanzen wollen, verhärteter als jemals zuvor erscheinen. Das Grazer Elevate Festival (der Name ist von eine Fahrt im Lift des Grazer Schlossbergs inspiriert) macht es sich daher seit 15 Jahren zur Aufgabe, neben künstlerischen Darbietungen aller Art auch Vorträge und Diskussionsrunden zu gesellschaftlich relevanten Themen in das Programm mit aufzunehmen. Oder wie es Bernhard Steirer, Geschäftsführer des Elevate, ausdrückt: „Bei Elevate geht es darum, spannende und innovative Strömungen – sowohl künstlerischer als auch diskursiver Natur – zu erkennen und zu vermitteln. Kritischer Diskurs und experimentelle Musik, Literatur, Kunst und Performance – das alles zu kombinieren war und ist etwas Besonderes und jedes Jahr aufs Neue auch eine Herausforderung.“

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Seit mittlerweile 15 Jahren versucht das Elevate Festival in Graz den Spagat zwischen Musik, Kunst und dem Diskurs über gesellschaftlich relevante Themen. Eine anspruchsvolle Mischung, die sowohl Erfolgs- als auch Alleinstellungsmerkmal ist. TEXT: ROUVEN AHL


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Aufzug

Foto: Ronald Dick

erfahrung“, die den Konzerten innewohnt. „Durch ihre legendäre Backline eröffnet Sunn O))) eine ganz neue Wahrnehmung von Musik, macht diese körperlich spürbar und lässt die Zeit verschwimmen“, schwärmt Steirer. Apropos Grenzerfahrung: Der Gesang zum auf „Black One“ (2005) veröffentlichten Stück „Báthory Erzsébet“ wurde vom zudem auch noch unter Klaustrophobie leidenden Sänger Malefic gar in einem Sarg aufgenommen. Zielgruppe Das Elevate wird mittlerweile von 9.000 Menschen besucht. „Wir freuen uns sehr

Sunn O))) Nur eines der musikalischen Highlights am Elevate ist der angekündigte Auftritt der amerikanischen Doom-Legende Sunn O))), die erstmals seit 2016 wieder nach Europa kommt und in Österreich nur eine Show spielen wird. Mit dabei: Puce Mary und Robin Fox.

über ein Festivalpublikum mit hoher Diversität. Junge und alte Menschen kommen, das Geschlechterverhältnis ist ebenso balanciert. Durch die Vielschichtigkeit des Programms sprechen wir unterschiedlichste Zielgruppen an“, freut sich Steirer. Insgesamt besteht das Publikum aus Menschen, „die sowohl an guter Musik, Kunst aber auch an kritischem Diskurs interessiert sind. Ein bunter Mix, jung und alt, aus ganz Österreich und dem nahen Europa.“ Eben jenes Spannungsfeld ist es, was das Elevate so einzigartig macht, weiß Steirer: „Es gibt aber wenig Festivals, die sich trauen, solche Brücken zu schlagen und

dann einen Mix zu entwerfen, der verbindet und trotzdem nicht prätenziös ist.“ Ziel ist es jedes Jahr aufs Neue, Menschen für neue Ideen und Herangehensweisen zu begeistern – und das „abseits jeglicher ideologischer Scheuklappen“. Das Elevate liefert damit einen gesellschaftlichen Beitrag, der in Zeiten wie diesen gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. n Das Elevate gastiert zwischen 27. Februar und 3. März in verschiedenen Grazer Spielstätten. Verschiedene Ticket-Kombinationen sind bei oeticket.com erhältlich.

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Spaßvögel „31 – und kein bisschen leiser!“: Unter diesem Motto beweist die Ybbsiade 2019 einmal mehr, dass Humor, Musik, Kunst und Kultur keine Frage des Alters ist. TEXT: MANUEL SIMBÜRGER

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Worauf dürfen wir uns bei Ihrem neuen Programm freuen? Klaus Eckel: In „Ich werde das Gefühl nicht los“ geht es diesmal um die vielen gefühlten Lebenswahrheiten. Ständig fallen in Diskussionen Sätze wie: „Wir sollten sachlich bleiben“ und „Schauen

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Irgendwo zwischen Gesellschaftskritik und Eskapismus Klaus Eckel eröffnet die Ybbsiade mit „Ich werde das Gefühl nicht los“, Viktor Gernot folgt tags darauf mit „Nicht wahr?“.

wir uns die Fakten an“. Ein verzweifeltes Anliegen, weil Fakten sind unseren Gefühlen ziemlich wurscht. Vielleicht sollten wir doch die Vernunft unter Artenschutz stellen. Die Gefühle, die ich persönlich einfach nicht loswerde: Hunger und Durst. Grant übernimmt im Kopf gerne die Regierung, aber manchmal überrasch’ ich mein Gehirn mit Optimismus. Viktor Gernot: Bei „Nicht wahr?“ dreht sich alles um das Thema Wahrheit in Zeiten von Fake News und alternativen

Fakten. Ein sehr persönlicher Blick auf unser Land und unsere Gesellschaft, von Erinnerungen bis hin zur Gegenwart – und zu Lebensthemen wie Heirat, Jugend und Alter, Tod und Andreas Gabalier.

Fotos: Felicitas Matern, Johannes Zinner, Gerald Riedler, Werner Brix

eim heurigen Kleinkunstfestival in Ybbs an der Donau geben sich neben einem feinen musikalischen Programm von 5/8erl in Ehr’n bis Familie Lässig unter der Schirmherrschaft von Intendant Joesi Prokopetz, der sein neues Programm „Gürteltiere brauchen keine Hosenträger“ präsentiert, eine Vielzahl an Größen der heimischen Humorlandschaft die Ehre, darunter Mike Supancic („Familientreffen“), Alfred Dorfer („und …“), Werner Brix („Mit Vollgas zum Burnout“), Gregor Seberg (Niederösterreich-Premiere von „Wunderboi“), Ciro de Luca („Bodylanguage Comedy“), Viktor Gernot („Nicht wahr?“) und Klaus Eckel (Niederösterreich-Premiere von „Ich werde das Gefühl nicht los“. Wir baten beide Letztgenannten zum Doppel-Interview.


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Fotos: Felicitas Matern, Johannes Zinner, Gerald Riedler, Werner Brix

Gutes Kabarett hält der Gesellschaft einen Spiegel vor und regt auch zur Selbstreflexion an. Muss man als guter Kabarettist auch ein guter Psychologe sein? Eckel: Natürlich ist es gut, wenn man den Zuschauer in seiner Lebenswirklichkeit abholt. Noch besser ist es, wenn man ihn gedanklich auch noch ein Stück weiterführt. Am allerbesten ist es, wenn sich der Zuschauer dabei auch noch gut unterhalten fühlt, sonst wird der Kabarettist zum Missionar und die Predigt ist, wie vor allem gelernte Katholiken wissen, das Death Valley des Humors. Gernot: Wohl mehr Beobachter als Psychologe, immer mit dem Zugang des selbst Erlebten und der ureigenen Erfahrung. Ich werde wohl immer neugierig bleiben, was wir Menschenkinder, inklusive meiner Person, noch so alles anstellen werden. Wie schwierig ist es für einen Kabarettisten, Gesellschaftskritik und Eskapismus unter einen Hut zu bringen? Eckel: Manche behaupten, ein glückliches Leben steht auf drei Säulen: Verdrängung, Selbstbetrug und Alkohol. Ich bin seit Kurzem auch noch im Fitnesscenter für Gelassenheit eingeschrieben. In einer Welt, in der die Empörung – siehe das Internet – die Macht übernommen hat, ist ein entspannter, jedoch interessierter Blick auf die Dinge ein Zugang, dem ich als Privatperson schon etwas abgewinnen kann. Auf der Bühne ist die Empörung halt meistens lustiger. Gernot: Wenn ich Eskapismus als Flucht vor der Realität in eine Art Neues Biedermeier interpretieren darf, dann ist die Schere gar nicht so weit. Was ist schon Realität? Politische Auseinandersetzungen und Nachrichten? Da sich leider schlechte Nachrichten viel besser verkaufen, werden die guten News ausgelassen. Das Feld der Wahrnehmungen ist ohnehin hoch individuell bis wahllos.

Verändert Erfolg den Humor? Eckel: Natürlich findet man als Kabarettist meistens Programme besonders gut, die sich vielleicht nicht gleich dem Mainstream erschließen. Den Zuspruch beim Publikum suchen wir wohl alle, aber man darf nicht um Lacher betteln. Gerade bettelnde Männer, und ich nehme an, das können viele Frauen bestätigen, haben den Sex-Appeal von einem Thermomix. Gernot: Man hat es leichter, wenn einen die Leute kennen oder sogar mögen und wertschätzen. Als Anfänger braucht man immer die erste halbe Stunde eines Auftritts, um sich dem Publikum irgendwie vorzustellen. Der Humor selbst ändert sich eher durch die Erfahrung und Erlebnisse eines gelebten Lebens. Die Welt ist in den letzten Jahren immer schneller geworden. Hat sich auch das Tempo des Humors in den letzten Jahren erhöht? Eckel: Massiv. Wenn man sich eine Otto Grünmandl-Nummer anschaut, den ich nach wie vor großartig finde, steht gelegentlich auch die Pointe erst am Ende einer langen Erzählung. Da würden die meisten Zuschauer heute schon das Smartphone zücken. Auch im Theater buhlt man um die Aufmerksamkeit, weil das Smartphone in der Hosentasche des Zuschauers wartet nur darauf, dass das Dargebotene langweilt. Gernot: Das kann man ruhig genau so sagen. Die Ära Bronner/Wehle und Farkas/Waldbrunn in hochgeschätzten Ehren: Die hatten bei all ihrer Brillanz, im Vergleich zu heute, ein Tempo drauf, das ist dann ein bissl so, wie wenn man sich heute das Cordoba-Match anschaut. Ich weiß nicht, ob wir heute besser sind, schneller sind wir auf jeden Fall. n Die Ybbsiade findet zwischen 29. März und 27. April in verschiedenen Locations in Ybbs statt. Tickets für die einzelnen Programme sind bei oeticket.com erhältlich.

WERNER BRIX Während Werner Brix mit seinem „Burnout“Programm in Ybbs gastiert, feiert am 12. Februar im Wiener Orpheum sein neues Programm „Friss & Stirb“ Premiere. In diesem unglaublich kurzweiligen und fantastischen Kabarettstück sucht Werner Brix den Teufel in einer Welt voller Wirrnisse und in uns, um ihm seine Hörner zu stutzen und ihn auf die Weide zu stellen.

YBBSIADE 2019 „Das Jubiläumsjahr 2018, 30 Jahre Ybbsiade, war nicht nur ein durchschlagender Erfolg, sondern ist uns gleichermaßen Ansporn, Programmqualität- und Vielfalt und Besucherzahlen auf diesem Spitzenniveau zu halten“, betont Ybbsiade-Intendant Joesi Prokopetz. Seit Beginn des Festivals ist „alles ganz anders geworden“, erinnert sich Prokopetz, einiges ist aber doch gleich geblieben: So werden die Künstler in enger Zusammenarbeit mit dem Ybbs-Bürgermeister Alois Schroll ausgewählt, zudem „orientiere ich mich am Publikumswunsch und -geschmack und versuche Jahr für Jahr den schmalen Grat zwischen Publikumsbeglückung und Qualität entlang zu taumeln.“ Dieses Jahr darf man sich neben Klaus Eckel und Viktor Gernot u. a. auf Ciro de Luca, Alfred Dorfer, Alexander Goebel, Opus, Münchner Freiheit, Conchita & Cesár Sampson und natürlich auf die traditionelle Ö3-Disco freuen. Auch die legendäre Ybbsiade-Trophäe, der Ybbser Spaßvogel, wird erneut vergeben. „Die Ybbsiade ist das größte, reichhaltigste und facettenreichste Kultur- und Kabarett- Festival Österreichs“, fasst Prokopetz zusammen. Und: „Es ist in Ybbs – und in Ybbs muss man gewesen sein.“ Alle Infos: ybbsiade.at


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Das Nunstück A

uf die Spitze treibt das selektive Humorverständnis die britische Komikertruppe Monty Python, die in ihrem Sketch „The Funniest Joke In The World“ Krieg führen. Der Sketch spielt im Zweiten Weltkrieg, der Witzfabrikant Ernest Scribbler erfindet den lustigsten Witz der Welt und lacht sich darüber buchstäblich tot. Psychologische Kriegsführung kennt man ja mannigfaltig: Da wird von Wagner über AC/DC bis Metallica alles eingesetzt, um die Gegner zu demoralisieren, sogar übersteuerte Sesamstraßenmusik. Doch bei Monty Python setzt man das Lachen als effektive Kriegswaffe gegen die Nazis ein: „Wenn ist das Nunstück git und Slotermeyer? Ja! … Beiherhund das Oder die Flipperwaldt gersput!“ Die Deutschen schießen mit ihrem „V-Joke“ zurück: „Zere vere zwei peanuts valking down der Straße, and van was a salted … peanut.“ Während die Nazis wie die Fliegen krepieren, sind die Briten gelinde gesagt lediglich irritiert. Bei all dem Nonsens fasst dies eine Grundvorstellung zusammen: Die Briten haben Humor – und die Deutschen nicht. „Deutscher Humor ist, wenn man trotzdem nicht lacht“ – ein Vorurteil? Kulturelle Diversitäten Lachen verbindet Menschen weltweit. Und doch gibt es nicht nur persönliche

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Empfindsamkeiten (die eigene Interpretation gefiltert durch den sozial-historischen Kontext), sondern auch kulturelle Unterschiede, worüber in einem Land gelacht wird – und ob jene Späße auch über die Grenzen hinaus funktionieren. 2011 untersuchte die Online-Community Badoo weltweites Humorverhalten: Als Spitzenreiter kristallisierten sich die Amerikaner heraus, Schlusslicht bildeten die Deutschen, mit den Briten in der goldenen Mitte. Angesichts der vielen US-Sitcoms, die den internationalen Markt überschwemmen, ist die Autorität freilich klar ersichtlich. Aber sind die Deutschen wirklich beim Status „große Dichter und Denker“ hängen geblieben? Ist die (nach Mark Twain) „preußische Vernünftigkeit“ nicht humorkompatibel? Der deutsche Comedian Henning Wehn, der neben nur wenigen anderen Landeskollegen wie etwa Michael Mittermeier auch Erfolge im englischsprachigen Raum verbuchen kann, vermeint die Abwehrhaltung auf die Sprache zurückführen zu können: „Einer der Gründe sind die Unterschiede in Grammatik und Satzstruktur zwischen den beiden Sprachen.“ Eine Überlegung, die auch für den österreichischen Kabarettisten Peter Klien nachvollziehbar erscheint: „Nachdem ich mit Blick auf die Mentalitäten der Ansicht bin, dass Völker verschiedene Arten des Denkens, Fühlens und Wit-

zemachens haben, glaube ich nicht, dass alles in jeder Sprache geht“, sinniert er. Shakespeare hat vorgemacht, wie gekonnte Wortspiele ihre Wirkung entfalten, und bis heute beruht der Insel-Humor vor allem auf sprachlichen Irreführungen. Die größere Genauigkeit der deutschen Sprache und damit auch die des Denkens erschweren hingegen, solche Kniffe zu erzeugen. Daher mögen die Deutschen körperlichen Humor – Grimassen – so sehr, folgert Wehn. Daheim füllen die bekanntesten Vertreter Stadien (Mario Barth), spielen in Wacken (Bülent Ceylan) und flimmern nebenher auch noch mit eigenen TVShows zur besten Sendezeit entgegen (etwa Chris Tall, Luke Mockridge und Bülent Ceylan). Tatsache ist aber: Abgesehen von der Berliner Schnauze gehört in weiten Teilen Deutschlands – im Gegensatz zu Österreich! – der Witz nicht zum Arbeitsalltag, hier kommt er üblicherweise, gern auch etwa von Thomas Hermanns („Quatsch Comedy Club“) in wohlfeile Häppchen zerteilt, erst Abends zum Zug. Dies hat vielleicht mit dem Niedergang des „jiddischen Geplänkels“ zu tun, eine Überlegung, die auch der österreichische Comedian Christoph Fälbl unterstreichen kann. Zweifelsohne gibt es aber nicht nur die platten deutschen Kalauer (während in Österreich auch nicht nur der geistreiche

Fotos: Hollingworth Archive, Robert Maschke, handwerker promotions, Daniel Preprotnik, Olaf Heine, Andreas Bradt, Mick Perrin Worldwide

Joachim Ringelnatz sagt, dass Humor der Knopf ist, der verhindert, dass einem der Kragen platzt. Wann einem jedoch die Luft wegbleibt, das ist nicht nur ein individuelles Empfinden, sondern auch dem Kollektiv geschuldet. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER


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Fotos: Hollingworth Archive, Robert Maschke, handwerker promotions, Daniel Preprotnik, Olaf Heine, Andreas Bradt, Mick Perrin Worldwide

John Cleese Nach zwei ausverkauften Shows letzten Juni in der Wiener Stadthalle kehrt der Monty Python mit „Last Time To See Me Before I Die“ wieder, diesmal am 7. September nach Innsbruck.

Schmäh regiert), sondern beim Nachbarn auch den mit „Anspruch“ (Loriot selig, Hagen Rether, Bodo Wartke, Georg Schramm) – und daheim, bei uns, sehr wohl auch die blöde Zote. „Humor“ gegen „humour“ Es heißt auch, Amerikaner verstünden Ironie nicht – die hingegen den britischen Humor am Grat zum Schwachsinn trägt. Simon Pegg, bekannt etwa aus „Hot Fuzz“ und „Shaun Of The

Dead“, widerspricht in „What are you laughing at?“ jedoch diesem Vorurteil. Die Amerikaner, so die Conclusio, konnotieren einen Schmäh nur klarer als einen solchen, während der Brite stets zwischen den Zeilen beißt. Der britische Comedian Charlie Higson empfiehlt dahingehend eine Feldstudie: Vergleichen Sie „Stromberg“ mit der britischen Vorlage „The Office“ und schließlich dem amerikanische Remake. Sie werden sehen: Viele Wege führen nach Rom.

Volksneurosen Die britische Internetzeitung The Independent ließ nationales Humorverständnis sogar wissenschaftlich untersuchen, das Resultat: Selbstironie und bitterböser Sarkasmus ist den Briten tatsächlich angeboren! Ein Sicherheitsnetz auch für deutschsprachige Schmähtandler? Oliver Polak verweist auf eine andere Unschuld: „Ich darf das, ich bin Jude.“ Humor ist oft auch im deutschsprachigen Raum das provokante Spiel mit Klischees. Bloß: Diese Rechtfertigung zählt 2018 vielerorts – und anscheinend auch für den letztlich doch dünnhäutigen Polak – nicht mehr: Wie seine im Pamphlet „Gegen Judenhass“ niedergeschriebene Auseinandersetzung mit dem TV-Entertainer Jan Böhmermann zeigt, haben sich in politisch aufgeheizten Zeiten wie diesen die Vorstellungen davon, was Satire soll und darf, radikal und rückschrittlich verändert. Dabei fordert der anarchistische Schrei-Komiker Serdar Somuncu erst zum Anfang des Jahrzehnts: „Wir lassen uns von den Nazis das Spielen nicht verbieten!“ Doch heute gilt, gerade unter der extremen Linken, nicht selten das Gegenteil als wahr: Satire, die identitätspolitische Moralvorstellungen missachtet, empfindet man als ähnlich schlimm wie die überbordende Rechts-Realpolitik, steife Politische ÜBER-Korrektheit ist wieder en vogue. Tatsächlich fußt letztlich die mannigfaltige Spielwiese des Humors auf sowohl den eigenen, wie auch auf den kollektiven Neurosen eines Volkes, dem Zeitgeist. In dem Sinne: „Nudge, nudge!“ n Tickets für deutsche, österreichische, britische und amerikanische Kabarettisten und Comedians gibt es auf oeticket.com.

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Was guckst du?! 2019 kann man sich exemplarisch bei Bülent Ceylan („Intensiv“ im November), Kaya Yanar („Ausrasten! für Anfänger“ im Jänner, Februar, Mai und Oktober), Chris Tall („Und jetzt ist Papa dran!“ im September) und Michael Mittermeier („Lucky Punch – Die TodesWuchtl schlägt zurück!“ im Mai und Oktober) überzeugen, wie lustig deutscher Humor ist.

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What he says? In die sprachlichen Feinheiten des englischen Humors kann man 2019 bei John Cleese, Dylan Moran („Dr. Cosmos“ im März) und Eddie Izzard („Wunderbar“ im April) eintauchen, Unterschiede zum amerikanischen kristallisieren sich vielleicht bei Okello Dunkley („Almost Austrian“) ab Februar in Wien, Graz und Salzburg heraus.

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GEWINN SPIEL Wir verlosen je ein signiertes Poster von John Cleese, Eddie Izzard und Dylan Moran und zwei Exemplare von „Die Welt für Anfänger“ von Michael Mittermeier. Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen: www.ticketmagazin.com


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Markus Hirtler als Ermi-Oma 24 Stunden Pflege(n) Markus Hirtler arbeitete mehr als 20 Jahre lang als Krankenpfleger, Pflegedienstleiter, Heimleiter und Sozialmanager. Die Kunstfigur Ermi-Oma hat er geschaffen, um seine Stimme für die Menschen zu erheben, die in unserer „Altersentsorgungsgesellschaft“ nicht gerne gehört werden. Im neuen Programm „24 Stunden Pflege(n)“ möchte die Ermi-Oma gerne zu Hause bleiben, solange es geht. Die Lösung: Eine 24-Stunden-Pflegeagentur wird angeheuert. Die durch Hochglanzbroschüren geweckten Vorstellungen der Ermi-Oma begegnen dem Pflegealltag und dem Alltag des Pflegenden. laufend u. a. in Wels, Graz, Klagenfurt, Villach und Wolfsberg Familientreffen Vergessen Sie die Addams-, die Kelly- und die Modern Family. Die Patchwork-Familie, die Familie der Nachtschattengewächse und die Familie Putz vom Lutz erst recht. Denn eines ist klar: Nur die Familie Supancic geht über alles – sogar über Leichen. Diese Familie ist eine einzigartige Gemeinschaft, in der plötzlich 75 Du-Wörter auf einmal entzogen werden, kettengeraucht wird und unliebsames Essen im Müll landet …

Mike Supancic

Fotos: Christopher Mavri? (Ermi-Oma), Ludwig Rusch (Mike Supancic), Christoph Böhler (Müller/Kreuzer), FSC Skydive Graz (Martin Kosch)

Martin Kosch Wenn das die Lösung ist, will ich mein Problem zurück Unser Alltag ist voller kleiner Probleme und wir finden oft keine Lösungen. Wir schauen morgens in den Spiegel undwas sehen wir: Unser Hauptproblem. Wir versuchen trotzdem positiv zu bleiben und beginnen mit unserem Spiegelbild zu reden: „Ich bin kein Problemfall“. Und der Spiegel antwortet: „Nein, du bist der Ernstfall.“ laufend, u. a. in Wien und der Steiermark

laufend, u. a. in Wien, Graz und St. Pölten Zusammen oder getrennt? Zusammenleben heißt zusammenraufen. Erst recht, wenn sie noch nie und er schon zwei Mal verheiratet war. Um dem konfliktreichen Ehealltag zu entkommen, empfiehlt sich als Auszeit eine Flugreise übers Wochenende. Wohin, das wollen Petra (Kreuzer) und Ludwig (Müller) erst last minute am Flughafen entscheiden. Leider ist gemeinsames Entscheiden nicht gerade ihre stärkste Seite. Nach dem hektischen Parcours von Gate zu Gate erweist sich ein überfüllter Warteraum als idealer Therapieplatz für die kriselnde Beziehung …

Müller & Kreuzer

ab Februar im Oprheum Wien und Kleines Theater Salzburg

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Fettes Brot Lovestory Vorsatz fürs neue Jahr: endlich mal wieder verlieben. In die Welt, das Leben, die Menschen. Zugegeben: Man möchte sie, es und alle gut finden, aber es ist grad schwer. Mensch ärgert momentan hart. Einzelne und ganze Gesellschaften driften nach rechts, verlieren sich in der Dunkelheit. Fettes Brot können davon immer schon ein launiges Lied singen.

25. Oktober, Planet.tt Bank Austria Halle Gasometer

Sex In The Country Eine moderne, schwungvolle Kleinstadtkomödie von Michael Korth, mit Live-Musik von Aino Laos Klar: Sex in the City ist Sodom und Gomorrha. Am Land dagegen scheint das Sexualleben der Bürger wohlanständig. Aber unter der heilen Scheinwelt des Städtchens Höllenthal brodelt es. Als die kubanische Nachtclubtänzerin Chiquita aufkreuzt, gerät die Doppelmoral der Höllenthaler in Gefahr. 25. Juni bis 10. August, Filmhof Wein4tel

Ol’ Black Eyes is Back Er ist der Kaiser aller gruseligen Gestalten, das Vorbild vieler grauenhafter Musikepigonen und der Rocker schlechthin für viele Generationen. Seit 1964 ist er am Start und sorgt neben Ehrfurcht immer noch für ansprechende Rock-Partys, seine Songs haben Hymnenstatus: Alice Cooper ist eine lebende Legende, obwohl er noch immer bei jeder seiner Shows zu Tode kommt. Vielleicht ist die Guillotine doch nicht echt oder jeder darauffolgende Song gleichsam eine Wiedergeburt …?

Alice Cooper

16. September, Wiener Stadthalle (D) Live „It’s Not Unusual“, „Delilah“, „Sex Bomb“ – das Œuvre an unvergesslichen Songs, das Sir Tom Jones in seiner über 50jährigen Karriere veröffentlicht hat, sucht seinesgleichen. Neben der hohen Anzahl bestechen seine Hits vor allem durch die stilistische Bandbreite: Tom Jones war nie ein Retro-Act und wird auch niemals einer werden, der sich auf das Absingen seiner Klassiker beschränkt. Sein vielschichtiges Schaffen umspannt verschiedenste Epochen und Genres – verbunden durch die gewaltige, unverwechselbare Stimme, die sich als gemeinsamer Nenner durch sein Gesamtwerk zieht.

Tom Jones 7. Juli, Linzer Domplatz und 18. Juli, Donaubühne Tulln

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Fotos: GEPA pictures com (ÖFB) Barracuda Music (Alice Cooper) Teresa Iglseder (Sex In The Country) Jens Herrndorff (Fettes Brot) Universal Music (Tom Jones)

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Fotos: GEPA-pictures.com (ÖFB), Barracuda Music (Alice Cooper), Teresa Iglseder (Sex In The Country), Jens Herrndorff (Fettes Brot), Universal Music (Tom Jones)

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Das ÖFB Nationalteam Österreich gegen Polen: Auftakt gegen Robert Lewandowski und Co. Das Nationalteam startet am 21. März gegen Polen in die Qualifikation für die UEFA EURO 2020. Das von Raiffeisen präsentierte Spitzenspiel gegen die Auswahl um Star-Stürmer Robert Lewandowski findet im Wiener Ernst-Happel-Stadion statt. Ankick ist um 20:45 Uhr. Tickets sind ausschließlich unter www.oefb.at/tickets und via ÖFB Ticket-Hotline (01) 96096 555 erhältlich. Bestellungen für Karten der VIP-Kategorien können an vip@oefb.at gerichtet werden. ÖFB Reisen hat ein Angebot inklusive Anreise mit den ÖBB, Übernachtung und Tickets für dieses Lesen Sie unser Spiel des Nationalteams zusammengestellt. Die Fanreise ist unter www.oefb-reisen.at buchbar. Interview mit

21. März, Ernst-Happel-Stadion

ÖFB-Teamkapitän Julian Baumgartlinger ab Seite 42!

highlights

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Hexen hexen! SCHON GEWUSST? Bibi heißt eigentlich Brigitte und ist zu Beginn der Hörspiele zwölf, später dreizehn Jahre alt – also gar nicht mehr so klein! Die Darstellung von Bibi und ihren Freundinnen brach Anfang der 80er-Jahre bewusst das Klischee der hässlichen Hexe mit Spitzhut und Hakennase, wie man sie aus Märchen kannte. In Bibis Welt sind Hexen moderne, selbstbewusste Frauen, die (fast) ganz normal am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Erfinderin des frechen Hexenmädchens ist die österreichisch-deutsche Kinderbuchautorin Elfie Donnelly, aus deren Feder auch der sprechende Elefant Benjamin Blümchen stammt. Bibi und Benjamin wohnen übrigens beide in Neustadt. Der „Blocksberg“, nach dem Bibi benannt wurde, galt ab dem 17. Jahrhundert als Hauptversammlungsort von Hexen, vor allem natürlich in der Walpurgisnacht.

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ne mene mei, flieg los, Kartoffelbrei. Hex hex!“ Echte Bibi Blocksberg-Fans kennen diesen berühmten Zauberspruch von den Hörspielen aus Kindertagen in- und auswendig – denn noch lange bevor Harry Potter seinen ersten Nimbus 200 überhaupt erst in der Hand hatte, rief Bibi mit dieser Formel ihren getreuen Besen Kartoffelbrei zum Dienst. Schon seit über drei Jahrzehnten (na, wer fühlt sich jetzt noch alt?) zaubert sich die quirlige Junghexe in die Herzen ihrer Hörer – und hat unzählige Abenteuer gemeistert. Nebst all der lustigen Streiche, die Bibi mit ihren noch nicht ganz perfektionierten Kräften fabriziert, zeichnet sie vor allem ihr ausgeprägter Gerechtigkeitssinn aus, wenn sie als Heldin in der Not den etwas bornierten Bürgern ihrer Heimatstadt immer wieder aus der Patsche hilft. Ein erfrischender Zugang abseits der romantisch-verklärten Disneyprinzessinnen von anno dazumal – Bibi braucht

keinen starken Retter, der ihr zur Seite steht: In der bunten Welt rund um den Blocksberg haben nur Frauen Hexenkräfte, Männer wie ihr Papa Bernhard haben wenig mitzumischen. Auch heute hört der Spaß noch lange nicht auf, denn Bibi und Co haben sich auch auf die Bretter, die die Welt bedeuten, gezaubert: 2015, zum 35-jährigen Jubiläum, ging das Cocomico Theater Köln mit dem Musical „Hexen hexen überall!“ durch Deutschland und Österreich auf Tour. 2019 geht es nun weiter, Fans können sich erneut auf die zauberhafte Show mit viel Musik und Tanz freuen: Für Bibi und ihre Hexenfreundin Schubia gibt es auch diesmal viel zu tun – schließlich findet der Welthexenkongress nicht alle Tage statt, und dann auch noch ausgerechnet quasi vor ihrer Haustüre! Minderjährige Junghexen nicht erlaubt? Egal, kein Hinderungsgrund für die zauberhaften Freundinnen, denn – und das wissen alle Fans – eine Bibi Blocksberg lässt sich nicht so leicht vom Spaß abhalten! Zauberhaftes Chaos ist also vorprogrammiert. Ob das Ganze noch ein magischschönes Ende findet, entscheiden nicht zuletzt die Zuschauer im Saal mit, denn bei diesem Musical ist Partizipation von allen gefordert! n „Hexen hexen überall“ gastiert im Februar in mehreren österreichischen Städten. 2020 folgt „Alles wie verhext!“. Tickets gibt es bei oeticket.com.

Fotos: Kiddinx Studios, Ensemble cocomico Theater Köln

Fetzige Musik, Spaß, viel Zauberei und Schabernack vereint das Mitmach-Musical „Hexen hexen überall“. In der Hauptrolle: die emanzipierte Kulthexe Bibi Blocksberg! TEXT: AMINA BEGANOVIC


LIVE SPÜRT

MAN MEHR! Erhältlich auf oeticket.com und in der oeticket-App!


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Ohrenschmaus Der Jahresbeginn verheißt viel Gutes mit Partylaune, Optimismus, weil alles neu, und Rock-Legenden. Ach ja, Fasching und Ballsaison wäre auch noch … REDAKTION: ANGELIKA GOLDMANN

LOVE OIL FOR LIPS. Mit Kokos- und Moringa-Öl sowie vitaminreichen Acerola-KirschenExtrakt wirkt das Lipgloss von Kiehl’s nicht nur pflegend und antioxidativ, es lässt die Lippen auch in sanften Farben erstrahlen. Ein Grund zum Feiern! kiehls.at

BAUSATZ.

Fotos: Gene Kirkland Hersteller

Die neue Kollektion Frekvens (dt. Frequenz) von Ikea will alles für die Party bieten. Und zwar nicht nur Deko, sondern auch technisches Gerät wie das bunte und individuell-modulare Musikboxensystem, das in Zusammenarbeit mit der Firma Teenage Engineering ensteht. Weiters sind u. a. Schallplattenspieler und Partylichter geplant. Gut Ding braucht Weile! Die Serie gibt es ab Frühjahr 2020 bei ikea.at.

GITARRENGOTT.

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Der Ausnahmemusiker, der vor 27 Jahren seine Karriere mit Guns N’ Roses begann und über 100 Millionen Alben verkauft hat, kommt nach Österreich. Gemeinsam mit Alter-Bridge-Sänger Myles Kennedy und den Conspirators hat Slash das Album „Living the Dream“ veröffentlicht. Am 10. Februar gastiert die Rock-Legende live im Wiener Gasometer: Und weil Slash nicht nur eine Ohren-, sondern auch eine Augenweide ist, sollte man sich das Konzert definitiv nicht entgehen lassen! Karten gibt es bei oeticket.com!


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us vs Ohrensaus DU BIST GANZ GELB. Die Farbe Gelb steht für Heiterkeit, Optimismus und Lebensfreude. Davon wollen wir 2019 ganz viel! Also gleich mal rein in den Pulli und gute Laune anknipsen! hm.at

RETRO-GESCHENK. Zugegeben, die gute alte Kassette ist vielleicht mehr für die Kinder der Siebziger und Achtziger unter uns. Aber welche Freude, eine solche mit den Lieblingssongs zu bespielen und zu verschenken! Hilfe damit gibt es bei tapemuzik.de.

BITTE ANSCHNALLEN.

Fotos: Gene Kirkland, Hersteller

Taille und Gürtel vertragen sich gut. Ein Modestatement lässt sich mit diesem Exemplar in Rot hervorragend setzen. Gesehen bei hm.at.

KNABBERSPASS. Die Leibniz Zoo Butterkekse in Tiergestalt gibt es ab sofort mit 30 % weniger Zucker. Da macht der Knabberspaß gleich noch mehr Freude!

KEKS-TIPP Tipp: Die lustigen Kekstiere lassen sich übrigens hervorragend zum Backen und Dekorieren verwenden! leibniz.at

KABINENPARTY. Was Skero bereits besungen hat, kann jeder und jede haben. Auch ohne Kabine. Wichtig ist die Musik aus dem Partylautsprecher. Der SRSXB41 von Sony sieht nicht nur lässig aus, er kommt in drei Farben und mit Extra Bass daher und überlebt sogar einen Ausflug ins Wasser. sony.at


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Neue Wege Ob man ihre Musik schon seit 2012 mitverfolgt oder neu darüber stolpert – das dritte Album „Deluxe Redux“ von Destroyed But Not Defeated hat wohl für jeden die eine oder andere Nummer mit Ohrwurmpotenzial parat. TEXT: AMINA BEGANOVIC

Neues wagen DBND schrecken nicht vor Ausgefallenem zurück, bleiben ihrem Sound aber treu.

TERMINE

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eues Jahr, neues Album: Lelo Brossmann, Markus Reiter und Clemens Franke alias Destroyed But Not Defeated haben am 25. Jänner ihren neuen Longplayer „Deluxe Redux“ (Wohnzimmer Records) präsentiert. Erstmals wurde auch mit einem Produzenten aufgenommen, namentlich mit Ex-Kreis-

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ky-Bassist Gregor Tischberger – was auch zum einen oder anderen Novum in Sachen Sound führte: Nicht nur ergänzen Instrumente wie Streicher oder Keys das Potpourri, auch Gastmusiker wie etwa Sängerin Eloui oder Ex-Sofa-Surfer Wolfgang Schlögl am Akkordeon mischen mit. Das Ergebnis ist eine abwechslungsreiche Mischung, die als großen gemeinsamen Nenner aber einen griffigen Rocksound behält, der sich stark am Stil der Neunziger orientiert – wobei sich DBND diesmal auch in poppigere Gefilde gewagt haben. Experimentierfreude war ohnedies stets ein Merkmal der drei, die auch in anderen

heimischen Formationen (Brossman bei Kreisky, Reiter bei Die Buben im Pelz und Franke mit RIAN) mitwirken: Gitarre und Bass wechseln bei DBND gerne hin und her, ebenso die Lead Vocals, manchmal sogar der Platz hinterm Schlagzeug – was neue kreative Möglichkeiten eröffnet und nicht zuletzt für heitere Momente auf der Bühne sorgt. Das Album soll ein „großer musikalischer Schritt vorwärts“ für euch sein – inwiefern? Markus: Zum einen, weil diesmal Gastmusiker dabei sind, die viel beigetragen

Fotos: Manu Grafenauer Hersteller

Tourtermine in Österreich und Deutschland sind für Herbst in Planung.


TIM_32_35_Heimat Destroyed but Not Defeated_g_KSB_k1.qxp_Layout 1 17.01.19 13:39 Seite 2

haben. Zum anderen haben wir bei den Instrumenten und beim Gesang mehr experimentiert. Dieses Verändern von gewohnten Strukturen hat uns neue Wege eröffnet. Lelo: Normalerweise hat sich unser LiveSound stets recht unmittelbar auf der Platte wiedergefunden. Diesmal haben wir gesagt: Wurscht, schauen wir mal, was im Studio alles möglich ist. Markus: Und haben jetzt natürlich den Riesenspaß, uns zu überlegen, wie wir das live wiedergeben wollen (lacht).

Fotos: Manu Grafenauer, Hersteller

Bei „Led Zeppelin“ spielt ihr sehr kokett mit Sound und Lyrics. Lelo: Das ist insofern ein besonderer Song, weil er aus einem Jam entstanden ist, was für poppige Lieder eher ungewöhnlich ist. Markus: Mit dir an den Drums – das war einer von den lustigen Schlagzeug-Songs! Lelo: Genau, der Gesang stammt aber von dir. Normalerweise haben wir es immer so gehandhabt, dass jeder seine eigenen Texte singt – hier aber haben wir den Versuch gewagt, dass ich einen Text schreibe und Markus ihn singt. Der Ball wurde quasi hin und her gespielt. Dadurch hat der Song vielleicht seine spielerische Note bekommen. Es ist bewundernswert, wie das Switchen der Rollen innerhalb der Band bei euch funktioniert. Markus: Live machen wir das beim Schlagzeug nicht, da switchen nur die anderen Instrumente. Und dass der Bassist die Hauptstimme singt, hatten wir bis zu diesem Song auch noch nicht. Lelo: In Proben gibt es oft die Situation, dass man vor sich hin spielt und irgendwie nix dabei herauskommt … dann tauschen wir die Instrumente, und oft entstehen so ganz neue Ideen. DBND gibt es doch schon einige Zeit. Wie ist es der österreichischen Musik-

szene eurer Meinung nach in den letzten Jahren ergangen? Markus: Gerade in der Breite ist sie massiv gewachsen, die Bands schießen quasi aus dem Boden – was der Szene guttut. Man muss natürlich genauer schauen, was einem gefällt, weil die Auswahl größer geworden ist. Lelo: Auch der Erfolg hat sich geändert. Dass Bands aus dem FM4-Umfeld heute innerhalb von einem halben Tag große Hallen ausverkaufen, sind neue Dimensionen. Man merkt es auch, wenn man mit Leuten in Deutschland redet. Früher war es mehr so „Ja ja, österreichische Bands, haha …“ – und jetzt ist Ö-Musik dort wirklich angesehen. Markus: Die aktuelle politische Situation widerspricht dieser Entwicklung leider. Förderungen für Kulturinstitutionen, gerade im ländlichen Bereich, werden massiv eingespart. Österreich war bei den Möglichkeiten der Kulturweitergabe einige Zeit lang gar nicht so schlecht aufgestellt. Derzeit sieht es leider anders aus. Ist es schwerer geworden, Publikum live anzuziehen? Lelo: Man merkt den Festival-Overkill stark. Von Mai bis September ist es fast unmöglich, Leute in Clubkonzerte zu bekommen. Markus: Bei Festivals bekommt man ja ein kurzes Best-Of präsentiert, bei Clubkonzerten ist das Set in der Regel breiter. Gerade das jüngere Publikum hat sich teilweise dahingehend verändert, dass es sich nicht mehr so viel Zeit nimmt, um eine Band kennenzulernen, um sich wirklich reinzuhören. Habt ihr Empfehlungen für junge heimische Bands? Lelo: Nicht gleich aufgeben! Wenn wir beim ersten Misserfolg aufgegeben hätten, hätte es uns nicht lange gegeben. Es gibt immer Phasen, wo man einen Durchhänger hat.

Übers Überleben Zehn jüdische ZeitzeugInnen erzählen auf „Sternkinder“ selbst ihre Geschichten: berührend unverfälschte Erinnerungen, die ein Wiener Liedermacher zu einem ebenso einzigartigen wie berührenden Album zusammenfasst. Niemand erzählt vom Holocaust authentischer als ZeitzeugInnen selbst: Mit „Sternkinder“ hat der Wiener Liedermacher und Komponist David Rubin ein beeindruckendes Musikprojekt initiiert. Zehn jüdische Überlebensgeschichten, zehn mal unverfälschte Gefühle, verbunden durch einen berührenden musikalischen Rahmen. Das Besondere: die Zeitzeugen haben die Lieder des Albums selbst eingesungen. Mehrere Jahre benötigte die internationale Produktion. Während der Arbeit an den Liedern war es David Rubin besonders wichtig, eine lange, persönliche und empathische Beziehung mit den ZeitzeugInnen einzugehen, um deren Gefühle und Gedanken unverfälscht und dem Wesen der Mitwirkenden entsprechend in Text und Musik zu inszenieren. Musikalisch bewegt sich das Album „Sternkinder“ zwischen Pop, Wienerlied und Chanson, wobei stets ein erzählerischer Charakter im Vordergrund steht. Das Album soll den HörerInnen durch das Medium der Musik Einblick in die Gefühlswelt der ZeitzeugInnen ermöglichen, sowie das in einer aufgeklärten Gesellschaft verankerte Wissen über die historischen Hintergründe des Holocaust um einen emotionalen Zugang ergänzen. Außerdem soll mit der Produktion ein klares Zeichen gegen Hass, Hetze und rechtes Gedankengut gesetzt werden. Vor allem sollen damit jedoch die Geschichten der Mitwirkenden für die weiteren Generationen erhalten bleiben und stellvertretend für die Schicksale anderer Überlebender, sowie aller Opfer der Shoa unvergessen bleiben. Das Album „Sternkinder“ ist ab sofort im Handel verfügbar.


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FOLKSHILFE

Bahö Die Linzer laden anlässlich ihres zweiten Albums zum „livehaftigen“ Bahö. Folkshilfe beweisen mit ihrem zweiten Studioalbum „Bahö“, das letzten Sommer veröffentlicht wurde, ihre Sonderstellung in der deutschsprachigen Musiklandschaft, nicht nur ob ihrem Gespür für gute Melodien und Arrangements, sondern insbesondere dank der fetten und vor allem revolutionären Verbindung zwischen Quetschn und Synthesizer. Die energetischen Livekonzerte gibt es im Frühjahr und Herbst u. a. in Innsbruck, Salzburg, Graz und Wien.

BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE

Am 8. Februar präsentieren die untoten Wiener ihre neue Horrorpunk-Platte live in der Wiener Arena. Mit „All These Fiendish Things“ setzen die Bloodsucking Zombies From Outer Space einen weiteren Meilenstein in ihrer Karriere und präsentieren sich im reifesten all ihrer Gewänder. Erwartet man Horrorbilly der alten Schule, liegt man weit daneben: Metalknaller wie „This Ain’t No Halloween Costume“ oder mystischer Bowie-Powerrock wie „Night Flier“ gehen in die Gehörgänge, wie sonst schon lange kein Song es mehr zu schaffen vermochte. Das gibt definitiv Splitterholz in der Arena!

GNACKWATSCHN

Die Wöt wird si weiterdrahn Was die Berliner Beatsteaks können, können die Steirer Gnackwatschn schon lange!

Neue Volksmusik Sechs Freunde aus der Steiermark präsentieren mit „Die Wöt wird si weiterdrahn“ den bisher stärksten Tonträger einer gesund ge-

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wachsenen Bandkarriere. Seit gut acht Jahren rebellieren die leidenschaftlichen Musiker mit Lebensfreude, Mundart, Rückgrat und einer hörbaren Gelassenheit gegen all jene Dinge, die uns im 21. Jahrhundert gegen den Strich gehen sollten. Wie sich das anhört? Volksmusik trifft auf Ska, Punk und Rock – so wie die Berliner Beatsteaks, nur auf Steirisch. Auf dem Titelsong singt übrigens der preisgekrönte Steirer Paul Pizzera! Live gibt’s das muntere Holadrio ab März u. a. in Wien und der Steiermark.

SEILER & SPEER

Tourneunzehn Das Wiener Erfolgsduo Seiler und Speer ist zurück – und wie! Im Frühjahr soll das neue Seiler & SpeerAlbum erscheinen. Die ersten Single „Ois OK“ geriet zu einer wunderbaren Hymne über das Leben, selbiges erreicht noch eine Spur intensiver die zweite Single „Ala bin“, auch dank dem großen Gefühlsorchester dirigiert von Christian Kolonovits. Live-Termine gibt es im Sommer in Leoben und Gmunden, ab Dezember in ganz Österreich.

Fotos: Oliver Topf (Seiler & Speer), Kiki Heindl (Gnackwatschn), Grünwald (Folkshilfe), Pascal Riesinger (BZFOS), xxx (Floyd Division), Hendrik Schneider (Bilderbuch), Hersteller

All these fiendish things


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MONKEY BUSINESS

MUNDPROPAGANDA Hören Sie mal rein! Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. Oder? (ab, sb)

Ein letzter Mulatschag von Walter Gröbchen Einen Mulatschag wird es geben, so viel ist sicher. Freilich stehen auch schon das Datum und der Ort fest. Wofür? Für das österreichische Musikfest des Jahres 2019. Es wird am 5. Oktober in Szene gehen, im Wiener Gasometer. Zu Ehren Drahdiwaberls. Österreichs spektakulärster Live-Act aller Zeiten hat in den letzten fünfzig Jahren unzweifelhaft Musikgeschichte geschrieben. Der Kopf und die Stimme von Drahdiwaberl, Stefan Weber, ist 2018 nach langer, schwerer Krankheit verstorben. Ihm zu Ehren werden die Veteranen der Band bei diesem Ereignis das letzte Kapitel der Drahdiwaberl-Geschichte anlässlich des 50-jährigen Jubiläums aufschlagen und es spektakulär zu Ende schreiben. Spektakulär? Ein provokante Untertreibung. Es wird absehbar ein Exzess.

FLOYD DIVISION

Comfortably Numb

1969 vom späteren Gymnasiumsprofessor Stefan Weber gegründet, sorgten Drahdiwaberl immer wieder für Aufhorchen und Aufsehen: Weber und seine Mitstreiter/innen provozierten auch in München, Hamburg und New York, sorgten für Massenzulauf beim Donauinselfest, erhielten in der Wiener Stadthalle nach einem Eklat (Suppenhuhn trifft Lokalpolitiker ins Gesicht) Auftrittsverbot, lieferten einen Kinofilm („Weltrevolution“), vierzehn Alben und sogar einen Nr.-1-Hit („Lonely“) ab. Sie verabschiedeten sich schließlich mit einem von seiner Krankheit schon gezeichneten Stefan Weber unter dem Motto „Drahdiwaberl Forever“ im Gasometer von der Bühne. Und kehren jetzt – in memoriam Stefan Weber – zur definitiv letzten Performance zurück. Unversäumbar! Möglicherweise auch: unpackbar. Auf ewig.

BILDERBUCH

Herz-Vernissage

Eine der besten Pink-Floyd-Tributbands feiert ihr 10-jähriges Jubiläum.

Am 22. Februar veröffentlichen Bilderbuch „Vernissage My Heart“.

Mit Leidenschaft und Virtuosität bringen Floyd Division die zeitlose, atmosphärische und dichte Musik von Pink Floyd seit nunmehr 10 Jahren erfolgreich auf die Bühnen in ganz Europa. Zum 10-jährigen Jubiläum einer der besten Pink-FloydTributshows erwarten wir bei mehreren Österreich-Terminen ein Best-of-Programm voll an psychedelischen Trips, darunter auch in der Simmeringer Heimat der Band, am 2. März in der Simm City.

Erst im Dezember veröffentlichten Bilderbuch ihr neues Album „mea culpa“, im Februar folgt mit „Vernissage My Heart“ der Nachschlag. Ihr gigantisches Konzert am 24. Mai vor Schloss Schönbrunn ist bereits ausverkauft, daher gibt es tags darauf nun ein Zusatzkonzert im kaiserlichen Ambiente. Weitere Chancen auf eine Huldigung: Im April in Innsbruck, im Juli im Rahmen von Ahoi! Pop in Linz und im August in Graz!

LIVE Tenta – W.E.I.R.D. Subtopia Eindringlicher Progressive-Art-Rock mit Tiefe: Die Selfmade-Band aus Wien präsentiert im März ihr neues Album.

LIVE At Pavillon – Believe Us Migration, Flucht, Xenophobie – das Debüt von At Pavillon beschäftigt sich mit großen Themen, der Sound macht Laune.

LIVE Culk – Culk Noch ein Debüt: Mit Titeln wie „Begierde / Scham”, „Faust” oder „Salvation” liefern Culk schönsten Psychedelic Rock.

LIVE Der Blutharsch – Wish I Weren’t Here Das Kollektiv legt ein verqueres, dabei überraschend stringentes Konstrukt aus Drone, Ambient, Postpunk, Neofolk vor.

LIVE Erwin & Edwin – Power Der Name ist Programm: Mit drei neuen Bandmitgliedern und flottem Electro Brass animieren Erwin & Edwin zum Tanzen.


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Ort der Begegnung In Zeiten, in denen im Kulturbereich immer mehr eingespart wird, hat Innsbruck einen großen Schritt gewagt und mit dem Haus der Musik großzügig Platz für Kultur geschaffen. TEXT: PAUL M. DELAVOS

PROGRAMM & ANREISE Unter den kommenden Highlights finden sich die Uraufführung von „Die Österreicherinnen“, einem Schauspiel von Thomas Arzt, die österreichische Erstaufführung von „Die Zertrennlichen“ und die Urauffühung von „Die Geschichte vom Ungeheuer“ (Theater für junges Publikum), der Uraufführung des DeserteurStücks „Vomperloch“ von Felix Mitterer, das Schauspiel „Amras“ nach der Erzählung von Thomas Bernhard, „Totenfrau“ nach dem Thriller von Bernhard Aichner, „Der Trafikant“ nach dem Roman von Robert Seethaler und das Schauspiel „Phantasma X“ von Martin Plattner, nebst zahlreichen Kammerkonzerten, Sonntagsmatineen, Lesungen, Vorträgen u. v. m. Das Haus der Musik erreichen Sie in der Universitätsstraße 1 in 6020 Innsbruck.

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ereits im Herbst 2015 wurden die Innsbrucker Stadtsäle abgerissen und der Grundstein für das „Haus der Musik Innsbruck“ gelegt. Dieses bildet nun im Herzen von Innsbruck das Zentrum des Kulturquartiers und gemeinsam mit dem Tiroler Landestheater die städtebau-

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liche Landschaft zwischen Hofgarten, Hofburg, Hofkirche sowie der historischen Fassadenansicht des Volkskunstmuseums und der ehemaligen Universität. Herzstück ist der große Saal, der mit Drehbühne, kleinen Versenkungen, modernen Bühnenzügen ausgestattet ist. Die weiteren vielfältigen Raumangebote mit moderner Technik für unterschiedlichste Anforderungen bieten optimale Bedingungen für die Kunstszene, das Restaurant sowie die Bibliothek laden das Publikum zum längeren Verweilen ein. Der Veranstaltungsort soll Tradition und Moderne, etablierte Institutionen und die freie Szene, Musik sowie Theater verbinden. Zehn Institutionen (darunter u. a. das Tiroler Landestheater, das Tiroler Symphonieorchester Innsbruck sowie die Innsbrucker Festwochen der Alten

Kulturvermittlung und Filmmusik Für den neuen Hausherrn Direktor Wolfgang Laubichler hat das „Haus der Musik die Aufgabe und die Chance zugleich, querzudenken, Ungewöhnliches, nicht Alltägliches zu ermöglichen. Als Zukunftsmusik schweben mir Programme vor, die den Grenzbereich zwischen Jazz und Klassik ausloten, geografische Räume wie die Mittelmeerländer musikalisch erschließen, Folklore im besten Sinne des Wortes darstellen, Gesang und Sprache erfassen oder die Verbindung von Kulinarik und Musik herstellen.“ Ein Schwerpunkt wird die Kulturvermittlung sein, um junges und neues Publikum zu erreichen. Eine Novität sind die Kuschelkonzerte, bei denen die Kleinen (fast) alles dürfen: zu den Musikern krabbeln, mit den Sitznachbarn brabbeln und natürlich mit den Eltern oder dem Teddy kuscheln. Weiters wird es die Alte-Musik-Gesprächsreihe „ConTakt“ geben. Ein besonderes Faible Laubichlers ist die Filmmusik und so wird es Einführungen in das Genre mit dem Institut für Musikwissenschaften und anschließende Filmabende im kooperierenden Innsbrucker Leo Kino geben. Darüber hinaus live begleitete Stummfilme sowie thematisch verknüpfte Konzert-KinoAbende.

Fotos: Günther Egger, METAstadt, Wolfgang Stadler, Stadtgemeinde St. Veit an der Glan

Musik) werden das Haus fix bespielen, aber es soll auch eine Heimstätte für die freie Szene sein.


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BLUMENHALLE ST. VEIT AN DER GLAN Eine moderne Location, die auch, aber nicht nur zum herzhaften Gelächter lädt.

Die kärntnerische Herzogstadt St. Veit bietet mit der Blumenhalle eine ausgefallene Location, die mit moderner Architektur mit professionell gestaltetem Design und Raumprogramm punktet. Natürlich überzeugt mit den Faschingssitzungen im Februar und März sowie den Kabarettisten Markus Hirtler als Ermi-Oma, Barbara Balldini, Omar Sarsam und Thomas Stipsits auch das darin dargebotene Programm. Tipp: Unbedingt die Pizza in der unweit gelegenen Pizzeria Milano ausprobieren!

METASTADT Top angebunden mit der U2 lädt das transdanubische Open-Air-Areal erstmals zum musikalischen Treiben. Die METAStadt ist eine moderne, multifunktionelle Eventlocation. Bestehend aus über 100 Jahre alten Backsteinbauten kombiniert mit modernem Design vereint die METAstadt auf einer Gesamtfläche von 14.500 m² Geschichte, Moderne und Visionen. Kommenden Sommer kommt insbesondere das Open-Air-Areal zum Tragen: Am 8. Juli gastieren hier The 1975, am 9. Juli Greta van Fleet und am 11. Juli Scooter.

K.U.L.T. Das moderne Kulturzentrum mit diversem Veranstaltungsprogramm. Das K.U.L.T. ist ein modernes und multifunktionales Kulturzentrum in Hof bei Salzburg und versteht sich als Drehpunkt der lokalen kulturellen Szene mit Leidenschaft für Musik, Theater, Literatur und Tanz gleichermaßen. Dementsprechend bunt ist somit auch das Programm von Florian Scheuba (22. Feber) und Ina Regen (7. März) über Gunkl & Walter (3. April) bis hin zu Avec (18. Oktober).

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Leichte Muse Für Unterhaltung ist auch 2019 gesorgt. Dieses Mal widmen sich die Kultour-Tipps der Komödie sowie dem Humor in unterschiedlichen Ausprägungen. TEXT: PAUL M. DELAVOS

ERNST IST DAS LEBEN Entgegen des gestrengen Titels „Ernst ist das Leben. Bunbury“ ist das Stück von Oscar Wilde eine unterhaltsame Komödie. „The Importance of Being Earnest“ kam am 14. Februar 1895 zur Uraufführung. Wilde attackiert die feinen Damen und Herren der Oberschicht geistreich, stellt ihr Leben aber nicht grundsätzlich in Frage. Zum Inhalt: Die Protagonisten Algernon und Jack haben die perfekte Ausrede gefunden, um ihrem ausschweifenden Lebenswandel nachzugehen. Algernon muss immer wieder auf das Land zu seinem kranken Freund Bunbury und Jack in die Stadt, um sich um seinen liederlichen Bruder Ernst zu kümmern. Als sich Jack in Algernons Cousine Gwendolin, die sich in den Kopf gesetzt hat, nur einen Mann namens Ernst zu heiraten, verliebt, wird es kompliziert. Das Landestheater Linz zeigt die Fassung von Elfriede Jelinek ab 2. Februar.

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um ersten Mal bringt Peter Hofbauer, seit Jahrzehnten Impresario des Wiener Metropol, eine reine Komödie heraus: die österreichische Erstaufführung „Wird schon schiefgehen!“ in der Regie von Marcus Strahl. Seit der Premiere 2014 läuft die Vorlage „The Play That Goes Wrong“ ununterbrochen am Londoner Westend und erhielt den Laurence-Olivier-Preis als „Beste Komödie“. Im klassischen Stück-im-Stück will eine Laiengruppe den Krimi „Mord auf Schloss Haversham“ aufführen, doch es geht so ziemlich alles schief, was nur schiefgehen kann. Das Bühnenbild, das zum Schluss in Schutt und Asche liegt, verantwortet Martin Gesslbauer. Premiere ist am 14. Februar.

Seelenverwandtschaft Am 16. März kommt im Salzburger Landestheater John von Düffels „Die schönsten Neurosen unserer Haustiere“ zur Uraufführung. In Dr. Dotts Tiersprechstunde finden Mensch (die Hundebesitzerin Genia) und Tier (zwei Hunde, die sich sehr gut verstehen, und eine hyperaggressive Katze) Rat und stellen fest, dass die Seelenverwandtschaft größer ist als angenommen. Zur Sprache kommen etwa entsetzlichste Abgründe, höchste Glücksmomente und vor allem die tiefsten Erkenntnisse über Beziehungen aller, aber auch wirklich aller Art – inklusive #MeToo. Der Autor inszeniert selbst, es spielen Genia Maria Karasek, Christoph Wieschke, Marco Dott, Tim Oberließen und Elisa Afie Agbaglah.

Fotos: Andreas Lepsi, Sony Classical, guentheregger.at, Udo Leitner

Wird schon schiefgehen! In London 2014 uraufgeführt, bringt das Wiener Metropol das seitdem auch unter anderem in Paris und Berlin umjubelte Stück als österreichische Erstaufführung.

Unverwüstlicher Schwank Die Brüder Franz und Paul von Schönthan schrieben „Der Raub der Sabinerinnen“ bereits 1885 und seitdem ist das Stück von den Bühnen nicht wegzudenken. Nun zeigt das Wiener Volkstheater das Stück ab 26. Februar in einer Bearbeitung von Curt Goetz und in der Regie von Lukas Holzhausen. Professor Gollwitz hat in seiner Jugend die Römertragödie „Der Raub der Sabinerinnen“ geschrieben. Jahre später soll es zur Uraufführung durch Striese’s Tourneetheater kommen. Während Striese einen Jahrhunderterfolg wittert, durchleidet der Dichter Höllenqualen, wie nur das Leiden für die Kunst sie hervorbringen kann.


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POINTENFEUERWERK

TIEFGRÜNDIGE UNTERHALTUNG

Miguel Herz-Kestranek liest unterschiedlichste Gustostückerl des österreichischen Humors.

Stermann & Grissemann lesen und spielen aus Loriots „Dramatischen Werken“.

In seiner Lesung „Lachertorten mit Schlag“ präsentiert Miguel Herz-Kestranek ausgewählte Texte aus eigener sowie fremder Feder, die geistreich und bissig für Unterhaltung sorgen. Dabei sind die Torten allerdings nicht immer süß und der Schlag nicht nur cremig, wenn er u. a. Einblicke in den Theateralltag oder die österreichische Seele gibt. Zu hören am 16. Februar im Franz Fürst Freizeitzentrum, Wiener Neudorf.

ERSTEINSPIELUNG Die Cellistin Raphalea Gromes widmet sich dem Werk des italienischen Komponisten Gioachino Rossini. Gioachino Rossini ist wohl einer der berühmtesten Komponisten der italienischen Oper. Kein Wunder also, dass andere Komponisten ihm Tribut zollten. So auch Jacques Offenbach mit seiner Fantasie „Hommage à Rossini“ für Cello und Orchester. Lange galt diese Komposition als verschollen, bis sie von Gromes selbst in einem italienischen Archiv gefunden wurde. Gemeinsam mit dem WDR Funkhausorchester unter Enrico Delamboye hat sie diese eingespielt und geschickt mit anderen Kompositionen Rossinis sowie Bohuslav Martinus Variationen über ein Thema aus Rossinis „Barbier von Sevilla“ kombiniert.

Mit „Das Ei ist hart!“ präsentieren Stermann & Grissemann bereits ihren zweiten Loriot-Abend. Begleitet werden sie dabei am Klavier von Philippine Duchâteau. Seit den 1950er-Jahren prägte Loriot den deutschsprachigen Humor – oftmals gemeinsam mit seiner kongenialen Bühnenpartnerin Evelyn Hamann – und Generationen von Menschen. Bekannt sind auch die Knollennasenfiguren, die in seinen Cartoons vorkommen. Loriot seziert mit feiner Klinge zwischenmenschliche Beziehungen, das Alltagsleben inklusive Szenen einer Familie sowie die bürgerliche Gesellschaft. Am 2. März ist der Abend im Wiener Theater Akzent zu sehen. Zur Einstimmung gibt’s bereits jetzt einige der bekanntesten Zitate Loriots:

„Mein Mann ist etwas voll um die Hüften.“ – „Sie werden mir jetzt wohl nicht ins Essen quatschen.“ – „Früher war mehr Lametta.“ – „Mein Name ist Lohse, ich kaufe hier ein!“ – „Die Scheidung ist die Korrektur eines tragischen Irrtums.“


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Der Zauber d

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in prächtiger Hengst zieht seine Runden durch einen dichten Nebel von Trockeneis, kaum merkbar gelenkt von einem langbärtigen Zauberer, der direkt dem „Herr der Ringe“-Set entsprungen sein könnte. Ein Rennen zwischen einer Quadriga – der Reiter im stilisierten Caesaren-Outfit steht mit je einem Bein auf einem der weißen Pferde – und einem römischen Streitwagen-Gespann. Klamauk mit einem Mini-Pferd samt normal großem Pendant und ein Baron Münchhausen,

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der mit einem Esel Schabernack treibt. Das ist Cavalluna, die brandneue Pferde-Show, die im März und Mai für zahlreiche Gastspiele in Österreich Station macht. Fantastische Welten Es ist Creative Director Klaus Hillebrecht, der das fantasievolle und opulente Spektakel aus der Taufe hob, aus seiner Feder stammt die Rahmenhandlung von „Welt der Fantasie“, der ersten Cavalluna-Produktion. „Ich hab’ ver-

sucht, eine Story zu schreiben, die uns alle ein bisschen motiviert, mit unserer Fantasie in Kontakt zu treten, dass wir aus unserer Muss-Welt heraus-, in unsere Wunsch-Welt hineingehen“, zeigt sich Hillebrecht von seiner ersten Cavalluna-Show naturgemäß begeistert, und wird beinahe philosophisch: „Bevor wir im Leben reagieren, sollten wir nachdenken, möchte ich das wirklich machen? Ist das mein Wunsch, das zu machen? Das hab’ ich in eine Geschichte gepackt, wie unser Protagonist in seine

Fotos: CAVALLUNA

empfiehlt

Spektakulär, fantasievoll, zauberhaft: Mit Cavalluna gibt es eine neue, mitreißende und märchenhafte Pferde-Show von Meistern ihres Fachs. TEXT: ALEXANDER HAIDE


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der Fantasie Fantasiewelt geht, dort viele schöne Bilder durchlebt und eine schöne Frau trifft, die er gerne mit in seine Alltagswelt nehmen möchte.“

Fotos: CAVALLUNA

Märchenwelt Ein Märchen für Erwachsene und Kinder, lebendig geworden durch das wichtigste Kapital von Cavalluna: wunderschöne Rösser. „Der größte Vorteil ist, Pferde dabei zu haben, die emotional sind“, weiß Hillebrecht, der alle Register der modernen Show-Technik zieht: „Wir sind einmalig in dem, wie wir erzählen. Wir haben ein aufwendiges Bühnenbild, aufwendige Technik, eine große Videoleinwand und vor allem außergewöhnliche Reiter aus ganz Europa, die sich sehr viel Mühe geben, jedes Jahr etwas Neues zu zeigen.“ Nur das perfekte Zusammenspiel zwischen menschlichen und tierischen Darstellern, der spektakulären (Feuer-)Effekte und modernster Technik, eingebettet in die zauberhafte Storyline, ergeben das außergewöhnliche Ganze: „Ich versuche alles zusammenzubringen. Die Reiter sind in erster Linie Reiter und Profis, aber ich hole aus ihnen das heraus, was wir für die Geschichte brauchen. Die soll schon wirklich erzählt werden. Das soll nicht dilettantisch, nicht laienhaft aussehen. Ich versuche in jedem Detail sehr professionell und erzählerisch zu sein.“

Smartphones der Kids schön. „Ein lebendiges Pferd ist wesentlich größer als am Handy, es wirkt lebendiger, man riecht hier was, man ist in einer riesigen Arena“, lächelt er über Sein und Digital-Schein, „Allein der Stadioneffekt ist eine ganz andere Nummer.“ Ein Element musste die Cavalluna-Crew allerdings im Schrank lassen. „Ich wollte Vögel, die in der Halle fliegen. Das ging leider nicht, die fliegen nämlich weg. Das haben wir probiert, aber darauf musste ich verzichten“, lächelt Hillebrecht den verschmerzbaren Verlust weg, denn sein Cavalluna reiht sich auch so nahtlos in die Reihe der weltbesten Pferde-Shows ein. n Cavalluna gastiert mit seiner ersten Show „Welt der Fantasie“ am 23. und 24. März in der Olympiahalle Innsbruck, am 11. und 12. Mai in der Salzburgarena, am 18. und 19. Mai in der Wiener Stadthalle (D) und am 25. und 26. Mai in der Stadthalle Graz. ticketPLUS+ Dinner und Hotel sind verfügbar.

Cavalluna „Welt der Fantasie“ ist die Nachfolgeproduktion von „Gefährten des Lichts“ und tut ihr Bestes, die Zuschauer mit wundervollen Szenen, einer grandiosen Inszenierung und einem unverwechselbaren Soundtrack zu begeistern.

Die wirkliche Welt Mastermind Hillebrecht weiß aber auch um die Herausforderung der digitalen Welt, denn Pferde sind ja auch auf den

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Zum Erfolg ver Die Erwartungshaltung der Fans an Sportler ist groß – mitunter und vor allem bei Österreichs Fußballnationalteam. Teamkapitän Julian Baumgartlinger sprach mit uns über interne und externe Drucksituationen von öffentlichen Personen in einer permanenten Leistungsgesellschaft. TEXT: ROBERT FRÖWEIN

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gmahde Wiesn“, „also leichter hätten wir’s wirklich nicht erwischen können“, „in der Gruppe musst eigentlich durchmarschieren, oder gleich das ganze Nationalteam auswechseln“ – als am 2. Dezember in Dublin die letzten Kugeln gezogen wurden und die EMQualifikationsgruppen feststanden, überschlug sich der gemeine Öster-

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reicher einmal mehr mit Superlativen. Seinem Nationalteam wurde aus der Top-Gruppe Polen zugelost, dazu noch Israel mit der heimischen Kicker-Legende Andreas Herzog als Teamchef, der geliebte Nachbar Slowenien, das relativ unbekannte Mazedonien und schlussendlich Lettland, dessen Glanzzeiten bereits eineinhalb Dekaden zurückliegen. Kaliber wie

Spanien, Frankreich oder England blieben uns erspart, was soll also schon groß danebengehen? Wenn acht Millionen Teamchefs die österreichische Mentalität hervorkehren, dann kann es für die Fußballer selbst schon einmal schwierig werden – denn im Endeffekt sind sie es, die einer oft irrealen Erwartungshaltung gerecht werden müssen.

Fotos: GEPA-pictures.com, Fotolia

Emotionen Jubel und Verteufelung liegen ebenso nah beieinander wie Sieg und Niederlage: „Es gibt kein Spiel, in dem es um nichts geht. Wir stehen permanent unter Beobachtung, müssen funktionieren und abliefern“, weiß Baumgartlinger.


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Fotos: GEPA pictures.com, Fotolia

erdammt Fels in der Brandung „Es ist sicherlich gewöhnungsbedürftig, wenn das ganze Land über einen urteilt – der eine kommt besser damit klar, der andere schlechter“, erklärt ÖFB-Teamkapitän Julian Baumgartlinger, „ich persönlich habe das immer als eine Herausforderung, einen Prozess empfunden. Man entwickelt sich weiter, wächst von Jahr zu Jahr und lernt damit umzugehen.“ Baumgartlinger gehört zur sogenannten „alten Garde“ des ÖFB-Teams. Der defensive Mittelfeldspieler feiert im September sein 10-Jahres-Jubiläum im Nationalteam, hat nach dem Rücktritt von Christian Fuchs im August 2016 die Kapitänsbinde übernommen und gilt gemeinhin als intelligenter, reflektierter und wissbegieriger Ruhepol in allen Mannschaften, in denen er sich befindet. Der 31-Jährige ist Spielgestalter, Motor und Fels in der Brandung in Personalunion – allesamt wichtige Funktionen in einem Sport, der Stadien füllt, Fernseheinschaltquotenrekorde erzielt und den Athleten mittlerweile im DreiTages-Rhythmus Topleistungen abverlangt. „Es kann belastend werden, das will ich gar nicht leugnen. Es gibt kein Spiel, in dem es um nichts geht. Wir stehen permanent unter Beobachtung, müssen funktionieren und abliefern.“ Nicht jeder Spieler kann mit dem Rampenlicht und den ständigen Bewertungen gleich umgehen, das ist auch dem Teamkapitän bewusst. „Richtig unentspannt war ich selbst nie und dabei ist die Erfahrung

Ö-SPIELPLAN IN DER EM-QUALI 21. März 2019 24. März 2019 07. Juni 2019 10. Juni 2019 06. September 2019 09. September 2019 10. Oktober 2019 13. Oktober 2019 16. November 2019 19. November 2019

ein großer Segen. Man entwickelt im Laufe der Zeit einfach Mechanismen, um sich nicht erdrücken zu lassen. Ich gehe das ganz pragmatisch an, weiß, was meine Aufgaben sind und lege mir einen persönlichen Plan zurecht. Die letzten zwei, drei Stunden vor dem Spiel beschäftige ich mich gerne mit Musik. Keine aggressive, um mich zu pushen, sondern eher etwas Ruhiges, Harmonisches, bei dem ich mich wohlfühle und meinen Fokus schärfe.“ Essenziell dabei ist auch, dass Baumgartlinger seinen Job auf dem Platz als Privileg sieht und ihn niemals als Last empfindet. „Jeder Trainer sagt dir vor dem Spiel, dass du rausgehen und Spaß haben sollst. Auch wenn es wie eine Floskel wirkt, genau das versuche ich jeden Tag so umzusetzen.“ Druck bis zum Tod Drucksituationen im Fußballeralltag sind keine Modeerscheinung, sondern begleiten die Sportler seit Dekaden. Eine breite Öffentlichkeit wurde nicht zuletzt deshalb darauf aufmerksam, als der einstige DFB-Torwart Robert Enke 2009, von Depressionen gebeutelt, den Freitod wählte. Enkes Ehefrau Teresa kämpft seither aktiv gegen die Erkrankung an und gründete die Robert-Enke-Stiftung. Der Berliner Zweitligaspieler Andreas Biermann wurde sich erst dadurch seiner Erkrankung bewusst, nahm sich 2014 aber ebenfalls das Leben. Als einer der aktuellsten Fälle öffnete unlängst der ehemalige Arsenal-Ver-

Österreich Polen 20.45 Uhr Israel Österreich 18.00 Uhr Österreich Slowenien 20.45 Uhr Mazedonien Österreich 20.45 Uhr Österreich Lettland 20.45 Uhr Polen Österreich 20.45 Uhr Österreich Israel 20.45 Uhr Slowenien Österreich 20.45 Uhr Österreich Mazedonien 20.45 Uhr Lettland Österreich 20.45 Uhr

teidiger Per Mertesacker sein Herz – und wurde für seine Ehrlichkeit und Offenheit von aktiven und ehemaligen Fußballern teils heftig kritisiert. „Es hat die Leute dazu bewegt, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und das ist wichtig“, erklärt Baumgartlinger, „es hat sich deutlich etwas verändert, aber das passierte im kleineren Rahmen schon vor Enke mit Sebastian Deisler. Er war das Übertalent, hatte mit 20 Jahren keine finanziellen Sorgen und war dem Ganzen trotzdem nicht gewachsen. Es ist nicht einfach, immer Stärke zu zeigen und sich auch durchzubeißen.“ Was Deisler einst noch verwehrt blieb, ist der Hass in den sozialen Medien. Einerseits sind Facebook-, Twitter- und Instagram-Profile wichtige Portale, um sich neben der eigentlichen Arbeit auf dem Platz zu vermarkten, andererseits sind die Spieler ständig mit anonymem Hass und Drohbotschaften konfrontiert. So mancher Profi zog sich ob der rauen Herangehensweise wieder geschockt aus

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GEWINN SPIEL

Wir verlosen 10 Mitgliedschaften des neuen ÖFB Insider. Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen: www.ticketmagazin.com

Julian Baumgartlinger Der ÖFB-Mittelfeldspieler mit Stammverein Bayer 04 Leverkusen kennt nicht nur den Zweikampf am Feld, sondern auch den Kampf mit dem Leistungsdruck, wenn ein ganzes Land über sein Spiel urteilt. Aber: „Man wächst von Jahr zu Jahr und lernt damit umzugehen.“

der Öffentlichkeit zurück – Online-Mobbing ist auch im Profisport kein Tabu mehr. „Es ist definitiv nicht einfacher geworden, da das Internet Informationen extrem beschleunigt und Meinungen manipulieren kann. Die Anonymität im virtuellen Raum lässt jeden mitreden, das birgt Gefahren und gehört besser reglementiert. Aber: Du musst nicht Teil von Social Media sein, um gesellschaftlich wahrgenommen zu werden. Die Frage ist, inwieweit man das Thema an sich heranlassen möchte.“ Auch der Mär von der finanziellen Absicherung schiebt der Salzburger einen Riegel vor. „Natürlich macht es der Erfolg einfacher, Drucksituationen mit mehr Leichtigkeit entgegenzuwirken, aber gut dotierte Verträge schützen nicht vor Angst, Nervosität oder gar Depression. Konstant erfolgreich zu sein schürt die Erwartungshaltung, so gesehen ist der Druck branchenübergreifend allgegenwärtig.“

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Anspruchs- & Realitätsschere Nicht zuletzt weiß Julian Baumgartlinger selbst sehr gut, was es bedeutet, von Medien und der Öffentlichkeit angeprangert zu werden. Als Lehrbeispiel dafür ging die EM 2016 in Frankreich in die Annalen ein. Nach einer sensationellen Qualifikation scheiterten die von allzu großen Optimisten gar als Mitfavoriten gehandelten Österreicher relativ eindeutig in einer als leicht diskutierten Gruppe mit Portugal, Ungarn und Island. Der Scherbenhaufen, der aus dieser Phase entstand, war nicht mehr zu kitten und kostete mit etwas Verzögerung auch dem einst als Heiland empfangenen Marcel Koller den Job als Teamtrainer. „Wir haben wirklich eine hervorragende Qualifikation gespielt, das Potenzial war da, die Euphorie und Erwartungshaltung waren der Wahnsinn. Wir haben uns dem hingegeben und dann kam der vermeintliche Super-GAU. Erwartung, An-

spruch und Realität haben nicht zusammengepasst, daran sind wir letztendlich gescheitert. Das ist schon hängengeblieben. Es war eine heftige Situation und gleichzeitig ein wichtiger Lernprozess.“ Vor Misserfolg ist das ÖFB-Team natürlich auch heuer nicht gefeit, denn auch wenn die Erwartungshaltung knapp zweieinhalb Jahre nach der schicksalshaften EM wieder rankenhaft in den Himmel wächst – manchmal tut es gut, der Realität ins Auge zu blicken. Und diese besagt vor allem, dass auch Sportler nur Menschen sind. n Neben dem ÖFB ist oeticket.com auch exklusiver Vertriebspartner für den FC Wacker Innsbruck. Weitere Fußball-Highlights: GAK 1902 gegen FK Austria Wien am 15. Februar in der Merkur Arena Graz und der Wiener Sport-Club Frauen gegen FC St. Pauli am 25. Mai am Platz des Wiener Sportclubs.


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Beer Drinkers & Hell Raisers Österreichisches Bier gilt auch über die Landesgrenzen hinaus als Kulturgut. Dabei sind die Großbrauereien bei Weitem nicht mehr alleiniges Aushängeschild: Über 170 Betriebe buhlen um die Gunst am Kunden – Thrasher aus Wien am lautesten. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

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Foto: Stefan Kuback, Fotolia

ie Liebe zum Bier war bei den beiden Herren hinter der Wiener Craftbier-Brauerei Thrasher schon immer bacchantisch: Lange Zeit allein als Genussmensch dem Hopfenkaltgetränk zugetan, entschlossen sich Jakob Zerobin und Alex Dietmeier nach jugendlichen Sturm-und-Drang-Jahren schließlich, aktiv auf das Brauland Österreich einzuwirken und „etwas Eigenes mit Alleinstellungsmerkmal“ zu kreieren. Das Ergebnis sind seit 2017 vier eigenständige Biere, die mit den führenden Biersorten in Österreich – dem Lager, dem Märzen und dem Pils – letztlich nur wenig gemein haben und aus der kompletten Hopfen-Klaviatur schöpfen: Harvest ist ein Wiener Blonde Ale, Spirit Road ein India Pale Ale, Broken Arrow ein New England IPA und Act of Love ein Russian Imperial Stout. Klasse statt Masse Macht man mit ausgefallenen Kreationen in einem Land der Traditionalisten überhaupt Meter? Alex zieht die Siebenmeilenstiefel gar nicht erst an: „Dem Biertrinker, der lediglich auf Masse denn Klasse setzt, dem lässt sich ein Craftbier nicht einreden.“ Zumindest ist aber „der Österreicher kein Biersnob wie der Deutsche, der sich etwas auf eine längst obsolete Zutatenliste aus dem 16. Jahrhundert einbildet“, weiß Jakob, und Alex schießt nach: „Die Masse lernt langsam, dass Bier auch anders schmecken kann als Schwechater oder Ottakringer.“ Ein Bier mit eingebrautem Mangalitzaschweinekopf wie das von der Brauküche35 aus Schalladorf erregt dann aber doch Auf-

Thrasher Brewery Offiziell ist Jakob (rechts) der Braumeister, Alex (links) Geschäftsführer. Aber eigentlich ergänzen sie sich auch über die starren Positionen hinaus ganz gut. Das bisherige Ergebnis: Vier formidable Biere.

sehen und ist immerhin einen kurzen Beitrag in der NÖN wert: Irgendwie muss man am dicht gedrängten Markt schließlich auffallen – auch die Craftbier-Subkultur ist schon lange nicht mehr „Punk“, sondern Business und Marketing. Bei Thrasher hat man sich jedoch für einen anderen Weg entschieden und doppelt trotz geschmacklich ausgereiften, mit Ecken und Kanten versehenen, aromatischen Kreationen nicht die von Schokoladenhersteller Zotter perfektionierte Eigenart, ein geschätztes Massenprodukt mit eigenwilligen Geschmäckern anzureichen: Bei Thrasher steht die Musik im Fokus. „Sowohl unser Brauereiname als auch die einzelnen Biere haben direkten Bezug auf Neil Young, der uns mit seiner Kunst schon seit vielen Jahren durchs Leben begleitet.“ So war es naheliegend, dass Jakob und Alex nicht nur aktiv auf den heimischen Biermarkt einwirken, sondern auch langsam zum integralen Bestand-

teil der österreichischen Musikszene werden: So wurde auf der Basis einer ihrer früheren Bier-Kreationen für die Speed-Punker Ewig Frost das High Octane kreiert, den PostBlack-Metallern Harakiri For The Sky wurde das an ein New England IPA angelehnte Void Filler auf den Leib geschneidert. Und selbst ein heimisches Festival sicherte sich bereits eine Sonderabfüllung: Für das seit 2006 stattfindende Doom Over Vienna wurde letztes Jahr das Templars Doom entwickelt, ein kleines Schwarzes mit großer Wirkung. Die Verkostung zeigt: Bier hat das Prollige längst abgelegt und ist wie auch der Wein in der Mitte der Gesellschaft angekommen. n Ewig Frost spielen am Kaltenbach Open Air (22. bis 24. August, Spital am Semmering), Harakiri For The Sky am 2. Februar in der ((szene)) Wien und am Metal On The Hill (16. und 17. August in Graz).

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Party ohne Ende Der nach einer Gletscherleiche benannte Schlagersänger zählt – das müssen selbst Feuilletonisten zähneknirschend eingestehen – zu den erfolgreichsten heimischen Musikern, internationale Erfolge dem Kaliber Opus und Falco inklusive. Sein Fach ist das einfache Vergnügen zwischen Fetenhit und volks-

WHITE LIES

LIVE Five Mit James Brown (Arctic Monkeys) als Soundengineer und Alan Moulder (Nine Inch Nails) als Mixer sowie DepecheMode-Produzent Flood, der die Synths einspielte, haben die Londoner gehörig Klangkompetenz auf „Five“ versammelt – dementsprechend intensiv dröhnend flirrt der Koloss dann auch. (sb)

In Flames – I, The Mask Obwohl die Göteborger seit ihren Anfängen einiges an Härte eingebüßt haben, klotzen sie fürderhin mit einem monumentalem Mahlstrom-Groove, bezirzen alldieweil aber auch süßlich wie der Erlkönig. (sb)

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This Land So geht Rosinen-Picken im Blues, Soul, und R’n’B: Irgendwo zwischen Hendrix, Prince und Lenny Kravitz changiert Clark, der unter Obama im Weißen Haus gefeiert wurde, unter Trump nun naturgemäß deutlich indignierter agiert und seine Gitarre virtuos in den aufkeimenden Rassismus krachen lässt. (sb)

Welt ohne Zeit Der Schweizer Kaspar Hauser, der nach Berlin auszog, um sich dort der Schnulze hinzugeben, gilt gemeinhin als jener, der den Schlager für Hipster erfand: Am dritten Album versinkt er folgerichtig im Kitsch seiner Minnetragödien, irgendwo zwischen Sehnsucht und Schmachten – eskapistische Fantasien eben. (sb)

All Tree Mit ihrem vierten Album tauchen die finnischen Baumumarmer vollends in die Tradition alter Balladenschreiber ein und locken mit sanften Flötenklängen, gepinseltem Schlagwerk und gezupften Gitarren in eine mystisch-nebulöse Parallelwelt von Vorgestern: So klingt Moos zwischen den Zehen. (sb)

Fotos: Hersteller

LIVE

DAGOBERT

LIVE The Picturebooks – The Hands Of Time Quasi als Anithese zum überladenen StadionRock konzentrieren sich die zwo Tippelbrüder auf die Essenz, poltern tänzelnd durch das Mississippi-Delta: Das ist Blues mit Wumms wie die Faust vom Bud Spencer. (sb)

GEWINN SPIEL

HEXVESSEL

Massive Wagons – Full Nelson Irgendwo zwischen Sleaze und Classic Rock changieren die Engländer, die sowohl auf Mainstream-Kompatibilität wie auch auf effektive Hooks verweisen können: Nichts neu, aber vieles richtig gemacht! (sb)

LIVE

tümlicher Souterrain-Ballade, auf den Leib geschneidert für Après-Ski, Ballermann, Maturareisen und All-Inclusive-Resorts – eben Party mit Niveaulimbo statt intellektuell forderndes Weltkulturerbe. Die Retrospektive – neu eingesungen und aufgefettet mit fünf neuen Liedern – dokumentiert in seiner geballten Wucht: Hier regiert einförmiger Bumm-Tschack und stromlinienförmige Partysound, hauptsache laut statt tiefsinnig. Doch man muss neidlos zugestehen: Selbst ohne 12 Schnäpsen auf ex wippt das Bein mit, man will plötzlich unkontrolliert mit den Armen wacheln und euphorisch, aber Hauptsache falsch den Refrain johlen. Wie ist’s Wir verlosen eine Fanbox von Party ohne Ende“. Mehr Informationen dann erst im und Teilnahmebedingungen: richtigen Geisteswww.ticketmagazin.com zustand? (sb)

GARY CLARK JR.

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DJ ÖTZI


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Lichtspiele

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Robert Rodriguez als Regisseur, James Cameron als Produzent und Christoph Waltz als Darsteller: „Alita – Battle Angel“ hat viel zu bieten. TEXT: ANDREAS UNGERBÖCK

Alita Die kanadische Schauspielerin Rosa Salazar, die die Titelfigur impersoniert, kennt und schätzt man etwa aus „American Horror Story“ oder „Maze Runner“.

Foto: Sony, Centfox

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ie schon öfters speist sich das neueste Hollywood-Megaspektakel, das mit schlappen 200 Millionen Dollar gedreht wurde, aus einer populären japanischen Manga-Serie. Das Besondere daran: Mastermind ist hier kein Geringerer als Produzent James Cameron, der mit Laeta Kalogridis („Shutter Island“) auch das Drehbuch geschrieben hat. Warum hat er das? Weil er seit gut 20 Jahren den Plan hatte, Kishiro Yukitos Manga „GUNNM“ (auch: „Ganmu“ oder „Battle Angel Alita“, seit 1991) zu verfilmen. Unter anderem wegen der fehlenden technischen Ressourcen, so Cameron, wurde das Projekt immer wieder verschoben. Nun aber arbeitet Cameron ja seit geraumer Zeit an bis zu vier (!) Sequels zu seinem Mega-Blockbuster „Avatar“ (2009), daher gab er sein Herzensprojekt schließlich an seinen Kumpel, den ähnlich technikbesessenen Robert Rodriguez weiter. Der ließ sich nicht lange bitten und in Austin das „bisher größte Filmset in der Geschichte von Texas“ bauen, wo die – spätestens seit „Blade Runner“ (1982) bekannte – dystopische

Stadt aufgebaut wurde, die hier Iron City heißt. Wir befinden uns im 26. Jahrhundert, und Dr. Ido (im Manga war er Mechaniker) findet auf einem Schrottplatz Reste eines weiblichen Cyborgs, den er wieder zusammenflickt und Alita nennt. Pinocchio und Frankenstein und ähnlich populäre Geschichten lassen grüßen. Natürlich umgibt Alita ein dunkles Geheimnis aus ihrer zunächst unbekannten Vergangenheit. Doch allmählich kristallisiert sich heraus, dass das zarte Cyber-Girl eine veritable Kampfmaschine ist (siehe Titel). Ido, der das auch sieht, ist alles andere als begeistert, zumal auch die Schufte, die die Stadt regieren, bald auf Alita aufmerksam werden. „Alita – Battle Angel“ ist ein State-ofthe-Art-Hightech-Actionspektakel. Besonders deutlich wird das in einer wild bewegten Sequenz, in der Alita im Stadion gegen alle möglichen unfreundlichen Wesen ein Full-Speed-Killerspiel namens „Motorball“ bestreitet. Da geht es krachend zur Sache. Dass der Film aber viel mehr als das sei, wird von den Machern ausdrücklich betont. Im Herzen des Films, so heißt es, schlummere

eine tief empfundene Liebesgeschichte zwischen „Vater“ und „Tochter“. Dass diese funktioniert, dafür sorgen wohl die aparte Rosa Salazar, bisher vor allem aus TV-Serien und aus der „Maze Runner“-Franchise bekannt, und der Meister aller Schauspielklassen, Christoph Waltz, der, wie er selbst sagt, mit Science-Fiction nicht viel am Hut hat – wohl aber mit dem romantischen Kern des Films und mit dessen „politischer Aussage“. Dazu kommen weitere Oscar-Preisträger und -innen wie Jennifer Connelly und Mahershala Ali, der diesmal einen ganz Bösen spielt. Man darf prophezeien, dass das ein großer Erfolg wird.

AUSSERDEM IM KINO Drachenzähmen leicht gemacht 3 Noch einmal müssen Hicks, mittlerweile Häuptling seines Dorfes, und sein fliegender Freund Ohnezahn Seite an Seite dafür kämpfen, dass Menschen und Drachen friedlich zusammenleben können. Auch der dritte Teil der Drachenzähmen-Saga ist ein spannendes Animationsabenteuer für die ganze Familie. Kinostart ist am 7. Februar. Holmes und Watson Wenn Will Ferrell und John C. Reilly als Sherlock Holmes und Dr. Watson im viktorianischen England ermitteln, bleibt kein Lachmuskel untrainiert – und natürlich wird auch der eine oder andere knifflige Fall gelöst. Gelingt es ihnen aber auch, die britische Königin vor dem diabolischen Moriarty (Ralph Fiennes) zu beschützen? Ob Netflix die Ausstrahlungsrechte zu Recht ablehnte, davon überzeugen wir uns ab 8. Feber.

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plug & play Charakterstarke, ausgefeilte Instrumente laden zu Zeitreisen in die Soundwelten der Vergangenheit und Zukunft ein und die lassen sich in beeindruckender Qualität in Bild und Ton festhalten. TEXT: AMANDA PENISTON-BIRD

PEARL & KORG E/MERGE

Japanische Koproduktion Die e/MERGE E-Drums vereinen die Stärken von zwei legendären japanischen Firmen. Das MDL1-Modul, Herzstück des E-Drum-Sets, ist mit zwei schnellen Multicore-Prozessoren für Power und Performance ausgelegt. Die komplett neue Wave-Trigger-Technologie basiert teilweise auf der legendären Korg Wave Drum, sie fängt feinste Nuancen ein und lässt jedes Detail im Spiel, bis hin zur Wahl der Sticks, den Sound beeinflussen. Das volle Spektrum an akustischen Pearl-Drum-Samples und die erlesene Auswahl aus der riesigen Korg-Library sind eine Spitzenkombination. Sets in verschiedenen Konfigurationen sind verfügbar, auch hybrid und erweiterbar. pearleurope.com & korg.de

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HAGSTROM SUPER SWEDE BASS

Pures Mahagoni ABBA Bassist Rutger Gunnarsson spielte den legendären Super Swede Bass auf der Nordamerika-Tournee 1979. Insgesamt wurden nur 364 Exemplare des Modells hergestellt. Die authentische Neuauflage mit Resinator-Griffbrett wartet mit noch mehr Sustain und artikuliertem Attack auf. Die Saiten werden von individuellen Sätteln gehalten, die in direktem Kontakt zum durchgehenden Hals stehen. Das schöne Sustain erinnert an ein Klavier. Die J-Quad VierspulTonabnehmer sind ganz neu, extrem rauscharm und beeindrucken mit einem enormen Tonspektrum. Leicht betonte Mitten und Bässe lassen den Bass richtig schön knurren. Zu haben ist der Super Swede Bass in den klassischen Finishes Black Gloss, Tobacco Sunburst oder Natural Mahagoni. hagstrom.de

DONAUWELLEN-MUNDHARMONIKA

Donauwalzer in C-Dur Hohner hat gemeinsam mit der Donaubergland GmbH die legendäre DonauwellenMundharmonika neu aufgelegt. Die Nachfolgerin des beliebten Modells aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist eine 20-stimmige Richter-Mundharmonika in C-Dur. Die Sonderedition wird in Deutschland hergestellt und ist als schöne Reisebegleiterin beim Wandern, Radfahren oder Schifffahrten entlang der Donau gedacht. Verfügbar ist das Modell exklusiv nur direkt bei der Donaubergland GmbH. donaubergland.de

ROCKIGE COCKTAILS IM HANDUMDREHEN Die Zutaten für einen gelungenen Abend? Man nehme mindestens vier Freunde, einen Cocktailexperten, unterschiedliche Drink-Vorlieben, gute Musik und eine Extraportion Spaß: Bei den „Shake it Up“-Cocktailworkshops im Hard Rock Cafe Vienna lernen die Gäste vom Profi, wie man den persönlichen Lieblingsdrink mixt und natürlich auch den ein oder anderen BarTrick. Damit die Teilnehmer selbst die Cocktailkunst perfektionieren, dürfen sie auch selbst an die Bar und können ihren Freunden oder Kollegen beweisen, was sie als Barkeeper draufhaben. Leistungen: • Welcome Drink • Gezeigt werden 4 Cocktails Auswahl: Long Island Iced Tea, Electric Blues, Bahama Mama, Riders on the Storms, Alabama Slammer, Hurricane, Lynchburg Lemonade, Raspberry Mint Lemonade, Big Kablue-na, Mojito, Air Mexika Margaritas, Golden Margarita, Strawberry Daiquiri, B52, Cosmopolitan

• Jeder Gast mixt einen der ausgewählten Cocktails, der anschließend verkostet wird Der Workshop kostet € 29,50 EUR pro Person inkl. MwSt. und dauert ein bis zwei Stunden, abhängig von der Teilnehmeranzahl der Gruppe. Der Workshop kann von Montag bis Freitag zwischen 16 und 19 Uhr gebucht werden und eignet sich für Gruppen von 4 bis 12 Personen. Essen und weitere Getränke können ohne Vorankündigung beim Workshop bestellt werden.

GEWINN SPIEL Verlost wird ein „Shake It Up“Cocktailworkshop für vier Personen einlösbar von Montag bis Freitag im Hard Rock Cafe Vienna. Mehr Informationen und Teilnahmebedinungen siehe www.ticketmagazin.com!

Foto: Philipp Lipiarski

Die einstige Custom-Werkstatt Palmer ist für zuverlässige, gut klingende Audio-Werkzeuge bekannt. Der handliche Pocket-Amp ist in verschiedenen Varianten verfügbar, für E-Gitarre, Bass und nun auch für Akustikgitarren und weitere Instrumente mit PiezoPickups. Der portable Preamp ist mit Instrumentenverstärkern, PA-Systemen und Aufnahme-Mischpulten kompatibel. Ein Sound-Modus-Schalter bietet die Wahl zwischen Flat-, Modern- oder Vintage-Sound. Zur Ausstattung des feinen kleinen Begleiters gehören u. a. InputLimiter, Polaritätsschalter, Notch-Filter, 3-Band EQ mit semi-parametrischen Mitten, Blend-Regler und ein Tuner-Fußschalter-Ausgang.


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Spielwiese Das Spielejahr 2019 sieht vielversprechend aus – und das nicht nur wegen hochkarätiger Fortsetzungen. Voilà: Hier unsere „Most Wanted“-Games. TEXT: JOACHIM SCHMIDA

Star Wars: Jedi Fallen Order Das Star Wars-Spiel soll angeblich zum Weihnachtsgeschäft erscheinen, entwickelt wurde es übrigens vom „Titanfall“-Studio Respawn Entertainment, was schon mal Gutes verheißen sollte. Beyond Good and Evil 2 Man darf äußerst gespannt sein, ob die Fortsetzung des kultigen Action-Adventures aus dem Jahr 2003 tatsächlich feuchte Augen bei den Fans hervorrufen kann. Ori and the Will of the Wisps Der Wiener Thomas Mahler und seine Moon Studios beglücken uns mit dem Nachfolger von Ori, eines der bezauberndsten Jump ’n’ Runs der letzten Jahre. Laut eigenen Angaben dürfte man beim Sequel vor allem mit viel Liebe zum Detail am Level-Design gearbeitet haben.

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Diesen Monat schickt uns Ubisoft mit dem „Far Cry“-Ableger „New Dawn“ wieder nach Hope County, Montana – die trügerische Idylle von damals weicht nun der Postapokalypse. Außerdem im Februar am Start: der ebenfalls endzeitliche Shooter „Metro Exodus“ (Titelfoto) sowie etwas „komplett Neues“ von den BioWare-Entwicklern – und zwar der auf Koop ausgelegte Online-SiFi-Titel „Anthem“. Im März gibt es ein Wiedersehen mit dem Dämonenschlächter Dante: „Devil May Cry 5“ (Packshot), das wir bereits auf der Game City in Wien anspielen konnten, bietet erneut actiongeladene japanische Hack ’n’ Slay-Kunst auf höchstem Niveau. Altbewährtes bringt uns der Monat April, wenn der Prügelklassiker „Mortal Kombat“ mit seiner elften Ausgabe in eine neue Runde geht. Bislang noch ohne konkreten Release-Termin sind folgende – von uns heiß ersehnte – Perlen: Wir hoffen auf Hideo Kojimas „Death Stranding“, fiebern mit „Halo Infinite“ einem neuem „Halo“ entgegen und zittern, dass „The Last of Us 2“, die Fortsetzung eines unserer absoluten Lieblingsspiele, den hohen Erwartungen gerecht wird. Wie immer bietet das Jahr sicher auch die eine oder andere Überraschung. Dass „Cyberpunk 2077“, das Action-Rollenspiel des polnischen Entwicklerstudios CD Projekt RED, heuer noch in den Läden steht, erscheint derzeit jedenfalls als eher unwahrscheinlich. Aber vielleicht kommt es ja zur Ankündigung einer neuen Konsolengeneration auf einer der großen Spielemessen.

Fotos: Hersteller

WEITERE TOP-GAMES


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» Masters of Dirt

» Bilderbuch

» Blue Man Group

» Disturbed

02.03. bis 27.04.2019 27.04.2019, Innsbruck, Graz, Salzburg, Klagenfurt Haltestellen: VLBG, T, SBG, KTN, NÖ, OÖ, W, STMK

13.07.2019, Linz Haltestellen: NÖ, OÖ, SBG

09.03.2019, Linz Haltestellen: NÖ, OÖ, SBG

24.04.2019, Wien Haltestellen: BGLD, KTN, NÖ, OÖ, SBG, STMK

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17.07.2019, Wien Haltestellen: BGLD, NÖ, OÖ, STMK

02.06.2019, Wien Haltestellen: BGLD, KTN, NÖ, OÖ, SBG, STMK

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Der Über M

asters of Dirt ist österreichweit wie auch international bekannt für legendäre Freestyle-Shows, viel Feuer, motorbetriebene Fahrzeuge und Fahrräder, mit denen die Athleten aus aller Welt allerhand anstellen. Sie wagen sich über meterhohe Schanzen, trotzen der Schwerkraft und scheuen nichts, um ihrem Publikum einen unvergesslichen Abend zu bereiten. Junges Talent Mittendrin statt nur dabei: der 11-jährige Lennox Zimmermann, der aus Deutschland anreist, um bei der Masters of Dirt Total Freestyle Tour sein junges

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Ausnahmetalent zu zeigen. Auf seinem BMX wagt er sich über die größten Rampen des M.O.D.-Tracks und stellt damit unter Beweis, dass er seinen erfahrenen Kollegen trotz seines jungen Alters um nichts nachsteht. Ob die Abfahrt von einer 12 Meter hohen Absprungrampe, Backflips in 8 Metern Höhe, Synchro-Sprünge mit anderen Athleten oder ausgefallene Tricks – es gibt nichts, was Lennox Zimmermann auf seinem BMX nicht beherrscht, und das, obwohl der junge Deutsche erst 11 Jahre alt ist. Allerdings kommt sein Können keineswegs von ungefähr: Seit er 3 Jahre alt ist, ist er nicht mehr von seinem BMX-

Bike herunterzubekommen und übt beinahe täglich, um seine Tricks zu perfektionieren und neue zu erlernen. Aufgrund seines außerordentlichen Könnens wurden schließlich die Masters-of-Dirt-Teammanager auf Lennox aufmerksam und buchten ihn für eine Show. Georg Fechter, selbst Mountainbiker und Showgründer, ist euphorisch: „Lennox hat 2018 bei unserer Show in Wien sein Masters-of-Dirt-Debüt gefeiert und hat uns wirklich alle vom Hocker gerissen! Er springt über die größten Rampen und zeigt Tricks, die außer ihm nur wesentlich ältere, erfahrenere Fahrer beherrschen. Ich kann es kaum erwarten, ihn 2019 auf Tour mit-

Fotos: Masters of Dirt, Philipp Greindl

Masters Of Dirt ist bekannt für seine unerschrockenen Stunt-Stars auf ihren Bikes, Quads, Snow-Mobiles und BMX Bikes, die mit ihren atemberaubenden Sprüngen der Schwerkraft trotzen. Mittendrin statt nur dabei: Der elfjährige Lennox Zimmermann. TEXT: REDAKTION


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Fotos: Masters of Dirt, Philipp Greindl

erflieger zunehmen und bin schon neugierig, wie er sich im letzten Jahr entwickelt hat!“ Man darf gespannt sein, welche Asse das Nachwuchstalent im Frühjahr 2019 aus dem Ärmel ziehen wird, aber eines steht fest: Den Zusehern wird der Atem stocken, wenn Lennox loslegt!

n Die Masters of Dirt „Total Freestyle“-Tour startet am 2. März in der Kärnten Arena in Klagenfurt und führt über die Stadthallen Graz (9. März) und Wien (15. bis 17. März) in die Linzer Tips Arena (6. April), die Salzburgarena (19. und 20. April) und die

Lennox Zimmermann Selbst der erfahrene Mountainbiker und Masters-of-Dirt-Gründer Georg Fechter ist vom jungen Ausnahmetalent begeistert. Zu Recht, denn der Jungspund steht den „Großen“ um nichts nach!

Olympiahalle Innsbruck (27. April). Für Graz, Salzburg, Innsbruck und Klagenfurt sind ticketPLUS+ Bus- verfügbar, für Wien, Graz und Innsbruck ticketPLUS+ Hotel und für Graz, Wien, Linz und Innsbruck ticketPLUS+ Dinner.

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Live spürt man mehr! Paul McCartney The Freshen Up Tour Die Pop-Legende lieferte gleich zwei umjubelte Auftritte in der restlos ausverkauften Wiener Stadthalle! Unser Fotograf Stefan Kuback hat Impressionen vom Konzert am 6. Dezember festgehalten.

Die Fantastischen Vier Captain Fantastic On Tour Mit 11.000 Besuchern feierten die Stuttgarter in der Wiener Stadthalle Anfang Jänner zwei Stunden lang eine ausgelassene Party. Unser Fotograf Niko Auer hat den 30-jährigen Bandgeburtstag bildlich festgehalten, die Fantas haben aber noch nicht genug und feiern am 15. Juni in Graz weiter!

A Perfect Circle Left Boy

Ferdinand Tour Nach Linz, Innsbruck und Graz beendete Left Boy seine „Ferdinand“-Tour Mitte Dezember im Wiener Gasometer. Unser Fotograf Stefan Kuback war vor Ort!

Mehr Konzertfotos gibt es auf www.ticketmagazin.com!

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Fotos: Stefan Kuback, Niko Auer

Eat The Elephant Tour Tool-Mainman Maynard James Keenan & Konsorten lieferten Mitte Dezember in der Wiener Stadthalle ein Art-Rock-Feuerwerk der besonderen Art. Unser Fotograf Niko Auer hat einige Impressionen festgehalten, Keenan kommt mit Tool bald wieder, und zwar am 5. Juni in die Wiener Stadthalle (D).


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POST SCRIPTUM

LASTNEWS Ab 22. Februar gibt es wieder Tickets für das Picture On, für das u. a. The Sisters Of Mercy und Clawfinger angekündigt wurden. Mit dabei beim Sound Everest (29. bis 31. März, Hauser Kaibling): Sido, Josh., Moop Mama, Folkshilfe, Mono & Nikitaman und weitere Top-Acts. Nachdem die erste Show von Tash Sultana (Foto) innerhalb kürzester Zeit ausverkauft war, gibt es am 15. Juli eine Zusatzshow für das Arena Wien Open Air. Skindred werden am 24. April

Disturbed supporten, Black Stone Cherry Alice Cooper am 16. September. Nach „Seitenhirsch“ folgt die abgespeckte Version der Outtakes von Die Ärzte: „They’ve Given Me

Schrott“ erscheint am 8. Februar auf 3-CD oder 5-LP. Erratum Ausgabe 226: Konstantin Wecker gastiert am 19., nicht am 14. Juli im Rahmen von „Klassik am Dom“.

GEWINNSPIELE Gewinnspiele in dieser Ausgabe finden Sie auf den Seiten 8–11, 14–16, 22–24, 42–44 und 46–50. Mehr Informationen & Teilnahmebedingungen finden Sie auf www.ticketmagazin.com. Sie können über das Gewinnspielformular auf www.ticketmagazin.com („!ticket Gewinnspiele Februar 2019“) mitspielen. Einsendeschluss ist der 15. Februar 2019.

Die Gewinner des ÖFB-Insider-Gewinnspieles und des Hard Rock Cafe Vienna-Gewinnspieles erklären sich mit der Datenübermittelung an und -verarbeitung durch den ÖFB / das Hard Rock Cafe Vienna einverstanden. r.

Das nächste !ticket erscheint am 27. Februar 2019.

Foto: Shore Fire Media

Fotos: Stefan Kuback, Niko Auer

IMPRESSUM Herausgeberin, Chefredakteurin: Mag. Roberta Scheifinger Chefredakteur & Chef vom Dienst: Stefan Baumgartner Anzeigen: Catharina Brand, Suzana Milic, Mag. Roberta Scheifinger Anzeigenproduktion & Verrechnung: Susanne Franzl Redaktion: Stefan Baumgartner (sb), Amina Beganovic (ab), Paul M. Delavos B.A. (pmd), Robert Fröwein (rf), Angelika Goldmann, Walter Gröbchen, Alexander Haide (ah), Amanda Peniston-Bird (apb), Mag. Joachim Schmida (js), Mag. Manuel Simbürger (ms), Andreas Ungerböck (au) Cartoon: Bertram Haid (BAES Cartoons) Lektorat: Gunther Natter Fotos: siehe Copyright Cover: Universal Music

Medieninhaber, Eigentümer, Redaktionsanschrift: CTS Eventim Austria GmbH, !ticket Eventmagazin, Mariahilfer Straße 41–43, 1060 Wien Designkonzept, grafische Produktion: QMM Quality Multi Media GmbH, Mariahilfer Straße 88a/II/2a, 1070 Wien Artdirektion: Mag. Gottfried Halmschlager Druck: NP Druck Gesellschaft m.b.H., Gutenbergstraße 12, 3100 St. Pölten Abonnements: !ticket Österreichs Eventmagazin Nr. 1 erscheint 10 x jährlich. Jahresabo Österreich: € 22,00, Jahresabo Europa: € 44,00. Kündigung jeweils acht Wochen vor Ablauf der Bezugsfrist nur schriftlich eingeschrieben oder per E-Mail an abo@ticketmagazin.com. Einzelpreis: € 2,90 Für unverlangt eingesandte Texte und Fotos übernehmen wir keine Haftung, eine Rücksendung

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Taktlosigkeiten. Eine Glosse von Lisa Eckhart

Souveräne Bühnenpräsenz und präziser Sprachwitz, schlitzohrige Boshaftigkeit, böse Reime und pointierte Provokation sind die Mittel und Markenzeichen von Lisa Eckhart, steirische PoetrySlammerin und Kabarettistin. Bei ihr werden Glaube, Liebe, Politik und andere Taschenspielerstreiche liebevoll seziert, bis sich die Tragödie zur Komödie steigert. Ihr aktuelles Programm „Die Vorteile des Lasters“ spielt es aktuell in ganz Österreich. lisaeckhart.com

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ie Unisextoilette – das dringlichste Politikum seit der Frage: „Wieso besitzen Wörterbücher kein alphabetisches Inhaltsverzeichnis?“ Maßgeblich gefordert für Transsexuelle, welchen beim langen Zögern und Zweifeln, durch welche Tür sie gehen sollen, schon oftmals die Fäden ihrer Geduld und ihrer eben erst vernähten, neuen Geschlechtsteile rissen. Auch Frauen fordern gemischte Toiletten. Für ihr Geschlecht exklusive Bereiche werden von Weibern nämlich schwankend, meist abhängig vom Stand ihres Zyklus, als Safe Space oder Gefängnis erachtet. Ein und demselben Frauenzimmer ist eine simple Damentoilette heute willkommene Rückzugsoption, morgen verpönte Ghettoisierung. Wird man privilegiert oder diskriminiert – oftmals so schwer zu unterscheiden wie Übelkeit aus großem Hunger und Übelkeit aus Überfressen. Unisextoiletten sind allerdings wieder so ein Lösungsvorschlag, der die bestehende Ordnung zertrümmert, ohne ihr etwas entgegenzusetzen. Ein wahrer konstruktiver Ansatz wäre, statt einer Trennung nach Geschlecht,

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eine Trennung nach Geschäft. Nicht nach dem Ausscheidungsorgan, sondern nach der Ausscheidung selbst sollte man Toiletten scheiden. Wie nichtig scheint der Gegensatz zwischen Mann und Frau verglichen mit dem Unterschied zwischen einem Uringeplagten und einem Stuhlgetriebenen! Zum einen wilder Sturm und Harndrang, zum andren der eher trottende Vormarsch einer analen Artillerie. Hier ein sekundenschneller Blitz-, da ein zäher Stellungskrieg. Welch Zwist und Unmut sät die Vermischung verschiedener Bedürfnisse! Der, welchen die Blase drückt, hat nur geringe Toleranz für endlos lange Koteskorten eines chronisch Konstipierten. Sein hektisches Rütteln an der Klinke hingegen vermag im Innern der Kabine eine erblühende Rosette noch für Stunden einzuschüchtern. Der verschreckte Schließmuskel wird sich sogleich in Scheu zusammenziehen wie die Schenkel einer Kindsbraut. Im schlimmsten Falle inmitten des Akts. Dann trennt das Orificium gleich einem Zigarrenschneider den stolzen Obelisk entzwei! Unvereinbar ebenso die dort herr-

schenden Gemüter. Die fidele Aufbruchsstimmung eines frisch Entsafteten wird stets unnötig getrübt durch die postnatalen Depressionen der fäkalen WöchnerInnen. Welch Harmonie herrschte hingegen an Stätten, wo sich nur Gleiches zu Gleichem gesellt. Was ist schon kumpanenhafter Klüngel zwischen Männern und feministisch aufoktroyierte Solidarität zwischen Frauen verglichen mit dem Gemeinschaftsgefühl derer, welche die gleiche Notdurft treibt?

Foto: Franziska Schrödinger

Der Klogang des Abendlands – trotz Hochkultur zum Scheißen z’deppert.


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TICKETS Info und Reservierung: 040 - 41 30 55 05 | info@LEA-Verleihung.de ¡ www.LEA-Verleihung.de


So rockt das Leben. Mit freundlicher Genehmigung von Warner Music Austria

Aktuelles Album: Slash – Living the Dream

Foto: Š Gene Kirkland

radio886.at

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!ticket Februar 2019  

Herbert Grönemeyer * Phil Collins * ÖFB * Ybbsiade * Elevate * DJ Ötzi * Masters of Dirt * John Cleese

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Herbert Grönemeyer * Phil Collins * ÖFB * Ybbsiade * Elevate * DJ Ötzi * Masters of Dirt * John Cleese

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