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!ticket Österreichs Eventmagazin Nr.1

musik show 2 0 1 8 sport theater kabarett

FEB

Ausgabe 217

2,90 €

Damit sind Sie live dabei!

AFRIKA! AFRIKA!

PIZZERA & JAUS

Eine unerhört solide Männerfreundschaft

Österreichische Post AG / MZ 15Z040254 M, CTS Eventim Austria GmbH, Heumühlgasse 11, 1040 Wien

Hunger auf Leben: Ein Eindruck vom „Kontinent des Staunens“

atemlos HELENE FISCHER

Der Höhenflug der deutschen Schlagerkönigin reißt nicht ab: 2018 wird sie uns gleich mehrfach mit auf eine atemberaubende Reise nehmen: Fünfmal in der Wiener Stadthalle, einmalig im Ernst-Happel-Stadion!


THE ROCK-MUSICAL IN CONCERT MUSIC BY ANDREW LLOYD WEBBER LYRICS BY TIM RICE

BIS

2. APRIL 2018

Foto VBW © Oliver Gast 2017

23. MÄRZ

BUCH Titus Hoffmann Christian Struppeck

Graphic designed by Dewynters, London | Photo/Artwork © Preiml/Sava 2010

REGIE Andreas Gergen

BUCH & LIEDTEXTE ORIGINALCHOREOGRAPHIE & WIENER FASSUNG

MICHAEL KUNZE MUSIK JIM STEINMAN ORIGINALREGIE ROMAN POLANSKI REGIE WIENER FASSUNG CORNELIUS BALTUS DENNIS CALLAHAN BÜHNENBILD / KOSTÜME / MAKE-UP / MASKE / PERÜCKEN WIENER FASSUNG KENTAUR MUSICAL SUPERVISION / ARRANGEMENTS MICHAEL REED

BASIEREND AUF DEM FILM VON TURNER ENTERTAINMENT CO. „THE FEARLESS VAMPIRE KILLERS“, PRODUZIERT MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON WARNER BROS. THEATRE VENTURES INC. VON REGISSEUR ROMAN POLANSKI, DREHBUCH GÉRARD BRACH UND ROMAN POLANSKI

#WeAreMusical WWW.MUSICALVIENNA . AT IAFA+JCS+TDV17_200x280_17_12.indd 1

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PIZZERA & JAUS Unerhört solide, und daher reihenweise volle Hallen!

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„Spielt nicht bei Juden!“

N

ick Cave gastierte letzten November im Rahmen seiner Europa-Tournee unter anderem auch in Tel Aviv – sein erstes Konzert auf israelischem Boden seit fast 20 Jahren. Im Vorfeld wurde er dafür lautstark von Vertretern der transnationalen BDS-Kampagne kritisiert: Ziel von „Boycott, Divestment, Sanctions“ ist es, Israel aufgrund seiner Politik gegen Palästinenser nicht nur wirtschaftlich und politisch, sondern auch kulturell zu isolieren. Bereits vor drei Jahren, so Cave, wurde er von Brian Eno (Roxy Music) aufgefordert, eine Anti-Israel-Liste zu unterzeichnen. Doch nicht nur für ihn, auch für prominente Kollegen wie The Rolling Stones, Paul McCartney, Bob Dylan, Elton John, Bon Jovi, Red Hot Chili Peppers, Linkin Park und Justin Timberlake stank dieser Boycott zum Himmel. Dem Druck – wenngleich

nach „langen Überlegungen“ – hingegen nachgegeben hat, wie auch schon Sinéad O’Connor, Sonic Youth und Carlos Santana vor ihr, erst jüngst die neuseeländische Popsängerin Lorde. Sie sagte ihr für den Juni dieses Jahres geplantes Konzert ab und schließt ihr Statement girlylike: „Ich hoffe, eines Tages können wir alle tanzen.“ Dabei steht – bei aller berechtigten Israelkritik: der Nahostkonflikt ist wie ein jeder bilateral – das 2005 ins Leben gerufene BDS-Movement signifikant in einer unrühmlichen Tradition, nämlich der 1945 nach dem Vorbild des Boykotts jüdischer Geschäfte im Nazideutschland von der Arabischen Liga beschlossenen Abriegelung gegen „jüdische Produkte“, die 1948 auf den neu gegründeten Staat Israel ausgedehnt wurde. Gerade Kulturboykotte machen einen wesentlichen Anteil der Bewegung aus, bedauerlicher-

weise hat man sogar vermocht, sich den Glamour eines Eintretens für Menschenrechte zu verleihen – und dabei in Roger Waters das prominenteste Zugpferd gewonnen. Was soll man aber auch von einem Musiker halten, der bei seiner „The Wall“-Tour gelegentlich ein Schwein aufsteigen ließ, auf dem überdeutlich ein Davidstern zu sehen ist? Eine pointierte und zudem wegweisende Replik kam von Radiohead, die unter scharfer Kritik letzten Juli in Tel Aviv konzertierten. Nicht nur gaben sie das längste Konzert ihrer Karriere, Sänger Thom Yorke schrieb zudem auf Twitter: „Wir billigen Netanjahu genauso wenig wie Trump, trotzdem treten wir noch in den USA auf.“ Kunst ist schließlich dazu da, Grenzen zu überschreiten. Nicht, um sie zu errichten. Stefan Baumgartner (Chefredakteur)

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JAN FEB MAR APR MAI JUN JUL AUG SEPT OKT NOV DEZ

IN DIESER AUSGABE [14] Afrika! Afrika! Wo viel Licht, ist auch viel Schatten: Ein Blick hinter die Kulissen [18] Pizzera & Jaus Unerhört solide [22] Bob Dylan ein Workaholic im achten Lebensjahrzehnt [25] Falco das Genie aus Margareten [28] Der König der Löwen Hakuna Matata! [34] Jazzland Jazz boomt in Österreich [42] Basketball Über die Fehde zwischen Sport und Entertainment

Paul McCartney in den Kinos Ein von ExBeatle Paul McCartney geschriebenes Kinderbuch soll als Zeichentrickfilm ins Kino kommen. Deadline.com zufolge ist mit Jon Croker („Die Frau in Schwarz 2: Engel des Todes“, Regieassistent bei „Harry Potter“) bereits ein Drehbuchautor an Bord. McCartney hatte das Buch mit dem Titel „High in the Clouds: An Urban Furry Tail“ („Hoch in den Wolken“) 2005 herausgebracht. Es dreht sich um zwei Freunde – ein Eichhörnchen und einen Frosch – die mehreren Tieren das Leben retten. Der Musiker soll möglicherweise selbst eine der Hauptfiguren vertonen, heißt es. Zudem sollen KollegInnen wie Lady Gaga Songs beisteuern.

Plagiatsvorwurf an Lana del Rey Die britische Band Radiohead klagt US-Sängerin Lana Del Rey, für ihren Song „Get Free“, der ihr aktuelles Album „Lust For Life“ beschließt, von Radioheads ersten großen Hit „Creep“ (1992) abgekupfert zu haben. Detail am Rande: Radiohead hatten selbst bei eben jenem Song mit Plagiatsvorwürfen zu kämpfen, es hieß, der Song ähnle „The Air That I Breathe“ (1974) von The Hollies. Damals einigte man sich außergerichtlich …

30 Genießen und Trinken Jeder tut es. Manche mehr. Manche weniger. Auch die Stars.

HEIMAT 32 Leyya Mit „Sauna“ werden die Oberösterreicher verspielter und bunter.

LOCATION 37 Joanneum Ein einzigartiges Panorama von Wissenschaft, Kunst und Kultur.

KULTOUR 38 Gesellschaftsbilder Über die Bilder von Frauen und Männern in der Gesellschaft.

LIVE IS LIFE 45 Tanz der Vampire Über blutsaugende Nachtgestalten, die zudem tanzen und singen.

MEDIA 46 Kino, Musik und Spiele Mit Justin Timberlake, Simple Minds, Turbonegro und mehr!

PLUG&PLAY 48 Equipment Die idealen Wegbegleiter für Proberaum, Studio und Bühne. Fotos: Ulrike Rauch, oeticket.com; MPL Mary McCartney, Neil Krug; llustration: baes

Achtung vor Ticketbetrügern und überteuerten Preisen Die Kabarettisten Monika Gruber und Viktor Gernot gaben am 2. Jänner bekannt, rechtliche Schritte gegen das Onlineportal Viagogo zu ergreifen. Viagogo bietet Tickets unter anderem für ihre Veranstaltungen zu weit überhöhten Preisen im Internet an. Um Ärger und finanziellen Schaden mit überteuerten, schlechten, ungültigen, gefälschten oder Schwarzmarkt-Tickets schon im Vorfeld zu vermeiden, unterstützt Österreichs führender Ticketanbieter oeticket.com den Vorstoß der beiden Künstler und empfiehlt, Karten ausschließlich bei offiziell autorisierten Ticketvertrieben zu kaufen.

LIFESTYLE

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SHOWHIGHLIGHTS IN ÖSTERREICH

n LIVE erlebe

DAS COMEBACK DES JAHRES!

OPEN AIR 2018

MESSEGELÄNDE N IR B N R O D 8 .1 7 06.0 SEGELÄNDE S E M G R U B Z L A S 07.07.18

DAS NEUE ALBUM

We Got Love - Live

DAS MAGISCHE ZIRKUS-EREIGNIS VOM KONTINENT DES STAUNENS Show Factory & Semmel Concerts präsentieren

DIE

NEUE W O H S 2018

ARENA LZBURG SALZBURG SA 8 .1 02 1. -1 2. .0 LE 07 BRUCK OLYMPIAHAL NS IN 8 .1 03 4. -0 3. LLE 4 01.0 FURT WÖRTHERSEEHA EN AG KL 8 .1 03 7. 06.03.-0 NZ TIPSARENA 08.03.-16.03.18 LI AZ STADTHALLE 17.03.-25.03.18 GR IEN STADTHALLE F 12.04.-01.05.18 W AUS EGENZ FESTSPIELH BR 8 .1 05 3. -1 5. .0 09

AFRIKA! AFRIKA! nach einer Idee von André Heller

KARTEN BEI ALLEN OETICKET-VERKAUFSSTELLEN | WWW.OETICKET.COM TICKETS & INFOS: WWW.SHOWFACTORY.AT & WWW.LSKONZERTE.AT


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!ticket highlights

SCHEINWERFERLICHT Gute Neuigkeiten! David Byrne kommt am 26. Juni im Rahmen seiner vielversprechenden „American Utopia“-Tour in das Wiener MuseumsQuartier. In meinem persönlichen Konzertranking steht der Gründer der Talking Heads ganz weit oben – selten habe ich eine solchermaßen durchdringende, perfekte und dennoch herzerwärmende Show erlebt, wie damals vor 20 Jahren im Bank Austria Zelt. Karten sichern! Mag. Roberta Scheifinger Chefredakteurin und Herausgeberin

Ganz besonders freuen wir uns, Shantel & Bucovina Club Orkestar am 29. Mai im WUK präsentieren zu dürfen! Ebendort: James Cottriall am 15. März, tags darauf IAMX mit „Alive in New Light“ (endlich wieder!). Anfang März findet das Vinyl & Music Festival zum 2. Mal in der Ottakringer Brauerei statt. Live-Acts: Killah Tofu, Mary Broadcast, Ash my Love und Deladap; Aftershow Party im Bach mit Fuckhead (3.). Am 4. März eröffnet Stuart Freeman (FM4) The Vinyl & Music Sunday Morning Show, ab 15:30 Uhr erwartet uns ein exklusives Reunion-Konzert mit Rockip (The Boxer), anschließend heißt es „Deppert sein“ mit Wiener Wahnsinn (Mehr dazu in unserer MärzAusgabe!). Vinyl rocks!

• Highlights Februar • Highlights Februar • Highlights Februar • Helge Schneider im Februar in Wien und Graz!

Palazzo Eckart Witzigmann & Töni Mörwald bekochen zu erstklassiger Unterhaltung laufend, Wien und Graz Blue Man Group Die einzige Show, die so bunt ist wie das Leben: ein weltweites Phänomen 1. bis 4., Festspielhaus Bregenz The Dire Straits Experience Das 40. Jubiläum mit den Original-Mitgliedern Chris White & Chris Whitten 19., Wiener Stadthalle (F)

Scooter „Wild und wicked“ wird es zum 25. Geburtstag von H.P. Baxxter & Co. 20., Gasometer

Thommy Ten + Amélie van Tass „Einfach zauberhaft!“ ist die größte österreichische Zaubertournee laufend, in ganz Österreich

The Chainsmokers Die zwei New Yorker DJs laden zu einer Nacht voller Energie & Lebensfreude 10., Marx Halle

ALT-J Nach ihrem fulminanten Auftritt am Out Of The Woods nun indoor 3., Wiener Stadthalle (D)

Depeche Mode Die „Global Spirit“-Tour gastiert mit EMA im Vorprogramm auch hierzulande 4., Wiener Stadthalle

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Fotos: Helge Schneider (Helge Schneider), Anton Corbijn (Arcade Fire), Neil Krug (Bonobo)

Fast & Furious Live Die spektakulärsten Stunts und Szenen der Blockbuster, unfassbar rasant 9. bis 11., Wiener Stadthalle (D)


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Arcade Fire FM4 Indiekiste Mit den neuen, sehr tanzbaren Songs ihres Albums „Everything Now“ und ihrer zugleich anarchistischen wie intelligenten Live-Inszenierung sorgten Arcade Fire allerorts für positive Kritiken und überglückliche Fans, darunter auf so prominenten Festivals wie dem Primavera oder dem Roskilde. Kein Wunder, wo sie sich doch nicht nur auf ihr mitreißendes Bühnencharisma verlassen können, sondern auch auf ein Songrepertoire, das alle froh macht, sogar die Melancholiker und erst recht die Expressionstänzer. 18. Juni, Wiener Stadthalle (D) Migration Live Neben Zeitgenossen wie Four Tet, Jon Hopkins oder Caribou zählen Wiz Khalifa, Skrillex, Disclosure oder Warpaint zu Bonobos prominentesten Fans. Spätestens seit seinem letzten Album „The North Borders“ verfügt der englische Produzent und DJ rund um den Globus aber über eine umfangreiche und engagierte Fanbase. Mehr als eine halbe Millionen verkaufte Alben und über 150 Millionen Spotify-Streams gehen auf sein Konto und sprechen Bände über die Erfolge, die sich dieser ruhige, bescheidene Mann erarbeitet hat. Dank „Migration“ wird seine wunderschön raffinierte und gefühlsgeladene Musik ein noch größeres Publikum erreichen. Das zutiefst Persönliche kann schließlich ebenso gut allgemein gültig sein.

Bonobo

24. Mai, Arena Open Air

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Auf Ich und D Der deutsche Pop- und Schlagerzirkus hat unter Direktorin Helene Fischer wieder zu seinen Stärken zurückgefunden. In Fischer finden sich Jung und Alt wieder. Denn träumen, das möchte jeder. TEXT: MANUEL SIMBÜRGER

Eigene Liga Insgesamt mehr als zehn Millionen Tonträger hat sie bereits verkauft, seit 2011 liefert die Sängerin ausnahmslos Nummer-1-Alben ab. Auch mit ihrem neuesten, selbstbetitelten Werk bricht sie alle Rekorde: In Deutschland der erfolgreichste Albumstart der vergangenen 15 Jahre, in Österreich innerhalb einer Woche dreifacher Platin-Status. Noch nie zuvor hat bei uns ein deutschsprachiger Künstler so viele Silberscheiben verkauft

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wie die Fischer. Auszeichnungen räumt sie im Vorbeigehen ab, darunter 16 Echos und sogar ein World Music Award. Getourt wird selbstverständlich nur durch die größten Arenen und Stadien Deutschlands, Österreichs und der Schweiz – das haben vor ihr nur Größen wie Grönemeyer, Westernhagen oder Lindenberg gewagt. Das alles macht Helene Fischer nicht nur zum deutschen Schlagerstar der Superlative, sondern auch zur derzeit erfolgreichsten deutschsprachigen Sängerin Europas. Und zwischen all den HassTiraden und Wo-ist-nur-der-Slip-News (Bambi-Verleihung!) sollte man sich wieder mal ins Gedächtnis rufen, was an der Fischer so fasziniert. Und wieso sie auch 12 Jahre nach Erscheinen ihres Debütalbums nicht nur bei den ganz Großen im Entertainment-Zirkus mitspielt, sondern diesen als Direktorin sogar anführt und in einer ganz eigenen Liga spielt. Schlager meets Pop Die wohl wichtigste Zutat im Fischer’schen Erfolgsrezept: Der bis dato nicht dagewesene Mix aus Schlager und Pop. Eine Marktnische, die Fischer da entdeckte, schnell für sich beanspruchte und zum Trend emporhob, an dem von nun an keine/r ihrer Schlager-KollegInnen mehr vorbeikommen sollte. Ge-

konnt pendelt die Sängerin zwischen diesen Welten, gehört ihnen beiden an: gerade ausreichend, um Schlager-Fans nicht zu vergraulen und Pop-Anhänger auf sich neugierig zu machen. Sie nimmt beide Fan-Lager mit auf eine musikalische Entdeckungsreise: HerzschmerzBalladen kann die Fischer genauso wie Partykracher. Schon 2011 sorgte sie für einen Tabubruch in der Schlagerwelt, als sie eine Dance-Remix-Version ihres erfolgreichen Best-Of-Albums veröffentlichte, und auch am neuen Album liebäugelt sie, wenn auch ganz behutsam, mit Technobeats-Experimenten – ganz nach dem Motto: „So modern kann Schlager sein!“ Dass die ausgebildete Musicaldarstellerin dabei auch noch so richtig gut singen kann, das müssen sogar ihre schärfsten Kritiker anerkennen. Projektionsfläche gesellschaftlicher Träume Das alles spricht sowohl Ältere als auch Jüngere an, denn die einen sind fasziniert davon, was „ihr“ Schlager plötzlich alles darf, die anderen dürfen der neu entdeckten Sehnsucht nach Sicherheit, heiler Welt und Heimatliebe endlich auch musikalisch frönen (Gabalier startete circa zur selben Zeit durch!), ohne sich dabei zu sehr in die uncool-angestaubte Schlager-Schublade stecken lassen zu müssen. Sogar die jungen Revoluzzer, die sich

Foto: Universal Music

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a, Helene Fischer ist ein Phänomen. Und das, obwohl sie keinen kalt lässt. Oder, eher: weil sie keinen kaltlässt. Denn wirklich jeder hat eine Meinung zur Ausnahmekünstlerin, spätestens dann, wenn sie Jahr für Jahr das Weihnachtsfest mit einer TV-Show der Extraklasse aufpeppt und für das x-te Paar Socken unterm Christbaum entschädigt. Es wäre ein leichtes, sich über Fischer lustig zu machen und nur allzu viele Feuilletonisten und selbsternannte Musikkritiker tappen in diese verführerische Falle: Die Songtexte seien oberflächlich und ohne jede Substanz, Fischer nichts anderes als ein optimiertes, aber künstliches PR-Projekt und die Songs gerade mal als Kirtag-Beschallung geeignet. Fakt ist aber: Helene Fischer hat in den letzten Jahren die Schlagerwelt nachhaltig umgekrempelt.


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Du mit Helene Ein Höhepunkt mit Helene „Mit jeder unserer Shows wollen wir wieder in neue Dimensionen vorstoßen und den Fans Erlebnisse und Eindrücke schenken, die es vorher so noch nicht gab. Wenn das Publikum dann aber genauso viel Spaß im Stadion hat wie ich, dann weiß ich, dass es sich wieder einmal gelohnt hat“, weiß Schlagerkönigin Helene Fischer.

von der gesellschaftlichen Elite ungerecht behandelt fühlen, finden sich in den Liedern wieder, denn wie jeder andere Schlagerkünstler hat auch Fischer die textliche Inszenierung des emotionalen, ja kitschigen Moments perfekt drauf: Rührung ist bekanntlich das beste Medikament gegen Ressentiments. Weil Fischer sogar, wenn auch nur im züchtigen Rahmen, über Partys und Sex singt, darf Jung und Alt, Arm und Reich, Gebildet und Nicht-Gebildet obendrein vom kontrollierten Kontrollverlust träumen. Fischer hört man, um sich wohlzufühlen und der komplexen Wirklichkeit zu entfliehen – denn abstrakt sind ihre Songtexte, eine Mischung aus Schlagerkonventionalität und moderner Sprache, sicherlich nicht, dafür aber umso effektiver: So analysierte der Standard 2015, dass die am häufigsten verwendeten Wörter in Fischers Songs „Ich“ und „Du“ seien, womit jeder Song, jedes Album, jedes Konzert einer kollektiven Gruppenumarmung gleichkommt.

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Ihr größter Hit „Atemlos durch die Nacht“ lässt sowohl das Bierzelt in Gramatneusiedl beben als auch das Wiener Ernst-Happel-Stadion. Mitsingen kann – und tut – sowieso jeder, vom Akademiker bis zur Putzfrau. Das verbindet. Denn träumen, das möchte jeder. US-amerikanisches Entertainment mit deutscher Reinlichkeit Zum authentischen Image der Schlagerpop-Queen gehört auch die richtige Inszenierung: Gab sich Helene Fischer zu Beginn ihrer Karriere noch brav, süß und züchtig, fielen nach und nach die Hüllen – der Erfolg stieg dafür proportional an. Das erinnert nicht ganz zufällig an US-Superstars wie Britney Spears, Christina Aguilera oder Miley Cyrus, denn dass der öffentliche Wandel vom schüchternen Entlein zum männerfressenden sexy Schwan das Publikum sowohl jenseits des großen Teiches als auch hierzulande fasziniert, das wissen wohl auch Fischer und ihr Team. Wahrscheinlich deshalb mutet Fischers öffentliche Persona stark US-amerikanisch an, seien es die knappen Outfits, die aufreizenden Tanzmoves, die experimentellen Musikvideos oder das beinahe schon an Unwillen grenzende Credo, nichts, aber auch rein gar nichts dem Zufall zu überlassen: Helene Fischer weiß genau, wie sie sich verkaufen muss, ist immer Profi, immer kontrolliert. Wenn sie in ihren poppig-fetzigen Songs die heile Welt besingt, in Interviews betont, dass Heimat dort ist, wo die Familie ist und ihre Beziehung mit Schlagerbarde Florian Silbereisen nach außen hin gänzlich perfekt erscheint, dann sorgt sie bewusst dafür, dass der saubere Schlager nicht zu sehr vom schmutzigen Pop, das Deutsche nicht zu sehr vom Amerikanischen erdrückt wird. Trotz Amerikanisierung beruht Fischers Karriere nämlich darauf, durch und durch deutsch

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zu sein, worauf auch der Moderator Jan Böhmermann indirekt verwies, als er die Sängerin 2015 als „singende Sagrotan-Flasche“ bezeichnete. Heißt: Fischer ist der „Inbegriff deutscher Reinlichkeit und engagierter Perfektion“ (noz.de). Und wenn es dann doch zu viel des Sauberfrau-Images wird, steuert der PRProfi einfach mit gezielten Skandälchen entgegen, zum Beispiel, wenn sie ein Maß Bier auf ex auf der Bühne säuft. Das tut keinem weh, polarisiert aber genug, um weiterhin interessant zu bleiben. Dass sich Fischer ihren Namen bereits 2010 offiziell als Marke im deutschen Handelsregister eintragen ließ, ist da nur die logische Konsequenz – und zeugt von erfolgsorientiertem Weitblick. Show der Superlative Und schließlich wären da noch Helene Fischers Bühnenshows, die vor Superlativen und – ja, da ist das Wort wieder – Perfektion nur so strotzen: Spektakuläre Akrobatik in schwindelerregenden Höhen, modernste Bühnentechnik, ausgefallenste Outfits und nicht zuletzt Fischers energiegeladene Bühnenpräsenz sorgen regelmäßig für ausverkaufte Hallen. Auch hier erinnert die Helene, die eigentlich aus den Tiefen Sibiriens stammt, mehr an US-Superstars wie Beyonce oder Katy Perry als an deutsche Kolleginnen wie Andrea Berg oder Beatrice Egli: So sehr Fischers fulminante Konzerte minutiös durchgeplant sein

termine stiert am Helene Fischer ga r in der . und 18. Februa li im 17 ., 16 ., 14 13., . Ju 11 am d un e (D) Wiener Stadthall on! di ta l-S Ernst-Happe

mögen, so authentisch, befreit und mitreißend kommt Fischers Sexyness und, ja, Coolness rüber. Eine Gruppe halbnackter Tänzer begleitet sie auf der Bühne, auch das kennen wir von Britney und Co. Kein Wunder, arbeitete Fischers Choreograf doch bereits mit Größen wie Michael Jackson, Madonna oder eben Spears zusammen. Helene Fischer beweist auf der Bühne, dass sie mehr ist als bloß Sängerin: Sie ist Entertainerin, vielleicht sogar die „geborene“ – das Publikum hat sie von der ersten Minute an fest im Griff. Apropos: Im Rahmen ihrer letzten „Farbenspiel“-Tournee konnte Fischer über 1,2 Mio. Zuschauer begeistern. Dass sie den Erfolg mit der aktuellen Tournee, die sie auch nach Wien führen wird, wiederholen wird können, daran braucht nicht gezweifelt zu werden, erwartet die Fans doch ein bombastisches Konzertereignis aus Popshow und Cirque du Soleil. Womit wir wieder bei Helene Fischer als Zirkusdirektorin wären – und als Kunst-Produkt. Und das im positivsten Sinne.

GEWINN SPIEL Wir verlosen vier Geschenk-Boxen von „Helene Fischer“. Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen siehe ticketmagazin.com!


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TIM_12_13_Highlights Woerz_g_KSB_k1.qxp_Layout 1 23.01.18 13:44 Seite 1

!ticket highlights

Sting Open Air Nach dem umjubelten ausverkauften Open-Air-Konzert auf der Burg Clam im Juli 2017 wird Sting im kommenden Sommer die Fans im Osten Österreichs begeistern! Im stimmungsvollen Steinbruch in St. Margarethen wird der weltbekannte Künstler unter freiem Himmel seine größten Hits und Songs seines letzten Albums „57th & 9th“ zum Besten geben.

Rufus Wainwright FM4 Indiekiste Elton John nennt ihn liebevoll den „großartigsten Songwriter auf diesem Planeten“, die New York Timers lobt seine „natürliche Originalität“. Keine Frage: Rufus Wainwright ist es gelungen, sich als einer der großartigsten Sänger und Songwriter seiner Generation zu etablieren. 27. Juni, Steinbruch St. Margarethen Fotos: Markus Thums (Kurt Ostbahn), Matthew Welch (Rufus Wainwright), Sting (Eric Ryan Anderson), Ingo Pertramer (Stipsits), Lindsey Byrnes (Of Mice & Men)

5. April, Porgy & Bess

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Kurt Ostbahn Klassenausflug 2011 beschloss er, seine Pension für das ein oder andere „Klassentreffen“ zu unterbrechen und versammelt seither gelegentlich die Musiker seines Vertrauens zu feinen Konzerten auf der Wiener Kaiserwiese. 2017 wurde der erste „Klassenausflug“ auf die Burg Clam organisiert. Der nächste Klassenausflug geht nach Tulln zur wunderschönen Donaubühne. 24. und 26. August, Donaubühne Tulln

Of Mice & Men

Defy Der Bandname der Post-Hardcore Band aus Kalifornien stammt von der Novelle „Of Mice and Men“ des Nobelpreisträgers John Steinbeck. Über die Jahre haben sie sich die Bühne mit Bands wie Metallica, Linkin Park, Slipknot, Queens of the Stone Age oder Five Finger Death Punch geteilt. Im Jänner 2018 erschien ihr langersehntes neues Album „Defy“, das mit den Gästen Wage War und Sylar auch fleißig betourt wird!

13. April, Arena & 15. April, Technikum München Stinatzer Delikatessen Als Thomas Stipsits mit dem Kabarett begann, hatte er noch keinen Führerschein. Mittlerweile hat er das Triple geschafft: Frau, Kind und Bausparvertrag. Um dieses Triple zu feiern, hat er seinen Ranzen voll mit Stinatzer Delikatessen der letzten Programme gepackt: eine kleine Werkschau der burgenländisch-steirischen Mischung, gewürzt mit Ausblicken auf das neue Soloprogramm, also quasi ein „Best-of“.

Stipsits Premiere am 14. Februar, Orpheum Wien; Folgetermine in ganz Österreich

IT’S ONLY WOERZ

Nebenhauptvorsatz Auch schon wieder ein Monat her: Der Jahreswechsel. Vielerorts meist mit viel Tschinderassabumm innert einer Nacht laut, bunt und alkoholgeschwängert abgehandelt. Man nimmt vor Mitternacht die Wäsche von der Leine, zieht zum Jahreswechsel rote Unterwäsche an und schenkt sich gegenseitig diverse Devotionalien Marke „Schwein, Rauchfangkehrer, Kleeblatt“. Dazu der spaßige Brauch des Bleigießens. Samt Deutung. Meine Bleigebilde sehen alle aus wie ein Tropfen oder ein Spermium. Und Ihre? Schicksalsschwanger werden bis kurz vor 12 die Vorsätze für die kommende Zeit gefasst und nicht selten auch nicht mehr losgelassen, was wiederrum dazu führt, dass sich der Vorsatz nie befreien kann und zum Hauptsatz des neuen Lebens wird. Warum eigentlich nur zu Silvester? Man könnte doch auch an jedem x-beliebigen Tag …? Und: Wer ist dieser Silvester eigentlich? Die Katze aus dem Zeichentrickfilm? Nein, die schreibt man mit „y“. Der Herr Stallone? Den auch. Ich habe mich schnell schlaugemacht. Der Namenspatron für diesen Tag war Papst Silvester I., der am 31. 12. 335 in Rom gestorben ist. Das aber nur nebenbei. Bildungsauftrag hiermit erfüllt. Was waren IHRE Neujahrsvorsätze und was wurde daraus? Einer meiner Vorsätze ist, vorsätzlich mindestens 10 Veranstaltungen von Künstlern zu besuchen, die ich nicht kenne. Entsprechende Inspirationen finde ich sicher in dem vorliegenden und den nächsten Magazinen.

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Hunger auf „Afrika! Afrika!“ zeichnet ein erstaunlich heiteres Bild von einem Kontinent, der in Europa tendenziell durch seine dunklen Seiten bekannt ist: Nur zu gut ist etwa die letzte Hungersnot 2016 in Äthiopien in Erinnerung geblieben, mit bis aufs Skelett abgemagerten Menschen. Doch in Äthiopien begegnet man tatsächlich nicht nur dem Schmerz, sondern auch dem Lächeln: Wo viel Schatten, ist fürwahr auch viel Licht. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

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m Disney-Film „Der König der Löwen“ (Seite 28/29) werden sie als „vulgär und beschränkt“ besungen: die Hyänen. In weiten Teilen der Welt gelten die Aasfresser wenig, werden verachtet. Man nennt sie boshaft und verschlagen. Es heißt sogar, selbst gegenseitig würden sich die Tiere derart misstrauen, dass sie niemals hintereinander durch die Steppe laufen, sondern stets Seite an Seite. Doch anderthalbtausend Kilometer nördlich des „geweihten Landes“, dem kenianischen Samburu, liegt im Osten Äthiopiens am Horn Afrikas eine Stadt, in der man so etwas wie Verbundenheit für die Hyäne empfindet: Harar. Beinah ehrfürchtig nennt man sie dort auch „Durma Sheik“: „junger Priester“. Es war der Emir Nur ibn al-Wazir Mujahid, der im 16. Jahrhundert auf die in Ostafrika ausgefallene Idee kam, zum Schutz vor Feinden eine Mauer rund um die Stadt zu bauen. Just zu dem Zeitpunkt, so erzählt die Sage, fielen auch die Hyänen in die Stadt ein und der Hyänenkönig mokierte sich beim Stadtfürst, dass seine Untertanen

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nun nicht mehr in die Stadt kämen, um sich an Abfall zu laben und stellte zwei Bedingungen: „Wenn du Frieden willst, müsst ihr uns auch Tore bauen, wie ihr sie für euch selbst macht. Und zur Besiegelung des Vertrags müsst ihr uns einmal im Jahr mit dem füttern, was ihr selbst esst.“ Tatsächlich hatte der Ältestenrat der Stadt vor knapp 500 Jahren wohl ein schier unlösbares Problem zu lösen: Bereits damals schon litt das Land unter großer Dürre und demzufolge einer schweren Hungersnot, und die Hyänen der Umgebung begannen, Jagd auf die Bewohner von Harar zu machen. Fungieren sie heute als natürliche Müllabfuhr, waren sie damals eine tatsächliche Bedrohung. Ob jetzt eineGeschichte oder dieGeschichte Wahrheit spricht: Bis heute kommen die Hyänen durch Löcher in der Mauer nachts in die Stadt, um die Straßen von Abfall und Aas zu reinigen. Und bis heute bereiten ihnen zum muslimischen Neujahrsfest Aschu-

ra die Priester Genfo, Porridge mit Butter obenauf – rätselhaft, warum Karnivoren Getreidebrei fressen. Das Mahl ist jedoch mehr als ein jahrhundertealter Pakt, er dient den Priestern auch als Orakel für die Zukunft: Wenn die Tiere keinen Appetit zeigen und nichts essen, bedeutet das Unglück im kommenden Jahr. Essen sie dagegen alles, droht den Menschen Hunger. Am besten ist es, die Tiere lassen ein bisschen in der Schale zurück. Mutprobe Doch nicht nur die Priester füttern die Hyänen: Vor den Stadttoren können gewillte Touristen einem Spektakel beiwohnen, das sich in den sagenumwogenen Pakt einfügt: Vor gut 60 Jahren soll der Gerber Dazu aus dem Stamm der Issa ein Haus an der Stadtmauer bezogen haben. Der Gestank seiner Lederhäute lockte naturgemäß die Hyänen an, und er warf ih-


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f Leben Mutprobe In Harar können mutige Touristen auf Tuchfühlung mit Hyänen gehen.

nen bereitwillig seine Abfälle zu. Diese Geschichte machte schnell die Runde, selbst der damalige äthiopische Kaiser Haile Selassie reiste an, um sich das anzusehen – bevor seine Regentschaft 1974 nach einer verheerenden Hungerkatastrophe abrupt abgewählt wurde. Heute ist es der neue Berufsstand der Hyänenmänner, die am späten Nachmittag die Fleischerstände Harars mit einem blutverschmierten Korb abklappern, um im Einbruch der Dunkelheit vor dem nördlichen Stadttor die Aasfresser mit ihrer Leibspeise zu füttern: Esel- oder Dromedarfleisch. Besonders mutige Schaulustige wohnen der Vorführung nicht nur bei, sondern werden Teil von ihr, nehmen auf einem Stein neben dem Hyänenmann Platz und bekommen ein kleines Stäbchen in den Mund gesteckt. An ihm baumelt ein Stückchen Fleischabfall – so lange, bis sich eine der bisweilen mehreren Dutzend Hyänen kichernd nähert und nach dem Brocken schnappt.

Fotos: Angelika Goldmann

Ernährungsnotstand Fleisch – vornehmlich Huhn, Ziege, Lamm und Rind – findet sich zwar auch in der äthiopischen Küche, landet gerade bei der Bevölkerung am Land jedoch nur selten bis nie am Teller. Denn glücklich ist, wer überhaupt das ganze Jahr über etwas am Teller hat: Und wenn es täglich nur ein Injera, ein dünnes, weiches gesäuertes Fladenbrot aus Teffmehl ist – eines für eine gesamte 10-köpfige Familie, wohlgemerkt. Denn Äthiopien ist nicht nur in regelmäßigen Abständen von Hunger- und Dürrekatastrophen bedroht, bei der zuletzt 2016 18 Millionen Menschen auf Nah-

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n gastiert zwische bruck, „Afrika! Afrika!“ Inns g, ur lzb Sa in ai Februar und M d Bregenz. z, Graz, Wien un Klagenfurt, Lin mmen 50 Cent der Arbeit t ko Von jedem Ticke .mfm.at) Menschen (www von Menschen für zugute.

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rungshilfe angewiesen waren. In Äthiopien gehört der Hunger, der Kampf um das tägliche Überleben vielmehr zur Tagesordnung, wie wir uns im Nordwesten des Landes, in den beiden Woredas Ginde Beret und Abune Ginde Beret – Verwaltungsbezirke, in denen die Hilfsorganisation Menschen für Menschen tätig ist – selbst überzeugen konnten. Menschen für Menschen Ein Blick zurück: Angesichts der Hungersnot in der Sahelzone wettete Karlheinz Böhm (Kaiser Franz Joseph in der „Sissi“-Trilogie) am 16. Mai 1981 in der Fernsehshow „Wetten, dass..?“ mit dem Publikum, „dass nicht einmal ein Drittel der Zuschauer, die uns jetzt in Österreich, der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland zusehen, bereit ist, nur eine Mark für die hungernden Menschen in der Sahelzone zu spenden. Und diese Wette möchte ich gern verlieren.“ Das Spendenziel wurde jedoch tatsächlich nicht erreicht, Böhm gewann somit seine Wette, aber es kamen damals rund 1,2 Millionen DM – vor Inflation 612.000 Euro – zusammen. Böhm bot daraufhin den Ländern Tschad, Sudan und Äthiopien seine Hilfe an, mit Letztgenanntem konnte sich Böhm einigen, flog also noch im Oktober des Jahres erstmals nach Äthiopien und gründete am 13. November die Hilfsorganisation Menschen für Menschen. Seitdem arbeiten die Län-

Holzsparende Öfen Traditionell nutzen Frauen zum Kochen lediglich drei Steine, auf die eine Tonplatte gelegt wird. Das braucht viel Holz und Reisig, das über viele Stunden gesammelt werden muss. Die holzsparenden Öfen von Menschen für Menschen sind ob ihrer geschlossenen Form nicht nur effizient, sondern auch weniger gesundheitsschädlich.

derorganisationen in Deutschland, in Österreich und Belgien daran, dass in Äthiopien die Welt eine bessere wird, Armut künftig der Vergangenheit angehört und Menschen endlich eine faire Entwicklungschance haben: Und gerade Unterernährung ist einer der tragenden Hauptgründe, warum Kinder ihre körperlichen und geistigen Fähigkeiten nicht voll entfalten können. Hilfe, das bedeutet in ihrem Verständnis jedoch „Hilfe zur Selbsthilfe“: Spendengelder werden nicht als Almosen verstanden, bedürftige Frauen, Männer und Kinder nicht als passive Hilfsempfänger. Viel-

Kochkurs Wer von Menschen für Menschen Gemüsesaatgut erhält, muss einen Kochkurs besuchen, um das Gemüse anschließend auch richtig zubereiten zu können. Mit Roten Rüben, Mangold, Erdäpfeln und vielem mehr schmeckt das Injera nicht nur viel besser, die Ernährung ist zudem ausgewogener.

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mehr ist Eigeniniative und persönlicher Einsatz der Landbevölkerung ein entscheidender Faktor für nachhaltige Unabhängigkeit von fremder Hilfeleistung. Basisarbeit statt pompöse, medienwirksame Großprojekte ist die Devise, und so wie in Harar den Hyäenen die Tore zur Stadt geöffnet wurden, wurde uns der Einblick in eine Region gestattet, in der auch ohne Orakel und Aberglaube eine Besserung der Lebensumstände erreicht wurde. Zu Besuch bei Zenebech Bei uns sorgt es alljährlich für strahlende Kinderaugen: das Christkind. In Äthiopien zeigt das Wetterphänomen El Niño jedoch seine hässliche Fratze und sorgt für Dürren. Doch auch die fortschreitende Erosion der Böden, die unterentwickelte Landwirtschaft und das explosive Bevölkerungswachsum spielen eine große Rolle: Acht oder gar zehn Kinder sind keine Seltenheit, doch langsam greifen die von Menschen für Menschen angebotenen Kurse zum Thema „Familienplanung“. Verhütung befindet sich auf dem besten Weg von der Theorie zur Praxis und


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Wasser ist Leben In Äthiopien hat etwa die Hälfte der Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser. Viele Familien schöpfen braune Brühe aus verschmutzten Wasserstellen, Krankheiten sind die Folge. Menschen für Menschen errichtet gemeinsam mit der Bevölkerung geschützte Brunnen, aus denen zu einem geringen Unkostenbeitrag sauberes Wasser zum Trinken und Kochen bezogen werden kann. Gefasste Quellen und Brunnen sind aber auch zur Bewässerung des Saatgutes unerlässlich. Ein Brunnenwart achtet darauf, dass kein Schindluder getrieben wird und sogt sich um die Wartung.

Mädchen beginnen, modern zu denken: Marartu (17, oben rechts) hilft natürlich wie alle Kinder von früh an im Haushalt mit, will vor der eigenen Familiengründung aber erst einmal Ausbildung und Karriere machen. Ausbildung, das war früher insbesondere für Mädchen am Land undenkbar: Sie mussten schon früh Verantwortung im Arbeitsalltag ihrer Familie übernehmen, Wasser holen und Feuerholz sammeln. In den Schulen von Menschen für Menschen sitzen heute jedoch Bub an Mädchen gedrängt und wissen mit strahlendem Lächeln: „Bildung ist wichtig. Auch Mathematik!“ Marartus Mutter Zenebech (38, oben linke Seite) ist noch eine der „alten Generation“, Hausfrau und Mutter. Aber sie war eine der ersten in ihrem Dorf, die Gemüse angebaut hat. Heute wachsen auf ihrem Grund Rote Rüben, Kohl, Mangold, Karotten, Zwiebeln, Teff, Mais, Weizen und Nug-Samen zwischen Apfelbäumen. Geholfen hat ihr dabei – wie so vielen anderen in Obera – Menschen für Menschen. Mittlerweile gibt es hier sauberes Wasser, das nicht nur als Durststiller unerlässlich ist, sondern auch zum Säubern und Kochen des frisch angebauten Gemüses. Mit Menschen für Menschen hat Zenebech das Kochen gelernt, früher gab es nur Injera mit Shiro, einer Sauce aus gemahlenen Kichererbsen – Tag für

Tag. Mittlerweile gibt es mindestens dreimal die Woche auch Gemüse und vielleicht einmal im Monat sogar Fleisch. Doch mehr noch: Zenebech kann ihre Familie mittlerweile nicht nur gesund ernähren, sie verdient auch viel Geld durch den Verkauf von Getreide, Gemüse und den Eiern ihrer Hühner. Während bei uns Lebenserhaltungskosten rasch gedeckt sind und bald einmal Geld für Luxusartikel vorhanden ist, werden hier Einnahmen gleich wieder reinvestiert: Ein Zuchtbulle und eine Schafzucht sichern ihr das Kapital für ein neues Haus, das gerade entsteht. Helfen, das muss Menschen für Menschen ihr nicht mehr. Zenebech hilft sich mittlerweile selbst. Und was geht mich das an? „Wenn der Nachbar anläutet und Unterstützung braucht, überlege ich nicht lange, sondern helfe ihm nach meinen Möglichkeiten. Für die meisten von uns ist es völlig logisch, dass wir alle profitieren, wenn jeder in einer Gemeinschaft sein Auslangen findet. Das bedeutet sozialen Frieden und Sicherheit, aber auch eine positive Entwicklung für alle. Daher ist uns im Normalfall der Nachbar auch nicht egal. Die Welt ist heute kleiner geworden und Nachbarn, die früher weit entfernt waren, sind heute näher gerückt“, erklärt uns Rupert Weber, Vorstandsvorsitzen-

der von Menschen für Menschen. Ein drastischeres, aber dafür umso deutlicheres Bild malt der US-Amerikaner David Beasley, der seit April das Welternährungsprogramm leitet: „Extremistische Gruppen bewegen sich im Schutz der Menschen, die flüchten müssen. Ich sage deshalb meinen Gesprächspartnern in den westlichen Hauptstädten: Wenn ihr euch stärker um die Nöte der hungernden Menschen kümmert, dann dient das auch eurer nationalen Sicherheit, ihr leistet einen Beitrag im Kampf gegen den Terror!“ Ja, jede Hilfe der internationalen Gemeinschaft stützt auch die autoritäre Regierung Äthiopiens und reduziert den Druck für Veränderungen im Land. Wer den Betroffenen jedoch Hilfe verweigert, setzt unzählige Menschenleben zugungsten normativ-rationaler Gesellschaftsideale aufs Spiel. Zudem ist Äthiopien nicht nur wirtschaftlich aufstrebend und ein Stabilitätsanker in Afrika selbst, sondern auch ganz abgedroschen: einer der engagiertesten afrikanischen Staaten, was die Aufnahme von Flüchtlingen anbelangt. Und was würden wir machen, wenn die weit über 700.000 Flüchtlinge in Äthiopien zusammen mit einem Teil der 18 Millionen Äthiopier vor dem Hunger gen Norden fliehen?

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Erfolg ist Luxus Sie zählen als Kabarettisten und als Musiker zu Österreichs Spitzen-Acts. Im unerhört soliden Interview sprechen Pizzera & Jaus über das Schöne an der Nervosität, wo man am besten versumpert – und was am Erfolg wirklich stört. TEXT: HANNES KROPIK

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lleine die Tatsache, dass sie die sperrige Phrase „alleine die Tatsache, dass …“ in den Refrain eines rockigen Radiohits „Hooligans“ verwandeln können, ringt Sprachliebhabern größten Respekt ab. Noch spektakulärer war aber ihr Aufstieg an die Spitze der heimischen Unterhaltungsindustrie: Der Steirer Paul Pizzera (29) und der Niederösterreicher Otto Jaus (34) lernten einander 2014 bei der Langen Nacht des Kabaretts kennen und es war, wie sie heute sagen „Liebe auf den ersten Tschick“. 2015 starteten der Autodidakt Pizzera und der ehemalige Sängerknabe und ausgebildete Musical-Darsteller Jaus ihre gemeinsames Mundart-Projekt. 2016 erreichte ihre Single „Jedermann“ Platz 1 der Ö3-Charts und wurde mit dem Amadeus-Award als Song des Jahres ausgezeichnet, Pizzera & Jaus selbst wurden


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zum Rock/Pop-Act des Jahres gekürt. 2017 veröffentlichten sie ihr Debüt-Album „unerhört solide“ und begeisterten mit einer ebenso rasanten wie übergangslosen Mischung aus Musik- und Kabarettprogramm ihr Publikum bei mehr als 120 ausverkauften Shows in ganz Österreich.

Foto: Moritz Schell

Am 24. Februar werdet ihr erstmals in der Wiener Stadthalle auftreten: Diese Bühne ist schon verdammt groß und ihr seid nur zu zweit. Habt ihr ein bisschen Angst, dass ihr da oben verloren wirken könnt? Jaus: Wir haben überlegt, mit größerer Besetzung aufzutreten. Aber Musikerkollegen haben uns diese Idee ausgeredet: „Bitte machts das wie immer zu zweit. Das ist ja ein Kabarettprogramm und kein Konzert!“ Wir werden aber zwei große Videowalls aufstellen, damit uns wirklich jeder im Publikum sehen kann – und der Pauli (Anm.: Pizzera misst knapp zwei Meter) wird ja bis dahin hoffentlich noch ein bisserl wachsen! Pizzera: Für uns ist es hinterher sicher cool, sagen zu können: Wir haben nur zu zweit in der größten Halle des Landes gespielt. Jaus: Und es wird super, das weiß ich jetzt schon! Die Vorfreude ist größer als der Respekt? Pizzera: Ja! Ein wenig Respekt vor einer Location ist immer gut, aber zu viel davon ist nicht notwendig. Wichtig ist, die richtige Mischung aus Respekt und Gleichgültigkeit zu finden – nicht nur in Bezug auf eine Location, sondern für deine ganze Karriere. Jaus: Eigentlich gilt das für dein ganzes Leben! Pizzera: Wir wissen, dass wir es können. Trotzdem werden wir vor dem Auftritt tausend Tode sterben.

GEWINN SPIEL

nicht an unsere ChaAber wenn man die raktere, sondern an Bühne betritt, ist es unsere Fähigkeiten wohl zu spät, Angst Wir verlosen drei Fanpakete mit je einer angepasst. Otto ist zu haben? „unerhört solide“-CD, einer Live-DVD „fast ein großartiger Jaus: Angst zu hafertig“ (Jaus), einer Live-DVD/CD „Sex, Drugs & Klei’n’Kunst“ (Pizzera) und Schauspieler und ben, ist sowieso nicht Autogrammkarte. Mehr Informationen kann sofort in jede gut. Angst blockiert und Teilnahmebedingungen siehe ticketmagazin.com! Rolle schlüpfen – auch in dich. Aber das Kribbeln die des Blöden. Ich hingegen der nervösen Anspannung ist mag es nicht, mich zu verstellen – nicht ein schönes Gefühl. einmal auf der Bühne. Paul, von dir findet man auf YouTube Jaus: Auf der Bühne überzeichnen wir eine Aufnahme von einem Poetry Slam und spielen mit den Ansichten, die wir 2011 in Dornbirn. Damals hast du ex- im wahren Leben vertreten. Pizzera: Otto gibt den verbitterten, ratrem nervös gewirkt. Pizzera: Das waren meine ersten Geh- tionalen Typen und ich den naiven, lieversuche auf der Bühne und ich war bevollen Typen. vollgas nervös. Ich wusste noch nicht, Jaus: Du kannst auf der Bühne alles sagen, was du willst und vermeintliche ob ich wirklich witzig bin. Grenzen des guten Geschmacks überFühlen sich Auftritte heute anders an schreiten – solange einer da ist, der sagt: „Bist du wahnsinnig, das kannst du als damals? Pizzera: Natürlich. Man wird sich seiner doch nicht machen!“ Fähigkeiten immer mehr bewusst. Ihr erzählt auf der Bühne sehr viel aus Otto, du hast deine Karriere als Sän- eurem Privatleben. Das Publikum gerknabe begonnen. War es in der weiß zwar nicht, wie viel davon wahr Gruppe einfacher, mit seiner Nervo- ist … Pizzera: Es stimmt sehr viel! sität umzugehen? Jaus: Wir waren meistens 24 Buben auf der Bühne, da ist es natürlich leichter. Aber wie viel muss man als Künstler Bis zu dem Moment, wo du solo singst von sich hergeben und wo beginnen – da kackst du dir am Anfang in die die Kunstfiguren „Pizzera & Jaus“? Jaus: Du musst authentisch bleiben und Hose. Pizzera: Wenn ich vor einem Auftritt das geht nur, wenn du über Dinge nicht mehr nervös bin, höre ich auf. sprichst, die dich privat beschäftigen. Denn das würde bedeuten, dass es zur Natürlich überspitzt man seine Rollen. Arbeit geworden ist. Nur wenn du vor- Aber ich finde, Menschen sagen viel zu her angespannt bist, kannst du nach selten: „Mir geht es scheiße, ich will einer Show dieses Gefühl der Befreiung heute nicht!“ Jedem muss es immer gut gehen! Dabei könnte auf diese Weise genießen. ein echtes Gespräch beginnen, in dem Euer Programm ist strukturiert wie es dir nach fünf Minuten wahrscheinlich eine traditionelle Doppel-Conference besser geht als vorher. nach Vorbild von Fritz Grünbaum Pizzera: Im Prinzip geht es allen Menund Karl Farkas – der G’scheite und schen gleich, egal ob du Taxler bist oder Burgschauspieler. Manchmal denkst der Blöde. Pizzera: Wir haben unser Programm du dir: „Heute groovt’s irgendwie

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TIM_18_20_Pizzera Jaus_g_KSB_k1.qxp_Layout 1 23.01.18 13:49 Seite 3

nicht.“ Der größte gemeinsame Nenner der Menschen ist die Unzufriedenheit. Unzufrieden womit? Pizzera: Ganz einfach mit dem Dasein. Und wir gestehen viel zu selten unsere Fehler, unsere Schwächen ein. Paul, du hast auf Facebook einmal geschrieben „Selbstzweifel, Trauer, Wut und Existenzängste“ würden auch dich plagen. Aber gehört das nicht zu den Grundmotiven eines Künstlers? Pizzera: Die Leute glauben, Kabarettisten geht es immer gut. Dabei gibt es gerade in der Unterhaltungsbranche wahnsinnig viele depressive Kollegen. Unser Leben verläuft in Sinuswellen: Du hast Peaks, an denen alles irrsinnig geil ist, aber dann lassen die Endorphine nach und es geht richtig abwärts mit dir. Mit diesem Posting wollte ich klarstellen, dass es mir genauso geht wie jedem anderen Menschen. Wie haben deine Fans darauf reagiert? Pizzera: Überrascht, aber froh. Haben sich die Menschen euch gegenüber verändert, seit ihr berühmt geworden seid? Pizzera: Die Menschen, die mir wichtig sind, behandeln mich Gott sei Dank wie früher. Ich werde von meinen Freunden noch genauso verarscht wie immer. Jaus: Und das ist gut so. Wenn wir heute in irgendwelche Lokale gehen, dann hören wir die Leute natürlich tuscheln. Das ist mir egal, sollen sie tuscheln. Was ich aber überhaupt nicht mag, ist, wenn mich jemand ungefragt filmt oder fotografiert. Pizzera: Dann tanz halt nicht nackt am Tisch herum! Jaus: Mein Gott, das passiert halt. Aber im Ernst: Es ist ja kein Problem, wenn mich jemand fragt, ob er ein Foto machen kann. Aber wenn man feiert, dann

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siehst du immer wieder, wie irgendwo ein Handy in die Höhe gehoben wird. Das ist der Moment, wo die Party vorbei ist und du nach Hause gehen kannst. Nimmt einem das nicht die Lust aufs Fortgehen? Pizzera: Wenn wir privat unterwegs sind, versumpern wir am liebsten in einem Beisl am Ecktisch. Aber am gemütlichsten ist es ohnehin daheim, da brauchst du dich um gar nichts scheren. Was sind die positiven Seiten des Erfolgs? Jaus: Wenn man vor dem Erfolg nicht glücklich war, ist man es mit dem Erfolg auch nicht. Pizzera: Was mir taugt, ist die Anerkennung meiner Arbeit. Aber es gibt eine Studie, die besagt: Nach einem Lottogewinn oder einer Querschnittlähmung dauert es etwa vier Monate, bis du wieder im gleichen Gemütszustand bist wie vor dem einschneidenden Ereignis. Wir besitzen offenbar die Gabe, einen schweren Impact zu verarbeiten und sind dann wieder die Menschen, die wir vorher waren. War Platz 1 eurer Single „Jedermann“ so ein einschneidendes Ergebnis? Pizzera: Ja, dieser Erfolg hat sehr viel verändert. Vor allem bei Ö3. Anfangs hatten wir das Gefühl, sie wollen die Interviews so schnell als möglich über die Runden bekommen. Jetzt können sie gar nicht genug Selfies mit uns schießen. Habt ihr damit gerechnet, dass eure Debüt-CD „unerhört solide“ auf Platz 1 einsteigt? Jaus: Wir haben gehofft, dass wir nicht ganz so schlecht einsteigen werden. Wir hatten zuvor ja bereits fünf Singles in den Charts. Pizzera: Aber dass wir wirklich von 0 auf 1 schießen, das haben wir nicht er-

wartet. Den Erfolg haben wir übrigens zu Hause bei Otto auf der Couch mit einer Kiste Bier gefeiert. Das Album wurde in der zweiten Woche an der Spitze abgelöst. Wart ihr enttäuscht, dass ihr nicht länger an der Spitze wart? Jaus: Überhaupt nicht! Wie könnten wir enttäuscht sein? Wir spielen eine ausverkaufte Tournee, jede Single war ein Hit – alles, was nach Platz 1 von „Jedermann“ passiert ist, ist Luxus. Pizzera: Das ist doch der Lauf der Dinge. Wenn man über Platz 2 in der Hitparade enttäuscht ist, ist man realitätsfremd. Wird durch den Erfolg der Druck größer? Jaus: Die eigenen Erwartungen werden immer größer. Der einzige Mensch, den du wirklich enttäuschen kannst, bist du selbst. Pizzera: Und die Mama! Jaus: Und die Mama, natürlich. Aber es ist vollkommen okay, wenn etwas nicht funktioniert, solange du dein Bestes gegeben hast. Was wäre, wenn einer von euch beiden sagt: Mir ist alles zu viel, ich will nicht mehr? Jaus: Wir haben ausgemacht, dass wir immer ehrlich zu einander sind. Wenn einer sagt, er kann nicht mehr, dann machen wir als „Pizzera & Jaus“ Pause. Unsere Gesundheit ist wichtiger als jeder Auftritt. Pizzera: Wir ziehen das gemeinsam durch. Wie soll ich sagen: Wir wollen uns brauchen. Jaus: Pauli, das hast du schön gesagt!

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ihrer ganze Jahr über mit Pizzera & Jaus sind das terwegs. Viele r un „unerhört solide“-Tou den ausverkauft, u. a. für Termine sind bereits für Innsd un i Ma d un rz Gasometer im Mä kets. Mai gibt es noch Tic bruck und Villach im


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Menschen für Menschen dankt für die Schaltung dieses Gratisinserats sowie PARTLHEWSON und der Werbe Akademie für die Gestaltung.

Jeder Einzelne von uns kann die Welt zum Besseren verändern. Helfen wir den Menschen in Äthiopien sich selbst zu helfen und die Armut zu besiegen!


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Nobel & Neveren Literaturnobelpreis, das Dreifach-Album „Triplicate“ und weitere Konzerte der „Neverending Tour“. Ach ja, und Bob Dylan malt und schreibt auch noch: Ein Workaholic im achten Lebensjahrzehnt. TEXT: ALEXANDER HAIDE

Nobel Lecture Es ist der 1. oder 2. Februar 1959, der das Leben des damals noch nicht einmal 18-jährigen Bob Dylan dramatisch verändert. Er war Hunderte Meilen gereist, um Buddy Holly zu sehen, dessen Melodien, fantasievollen Texte und großartiger Gesang den späteren Großmeister in ihren Bann zogen. „Er war ein Archetyp, er war alles das,

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der am 13. April in Bob Dylan spielt Salzburgarena, am r 16.in der Wiene Stadthalle (D).

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was ich nicht war“, erinnert sich Dylan in „The Nobel Lecture“ (Verlag Simon & Schuster, 2017), in der er über sein Leben und seine Texte reflektiert. Nur ein einziges Mal sah Dylan Buddy Holly live – wenige Tage nach dem Konzert starb der Rock-’n’-Roll-Pionier bei einem Flugzeugabsturz. Von einem Unbekannten bekam Dylan zur gleichen Zeit die Aufnahme von Leadbellys „Cottonfields“ in die Hand gedrückt: „Es war wie eine Explosion! Als wäre ich bisher in Dunkelheit gewandert und auf einmal war alles hell erleuchtet.“ Der Kurztext „The Nobel Lecture“ ist eine Reise durch sechs Jahrzehnte einer Ausnahmekarriere, beinahe ein Leitfaden, wie man ein Rock-Poet wird. „Als ich mir die frühen Folk-Musiker anhörte die alle ihre Songs selbst singen, schnappte ich die Umgangssprache auf. (…) Man lernt all die Details.“ Bereits davor hatten „Don Quichote“, „Robinson Crusoe“ und „Gullivers Reisen“, die Dylan Prinzipien, Sensibilität und einen fundierten Blick auf die Welt ermöglichten, das Fundament zum späteren Literaten gelegt. Drei weitere Bücher begleiten Dylan seit den Jugendtagen: „Moby Dick“, „Im Westen nichts Neues“ und „Die Odyssee“. Penibel beschreibt Dylan in seinem NobelpreisText die Tiefe und Bedeutung dieser Werke, destilliert das, was er für sein

eigenes Œuvre lernen konnte. Der „Jahrhundert-Songschreiber“ (Salzburger Nachrichten) kommt zu einem Ende, an dem er bekennen muss: „Ich muss nicht wissen, was ein Song bedeutet, er muss einen berühren. Das ist alles, was wichtig ist. (…) Ich habe in meine Songs alle möglichen Dinge hineingeschrieben, aber ich mache mir keine Gedanken darüber, was das alles soll.“ „Sing’ in mir, oh Muse, und durch mich erzähle die Geschichte“, endet Bob Dylan beschwörend seine „The Nobel Lecture“ mit einem Zitat Homers, das ohnmächtig klingen mag, aber im Kontext unterstreicht: Talent und harte Arbeit alleine sind nicht genug, wenn die Inspiration fehlt. Ehre, wem Ehre gebührt „Er hat einen großen Einfluss auf die Pop-Musik und die amerikanische Kultur, gekennzeichnet von Texten mit außergewöhnlicher poetischer Kraft“, würdigte Barack Obama 2012 das Werk Dylans, „es gibt keinen größeren Giganten in der amerikanischen Musikgeschichte.“ 2015 listete das Rolling-Stone-Magazin ihn als größten Songwriter aller Zeiten und nannte „Like A Rolling Stone“ den größten Song aller Zeiten. Und da sind natürlich sämtliche Pop- und RockStars der Geschichte, die seit 1962 Bob

Foto: Claxton Telltale

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ast Man Standing. Oder beinahe: Bob Dylan hatte die Gnade, nicht jung zu sterben wie viele seiner damaligen Zeitgenossen. Am 24. Mai wird der alte Mann, der die Musik revolutionierte, 77 Jahre alt, und überschwemmt in den vergangenen Jahren die Welt auf allen KreativKanälen. Im Prinzip schert sich die große Knarzstimme einen Dreck darum, was die Welt von ihr erwartet. Seine Friss-oder-stirb-Ideologie, was alle Outlets seiner Kunst betrifft, ist per se bereits eine Kunstform. Es scheint gerade so, als ob Fans und Feuilleton Dylan umso mehr beklatschen, je mehr er dem Mainstream den Arsch zeigt.


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ending Dylan als wichtigen Einfluss auf das eigene Werk angeben: Der Punker Joe Strummer tat es, Johnny Cash („Dylan ist der größte Songwriter unserer Zeit“), Lennon & McCartney (verglichen seine Stellung im Rock and Roll mit jener Picassos in der bildenden Kunst), Pete Townshend („Die Bedeutung von Bob Dylan für mich ist genauso wie die meiner Geburt.“), David Bowie, der sich bereits 1971 in „Song for Bob Dylan“ mit dem FolkGenius auseinandersetzte und schließlich Nick Cave, der „Slow Train Coming“ als sein Lieblingsalbum aller Zeiten anführte. Die Muse küsst weiter Gerade in den vergangenen Jahren überschwemmt Dylan den Markt mit einer schier unglaublichen Menge an Neuveröffentlichungen, darunter vor allem seine „Bootleg Series“, deren 13Alben-Box, die die Jahre 1979–1981 dokumentiert. Zudem folgte dem bejubelten Studio-Album „Fallen Angels“ (2016) im Vorjahr mit „Triplicate“ ein Dreifach-Longplayer mit der Neuaufnahme von dreißig amerikanischen Klassikern wie „As Time Goes By“ und „Stormy Weather“. Während all dem – zwischen Nobelpreis für Literatur, neuen Studioaufnahmen und seinen Zeichnungen und Gemälden, die unter dem Titel „The Beaten Path“ seit 2016 als Ausstellung durch die USA reisen – geht natürlich die „Neverending Tour“ weiter. Mit den Konzerten im heurigen Jahr feiert die „Neverending Tour“, gestartet am

7. Juni 1988, ihr 30. Jubiläum. Nach wie vor bleibt Dylan dabei unberechenbar, ändert Set-List und Arrangements beinahe täglich – und ist damit auch im Alter von 76 Jahren die spannendste MusikLegende des Planeten.

COVERVERSIONEN VON BOB DYLAN Joan Osbornes neues Album „Songs of Bob Dylan“ ist nur das aktuellste Beispiel in einer schier endlosen Liste, die beweist, dass man mit dem Covern von „His Bobness“ niemals falsch liegen kann (Der Meister bewirbt es übrigens sogar selbst auf seiner Webpage.).

losen Interpretationen wie von AnnenMayKantereit & Wolfgang Niedecken, den Pretenders, Imagine Dragons und sogar von Gregorian und Karel Gott & Bushido ist „Forever Young“ einer der meist gecoverten Dylan-Titel.

Bereits 1965 verhalf der Klassiker „Mr. Tambourine Man“ den Byrds zum Durchbruch, 1967 nahm Dylan mit The Band „The Basement Tapes“ auf, die wiederum den Grundstein zur Karriere von The Band legte.

Die vermutlich bekannteste Version von „Knockin‘ On Heavens Door“ stammt von Guns n‘ Roses, aber auch Jerry Garcia, U2, Roger Waters und Eric Clapton nahmen sich neben vielen anderen, des Meisterstücks an. Die souligste Interpretation stammt von Randy Crawford, die schrägste von The Sisters of Mercy und den Leningrad Cowboys.

Legendär sind die, mit wienerischem Text versehenen Coverversionen von Wolfgang Ambros auf „Wie im Schlaf – Lieder von Bob Dylan“ (1978). Darunter finden sich Perlen wie „Allan Wie A Stan“ („Like A Rolling Stone“) oder „I Bin’s Ned“ („It Ain’t Me Babe“). „Forever Young“, einen der bekanntesten Gassenhauer, nahm sich Ambros gemeinsam mit André Heller zur Brust („Für immer jung“), international reüssierten damit unter anderen die deutschen Alphaville. Mit zahl-

Jimi Hendrix coverte u. a. „Like A Rolling Stone“ (auch: The Temptations, Cher) und „All Along The Watchtower“ (ebenso: Bryan Ferry, The Grateful Dead, Taj Mahal, Giant Sand und Van Morrison), von Johnny Cash existieren etliche Dylan-Interpretationen, darunter „Blowin’ In The Wind”, „Forever Young” und „It Ain’t Me Babe”.

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radio886.at

So rockt das Leben. Mit freundlicher Genehmigung von Universal Music Austria

Aktuelles Album: Songs of Experience


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Das Genie aus Margareten Im Februar wäre Hans Hölzl vulgo Falco 61 Jahre alt geworden, doch ein Bus in der Dominikanischen Republik ließ den Falken vor zwanzig Jahren viel zu früh abstürzen. TEXT: ALEXANDER HAIDE

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Foto: COFO

s war 1957 und es war in Wien – genau: am 19. Februar – als Hans Hölzl das triste Grau der Großstadt erblicke. Eine abgebrochene Lehre, die erste Band mit 17 – das Klischee einer Musikerkarriere, an der Mitte der 1970er in Wien viele zerbrachen. Als „richtiger“ Musiker ersparte sich Hölzl die Lehrstunden am Konservatorium, probierte den E-Bass lieber am lebenden Objekt aus, bei Proben der Hallucination Company und später von Spinning Wheel, seiner eigenen Kommerzband. Als Bassist der legendären Drahdiwaberl – Hans nannte sich seit 1978 Falco, inspiriert durch den Skispringer Falko Weißpflog – durfte er einen ersten eigenen Titel antesten: „Ganz Wien“. Durch landesweiten Radioboykott blieb der Titel lange Zeit bloß ein Geheimtipp. Weißer Rapper „Der Kommissar“ katapultierte Falco 1982 in die Euro-Charts und sorgte für den ersten Footprint jenseits des Atlantiks. Er war damit der erste erfolgreiche weiße Rapper. Das dazugehörige Debüt-Album „Einzelhaft“ stieß das Tor zum Massenpublikum auf, das sich mit

dem Nachfolger „Junge Römer“ wieder rasch zu schließen drohte: Zu abgehoben, zu intellektuell, zu überproduziert waren die ratlosen Meinungen zu einem Werk, das sich erst nachträglich als eines der besten und wichtigsten in Falcos Karriere herausstellen sollte. Das Engagement der holländischen Hit-Producer Bolland & Bolland für „Falco 3“ (1985) brachte den Falken wieder auf leichter verdaulichen Pop-Kurs: „Rock Me Amadeus“ machte den Wiener Buben zum internationalen Superstar, einem Nummer-eins-Hit in den USA inklusive. Die zehn Tracks des Longplayers wurden beinahe alle Erfolge: Das damals skandalöse „Jeanny“, „Vienna Calling“, „America“, „Munich Girls“, „Männer des Westens“ und das heimliche Prunkstück „It’s All Over Now Baby Blue“, eine Dylan-Perle in der Hölzel’schen Version.

Legendär die Einschätzung Falcos, dass man ihn in Wien erst nach seinem Tod richtig schätzen wird. Wie mit vielen seiner Songs, deren Bedeutung und Größe sich nach Falcos Ableben manifestierten, hatte der Falke mit diesem Sager ebenfalls die richtige Nase. Im Sog der kollektiven Betroffenheit nach seinem Unfalltod am 6. Februar 1998, nur wenige Tage vor seinem 41. Geburtstag, erkannte der Mainstream die wahre Bedeutung des Œuvre des Buben aus Wien-Margareten: lte Falco-LPs rasten an die Spitze der Charts, dem posthumen Album „Out of the Dark“ erging es nicht anders. Nachträglich erkannte man auch die Genialität vieler Live-Auftritte wie jenem auf der Wiener Donauinsel (1993) und dem einzigen Konzert mit Orchester (erschienen 2008 als „Falco Symphonic“).

Der posthume Höhenflug des Falken Vier weitere Alben erschienen vor Falcos Tod, allesamt geschmäht von der Kritik und kommerziell nicht erfolgreich: „Emotional“ (mit „The Sound of Musik“), „Wiener Blut“, „Data de Groove“ und „Nachtflug“ teilten dieses Schicksal.

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!ticket highlights Neon Am 16. März erscheint Rea Garveys neues Album „Neon“. Der „Irishman in Berlin“ schlägt mit seinem vierten Studioalbum erneut andere Töne an, obwohl er sich selbst treu bleibt. Beats and Sounds schaffen nach Aussage des Künstlers eine „urban/streetlike“ Atmosphäre, die zuvor so noch nicht im Fokus gestanden hatte. Natürlich dürfen sich die Fans auch auf Hits aus den drei vorangegangenen Solo-CDs freuen, allesamt Top-5-Charterfolge, die sich mehr als eine Million Mal verkauften.

Rea Garvey

Electric Nation Martin Garrix, Robin Schulz u. a. Am 28. Juli kommt der hellste Stern am Himmel des EDM-Olymp, Martin Garrix (Foto) erstmals nach Wien. Der zum zweiten Mal en suite vom renommierten DJ MAG zum DJ Nr.1 Of The World gekürte sympathische Holländer tritt zusammen mit weiteren 7 Top-Stars in der geschichtsträchtigen Wiener Krieau auf. Mit dabei sind u. a. Robin Schulz, Deorro, Alan Walker, und viele mehr! 28. Juli, Krieau

David Byrne

Ein fantastisches Musicalabenteuer zum Dahinschmelzen wie Schokolade Seid dabei, wenn Finn im Fabelland Schokolonien ein unglaubliches Abenteuer rund um einen verlorenen magischen Schlüssel erlebt, der ihm das Tor ins süße Schokolonien öffnen wird! Jeweils eine Stunde vor Aufführung gibt es eine kostenlose Bastelstunde!

FiNN König von Schokolonien 24. und 25. Februar, Porgy & Bess Reasons To Be Cheerful Der Gründer und die Seele der legendären Talking Heads, einer der führenden Vertreter des amerikanischen New Wave, gehört mit seiner Auswahl an sommerlichen Konzerten definitiv zu einem der musikalischen Highlights des Jahres. Byrne macht auch den Mund wässrig, wenn er uns verspricht: „We’ll be doing some new songs … and many others that will, I assume, be familiar. I’m excited. This is the most ambitious show I’ve done since the shows that were filmed for ,Stop Making Sense‘, so fingers crossed.“ 26. Juni, MuseumsQuartier (Halle E)

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Fotos: GEPA Pictures (ÖFB), Kindertheater Heuschreck (FiNN König von Schokolonienl), Olaf Heine (Rea Garvey), SFZ (Electric Nation), Jody Rogac (David Byrne)

2. Juni, Rathausplatz Gmunden, 23. September, Olympiahalle München und 4. Oktober, Gasometer


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ÖFB Nationalteam Test-Hit gegen Deutschland: Nationalteam trifft auf Weltmeister Die Fans des Nationalteams können sich 2018 auf ein besonderes Highlight freuen: Weltmeister Deutschland gastiert am Samstag, den 2. Juni für ein freundschaftliches Kräftemessen im Wörthersee Stadion in Klagenfurt. Das letzte Aufeinandertreffen mit der Nummer 1 im FIFA Ranking gab es im Rahmen der Qualifikation für die FIFA WM 2014. Daheim unterlag man knapp 1:2, die Auswärts-Begegnung endete 3:0 für die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw. Deutschland absolviert im Rahmen der Vorbereitung auf die FIFA WM in Russland ein Trainingslager in Südtirol, daher wurde Klagenfurt als Austragungsort gewählt. Deutschland ist bereits Klagenfurt-erprobt. Im Rahmen der EURO 2008 gingen hier die beiden Gruppenspiele gegen Kroatien und Polen über die Bühne. Dem Nationalteam von Franco Foda dient das Spiel als Vorbereitung auf die UEFA Nations League, die im Herbst 2018 startet.

2. Juni, Wörthersee Stadion

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Hakuna matata! D

ie Zeichentrickschmiede Walt Disney hat uns in den letzten acht Jahrzehnten – wenngleich auch vermehrt zu den eigenen Frühzeiten – zahlreiche berührende und vor allem zeitlose Momente beschert und gilt gemeinhin als Synonym für intelligente, dabei aber herzliche Unterhaltung, der es trotz familientauglicher Massenkompatibilität nicht an Tiefgang und Seele fehlt. Ja, viel mehr noch: Dank der zutiefst liebevollen Umsetzung hat Walt Disney als neuzeitlicherer Bruder Grimm maßgeblich dazu beigetragen, dass zahlreiche althergebrachte Geschichten nicht in Vergessenheit gerieten und sie dauerhaft als Kulturgut verankert bleiben. Dass seit ehedem in dieser magischen Welt zumeist possierliche Tiere eine tragende Rolle spielen, ist hinlänglich bekannt: Es gibt wohl in unserem Kulturkreis kaum einen Haushalt, in dem in den Kinderzimmern zu den herzzerreißenden Geschichten von etwa Dumbo, Bambi, Susi und Strolch, Cap und Capper oder Simba keine Träne zerdrückt wurde. Insbesondere die Geschichte um letztgenannten Löwenjungen machte große Runde: „Der König der Löwen“, Disneys 32. abendfüllender Zeichentrickfilm, erschien im Jahr 1994. Von der Steppe an die Elbe 1997 wurde der Film für eine Musical-

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fassung adaptiert und läuft seitdem durchgehend und mehr als erfolgreich am New Yorker Broadway. Neben der amerikanischen Konstante wird und wurde das Musical zudem nicht nur in Metropolen wie Mexiko-Stadt, Singapur, Las Vegas, Sydney, Melbourne, Johannesburg, Tokio, Schanghai, Madrid und London gezeigt, 2018 soll sogar eine Tour durch Südkorea und Thailand führen. Am beständigsten läuft die Geschichte rund um den heranwachsenden Löwenkönig neben New York und London jedoch seit dem 2. Dezember 2001 im eigens für das Stück erbauten Theater im Hafen in Hamburg. Und dort ist das große Epos über den Kreislauf des Lebens immer noch regelmäßig ausverkauft – und das ist auch und gerade in der Welt der Musicals eine kleine Sensation: Zwar hat sich die dereinst operettenhafte Musicalwelt im Laufe der Zeit gewandelt und geöffnet, ist demnach ein riesiges Geschäft für eine breite Zielgruppe geworden – aber auch ein brutales. Das beweisen beinhart die Zahlen: Mehr als 700 weitere Musicals sind in den zwei Jahrzehnten nach dem Löwen-Debüt bereits gestartet, die allermeisten davon sind bereits wieder verschwunden und die Liste der Misserfolge ist lang. Zuletzt hob sich beispielsweise in New York für „Die fabelhafte Welt der Amélie“ schon nach zwei Monaten zum letzten Mal der Vorhang. Und „Holler if ya hear me“ über

das Leben des Rappers Tupac Shakur kam trotz acht Millionen Dollar Budget gerade einmal auf 38 reguläre Vorstellungen. Der Löwenkönig hingegen gilt nicht nur als kommerziell erfolgreichster klassischer Zeichentrickfilm, sondern auch als bis dato erfolgreichste Bühnenproduktion aller Zeiten: Auf etwa 7 Milliarden Dollar wird das Einspielergebnis aktuell beziffert. Hakuna Matata Es scheint also, als wäre – abgesehen von der tränenreichen Geschichte selbst – alles eitel Wonne in der afrikanischen Steppe, die eben auch einmal an der Elbe liegen kann. Schon längst hat sich Hamburg neben New York und London als drittgrößte Musicalstadt etabliert, und das ist zuvörderst der ortsansässigen Firma Stage Entertainment zuschulden. Sie zeichnet in Hamburg neben „Der König der Löwen“ unter anderem auch für „Tanz der Vampire“, „Aladdin“ und „Mary Poppins“ verantwortlich, aber auch für die Blue Man Group in Ber-

Foto: Stage Entertainment

Seit 2001 gehört der über der Elbe thronende Löwenkopf zum festen Stadtbild der Hansestadt Hamburg. Nach annähernd 6.500 Aufführungen von Disneys „Der König der Löwen“ heißt es nach wie vor vor nahezu stets ausverkauftem Haus: „Gut gebrüllt, Löwe!“ – auch wenn es nicht jeder hören kann … TEXT: STEFAN BAUMGARTNER


Foto: Stage Entertainment

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lin oder brandaktuell im Werk7 Theater in München für „Fack Ju Göhte“. Das Miniaturwunderland, das gleich neben den Büros der Stage Entertainment und über dem Hamburger Dungeon liegt, mag bis heute der Besuchermagnet der Hansestadt schlechthin sein. Doch der überdimensionale Löwenkopf jenseits der Elbe galt zumindest bis Jahresanfang, als endlich die malerisch auf einem kleinen Schuldenberg gelegene Elbphilharmonie eröffnet wurde, als unikales kulturelles Wahrzeichen der Stadt. Wenngleich: Wenn man einen Hamburger diffamieren will, dann sagt man: „Du gehst ins Musical“. Die Hamburger Scham für das Erfolgsmodell ist etabliert, und das Etepetete-Gefühl wird auch zumeist vom Feuilleton beglaubigt. Unter Kulturbürgern ist die Gattung des Musicals so etwas wie Analphabetismus kombiniert mit vermeintlich schicker

Garderobe. So wird die ehemalige, verstorbene Hamburger Kultursenatorin Barbara Kisselerin in der New York Times zitiert mit: „Musicals sind eine effektive Art, Besucher nach Hamburg zu bringen. Aber ich fürchte, dass sie keinerlei kulturelle Bedeutung herstellen, die über ihre bloße Spieldauer hinausgeht.“ Und weiter: „Wir wollen nicht, dass die Deutschen ihre Klassiker aufgeben für diese laute Form der Unterhaltung.“ Ganz ehrlich: Bevor ich mich in einem angestaubten, dabei aber hoch subventionierten Theater drei Stunden lang von genitalentblößten Schauspielern mit Goethe-Textfragmenten anschreien lasse, schwelge ich doch lieber in der Erzählung über ein Löwenjunges, dessen Vater getötet wurde – und das noch vom eigenen Onkel. Da gilt es, Rache zu nehmen und den angestammten Platz zurückzuer-

termine Auch Tickets für deutsche Musicals, darunter „Disneys Der König der Löwen“ in Hamburg, erhalten Sie bei oeticket.com! Tipp: Reservieren Sie sich rechtzeitig vor der Show im urigen Blockbräu bei den Landungsbrücken einen Tisch! Hier speisen Sie zwar weniger gehoben, dafür mit angemessenerem Preis-Leistungsverhältnis als im hauseigenen Theater-Restaurant jenseits des Flusses. Genießen Sie dort dafür in der Pause ein gutes Gläschen Wein oder Sekt mit Knabbergebäck. Dieses können Sie vor der Show vorbestellen, sodass Sie ihre Pause nicht mit Anstellen nützen müssen. Die Überfahrt mit dem Bootshuttle ist im Ticketpreis inkludiert, rechnen Sie aber nach der Show mit Wartezeiten!

obern! Doch Obacht! Klingt das nicht ein bisschen nach „Hamlet“? Und Shakespeare war vermutlich nicht viel übler als unser Goethe. Ja, bei Musicals – exzeptionell wie selten zuvor bei „Der König der Löwen“ – wird Handlung mit Musik illustriert, aber das kennt man auch bereits von einer anderen Koryphäe: Richard Wagner, der das „Gesamtkunstwerk“ geprägt hat: Große Gesten, große Klänge, große Geschichten. Und hier beweist sich der Elbenkönig als federführend.

Der König der Löwen Mit einem behutsam adaptierten Song-Kanon, einer beeindruckenden Kulisse und tadellosen Darstellern zählt „Der König der Löwen“ in Hamburg zu einem Highlight sowohl der Kultur-, als auch der Unterhaltungsindustrie.

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Fotos: Fotolia, Pexels, www.jessejamesdupree.com, www.whiskyauctioneer.com, www.urban-drinks.de, Universal Music, Janis Tillerson

GENIESSEN & TRINKEN:  Ň? ! Ň‘  $ & $  " Äş          ! Äş       )    ! Äş         !     $         &         Ĺ   $     Äž         Äş )  !       &  "   &    " &           $ ! ‍  &      !   " &   !      !  (   ܯ‏  & "   !  फ़  !  &  " !     "  !  ,       & "    & "  फ़  )! Äş Ĺ  & "   !  &     !   $ ! ‍   ܯ‏Ğĺ  )          ­ " Ä´

Text: Josefina „Joe“ Danzinger

Madonna weiĂ&#x; mit Sicherheit, was ihr gut tut. Als absolute Trendsetterin frĂśnt sie auch in der Ă–ffentlichkeit gerne dem „Matcha Latte“. Matcha Tee, gemahlener grĂźner Tee, wurde schon vor hunderten Jahren von buddhistischen MĂśnchen als HeiĂ&#x;getränk kredenzt und wurde später das Lieblingsgetränk der Samurai. Verfeinert mit Soja-Milch, wurde der vitaminund mineralstoffreiche „Matcha Latte“ in Amerika zum In-Getränk.

Matcha Latte: Ein Getränk mit Kult-Status.

Cocos-Wasser ist nicht nur ein LifestyleGetränk, das gut schmeckt, es kann auch viel. Von Attributen wie gesundheitsfÜrdernd ßber durstlÜschend bis hin zu entschlackend und entgiftend, sorgen die essentiellen Nährstoffe fßr jede Menge Power. Und die hat Rihanna.

Cocos Wasser. (Nicht nur) Rihanna liebt es!

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Fotos: Fotolia, Pexels, www.jessejamesdupree.com, www.whiskyauctioneer.com, www.urban-drinks.de, Universal Music, Janis Tillerson

!ticket lifestyle Was passt zu einem Country-Sänger? Richtig! Whiskey. Sanft und stark war Willie Nelsons Stimme. Genau so schmeckt auch der Whiskey, den er step by step und mit viel Akribie mitentwickelt hat. Benannt wurde der edle Tropfen nach Nelsons Song: „Old Whiskey River Bourbon“. Song und Whiskey sind etwas für Connaisseure und Liebhaber: Beide „rinnen runter wie Öl“. www.whiskyauctioneer.com

Berühmte Künstler des 19. Jahrhunderts wie Ernest Hemingway, Edgar Allan Poe und Oscar Wilde liebten das berüchtigte, ursprünglich aus der Schweiz stammende alkoholische Getränk. Ebenso auch Rockstar Marilyn Manson, der 2007 in Kooperation mit dem Absinth-Experten Markus Lion und der mehrfach preisgekrönten Schweizer Spezial-Destillerie Matter-Luginbühl AG seinen eigenen Absinth auf den Markt gebracht hat: „Mansinthe“. Mansinthe ist ein natürlicher, nicht vorgezuckerter Absinth, der aus Wermut, Anis, Fenchel und weiteren feinen Kräutern destilliert wird. Aus Qualitätsgründen wird auf künstliche Farbstoffe vollständig verzichtet. Bei der San Francisco World Spirits Competition 2008 wurde Mansinthe mit der Gold-Medaille ausgezeichnet. Dieser Drink hat einen Alkoholgehalt von 66,6% Vol. und schmeckt teuflisch gut! www.urban-drinks.at TOP: Die Etiketten von Mansons Absinth sind selbstgemalt!

Auch Jesse James Dupree, Frontman der Band Jackyl, weiß, was gut ist. Unter dem Brand www.jessejamesdupree.com vermarktet er gekonnt seine feinen „American outlaws spirits“ Kentucky-Whiskeys mit Bourbon-Charakeristik und lässige Merchandising-Artikel.

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!ticket heimat

Soundästhetik Seit ihrem Debüt „Spanish Disco“ sind Leyya auf Erfolgskurs. Mit dem Nachfolger „Sauna“ legt das Duo aus Oberösterreich nun nach – etwas verspielter, etwas bunter, aber durch und durch Leyya. TEXT: AMINA BEGANOVIC Verspielt Leyya bleiben ihrem Stil treu – scheuen sich aber nicht davor, Neues auszuprobieren.

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Lindinger versteht sich in der Kunst, Musik für alle Sinne zu machen. Es ist ein regelrechtes Über an Kreativität, das Leyya zu einem der wohl interessantesten popkulturellen Exporte macht, die Österreich aktuell zu bieten hat – selbst wenn man grundsätzlich kein Freund ihres hippen, elektronisch durchwirkten Stils ist. Musikalisch lagen die beiden von jeher auf einer Wellenlänge, der jetzige Sound ist aber im Laufe der Zeit entstanden. „Wir kommen aus einem klei-

Nach der Album-Releaseshow am 31. Jänner im Posthof Linz gehen Leyya erst mal auf Tour in Deutschland. Ein Wiedersehen hierzulande gibt es dann am 19. April im Treibhaus Innsbruck. Die Zwischenzeit kann man sich mit einigen anderen Terminen vertreiben: Mundartrapper Kroko Jack sorgt gemeinsam mit Def III am 9. Februar für Stimmung im Posthof Linz, noch mehr Beats bringen am selben Tag Elektro Guzzi ins Wiener Fluc. Funk & Soul gibt es mit dem Hot Pants Roadclub am 16. im Komma Wörgl. Am 17. spielt die „Austrian Pink Floyd Show“ Floyd Division in der Simm City, das Salonensemble Wiener Blond geigt am 21. im Konzerthaus auf, am 24. in der Bühne im Hof St. Pölten. Das neue Album von Papermoon kann man live am 28. im WUK hören.

Fotos: Jasmin Elmi Hersteller

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ndische Sitar-Klänge treffen auf Gitarren und Beats, die Vocals schweben mit zerbrechlich anmutender Leichtigkeit darüber, der Rhythmus ist mal flott, dann fast wieder schwer, als würde man durch tiefes Wasser waten: Es kommt nicht selten vor, dass man einen Song von Leyya bereits auf Dauerrotation hatte und trotzdem plötzlich ein neues Soundelement entdeckt, das man vorher noch nie bemerkt hatte. Das Duo Marco Kleebauer und Sophie


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Fotos: Jasmin Elmi, Hersteller

MUNDPROPAGANDA nen Ort in Oberösterreich (das beschauliche Eferding, Anm.). Da passiert es ziemlich rasch, dass man auf die Leute trifft, die den gleichen Musikgeschmack teilen. So haben wir uns relativ schnell gefunden. Grundsätzlich hat alles mit Rock angefangen, in der Hinsicht haben wir uns recht bald musikalisch geeinigt. Nach und nach haben wir uns dann weiterentwickelt,“ erzählt Sängerin Sophie. Nachdem sie 2016 mit ihrer Debütplatte „Spanish Disco“ durchwegs positive bis hin zu euphorischen Kritiken eingeheimst hatten, ging es für die beiden Multiinstrumentalisten (sie spielen nach wie vor nahezu jedes Instrument selbst ein) steil bergauf: In den letzten zwei Jahren gehörten Leyya wohl zu den am meisten gebuchten Newcomern in Europa, sie standen nebst zahlreichen Auftritten hier in Österreich auch in England, den Niederlanden, Deutschland, in der Schweiz oder am Primavera Sound Festival in Barcelona auf der Bühne. Als Kirsche am Schlagobers obendrauf gab es 2017 noch den FM4 Amadeus Austrian Music Award. Und obwohl aktuell ein ziemliches G’riss um sie herrscht, haben Leyya nicht die verspielte Freude am Tüfteln verloren. Das neue Album „Sauna“ (erschien am 26. Jänner bei Las Vegas Records) zeugt davon, denn es gibt doch merkliche Unterschiede zum Vorgängerwerk. „Die Platte ist wesentlich bunter und fröhlicher geworden – für Leyya-Verhältnisse. Wir haben noch mehr mit verschiedenen Sounds experimentiert, zum Beispiel mit indischen Elementen. Natürlich wird es Leute geben, die sich etwa beim Song ‚Zoo‘ denken: ‚Ihr habt doch keine Ahnung von indischer Musik, warum spielt ihr damit herum?‘ – aber das war ohne großen Hintergedanken, einfach nur, weil sie uns so gut gefallen hat. ‚Spanish Disco‘ hatte mehr Schwarzoder-Weiß, war vom Sound deutlich kühler. ‚Sauna‘ ist vom Feeling her wär-

mer und farbenfroher,“ erklärt Marco Kleebauer. „In einer Sauna sind alle gleich“ Mehr Wärme kann im Winter grundsätzlich nie schaden, die Idee für den Albumtitel entstand jedoch anders. „Das ist eine recht lustige Geschichte: Wir hatten uns für Aufnahmen in eine Waldhütte zurückgezogen – und es gab keine Klimaanlage und nichts dort, was im letzten Sommer natürlich schlimm war. Entsprechend haben wir ein Foto auf Instagram gepostet – und unsere Plattenfirma schrieb als Scherz drunter: ‚Haha, das nächste Album wird wohl ‚Sauna‘ heißen!‘ Und irgendwie fanden wir das nicht schlecht“, erinnert sich Marco zurück. „Außerdem ist eine Sauna auch eine schöne Metapher: Egal ob alt oder jung, reich oder weniger gut situiert, wenn Menschen in eine Sauna gehen, sich dort entblößen und gemeinsam schwitzen, gibt es keine Unterschiede zwischen ihnen. Sie sind alle gleich. Zwar waren wir selbst noch nie in einer Sauna, aber dieser Gedanke hat uns gefallen,“ ergänzt Sophie. Trotz der großen Diversität, die man auf dem neuen Album erkennen kann, bleibt stets ein roter Faden bei Leyya: Das gewisse Gespür für Ästhetik, die ein wesentlicher Bestandteil für die beiden Musiker in ihrer Arbeit ist. „Der ästhetische Anspruch ist für uns sehr wichtig, wir nehmen uns auch für jedes Detail viel Zeit. Sei es in der Musik oder beim Album-Artwork, das auch gänzlich von uns stammt: Jeder Titel, jedes Wort hat seinen ganz eigenen ästhetischen Touch – und wir achten genau darauf, dass alles zu dem Bild von Leyya passt, das wir im Kopf haben“, unterstreicht Sängerin Sophie. Auf ästhetische Elemente können sich die Fans auch bei den kommenden Live-Shows freuen: „Es wird viele bunte Lichter geben. Und Gold. Und Glitzer! Und natürlich auch die neuen Songs.“

Hören Sie mal rein! Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. Oder? (ab)

LIVE Neuschnee – Okay „Der Zeitgeist macht Buh“ – Neuschnee verbinden Texte mit Substanz mit großer musikalischer Vielfalt.

Flut – Agent 08 (Single) Rock aus Oberösterreich, der an die guten alten VHS-analog-Zeiten erinnert, aber trotzdem modern bleibt.

LIVE Playing Savage – Gett Off My Back (Single) Mit viel Attitüde singt Frontfrau Savage über den Ballast, den wir abschütteln sollten. Funky Power!

LIVE Kreisky – Blitz Blitzdonnerwetter! Die Kultband Kreisky meldet sich im März endlich mit Album Nummer 5 zurück. Vorfreude!

LIVE PÆNDA – Evolution I Electronic Pop, Future-Bass und viel Gefühl: PÆNDA liefert den perfekten futuristischen Soundtrack für 2018.

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Jazzland Harri Stojka Er ist eine der heimischen Jazz-Größen, bewegt sich nach seinem neuen Buch „Kaum zu glauben“ aber wieder gen Rock-Gefilde.

Für Insider war es nie ein Geheimnis, dass Wien schon immer eine Talenteschmiede für internationale JazzGrößen war. Heute ist unübersehbar, dass der Jazz boomt. TEXT: ALEXANDER HAIDE

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ch bin ja ein Rock-Jazz-Musiker“, meint Harri Stojka beim !ticketDate, auch wenn er derzeit mit dem gefeierten Beatles-Programm auftritt. 40 Jahre Karriere, ein Weg durch die diversen Musikstile: Vom Guitar Hero à la Jimi Hendrix in den Siebzigerjahren, über Gipsy-Jazz der Marke Django Reinhardt in den Nullerjahren und jetzt wieder retour zum Rock. „John McLaughlin und Chick Corea: Das war damals meine Zeit. Meine Bebop-Jahre waren dann in den 80ern.“

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ramm am t sein Beatles-Prog Harri Stojka spiel n, gemeinsam mit dem tte 1. Februar in Amste Gmunden. o am 3. Februar in Sie ebenGipsy Hot Club Tri en alt erh ss Be & rgy Tickets für das Po für die Nowie auch Tickets Stelar so bei oeticket.com rov Pa t mi Night u. a. va Jazz & Blues zahlreichen andie ch au d un r und Gregory Porte in Österreich, darunter hts deren Jazz-Highlig Jazzfestival Ende April in art auch das Tschirg lge Schneiy McFerrin und He ril in Linz Imst u. a. mit Bobb Ap . errin auch am 29 der, Bobby McF d September un rz Mä im en kk und Rebekka Ba d Eisenstadt. n un in Graz, Amstette

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Fotos: Sabine Hauswirth, Keiper Verlag

Neben den ganz Großen der heimischen Szene wie Mathias Rüegg, dereinst Mastermind des Vienna Art Orchestra, dem Trompeter Thomas Gansch oder den grandiosen Muthspiel-Brothers Christian und Wolfgang blüht die ganz junge Szene eher im Verborgenen. Doch sie muss sich nicht verstecken, ganz im Gegenteil. „Das Durchschnittsalter der Super-MusikerInnen wird immer niedriger, sie werden immer jünger und immer besser. Zu meiner Zeit waren die Altvorderen bei der ORF Bigband, die waren alle schon älter“, erinnert sich Stojka, „Aber jetzt werden die Leut’ immer jünger und haben bereits unser Niveau von früher.“ Austrian Legacy Es gibt längst eine Art „Austrian Legacy“, auf die der Nachwuchs zurückgreifen kann und die ihn zu ungeahnten Höhenflügen treibt. „Die Vorbilder sind heute andere, der Österreicher Joe Zawinul hat drei Mal die Musik international verändert“, analysiert Harri. „Unsere Vorbilder waren viel weiter weg, über dem großen Teich. Heute kann ein junger Jazzmusiker bereits auf Wiener und österreichische Vorbilder zurückgreifen und sagen: Harry Pepl war ein Traumgitarrist, fantastisch. Und die Talente sind da, das ist cool.“ Und sofort schwärmt der Gipsy King aus Ottakring von seinen jungen Kollegen: „Der Mario Rom ist ein Wahnsinns-Trompeter, oder der Daniel Nösig. Das sind irrsinnig junge Leut’, aber als Musiker bereits fertig und spielen alle schon in Bigbands. Die Viola Falb ist eine super Saxofonistin, die Micky Liebermann eine super Gitarristin. Und es gibt viele mehr.“ Spielwiese Dennoch fehlen den Jazzern – neben

Alter. Wieso? Weshalb sollte dem traditionellen Jazzfesich das wissen? Ich hab’ mit tival – die Spielwiesen. einigen Sachen gebrochen. „Das Progy & Bess Früher hab’ ich mich immacht nicht nur Jazz, Wir verlosen drei „Kaum zu das ist ein richtiger glauben“-Bücher von Harri Stojka. mer aufs Fortgehen geMehr Informationen und freut, heute freue ich mich Musikklub. Das JazzTeilnahmebedingungen siehe aufs Heimgehen. Das trägt land gibt’s noch imticketmagazin.com! auch zum gesünderen Leben mer. Ich selbst geh’ nur bei, daher kommt die Power.“ Neins Porgy oder ins Jazzland“, ben seinem Buch „Kaum zu glauben. verrät Stojka seine Lieblingsclubs, „Im Musiker- und andere G’schichtln“ Zwe am Donaukanal war ich ein Mal, stehen in Zukunft einige Konzerte an, die fördern die Szene, die natürlich doch die umjubelten Gigs mit Beatleswahnsinnig klein ist. Da stehen Covers sind nicht die Endstation. „Ich manchmal mehr Menschen auf der bin jetzt mehr auf Rock-Gitarre unBühne, als im Publikum sind. Dort terwegs, das akustische Zeitalter ist sammeln sich irre Talente.“ für mich abgeschlossen, das GipsyFestivals wie die Nova Jazz & Blues Swing-Guitar-Zeitalter ist für mich Night locken den mittlerweile 60-jähvorbei. Das hab’ ich zehn Jahre gerigen Gitarrenkönner Stojka nicht macht, das reicht mir. Jetzt mach’ ich mehr. „Natürlich gehe ich schon auf wieder mit Distortion“, umreißt er Konzerte, aber solche Mindblowerneue Wege. Acts wie früher, Chick Corea oder Harri Stojka ist ein AusnahmemusiShakti, kenne ich heute keine. Das sind ker, der sich nicht auf einen Stil reheute für mich lauter Unbekannte. duzieren lässt. Im Gegenteil, ÜberDass ich experimentiere und mir viele raschungen sind vorprogrammiert: Leut’ anschau’, interessiert mich nicht.“ „Für mich ist nichts endgültig. Ich bin nicht die Art Musiker, die einmal Alter Hase ihre Schublade findet und dann dort Apropos Alter: Es scheint, dass Harri bis zur Pension bleibt. Für mich ist Stojka jetzt, mit 60, voller Energie ist: Musik forschen, Neues entdecken.“ „Meine Power wird immer mehr im

GEWINN SPIEL

KAUM ZU GLAUBEN. MUSIKER- UND ANDERE G’SCHICHTLN „Kaum zu glauben. Musiker- und andere G’schichtln“ hat Harri Stojka sein zweites Buch (Keiper Verlag, 120 Seiten, 22 Euro) genannt, und erinnert sich an vierzig Jahre im Music-Biz. Wer sich allerdings Schmutzwäsche, Skandale und Affären erwartet, der liegt falsch: Stojkas G’schichtln kommen ganz ohne (prominente) Namen aus, Futter für den Boulevard sucht man vergeblich. Es sind liebevolle Anekdoten, Absurditäten und andere „Wuchteln“, die einen amüsanten Einblick hinter die Kulissen eines Musikerlebens erlauben: „Ich hab‘ ein bissl gekramt in meiner Erinnerung, ich bin ja seit 1970 in der Szene und bin jetzt 60. Da kommt un-

heimlich viel zusammen, was man so mit seinen Wienern und Österreichern erlebt. Da sind mir ganz lustige Geschichten eingefallen, die hab‘ ich zu Papier gebracht. Wenn Leute sich „Hollodaro“ gewünscht haben, aber eigentlich „Whole Lotta Love“ meinten.“ Wird das nun deine Zweitkarriere als Autor? Stojka: Nein, zwei Bücher und that’s it! Mehr fällt mir sowieso nicht ein. Ich wüsste nicht, was ich jetzt noch schreiben sollte. Gab es keine heiklen Passagen, die du weglassen musstest? Stojka: Nein, weil ich hab‘ keine Namen erwähnt. Es fällt kein einziger Name. Das waren viele Unbekannte aus dem Publikum, auf der Straße, im Supermarkt. Also ist es keine Offenlegung der österreichischen Musikszene? Stojka: Na, na, da ist es ja auch nicht so lustig. Da gibt’s meistens nur eine Dranglerei, das muss ich ja nicht schreiben.

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Tradition & Moderne Mit insgesamt 12 Standorten in und um Graz gilt das Universalmuseum Joanneum als eines der größten seiner Art in Europa mit einem einzigartigen Panorama von Wissenschaft, Kunst und Kultur. TEXT: PAUL M. DELAVOS

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rzherzog Johann von Österreich (1782–1859) gründet 1811 gemeinsam mit den Ständen der Steiermark das Joanneum als „Innerösterreichisches Nationalmuseum“. Im Zeitalter der Aufklärung wird somit das erste öffentliche Museum Österreichs geschaffen. Erzherzog Johann will eine umfassende Sammlung dessen, „was … die Natur, der Zeitwechsel, menschlicher Fleiß und Beharrlichkeit hervorgebracht haben, was die Lehrer der verschiedenen öffentlichen Anstalten ihren wißbegierigen Zöglingen vortragen. Es soll dieselben versinnlichen, dadurch das Lernen erleichtern [und] die Wissbegierde reitzen[…].“ Somit ist das Joanneum zu Beginn vor allem eine Lehrstätte mit naturwissenschaftlich-technischer Ausrichtung. Bedeutende Naturwissenschaftler des 19. Jahrhunderts lehren am Joanneum, das 1864 den Rang einer „k. k. Technischen Hochschule“ erlangt. Aus dem Joanneum gingen u.a. bedeutende Einrichtungen wie die Montanuniversität Leoben, die

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Foto: UMJ / N. Lackner

6. April bis 4. November: Gott und die Welt. Woran glauben wir? 5. Mai bis 8. Juli: SEXperten. Flotte Bienen, tolle Hechte ab 28. September: Wie mit dem Skalpell. Die Aktionszeichnungen von Günter Brus

info Telefon: 0316/8017-0 Web: museum-joanneum.at 17 Standorte in Graz und der Steiermark

Joanneumsviertel Einer der zahlreichen Kulturorte in Graz: Das Joanneumsviertel auf einem geschichtsträchtigen Areal verbindet die historischen Museums- und Bibliotheksgebäude in der Rauber-, Neutor- und Kalchberggasse zu einer architektonischen Einheit.

Technische Universität Graz (heute: Erzherzog-Johann-Universität), das Steiermärkische Landesarchiv und die Steiermärkische Landesbibliothek hervor. Im Laufe der Zeit wird das Museum immer größer, neue Standorte werden erschlossen und mittlerweile umfassen die Sammlungen rund 4,7 Millionen Objekte, auf deren Basis das Ausstellungsprogramm gestaltet wird. Der markanteste Museumsbau in Graz ist wohl der „Friendly Alien“, das Kunsthaus Graz, das mit seiner blauen Dachkonstruktion zu den archi-

tektonischen Wahrzeichen von Graz zählt und das Stadtbild nachhaltig prägt. Zahlreiche Ausstellungen werden speziell für das Haus, das im Rahmen von „Graz 2003 – Kulturhauptstadt Europas“ eröffnet wurde, geschaffen. 2011 erfolgt die Eröffnung des Joanneumsviertels inklusive der Neuen Galerie Graz, des BRUSEUMs (dem weltbekannten steirischen Künstler Günter Brus zugeeignet) und der Multimedialen Sammlungen. 2013 wird das Naturkundemuseum im Joanneumsviertel eröffnet.

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!ticket kultour

Gesellschaftsbilder Diesmal drehen sich die Kulturtipps ganz um die unterschiedlichen Bilder von Frauen und Männern, die in der Gesellschaft verankert sind, und wie damit umgegangen wird. TEXT: PAUL M. DELAVOS

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m neuen Musical „Frauenversteher“, das ab 14. Februar im Wiener Metropol läuft, dreht sich alles um Beziehungen zwischen Mann und Frau: Beim sensiblen Autor Heinz (Alexander Jagsch) wird endlich Ruth (Caroline Frank) einziehen. Ruth, warmherzig und grundsolide, ist ganz anders als die exzentrische Fiona (Doris Hindinger), die Ex von Heinz. Doch plötzlich drängt sich die schwangere Fiona in diese Beziehung, denn sie wurde von ihrem neuen Partner rausgeworfen. Heinz ist somit hin- und hergerissen zwischen den beiden. „Unterstützung“ erhält er von seinem Freund Georg (Stefano Bernardin), doch dessen Ratschläge sind mehr machohaft als helfend. Und dann taucht da auch noch Sylvie (Pippa Galli) auf,

Das Musical „Next to Normal“ (Mai, Arena Nova) erzählt die Geschichte der Familie Goodman. Die Mutter Diana ist manisch-depressiv, leidet an einer bipolaren Störung. Gezeigt werden ihre Versuche, sich damit auseinanderzusetzen und geheilt zu werden. Aber auch der Einfluss, den die Krankheit auf die Familienmitglieder hat. Es wird nichts romantisiert oder gar mystifiziert. Die Musik ist modern, eine Mischung aus Pop, Rock, Country und auch für jüngere Leute sehr zugänglich. Es gibt leichte Momente, aber auch einen Humor, der manchmal böse sarkastisch ist. Die Handlung konzentriert sich ganz auf die sechs DarstellerInnen: Neben Maya Hakvoort als Diana werden u. a. Reinwald Kranner als Ehemann Dan, Johannes Huth als Sohn Gabe und Eve Rades als Tochter Natalie zu sehen sein.

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Der Frauenversteher Eine turbulente Beziehungskomödie rund um die Frage: Sind wir noch beziehungsfähig? Die Antwort: Ja, wir sind. Aber es wird von Mal zu Mal schwieriger.

die nach einem One-Night-Stand mit Heinz schwanger ist … Kultmusical Um die Beziehung zwischen Mann und Frau geht es auch im Musical „Grease“, das seit fast 46 Jahren das Publikum mit Hits wie „Summer Nights“, „Greased Lightnin’“ oder „You’re the One that I Want“ begeistert. Das Rock-’n’-Roll-

Musical über das Abenteuer HighSchool-Liebe, angesiedelt in den 1950erJahren, erzählt die Romanze zwischen dem coolen Danny und der schüchternen Sandy. Damals waren die Rollen noch klar verteilt – glaubt man zumindest am Anfang. Die neue Multimedia-Inszenierung bringt die Originalsongs mit deutscher Übersetzung und tourt von 11. Februar bis 7. März durch Österreich.

Fotos: Herlinde Koelbl, Margot Pilz, Universal Music, Wiener Metropol

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SINNLICHE LIEBE

DIE KRAFT DES ALTERS

„Romanza“ ist für den Opernstar Anna Netrebko gleich eine doppelte Premiere!

Fotos: Herlinde Koelbl, Margot Pilz, Universal Music, Wiener Metropol

„Romanza“ ist nicht nur das erste Crossover-Album in der Karriere von Anna Netrebko, sondern auch das erste Duett-Album mit ihrem Ehemann Yusif Eyvazov. Der Komponist Igor Krutoy, der zu den renommiertesten Songwritern Russlands zählt, schrieb für die beiden 18 moderne Liebeslieder, die einige Gänsehautmomente entstehen lassen. Dazu kommen bekannte Stücke wie „O mio babbino caro“ oder „Barcarolle“ und gefühlvolle Arien aus einigen der bekanntesten Opern, darunter „Madame Butterfly“ und „Don Giovanni“. Ein großer Bogen von klassischen Kompositionen bis hin zu Liebesliedern unserer Gegenwart!

Zahlreiche historische und aktuelle künstlerische Zugänge rund um das Thema Alter sind in der medienübergreifenden Ausstellung zu dieser hochaktuellen Thematik im Unteren Belvedere zu sehen. Einerseits erfindet die Werbeindustrie neue verheißungsvolle Begriffe wie Woopies, Best oder Golden Agers für die Käuferschicht ab 50, andererseits sind die Personen auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr vermittelbar. Überlieferte Traditionen der Darstellung auf Geschlechterrollen und Rollenzuweisungen werden überprüft, gegenwärtige Diskurse mit spezifischen Bildern des Alter(n)s der letzten rund hundert Jahre gegenübergestellt. Unteres Belvedere Wien, bis 4. März

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„60 Ways To Leave Your Lover“ heißt ein berühmter Song der Pop-Historie. „69 Love Songs“ ein wunderbares Album von The Magnetic Fields. Und bevor ich jetzt – unpassenderweise – „99 Luftballons“ von Nena in diese Zeilen platzen lasse, sag’ ich Ihnen, worauf ich hinaus will: der Trick mit Spannungserhöhung durch Selbstbeschränkung, Charts-Countdowns, schlichte Aufzählung und strikte Durchnummerierung der beschriebenen Objekte ist ein alter. Aber er wirkt ungebrochen. In der Populärmusik, in der Literatur, in all den kurzweiligen Listen und persönlichen Hitparaden, die man uns unter die Nase hält. Das weiß auch Wolfgang Kos. Als ehemaliger Radio-Journalist (Ö3„MusicBox“, Ö1-„Diagonal“) und Direktor des Wien Museums schwebt ihm wahrscheinlich länger schon ein höchstpersönliches „Popmuseum“ zwischen zwei Buchdeckeln vor. Jetzt hat er es geschrieben. Mit nichts geringerem als der Vorgabe, die essenziellen 99 Songs des 20. Jahrhunderts zu identifizieren. Kos hat sich die Aufgabe nicht leicht gemacht – zumal ein Song pro Jahr gewählt werden sollte. „99 Songs“ (Brandstätter Verlag), reichlich bebildert und mit Liebe zum Detail verfasst, ist eine Reise durch eine Ära, die als Blütezeit der Popkultur archiviert werden kann. Man wird leicht sentimental beim Durchblättern: hier steckt auch die eigene Lebensgeschichte drin. Dass es jeden Song auch in einer Spotify-Playlist zu hören gibt, darf als leicht ironischer Tribut an das 21. Jahrhundert gewertet werden. Walter Gröbchen

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Cissy & Hugo a Caracas

19. April, Theater Akzent und 9. Mai, Schutzhaus zur Zukunft

Rolf Miller Alles andere ist primär Keiner versteht es so gut wie Rolf Miller, Kompliziertes mit Banalem auszudrücken. Er spricht hinterhältig indirekt Wahrheiten aus, die weh tun. Und trifft von hinten durch die Brust – bevor wir es merken, lachen wir erst mal, und dann tut es noch mehr weh. In seinem vierten Erfolgsprogramm treffen wir wieder auf Millers Alter Ego, den namenlosen Antihelden. Und der würde es so formulieren: „So gut, dass es schon wieder blöd ist.“ 15. Feber, Bühne im Hof & 17. Feber, Posthof Anekdoten aus meinem Leben Das Leben ist wie ein Fluss, immer in Bewegung, so erlebt auch Chris Lohner immer wieder Neues, Kurioses und Schräges, und das wird sich auch nicht so bald ändern. „Humor ist nach der Liebe das Wichtigste im Leben“ so das Geburtstagskind (75, aber noch kein bisschen leise) und so soll es auch bleiben. Übrigens: Wenn Sie schon immer mehr über und von Lohner wissen wollten, können Sie Ihre Fragen in der Pause abgeben und Chris Lohner wird sie nach der Vorstellung beantworten. Also, viel Spaß!

Chris Lohner Premiere am 26. Februar, Kulisse; Weitere Termine in Traun, Graz und Linz

Fotos: Ensemble21 (Cissy & Hugo a Caracas), Guido Schroeder (Rolf Miller), Inge Prader (Chris Lohner)

MONKEY BUSINESS

Mit Rita Hatzmann und Georg O. Luksch Cissy Kraner ist das weibliche Pendant zu Bronner, Qualtinger & Co, ihre legendären Lieder schrieb Hugo Wiener. Jahrzehntelang traten sie im Kabarett Simpl auf, waren auf internationalen Tourneen, im Fernsehen und im Theater in der Josefstadt. Die Schauspielerin Rita Hatzmann und der GrammyGewinner Georg O. Luksch bringen die aufregendsten Momente des künstlerischen Schaffens von Cissy Kraner u. a. mit satirisch-pointierten Chansons wieder zum Erblühen.


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Spaß am Spiel Wenn sie spielen, dann werden schon mal Bürgerkriege gestoppt und Päpste bekommen große Augen. Die Harlem Globetrotters begeistern seit 92 Jahren Familien unterschiedlichster Generationen – und führen die alte Fehde zwischen Sport und Entertainment ad absurdum. TEXT: ROBERT FRÖWEIN

termine

mmen mit obetrotters ko The Harlem Gl Show am 28. März in die Wiener ihrer spektakulären r Sporthalle Walfersam in de , Stadthalle (D). In Sie die Heimspiele der ece bulls en eb erl erg nb d den UBSC un Kapfe a nn Vie n an BC Hallm u. a. gegen den Raiffeisen Graz.

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eine derartige Diskussion überhaupt nicht geben, denn dort fristen beide Welten ein gleichberechtigtes Dasein. So ist etwa die NBA, die ProfiBasketballorganisation, ähnlich beliebt wie die sportlich agile Showtruppe Harlem Globetrotters. Auch wenn der Vergleich Darts mit Basketball hinken mag – im Endeffekt geht es um den Showfaktor im Sport, der über den großen Teich über alle Maßen geschätzt und respektiert wird. Prominente Fans Seit mittlerweile 92 Jahren begeistern die Globetrotters mit ihrer einzigartigen Mischung aus Sport, Spiel und Spaß ein Millionenpublikum auf der ganzen Welt. Ihr Ausnahmetalent haben die Athleten mittlerweile in 122 verschiedenen Ländern auf sechs Kontinenten unter Beweis gestellt. Die atemberaubenden Korbwürfe, fintenreichen Manöver und zauberhafte BallAkrobatik begeistern längst nicht nur den „gemeinen

Fotos: Talking-Heads.at, Barracuda Music

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s gibt Sportler, die trainieren so hart, dass sie sich vor lauter Anstrengung fast ankotzen und Mensur Suljovic schießt halt seine DartPfeile sechs Stunden lang an die Wand und trinkt nebenbei ein Bier oder einen Apfelsaft“. Bevor vor wenigen Wochen die Wahl zum „Sportler des Jahres“ in Österreich über die Bühne ging, sorgte Snowboard-Profi Benjamin Karl mit diesem Zitat für große Aufregung. Eine weitere Auseinandersetzung mit diesem Thema versandete mitunter wohl auch deshalb, weil Suljovic den Titel nicht holte, doch Karl erinnerte mit dieser harschen These einmal mehr an die alte Auseinandersetzung „Sport vs. Entertainment“. Doch warum eigentlich? Schon in der Antike wusste man, dass Brot und Spiele so zusammengehören wie die Henne und das Ei. Und in den USA würde es


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erlaubt!

Fotos: Talking Heads.at, Barracuda Music

Fan“, sondern auch Päpste, Präsidenten und Könige. Zu den seit 1976 gekürten Ehrenmitgliedern zählen unter anderem Henry Kissinger, Bob Hope, Whoopi Goldberg, Nelson Mandela und Papst Franziskus. Doch Obacht! Die Ehrentitel werden nicht inflationär verteilt – schmücken dürfen sich damit erst zehn Personen. Das Geheimnis um die überbordende Popularität sieht Team-

The Harlem Globetrotters Thunder Law, Ant Atkinson, Bull Bullard und Moose Weekes – einer unserer Interviewpartner – sind nur vier der Basketballstars, die neben sportlichem Ehrgeiz auch jede Menge Spaß verbreiten.

spieler Alex „Moose“ Weekes in der Außenwirkung des Sports verortet. „Basketball ist per se ein Sport, der alle sozialen und geschlechtlichen Barrieren überwindet. Man braucht nur einen Ball und einen Korb und ist schon mit dabei. Die universelle Sprache sind gute Laune und Lachen – und diese Sprache spricht man in New York genauso wie in Wien.“ Basketball spricht vor allem in den USA die Sprache des Volkes. Nur American Football ist noch beliebter als die NBA (National Basketball Association), lässt sich aber durch die rustikale Grundauffassung des Spiels eher schlecht

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mit humorigen Elementen vermischen. Kein Wunder, dass mit Michael Jordan der bestbezahlte Sportler der Geschichte ein ehemaliger Basketballer ist. Im Gegensatz zur eingangs angeführten Neiddebatte in Österreich hat in den USA kein Athlet Probleme mit der Vermischung von Sport und Entertainment. „Wir sind Sportler und sorgen zusätzlich für Unterhaltung“, erklärt Carlos „Dizzy“ English, „die NBA besteht aus Wettkampf und Ernsthaftigkeit, bei uns ist aber auch Platz für Spaß, Witze und Zwanglosigkeit.“ Der nur 1,75 Meter kleine „Floh“ der Globetrotters kennt beide Welten und spielte früher selbst bei den Dakota Wizards in der NBA Development League, der Vorstufe zum Profitum. Gegenseitiger Respekt „Der Respekt ist beidseitig gegeben, denn so mancher von uns Globetrotters spielte früher mit späteren Profis im College oder der High School zusammen. Uns alle einte, dass wir eine professionelle Basketball-Karriere angestrebt haben. Ich würde auch nicht behaupten, dass die Profis automatisch um so viel besser spielen als wir Globetrotters. Sie konzentrieren sich nur nicht so sehr auf das unterhaltende Element und sind sportlich verbissener.“ So mancher schaffte zudem über die Globetrotters sogar den Sprung in den Profizirkus. Der berühmteste von ihnen ist Wilt Chamberlain, der vor seiner schillernden und unnachahmlichen Karriere bei den San Francisco Warriors, den Philadelphia 76ers und später bei den L.A. Lakers zwei Jahre lang als trickreicher Entertainer begeisterte. Die Belohnung? Seine Rückennummer 13 wird bei den Globetrotters nicht mehr vergeben. Freude an der Spaßtruppe aus Harlem hat auch Jakob Pöltl. Der 22-jährige Wiener spielt gerade seine zweite Saison bei den kanadischen Toronto Raptors, ist in der langen Geschichte der NBA der erste

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JAKOB PÖLTL Jakob Pöltl wurde am 15. Oktober 1995 in Wien als Sohn zweier ehemaliger Volleyball-Nationalspieler geboren und begann seine Karriere bei den Red Panthers/BC Vienna. 2014 übersiedelte er an die University of Utah und spielte am College für die Runnin‘ Utes, im Juni 2016 wurde er beim traditionellen Draft an neunter Stelle von den Toronto Raptors ausgewählt. Der 2,13 Meter große Pöltl spielt dort seither als Power Forward/Center und erkämpft sich immer mehr Einsatzzeit beim kanadischen Top-Team.

Profi aus Österreich und drauf und dran, zu einem der Top-Spieler der Liga zu werden. „Sie sind etwas Spezielles und überall bekannt. Obwohl jeder weiß, dass es rein um das Entertainment geht, haben die Spieler richtig viel drauf. Live habe ich sie bislang leider noch nicht gesehen, aber ich habe mir früher eine Menge Videos angeschaut. Sie machen eine super Show und als NBA-Profi kann man sich vielleicht abschauen, dass man trotz allem immer noch ein Spiel spielt und Kreativität und Spaß an der Sache wichtig sind, um richtig gut werden zu können. Ich finde sie cool.“ Liebe und Geborgenheit Eine Vermischung aus beiden Welten wäre zeitlich nicht möglich, wie Weekes erklärt. „Wir sind ungefähr zehn Monate pro Jahr auf Tour, haben Familien und Kinder. Es ist quasi unmöglich, daneben

Pöltl über … … den Status, als erster Österreicher NBAProfi zu sein Das macht mich natürlich stolz, bekommt aber viel mehr Wert, wenn ich mich langfristig durchsetzen kann. Ich muss mich jeden Tag aufs Neue beweisen und mich kontinuierlich weiterentwickeln – der Weg ist noch lang. … seine Ziele für die Zukunft Das gemeinsame Ziel mit den Raptors sind die Conference-Finals und mittelfristig natürlich die NBA-Championship, der Titel. Ich will die Rolle, die ich mir hier erarbeitet habe, weiter ausbauen und meine Einsatzminuten nach oben schrauben. … Verbesserungsbedarf Den gab und gibt es immer, heuer habe ich stark an meinem Spiel von draußen und meinem Finishing gearbeitet. Die steigende Spielpraxis hilft mir natürlich weiter, die fehlte mir in meiner Debütsaison noch. Ich bin bei einem Top-Team unter Vertrag und freue mich auf den langen Weg des Besserwerdens. … Familie und Freunde in Österreich Aufgrund des dichten Spielplans kann ich die ruhigen Stunden mit der Familie und Freunden an einer Hand abzählen. Während der Saison ist das schwierig, aber ich bekomme immer wieder Besuch aus der Heimat. Letzten Sommer war ich knapp sechs Wochen daheim, dabei aber auch die Vorbereitung und WMVorqualifikation mit der Nationalmannschaft durchlaufen. … das Abenteuer Nordamerika Es ist ein extrem spannender und herausfordernder Prozess, der viel Engagement erfordert, aber einen Kindheitstraum wahr werden ließ. Es wird dir hier nichts geschenkt, aber mit harter Arbeit und der richtigen Einstellung bekommst du sehr viel zurück.

noch auf professionellem Sportlevel spielen zu können. Als Globetrotter lebt man seine Rolle auch außerhalb des Courts, aber gerade weil man andere Familien glücklich macht und vielen aus der kalten Realität verhilft, ist es umso wichtiger, sich selbst und seine eigenen Lieben nicht zu sehr zurückzustellen.“ Liebe und Geborgenheit sind Schlüsselwörter, die man als Spieler der Globetrotters an die Öffentlichkeit vermittelt. „Du weißt, dass du selbst ein Teil von etwas Magischem bist. Mit uns kannst du innerhalb von einer Sekunde ein Gespräch beginnen und das Eis zum Schmelzen bringen. Die wichtigste aller unserer Botschaften ist die, dass du alles sein kannst, was du willst – du musst nur fest daran glauben.“ Von einer derart gelassenen Einstellung können Sportler und Entertainer gleichermaßen profitieren.


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!ticket live is life www.mutausbrueche.at

Tanzende Blutsauger Ein Abend im Ronacher wird zu einem Ausflug ins Land der blutsaugenden Nachtgestalten. Glücklicherweise tanzen und singen sie dabei!

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ein erstes Musical 2017 fand erst Ende des Jahres statt und ich muss ehrlich zugeben, auch wenn ich Rock und Pop liebe – es geht doch nichts über ein paar Stunden „echte“ Kultur. Als wir Platz nahmen, wussten wir noch überhaupt nicht, was auf uns zukommen wird, und als es vorbei war, wollten wir gar nicht mehr gehen! Tanz der Vampire – der Name ist

Fotos: Antonia T. Schulz

Das Ronacher ist wirklich eine beeindruckende Location und ich kann mir gut vorstellen, dass alle Musicals dort super sind. Ich kann auf alle Fälle empfehlen, einmal dort hinzuschauen!

Tipp!

Programm: Professor Abronsius und sein verängstigter Student Alfred sind auf Forschungsmission in Transsilvanien unterwegs. Die beiden kehren in einem Gasthaus ein, wo es zwar viele Hinweise auf Vampire gibt, jedoch jeder den Glauben an ihre Existenz bestreitet. Eines Abends wird Sarah, die Tochter des Wirtes, von Graf von Krolock, (dem Ober-Vampir) in sein Schloss gelockt und Alfred und der Professor machen sich auf die Suche

Antonia T. Schulz, Studentin der Publizistik- und Kommunikationswissenschaften, Bloggerin (www.mutausbrueche.at) und nicht zuletzt oeticket.com-Kundin, besucht für !ticket jeden Monat ein Konzert und berichtet darüber. Dieses Mal war sie am 18. November im Ronacher bei Tanz der Vampire.

nach ihr. Im Schloss passiert dann natürlich eine Menge und das Finale ist sowieso unschlagbar, aber um mehr zu erfahren, müsst ihr euch das Musical wohl oder übel selber anschauen! Die Darsteller waren alle unglaublich stark und verkörperten sehr sympathische Charaktere. Das ganze Musical war natürlich nicht nur zum Fürchten, das Publikum musste an manchen Stellen auch herzhaft lachen und so war es einfach die perfekte Mischung! Es waren nicht nur schnelle und lustige Songs dabei, sondern auch richtig schöne Klassiker mit Tiefgang – wie „Die unstillbare Gier“ oder „Totale Finsternis“. Weitere Highlights waren auch das Bühnenbild und das Orchester. Es ist einfach unglaublich, wie viel Arbeit hinter so einem ganzen Musical stehen muss, und ich bin noch immer ganz euphorisch. Die Mischung aus allem drum und dran ist wirklich einzigartig und ich werde den Abend sicher nicht so schnell vergessen!

Kunden, die zu „Tanz der Vampire“ gingen, kauften auch Tickets für „Die Schöne und das Biest“ im November in Wien und Bregenz, „Jesus Christ Superstar“ im Ronacher, „Rocky Horror Show“ im Sommer in Graz und „Dracula – Das Grusical“ im Stadtsaal Hollabrunn. Tickets für alle Veranstaltungen finden Sie auf oeticket.com!

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MUNDPROPAGANDA Hören Sie mal rein! Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. Oder? (sb)

Anna von Hausswolff – Dead Magic Die Schwedin lädt mit ihrem unheilschwangeren Koloss erneut zum nokturnen Albtraum, der ein Licht am Tunnelende wähnt.

Spielwiese Das neue Spielejahr ist bereits angelaufen und wir hoffen, dass es in puncto Qualität so weitergeht wie 2017. Hier nochmals ein kleiner, sehr individueller Rückblick, Ausblick und ein Nintendo-Switch-Gewinnspiel. TEXT: JOACHIM SCHMIDA

Lieblinge des letzten Jahres IAMX – Alive In New Light Wie Phönix aus der Asche schwingt sich Chris Corner aus seiner Depression hinauf in gleißendes, sleazy Electronica-Flirren.

LIVE The Wombats – Beautiful People Will Ruin Your Life Entspannter, reifer Gitarrenpop, der von unbändigen Melodien und tragikomischen Texten lebt.

Franz Ferdinand – Always Ascending Auf der partiell futuristischen, allzeit infektiösen Rückkehr reiht der Kaiser einen künftigen Dancefloor-Klassiker an den anderen.

LIVE Brett – WutKitsch Robotik-Charme von QOTSA gepaart mit Vintagefuzz, Funk, Soul und ganz viel Eskalation: rotziger Deutschrock par excellence.

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„Hellblade: Senua’s Sacrifice“, weil sich selten zuvor ein Videospiel auf so intensive Art und Weise dem Thema Psychose näherte. „Horizon: Zero Dawn“, weil uns die Macher mit Aloys’ Abenteuer eine unheimlich fesselnde Geschichte lieferten. „XCOM 2: War of the Chosen“, weil die Erweiterung derart umfangreich ausgefallen ist, dass man beinahe von einem neuen XCOM sprechen könnte. „Wolfenstein II: The New Colossus“, weil es eindrucksvoll zeigt, wie eine mitreißende Single Player-Kampagne im Shooter-Sektor auszusehen hat. Und schließlich „Uncharted: The Lost Legacy“, weil die grandiose Optik des Spiels auch ein Beleg dafür ist, dass sich die Anschaffung der PS4 Pro doch gelohnt hat.

Gewinnspiel Sieht man sich die vergangenen Jahrescharts generell an, befinden sich quer durch die Fachpresse vor allem zwei Games in den TopListen: Die Rede ist natürlich von „Zelda: Breath of the Wild“ und „Mario: Odyssey“. Auch heuer dürfte die Switch noch zahlreiche Asse im Ärmel haben. In Kooperation mit Nintendo verlosen wir unter allen Nutzern der oeticket-App drei der überaus beliebten und erfolgreichen Konsolen im Bundle mit „Mario: Odyssey“. Einfach die oeticket-App in Apples App- oder im Google Play Store downloaden beziehungsweise öffnen, E-Mail-Adresse im Formular eintragen und mit etwas Glück gewinnen!

Hohe Erwartungen „Bayonetta 3“, „Far Cry 5“, „Death Stranding“, „The Last of Us: Part II“, „Red Dead Redemption 2“ und, und, und: Bei einigen Titeln ist der Erscheinungstermin natürlich noch ungewiss, wir halten euch jedenfalls wie immer auf dem Laufenden.

Fotos: Hersteller

LIVE


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!ticket media DAVID BYRNE

LIVE American Utopia „Don’t Worry About the Government“: Bereits 1977 war dies für Byrne, einstiger Chef der Talking Heads, der Ausdruck eines Blicks, mit dem Kinder die Welt betrachten – eine Wunschwelt. Im Alter sehen wir die Dinge zynischer, aber immer noch wird von utopischen Eventualitäten geträumt, so auch auf „American Utopia“, Byrnes erstem Solo nach einem Dezent im Jetset als globaler Musiknomade. Euphoriesiaka sucht man im gegenwärtigen Soziotop unstrittig wie

TURBONEGRO

die sprichwörtliche Nadel im Heu, und doch greift der realpolitische Aktivismus, funktioniert der unaufgesetzte Optimismus. Bereits die Eröffnung „Dance Like This“ changiert zwischen von Klavier und Cave-esker Stimme getragenem Wiegelied-Duktus und pulsierend-mechanischen Discosounds. Damit bringt Byrne, wie auch dereinst mit den Heads, Geist und Körper wieder zusammen – und doch hat sich seine Kompositionstechnik konstitutiv geändert, steht die Melodie im Fokus und nicht zwangsweise die beinah manierte Experimentierfreudigkeit. Konfrontativ klingt die Utopie tatsächlich selten, da schon elegisch („Doing the Right Thing“), verträumt („Dog’s Mind“) und gefühlsselig („Every Day is a Mircale“). Bereits mit „Grown Backwards“ warf der Schotte jegliche Verkrampftheit über Bord, erstmals gelingen die luftig-verschwommenen Popsongs jedoch leger, schlängeln sich durch unaufgeregte weltmusikalische, gerne auch polyrhythmische Klanglandschaften und bizarre Samples („This Is That“). Ein Bekenntnis zu Harmonie – und Niveau-Pop. (sb)

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AWOLNATION

SIMPLE MINDS

Walk Between Worlds Der Testbild-Retrocharme des Covers deutet es bereits an: Der schottische Weltenbummler räkelt sich, genährt durch die akustischen Ausflüge unlängst, im Farbrausch zwischen den Spiegeln, transzendiert gekonnt zwischen auf der einen Seite kontemporärer, mancherorts verletzlich wirkender Elektronik, die sich symbiotisch unter die eigene frühe Post-Punk-Phase mit den klassischen New-Wave-Rhythmen webt, und einer dramatischen, edlen Cineastik auf der anderen. (sb)

DONOTS

LIVE LIVE Rocknroll Machine Etwas über fünf Jahre sind seit „Sexual Harassment“ vergangen, da rotzen die Norweger mit „Rocknroll Machine“ in die #metoo-Debatte hinein und legen ein nicht selten schmieriges, an Testosteron nur so triefendes Konvolut GuteLaune-Ruppigkeit vor: Gerade die KissHommage „Fist City“, das gen Europe schielende „Skinhead Rock ’n’ Roll“ und die „John Carpenter Powder Ballad“ lassen mit Wehmut und Hosenbeule an den glorreichen Sunset Strip zu seinen Glanzzeiten denken. (sb)

Here Come The Runts Auf seinem dritten Album setzt Aaron Bruno nicht nur auf die liebgewonnenen Trademarks: eingängige PopHooks (herausragend: „Miracle Man“) mit einem Liebreiz, der an die Mittelphase der Red Hot Chili Peppers erinnert; Sondern mit einer Reduktion der hämmernden „Synthästhetik“ auch auf mehr Profundität als je zuvor. Gänzlich gehen die „plastic sounds“ freilich nicht flöten, treten jedoch leise zugunsten des Organisch-Beständigen zurück, in die Zwischenzeilen. (sb)

Lauter als Bomben Die Bomben prasseln im Hagel: Green Day trifft auf Bad Religion, einige Refrains würden sich auch bei My Chemical Romance gut machen, dazu pointierte Flashbacks an die Achtziger und elegische Alternative-Reinkarnationen, hie und da auch ein Kniefall vor NOFX. Das klingt erst mal abgekupfert, ist dabei aber ein geiles Mixtape, das vor allem dadurch glänzt, dass es mit der zweiten Hälfte (insbesondere: „Der Trick mit dem Fliegen“) nur noch geiler und runder wird. (sb)

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!ticket plug&play

Plug&Play-Tipps Aufnehmen ist unkomplizierter denn je. Virtuelle und echte Instrumente locken und als Zugabe gibt es zuverlässiges, praktisches Zubehör. Die Produktneuheiten, die wir hier vorstellen, sind die idealen Wegbegleiter für Proberaum, Studio und Bühne. TEXT: AMANDA PENISTON-BIRD

Plug, Play & Record ist angesagt. MiC Plus ist ein neu entwickeltes USB-Mikrofon für professionelle Aufnahmen mit dem iPad, iPhone, Mac oder PC (Windows 10). Dank Apogee PureDIGITAL Anschlusstechnologie entstehen Aufnahmen in Studioqualität mit bis zu 24 Bit/96 kHz. Die Blend-Funktion des integrierten Kopfhörerausgangs verspricht latenzfreies Monitoring. Das in den USA hergestellte Mikrofon spricht ambitionierte Hobbymusiker ebenso an wie Profis, die eine unkomplizierte Lösung für unterwegs suchen. Das Kondensatormikrofon mit Nierencharakteristik eignet sich für Gesang, Instrumente, Sprecherstimmen und Interviews. Musikproduktionen, Sprachaufnahmen und Videoanwendungen wie YouTube oder Live-Streaming sind Beispiele für Einsatzgebiete. Im Lieferumfang sind drei Kabel enthalten: Lightning, USB Typ C und USB Typ A. www.apogeedigital.com

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Music Man Die „40 Trips Around The Sun“-Tour bringt Toto am 2. März in den Gasometer. Gitarrist Steve Lukather hat seine neue Signature-Gitarre dabei, die „Luke III Ball Family Reserve“ stellt seine Anforderungen als Tour-Gitarrist in den Mittelpunkt. Das Touring-Modell kommt mit einem zusätzlichen Mahagoni-Tonblock und einem integrierten 20-dBBooster. Den Korpus aus afrikanischem Mahagoni ziert eine stark gemaserte Ahorndecke, der Hals ist aus Vogelaugenahorn. Das vielseitige Instrument ist in verschiedenen transparenten Finishes mit abgestimmter Hardware in Chrom, Schwarz oder Gold verfügbar. Zwei Pickup-Konfigurationen stehen zur Auswahl, HH und HSS. Jede Luke III Ball Family Reserve kommt mit einer von Lukather eigenhändig signierten Rückplatte zusammen mit einem handsignierten und nummerierten Echtheitszertifikat. www.musicman.de

Fotos: Hersteller

Apogee MiC Plus


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Mooer Audio Hornet Black ist ein neuer Modeling-Amp für Einsteiger und Gitarristen, die einen preisgünstigen Übungsverstärker mit modernen Features suchen. Zur Ausstattung gehören neun digitale Gitarrenverstärkermodelle, neun User-Presets, drei Effektblöcke, Stimm-Funktion und zwei Betriebsmodi (Live/Preset). Die Tap-TempoTaster für Modulations- und Delay-Effekte, das Farb-LED-Display und der Amp-Modell-Drehschalter sind beleuchtet. Ein AUX-Eingang steht für die Musikwiedergabe von externen Geräten bereit. Bluetooth-Connectivity erlaubt drahtloses Einspielen von Backing-Tracks und Zweckentfremdung des Amps als Boombox. Der Amp ist mit einem Custom 6,5"-Lautsprecher bestückt und hat einen frequenzkorrigierten Kopfhörerausgang. Ein Tragegriff ist auf der Rückseite des Holzgehäuses integriert. Der Mooer Hornet, zu Deutsch übrigens „Hornisse“, misst 290 x 173 x 255 mm und wiegt 2,9kg. Die Ausgangsleistung beträgt 15 Watt/RMS (20 Watt Peak), ein 18-V-DC-Netzteil gehört zum Lieferumfang. www.mooeraudio.com

Fotos: Hersteller

Gravity Stativhersteller Gravity erweitert das erschwingliche Programm für Musiker und DJs um einen faltbaren Laptop- und Controllerständer, mit zusätzlichem Ablagefach und Tischklemme. Der LTS 01 B-Ständer ist für gängige Formate von 12" bis 17" konzipiert. Die Neigung von Ablage und Fuß ist variabel einstellbar. Rutschfeste Gummiauflagen sichern das Equipment. Die robuste und stabile Konstruktion aus Aluminium ist mit 1,6 kg angenehm leicht. Auf- und Abbau sind dank Schnellverschluss-System schnell und unkompliziert. Zusammengelegt misst der Ständer transportfreundliche 280 x 260 x 270 mm. Der Hersteller gewährt 5 Jahre Garantie. www.gravitystands.com

Korg Die Legacy Collection enthält authentische Software-Reproduktionen legendärer KorgSynthesizer und ist seit 2004 ein Bestseller. Nun hat der Hersteller die Collection überarbeitet und erweitert. Neu in Line-up ist die Softwareversion des Arp Odyssey. Der analoge Synthesizer debütierte 1972, wurde in verschiedenen Varianten bis 1981 gebaut und feierte 2015 seine Auferstehung. Die weiteren Klassiker im Software-Line-up sind MS-20, Polysix, Mono/Poly, M1 und Wavestation. Manche Features sind exklusiv den Software-Versionen der Instrumente vorbehalten, etwa die Möglichkeit, polyphon zu spielen und die hochwertige Effekt-Sektion einzusetzen. Die Software-Instrumente der Korg Collection sind einzeln oder als Komplettpaket erhältlich. Jedes Instrument ist auch als Plug-in (64 Bit) im AUund VST-Format verfügbar und mit Mac- und Windows-Produktionsumgebungen kompatibel. korg.shop

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Nachdem „All the Money in the World“ bereits abgedreht war, ersetzte Ridley Scott den skandalumwitterten Kevin Spacey durch Christopher Plummer. Ab 16. Februar liegt das Resultat dieser irrwitzigen Maßnahme vor. TEXT: ANDREAS UNGERBÖCK

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Preisfrage Wie auch immer: In kolportierten acht Drehtagen wurden große Teile des Films neu aufgenommen, denn Plummer hat ziemlich viel Leinwandpräsenz. Das ist kein Wunder, spielt er doch – es handelt sich um mehr oder weniger wahre Begebenheiten – den legendären Öl-Tycoon und Kunstsammler J. (für Jean) Paul Getty. Im Jahr 1973 wird sein 17-jähriger Enkel John Paul III, ein Jetset-Hippie wie er im Buche steht, in Rom entführt; die Kidnapper for-

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Geiz ist geil Links im Bild wäre eigentlich Kevin Spacey gestanden. Er wurde nach den Anschuldigungen von Christopher Plummer ersetzt. Dieser gibt einen amtlichen Geizkragen.

dern eine Menge Lösegeld. Der Multimilliardär, ganz bestimmt kein besonders angenehmer Zeitgenosse, weigert sich zu bezahlen, weil er die Entführung zunächst für fingiert hält, und später mit der lapidaren Stellungnahme, er habe 14 Enkel – und wenn er jetzt nachgebe, werde er demnächst 14 entführte Enkel haben. Im Mittelpunkt des Films steht aber nicht so sehr das Kidnapping, das, nach guter alter Hollywood-Manier, von Englisch radebrechenden Italienern durchgeführt wird – es stellt sich heraus, dass es sich um Mitglieder der Ndrangheta, des kalabrischen Zweigs der Mafia, handelt. Vielmehr fokussiert Scott auf die konfliktbeladene Beziehung zwischen dem alten Geizkragen und seiner Schwiegertochter Gail Harris (Michelle Williams), der Frau seines wirtschaftlich eher unterbelichteten Sohnes John Paul Getty II und mithin

Mutter des entführten Jungen. Mit Mark Wahlberg als Security-Spezialist, der Gail während der Entführung zur Seite steht, ist der Starreigen komplett. Dass Charlie Plummer den Enkel von Christopher Plummer spielt, ist übrigens kein PR-Gag, die beiden sind nicht miteinander verwandt. Erst als die Entführer dem Enkel des Tycoons ein Ohr abschneiden und es an die italienische Zeitung „Il Messagero“ schicken, kommt Bewegung in die Sache, und schließlich schrauben sie auch ihre Lösegeldforderung zurück, sodass der alte Getty einwilligt, diese zu begleichen. So kommt es letztlich, historisch verbürgt, zum, na ja, Happy End. Eine glückliche Familie wurde aus den Gettys aber vermutlich nicht mehr. J. Paul Getty starb 1976, sein von den Ereignissen nachhaltig traumatisierter Enkel mit nur 55 Jahren im Jahr 2011.

Foto: Tobis Film

ieser Film wird auf jeden Fall in die Geschichte eingehen, wenn auch möglicherweise nicht wegen seiner inhaltlichen oder formalen Qualitäten: Nach dem Bekanntwerden der Anschuldigungen gegen Hollywood-Star Kevin Spacey wegen seines ungezügelten Sexualtriebs – der auch vor sehr jungen Männern nicht Halt machte – entschlossen sich die Produktionsfirma und Regisseur Ridley Scott sozusagen 5 vor 12, den in Ungnade gefallenen Spacey komplett aus dem Film herauszuschneiden und durch Christopher Plummer, der auch zuvor schon für die Rolle gecastet worden war, zu ersetzen. Dass Scott im Nachhinein behauptet, er wäre sowieso für Plummer gewesen und das Studio habe ihm, dem Star-Regisseur, Spacey quasi aufs Auge gedrückt, ist ebenso unschön, wie es albern ist.


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Man wird sehen Hab’ ich euch schon einmal die Geschichte vom alten Zen-Meister erzählt? Es war einmal ein Bub, der bekam an seinem 14. Geburtstag ein Pferd. „Wie wunderbar!“ riefen die Bewohner des Dorfes. Doch der alte Zen-Meister antwortete: „Wir werden sehen.“ Kurz darauf fiel der Bub vom Pferd und brach sich ein Bein. „Was für ein Pech!“ sagten die Dorfbewohner. „Wir werden sehen“, sagte der Zen-Meister. Wenig später kam es zu einem Krieg, und alle jungen Männer mussten an

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die Front. Nur der Bub blieb wegen der Verletzung zu Hause. „Was für ein Segen!“ seufzten die Dorfbewohner. Und der Zen-Meister sagte: „Wir werden sehen.“ Nie zu früh freuen Nach dem Krieg bekamen alle Soldaten, die überlebt hatten, ein Stück Land, nur der Junge nicht, da er ja nicht an der Front gewesen war. „Was für ein Pech für ihn“, sagten die Dorfbewohner. Aber der Zen-Meister meinte: „Wir werden sehen!“ Wenig später

kam eine schöne Frau ins Dorf und sagte: „Ich suche einen Mann, der mit mir als Beschützer und Liebhaber um die Welt reist. Ich zahle alles!“ Die Männer, die nun Landbesitzer waren, konnten das Angebot nicht annehmen, weil sie bei ihrem Acker bleiben mussten, aber der besitzlose Bursche sagte „Ja!“ zu der Frau. „Oho!“ sagten die Dorfbewohner. „Was für ein Glückspilz!“ Doch der Zen-Meister legte erneut den Kopf schief und sagte: „Wir werden sehen.“

Gewinnspiele in dieser Ausgabe finden Sie auf den Seiten 8–10, 18–20 und 34–35, mehr Informationen & Teilnahmebedingungen auf ticketmagazin.com. Sie können über das Gewinnspielformular auf ticketmagazin.com („!ticket Gewinnspiele Februar 2018“) oder per E-Mail (gewinn@ticketmagazin.com) mitspielen. Einsendeschluss ist der 15. Februar 2018.

Das nächste !ticket erscheint am 28. Februar 2018.

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Herausgeberin, Chefredakteurin: Mag. Roberta Scheifinger Chefredakteur & Chef vom Dienst: Stefan Baumgartner Anzeigen: Mag. Thomas Keuschnigg, Mag. Roberta Scheifinger, Christian Schmid Anzeigenproduktion & Verrechnung: Susanne Franzl Redaktion/Kolumnisten: Rouven Ahl (ra), Stefan Baumgartner (sb), Amina Beganovic (ab), Georg Biron, Josefina Danzinger, Paul M. Delavos B.A. (pmd), Robert Fröwein (rf), Walter Gröbchen, Alexander Haide (ah), Amanda PenistonBird (apb), Mag. Joachim Schmida (js), Antonia T. Schulz (as), Mag. Manuel Simbürger (ms), Andreas Ungerböck (au), Andy Woerz Cartoons: Bertram Haid (BAES Cartoons) Lektorat: Gunther Natter Fotos: Filmverleiher, Plattenfirmen, Fotoagenturen, Veranstalter, siehe Copyright


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